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    <title>ERF.de Topthema</title>
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    <pubDate>Sat, 13 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
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      <title><![CDATA[ERF.de - Topthema]]></title>
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      <title><![CDATA[Zukunftsangst, ade!]]></title>
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      <description><![CDATA[7 Schritte, um Befürchtungen in deinem Kopf den Kampf anzusagen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129364.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jake Pierrelee /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Pling! Die schlechte Nachricht hat mich kaum erreicht, da malt mein Gehirn sich schon Horrorszenarien aus &ndash; d&uuml;ster und bis ins Letzte realistisch. Aus dem ernsten Gespr&auml;ch, das der Chef ank&uuml;ndigt, wird die garantierte K&uuml;ndigung, und aus dem Bluthochdruck, den man beobachten solle, der baldige Herzinfarkt.</p><p>Ich wei&szlig; nicht, ob nur ich eine solch bl&uuml;hende Fantasie habe, wenn es um Schreckensszenarien geht, aber selbst, wenn du weniger leicht aus der Fassung zu bringen bist, kennst du eins sicherlich auch: Bef&uuml;rchtungen, die dich nachts wachhalten oder dich in deine Tr&auml;ume verfolgen. Und Sorgen, die sich zu richtigen Zukunfts&auml;ngsten auswachsen. Wenn man einmal im Sorgen- und Angststrudel gefangen ist, ist der Ausstieg schwer.</p><p>In dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/148521" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Die Kraft des Trotzdem&ldquo;</a> widmet sich der Pfarrer und systemische Berater Tilmann Haberer dem Umgang mit solchen Gedanken und gibt Tipps, wie man ihnen begegnen kann. Sieben davon habe ich f&uuml;r diesen Artikel aufgegriffen.</p><h2><strong>1. Bef&uuml;rchtungen sind NUR M&ouml;glichkeiten</strong></h2><p>Viele Menschen sprechen von Zukunftsangst, wenn sie &uuml;ber Bef&uuml;rchtungen in Bezug auf die Zukunft sprechen. Dabei &uuml;bersehen sie, dass eine Bef&uuml;rchtung nicht den gleichen Stellenwert hat wie reale Angst. Diese habe ich, wenn ich auf der Autobahn scharf abbremsen muss, weil vor mir ein Unfall passiert. Dann setzt die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion ein. Diese ist wichtig und sichert im Ernstfall mein &Uuml;berleben.</p><p>Aber bei Bef&uuml;rchtungen sitzt die Gefahr erstmal nur im Kopf. Statt mit einer direkten Gefahr bist du lediglich mit der M&ouml;glichkeit einer Gefahr konfrontiert. Das gilt es sich bewusst zu machen. Denn anders als bei einer direkten Bedrohung hilft hier nicht k&auml;mpfen oder fliehen. Vielmehr gilt es, dich der Bef&uuml;rchtung in deinem Kopf zu stellen.</p><p>Mein Kopf produziert Worst-Case-Szenarien, wenn eine Sache nicht wie gew&uuml;nscht l&auml;uft. Meist treten diese ausgemalten Katastrophen nie ein &ndash; oder zumindest nicht so krass, wie ich sie mir ausmale. Trotzdem bringe ich mein Nervensystem auf h&ouml;chste Alarmbereitschaft. Dann kann es passieren, dass ich sogar k&ouml;rperliche Symptome habe.</p><blockquote><p>Obwohl die Bef&uuml;rchtungen sich nur in meinem Kopf abspielen, produziert mein K&ouml;rper eine reale Angstreaktion. Denn er erkennt den Unterschied zu einer realen Gefahr nicht.</p></blockquote><p>Was hilft dagegen? Ein Abgleich mit der Wirklichkeit. Dazu gibt es verschiedene M&ouml;glichkeiten. Du kannst etwa dein Worst-Case-Szenario bis zum Ende durchspielen, was widersinnig klingt, aber es nicht ist. Denn wenn du das tust, merkst du: Selbst dann bleiben dir in der Regel noch Handlungsoptionen. Es muss immens viel schiefgehen, bevor eine Katastrophe so gro&szlig; ist, dass du sie nicht irgendwie bew&auml;ltigen kannst.</p><p>Zum anderen kannst du das Gegenteil tun und dir ein Best-Case-Szenario &uuml;berlegen. Denn es kann auch sein, dass dein Chef dir im angek&uuml;ndigten Gespr&auml;ch eine Gehaltserh&ouml;hung anbietet. Frage dich: Was w&auml;re der beste Ausgang der offenen Situation, die dir Angst macht? Wenn du das vor Augen hast, kannst du im Weiteren alles dir M&ouml;gliche daf&uuml;r tun, dass sich die Dinge dorthin entwickeln.</p><p>Als letzten Abgleich mit der Realit&auml;t stell dir diese Fragen:</p><ul><li><p>War ich schon einmal in einer &auml;hnlichen Situation?</p></li><li><p>Wie bin ich damit umgegangen?</p></li><li><p>Ist die Katastrophe eingetreten?</p></li></ul><p>Auch das zeigt dir: Du hast Handlungspotenzial. Die Zukunft ist nicht festgelegt.</p><h2><strong>2. Schaffe Abstand zu deinem Problem</strong></h2><p>Manchmal bin ich wie ein Hamster im Laufrad, wenn ich ein Problem w&auml;lze. Da ist eine ungel&ouml;ste Situation auf der Arbeit, ein schwieriges Gespr&auml;ch steht an oder ich muss ein technisches Problem l&ouml;sen. Aber mein Kopf ist wie zugenagelt. Ich finde keine L&ouml;sung und meine Gedanken drehen sich im Kreis. Wie wenn ich einen Gegenstand ganz nah vor meine Nase halte, verschwimmt alles. Vielleicht kennst du das.</p><p>In solchen Situationen kann es helfen, bewusst einen Schritt zur&uuml;ckzutreten. Das kannst du ganz praktisch tun, indem du eine Runde um den Block gehst. Der amerikanische Autor und Redner <a href="https://www.jordanraynor.com/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Jordan Raynor</a> hat in einem Kurs gesagt, dass er aufsteht und etwas anderes macht, wenn er ein Problem bei der Arbeit nicht innerhalb von 15 Minuten l&ouml;sen kann. Ich fand diesen Tipp genial und befreiend. Denn ich bin eher ein Terrier, wenn es um Probleme geht: Ich lasse den Knochen erst los, wenn er zerkaut ist. Das bringt mich manchmal weiter, oft aber ersch&ouml;pft es mich nur.</p><blockquote class="noshare"><p>Wo brauchst du Abstand zu deinem Problem oder deiner Zukunftsangst? Schaffe und g&ouml;nne dir diesen Abstand &ndash; zeitlich, gedanklich und eventuell sogar r&auml;umlich.</p></blockquote><p>Auch hilft es, deine aktuelle Bef&uuml;rchtung zeitlich einzusortieren. Wie sehr wird dich der Ausgang dieser Situation noch in 3 Tagen besch&auml;ftigen, in 3 Monaten, 3 Jahren oder gar 3 Jahrzehnten? Du siehst: Etwas, was dir heute den Schlaf raubt, kann morgen schon irrelevant sein.</p><p>Wenn dein Zug vor einem wichtigen Termin versp&auml;tet ist, ist das nervig, aber nur in seltenen F&auml;llen bestimmt es den Kurs deines weiteren Lebens. In den meisten F&auml;llen kannst du die Versp&auml;tung telefonisch erkl&auml;ren und den Termin sp&auml;ter wahrnehmen. Mache dir das klar und &uuml;be dich in Gelassenheit.</p><h2><strong>3. Hole dir Feedback ein</strong></h2><p>Schon indem du Abstand zu deiner Bef&uuml;rchtung schaffst, ver&auml;nderst du deine Perspektive dazu. Das gelingt noch besser, wenn du dir die Meinung eines Au&szlig;enstehenden einholst. Warum? Weil deine Wahrnehmung nur ein Teil der Wahrheit ist.</p><p>Ich habe neulich eine sehr freundliche R&uuml;ckmeldung zu einem Text bekommen, die mich dennoch in tiefste Verzweiflung st&uuml;rzte, weil ich aus den vorgeschlagenen &Auml;nderungen herauslas, dass der Text als Ganzes nicht funktioniert. Ich zweifelte an mir und meinem K&ouml;nnen.</p><p>Ich wusste aber: Mir geht es gerade aus anderen Gr&uuml;nden nicht gut. Mein Blick ist verzerrt. Also las ich die R&uuml;ckmeldung meinem Mann vor und bat ihn um seine Einsch&auml;tzung. Auch sagte ich ihm, welcher Subtext f&uuml;r mich darin steckte. Seine Reaktion war viel sachlicher als meine und &ndash; wie ich jetzt wei&szlig; &ndash; n&auml;her an dem dran, was die andere Person mir sagen wollte. Denn er sagte: Wenn die Person kein Potenzial in dir sehen w&uuml;rde, h&auml;tte sie das anders geschrieben.</p><p>Wow! Die gleichen Worte, aber eine komplett andere Deutung derselben. Mein Ehrgeiz, meine Bef&uuml;rchtungen und meine &Uuml;berforderung hatten meinen Blick auf das verstellt, was letztlich gemeint war.</p><p>Das kann auch dir passieren. Denn deine Wahrheit ist nur St&uuml;ckwerk. Du siehst nur einen Teil des Bildes wie bei diesen optischen Illusionen, auf denen man entweder eine Ente oder einen Hasen, eine alte oder eine junge Frau erkennt. Daher nutze gezielt die Perspektiven anderer auf dein Problem und deine Angst.</p><h2><strong>4. Schau auf m&ouml;gliche L&ouml;sungen, nicht auf das Problem</strong></h2><p>Probleme und Sorgen k&ouml;nnen eine regelrecht hypnotisierende Wirkung auf uns aus&uuml;ben. Selbst wenn wir nicht an sie denken wollen, ist es wie bei dem bekannten rosa Elefanten. Sobald mir jemand sagt: &bdquo;Denk nicht an einen rosa Elefanten!&ldquo;, sehe ich zig rosa Elefanten vor mir. Daher hilft es selten, sich zu verbieten, an Sorgen zu denken.</p><p>Gleichzeitig f&uuml;ttern wir aber unsere Bef&uuml;rchtungen, wenn wir uns zu viel mit ihnen besch&auml;ftigen. Vielleicht kennst du die Fabel von den zwei W&ouml;lfen, in der ein Gro&szlig;vater seinem Enkel den Kampf erkl&auml;rt, der in jedem Menschen abl&auml;uft. Einer der beiden W&ouml;lfe verk&ouml;rpert in der Fabel gute Eigenschaften, der andere schlechte. Als der Enkel seinen Gro&szlig;vater fragt, welcher Wolf gewinnen wird, sagt dieser: &bdquo;Der, den du f&uuml;tterst.&ldquo;</p><p>Nun hast du das Dilemma, dass sowohl die Verdr&auml;ngung als auch die bewusste Besch&auml;ftigung mit deinen Bef&uuml;rchtungen diese nur noch wachsen l&auml;sst. Was kannst du dagegen tun? Du kannst statt auf dein Problem auf m&ouml;gliche L&ouml;sungen schauen, zum Beispiel so:</p><ul><li><p>Wie werde ich mich f&uuml;hlen, wenn dieses Problem gel&ouml;st ist?</p></li><li><p>Wenn ich alle M&ouml;glichkeiten h&auml;tte, um mein Problem zu l&ouml;sen, welche Schritte w&uuml;rde ich zuerst unternehmen?</p></li><li><p>Welchen ersten kleinen Schritt k&ouml;nnte ich zur L&ouml;sung meines Problems machen?</p></li><li><p>Womit verhindere ich am effektivsten, dass mein Problem gel&ouml;st wird?</p></li></ul><p>Gerade die letzte Frage kann sehr hilfreich sein, denn sie zeigt dir auf, was du selbst zu deinem Problem beitr&auml;gst. Das ist oft der Bereich, den wir als Menschen am wenigsten auf dem Schirm haben, aber am leichtesten selbst angehen k&ouml;nnen &ndash; sofern wir denn bereit sind, uns das einzugestehen.</p><p>Erg&auml;nzend kann ein Gedankenexperiment helfen. Stell dir vor, es gesch&auml;he ein Wunder und du w&auml;rst dein Problem sofort los. Woran w&uuml;rdest du das merken? Was w&auml;re anders? Und w&auml;rst du dann wirklich deine Sorgen los?</p><p>Manchmal liegt unter einem sichtbaren Problem noch ein tieferes unsichtbares Problem verborgen. Wenn die &bdquo;Wunderfrage&ldquo; dich innerlich nicht entspannt, ist dein Problem eventuell ein anderes, als du glaubst.</p><h2><strong>5. Beruhige dein Nervensystem</strong></h2><p>Auch wenn Sorgen sich im Kopf abspielen, k&ouml;nnen sie Einfluss auf unseren K&ouml;rper nehmen und ebenso starke Reaktionen wie Real-Angst in uns ausl&ouml;sen. Denn wenn der Sorgenkreisel sich bereits dreht und der Angststrudel dich zu verschlingen droht, vergisst du, was ich dir zu rosa Elefanten, Abstand vom Problem und Feedback von anderen gesagt habe.</p><p>In solchen Situationen kommen Achtsamkeits&uuml;bungen ins Spiel. Achtsamkeit ist zu einem Modewort verkommen, doch das Prinzip hat seine Berechtigung. Es ist eine zielgerichtete, offene Aufmerksamkeit auf das, was im gegenw&auml;rtigen Moment passiert &ndash; innen wie au&szlig;en. Und zwar, ohne es sofort zu bewerten oder wegzudr&uuml;cken.</p><blockquote><p>Du l&auml;sst deine Bef&uuml;rchtungen Visionen einer fernen Zukunft sein und konzentrierst dich voll und ganz auf das, was du im Moment wahrnimmst.</p></blockquote><p>Dabei kann es dir helfen, ein paar Mal tief durchzuatmen oder bewusst den Baum vor deinem Fenster zu betrachten. Oder du sch&uuml;ttelst dich einfach mal, machst deinen Lieblingssong an und tanzt kurz dazu. Wenn du es systematisch angehen willst oder Methoden suchst, um gezielt und regelm&auml;&szlig;ig Achtsamkeit einzu&uuml;ben, k&ouml;nnen dir Atemmeditationen helfen, die du mit Gebet verbindest. Auch Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung kann hilfreich sein.</p><p>Wichtig ist nur: Fokussiere dich bewusst auf die Gegenwart und lass deinen K&ouml;rper sp&uuml;ren, dass keine aktuelle Bedrohung besteht. Wenn du das gemacht hast, ist es viel leichter f&uuml;r dich, mit den zuvor genannten Methoden dein Problem zu bew&auml;ltigen.</p><p>Vor allem helfen solche &Uuml;bungen dir, deinen K&ouml;rper zu beruhigen, wenn du dich deinen Sorgen gerade gedanklich nicht entgegenstellen kannst oder willst. Etwa abends vor dem Einschlafen oder wenn du nachts wach liegst. Am besten tastest du dich zun&auml;chst bei kleineren Stressreaktionen an Achtsamkeitstechniken heran, um herauszufinden, welche dir helfen, um diese im Notfall gezielt einzusetzen.</p><h2><strong>6. Ein positiver Blick kann alles ver&auml;ndern</strong></h2><p>Bei den meisten Problemen oder Bef&uuml;rchtungen spielt unsere eigene Bewertung eine gro&szlig;e Rolle. Ich habe dir schon einige Tipps gegeben, die dir helfen k&ouml;nnen, eine neue Haltung zu deinem Problem einzunehmen. Ein weiterer Baustein kann sogenanntes Reframing sein. Doch was hei&szlig;t das und was hei&szlig;t es nicht?</p><p>Reframing ist eine Methode, mit der du ein Problem oder eine Bef&uuml;rchtung bewusst umdeutest oder wie ein Bild in einem anderen Rahmen platzierst. Vieles im Leben nehmen wir je nach Kontext komplett verschieden wahr. Wenn uns etwa Informationen &uuml;ber eine Sache fehlen, bewerten wir diese tendenziell eher negativ. Das liegt auch daran, dass wir Ver&auml;nderungen generell skeptisch gegen&uuml;berstehen.</p><p>Dabei kann ein Problem sich als &bdquo;Blessing in disguise&ldquo; herausstellen. Was uns &bdquo;zum Besten dient&ldquo; (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser1%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 1,11</a>), erkennen wir meist erst im R&uuml;ckblick.</p><p>Schon jetzt kannst du nach dem Positiven in deiner Herausforderung suchen. Das hei&szlig;t nicht, dass du das Schwierige leugnest. Das w&auml;re eine Form von toxischem positivem Denken, die dir letztlich mehr schadet als hilft. Aber du kannst dich fragen, wo das Schwierige Gutes bewirkt oder bewirken k&ouml;nnte. Vielleicht musst du eine Aufgabe auf der Arbeit &uuml;bernehmen, die dir nicht liegt, aber du erlernst dadurch neue F&auml;higkeiten.</p><blockquote class="noshare"><p>Wo kannst du eine Sorge f&uuml;r dich &bdquo;reframen&ldquo; &ndash; und wenn es im ersten Schritt nur hei&szlig;t, anders dar&uuml;ber zu sprechen? Mit gespannter Erwartung statt mit Angst?</p></blockquote><p>Schon einen positiveren Begriff f&uuml;r deine Bef&uuml;rchtung zu verwenden, ver&auml;ndert, wie du dar&uuml;ber denkst und damit umgehst.</p><h2><strong>7. Nichts ist sicher &ndash; au&szlig;er der Tod</strong></h2><p>Wir alle werden sterben. Sprich: Wenn du Angst vor dem Tod hast, diese Bef&uuml;rchtung wird garantiert eintreffen. Was bedeutet das f&uuml;r dich? Es macht dir klar: Nichts im Leben ist sicher. Ganz gleich, wie sehr du dich um morgen sorgst, du hast nicht in der Hand, wie die Dinge ausgehen &ndash; und ob du &uuml;berhaupt noch erlebst, was dir heute Nacht den Schlaf raubt.</p><blockquote><p>Wirkliche Sicherheit gibt es nie. Vollst&auml;ndige Kontrolle ist eine Illusion. Du kannst dein Leben nicht kontrollieren, noch nicht einmal den kleinen Teil, von dem du das glaubst.</p></blockquote><p>Wie kann dir das eine Hilfe sein? Ganz einfach. Es befreit dich von dem Druck, dass du immer alles im Griff haben musst. Dass du immer den n&auml;chsten Schritt kennen, immer die Kontrolle behalten musst. Weil du es gar nicht kannst.</p><p>Wirkliche Freiheit von Zukunfts&auml;ngsten erlangst du daher, indem du dem vertraust, der wirklich die Kontrolle hat: Gott.</p><p>In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia29%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 29,11</a> macht Gott dem Prophet Jeremia eine Zusage f&uuml;r das Volk Israel, das fern der Heimat im babylonischen Exil in totaler Unsicherheit lebt. Gott verspricht in dieser Situation voller Zukunfts&auml;ngste seinem Volk: <em>&bdquo;Denn ich wei&szlig; wohl, was ich f&uuml;r Gedanken &uuml;ber euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.&ldquo;</em></p><p>Auch wenn Gott diese Zusage zuerst an das Volk Israel gerichtet hast: Dieses Versprechen gilt auch dir, wenn du an Gott glaubst und dein Leben nach seinem Willen auszurichten versuchst.</p><p>Wenn dich Zukunfts&auml;ngste niederdr&uuml;cken, dann vertraue dich dem an, der dich geschaffen hat, dich liebt und gute Pl&auml;ne f&uuml;r dein Leben hat. Das bedeutet nicht, dass mit Gott alles glatt laufen wird, aber Gott will und wird dich durch alle Tiefen deines Lebens hindurchbegleiten. Dieser Gedanke dir helfen, innerlich ruhig zu werden &ndash; egal ob vor dem Gespr&auml;ch mit dem Chef oder dem Arzt.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17359716.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Brot-Glück]]></title>
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      <description><![CDATA[Im Brotbacken findet Judith Lehnhardt eine Ausdrucksmöglichkeit für ihre Kreativität. Ein Porträt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1013582.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Deborah Pulverich /&nbsp;Lydia Magazin</figcaption></figure><p>Durch unser Gemeindehaus weht der Duft von frisch gebackenem Brot. Judith Lehnhardt gibt beim Frauentag &bdquo;Herzenssache&ldquo; einen Kurs im Brotbacken. Es ist noch Coronazeit, die Teilnehmerinnen tragen Maske beim Backen. Ich selbst nehme nicht teil, aber ich rieche das warme Brot und sehe sp&auml;ter die Brote, die nahrhafte kleine Kunstwerk sind.</p><p>Kein Wunder also, dass mir Jahre sp&auml;ter direkt Judith in den Sinn kommt, als wir in der Redaktion dar&uuml;ber beraten, jemanden zu interviewen, der Kreativit&auml;t in einer handwerklichen T&auml;tigkeit auslebt. Mittlerweile ist Judith mit ihrem Kanal <a href="https://www.instagram.com/bread_spiration/">bread_spiration</a> eine erfolgreiche Influencerin und gibt regelm&auml;&szlig;ig Kurse im Brotbacken. Wir verabreden uns zum Gespr&auml;ch.</p><h2>Eine neue Leidenschaft</h2><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Bild Judith Lehnhardt / Copyright Deborah Pulverich / Lydia Magazin" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1013518.jpg" width="1120" /><figcaption>Judith Lehnhardt ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und&nbsp; drei Kindern in Wetzlar. Sie ist ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin und seit 2021 als Influencerin mit Bildern ihrer kunstvoll verzierten Brote auf Instagram unterwegs. (Copyright: Deborah Pulverich / Lydia Magazin)</figcaption></figure><p>Den Startschuss f&uuml;r Judiths Brotback-Leidenschaft gibt Corona. Hefe ist knapp, also beginnt Judith, mit Sauerteig zu backen. Ihre ersten Backversuche bezeichnet sie selbst als &bdquo;ein bisschen lustig&ldquo;. Aber sie bleibt dran. Das r&auml;t sie auch anderen Backanf&auml;ngern. Judith ist n&auml;mlich &uuml;berzeugt: &bdquo;Wenn man dranbleibt, kann jeder Brot backen.&ldquo;</p><p>Auf Instagram sieht sie in anderen Accounts verzierte Brote und beschlie&szlig;t: &bdquo;Das will ich auch mal versuchen.&ldquo; Judith probiert es aus und entdeckt ein neues Hobby. Eine M&ouml;glichkeit, ihre Kreativit&auml;t auszuleben. Sie liebt die &Auml;sthetik, die sch&ouml;n verziertes Brot hat. Die Erfahrung, sich schon beim Anschauen an ihren Broten erfreuen zu k&ouml;nnen.</p><blockquote><p>Das Brotbacken er&ouml;ffnet Judith auch einen neuen Blick auf sich selbst. Schon l&auml;nger sucht sie in ihrem Leben nach einer Sache, die sie wirklich gut kann.&nbsp;Beim Brotbacken sp&uuml;rt sie pl&ouml;tzlich: Das ist es.</p></blockquote><p>Immer wieder ist sie selbst von den Ergebnissen &uuml;berrascht und der Prozess des Backens an sich bereitet ihr viel Freude.&nbsp;Diese Leidenschaft spr&uuml;ht aus jedem ihrer Worte.</p><h2>Brot, das sch&ouml;n aussieht und gut schmeckt</h2><p>Judith hat aber nicht nur eine Leidenschaft f&uuml;r kunstvoll verziertes Brot, sondern auch f&uuml;r gute Zutaten. Ihr Mehl bezieht sie aus einer M&uuml;hle in ihrer Region und sie backt bewusst mit Sauerteig, obwohl mit Hefe gelockertes Brot im Backprozess schneller verarbeitet werden kann. Aber Brot aus Sauerteig ist schmackhafter und ges&uuml;nder. Warum also sollte sie etwas anderes backen?</p><p>Insgesamt ist Judith ganz begeistert vom Prinzip des Sauerteiges. Dieser entsteht allein aus der Mischung von Mehl und Wasser, gepaart mit W&auml;rme und Zeit, und braucht keine andere Backtriebzutaten wie Hefe oder Backpulver. Judiths Augen strahlen, als sie mir erz&auml;hlt:</p><blockquote class="noshare"><p>Dass man nur aus Mehl und Wasser so etwas erzeugen kann, ist f&uuml;r mich immer wieder ein kleines Wunder.</p></blockquote><p>Sie r&auml;t anderen Backanf&auml;ngern, sich nicht davon schrecken zu lassen, dass ein Sauerteigbrot in der Herstellung l&auml;nger braucht. Denn letztlich gibt man nur dem Teig mehr Zeit, die einzelnen Arbeitsschritte bleiben dieselben.</p><p>Diese Wartezeit macht nicht nur das Brot schmackhafter, sie kann auch einen Ruhefaktor ins Leben bringen. Spontan geht da nichts. Denn &bdquo;ein gutes Brot braucht Zeit&ldquo; und nicht immer bekommt man direkt das Ergebnis, was man erwartet.</p><p>Backen lehrt Geduld. Diese Erfahrung hat Judith geholfen, auch den normalen Alltag entspannter anzugehen, runterzukommen und den Dingen ihre Zeit zu geben. &bdquo;Ich kann entspannt bleiben. Irgendwie wird es gut werden.&ldquo; Diese &Uuml;berzeugung hat Judith das Backen gelehrt.</p><blockquote><p>Das Backen&nbsp;hat Judith geholfen, auch den normalen Alltag entspannter anzugehen, runterzukommen und den Dingen ihre Zeit zu geben.</p></blockquote><h2>Von jetzt auf gleich zur Brot-fluencerin</h2><p>Schon sehr fr&uuml;h traut sich Judith ihre eigenen Backk&uuml;nste mit anderen zu teilen. Anfang 2021 richtet sie daf&uuml;r den Instagram-Kanal <a href="https://www.instagram.com/bread_spiration/">bread_spiration</a> ein, um nicht mehr ihr privates Umfeld mit Brotbildern zu &uuml;berfluten. Mittlerweile hat sie &uuml;ber 90.000 Follower. Von diesem Erfolg ist Judith selbst &uuml;berrascht. Sie vermutet, dass es die Einzigartigkeit ihrer Brot-Kreationen ist, die Menschen anzieht.</p><p>Dass sie 2022 an dem <a href="https://www.californiawalnuts.de/162/Backwettbewerb.htm">&bdquo;GOLDEN WALNUT AWARD&ldquo;</a> mitmachen durfte, hat sie &uuml;berrascht und stolz gemacht. Denn das Backhandwerk hat in Deutschland eine lange Tradition und &uuml;blicherweise steht dieser Wettbewerb nur Profi-B&auml;ckern offen, aber als Influencerin darf Judith teilnehmen und belegt sogar den dritten Platz. &bdquo;Ich muss mich manchmal noch kneifen&ldquo;, beschreibt sie das Gef&uuml;hl, was dieser Erfolg in ihr ausgel&ouml;st hat.</p><p>Doch bei allem ist und bleibt ihr Wunsch mit ihrem Kanal, andere zu inspirieren und anzuleiten. Sie will ihr Wissen weitergeben und liebt es, wenn andere ihr r&uuml;ckmelden, dass sie ihre Rezepte und Gestaltungsideen daheim nachbacken.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><h2>Die Backfreude mit anderen teilen</h2><p>Ihr Wissen teilt Judith mittlerweile auch in regelm&auml;&szlig;igen Workshops. Bei ihrem ersten Backkurs auf dem obengenannten Frauentag merkt sie, dass ihr neben dem Backen auch das Anleiten anderer Spa&szlig; macht. Also bietet sie weitere Workshops an &ndash; online wie offline.</p><p>Das Interesse an den Kursen ist gro&szlig;. Von April bis Juni hat sie in diesem Jahr fast an jedem Wochenende einen Workshop gegeben. Meist in ihrer Backwerkstatt, im Onlinebereich fehlt ihr die direkte Interaktion mit den Teilnehmenden.</p><p>F&uuml;r ihre Kurse muss Judith Lehnhardt bislang keine Werbung machen. Sie finden in kleinen Gruppen aus f&uuml;nf bis sechs Teilnehmern, meist Frauen, statt. Die Workshops ziehen jung und alt an &ndash; vom Teenie bis zur Rentnerin waren schon alle dabei. Die meisten Teilnehmerinnen kommen aus dem Umkreis und haben durch Bekannte von Judith geh&ouml;rt.</p><p>Judiths Kurse dauern circa vier Stunden und beinhalten neben dem Backen eine gemeinsame Brotzeit. F&uuml;r Judith bedeutet das mit Vor- und Nachbereitung drei Tage Arbeit. Aber sie hat Spa&szlig; daran. Sie mag es, in den Workshops unterschiedliche Menschen kennenzulernen und nimmt jeden Teilnehmer, wie er ist. Ihr Ziel f&uuml;r ihre Backkurse ist, dass die Teilnehmenden in positiver Atmosph&auml;re etwas lernen. Ab Herbst hat sie wieder freie Termine.</p><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.youtube.com/watch?v=mDAvSz97vGg"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=mDAvSz97vGg" title="Brot verzieren: 2 Ideen von Judith Lehnhardt">Brot verzieren: 2 Ideen von Judith Lehnhardt</a></section><h2>Im Brotbacken die Wunder Gottes entdecken</h2><p>Judith ist Christin und wir sprechen auch dar&uuml;ber, wie sie vom Glaubensaspekt auf ihre Backt&auml;tigkeit blickt. Judith erz&auml;hlt mir, dass sie Bibelverse zum Thema Brot heute mit anderen Augen liest. Gleichzeitig schwingt in ihren Worten viel Dankbarkeit daf&uuml;r mit, dass wir von Gott Lebensmittel geschenkt bekommen haben, aus denen wir etwas so Nahrhaftes backen k&ouml;nnen wie Brot.</p><blockquote class="noshare"><p>Bibelverse zum Thema Brot liest Judith heute mit anderen Augen.</p></blockquote><p>Auch hier kommen wir wieder zu sprechen auf das Wunder Sauerteig. Judiths Augen leuchten, als sie sagt: &bdquo;Es k&ouml;nnte ja auch sein, dass da nichts entsteht aus Mehl und Wasser. Aber da ist jemand dahinter, der das gemacht hat.&ldquo;</p><p>Auch im Alltag hat das Backen ihren Umgang mit Brot und anderen Lebensmitteln ver&auml;ndert. Sie sch&auml;tzt Brot nun ganz neu, weil sie wei&szlig;, welcher Aufwand dahintersteckt. Von ihrem selbstgebackenen Brot schmei&szlig;t sie nichts weg. Das essen sie und ihre Familie bis auf den letzten Kr&uuml;mel auf. Und sie verschenkt ihre Brote gern an andere. Auch das ist ein Ansatz, durch den Judith versucht, mit ihrer Brotleidenschaft auch anderen Gutes zu tun.</p><p>Eine Frage hat sich f&uuml;r Judith noch nicht gekl&auml;rt. &bdquo;Warum hat Gott mir diese Gabe geschenkt?&ldquo; F&uuml;r mich braucht diese Frage keine Antwort. Sie erkl&auml;rt sich von selbst, wenn man mit Judith &uuml;bers Brotbacken spricht.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16321419.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 10 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mehr als Schönschrift]]></title>
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      <description><![CDATA[Die Kalligrafiekünstlerin Jeannette Mokosch ermutigt mit handgeschriebenen Worten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1011736.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Timo und Gella Scheven</figcaption></figure><p>Schreiben mit der Hand, das ist die gro&szlig;e Leidenschaft von Jeannette Mokosch. Mit Tusche und Feder bringt sie Worte auf dem Papier zum Bl&uuml;hen. Sie ist eine gefragte Kalligrafin und Autorin von drei B&uuml;chern. Im Interview berichtet die K&uuml;nstlerin von den stolperigen Anf&auml;ngen ihrer beruflichen Laufbahn und wie sie heute mit ihren handgemachten Kunstwerken Menschen Ermutigung zusprechen m&ouml;chte.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>ERF: Als Kalligrafin zu arbeiten ist ein ungew&ouml;hnlicher Beruf. Wie kam es dazu? </strong></p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Foto von Jeannette Mokosch" height="1164" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1011739.jpg" width="1120" /><figcaption>Kalligrafin Jeannette Mokosch mit einem ihrer Werke.&nbsp;(&copy; Timo und Gella Scheven)</figcaption></figure><p>Jeannette Mokosch: Das war eigentlich nie geplant. Ich bin gelernte Altenpflegerin. Als junger Mensch hatte ich zwar schon immer k&uuml;nstlerische Interessen und &uuml;berlegt, in die Werbebranche zu gehen, dachte dann aber, ich sei nicht gut genug. In dieser Zeit hatte ich ein Praktikum bei einem erfolgreichen Typographen gemacht und er hat mir erz&auml;hlt, wie schwierig es ist, in der Werbebranche Fu&szlig; zu fassen.</p><p>10 Jahre sp&auml;ter hatte ich dann einen Traum im D&auml;mmerschlaf. Darin habe ich ein altes Schreibpult mit einer G&auml;nsekeilfeder und einem Tintenfass gesehen, wie in einer mittelalterlichen Stube. Und ich habe ganz klar gewusst, hier geht es um diese Feder.</p><p>Dann h&ouml;rte ich diesen Satz: &bdquo;Kauf dir eine Feder und schreib wie die alten Dichter.&ldquo; Total verr&uuml;ckt! Dieser Traum hat mich aufgew&uuml;hlt und nicht mehr losgelassen.</p><p>Also bin ich am n&auml;chsten Tag losgegangen und habe mir in einem Schreibwarenhandel eine Schreibfeder und Tusche gekauft. Dieser Moment war so anders als alles, was ich bisher in meinem Leben erlebt hatte. Und diese Feder hat dann so unglaublich viel m&ouml;glich gemacht. Also das war echt nicht meine Idee, denn die war einfach zu gut!</p><h2>Erste Schreibversuche</h2><p><strong>ERF: Wie hast du dieses alte Kunsthandwerk gelernt? Hast du dir alles selbst beigebracht?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Heute kenne ich die besten K&uuml;nstler in Deutschland, bei denen ich eine Ausbildung h&auml;tte durchlaufen k&ouml;nnen. Aber damals gab es dazu fast keine Informationen. Selbst in einem Grafikstudium hatte man Gl&uuml;ck, wenn eine kleine Kalligrafie-Exkursion dabei war. Auch in den Volkshochschulkursen wurde nur Fraktur unterrichtet. Aber diese filigrane Spitzfederkalligrafie, die ich machen wollte, war total das Nischending, da gab es kein deutsches Buch dazu, das ich kannte.</p><blockquote><p>Ich hatte also gar keine andere M&ouml;glichkeit das zu erlernen, au&szlig;er es auszuprobieren und irgendwie nach vorne zu stolpern.</p></blockquote><p><br />
Meine Anf&auml;nge habe ich damals auf Instagram dokumentiert. Dar&uuml;ber bin ich heute noch froh, dass ich das einfach gemacht habe und nicht gedacht habe, dass ich zu schlecht sei. Ich hatte Lust auf die Feder, wollte besser werden und habe die Leute einfach mit auf meine Reise genommen. Bis heute habe ich nichts davon gel&ouml;scht. Wenn man die tausend Posts runterscrollt, sieht man diese stolperigen Anf&auml;nge. Ich bin einfach drangeblieben und nach und nach wurde ich besser. Zwei Jahre sp&auml;ter kamen dann die ersten Anfragen f&uuml;r Logoentw&uuml;rfe, oder Kunden fragten nach, ob ich einen Kurs geben w&uuml;rde. So ist daraus ein ganz aufregender Weg geworden.</p>

Kreativit&auml;t hat verschiedene Facetten: Sie ist Gestaltungskraft, Erfindergeist und individuelles Ausdrucksmittel. Anl&auml;sslich unseres&nbsp;Schwerpunktthemas&nbsp;haben wir mit Menschen gesprochen, die kreativ arbeiten und mit ihnen &uuml;ber Inspiration, Flei&szlig;arbeit und Selbstverwirklichung gesprochen.

<p>Spannend ist auch der Zeitpunkt, zu dem Gott diesen Prozess in meinem Leben angefangen hat. 2015 startete in Deutschland ein unglaublicher Boom rund um das Thema Handlettering. Dadurch hat meine Kunst auf einmal Pr&auml;senz bekommen. Da war ich schon seit zwei Jahren am Lernen und &Uuml;ben, wie das mit der Kalligrafie funktioniert. Ich h&auml;tte auf diesen Zug aufspringen k&ouml;nnen und mehr mit Faserstiften und anderen Schreibger&auml;ten oder Farben experimentieren k&ouml;nnen, aber ich bin der Feder und meiner Schriftart treu geblieben. Ich war immer in dieses alte Handwerk verliebt.</p><h2>Der Wert von handgeschriebenen Worten</h2><p><strong>ERF: Was ist das Besondere am Handgeschriebenen? Was fasziniert dich daran?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Handgeschriebenes wird nicht weggeschmissen. Die Leute heben es auf und h&auml;ngen es zum Beispiel an den K&uuml;hlschrank. Sch&ouml;ne handgeschriebene Texte haben einen besonderen Wert und eine unglaubliche Kraft. Ich bin Gott so dankbar, dass er mir dieses Werkzeug gegeben hat, mit dem man die Menschen erreichen kann.</p><p>Ich sage immer, ich bin wie eine Verpackungsk&uuml;nstlerin und habe ein besonderes Geschenkpapier an die Hand bekommen. Das ist meine Feder. Und damit kann ich gute Inhalte sch&ouml;n verpacken, dass die Menschen sie gerne entgegennehmen.</p><p>Denn wenn man gute Worte nicht gut platziert, kommen sie gar nicht erst beim Empf&auml;nger an. Social Media zum Beispiel ist so schnelllebig. Ein Post verschwindet so schnell und kann nicht so ins Herz sinken wie Worte, die auf Papier geschrieben sind.</p><p>Ich war erst vor kurzem wieder unterwegs bei der Er&ouml;ffnung eines&nbsp;exklusiven Stores auf Sylt und hatte dort den Auftrag, Gru&szlig;karten zu gestallten. Man sollte meinen, die Leute, die dort einkaufen, haben schon alles gesehen und k&ouml;nnen sich alles kaufen. Aber dann kommen sie an meinen Tisch, wo sie jemanden mit einer Gru&szlig;karte beschenken k&ouml;nnen &ndash; und dann fangen die Augen der Kunden an zu leuchten! So verr&uuml;ckt, denn es ist ja eigentlich nur ein Stift und ein St&uuml;ck Papier.</p><blockquote><p>Aber&nbsp;das Teuerste, was wir geben und schenken k&ouml;nnen, ist Zeit. Keiner hat heute mehr Zeit sich hinzusetzen und eine Gru&szlig;karte zu gestalten.<em>&nbsp;</em></p></blockquote><p><br />
Es ist viel einfacher, Geld oder einen Gutschein in einen Umschlag zu stecken. Und Kalligrafie ist so unglaublich langsam! Die Feder ist wirklich die Schnecke unter allen Schreibger&auml;ten. Dieses Investment sp&uuml;ren die Menschen. Das ist der wahre Luxus.</p><h3>Zwischen Kunst und Handwerk&nbsp;</h3><p><strong>ERF: Wird deine Kreativit&auml;t davon beeinflusst, dass du die Kalligrafie zu deinem Beruf gemacht hast? Hat sich dadurch etwas ver&auml;ndert?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich bin heute im Zentrum meiner Berufung und tue etwas, das mich erf&uuml;llt und andere Menschen bereichert. Aber ich sp&uuml;re, dass da eine kreative L&uuml;cke klafft. Es gibt nat&uuml;rlich diesen kreativen Anteil an meiner Arbeit, aber der ist definitiv klein. Man stellt sich einen K&uuml;nstlerberuf unglaublich romantisch vor, aber die Realit&auml;t ist, dass ich die meiste Zeit damit besch&auml;ftigt bin, Vorgespr&auml;che zu f&uuml;hren, Steuerangelegenheiten zu erledigen, Produkte in den Onlineshop zu setzen und Events vorzubereiten. Au&szlig;erdem bin ich Mama von einem Kleinkind, da ist h&auml;ufig wenig Raum f&uuml;r Kreativit&auml;t.</p><p>Ich vertraue darauf, dass die Zeit f&uuml;r Kreativit&auml;t wieder kommt. In dieser Phase habe festgestellt, dass ich ein kreatives Hobby f&uuml;r mich brauche, das nichts mit dem Schreiben zu tun hat. Etwas, wof&uuml;r ich keine Bewertung bekomme, was ich niemandem zeigen muss, sondern das ich nur aus reiner Freude mache. Da &uuml;berlege ich gerade, was f&uuml;r mich passen k&ouml;nnte.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Da klingt schon an, dass dein Job disziplinierte Arbeit erfordert. Wie viel Platz hat Inspiration da noch?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Vor allem in stillen Momenten, in denen ich in der Bibel lese und mit Gott meinen Kaffee trinke, werde ich inspiriert. Da schenkt mir Gott zum Beispiel einen liebevollen oder kreativen Gedanken. Aber auch wenn ich mitten in einem Prozess drin bin, gibt es sch&ouml;ne kreative Momente, die ich sehr genie&szlig;e.</p><p>Aber um eine Arbeit zu vollenden, Termine einzuhalten und nebenbei das abenteuerliche Mamadasein zu stemmen, braucht es viel Disziplin. Ich w&uuml;rde sagen 95 Prozent Disziplin und 5 Prozent Mu&szlig;e. F&uuml;r Inspiration brauche ich die Stille, anders w&uuml;rde es gar nicht gehen im vollen Alltag.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Auf einer Skala, auf der links au&szlig;en das Handwerk und rechts au&szlig;en die Kunst steht, wo w&uuml;rdest du dich mit deiner Kalligrafie verorten?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich glaube, Kalligrafie ist viel mehr Handwerk, als die Menschen denken. Denn es ist anders als z.B. bei der Malerei, wo man eine sehr genaue Beobachtungsgabe braucht. Ein Motiv zu sehen und es dann zu malen, dieser &Uuml;bertrag ist sehr komplex. F&uuml;r das Schreiben brauche ich vor allem das richtige Schreibger&auml;t und eine routinierte Technik, die sich &uuml;ber Jahre ausbauen muss.</p><p>Wenn ich mit meiner Hand zwanzigmal einen Kreis male, ist das wie eine Sport&uuml;bung. Die Muskeln merken sich die Bewegung und k&ouml;nnen sie dann wieder erzeugen. Wenn man die Buchstaben dann tausendmal abpaust, ist die Hand in der Bewegung drin und schreibt fast wie von selbst. Beim normalen Schreiben ist das ja auch so, man denkt nicht mehr dar&uuml;ber nach, wie man schreibt. Also Sch&ouml;nschreiben ist eigentlich wie ein Training und f&uuml;r jeden geeignet, der die Ausdauer daf&uuml;r mitbringt.</p><h2>Beruf mit pers&ouml;nlicher Note</h2><p><strong>ERF: Die Handschrift ist ja ein ganz individuelles Merkmal von Menschen. Wie kommt neben diesem technischen Aspekt deine Pers&ouml;nlichkeit in der Kalligrafie zum Ausdruck?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Mir ist sehr schnell bewusst geworden, dass ich mich mit der Kalligraphie nicht in eine enge Schublade pressen m&ouml;chte. Ich habe zwar Elemente aus der klassischen Englischen Schreibschrift &uuml;bernommen, bin aber ziemlich schnell ins moderne Schreiben &uuml;bergegangen. Das hei&szlig;t, meine Schw&uuml;nge sind freier und es ist lockerer gesetzt.</p><p>Ich kann viel von mir in meinen Schreibstil &uuml;bertragen, zum Beispiel durch die Farbe der Tusche oder die Auswahl der Papiere. Ich arbeite auch viel mit Gestaltungselementen wie echten Blumen oder meinem alten K&uuml;chentisch als Bilduntergrund. Die Leute sagen oft, dass sie dadurch meine Schriftst&uuml;cke sofort erkennen.</p><p>Ein weiterer Aspekt meiner Markenidentit&auml;t ist die Auswahl der Texte. Mir ist es sehr wichtig, dass meine Texte ermutigend sind, den Leser in eine gute Stimmung versetzen oder zum Tr&auml;umen anregen. Da fahre ich seit Jahren eine klare Linie und breche nicht nach links oder rechts aus.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gleichzeitig setzt du aber Auftr&auml;ge f&uuml;r Kunden um, die bestimmte Vorstellungen haben. Erlebst du in dieser Hinsicht eine Spannung?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich habe das Gl&uuml;ck, dass ich Kunden habe, die zu mir passen. Ich musste selten einen Auftrag ablehnen, weil ich gemerkt habe, das passt nicht. Die Kunden, die meine Webseite besuchen, wissen, auf was sie sich einlassen und welche Qualit&auml;t sie erwarten k&ouml;nnen.</p><p>Aber selbst bei den sch&ouml;nsten Projekten und den besten Kunden merke ich manchmal eine gewisse Diskrepanz. Zum Beispiel, wenn ich mal einen schlechten Tag habe, zu Hause alles drunter und dr&uuml;ber geht oder meine Hand nicht so kann, wie ich mir das vorgestellt habe. Dadurch kann auch das sch&ouml;nste Projekt mal m&uuml;hevoll werden.</p><p>Aber ich erwarte gar nicht, dass mich meine Projekte zu hundert Prozent gl&uuml;cklich machen, und ich suche meine Erf&uuml;llung nicht nur im Beruf.&nbsp;</p><blockquote><p>Die Erf&uuml;llung suche ich tats&auml;chlich bei Gott und meine Freude finde ich auch losgel&ouml;st von dem, was ich beruflich mache.</p></blockquote><p><br /><strong>ERF: In deinen Kalligrafien schreibst du oft Bibeltexte. Inwiefern verbindest du deine Arbeit mit deinem Glauben?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich habe fr&uuml;h gemerkt, dass ich meine Arbeit von meiner Gottesbeziehung gar nicht trennen kann und auch nicht will. Ich bin jeden Tag im Gespr&auml;ch mit Gott und h&ouml;re, was dran ist. Das ist das Allerwichtigste. Das bef&auml;higt mich gute Entscheidungen f&uuml;r meine Arbeit zu treffen.</p><p>Ich werde oft gefragt, ob ich keine Angst h&auml;tte, vor Kunden offen &uuml;ber meinen Glauben zu sprechen, ob diese dann nicht komisch schauen oder deswegen sogar einen Auftrag zur&uuml;ckziehen w&uuml;rden. Aber ich bin von Anfang an den Weg mit Gott gemeinsam gegangen und ich habe das Gef&uuml;hl, sobald ich Gott aus meiner Arbeit raushalten w&uuml;rde, w&auml;re auch seine Gunst und seine F&uuml;hrung weg.</p><p>Deswegen ist es f&uuml;r mich selbstverst&auml;ndlich, dass ich nur mit Gott gemeinsam weitergehe, und die Kunden, die damit nicht einverstanden sind, d&uuml;rfen sich frei entscheiden.<br />
&nbsp;</p><h3>Mit Feder und Tusche ermutigen</h3><p><strong>ERF: Was sollen deine Arbeiten bei den Menschen ausl&ouml;sen? Was w&uuml;nschst du dir?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Als erstes w&uuml;nsche ich mir, Menschen mit einer guten Botschaft im Herzen zu ber&uuml;hren. Denn da drau&szlig;en vor unserer Haust&uuml;r, in der Welt und den Medien ist so ein unglaublicher L&auml;rm, so viele Schwierigkeiten oder Dinge, die nicht gut sind und uns nicht zum Bl&uuml;hen bringen. Wenn ich es mit meinen Produkten schaffe, dass jemand kurz inneh&auml;lt, weil er &uuml;ber etwas Sch&ouml;nes, Tiefes oder Wahres stolpert, das ihn ber&uuml;hrt, ist das ganz wunderbar.</p><p>Bei all dem habe ich eine gr&ouml;&szlig;ere Vision oder besser gesagt: eine gr&ouml;&szlig;ere Mission.&nbsp;</p><blockquote><p>Es geht mir nicht nur darum, ermutigende Worte weiterzugeben, sondern ich m&ouml;chte einen Schritt weitergehen und Menschen zur&uuml;sten.&nbsp;</p></blockquote><p><br />
Dass sie selbst mutig in der Welt stehen, Dinge sagen, die sie auf dem Herzen haben, positive Ver&auml;nderungen bewirken und wiederum andere Menschen erreichen und dass sie f&uuml;r diesen Weg Werkzeuge an die Hand bekommen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was ist das sch&ouml;nste Kompliment, was man dir f&uuml;r deine Arbeiten geben kann?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Wenn Menschen durch Krisen gehen, zum Beispiel lange im Krankenhaus sind, und dann sagen: &bdquo;Ich habe dein K&auml;rtchen gesehen und das hat mir Mut gemacht durchzuhalten&ldquo;, das ber&uuml;hrt mich am meisten. Wenn es nicht nur darum geht, dass meine Kalligrafiearbeit sch&ouml;n ist, sondern, wenn ich Menschen dadurch zu guten Entscheidungen bewege oder in gute Ver&auml;nderungen hineinf&uuml;hre, das ist f&uuml;r mich das Sch&ouml;nste.</p><p>Beispielsweise hat mir eine Leserin geschrieben, dass sie das umgesetzt hat, was ich in meinem Buch &bdquo;Dein bl&uuml;hendes Zuhause&ldquo; geschrieben habe und dass sich dadurch ihre Ehe und ihr Zuhause positiv ver&auml;ndert haben. Das ist nat&uuml;rlich ein G&auml;nsehautmoment und ich wei&szlig;: Daf&uuml;r hat sich meine Arbeit gelohnt, daf&uuml;r m&ouml;chte ich leben!<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16301256.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Mon, 08 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine Bibliothek, die nie geschlossen hat]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/eine-bibliothek-die-nie-geschlossen-hat/2270-542-8069</guid>
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      <description><![CDATA[ERF.de ist mehr als eine Webseite – es ist ein Ort, an dem Tausende Beiträge rund um die Uhr abrufbar sind.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128816.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Jede Bibliothek braucht Menschen, die Regal f&uuml;llen, neue B&uuml;cher anschaffen und f&uuml;r Ordnung sorgen. Simon Kassen, Unit Lead ERF.de,&nbsp;gibt Einblick in den Alltag des Teams, das die Webseite erf.de pflegt und christliche Inhalte jederzeit im Internet bereitstellt.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Simon, du arbeitest den ganzen Tag am Computer. Wie viel Handwerker steckt trotzdem in dir?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Ich w&uuml;rde mich als Allrounder bezeichnen, der sich gerne an verschiedenen Dingen ausprobiert. Unser 80er-Jahre-Bungalow gibt mir eine lange Liste handwerklicher Aufgaben vor. Ich versuche mich auch gerne an Backrezepten oder tobe mich am Schlagzeug aus. Hin und wieder poliere ich den Lack unseres in die Jahre gekommenen Autos, weil es mich begeistert, dass es danach so sch&ouml;n gl&auml;nzt.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><figure class="image round erf-imagezoom right"><img alt="Simon Kassen, Unit Lead ERF.de (Foto: Ruth Schneider / ERF)" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128874.jpg" width="1120" /><figcaption>Simon Kassen, Unit Lead ERF.de (Foto: Ruth Schneider / ERF)</figcaption></figure><p><strong>ERF: Du bist Teamchef von </strong><a href="http://ERF.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>ERF.de</strong></a><strong> &ndash; dem Team, das sich um die Webseite des ERF k&uuml;mmert. Wie viel Handarbeit steckt darin?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Wenn Daten nur von einer Stelle zur anderen wandern m&uuml;ssen, arbeiten wir mit automatisierten Prozessen &ndash; zum Beispiel wenn sich jemand zu unseren Newslettern anmeldet.&nbsp;<br />
Geht es dagegen um Gestaltung oder die Auffindbarkeit unserer Inhalte, dann ist Kreativit&auml;t gefragt: sei es bei unseren Grafikern, die Bilder aussuchen und bearbeiten, oder bei unseren Programmierern, die f&uuml;r (fast) jeden Wunsch eine technische L&ouml;sung finden.</p><h2>Eine riesige Bibliothek</h2><p><strong>ERF: Warum ist es wichtig, dass es </strong><a href="http://erf.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>erf.de</strong></a><strong> gibt &ndash; und was ist die gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke der Webseite?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Die Webseite ist der zentrale Ort, an dem unsere Sendungen und Beitr&auml;ge gespeichert sind: zum Beispiel die Gespr&auml;chssendungen von ERF Plus, der Fernsehgottesdienst oder unsere Artikel &uuml;ber Glaubens- und Lebensfragen. Au&szlig;erdem gibt es Themenseiten, Workshops, Veranstaltungstipps und Reiseangebote mit christlichen Inhalten.&nbsp;</p><p>Man kann sich das Ganze wie eine riesige Bibliothek vorstellen, in der unz&auml;hlige spannende B&uuml;cher in den Regalen stehen. Aus diesen Regalen kann sich jeder Besucher von <a href="http://ERF.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ERF.de</a> bedienen.&nbsp;</p><p>Daneben versorgt die Webseite viele weitere Systeme mit Inhalten &ndash; unter anderem die Smartphone-Apps von ERF Plus und ERF Jess.</p><blockquote><p>Unser Hauptanliegen ist es, auf Jesus hinzuweisen und ermutigende Beitr&auml;ge rund um die Uhr im Internet verf&uuml;gbar zu machen.</p></blockquote><p><strong>ERF: Ihr seid mehr als ein Dutzend Leute im Team: Welche Aufgaben geh&ouml;ren zu eurem Bereich?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Tats&auml;chlich sind die Aufgaben in unserem Team sehr abwechslungsreich. Wir schreiben viele Texte, erstellen Themenseiten &ndash; zum Beispiel zum Thema &bdquo;Handgemacht" &ndash; und &uuml;berlegen uns, wie die n&auml;chste Ausgabe der ERF Antenne aussehen soll. Au&szlig;erdem werten wir Daten aus, programmieren Webseiten, begleiten hausweite Projekte oder k&uuml;mmern uns um die Anliegen unserer Leserschaft.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Welche Rolle hast du im Team am ehesten: Feuerwehrmann, Architekt, Bauleiter &ndash; oder etwas ganz anderes?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Am ehesten sehe ich meine Rolle als die eines Dirigenten. Er kann zwar nicht jedes Instrument spielen, hat aber eine Vorstellung davon, wie die gesamte Komposition am Ende klingen muss. Daf&uuml;r gibt er den Takt vor und sorgt daf&uuml;r, dass zum richtigen Zeitpunkt alles stimmig zusammenklingt. Lustigerweise habe ich unter anderem auch Musikwissenschaft studiert &ndash; vielleicht kommt mir das hier zugute.&nbsp;<br />
Ich sehe mich nicht als Chef, der alles besser wei&szlig;, sondern ich sch&auml;tze die Expertise meines Teams &ndash; gerade dann, wenn ich fachliche Entscheidungen treffen muss.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was w&uuml;rde im ERF fehlen, wenn es euer Team nicht geben w&uuml;rde &ndash; und was macht ihr, das sonst niemand im Haus macht?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Ohne uns w&auml;ren viele ermutigende Inhalte im Internet nicht zu finden, und das Medienmagazin ERF Antenne g&auml;be es auch nicht. Beides ist dem technischen und gestalterischen K&ouml;nnen unseres Teams zu verdanken.&nbsp;<br />
Dar&uuml;ber hinaus schreiben wir eigene Beitr&auml;ge zu Glaubens- und Lebensfragen und geben Impulse, wie das Leben mit all seinen Herausforderungen gelingen kann.&nbsp;</p><h2>Wenn&nbsp;sich Leben durch unsere Inhalte ver&auml;ndern</h2><p><strong>ERF: Woran merkt ihr, dass eure Arbeit etwas bewirkt? An Nutzerzahlen oder eher an pers&ouml;nlichen R&uuml;ckmeldungen?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Zahlen helfen uns zu verstehen, welche Inhalte relevant sind &ndash; aber wirklich bewegt uns der pers&ouml;nliche Kontakt. Wenn jemand schreibt, was sich in seinem Leben ver&auml;ndert hat, ist das der eigentliche Ma&szlig;stab. Eine Leserin brachte es k&uuml;rzlich folgenderma&szlig;en auf den Punkt:&nbsp;<br /><em>&bdquo;Danke f&uuml;r diesen Beitrag, der mich voll angesprochen hat! Diesen Impuls habe ich gebraucht, um endlich tiefgehende Pr&auml;gungen anzugehen, die ich schon lange mit mir rumschleppe!"</em>&nbsp;<br />
F&uuml;r solche R&uuml;ckmeldungen machen wir unsere Arbeit.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gab es Momente, in denen etwas ganz sch&ouml;n schief gegangen ist?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Kleinere Pannen geh&ouml;ren zum Alltag: ein Rechtschreibfehler hier, ein falscher Link dort. Manchmal sind Inhalte auf der Webseite nicht abrufbar, aber das l&auml;sst sich in der Regel schnell korrigieren. Folgenreicher war ein Fehler beim Versand der ERF Antenne &ndash; so etwas bringt den gesamten Produktionsablauf ins Stocken.&nbsp;<br />
Unsere Frage danach lautet weniger &bdquo;Wer war schuld?" als &bdquo;Was lernen wir daraus?" &ndash; und ein gesunder Humor &uuml;ber die eigenen Fehler schadet dabei nicht.</p><h2>KI hilft,&nbsp;aber Empathie bleibt Handarbeit</h2><p><strong>ERF: Welche Rolle spielt K&uuml;nstliche Intelligenz bei euch?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: KI-Programme unterst&uuml;tzen uns bei der Programmierung und bei wiederkehrenden Routineaufgaben &ndash; also &uuml;berall dort, wo Geschwindigkeit und Pr&auml;zision gefragt sind. Menschliche Kreativit&auml;t und Empathie &ndash; etwa im direkten Kontakt mit unserer Leserschaft &ndash; ersetzen sie aber nicht.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was ist f&uuml;r dich die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung, und wann war ein Tag als Teamchef ein guter Tag?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung ist f&uuml;r mich, das Tagesgesch&auml;ft und die strategische Weiterentwicklung gleichzeitig zu stemmen. Dabei sch&auml;tze ich am meisten, dass wir im Team stets f&uuml;reinander da sind und alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam machen wir Medien, damit Menschen Gott kennenlernen und er ihr Leben ver&auml;ndert.&nbsp;<br />
Wenn wir das erreichen, es meinem Team gutgeht und die Arbeit Spa&szlig; macht &ndash; dann war es ein guter Tag.&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17354324.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ist Fronleichnam?]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum nicht alle Christen das Fest mit dem seltsamen Namen feiern und es doch auf etwas Wichtiges hinweist.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1090270.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© bilderstoeckchen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Die Zeit nach Ostern und vor den gro&szlig;en Sommerferien ist durch drei christliche Feiertage gekennzeichnet. Zun&auml;chst ist da Himmelfahrt, dann Pfingsten und zuletzt Fronleichnam. W&auml;hrend viele Menschen mit den Festen Himmelfahrt und Pfingsten vielleicht noch etwas anfangen k&ouml;nnen, sieht es bei Fronleichnam schon anders aus.</p><p>Das kann auch daran liegen, dass der Tag in Deutschland ausschlie&szlig;lich ein Feiertag der katholischen Kirche ist und deshalb nur in den Bundesl&auml;ndern gesetzlicher Feiertag ist, in denen die Bev&ouml;lkerung mehrheitlich katholisch ist. Dazu geh&ouml;ren Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. In einigen Gemeinden in Sachsen und Th&uuml;ringen muss an Fronleichnam auch nicht gearbeitet werden.</p><p>Im Rest der Republik m&uuml;ssen die Leute auch am zweiten Donnerstag nach Pfingsten arbeiten &ndash; auf dieses Datum f&auml;llt Fronleichnam immer. Manche nutzen diese &bdquo;Zweiteilung&ldquo;, um am freien Tag in einem benachbarten Bundesland bequem einkaufen zu gehen.</p><h2><strong>Ein seltsamer Name</strong></h2><p>Auch der Name des Feiertags sorgt leicht f&uuml;r Verwirrung. Denn die Bezeichnung &bdquo;Fronleichnam&ldquo; hat weder etwas mit &bdquo;froh&ldquo; noch mit einem &bdquo;Leichnam&ldquo; zu tun, wie einige immer wieder denken. Der Name hat seinen Ursprung vor etwa 750 Jahren in den mittelhochdeutschen Worten &bdquo;Vrone Licham&ldquo;. Das bedeutet &bdquo;Leib des Herren&ldquo;.</p><blockquote><p>Im Mittelpunkt des Feiertages steht die reale Gegenwart Jesu im Abendmahl, das je nach konfessionellem Hintergrund auch Eucharistie oder Kommunion genannt wird.</p></blockquote><p>In anderen Sprachen erschlie&szlig;t sich durch die Bezeichnung des Feiertags &uuml;brigens leichter, worum es geht. So hei&szlig;t der Feiertag zum Beispiel im englischen Sprachraum &bdquo;Feast of Corpus Christi&ldquo;, was den lateinischen Ausdruck f&uuml;r K&ouml;rper (Corpus) verwendet.</p><p>Auch wenn Fronleichnam in Deutschland als Fest der r&ouml;misch-katholischen Kirche gilt, so wird es doch auch in der anglikanischen Kirche von England, in einigen orthodoxen und lutherischen Kirchen in Europa gefeiert.</p><h2><strong>Worum geht es bei Fronleichnam?</strong></h2><p>An Fronleichnam dreht sich alles ums Abendmahl &ndash; oder genauer gesagt um die Wandlung von Brot und Wein in Blut und Leib Jesu im Abendmahl. Nach katholischem Verst&auml;ndnis verwandeln sich in der Eucharistie Brot und Wein tats&auml;chlich in Leib und Blut Jesu. Nach evangelischem Verst&auml;ndnis sind Brot und Wein dagegen lediglich Symbole f&uuml;r den Leib und das Blut Jesu.</p><p>Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede zwischen lutherischen und reformierten Protestanten.</p><blockquote><p>So hat der Reformator Martin Luther Brot und Wein nicht blo&szlig; als reines Symbol gesehen, wollte der katholischen Lehre der tats&auml;chlichen Verwandlung aber auch nicht folgen.</p></blockquote><p>Der Fachbegriff f&uuml;r diese Verwandlung der Abendmahlselemente lautet Transsubstantiation. Deshalb spricht man hier auch von der Transsubstantiationslehre &ndash; einem wahren Wortunget&uuml;m. Diese Lehre besagt, dass Brot und Wein beim Abendmahl durch das Handeln eines ordinierten Geistlichen in ihrer Substanz tats&auml;chlich verwandelt werden, und zwar in Leib und Blut Christi. Trotz dieser Verwandlung bleiben Brot und Wein aber &auml;u&szlig;erlich unver&auml;ndert.</p><h2><strong>So unterschiedlich wird das Abendmahl gefeiert</strong></h2><p>Dieser Lehre wollten die protestantischen Reformatoren so nicht mehr folgen. Das hatte auch einen unterschiedlichen Umgang mit den Elementen des Abendmahls zur Folge. W&auml;hrend in einem evangelischen Gottesdienst Brot und Wein an alle ausgeteilt wird, die zum Abendmahl kommen, und das Austeilen auch durch Laien geschehen kann, ist die Regelung in der katholischen Kirche wesentlich reglementierter.</p><p>Hier ist es nur einem Priester gestattet, das Abendmahl auszuteilen. Gl&auml;ubige erhalten das Brot in Form einer d&uuml;nnen Oblate (Hostie genannt) und bekommen sie direkt in den Mund gelegt oder immer &ouml;fter in die H&auml;nde gelegt. Der Wein wird nur vom Priester getrunken, um zu verhindern, dass etwas vom Blut Christi versch&uuml;ttet geht. &Uuml;briggebliebene Hostien werden anschlie&szlig;end im Tabernakel im Altarraum verschlossen und der Wein im Kelch v&ouml;llig ausgetrunken. Danach wird der Kelch mit einem Tuch ausgewischt, das sp&auml;ter verbrannt wird.</p><h2><strong>Der Wein hat eine wichtige Bedeutung</strong></h2><p>Generell legt die katholische Kirche beim Abendmahl viel Wert auf W&uuml;rde und Ehrung der Heiligkeit Gottes. W&auml;hrend in evangelischen Kirchen auch Traubensaft als Symbol f&uuml;r das Blut Christi herhalten darf, ist das in der katholischen Kirche nicht vorgesehen.</p><p>Geregelt wird das in der Messweinverordnung. Die j&uuml;ngste stammt aus dem Jahr 2014. Darin steht auch, dass Wein in einer Qualit&auml;t zu verwenden sei, &bdquo;die der Heiligkeit dieses Sakramentes angemessen ist&ldquo;. Das bedeutet, dass der Wein ein Qualit&auml;tswein sein sollte.</p><p>Ausnahmen von der Weinregel gibt es nur, wenn der Priester mit dem Thema Alkohol schon ungute Erfahrungen gemacht hat. Die hohe Bedeutung des Weins f&uuml;r die Abendmahlsfeier f&uuml;hrte auch dazu, dass sich zum Beispiel Bist&uuml;mer und Kl&ouml;ster sehr fr&uuml;h dem Weinanbau widmeten.</p><h2><strong>In Ehren halten, was Jesus getan hat</strong></h2><p>Am Fronleichnamstag zelebrieren Katholiken die Bedeutung von Brot und Wein in Prozessionen. Dabei tr&auml;gt der Priester der Gemeinde eine schmuckvoll gestaltete und wertvolle Monstranz durch die Stra&szlig;en des Ortes. Ein Baldachin, den meist vier M&auml;nnern tragen, beschirmt ihn gegen Sonne und Regen. Auch ist es &uuml;blich, gro&szlig;e, kunstvolle Blumenteppiche zu gestalten, an einem oder mehreren Orten auf dem Prozessionsweg. Sie sollen der Freude &uuml;ber das Geschenk des Abendmahls Ausdruck verleihen.</p><p>Denn im Abendmahl erinnern sich alle Kirchen an das Opfer, das Jesus Christus zur Erl&ouml;sung aller Menschen am Kreuz gebracht hat. Und zwar ganz unabh&auml;ngig davon, ob sie der Transsubstantiationslehre folgen oder in Brot und Wein eher Symbole sehen. Sie befolgen vielmehr darin eine direkte Anweisung von Jesus, von der der Apostel Paulus schreibt in <a href="https://www.bibleserver.com/HFA/1.Korinther11%2C23-26" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 11,23-26</a>&nbsp;schreibt:</p><p><em>In der Nacht, in der unser Herr Jesus verraten wurde, nahm er ein Brot, dankte Gott daf&uuml;r, brach es in St&uuml;cke und sprach: &bdquo;Das ist mein Leib, der f&uuml;r euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich f&uuml;r euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!&ldquo; Ebenso nahm er nach dem Essen den Kelch mit Wein, reichte ihn seinen J&uuml;ngern und sprach: &bdquo;Dieser Kelch ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Sooft ihr aus diesem Kelch trinkt, denkt an mich und an das, was ich f&uuml;r euch getan habe!&ldquo; Denn jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verk&uuml;ndet ihr, was der Herr durch seinen Tod f&uuml;r uns getan hat, bis er kommt.</em></p><blockquote><p>Auch wenn ich nicht katholisch bin, so kann ich doch dem Fronleichnamstag einiges abgewinnen. Er erinnert mich an die tiefe und grunds&auml;tzliche Bedeutung des Abendmahls f&uuml;r Menschen, die Jesus nachfolgen.</p></blockquote><p>Die Art, wie der Tag begangen wird, zeigt mir, dass es wichtig ist, in Ehren zu halten, was Jesus f&uuml;r mich getan hat. Es ist eben keine Selbstverst&auml;ndlichkeit, sondern etwas sehr Besonderes. Und das erfordert eben auch besondere Symbole und Handlungen, damit es im Gew&ouml;hnlichen des Alltags nicht einfach untergeht.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17059236.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi]]></author>
      <pubDate>Thu, 04 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Kreativität ankurbeln]]></title>
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      <description><![CDATA[Manchmal lassen die guten Ideen auf sich warten. 4 Tipps, um deine Kreativität zu fördern.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1054710.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Annie Spratt /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Mehrere Farbt&ouml;pfchen stehen auf einem uralten Werktisch: Metallt&ouml;pfe mit warmer Terrakotta, grellem Gelb und tiefdunklem Blau. Querbeet verteilt liegen Pinsel herum: dicke, lange Borstenpinsel und feine, d&uuml;nne Haarpinsel.</p><p>W&uuml;rdest du dich als kreativ bezeichnen? Vielleicht kommt dir dann solch eine Szene oder der Kunstunterricht in der Schule in den Kopf. Je nachdem, welche Erfahrungen du gemacht haben magst, w&uuml;rdest du vielleicht den Kopf sch&uuml;tteln.</p><p>Nat&uuml;rlich gibt es besonders begabte, kreative Menschen. Menschen, die herausragende Werke schaffen, die ver&auml;ndern, wie Menschen f&uuml;hlen, denken oder leben.</p><blockquote class="noshare"><p>Doch Kreativit&auml;t beinhaltet viel mehr. Denn Kreativit&auml;t ist genauso im Alltag gefragt! Wir l&ouml;sen damit s&auml;mtliche Probleme oder probieren Neues aus.</p></blockquote><p>Durch Kreativit&auml;t reparieren wir kaputte Ger&auml;te, kreieren neue Rezepte und organisieren unseren oft sehr vollen Alltag.</p><h2>Du bist ein Werk Gottes und sein Ebenbild</h2><p>Jedes Werk spiegelt etwas von der Weisheit, Sch&ouml;nheit und Kreativit&auml;t des K&uuml;nstlers wider. Nehmen wir an, dass du ein Gesch&ouml;pf und Ebenbild Gottes bist (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose1%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 1,27</a>), dann bedeutet das, dass auch du eine sch&ouml;pferische Veranlagung hast. Die Frage, ob du kreativ bist, kannst du also mit &bdquo;Ja&ldquo; beantworten, auch wenn die Auspr&auml;gung und die Entwicklung dieser Gabe unterschiedlich stark sein mag.</p><p>Wer sich zu Jesus Christus bekennt und ihm glaubt, in dem hat Gott ein neues sch&ouml;pferisches Werk getan. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser2%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 2,10</a> beschreibt es so: <em>&bdquo;Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.&ldquo; </em></p><blockquote><p>Ein Christ muss sich nicht abm&uuml;hen, m&ouml;glichst viel zu leisten, sondern darf Gottes F&uuml;hrung folgen und dadurch seine Gaben f&uuml;r Gott einbringen.</p></blockquote><h2>Tipps, um deine Kreativit&auml;t anzukurbeln</h2><p>Weil Kreativit&auml;t nicht nur Spa&szlig; machen, sondern auch f&uuml;r dein Umfeld bereichernd sein kann, findest du hier einige Tipps, die deine Kreativit&auml;t f&ouml;rdern.</p><h3>1. Zuerst: Ruhe</h3><p>Reiz&uuml;berflutung und &uuml;berf&uuml;llte Kalender: Stress kann die Kreativit&auml;t hemmen. Da kreative Ideen Geschenke des Himmels sind, k&ouml;nnen sie insbesondere dann empfangen werden, wenn ich mich nicht daf&uuml;r anstrenge. Gerade dann, wenn ich Mu&szlig;e habe und mir keinen Druck mache, ist die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r einen kreativen Einfall h&ouml;her.</p><p>Wenn es dir an kreativen Ideen mangelt, kann es also sein, dass dein Kopf zu voll und dein K&ouml;rper ersch&ouml;pft ist. Dann ist erst einmal Ruhe und Erholung dran.</p><p>In der Sch&ouml;pfungsgeschichte wird erz&auml;hlt, dass Gott den Tag, nachdem er die Menschen erschuf, zu einem Ruhetag ernannte. Die Menschen konnten erst einmal sein und durch diese Ruhe die Kraft bekommen, selbst sch&ouml;pferisch t&auml;tig zu sein.</p><h3>2. Komm in Bewegung</h3><p>Studien belegen, dass Bewegung die Kreativit&auml;t f&ouml;rdert.<sup>1 </sup>Durch Bewegung wird Stress abgebaut und innere Prozesse in Gang gebracht. Also ab aufs Rad oder in die Joggingschuhe und los geht`s! Denn wenn wir uns k&ouml;rperlich bewegen, kommt auch unser Inneres st&auml;rker in Bewegung.</p><p>Hier kann schon ein einfacher Spaziergang in der Natur helfen. Die Bewegung an der frischen Luft vertreibt Gedanken, die deine Kreativit&auml;t bisher bewusst oder unterbewusst blockiert haben, und macht Platz f&uuml;r neue Ideen.</p><p>Drau&szlig;en in der Natur wurde schon so mancher inspiriert: Viele Erfinder haben die physikalischen Prinzipien und Eigenschaften der Sch&ouml;pfung studiert und diese dann auf ihre Ideen &uuml;bertragen. Man vergleiche nur die Form eines Flugzeuges mit der eines gleitenden Vogels.</p><p>Bei einem Gebetsspaziergang kannst du die Zeit mit Gott genie&szlig;en, &uuml;ber seine Kreativit&auml;t staunen und deine Gedanken mit ihm besprechen. Vielleicht bekommst du dann einen g&ouml;ttlichen Gedanken und du wirst durch Gottes Geist im wahrsten Sinne des Wortes inspiriert.</p><h3>3. Erlaube es dir, zu tr&auml;umen und grenze Ideen nicht sofort ein</h3><p>Manchmal hat man sie direkt: die eine bombastische Idee. In den meisten F&auml;llen ist es aber ein l&auml;ngerer kreativer Prozess, bis sich eine gute Idee heraussch&auml;lt. Besonders am Anfang dieses Prozesses gilt: Lass deine Ideen zu, auch wenn sie zun&auml;chst abwegig scheinen!</p><p>F&uuml;r viele kreative Prozesse bietet sich es sich an, in einem Team zusammenzuarbeiten und Ideen gemeinsam zu entwickeln. So kann eine Idee eines Teammitglieds einen anderen zu einer neuen Idee bringen. Auch beim Brainstorming in einem Team ist es wichtig, dass erste Gedanken nicht direkt hinterfragt oder kritisiert werden, denn das kann den Kreativprozess bereits in seinen Anf&auml;ngen ersticken. Nach dem ersten Brainstorming k&ouml;nnt ihr eure Ideen clustern und entscheiden, welche Ans&auml;tze ihr weiterverfolgen oder verwerfen wollt.</p><p>Im Optimalfall kommst du oder dein Team in den Kreativit&auml;ts-Flow. Das bedeutet, dass man sich in einem selbstvergessenen Zustand befindet, in dem die kreative Arbeit leicht von der Hand geht.</p><blockquote class="noshare"><p>In einem solchen Flow bist du und dein Team maximal konzentriert und ihr habt am meisten Freude, weil der Prozess sprichw&ouml;rtlich &bdquo;im Fluss&ldquo; ist.</p></blockquote><h3>4. Lass dich nicht entmutigen und nimm deine Art der Kreativit&auml;t an</h3><p>Du bist gut ausgeruht und hast dich ordentlich bewegt, aber die Ideen sprudeln noch nicht? Lass dich nicht entmutigen! Kreative Prozesse spielen sich selten linear ab. Auch wenn du schon lange keine gute Idee gehabt hast oder dein urspr&uuml;ngliches Werk missgl&uuml;ckt ist, kann jederzeit der Moment kommen, in dem dir eine neue Idee in den Sinn kommt.</p><p>Die besten Ideen kommen oft kurz vor dem Einschlafen oder Aufwachen. In diesem Modus ist dein Gehirn f&auml;hig, besonders kreativ zu sein. Vielleicht kennst du den Tipp, dir ein Notizbuch ans Bett zu legen, um Gedanken oder Tr&auml;ume schnell notieren zu k&ouml;nnen.</p><p>Manchmal geht der kreative Prozess nicht richtig vorw&auml;rts, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, doch es kann auch sein, dass Perfektionismus oder der Vergleich mit anderen dem im Wege steht. Soweit es in deiner Hand steht: Baue dir keinen unn&ouml;tigen Druck auf.</p><blockquote><p>Jeder Mensch ist einzigartig, also ist auch der Output jedes Menschen unterschiedlich. Dich zu vergleichen oder einen anderen Stil zu kopieren, bremst deine Kreativit&auml;t mehr aus, als dass es sie st&auml;rkt.</p></blockquote><p>Nat&uuml;rlich darfst du dich von anderen inspirieren lassen. Genau das braucht es oft, um eigene Ideen entstehen zu lassen. Du kannst sie zum Beispiel auf einem digitalen oder analogen Moodboard sammeln. Doch werte dein kreatives Werk nicht ab, weil es scheinbar bessere gibt.</p><p>Auch die Formen von Kreativit&auml;t k&ouml;nnen sehr unterschiedlich aussehen. Bevorzugst du handwerkliches Bauen oder anderes Handwerk wie N&auml;hen oder Stricken? Magst du das feine Zeichnen mit einem Bleistift oder hast du lieber eine Kamera in der Hand und du arbeitest gerne digital? Vielleicht m&ouml;chtest du auch etwas ganz Neues auszuprobieren.</p><h2>Los geht&rsquo;s!</h2><p>Jeder Mensch hat die F&auml;higkeit, kreativ zu sein. Damit dem Kreativsein nichts im Wege steht, kannst du f&uuml;r passende Rahmenbedingungen sorgen. Letztendlich kann der Prozess unvorhergesehen laufen, aber genau das ist das Spannende. Diese ersten vier Ideen helfen dir dabei, deine Kreativit&auml;t sprudeln zu lassen.</p><p>Also: Mach dich bereit f&uuml;r frische Ideen. &Uuml;berleg nicht zu lange und leg einfach los.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Elisa Meyer</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16780169.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Elisa Meyer]]></author>
      <pubDate>Tue, 02 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Kaffee zu Kunst wird]]></title>
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      <description><![CDATA[Ein kleiner Schluck Kaffee kann viel bewirken. Christina Lambertus hat ihn zum Malen entdeckt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030190.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Sarah Delanie</figcaption></figure><p>Kaffee ist vielf&auml;ltig. Da ist der Duft von frisch ger&ouml;steten Bohnen, fein vermahlen, bereit, in eine Tasse aromatischen Kaffee verwandelt zu werden, ein Muntermacher, der dem Gaumen schmeichelt und weltweit Anh&auml;nger hat. Dass Kaffee aber auch zur Augenweide werden kann, zeigt <strong>Christina Lambertus</strong>, wenn sie die Fl&uuml;ssigkeit mit feinen Pinseln auf Aquarellpapier &uuml;bertr&auml;gt und dabei sepiabraune Kunstwerke entstehen.</p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Christina Lambertus (Foto: privat)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030227.jpg" width="1120" /><figcaption>Kaffee-K&uuml;nstlerin Christina Lambertus (Foto: privat)</figcaption></figure><p>Die studierte Theologin,&nbsp;Jahrgang 1997,&nbsp;malt gef&uuml;hlt schon ihr ganzes Leben, teils klassisch mit Stiften, Pinsel, Farben, Kreiden, Wasser, Papier und vielem anderen, mittlerweile auch digital. Auf der Online-Plattform Pinterest hat sie irgendwann entdeckt, dass Kaffee nicht nur gut schmeckt: &bdquo;Das sah aus wie ausgesch&uuml;ttet, und aus dem Kaffeefleck wurde dann irgendwas gemalt. Ich fand das cool. Das habe ich dann mit meiner Nichte ausprobiert, und genau so ist das mit dem Kaffee entstanden.&ldquo;</p><h2>Kaffee in der Praxis &ndash; ein ganz besonderer Stoff</h2><p>Worauf sie beim Malen mit Kaffee achten muss und was das k&uuml;nstlerisch Besondere am beliebten Hei&szlig;getr&auml;nk ist, lernt Christina Lambertus im Lauf der Zeit kennen. &bdquo;Eine Herausforderung ist nat&uuml;rlich, dass man sich auf nur eine Farbe eingrenzt. Damit lassen sich nur Helligkeitskontraste erzeugen, keine Farbkontraste. Ansonsten ist es ganz &auml;hnlich wie bei Aquarellfarben: Nimmt man zum Beispiel mehr Wasser, gibt es flie&szlig;ende Effekte und so weiter.&ldquo;</p><figure class="erf-imagezoom image round left"><img alt="Malen mit Kaffee (Foto: privat)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030220.jpg" width="1120" /><figcaption>Malen mit Kaffee (Foto: privat)</figcaption></figure><p>&bdquo;Der Kaffee trocknet auch schneller am Pinsel, dann wird es klebriger&ldquo;, f&uuml;hrt die Malerin weiter aus. &bdquo;Man muss den perfekten Moment erwischen, damit es richtig hell oder dunkel wird. Ach, und ich benutze momentan immer Instantkaffee, l&ouml;slichen Pulverkaffee. Der w&uuml;rde zwar nicht supertoll schmecken. Aber damit bekomme ich bessere Kontraste hin.&ldquo;</p><p>Die Ausr&uuml;stung also &ndash; ein Schn&auml;ppchen! Anstatt teure Aquarellfarbe aus dem professionellen K&uuml;nstlerbedarf zu besorgen&nbsp;gen&uuml;gt ein Besuch im Supermarkt um die Ecke. Die Kosten fest im Griff, entzieht sich&nbsp;der Entstehungsprozess der Kaffeekunst jedoch oft der Kontrolle. Es ist ein immer neues&nbsp;Ausprobieren, wie sich die duftende Essenz auf dem Untergrund verh&auml;lt, welche Effekte sich erzielen lassen und ob das Ergebnis am Ende der Pr&uuml;fung durch die Malerin standh&auml;lt.</p><h2>Kunst ist ein scheuer Augenblick</h2><p>Christina Lambertus hat fr&uuml;h gelernt, sich immer wieder neu dem leeren Blatt zu stellen und&nbsp;sich&nbsp;dabei dem&nbsp;Reiz des Unbekannten auszusetzen: &bdquo;Im&nbsp;Kindergarten hat mich eine Erzieherin total ermutigt und mir viel Aufmerksamkeit gegeben. Da hatte ich noch mehr Bock auf Kunst und darauf, noch mehr zu malen. Sp&auml;ter im Kunstunterricht habe ich neue Techniken gelernt und habe viel abgemalt von anderen K&uuml;nstlern. Das mache ich bis heute, auch um besser nachvollziehen zu k&ouml;nnen: Wie haben die das gemacht?&ldquo;</p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Porträts in Kaffee (Foto: Sarah Delanie)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030230.jpg" width="1120" /><figcaption>Portr&auml;ts in Kaffee (Foto: Sarah Delanie)</figcaption></figure><p>Ist der Kaffee getrocknet, bleibt das Kunstwerk, wie es ist. &Auml;hnlich wie bei Stiften, &Ouml;lfarben und anderen Materialien. Eine Kunstform, die sich &ndash; einmal fertig gestellt &ndash; der Verg&auml;nglichkeit entzieht, anders als zum Beispiel Musik, die nur im Augenblick der Ausf&uuml;hrung existiert. Doch Christina Lambertus hat bereits mit anderen ungew&ouml;hnlichen Stoffen experimentiert, um zu sehen, wie diese sich in ihren H&auml;nden verhalten.</p><p>&bdquo;Mit Salz auf schwarzer Pappe oder mit dem Sand am Strand versuche ich, Menschen oder Gesichter zu formen. Da ist das Gef&uuml;hl an den Fingern ganz besonders. Du sp&uuml;rst das Material. Dazu kommt eine gewisse Verg&auml;nglichkeit. Am Ende lasse ich das Salz wieder von der Pappe rieseln und lasse die Figuren am Strand zur&uuml;ck. Im n&auml;chsten Moment sind sie vielleicht zertrampelt oder fortgesp&uuml;lt.&ldquo;</p><h2>&Uuml;ber das Staunen und die Langsamkeit</h2><p>Flie&szlig;ender Kaffee, rieselnde K&ouml;rner, staubig-trockene Kreide und viele andere Materialien und Techniken sind&nbsp;zu sehen im Instagram-Account von Christina Lambertus <a href="https://instagram.com/kaffeeundkreide?igshid=OGQ5ZDc2ODk2ZA==" target="_blank">&bdquo;Kaffee und Kreide&ldquo;</a>. Die K&uuml;nstlerin probiert gerne aus, ist Grenzg&auml;ngerin, und hat sich eine kindliche Unbefangenheit bewahrt.</p><p>Auch nach langj&auml;hriger Erfahrung entdeckt sie immer wieder Neues: &bdquo;Diese &uuml;berraschenden Effekte bringen mich zum Staunen. Obwohl ich selbst voll verantwortlich daf&uuml;r bin, was ich aufs Papier bringe, bin ich trotzdem &uuml;berrascht. Mich fasziniert der Entstehungsprozess &ndash; aber auch das Ergebnis. Ja, ich staune manchmal am Ende &uuml;ber meine eigenen Kunstwerke.&ldquo;</p><p>&bdquo;Kunst ist langsam&ldquo;, beschreibt Christina Lambertus einen weiteren Wesenszug ihrer Arbeit. &bdquo;Man muss sich Zeit nehmen zum Malen. Jemand schenkt seiner Frau zum Hochzeitstag ein Portrait, aber er macht nicht einfach nur ein Foto. Stattdessen gibt er ein Bild davon in Auftrag. Es ist f&uuml;r mich etwas sehr Besonderes, an diesem langsamen Entstehungsprozess des Geschenks beteiligt zu sein.&ldquo;</p><p>Wenn die K&uuml;nstlerin sich die Zeit nimmt und zum Pinsel, Stift oder in den Sand greift, dann verliert sie sich schon mal, vergisst zu essen, dann ger&auml;t ihr die Zeit aus dem Blick. &bdquo;Aber ich merke, dass es mich in meiner Pers&ouml;nlichkeit total voranbringt und dass es mir guttut &ndash; wie wenig anderes. Auch, nachdem ich gemalt habe. Es hat einfach einen positiven Effekt auf mich.&ldquo; So &ouml;ffnet sich die junge Frau dem kreativen Prozess&nbsp;und l&auml;sst die Leere der Gedanken zu. Unbemerkt entsteht &uuml;ber Stunden eine visuelle Botschaft, die den Raum erf&uuml;llt wie Kaffeeduft die R&ouml;sterei.</p><h2>Kaffeebecher, die &uuml;berflie&szlig;en</h2><p>Es mag ziellos und frei erscheinen, wenn Christina Lambertus &uuml;ber den Prozess des Malens spricht. Es ist ein kreatives Schaffen aus sich selbst heraus. Doch sie verbindet damit viele gute Absichten f&uuml;r die Betrachter ihrer Werke. &bdquo;Ich hoffe, dass meine Kunst &uuml;ber sich hinausweist, dass Menschen zum Beispiel anfangen, &uuml;ber die Sch&ouml;nheit der Sch&ouml;pfung zu staunen, dass ihre Vorstellungskraft angeregt wird und Emotionen ausgel&ouml;st werden, wie das nur durch Kunstformen wie Musik oder Malerei geschieht. Ich m&ouml;chte Leute inspirieren und will, dass sie anfangen weiterzudenken.&ldquo;</p><p>Wie bei einer Reihe von Bildern, die sie &bdquo;Overflowing Cups&ldquo; nennt, &uuml;berflie&szlig;ende Becher, inspiriert von <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23</a>. &bdquo;Da hab ich mit Kaffee gearbeitet, mit den runden Abdr&uuml;cken von Tassen. In diese Kreise hinein habe ich Dinge gemalt, die von Genuss handeln. Dinge, die ein Segen sind und f&uuml;r die ich dankbar bin. So wie der Kaffee selbst, der ja auch ein Genuss ist und mit dem ich male. So spiegelt sich das Genie&szlig;en in dem Werk doppelt wider. Ich will zur Dankbarkeit anregen.&ldquo;</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p>&nbsp;</p><h2>Was H&auml;nde &uuml;ber Menschen verraten</h2><p>In eine Gro&szlig;familie hineingeboren, wuchs Christina Lambertus als j&uuml;ngstes von neun&nbsp;Geschwistern auf. Von Kindesbeinen an war sie umgeben von Menschen, die sie beeinflusst und gepr&auml;gt haben. Das Zusammensein und aufeinander Achten bot ausreichend Gelegenheit, sich in die Augen zu schauen, das Gegen&uuml;ber zu sehen, zu beobachten &ndash; und zu studieren.</p><p>Eine weitere Folge von Bildern der Kaffee-Malerin dreht sich um H&auml;nde: &bdquo;Oft kann man H&auml;nden ansehen, was f&uuml;r ein Mensch das ist. Sie zeigen das Alter, oder ob jemand viel gearbeitet hat, solche Dinge. Bei den Werken, die ich interpretiert habe, geht es auch um wichtige Handlungen. Denn H&auml;nde stehen ja auch f&uuml;r Taten.&ldquo; So hat Lambertus mehrere Kaffee-Studien angefertigt, teils nur Ausschnitte von Werken alter Meister, die Aspekte des christlichen Glaubens spiegeln.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p><br />
&bdquo;Bei dem Ausschnitt aus der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo geht es um die Beziehung zwischen Gott und Mensch, die Erschaffung Adams, der Mensch als Gesch&ouml;pf und Gott als Sch&ouml;pfer. Dann die Fu&szlig;waschung nach Ford Madox Brown. Sie steht im direkten Kontrast dazu. Gott ist hier ein Diener, der sich klein macht und F&uuml;&szlig;e w&auml;scht. Wir sind aufgefordert, es ihm gleich zu tun, anderen zu dienen. Und die betenden H&auml;nde von D&uuml;rer. Sie stehen f&uuml;r das Gespr&auml;ch mit Gott, die Verbindung zu Gott, die wir brauchen. Sie zeigen die Antwort des Menschen auf das Handeln Gottes aus den anderen Bildern.&ldquo;</p><h2>Kunst macht etwas mit mir</h2><p>Benutzt der Sch&ouml;pfergott Kaffee, um eine Malerin zu inspirieren, oder andere Menschen durch ihre Kunst zu ber&uuml;hren? &Uuml;ber die Frage hat sie selbst auch schon nachgedacht: &bdquo;Inwiefern sp&uuml;re ich selbst Gott oder erlebe ich direkt Gott? Ich denke, beim Malen ist es f&uuml;r mich unterschwelliger als zum Beispiel beim Beten oder Bibellesen. Aber Kunst macht etwas mit mir. Es ist etwas, das Gott in mich hineingelegt hat und was ihn total freut. Und das spiegelt etwas wider von seinem Charakter und seinem Wesen, Menschen zu dienen.&ldquo;</p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Ein Arbeitsplatz, der nach Kaffee duftet (Foto: Sarah Delanie)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030231.jpg" width="1120" /><figcaption>Ein Arbeitsplatz, der nach Kaffee duftet (Foto: Sarah Delanie)</figcaption></figure><p>Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, kommt es vor, dass das Kunstwerk ganz neue Impulse freisetzt. Anders vielleicht, als der Malerin bislang bewusst war. Ist das Bild gelungen, spricht es den Betrachter auf verschiedenen Ebenen an. &bdquo;Wenn ich mir ein Kunstwerk von anderen anschaue oder auch etwas von mir, komme ich noch mal viel bewusster ins Nachdenken dar&uuml;ber, mehr als vorher beim Malen selbst. Am Ende denke ich zum Beispiel, krass, ich sehe auf diesem Bild eine Geborgenheit, und das sagt mir etwas dar&uuml;ber, wie Gott sich k&uuml;mmert und wie er liebt.&ldquo;</p><p>Durch Kunst dem Raum geben, wie Gott ist und was er sagen will. Dabei eine Atmosph&auml;re schaffen, die sinnlich und ansprechend zugleich ist. Mit Kaffeeduft gelingt das noch besser. Ob mit einer Tasse frischem Kaffee in der Hand oder mit duftender Kaffeekunst f&uuml;rs Auge. Wenn Christina Lambertus abtaucht und immer wieder den Pinsel in die schwarzbraune Fl&uuml;ssigkeit stippt, genie&szlig;t sie doppelt: &bdquo;Das ist schon cool beim Malen mit Kaffee, das riecht einfach gut.&ldquo;<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Kai Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16494203.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Kai Rinsland]]></author>
      <pubDate>Sun, 31 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein roter Teppich hinter Gittern]]></title>
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      <description><![CDATA[In einem albanischen Gefängnis erfahren Frauen bei einem Nähkurs von Gottes Liebe. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129472.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Samuel Yongbo Kwon /&nbsp;Unsplash</figcaption></figure><p>Hanna* schaut neugierig durch den Vorhang, w&auml;hrend sie ihr Kleid nochmal zurecht zupft. Vor ihr erstreckt sich ein roter Teppich. Die Musik setzt ein, ihr Herz klopft schneller und ihr L&auml;cheln wird breiter. Heute darf sie ihre eigene Kreation vor einem Publikum vorstellen. Bei strahlendem Sonnenschein schreitet sie mit ihren Absatzschuhen den Teppich entlang. Im Hof sitzen Frauen und klatschen, als sie stolz ihren selbstgen&auml;hten Look pr&auml;sentiert.</p><p>F&uuml;r einen Moment f&uuml;hlt es sich wie ein gro&szlig;er Modemoment an. Doch in einem kurzen Augenblick schweift Hannas Blick &uuml;ber die hohen Mauern und vergitterten Fenster. Sie befindet sich auf dem roten Teppich, mitten im Gef&auml;ngnis.</p><p>Die Modenschau markiert den Abschluss eines N&auml;hkurses f&uuml;r sieben Frauen in einem Frauengef&auml;ngnis in Albanien. &Uuml;ber Wochen haben sie mit Nadel und Faden gearbeitet und ihre eigenen Kleider gestaltet. Dabei geht es weit mehr als um Mode. Hinter dem Projekt steht unser Partner TWR Albanien, der den Kurs ins Leben gerufen hat.</p><h3>Handwerk trifft Botschaft</h3><p>&Uuml;ber das Ereignis berichtet Ledi, Leiterin von TWR Albanien:</p><blockquote><p>In ihren Gesichtern spiegelte sich die Freude &uuml;ber ihren Erfolg wider. Die anderen Insassinnen jubelten ihnen zu und gratulierten ihnen zu ihrer Arbeit. Das ist noch nicht alles. Denn das Wichtigste ist, dass sie von Jesus und seiner Liebe zu ihnen geh&ouml;rt haben.</p></blockquote><p>Mit der <a href="https://www.erf.de/unterstuetzen/erf-global-hope/projekte/wertvoll-und-geliebt/53466-96" target="_blank">Radiosendung &bdquo;Women of Hope&ldquo;</a> m&ouml;chte das TWR Team Frauen ihren Wert und ihre Identit&auml;t in Jesus zeigen. Arta ist Produzentin der &bdquo;Women of Hope&ldquo; Sendungen. Doch ihre Arbeit beschr&auml;nkt sich nicht auf das Studio. Sie liebt das N&auml;hen und m&ouml;chte diese Kunst teilen.</p><p>Regelm&auml;&szlig;ig f&auml;hrt sie ins Gef&auml;ngnis, um die Frauen pers&ouml;nlich zu treffen. Es liegt ihr am Herzen, dass jede Frau erf&auml;hrt, wie wertvoll sie in Gottes Augen ist. Die praktische Arbeit am Stoff verbindet sie dabei bewusst mit kurzen Impulsen aus der Bibel.</p><p>In dieser intensiven Zeit w&auml;chst ihr Vertrauen zueinander. Schritt f&uuml;r Schritt &ouml;ffnen die Frauen ihr Herz und teilen Arta mit, was sie bewegt. Zum Abschluss des N&auml;hkurses erh&auml;lt jede feierlich eine Urkunde.</p><p>&nbsp;</p><p><img alt="" src="https://www.erf.de/Nähkurs Absolvierung TWR Albanien" /><img alt="" height="357" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129466.jpg" width="575" /></p><h3>&nbsp;</h3><h3>Begleitung, die neue Perspektive schenkt</h3><p>Das Engagement des TWR Teams endet nicht hinter Gef&auml;ngnismauern. Sie besuchen auch Schutzsuchende in Frauenh&auml;usern, die vor ihren gewaltt&auml;tigen Partnern geflohen sind. Jede von ihnen bringt ihre eigene Geschichte mit. Ledi und ihr Team h&ouml;ren zu, ermutigen und begleiten sie.</p><p>Dabei erleben sie gemeinsam, wie die traumatisierten Frauen Vertrauen fassen und Heilung im Herzen zulassen. Manche wagen den Schritt, sich f&uuml;r Jesus zu entscheiden. Jeder Moment mit den Frauen best&auml;tigt dem Team aufs Neue: Gott liebt jede bedingungslos, egal unter welchen Umst&auml;nden.</p><h3>Schenken Sie Hoffnung f&uuml;r Albanien</h3><p>Die Arbeit im Gef&auml;ngnis und die Begegnungen mit Frauen in Not inspirieren Ledi and Arta bei der Produktion ihrer &ldquo;Women of Hope Programme&rdquo;, die sie &uuml;ber soziale Medienkan&auml;le im ganzen Land verbreiten.</p><p>Der ERF unterst&uuml;tzt diese wichtige Arbeit seines albanischen TWR Partners seit vielen Jahren. Mit <a href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=6115&amp;restrict=1" target="_blank">Ihrer Spende</a> erm&ouml;glichen Sie, dass albanische Frauen ein Leben mit Jesus wagen und neue Wege f&uuml;r eine gute Zukunft entdecken.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17339194.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Fri, 29 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ist christlicher Zionismus?]]></title>
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      <description><![CDATA[Ein Überblick über die Geschichte und die biblische Grundlage des christlichen Zionismus.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128262.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Levi Meir Clancy /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Der Begriff &bdquo;Zionismus&ldquo; wird im &ouml;ffentlichen Diskurs zunehmend verzerrt und vergiftet. Antisemiten verwenden den Begriff &bdquo;Zionist&ldquo; l&auml;ngst als Tarnbegriff f&uuml;r &bdquo;Jude&ldquo;, oft verbunden mit entmenschlichenden Vergleichen oder Gewaltaufrufen.</p><p>Linke Intellektuelle deuten den Zionismus zum westlichen Kolonialprojekt um, um den j&uuml;dischen Staat grunds&auml;tzlich zu delegitimieren. Rechte Meinungsmacher, insbesondere in den USA, diffamieren Zionismus als Einflussnahme auf die US-Au&szlig;enpolitik. Dabei polemisieren sie zunehmend gegen Christen, die den j&uuml;dischen Staat unterst&uuml;tzen, und werfen ihnen vor, biblische Texte f&uuml;r politische Zwecke zu verbiegen.</p><p>Grund genug zu fragen: Was bedeutet Zionismus eigentlich? Und warum bezeichnen sich auch viele Christen als Zionisten?</p><h2>Definition und Grundlage des Zionismus</h2><p>Zionismus bezeichnet schlicht die Anerkennung des Rechts der Juden, selbstbestimmt und in Sicherheit in ihrem eigenen Staat zu leben &ndash; in ihrem Heimatland Israel, dem &bdquo;Land Zion&ldquo;. Dieses Recht ist historisch, moralisch, v&ouml;lkerrechtlich und biblisch verankert. Als Zionisten bezeichnet man entsprechend alle, die dieses Recht anerkennen.</p><h3>Der historische Anspruch der Juden auf das Land Israel</h3><p>Historisch gesehen ist das Land Israel seit mehr als 3&nbsp;000 Jahren das politische, religi&ouml;se und kulturelle Zentrum des j&uuml;dischen Volkes. Die j&uuml;dische Pr&auml;senz im Land war &ndash; wenn auch zu manchen Zeiten stark verringert &ndash; nie unterbrochen. Im Gegensatz zu anderen V&ouml;lkern, die im Laufe der Jahrhunderte das Land eroberten und beherrschten, ist die tiefe kulturelle und religi&ouml;se Verbundenheit der Juden zum Land Israel unbestreitbar.</p><h3>Das moralische Argument f&uuml;r einen j&uuml;dischen Staat</h3><p>Das moralische Argument gr&uuml;ndet auf der jahrhundertelangen Diskriminierung und Verfolgung von Juden &ndash; und zwar nicht nur im christlichen Europa, sondern auch im muslimischen Nahen Osten. Insbesondere der Holocaust unterstreicht die Notwendigkeit eines j&uuml;dischen Staates, in dem Juden Zuflucht finden und aus dem heraus sie sich selbst verteidigen k&ouml;nnen, statt allein vom Wohlwollen anderer abh&auml;ngig zu sein.</p><h3>Die v&ouml;lkerrechtliche Grundlage des Staates Israel</h3><p>V&ouml;lkerrechtlich wurde der Anspruch der Juden auf das Land Israel im 20. Jahrhundert verankert. Die Balfour-Erkl&auml;rung von 1917 beinhaltete die Absicht der britischen Regierung, einen j&uuml;dischen Staat im Mandatsgebiet Pal&auml;stina zu errichten. Diese Absichtserkl&auml;rung wurde 1920 bei der Konferenz von San Remo in verbindliches V&ouml;lkerrecht &uuml;berf&uuml;hrt.</p><p>Der V&ouml;lkerbund, die Vorl&auml;uferorganisation der Vereinten Nationen, best&auml;tigte dies 1922 im Britischen Mandat f&uuml;r Pal&auml;stina. Die UN-Teilungsresolution 181 von 1947 und die international anerkannte Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung Israels von 1948 bilden den Abschluss der v&ouml;lkerrechtlichen Grundlage.</p><h3>Christliche Zionisten berufen sich auf die Bibel</h3><p>Christliche Zionisten sind Christen verschiedener Denominationen und Nationalit&auml;ten, die das Recht des j&uuml;dischen Volkes auf einen eigenen Staat im Land Israel anerkennen. Sie bekr&auml;ftigen die historische, moralische und v&ouml;lkerrechtliche Legitimation des j&uuml;dischen Staats, begr&uuml;nden ihre Unterst&uuml;tzung Israels aber in erster Linie anhand der Bibel.</p><p>Denn laut Bibel hat Gott das Land Israel Abraham, Isaak und Jakob als ewigen Besitz zugesagt. Christliche Zionisten sind davon &uuml;berzeugt: Die Juden sind auch heute noch Gottes Volk und diese Verhei&szlig;ung Gottes ist weiterhin g&uuml;ltig.</p><h2>Wann entstand der christliche Zionismus?</h2><p>Christlicher Zionismus ist keine organisierte Bewegung. Christen, die per Definition zwar Zionisten sind, bezeichnen sich nicht notwendigerweise als solche. Der Begriff &bdquo;christlicher Zionismus&ldquo; geht wahrscheinlich auf Theodor Herzl (1860-1904) zur&uuml;ck, den Vater des modernen, politischen Zionismus. Christliche Unterst&uuml;tzer seiner Bewegung bezeichnete er schlicht als &bdquo;christliche Zionisten&ldquo;. Die Weichen dieser Unterst&uuml;tzung wurden jedoch bereits Jahrhunderte zuvor gelegt.</p><p>Als die Bibel im 16. Jahrhundert in zeitgen&ouml;ssische Sprachen &uuml;bersetzt wurde, setzte eine breite Wiederentdeckung biblischer Wahrheiten ein, allen voran die Erkenntnis, dass allein die Heilige Schrift Grundlage des Glaubens ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Viele Christen, die die Bibel lasen, stie&szlig;en nun auf Gottes Verhei&szlig;ungen an das j&uuml;dische Volk und erkannten: Gott hatte Israel, entgegen der Lehre der Kirche, nicht verworfen.</p></blockquote><p>Puritanische Denker wie Thomas Brightman und Henry Finch schlussfolgerten bereits im 17. Jahrhundert, dass eine k&uuml;nftige R&uuml;ckkehr des j&uuml;dischen Volks ins verhei&szlig;ene Land zu erwarten sei. Im 19. Jahrhundert wuchs unter evangelikalen Christen in Gro&szlig;britannien und im deutschsprachigen Raum die &Uuml;berzeugung, dass diese R&uuml;ckkehr kurz bevorstand und Christen dazu beitragen sollten, sie vorzubereiten.</p><p>Im damals von den Osmanen beherrschten Land Israel er&ouml;ffneten sie Schulen und Krankenh&auml;user, gr&uuml;ndeten moderne landwirtschaftliche Betriebe. Dies geschah Jahrzehnte, bevor Theodor Herzl 1897 die politische zionistische Bewegung ins Leben rief.</p><h2>Die biblische Grundlage: Gottes Bund mit Abraham</h2><p>F&uuml;r christliche Unterst&uuml;tzer Israels wichtige Schl&uuml;sseltexte stehen in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 12&ndash;17</a>. Mehrmals wird hier Gottes Bund mit Abraham und die damit verbundene Verhei&szlig;ung des Landes Kanaan beschrieben &ndash; als ewiges Erbe f&uuml;r Abraham und seine Nachkommen.</p><p>Die Art und Weise, wie Gott hier seinen Bund mit Abraham schlie&szlig;t, sind ebenso bedeutsam wie sein Inhalt. Nach altorientalischer Praxis teilt Abraham Tiere in zwei H&auml;lften und legt die St&uuml;cke einander gegen&uuml;ber. &Uuml;blicherweise schritten B&uuml;ndnispartner inmitten der get&ouml;teten Tiere hindurch &ndash; als symbolische Selbstverfluchung: &bdquo;Wenn ich diesen Bund breche, soll es mir so ergehen wie diesen Tieren.&ldquo;</p><p>Doch in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose15" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 15</a> geschieht etwas Ungew&ouml;hnliches: Abraham schl&auml;ft und nur Gott selbst f&auml;hrt in der Erscheinung von Rauch und Feuer durch die St&uuml;cke hindurch. Abraham geht nicht hindurch.</p><blockquote><p>Somit schlie&szlig;t Gott mit Abraham einen unilateralen, einen einseitigen Bund, in dem allein Gott sich verpflichtet, diesen zu halten.&nbsp;</p></blockquote><p>Die fortbestehende Wirksamkeit des Bundes und der Landverhei&szlig;ung bekr&auml;ftigt Gott sp&auml;ter ausdr&uuml;cklich gegen&uuml;ber Isaak (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose26%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 26,3</a>) und Jakob (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose28%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 28,13</a>). Damit wird deutlich, wer die Erben dieser Verhei&szlig;ung sind, und wer nicht. Sie gilt nicht Ismael, nicht den S&ouml;hnen von Abrahams Nebenfrauen, nicht Esau. Sie gilt allein Jakob, dem Gott den Namen Israel gibt, und seinen zw&ouml;lf S&ouml;hnen, den St&auml;mmen Israels.</p><h2>Gottes ewig g&uuml;ltiger Bund mit Israel</h2><p>Die ewige G&uuml;ltigkeit dieses Bundes zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die mehrheitlich nichtj&uuml;dische Gemeinde in Rom folgende Worte &uuml;ber das j&uuml;dische Volk:<em> &bdquo;Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der V&auml;ter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/R%C3%B6mer11%2C28-29" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer 11,28-29</a>).</p><p>Damit bekr&auml;ftigt Paulus, dass Israels Erw&auml;hlung und Gottes Bundesschluss mit Abraham auch dann ihre G&uuml;ltigkeit behalten, selbst wenn Israel seinen Messias noch nicht angenommen hat. Und in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Galater3%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 3,17</a> betont er ausdr&uuml;cklich, dass das sp&auml;ter hinzugef&uuml;gte mosaische Gesetz die Verhei&szlig;ungen an Abraham weder aufgehoben noch ver&auml;ndert hat.</p><p>Auch nach Inkrafttreten des neuen Bundes, der durch Jesus allen Menschen eine pers&ouml;nliche Beziehung zu Gott erm&ouml;glicht, bleibt der Abrahams-Bund g&uuml;ltig. Dies wird bereits in der Ank&uuml;ndigung des neuen Bundes im Alten Testament deutlich, als Gott sagt, dass er Israel niemals verwerfen wird (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia31%2C31-37" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 31,31-37</a>).</p><p>W&auml;hrend allerdings die Erw&auml;hlung der Juden als Gottes Volk und die Verhei&szlig;ung des Landes Kanaan als ihr Erbe bedingungslos sind, ist das Recht, im verhei&szlig;enen Land zu wohnen, an eine Bedingung gekn&uuml;pft: das Befolgen der Gebote Gottes (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/3.Mose26" class="bibleserver extern" target="_blank">3. Mose 26</a>).</p><h2>Israels Exil und R&uuml;ckkehr</h2><p>Einige Jahrhunderte nach Abraham sieht Mose voraus, was kommen wird. In seinen Abschiedsreden ermahnt er das Volk, Gott treu zu bleiben. Zugleich prophezeit er ihr Scheitern: Sie w&uuml;rden sich von Gott abwenden, aus dem Land vertrieben und unter die Nationen zerstreut werden. Doch dabei l&auml;sst Mose es nicht bewenden. Er k&uuml;ndigt auch Gottes k&uuml;nftiges Erbarmen sowie die R&uuml;ckkehr ins Heilige Land und die geistliche Umkehr des Volkes zu seinem Gott an (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/5.Mose30%2C4-6" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 30,4&ndash;6</a>).</p><p>Rund 700 Jahre sp&auml;ter wurde das j&uuml;dische Volk ins babylonische Exil gef&uuml;hrt. Zur Zeit der Perserk&ouml;nige kehrten unter Serubbabel, Esra und Nehemia einige Familien nach Jerusalem zur&uuml;ck, doch die Mehrzahl der Juden blieb in Babylon. Eine vollst&auml;ndige Heimkehr erfolgte nicht.</p><p>Der Prophet Jesaja blickt &uuml;ber dieses erste Exil hinaus. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja11" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 11</a> spricht davon, dass Gott sein Volk ein zweites Mal loskaufen und die Zerstreuten <em>&bdquo;von den vier Enden der Erde&ldquo;</em> sammeln werde. Diese Formulierung deutet bereits eine zweite, weitaus umfassendere Zerstreuung an, als sie das babylonische Exil darstellte. Sie tritt ein, als die R&ouml;mer im Jahr 70 n. Chr. den j&uuml;dischen Aufstand niederschlagen und den Zweiten Tempel zerst&ouml;ren. Was folgt, ist eine Zerstreuung der Juden in alle Himmelsrichtungen, &uuml;ber Jahrhunderte hinweg.</p><p>Die zweite R&uuml;ckkehr, von der Jesaja spricht, setzte Ende des 19. Jahrhunderts ein und dauert bis heute an. Und sie geschieht tats&auml;chlich von den Enden der Erde aus: Bereits aus mehr als 100 L&auml;ndern sind Juden in das Land ihrer V&auml;ter zur&uuml;ckkehrt.</p><blockquote class="noshare"><p>In dieser R&uuml;ckkehr und im Wiederentstehen des j&uuml;dischen Staates sehen viele die Erf&uuml;llung dessen, was die Bibel vor &uuml;ber 2&nbsp;700 Jahren ank&uuml;ndigte.</p></blockquote><h2>Ein s&auml;kularer Judenstaat: Widerspruch zur biblischen Verhei&szlig;ung oder ihre Erf&uuml;llung?</h2><p>Christen, die eine biblisch begr&uuml;ndete Unterst&uuml;tzung Israels ablehnen, verweisen oft darauf, dass der heutige Staat Israel ein s&auml;kularer Staat sei. Tats&auml;chlich entspricht nicht alles, was Israel tut oder was in Israel geschieht, biblischen Ma&szlig;st&auml;ben. Das wirft f&uuml;r einige Christen die Frage auf, inwiefern dieser Staat wirklich Teil von Gottes Plan ist.</p><p>Doch gerade diese Tatsache erf&uuml;llt eine weitere zentrale Prophezeiung. Der Prophet Hesekiel beschreibt in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Hesekiel36" class="bibleserver extern" target="_blank">Hesekiel 36</a> eine klare Abfolge: Zuerst sammelt Gott sein Volk aus allen L&auml;ndern und bringt es in sein Heimatland zur&uuml;ck. Dies tut er nicht, weil Israel es verdient h&auml;tte, sondern damit die Nationen erkennen, dass er der wahre Gott ist. Erst nach der R&uuml;ckkehr reinigt er laut Prophezeiung Israel von seiner Unreinheit und veranlasst es, seinen Willen zu tun.</p><p>Der Prophet Sacharja f&uuml;gt dem noch hinzu, dass die geistliche Erneuerung im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu geschehen wird (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Sacharja12" class="bibleserver extern" target="_blank">Sacharja 12-14</a>).</p><blockquote><p>Die Wiederentstehung Israels als s&auml;kularer, unvollkommener Staat steht also nicht im Widerspruch zur Bibel &ndash; im Gegenteil: Gott bringt sein Volk zun&auml;chst heim, so wie es jetzt ist. Die Verwandlung seiner Herzen ist das, was noch folgen wird.</p></blockquote><h2>Was die R&uuml;ckkehr Israels uns Christen sagt</h2><p>Die R&uuml;ckkehr der Juden in das Land Israel und das Wiedererscheinen dieser uralten Nation auf der Weltb&uuml;hne ist in der Menschheitsgeschichte einzigartig. Viele Christen f&uuml;hlen sich dadurch ermutigt. Zum einen, weil es ein Beweis daf&uuml;r ist, dass die Worte der Bibel wahr, zuverl&auml;ssig und heute noch relevant sind.</p><p>Zum anderen unterstreicht es, dass Gott treu bleibt, auch dann, wenn wir Menschen untreu werden. Das Versprechen, das er den Juden vor Jahrtausenden gab, hat er weder vergessen noch f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt. Er h&auml;lt heute noch daran fest und bringt sein Volk aus aller Welt zur&uuml;ck, ganz gleich, in welchem geistlichen Zustand sie sich befinden. Dieser Gott wird auch die Zusagen halten, die er denen gegeben hat, die ihm nachfolgen. Er, der Israel nicht vergessen hat, vergisst auch uns &ndash; seine Nachfolger &ndash; nicht.</p><h2>Was christlicher Zionismus ist und was nicht</h2><h3>Am Wirken Gottes teilhaben</h3><p>Christlicher Zionismus bedeutet nicht eine R&uuml;ckkehr zum mosaischen Gesetz. Die Erw&auml;hlung Israels und die damit verbundenen Verhei&szlig;ungen gr&uuml;nden auf Gottes Bund mit Abraham und nicht auf dem sp&auml;teren Bundesschluss am Berg Sinai.</p><p>Auch wenn Christen im modernen Staat Israel die Erf&uuml;llung biblischer Prophezeiungen sehen, bedeutet dies nicht, dass sie endzeitliche Ereignisse herbeif&uuml;hren oder die Wiederkunft Jesu beschleunigen wollen &ndash; ein Vorwurf, den Kritiker immer wieder erheben.</p><blockquote class="noshare"><p>Es geht ihnen nicht darum, irgendwelche Stationen auf einem endzeitlichen Fahrplan abzuhaken, sondern darum, am Plan und am Wirken Gottes teilzuhaben.</p></blockquote><p>Christen erkennen die einzigartige Rolle des j&uuml;dischen Volkes an, das der Welt die Bibel und den Messias Jesus gegeben hat (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/R%C3%B6mer15%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer 15,27</a>). Zugleich wissen sie um die eigene Geschichte: Zu lange hat die Kirche dem j&uuml;dischen Volk nicht Segen, sondern Verfolgung gebracht. Aufgrund dieses dunklen Erbes sehen sich viele Christen dazu verpflichtet, heute bewusst anders zu handeln und andere dazu zu motivieren, ihrem Beispiel zu folgen.</p><h3>Weder unkritische Parteinahme noch doppelte Ma&szlig;st&auml;be</h3><p>Christlicher Zionismus ist in diesem Kontext keine unkritische Parteinahme. Er bedeutet nicht, alles gutzuhei&szlig;en, was in der israelischen Gesellschaft oder Politik geschieht. Wer Israel kennt, wei&szlig;, wie tief die Meinungsverschiedenheiten selbst unter Israelis reichen. Entsprechend k&ouml;nnen auch christliche Zionisten in vielen Fragen differenzierte und unterschiedliche Positionen vertreten. Dies gilt auch in Bezug auf den sehr komplexen Konflikt zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern.</p><p>Dennoch nennen sie es beim Namen, wenn Kritik an Israel &uuml;berm&auml;&szlig;ig, unberechtigt oder von zweierlei Ma&szlig; geleitet ist. Etwa wenn an den Staat Israel Ma&szlig;st&auml;be angelegt werden, die gegen&uuml;ber keinem anderen Staat der Welt angelegt werden. Sie entlarven antisemitische Verleumdungen &ndash; sei es in den Medien oder durch internationale Gremien &ndash;, mit denen der j&uuml;dische Staat immer wieder konfrontiert wird, und stellen sich ihnen entschieden entgegen.</p><h3>Gottes Plan f&uuml;r die arabischen Nationen</h3><p>Israel zu unterst&uuml;tzen, bedeutet nicht, gegen Araber zu sein. Gott sagte &uuml;ber Ismael, der als Stammvater der Araber gilt: <em>&bdquo;Ich habe ihn gesegnet&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose17%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 17,20</a>). Viele christliche Zionisten setzen sich daher f&uuml;r Vers&ouml;hnung von Israelis, Pal&auml;stinensern und den arabischen Nachbarstaaten ein.</p><p>Die biblischen Propheten, die die R&uuml;ckkehr der Juden in ihr Heimatland vorhersagten, k&uuml;ndigten auch Gottes Friedenspl&auml;ne f&uuml;r die umliegenden, heute mehrheitlich arabischen Nationen an. Beispielsweise beschreibt <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja19" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 19</a> eine Allianz, die eines Tages von &Auml;gypten &uuml;ber Israel, Libanon und Syrien bis in den Irak reichen und zum Segen f&uuml;r die Welt werden wird.</p><h2>Treue zur Bibel &ndash; Solidarit&auml;t mit Israel</h2><p>Es zeigt sich damit: Der Anspruch der Juden auf das Land Israel ist historisch, moralisch, v&ouml;lkerrechtlich und biblisch verankert. Weder eine Verunglimpfung noch eine Umdeutung des Begriffes &bdquo;Zionismus&ldquo; k&ouml;nnen diesen Anspruch aush&ouml;hlen.</p><p>Entgegen den Behauptungen vieler Kritiker ist der christliche Zionismus somit auch keine Abirrung von christlichen Wahrheiten, sondern gr&uuml;ndet auf den Worten der Bibel. Der Glaube an die nationale Wiederherstellung Israels existierte bereits in den Tagen der Ur-Gemeinde.</p><p>Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, fragten seine J&uuml;nger ihn: <em>&bdquo;Herr, stellst du in dieser Zeit f&uuml;r Israel das Reich wieder her? Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Apostelgeschichte1%2C6-7" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 1,6-7</a>).</p><p>Jesus korrigiert die Frage nicht inhaltlich. Er sagt nicht, es werde keine nationale Wiedergeburt Israels geben, sondern, dass allein sein Vater im Himmel den Zeitpunkt kennt. Und in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas21%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 21,24</a> deutet Jesus an, dass die Zeit, in der Jerusalem von fremden Nationen beherrscht wird, eines Tages enden wird.</p><blockquote><p>Viele Christen sehen in der Gr&uuml;ndung des modernen Staates Israel die Erf&uuml;llung dieser Worte Jesu und somit das Handeln Gottes.</p></blockquote><p>Dies veranlasst sie, f&uuml;r Israel zu beten und es zu segnen sowie j&uuml;dischen Menschen Wertsch&auml;tzung entgegenzubringen. Gerade in Zeiten, in denen Juden und Israel mit Hass &uuml;berzogen werden, sehen sie sich dazu aufgefordert, ihre Solidarit&auml;t &ouml;ffentlich und entschieden zum Ausdruck zu bringen.<br /><br /><strong>Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengef&uuml;hrte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet &ndash; durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf:&nbsp;</strong><strong><a href="http://www.sareltours.com/de">www.sareltours.com/de</a></strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17348361.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Tue, 26 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
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      <title><![CDATA[Der Heilige Geist: Das unverstandene Geschenk]]></title>
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      <description><![CDATA[Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128094.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nasib /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Christen feiern an Pfingsten, dass Jesus Christus sie in dieser Welt nicht alleine l&auml;sst. Wie er es seinen J&uuml;ngern versprochen hat, schickt er ihnen 50 Tage nach Ostern seinen Stellvertreter. Jesus selbst ist nach seiner Himmelfahrt nun zwar nicht mehr sichtbar anwesend, aber es gibt zwischen ihm und jedem Gl&auml;ubigen durch den Heiligen Geist eine enge Verbindung.</p><p>Vielen Christen ist das theoretisch klar und trotzdem bleibt der Heilige Geist f&uuml;r sie eine nebul&ouml;se Sache: Man kann ihn nicht greifen und wei&szlig; auch nicht so recht, was man mit ihm anfangen soll. Dieser Artikel m&ouml;chte den Heiligen Geist aus dem Dunstkreis theologisch abstrakter Begriffe herunterholen und zeigen, wer er ist und wie er wirkt.</p><h2><strong>G&ouml;ttliche Energie oder Gott in Person?</strong></h2><p>Wer ist der Heilige Geist? Viele w&uuml;rde wohl als erstes das &bdquo;Wer&ldquo; in dieser Frage umformulieren in ein &bdquo;Was&ldquo;. Sie stellen sich den Heiligen Geist als eine unpers&ouml;nliche Kraft oder Energie vor, die in uns wirkt. Die Bibel zeichnet ein anderes Bild. Sie beschreibt den Heiligen Geist als eine Person, die in enger Beziehung zu Gott dem Vater und Gott dem Sohn steht.</p><p>Der Heilige Geist ist ein integraler Bestandteil des drei-einen Gottes (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes4%2C23-24" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;4,23-24</a>, <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte5%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte&nbsp;5,1-4</a>). Genau so wie Gott ist er allgegenw&auml;rtig, ewig und allwissend (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm139%2C7-10" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 139,7-10</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er9%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">Hebr&auml;er 9,14</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther2%2C10-11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 2,10-11</a>). Wie eine Person hat er Intellekt, Wille und Gef&uuml;hl (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther2%2C10-13" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 2,10-13</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 12,11</a>).</p><blockquote><p>Die Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber den Heiligen Geist in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;14-16</a> zeigen, dass es das Ziel des Heiligen Geistes ist, Jesus Christus ins Rampenlicht zu stellen.</p></blockquote><p>Der Heilige Geist ist auf Jesu Bitte hin und in seinem Namen gesandt (<a href="http://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes14,6-26" target="_blank" title="Bibeltext">Johannes&nbsp;14,6</a><a href="http://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes14,6-26" target="_blank">+26</a>). Das, was er den Menschen offenbart, redet er nicht aus sich selbst, sondern nimmt es von dem, was er von Jesus geh&ouml;rt hat (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes16%2C13-14" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 16,13-14</a>). Somit kann man sagen, dass dort, wo der Heilige Geist am Wirken ist, der Blick nicht auf Menschen gelenkt wird, auch nicht auf den Heiligen Geist selbst, sondern auf Jesus Christus.</p><h2><strong>Vom Geburtshelfer zum Mitbewohner</strong></h2><p>Auch im Alten Testament hat der Heilige Geist Menschen gef&uuml;hrt, inspiriert und in ihnen gewirkt. Der Schwerpunkt dieses Artikels soll jedoch sein Wirken seit Pfingsten sein.<br />
&nbsp;</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p>Liest man die verschiedenen Stellen im Neuen Testament, die beschreiben, was der Heilige Geist tut, wird deutlich, dass er ein Katalysator ist, ohne den der Glaube &uuml;berhaupt nicht funktionieren w&uuml;rde. Das f&auml;ngt bereits damit an, dass ein Mensch ohne das Wirken des Heiligen Geistes noch nicht einmal erkennen kann, dass er schuldig ist, weil er sein Leben ohne Gott lebt. Gleichzeitig ist er es auch, der den Ausweg aus diesem Dilemma aufzeigt, indem er deutlich macht, dass nur durch Jesus Christus Vergebung der Schuld und ein neues Leben m&ouml;glich ist (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes16%2C8-11" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 16,8-11</a>).<br /><br />
&Ouml;ffnet sich ein Mensch diesem Wirken des Heiligen Geists, bewirkt er als n&auml;chstes das, was die Bibel als Neu- oder Wiedergeburt bezeichnet (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes3%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;3,3</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Titus3%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Titus&nbsp;3,5</a>): Ein Mensch l&auml;sst sein altes Leben ohne Gott hinter sich und wird Gottes Kind. Bei diesem Prozess ist der Heilige Geist der Geburtshelfer, der diese geistliche Neugeburt &uuml;berhaupt erst erm&ouml;glicht. Nach diesem geistlichen Geburtsprozess ruht sich der Heilige Geist nicht aus. Im Gegenteil: Jetzt steht er mit Rat und Tat zur Seite, um dem neugeborenen Kind Gottes zu helfen, seine ersten Schritte im Glaubensleben zu machen.</p><p>Die Bibel bezeichnet diesen Vorgang damit, dass der Heilige Geist Wohnung im Gl&auml;ubigen nimmt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C16-17" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;14,16-17</a>). Eine Wohngemeinschaft auf Lebenszeit sozusagen:&nbsp;Sein ganzes Leben lang kann sich der Christ auf die Gegenwart und die Hilfe des Heiligen Geistes verlassen. Weil Christsein alleine schlecht geht, f&ouml;rdert der Heilige Geist auch die Beziehungen und die Gemeinschaft zwischen den einzelnen Christen. Durch ihn sind zu Pfingsten die J&uuml;nger zu einer engen geistlichen Gemeinschaft verbunden worden. Sie sind alle mit dem Heiligen Geist &bdquo;getr&auml;nkt&ldquo;&nbsp;(d.h. durchdrungen) (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Korinther&nbsp;12,13</a>). &nbsp;</p><h2><strong>Vorgeschmack des Himmels</strong></h2><p>Die Bibel spricht immer wieder in Symbolen und Bildern dar&uuml;ber, was der Heilige Geist f&uuml;r Christen ist und tut. Im 2. Brief an die Korinther vergleicht Paulus den Heiligen Geist zum Beispiel mit einer Anzahlung, die Gott Christen gegeben hat (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Korinther1%2C22" class="bibleserver extern" target="_blank">2.Korinther&nbsp;1,22</a>). Christen sind auf Hoffnung hin erl&ouml;st. Sie erleben einen Teil ihrer Rettung schon jetzt durch die Vergebung ihrer Schuld und dadurch, dass sie in einer Beziehung mit Gott leben k&ouml;nnen.</p><p>Aber die vollkommene Rettung kommt erst in der Ewigkeit. Erst dort wird Schuld &uuml;berhaupt kein Thema mehr sein, erst dort wird es kein Leid und keine qu&auml;lenden Fragen mehr geben. Erst dort wird die Gemeinschaft mit Gott und den anderen erl&ouml;sten Menschen ohne Spannung sein. Damit Christen angesichts aller Schwierigkeiten in dieser Welt und im eigenen Leben nicht ihre Hoffnung verlieren, schenkt ihnen Gott den Heiligen Geist. Durch seine ver&auml;ndernde Kraft k&ouml;nnen sie jetzt schon etwas von der zuk&uuml;nftigen Realit&auml;t erfahren.</p><blockquote><p>So, wie man bei einem Auto eine Anzahlung macht, um es sp&auml;ter dann ganz zu besitzen, gibt Gott den Heiligen Geist als Anzahlung auf das zuk&uuml;nftige, ewige Leben in Gottes Gegenwart. &nbsp;</p></blockquote><p>Jesus bezeichnet den Heiligen Geist immer wieder auch als Helfer und Beistand f&uuml;r seine Nachfolger (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C16-26" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;14,16-26</a>). Mit dieser Bezeichnung wird das vielf&auml;ltige Wirken des Geistes in den Gl&auml;ubigen zusammengefasst. So vermittelt er ihnen zum Beispiel die Gewissheit, dass sie Gottes Kinder sind und Vater zu ihm sagen d&uuml;rfen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer8%2C14-17" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer&nbsp;8,14-17</a>). Oder er hilft weiter, wenn sie nicht mehr wissen, was sie beten sollen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer8%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer&nbsp;8,26</a>).</p><p>Ein Prozess, der ohne die Hilfe des Heiligen Geistes gar nicht m&ouml;glich w&auml;re, ist die so genannte Heiligung. Dabei geht es darum, dass sich ein Christ ver&auml;ndert und Jesus &auml;hnlicher wird. Viele Christen versuchen das aus eigener Kraft und sind frustriert, weil es nicht geht. Die Briefe des Neuen Testamentes betonen, dass es zuerst der Heilige Geist ist, der hilft von Neid, Streitereien, Wutausbr&uuml;chen oder unmoralischem Verhalten loszukommen. Stattdessen l&auml;sst er neue Eigenschaften wie Freude, Frieden und Selbstdisziplin in einem Leben wachsen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C19-23" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 5,19-23</a>).</p><p>Dar&uuml;ber hinaus gibt der Heilige Geist auch jedem Christen F&auml;higkeiten, durch die er sich in der Gemeinde und in seinem Umfeld so einsetzen kann, dass etwas von Gottes neuer Welt sichtbar wird (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Korinther&nbsp;12,11</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser4%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser&nbsp;4,12</a>).&nbsp;</p><h2><strong>Ausgebremst</strong></h2><p>Der Heilige Geist ist Gottes gro&szlig;es Geschenk an seine Kinder. Das Neue Testament gibt zwei positive und zwei negative Aufforderungen, wie Christen mit diesem Geschenk umgehen sollen:</p><ul><li><em>&bdquo;Lebt aus der Kraft, die der Geist Gottes gibt; dann m&uuml;sst ihr nicht euren selbsts&uuml;chtigen W&uuml;nschen folgen&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater&nbsp;5,16</a>).</li><li><em>&bdquo;Betrinkt euch nicht; denn zu viel Wein verf&uuml;hrt zu einem liederlichen Lebenswandel. Lasst euch lieber vom Geist Gottes erf&uuml;llen!&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser&nbsp;5,18</a>).</li><li><em>&bdquo;Beleidigt nicht durch euer Verhalten den Heiligen Geist!&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser4%2C30" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser&nbsp;4,30</a>).</li><li><em>&bdquo;Unterdr&uuml;ckt nicht das Wirken des Heiligen Geistes&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Thessalonicher&nbsp;5,19</a>).</li></ul><p><br />
In welchem Ausma&szlig; der Heilige Geist in einem Christen wirken kann, h&auml;ngt also auch davon ab, wie weit der Gl&auml;ubige ihm Raum in seinem Leben gibt. Dem Heiligen Geist Wirkungsraum zu geben, nennt die Bibel &bdquo;im Geist wandeln&ldquo;&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater&nbsp;5,16</a>). Umgekehrt kann der Gl&auml;ubige den Heiligen Geist aber auch beleidigen. Das geschieht zum Beispiel, indem er seine Stimme ignoriert und kein Interesse an dem zeigt, worauf er ihn hinweist.</p><p>Das Wirken des Heiligen Geistes wird ged&auml;mpft, wenn ein Christ das gering sch&auml;tzt, was Gottes Geist heilig ist oder bewusst falsches Verhalten seinem Leben zul&auml;sst. Die oben genannten Fr&uuml;chte des Geistes k&ouml;nnen sich dann nicht entfalten, das eigene Leben ver&auml;ndert sich nicht und man bleibt in seinen alten, teilweise Schuld beladenen Verhaltensmustern h&auml;ngen.<br /><br />
Ein Vergleich hilft vielleicht weiter: Eine Schwangere tr&auml;gt werdendes Leben in sich. Sie kann dessen Wachstum f&ouml;rdern oder hemmen. Normalerweise nehmen werdende M&uuml;tter R&uuml;cksicht auf ihr Baby. Sie schonen sich um seinetwillen, meiden Dinge, die sie gerne tun w&uuml;rden und tun Dinge, die sonst meiden w&uuml;rden, um dem Baby die besten Voraussetzungen zur Entwicklung zu geben. &Auml;hnlich ist es mit einem Gl&auml;ubigen, der seit seiner Neugeburt geistliches Leben in sich tr&auml;gt.</p><p>Der Heilige Geist ist derjenige, der dieses Leben f&ouml;rdern will, so wie in der Natur alles dazu angelegt ist, dass der Embryo w&auml;chst. Doch wenn man der Natur durch traumatische Einwirkungen, Gifte, falsche Ern&auml;hrung, usw. entgegenwirkt, hemmt man das Wachstum. Ebenso hemmt ein Christ sein geistliches Wachstum, wenn er demjenigen entgegenwirkt, der es vorantreibt: Dem Heiligen Geist.</p><h2><strong>Hellh&ouml;rig werden</strong></h2><p>Wer als Christ wachsen m&ouml;chte, dem hilft es, sich bewusst zu machen, dass der Heilige Geist in ihm wohnt und Ver&auml;nderung bewirken m&ouml;chte. Es gilt, sensibel zu werden in Bezug auf seine oft leise Stimme, ihn bei seiner Arbeit zu f&ouml;rdern und mitzuarbeiten, statt ihn &ndash;&nbsp;mehr oder weniger bewusst &ndash;&nbsp;an seiner Arbeit zu hindern. Folgende Fragen k&ouml;nnen dabei helfen: Welche Handlungen, Angewohnheiten und Situationen helfen mir, damit der Heilige Geist ungehindert in mir wirken kann? Welche Handlungen, Angewohnheiten oder Situationen sollte ich meiden, damit ich ihn in seinem Wirken nicht hindere oder blockiere?</p><p>Christen werden aufgefordert, sich f&uuml;llen zu lassen. Einerseits hei&szlig;t dies, dass sie etwas dazu beitragen m&uuml;ssen, andererseits, dass sie sich nicht selbst f&uuml;llen, sondern gef&uuml;llt werden. Der Heilige Geist will jeden Christen mehr und mehr erf&uuml;llen &ndash; er wartet nur darauf, dass wir ihn lassen.</p>
<p style="font-size: 85%;">M. Aberham / F. Schulz / H. Keller</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565547.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[M. Aberham / F. Schulz / H. Keller]]></author>
      <pubDate>Sat, 23 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Kirchen und die AfD]]></title>
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      <description><![CDATA[Von der Suche nach dem richtigen Umgang mit einer umstrittenen Partei.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129830.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mika Baumeister /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Sie gilt als &bdquo;Schmuddelkind&ldquo; der Parteienlandschaft: die </em><a href="https://www.afd.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>AfD</em></a><em>. Keine andere Partei will mit ihr koalieren, kein etablierter Verband sich &ouml;ffentlich mit ihr zeigen. Auch die Kirchen gehen auf Distanz. Doch das &bdquo;Schmuddelkind-Image&ldquo; scheint ihr nicht zu schaden: Nach dem </em><a href="https://www.wahlrecht.de/umfragen/politbarometer.htm" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>neuesten Wahltrend</em></a><em> liegt die AfD bundesweit vorn.</em></p><p><em>Wie kirchenfeindlich ist die AfD und wie sollen Kirchen und Gemeinden mit ihr in Zukunft umgehen?</em> Wir haben <em>nachgefragt &ndash; in Bischofskanzleien und Pfarrh&auml;usern, in einem Workshop f&uuml;r </em><a href="https://www.ekmd.de/asset/3QvUXsi6TZ-ao-9OQXcy0w/friedensreiter-2026-programmfaltblatt.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Friedensreiter&ldquo;</em></a><em> und bei der </em><a href="https://www.ead.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Evangelischen Allianz in Deutschland</em></a><em>.</em><br />
&nbsp;</p><p>Sachsen-Anhalt k&ouml;nnte zum Pr&auml;zedenzfall werden: Im September stehen Landtagswahlen an und zurzeit belegt die AfD in Wahlumfragen den Spitzenplatz weit vor der CDU. Wird Sachsen-Anhalt das erste Bundesland mit einem AfD-Ministerpr&auml;sidenten?</p><p>Dann d&uuml;rfte der Wind um die Kircht&uuml;rme rauer werden: Direkt in der Pr&auml;ambel des&nbsp; <a href="https://afd-regierungsprogramm.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">AfD-Regierungsprogramms</a> werden die beiden gro&szlig;en Kirchen als &bdquo;Kirchensteuerkirchen&ldquo; bezeichnet, die sich &bdquo;vielfach vom christlichen Auftrag entfernt&ldquo; h&auml;tten. Deshalb, so weiter, k&ouml;nnten sie keine &bdquo;Sonderstellung durch Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen beanspruchen&ldquo;. Zudem fordert die AfD in Sachsen-Anhalt die Kontrolle &uuml;ber kirchliche Finanzen: Kirchen sollen in Zukunft Rechenschaft &uuml;ber ihren Haushalt ablegen.</p><h2><strong>Klarer Gegenwind aus den Kirchen</strong></h2><p>&bdquo;Die AfD ist kirchenfeindlich&ldquo;, sagt <a href="https://www.ekmd.de/kirche/landesbischof/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Friedrich Kramer</a>, Landesbischof der <a href="https://www.ekmd.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM)</a> und <a href="https://www.evangelische-friedensarbeit.de/ueber-uns/der-friedensbeauftragte-der-ekd" rel="noopener noreferrer" target="_blank">EKD-Friedensbeauftragter</a>. Er gilt seit Jahren als exponierter Kritiker der AfD. Die AfD wiederum f&uuml;hlt sich gemobbt von den Kirchen und teilt nun &ndash; im Wahlumfragen-Hoch in Sachsen-Anhalt &ndash; kr&auml;ftig gegen sie aus.</p><p>Ist es taktisch klug, sich als Landesbischof so offen gegen die AfD zu positionieren? &bdquo;Die Kritik an der AfD ist f&uuml;r uns als Kirche keine taktische Frage&ldquo;, erkl&auml;rt Kramer. Das gesamte Programm der AfD Sachsen-Anhalt sei &bdquo;v&ouml;lkisch-national ausgepr&auml;gt&ldquo; und kollidiere in vielen Bereichen mit dem christlichen Menschenbild, so seine Einsch&auml;tzung.</p><p>Doch nicht nur Friedrich Kramer warnt vor der AfD, auch der katholische <a href="https://www.bistum-magdeburg.de/bischof-bistum/bischof/bischof" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg</a> und <a href="https://www.landeskirche-anhalts.de/landeskirche/kirchenpraesident" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Kirchenpr&auml;sident Karsten Wolkenhauer von der Ev. Landeskirche Anhalts</a> kritisieren in einer <a href="https://www.ekmd.de/presse/pressestelle-magdeburg/bischoefe-in-sachsen-anhalt-zum-afd-wahlprogramm.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pressemitteilung </a>das Wahlprogramm als &bdquo;einen Angriff auf den sozialen Frieden im Land&ldquo;. Das Programm setze auf &bdquo;Abwertung und Ausgrenzung&ldquo;, es sch&uuml;re &bdquo;Angst vor Ver&auml;nderung&ldquo; und mache den Rechtsstaat &bdquo;ver&auml;chtlich&ldquo;.</p><h2><strong>Die AfD: L&auml;ngst kein ostdeutsches Ph&auml;nomen mehr</strong></h2><blockquote><p>Fest steht: Seit dem Erstarken der AfD ist Kirche so politisch wie seit der Friedlichen Revolution nicht mehr.</p></blockquote><p>Schon<strong></strong>im<strong></strong>Wahljahr 2024 sprachen sich alle evangelischen und katholischen Bisch&ouml;fe der &ouml;stlichen Bundesl&auml;nder offen gegen die Wahl der AfD aus. Sie starteten Kampagnen, tourten durchs Land, suchten das Gespr&auml;ch &ndash; mit m&auml;&szlig;igem Erfolg: In Th&uuml;ringen zog die AfD als Wahlsieger mit 32 Prozent in den Landtag ein, in Sachsen und Brandenburg wurde sie zweitst&auml;rkste Kraft knapp hinter CDU (Sachsen) und SPD (Brandenburg).</p><p>Lange galten die Wahlerfolge der AfD als ein typisch ostdeutsches Ph&auml;nomen, doch l&auml;ngst hat die Partei auch im Westen ihren Lauf:<strong></strong>Bei den Kommunalwahlen im M&auml;rz in<strong></strong>Bayern verdreifachte sie fast ihr Ergebnis auf 12,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz zieht sie in den Landtag ein &ndash; als drittst&auml;rkste Kraft mit knapp 20 Prozent.</p><p>Auch dort hatten leitende Geistliche wie die pf&auml;lzische Kirchenpr&auml;sidenten Dorothee W&uuml;st oder Speyers Bischof Karl-Heinz Wiesemann erkl&auml;rt: &bdquo;Die AfD ist f&uuml;r Christen nicht w&auml;hlbar.&ldquo; Was offenbar kaum Wirkung erzielte: In Rheinland-Pfalz machten nach einer Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur <a href="https://www.idea.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">idea</a> 20 Prozent der Protestanten und 17 Prozent der Katholiken ihr Kreuz bei der AfD.</p><h2><strong>&bdquo;Was habe ich meinem B&uuml;rgermeister angetan?&ldquo;</strong></h2><p>Bisher arbeitet die AfD vorwiegend in der Opposition, auch auf lokaler Ebene &ndash;<strong></strong>so gibt es z.B. in Sachsen nur drei St&auml;dte (Stand Mai 2026), die von AfD-B&uuml;rgermeistern regiert werden: Altenberg, Pirna (wobei Oberb&uuml;rgermeister Tim Lochner parteilos ist, aber als Kandidat der AfD zur Wahl antrat) und Gro&szlig;schirma. Dort f&uuml;hrt seit 2024 der AfD-Politiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Weigand" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Rolf Weigand</a> die Geschicke der Stadt. Er wurde mit mehr als 80 Prozent der Stimmen gew&auml;hlt.</p><p>Nur wenige Gehminuten vom Gro&szlig;schirmaer Rathaus entfernt lebt <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/das-gespraech/dorfkirche-auf-expansionskurs/38142-991" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pfarrer Justus Geilhufe</a> mit seiner Familie im Pfarrhaus. Geilhufe ist bundesweit bekannt als <a href="https://www.instagram.com/justusgeilhufe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Ost-Influencer&ldquo;</a> und <a href="https://www.podcast.de/podcast/3523297/unter-heiden" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Podcaster</a>. Geilhufe ist ein fr&ouml;hlicher Typ mit Humor, doch fragt man ihn nach seinem B&uuml;rgermeister, kommt ein anderer Ton zum Tragen.</p><p>Besorgt sagt der junge Pfarrer: &bdquo;Herr Dr. Weigand ist sehr &ouml;ffentlichkeitswirksam aus der Kirche ausgetreten.&ldquo; Geilhufe betont, dass dies sein gutes Recht sei, aber er selbst habe dies als &ouml;ffentlichen Akt wahrgenommen, der &bdquo;Aufmerksamkeit und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Nachahmung nach sich zieht.&ldquo; Justus Geilhufe stellt sich die Frage, ob Weigand damit die Kirchengemeinde vor Ort schw&auml;chen wolle. &bdquo;Die derzeitigen Entwicklungen in Sachsen-Anhalt erh&auml;rten diesen Verdacht&ldquo;, so der Pfarrer.</p><p>Die<a href="https://kirchenbezirk-freiberg.de/kirchort/grossschirma" rel="noopener noreferrer" target="_blank"> ev.-luth. Kirchgemeinde Gro&szlig;schirma</a>, in der Geilhufe als Pfarrer t&auml;tig ist, ist lebendig: Es gibt eine offene Kinderkirche und Pilgerwanderungen, einen Seniorenkreis, Kirchenkaffee und Gottesdienste mit &bdquo;einer streng auf Christus ausgerichteten Predigt&ldquo;. In manchen Jahren z&auml;hlt die Gemeinde sogar mehr Taufen als Beerdigungen. &bdquo;Was ist daran falsch?&ldquo;, fragt Justus Geilhufe, &bdquo;Was habe ich meinem B&uuml;rgermeister denn angetan?&ldquo;</p><h2><strong>&bdquo;AfDler sind Menschen wie du und ich&ldquo;</strong></h2><p>Ganz freiwillig setzt sich <a href="https://oek-akademie-gera.de/ueber-uns/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pfarrer Frank Hiddemann</a> aus Gera mit AfD-Politikern auseinander. Er leitet die <a href="https://oek-akademie-gera.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&Ouml;kumenische Akademie Ostth&uuml;ringen</a> und organisiert seit Jahren Podiumsdiskussionen in Kirchen und Gemeindeh&auml;usern, an denen auch Vertreter der AfD beteiligt sind. Sogar der skandalumwitterte AfD-Bundestagsabgeordneter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Brandner" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Stephan Brandner</a> war schon sein Gast.</p><p>&bdquo;AfDler sind Menschen wie du und ich. Sie haben nur eine andere politische Einstellung&ldquo;, sagt Frank Hiddemann. Viel Kritik insbesondere aus den eigenen kirchlichen Reihen hat Hiddemann f&uuml;r diese Formate geerntet, doch &bdquo;die sachliche Auseinandersetzung &hellip; hatte durchaus positive Auswirkungen auf beide Seiten&ldquo;, so der Pfarrer.</p><p>Vor acht Jahren startete Hiddemann die Diskussions-Reihe &bdquo;Politikfelder der AfD&ldquo; und organisierte 2024 w&auml;hrend des Th&uuml;ringer Landtagswahlkampfes in den Kirchenkreisen Podiumsdiskussionen mit Kandidaten aller Parteien. &bdquo;In der Regel erweist sich die AfD als schwach, wenn es in die Konkretion geht&ldquo;, schreibt Hiddemann auf der Webseite seiner Akademie.</p><blockquote><p>In der Diskussion zeige sich, &bdquo;dass rechtspopulistische Thesen ihre Durchschlagkraft verlieren, sobald sie auf praktische Bew&auml;hrung gepr&uuml;ft werden.&ldquo;</p></blockquote><h2><strong>Klare Grenzen f&uuml;r kirchliche Leitungs&auml;mter</strong></h2><p>Doch das Willkommen f&uuml;r AfD-Funktion&auml;re in evangelischen Kirchen und Gemeindeh&auml;usern hat Grenzen, zumindest in der Ev. Kirche in Mitteldeutschland und in der <a href="https://www.ekbo.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz</a>: Dort d&uuml;rfen AfD-Parteimitglieder nicht zum Leitungsteam einer Kirchengemeinde geh&ouml;ren.</p><p>Diese Regelung habe laut Landesbischof Kramer zu einer breiten Diskussion &bdquo;von den Gemeindekirchenr&auml;ten bis in die Landessynode&ldquo; gef&uuml;hrt. Von Verwerfungen habe das Landeskirchenamt aber keine Kenntnis.</p><p>Nun k&ouml;nnte die AfD in Sachsen-Anhalt im Herbst in Regierungsverantwortung kommen. &bdquo;Gerade um der Minderheiten willen darf es keinen Wahlsieg der AfD geben&ldquo;, ist Kramer &uuml;berzeugt. In der Politik der AfD sieht er eine &bdquo;Zerst&ouml;rung christlicher Werte&ldquo;. Gleichzeitig wei&szlig; er, dass gerade Menschen aus dem christlich-konservativem Spektrum bei verschiedenen Themen ihre Hoffnungen auf die AfD setzen &ndash; etwa bei Genderthemen, Abtreibungs- oder Familienfragen.</p><h2><strong>Kann ein Christ die AfD w&auml;hlen?</strong></h2><p>Kann ein Christ die AfD w&auml;hlen? Anders als viele leitende Bisch&ouml;finnen und Bisch&ouml;fe aus der evangelischen und katholischen Kirche hat die <a href="https://www.ead.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Evangelische Allianz in Deutschland (EAD)</a> sich noch nicht explizit zu dieser Frage ge&auml;u&szlig;ert.</p><p>Trotz anstehender Landtagswahlen soll sich das auch in diesem Jahr nicht &auml;ndern, sagt <a href="https://www.ead.de/ueber-uns/personen/dr-johann-matthies/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Dr. Johann Matthies,</a> er ist Politischer Beauftragter der Evangelischen Allianz:</p><blockquote class="noshare"><p>Weil wir die m&uuml;ndige Entscheidung eines jeden W&auml;hlers respektieren, agieren wir nicht mit Verurteilungen, Verboten und Regeln, die eine bestimmte politische Richtung vorgeben, sondern konzentrieren uns darauf, Orientierung zu bieten.</p></blockquote><p>Doch Matthies weist daraufhin, dass es &bdquo;eine fehlende inhaltliche &Uuml;bereinstimmung&ldquo; mit der AfD gebe, das w&uuml;rde &bdquo;mehr als deutlich&ldquo; ersichtlich in EAD-Stellungnahmen zu Themen wie <a href="https://www.ead.de/fileadmin/Arbeitskreise/AMIN/AMIN-Material/2025-02-11_AMIN-12_Thesen_Migration-Asyl.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Migration</a>, <a href="https://www.ead.de/fileadmin/DEA_Allgemein/Stellungnahmen/Nachfolge_braucht_Klarheit.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">V&ouml;lkisches Denken</a>, <a href="https://politik.ead.de/fileadmin/user_upload/2024-05-14_Wuerde_wahren_Endfassung.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Extremismus</a> und <a href="https://politik.ead.de/2026/maerz/20032026-kulturkaempfe-einordnen-orientierung-fuer-die-evangelische-allianz-in-deutschland/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">dem Umgang miteinander</a>.</p><h2><strong>Klare Absage der EAD an Finanzkontrolle der Kirchen</strong></h2><p>Zur Evangelischen Allianz z&auml;hlen sich neben Zugeh&ouml;rigen der evangelischen Landeskirchen auch Christinnen und Christen aus vielen Freikirchen. Den Freikirchen gegen&uuml;ber tritt die AfD wohlgesonnen auf. So will in Sachsen-Anhalt der AfD-Landesverband laut &bdquo;Regierungsprogramm&ldquo; Freikirchen f&ouml;rdern, indem Staatsleistungen, die von den Bundesl&auml;ndern an die beiden gro&szlig;en Kirchen gezahlt werden, proportional zur Mitgliederzahl auch Freikirchen zukommen sollen. Diese Staatsleistungen sind Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r Enteignungen der beiden gro&szlig;en Kirchen im 19. Jahrhundert.</p><p>Wie steht die EAD zu diesem Vorhaben? Zwar setze sich die EAD f&uuml;r &bdquo;eine staatliche Gleichbehandlung aller Kirchen in Deutschland&ldquo; ein, so Johann Matthies, doch &bdquo;die besondere Geschichte der beiden gro&szlig;en Landeskirchen und ihre Subsidiarit&auml;tsleistungen f&uuml;r unseren Staat&ldquo; m&uuml;sse hier ber&uuml;cksichtigt werden.</p><p>Auch das von der AfD in Sachsen-Anhalt im Wahlprogramm vorgeschlagene Haushalts-Kontrollsystem lehnt die EAD entschieden ab: &bdquo;Eine staatliche F&ouml;rderung von Glaubensgemeinschaften darf &hellip; weder politisch bestimmt noch kontrolliert oder an engmaschige Bedingungen gekn&uuml;pft werden, wie sie etwa von der AfD vorgeschlagen werden. Insbesondere lehnen wir eine Verpflichtung ab, &uuml;ber die Verwendung der Mittel politische Rechenschaft ablegen zu m&uuml;ssen&ldquo;, so der Politische Beauftragte der EAD, Johann Matthies.</p><h2><strong>&bdquo;Die AfD steht au&szlig;erhalb der Grundlagen des Grundgesetzes&ldquo;</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Doch w&auml;hrend die Kirchen Mitglieder verlieren, gewinnt die AfD an W&auml;hlergunst. Die Einstufungen der Landes&auml;mter f&uuml;r Verfassungsschutz scheinen dabei keine Rolle zu spielen.</p></blockquote><p>Immerhin gelten f&uuml;nf AfD-Landesverb&auml;nde als gesichert rechtsextrem: in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Niedersachen, Th&uuml;ringen und in Brandenburg. In Rheinland-Pfalz und im Saarland klagt die Partei gegen diese Bezeichnung und wird bis zu einer gerichtlichen Entscheidung als Verdachtsfall gef&uuml;hrt &ndash; so wie der Bundesverband der AfD.</p><p>Die AfD steht &bdquo;au&szlig;erhalb der Grundlagen des Grundgesetzes&ldquo;, sagte die <a href="https://www.ekd.de/fehrs-kirsten-68751.htm" rel="noopener noreferrer" target="_blank">EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs</a> vor der Synode der EKD im November 2025. Und der bayrische Landesbischof <a href="https://landesbischof.bayern-evangelisch.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Christian Kopp</a> sieht in der AfD eine &bdquo;demokratie- und menschenfeindliche&ldquo; Partei. Indirekt warnte Kopp mit diesen Worten im M&auml;rz im M&uuml;nchner Presseclub davor, im Wahljahr 2026 sein Kreuz bei der AfD zu setzen.</p><p>Auch die AfD teilt gegen die EKD aus: Schon im Jahr 2019 hatten mehrere AfD-Landesfraktionen in einem Positionspapier mit dem Titel &bdquo;Eine unheilige Allianz&ldquo; der EKD vorgeworfen, sich dem Zeitgeist anzubiedern und die AfD auszugrenzen. So wettert auch die religionspolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion <a href="https://afdbundestag.de/arbeitskreise/religionspolitik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Nicole H&ouml;chst</a> gegen die Kirchen. Zuletzt bezeichnete sie die EKD als &bdquo;<a href="https://afdbundestag.de/nicole-hoechst-keine-staatsleistungen-mehr-fuer-linke-kirchenpolitik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">linksgr&uuml;ne Vorfeldorganisation&ldquo;</a> und forderte ein Ende der Staatsleistungen. J&uuml;ngst hat dazu die AfD eine erneute <a href="https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1164920" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Gesetzesinitiative</a> gestartet.</p><h2><strong>&bdquo;Friedensreiter&ldquo; sollen Polarisierung entgegenwirken</strong></h2><p>Das Thema &bdquo;Kirchen und Glauben&ldquo; spielte allerdings im <a href="https://www.afd.de/wp-content/uploads/2025/02/AfD_Bundestagswahlprogramm2025_web.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Bundestagswahlprogramm der AfD 2025</a> so gut wie keine Rolle: Die Worte &bdquo;christlich&ldquo; und &bdquo;Christentum&ldquo; kommen jeweils nur ein einziges Mal vor. Und trotzdem: Die Polarisierung zum Thema AfD macht auch unter Christen nicht Halt. Landesbisch&ouml;fe und andere leitende Geistliche wissen: Auch in den Kirchenb&auml;nken sitzen AfD-W&auml;hler.</p><p>Gegen die Polarisierung in Kirchen, Gemeinden, Vereinen, auf D&ouml;rfern und in der Stadtgesellschaft schickt der Geraer Pfarrer Frank Hiddemann jetzt <a href="https://www.ekmd.de/asset/3QvUXsi6TZ-ao-9OQXcy0w/friedensreiter-2026-programmfaltblatt.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Friedensreiter&ldquo;</a> ins Rennen. Die Idee stammt aus dem 30-j&auml;hrigen Krieg. Damals galoppierten Friedensreiter zwischen M&uuml;nster und Osnabr&uuml;ck und informierten &uuml;ber den Stand der Friedensverhandlungen.</p><p>Solche Reiter sind auch heute wieder vonn&ouml;ten, ist Hiddemann &uuml;berzeugt:</p><blockquote class="noshare"><p>Wer um die liberale Demokratie f&uuml;rchtet, muss auch heute verfeindete Lager in Kontakt bringen.</p></blockquote><p>So bildet die &Ouml;kumenische Akademie Ostth&uuml;ringen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in drei Wochenendseminaren zertifizierte Friedensreiter aus. Friedensreiter sollen &bdquo;Haltungssicherheit zeigen&ldquo;, &bdquo;in die Kontroverse gehen&ldquo; und &bdquo;sachliche Debatten f&uuml;hren&ldquo;, so die offizielle Beschreibung.</p><h2><strong>&bdquo;Kirchengemeinden sollten Orte der Verst&auml;ndigung sein&ldquo;</strong></h2><p>F&uuml;r Austausch und Auseinandersetzung setzt sich auch Kirchenpr&auml;sident Karsten Wolkenhauer<strong></strong>ein: &bdquo;Bei uns ist jeder willkommen, egal was er w&auml;hlt.&ldquo; Seit gut einem Jahr steht er der Ev. Landeskirche Anhalts vor. Erfahrung in der Steuerung von Vers&ouml;hnungsprozessen hat Wolkenhauer in der <a href="https://nagelkreuz.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Nagelkreuzgemeinschaft</a> in Deutschland gesammelt.</p><p>Seine Erfahrungen will er jetzt in Sachsen-Anhalt einbringen. Er ist &uuml;berzeugt:</p><blockquote><p>Solange wir uns offen unsere Meinung sagen, &uuml;ber unsere &Auml;ngste und Hoffnungen sprechen, so lange kann das nur ein gutes Gespr&auml;ch sein. Schwierig wird es erst, wenn das Gespr&auml;ch aufh&ouml;rt.</p></blockquote><p>Sein Wunsch: &bdquo;Kirchengemeinden sollten Orte der Verst&auml;ndigung und Begegnung sein, Orte der Heilung, Orte des Gebets.&ldquo;</p><h2><strong>&bdquo;Ich bete f&uuml;r alle, die Verantwortung tragen&ldquo;</strong></h2><p>Auf Gebet setzt auch Pfarrer Justus Geilhufe im s&auml;chsischen Gro&szlig;schirma. Er sp&uuml;rt die Haltung seines AfD-B&uuml;rgermeisters, &bdquo;aber ich bete f&uuml;r alle, die Verantwortung tragen und auch f&uuml;r die, die uns das Leben schwer machen&ldquo;, so der junge Pfarrer.</p><p>R&uuml;ckzug ist f&uuml;r ihn keine Alternative: &bdquo;Wir m&uuml;ssen Zeugnis von der g&ouml;ttlichen Wahrheit ablegen und vor Ort uns wehren und aufrecht bleiben.&ldquo; Geilhufe geht davon aus, dass dort, wo die AfD Regierungsverantwortung tr&auml;gt, viele &bdquo;bald schwer entt&auml;uscht&ldquo; sein werden. &bdquo;Diese Entt&auml;uschung zu teilen und ohne H&auml;me zu tr&ouml;sten, das ist auch das, was in den n&auml;chsten Jahren zu tun ist,&ldquo; sagt er.</p><h2><strong>Mit AfD-Wahlprogramm auseinandersetzen, bevor man w&auml;hlt</strong></h2><p>Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gew&auml;hlt. Wird die AfD es schaffen, in Regierungsverantwortung zu kommen? EKM-Landesbischof Friedrich Kramer ermutigt Christinnen und Christen, &bdquo;sich mit den Kernaussagen des AfD-Wahlprogramms auseinanderzusetzen.&ldquo;</p><p>Auch die Landessynode der EKM rief Ende April die Gemeinden dazu auf, &bdquo;sich intensiv damit zu besch&auml;ftigen, was w&auml;re, wenn populistische und rechtsextreme Parteien in Regierungsverantwortung kommen w&uuml;rden.&ldquo; Gemeinsam mit der Diakonie Mitteldeutschland hat sie dazu eine Brosch&uuml;re herausgebracht mit dem Titel <a href="https://www.ekmd.de/presse/pressestelle-erfurt/landessynode-endet-mit-aufruf-zu-naechstenliebe-und-zusammenhalt.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Was w&auml;re, wenn? Sozialpolitik: Positionen der AfD und der Diakonie im Vergleich&ldquo;</a>.</p><p>An der Basis spricht sich Landesbischof Friedrich Kramer ausdr&uuml;cklich f&uuml;r offene Debatten und Diskussionen zwischen Andersdenkenden aus, auf kirchlicher Leitungsebene gibt es bisher keine offiziellen Gespr&auml;che mit AfD-Funktion&auml;ren. Wird sich das &auml;ndern? &bdquo;&Uuml;berlegungen gibt es, wie zu reagieren und zu handeln ist, sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen&ldquo;, so der Landesbischof, &bdquo;aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts f&uuml;r &ouml;ffentliche Mitteilungen.&ldquo;<br />
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<p style="font-size: 85%;">Regina König</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17344485.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Regina König]]></author>
      <pubDate>Wed, 20 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn der Puls den Verstand überholt]]></title>
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      <description><![CDATA[Manche Situationen bringen uns von 0 auf 180. Was passiert, wenn wir mitten im Ärger eine einfache Frage zulassen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128613.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Was bringt dich so richtig auf die Palme? Ich meine nicht die kleinen Alltags&auml;rgernisse, wobei auch die viel Potenzial haben.</p><p>Zum Beispiel diese Person vor dir im Stra&szlig;enverkehr, die mit stoischer Ruhe auf die Ampel zurollt und es noch bei dunkelgelb dr&uuml;ber schafft &ndash; im Gegensatz zu dir. Oder der Kunde vor dir an der B&auml;ckertheke, der eine sehr pers&ouml;nliche Beziehung zur Verk&auml;uferin aufbaut und sich genau f&uuml;r die letzten Rosinenschnecken entscheidet, die du wolltest.</p><p>Das ist &auml;rgerlich. Aber das ist es nicht, was ich meine.</p><h2><strong>&Auml;rger in XXL</strong></h2><p>Ich meine die Situationen, die dich unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark treffen. Ein Funke reicht und du gehst in die Luft. Du machst im Meeting einen guten Vorschlag, aber erst als ein Kollege ihn fast wortgleich wiederholt, wird er pl&ouml;tzlich interessant. Der Familienrat trifft eine Entscheidung, aber du wirst nicht einbezogen. Es gibt viele solcher Situationen, und wahrscheinlich hast du sofort deine eigenen Beispiele im Kopf.</p><p>Solche Situationen haben Gewicht. Und es gibt einen guten Grund, sich dar&uuml;ber zu &auml;rgern.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Problem ist nur: Unser &Auml;rger bleibt selten in einem gesunden Rahmen. Er nimmt gern &Uuml;bergr&ouml;&szlig;e an. XXL, mindestens.</p></blockquote><p>Ein kl&auml;rendes Gespr&auml;ch w&auml;re eigentlich m&ouml;glich, aber dazu kommt es gar nicht mehr, weil wir schon l&auml;ngst auf 180 sind.</p><h2><strong>Eine unbequeme Frage</strong></h2><p>Mitten hinein in solche Momente spricht Gott eine bemerkenswerte Frage &ndash; nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jona4%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Jona 4,4</a>. Dort fragt Gott den Propheten Jona: <em>&bdquo;Ist es recht, dass du so zornig bist?&ldquo;</em></p><p>Der Hintergrund dieser Bibelstelle hat eine gewisse Ironie. Jona, der auf Gottes Gehei&szlig; hin den Untergang der&nbsp;Stadt Ninive&nbsp;angek&uuml;ndigt hat, sitzt in sicherer Entfernung und will sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Feuerball? Erdbeben? Selbstzerst&ouml;rung? Jona wartet gespannt.&nbsp;W&auml;hrenddessen l&auml;sst Gott eine Rizinusstaude wachsen, die ihm Schatten spendet. Jona freut sich. Kurz darauf sorgt ein Wurm daf&uuml;r, dass die Pflanze eingeht. Die Sonne knallt, Jona ist w&uuml;tend.</p><blockquote class="noshare"><p>Was macht Gott? Er diskutiert nicht. Er sagt auch nicht: &bdquo;Rei&szlig; dich mal zusammen.&ldquo; Er stellt eine simple Frage: &bdquo;Ist es recht, dass du so zornig bist?&ldquo;</p></blockquote><p>Mir geht es hier um das kleine W&ouml;rtchen &bdquo;so&ldquo;. Denn die erste Antwort liegt auf der Hand. Nat&uuml;rlich ist es recht. Schlie&szlig;lich gibt es einen Ausl&ouml;ser. Es gibt immer einen Ausl&ouml;ser.</p><p>Doch Gottes Frage bezieht sich darauf, ob das Ausma&szlig; von Jonas &Auml;rger&nbsp;hier angebracht ist.</p><h2><strong>Warum kleine Ausl&ouml;ser so gro&szlig;e Wirkung haben</strong></h2><p>Ich wei&szlig; nicht, warum Jona sich so sehr &uuml;ber die eingehende Rizinusstaude ge&auml;rgert hat. Klar, er hatte keinen Schatten mehr. Aber vielleicht f&uuml;hlte er sich auch von Gott ver&auml;ppelt &ndash; hatte der ihn doch als Untergangspropheten berufen und nun passierte gar nichts.</p><p>Dieses Beispiel zeigt uns: Oft steckt hinter einer Reaktion mehr als der aktuelle Anlass. Es sind Erfahrungen, die sich angesammelt, oder Situationen, die sich wiederholt haben. Irgendwann reicht ein kleiner Anlass und der angestaute &Auml;rger f&uuml;hrt direkt zur Explosion.</p><h2><strong>Der &bdquo;Point of no Return&ldquo;</strong></h2><p>In vielen Bereichen des Lebens gibt es einen Moment, an dem eine Entwicklung nicht mehr ohne Weiteres umkehrbar ist. Beim Bergsteigen spricht man vom &bdquo;Point of no Return&ldquo;. Wer ihn &uuml;berschreitet, muss den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen, weil eine Umkehr nicht mehr m&ouml;glich ist.</p><p>So einen Punkt gibt es auch beim Zorn. Es ist der Moment, in dem sich innerlich alles zuspitzt und der Puls steigt.</p><blockquote class="noshare"><p>In diesem winzigen Moment w&auml;re es noch m&ouml;glich, innezuhalten. Danach wird es deutlich schwieriger.</p></blockquote><p>Denn es hat sich eine Dynamik in Gang gesetzt, die sich nicht mehr einfach so aufhalten l&auml;sst.</p><h2><strong>Ein bewusster Umgang mit dem eigenen &Auml;rger</strong></h2><p>Wenn ich merke, dass ich gerade sehr w&uuml;tend werde, hilft Gottes Frage an Jona: Ist es recht, dass ich so zornig bin? Lasse ich es auf eine Eskalation ankommen oder trete ich vorher einen Schritt zur&uuml;ck? Dabei geht es mir nicht darum, &Auml;rger kleinzureden oder permanent zu unterdr&uuml;cken.</p><blockquote class="noshare"><p>Denn manche Situationen bed&uuml;rfen einer Kl&auml;rung. Aber die ist nicht m&ouml;glich, wenn ich dabei in die Luft gehe.</p></blockquote><p>Ich wei&szlig;: Nicht immer erkennt man den &bdquo;Point of No Return&ldquo; rechtzeitig. Aber das Sch&ouml;ne ist, dass wir Gott hier um Hilfe bitten k&ouml;nnen. In letzter Zeit hatte ich diese Frage an Jona&nbsp;&ouml;fter im Kopf und konnte mich dadurch in manchen Situationen zur&uuml;ckhalten, wo ich kurz vorm Explodieren war.</p><p>Im Nachgang habe ich dann dar&uuml;ber nachgedacht, warum mich das gerade so getroffen hat und wie ich&nbsp;k&uuml;nftig besser mit &auml;hnlichen Situationen umgehen k&ouml;nnte.</p><p>Aber das ist erst der zweite Schritt. Im ersten Schritt geht es nur darum, die Palme erstmal Palme sein zu lassen &ndash; ohne gleich daran hochzuklettern.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17343003.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 18 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Freude ist lebensnotwendig]]></title>
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      <description><![CDATA[Für Birgit Schilling ist Freude ein Lebenselixier. Im Interview erzählt sie, was hilft, im Alltag Freudenmomente zu entdecken.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128147.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Erinnerst du dich noch an den Moment, in dem du das letzte Mal von Herzen gelacht oder gar gejubelt hast? Freude ist kein Luxus, auf den man auch verzichten k&ouml;nnte. Freude ist wichtig in allen Lebensbereichen.</p><p>Birgit Schilling ist Referentin, Paartherapeutin, Coach und Autorin. In ihrem aktuellen Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/146533?searchtext=Freude,%20die%20bleibt" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Freude, die bleibt&ldquo;</a> geht sie der Bedeutung von Freude f&uuml;r den Alltag auf den Grund. Warum Freude f&uuml;r Gesundheit und Wohlbefinden notwendig ist, davon erz&auml;hlt sie im Interview mit Simone Nickel.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: &bdquo;Wenn wir uns freuen, wird das Herz leicht, die Augen strahlen, ein L&auml;cheln breitet sich auf dem Gesicht aus&hellip;&ldquo; Ich habe in Ihrem Buch gelesen, dass Freude sogar die Widerstandskraft, also die Resilienz st&auml;rkt sowie Kreativit&auml;t und Intelligenz.</strong></p><p>Birgit Schilling: Freude ist an sich schon ein Riesengewinn: Unser Herz ist leicht und froh. Das st&auml;rkt uns f&uuml;r unser ganzes Leben. Und wenn wir die aktuelle Weltsituation sehen, dann merken wir, wir m&uuml;ssen dem Negativen etwas entgegensetzen. Da wirkt Freude wie ein Gegengewicht. Freude st&uuml;tzt uns in schwierigen Zeiten.</p><h2><strong>&bdquo;30 bis 50 Duschen der Begeisterung pro Tag&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Sie schreiben in Ihrem Buch, dass man laut wissenschaftlichen Erkenntnissen t&auml;glich Freudenmomente braucht: 30 bis 50 Duschen der Begeisterung. Was bedeutet das?</strong></p><p>Birgit Schilling: Als ich das geh&ouml;rt habe, war ich fassungslos. 30 bis 50 Duschen der Begeisterung. Und zwar nicht, um immer top drauf zu sein, sondern um psychisch gesund zu bleiben. Es geht also darum: Wie kann ich die Freude zur&uuml;ckgewinnen? Und wie k&ouml;nnen solche Freudenmomente aussehen?</p><blockquote><p>Wir alle konnten uns als Zweij&auml;hrige &uuml;ber jedes Bl&uuml;mchen und &uuml;ber jede Pf&uuml;tze freuen. Irgendwann ist uns das verlorengegangen.</p></blockquote><p>Jesus sagt: &bdquo;Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder&hellip;&ldquo;. Wir d&uuml;rfen wieder erlernen, achtsam zu werden f&uuml;r das Gute und Wunderbare in unserem Leben. Ich sehe zum Beispiel eine Tulpe. Die sieht so sch&ouml;n aus, dass sie mein Herz erw&auml;rmt, wenn ich es zulasse, wenn ich achtsam werde und nicht achtlos dar&uuml;ber hinweggehe. So k&ouml;nnen wir lernen, viele Freudenmomente am Tag zu haben.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Eine andere Untersuchung hat ergeben: Je &auml;lter wir werden, desto schwerer f&auml;llt es uns, die Leichtigkeit der Freude zu empfinden. Warum ist das so?</strong></p><p>Birgit Schilling: Je &auml;lter wir werden, desto mehr besteht die Gefahr, dass wir schwere Situationen nicht mehr gut verarbeiten, dass wir manches mit uns rumschleppen, was uns die Freude raubt. Es gibt keine schnelle, einfache L&ouml;sung, keine Abk&uuml;rzung zur Freude. Aber Jesus sagt: <em>&bdquo;Kommt her zu mir, alle, die ihr m&uuml;hselig und beladen seid; ich will euch erquicken&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 11,28</a>).</p><p>Es geht also darum, dass ich es lerne, die Belastungen, die Verletzungen immer wieder bei ihm abzuladen, damit mein Herz wieder offen und frei daf&uuml;r ist, fr&ouml;hlich weiterzugehen. Und auch daf&uuml;r, zu vergeben, loszulassen.</p><h2><strong>Freude hilft, Negatives zu &uuml;berwinden</strong></h2><p><strong>ERF: Man hat herausgefunden, dass das Gehirn negative und positive Erlebnisse unterschiedlich stark wertet und dass sie unterschiedlich h&auml;ngen bleiben. Wie kommt das?</strong></p><p>Birgit Schilling: Wahrscheinlich kann jeder nachvollziehen, dass das Negative, irgend so ein kritischer Kommentar, im Gehirn kleben bleibt, w&auml;hrend das Positive wegflutscht. So sind wir gemacht von Gott &ndash; und das hat sch&ouml;pfungsgem&auml;&szlig; auch einen Sinn. So k&ouml;nnen wir n&auml;mlich, wenn Negatives geschieht, unmittelbar fl&uuml;chten oder darauf reagieren.</p><p>Aber damit wir uns an das Positive, das Sch&ouml;ne, erinnern k&ouml;nnen, so dass es uns pr&auml;gt und zu einer Dusche der Begeisterung wird, m&uuml;ssen wir etwa 15 bis 30 Sekunden innehalten, es anschauen und auf uns wirken lassen. Wie zum Beispiel bei dieser Tulpe. Erst dann kann sich ein Moment der Begeisterung einstellen.</p><blockquote><p>Wir d&uuml;rfen lernen, dem Negativen entgegenzusteuern, indem wir bewusst Freude zulassen.</p></blockquote><p><br /><strong>ERF: In Ihrem Buch sprechen Sie typische Freudenr&auml;uber wie Bitterkeit, Leid und Verletzungen an. Was k&ouml;nnten noch Freudenr&auml;uber sein?</strong></p><p>Birgit Schilling: Da hat jeder Mensch seine eigenen, aber ich kann mal ein paar nennen, die ich kenne. Das eine ist Stress und Hetze. Im Hetzen verliere ich das Gesp&uuml;r f&uuml;r mich und auch f&uuml;r mein Umfeld. Und wenn ich viel in Stress und Hetze bin, wird sich die Freude nicht leicht bahnbrechen k&ouml;nnen. Da darf ich lernen, einen Gang zur&uuml;ckzuschalten.</p><p>Das andere ist &Uuml;berverantwortlichkeit. Dass ich mich f&uuml;r jeden und alles verantwortlich f&uuml;hle. Oder dass ich einfach viel zu viele Lasten trage, die mich &uuml;berfordern. Wenn ich selbst v&ouml;llig &uuml;berfordert bin, hat mein Herz keine Kapazit&auml;t mehr f&uuml;r die Freude.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wann haben Sie selbst mal erlebt, dass Ihnen die Freude am Leben geraubt wurde?</strong></p><p>Birgit Schilling: Als wir als junges Paar merkten, dass wir keine Kinder bekommen k&ouml;nnen. Da kam mir f&uuml;r lange Zeit die Freude abhanden, bis ich es annehmen konnte. Das geschah immer wieder in Wellen, je mehr ich erkannte, dass Gott vielleicht einen anderen Weg f&uuml;r uns hat, unser Leben zu segnen.</p><p>Es geht &uuml;brigens auch nur in den ersten zwei und den letzten zwei Kapiteln der Bibel um himmlische Zust&auml;nde. Dazwischen geht es um die Aufs und Abs des Lebens und in denen befinden wir uns alle. Das Abnehmen und Zunehmen von Freude ist also normal. Deshalb gilt es, sich immer wieder neu auf die Freude auszurichten.</p><h2><strong>Dankbarkeit ist ein Freude-F&ouml;rderer</strong></h2><p><strong>ERF: Was kann denn die Freude f&ouml;rdern? Mir helfen, mich wieder auf die Freude auszurichten? Dazu beitragen, dass ich mehr Freude empfinde?</strong></p><p>Birgit Schilling: Paulus sagt: <em>&bdquo;Seid dankbar in allen Dingen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Thessalonicher 5,18</a>). Und die Grundlagenforschung sagt: Wenn man nur einen Punkt nennen w&uuml;rde, der die Freude vor allem st&auml;rkt, dann ist das die Dankbarkeit. Ein dankbarer Mensch wird immer wieder danach Ausschau halten: F&uuml;r was kann ich dankbar sein? Er nimmt die Dinge nicht einfach f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich.</p><p>Ein undankbarer Mensch dagegen findet jedes Haar in der Suppe. Das Problem dabei ist nicht das Haar in der Suppe, sondern mit welchem Blick ich auf mein Leben schaue und ob ich das Gute verankere. Dankbarkeit ist etwas, was wir ganz bewusst ein&uuml;ben k&ouml;nnen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was kann helfen, Dankbarkeit zu f&ouml;rdern? Dass man sich abends hinsetzt und &uuml;berlegt, wof&uuml;r kann ich danken, und das vielleicht sogar aufschreibt?</strong></p><p>Birgit Schilling: Ja, das kann man machen. Man kann ein Dankbarkeitstagebuch f&uuml;hren. Ich mache es neuerdings auch so: Wenn ich morgens wach werde, halte ich inne und denke 30 Sekunden dar&uuml;ber nach, wof&uuml;r ich gerade dankbar bin. Ich bin dankbar, dass ich in einem warmen Bett liege, ich bin nicht im Krieg. Ich habe einen Tag vor mir, der fordert mich heraus, aber ich habe sinnerf&uuml;llte Arbeit.</p><blockquote class="noshare"><p>Also am Morgen schon mit Dankbarkeit starten und genauso am Abend, bevor ich einschlafe, mit Dankbarkeit auf den Tag zur&uuml;ckschauen.</p></blockquote><p>Jedem wird hier, wenn er danach sucht, etwas einfallen.</p><h2><strong>&bdquo;Lass das L&auml;cheln zu!&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Ihr Buch enth&auml;lt auch immer wieder Fragen und Gedanken zur pers&ouml;nlichen Reflexion. Welchen Impuls m&ouml;chten Sie Menschen auf der Suche nach mehr Freude weitergeben?</strong></p><p>Birgit Schilling: Zum einen: Was l&ouml;st bei dir Freude aus? Wann h&uuml;pft dein Herz? Und genauso auch: Wann verschlie&szlig;t sich dein Herz? Wo merkst du: Das tut mir einfach nicht gut? Also werde achtsam f&uuml;r dich.</p><p>Das andere ist: Lass das L&auml;cheln zu! Wenn dir etwas guttut, schenke dir ein L&auml;cheln. Das verst&auml;rkt die Freude. Oder lass auch mal einen Juchzer raus. Also lass auch die k&ouml;rperlichen Reaktionen deiner Freude zu.</p><p>Und zuletzt: Nimm immer wieder in dein Leben &ndash; in das Schwere und in das Fr&ouml;hliche &ndash; Gott mit rein. Denn er ist der Sch&ouml;pfer der Freude. Er lebt in dir als Glaubenden. Und er m&ouml;chte dich immer mehr mit seiner Freude anstecken.</p><p><strong>ERF: Danke f&uuml;r das Interview und dass Sie uns auf dem Weg zu mehr Freude mitgenommen haben.</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider / Simone Nickel</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17342151.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider / Simone Nickel]]></author>
      <pubDate>Sat, 16 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Himmelfahrt: klein aber oho]]></title>
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      <description><![CDATA[Was der Feiertag Christi Himmelfahrt bedeutet.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/713876.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Averie Woodard /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Der bekannteste Bericht &uuml;ber die Himmelfahrt Jesu steht in der Bibel in der Apostelgeschichte. Dort wird berichtet, was vierzig Tage nach Jesu Auferstehung geschehen ist:</p><p><em>Nicht lange nachdem&nbsp;Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel aufgehoben und verschwand in einer Wolke. W&auml;hrend sie ihm nachschauten, standen pl&ouml;tzlich zwei wei&szlig; gekleidete M&auml;nner bei ihnen. Sie sagten: "M&auml;nner aus Galil&auml;a, warum steht ihr hier und starrt zum Himmel? Jesus ist von euch fort in den Himmel geholt worden. Eines Tages wird er genauso wiederkommen, wie ihr ihn habt fortgehen sehen!" </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte1%2C9-11" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 1,9-11</a>; siehe auch&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas24%2C50-53" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 24,50-53</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus16%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 16,19</a>)</p><p>Rein vom Ereignis her geht es an Himmelfahrt darum, dass Jesus als auferstandener Herr von der sichtbaren in die unsichtbare Welt gegangen ist. Nachdem er auf dieser Erde als Mensch gelebt hat, kehrt er nun in die Herrlichkeit Gottes zur&uuml;ck.&nbsp;</p><h2>Grenz&uuml;berschreitung</h2><p>Wir leben in einer Welt, in der wir gefangen sind in Raum und Zeit. Die Lebenszeit gibt jedem Menschen den Rahmen vor, innerhalb dessen er in diesem "Gef&auml;ngnis" lebt. Dass es dar&uuml;ber hinaus eine unsichtbare Dimension gibt, ahnen wir. In der Bibel lesen wir etwas von dieser anderen Wirklichkeit, zu der Gott mit seinen Engeln Zutritt hat, bzw. in ihr lebt. Auch Satan und seine Engel befinden sich darin.</p><p>In diese unsichtbare Dimension ist Jesus aufgefahren. Wobei das Wort <em>auffahren</em> daher kommt, dass die J&uuml;nger Jesus in den Himmel - die Wolken - auffahren sahen. W&ouml;rtlich steht im Text, dass Jesus emporgehoben und von einer Wolke aufgenommen wurde. Auf diesem Weg verschwand er vor ihren Augen. Daher kommt der Begriff Himmelfahrt. Er ist auch aus folgender Perspektive heraus treffend:</p><blockquote><p>Jesus ist &uuml;ber uns, in dem Sinne, dass er den &Uuml;berblick hat! Er ist oben, in dem Sinne, dass er an h&ouml;chster Stelle steht!</p></blockquote><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Werner_Neudorfer" target="_blank">Heinz-Werner Neudorfer</a> schreibt erkl&auml;rend dazu folgendes: &bdquo;Den Ansatz zum Verst&auml;ndnis der Himmelfahrt Jesu bietet uns das Stichwort &bdquo;Wolke&ldquo;. Die Wolke im AT und im NT hat eine besondere Bedeutung: Sie verh&uuml;llt die Herrlichkeit Gottes f&uuml;r das menschliche Auge. In der W&uuml;ste erscheint Gott dem Volk immer wieder so verh&uuml;llt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose16%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 16,10</a> u.a.; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm97%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 97,2</a>), bei der Verkl&auml;rung Jesu spricht Gott aus der Wolke zu den J&uuml;ngern (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us17%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 17,5</a>)&nbsp;und bei seiner Wiederkunft wird der Menschensohn in einer Wolke kommen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas21%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas&nbsp;21,27</a>). F&uuml;r unsere Stelle bedeutet das: Wenn eine Wolke Jesus, den Auferstandenen, aufnimmt, dann geht er damit in Gottes Herrlichkeit ein, von der Immanenz in die Transzendenz, von einem Augenblick auf den anderen.&ldquo;<sup>1&nbsp;</sup></p><h2>Erster&nbsp;Platz&nbsp;im Himmel</h2><p>Die Himmelfahrt Jesu wird in verschiedenen Texten des Alten Testamentes angedeutet oder angek&uuml;ndigt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm68%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 68,19</a>;&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm110%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 110,1</a>). Auch Jesus selbst spricht bereits vor seinem&nbsp;Tod davon (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes7%2C33-34" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 7,33-34</a>).</p><blockquote><p>Das macht deutlich, dass&nbsp;die Himmelfahrt Jesu&nbsp;wie die Ereignisse von Weihnachten und Ostern Teil von Gottes&nbsp;Plan ist. Sie ist nicht einfach ein weiterer kirchlicher Feiertag,&nbsp;sondern geh&ouml;rt zentral zu Gottes Handeln mit Jesus Christus und uns Menschen.&nbsp;</p></blockquote><p>Durch die R&uuml;ckkehr zu Gott-Vater hat Jesus seine Daseinsform in gewisser Weise ge&auml;ndert. In der Theologie nennt man die neue Form "Stand der Erh&ouml;hung" (nach dem "Stand der Erniedrigung"). Durch die Himmelfahrt ist dieser "Stand der Erh&ouml;hung" endg&uuml;ltig erreicht worden. Kurz gesagt, mit der Himmelfahrt ist das Ende der Erniedrigung Christ und sein Eingang in die Herrlichkeit gekommen. Der Apostel Paulus beschreibt diese Zusammenh&auml;nge so:</p><p><em>Obwohl&nbsp;Jesus Gott war, bestand er nicht auf seinen g&ouml;ttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb. Deshalb hat Gott ihn in den Himmel gehoben und ihm einen Namen gegeben, der h&ouml;her ist als alle anderen Namen. Vor diesem Namen sollen sich die Knie aller beugen, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind. Und zur Ehre Gottes, des Vaters, werden alle bekennen, dass Jesus Christus Herr ist.</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C6-11" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 2,6-11</a>)&nbsp;<br /><br />
Auch der Apostel Petrus greift diese Tatsache in seiner Pfingstrede auf und bezieht sich dabei auf eine Aussage von K&ouml;nig David aus den Psalmen:</p><p><em>Jetzt sitzt&nbsp;Jesus auf dem h&ouml;chsten Ehrenplatz zur Rechten Gottes im Himmel. Und der Vater hat ihm, wie er es versprochen hat, den Heiligen Geist gegeben, damit dieser &uuml;ber uns ausgegossen wird. So habt ihr es heute selbst gesehen und geh&ouml;rt. Denn David ist nie in den Himmel aufgefahren, und doch hat er gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich auf den Ehrenplatz zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde dem&uuml;tige und sie zum Schemel unter deinen F&uuml;&szlig;en mache. So soll nun jedermann in Israel sicher wissen, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat!</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte2%2C33-36" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 2,33-36</a>).</p><h2>Ziel erreicht</h2><p>Die Himmelfahrt macht deutlich, dass Jesus Christus das Ziel erreicht hat, f&uuml;r das er auf die Welt gekommen ist. Zusammenfassend l&auml;sst sich ihre Bedeutung so erkl&auml;ren:</p><ol><li>Christus sitzt jetzt auf dem Thron zur Rechten Gottes, von wo aus er das Reich Gottes regiert und auch wiederkommt, um die Welt zu richten&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us26%2C64" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 26,64</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Die Himmelfahrt best&auml;tigt, dass Jesu Tod nicht umsonst war, sondern dass wir Menschen durch sein Opfer mit Gott vers&ouml;hnt werden k&ouml;nnen. Christus ist durch seinen Tod und seine Erniedrigung in die himmlische Herrlichkeit zur&uuml;ckgekehrt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte5%2C30-31" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 5,30-31</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Durch die Himmelfahrt haben auch wir als Christen die Hoffnung, &auml;hnlich wie Christus in den Himmel einzugehen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser2%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 2,6</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Die Zeit der Erh&ouml;hung Christi ist die Zeit, in der Christus f&uuml;r seine&nbsp;Nachfolger "die Wohnungen im Hause seines Vaters" vorbereitet (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C2-3" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,2-3</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Die Zeit der Erh&ouml;hung umfasst au&szlig;erdem die Zeitspanne, in der die christliche Gemeinde auf sein Wiederkommen wartet, damit er die noch ausstehende Vollendung des Reiches Gottes zu einem Abschluss bringt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper3%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 3,20</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung1%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 1,9</a>).</li></ol><p><sup>1</sup><span class="small">H.W. Neudorfer, Apostelgeschichte, 1. Teil aus:&nbsp;Edition C, Bibelkommentar, H&auml;nssler Verlag 2000, Holzgerlingen,&nbsp;S. 21</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">ERF.de Redaktion</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565573.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[ERF.de Redaktion]]></author>
      <pubDate>Thu, 14 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gemeinsam auf Lebensreise]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie kann die Lebensreise als Paar auf Dauer gelingen? 5 Ehegeheimnisse, die du so wahrscheinlich noch nicht kennst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1127309.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nadine Rupprecht /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Jedes Paar hofft darauf, eine gl&uuml;ckliche Ehe zu f&uuml;hren, wenn es sich vor dem Altar das Ja-Wort gibt. Dabei untersch&auml;tzen viele die Herausforderungen, die ihnen auf ihrem Eheweg begegnen werden. Klar, man verspricht sich, in guten und in schlechten Zeiten beieinander zu bleiben. Aber, letztlich hofft jedes Paar, dass die schlechten Zeiten an ihm vorbeigehen werden.</p><p>Aber eines ist klar: Kein Paar ist vor Herausforderungen sicher. Jede Ehe bringt sie mit sich, wenn auch oft ganz andere als erwartet. Viele Eheratgeber besch&auml;ftigen sich damit, wie man diesen Herausforderungen im Paaralltag begegnen kann. Da geht es unter anderem um Streitkultur, die eigene Herkunftsfamilie, gemeinsame Werte und Finanzen.</p><p>Doch es lohnt sich, &uuml;ber diese speziellen Themen hinaus auch &uuml;bergeordnete Prinzipien f&uuml;r eine gelingende Ehe zu kennen. Zehn solcher &bdquo;Ehegeheimnisse&ldquo; nennt der Theologe, Paarberater und Autor Heiko Kienbaum in seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/117779" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Was Paare gl&uuml;cklich macht: Die 10 Geheimnisse der Liebe vom Pastor2Go&ldquo;</a>. F&uuml;nf davon habe ich herausgegriffen und stelle sie im Folgenden vor.</p><p>Dabei folge ich im Kern den Gedanken aus Kienbaums Buch, greife aber auch auf eigene Erfahrungen zur&uuml;ck und pr&auml;sentiere die Tipps daher in anderer Reihenfolge als im Buch.</p><h2><strong>1. Packt und ordnet eure Lebensrucks&auml;cke!</strong></h2><p>Niemand w&uuml;rde nur mit einem M&uuml;sliriegel zu einer gr&ouml;&szlig;eren Bergtour aufbrechen. Und keiner, der halbwegs bei Trost ist, schleppt f&uuml;r einen Stadtbummel Schlafsack und Isomatte mit. Ob wir in den Urlaub fahren, wandern gehen oder einen Tagesausflug unternehmen: wir &uuml;berlegen normalerweise vorher, was wir daf&uuml;r brauchen und was nicht. Entsprechend packen wir.</p><p>Doch viele Paare machen sich nicht bewusst, welche Ausr&uuml;stung in ihr Gep&auml;ck geh&ouml;rt, wenn sie in eine Ehe starten. Mehr noch: Vielfach ist ihnen auch nicht klar, welcher Ballast bereits in ihren Lebensrucks&auml;cken steckt &ndash; Glaubenss&auml;tze aus der Kindheit, Verletzungen aus fr&uuml;heren Beziehungen, Anspr&uuml;che an sich selbst und den anderen, aber auch k&ouml;rperliche oder finanzielle Einschr&auml;nkungen.</p><p>Das ist unproblematisch, solange der Weg eben ist und keine Steigungen auftauchen. Aber nach ein paar Jahren auf Ehetour f&auml;llt m&ouml;glicherweise im Akutfall auf, dass das Erste-Hilfe-Set fehlt. Dann ist guter Rat oft teuer.</p><p>Ob ihr als Paar erst auf Ehetour startet oder nach Kinderphase und Arbeitsleben eine neue Etappe auf eurem gemeinsamen Lebensweg ansteht, es lohnt sich zu kl&auml;ren: Was bringst du mit, was ich? An wertvollen Ressourcen, aber auch an Ballast? Wo tr&auml;gt einer mehr und der andere kann ein Paket aus dem Lebensrucksack des anderen mittragen?</p><p>Diese Fragen k&ouml;nnt ihr euch immer wieder stellen. Eine regelm&auml;&szlig;ige Bestandsaufnahme eures Proviants und eurer Ausr&uuml;stung hilft euch zu sehen, wo ihr gerade steht. Vielleicht hat sich Groll als Ballast in eurem Rucksack angesammelt. Oder eure Lebensumst&auml;nde haben sich so ge&auml;ndert, dass einer nun schwerer tr&auml;gt als gut f&uuml;r ihn ist. Dann ist es dran, Lasten umzuschichten oder gar etwas auspacken und zur&uuml;cklassen.</p><blockquote><blockquote class="noshare"><p><em>Der ehrliche Blick des anderen in den eigenen Lebensrucksack kann helfen, Unn&ouml;tiges oder Belastendes daheim- und loszulassen und befreiter zusammen auf Tour zu gehen.</em></p></blockquote></blockquote><p>Wenn du den Inhalt deines Lebensrucksacks durchgehst, merkst du zum Beispiel, wo dich vergangene Erlebnisse noch belasten und du anderen Menschen noch etwas nachtr&auml;gst. Das macht zum einen deinen Lebensrucksack schwer und kann zum anderen die Beziehung zu deinem Partner negativ pr&auml;gen, weil du unterbewusst auch ihm oder ihr mit Misstrauen begegnest.</p><p>Hier ist es befreiend belastende Erfahrungen aufzuarbeiten, alte Verletzungen zu vergeben und den damit verbundenen Ballast loszulassen.</p><p>Ihr erkennt aber auch, welche Ressourcen ihr als Paar habt. Wenn ihr als Paar beide gut verdient, ist das Ziel Eigenheim leichter zu bew&auml;ltigen, als wenn ihr erhebliche finanzielle Belastungen zu tragen habt. Auch der gemeinsame Glaube und eine solide Gesundheit sind guter Proviant im Rucksack. Hat dein Partner dagegen eine chronische Krankheit, muss diese als Gep&auml;ck bei euren Pl&auml;nen mitber&uuml;cksichtigt werden &ndash; von Anfang an und auch w&auml;hrend eurer gemeinsamen Tour.</p><p>Wenn ihr verantwortungsbewusst mit eurem und dem Lebensrucksack eures Partners umgeht, senkt ihr das Risiko, dass euch mitten auf eurer Ehetour die Puste ausgeht.</p><h2><strong>2. Mache deinen Partner gro&szlig;!</strong></h2><p>&bdquo;Make America great again!&ldquo; Mit diesem Slogan wurde Donald Trump zweimal Pr&auml;sident der USA. Man kann Trump viel vorwerfen, aber eines hat er erkannt: Menschen wollen, dass man sie oder etwas, das ihnen wichtig ist, gro&szlig;macht. Deswegen hat sein Wahlslogan funktioniert, obwohl er faktisch eher sich selbst im Blick hat als sein Land.</p><p>In einer Ehe handeln wir unbewusst oft &auml;hnlich. In der Verliebtheitsphase finden wir gar nicht genug positive Worte &uuml;ber den anderen. Das h&auml;lt bis zum Ja-Wort und vielleicht etwas dar&uuml;ber hinaus. Dann kehrt der Alltag ein. Pl&ouml;tzlich kritisieren wir den anderen mehr, als ihn zu loben.</p><p>Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Aber eventuell entdeckst du wieder neu, was f&uuml;r einen gro&szlig;artigen Menschen du geheiratet hast, wenn du beschlie&szlig;t deinen Partner gro&szlig;zumachen und den Blick neu auf seine positiven Eigenschaften richtest.</p><p>Doch zun&auml;chst einmal musst du ehrlich mit dir sein. Wo erhoffst du dir vom anderen, dass er dir einen Selbstbewusstseins-Boost verschafft, indem er dich lobt oder dir zeigt, was f&uuml;r ein besonderer Mensch du bist? Und wann lobst du den anderen nur, damit er auch dein Ego t&auml;tschelt? Oft h&ouml;rt die gegenseitige Wertsch&auml;tzung da auf, wo beide merken: Er oder sie f&uuml;llt meinen Mangel nicht aus. Doch dazu war der andere nie gedacht.</p><blockquote class="noshare"><p><em>Ihr seid beide von Gott dazu berufen, einander zu ermutigen, zu loben und zu best&auml;rken (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Thessalonicher5%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Thessalonicher 5,11</a>), aber nicht um die L&ouml;cher des jeweils anderen zu stopfen. Das funktioniert n&auml;mlich nicht.</em></p></blockquote><p>Besser ist es, sich auch in einer Ehe bewusst um sich selbst und die eigene Zufriedenheit zu k&uuml;mmern. Gehe die Punkte an, wo du selbst eine Ver&auml;nderung bewirken kannst, und teile Gott mit, wo du an M&auml;ngeln in deinem Leben, die du nicht beheben kannst, zu zerbrechen drohst. Das kann eine unbefriedigende Arbeitsstelle sein, eine chronische Krankheit, fehlende Freundschaften oder andere Dinge.</p><p>Dann schau mit neuem Blick auf deinen Partner! Was kann er oder sie? Was bringt er oder sie in eure Partnerschaft ein? Durch die eigene Pers&ouml;nlichkeit oder auch durch das Handeln? Und nun nimm dir vor, das Engagement des anderen regelm&auml;&szlig;ig zu w&uuml;rdigen &ndash; und zwar schon im Kleinen.</p><p>Mein Mann kocht beispielsweise abends immer f&uuml;r uns, doch oft vergesse ich, ihm daf&uuml;r zu danken. Denn letztlich geh&ouml;rt es zu unserer Arbeitsteilung. Aber wie sehr freut er sich, wenn ich Danke sage. Und wenn er mich lobt, dass ich die W&auml;sche gemacht habe, wachse ich ein St&uuml;ck.</p><p>Deinen Partner gro&szlig;zumachen, geht allerdings noch einen Schritt weiter. Denn dass Lob wichtig ist und dem anderen guttut, ist uns oft bewusst. Entscheidend ist aber auch, den anderen auch zu ermutigen und das Potenzial zu sehen, das in ihm schlummert. Manchmal braucht der andere hier eine Schulter zum Ausheulen, manchmal eher einen kleinen Schubs in die richtige Richtung.</p><p>Wie k&ouml;nnte das aussehen? Vielleicht ermutigst du deinen Partner, sich beruflich weiterzuentwickeln, auch wenn es finanzielle Unsicherheit mit sich bringt. Sei pr&auml;sent und tr&ouml;ste, wenn der andere nicht mehr an sich glaubt, weil er keinen Erfolg sieht oder gescheitert ist. Und w&uuml;rdige den anderen als Menschen und nicht nur das, was er in die Beziehung einbringt.</p><p>Wo kannst du heute deinen Partner gro&szlig;machen &ndash; im Gro&szlig;en oder Kleinen? Gehe einen ersten Schritt und sei gespannt, wie sich das auf eure Beziehung auswirkt. Oft erweist sich folgendes Sprichwort als wahr: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.</p><h2><strong>3. Habt gemeinsame Tr&auml;ume!</strong></h2><p>Ich habe es bereits erw&auml;hnt: Eine Ehe ist eine lange Reise. Und im besten Fall lauft ihr nicht nur gemeinsam los, sondern habt auch ein Ziel vor Augen. Vermutlich habt ihr schon eine grobe Richtung: Ihr wollt, dass eure Ehe gelingt und lange h&auml;lt.</p><p>Doch es kann helfen, als Paar neben diesem allgemeinen Ziel auch gemeinsame Visionen zu entwickeln, denn das gibt eurem Leben eine Richtung. Oft l&auml;uft das Leben als Paar so ab, dass man bestimmte Stationen vor Augen hat, die es zu durchlaufen gilt: Verlobung, Hochzeit, Kinder, Eigenheim.</p><p>Aber was, wenn das alles erreicht ist? L&auml;uft das Leben dann die n&auml;chsten Jahrzehnte ohne gro&szlig;e Ziele weiter? Und was ist, wenn einer dieser Tr&auml;ume platzt &ndash; weil die Kinder auf sich warten lassen oder die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung macht? Wohl dem Paar, das dar&uuml;ber hinaus eine Vision f&uuml;r das gemeinsame Leben hat. Das k&ouml;nnen ganz einfache Dinge sein wie: Wir wollen offen f&uuml;r Neues sein. Oder: In unserem Zuhause ist immer Platz f&uuml;r andere.</p><p>Mein Mann und ich haben uns entschieden, Paarbeziehungen zu f&ouml;rdern. Deswegen engagieren wir uns im Eheteam unserer Gemeinde. Gleichzeitig haben wir jeder eigene Lebenstr&auml;ume, bei denen wir uns unterst&uuml;tzen. So &uuml;bernimmt mein Mann viele Hausarbeiten, damit ich Zeit f&uuml;rs Romaneschreiben habe, und ich unterst&uuml;tze, dass er f&uuml;r den Arbeitsweg am liebsten das Rad nimmt, auch wenn es hier und da l&auml;nger dauert.</p><p>Eine gemeinsame Vision kann euch nicht nur eine Richtung geben, sondern auch kurzfristige Entscheidungen erleichtern. Vielleicht ist euch Gastfreundschaft sehr wichtig und ihr wollt euren G&auml;sten etwas Besonderes kochen. Dann plant ihr daf&uuml;r entsprechend Zeit ein. Oder ihr seid eher spontan und Bewegung im Freien ist euch wichtig. Dann sucht ihr eher eine Wanderroute f&uuml;r euch und eure Freunde raus.</p><blockquote class="noshare"><p>Wie ihr merkt, stecken hinter jeder Entscheidung Werte. Schon deshalb lohnt es sich, als Paar dar&uuml;ber zu sprechen, wie man die gemeinsame Lebenszeit verbringen will &ndash; und zwar nicht nur einmal, sondern immer wieder.</p></blockquote><p>Denn Lebenstr&auml;ume k&ouml;nnen sich &auml;ndern oder haben Auswirkungen aufeinander.</p><p>Dabei kann helfen, euer Leben vom Ende her zu betrachten. Was soll auf eurem Grabstein stehen? Wof&uuml;r wollt ihr bekannt sein &ndash; einzeln und als Paar? Wenn ihr merkt, dass das nicht mit dem zusammenpasst, wie ihr euren Alltag gestaltet, k&ouml;nnt ihr die Weichen noch umstellen. Je mehr Leben hinter euch liegt, desto schwieriger wird das.</p><h2><strong>4. Fokussiert euch auf das Wichtigste!</strong></h2><p>In jeder Ehe gibt es bestimmte Schwerpunkte &ndash; und manchmal sind es andere, als uns eigentlich guttun w&uuml;rden. Hier kann euch eine Bestandsaufnahme helfen: Was ist euch in eurer Ehe wichtig? Was ist jedem einzelnen von euch wichtig? Und wisst ihr das &uuml;berhaupt voneinander?</p><p>Als &Uuml;bung k&ouml;nnt ihr jeder f&uuml;r euch einen Lebensbaum zeichnen. Gro&szlig;e Lebensbereiche wie Arbeit, Freundschaften, Familie, Gemeinde und Ehrenamt sind die dicken &Auml;ste, einzelne Beziehungen oder Projekte die Zweige. Schnell werdet ihr sehen: Euer Leben ist ganz sch&ouml;n vielf&auml;ltig und bunt &ndash; und wenn ihr das beide so wollt, ist das erstmal gro&szlig;artig.</p><p>Doch oft leidet die Ehe darunter, wenn andere Lebensbereiche wie Hobbies, Job oder private Verpflichtungen viel Zeit und Raum einnehmen. Denn eure Zeit und Energie ist begrenzt. Auch kann es vorkommen, dass Bereiche vertrocknen und es dran w&auml;re, sie wegzuschneiden und so neues Wachstum erm&ouml;glichen. Wo sind eure Lebensb&auml;ume ausgeufert? Wo braucht es einen klaren R&uuml;ckschnitt, damit das Wichtigste wieder neue Kraft bekommt?</p><p>Auch die Bibel kennt Bilder vom R&uuml;ckschnitt. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes15%2C1-8" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 15,1-8</a> vergleicht Jesus Gott mit einen Weing&auml;rtner, der bei seinen Nachfolgern Reben wegschneidet, die keine Frucht bringen. Dieses Bild klingt zuerst hart, so als w&uuml;rde Gott alles in unserem Leben ausmerzen, was nicht genug Ertrag bringt.</p><p>Vielleicht musst du ein geliebtes Hobby zeitlich begrenzen oder zeitweilig aufgeben, damit Kraft und Zeit f&uuml;r deine Ehe und deine Kinder bleibt. Eventuell ist ein Karriereschritt nicht m&ouml;glich, weil er &Uuml;berstunden, viele Reisen oder einen Umzug erfordern w&uuml;rde, der euch als Paar oder Familie schaden w&uuml;rde</p><p>Es kann aber auch befreiend verstanden werden: Gott hilft uns, den Dingen wieder neu Raum zu geben, die uns st&auml;rken und uns und anderen guttun, und hilft uns zu erkennen, wo Dinge uns mehr schaden als nutzen.</p><blockquote><p>Wo ist bei dir oder euch als Paar ein R&uuml;ckschnitt erforderlich? Was ist f&uuml;r euch das Wichtigste und was k&ouml;nnte euch helfen, euch darauf zu fokussieren?</p></blockquote><h2><strong>5. Erkennt und verteidigt den Wert eurer Beziehung!</strong></h2><p>Dies bringt mich zum letzten Ehegeheimnis: Dem Wert eurer Beziehung. Gerade in langj&auml;hrigen Beziehungen kann es passieren, dass ihr euren Partner irgendwann als Teil eures Lebensinventars betrachtet. Wie euer Sofa, der Kleiderschrank oder der Herd in der K&uuml;che.</p><p>Euer Partner ist da und erf&uuml;llt seinen Zweck, doch irgendwann seht ihr nur noch die kleinen Macken, die sich im Laufe der Jahre eingeschlichen haben, statt den eigentlichen Wert. Mal wieder das Holz aufpolieren? Lohnt sich nicht. Eine Behandlung mit Polsterreiniger? Viel zu anstrengend. Und dann entdeckt ihr in einem schwedischen M&ouml;belhaus dieses schicke neue Sofa und es ist um euch geschehen.</p><p>Nat&uuml;rlich hinkt das Beispiel, und nur, weil du den Wert deines Partners aus dem Blick verloren hast, l&auml;sst du dich hoffentlich nicht direkt auf eine Aff&auml;re ein. Aber es ist leider oft der erste Schritt. Egal, wie attraktiv, nett oder intelligent dein Partner ist und wie verliebt du warst, als ihr euch das Ja-Wort gabt, irgendwann hast du dich an ihn gew&ouml;hnt.</p><p>Gew&ouml;hnung ist dabei nicht per se etwas Schlechtes. Denn sie schafft Vertrautheit &ndash; und diese hat einen hohen Wert. Aber wenn ihr dem aufregenden Anfang eurer Beziehung hinterhertrauert, statt den Wert dieser Vertrautheit zu erkennen, wird es problematisch. Vor allem wenn ihr der Werbel&uuml;ge aufsitzt: Neu ist automatisch besser. Bei Beziehungen ist es n&auml;mlich genau umgekehrt. Jedes gemeinsam verbrachte Jahr ist eine Investition, die ihr beide erbringt und die bei einer Trennung verlorengeht.</p><p>Was f&uuml;hrt neben Gew&ouml;hnung noch dazu, dass du den Wert deines Partners aus den Augen verlierst? Wenn Liebe f&uuml;r dich mehr ein Gef&uuml;hl ist als eine Entscheidung.</p><blockquote><p><em>Jede Langzeitbeziehung beruht auf einer Entscheidung f&uuml;r den Partner, nicht nur einmal vorm Altar, sondern immer wieder und das auch in schwierigen Zeiten.</em></p></blockquote><p>Es kann auch sein, dass ihr nachl&auml;ssig mit eurer Beziehung geworden seid. F&uuml;r B&uuml;ro und Kinder gebt ihr beide euer Bestes, aber abends zu zweit auf dem Sofa ist nicht mehr viel Energie da. Das Makeup ist verblasst, das Deo aufgebraucht. Alle anderen sehen die beste Version von euch, aber euer Partner kriegt nur, was &uuml;brigbleibt &ndash; an Zeit, an Energie, an Aufmerksamkeit.</p><p>Nat&uuml;rlich l&auml;sst sich das nicht vermeiden &ndash; und es ist auch gut, wenn man beim Partner ausspannen und man selbst sein kann. Aber wenn schlechte Laune, Jogginghose und Ersch&ouml;pfung der Dauerzustand sind, in dem dein Partner dich erlebt, frag dich mal ehrlich, ob du das m&ouml;chtest und wie das eure Beziehung beeinflusst.</p><p>Wo hast du den Wert deines Partners aus dem Blick verloren? Was k&ouml;nntest du tun, um wieder neu in eure Beziehung zu investieren? Wo w&auml;ren gemeinsame Schritte dran, um euch gegenseitig neu zu zeigen, was ihr euch gegenseitig bedeutet? Und vielleicht geht ihr dann ja gemeinsam neue M&ouml;bel kaufen, um euch zu zeigen: Wir sind es uns wert!</p><h3>ERF Jess Podcast zum Thema</h3><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/ehe-real-life-edition/59852"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/ehe-real-life-edition/59852" title="Ehe: Real Life Edition &amp;ndash; Glaube trifft Beziehung">Ehe: Real Life Edition &ndash; Glaube trifft Beziehung</a></section><p><br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17337956.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 11 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Suche nach dem heilsamen Klang]]></title>
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      <description><![CDATA[Geigenbauer Martin Schleske sieht sein Handwerk als Berufung. Denn: Musik ist heilsam. Ein Porträt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010107.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tamás Tokos /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><blockquote><p>Ich m&ouml;chte besser werden als Stradivari oder herausfinden, warum es nicht geht.</p></blockquote><p>Mit diesem steilen Vorsatz hat Martin Schleske vor vielen Jahren die Lehre an der Geigenbauschule in Mittenwald begonnen. Heute ist Schleske ein bekannter Geigenbauer, Physiker und Buchautor. In seinen B&uuml;chern verbindet er Erkenntnisse aus Musik und Geigenbau mit dem geistlichen Leben als Christ.</p><p>Doch wer ist der bekannte Geigenbauer und wie kam es dazu, dass Martin Schleske heute sein Leben dem Geigenbau widmet?</p><h2><strong>Eine Kindheit voller Musik</strong></h2><figure class="image right"><img alt="Martin Schleske und sein Pferd Damiano" height="798" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010108.jpg" width="808" /><figcaption>Entspannung findet Geigenbauer Martin Schleske bei den Pferden. (Bild: Martin Schleske)</figcaption></figure><p>Musik spielt schon in Martin Schleskes Kindheit eine gro&szlig;e Rolle. Mit sieben Jahren lernt er Geige, auch der Rest der Familie ist musikalisch. Am Sonntag machen sie gemeinsam Hausmusik: sein Vater an der Querfl&ouml;te, die Mutter am Klavier, die Schwester am Cello und der junge Martin an der Geige. Martin Schleske lernt die Musik zu lieben und tritt sp&auml;ter als E-Gitarrist einer Rockband bei. R&uuml;ckblickend sagt Schleske, in seiner Kindheit habe es &bdquo;eigentlich jeden Tag Musik&ldquo; gegeben.</p><p>Doch f&uuml;r Martin ist die Musik nicht nur ein Zeitvertreib. Ihm geht es darum &bdquo;die Qualit&auml;t des Klanges zu suchen&ldquo; und so schmei&szlig;t er mit 17 Jahren die Schule und bewirbt sich an der Geigenbauschule in Mittenwald. F&uuml;r die Eltern, der Vater Professor, die Mutter Lehrerin, ist dies zun&auml;chst ein Schock.</p><p>Aber Schleske wei&szlig;, er will mit den H&auml;nden arbeiten, k&uuml;nstlerisch kreativ t&auml;tig sein. Und die T&uuml;ren in Mittenwald gehen auf. Obwohl die ber&uuml;hmte Geigenbauschule damals von Bewerberinnen und Bewerbern nahezu &uuml;berschwemmt wird (unter 1.200 Bewerbern k&ouml;nnen sie nur etwa 12 St&uuml;ck pro Jahr annehmen), geh&ouml;rt Schleske zu den Gl&uuml;cklichen und startet als Lehrling.</p><h2>Eine Gotteserfahrung &bdquo;hell wie ein Kinofilm&ldquo;</h2><p>Neben der Musik gibt es eine zweite wichtige Pr&auml;gung, die in Martin Schleske Kindheit beginnt und ihn sein Leben lang begleitet. Als Austauschsch&uuml;ler f&auml;hrt er mit 13 Jahren auf ein christliches Jugendcamp auf der Isle of Arran in Schottland.&nbsp;Schleske ist von seinem Elternhaus her nicht religi&ouml;s, doch in dem Jugendcamp hat er eine tiefe Gotteserfahrung. Noch heute spricht er davon, dass die Tage dort &bdquo;hell wie ein Kinofilm und in der Erinnerung kaum verblasst sind.&ldquo;</p><p>Er macht einen Anfang mit Jesus und bekommt eine englische Bibel geschenkt. Dann geht es wieder nach Hause. Die Eltern k&ouml;nnen mit dem neugefundenen Glauben ihres Spr&ouml;sslings nichts anfangen und sind hellauf entsetzt. Am Mittagstisch gibt es nun fast t&auml;glich Diskussionen und der Vater setzt Martin mit Fragen zu. Doch anstatt seinen Glauben aufzugeben, liest dieser treu in der Bibel.</p><p>Von einer Bekannten seines Jugendleiters aus dem Camp hat er per P&auml;ckchen eine deutsche Bibel zugeschickt bekommen und h&uuml;tet diese wie einen Schatz. Nach Streitgespr&auml;chen mit dem Vater z&uuml;ndet Martin in seinem Zimmer eine Kerze an und liest in dieser Bibel. R&uuml;ckblickend sagt er: &bdquo;Ich hatte oft das Gef&uuml;hl, als ob jemand hinter mir steht, der mir erkl&auml;rt, was ich da lese.&ldquo; Ein bis zwei Jahre vergehen, ehe Martin Schleske eine Gemeinde besucht, aber sein Glaube w&auml;chst ebenso stark wie seine Liebe zur Musik.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich hatte oft das Gef&uuml;hl, als ob jemand hinter mir steht, der mir erkl&auml;rt, was ich da lese.</p></blockquote><p><em><strong>Geigenbauer Martin Schleske</strong></em></p><h2>&bdquo;Was macht eine gute Geige aus?&ldquo;</h2><p>In der Geigenbauschule angekommen, hei&szlig;t es f&uuml;r den Lehrling Schleske erstmal, das Handwerk zu lernen. Der Beruf eines Geigenbauers erfordert Geduld, handwerkliches K&ouml;nnen, Genauigkeit, Disziplin und Konzentration. R&uuml;ckblickend sagt Schleske, dass es f&uuml;r ihn wichtig war, zun&auml;chst die Schablonenhaftigkeit des Handwerks zu erlernen, &bdquo;um sich sp&auml;ter frei bewegen zu k&ouml;nnen&ldquo;.</p><p>Doch schon jetzt besch&auml;ftigen ihn tiefergreifende Fragen. Schleske m&ouml;chte nicht nur Standard-Geigen bauen. Er will wissen, wie er Geigen bauen kann, die einer Stradivari nahekommen. Ihn bewegt die Frage: &bdquo;Was macht eine gute Geige aus?&ldquo; Seine Lehrer treibt er mit diesen Fragen fast zur Verzweiflung, einige f&uuml;hlen sich davon regelrecht provoziert. Denn sie merken, sie k&ouml;nnen ihm nicht die Antworten geben, die er sucht.</p><p>Schleske aber l&auml;sst nicht locker. Mit viel Flei&szlig; baut er sieben bis acht Stunden am Tag in der Geigenbauschule an Geigen, um nach Feierabend in seiner eigenen Werkstatt an eigenen Projekten weiterzubauen. Nach der Gesellenpr&uuml;fung l&auml;dt ihn sein ehemaliger Physiklehrer ein, bei einem Forschungsprojekt mitzumachen. Diese Erfahrung wird wegweisend f&uuml;r Schleskes beruflichen Werdegang.</p><p>Der Lehrer ist ein ber&uuml;hmter Klang-Forscher und f&uuml;hrt ihn an die Modal- und Spektralanalyse heran. Zwei Jahre arbeitet Schleske f&uuml;r den Physiker und macht die Schwingungen von Geigen sichtbar. Als er diesem sagt, er wolle auch verstehen, was er hier anwendet, sagt dieser: &bdquo;Wenn du das verstehen willst, musst du Physik studieren.&ldquo;</p><h2>Geigenbau und Schreiben als Form des Gebets</h2><p>Gesagt, getan. Schleske will nicht nur Geigen mit vortrefflichem Klang bauen k&ouml;nnen, er m&ouml;chte ihren Klang auch verstehen. Also macht er das Abitur nach und meldet sich zum Physikstudium an. Dabei ist sein Ziel aber nie, sp&auml;ter einmal als Physiker zu arbeiten, sondern er will allein die Physik der Geige besser verstehen.</p><p>Dieser Reiz, die Dinge zu ergr&uuml;nden, pr&auml;gt Schleskes ganzes Leben. Er sagt von sich selbst, dass er das Leben erforschen und ergr&uuml;nden will. Als Geigenbauer und Christ geh&ouml;ren f&uuml;r ihn ganz besonders die Geige und die Bibel dazu.</p><p>Heute ist Martin Schleske ein weltweit gefragter Geigenbauer. In seiner Geigenbauwerkstatt in Landsberg am Lech stellt er Geigen, Bratschen und Celli her. Seine Geigenbauwerkstatt hat eine besondere Geschichte, denn das Haus, in dem Schleske heute seine Geigen baut, war fr&uuml;her ein Gebetshaus. F&uuml;r Schleske ist das nur passend:&nbsp;</p><blockquote><p>Dass eine Geige entsteht, ist das Gebet der H&auml;nde.</p></blockquote><p>Das Handwerk des Geigenbaus hat f&uuml;r Schleske eine tiefreligi&ouml;se Facette. Konkurrenz bei diesem Gebet der H&auml;nde macht ihm seit einigen Jahren auch das Schreiben. Auch dabei erlebt Schleske eine ganz tiefe Verbindung zu Gott: &bdquo;Die intensivste Art von Beten ist f&uuml;r mich oft die mit dem Stift in der Hand. Das Allermeiste in meinen B&uuml;chern habe ich nur geschrieben, weil ich es geh&ouml;rt habe.&ldquo;</p><h2>Ein genaues Handwerk voller Liebe zur Sch&ouml;nheit</h2><p>Gleichzeitig ist sein Handwerk auch genau das &ndash; ein Handwerk. &Uuml;ber 200 Arbeitsschritte sind n&ouml;tig, damit eine Geige entsteht. Alle diese Arbeitsschritte erfordern K&ouml;nnen und Genauigkeit. Das beginnt schon bei der Auswahl des Holzes. F&uuml;r eine Geige werden &uuml;blicherweise Bergfichten aus einer H&ouml;he von 1.700 bis 1.800 Metern H&ouml;he verwendet. Das beste Holz findet sich im Alpenraum. Doch auch hier ist unter hunderten St&auml;mmen nur ein &bdquo;S&auml;ngerstamm&ldquo;.</p><p>So werden St&auml;mme genannt, die einen ganz besonderen Klang haben und sich als Holz zum Geigenbau eignen. Bis heute ist nicht bis ins Detail erforscht, was einen S&auml;ngerstamm von anderen St&auml;mmen unterscheidet. Fr&uuml;her hat Schleske das Holz f&uuml;r seine Geigen noch selbst geschlagen, heute w&auml;hlt er es bei H&auml;ndlern aus. &bdquo;Das Holz gibt sich mir zu erkennen&ldquo;, so beschreibt er seine Auswahl des richtigen Holzes.</p><p>Doch vom Holz bis zur Geige ist es ein weiter Weg. Auf Zehntelmillimeter genau muss Schleske hier arbeiten. Denn schon die kleinste Ver&auml;nderung kann den Klang deutlich ver&auml;ndern. Aber, und auch das gibt Schleske offen und mit einer gewissen Genugtuung zu:</p><blockquote class="noshare"><p>60 Prozent der Arbeiten im Geigenbau haben keine Bedeutung f&uuml;r den Klang, sondern geschehen nur, um ein sch&ouml;nes Instrument zu fertigen.</p></blockquote><p>Sch&ouml;nheit ist Schleske wichtig. Denn nur durch die Sch&ouml;nheit des Instruments sp&uuml;rt der Musiker am Ende den n&ouml;tigen Respekt dem Musikinstrument gegen&uuml;ber.</p><h2>Klang als &bdquo;Ausdrucksmedium der Seele&ldquo;</h2><p>Insgesamt sollten Dinge nicht immer n&uuml;tzlich sein m&uuml;ssen, so Schleskes Ansicht. Er ist &uuml;berzeugt: &bdquo;Wenn der Mensch &sbquo;Ich muss&lsquo; sagt, wendet er sich von Gott ab.&ldquo; Und so sucht er kreative Bet&auml;tigung auch im Malen, wo im Gegensatz zum Geigenbau am Ende nichts Vorzeigbares herauskommen muss.</p><p>Ruhe und Kraft tankt er auch&nbsp;in der Natur und bei den Pferden.&nbsp;Das ist f&uuml;r Schleske wichtig, denn er erlebt sich selbst oft als &bdquo;Grenzg&auml;nger am Rande seiner Kraft&ldquo;. Deswegen sind f&uuml;r ihn Phasen der Besinnung essenziell, aber f&uuml;r ihn steht auch fest: &bdquo;Unsere Berufung darf uns auch Kraft kosten.&ldquo; Ihm jedenfalls l&auml;sst es keine Ruhe, wenn ihm mal eine Geige nicht gelingt.</p><p>Doch das Wichtigste ist am Ende, dass seine Instrumente auch gespielt werden. F&uuml;r ihn ist Klang &bdquo;ein Ausdrucksmedium der Seele&ldquo;, das uns gerade in Momenten ber&uuml;hrt, wenn alles schwierig ist. Deshalb sucht Schleske heute nicht mehr nur nach einem guten, sondern &bdquo;nach einem heilsamen Klang&ldquo;.</p><blockquote class="noshare"><p>Klang ist ein Ausdrucksmedium der Seele. Ich suche nach einem heilsamen Klang.</p></blockquote><p><em><strong>Geigenbauer Martin Schleske</strong></em><br />
&nbsp;</p><p>Ein Musiker m&ouml;chte, &bdquo;dass Menschen anders aus einem Konzert rausgehen, als sie gekommen sind.&ldquo; Sein pers&ouml;nliches Ziel als Geigenbauer ist es, Instrumente zu bauen, die das erm&ouml;glichen. Wenn er kann, w&uuml;rde er das gerne noch bis zu seinem 85. Lebensjahr tun. Denn dann m&ouml;chte er hoffentlich seine beste Geige bauen.<br /><br /><span class="small"><em>Alle Zitate von Martin Schleske stammen aus dem <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/calando/herztoene-vom-klang-des-lebens/1127-3499" target="_blank">Radiointerview &bdquo;Herzt&ouml;ne &ndash; Vom Klang des Lebens&ldquo;</a>.&nbsp;</em></span></p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16274274.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 09 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit den Händen im Teig]]></title>
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      <description><![CDATA[Was hat Handwerk mit dem Lauf des Lebens zu tun? Beim Backen lernt Simona Geduld und Vertrauen in den Prozess.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126571.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© A.Lehmann/ERF Medien e.V., <a href='http://gettyimages.com/Mr.Timoty,Syuzanna' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Mr.Timoty,Syuzanna</a></figcaption></figure><p>Gl&uuml;ck f&uuml;hlt sich f&uuml;r mich so an:&nbsp;Ich stehe in meiner warm beleuchteten K&uuml;che, die H&auml;nde im Teig, mein Backofen brummt leise und sonor,&nbsp;w&auml;hrend er vorheizt. Beim Kneten des Teiges verbinden sich die Zutaten, die sich vor wenigen Minuten noch getrennt in ihren Sch&uuml;sseln befanden.&nbsp;</p><p>500g Mehl w&uuml;rde niemand gern pur essen, aber in Kombination mit weicher Butter, lauwarmer Milch, etwas Zucker, einem halben W&uuml;rfel Hefe, einer Prise Salz und einem Ei entsteht ein wunderbar weicher homogener Teig. Nur wenig sp&auml;ter wird daraus ein hei&szlig;es Blech, gef&uuml;llt mit duftenden Zimtschnecken.&nbsp;</p><h2><strong>Warum Backen so gut tut</strong></h2><p>Ich liebe es, mit meinen H&auml;nden zu arbeiten. Zu f&uuml;hlen, wie sich die Zutaten zu einem Teig verbinden, der weich und geschmeidig in meinen H&auml;nden liegt. Zu riechen, wie Kuchenduft meine K&uuml;che erf&uuml;llt. Ein St&uuml;ck Kuchen zu schmecken.</p><blockquote class="noshare"><p>Alle Sinne sind beteiligt, wenn wir erschaffen, kochen, backen, kreieren.&nbsp;</p></blockquote><p>Wenn ich aber mich und viele meiner Freunde beobachte, kommt es in unserem Alltag immer seltener vor, dass wir unsere H&auml;nde benutzen, um etwas herzustellen.&nbsp;</p><h2><strong>Unsere Welt zwischen Perfektion und Entfremdung</strong></h2><p>Wir genie&szlig;en Mittagessen in der Cafeteria, kaufen Kuchen beim B&auml;cker, holen den Pizzateig aus dem K&uuml;hlregal und den Rotkohl aus dem Glas. So ist es bequemer &ndash; keine Frage &ndash; und der Kuchen vom B&auml;cker sieht so viel appetitlicher aus als mein eigener. Doch zugleich geht uns in dieser Welt der Bequemlichkeit und Perfektion auch etwas verloren.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Denn w&auml;hrend Maschinen uns die Arbeit abnehmen, nehmen sie uns auch die Erfahrung.</p></blockquote><p>Navigationsapps bringen uns ans Ziel, Autokorrekturen gl&auml;tten unsere Texte, Waschmaschinen entscheiden selbst &uuml;ber Temperatur und Schleudern.</p><p>So kommen wir zuverl&auml;ssig an, senden grammatikalisch korrekte Nachrichten, tragen saubere Kleidung &ndash; und verlieren zugleich die Orientierung, das Gef&uuml;hl f&uuml;r Sprache und wundern uns, warum bestimmte Stoffe eingehen.&nbsp;</p><h2><strong>Teig als Lehrer</strong></h2><p>Backen ist eine Wissenschaft: Rezepte sind ausgekl&uuml;gelt und erprobt. Jede Zutat hat ihre Berechtigung. Zucker macht das Geb&auml;ck nicht nur s&uuml;&szlig;, sondern auch saftig. Die Konsistenz der Butter entscheidet dar&uuml;ber, ob die Cookies zerlaufen oder ihre Form behalten. Die Temperatur der Milch bewirkt, ob die Hefe ihre Triebkraft entfalten kann oder sich am Ende gar nichts tut.</p><p>Aber nicht nur die Zutaten bestimmen das Ergebnis. Die Abfolge von Kneten, Warten und Backen ist ebenfalls entscheidend.&nbsp;</p><p>Gerade das Warten f&auml;llt mir manchmal schwer. Der Teig liegt da, scheinbar reglos. Nichts passiert &ndash; und doch geschieht genau jetzt das Entscheidende: Das Gluten entspannt sich, die Hefe arbeitet im Verborgenen. Wenn ich zu fr&uuml;h weitermache, wird der Teig z&auml;h. Wenn ich ihm die n&ouml;tige Zeit lasse, wird er luftig und leicht.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Vielleicht ist es genau das, was mich am Backen so ber&uuml;hrt: dass es mich lehrt, Prozesse auszuhalten, die ich nicht beschleunigen kann.&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Mit den H&auml;nden arbeiten hei&szlig;t Geduld lernen</strong></h2><p>Manchmal kommt mir das Backen vor wie das Leben selbst. Auch dort gibt es Zeiten, in denen wir gefordert werden, in denen es an uns knetet und zieht. Dann gibt es wieder andere Zeiten, in denen scheinbr nichts passiert &ndash; Monotonie, Warten, Ungewissheit.</p><p>Die Bibel verschweigt diese Phasen nicht, im Gegenteil. Sie spricht davon, dass Pr&uuml;fungen Geduld hervorbringt und dass Geduld uns reifen l&auml;sst (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jakobus1%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Jakobus 1,2</a>). Nicht, weil das Leiden an sich gut w&auml;re, sondern weil Gott wei&szlig;, was daraus entstehen kann, und das viele gute Dinge ihre Zeit brauchen, um sich zu entfalten.</p><blockquote class="noshare"><p>Gott als Sch&ouml;pfer wei&szlig; besser als wir, dass beides n&ouml;tig ist: sowohl Druck als auch Ruhe. Bewegung und Stillstand. Kneten und Warten. So wie ein Teig beides braucht, um zu werden, was er sein kann.&nbsp;</p></blockquote><p>Vielleicht brauchen wir in einer Welt voller M&ouml;glichkeiten und Maschinen nicht noch mehr Effizienz, sondern wieder mehr Teig an den H&auml;nden. Mehr Momente, in denen wir sp&uuml;ren, wie unter unseren Fingern etwas entsteht. Momente, die uns lehren, zu warten, loszulassen und zu vertrauen. Vielleicht liegt genau darin ein St&uuml;ck von dem Gl&uuml;ck, nach dem wir so oft suchen. &nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Simona Brandebußemeier</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17335089.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Simona Brandebußemeier]]></author>
      <pubDate>Wed, 06 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ich kann von jedem etwas lernen“]]></title>
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      <description><![CDATA[Moderator Ingo Marx schaut auf 5 Jahre ERF Jess Talkwerk zurück und lädt zum Live-Event Talkwerk Special ein.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128408.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ERF Medien</figcaption></figure><p>F&uuml;nf Jahre, &uuml;ber 400 pers&ouml;nliche Geschichten, unz&auml;hlige bewegende Begegnungen: Im ERF Jess Talkwerk erz&auml;hlen drei G&auml;ste von ihrer pers&ouml;nlichen Geschichte mit Gott. Und das kommt an: Mittlerweile hat sich das ERF Jess Talkwerk als eine der pers&ouml;nlichsten Sendungen im christlichen Medienbereich etabliert.</p><p>Mittendrin ist seit dem ersten Tag Ingo Marx. Als Moderator &ouml;ffnet er den Raum, damit die G&auml;ste ihre Geschichte mit dem Publikum teilen. Anl&auml;sslich von f&uuml;nf Jahren Talkwerk haben wir die Rollen getauscht und ihn selbst einmal interviewt. Er spricht &uuml;ber G&auml;ste, deren Geschichte ihn ganz besonders bewegt haben, &uuml;ber Momente, die er nie vergessen wird, und &uuml;ber das, was ihn selbst tr&auml;gt.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das Talkwerk feiert in diesem Jahr sein f&uuml;nfj&auml;hriges Bestehen. Du bist von Anfang an als Moderator dabei: Was macht dir an deinem Job besonders Spa&szlig;?</strong></p><p>Ingo Marx: Ich finde es ein unbeschreibliches Vorrecht, so viele Menschen zu treffen, die alle Jesus auf ganz individuelle Weise erlebt haben. Ich kann von jedem etwas lernen. Das weitet meinen Horizont und vertieft meinen eigenen Glauben. Besonders beeindruckt mich immer wieder, wie Menschen mitten in Schmerz und Leid ganz besonders Gottes N&auml;he erfahren haben.</p><h2><strong>Gott ist im Grenzbereich zu finden</strong></h2><p><strong>ERF: Du sprichst mit Menschen &uuml;ber die intimsten Momente ihres Lebens &ndash; Krisen, Verlust, Glaubenserfahrungen. Wie bereitest du dich innerlich auf solche Gespr&auml;che vor?</strong></p><p>Ingo Marx: Zum Gl&uuml;ck steht mir eine gro&szlig;artige Redaktion zur Seite, die erste Vorgespr&auml;che mit den G&auml;sten f&uuml;hrt und mir alle wichtigen Informationen zur Verf&uuml;gung stellt. Das ist die Grundlage.</p><p>Ich versuche dann, mich den G&auml;sten und ihren Geschichten nicht nur sachlich, sondern auch emotional zu n&auml;hern und mich selbst von ihrer Geschichte ber&uuml;hren zu lassen. Und ganz ehrlich: Bei aller Erfahrung und Routine bringt mich das manchmal auch an meine Grenzen.</p><p>Vielleicht bin ich dann sogar f&uuml;r einen Moment an dem Ort, an dem die Menschen in ihrer Lebensgeschichte auch waren &ndash; im Grenzbereich. Aber genau dort ist Gott oft zu finden.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wie schaffst du es, deinen G&auml;sten in so kurzer Zeit das Gef&uuml;hl zu geben, wirklich geh&ouml;rt zu werden?</strong></p><p>Ingo Marx: Es w&uuml;rde mich sehr freuen, wenn das so ist. Wichtiger als einzelne Fragen ist es mir immer, Menschen zuzuh&ouml;ren und sie zu verstehen, um dann gezielt nachfragen zu k&ouml;nnen. Ich f&uuml;rchte, das gelingt mir als Moderator oft besser als in den anderen Rollen meines Lebens.</p><p>Als Gastgeber im Talkwerk m&ouml;chte ich nicht Interviewfragen abarbeiten, sondern meinen G&auml;sten helfen, ihre Geschichten so zu erz&auml;hlen, dass zwischen ihnen und unserem Publikum genauso eine echte Begegnung stattfindet wie bei uns im Studio. Nat&uuml;rlich ist da bei mir viel Intuition im Spiel. Aber ich hoffe, dass in dieser Intuition Gottes Geist wirkt. Das ist mein Gebet.</p><h2><strong>Legend&auml;re Momente aus 5 Jahren Talkwerk</strong></h2><p><strong>ERF: In den letzten f&uuml;nf Jahren haben wir im ERF Jess Talkwerk &uuml;ber 400 Geschichten erz&auml;hlen d&uuml;rfen. Welche davon hat dich besonders bewegt?</strong></p><p>Ingo Marx: Das sind so viele. In den letzten Monaten haben mich vor allem die Berichte von Nelli und Delia Walter bewegt. Nelli ist als junge Frau vergewaltigt worden. Dabei wurde sie schwanger. Delia ist die Tochter, die bei dieser Vergewaltigung gezeugt wurde, und heute selbst erwachsen. Wenn solche Frauen trotz allem sagen k&ouml;nnen, dass sie sich als Gottes geliebte Kinder sehen, dann ist das schon etwas Besonderes.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gibt es einen Moment in einer Sendung, den du nie vergessen wirst, vielleicht weil er dich selbst &uuml;berrascht oder aus der Fassung gebracht hat?</strong></p><p>Ingo Marx: Ich habe so manchen legend&auml;ren Moment auf meiner inneren Festplatte abgespeichert. Zum Beispiel die Sendung mit dem Schauspieler Markus Majowski. Wir kannten uns bereits vorher, hatten vorher schon gemeinsame Drehs und Interviews.</p><p>Im Talkwerk aber hat er meine Moderationsf&auml;higkeiten auf eine harte Probe gestellt: Zun&auml;chst mit der augenzwinkernden Bemerkung, dass ich ihm nicht so dumme Fragen stellen w&uuml;rde, wenn ich ihm besser zugeh&ouml;rt h&auml;tte. Gegen Ende der Sendung drehte er dann den Spie&szlig; um und stellte mir theologische Fragen. Markus hat mich ganz sch&ouml;n ins Schwitzen gebracht. Manche Kommentatoren bei YouTube zeigten echtes Mitleid mit dem &bdquo;armen Moderator&ldquo;. Falls du das mal liest, Markus: Ganz liebe Gr&uuml;&szlig;e!</p><h2><strong>Gott f&uuml;hrt weiter</strong></h2><p><strong>ERF: In der Livesendung <em>Talkwerk Special</em> im Mai reden wir dar&uuml;ber, wie Gott auch nach der Ausstrahlung der Sendungen im Leben der G&auml;ste weiter gewirkt hat. Hast du auch schon mal erlebt, dass Gott mit deiner Geschichte und dir weitergegangen ist?</strong></p><p>Ingo Marx: Oh, jetzt wird aber pers&ouml;nlich, typisch Talkwerk halt &hellip; Bevor ich im Jahr 2000 zum ERF kam, habe ich eine tiefgreifende Krise durchlebt. Und dann habe ich erlebt, wie Gott mit mir Schritt f&uuml;r Schritt neue Wege gegangen ist. Im R&uuml;ckblick kann ich dar&uuml;ber nur staunen.</p><p>Ohne diese Krise und Gottes Neuanfang mit mir h&auml;tte ich heute wahrscheinlich weder meine wundervolle Familie noch w&uuml;rde ich beim ERF arbeiten und das Talkwerk moderieren.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Auf was freust du dich in der Livesendung besonders?</strong></p><p>Ingo Marx: Ich freue mich darauf, ehemaligen G&auml;sten wieder zu begegnen und zu h&ouml;ren, wie es in ihrem Leben weiterging. Und ich freue mich, mit unseren Zuschauerinnen und Zuschauern ins Gespr&auml;ch zu kommen. Dadurch dass wir live sind, kann jeder uns seine Fragen schicken und eigene Erlebnisse teilen. Besonders interessiert mich nat&uuml;rlich, ob und wie unsere Sendung Menschen ermutigt oder ihren Glauben gest&auml;rkt hat. Dann k&ouml;nnen wir gemeinsam feiern, wie Gott wirkt.</p><h2><strong>Keine fromme Theorie, sondern echte Geschichten</strong></h2><p><strong>Wenn du einem Menschen, der das Talkwerk noch nie gesehen hat, in einem Satz erkl&auml;ren m&uuml;sstest, warum er es sich anschauen soll &ndash; was w&uuml;rdest du sagen?</strong></p><p>Ingo Marx: Wenn du keine fromme Theorie h&ouml;ren willst, sondern echte Geschichten von Menschen, die der Glaube im Alltag wirklich tr&auml;gt, f&uuml;hrt am ERF Jess Talkwerk kein Weg vorbei.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was w&uuml;nschst du dem Talkwerk f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre?</strong></p><p>Ingo Marx: Dass es uns als Team gelingt, mit der Sendung nah am Alltag der Menschen zu bleiben und nah bei Gott. Denn das Entscheidende kann nur er tun. Nur er kann bewirken, dass Menschen ihm durch das Talkwerk begegnen.</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Interview.</strong><br />
&nbsp;</p><p>Wer mehr erleben m&ouml;chte: Am <strong>5. Mai um 20:30 Uhr</strong> l&auml;dt ERF Jess zu <a href="https://www.youtube.com/watch?v=DFxWjubD2E0" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong><em>Talkwerk Special</em></strong></a> ein. In der Livesendung erz&auml;hlen drei ehemalige G&auml;ste, wie Gott auch nach der Ausstrahlung in ihrem Leben weitergewirkt hat. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=DFxWjubD2E0" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Link zum Livestream abspeichern</a>, Termin merken und dabei sein!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Regina Meißner</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17331288.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Regina Meißner]]></author>
      <pubDate>Mon, 04 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Naht um Naht]]></title>
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      <description><![CDATA[Was man beim Quilten über Heilung lernen kann.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126570.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tanja Rinsland privat,<a href='http://unsplash.com/Kateryna' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com/Kateryna</a> Hliznitsova</figcaption></figure><p>Meinen ersten Quiltstoff habe ich am viertschlimmsten Tag meines Lebens gekauft. Am Morgen hatte ich noch tr&auml;nen&uuml;berstr&ouml;mt den kleinen Scherbenhaufen namens Leben zusammengefegt, mittags war ich mit meiner Mutter einkaufen. Nicht, weil ich unbedingt etwas brauchte. Ich hatte blo&szlig; keine Lust, nach Hause zu fahren.&nbsp;</p><p>Der kleine Stoffladen war von oben bis unten voller Farben und bunter Kn&ouml;pfe. Fasziniert lie&szlig; ich die H&auml;nde &uuml;ber die sauber gestapelten Ballen gleiten. Ich entdeckte dabei diesen verspielten Stoff, herrlich romantisch und so ganz anders als alles, was ich bisher besessen hatte.&nbsp;</p><p>Meine Wohnung war bisher ultramodern eingerichtet, mit schwarzen M&ouml;beln und einem dramatisch roten Sofa. Aber da sowieso nichts mehr so sein w&uuml;rde wie vorher, gab es auf einmal Platz f&uuml;r Beige und Taubenblau in meinem Leben. &nbsp;</p><h2><strong>Quilten mit Oma</strong></h2><p>Ich konnte allerdings nicht n&auml;hen. Meine Mutter, die &uuml;brigens eine dieser klugen Frauen ist, die Vorschl&auml;ge nur dann machen, wenn sie wirklich n&uuml;tzlich sind, schaute sich den Stoff an, fand ihn genauso entz&uuml;ckend wie ich und sagte: &bdquo;Frag doch mal deine Oma, ob sie es dir nicht beibringt.&ldquo;</p><p>Meine Oma war schon einige Zeit verwitwet und wohnte mit meiner gastfreundlichen Tante und ihrer Familie in einem &ndash; trotz manchem Leid &ndash; fr&ouml;hlichen Zuhause. Ein guter Ort, um etwas zu lernen. Ich traute mich erst nicht, zu fragen, ob ich mit dem Scherbenhaufen im Herzen und dem Quiltstoff unterm Arm vorbeikommen d&uuml;rfe. Aber nat&uuml;rlich durfte ich.&nbsp;</p><p>Also packte ich in den darauffolgenden Monaten regelm&auml;&szlig;ig meinen Rucksack, nahm den Zug von Wetzlar nach Siegen und verbrachte ein ganzes Wochenende damit, Stoffe zu schneiden und zu b&uuml;geln. Beim Quilten b&uuml;gelt man ziemlich viel, habe ich damals gelernt. Das N&auml;hen geht flott, vor allem mit so einer robusten, gut gewarteten alten Pfaff, wie meine Oma sie hatte. Aber das pr&auml;zise Schneiden und B&uuml;geln: Das ist die eigentliche Kunst.&nbsp;</p><p>Wir sprachen wenig an diesen Samstagen. Abends beim Essen plauderten wir &uuml;ber dies und das &ndash; und manchmal fragte mich Oma, wie es mir gerade ging. Es gab genug Menschen, mit denen ich stundenlang &uuml;ber das geredet habe, was gewesen war und noch so schmerzte. Doch es gab nur wenige, mit denen ich schweigen konnte.&nbsp;</p><h2><strong>Der N&auml;hmaschinen-Herzrhythmus&nbsp;</strong></h2><p>Omas alte Pfaff hatte &ndash; wie alle guten Maschinen &ndash; ihren eigenen Rhythmus. Sie machte Tak-Tak-Tak-Tak, wie ein gesundes Herzklopfen. Statt zu sprechen, sa&szlig;en wir also meistens da, arbeiteten mit unseren H&auml;nden und h&ouml;rten der Pfaff zu.&nbsp;</p><p>Tak-Tak-Tak-Tak und das n&auml;chste St&uuml;ckchen Stoff war befestigt und konnte geb&uuml;gelt werden. Tak-Tak-Tak-Tak und die Trauer, die mich letzte Nacht noch wachgehalten hatte, war etwas kleiner. Tak-Tak-Tak-Tak und ein Quadrat f&uuml;r meinen Blockhouse-Quilt war abgeschlossen. Tak-Tak-Tak-Tak und ich schaute ein kleines bisschen zuversichtlicher in die Zukunft.</p><blockquote><p>Naht um Naht wurde in dieser Zeit etwas in mir gesund. Es ist mir ein liebgewonnenes Mysterium, warum es sich leichter trauern l&auml;sst, wenn man dabei etwas mit seinen H&auml;nden tut. Nicht, dass es weniger schmerzt, die Traurigkeit flie&szlig;t blo&szlig; leichter durch einen durch. Zumindest bei mir war das so.&nbsp;</p></blockquote><p>Vor kurzem hatte ich diesen ersten Quilt in der Hand und musste schmunzeln, als ich die vielen Fehler entdeckte, die meine Oma mir gn&auml;digerweise durchgehen lie&szlig;. Dabei war sie keine nachl&auml;ssige Lehrerin und ich musste mehrmals eine Naht auftrennen, weil ich irgendwelche Teile falsch zusammengef&uuml;gt hatte.&nbsp;</p><p>Der Quilt gef&auml;llt mir trotzdem immer noch gut mit seinen sanften Farben und verspielten Stoffen, den unsicheren Handstichen und dem etwas schiefen Saum.&nbsp;</p><h2><strong>Die g&ouml;ttliche Freude an verschwenderischer Alltagskunst</strong></h2><p>Wenn mich jemand fragt, warum ich quilte, sage ich gern, dass es eine herrlich zweckfreie Arbeit sei. Man kauft teuren Stoff, um ihn in hundert kleine Schnipsel zu schneiden und das alles wieder m&uuml;hselig zusammenzun&auml;hen. Das ergibt &ndash; wirtschaftlich gesehen &ndash; &uuml;berhaupt keinen Sinn. Man verliert auch jede Menge Material beim Quilten: den ganzen Verschnitt, die Nahtzugaben und so. Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen.</p><p>Aber genau das ist das Sch&ouml;ne am Quilten: Es ist zeitverschwenderisch, kunstvoll und im besten Fall vom Ergebnis etwas, auf das ein Baby spucken kann und worauf sich Keks-Kr&uuml;mel sammeln, w&auml;hrend man darin eingekuschelt auf der Couch liegt.&nbsp;</p><blockquote><p>Es hat etwas ungemein Rebellisches, &uuml;ber monatelang ein Kunstwerk zu schaffen, das f&uuml;r den Alltagsgebrauch gedacht ist.</p></blockquote><p>Nichts befriedigt eine Quilterin so sehr wie ein Quilt, der nach Jahren der liebevollen Nutzung ausgefranst, verblichen und voller Flecken ist.</p><h2><strong>Gott und das Handwerk&nbsp;</strong></h2><p>Ich habe beim N&auml;hen oft dar&uuml;ber nachgedacht, dass Gott auch etwas von einem Quilter hat.</p><blockquote><p>Denn auch seine Sch&ouml;pfung scheint mir zeitverschwenderisch, kunstvoll und gleichzeitig f&uuml;r den Alltagsgebrauch gedacht zu sein.&nbsp;</p></blockquote><p>Ein Beispiel: Ich fahre viel mit dem Zug und meine &uuml;bliche Bahnstrecke verl&auml;uft durch etwas schmuddelige Landschaftsabschnitte mit Wiesenh&auml;ngen links und rechts der Bahntrasse. Diese H&auml;nge bl&uuml;hen im Fr&uuml;hling in den sch&ouml;nsten Farben und selbst im Winter sehen die kunstvoll verschlungenen &Auml;ste der wild gewachsenen B&uuml;sche aus wie komplexe Skulpturen. Keiner schaut hin, keiner bewundert diese B&uuml;sche, die vor allem dazu da sind, den Boden des Hangs zu befestigen. V&ouml;llig verschwenderische Sch&ouml;pfungskunst.&nbsp;</p><p>Oder denken Sie an einen Wald: Jeder Baum darin ist einzigartig, von der Rindenmaserung, der Struktur der &Auml;ste bis hin zur Verteilung seiner Bl&auml;tter. Und wenn Sie mir jetzt entgegnen, dass B&auml;ume immerhin superwichtig f&uuml;r unser &Ouml;kosystem sind: Kieselsteine sind auch einzigartig. Jedes G&auml;nsebl&uuml;mchen ist das, obwohl sie meistens darin enden, von K&uuml;hen zerkaut und Menschenf&uuml;&szlig;en zertrampelt zu werden.&nbsp;</p><p>Gott, der erste Handwerker und K&uuml;nstler, freut sich, wenn wir stehen bleiben und das Werk seiner H&auml;nde wahrnehmen. Aber er tut es nicht, um unsere Bewunderung zu kassieren, sondern weil alles, was er schafft, unendlich gut ist. Und daf&uuml;r macht er sich regelrecht die H&auml;nde dreckig.</p><h2><strong>Jesus und seine lehmverschmierten H&auml;nde</strong></h2><p>In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose2%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 2,7</a> steht: &bdquo;Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.&ldquo; Wenn ich diese Zeilen lese, stelle ich mir Gottes H&auml;nde vor, mit Lehm verschmiert und Dreck unter den Fingern&auml;geln. Den Menschen, dieses komplizierte Kunstwerk, betrachtend mit der Zufriedenheit des &bdquo;das ist sehr gut geworden&ldquo;.</p><p>Gott ist der erste Kunsthandwerker. Der Prophet Jesaja greift das Bild der Sch&ouml;pfung auf und betet: &bdquo;Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser T&ouml;pfer, und wir alle sind deiner H&auml;nde Werk&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja64%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 64,7</a>).</p><p>Auch im neuen Testament begegnet uns Gott mit lehmverdreckten H&auml;nden, im neunten Kapitel des Johannesevangeliums:&nbsp;Jesus und die J&uuml;nger beobachten einen blinden Mann auf einer Stra&szlig;e. Die J&uuml;nger unterhalten sich &uuml;ber das Schicksal des Mannes und dar&uuml;ber, ob es wohl selbstverschuldet sei (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes9" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 9</a>).</p><p>Doch Jesus h&auml;lt nichts von Wortwolken, wenn es was zu tun gibt. Er spuckt auf die Erde, macht daraus Lehm &ndash; so die &Uuml;bersetzung des hier verwendeten griechischen Wortes &ndash; und streicht diesen auf die Augen des Mannes. Dann fordert er ihn auf, sich den Dreck abzuwaschen, und als der Blinde dies tut, ist er geheilt.&nbsp;</p><p>Eine Lesart dieser ungew&ouml;hnlichen Heilungsmethode ist, dass Jesus mit einem symbolischen Akt an die Erschaffung des Menschen erinnert und daran, dass er selbst als Teil der Dreieinigkeit den Menschen mitgeformt hat und ihn daher auch heilen kann.&nbsp;</p><p>Ob diese Deutung so stimmt, wei&szlig; ich nicht. Aber schon allein die Tatsache, dass Jesus sich f&uuml;r diesen Mann die H&auml;nde schmutzig macht, finde ich bemerkenswert; dass er ihn ber&uuml;hrt, zupackt und keine gro&szlig;en Worte dar&uuml;ber verliert.&nbsp;</p><h2><strong>Mein wertvollster Quilt&nbsp;</strong></h2><p>Es ist vierzehn Jahre her, seitdem ich das N&auml;hen von meiner Oma gelernt habe. Sechs Jahre sp&auml;ter ist sie verstorben. Meine Tante hat mich einige Zeit nach der Beerdigung gefragt, ob ich ein Erinnerungsst&uuml;ck von ihr m&ouml;chte. Meine Antwort kam ohne ein Z&ouml;gern: &bdquo;Den Fr&ouml;schequilt aus dem Wintergarten.&ldquo;</p><p>Genau unter diesem Wand-Quilt hatte sie damals die N&auml;hmaschine positioniert, wenn ich zu Besuch war. Wenn sich Oma nach dem Essen f&uuml;r einen Mittagsschlaf hingelegt hatte, stand ich oft vor diesem Quilt und versuchte, die Technik nachzuvollziehen, die sie dabei angewandt hatte.</p><p>Erst nach Monaten fiel mir auf, dass mitten im Quilt ein Fehler steckt. Offensichtlich war ihr der Stoff ausgegangen und sie musste sich um eine Naht herummogeln. Sie hatte vor allem ihre Lieblingsfarbe Gr&uuml;n verwendet und schon damals waren die Farben vom Lichteinfall verblichen.&nbsp;</p><p>Der Quilt h&auml;ngt heute bei mir so, dass er das Erste ist, was ich sehe, wenn ich nach einem langen Tag im Medienhaus nach Hause komme. Ich kann mich an ihm nicht stattsehen. Manchmal drehe ich ihn um und schaue mir die kleinen Stiche auf der R&uuml;ckseite an, mit denen Oma den Quiltrand angen&auml;ht hat. Dann streiche ich mit dem Finger dar&uuml;ber und freue mich daran, dass sie diese Stiche mit ihren H&auml;nden gemacht hat. Und erinnere mich.</p><p>Manchmal bleibe ich irgendwo in einem unbedeutenden St&uuml;ck Gr&uuml;nland stehen, schaue mir einen gew&ouml;hnlichen Busch an und denke dar&uuml;ber nach, dass es Gottes H&auml;nde waren, die diesen Busch geformt haben. Ich streiche mit dem Finger dar&uuml;ber und erinnere mich daran. Und dann freue ich mich.</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17328879.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Fri, 01 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wie ich vergeben lernte]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum es sich nicht lohnt, sich von der Schuld anderer den Schlaf rauben zu lassen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1124660.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© StockPhotoPro /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Ich lag im Bett und starrte an die Decke. In mir tobte es. Ich war schrecklich w&uuml;tend und das lie&szlig; sich nicht durch ein kl&auml;rendes Gespr&auml;ch wegdiskutieren. Ich wusste genau, dass eine Aussprache nichts bringen w&uuml;rde. Denn ich hatte schon alles versucht! Ein langes, kl&auml;rendes Gespr&auml;ch, vor dem ich gebetet und gelitten hatte, war erfolglos geblieben.</p><p>Ich hatte versucht, die andere Seite zu verstehen, hatte aber mittlerweile den Eindruck nach Strich und Faden belogen worden zu sein. Direkt ins Gesicht von Menschen, denen ich einmal vertraut hatte.</p><blockquote><p>&nbsp;Ich wollte mit niemandem in Unfrieden leben, aber nun war es genug. Das Ma&szlig; war voll.</p></blockquote><p>Ich hatte wirklich versucht zu vergeben, f&uuml;r Monate die ganze Angelegenheit verdr&auml;ngt und dann war alles wieder aufgebrochen.</p><h2>Siebzigmal siebenmal ist eindeutig zu viel</h2><p>Da lag ich nun. W&uuml;tend und verzweifelt fragte ich mich: Wie kann ich vergeben, wenn der andere gar nicht glaubt, meine Vergebung n&ouml;tig zu haben? Nat&uuml;rlich kannte ich als Christin&nbsp;die Antwort, dass ich auch dann vergeben sollte. Aber was hie&szlig; das? Wie oft muss ich das Verhalten meines Mitmenschen tolerieren, bevor ich eine Grenze ziehe?</p><p>Auch Petrus stellte sich in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 18,21-22</a> diese Frage: <em>&bdquo;&sbquo;Herr, wenn mein Bruder oder meine Schwester an mir schuldig wird, wie oft muss ich ihnen verzeihen? Siebenmal?&lsquo;&nbsp; Jesus antwortete: &sbquo;Nein, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!&lsquo;&ldquo;</em>&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Siebzigmal siebenmal war eindeutig mehr als in meiner Macht stand. Schon einmal zu vergeben kam mir verdammt schwer vor. Wieso b&uuml;rdete mir Gott die Last auf?</p></blockquote><h2>Vergeben ist keine zus&auml;tzliche Last!</h2><p>Am n&auml;chsten Tag war ich m&uuml;de und noch einen Ticken w&uuml;tender. Denn schlie&szlig;lich schlief ich nur deswegen schlecht, weil diese eine Person in meinem Leben sich absolut abscheulich verhielt. Doch als ich das dachte, kam ich ins Stocken. &bdquo;Wieso gebe ich dieser Person so viel Raum in meinem Leben?&ldquo;, fragte ich mich. Es reichte doch, dass sie mich verletzt und entt&auml;uscht hatte.</p><p>Vielleicht war Vergbung ja keine leidige, schwere Aufgabe, die ich zus&auml;tzlich zu schultern hatte, sondern die M&ouml;glichkeit, endlich meine Last loszuwerden. Diese Erkenntnis machte mich frei. Ich verstand:&nbsp;Ich bin nicht f&uuml;r das Verhalten meines Mitmenschen verantwortlich.</p><blockquote><p>Vergeben hei&szlig;t nicht sch&ouml;nzureden, was passiert ist, oder es zu tolerieren. Vergeben hei&szlig;t nur alles vorbehaltlos an Gott abzugeben. Bei ihm sind mein Zorn und meine Verletzung in den besten H&auml;nden.</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17282847.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Vergeben schwerfällt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wenn-vergeben-schwerfaellt/2803-542-8063</guid>
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      <description><![CDATA[Wie kann ich vergeben, wenn die Zeit meine Wunden nicht einfach so heilt? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1127302.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© bnenin /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Die Zeit heilt alle Wunden.&ldquo; Dieses Sprichwort haben viele Menschen schon mal von einem wohlmeinenden Gegen&uuml;ber geh&ouml;rt. Doch ist das wirklich wahr? Brauchen wir nur genug Zeit, um heilen und vergeben zu k&ouml;nnen?</p><p>Es gibt ganze Forschungsbereiche, die sich mit dem Prozess des Vergebens besch&auml;ftigen. Studien belegen, dass Menschen, die vergeben, weniger Stress empfinden und ein gest&auml;rktes Immunsystem haben. Die positiven Effekte sind also gemeinhin bekannt. Warum f&auml;llt es uns doch manchmal so schwer zu vergeben?</p><p>Gerade f&uuml;r Christen gilt Vergeben als Selbstverst&auml;ndlichkeit, als etwas, was man als guter Christ einfach tut. Ich kannte die Bibelstellen, hatte Predigten zu dem Thema geh&ouml;rt, und nickte innerlich, wenn jemand davon sprach. Als ich vor einigen Jahren jedoch eine tiefe Verletzung erlebte, tauchten Fragen auf, die ich nie durchdacht hatte:</p><blockquote><p>Wie vergebe ich jemandem, der mir wirklich wehgetan hat? Was bedeutet es, dass Jesus mich mit Gott vers&ouml;hnt hat und mir gleichzeitig den Auftrag gibt, anderen zu vergeben?</p></blockquote><p>Mir wurde bewusst, dass ich nur eine vage Ahnung davon hatte, was <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser4%2C32" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 4,32</a> anspricht: <em>&bdquo;Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt.&ldquo;</em></p><h2><strong>Der Schmerz l&auml;sst sich nicht ausradieren</strong></h2><p>Wie h&auml;ufig h&ouml;re ich von anderen oder sage selbst &bdquo;Ist schon in Ordnung&ldquo; oder &bdquo;Kein Problem&ldquo;, obwohl ich noch verletzt bin? Der Schmerz &uuml;ber die Verletzung bleibt aber real vorhanden. Er l&auml;sst sich nicht einfach so wegschieben, ausradieren und l&ouml;st sich auch durch Worte der Vergebung nicht pl&ouml;tzlich in Luft auf.</p><p>Damals wollte ich nicht diejenige sein, die dem anderen die Schuld endlos nachtr&auml;gt &ndash; gefangen in Bitterkeit und abh&auml;ngig von der Entschuldigung des anderen. Doch ich wusste nicht, wie ich damit zurechtkommen sollte, dass mein Herz sich zusammenzog und der Schmerz mich regelrecht zerrei&szlig;en wollte. Also suchte ich mir schlie&szlig;lich Hilfe, sprach mit anderen &uuml;ber meine Gedanken und fragte Gott, was ich tun konnte.</p><blockquote class="noshare"><p>Mir wurde klar, dass ich anerkennen musste, dass mich jemand wirklich schlecht behandelt hatte, und dass ich dar&uuml;ber w&uuml;tend und traurig war.</p></blockquote><p>Es dauerte eine Weile, bis ich einen Zugang zu meinen tieferen Gef&uuml;hlen gefunden habe, aber irgendwann konnte ich meinen Schmerz in Form von Wut, Entt&auml;uschung und Trauer ausdr&uuml;cken.</p><h2><strong>Gef&uuml;hlen Raum geben</strong></h2><p>Dabei habe ich gelernt, dass diese Gef&uuml;hle ihren Platz haben. Sie d&uuml;rfen sich in einem Rahmen ausdr&uuml;cken: ob durchs Schreiben, klagendes ehrliches Gebet, w&uuml;tende Schreie in den Wald hinein oder im Weinen. Und das Beste daran ist, dass Gott diese Empfindungen versteht. Er verharmlost Schuld nicht. Denn vergeben bedeutet nicht, den T&auml;ter zu entschuldigen oder zu vergessen, was geschehen ist. Vor Gott darf ich klar benennen, was mir angetan wurde.</p><p>Gleichzeitig zeigt er mir durch Jesus eine L&ouml;sung: Wenn ich ihm glaube und vertraue, schenkt er mir Vergebung, die ich auch anderen weitergeben darf. Je mehr ich dar&uuml;ber nachdachte, desto klarer wurde mir, was das f&uuml;r mich bedeutete: Jesus hatte mit seinem Leben f&uuml;r meine Schuld bezahlt. Da war nichts mehr offen. Gott w&uuml;rde diese Rechnung nicht noch einmal aufmachen.</p><p>Das stellte mich vor die Frage: Wenn Gott alles daf&uuml;r gegeben hat, um die Beziehung zu mir wiederherzustellen, wie kann ich an der Schuld festhalten, die ich jemandem nachtrage?</p><blockquote><p>Ich vergab nicht, weil der andere es sich verdient hatte. Ich vergab, weil Gott mir selbst unverdient vergeben hatte.</p></blockquote><p>Dieser Prozess dauerte l&auml;nger als ein paar Tage oder Wochen. Keine noch so frommen Worte konnten diese Zeit verk&uuml;rzen. Es kostete mich Kraft und ich musste mich darauf einlassen, mich vor Gott und anderen verletzlich zu machen. In dieser Zeit habe ich mich daran geklammert, dass Jesus f&uuml;r mich und diese Situation eine L&ouml;sung hat.</p><h2><strong>Den Schmerz loslassen &ndash; wie wird es m&ouml;glich?</strong></h2><p>Vielleicht kennst du den Schmerz nach einer Verletzung. Kannst du dann leicht vergeben? Mir hat es geholfen, mich damit nicht unter Druck zu setzen. Ich gab der Verletzung bewusst Raum, um sie von Gott heilen zu lassen. In diesem Sinne brauchte ich Zeit, um die Wunden heilen zu lassen. Dennoch ist Vergeben kein passives Geschehen, sondern erfordert eine aktive emotionale Beteiligung von mir.</p><p>Dabei empfand ich es als hilfreich, mein eigenes Erleben aufzuschreiben. Nicht, um es mit jemandem zu teilen, sondern um mir selbst innerlich Luft zu verschaffen. Damit gab ich mir selbst die Erlaubnis, das zu benennen, was geschehen ist. Vielleicht kann das auch dir helfen.</p><p>Besonders hat mir geholfen, zu wissen, dass auch Gott meinen Schmerz sieht und ich ihn mit ihm teilen kann. F&uuml;r mich pers&ouml;nlich geht schreiben h&auml;ufig ins Gebet &uuml;ber. Ich breite meine Gedanken und Gef&uuml;hle schonungslos vor Gott aus. In einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=mPOxr8l-VuQ" rel="noopener noreferrer" target="_blank">christlichen Lobpreislied</a><sup>1</sup> hei&szlig;t es passend: &bdquo;An seinem Ohr darf ich sagen, was die Seele f&uuml;hlt&ldquo; &ndash; und bei mir ist das wirklich so. Im Gespr&auml;ch mit ihm halte ich nichts zur&uuml;ck.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich m&ouml;chte dich dazu einladen, dich auch Gott mit deinem Leid anzuvertrauen. Du musst dabei nichts sch&ouml;nreden.</p></blockquote><p>Wenn du m&ouml;chtest, fang doch mit diesem Gebet an: <em>Himmlischer Vater, ich bin verletzt und traurig &uuml;ber das, was mir geschehen ist. Zeig mir, wie ich meinen Schmerz und meine Gef&uuml;hle vor dir ausdr&uuml;cken kann. Hilf mir zu verstehen, was Vergebung bedeutet.</em></p><p>Wenn du merkst, dass du in deinem Prozess Hilfe brauchst, kannst du dich an unsere <a href="https://seelsorge.erf.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ERF Seelsorge</a> wenden.<br />
&nbsp;</p><p><sup>1</sup><span class="small">&bdquo;Wohin sonst&ldquo; (Remastered 2024), Feiert Jesus!, Joe Falk, &#8471; 2024 SCM H&auml;nssler, Composer / Lyricist: Thea Eichholz, Music Publisher: Gerth Medien</span></p>
<p style="font-size: 85%;">Sandra Steingrube</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17325852.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sandra Steingrube]]></author>
      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zwischen den Stühlen]]></title>
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      <description><![CDATA[Gnade oder Wahrheit? Warum die Mitte der radikalste Ort des Glaubens ist.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126366.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© cottonbro studio /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Ich bin Christ &ndash; und sitze zwischen zwei St&uuml;hlen: Denn ich bin weder konservativ noch liberal.&nbsp;</p><p>Als junger Pastor zerriss mich diese Spannung f&ouml;rmlich: Auf der einen Seite das konservative Verst&auml;ndnis von Sexualit&auml;t meiner Gemeinde. Auf der anderen Seite die ganz andere Einstellung der jungen Mitarbeiter in unserer Kinder- und Jugendarbeit. Ich f&uuml;hlte mich daf&uuml;r verantwortlich, dass wir leben, wof&uuml;r wir stehen. Gleichzeitig wollte ich niemanden verletzen oder ausschlie&szlig;en. Der vermeintlich einfache Weg: Einfach nicht hingucken. Doch mein Gewissen lie&szlig; das nicht zu. Ich steckte in einem echten Dilemma.</p><p>Was ich damals erlebte, ist kein Einzelfall. Viele Christen kennen dieses Gef&uuml;hl: Man sitzt in der Gemeinde, nickt bei dem Prediger, der Gottes Gnade betont, und f&uuml;hlt sich beim n&auml;chsten, der klare Kante zeigt, genauso angesprochen. Beiden Seiten kann man etwas abgewinnen und f&uuml;hlt sich trotzdem nirgendwo ganz zuhause. F&uuml;r manche ist das ein echter Grund, sich keiner Gemeinde mehr anzuschlie&szlig;en. Aber muss das so sein?</p><h2>Die Diagnose: Wie sind wir hier gelandet?</h2><p>Um zu verstehen, warum so viele Christen dieses Gef&uuml;hl kennen, lohnt sich ein Blick zur&uuml;ck. Noch vor einer Generation war die Welt der Gemeinden &uuml;bersichtlicher. Zumindest schien es so. Von der Kanzel wurde klar gepredigt, wie ein gutes christliches Leben aussieht. Die&nbsp; Rollenbilder waren klar, die Grenzen eindeutig. Schwarz-Wei&szlig;-Denken funktionierte oder zumindest st&ouml;rte es wenige. &Uuml;ber eigene Fehler und Schw&auml;chen sprach man kaum, denn dann h&auml;tte man sich ja als nicht perfekt geoutet.</p><p>Dann kamen die letzten zwanzig Jahre: Die Welt wurde offener, kritischer, unbequemer. Geistliche Leiter, die einst als unantastbar galten, wurden pl&ouml;tzlich hinterfragt. Und das nicht ohne Grund: Skandale ersch&uuml;tterten das Vertrauen in Institutionen und Personen, auf die viele gebaut hatten. Das, was lange sicher schien, war es pl&ouml;tzlich nicht mehr.</p><p>Gleichzeitig wurde das Thema &bdquo;Wokeness&ldquo; gesellschaftlich pr&auml;senter. Der Antrieb dahinter ist zun&auml;chst ein guter: Endlich genauer hinschauen, Randgruppen sichtbar machen, Fragen stellen, die unbequem sind. Doch die Bewegung r&uuml;ttelte auch an Glaubenss&auml;tzen, die f&uuml;r viele Christen lange unverhandelbar waren und es zum Teil noch immer sind.</p><p>Das trieb Gemeinden in zwei Richtungen. Die einen haben sich verh&auml;rtet &ndash; und halten noch st&auml;rker an alten Strukturen fest, aus Angst, sonst alles zu verlieren. Die anderen haben die Kurve radikal in die andere Richtung genommen: Unbequeme Wahrheiten wurden &uuml;ber Bord geworfen, Gnade wurde zum Allheilmittel. Hauptsache niemanden verletzen.</p><p>Beide Reaktionen sind verst&auml;ndlich. Aber beide schie&szlig;en am Ziel vorbei.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Denn was viele dabei verloren haben, ist die Spannung, die von Anfang an im Herz des christlichen Glaubens steckt: Gnade und Wahrheit.&nbsp;</p></blockquote><h2>Was bedeuten Gnade und Wahrheit?</h2><p>Bevor wir weitergehen, lohnt es sich, bei beiden Worten kurz innezuhalten. Denn &bdquo;Gnade&ldquo; und &bdquo;Wahrheit&ldquo; klingt nach Kirchensprache. Nach Begriffen, die man kennt, aber vielleicht nie wirklich durchdacht hat.</p><p>Fangen wir mit der Gnade an. Stell dir vor: Du hast &uuml;ber Jahre Schulden angeh&auml;uft. Irgendwann kannst du die monatliche Rate nicht mehr stemmen. V&ouml;llig verzweifelt wendest du dich an deine Bank &ndash; und eine Woche sp&auml;ter kommt ein Brief: &bdquo;Rechtlich haben Sie keinen Anspruch auf Erlass. Dennoch haben wir entschieden, Ihre Restschuld vollst&auml;ndig zu streichen.&ldquo;</p><p>Gnade bedeutet: Ich bekomme etwas, was ich nicht verdient habe. Im Hebr&auml;ischen steckt dahinter das Wort &bdquo;chesed&ldquo;. Es meint eine liebevolle Zuwendung, die weit &uuml;ber das hinausgeht, was man erwartet beziehungsweise erwarten kann. Gnade ist damit nicht nur ein Gef&uuml;hl, sondern treues Handeln. Weil jemand zu seinem Wort steht, h&auml;lt er an der Liebe zu uns fest.</p><p>Und Wahrheit? Wenn wir &bdquo;Wahrheit&ldquo; h&ouml;ren, denken wir meist an Fakten. Stimmt ein Satz oder nicht? Regnet es drau&szlig;en &ndash; ja oder nein? Doch in der Bibel meint Wahrheit mehr. Das hebr&auml;ische Wort &bdquo;emet&ldquo; wird auch mit Treue &uuml;bersetzt.</p><blockquote><p>Eine Aussage ist nicht nur dann wahr, wenn sie sachlich korrekt ist, sondern wenn ich ihr vertrauen kann. Wahrheit hat in der Bibel immer mit Beziehung zu tun. Einer wahrhaftigen Person kann ich mein Leben anvertrauen.</p></blockquote><p>Diese beiden Begriffe &ndash; &bdquo;chesed w&rsquo;emet&ldquo;, Gnade und Wahrheit (Treue) &ndash; tauchen im Alten Testament immer wieder zusammen auf und das nicht zuf&auml;llig. In <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose34" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 34</a> steht eine der eindr&uuml;cklichsten Szenen des gesamten Alten Testaments: Gott begegnet Mose auf dem Berg Sinai und stellt sich ihm vor. Mit eigenen Worten.</p><p>Er sagt: <em>&bdquo;Ich bin der HERR, der barmherzige und gn&auml;dige Gott. Meine Geduld, meine Liebe und Treue sind gro&szlig;. Diese Gnade erweise ich Tausenden, indem ich Schuld, Unrecht und S&uuml;nde vergebe. Und trotzdem lasse ich die S&uuml;nde nicht ungestraft&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose34%2C6-7" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 34,6-7</a>).</p><p>Das klingt zun&auml;chst widerspr&uuml;chlich. Vergebung und Konsequenz &ndash; wie soll das gleichzeitig gehen? Doch genau diese Spannung ist kein Denkfehler. Sie ist das Wesen Gottes. Und sie ist der Schl&uuml;ssel zu allem, was folgt.</p><h2>Jesus in der Falle</h2><p>Wie das konkret aussieht, zeigt sich nirgendwo deutlicher als in Jesus und seinem Handeln. Der Evangelist Johannes beschreibt ihn so: <em>&bdquo;Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit &ndash; voller Gnade und Wahrheit&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes1%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 1,14</a>). Doch was bedeutet das konkret? Eine Szene aus <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes8" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8</a> macht es greifbar.</p><p>Jesus lehrt im Tempel, als einige religi&ouml;se F&uuml;hrer eine Frau in die Mitte der Menge zerren. Sie wurde beim Ehebruch ertappt. Die Anklage ist klar, das Urteil eigentlich auch: Laut Gesetz muss sie gesteinigt werden. Sie fragen ihn: &bdquo;Was sagst du dazu?&ldquo;</p><p>Damit stellen sie Jesus eine Falle &ndash; und die Falle hat genau zwei Seiten. Sagt Jesus &bdquo;Ja, steinigt sie!&ldquo;, widerspricht er seiner Botschaft der N&auml;chstenliebe. Sagt er &bdquo;Nein, lasst sie gehen!&ldquo;, bricht er das Gesetz des Mose. Es ist &ndash; auf den Punkt gebracht &ndash; eine Entscheidung zwischen Gnade und Wahrheit.</p><p>Was also tut Jesus? Er b&uuml;ckt sich und schreibt schweigend mit dem Finger in den Sand. Was genau, erfahren wir nicht. Die religi&ouml;sen F&uuml;hrer lassen derweil nicht locker. Als Jesus sich aufrichtet, sagt er ruhig: &bdquo;Wer von euch ohne S&uuml;nde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen!&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes8%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8,7</a>) Dann b&uuml;ckt er sich wieder. Einer nach dem anderen geht &ndash; bis Jesus und die Frau allein sind.&nbsp;</p><p>Erst da richtet sich Jesus auf und fragt sie: <em>&bdquo;&sbquo;Wo sind sie? Hat dich keiner von ihnen verurteilt?&lsquo; &sbquo;Niemand, Herr&lsquo;, antwortete sie. &sbquo;Dann verurteile ich dich auch nicht&lsquo;, erkl&auml;rte Jesus. &sbquo;Geh und s&uuml;ndige nicht mehr&lsquo;&ldquo;&nbsp;</em>(<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes8%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8,11</a>).</p><h2><strong>Jesus &ndash; voller Gnade und Wahrheit&nbsp;</strong></h2><p>W&auml;re Jesus nur voll Wahrheit, h&auml;tte er die Frau wohl steinigen lassen. Sie hat das Gesetz gebrochen &ndash; das ist die harte, gnadenlose Wahrheit. Doch Jesus sieht in ihr nicht nur eine Ehebrecherin. Er sieht einen Menschen, der einen Fehler gemacht hat. Genau wie alle anderen Leute, die in diesem Moment um sie herumstehen.</p><p>Nicht zuf&auml;llig weist er die Ankl&auml;ger darauf hin &ndash; und nicht zuf&auml;llig gehen sie alle. &Uuml;brigens: W&auml;re es den religi&ouml;sen F&uuml;hrern hier wirklich um Gerechtigkeit gegangen, h&auml;tten sie nicht nur die Frau vor Jesus gestellt. Denn zum Ehebruch geh&ouml;ren immer zwei.&nbsp;</p><p>W&auml;re Jesus dagegen nur gn&auml;dig, h&auml;tte er seinen letzten Satz weggelassen. Er h&auml;tte die Frau gehen lassen &ndash; ohne ein weiteres Wort. Doch Jesus sagt: <em>&bdquo;Geh und s&uuml;ndige nicht mehr.&ldquo;</em></p><blockquote class="noshare"><p>Er spricht klar aus, was an dem Verhalten der Frau nicht gut ist. Und er traut ihr zu, in Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen.&nbsp;</p></blockquote><p>Jesus entscheidet sich nicht f&uuml;r Gnade oder Wahrheit, &nbsp;sondern f&uuml;r beides gleichzeitig. Er lebt Gnade und Wahrheit vor &ndash; in einem Satz, in einem Atemzug. F&uuml;r Jesus sind Gnade und Wahrheit keine Gegens&auml;tze. Sie geh&ouml;ren f&uuml;r ihn untrennbar zusammen. <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Psalm85%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 85,11</a> bringt es auf den Punkt: <em>&bdquo;Gnade und Wahrheit sind einander begegnet, Gerechtigkeit und Friede haben sich gek&uuml;sst.&ldquo;</em></p><h2>Zwei Seiten einer Medaille</h2><p>Theologie, die nicht im Leben landet, bleibt Theorie. Also zur&uuml;ck zu der Frage, mit der alles begann: Wie gehe ich als Christ mit Menschen um, die anders leben, als ich es f&uuml;r richtig halte &ndash; ohne sie zu verurteilen und ohne&nbsp;einfach wegzuschauen?</p><p>Ich erinnere mich gut an die Gespr&auml;che, die wir als Gemeindeleitung gef&uuml;hrt haben. Es ging um eine konkrete Frage: Wie gehen wir damit um, dass Mitarbeiter unserer Gemeinde Sex vor der Ehe haben, obwohl wir als Gemeinde davon &uuml;berzeugt sind, dass sexuelle Intimit&auml;t in die Ehe geh&ouml;rt? Das ist ein heikles Thema. Eines, bei dem es sich leicht so anf&uuml;hlt, als m&uuml;sse man sich entscheiden: Entweder wir sagen klar, was wir glauben, und schlie&szlig;en Menschen aus. Oder wir schauen weg &ndash; und verleugnen, wof&uuml;r wir stehen.&nbsp;</p><p>Doch genau diese Entweder-Oder-Logik ist die Falle. Denn Gnade ohne Wahrheit ist auf Dauer keine echte Liebe, sondern Gleichg&uuml;ltigkeit in einem freundlichen Gewand. Und Wahrheit ohne Gnade ist Grausamkeit, getarnt als Aufrichtigkeit.</p><p>Was wir damals als Leitungsteam gelernt haben: Gnade und Wahrheit sind keine Gegens&auml;tze, zwischen denen man w&auml;hlen muss. Sie sind zwei Seiten derselben Medaille &ndash; und das hat praktische Konsequenzen. Wenn wir etwas f&uuml;r falsch halten, dann sagen wir das auch. Aber nicht von oben herab, sondern in dem Wissen: &bdquo;Ich bin auch nicht besser.&ldquo; Jedes Gespr&auml;ch sollte eines auf Augenh&ouml;he sein. Wie mit einem Freund, an dem mir etwas liegt. Wir bieten anderen Gnade an, ohne die Wahrheit aufzugeben.</p><blockquote class="noshare"><p>Wir wollen Menschen nicht besch&auml;men. Wir wollen einen Weg mit ihnen gehen, sofern sie das auch wollen. Begleitung statt Verurteilung, offene T&uuml;r statt Ausschluss ist die Devise.</p></blockquote><h2><strong>Ins Gespr&auml;ch kommen statt verurteilen</strong></h2><p>Als Gemeindeleitung haben wir damals gemerkt, dass wir etwas vers&auml;umt hatten: Wir sprachen nie wirklich mit unseren Jugendlichen &uuml;ber unsere Glaubensinhalte. Wir hatten schlicht vorausgesetzt, dass sie wissen, wof&uuml;r wir stehen. Ohne es je offen und ehrlich besprochen zu haben. Also haben wir das nachgeholt. Wir haben zugeh&ouml;rt, um zu verstehen, was unsere Jugendlichen denken und warum sie so denken.&nbsp;</p><p>Und wir haben auch von uns erz&auml;hlt. Ich zum Beispiel habe offen gesagt, wie schwer es mir pers&ouml;nlich gefallen ist, bis zur Ehe zu warten. Nicht weil ich nicht davon &uuml;berzeugt gewesen w&auml;re, sondern weil es im echten Leben eben nicht einfach ist.&nbsp;</p><p>Diese Ehrlichkeit hat etwas ver&auml;ndert. Die Jugendlichen haben gemerkt: Hier wird ihnen nichts &uuml;bergest&uuml;lpt. Hier spricht jemand, der selbst in dieser Spannung lebt.</p><h2><strong>Gnade und Wahrheit &ndash; mitten im Alltag</strong></h2><p>Vielleicht denkst du jetzt: Das klingt nach einer sehr speziellen Situation. Ich bin kein Pastor, ich leite keine Gemeinde. Doch die Spannung zwischen Gnade und Wahrheit begegnet uns allen und zwar &uuml;berall. N&auml;mlich &uuml;berall dort, wo wir in Beziehung stehen. Und Beziehungen haben wir alle. Die Spannung begegnet dir zum Beispiel, wenn deine gute Freundin &uuml;ber jemanden l&auml;stert &ndash; und du merkst, dass sie damit echten Schaden anrichtet. Oder jemand prahlt im Hauskreis damit, die Haushaltshilfe schwarz anzustellen.&nbsp;</p><p>Wie kannst du jetzt damit umgehen? Die Wahrheitsseite fordert: &bdquo;Hau drauf!&ldquo; Die Gnadenseite r&auml;t hingegen: &bdquo;Schau weg!&ldquo; Die Mitte betont: &bdquo;Ich gehe auf dich zu, weil mir etwas an dir liegt."&nbsp;</p><p>Konkret k&ouml;nnte das so aussehen: Bevor ich das Gespr&auml;ch suche, fange ich bei mir an. Ich denke &uuml;ber meine Schw&auml;chen nach. Das &auml;ndert den Blickwinkel. Nicht weil ich damit von der Wahrheit ablenke, sondern weil die andere Person sp&uuml;rt: Hier spricht jemand, der selbst in dieser Spannung lebt und genauso auf die Gnade angewiesen ist.&nbsp;</p><p>Und ich frage mich: Was ist mein Motiv, das Thema anzusprechen? Stolz, Hochmut, Besserwisserei &ndash; oder Liebe? Das hilft mir, die Wahrheit so zu sagen, wie ich es mir von einem guten Freund w&uuml;nsche, und ein offenes Ohr zu behalten. Nach dem Motto: Nachfragen statt draufhauen. Zuh&ouml;ren statt wegschauen.&nbsp;</p><blockquote><p>Die Mitte betont nicht eine schnelle L&ouml;sung, sondern erfordert echte Beziehungsarbeit. Und die beginnt zuerst bei mir.</p></blockquote><h2><strong>Die Mitte ist kein fauler Kompromiss</strong></h2><p>Dieses Vorgehen f&uuml;hrt mich nicht zur schnellen Antwort. Es f&uuml;hrt mich ins Nachdenken. Ins Gebet. Zur Frage: Was ist jetzt der richtige Schritt &ndash; f&uuml;r diese Person, in dieser Situation, in dieser Beziehung? Das ist unbequem. Aber genau das ist der Weg zwischen Gnade und Wahrheit. Dieser Weg ist nicht leicht und erfordert mehr als Schwarz-Wei&szlig;-Denken. Er erfordert Gespr&auml;che, die unbequem sind und Entscheidungen, die vielleicht nicht alle verstehen. Und er braucht unsere Bereitschaft, in der Spannung auszuharren, ohne sie vorschnell aufzul&ouml;sen.&nbsp;</p><p>Genau das ist es, was Jesus vorgelebt hat. Nicht Gnade oder Wahrheit, sondern Gnade und Wahrheit. Wahrheit ohne Gnade ist Grausamkeit und verjagt Menschen. Gnade ohne Wahrheit ist Gleichg&uuml;ltigkeit. Sie l&auml;sst Menschen hilflos in destruktiven Mustern zur&uuml;ck. Beides zusammen ist etwas anderes: Es ist Liebe.</p><p>Vielleicht kennst du dieses Gef&uuml;hl: Du sitzt zwischen den St&uuml;hlen. Du willst die Bibel ernst nehmen &ndash; und gleichzeitig niemanden ausgrenzen. Du glaubst an klare Wahrheiten und wei&szlig;t doch, dass du selbst auf Gnade angewiesen bist. Du f&uuml;hlst dich weder bei der einen noch bei der anderen christlichen Gemeinschaft wirklich zuhause.</p><blockquote class="noshare"><p>Das ist kein Zeichen von Schw&auml;che oder Halbherzigkeit. Es ist m&ouml;glicherweise ein Zeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist!</p></blockquote><p>Denn die Mitte zwischen Gnade und Wahrheit ist kein fauler Kompromiss. Sie ist nicht der Weg der Bequemen, die sich nicht festlegen wollen. Sie ist der anspruchsvollste Weg &uuml;berhaupt. Dieser Weg verlangt mehr von uns als das Beziehen einer klaren Seite. Er verlangt, beides gleichzeitig auszuhalten &ndash; die Klarheit der Wahrheit und die Weite der Gnade.</p><h2><strong>Gnade und Wahrheit wagen</strong></h2><p>Das Buch der Spr&uuml;che formuliert es so: <em>&bdquo;Gnade und Wahrheit sollen dich nicht verlassen! Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Spr%C3%BCche3%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Spr&uuml;che 3,3</a>). Das ist keine Empfehlung. Das ist eine Einladung. Gnade und Wahrheit sind nicht zwei Werkzeuge, die man je nach Situation auspackt. Sie sollen uns pr&auml;gen &ndash; von innen heraus.</p><p>Das braucht Zeit. Es ist kein Projekt, das &uuml;bermorgen abgeschlossen ist, sondern eine Lebenseinstellung mit unendlichem Lernpotenzial. Doch das Sch&ouml;ne ist: Du bist auf diesem Weg nicht allein. Viele Christen stehen genau dort, wo du gerade stehst. Und Jesus, der diesen Weg vor uns gegangen ist, kennt diese Spannung besser als irgendjemand sonst. Auch er hat sie nicht aufgel&ouml;st. Er hat sie gelebt &ndash; bis zum Ende.</p><p>Das ist die Einladung an uns: Nicht zwischen Gnade oder Wahrheit w&auml;hlen, sondern beides wagen. T&auml;glich. Im Umgang mit anderen und mit uns selbst.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Jonathan Plaß</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17324422.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Jonathan Plaß]]></author>
      <pubDate>Fri, 24 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie ein Roman zum Seelentröster wurde]]></title>
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      <description><![CDATA[Bücher können ein Trost in Trauer sein. Dies zeigt ein Buchauszug aus „Man liest nur mit dem Herzen gut“. Beitrag zum Welttag des Buches.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126510.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francke Verlag</figcaption></figure><p><em>Heute ist Welttag des Buches. An diesem Aktionstag finden in vielen Schulen und an anderen Orten Leseaktionen statt. Auch ein Buch des Francke Verlages feiert das Lesen &ndash; und zwar </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/148750" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Man liest nur mit dem Herzen gut &ndash; Eine kleine Liebeserkl&auml;rung an die Welt der B&uuml;cher&ldquo;</em></a><em>. In diesem Buch schreiben 11 Autorinnen &uuml;ber ihre eigenen Leseerfahrungen und zeigen damit, warum B&uuml;cher einfach guttun.</em></p><p><em>Unter ihnen ist auch Monika Schutte. Sie ist Buchh&auml;ndlerin und liebt es, Menschen B&uuml;cher mit auf den Weg zu geben, die Herz und Seele ber&uuml;hren. Sie selbst wurde durch einen Roman in einer schweren Lebenssituation getr&ouml;stet.</em></p><p><em>Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des </em><a href="https://www.francke-buch.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Francke Verlages</em></a><em> ihren Text aus dem Buch.</em><br />
&nbsp;</p><p>Es war ein gew&ouml;hnlicher Mittwoch, als in der kleinen Buchhandlung, in der ich damals arbeitete, das Telefon klingelte. Am anderen Ende war mein Bruder. Die Worte, die er mit tr&auml;nenerstickter Stimme sprach, lie&szlig;en mich erstarren:</p><p>&bdquo;Die Mama ist tot.&ldquo;</p><p>Wie konnte das sein? Wir hatten uns doch erst vor wenigen Tagen gesehen!</p><p>An jenem Morgen war unsere Mutter mit meinem Bruder zu einem Ausflug nach R&uuml;desheim am Rhein aufgebrochen. Gemeinsam verbrachten die beiden dort sch&ouml;ne Stunden. In einem Schaufenster entdeckt sie eine h&uuml;bsche Handtasche, die sie sich nach dem Mittagessen genauer anschauen wollte. Erst einmal genoss sie ihren Salat und das Schnitzel. Dann ging sie zur Toilette. Doch sie kehrte nicht mehr an den Tisch zur&uuml;ck. Ihr Herz hatte einfach aufgeh&ouml;rt zu schlagen.</p><p>Als wir sp&auml;ter Mamas Wohnung betraten, wirkte alle, als w&uuml;rde sie gleich zur T&uuml;r hereinkommen. Auf dem Tisch lagen noch ihre To-Do-Listen &ndash; Pl&auml;ne, die sie nicht mehr umsetzen w&uuml;rde.</p><p>Als mich die Nachricht von ihrem Tod erreichte, las ich gerade den Roman &bdquo;Ein Haus in Brooklyn&ldquo; von Lynn Austin. Darin geht es um zwei Kinder, Esther und Peter, die ihre Mutter verloren haben. F&uuml;r Peter ist der Verlust so traumatisch, dass er aufh&ouml;rt zu sprechen. Ein j&uuml;discher Nachbar, Jacob Mendel, l&auml;dt die beiden Kinder und ihre Bretreuerin Penny ein, mit ihm das Purimfest zu feiern &ndash; inklusive einer nachgespielten Geschichte von K&ouml;nigin Esther. Die &auml;ltere Schwester glaubt zun&auml;chst, ihr stummer Bruder k&ouml;nne daran nicht teilnehmen. Doch Peter bekommt die Rolle Gottes &ndash; der in der Geschichte zwar nie spricht, aber dennoch stets gegenw&auml;rtig ist.</p><p>Was f&uuml;r ein kraftvolles Bild!</p><p>In dem Buch setzen mutige Menschen alles auf eine Karte und erleben in bedrohlichen Zeiten, wie treu Gott ist &ndash; auch wenn sie vieles nicht verstehen. Sie erkennen, wie wertvoll echte Freundschaften sind. Penny etwa, die sich ungl&uuml;cklich in den verwitweten Vater der zwei ihr anvertrauten Kinder verliebt hat, lernt sich anderen zu &ouml;ffnen &ndash; trotz der Gefahr, verletzt zu werden. Dabei erlebt sie Gottes liebevolle F&uuml;hrung, w&auml;chst &uuml;ber sich hinaus und erkennt, was wahre Liebe bedeutet.</p><p>Diese Geschichte gab mir Trost und Hoffnung.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Buch wird f&uuml;r mich in dieser schweren Zeit zu einem echten Seelentr&ouml;ster. Es half mir, loszulassen und neue Herausforderungen anzunehmen.</p></blockquote><p>W&auml;hrend der Trauerfeier hatte ich ein inneres Bild: Ich sah meine Mutter im Brautkleid, tanzend mit Jesus. Und die Worte meines Bruders am Grab klingen bis heute in mir nach: &bdquo;Mama, wir sehen uns im Himmel wieder.&ldquo;</p><p>Allen, die gerade durch eine dunkle Zeit gehen und sich fragen: <em>Wo ist Gott in all dem?</em>, m&ouml;chte ich sagen: Er ist da!</p><p>Manchmal zeigt er seine Liebe auf unerwartete Weise &ndash; oft anders, als wir es uns je vorgestellt h&auml;tten.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Monika Schutte</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17323833.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Monika Schutte]]></author>
      <pubDate>Thu, 23 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn mein Lösungsvorschlag Starthilfe benötigt]]></title>
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      <description><![CDATA[Gott kann auch aus meinen kleinen Gaben Großes bewirken, wenn ich sie ihm überlasse. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126502.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal f&uuml;hle ich mich als Versager! Auch wenn ich das &uuml;ber mich sage, denke ich: Dieses unangenehme Gef&uuml;hl hat jeder Mensch hin und wieder. Einmal falsch abgebogen, eine Deadline verschlafen oder Erwartungen entt&auml;uscht und schon f&uuml;hlt es sich an, als h&auml;tte ich auf ganzer Ebene versagt.</p><p>Das ist bei weitem kein Ph&auml;nomen des 21. Jahrhunderts. 1968 beginnt der Chemiker Spencer Silver seine T&auml;tigkeit beim amerikanischen Technologie-Unternehmen 3M in Minnesota. Schon sein erstes Projekt hat es in sich: Die Entwicklung eines Superklebstoffes, oder kurz: Spencer soll den st&auml;rksten Klebstoff der Welt entwickeln.</p><p>Spencer macht sich an die Arbeit: Er experimentiert, probiert aus und t&uuml;ftelt wochenlang. Und er entwickelt tats&auml;chlich einen Klebstoff &hellip; Allerdings ist der das Gegenteil des Arbeitsauftrages. Der Klebstoff h&auml;lt kaum und l&ouml;st sich einfach.</p><blockquote class="noshare"><p>Man k&ouml;nnte also sagen: Thema verfehlt und damit eine glatte 6.</p></blockquote><p>Genauso f&uuml;hlt es sich f&uuml;r Spencer Silver auch an &ndash; direkt beim ersten Projekt ein wahres Komplettversagen.</p><h2><strong>Wie aus Versagen ein Millionenumsatz wird</strong></h2><p>Doch die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende! Das Leben geht weiter und Spencer bleibt trotz seines Versagens bei 3M. Sein Kollege Arthur Frey hat die Entwicklung des schwachen Superklebers mitbegleitet und singt in seiner Freizeit im Kirchenchor. Dabei st&ouml;&szlig;t er auf ein Problem: Die Zettel, die er zum schnelleren Finden der Notenbl&auml;tter in den Chorsatz legt, rutschen immer wieder heraus. Da kommt Spencers Projekt des Versagens wieder ins Spiel.</p><p>Gemeinsam forschen Spencer und Arthur an dem Projekt weiter und im April 1980 entsteht daraus der gr&ouml;&szlig;te Markterfolg des Unternehmens: Die Haftnotiz &bdquo;Post It!&ldquo;. Knapp 50 Jahre sp&auml;ter wird diese Haftnotiz j&auml;hrlich &uuml;ber 50 Milliarden Mal produziert und weltweit vertrieben.</p><h2><strong>Wie aus kleinen Gaben Gro&szlig;es entstehen kann</strong></h2><p>Seit ich diese Geschichte kenne, fasziniert und motiviert sie mich! Wie oft denke ich nach Scheitern oder Versagen, das sei das Ende des Weges. Ich denke dann, ich kann nichts leisten, was Erfolg liefert, und entt&auml;usche immer wieder Menschen, die mir lieb und teuer sind.&nbsp;</p><p>Wie es dann weitergehen kann, zeigt mir nicht nur diese Begebenheit, sondern auch eine Geschichte aus der Bibel. Im Johannes-Evangelium wird berichtet, dass Jesus durch sein Handeln gro&szlig;e Aufmerksamkeit erregt und ihm eine gro&szlig;e Menschenmenge folgt. Als es dunkel wird, fragt Jesus seine J&uuml;nger: &bdquo;Wo bekommen wir jetzt genug Essen her, damit diese Menschen nicht hungern m&uuml;ssen?&ldquo;(vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Johannes6%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 6,5</a>)</p><p>Vor Jesu Freunden liegt eine gigantische Aufgabe: Abseits der M&auml;rkte des Landes und ohne grenzenlosen Reichtum sollen sie Essen f&uuml;r weit &uuml;ber 5&nbsp;000 Menschen heranschaffen.</p><p>Sein Freund Andreas sagt deshalb zu Jesus: <em>&bdquo;Hier ist ein Junge, der hat f&uuml;nf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon f&uuml;r so viele Menschen?&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Johannes6%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 6,9</a>).&nbsp;Ich kann mir vorstellen, dass er sich in dieser Situation &auml;hnlich f&uuml;hlt wie Spencer nach der Entwicklung seines Klebstoffes.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Er hatte einen klaren Arbeitsauftrag erhalten und nach einer L&ouml;sung gesucht, doch diese erscheint schlicht nicht gut genug.</p></blockquote><p>Aber Jesus nimmt die Brote und die Fische, dankt Gott daf&uuml;r und bittet seine Freunde das Essen auszuteilen. Und obwohl das verr&uuml;ckt klingt, beginnen die Freunde damit. Sie teilen das Essen aus und es reicht. Tats&auml;chlich bleibt sogar Essen &uuml;brig.</p><h2><strong>Vertrauen ist das Einzige, was z&auml;hlt</strong></h2><blockquote><p>Jesus zeigt in diesem Fall ganz klar: Bei ihm z&auml;hlt nicht, wie viel ich ihm geben kann oder wie toll meine L&ouml;sungen sind &ndash; er nutzt sie, um damit Gro&szlig;es zu tun.&nbsp;</p></blockquote><p>Wichtig ist dabei lediglich, dass ich ihm die Kontrolle &uuml;berlasse und vertraue. Dann kann aus f&uuml;nf Broten und zwei Fischen eine gigantische Menge Essen werden. Oder aus einem schwachen Kleber ein absoluter Kassenschlager.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17321953.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 20 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer nicht vergibt, verbaut sich seine Zukunft]]></title>
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      <description><![CDATA[Dr. Klaus Hettmer verrät im Interview das Geheimnis eines glücklichen Lebens.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125535.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Prostock-studio /<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p><em><a href="http://dr-klaus-hettmer.de/" style="line-height: 1.385;" target="_blank">Dr. Klaus Hettmer</a>&nbsp;ist Facharzt f&uuml;r Psychotherapeutische Medizin. In seiner psychotherapeutischen Praxis hat er erstaunliche Ver&auml;nderungen erlebt, wenn Menschen sich und anderen vergeben konnten. Im Interview erkl&auml;rt er, wie das praktisch aussehen kann.</em></p><p><strong>ERF: Jemandem zu vergeben, der mich verletzt hat, f&auml;llt nicht leicht. Welche Vorteile hat es f&uuml;r mich&nbsp; zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Der wichtigste Vorteil ist, dass die Verletzung dadurch heilen kann. Das hei&szlig;t, die Verletzung schreitet nicht weiter voran. Andernfalls kann das dazu f&uuml;hren, dass ich durch&nbsp;meine Verletzung andere oder mich selbst verletze.</p><p>Und das entwickelt sich dann zu einem Teufelskreis der gegenseitigen Schuld. Es gibt diesen Satz: Wenn man nicht vergibt, ist das wie wenn man durch den Stich einer Biene get&ouml;tet wird. Das Gift arbeitet immer weiter.</p><p>Viele medizinische Studien deuten darauf hin, dass vergeben gesund ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Vergebung hat keinerlei negative Folgen, daf&uuml;r aber sehr viele positive Auswirkungen.</p></blockquote><p>Beispielsweise sinkt&nbsp;der Blutdruck&nbsp;und Entz&uuml;ndungen&nbsp;heilen schneller. Wenn man nicht vergeben kann, ist es dagegen genau gegens&auml;tzlich. Schmerzen halten l&auml;nger an, Entz&uuml;ndungen und Wunden heilen nicht so gut. Das Risiko f&uuml;r Herz-Kreislaufkrankheiten steigt.</p><figure class="image right"><img alt="Facharzt für Psychotherapeutische Medizin" height="146" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/400985.jpg" width="260" /><figcaption>Dr. Klaus Hettmer (Bild: privat)</figcaption></figure><p>Vergebung ist also einer der Schl&uuml;ssel zu einem gl&uuml;cklichen Leben und zu gelingenden Beziehungen. Es gibt aber noch weitere Schl&uuml;ssel. Dankbarkeit zum Beispiel oder Demut. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Vergebung etwas ganz Gro&szlig;artiges ist, um selbst heil zu werden und Beziehungen zu heilen.</p><p>Gerade heute fr&uuml;h habe ich meiner Frau vergeben. Es gibt Themen, die immer wiederkehren. Zum Beispiel das Gef&uuml;hl, zu kurz zu kommen. Da muss man immer wieder ran. Gerade in Beziehungen muss man sich immer wieder gegenseitig vergeben und Vergebung auch empfangen.</p><h2>Vergeben hei&szlig;t nicht guthei&szlig;en</h2><p><strong>ERF: Verbaue ich mir m&ouml;glicherweise meine eigene Zukunft, wenn ich nicht bereit bin, zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Ganz kleine Dinge kann man vielleicht noch wegstecken. Bei gr&ouml;&szlig;eren Geschichten ist das aber definitiv der Fall.</p><p>Ich erz&auml;hle meinen Patienten folgendes Beispiel: Eine Frau ist ver&auml;rgert&nbsp;&uuml;ber ihren Ex-Mann und&nbsp;schaut immer zu ihm zur&uuml;ck&nbsp;und sagt: &bdquo;Ich habe noch etwas zu bekommen. Ich bin noch sauer.&ldquo;</p><p>Dann schaut sie aber nur in die Vergangenheit und ist unf&auml;hig, die Gegenwart oder Zukunft zu gestalten. Das Unrecht, das ihr passiert ist, verschwindet dadurch ja nicht. Wenn ich wirklich loslasse, bekomme ich es von anderer Seite vielleicht sogar erstattet.</p><p><strong>ERF: In einem Sprichwort hei&szlig;t es: &bdquo;Vergeben hei&szlig;t nicht vergessen." Inwiefern hilft Vergebung mir, selbst wenn ich noch unter den Auswirkungen der Verletzung leide?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Vergebung beginnt mit einer Entscheidung. Dabei hilft es, wenn man wei&szlig;, warum der andere mich verletzt hat. Manche sprechen aber auch vorschnell eine Entschuldigung aus. Das ist eigentlich nicht richtig. Wenn die Verletzung noch weh tut, muss man sich das auch zugestehen. Da helfen praktische Schritte zur Vergebung.</p><p>Ein Schritt lautet: &bdquo;Die Verletzung, die eigenen Gef&uuml;hle zulassen". Man muss den Schmerz und die Bitterkeit zwar zulassen und sich darum k&uuml;mmern, aber man darf nicht dauerhaft daran festhalten. Dadurch nimmt man der Vergangenheit den sch&auml;dlichen Einfluss.</p><p>Es geht auch nicht darum, das zu vergessen, was war.</p><blockquote class="noshare"><p>Vergeben hei&szlig;t nicht guthei&szlig;en, sondern loslassen, um selbst in die Freiheit zu kommen.</p></blockquote><p>Es kann sogar bedeuten, mal Abstand vom anderen zu nehmen. In der Bibel hei&szlig;t es, man solle wegen der gleichen Sache&nbsp;<a href="http://www.bibleserver.com/text/NLB/Matth%C3%A4us18" target="_blank">sieben Mal siebzig Mal</a>&nbsp;an einem Tag vergeben. Es geht also um eine Lebenshaltung, einen Lebensstil. Wenn ich wirklich vergebe, hole ich es nicht mehr hervor.</p><p><strong>ERF: Wer kann mir helfen, damit ich vergeben kann?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Viele gehen zu Menschen, die &auml;hnliches erlebt und bew&auml;ltigt haben. Es ist also wichtig, Freunde oder Menschen zu finden, die einen verstehen und einem sagen: &bdquo;Ich verstehe deine Verletzung und du darfst deine Gef&uuml;hle diesbez&uuml;glich zeigen, aber du kannst dar&uuml;ber hinwegkommen. Einer der Schritte wird irgendwann sein, zu vergeben.</p><p>Vielleicht nicht sofort, aber stell dir vor, du kannst nie vergeben. Wie w&uuml;rde Dein Leben dann ausschauen? Und stell dir vor, wie es ausschaut, wenn du irgendwann vergeben kannst."</p><p>Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen auch Therapeuten oder Seelsorger auf dem Weg helfen. Ich bin ja auch ein gl&auml;ubiger Mensch und in der Bibel findet man viele Beispiele, was Vergebung bewirken kann. Und auch in meiner Praxis habe ich schon erstaunliche &bdquo;Wunder&ldquo; durch die Macht der Vergebung erlebt.</p><h2>Vergeben kann man lernen</h2><strong>ERF: F&uuml;hlt man sich auch befreit, wenn man jemand anderem Vergebung zuspricht?</strong><p>Dr. Klaus Hettmer: Auf jeden Fall. Ein Beispiel: Wenn man jemandem Geld leiht und bekommt es nicht zur&uuml;ck, wird man sauer. Es besch&auml;ftigt einen immer wieder und kann einem richtig zur Last werden. Aber wenn ich dann dem anderen sage &bdquo;Ich schenke Dir das Geld. Ich erlasse Dir die Schuld.&ldquo; &ndash; dann ist das nichts anderes als Vergebung.</p><p>Man erl&auml;sst jemandem die berechtigte Schuld, um selber frei zu werden. Man kann sich nur in Liebe voneinander l&ouml;sen. Sonst ist man wie &uuml;ber eine Energie noch an den anderen gebunden. Das ist wie in der Quantenphysik. Da hat man festgestellt, dass Teilchen auch nach einer Trennung noch durch eine Energie verbunden sind. Nur durch Liebe kann ich diese negative Energie l&ouml;sen.</p><p>Von Lewis Smedes stammt der Satz: &bdquo;Wenn man vergibt, ist es, wie einen Gefangenen frei zu lassen, um zu entdecken, dass man selbst der Gefangene war.&ldquo;</p><p><strong>ERF: Was ist aus psychologischer Sicht schwerer: Sich selbst oder anderen zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Das kann man nicht generell sagen. Aber den meisten Menschen scheint es am schwersten zu fallen, sich selbst zu vergeben. Gerade, wenn man selber schuldig geworden ist. Aber auch da gibt es ein paar Schritte, die man gehen sollte.</p><p>Man muss die eigene Schuld anerkennen, dazu stehen. Man sollte daraus lernen, vielleicht Wiedergutmachung leisten und zuletzt auch sich selber vergeben. Der vierte Schritt ist, von Gott Vergebung annehmen.</p><h2>Vergebung hei&szlig;t Verantwortung f&uuml;r sich &uuml;bernehmen</h2><p><img alt="" class="erf-imagezoom posRight right" height="750" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/404398.png" width="250" /><strong>ERF: Inwiefern spielt es eine Rolle, ob meine Bitte um Vergebung angenommen wird?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Ich denke, es spielt keine so gro&szlig;e Rolle. Es ist gut, wenn das passiert, weil dann die Beziehung weiter gehen kann oder wieder m&ouml;glich ist. Aber es ist nicht notwendig. Sich entschuldigen bedeutet, sich selbst die Schuld zu nehmen.</p><p>Wenn der andere sagt &bdquo;Ich verzeihe Dir aber nicht&ldquo;, kann ich nichts weiter tun. Aber ich stehe zu meiner Schuld und dadurch werde ich sie los. Vielleicht braucht der andere auch noch Zeit. Wenn der Mann fremdgeht und die Frau kann ihm nicht sofort verzeihen &mdash; das darf auch sein. Aber wenn man auf Dauer nicht verzeihen kann, wird die Beziehung meistens auseinanderbrechen.</p><p><strong>ERF: Wenn man das h&ouml;rt, dann muss man sich fragen: Warum f&auml;llt es uns Menschen so schwer zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Das habe ich mich auch gefragt. Es ist irgendwie ein gut geh&uuml;tetes Geheimnis. Vergebung wird nicht wirklich gelehrt oder weitergegeben. Wenn Menschen Fehler machen, m&uuml;ssen sie sofort zur&uuml;cktreten. Egal ob in der Wirtschaft oder Politik &mdash; man bekommt selten die Chance, es besser zu machen. Zu vergeben ist nicht modern oder wird fast bek&auml;mpft.</p><p>Etwas anderes erlebe ich oft bei Patienten, die auch so schlimme Dinge vergeben k&ouml;nnen wie Missbrauch. Da spielt Gott oft eine wichtige Rolle. Ohne Gott wird es sehr schwer fallen, mir selbst oder anderen zu vergeben.</p><p>Vergebung hei&szlig;t &uuml;brigens auch, die Wahrheit zu finden. Der andere hat einen Grund f&uuml;r sein Handeln. Diese Erkenntnis kann dabei helfen, n&auml;chste Schritte zu gehen. Vergebung ist ein schmaler Pfad. Die breite Stra&szlig;e hei&szlig;t: &bdquo;Ich bin w&uuml;tend und zornig und voller Selbstmitleid.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Zu vergeben bedeutet, f&uuml;r sich selbst und seine Heilung die Verantwortung zu &uuml;bernehmen.</p></blockquote><p>Viele Menschen wollen oder k&ouml;nnen aber leider die Verantwortung nicht f&uuml;r sich &uuml;bernehmen, nach dem Motto: &bdquo;Leiden ist leichter als l&ouml;sen.&ldquo;</p>
<p style="font-size: 85%;">Claas Kaeseler</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17310070.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Claas Kaeseler]]></author>
      <pubDate>Sat, 18 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Frauen, schämt euch nicht länger!]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum die Verantwortung für männliches Verhalten in Bezug auf sexuelle Gewalt nicht bei den Opfern liegt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126349.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jürgen Fälchle /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Die Scham muss die Seite wechseln.&ldquo; Diesen denkw&uuml;rdigen Satz hat Gis&egrave;le Pelicot im Kontext der sexualisierten Gewalt gesagt, die ihr selbst widerfahren ist, und damit eine Bugwelle ausgel&ouml;st. Denn ja, genau eine solche Welle brauchen wir &ndash; alle Opfer, aber auch wir als Gesamtgesellschaft. Besonders, wenn wir &uuml;ber die zuletzt &ouml;ffentlich gewordenen Anschuldigungen im Kontext mit Deep Fake-Pornografie sprechen, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt.</p><p>Doch warum wechselt die Scham so selten die Seite? Warum trauen sich Opfer von sexualisierter Gewalt nicht, die T&auml;ter anzuzeigen? Warum scheint es im Nachhinein oft so, als habe das Opfer eine ganze Weile &ndash; vielleicht gar bereitwillig &ndash; mitgemacht?</p><p>Es ersch&uuml;ttert uns, wenn nach vielen Jahren ein Missbrauchsvorwurf erhoben wird. Und ja, es irritiert auch. Wir zweifeln an der Glaubw&uuml;rdigkeit der Opfer, weil sie sich <em>erst jetzt</em> &auml;u&szlig;ern. Dabei entspricht genau das dem Denk- und Verhaltensmuster eines Opfers von sexueller Gewalt.</p><p>In <a href="https://www.tagblatt.ch/leben/warum-opfer-von-sexueller-gewalt-so-oft-schweigen-eine-trauma-expertin-im-gesprach-ld.1336318" rel="noopener noreferrer" target="_blank">einem Interview</a> erl&auml;utert die Trauma-Expertin Rosmarie Barwinski, warum viele Opfer sich nach der Tat so sehr sch&auml;men, dass sie nicht einmal engen Bezugspersonen davon erz&auml;hlen. Bis der Weg in die &Ouml;ffentlichkeit gesucht wird, dauert es lange. Doch nach dieser langen Zeit f&auml;llt es oft umso schwerer, den Opfern zu glauben.</p><h2><strong>Schuld an der eigenen Vergewaltigung?</strong></h2><p>Um nun zu verstehen, warum so viele Frauen &uuml;ber sexuelle &Uuml;bergriffe schweigen, muss man tiefer in die Denkmuster einsteigen, die uns Frauen in der Regel von klein auf beigebracht wurden. Schon fr&uuml;h wurde uns gesagt: &bdquo;Die Welt da drau&szlig;en ist ein gef&auml;hrlicher Ort f&uuml;r dich. Du musst aufpassen, dass dir nichts passiert.&ldquo;&nbsp;</p><p>Das kann sich auf unterschiedliche Weise ge&auml;u&szlig;ert haben. Vielleicht hat deine Mutter dir von gewissen Kleidungsst&uuml;cken abgeraten und du hast nicht verstanden, warum du etwas, was du sch&ouml;n fandest, nicht tragen solltest. Oder du durftest als Teenie abends nicht allein von einer Veranstaltung heimlaufen, selbst wenn der Weg kurz war. In jedem Fall hast du gemerkt: <em>Die Regeln, die f&uuml;r Jungs gelten, gelten f&uuml;r mich als M&auml;dchen nicht. Ich bin angreifbarer. Ich muss aufpassen.</em></p><p>Generell ist es gut und wichtig, dass wir unseren T&ouml;chtern beibringen, mit einer gewissen Vorsicht durchs Leben zu gehen, aber es hat im schlimmsten Fall eine &uuml;ble Kehrseite. N&auml;mlich dann, wenn wir ihnen dabei indirekt vermitteln: <em>Du bist selbst daf&uuml;r verantwortlich, dass dir nichts passiert.&nbsp;</em></p><blockquote><p>Denn wenn ich als Frau dann doch sexuell bel&auml;stigt oder gar angetatscht oder vergewaltigt werde, bleibt die nagende Frage: Habe ich wirklich alles daf&uuml;r getan, um nicht zum Opfer zu werden?</p></blockquote><p>H&auml;tte ich doch nicht allein nach Hause laufen d&uuml;rfen? Nicht das Kleid mit dem tiefen Ausschnitt tragen sollen?</p><p>In der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uc0P2k7zIb4" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Reportage &bdquo;M&auml;nnerwelten&ldquo;</a> wurden Opfer von Vergewaltigung gefragt, was sie bei ihrer Vergewaltigung anhatten. Dabei stellte sich heraus: Die meisten Opfer sexueller Gewalt trugen normale Alltagskleidung und nicht den aufreizenden Minirock. Wenn du also Opfer von sexualisierter Gewalt in irgendeiner Form geworden bist, hast du wahrscheinlich nicht schlecht auf dich aufgepasst, sondern schlicht Pech gehabt. Dieses Pech haben jeden Tag viel zu viele Frauen in Deutschland und weltweit.</p><h2><strong>Warum Pauschalisierungen nicht weiterhelfen</strong></h2><p>Doch wie kommen wir Frauen aus dem Denkmuster raus, eine Mitverantwortung an sexualisierter Gewalt zu tragen? Und wie k&ouml;nnen wir langfristig unsere Gesellschaft so umformen, dass Gewalt gegen Frauen nicht weiterhin einfach so &bdquo;passiert&ldquo;?</p><p>Ich muss ehrlich sagen: Ich habe keine z&uuml;ndende Idee, die alle Probleme auf einmal l&ouml;st. Ich glaube aber, es gibt einige falsche L&ouml;sungsans&auml;tze, die uns nur weiter in die Sackgasse f&uuml;hren. Dazu geh&ouml;rt ein pauschales T&auml;ter-Opfer-Denken. Dies meine ich bewusst nicht in Bezug auf konkrete F&auml;lle missbr&auml;uchlichen Verhaltens, sondern in Bezug auf unseren allgemeinen Umgang als M&auml;nner und Frauen.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich mich selbst immer als potenzielles Opfer und die M&auml;nner, denen ich begegne, als potenzielle T&auml;ter sehe, mache ich mich kleiner und hilfloser, als ich es wirklich bin.</p></blockquote><p>Anstatt so meine gesunde Vorsicht zu f&ouml;rdern, zementiere ich nur das Rollenbild von mir als schwachem weiblichen Opfer. Damit gebe ich M&auml;nnern indirekt Macht &uuml;ber mich. Macht dar&uuml;ber, wo ich abends langlaufe. Macht &uuml;ber meine eigenen angstbehafteten Gedanken und Gef&uuml;hle.</p><p>Nat&uuml;rlich ist Vorsicht gut. Denn dass wir es zeitnah schaffen werden, dass Frauen in allen R&auml;umen &ndash; den &ouml;ffentlichen und privaten &ndash; per se sicher und gesch&uuml;tzt sind, erscheint im Augenblick leider schlicht utopisch. Aber eine pauschale Rollenzuschreibung, in der M&auml;nner zu T&auml;tern und Frauen zu Opfern werden, macht ein gutes Miteinander von Mann und Frau in pers&ouml;nlichen Beziehungen und in der Gesellschaft unm&ouml;glich.&nbsp;</p><p>Es mag statistisch belegt sein, denn jede zweite Frau erlebt in ihrem Leben sexuelle Bel&auml;stigung &ndash; meist durch M&auml;nner. Aber es f&ouml;rdert ein Klima der Angst, ein &bdquo;Wir gegen die&ldquo;.</p><h2><strong>M&auml;nner als Verb&uuml;ndete gewinnen</strong></h2><p>Zudem verkennt es, dass es genug andere M&auml;nner gibt &ndash; und wir deren Unterst&uuml;tzung gegen sexualisierte Gewalt als Frauen dringend brauchen. Auch haben wir als Frauen die Opferrolle nicht gepachtet und M&auml;nner werden ebenfalls Opfer von sexuellen &Uuml;bergriffen und Partnerschaftsgewalt. Au&szlig;erdem verkennt es die vielen Graut&ouml;ne in Bezug auf sexuell &uuml;bergriffiges Verhalten.</p><p>Ein Mann, der frauenverachtende Witze rei&szlig;t, kann ein liebevoller Vater und Ehemann sein, der im eigenen Leben respektvoll mit den Frauen in seinem Leben umgeht. Wir brauchen hier daher eine Unterscheidung: Wo bedient sich jemand nur angelernter sexistischer Sprach- und zum Teil auch Verhaltensmuster, die gar nicht der eigenen &Uuml;berzeugung und Lebenswirklichkeit entsprechen? Und wo zeigt sich eine tiefersitzende Frauenverachtung?</p><p>Letzterer werden wir mit Argumenten allein nicht Herr werden. Da sollten wir uns keinen Illusionen hingeben. Aber die meisten M&auml;nner, die ich in meinem Leben getroffen habe, fallen in die erste Kategorie und reproduzieren nur, was sie in unserer patriarchal gepr&auml;gten Kultur vorgelebt bekommen haben. Etliche sind auch schon f&uuml;r das Thema sensibilisiert und zeigen sich respektvoll uns Frauen gegen&uuml;ber.</p><h2><strong>M&auml;nner als Verb&uuml;ndete gewinnen</strong></h2><p>Diese beiden Gruppen sind potenziell unsere Verb&uuml;ndeten f&uuml;r ein besseres Miteinander von Mann und Frau. Sie leben es h&auml;ufig bereits in ihrem eigenen Leben und doch schweigen sie oft noch, wenn es drauf ankommt. Wiederholen am Stammtisch althergebrachte frauenfeindliche Parolen. Dabei hat daheim l&auml;ngst die Frau die Hosen an.</p><p>Warum tun sie das? Meines Erachtens aus einem einzigen Grund: Der Angst, andernfalls aus der Gruppe der &bdquo;echten Kerle&ldquo; ausgeschlossen zu werden. Wenn genug M&auml;nner nicht mehr &uuml;ber jede anz&uuml;gliche Bemerkung lachen, sondern das Entw&uuml;rdigende darin erkennen und ansprechen, wird ein respektvolleres Miteinander m&ouml;glich. Doch das erfordert Mut &ndash; und den w&uuml;nschen wir Frauen uns von M&auml;nnern.</p><blockquote><p>Wenn genug M&auml;nner es von vornherein ernst nehmen, sobald eine Frau von sexueller &Uuml;bergriffigkeit berichtet, werden sich endlich mehr Opfer trauen, dar&uuml;ber zu sprechen, was ihnen angetan wurde. Relativieren, Gef&uuml;hle absprechen oder gar abwerten hingegen macht Opfer stumm.</p></blockquote><p>Diesen M&auml;nnern ist nicht bewusst, welche Auswirkung ihr Schweigen auf ihre eigenen Frauen und T&ouml;chter hat. Sie wissen nicht um die Lebenswirklichkeit, der wir Frauen tagt&auml;glich ausgesetzt sind. Um den Spie&szlig;rutenlauf beim Abendspaziergang, um blo&szlig; nicht zu nah an einer M&auml;nnergruppe vorbeizugehen. Das Unwohlsein, wenn ein Mann in unserem Beisein einen sexistischen Spruch bringt &ndash; oft als &bdquo;Scherz&ldquo; getarnt, den wir Frauen doch bitte mit &bdquo;Humor&ldquo; nehmen sollen. Und sie werden es auch nicht verstehen, bis wir unser Schweigen brechen und es ihnen sagen.</p><h2><strong>Was passiert, wenn Opfer schweigen</strong></h2><p>Damit wir als Frauen endlich geh&ouml;rt werden und damit das Denkmuster &bdquo;Sie hat es ja selbst provoziert&ldquo; ein f&uuml;r alle Mal demontiert wird, m&uuml;ssen wir leider in Vorleistung gehen. Dazu m&uuml;ssen wir endlich damit aufh&ouml;ren, das Verhalten von M&auml;nnern uns gegen&uuml;ber immer und zuallererst als Folge unseres eigenen Verhaltens zu deuten.&nbsp;</p><p>Hier merke ich, wie schwer mir selbst dieses Umdenken f&auml;llt, weil ich es von klein auf antrainiert habe. Um das zu verdeutlichen, m&ouml;chte ich ein pers&ouml;nliches Beispiel teilen: In der Mittelstufe habe ich das erlebt, was man heute als <a href="https://gemeinsam-gegen-sexismus.de/glossar-posts/catcalling/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Cat Calling</a> bezeichnen w&uuml;rde. Ein Junge und seine Freunde riefen mir anz&uuml;gliche Begriffe hinterher &ndash; immer wieder, &uuml;ber Jahre.</p><p>Ich habe es damals als typisches Jungengehabe abgehakt und sogar eine Zeitlang geglaubt, der Typ sei ernsthaft an mir interessiert. Gesprochen habe ich weder mit meinen Eltern noch meinen Lehrern. Ich lebte in einem Gedankengemisch aus &bdquo;Ich habe das selbst provoziert&ldquo;, &bdquo;So zeigen Jungs nun mal ihr Interesse&ldquo; und &bdquo;Wenigstens einer in der Klasse schenkt mir Aufmerksamkeit&ldquo;.</p><p>Doch wenn ich ehrlich zu mir bin, war mir immer unangenehm, was da passierte. Ich war zwar in den Kerl verschossen, aber insgeheim war ich tief besch&auml;mt. Denn es war nicht die Ann&auml;herung, die ich mir als Teeniem&auml;dchen von einem Jungen erhoffte.</p><p>R&uuml;ckblickend wei&szlig; ich, dass ich meine damalige Situation durch meine Passivit&auml;t verschlimmert habe. Weil ich meine eigenen Grenzen nicht kannte und nicht gelernt hatte, sie zu verteidigen. Weil ich glaubte, dass Jungs eben so seien und ich als M&auml;dchen irgendwie mitverantwortlich f&uuml;r das Verhalten der Jungs sei.</p><blockquote class="noshare"><p>Die Angst, eine Mitschuld zugewiesen zu bekommen und noch weiter besch&auml;mt zu werden, lie&szlig; mich schweigen.</p></blockquote><p>Mein Verhalten damals war nicht die Ursache f&uuml;r die Tat, aber es erm&ouml;glichte es dem T&auml;ter, weiterzumachen.</p><h2><strong>Lieber schwierig sein als still</strong></h2><p>&Auml;hnlich geht es vielen Opfern sexueller &Uuml;bergriffe, ob diese im Kleinen wie bei mir stattfinden oder im Gro&szlig;en. Sie leben in der L&uuml;ge, mitverantwortlich f&uuml;r das Verhalten der T&auml;ter zu sein. Deshalb schweigen sie. Aber damit zementieren sie ihre Opferrolle nur immer weiter. Sie behalten die Scham bei sich und &uuml;bernehmen insgeheim und oft, ohne es selbst zu realisieren, die Verantwortung f&uuml;r das Verhalten der T&auml;ter.</p><p>Dabei w&auml;re es gerade bei kleineren &Uuml;bergriffen so einfach, etwas zu sagen &ndash; oder eine deutliche Grenze zu setzen, bevor die Situation eskaliert. Vielleicht nicht als unsicherer Teenie, aber als erwachsene Frau. Heute jedenfalls w&uuml;rde ich einen derartigen Vorfall direkt meinem Vorgesetzten melden. Und wenn jemand einen entw&uuml;rdigenden Kommentar macht, kann ich frei heraus sagen, dass ich das nicht m&ouml;chte.</p><p>Warum sehe ich mich trotzdem oft als Spielverderberin, wenn ich das tue? Etwa, weil es dann hei&szlig;t, ich w&uuml;rde keinen Spa&szlig; verstehen? Weil ich dann das Label &bdquo;schwierig&ldquo; verpasst bekomme?</p><blockquote><p>Liebe Frauen, lasst uns doch lieber &bdquo;schwierig&ldquo; sein, als &Uuml;bergriffe &ndash; selbst im Kleinen &ndash; hinzunehmen. Denn damit sch&uuml;tzen wir nicht nur uns, sondern auch andere.</p></blockquote><p>Wir zeigen damit deutlich: Die Verantwortung f&uuml;r m&auml;nnliches Verhalten liegt in deren Spielfeld, nicht oder zumindest nicht zuallererst in unserem.</p><p>Und, liebe M&auml;nner, &uuml;berlegt demn&auml;chst, ob eine Frau mit ihrer Meinung nicht doch recht hat, wenn sie sich mal wieder &bdquo;schwierig&ldquo; verh&auml;lt oder partout keinen Spa&szlig; verstehen will. Es k&ouml;nnte sein, dass euer Verhalten das Problem ist, nicht ihres.</p><h2><strong>Unsere Kultur spielt eine entscheidende Rolle</strong></h2><p>Als letzte Fu&szlig;note will ich noch einmal auf unsere Kultur eingehen. Denn eines wei&szlig; ich heute besser als damals: Geschichten pr&auml;gen. Sprichw&ouml;rter pr&auml;gen. Lieder pr&auml;gen. Vorbilder pr&auml;gen.</p><p>Die Zeit der sp&auml;ten 90er und fr&uuml;hen 2000er, in der ich meine Pubert&auml;t durchlief, war gepr&auml;gt von bestimmten gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmustern, die unterbewusst meine damalige Wahrnehmung pr&auml;gten. H&auml;tte ich nicht so oft den Spruch &bdquo;Was sich neckt, das liebt sich&ldquo; geh&ouml;rt und entsprechende B&uuml;cher und Filme dazu gelesen und gesehen, w&auml;re mir das &uuml;bergriffige Verhalten meines Klassenkameraden vielleicht fr&uuml;her aufgefallen.</p><p>Bis heute liebe ich &bdquo;Enemies to Lovers&ldquo;-Geschichten, bin aber skeptischer, was die Ausgestaltung dieses Motivs angeht und wie M&auml;nner- und Frauenrollen in B&uuml;chern, Filmen, Serien und Liedern generell dargestellt werden. Wie wir &uuml;ber Mann- und Frausein reden, welche Witze wir rei&szlig;en und welche Geschichten wir einander erz&auml;hlen, pr&auml;gt nachfolgende Generationen.</p><p>Als Erwachsene erkenne ich heute bestimmte Dinge als Klischees und lache allenfalls dar&uuml;ber. Als Heranwachsende fehlte mir dieser Durchblick vielfach noch. Umso besser, dass wir jetzt endlich dar&uuml;ber reden und Frauen offen ihre Erfahrungen teilen.</p><blockquote><p>Denn jede Frau, die Opfer geworden ist, merkt durch mutige Erfahrungsberichte wie den von Gis&egrave;le Pelicot: Ich bin kein Einzelfall!&nbsp;</p></blockquote><p>Wenn wir &uuml;ber sexuelle &Uuml;bergriffe sprechen, m&uuml;ssen wir als Gesellschaft daher nicht nur ehrlich dar&uuml;ber reden, wie wir im Alltag miteinander umgehen wollen, sondern auch dar&uuml;ber, welche Geschichten wir einander erz&auml;hlen wollen und welche Rollenbilder von M&auml;nnern und Frauen Liedtexte, B&uuml;cher, Serien und Filme vermitteln.</p><p>Ich hoffe, dass dies in Zukunft immer mehr Geschichten von gegenseitigem Respekt sein werden. Denn auch damit pr&auml;gen wir eine frauenfreundlichere und damit letztlich respektvollere Zukunft f&uuml;r uns alle.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17319161.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 15 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Muss ich jedes Stoppschild mitnehmen?]]></title>
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      <description><![CDATA[Oder: Wie du dir unnötig das Leben schwermachst, indem du alles auf dich beziehst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125557.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Alexey (KI-generiert) /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Ich komme gut durch heute. Noch zweieinhalb Stunden auf Autobahn und Landstra&szlig;en, dann bin ich bei meinen Eltern. Zweimal im Jahr nehme ich mir diese Auszeit &ndash; ohne Mann und Kinder. Der Morgen lief erstaunlich rund: Die Hasen sind nicht verhungert, die M&auml;dels angezogen (&uuml;ber modische Details sprechen wir ein anderes Mal), und ich sitze halbwegs p&uuml;nktlich im Auto. L&auml;uft.</p><p>W&auml;hrend ich so vor mich hinfahre, rolle ich in einen einspurigen Baustellenbereich &ndash; und sehe es schon von weitem: ein gro&szlig;es, rotes Stoppschild. Mitten auf der Autobahn.</p><p>Ich bin irritiert. Soll ich jetzt ernsthaft eine Vollbremsung hinlegen? Ich fahre vorsichtig weiter und beobachte die anderen Wagen vor mir. Keine Bremslichter. Keine Panik. Und dann d&auml;mmert es mir: Das Schild geh&ouml;rt zur Baustellenausfahrt rechts von uns. Es hat&nbsp;rein gar nichts mit mir zu tun.</p><p>Ich atme durch und denke mir: Wie oft in meinem Leben zucke ich innerlich zusammen,&nbsp;obwohl die Aufforderung gar nicht an mich gerichtet war?</p><h2><strong>Die Sache mit den inneren Vollbremsungen</strong></h2><p>Ein Satz, ein Blick, ein Kommentar &ndash; und schon rattern in meinem Kopf die Zahnr&auml;der:&nbsp;<em>Was habe ich falsch gemacht? Warum meint er das jetzt gerade so? Was muss ich &auml;ndern?</em>&nbsp;</p><p>Und es gibt ja nicht nur Stoppschilder, sondern auch noch &bdquo;Vorfahrt gew&auml;hren&ldquo;, &bdquo;Schleudergefahr&ldquo;, &bdquo;&Uuml;berholverbot&ldquo; oder &bdquo;Einbahnstra&szlig;e&ldquo;. Und, ganz wichtig: die Sackgasse. &nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Es ist, als w&uuml;rde mein System st&auml;ndig davon ausgehen: Wenn irgendwo ein Schild steht, dann gilt es wahrscheinlich mir. Sicherheitshalber.</p></blockquote><p>Zum Beispiel im Gottesdienst: Ich h&ouml;re eine Predigt und komme mit einer To-do-Liste wieder raus:&nbsp;<em>Mehr beten. Mehr vertrauen. Mehr loslassen. Mehr von allem.</em></p><p>Oder im B&uuml;ro:. Der Chef sagt im Meeting: &bdquo;Ich h&auml;tte mir gew&uuml;nscht, dass ihr euch besser in die Thematik einarbeitet.&ldquo; Ich sitze da mit meinen 75 Prozent an Wissen und f&uuml;hle mich ertappt. Dann gehe ich nach Hause, wo mein Mann die Bemerkung macht: &bdquo;Der Flur m&uuml;sste mal wieder geputzt werden.&ldquo; In meinem Kopf wird daraus: <em>&bdquo;Warum hast DU das nicht l&auml;ngst gemacht?&ldquo;</em></p><p>Gerade sensible Menschen haben eine besondere Antenne f&uuml;r Zwischent&ouml;ne. Sie h&ouml;ren mehr als andere und f&uuml;hlen sich schnell verantwortlich f&uuml;r Stimmungen, Erwartungen und Worte. Sie sind innerlich st&auml;ndig auf Empfang. Das Problem ist: So f&auml;hrt es sich anstrengend durchs Leben. Kein Wunder, dass das m&uuml;de macht.</p><h2>Nicht jeder Impuls ist eine pers&ouml;nliche Lebensaufgabe</h2><p>Ein Satz aus der Bibel ist f&uuml;r mich in diesem Zusammenhang sehr entlastend. Der Apostel Paulus schreibt:</p><p><em>&bdquo;Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen</em>.&ldquo; <em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C1" target="_blank">Galater&#8239;5,1</a>)</em></p><p>Eigentlich meint Paulus hier die Last des Alten Bundes &ndash; das waren all die Gesetze, an die sich die Juden halten mussten. Durch Jesus wurden diese Gesetze aufgehoben &ndash; oder wie er es nannte: erf&uuml;llt. Aber ich kann diesen Satz von Paulus auch auf vieles beziehen, was sich in meinem Leben wie eine Last anf&uuml;hlt.</p><p>Zur Freiheit befreit hei&szlig;t f&uuml;r mich: Ich muss nicht jeden Impuls sofort in eine pers&ouml;nliche Lebensaufgabe verwandeln. Ich bin auch nicht daf&uuml;r zust&auml;ndig, jede Erwartung zu erf&uuml;llen, die irgendwo im Raum steht. Ich darf ausw&auml;hlen, worauf ich reagiere. Und selbst, wenn etwas ein bisschen auf mich zutrifft, dann muss ich gedanklich nicht gleich 100% daraus machen.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich kann mir mein Leben zuverl&auml;ssig verkomplizieren, indem ich alles pers&ouml;nlich nehme. Oder ich probiere es anders.</p></blockquote><h2><strong>Die Freiheit, nicht &uuml;berall anzuhalten</strong></h2><p>Der Chef meinte vor allem die, die komplett unvorbereitet waren.<br />
Die Predigt hatte einen Gedanken f&uuml;r mich, aber nicht gleich einen F&uuml;nfjahresplan.<br />
Und der Satz &uuml;ber den Flur war vielleicht einfach&hellip; ein Satz &uuml;ber den Flur. Und wenn nicht: Mein Mann wei&szlig; auch, wie der Staubsauger funktioniert!</p><p>Wenn dieses diffuse schlechte Gewissen auftaucht &ndash; dieses &bdquo;Du m&uuml;sstest eigentlich&hellip;&ldquo; &ndash;, dann hilft es zu fragen:&nbsp;<em>Warum denn?</em>&nbsp;Wenn darauf keine klare Antwort kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich gerade auf ein Schild reagiere, das mir gar nichts zu sagen hat.</p><p>Drei Ideen zum &Uuml;ben:</p><ul><li data-list-item-id="e6bf7053b4e322ba1f800777ec8043e3a"><strong>Beobachte.</strong>&nbsp;Wenn dich etwas triggert, stell dir innerlich vor: Da steht ein Verkehrsschild. Frag dich zuerst: Auf welcher Spur steht es &ndash; auf meiner oder nebenan? Nicht alles gilt dir. Und das ist herrlich befreiend.</li><li data-list-item-id="ee4bc11ed18175bd39bf07445d78d5be1"><strong>Bewerte. &nbsp;</strong>Welche Legitimation hat der andere, dir ein Schild aufzustellen?&nbsp; Selbst wenn dir jemand ein &bdquo;Durchfahrt verboten&ldquo; vor die Nase setzt, kannst du fragen: Ist derjenige vom Stra&szlig;enverkehrsamt &ndash; oder stellt er das Schild einfach auf, in der Hoffnung, dass du reagierst?</li><li data-list-item-id="e986c6cc9cdea2be32653fb0c666d28f7"><strong>Entscheide. &nbsp;</strong>Wenn du dich darauf einl&auml;sst, dann nur, weil du es auch willst und nicht ausschlie&szlig;lich, weil du irgendeine Erwartung erf&uuml;llen musst. So ersetzt du Pflichtgef&uuml;hl durch Freiwilligkeit und gehst die Sache aktiv an.</li></ul><h2><strong>Erinnerungsbild</strong></h2><p>Noch eine Stunde Fahrt zu meinen Eltern. Vor mir taucht ein Tempo-70-Schild auf. &bdquo;Ist f&uuml;r mich gerade nicht relevant&ldquo;, denke ich und l&auml;chle. Wie als Zeichen vom Himmel sehe ich einen Blitz.&nbsp;</p><p>Wochen sp&auml;ter habe ich Post bekommen. Das Blitzerfoto ist erstaunlich gut geworden. Ich klebe es mir zu Hause neben den Spiegel, als Erinnerung: Nicht alle Schilder gelten mir. Aber manche eben doch.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17318043.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vom Freund zum Feind: Israel und der Iran]]></title>
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      <description><![CDATA[Persiens lange Geschichte mit den Juden und wie sie mit dem aktuellen Konflikt zusammenhängt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125454.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Yasmin Peyman /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ende Februar starteten Israel und die USA einen Milit&auml;rschlag gegen das iranische Regime. Es ist der vorl&auml;ufige H&ouml;hepunkt einer jahrzehntelangen Feindschaft. Seit der Islamischen Revolution 1979 verfolgt das iranische Mullah-Regime ein erkl&auml;rtes Ziel: die Vernichtung des Staates Israel. Es finanziert Terrororganisationen, baut sein Raketenprogramm aus und arbeitet an der Atombombe &ndash; stets mit Israel im Visier.&nbsp;</p><p>Nun zogen Israel und die USA Konsequenzen: Es ist zum Krieg gekommen. Doch hinter diesem modernen Konflikt verbirgt sich eine Geschichte, die weit &auml;lter ist &ndash; eine Geschichte, in der Perser und Juden nicht immer Feinde waren. Ausgerechnet jetzt &ndash; inmitten des Krieges &ndash; wird diese jahrtausendealte Beziehung wieder lebendig.&nbsp;</p><h2>Khamenei: Tod eines Tyrannen</h2><p>Die ersten Angriffe erfolgen am Morgen des 28. Februar 2026. Zuvor waren die Verhandlungen &uuml;ber das Atomprogramm des Irans erneut gescheitert. Die ersten Luftangriffe gelten dem Regime, allen voran&nbsp;dem &bdquo;obersten F&uuml;hrer&ldquo; Ayatollah Ali Khamenei. Am Abend folgt die Best&auml;tigung: Khamenei ist tot.</p><p>Seit dem Tod des Regime-Gr&uuml;nders Ayatollah Ruhollah Khomeini 1989 hatte Khamenei mit eiserner Hand geherrscht. Im eigenen Volk galt er vielen als das menschgewordene Gesicht des B&ouml;sen. Er lie&szlig; Frauen unterdr&uuml;cken und Andersdenkende foltern und hinrichten. Bei den landesweiten Anti-Regierungs-Protesten sollen im Januar 2026 zehntausende Demonstranten brutal ermordet worden sein. Und wie kein anderer verk&ouml;rperte Khamenei den fanatischen, religi&ouml;s motivierten Hass auf Israel.</p><p>Der Iran antwortete auf den Angriff der USA und Israels mit hunderten ballistischen Raketen, gerichtet auf die israelische Zivilbev&ouml;lkerung. Dabei setzt er vermehrt Streumunition ein. Dank modernster Luftabwehr und eines ausgekl&uuml;gelten Fr&uuml;hwarnsystems ist der Schaden auf israelischer Seite bislang gering, dennoch kommen Menschen ums Leben, tausende wurden bereits verletzt.</p><h2>Verb&uuml;ndete im Schatten des Regimes: Israelis und Iraner</h2><p>Doch die Resilienz der Israelis ist ungebrochen. Sie hoffen, dass dieser Milit&auml;rschlag endlich zum Niedergang eines Regimes f&uuml;hrt, das sie seit Jahrzehnten terrorisiert. Zudem empfinden sie tiefe Sympathie mit den Menschen im Iran. Aus ihren Schutzbunkern posten viele auf Social Media Botschaften an die Iraner: &bdquo;Haltet durch, Hilfe ist unterwegs.&ldquo;</p><p>Auch viele Iraner sehen in den Israelis Verb&uuml;ndete. In den Wochen, die dem Krieg vorangingen, forderten Demonstranten und Aktivisten im Iran und im Ausland, einen Milit&auml;rschlag gegen das Mullah-Regime. Dabei wurde ein Appell in Israel besonders wahrgenommen: Einst schenkte der Perserk&ouml;nig Kyros den Juden die Freiheit &ndash; nun m&ouml;ge Israel dem iranischen Volk zur Freiheit verhelfen.&nbsp;</p><p>Mit dem Tod Khameneis scheint dieser Moment n&auml;hergekommen: Auf den Stra&szlig;en westlicher Gro&szlig;st&auml;dte versammeln sich im Anschluss hunderte Exil-Iraner, jubeln und schwenken die L&ouml;wen-und-Sonnen-Flagge neben der Fahne Israels. In London tanzen Iraner und Juden gemeinsam zu israelischer Musik. In Paris, Athen und Baku werden vor den israelischen Botschaftsgeb&auml;uden Blumen niedergelegt.</p><blockquote><p>Dass Iraner und Israelis sich in diesem Moment so nah sind, wirkt auf den ersten Blick paradox. Doch ihre Beziehung ist weitaus &auml;lter als das Mullah-Regime und reicht bis in biblische Zeiten zur&uuml;ck.</p></blockquote><h2>Persien in der Bibel</h2><p>Das antike Persien wird in der Bibel als eines der wenigen Reiche beschrieben, das den Juden gegen&uuml;ber wohlwollend handelte. Es waren die Perser, die die Juden aus der Gefangenschaft der Babylonier befreiten. Der Perserk&ouml;nig Kyros der Gro&szlig;e entlie&szlig; sie in die Freiheit und ordnete den Wiederaufbau des j&uuml;dischen Tempels in Jerusalem an. Kyros ist auch der einzige Nichtjude, den Gott in der Bibel als &bdquo;mein Gesalbter&ldquo; bezeichnet.&nbsp;</p><p>Au&szlig;erdem bekleideten Juden im Perserreich hohe &Auml;mter. Daniel wurde vom Mederk&ouml;nig Darius hochgesch&auml;tzt. Nehemia genoss als Mundschenk das besondere Vertrauen des K&ouml;nigs Artaxerxes. Mit k&ouml;niglicher Eskorte kehrte er als Statthalter nach Jerusalem zur&uuml;ck, um den Wiederaufbau der zerst&ouml;rten Stadtmauern zu leiten. Und als der Amalekiter Haman die Juden Persiens vernichten wollte und letztlich scheiterte, wurde der Jude Mordechai ins zweith&ouml;chste Amt des Reiches bef&ouml;rdert.</p><p>Die Perserk&ouml;nige erm&ouml;glichten den Juden die R&uuml;ckkehr ins Land Israel. Doch die meisten zogen das Leben in den wirtschaftlichen Zentren des Reiches vor &ndash; und &uuml;ber Jahrhunderte wuchs dort eine bedeutende j&uuml;dische Gemeinde heran.&nbsp;</p><h2>Juden in Persien: Wie die Islamisierung alles ver&auml;nderte</h2><p>Mit der arabisch-muslimischen Eroberung Persiens im 7. Jahrhundert und besonders nach der Einf&uuml;hrung des schiitischen Islams als Staatsreligion im 16. Jahrhundert verschlechterte sich die Situation der Juden in der Region drastisch. Immer wieder kam es zu Massakern und auch zu Zwangskonvertierungen ganzer Gemeinden.&nbsp;</p><p>Erst die Modernisierung und S&auml;kularisierung durch die Pahlavi-Dynastie, die von 1925 bis 1979 herrschte, setzte dem ein Ende. Diskriminierende Gesetze wurden aufgehoben und Zwangskonversionen verboten. J&uuml;dische Schulen durften Hebr&auml;isch unterrichten und Juden konnten in den Staatsdienst eintreten. Dennoch blieb Antisemitismus in Teilen der Gesellschaft lebendig. Dies war einer der Gr&uuml;nde, warum bereits vor der Islamischen Revolution rund 70&nbsp;000 iranische Juden nach Israel auswanderten.</p><blockquote class="noshare"><p>Unter den Pahlavi-Schahs bl&uuml;hten die iranisch-israelischen Beziehungen auf. Der Iran war eines der ersten muslimischen L&auml;nder, die den modernen Staat Israel anerkannten.&nbsp;</p></blockquote><p>Die beiden L&auml;nder kooperierten in der Landwirtschaft, bei Bew&auml;sserungstechnologien sowie auf Milit&auml;r- und Geheimdienstebene. Iranisches &Ouml;l deckte 90 Prozent des israelischen Bedarfs ab, Israel diente dem Iran als Durchgangsland f&uuml;r seine &Ouml;lexporte nach Europa. Kurz vor der Islamischen Revolution arbeiteten israelische und iranische Forscher gemeinsam an der Entwicklung von Raketentechnologie.</p><h2>Vom Verb&uuml;ndeten zum Erzfeind</h2><p>Dies &auml;nderte sich mit der Islamischen Revolution 1979. Die Mullahs &uuml;bernahmen als strenggl&auml;ubige schiitische Geistliche die Macht und setzen sich an die Spitze des neuen Regimes. Die Folge: Israelhass wurde zur Staatsdoktrin. Geleitet von einer gef&auml;hrlichen Endzeit-Ideologie sind die Mullahs &uuml;berzeugt, dass der Mahdi, der Zw&ouml;lfte Imam, am Ende der Tage erscheinen wird. Doch dem muss die Vernichtung des j&uuml;dischen Staats und die Befreiung Jerusalems aus der Hand der Juden vorausgehen. Die Ausl&ouml;schung Israels ist f&uuml;r das Regime also eine religi&ouml;se Pflicht.</p><p>Bis heute sind die Auswirkungen davon sp&uuml;rbar: Die j&uuml;dische Gemeinde schrumpfte von rund 80&nbsp;000 im Jahr 1979 auf heute knapp 8&nbsp;000 Mitglieder. In der F&uuml;hrungsriege des Landes sind antisemitische Verschw&ouml;rungsmythen sowie Holocaustleugnung Programm. Der Judenstaat gilt als illegitimes Symbol des westlichen &bdquo;Imperialismus&ldquo; im muslimischen Nahen Osten, das es zu vernichten gilt.</p><p>Diese religi&ouml;sen Vernichtungsfantasien erkl&auml;ren, warum weder diplomatische Verhandlungen noch wirtschaftliche Sanktionen Teheran von seinem Kurs abbringen. Sie sind auch der Grund, warum der Iran Milliardensummen in die Ausl&ouml;schung Israels investiert, w&auml;hrend seine Bev&ouml;lkerung verarmt. Dabei verf&uuml;gt der Iran &uuml;ber eine der gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;l- und Erdgasreserven der Welt.</p><p>Wichtigste St&uuml;tze des Regimes und wichtigstes Instrument seiner Ideologie sind die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Ihre Loyalit&auml;t gilt nicht dem iranischen Volk, sondern dem Regime. Ihr Auftrag ist, die &bdquo;Islamische Revolution&ldquo; ins Ausland zu exportieren. Seit Jahrzehnten r&uuml;sten sie daf&uuml;r im gesamten Nahen Osten Terrororganisationen auf: die Hisbollah im Libanon, Hamas und den Pal&auml;stinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen, pro-iranische Milizen in Syrien und im Irak sowie die Huthi im Jemen.</p><blockquote class="noshare"><p>Dieses Terrornetzwerk, das Israel von allen Seiten umzingelt, hat ein Ziel: Den j&uuml;dischen Staat durch koordinierte Angriffe an mehreren Fronten zu zerm&uuml;rben und letztlich zu vernichten.</p></blockquote><h2>Die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm</h2><p>In den 2000er Jahren spitzte sich der Konflikt zwischen Israel und dem Regime in Teheran zu, als geheime iranische Atomanlagen aufgedeckt wurden. &Auml;u&szlig;erungen wie die des damaligen Pr&auml;sidenten Mahmud Ahmadinejad, Israel m&uuml;sse &bdquo;von der Landkarte getilgt&ldquo; werden, lie&szlig;en keinen Zweifel daran, welchem Zweck diese Anlagen dienen.</p><p>Der Westen, angef&uuml;hrt vom damaligen US-Pr&auml;sidenten Barack Obama, versuchte mit dem Regime zu verhandeln. Die Israelis zogen einen Vergleich zur Appeasement-Politik der 1930er Jahre. Das 2015 unterzeichnete Atom-Abkommen best&auml;tigte ihre Bedenken: es legte nicht die Beendigung des Atomprogramms fest, sondern lediglich seine vor&uuml;bergehende, zeitlich begrenzte Einschr&auml;nkung.</p><p>Durch Cyberangriffe und Sabotageakte konnten Israel und seine Verb&uuml;ndeten das Atomprogramm immer wieder zur&uuml;ckzuwerfen. Dann wurde 2021 bekannt, dass der Iran bereits Uran auf einen Reinheitsgrad von 60 Prozent anreicherte. Von 60-prozentigem Uran ist es nur ein kleiner technischer Schritt zu atomwaffenf&auml;higem 90-prozentigem Uran.</p><h2>Der 7. Oktober 2023: Z&auml;sur f&uuml;r Nahost</h2><p>Der &Uuml;berfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 markierte eine Z&auml;sur. Einen Tag lang schien es, als l&auml;ge Israel am Boden. Heute, zweieinhalb Jahren sp&auml;ter, ist der j&uuml;dische Staat die regionale Supermacht im Nahen Osten.</p><p>Nach zwei Jahren Krieg sind die Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Libanon schwer dezimiert, ihre gesamte F&uuml;hrung wurde ausgeschaltet. Der syrische Diktator Baschar al Assad, ein Verb&uuml;ndeter der iranischen Mullahs, ist nach Moskau geflohen.</p><p>Und nachdem der Iran im April 2024 seinen Stellvertreterkrieg eskalierte und Israel erstmals direkt angriff, folgte im Juni 2025 der israelische Gegenschlag. Zw&ouml;lf Tage lang flogen israelische Kampfjets ungehindert am Himmel &uuml;ber Teheran und mit Unterst&uuml;tzung der USA wurden die lange gef&uuml;rchteten Atomanlagen umfassend besch&auml;digt.</p><blockquote><p>Der aktuelle Milit&auml;rschlag Israels und der USA k&ouml;nnte einen Systemwechsel in Teheran bewirken, womit der Kopf des Terrornetzwerks im Nahen Osten endg&uuml;ltig ausgeschaltet w&uuml;rde.</p></blockquote><p>Neben der F&uuml;hrung des Regimes und der IRGC-Infrastruktur steht das ballistische Raketenarsenal im Visier, das auf mehr als 3&nbsp;000 Geschosse gesch&auml;tzt wird. Hinzu kommen die in Entwicklung befindlichen ballistischen Interkontinentalraketen, die auch Europa und die USA bedrohen k&ouml;nnten.&nbsp;</p><h2>Ein neuer Naher Osten?</h2><p>Ob dieser Krieg den Beginn eines neuen Iran markiert, bleibt offen. Auch ob dieser neue Iran wieder wie zu Zeiten des Schahs ein Partner Israels und des Westens werden w&uuml;rde. Und obwohl ein Regime-Wechsel noch nie so greifbar war wie jetzt, bezweifeln viele Experten, dass dieser allein durch Luftschl&auml;ge herbeigef&uuml;hrt werden kann. Zu tief reicht die Loyalit&auml;t der IRGC, zu weitreichend sind ihre Machtstrukturen in Politik und Gesellschaft.</p><p>Andere Experten warnen vor einem Machtvakuum, das ein geschw&auml;chter Iran hinterlassen k&ouml;nnte. Die T&uuml;rkei, die offen den Anspruch verfolgt, zur f&uuml;hrenden Macht der islamischen Welt aufzusteigen, w&uuml;rde diese L&uuml;cke nur zu gerne f&uuml;llen.</p><p>Zumindest scheint die unmittelbare Bedrohung zur&uuml;ckgedr&auml;ngt. Mit der Zerst&ouml;rung des ballistischen Raketenarsenals sowie der Atom- und Milit&auml;ranlagen ist eine Gefahr beseitigt, die nicht nur Israel, sondern die gesamte Region in Atem gehalten hat. Den sunnitischen Golfstaaten, allen voran den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, k&ouml;nnte dies den Weg freimachen f&uuml;r einen Nahen Osten, den sie seit Jahren anstreben: politisch stabil, wirtschaftlich vernetzt und im Frieden mit Israel.</p><h2>Israelis und Iraner: gemeinsame Hoffnung</h2><p>Im Londoner Stadtteil Golders Green haben Anwohner entlang einer Mauer tausende Poster aufgeh&auml;ngt. Sie zeigen l&auml;chelnde, vor allem junge Menschen. Es sind die Gesichter von Demonstranten, die im Januar bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste im Iran ermordet wurden. Exil-Iraner besuchen die Mauer, legen Blumen und Teddyb&auml;ren nieder, z&uuml;nden Kerzen an. Der Ort der Gedenkmauer ist bezeichnend: sie markiert das Grundst&uuml;ck einer Synagoge. Etwa die H&auml;lfte der Einwohner von Golders Green sind Juden.</p><p>Nach dem 7. Oktober 2023 hingen an dieser Mauer Poster der 251 in den Gazastreifen verschleppten Israelis. Seitdem im Januar 2026 der Leichnam der letzten Geisel nach Israel zur&uuml;ckgebracht wurde, ist die einzige Erinnerung an jenen furchtbaren Tag eine Collage der Israelis, die auf dem Nova-Festival ermordet wurden. Sie h&auml;ngt nun Seite an Seite mit den Bildern iranischer Todesopfer.</p><blockquote><p>Dass Iraner inmitten einer j&uuml;dischen Nachbarschaft ihrer Toten gedenken, spiegelt wider, was der aktuelle Krieg auf menschlicher Ebene bewegt. Israelis und Iraner, Juden und Perser, kommen einander n&auml;her.&nbsp;</p></blockquote><p>Sie verbindet die Sehnsucht danach, endlich in Frieden zu leben, frei von einem Regime, das den j&uuml;dischen Staat, aber auch die eigene Bev&ouml;lkerung seit Jahrzehnten terrorisiert.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengef&uuml;hrte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet &ndash; durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf:&nbsp;</strong><a href="http://www.sareltours.com/de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>www.sareltours.com/de</strong></a><br />
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<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17316698.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Versöhnung im Schatten des Krieges]]></title>
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      <description><![CDATA[Der Ukraine Krieg hat tiefe Traumata hinterlassen. Mit speziellen Trauma-Programmen will TWR dazu beitragen, dass seelische Wunden heilen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125320.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Juri Figueiredo /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Die Stimmung im Raum ist angespannt. Bei einer internationalen Frauenkonferenz sitzen sich Frauen gegen&uuml;ber, deren Herkunftsl&auml;nder seit Jahren von Krieg, Gewalt und Verlust gezeichnet sind. Die Konferenz wurde f&uuml;r Mitarbeiterinnen von TWR veranstaltet, die Frauen weltweit &uuml;ber christliche Medienangebote erreichen, st&auml;rken und begleiten.</p><p>Die Teilnehmerinnen aus der Ukraine, Russland und Israel sind zur&uuml;ckhaltend. Wie spricht man miteinander, wenn das eigene Land bombardiert wird? Wenn Freunde an der Front sind? Wenn Familien auseinandergerissen wurden? Und wie h&ouml;rt man zu, wenn man wei&szlig;, dass die andere Seite ebenfalls leidet? Sie sitzen sich gegen&uuml;ber und sp&uuml;ren, dass Aussprache notwendig ist.</p><h3><strong>Ein Raum zum Zuh&ouml;ren</strong></h3><p>Elmira* und Daniela* aus der Ukraine fangen z&ouml;gerlich an zu erz&auml;hlen. Von N&auml;chten ohne Schlaf, weil die Warnsirenen stundenlang heulen. Von der Angst um ihre V&auml;ter, die jederzeit in den Krieg eingezogen werden k&ouml;nnen. Elmira erz&auml;hlt von ihrem Bruder, der an vorderster Front verwundet wurde. Und den Tagen ohne Strom und Heizung, wenn sie mit ihrer Tochter einen Unterschlupf suchen muss.</p><p>Dann spricht Miryam* aus Israel &uuml;ber das Leben mit permanenter Bedrohung, &uuml;ber Trauer und das Gef&uuml;hl, dass Sicherheit jederzeit zerbrechen kann. Schlie&szlig;lich erz&auml;hlt auch Anna* aus Russland, wie es ihr und ihren Angeh&ouml;rigen in den letzten Jahren ergangen ist.</p><p>Zum ersten Mal h&ouml;ren die f&uuml;nf Frauen nicht nur &uuml;bereinander - sie h&ouml;ren einander zu. Wut bekommt Raum und Angst Worte. Sorgen und Gedanken d&uuml;rfen ausgesprochen werden, ohne unterbrochen zu werden. Es ist ein intensives Gespr&auml;ch, eines, das notwendig ist.</p><p>Sie verstehen, dass sie alle Betroffene sind. Tr&auml;nen flie&szlig;en und sie&nbsp;umarmen einander. Der Krieg hat unterschiedliche Gesichter, aber eine Last, die alle Beteiligten tragen: Trauma.</p><h3><strong>Schritte Richtung Vers&ouml;hnung</strong></h3><p>Es war ein unerwartetes Gespr&auml;ch, das keine schnellen L&ouml;sungen oder einfache Antworten erforderte. Ein Gespr&auml;ch, in dem Schmerz ausgesprochen wurde, Zuh&ouml;ren m&ouml;glich war und erste Schritte in Richtung Vers&ouml;hnung entstanden.</p><p>Mitten aus Begegnungen wie diesen entstand der Impuls f&uuml;r ein Trauma-Programm. Soldaten an der Front sowie R&uuml;ckkehrer aus dem Krieg tragen tiefe seelische Verletzungen davon. Auch ihre Familien sowie die TWR Teams selbst sehen sich mit Fragen konfrontiert, f&uuml;r die es kaum Antworten gibt.</p><h3><strong>Ein Programm f&uuml;r Heilung</strong></h3><blockquote><h3>Im Krieg entstehen im Herzen der Menschen tiefe, seelische Verletzungen. Umso wichtiger ist es, traumatisierende Erfahrungen fr&uuml;hzeitig aufzuarbeiten, bevor sie krank machen.</h3></blockquote><p>Maria,&nbsp;TWR Leiterin f&uuml;r Russland, Belarus und Ukraine, sieht die Not. Auf einer Konferenz lernte sie&nbsp;vor einigen Monaten die Traumatherapeutin Kristina Raschen kennen und stie&szlig; eine Zusammenarbeit an. Gemeinsam entwickeln sie zurzeit ein Trauma-Programm f&uuml;r Soldaten, Therapeuten und Seelsorger sowie f&uuml;r Familien. Es setzt bewusst fr&uuml;h an und ermutigt Menschen, sich mit den Folgen von Krieg und erlebtem Trauma auseinanderzusetzen, bevor sich Ohnmacht und Verbitterung festigen.</p><h3><strong>Videos mit pers&ouml;nlicher Ansprache</strong></h3><p>Kern des Programms sind kurze Videos, in denen Traumatherapeutin Raschen den Umgang mit Trauma, Trauer, Wut und Vers&ouml;hnung im christlichen Kontext anspricht. Geplant sind&nbsp;15 Videos f&uuml;r Soldaten, rund 12 f&uuml;r Therapeuten und Seelsorger sowie eine weitere Reihe f&uuml;r Familien.</p><p>Die Programme sollen &uuml;ber verschiedene Medienplattformen der TWR Teams ver&ouml;ffentlicht werden. Sie k&ouml;nnen auch in Gemeinden und der Seelsorge eingesetzt werden.&nbsp;Um m&ouml;glichst vielen Betroffenen zu helfen, wird das Trauma-Programm mit einem KI-Programm&nbsp;in sechs Sprachen &uuml;bersetzt: Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch, Hebr&auml;isch und Arabisch.</p><h3><strong>Stimmen von der Front</strong></h3><p>Was all das notwendig macht, zeigt sich in den Stimmen direkt aus dem Krieg. Immer wieder erhalten die TWR Teams in Russland und der Ukraine Berichte von der Front. Kurze Nachrichten, letzte Briefe, S&auml;tze aus Extremsituationen.</p><p>Einer davon stammt von einem russischen Soldaten. In einem Brief an seine Angeh&ouml;rigen schreibt er: &bdquo;Es gibt hier keinen mehr, der nicht an Gott glaubt.&ldquo;</p><p>Ein Satz, der deutlich macht, wie sehr der Krieg Menschen an ihre inneren Grenzen f&uuml;hrt unabh&auml;ngig von Herkunft oder Seite. Fragen nach Sinn, Schuld und Hoffnung dr&auml;ngen sich auf in einem Konflikt zwischen L&auml;ndern, die sich einst nahe standen.</p><h2><strong>Machen Sie&nbsp;einen Unterschied!&nbsp;</strong></h2><p><a href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=4575&amp;restrict=1" target="_blank">Ihre Spende</a> erm&ouml;glicht die Umsetzung des Programms. Damit Menschen in Kriegsgebieten ihr Trauma aufarbeiten k&ouml;nnen und Hoffnung und Heilung in Jesus finden.</p><p><span class="small">*Namen wurden aus Sicherheitsgr&uuml;nden ge&auml;ndert.</span><br />
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<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17309418.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ostern ist vorbei – die Auferstehung bleibt]]></title>
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      <description><![CDATA[Mehr als ein Datum im Kalender; Wie die Hoffnung auf Ewigkeit unseren Alltag bereichert.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/844952.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Thomas Schutze /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 15, erinnert Paulus die Christen in der Gemeinde in Korinth an das, was er sie gelehrt hat. Offensichtlich weichen sie &ndash; oder zumindest einige von ihnen &ndash; allm&auml;hlich davon ab, haben mittlerweile ihre &Uuml;berzeugung verloren oder verw&auml;ssern lassen, dass es eine Auferstehung gibt, also dass es nach dem irdischen Leben, das irgendwann endet, weitergehen wird.</p><h2>Die Erinnerung an die fr&uuml;here &Uuml;berzeugung</h2><p>Paulus stellt im ersten Satz schon klar, dass die Christen in Korinth eigentlich wissen, um was es im Glauben geht. Er selbst hat ihnen das Evangelium, die Botschaft von Jesus Christus, verk&uuml;ndigt, die Korinther haben es angenommen und jetzt sagt Paulus, dass sie selig werden: &bdquo;<em> [&hellip;] wenn ihr&#39;s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verk&uuml;ndigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gl&auml;ubig geworden w&auml;rt&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 15,2</a>).</p><p>Mit anderen Worten: Alles ist klar, wenn sie sich an das halten, was ihnen durch Paulus gesagt wurde: <em>&bdquo;Dass Christus gestorben ist f&uuml;r unsre S&uuml;nden&nbsp;nach der Schrift;&nbsp;und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage&nbsp;nach der Schrift [&hellip;]&ldquo;</em><strong></strong>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C3-4" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 15,3b-4</a>).</p><p>Paulus z&auml;hlt etliche Zeugen auf, die Jesus nach seiner Auferstehung gesehen haben, die ihm begegnet sind, die gesehen haben, dass er lebt. Die Korinther scheinen diese Erinnerung n&ouml;tig zu haben, denn es war damals so wie heute: Dass Jesus auf der Erde gelebt hat, ist erwiesen. Das l&auml;sst man so stehen. Aber dass er gestorben ist, tot war und dann wieder lebendig wurde &ndash; das ist dann doch manchem zu viel. Da h&ouml;rt ihr Glaube auf. Und das ist gerade so, als ob man gar nicht erst den Glauben angenommen h&auml;tte.</p><blockquote><p>Wenn man Jesus zwar als guten, gar vorbildlichen Menschen anerkennt, ihm vielleicht sogar das eine oder andere Wunder zutraut, das er zu Lebzeiten vollbracht hat, dann aber seinen Tod und seine Auferstehung leugnet, ist das kein Glaube, der zur Rettung f&uuml;hrt.</p></blockquote><h2>Was w&auml;re, wenn&hellip;.</h2><p>Genau diese &Uuml;berlegung greift Paulus auf und spinnt den Gedanken weiter, was w&auml;re, wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden w&auml;re:</p><ol><li>Alles, was &uuml;ber den Glauben gesagt wird, k&ouml;nnte man dann vergessen</li><li>Jeglicher Glaube w&auml;re null und nichtig</li><li>Die Verk&uuml;ndigung w&auml;re eine glatte L&uuml;ge</li><li>Es g&auml;be keine Vergebung der S&uuml;nden</li><li>Auch die, die bereits im Glauben verstorben sind, w&auml;ren verloren</li><li>Alle die, die auf Jesus Christus nur in diesem Leben hoffen, w&auml;ren &bdquo;angeschmiert&ldquo;.<br />
&nbsp;</li></ol><p>Paulus sagt, sie w&auml;ren dann <em>&bdquo;die elendesten unter allen Menschen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 15,19</a>).</p><p>Ein schreckliches Szenario. Wenn Jesus nicht auferstanden w&auml;re, wenn es also keine Auferstehung von den Toten g&auml;be &ndash; dann g&auml;be es f&uuml;r niemanden Hoffnung. Dann w&auml;re das Leben auf wenige Jahre auf der Erde beschr&auml;nkt und man m&uuml;sste alles hineinpressen, was man nicht verpassen zu d&uuml;rfen glaubt.</p><h2>Doch Jesus ist auferstanden und lebt</h2><p>Paulus betont: <em>&bdquo;Nun aber&nbsp;ist Christus auferstanden von den Toten als&nbsp;Erstling unter denen, die entschlafen sind.&ldquo; </em>(Vers 20)&nbsp;</p><p>Und damit gibt es f&uuml;r alle, die ihn angenommen haben, Hoffnung auf ewiges Leben &ndash; nach dem irdischen, dem endlichen Leben hier auf dieser Erde.</p><h2>Nur eine Vertr&ouml;stung auf das Jenseits?</h2><p>Ist das nun eine Vertr&ouml;stung &ndash; gar eine billige Vertr&ouml;stung &ndash; auf das Jenseits, mit der man die abspeisen kann, die im Diesseits benachteiligt, unterdr&uuml;ckt, entrechtet werden?</p><p>Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Ich fasse kurz zusammen:</p><ul><li>Jesus Christus ist am Kreuz gestorben, weil er die S&uuml;nden der Menschen auf sich nehmen wollte, damit wir gerettet werden k&ouml;nnen.</li><li>Also steht jeder Mensch vor der Entscheidung: Sage ich ja zu Jesus und nehme ihn als meinen Herrn an, bringe ihm meine S&uuml;nde und nehme seine Vergebung an &ndash; oder lehne ich ihn ab und bleibe mit meiner Schuld allein?</li><li>Er ist auferstanden und lebt.</li><li>Die Menschen, die an ihn glauben und ihm ihr Leben anvertrauen, werden ebenso auferstehen.<br />
&nbsp;</li></ul><p>Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod macht den Unterschied, wie ich hier auf dieser Erde lebe. Es ist nicht vergeblich, was ich hier tue. Es ist nicht unbedeutend, wie ich es tue.</p><h2>Gott schenkt den Sieg &ndash; heute und in Ewigkeit</h2><p>Und dass ich etwas tun kann, dass ich im Glauben an Jesus Christus mein Leben gestalten kann, das ist ein Geschenk. Hier nochmals Worte von Paulus an die Christen in Korinth: <em>&bdquo;Gott aber sei Dank, der uns den&nbsp;Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!&nbsp;Darum, meine lieben Br&uuml;der, seid fest, unersch&uuml;tterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn&ldquo;</em> (Verse 57-58).</p><p>Das ist kein Aufruf zum passiven Abwarten, was geschehen wird &ndash; es ist ein Appell, dieses endliche Leben in der Verantwortung vor Gott so zu leben, dass es Auswirkungen bis in die Ewigkeit hat.</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565646.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 06 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auferstehung ins Leben]]></title>
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      <description><![CDATA[Was bedeutet Auferstehung? Auszug aus dem Gedichtband „Und dann stirbt Gott“ von Matthias Drodofsky.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125449.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francesco Ungaro /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Auferstehung &ndash; das passiert doch erst am Ende aller Zeiten, k&ouml;nnte man meinen. Wenn alles vorbei ist. Doch die Auferstehung ist mehr als das: Sie geschieht im Hier und Jetzt und bewirkt Neuanf&auml;nge mitten im Leben.&nbsp;</em></p><p><em>Matthias Drodofsky, geb. 1988, ist Pastor in Berlin und promoviert derzeit an der Universit&auml;t Oldenburg. In seinem Gedichtband </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/148887" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Und dann stirbt Gott&ldquo;</em></a><em> n&auml;hert er sich literarisch dem Herz des christlichen Glaubens an: Passion, Kreuz und Auferstehung. Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung der </em><a href="https://neukirchener-verlage.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Neukirchener Verlage</em></a><em> ein Gedicht aus seinem Buch.&nbsp;</em></p><h2>Auferstehung ins Leben</h2><p><em>Die Erde bebte, Felsen zerbarsten, Gr&auml;ber &ouml;ffneten sich</em><br /><em>und die Leiber vieler gottesf&uuml;rchtiger M&auml;nner und Frauen,</em><br /><em>die schon l&auml;ngst verstorben waren, wurden von den</em><br /><em>Toten auferweckt. (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Matth%C3%A4us27%2C52" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 27,52</a>)</em><br /><br />
In der Ostergeschichte<br />
Hei&szlig;t es vollmundig:&nbsp;<br />
Die Gr&auml;ber wurden leer.<br />
Auferstehung<br />
Ist eine Auferstehung der Vielen:<br />
Der J&uuml;ngerinnen und J&uuml;nger.<br />
Der Menschen.<br />
&nbsp;</p><p>Aber, mag man einwenden,<br />
Die J&uuml;ngerinnen und J&uuml;nger,<br />
Waren doch gar nicht tot?!<br />
&nbsp;</p><p>Doch,<br />
Zumindest wie tot<br />
Zerbrochene Leben, Tr&auml;ume, Gottesbilder, Selbstbilder, Weltbilder<br />
Alles begraben.<br />
Alles zerst&ouml;rt.<br />
Alles tot.&nbsp;<br />
Vor ihren Augen gestorben,<br />
Als Jesus starb.&nbsp;<br />
Und manche von ihnen<br />
Trugen ihren Anteil daran.<br />
Durch Feigheit oder Verrat.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p>Durch Ostern werden diese<br />
Deprimierten Gestalten<br />
Neu zum Leben erweckt.&nbsp;<br />
Aus ihnen war das Leben gewichen<br />
Und dann kommen sie neu zum Leben.<br />
Das Leben kommt zu ihnen.<br />
Gott rei&szlig;t heraus aus der Todesnacht.<br />
&nbsp;</p><p>In der Begegnung mit Jesus<br />
Findet f&uuml;r die J&uuml;ngerinnen und J&uuml;nger<br />
Eine eigene Auferstehung statt.<br />
Ihr Leben beginnt neu<br />
Wird anders.<br />
Auferstehung meint:<br />
Neu ins Leben finden.<br />
&nbsp;</p><p>Da, wo im Leben Todesnacht<br />
Und Dunkelheit<br />
Und Hoffnungslosigkeit<br />
Raum eingenommen hat.<br />
Da braucht es eine rettende Kraft.<br />
Da, wo das Leben vor sich hind&uuml;mpelt,<br />
Perspektivlos geworden ist,<br />
Kraftlos,&nbsp;<br />
Mutlos,<br />
Da braucht es eine auferweckende Kraft:<br />
Auferstehung.<br />
Auferstehung hei&szlig;t:<br />
Das Leben finden.<br />
Mit Gott.<br />
Und gefunden werden,<br />
Wo man verloren war.<br />
&nbsp;</p><p>Auferstehung ist nicht etwas,<br />
Was am Ende aller Zeiten geschieht,<br />
Sondern mittendrin<br />
Zum Neuanfang wird.<br />
&nbsp;</p><p>Ostern beschreibt einen Weg<br />
Aus der Dunkelheit der Nacht<br />
In das Licht des Ostermorgens.<br />
&nbsp;</p><p>Ohne Ostern<br />
W&auml;re Jesu Tod<br />
Nur eine tragische Geschichte,<br />
Ein Get&ouml;teter mehr oder weniger.<br />
Karfreitag ist,<br />
Einmal mehr,<br />
Ein Schauspiel der Dunkelheit dieser Welt.<br />
Traurig und tragisch.<br />
Dann aber,<br />
&Auml;ndert sich alles:<br />
Ein Neubeginn.<br />
Totes wird auferweckt.<br />
Und nichts ist wie zuvor.<br /><br /><span class="small">Aus: Matthias Drodofsky, Und dann stirbt Gott. Auf der Spur von Passion und Ostern. &copy; 2026 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, S. 111-113.</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Matthias Drodosfky</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17313665.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Matthias Drodosfky]]></author>
      <pubDate>Sun, 05 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Am Kreuz zeigt sich Gottes Liebe]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/am-kreuz-zeigt-sich-gottes-liebe/2803-542-8052</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17312679/2803-542-8052</link>
      <description><![CDATA[Was ist der größte Liebesbeweis? Nicht Romantik, sondern das Kreuz: Jesus stirbt für dich. Gedanken zu Karfreitag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125467.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Patrick Tomasso /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Was ist der gr&ouml;&szlig;te Liebesbeweis, den es gibt? Vielleicht ein Soldat, der f&uuml;r seine Kameraden sein Leben l&auml;sst? Oder eine Mutter, die alles aufgibt, um ihr Kind zu retten? Oder auch Jack und Rose auf der Titanic? Das alles sind beeindruckende Beweise von tiefer Liebe.&nbsp;</p><p>Solche Liebesbeweise k&ouml;nnen sehr tragisch sein wie auf der Titanic &ndash; ich bin mir sicher auf der T&uuml;r w&auml;re Platz f&uuml;r zwei gewesen! Aber auch recht unspektakul&auml;r, wenn man einen wichtigen Termin absagt, um f&uuml;r den kranken Ehepartner da zu sein.</p><p>Doch all diese Geschichten kommen niemals an das heran, was an Karfreitag passiert ist. Da kommt jemand auf die Welt, der behauptet Gott zu sein, und dann stirbt er. Aber er stirbt nicht einfach so. Er stirbt auf eine der brutalsten Art und Weisen, wie Menschen umgebracht werden k&ouml;nnen &ndash; durch eine Kreuzigung. Wieso ist das so ein gro&szlig;er Liebesbeweis und warum ist sein Tod &uuml;berhaupt notwendig?</p><h2><strong>Was ist die Kreuzigung?</strong></h2><p>Zuerst schauen wir uns aber den Tod von diesem Menschen genauer an. Jesus wurde gekreuzigt. Diese Hinrichtungsart war vor allem bei den R&ouml;mern sehr beliebt, da sie &ouml;ffentlichkeitswirksam war. Das bedeutet: Sie fand immer an Orten statt, an denen jeder gut sehen konnte, wie schmerzhaft es ist, am Kreuz zu sterben.&nbsp;</p><p>Meist wird der Gekreuzigte dabei nackt an das Kreuz gebunden oder durch das Fersenbein und Unterarm ans Kreuz genagelt. Die Folge war eine lange Leidenszeit, bei der am Ende die Lunge kollabiert, was zum Ersticken f&uuml;hrt. Hin und wieder wurde die Leidenszeit verk&uuml;rzt, indem die Beine gebrochen wurden. So zerrei&szlig;t die Lunge schneller.<sup>1</sup></p><h2><strong>Warum Jesus am Kreuz stirbt</strong></h2><p>Laut der Bibel hat Jesus diesen Tod freiwillig gew&auml;hlt. Die Bedeutung seiner Kreuzigung f&uuml;r uns Menschen wird in der Theologie bis heute diskutiert. Das ist verst&auml;ndlich, denn wieso sollte Gott das sich selbst, beziehungsweise seiner menschlichen Gestalt antun? Warum sollte Gott sich auf den Weg zur Erde machen, nur um dort so zu sterben?&nbsp;</p><p>Johannes und Matth&auml;us berichten an mehreren Stellen in ihren Evangelien davon, warum Jesus stirbt:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f&auml;llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes12%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 12,24</a>)</p><p><em>&bdquo;Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die S&uuml;nde der Welt wegnimmt!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes1%2C29" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 1,29</a>)</p><p><em>&bdquo;Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut des Bundes, das f&uuml;r viele vergossen wird zur Vergebung der S&uuml;nden.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us26%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 26,27</a>)</p><p>All diese Verse arbeiten mit Allegorien und Bildern und wir sollten sie heute unter Bezugnahme auf die damalige j&uuml;dische Kultur deuten. Tun wir das, ist die dahinterstehende Kernaussage klar: Jesus ist gestorben, damit Schuld vergeben wird &ndash; meine und deine.</p><p>Jetzt kenne ich dich und deine Situation nicht, aber vielleicht fragst du dich: Was habe ich denn so Schlimmes getan, dass dieser Jesus glaubt, f&uuml;r mich sterben zu m&uuml;ssen? Dies ist eine berechtigte Frage! Immerhin gibt es deutlich schlimmere Menschen als mich oder dich.</p><p>Auch generell sind wir als Menschheit &uuml;ber das Denken hinausgekommen, dass Blut vergossen werden muss, um eine b&ouml;se Tat zu s&uuml;hnen. F&uuml;r tausende von Jahren war es &uuml;blich, nach dem Motto &bdquo;Auge um Auge &ndash; Zahn um Zahn&ldquo; zu leben. Also dem T&auml;ter das zuzuf&uuml;gen, was er dem Opfer angetan hat. Doch f&uuml;r uns heute ist klar: Das ist eine veraltete Vorstellung! So wurde die letzte Todesstrafe in der Bundesrepublik 1949 durchgef&uuml;hrt.&nbsp;</p><p>Insgesamt werden rechtliche Strafma&szlig;nahmen in der heutigen Zeit eher als Abschreckung, Anreiz zur Besserung oder Schutz der Bev&ouml;lkerung gesehen. Dass dadurch wirklich Schuld abgegolten wird wie etwa nach Denkweise der Bibel, steht heute nicht mehr so im Fokus &ndash; und wird zum Teil auch kritisiert, wenn nach schweren Straftaten h&auml;rtere Strafen von der &Ouml;ffentlichkeit gefordert werden?</p><blockquote class="noshare"><p>Warum also braucht Gott unbedingt das menschliche Opfer? Wieso kann er nicht einfach so Schuld vergeben? Es ist doch allm&auml;chtig.</p></blockquote><p>Vielleicht haben wir aber auch eine falsche Vorstellung davon, in welche Kategorie unsere eigene Schuld f&auml;llt.</p><h2><strong>Mehr als ein Strafzettel</strong></h2><p>Um das zu erkl&auml;ren, m&ouml;chte ich dir ein Beispiel erz&auml;hlen. Stell dir vor, ich fahre mit meinem Auto nachts nach Hause, das letzte andere Auto habe ich vor 5 Minuten gesehen, da ich auf der Landstra&szlig;e in der letzten Ecke Deutschlands lebe. Nun kommt eine Kreuzung auf der Landstra&szlig;e und die Ampel ist rot. Weit und breit ist kein Auto in Sicht. Da ich m&uuml;de bin, fahre ich trotzdem &uuml;ber die Ampel.</p><p>Doch den Polizisten am Stra&szlig;enrand habe ich &uuml;bersehen. Jetzt m&uuml;sste ich eine Strafe zahlen. Das w&auml;re gerecht, doch der Polizist macht sein privates Portemonnaie auf und bezahlt f&uuml;r mich mein Kn&ouml;llchen.&nbsp;</p><p>Viele Menschen haben die Vorstellung, dass Jesus am Kreuz so gehandelt hat, wie dieser Polizist. Doch wie dramatisch w&auml;re es, wenn das wahr w&auml;re!</p><p>Dann h&auml;tten wir einen bestialischen Gott, wenn man sich die Schmerzen von Jesus am Kreuz anschaut. Denn was f&uuml;r ein schwacher Gott w&auml;re das? Ein Gott, der sich Regeln unterwerfen muss und wegen einer kleinen Gesetzes&uuml;bertretung einen Menschen ans Kreuz nageln l&auml;sst, selbst wenn es sein eigener Sohn ist? Ein Gott, der nicht ohne S&uuml;hne vergeben kann?</p><h2><strong>Jesu Tod war kein Versehen</strong></h2><p>Doch schauen wir uns noch einmal genauer an, was Jesus in den obengenannten Versen gesagt hat. Sie alle verdeutlichen: Der Tod Jesu war kein Versehen, keine unerwartete Wendung und auch kein Versagen politischer Anf&uuml;hrer<em>.</em></p><blockquote><p>Der Tod Jesu war von Anfang an der Plan! Er ist auf die Erde gekommen, um zu sterben.&nbsp;</p></blockquote><p>Bei seinem Tod macht Jesus das auch klar: <em>&bdquo;Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erf&uuml;llt w&uuml;rde: Mich d&uuml;rstet! Es stand da ein Gef&auml;&szlig; voll Essig. Sie legten nun einen Schwamm voller Essig um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: &sbquo;Es ist vollbracht!&lsquo; Und er neigte das Haupt und &uuml;bergab den Geist.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes19%2C28-30" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 19,28-30</a>)</p><p>Jesus wusste, dass sein Auftrag vollbracht ist. Der Begriff, der hier im Griechischen verwendet wird, kann mit verschiedenen Bedeutungen gef&uuml;llt werden:</p><ul><li data-list-item-id="e7ed26b298e7942deba79d9ba09c0b5d7">Einmal kann er bedeuten, dass ein Plan ausgef&uuml;hrt und zu Ende gebracht wurde. Damit unterstreicht er, dass es kein Versehen, sondern geplant war, dass Jesus stirbt.&nbsp;</li><li data-list-item-id="eda904f30838c99fabf54a52654ae3079">Dann bedeutet der Begriff auch, dass eine &bdquo;Verpflichtung erf&uuml;llt ist&ldquo;, sprich dass die Schulden abbezahlt sind. Oft wurde er auch daf&uuml;r verwendet, dass ein Sklave die Schuld f&uuml;r sein Leben an seinen Herren gezahlt hat und sich damit freigekauft hat.</li><li data-list-item-id="e25f691dac036a2192be7d9e6aaea06c4">Zudem wurde der Begriff von Priestern verwendet, wenn sie ein Opfer dargebracht haben, oder wenn neue Priester eigesetzt wurden.<sup>2</sup></li></ul><p>Jesus nimmt ganz bewusst die Opferrolle an, jedoch nicht in passiver Weise, sondern ganz aktiv. Er antwortet nicht mit mehr Gewalt auf die Gewalt anderer, sondern h&auml;lt auch die andere Wange hin. Das typische Verst&auml;ndnis damals war es, mit Gewalt auf Gewalt zu antworten. Doch Jesus l&auml;sst sich nicht nur schlagen, sondern auch t&ouml;ten f&uuml;r den Schmerz, den wir Menschen ihm und einander angetan haben.</p><blockquote class="noshare"><p>Damit durchbricht er den Kreislauf der Gewalt, in dem sich die Menschen damals befunden haben und in den auch wir heute noch oft geraten.</p></blockquote><h2><strong>Die wahre Tragik unserer Schuld</strong></h2><p>Jetzt fragst du dich vielleicht: Aber was hat das jetzt mit mir zu tun? Ist sch&ouml;n und gut, dass Jesus seinen Plan durchgezogen und den Kreislauf der Gewalt durchbrochen hat, aber welche Bedeutung hat das f&uuml;r mein Leben?</p><p>Hier kommen wir noch einmal auf die Ampel zur&uuml;ck. Stell dir vor: Es ist wieder Nacht und ich fahre in meinem Auto &uuml;ber die Landstra&szlig;e. Ich komme an die Ampel ran, schaue mich um. Dieses Mal ist dort kein Polizist und ich fahre &uuml;ber die rote Ampel. Doch ich habe nicht gesehen, dass von links ein 40 Tonnen schwerer LKW mit 80 Sachen auf mich zurast. Die Chance, dass ich &uuml;berlebe, wenn er mich trifft, ist null. Das ist der Preis meines Fehlverhaltens. Das ist das, was mir zusteht.&nbsp;</p><p>Doch was der LKW-Fahrer macht, ist dies: Er lenkt mit voller Absicht nach rechts, so dass er knapp mein Auto verfehlt, in dem Wissen, dass er so gegen einen gigantischen Baum f&auml;hrt und dabei selbst sicher stirbt.</p><p>Ja, auch dieses Bild hat seine Schwierigkeiten, doch es zeigt eines: Gott ist nicht ein unbeteiligter Richter, der irgendein Gesetz erf&uuml;llen muss. Und es zeigt, dass mein Handeln zur Folge hat, dass jemand sterben muss.</p><p>Deswegen ein weiteres Beispiel: Stell dir vor, ich l&uuml;ge einen guten Freund an. Im ersten Moment wirkt es nicht bedeutsam. Doch diese L&uuml;ge zerst&ouml;rt Vertrauen und damit unsere Beziehung. Selbst wenn mein Freund mir vergibt, bleibt es im Hinterkopf. Ich merke daran, dass selbst ein kleines Vergehen wie eine L&uuml;ge oder das Fahren &uuml;ber eine rote Ampel Folgen hat, die ich nicht direkt sehe.&nbsp;</p><blockquote><p>Mein Fehlverhalten hat immer Folgen &ndash; oft solche, die ich nicht kontrollieren oder vorhersehen kann. Und im Extremfall kostet es Leben.</p></blockquote><h2><strong>Wie Beziehung wieder m&ouml;glich wird</strong></h2><p>Gott w&uuml;nscht sich f&uuml;r uns ein Leben in guten Beziehungen voller Liebe, Freude und Hoffnung. Doch dem steht unsere Schuld im Weg. Der Tod von Jesus am Kreuz zeigt deswegen: Schuld ist nicht harmlos. Schuld zerst&ouml;rt Beziehungen. Schuld richtet sich gegen das, was Gott sich f&uuml;r uns gedacht hat.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Jesu Ausspruch &bdquo;Es ist vollbracht&ldquo; hei&szlig;t in diesem Kontext: Die Last der Schuld ist getragen. Nicht durch mich, sondern Jesus hat sie getragen.&nbsp;</p></blockquote><p>Da Schuld reale Beziehungen und Leben zerst&ouml;rt, kann sie nicht einfach ignoriert werden. Ein nett gemeintes &bdquo;Passt schon&ldquo; reicht eben nicht. Es braucht jemanden, der den Schaden auf sich nimmt. Das tut Jesus mit seinem Tod am Kreuz &ndash; und zwar aus Liebe zu dir und mir (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Galater2%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 2,20</a>).</p><p>Jesu Ausruf &bdquo;Es ist vollbracht&ldquo; wurde so zum gr&ouml;&szlig;ten Liebesbeweis der Menschheitsgeschichte. Und er kann auch f&uuml;r dich zur Realit&auml;t werden. Nicht als Druck, sondern als Angebot. Du kannst frei zu Gott kommen und ihm deine Schuld hinlegen. Er hat sie am Kreuz getragen. Eine geheilte Beziehung zu Gott ist m&ouml;glich.<br />
&nbsp;</p><p><span class="small"><sup>1</sup> vgl. Bd.4, S.1745; Sundermeier, T. u. a. (2001) &bdquo;Kreuz/Kreuz Christi&ldquo;, Religion in Geschichte und Gegenwart. 4., vollst&auml;ndig neubearbeitete Auflage. Herausgegeben von H.D. Betz u. a. T&uuml;bingen: Mohr Siebeck.</span></p><p><span class="small"><sup>2</sup> vgl. Bd.8, S.58ff: Delling, G. (1969) &bdquo;&tau;&epsilon;&lambda;&epsilon;&#769;&omega;&ldquo;, Theologisches W&ouml;rterbuch zum Neuen Testament. Herausgegeben von G. Kittel und G. Friedrich. Stuttgart; Berlin; K&ouml;ln; Mainz: Verlag W. Kohlhammer.</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Julian Thyroff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17312679.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Julian Thyroff]]></author>
      <pubDate>Fri, 03 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wir sind zu leise!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wir-sind-zu-leise/2270-542-8050</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17310788/2270-542-8050</link>
      <description><![CDATA[Sexismus in christlichen Kreisen: Lasst uns über Machtmissbrauch und Gewalt reden, statt Dinge unter den frommen Teppich zu kehren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125419.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Als ich 17 war, fuhr ich mit meinem Jugendkreis an einem hei&szlig;en Sommertag zu einem Event in einer Gemeinde in der Umgebung. Dort predigten junge Menschen &uuml;ber sexuelle Reinheit. Ein M&auml;dchen auf der B&uuml;hne flehte uns &bdquo;von Frau zu Frau&ldquo; an: &bdquo;M&auml;dchen, ich bitte euch: Bedeckt eure Schultern!&ldquo;&nbsp;&nbsp;</p><p>Eine andere Frau erkl&auml;rte uns, es sei nicht in Ordnung, den k&uuml;nftigen Ehemann vor der Hochzeit zu k&uuml;ssen. Den Vogel aber schoss ein junger Mann ab. Er schleuderte uns M&auml;dchen im Publikum entgegen: &bdquo;Ich habe schon Prostituierte gesehen, die waren besser angezogen als ihr! Und ich sage euch das, weil ich euch liebe!&ldquo;&nbsp;</p><p>Meine Freundinnen und ich begannen nerv&ouml;s, an unseren Tanktops herumzuzupfen. Besch&auml;mt sahen wir einander an. Wir waren gerade mit Huren verglichen worden. In den Augen dieses Mannes, der kaum &auml;lter war als wir, standen wir schlimmer da als diese &bdquo;S&uuml;nderinnen&ldquo;. Oder sagen wir lieber: als Frauen, die sehr h&auml;ufig aus wirtschaftlicher Not oder Zwang heraus in der Prostitution landen und dabei in vielen F&auml;llen Gewalt erfahren. Der Vergleich war jedenfalls nicht freundlich gemeint.&nbsp;</p><h2><strong>Unterordnung, Machtgef&auml;lle und die Gefahr von Gewalt</strong>&nbsp;</h2><p>Damals fehlten mir die Worte daf&uuml;r, doch heute erkenne ich: Solche Botschaften besch&auml;men und pr&auml;gen ein Klima, das &Uuml;bergriffe erm&ouml;glicht. Was in dieser Gemeinde gepredigt wurde, war geistliche Gewalt &ndash; unter dem Deckm&auml;ntelchen der Sorge um unsere k&ouml;rperliche und seelische Unversehrtheit, angew&auml;rmt mit dem Begriff &bdquo;Liebe&ldquo;.&nbsp;</p><blockquote><p>Mit geistlicher Gewalt meine ich: Wenn Glaube, Bibel oder &bdquo;Liebe&ldquo; benutzt werden, um Menschen kleinzumachen, zu besch&auml;men, zu kontrollieren oder sie vom Widerspruch abzuhalten.&nbsp;</p></blockquote><p>Das Ziel der Ansprache damals war, uns M&auml;dchen in unsere Schranken zu weisen, denn freie Entfaltung birgt die Gefahr von &ldquo;Fehltritten&rdquo;. Wir sollten lernen, wie sich eine anst&auml;ndige Frau verh&auml;lt. Wir sollten lernen, dass unser K&ouml;rper unserem sp&auml;teren Ehemann &bdquo;geh&ouml;rt&ldquo; und es in unserer Verantwortung liegt, unseren &bdquo;Wert&ldquo; f&uuml;r ihn zu erhalten.&nbsp;&nbsp;</p><p>Uns wurde erz&auml;hlt, es w&uuml;rde uns innerlich befreien, wenn wir gem&auml;&szlig; unserer Stellung leben: dem Mann untergeordnet, seiner Weisung folgend. Ist es nicht erleichternd, wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen zu m&uuml;ssen? Der Mann &uuml;bernimmt als &bdquo;Haupt&ldquo; die Verantwortung und wir Ehefrauen sind dadurch &bdquo;befreit&ldquo;, unseren uns zugewiesenen Dienst zu erf&uuml;llen: Kinder, K&uuml;che, Kirche.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Sch&ouml;pfungsordnung oder Schutz im Patriarchat?</strong>&nbsp;</h2><p>Man kann so leben, wenn man das aus freien St&uuml;cken entscheidet, aber es ist kein Muss. Viele Frauen &ndash; mich eingeschlossen &ndash; finden keine Erf&uuml;llung darin, auf Heim und Herd reduziert zu leben und bei wichtigen Entscheidungen in der Partnerschaft aufgrund unseres Geschlechts nie das letzte Wort haben zu d&uuml;rfen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Beziehungsmodell &bdquo;Mann f&uuml;hrt, Frau ordnet sich unter&ldquo; mag biblisch begr&uuml;ndbar sein, doch es hat einen Haken: Wo der eine entscheidet und die andere gehorcht, entsteht ein Machtgef&auml;lle. Wenn dann zus&auml;tzlich &bdquo;Gott will das so&ldquo; als Schutzschild dient, wird Widerspruch geistlich entwertet. Das senkt die Hemmschwelle f&uuml;r &Uuml;bergriffe und bereitet einen N&auml;hrboden, auf dem Gewalt gedeihen kann.&nbsp;</p><p>Es gibt mehrere sehr bekannte Bibelstellen, in denen erl&auml;utert wird, wie sich Frauen und M&auml;nner in ihren Partnerschaften zueinander zu verhalten haben. Die folgende Liste ist nur beispielhaft, nicht vollst&auml;ndig.&nbsp;</p><p>Eine sehr h&auml;ufig zitierte Stelle stammt vom Apostel Paulus:&nbsp;&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Ordnet euch aus Achtung vor Christus bereitwillig einander unter. Ihr Ehefrauen sollt euch euren M&auml;nnern unterordnen, so wie ihr euch dem Herrn unterordnet&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5,21-22</a>).&nbsp;&nbsp;</p><p>Auch der Apostel Petrus spricht als Mann seiner Zeit aus der patriarchal gepr&auml;gten Perspektive:&nbsp;&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Ebenso gilt f&uuml;r euch M&auml;nner: Euer Verhalten gegen&uuml;ber euren Frauen soll von Achtung gepr&auml;gt sein. Begegnet ihnen verst&auml;ndnisvoll, denn sie sind die Schw&auml;cheren&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Petrus3%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Petrus 3,7</a>).&nbsp;</p><p>Ansonsten wird zur Erkl&auml;rung der Geschlechterverh&auml;ltnisse noch gerne der Sch&ouml;pfungsbericht zu Rate gezogen:&nbsp;&nbsp;</p><p>&bdquo;<em>Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose2%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 2,18</a>).&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Wort im Urtext, das hier mit &bdquo;Hilfe&ldquo; &uuml;bersetzt wird, l&auml;sst sich mehrdimensional deuten: Es k&ouml;nnte sowohl der hebr&auml;ischen Wortwurzel f&uuml;r &bdquo;St&auml;rke&ldquo; als auch der f&uuml;r &bdquo;helfen/retten&ldquo; entstammen. Eins ist aber bedeutsam: Das gleiche Wort wird immer wieder im Kontext mit Gott verwendet.&nbsp;</p><p>Auch der S&uuml;ndenfall bietet einen Erkl&auml;rungsansatz:&nbsp;&nbsp;</p><p><em>&bdquo;&hellip; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose3%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 3,16</a>).&nbsp;</p><p>All diese Verse stehen hier ohne ihren Kontext, der jeweils einen eigenen Artikel wert w&auml;re.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Ist die Unterordnung der Frau gottgewollt oder nicht?</strong>&nbsp;</h2><p>Es gibt zwei Interpretationswege, um diese Frage biblisch zu deuten: &nbsp;</p><p>1. Die Unterordnung der Frau ist gottgewollt und Teil seiner guten Ordnung: Gott hat Mann und Frau gleichwertig geschaffen, aber mit unterschiedlichen, sich erg&auml;nzenden Rollen, in denen der Mann eine dienende Leitungsverantwortung &uuml;bernimmt. Die Anweisungen der Apostel zu Unterordnung und Leitung werden als zeitlose R&uuml;ckbindung an diese Sch&ouml;pfungsordnung verstanden, nicht nur als Anpassung an die damalige Kultur.&nbsp;&nbsp;</p><p>2. Die Unterordnung dient der Frau als Schutz in einem patriarchalischen System: Gottes urspr&uuml;ngliche Idee ist partnerschaftliche Gleichwertigkeit ohne Hierarchie. Die Unterordnung der Frau nach dem S&uuml;ndenfall beschreibt die gefallene Realit&auml;t, nicht Gottes Ideal. Die neutestamentlichen Anweisungen zur Unterordnung werden als seelsorgerliche Weisungen in eine patriarchale Kultur hinein verstanden, die im Licht von Jesus und Versen wie z.B. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5,21-22</a> hin zu gegenseitiger Unterordnung und voller Gleichberechtigung weitergef&uuml;hrt werden.&nbsp;&nbsp;</p><p>(Quelle: <a href="https://www.bibleserver.com" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Nikodemus/Bibleserver.com</a>)&nbsp;</p><p>F&uuml;r beide Interpretationswege gibt es hinreichende Argumente. Pers&ouml;nlich favorisiere ich Variante 2: Ich erkenne keine Logik darin, wie wir einerseits als Mann und Frau als Gottes Ebenbilder geschaffen sind, die Frau dann aber hierarchisch unter dem Mann stehen soll &ndash; als w&auml;re dieser Teil der Ebenbildlichkeit Gottes eben nicht ganz so &bdquo;gelungen&ldquo; wie der andere.&nbsp;&nbsp;</p><p>Ich glaube, dass diese Form der Hierarchie ein Erbe jahrtausendealter patriarchaler Strukturen ist und keine g&ouml;ttliche Absicht.&nbsp;</p><blockquote><p>H&auml;tte Gott Frauen per se als untergeordnet angesehen, warum hat er dann nicht an unserem Intellekt und an der Leitungs- und Lehrbegabung gespart, die viele Frauen mitbringen?&nbsp;</p></blockquote><p>Wir h&auml;tten all das und noch einiges mehr sonst ja gar nicht n&ouml;tig gehabt.&nbsp;&nbsp;</p><p>Nein, ich glaube, dass Gott Frauen nicht in Hierarchien und Rollenbilder zwingt. Jesus hat es jedenfalls nicht getan, sondern Frauen zu Begleiterinnen, Gespr&auml;chspartnerinnen, Multiplikatorinnen und sogar Zeuginnen seiner Auferstehung gemacht. Er hat mit den etablierten Regeln des Patriarchats an mehreren Stellen gebrochen. Offenbar waren sie nicht in seinem Sinne.&nbsp;&nbsp;</p><p>Aber nach dieser Sprungschanze nun zum eigentlichen Anliegen:&nbsp;</p><h2><strong>Wenn Sexismen unter den frommen Teppich gekehrt werden</strong>&nbsp;</h2><p>In dem Prinzip der &bdquo;dienenden Leitungsverantwortung&ldquo; (Variante 1) sehe ich einen Widerspruch in sich: Denn auch, wenn in der Argumentation von sich erg&auml;nzender Gleichwertigkeit gesprochen wird, ist der Mann faktisch der &bdquo;Chef&ldquo; und wir haben eine geschlechterbasierte Hierarchie, keine Ebenb&uuml;rtigkeit.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das bedeutet nicht, dass jede Ehe, die nach diesem Prinzip gelebt wird, automatisch &bdquo;toxisch&ldquo; sein muss, so wie auch nicht jede egalit&auml;re Ehe einen sicheren Raum garantiert. Der Fr&ouml;mmigkeitsstil ist nicht das Problem. Problematisch wird es, wenn es durch Ungleichbehandlung zu einem Machtgef&auml;lle kommt. Dieses kann f&uuml;r Frauen in solchen Beziehungen in Kombination mit Tabus, fehlender Transparenz und eingefordertem Gehorsam zu Benachteiligung und schlimmstenfalls zu Unterdr&uuml;ckung und Gewalt f&uuml;hren. &nbsp;</p><p>Tabus scheinen der Knackpunkt zu sein.&nbsp;</p><blockquote><p>Mein Eindruck ist, dass die Ungleichbehandlung von Frauen und M&auml;nnern in konservativ-christlichen Kreisen zu Schwierigkeiten f&uuml;hrt, die allzu oft unter den frommen Teppich gekehrt werden.&nbsp;</p></blockquote><p>Nach dem Prinzip: Was nicht sein darf, existiert bei uns auch nicht!&nbsp;</p><p>Die &bdquo;dienende Leitungsverantwortung&ldquo; erfordert eine gro&szlig;e pers&ouml;nliche und geistliche Reife des &Uuml;bergeordneten, damit er sie nicht f&uuml;r Machtgel&uuml;ste oder seine Bequemlichkeit ausnutzt. Jesus h&auml;tte das hinbekommen. Als Teil der g&ouml;ttlichen Dreieinigkeit kann man so etwas. Ein normalsterblicher Mann aber muss Jesus schon sehr &auml;hnlich geworden sein, um das konsequent und fehlerfrei durchzuziehen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Machtgef&auml;lle machen anf&auml;llig f&uuml;r Sexismen, Machtmissbrauch und Gewalt, doch in Teilen der frommen Szene wird offenbar so getan, als sei man immun dagegen. Dieses Selbstbild verhindert, dass Betroffene geh&ouml;rt werden. Oder sind diese Dinge so verinnerlicht, dass sie gar nicht erst auffallen?&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Was Frauen in konservativ-christlichen Kreisen erleben</strong>&nbsp;</h2><p>Ich habe mich k&uuml;rzlich unter Frauen in dieser Community zum Thema Alltagssexismus und m&auml;nnliche Gewalt umgeh&ouml;rt: So gut wie alle hatten &bdquo;Geschichten&ldquo; zu erz&auml;hlen, sowohl &bdquo;aus der Welt&ldquo; als auch aus ihren Gemeinde- und Familienkontexten.&nbsp;&nbsp;</p><p>Die folgenden Beispiele aus dem frommen Milieu habe ich entweder selbst beobachtet oder sie wurden mir im Bekanntenkreis berichtet. Zum Schutz der Betroffenen teile ich sie anonymisiert:&nbsp;</p><h3><strong>Verbale Abwertung:</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e5f500d14d5ef0157cc9189e75acc5367">Auf einer Hochzeit hei&szlig;t es in einer Rede: &bdquo;Der Mann ist die 1 und die Frau die 0. Aber gemeinsam ergeben sie eine 10!&ldquo;&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="e1a354d0484e12194b1f091b3590789fa">W&auml;hrend eines Filmabends in der Gemeinde sagt der Pastor &uuml;ber die eigenwillige Leinwandheldin: &bdquo;Der geh&ouml;rt einfach mal ordentlich der Hintern versohlt!&ldquo;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Solche S&auml;tze entw&uuml;rdigen Frauen, insbesondere wenn sie nicht dem pers&ouml;nlichen oder gar gemeindlichen Rollenverst&auml;ndnis entsprechen.&nbsp;</p><h3><strong>Kontrolle und geistlicher Druck:</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e600e70c5fe10caf589484277974723e4">Ein Vater r&auml;t dem frisch angetrauten Ehemann seiner Tochter, sie klein zu halten, so wie er selbst es bei der eigenen Frau t&auml;te, weil es &bdquo;besser so&ldquo; w&auml;re.&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="e5c9ab708d426e149b52f89d8c4cf15ab">Jugendkreisleiter verfolgen eine junge Frau nach dem w&ouml;chentlichen Treffen heimlich bis nach Hause, um sicherzugehen, dass sie nicht bei ihrem Freund &uuml;bernachtet.&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="eea64d0ab3baac55afc176e7f83cf81a3">Ein Elternpaar n&ouml;tigt seine transsexuelle Tochter per Vertrag, feminine Kleidung in Pastellt&ouml;nen zu tragen, damit sie zu ihrer Weiblichkeit zur&uuml;ckfindet.&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="e9a36090ab75bd5724f9e72e8d527da2c">Eine junge Mutter muss ihren Ehemann um Erlaubnis bitten, bevor sie das Baby wickelt, weil sie keine Entscheidungen treffen darf.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>All diese Beispiele demonstrieren, dass den Frauen und M&auml;dchen keine Autonomie &uuml;ber ihre Lebensgestaltung und ihren K&ouml;rper zugestanden wird.&nbsp;</p><h3><strong>Machtmissbrauch im Leitungskontext:&nbsp;</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e9056c743bab15e6c213c8b13beb75080">Ein Vorgesetzter in einem christlichen Unternehmen t&auml;tschelt einer jungen Kollegin &bdquo;v&auml;terlich&ldquo; den Kopf, w&auml;hrend sie ihm von einer Veranstaltung berichtet.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Was freundlich gemeint scheint, ist tats&auml;chlich ein k&ouml;rperlicher &Uuml;bergriff aus einer Machtposition heraus.&nbsp;</p><h3><strong>H&auml;usliche/psychische Gewalt:</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e516d707d581d4dd150ac201b5b0786db">Ein narzisstischer Ehemann zerm&uuml;rbt seine Frau mit jahrelangem Psychoterror und wirft ihr nach der folgerichtigen Trennung vor, sie habe die Ehe gebrochen.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Nach dem Rollenverst&auml;ndnis des Ex-Mannes ist die Frau schuld an der Trennung, nicht sein falsches Handeln.&nbsp;</p><h3><strong>Sexualisierte Gewalt:&nbsp;</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="efe5b582b9ca739de85189dd7de86eb2d">Eine Gyn&auml;kologin wird von einer Frau aus einer konservativen Gemeinde um Rat gebeten, weil die Tochter vom eigenen Vater schwanger sei.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Dies ist ein Extrembeispiel, das mir zugetragen wurde. Obwohl unbelegt, m&ouml;chte ich es an dieser Stelle dennoch erw&auml;hnen, weil auch solche F&auml;lle leider nicht im Bereich des Unm&ouml;glichen liegen. Hier geht es um knallharte strafrechtlich relevante Gewalt, die professionelle Hilfe und rechtliche Schritte erfordert.&nbsp;</p><h2><strong>Die Illusion der heilen christlichen Welt</strong>&nbsp;</h2><p>Anekdotische Beweisf&uuml;hrung? Absolut. Denn statistische Erhebungen zu solchen Geschehnissen sind mir nicht bekannt, zumal das Spektrum der christlichen Gemeinschaften sehr gro&szlig; ist. In der s&auml;kularen &Ouml;ffentlichkeit lassen sich Berichte &uuml;ber Sexismus und Gewalt an Frauen auf kein Milieu festlegen, sie sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Ich gehe daher davon aus, dass es in der &bdquo;frommen Szene&ldquo; nicht grunds&auml;tzlich anders ist.&nbsp;&nbsp;</p><p>Ich bin mir sicher, nicht wenigen von euch Leserinnen und Lesern werden &auml;hnliche &bdquo;Geschichten&ldquo; wie in den Beispielen einfallen. Fast wie jede Frau, mit der ich zu dem Thema in Kontakt war, hat im Wesentlichen so reagiert: &bdquo;Ja, kenn ich!&ldquo; Berichtet uns in den Kommentaren gerne von eigenen Erfahrungen.&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p>Auch in der scheinbar heilen christlichen Welt passieren Dinge, die nicht sein d&uuml;rfen. Gesprochen wird dar&uuml;ber jedoch h&ouml;chstens hinter vorgehaltener Hand, wenn &uuml;berhaupt, und oft werden sie selbst dann sofort relativiert.&nbsp;&nbsp;</p></blockquote><p>Es ist bequem, den Frauen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Au&szlig;erdem kratzt m&ouml;gliches m&auml;nnliches Fehlverhalten am rechtschaffenen Image. Leider wird es zuweilen schlicht und einfach auch nicht als das erkannt, was es ist: ein &Uuml;bergriff auf die Selbstbestimmung und die K&ouml;rper von Frauen und M&auml;dchen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Schweigen &uuml;ber Sexismus im Gemeindekontext ist falsch. Weil es die Scham hochh&auml;lt, die die betroffenen Frauen in die Isolation treibt. &nbsp;</p><h2><strong>H&ouml;ren wir endlich auf, Probleme wegzul&auml;cheln!</strong>&nbsp;</h2><p>Vielleicht liegt es an der Erziehung, die viele Frauen und M&auml;dchen &ndash; h&auml;ufig im freikirchlichen Kontext, aber nicht nur dort &ndash; &bdquo;genossen&ldquo; haben. Sie sollen bescheiden sein und sanftm&uuml;tig, nicht laut und fordernd. Sie sollen sich zur&uuml;cknehmen und daf&uuml;r sorgen, dass es allen anderen gut geht &ndash; auch auf Kosten des eigenen Wohlbefindens.&nbsp;</p><p>Sie sollen &bdquo;Jesus &auml;hnlicher werden&ldquo;, was in Bezug auf Frauen in der Regel so verdreht wird, dass sie keine eigenen W&uuml;nsche haben sollen. Zudem ziemt es sich f&uuml;r eine Frau nicht, andere zu kritisieren. Man k&ouml;nnte ja die gute Stimmung ruinieren und dann ist man kein attraktives Werbeschild mehr f&uuml;r den Glauben.&nbsp;</p><blockquote><p>Eine Frau, die f&uuml;r den christlichen Glauben steht, l&auml;chelt stets und hat keine Probleme &ndash; schon gar nicht mit ihrem Mann.&nbsp;</p></blockquote><p>Im Gegenteil: Ihre Ehe ist selbstverst&auml;ndlich erf&uuml;llt, denn alles andere k&ouml;nnte den Anschein erwecken, dass das Glaubensleben in Schieflage geraten ist. Immer sch&ouml;n den Schein wahren!&nbsp;</p><p>H&ouml;ren wir doch bitte auf mit dem Theater und seien wir ehrlich miteinander. Dann kommt es vielleicht doch nicht so &uuml;berraschend, wenn sich eine Frau nach vielen Jahren scheinbar gl&uuml;cklicher Ehe pl&ouml;tzlich trennt. Wenn die erwachsene Tochter nichts mehr vom Glauben wissen will, weil sie die Bigotterie in der Gemeinde nicht mehr ertragen hat. Wenn Menschen au&szlig;erhalb der christlichen Bubble argw&ouml;hnen, dass wir uns f&uuml;r etwas Besseres halten, weil bei uns scheinbar alles perfekt l&auml;uft.&nbsp;</p><h2><strong>Wo werden wir laut?</strong>&nbsp;</h2><p>Dieser Text entsteht nicht im luftleeren Raum. Er ist inspiriert von dem Fall Harvey Weinstein, der #metoo-Bewegung, den Epstein-Files und Gis&egrave;le Pelicot. Er erscheint kurz nach den Medienberichten &uuml;ber den Schauspieler Christian Ulmen, dem nach Recherchen des SPIEGELS vorgeworfen wird, 10 Jahre lang pornografisches Bildmaterial &uuml;ber seine Frau Collien Fernandes verbreitet zu haben.&nbsp;&nbsp;</p><p>Er erscheint deshalb, weil in unserem Land endlich laut &uuml;ber das erschreckende Ausma&szlig; an Gewalt an Frauen gesprochen wird. Aber er erscheint vor allem, weil sich aus der &bdquo;frommen Ecke&ldquo; nur sehr wenige Stimmen dazu erheben. Als w&auml;ren all diese Vorkommnisse nichts, was in unserer kleinen, liebensw&uuml;rdigen Welt eine Rolle spielen w&uuml;rde.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das tut es aber. Und es wird Zeit, dass wir aufh&ouml;ren, versch&auml;mt zu l&auml;cheln und endlich beginnen, &uuml;ber das zu sprechen, was wir erlebt haben und noch immer erleben. Wir m&uuml;ssen endlich zugeben, dass nicht alles rund l&auml;uft. Dass es auch Fehlverhalten durch M&auml;nner in unseren Kreisen gibt, das zum Teil von entsprechend gepr&auml;gten Frauen mitgetragen oder sogar aktiv unterst&uuml;tzt wird.&nbsp;&nbsp;</p><p>Wir Frauen sollten uns gegenseitig wahr- und ernstnehmen, uns unterst&uuml;tzen, zuh&ouml;ren und einander tr&ouml;sten. Einander beistehen, wo Ungerechtigkeiten leise und laut werden. Dasselbe gilt f&uuml;r M&auml;nner.&nbsp;</p><h2><strong>Es geht um W&uuml;rde</strong>&nbsp;</h2><p>Es wird Zeit, Hilfsangebote wie kirchliche Frauenberatungsstellen oder Psychotherapien in Anspruch zu nehmen, die es bereits gibt &ndash; und neue zu schaffen, wo es n&ouml;tig ist.&nbsp;&nbsp;</p><p>So hat beispielsweise der Bund der FeGs in Deutschland 2024 einen Leitfaden f&uuml;r <a href="https://feg.de/feg-bundestag-2024-schutzkonzept/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Schutzkonzepte gegen Gewalt und Missbrauch</a> vorgestellt. Auch andere Gemeindeb&uuml;nde haben &auml;hnliche Konzepte entwickelt und bieten Schulungen dazu an. Jede christliche Gemeinschaft sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und Anlaufstellen f&uuml;r Betroffene schaffen.&nbsp;</p><p>Vor allem aber wird es Zeit, die Scham abzulegen und der W&uuml;rde neuen Raum zu geben: indem wir Betroffenen glauben, Hilfe anbieten und vor allem T&auml;ter-Opfer-Umkehr konsequent widersprechen.&nbsp;</p><blockquote><p>Auch bei uns ist es n&ouml;tig, dass die Scham die Seiten wechselt.&nbsp;</p></blockquote><p>Gis&egrave;le Pelicot hat mit diesem Satz eine der Wahrheiten dieses Jahrhunderts gepr&auml;gt. Ihr Mut und ihre Weisheit verdienen h&ouml;chsten Respekt.</p><p>Ich schreibe diesen Text nicht, um M&auml;nner pauschal zu verurteilen oder Gemeinden zu besch&auml;men. Ich schreibe ihn, weil ich glaube: Wo wir als Christen von W&uuml;rde reden, m&uuml;ssen wir bei uns selbst damit anfangen.&nbsp;</p><p>Wir wurden geschaffen in Gottes Ebenbild als M&auml;nner und Frauen. Auf Augenh&ouml;he.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17310788.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vergeben und vergessen?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie kann ich mit Schuld und Fehlern besser umgehen? Gott macht es vor. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122111.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© metamorworks /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Immer wieder klingen Filme in mir nach. Ein Film, der mich beeindruckt hat, ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flatliners_%E2%80%93_Heute_ist_ein_sch%C3%B6ner_Tag_zum_Sterben">&bdquo;Flatliners&ldquo;</a>. Die Story ist etwas abwegig. Es geht um Medizinstudenten, die zu Forschungszwecken bewusst einen Herzstillstand herbeif&uuml;hren, um sich danach wiederzubeleben.</p><p>Alle Betroffenen werden durch die Nahtoderfahrung mit Lebensereignissen konfrontiert, f&uuml;r die sie sich schuldig f&uuml;hlen.&nbsp;Einer der Studenten wird dar&uuml;ber sogar richtiggehend wahnsinnig, weil er sich f&uuml;r den Tod eines fr&uuml;heren Spielkameraden verantwortlich f&uuml;hlt.</p><blockquote class="noshare"><p>Der Film stellte mich neu vor die Frage: Welche Rolle spielt Schuld in meinem Leben?</p></blockquote><p>Eigentlich ist die Antwort einfach. Ich habe meine Schuld bei Jesus gelassen. Sie ist vergeben und vergessen. Aber ist das wirklich so?</p><h2>Gott ist nicht nachtragend</h2><p>Wenn andere an mir schuldig werden, sage ich schnell: &bdquo;Ist schon ok.&ldquo; Doch in meinem Herzen brodelt es weiter. Ich mag vielleicht vergebungsbereit sein, aber vergessen ist es damit noch nicht. Oft hole ich alte Fehler wieder hervor und reite darauf herum, wenn der andere mich erneut entt&auml;uscht.</p><blockquote class="noshare"><p>Genauso mache ich es bei mir selbst. Da l&auml;uft etwas schief und ich denke noch Wochen sp&auml;ter: Wie konnte mir dieser Fehler nur unterlaufen?</p></blockquote><p>Besonders schlimm wird es, wenn eine Vers&ouml;hnung nicht m&ouml;glich ist. Was tue ich, wenn durch meine Schuld &ndash; wie in dem Beispiel aus dem Film &ndash; jemand ernsthaft Schaden nimmt und ich es nicht wiedergutmachen kann? Muss ich dann bis an mein Lebensende diese Last mit mir herumtragen?</p><p>Nein, keineswegs. Denn Jesus ist nicht nur f&uuml;r die Fehler gestorben, die ich mit etwas Bem&uuml;hen wiedergutmachen kann, sondern auch f&uuml;r Worte, die ich nie mehr zur&uuml;cknehmen kann; f&uuml;r Taten, die anderen oder mir selbst ernsten Schaden zuf&uuml;gen. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Micha7%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Micha 7,19</a>&nbsp;sagt der Prophet Micha &uuml;ber Gott: <em>&bdquo;Du wirst mit uns Erbarmen haben und alle unsere Schuld wegschaffen; du wirst sie in das Meer werfen, dort, wo es am tiefsten ist.&ldquo;</em></p><h2><strong>Reue &ndash; mehr als ein</strong>&nbsp;einfaches Sorry</h2><p>Damit garantiert Gott mir mehr, als ich je von einem Menschen erwarten oder einem anderen gew&auml;hren k&ouml;nnte. Wenn wir unsere Schuld bei Gott ablegen, ist sie weg. Da gibt es kein &bdquo;Ich habe dir vergeben, aber in Ordnung ist unsere Beziehung nicht mehr&ldquo;. Nein, Jesus vergibt ohne Wenn und Aber.</p><blockquote><p>Obwohl &ndash; eine Bedingung gibt es: Mir muss leidtun, was ich getan habe. Ich muss verstehen, dass mein Handeln falsch war.</p></blockquote><p>Denn Gott will, dass wir&nbsp;uns unserer Schuld stellen und bereit sind, daraus zu lernen. Dann vergibt Gott gerne und hilft mir auch dabei, mir selbst und anderen zu vergeben.</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17309064.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sind wir hier bei „Wünsch dir was“?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/sind-wir-hier-bei-wuensch-dir-was/6866-542-8039</guid>
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      <description><![CDATA[Hinter Wünschen steckt oft ein tieferes Bedürfnis. Mit diesem Wissen tun sich neue Möglichkeiten auf – auch ohne perfekte Lösung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125065.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Оксана Рязанова /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Mama, ich w&uuml;nsche mir unbedingt eine goldene Schlaghose zum Geburtstag!&ldquo; Meine achtj&auml;hrige Tochter sprudelt &uuml;ber, wenn sie an das wichtigste Ereignis des Jahres denkt. Monate vorher f&uuml;llt sich ihre Wunschliste mit den ungew&ouml;hnlichsten Ideen &ndash; die meisten versehen mit drei Ausrufezeichen oder fetten Unterstreichungen.</p><p>Fr&uuml;her habe ich Geschenke fr&uuml;h besorgt. Zu fr&uuml;h. Beim Auspacken kam dann manchmal die irritierte Frage: &bdquo;Wieso schenkst du mir denn SO WAS?&ldquo;&nbsp;<br />
Heute warte ich l&auml;nger. Und siehe da: Die lebenswichtige goldene Schlaghose ist inzwischen durch einen schwarzen Rock ersetzt worden.</p><h2><strong>Vier Kategorien von W&uuml;nschen</strong></h2><p>Jeder Mensch hat W&uuml;nsche. F&uuml;r mich lassen sie sich grob in vier Kategorien einteilen:</p><ol><li data-list-item-id="ef9110fe0aeebe4747ffce04e96e88789">W&uuml;nsche, die sich mit der Zeit von selbst erledigen.&nbsp;</li><li data-list-item-id="e7e9fe1cf2f06b6ec24ff2888f9b1dcd9">W&uuml;nsche, die einfach nur getr&auml;umt werden wollen.&nbsp;</li><li data-list-item-id="ee46bd0da829d539d69c59cec549b6917">W&uuml;nsche, die in Erf&uuml;llung gehen.&nbsp;</li><li data-list-item-id="ef0c2532dc3956f71c84722668ff5d5a7">W&uuml;nsche, die dauerhaft unerf&uuml;llt bleiben.</li></ol><p>Auch ich habe meine Wunschliste. Eine Trittschalld&auml;mmung f&uuml;r unser Obergeschoss, damit sich unser Haus nicht st&auml;ndig nach Erdbeben anf&uuml;hlt. Oder dieses viel zu teure Geschirr von Ikea, das ich definitiv nicht brauche, aber schon seit zwei Jahren regelm&auml;&szlig;ig in der Hand halte. Diese W&uuml;nsche sortiere ich in Kategorie 1 bis 3 ein.</p><p>Wirklich herausfordernd ist Kategorie 4: W&uuml;nsche, die mir wichtig sind, aber unerf&uuml;llt bleiben. Das k&ouml;nnen materielle W&uuml;nsche sein wie eine Gehaltserh&ouml;hung, aber auch immaterielle wie die Hoffnung, dass sich langj&auml;hrige gesundheitliche Baustellen endlich bessern. Und manchmal geh&ouml;ren auch Themen dazu, &uuml;ber die man nicht gerne spricht: zum Beispiel der Wunsch nach einem Kind, der sich nicht erf&uuml;llt.</p><blockquote><p>Unerf&uuml;llte W&uuml;nsche k&ouml;nnen zur Last werden. Sie frustrieren nicht nur, sondern k&ouml;nnen richtiggehend l&auml;hmen, weil sie sich anf&uuml;hlen wie eine innere Sollbruchstelle: Wenn das nicht geschieht, wie soll ich mein Leben dann genie&szlig;en k&ouml;nnen?</p></blockquote><h2>Hinter jedem Wunsch steckt ein Bed&uuml;rfnis</h2><p>Vor kurzem bin ich &uuml;ber eine provokante These gestolpert. Sie lautet: Unsere W&uuml;nsche sind eigentlich gar nicht das Wichtigste. Sie sind oft L&ouml;sungsversuche, um ein tieferes Bed&uuml;rfnis zu erf&uuml;llen.</p><p>Als Mutter zweier Kinder bin ich etwas erziehungsratgebergesch&auml;digt und rolle beim Wort &bdquo;Bed&uuml;rfnis&ldquo; intuitiv mit den Augen. Trotzdem habe ich mich auf dieses Gedankenspiel eingelassen. Denn wenn mir klar wird, welches Bed&uuml;rfnis hinter meinem Wunsch steht, ver&auml;ndert sich mein Spielraum. Und nicht immer ist der Weg, den ich mir im Augenblick vorstelle, der einzig m&ouml;gliche.</p><p>Viele W&uuml;nsche kreisen um seelische Grundbed&uuml;rfnisse &ndash; zum Beispiel Bindung, Sicherheit, Anerkennung, Gestaltbarkeit und Wachstum. Gleichzeitig gibt es auch k&ouml;rperliche Grundbed&uuml;rfnisse, die nicht weniger wichtig sind: weniger Schmerzen, genug Kraft, Schlaf, ein K&ouml;rper, der &bdquo;mitmacht&ldquo;.&nbsp;</p><p>Gerade bei chronischer Krankheit oder schweren Diagnosen geraten diese Grundlagen schnell ins Wanken &ndash; und genau das macht die Not so gro&szlig;.</p><h2><strong>Kein &bdquo;Denk positiv&ldquo;-Programm</strong></h2><p>Bevor es um Alternativen geht, muss klar gesagt werden: Das hier ist kein &bdquo;Denk positiv und dann wird alles gut&ldquo;-Programm. Manche W&uuml;nsche lassen sich nicht einfach in eine andere Richtung lenken.</p><p>Wenn du dir w&uuml;nschst, jemand w&auml;re nicht gestorben, kannst du den Verlust nicht einfach aufwiegen. Und wenn du dir Frieden in der Welt w&uuml;nschst, hast du darauf ebenfalls keinen Einfluss. Auch beim Thema Gesundheit gilt: Bei schweren chronischen Krankheiten reicht es nicht, sich &bdquo;einfach eine andere L&ouml;sung&ldquo; zu &uuml;berlegen. Manche Grenzen bleiben.&nbsp;</p><blockquote><p>Trotzdem glaube ich: Selbst in scheinbar aussichtslosen Situationen gibt es oft mehr Spielraum, als wir im ersten Moment sehen.</p></blockquote><p>Nicht unbedingt den Spielraum, der alles l&ouml;st. Aber einer, den n&auml;chsten Schritt m&ouml;glich macht.</p><h2><strong>Vom Bed&uuml;rfnis zur Alternativl&ouml;sung</strong></h2><p>Folgende zwei Fragen k&ouml;nnen helfen, die eigene Situation besser zu verstehen:</p><p>1. Welches Bed&uuml;rfnis steckt hinter meinem Wunsch?&nbsp;<br />
2. Wie kann ich diesem Bed&uuml;rfnis auf andere Weise begegnen?&nbsp;</p><p>Wenn das Bed&uuml;rfnis klarer wird, wird auch eine m&ouml;gliche Antwort konkreter &ndash; vielleicht kleiner als urspr&uuml;nglich gedacht, aber greifbar.</p><p>Der Wunsch nach einer Gehaltserh&ouml;hung kann mit dem Bed&uuml;rfnis nach Anerkennung zusammenh&auml;ngen. Dann kann ein n&auml;chster Schritt sein, nach einem Aufgabenbereich mit mehr Verantwortung zu suchen &ndash; innerhalb oder au&szlig;erhalb der Firma. Oft geht die Gehaltserh&ouml;hung direkt damit einher.</p><p>Dieser Wunsch kann aber auch Ausdruck meines Bed&uuml;rfnisses nach Sicherheit sein. Ist eine berufliche Weiterentwicklung nicht m&ouml;glich, so kann vielleicht ein Haushaltsplan weiterhelfen: Vor allem bei regelm&auml;&szlig;igen Ausgaben wie Strom- und Gastarifen, Telefonanschluss, Handyvertrag oder Abos gibt es in der Regel Sparpotenzial.</p><p>Der Wunsch nach einem Kind kann ein tiefes Bed&uuml;rfnis nach Bindung sein, nach Familie, nach einem Sich-k&uuml;mmern-k&ouml;nnen. Und manchmal steckt dahinter auch das Bed&uuml;rfnis, das eigene Leben als stimmig und sinnvoll zu erleben. Nichts kann diesen Wunsch so einfach &bdquo;ersetzen&ldquo;. Trotzdem kann es Schritte geben, die den tieferen Bed&uuml;rfnissen zumindest teilweise begegnen: dar&uuml;ber sprechen, Begleitung suchen, Beziehungen bewusst pflegen oder sich an anderer Stelle f&uuml;r Kinder engagieren.&nbsp;</p><p>Auch beim Thema Gesundheit kann ein n&auml;chster Schritt ganz unterschiedlich aussehen: von Routinen anpassen &uuml;ber Grenzen setzen bis hin zu &bdquo;zweite &auml;rztliche Meinung einholen&ldquo; oder kleine Inseln der Entlastung schaffen. Nicht als Ersatz f&uuml;r die Heilung, sondern als Atemholen im Gegenwind.</p><h2><strong>Frieden finden trotz unerf&uuml;llter W&uuml;nsche</strong></h2><p>In der Bibel gibt es einen Vers, der mich in diesem Zusammenhang immer wieder anspricht:&nbsp;<em>&bdquo;Er [Gott] schafft deinen Grenzen Frieden&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm147%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 147,14</a>). Das ist kein triumphaler Instagram-Vers. Eher ein Satz f&uuml;r Dienstagabend, wenn du merkst: Die Dinge sind, wie sie sind.</p><p>Denn da steht weder, dass alle Grenzen verschwinden, noch, dass sich alles f&uuml;gt. Trotzdem nehme ich diesen Vers als Versprechen: Gott kann Frieden in all meinen Begrenzungen schaffen. Frieden hei&szlig;t nicht: &bdquo;Alles ist okay.&ldquo; Sondern: Ich kann auch in meiner aktuellen Situation einen tragf&auml;higen Boden finden.</p><blockquote><p>Wenn ich das glaube, wird Gebet weniger zur Wunschbestellung und mehr zu einem Ort, an dem ich mit Gott sortieren darf, was f&uuml;r mich wirklich wichtig ist.</p></blockquote><p>Ein anderer biblischer Gedanke erg&auml;nzt das: &bdquo;<em>Er [Gott] hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt f&uuml;r euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun k&ouml;nnt&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther9%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 9,8</a>).&nbsp;</p><p>Beschenkt werden hei&szlig;t nicht, alles zu bekommen, was ich mir w&uuml;nsche. Aber es hei&szlig;t, versorgt zu sein.</p><h2><strong>Welchen Schritt m&ouml;chtest du gehen?</strong></h2><p>Welcher Wunsch besch&auml;ftigt dich gerade &ndash; und welches Bed&uuml;rfnis steckt dahinter? Und gibt es einen n&auml;chsten Schritt, der f&uuml;r dich machbar und greifbar ist?</p><p>Nicht alles wird durch diesen Ansatz gut. Manche W&uuml;nsche bleiben offen, manche Sehnsucht auch. Aber manchmal liegt auch etwas Unverhofftes auf dem Gabentisch des Lebens.</p><p>Und was meine Tochter angeht: Ich stehe gerade vor der gro&szlig;en Frage, ob ich den schwarzen Rock schon besorge. Oder ob ich noch ein bisschen warte, was in den n&auml;chsten drei Wochen auf einmal lebenswichtig wird. Man wei&szlig; ja nie.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17307062.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie kann ich vergeben?]]></title>
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      <description><![CDATA[Tipps zum Umgang mit Kränkungen und Bitterkeit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/752156.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Analise Benevides /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Immer wieder erleben wir Kr&auml;nkungen oder f&uuml;hlen uns von anderen verletzt. Dabei merken wir, dass es oft gar nicht so leicht ist, zu vergeben. Wenn wir eine Kr&auml;nkung nicht loslassen, dann g&auml;rt es in unserem Inneren. Negative Gef&uuml;hle wie Wut, Angst oder Schmerz f&uuml;hren schlie&szlig;lich zu Bitterkeit, und das macht K&ouml;rper und Seele krank.</p><p>In den letzten Jahren sind diese sch&auml;digenden Folgen immer mehr ins Bewusstsein gekommen, sodass dutzende von wissenschaftlichen Studien durchgef&uuml;hrt wurden.</p><blockquote><p>Medizinische Untersuchungen belegen, wie gesundheitsf&ouml;rdernd es ist, wenn jemand verzeihen und Schuld loslassen kann.</p></blockquote><h2>Vergeben wirkt heilsam</h2><p>Frederic Luskin von der Stanford University hat im Rahmen eines Forschungsprojekts ein psychologisches Training entwickelt, bei dem verbitterte Menschen lernen, ihren T&auml;tern zu verzeihen. Es geht ihm dabei nicht darum, die verletzende Erfahrung aus dem Ged&auml;chtnis zu l&ouml;schen, sondern die zerst&ouml;rerische Wirkung der Verbitterung zu stoppen. Luskin setzt dabei auf die Kraft der Vergebung und hat folgende Ergebnisse:</p><ul><li>Verzeihen senkt den Blutdruck und das Kortisol im Blut;</li><li>Verzeihen wirkt gegen R&uuml;ckschmerzen, Depressionen und chronischen Schmerzen;</li><li>Verzeihen unterst&uuml;tzt dabei, angefressene Pfunde loszuwerden;</li><li>Verzeihen hilft gegen Kopfschmerzen, Schlafst&ouml;rungen, Schwindel und weitere psychosomatische Beschwerden.</li></ul><p>Wenn ich jemandem etwas nachtrage, bestrafe ich mich nur selbst. Wenn mir das bildlich bewusst wird, dass ich einem anderen eine Schuld und damit eine Last sinnlos hinterher trage, dann kann mir das die n&ouml;tige Motivation geben, endlich aus meinem selbstsch&auml;digenden Verhalten auszusteigen.</p><h2>Vergeben wird blockiert</h2><p><strong>Was h&auml;lt uns davon ab, vergeben zu k&ouml;nnen oder zu wollen?</strong></p><ul><li>Der Schmerz ist zu gro&szlig; und dadurch vergessen wir die guten und positiven Erfahrungen, die wir mit einer Person gemacht haben.</li><li>Wir m&ouml;chten es dem anderen heimzahlen, doch der Moment der Genugtuung ist kurz, danach geht es uns h&auml;ufig nur noch schlechter.</li><li>Wir haben Angst davor, unser Gesicht zu verlieren und glauben, dem anderen einen Freibrief f&uuml;r weitere Verletzungen zu geben.</li><li>Wir wollen Recht behalten, in dem wir einen Schuldigen brauchen, der Strafe verdient hat. Aber wir vergessen dabei, dass wir selbst auch schon schuldig oder ungerecht gewesen sind.</li><li>Selbst wenn wir vergeben wollen, wissen wir nicht wohin mit unserer Kr&auml;nkung. Pauschales Verzeihen ist oberfl&auml;chlich und hat keine stabile Grundlage. Schmerzende Gef&uuml;hle kommen dann h&auml;ufig wieder zur&uuml;ck.</li></ul><blockquote class="noshare"><p>Vergebung hat etwas mit Schuld zu tun, die bezahlt werden muss. Wenn sie nicht beglichen wird, tragen wir offene Rechnungen mit uns herum und eine dauernde Last bleibt bestehen.</p></blockquote><h2>Vergeben ist m&ouml;glich</h2><p>Es hilft nur eines: sich den eigenen Gef&uuml;hlen stellen: Der Zorn muss verarbeitet werden, die Angst will verstanden werden und die Trauer braucht Zeit. Es hilft, herauszufinden, warum dich etwas so verletzt hat &ndash; wenn n&ouml;tig mit fachlicher Hilfe. Oft ist ein Vergebungsprozess notwendig, damit du nicht fremde Schuld weiter in dir tr&auml;gst.</p><p>Das hei&szlig;t&nbsp;nicht, mal schnell alles zu markieren und auf &bdquo;Entfernen&ldquo; dr&uuml;cken, sondern einzeln &bdquo;abzurechnen&ldquo;, indem du jeden Punkt aufschreibst, w&uuml;rdigst und dann l&ouml;scht beziehungsweise vergibst. Das darf dauern.</p><p>&Uuml;berlege dir auch, was dein eigener Anteil daran war. Wie hast du&nbsp;dazu beigetragen, dass dies passieren konnte? Versetz dich&nbsp;in die Lage des anderen und finde&nbsp;heraus, was dazu gef&uuml;hrt haben k&ouml;nnte, dass er/sie sich so verhalten hat.</p><p>Wenn es allerdings um Missbrauch oder &Auml;hnliches geht, ist diese &Uuml;berlegung nicht angebracht und eine Schuldzuweisung durch den T&auml;ter musst du&nbsp;abweisen.</p><p>Vergeben hei&szlig;t nicht guthei&szlig;en, sondern loslassen, &uuml;berlassen und frei werden. Das ist ein zentrales Thema in der Bibel. So erm&ouml;glicht der christliche Glaube noch eine ganz andere Perspektive als ein rein psychologisches Training, das n&uuml;tzliche Erkenntnisse vermittelt und auch die Wichtigkeit der Vergebung best&auml;tigt.</p><p>Jesus hat das Schuldproblem radikal gel&ouml;st, indem er alle Schuld(en) auf sich genommen und mit seinem Leben bezahlt hat. Er ist also der, mit dem wir alles abrechnen k&ouml;nnen. Mit vielen T&auml;tern ist das nicht m&ouml;glich, weil sie zu m&auml;chtig, uneinsichtig oder schon tot sind.</p><blockquote><p>Jesus l&auml;dt jeden Menschen ein, mit fremder und eigener Schuld zu ihm zu kommen, um die Sache zu kl&auml;ren, loszulassen, ganz zu &uuml;berlassen und wirklich frei zu werden.</p></blockquote><h2>Eigenverantwortung erkennen</h2><p>Wenn du es schaffst, dich f&uuml;r die eigene Verbitterung verantwortlich zu f&uuml;hlen, anstatt ihr zum Opfer zu fallen, gelingt dir der Ausstieg, denn es gibt ihn. Du bist&nbsp;nicht gezwungen, die Bitterkeit weiter zerst&ouml;rerisch wirken zu lassen.</p><p>Ich denke da konkret an eine Frau aus meinem Bekanntenkreis, die als Kind jahrelangen schwersten sexuellen Missbrauch erlebte. Sie hat sich als Erwachsene entschieden, sich nicht weitere Lebensjahre zerst&ouml;ren zu lassen. Und sie wollte keine Kraft verschwenden, um eine (in ihrem Fall aussichtslose, weil &bdquo;verj&auml;hrte&ldquo;) Bestrafung der T&auml;ter zu erreichen. Sie hat damit auch die Illusion von ein wenig Wiedergutmachung aufgegeben. So setzt sie nun ihre Energie, Kreativit&auml;t und Zeit konstruktiv f&uuml;r sich und Mitmenschen ein, damit die T&auml;ter sie nicht weiter berauben k&ouml;nnen.</p><blockquote><p>Vergeben hei&szlig;t nicht, dass Vers&ouml;hnung stattfinden kann oder muss. Genauso wie es unl&ouml;sbare Konflikte gibt, ist es eine Einbildung, dass mit jedem Menschen oder T&auml;ter eine Vers&ouml;hnung erreicht werden kann.</p></blockquote><p>Aber m&ouml;glicherweise gelingt es dir, der urspr&uuml;nglichen Kr&auml;nkung oder Verletzung irgendwann eine positive Seite abzugewinnen. Wenn du zum Beispiel nicht bef&ouml;rdert wurdest, kann dein Fazit so lauten: &bdquo;Wie gut, dass ich nicht weiter im Hamsterrad der Karriere laufen muss.&ldquo;&nbsp;</p><p>In Bitterkeit&nbsp;liegt eine enorme Wirkung,&nbsp;aber ebenso in der Vergebung. Die Entscheidung sollte eigentlich klar sein, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Jörg Kuhn</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/15344433.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Jörg Kuhn]]></author>
      <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zoff oder Frieden?]]></title>
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      <description><![CDATA[Katastrophe oder reinigendes Gewitter – wie man sich streiten und wieder versöhnen kann. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121156.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ronstik /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Als Geschwister streitet man sich manchmal, oder? Wir haben uns als Kinder hin und wieder ganz sch&ouml;n gezofft. Das hat unserem Zusammenhalt aber keinen Schaden zugef&uuml;gt. Heute, im Erwachsenenalter, stehen wir in Freud und Leid fest zusammen. Gott sei Dank!&nbsp;</p><p>Schon in der Bibel finde ich Geschichten von Geschwistern, die heftig aneinandergeraten und sich dann jahrelang spinnefeind gewesen sind. Das war bei uns zum Gl&uuml;ck anders, denn wenn wir Kinder mal wieder gestritten hatten, wurden wir dazu angehalten, uns auch gef&auml;lligst wieder zu vertragen. Haben wir dann auch gemacht. Und das war gut so.&nbsp;</p><h2><strong>Hanni und Nanni oder Jakob und Esau</strong></h2><p>Ich habe als Kind &bdquo;Hanni und Nanni&ldquo; verschlungen. Die quirligen Zwillinge hatten es mir angetan. Interessant, wenn man seiner Schwester so &auml;hnlich sieht, dass man den einen oder die andere an der Nase herumf&uuml;hren kann, weil die einen partout nicht unterscheiden k&ouml;nnen. Geniale Sache, ganz sch&ouml;n lustig. Und die Geschichten von Hanni und Nanni gehen ja durch die Bank weg gut aus.</p><p>Ganz anders verh&auml;lt es sich mit einem Zwillingspaar aus dem Alten Testament. Erstens handelt es sich hier um zwei Jungs und dann sind sie sich auch &uuml;berhaupt nicht &auml;hnlich. &Auml;u&szlig;erlich nicht und auch vom Wesen her nicht. Alles anders &ndash; das Aussehen, die Interessen, die Begabungen. Trotzdem schafft es einer, sich f&uuml;r den anderen auszugeben und damit den Vater nach Strich und Faden zu betr&uuml;gen. &Uuml;ble Sache, gar nicht lustig. Und wenn nicht Gott selbst eingegriffen h&auml;tte, w&auml;re die Geschichte alles andere als gut ausgegangen.&nbsp;</p><h2><strong>Wenn der Magen &uuml;ber den Verstand siegt</strong></h2><p>Aber der Reihe nach. Eines Tages kommt Esau, der &auml;ltere der beiden Br&uuml;der, von der Jagd zur&uuml;ck. M&uuml;de und hungrig. Schlechte Ausgangslage f&uuml;r gute Entscheidungen. Sein Zwillingsbruder Jakob hat Linsen gekocht. Offenbar so lecker, dass Esau unbedingt davon essen m&ouml;chte. Jakob erkennt seine Chance und macht seinem Bruder ein ungeheuerliches Angebot: Dein Erstgeburtsrecht f&uuml;r meine Linsen.</p><blockquote class="noshare"><p>Esau geht darauf ein. Sein Hunger muss riesig gewesen sein. Denn in dem Augenblick, in dem er sein Erstgeburtsrecht abgibt, verzichtet er auf alle Privilegien, die ihm als Erstgeborenem zustehen.&nbsp;</p></blockquote><p>Doch damit nicht genug. Irgendwann kommt der Vater Isaak in ein Alter, in dem er mit seinem baldigen Ende rechnet. Deswegen bestellt er Esau zu sich. Er will ihm den Erstgeburtssegen zusprechen. Vorher soll Esau ihm ein Wild jagen und es zum Essen zubereiten. Als Esau loszieht, um den Wunsch des Vaters zu erf&uuml;llen, werden Jakob und die Mutter Rebekka aktiv. Mit der tatkr&auml;ftigen Hilfe seiner Mutter serviert Jakob dem Vater ein &ndash; heute w&uuml;rde man sagen gefaktes &ndash; Wildgericht und gibt sich f&uuml;r seinen Bruder aus. Durch Verkleidung und eine Reihe handfester L&uuml;gen schafft er es, seinen fast erblindeten Vater zu &uuml;berlisten und erschleicht sich dessen Segen.&nbsp;</p><h2><strong>Dir werde ich es zeigen!</strong></h2><p>Als Esau nichtsahnend zu seinem Vater zur&uuml;ckkommt, ist das Entsetzen gro&szlig; und der Schaden nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Da schw&ouml;rt der Betrogene Rache. Er beschlie&szlig;t, seinen Bruder umzubringen, sobald der Vater gestorben ist.</p><p>Wieder hilft Rebekka ihrem zweitgeborenen Sohn. Sie sorgt daf&uuml;r, dass Jakob rechtzeitig fliehen kann und den Mordpl&auml;nen seines Bruders entkommt. Mit dem neuerlichen Segen seines Vaters Isaak, man h&ouml;re und staune. Als der n&auml;mlich von den Fluchtpl&auml;nen h&ouml;rt, segnet er seinen Sohn Jakob noch einmal und gibt ihm Weisungen f&uuml;r sein Leben in der Fremde mit.&nbsp;</p><h2><strong>Und dann spricht Gott</strong></h2><p>Auf seiner Reise ins Ungewisse begegnet Jakob in einem Traum dem lebendigen Gott, der ihm zusagt: <em>&bdquo;Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und S&uuml;den, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich beh&uuml;ten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.&ldquo;&nbsp;</em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose28%2C13-15" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 28,13-15</a>)&nbsp;</p><p>F&uuml;r Jakob folgen viele Jahre, die er weit entfernt von seinen Eltern, dem Zwillingsbruder und seiner Heimat lebt. Dort bringt er es mit Gottes Hilfe nach und nach zu gro&szlig;em Wohlstand, im Lauf der Jahre gr&uuml;ndet er eine weitverzweigte Familie, seine Viehherden sind gewaltig, sein Besitz Gespr&auml;chsthema.</p><p>Das zieht Neider auf den Plan, sodass Jakob wieder seine Koffer packen und sich aus dem Staub machen muss. Dieses Mal wieder zur&uuml;ck in die Heimat &ndash; geradewegs in die Arme seines Bruders, von dem er nicht wei&szlig;, wie er inzwischen zu ihm steht.</p><p>Jakob hat gen&uuml;gend Gr&uuml;nde, sich vor dieser Begegnung mit Esau zu f&uuml;rchten. Aber er geht. Vielleicht erinnert er sich an die Zusage des lebendigen Gottes, die er auf seiner ersten Flucht erhalten hat.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Vermutlich aber verleiht ihm eine erneute Zusage Gottes den n&ouml;tigen Mut zum Aufbruch. Die bekommt er n&auml;mlich &ndash; wie den v&auml;terlichen Segen &ndash; gleich zweimal, wenn auch mit zeitlichem Abstand.</p></blockquote><p>Auf der Flucht aus der Heimat hatte Gott Jakob zugesagt, dass er ihn nicht verlassen wird, und als er nun in der Fremde nicht mehr bleiben kann, sagt Gott zu Jakob: <em>&bdquo;Zieh wieder in deiner V&auml;ter Land und zu deiner Verwandtschaft&ldquo;&nbsp;</em>und versichert ihm erneut: <em>&bdquo;Ich will mit dir sein&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose31%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 31,3</a>). Das gen&uuml;gt f&uuml;r Jakob.&nbsp;</p><h2><strong>Die Angst geht mit</strong></h2><p>Aber die Angst geht mit. Jakob trifft Vorbereitungen f&uuml;r den Fall, dass es zum Schlimmsten kommt. Er schickt Boten voraus, die Esau Bescheid geben sollen, dass er, Jakob, auf dem Weg zu ihm ist. Nicht nur das, er bezeichnet sich selbst als Esaus Knecht und bittet ihn um Gnade.</p><p>Als die Boten zur&uuml;ckkommen, teilen sie ihm nur mit: &bdquo;Wir kamen zu deinem Bruder Esau, und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose32%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 32,7</a>). Jakob schwant nichts Gutes. Er teilt alles, was er hat &ndash; Familie, Angestellte und Viehherden &ndash; in zwei H&auml;lften. Damit versucht er, wenigstens einen Teil zu retten, falls Esau den anderen Teil vernichten sollte.&nbsp;</p><blockquote><p>Doch wichtiger als dieser Schachzug ist es, dass Jakob sich mit seiner Furcht an Gott wendet und ihn an seine Zusagen erinnert.</p></blockquote><p>Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass er die Wohltaten Gottes nicht verdient hat, sondern dass es allein an Gottes Gnade und Treue liegt, wenn er heil davonkommt. Er sagt zu Gott:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;HERR, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir wohltun &ndash;, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab, als ich hier &uuml;ber den Jordan ging, und nun sind aus mir zwei Lager geworden. Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose32%2C10-12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 32,10-12</a>).</p><p>Dann schickt Jakob mehrere Gruppen von Knechten samt Tieren voraus. Ein gro&szlig;z&uuml;giges Vers&ouml;hnungsangebot auf vier Beinen.&nbsp;</p><h2><strong>Eine andere Konfrontation als erwartet</strong></h2><p>Zun&auml;chst allerdings findet ein n&auml;chtlicher Ringkampf statt. Doch nicht etwa mit Esau, sondern mit Gott. Dieser steht Jakob als Unbekannter gegen&uuml;ber und fordert ihn zum Kampf auf. Die ganze Nacht ringen sie miteinander. Erst im Morgengrauen wird Jakob klar, dass ihm Gott selbst gegen&uuml;bersteht, und bittet ihn erneut um dessen Segen.&nbsp;</p><blockquote><p>Gott segnet Jakob und gibt ihm im Anschluss sogar einen neuen Namen. &nbsp;Trotz seiner Vergangenheit mit so manchem selbstverschuldetem Durcheinander bekommt er nun den g&ouml;ttlichen Segen f&uuml;r seine Zukunft.</p></blockquote><p>Ob er das selbst begreifen kann? Offensichtlich ist dieses Ringen mit Gott und der erneute Segen die Voraussetzung daf&uuml;r, dass Jakob endg&uuml;ltig die Vergangenheit hinter sich lassen und in eine neue Zukunft starten kann.&nbsp;</p><p>Kaum, dass er diesen Segen erhalten hat, r&uuml;ckt Esau n&auml;her. Mit 400 M&auml;nnern im Gefolge. Jakob stellt die Seinen auf, seine Liebsten ganz nach hinten und er geht voraus &ndash; seinem Bruder entgegen. Ziemlich dem&uuml;tig sogar, denn es wird berichtet, dass Jakob sich siebenmal vor Esau verneigt. Vielleicht zittert er sogar innerlich, ob der Bruder seine zum Frieden ausgestreckte Hand entgegennehmen wird.&nbsp;</p><h2><strong>Vers&ouml;hnung durch Gottes Gnade</strong></h2><p>Esau kommt auf Jakob zugerannt &ndash; und siehe da: Nichts von Rache, Wut, altem Zorn oder Bitterkeit. Keine Vorw&uuml;rfe, nur Freude &uuml;ber das Wiedersehen. Nicht einmal Jakobs Geschenke will Esau annehmen. Die sind ihm nicht wichtig. Hauptsache, er hat den Bruder wieder.</p><p>Und Jakob? Er, der dem Bruder alles genommen hat &ndash; die Erstgeburt und den Segen &ndash; dr&auml;ngt nun darauf, dass Esau etwas von den Segnungen annimmt, mit denen Gott ihn im Lauf der Jahre beschenkt hat. Was f&uuml;r eine Geschichte!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17303688.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 23 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Partner oder Gegner?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie können Langzeitpaare gegenseitige Verletzungen überwinden? 7 Tipps, um vergebungsbereit zu bleiben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1124285.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Esther Ann /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ein falscher Blick, ein genervter Tonfall oder eine erneut vergessene Bitte &ndash; es gibt viel, womit wir einander in Partnerschaften verletzen. Und das tagt&auml;glich zwischen B&uuml;ro und Alltagspflichten. Langj&auml;hrige Paare haben meist gelernt, &uuml;ber kleine Verletzungen hinwegzusehen. Das ist gut so, denn im Alltag kostet es zu viel Energie, wenn man dar&uuml;ber diskutiert, warum der andere gerade so kritisch geguckt hat.&nbsp;</p><p>Gleichzeitig kann sich so aber auch ein Berg an Verletzungen anh&auml;ufen, der zwischen uns und unserem Ehepartner steht. Pl&ouml;tzlich braucht es nur noch eine Kr&auml;nkung und man befindet sich in einer handfesten Ehekrise.&nbsp;</p><p>Gerade an den Wendepunkten des Lebens erleben Langzeitpaare, dass alte Verletzungen oder Vers&auml;umnisse wieder hochkommen. Ob nach der stressigen Kleinkindphase, in der Midlife-Krise, beim Auszug der Kinder oder dem Renteneinstieg &ndash; mit einem Mal merkt man: So habe ich mir unser gemeinsames Leben nicht vorgestellt. Aber wie geht es nun weiter?&nbsp;</p><p>Susanne und Marcus Mockler sind seit &uuml;ber 30 Jahren verheiratet und &uuml;berzeugt: Bessere Ehen sind m&ouml;glich. Mit Vortr&auml;gen, B&uuml;chern und dem Ehepodcast <a href="https://geliebtes-leben.podigee.io/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Geliebtes Leben&ldquo;</a> wollen sie Paaren dabei helfen. In ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/142812" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Da geht noch was! 7 Liebes-Booster f&uuml;r Langzeitpaare&ldquo;</a> berichten sie, was es braucht, um als Paar Verletzungen aufzuarbeiten und vergebungsbereit zu bleiben. Hier kommen 7 Erkenntnisse:&nbsp;</p><h2><strong>1. Sprich Verletzungen an!</strong>&nbsp;</h2><p>Gerade bei kleinen Kr&auml;nkungen stellt sich in einer Partnerschaft h&auml;ufig die Frage: Spreche ich das jetzt an oder schweige ich? Einerseits ist es l&ouml;blich, wenn nicht jede kleine Kr&auml;nkung durchdiskutiert wird. Andererseits bietet das im schlimmsten Fall Sprengstoff f&uuml;r sp&auml;tere Konflikte.&nbsp;</p><p>Denn oft w&auml;chst nicht automatisch Gras dar&uuml;ber. Wenn dich also etwas l&auml;nger besch&auml;ftigt, was dein Ehepartner gesagt oder getan hat, sprich es am besten in einem ruhigen Moment an. Bedenke, dass der andere dir nur bis vor die Stirn gucken kann. Manches, was dich verletzt, wird er vielleicht gar nicht wahrgenommen haben.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p><em>Sinnvoll ist, nicht nur den Ausl&ouml;ser deiner Verletzung zu benennen, sondern auch den Grund daf&uuml;r.</em></p></blockquote><p>Wenn dein Mann sp&auml;ter heimkommt, kannst du sagen: &bdquo;Es hat mich verletzt, dass du sp&auml;t heimgekommen bist.&ldquo; Das ist aber nur eine Feststellung. Besser ist es, wenn du sagst, was sein Verhalten bei dir ausgel&ouml;st hat: &bdquo;Es hat mich verletzt, dass du sp&auml;t heimgekommen bist und ich dadurch eine Verabredung absagen musste.&ldquo;&nbsp;</p><h2><strong>2. Schluss mit Verteidigen, Rechtfertigen oder Nachtreten!</strong>&nbsp;</h2><p>Bei Alltagsverletzungen in Partnerschaften ist meist keiner v&ouml;llig im Recht oder Unrecht. Vielleicht hast du deinen Partner angeschnauzt, aber er hat dich vorher von oben herab behandelt. In solchen Situationen neigen wir dazu, unsere jeweiligen Fehler und Vers&auml;umnisse gegeneinander aufzuwiegen.&nbsp;</p><blockquote><p><em>Diese Dynamik aus Vorw&uuml;rfen und Rechtfertigungen tr&auml;gt selten zur L&ouml;sung eines Konflikts bei und erst recht nicht zu Vergebung und Vers&ouml;hnung.</em></p></blockquote><p>Nat&uuml;rlich ist es wichtig, dass beide Seiten zu Wort kommen. Aber der Moment, in dem der andere dir sagt, wie sehr ihn dein Verhalten gekr&auml;nkt hat, ist nicht der richtige, um ihm auch all seine Fehler aufzuz&auml;hlen. Genauso wenig solltest du dich lange erkl&auml;ren oder rechtfertigen, warum du dieses oder jenes getan oder auch vers&auml;umt hast. Besser ist eine schlichte, ehrliche Entschuldigung.&nbsp;</p><p>Daran anschlie&szlig;end kannst du immer noch sagen, wo der andere wiederum dich verletzt hat. Hier und da ist das aber besser ein Thema f&uuml;r ein n&auml;chstes Gespr&auml;ch. Das gilt besonders, wenn es um gr&ouml;&szlig;ere Verletzungen geht.&nbsp;</p><p>Wichtig ist zudem, dass der verletzte Partner nicht &bdquo;nachtritt&ldquo;, indem er Bemerkungen fallen l&auml;sst wie: &bdquo;Wurde auch Zeit, dass du das einsiehst.&ldquo; Erkenne daher an, dass dein Partner dich um Entschuldigung bittet &ndash; selbst, wenn du noch w&uuml;tend bist. Am besten ist, schlicht zu antworten: &bdquo;Ich verzeihe dir.&ldquo; Wenn dir das noch nicht &uuml;ber die Lippen kommt, versuche zumindest, den Konflikt nicht durch zynische Bemerkungen wieder anzuheizen.&nbsp;</p><h2><strong>3. Meide die Trigger des anderen!</strong>&nbsp;</h2><p>Wer lange zusammenlebt, wei&szlig;, womit er den Partner so richtig sch&ouml;n auf 180 bringt oder welche Bemerkung garantiert ins Schwarze trifft. Die Schwachstellen eines anderen Menschen auszumachen, lernen wir schon im Sandkasten mit unseren Geschwistern. Doch diese Waffen sollten wir gegen den Partner nicht z&uuml;cken.&nbsp;</p><p>Die Triggerpunkte des anderen zu meiden, f&ouml;rdert die Lebensdauer einer Ehe. Diese stammen n&auml;mlich oft aus der Herkunftsfamilie oder fr&uuml;heren Beziehungen des Partners und rufen entsprechend starke Emotionen hervor.&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p><em>Gl&uuml;cklicher lebt, wer die Schmerzpunkte des anderen meidet oder zumindest im Streit nicht bewusst ansteuert.</em></p></blockquote><p>Zugleich sind Verletzungen aus der Vergangenheit kein Grund, den anderen wie ein rohes Ei zu behandeln oder f&uuml;r ihn, emotional ausfallend zu reagieren. Wenn du bemerkst, dass dein Partner in bestimmten Situationen ungew&ouml;hnlich emotional und vielleicht sogar verletzend reagiert, solltet ihr die Situation in einer ruhigen Minute kl&auml;ren&nbsp;</p><p>In unserer Ehe kennt mein Mann die Trigger aus meiner Herkunftsfamilie und k&uuml;ndigt an, wenn er etwas tut, was mich potenziell triggert. Das f&uuml;hrt nicht automatisch dazu, dass mein Stresslevel in diesen Situationen normal bleibt, aber mein Mann signalisiert mir: &bdquo;Wenn ich das tue, hat es eine andere Bedeutung als bei deinen Eltern.&ldquo; So lerne ich langsam, anders darauf zu reagieren und es nicht als Gefahr wahrzunehmen.&nbsp;</p><h2><strong>4. Trage dem anderen nichts nach!</strong>&nbsp;</h2><p>Nicht jede Verletzung ist nach einer Aussprache direkt vergessen. Manchmal geht eine Kr&auml;nkung so tief, dass eine gef&uuml;hlt lapidare Entschuldigung im Anschluss dem nicht gerecht wurde, was in uns kaputt gegangen ist. Dann rechnen wir die Verletzung dem anderen weiter an, obwohl wir sie besprochen und vergeben haben.&nbsp;</p><p>Manchmal kommen Kr&auml;nkungen h&auml;ufiger vor und wir m&uuml;ssen immer wieder von Neuem vergeben. Dann f&auml;llt es schwer, die Kr&auml;nkungen der Vergangenheit beim aktuellen Streit au&szlig;er Acht zu lassen.&nbsp;</p><p>So oder so &ndash; etliche Menschen neigen dazu, trotz ausgesprochener Vergebung Buch &uuml;ber die Verfehlungen des Partners zu f&uuml;hren. Diese &bdquo;S&uuml;ndenkonten&ldquo; kramen sie dann hervor, sobald der Haussegen mal wieder schief h&auml;ngt. Das ist einer Ehe aber nicht zutr&auml;glich &ndash; erst recht nicht, wenn sie lange halten soll.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p><em>Besser ist es nach einer Kr&auml;nkung oder einem Streit den anderen wirklich von seiner Schuld freizusprechen und die Angelegenheit dann auch endg&uuml;ltig abzuhaken.</em></p></blockquote><p>Mein Mann ist mir hier ein Vorbild, denn er ist in Bezug auf vergangene Konflikte extrem vergesslich. Wenn ich sage: &bdquo;Ach, das war, als wir uns so krass gefetzt haben&ldquo;, erinnert er sich oft nicht einmal mehr daran. Ich selbst habe eher das Ged&auml;chtnis eines Elefanten und muss mich zwingen, alte Konfliktakten wirklich geschlossen zu halten.&nbsp;</p><p>Wenn auch in deiner Ehe einer von euch besser darin ist, Vergangenes vergangen sein zu lassen, kann er den anderen liebevoll daran erinnern, alte Konflikte und Verletzungen nicht wieder aufzuw&auml;rmen.&nbsp;</p><p>Noch ein letzter Tipp dazu: Wenn dir bestimmte alte Verletzungen immer wieder in den Sinn kommen, geh&ouml;rt diese Verletzung zwar nicht in den aktuellen Streit, du solltest sie aber in einem ruhigen Moment mit deinem Partner ansprechen. Es kommt vor, dass wir &uuml;ber Kr&auml;nkungen zu schnell hinweggehen und sie deshalb nicht loslassen k&ouml;nnen. Dann hilft eine ehrliche erneute Aussprache.&nbsp;</p><h2><strong>5. Vergebungs- und Ver&auml;nderungsbereitschaft geh&ouml;ren zusammen</strong>&nbsp;</h2><p>Gerade christlich sozialisierte Paare haben oft verinnerlicht, dass sie auch dann vergeben sollen, wenn der andere seinen Fehler nicht einsieht oder nichts daran &auml;ndert. Dazu rufen scheinbar auch viele Bibelstellen auf. So steht etwa in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Kolosser3%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">Kolosser 3,13</a>: <em>&bdquo;Ertragt</em><em>einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat.&ldquo;</em>&nbsp;</p><p>Tats&auml;chlich sind wir zur Nachsicht aufgerufen. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen wir unseren Partner nicht &auml;ndern. Mit manchen Eigenarten und Charakterfehlern werden wir uns ein Leben lang herumschlagen. Aber die Vergebungsbereitschaft des einen ist keine Entschuldigung f&uuml;r den anderen, einfach so weiterzumachen wie bisher.&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p><em>Gutm&uuml;tigkeit ist eine tolle Eigenschaft, aber sie schadet der Beziehung, wenn verletzendes Verhalten weder erkannt noch ver&auml;ndert wird.</em></p></blockquote><p>F&uuml;r eine gute Ehe braucht es auch gegenseitiges Vertrauen. Dieses nimmt nachhaltig Schaden, wenn der andere mich nach Belieben kr&auml;nken und verletzen darf und ich dies schlicht vergeben muss.&nbsp;</p><p>Zur Vergebung kann daher auch geh&ouml;ren, Grenzen zu ziehen. Ich kann dem anderen vergeben, dass er immer wieder Absprachen nicht einh&auml;lt oder mich anschreit, aber ich muss es nicht stumm dulden. Ich darf und ich sollte in bestimmten Situationen Konsequenzen ziehen &ndash; um meiner selbst und auch um unserer Beziehung willen. Das entbindet mich aber nicht davon, dem anderen zu vergeben.&nbsp;</p><h2><strong>6. Vergebung ist ein Prozess</strong>&nbsp;</h2><p>Es lohnt sich, Kr&auml;nkungen und Verletzungen in einer Beziehung schnell auszur&auml;umen. Dazu r&auml;t auch der Apostel Paulus in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser4%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 4,26</a>: <em>&bdquo;Vers&ouml;hnt euch wieder und lasst die Sonne nicht &uuml;ber eurem Zorn untergehen.&ldquo;</em>&nbsp;</p><p>Doch nicht jeder Streit l&auml;sst sich &uuml;ber Nacht beilegen. Manche Verletzung brauchen Zeit, um zu heilen. Gerade wenn ihr schon viele Jahre als Paar zusammen unterwegs seid, bleiben Verletzungen nicht aus. Dann ist es gut, wenn ihr euch gegenseitig gen&uuml;gend Zeit gebt, um zu echter Vergebung f&auml;hig zu werden.&nbsp;</p><p>Hierbei kann es helfen, sich gegenseitig zuzusagen: &bdquo;Ich bin dir gut&ldquo; oder &bdquo;Ich will dir vergeben&ldquo;, selbst wenn ihr eine Verletzung noch nicht vergeben oder einen Streit noch nicht ausr&auml;umen k&ouml;nnt. Damit signalisiert ihr einander, dass ihr die Sache, die zwischen euch steht, kl&auml;ren und ausr&auml;umen wollt. Du sagst deinem Partner damit: &bdquo;Ich will Vergebung und ich will diese Beziehung&ldquo;, aber du sprichst nichts aus, was du noch nicht aus tiefstem Herzen sagen kannst.&nbsp;</p><p>Nat&uuml;rlich ist es f&uuml;r beide Partner schwer, solche Vergebungsprozesse auszuhalten, aber eine ehrliche Vergebung nach einer Woche oder vielleicht auch mal einem Monat z&auml;hlt mehr als ein lapidares &bdquo;Ich vergebe dir&ldquo;. Vergebung ist n&auml;mlich nichts, was einfach nur ausgesprochen wird, sie muss auch gelebt werden! Dazu braucht es manchmal Zeit.&nbsp;</p><blockquote><p><em>Wichtig ist aber auch: Jede Verletzung, die du dem anderen weiter nachtr&auml;gst, lastet letztlich auf dir selbst.</em></p></blockquote><p>Daher sollte das Ziel jedes Vergebungsprozesses sein, zur Vergebung f&auml;hig zu werden.&nbsp;</p><p>Manchmal ist dies ein langer Weg und oft braucht es von der ausgesprochenen Vergebung bis hin zur Vers&ouml;hnung etwas Zeit. Dies gilt besonders bei gro&szlig;en Verletzungen wie einem tiefen Vertrauensbruch oder einer Aff&auml;re. Doch wenn euch an einer langfristigen gl&uuml;cklichen Ehe liegt, w&auml;hlt lieber den langen steinigen Weg statt halbherziger Abk&uuml;rzungen.&nbsp;</p><h2><strong>7. Erkenne Vers&auml;umnisse an und sei bereit zur Ver&auml;nderung!</strong>&nbsp;</h2><p>Langj&auml;hrigen Paaren stehen statt aktiver Kr&auml;nkungen manchmal auch langj&auml;hrige Vers&auml;umnisse im Weg. Vielleicht war er viel beruflich unterwegs, sodass sie ihn daheim eher wie einen Gast behandelte. Eventuell hat sie bei der Karriere zur&uuml;ckgesteckt, w&auml;hrend er unter dem Druck stand, allein f&uuml;r die Familie zu sorgen.&nbsp;</p><p>Jeder von beiden hat ein Opfer gebracht, blieb aber auch dem anderen etwas schuldig &ndash; und am Ende herrscht auf beiden Seiten Bitterkeit.&nbsp;&nbsp;</p><p>In solchen F&auml;llen ist es wichtig, dar&uuml;ber zu sprechen, was ihr euch eigentlich vom anderen gew&uuml;nscht h&auml;ttet. Dazu geh&ouml;rt, zu erkennen: &bdquo;Ja, der andere ist mir etwas schuldig geblieben und das tat weh.&ldquo; Man sollte sich aber auch ehrlich eingestehen: &bdquo;Auch ich bin dem anderen etwas schuldig geblieben, selbst wenn ich nicht aktiv gegen ihn gehandelt habe, sondern vielleicht sogar glaubte, etwas f&uuml;r ihn zu tun.&ldquo;&nbsp;</p><p>Wie kann es jetzt anders werden? Kann es &uuml;berhaupt anders weitergehen? Nicht jedes Vers&auml;umnis kann nachgeholt werden. F&uuml;r manche verpasste Lebenschance ist der Zug abgefahren. Zu einer guten Ehe geh&ouml;rt dazu, dass ihr einander um Ent-Schuldigung bittet und das Verpasste gemeinsam betrauert.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p><em>Gleichzeitig steht oft noch eine Menge gemeinsamer Zukunft an. Ihr habt erkannt, was euch beiden gefehlt hat, also werdet kreativ und &uuml;berlegt, wie ihr einander in Zukunft bessere Partner sein k&ouml;nnt.</em></p></blockquote><p>Wie k&ouml;nnt ihr pr&auml;senter f&uuml;r den anderen sein, ihn mehr unterst&uuml;tzen, seinen Lebenstraum f&ouml;rdern? Tauscht euch ehrlich dar&uuml;ber aus, was ihr euch voneinander in der aktuellen Lebensphase w&uuml;nscht, und geht Schritte der Ver&auml;nderung.&nbsp;</p><p>Denn, um mit dem Titel des Buches von Susanne und Marcus Mockler zu sprechen: Da geht noch was!&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17302955.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 21 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auf der Suche nach Glück]]></title>
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      <description><![CDATA[Die tiefsten Momente ihres Lebens lehren Susanne Ospelkaus: Glücklichsein ist ein Geschenk.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1028450.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Susanne Ospelkaus</figcaption></figure><p>&bdquo;Gl&uuml;ck gehabt&ldquo;, sagt der Arzt, als er bei einer Untersuchung einen Tumor fr&uuml;hzeitig entdeckt. &bdquo;So ein Gl&uuml;ck&ldquo;, ruft die Frau, als sie gerade noch bremsen kann. &bdquo;Gl&uuml;ckspilz!&ldquo;, gratuliert man dem werdenden Vater. &bdquo;Gl&uuml;cklich ist jeder, der sich auf Gott verl&auml;sst&ldquo;, fl&uuml;stern die Psalmen.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die Gef&uuml;hle</h2><p>&bdquo;So ein Ungl&uuml;ck&ldquo;, sagt der Bestatter, als ich die Beerdigung plane. Mein erster Ehemann ist gestorben und ich frage mich: Hat uns das Gl&uuml;ck verlassen? Hat uns Gott verlassen? Gl&uuml;ck und Gott, geh&ouml;rt das zusammen?</p><p>Von einem Moment auf den n&auml;chsten werde ich in die Tiefen von Schmerz und Abschied geworfen. Neben der Trauer um meinen besten Freund, Geliebten und Vater meiner S&ouml;hne dr&auml;ngen sich ganz praktische Fragen in mein Leben: Wovon leben wir? Wie schaffe ich das als Alleinerziehende? K&ouml;nnen wir irgendwann wieder gl&uuml;cklich sein?</p><blockquote class="noshare"><p>Gl&uuml;ck ist ein gro&szlig;es Wort und meine eigentliche Frage lautet: Kann ich zufrieden sein, mit dem, was ich habe?</p></blockquote><p>&bdquo;Nein! Ich will mein altes Leben zur&uuml;ck&ldquo;, weine ich.</p><p>Ich kann ahnen, wie viele Menschen auf der Welt ein anderes Leben wollen. Ukrainer und Israelis w&uuml;nschen sich ihr altes Leben zur&uuml;ck. Iranerinnen w&uuml;nschen sich ein neues Leben und Vertriebene ein besseres Leben. In Deutschland sind wir privilegiert, auch wenn es sich trotz Krisen nicht so anf&uuml;hlt. Wir geh&ouml;ren zu den zwei Prozent der wohlhabendsten Menschen der Welt.</p><p>&bdquo;Mir doch egal&ldquo;, ruft der Ungl&uuml;ckliche. Fakten tr&ouml;sten nicht, auch wenn sie berechtigt sind. Objektiv betrachtet habe ich Gr&uuml;nde, um gl&uuml;cklich zu sein. Sie sind vern&uuml;nftig und logisch, aber meine Gef&uuml;hle kommen einfach nicht hinterher. W&auml;re es m&ouml;glich, den Emotionen nicht so viel Raum zu geben und zu glauben, dass ich gl&uuml;cklich sein kann, wenn ich mein Gl&uuml;ck in Vertrauen auf Gott ergreife?</p><p>Das scheint mir eine Abk&uuml;rzung zu sein, denn schlie&szlig;lich wurde ich mit Gef&uuml;hlen erschaffen &ndash; mit komplizierten, ambivalenten und anstrengenden Gef&uuml;hlen.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die Empathie</h2><p>In meinem gr&ouml;&szlig;ten Ungl&uuml;ck beginne ich, meine Gef&uuml;hle zu sortieren. Das st&auml;rkste Gef&uuml;hl ist die Trauer, und die l&auml;sst sich nicht vertreiben. Trotzig breitet sie sich in meiner Seele aus. Sie wird erst sanfter, als ich mich um sie k&uuml;mmere.</p><p>Weinen tut gut. Was f&uuml;r ein Gl&uuml;ck, dass Schmerz durch Tr&auml;nen leichter wird.&nbsp;Die Psalmen zu lesen, tut gut. Welch ein Gl&uuml;ck, dass ich mir die Worte von anderen leihen kann, dass ich klagen und sogar Gott anklagen darf.</p><p>Ich h&ouml;re fromme Spr&uuml;che: &bdquo;Gott mutet dir nicht mehr zu, als du tragen kannst. Gott wei&szlig;, wozu das gut ist.&ldquo; Ich erwidere: &bdquo;Ihr habt keine Ahnung!&ldquo;</p><blockquote><p>Ungl&uuml;ckliche Menschen brauchen keine Ratschl&auml;ge, um den tieferen Sinn f&uuml;r ihr Schicksal zu verstehen. Sie brauchen Mitgef&uuml;hl und die Erinnerung, dass wir uns bei Gott bergen k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Wir k&ouml;nnen unter seine Fl&uuml;gel schl&uuml;pfen oder uns in seine Gewandfalten kuscheln. Was f&uuml;r ein Gl&uuml;ck, dass es diese Bibelstellen gibt, die Sicherheit und W&auml;rme ausdr&uuml;cken.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die Tat</h2><p>Ein Ungl&uuml;cklicher braucht Geborgenheit. Erst dann sortieren sich die komplizierten Gef&uuml;hle wie Scham, Einsamkeit oder Verzweiflung. Das Leben ist anstrengend und mutet uns eine Menge zu. St&auml;ndig wird unser Gl&uuml;cklichsein torpediert: Unsicherheit, Sorgen und &Auml;ngste. W&auml;re dies &hellip; oder h&auml;tte das &hellip; oder k&ouml;nnte man doch jenes.&nbsp;Pl&ouml;tzlich marschieren unsere Gedanken im Konjunktiv. W&auml;re. H&auml;tte. K&ouml;nnte.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich lebe nicht im Moment, wenn ich mir &uuml;berlege, was m&ouml;glich sein k&ouml;nnte, wenn mein Mann noch leben w&uuml;rde oder wir mehr Geld h&auml;tten.</p></blockquote><p>Ein Sprichwort sagt: &bdquo;Das Gl&uuml;ck ist ein fl&uuml;chtiger Vogel.&ldquo; Man k&ouml;nne das Gl&uuml;ck nicht fangen oder festhalten, man kann es nur willkommen hei&szlig;en.</p><p>Flatterhaftes Gl&uuml;ck? Das passt nicht zu meiner Theologie und dem Gottesverst&auml;ndnis, dass Gott uns sieht, versteht und mitf&uuml;hlt. Bibelverse verk&uuml;nden: <em>&bdquo;Gl&uuml;cklich der Mensch, der sich auf Gott verl&auml;sst&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm84%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 84,13</a>) und <em>&bdquo;Ich darf Gott nahe sein. Das ist mein ganzes Gl&uuml;ck&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm73%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 73,28</a>).</p><p>Hier ist das Gl&uuml;ck etwas, das man macht und tut. Das Gl&uuml;cklichsein wird mit Verben beschrieben und nicht als fl&uuml;chtiger Vogel. Ich verlasse mich auf Gott oder ich bin in seiner N&auml;he &ndash; unabh&auml;ngig von den Umst&auml;nden.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und das Paradox</h2><p>Mein Leben verl&auml;uft anders als gedacht. Pl&ouml;tzlich ist nichts mehr so, wie es war. Der Lebensweg meiner Kinder wird ohne ihren Papa ein anderer sein. Meine Kinder werden ohne ihren Papa andere Dinge erleben als mit ihm.</p><p>Wenn mir das bewusst wird, trauere ich vorw&auml;rts. Ich beweine nicht nur das, was wir nicht mehr haben, sondern auch das, was nicht werden darf &ndash; weil der eine Mensch fehlt. Vergangenheit und Zukunft, Lachen und Weinen, Trauer und Freude, Zweifel und Glauben. Wir leben in einem Spannungsfeld. St&auml;ndig m&uuml;ssen wir unsere Umst&auml;nde und damit verbundenen Gedanken und Gef&uuml;hle ausbalancieren.</p><blockquote><p>Es ist paradox, dass wir tiefe Trauer und gro&szlig;es Gl&uuml;ck sogar zeitgleich empfinden k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Da ist dieses gro&szlig;e Gl&uuml;ck, dass ich zwei S&ouml;hne habe, die mich das Leben sp&uuml;ren lassen. Sie lachen, kuscheln, entdecken die Welt, formulieren erste S&auml;tze und malen Krickelkrakel. Da ist diese tiefe Trauer, die mein Leben verlangsamt und es zusammenzurrt.</p><p>Das Schwere und das Leichte, Gl&uuml;ck und Kummer existieren nebeneinander. Nur schwer sind die Verse auszuhalten: <em>&bdquo;Gl&uuml;cklich sind die Trauernden, denn sie werden getr&ouml;stet werden. (&hellip;) Gl&uuml;cklich sind die Hungernden, denn sie sollen satt werden. (&hellip;) Gl&uuml;cklich sind die Friedfertigen, denn sie werden die Erde besitzen&ldquo;</em> (nach <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us5%2C4-7" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,4-7</a>).</p><p>Da sind sie wieder, diese Gegens&auml;tze. Momentan herrschen mehr Autokraten als Friedfertige. Sie scheinen alles zu besitzen. Friedliche Demonstrationen f&uuml;r Menschenrechte werden niedergepr&uuml;gelt. Wo sind denn Gl&uuml;ck und Frieden?</p><h2>Das Gl&uuml;ck und der Sinn</h2><p>Viktor Frankl sagte: &bdquo;Wer ein Warum zum Leben hat, ertr&auml;gt fast jedes Wie.&ldquo; Je sinnhafter unser Leben ist, umso gl&uuml;cklicher k&ouml;nnen wir sein. In meinem tiefsten Kummer bin ich vor allem eins: eine Mutter. Ich entdecke meine neuen Rollen als Freundin, Schwester und Autorin.</p><p>Ich werde nie einen Sinn darin sehen, dass mein Mann verstarb. Ich glaube nicht, dass es Gottes Plan war. Wenn andere Geschwister in einer gro&szlig;en Not einen Sinn entdecken, dann ist es ein ganz pers&ouml;nlicher Prozess. Man kann ihn nicht auf ein anderes Leben &uuml;bertragen.</p><blockquote class="noshare"><p>Mein neuer Lebensweg f&uuml;hrt mich zu Menschen und M&ouml;glichkeiten. Eine Reise, ein Auftrag, eine Begegnung. Es schleicht sich ein Trotz in mein Leben &ndash; ein Lebenstrotz.</p></blockquote><p>Ich gebe auf, mich mit Familien zu vergleichen, die zwei gute Einkommen haben, sich Urlaube, Haus und Ausfl&uuml;ge leisten k&ouml;nnen.</p><p>Trotzig f&uuml;hre ich eine Patenschaft in Albanien weiter f&uuml;r eine Witwe mit vier Kindern. Sie haben noch weniger als ich. Ich habe Witwenrente, Kindergeld und Wohngeld. Pl&ouml;tzlich d&auml;mmert mir: Ich habe viel. Ich habe genug. Ich werde gen&uuml;gsam. Nein, ich werde nicht geizig, sondern freue mich aufrichtig an gebrauchten Dingen, Schn&auml;ppchen und Leihgaben.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die einfachen Dinge</h2><p>Alte Menschen f&uuml;hlen sich trotz Einschr&auml;nkungen gl&uuml;cklicher als junge, denn sie m&uuml;ssen sich nicht mehr beweisen. Sie haben gelernt, den Moment wahrzunehmen: die Sonne auf dem Balkon, den Duft von Blumen, die Wolkenformationen am Himmel, die kleine Plauderei mit dem Postboten, den Gru&szlig; der Nachbarin, den leckere Eintopf. Das Gl&uuml;ck sucht die Langsamkeit und den Moment.</p><p>Letztendlich schenken uns die allt&auml;glichen Dinge einen Gl&uuml;cksmoment. Guter Schlaf oder genussvolles Essen machen gl&uuml;cklich. Auch das empfiehlt die Bibel. <em>&bdquo;Kauft euch alles, was ihr gern h&auml;ttet &hellip; und was ihr euch sonst noch w&uuml;nscht &hellip; feiert ein fr&ouml;hliches Fest, esst und trinkt!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/5.Mose14%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 14,26</a>).</p><blockquote><p>Vielleicht ist das die eigentliche Lebenskunst: Gute Momente wahrnehmen und die kleinen Allt&auml;glichkeiten genie&szlig;en.</p></blockquote><p>&nbsp;Es gibt Zeiten, da tanzt das Gl&uuml;ck durch unser Leben und dann gibt es Wochen und Monate voller Kummer. Zu wissen, dass beides sein kann und sich beidem zu stellen, ist glaubensmutig, hoffnungsstark und zweifeltrotzig. Tiefer Kummer und gro&szlig;es Gl&uuml;ck. Sie wechseln sich ab &ndash; so war es schon immer gewesen, denn alles hat seine Zeit (vgl.&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger3%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 3,1</a>).<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Susanne Ospelkaus</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16518746.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Susanne Ospelkaus]]></author>
      <pubDate>Fri, 20 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hilfe, ich bin nachtragend!]]></title>
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      <description><![CDATA[Was kennzeichnet dieses Gefühl und wie bringe ich es vor Gott? Auszug aus dem Buch „Feel“ von Anjuli Paschall.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1123856.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Gef&uuml;hle sind nicht immer angenehm und stehen uns manchmal im Weg. Gerade Bitterkeit kann unser Herz schwermachen und ein echtes Hindernis f&uuml;r Vers&ouml;hnung sein. Wie k&ouml;nnen wir damit umgehen, wenn wir anderen etwas nachtragen?</em></p><p><em>Anjuli Paschall ist Autorin, Pastorenfrau und Mama von f&uuml;nf Kindern. In ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/148461" target="_blank">&bdquo;Feel &ndash; Gebete und Gedanken f&uuml;r jede Emotion&ldquo; </a>gibt sie Hilfen an die Hand, um mit den unterschiedlichen Gef&uuml;hlen umzugehen. Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des&nbsp;</em><a href="https://www.scm-verlagsgruppe.de/verlagsgruppe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>SCM Verlages</em></a><em> einen Auszug aus dem Buch zur Emotion &bdquo;Nachtragend&ldquo;.</em></p><h2><strong>Die Sprache f&uuml;r das Gef&uuml;hl: Ich trage anderen etwas nach</strong></h2><p>Als mein Mann neulich auf Reisen war und mein Terminkalender bereits zu platzen drohte, gab zu allem &Uuml;berfluss noch jemand seine Kinder bei mir ab, damit ich auf sie aufpasste. Ich war schon am Ertrinken und f&uuml;hlte mich absolut nicht ernst genommen.</p><p>Ich bin immer der Notnagel. Ich binde die losen Enden zusammen. Ich bereite das Essen vor, plane die Veranstaltung, denke daran, noch das Eis zu holen. Die Leute wissen, dass ich Ja sagen werde, und ich tue es.</p><p>Ich m&ouml;chte lieben, aber ich bin verletzt worden. Der Groll g&auml;rt in mir. Ich sp&uuml;re, wie sich etwas in mir zusammenbraut. Es brodelt. Irgendwie gibt meine Wut mir Kraft. Ich probiere meine Bitterkeit, sie schmeckt s&uuml;&szlig;. Manchmal ist es sehr befriedigend, meinen Unmut zu n&auml;hren. Ich nicht so eine Art Mensch sein, So w&uuml;tend und verletzt ich auch bin, ich will nicht, dass mein Schmerz mich vergiftet.</p><blockquote><p>Ich gestehe, dass meine Gedanken mich auf einen dunklen Pfad der Rache f&uuml;hren. In meinem Leid will ich, dass auch andere leiden, und ich werde zum rachs&uuml;chtigen Opfer.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich gestehe, dass ich auch versucht bin, mein Leid nach innen zu lenken. Ich neige zu Selbsthass oder dazu, meine wahren Gef&uuml;hle zu verdr&auml;ngen. Ich bin frustriert, weil ich in der Lage sein sollte, mein Leben in den Griff zu bekommen. Etwas stimmt doch nicht mit mir, wenn ich so empfinde. Mein Groll wird zu Bitterkeit und sogar zu einem gewissen Anspruchsdenken.</p><p>Einen Moment lang lasse ich meinen Groll zu. Ich will nicht in Aktionismus verfallen oder meine Gef&uuml;hle herunterspielen. Ich lasse den Groll in mir zu und versuche nicht direkt, ihn aufzul&ouml;sen. Ich f&uuml;hle ihn und mein K&ouml;rper spannt sich an. Ich lasse alles, wie es ist. Mir ist bewusst, dass ich Schmerzen habe.</p><blockquote class="noshare"><p>Etwas zu erzwingen oder mich ohnm&auml;chtig zu f&uuml;hlen, hat meine Wunden nicht beseitigt, sondern eher noch vergr&ouml;&szlig;ert. Es muss einen anderen Weg geben.</p></blockquote><h2><strong>Eine Andacht f&uuml;r Zeiten des Grolls</strong></h2><p>Atme ein &ndash; <em>Jesus, Jesus, Jesus &hellip;</em><br />
Atme aus &ndash; <em>&hellip;hilf mir, zu segnen.</em></p><p>Gott, ich &ouml;ffne mein Herz f&uuml;r dich.</p><p>Ich empfinde Groll.</p><p>Ich sp&uuml;re ihn in meinem K&ouml;rper und er nagt an mir.</p><p>Erforsche mein Herz, o Gott, damit ich erkenne, wie der Groll meine Geschichte gepr&auml;gt hat.<br />
Woher kommt er?</p><p>Gott, mir wurde Unrecht angetan.<br />
Ich bin verletzt worden, und das ist nicht in Ordnung.<br />
Man hat sich nicht um mich gek&uuml;mmert, mich nicht beachtet und mich nicht ber&uuml;cksichtigt.<br />
Mein Zorn ist in meiner Seele bitter geworden.</p><p>Gott, du l&auml;dst mich ein, meinen Groll zu sp&uuml;ren, aber nicht, ihm nachzugeben.<br />
Du l&auml;dst mich ein, durch ihn hindurchzugehen, aber nicht, in ihm h&auml;ngen zu bleiben.</p><p>Ich bin hin- und hergerissen zwischen dem, was ich bin, und dem, was ich sein m&ouml;chte.</p><p>Erlaube mir, falsche Scham abzulegen, damit ich dir Wurzeln meines Grolls und den Schmerz, der darin steckt, erkennen kann.</p><p>Dieser Schmerz ist echt.</p><p>Ich erlaube mir jetzt, ihn zu f&uuml;hlen.</p><p>Manchmal ist er schwer zu f&uuml;hlen, zu sehen und zu benennen.</p><p>Aber du, Herr, siehst mein Herz. Du siehst meinen Schmerz. Du siehst, wie ich mich abgem&uuml;ht habe.<br />
Du siehst, was andere nicht sehen k&ouml;nnen.</p><p>Du, Herr, wei&szlig;t, wie es ist, wenn man zu k&auml;mpfen hat.<br />
Du wurdest verletzt.<br />
Du wurdest ausgenutzt.<br />
Du wurdest misshandelt.</p><p>Ich komme in deine Liebe und bin getr&ouml;stet in dem Wissen, dass ich nicht allein bin.</p><p>Hilf mir, neugierig auf mein eigenes Herz und meine eigene Geschichte zu sein.<br />
Hilf mir, g&uuml;tig und barmherzig zu sein gegen&uuml;ber meiner brennenden Seele.<br />
Hilf mir, mich von dem Groll zu befreien, der mich umtreibt.</p><p>Und wenn ich keine Erleichterung finden kann, Herr, bete ich um deine Gnade f&uuml;r die Dinge, ich nicht &auml;ndern kann. Ich brauche dich hier. Du siehst mich und alles, was ich getan habe.</p><p>Ich vertraue darauf, dass du mich auch durch diesen Schmerz hindurch heilst.<br />
Ich vertraue darauf, dass dein Geist in meinem Herzen arbeitet.<br />
Ich vertraue darauf, dass du meine Lebensgeschichte vom Groll zur Freiheit weiterschreibst.</p><p>Hilf mir, mit deiner Gnade die zu segnen, die mich verletzt haben.<br />
Gott, hilf mir, meinen Groll nicht mit noch mehr Groll zu n&auml;hren, sondern bitte f&uuml;ttere meinen Groll mit deiner Liebe.</p><p>Ich &ouml;ffne meine nachtragenden Gedanken f&uuml;r dich.</p><p>Ich &ouml;ffne mein Herz f&uuml;r das Kreuz.</p><p>Ich atme.<br />
Hier finde ich Trost.</p><p>Ich mache mir jetzt dein Gebet zu eigen: &bdquo;<em>Vater, vergib diesen Menschen, denn sie wissen nicht, was sie tun&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Lukas23%2C34" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 23,34</a>).</p><p>Herr, erh&ouml;re mein Gebet.</p><h2><strong>Lebendiges Wort</strong></h2><p>Ich m&ouml;chte von dir h&ouml;ren.</p><p><em>Vergeltet anderen Menschen nicht B&ouml;ses mit B&ouml;sem, sondern bem&uuml;ht euch allen gegen&uuml;ber um das Gute. Tragt euren Teil dazu bei, mit anderen in Frieden zu leben, soweit es m&ouml;glich ist! Liebe Freunde, r&auml;cht euch niemals selbst, sondern&nbsp;&uuml;berlasst die Rache dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben:&nbsp;&bdquo;Ich allein will Rache nehmen; ich will das Unrecht vergelten&ldquo;, spricht der Herr. Handelt stattdessen so, wie es in der Schrift hei&szlig;t:&nbsp;&bdquo;Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen. Wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken, und er wird besch&auml;mt dar&uuml;ber sein, was er dir angetan hat.&ldquo; Lass dich nicht vom B&ouml;sen&nbsp;&uuml;berwinden, sondern&nbsp;&uuml;berwinde das B&ouml;se durch das Gute!</em></p><p><a href="https://www.bibleserver.com/NLB/R%C3%B6mer12%2C17-21" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer 12,17-21</a><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Anjuli Paschall</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17301182.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Anjuli Paschall]]></author>
      <pubDate>Wed, 18 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Bitte recht freundlich!]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum Christen im Konfliktfall öfters mal nachgeben sollten. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/851436.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© raychan /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Niemand wird gerne &uuml;bers Ohr gehauen und doch passiert es leider manchmal. Als Familie haben wir das vor einigen Jahren erlebt, als wir f&uuml;r unseren Sohn einen hochwertigen Kinderschreibtisch samt Stuhl gebraucht gekauft hatten. Der Verk&auml;ufer wollte auf Ebay noch eine ordentliche Stange Geld daf&uuml;r haben. Der Preis war f&uuml;r uns in Ordnung, weil wir &uuml;berzeugt davon waren, ein gutes Produkt zu erhalten. Nachdem wir die Ware abgeholt und bezahlt hatten, entdeckten wir daran&nbsp;allerdings M&auml;ngel, auf die der Verk&auml;ufer nicht hingewiesen hatte.</p><p>Pech gehabt, k&ouml;nnte man sagen &ndash; es stand ja schlie&szlig;lich in der Anzeige &bdquo;gekauft wie gesehen&ldquo;. Trotzdem hat mich das Verhalten des Verk&auml;ufers ver&auml;rgert. Sein freundliches Verhalten hat im Nachhinein einen schalen Beigeschmack bekommen.</p><blockquote><p>Zerst&ouml;rtes Vertrauen schadet, und das nicht nur in Gesch&auml;ftsbeziehungen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich nehme ich eine Habachtstellung ein, wenn ich das Gef&uuml;hl habe, dass der andere nicht vertrauensw&uuml;rdig ist.</p></blockquote><p>Auf eine engere Beziehung mit einer solchen Person lasse ich mich nicht mehr ein. Schlie&szlig;lich will ich nicht &uuml;bervorteilt werden, weder emotional noch finanziell.</p><h2>Recht bekommen &ndash; um jeden Preis?</h2><p>Ganz im Gegensatz zu dieser Selbstschutzreaktion steht eine Anweisung, die der Apostel Paulus den Christen in Korinth gegeben hat. Zwischen einzelnen Gemeindemitgliedern war es zu einem Rechtsstreit gekommen, weil einer den anderen betrogen hatte.</p><p>In diese angespannte Situation hinein schreibt Paulus folgendes: &bdquo;<em>Dass ihr &uuml;berhaupt gegeneinander vor Gericht zieht, ist schon eine Niederlage f&uuml;r euch alle. Warum seid ihr nicht bereit, euch Unrecht zuf&uuml;gen zu lassen? Warum k&ouml;nnt ihr es nicht ertragen, wenn jemand sich auf eure Kosten bereichert?&ldquo; </em>(1. Korintner 6,7).</p><p>Wenn ich das lese, muss ich schlucken. Und ich fange an, mit Paulus zu diskutieren: &bdquo;Das kannst du nicht ernst meinen, Paulus! Wir sollen es ertragen, wenn sich jemand auf unsere Kosten bereichert? Das ist ein schlechter Witz, eine unm&ouml;gliche Forderung! Wo k&auml;men wir hin, wenn Betr&uuml;ger nicht zur Rechenschaft gezogen werden! Soll ich denn alles mit mir machen lassen?&ldquo;</p><p>Die letzte Frage w&uuml;rde Paulus wahrscheinlich mit Nein beantworten. Er ist selbst f&uuml;r sein Recht als r&ouml;mischer Staatsb&uuml;rger eingestanden, wenn ihm - etwa von Seiten der Beh&ouml;rden - Unrecht getan wurde. In anderen Situationen hat der Apostel aber auch darauf verzichtet, Recht zu bekommen oder mit der ihm zustehenden W&uuml;rde behandelt zu werden.</p><blockquote class="noshare"><p>Dass Menschen von Jesus h&ouml;ren und dass Gott geehrt wird, war Paulus im Einzelfall wichtiger als sein Ruf oder sein Gerechtigkeitsempfinden.</p></blockquote><p>Beim Lesen des Textes in seinem Zusammenhang stolpere ich &uuml;ber eine weitere Aussage des Apostels. Kurz bevor er die oben zitiere Anweisung gibt, schreibt er folgendes: &bdquo;<em>Wisst ihr denn nicht, dass die, die zu Gottes Volk geh&ouml;ren, einmal die Welt richten werden? Die ganze Welt muss im Gericht vor euch erscheinen! Und da gebt ihr solch ein unw&uuml;rdiges Bild ab und seid nicht einmal imstande, &uuml;ber die kleinsten Kleinigkeiten zu urteilen?&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/1.Korinther6%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 6,2</a>).</p><p>Wow! Was f&uuml;r eine Perspektive! Selbst Engel geh&ouml;ren laut Paulus zu denen, die von der christlichen Gemeinde eines Tages gerichtet werden sollen. Kein Wunder, wenn der Apostel kein Verst&auml;ndnis daf&uuml;r hat, wenn sich Christen wegen geringf&uuml;giger Sachverhalte in die Haare geraten.</p><h2>Unrecht ertragen lernen</h2><blockquote><p>Paulus stellt das Leben eines Christen in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang als das, was menschlich sichtbar ist. Er vertraut darauf, dass Gott sein Leben in der Hand h&auml;lt und f&uuml;r ihn sorgt.</p></blockquote><p>Der einflussreiche Verk&uuml;ndiger des christlichen Glaubens wei&szlig;: &bdquo;Mein Leben hier auf dieser Erde ist nicht alles. Was ich jetzt erlebe und durchleide, muss zu meinem Besten dienen. Und nach dem Tod geht es weiter &ndash; in einer Welt, in der ich nicht mehr unter Ungerechtigkeit leiden muss und in der Gott mich rechtfertigen wird.&ldquo;</p><p>Das gibt dem Apostel die Kraft es auszuhalten, wenn andere ihn unfair behandeln oder wenn er den K&uuml;rzeren zieht.</p><p>Auch Jesus hat so gelebt. In der ber&uuml;hmt gewordenen Bergpredigt fordert er seine Nachfolger zu folgendem Verhalten auf: <em>&bdquo;Setzt euch nicht zur Wehr gegen den, der euch etwas B&ouml;ses antut. Im Gegenteil: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schl&auml;gt, dann halt ihm auch die linke hin</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Matth%C3%A4us5%2C39" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,39</a>).</p><p>Ob Paulus diese Worte im Hinterkopf hatte, als er den Christen in Korinth den Rat gab, sich lieber betr&uuml;gen zu lassen, als Streitigkeiten juristisch auszutragen?</p><h2>Verzicht als L&ouml;sung</h2><p>Beide Aufforderungen stellen mein Gerechtigkeitsempfinden und mein Bed&uuml;rfnis, mich zu wehren und mich zu sch&uuml;tzen aufs &Auml;u&szlig;erste in Frage. Mir f&auml;llt es manchmal schon nicht leicht, anderen zu vergeben, wenn sie mich mit Kleinigkeiten verletzt haben. Und sp&auml;testens beim Geld h&ouml;rt die Freundschaft bekannterma&szlig;en sowieso auf.&nbsp;Aussagen wie diese machen mir neu klar, dass es im Alltag eine ganze Menge von mir fordern kann, wenn ich Jesus nachfolgen m&ouml;chte:</p><blockquote class="noshare"><p>Kann ich zur&uuml;ckstecken, wenn mir Unrecht getan wird? Im Vertrauen darauf, dass Gott die Dinge in Ordnung bringt?</p></blockquote><p>Wie das praktisch aussehen kann, zeigt eine alte biblische Geschichte, die sich lange vor Jesus und Paulus abgespielt hat: Die beiden Patriarchen Lot und Abraham besitzen im landwirtschaftlich gepr&auml;gten Kanaan jeweils gro&szlig;e Viehherden. Als die vorhandenen Weidepl&auml;tze deswegen knapp werden, kommt es unter ihren Hirten zum Streit. Abraham ist der &auml;ltere der beiden und h&auml;tte nach damaligem Brauch den Vortritt gehabt. Lot h&auml;tte umgekehrt nachgeben und sich mit den schlechteren Weidefl&auml;chen begn&uuml;gen m&uuml;ssen.</p><p>Aber Abraham handelt anders. Die Beziehung zu seinem Neffen ist ihm wichtiger als der wirtschaftliche Gewinn. Aus diesem Grund l&auml;sst er dem J&uuml;ngeren den Vortritt und nimmt die schlechteren Bedingungen f&uuml;r sich und seine Angestellten in Kauf (nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/1.Mose13%2C1-12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 13,1-12</a>).</p><p>Die Pastorin und Seelsorgerin Astrid Eichler leitet aus dieser Erz&auml;hlung in ihrem Buch <a href="https://www.amazon.de/Friede-Freude-Pustekuchen-Konflikte-bew%C3%A4ltigen/dp/3417266602" target="_blank">&bdquo;Friede, Freude, Pustekuchen!&ldquo;</a> einige Denkanst&ouml;&szlig;e und Handlungsanweisungen ab, die ich beeindruckend finde. Deswegen m&ouml;chte ich sie zum Schluss hier in Ausschnitten zu Wort kommen lassen.</p><p>Eichler schreibt: &bdquo;Haben wir Angst, zu kurz zu kommen? Was ist, wenn wir verzichten? Gro&szlig;mut und Verzicht sind &uuml;berraschende, aber sehr wirksame Wege der Konfliktl&ouml;sung. Die Frage &bdquo;Was ist besser?&ldquo; kann sehr hilfreich sein, wenn es um Verzicht geht. Lohnt es sich wirklich weiter zu k&auml;mpfen? Was verliere ich, wenn ich verzichte? Ist der Gewinn beim Verzicht nicht doch gr&ouml;&szlig;er? Diese Art von Konfliktl&ouml;sung braucht Gottvertrauen als Basis. Sonst ist es verr&uuml;ckt. Aber wie gut, wenn wir ver-r&uuml;ckt werden. Da werden Konflikte anders l&ouml;sbar.&ldquo;<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Hanna Willhelm</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565488.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Hanna Willhelm]]></author>
      <pubDate>Mon, 16 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Grautöne statt Extremdenken]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/grautoene-statt-extremdenken/2270-542-8032</guid>
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      <description><![CDATA[Wer Schwarz-Weiß-Denken überwindet, denkt menschlicher. Wie du klar bleibst, ohne hart zu werden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1123207.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Warren /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Neulich stand ich vor dem Regal mit <em>50 Shades of Grey.</em> Ich wollte mein Gartenh&auml;uschen streichen, aber die Farbauswahl im Baumarkt stellte mich vor ein Problem: Es gab nicht blo&szlig; Grau. Es gab <em>Steingrau</em>, <em>Nebelgrau</em>, <em>Taubengrau</em>, <em>Aschegrau</em>, <em>Montagmorgengrau</em>, <em>Aktendeckelgrau</em>, <em>Innenstadtgrau</em>. Diese Vielfalt &uuml;berforderte mich. Ich wollte keine Flut an Schattierungen. Ich wollte einfach nur Grau!</p><p>Nat&uuml;rlich ist es sch&ouml;n, eine reichhaltige Auswahl zu haben. Zugleich zwingen mich unz&auml;hlige Optionen st&auml;ndig dazu, irgendetwas abzuw&auml;gen. Egal, ob es um Farbt&ouml;pfe, K&auml;sesorten oder Parteiprogramme geht &ndash; jede Entscheidung kostet Reserven.</p><p>Dazu kommt eine Flut an Informationen, die st&auml;ndig auf mich einstr&ouml;men: Nachrichten, Push-Meldungen, Werbebanner, Kalender-Erinnerungen. Oder die neueste Unsitte: &bdquo;Aus Umweltschutzgr&uuml;nden schicken wir Ihnen keine Rechnungen mehr per Post zu. Bitte registrieren Sie sich in unserer Cloud und laden Sie sich Ihren Kram gef&auml;lligst selbst runter!&ldquo;</p><p>Ich habe l&auml;ngst den &Uuml;berblick verloren, wo ich mich zu welchem Zweck registrieren musste &ndash; und wann ich was downloaden soll, damit Firmen auf Kosten meiner Kapazit&auml;t nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch gleich noch ihre Portokasse.</p><blockquote><p>Das ist das Paradoxe an unserer &Uuml;berflussgesellschaft: Wir sind reich an M&ouml;glichkeiten und zugleich arm an Reserven.</p></blockquote><h2><strong>Wenn Mental Load zu Schnellurteilen f&uuml;hrt</strong></h2><p>Mein Hirn ist m&uuml;de. Ich erlebe mich selbst als zunehmend denkfaul &ndash; oder besser gesagt denkersch&ouml;pft. Mental Load betrifft nicht nur M&uuml;tter; ich nehme ihn als gesamtgesellschaftliches Problem wahr, das Gefahren birgt.</p><p>Je begrenzter die Ressourcen, aus denen sich mein Denken speist, desto st&auml;rker sehne ich mich nach Eindeutigkeit. Oft bringe ich nicht mehr die Kraft auf, mich gedanklich tiefer auf Dinge einzulassen. Und dann ertappe ich mich dabei, zu Schnellurteilen zu greifen &ndash; schlicht, weil sie meine Akkus schonen.</p><h2><strong>Pointe schl&auml;gt Tiefgang</strong></h2><p>Auf Social Media wird diese Dynamik besonders sichtbar. Diese Plattformen belohnen selten tiefergehende Diskurse. Durch die immense Flut an Inhalten werden Informationen h&auml;ufig nicht <em>fundiert </em>pr&auml;sentiert, sondern <em>pointiert.</em> Kontext und Hintergr&uuml;nde fehlen oft.</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich durch Social-Media-Feeds scrolle, bekomme ich nicht einfach Nachrichten pr&auml;sentiert, sondern eine Punchline nach der anderen, in einer Geschwindigkeit, die mein Nervensystem im Alarmmodus h&auml;lt.</p></blockquote><p>Pointen erzeugen Emotionen und diese f&auml;rben auf mein Urteil ab.&nbsp;</p><p>Wenn ich nicht aufpasse, springe ich auf den Zug auf, mache mir eine Sicht zu eigen und denke kaum noch dar&uuml;ber nach, wie man die Dinge auch anders sehen k&ouml;nnte. Ich glaube dann an <em>Schwarz</em> oder <em>Wei&szlig;</em>. Auf die Nuancen dazwischen &ndash; die Graut&ouml;ne &ndash; verwende ich keine Energie, weil gef&uuml;hlt kaum welche da ist.</p><h2><strong>Schwarz-Wei&szlig;-Denken aus Ersch&ouml;pfung</strong></h2><p>Nat&uuml;rlich gibt es Menschen, die sich mit gro&szlig;er &Uuml;berzeugung entweder <em>Schwarz</em> oder <em>Wei&szlig;</em> zuordnen und diese Sicht vehement verteidigen. Aber ich glaube, dass viele Menschen aus Ersch&ouml;pfung in Extreme rutschen &ndash; und dass niemand davor komplett gefeit ist. Denn Schwarz-Wei&szlig;-Denken verspricht Entlastung.</p><p>Es suggeriert Zugeh&ouml;rigkeit: Wir gegen die. Das macht populistische Erz&auml;hlmuster so attraktiv, die behaupten: &bdquo;Du bist das Opfer von diesen oder jenen (f&uuml;ge hier einen beliebigen S&uuml;ndenbock ein) &ndash; und wir verteidigen dich dagegen!&ldquo;</p><p>Dieses &bdquo;Wir k&uuml;mmern uns um dich&ldquo; klingt verlockend, wenn ich mich in meinem Leben schon um so vieles andere k&uuml;mmern muss. Zudem f&uuml;hlt es sich moralisch klar an &ndash; wie ein St&uuml;ck Eindeutigkeit in einer viel zu komplexen Welt. Es erinnert mich an den Baumarkt: Ich will doch einfach nur Grau!</p><h2><strong>Was mich Eindeutigkeit kostet</strong></h2><p>Wenn ich gut gemachte Pro-und-Contra-Formate zu politischen Themen im Radio h&ouml;re, bin ich oft erleichtert. Nicht selten kann ich n&auml;mlich beiden Seiten etwas abgewinnen und stimme keiner vollst&auml;ndig zu. Ich bin froh, wenn Journalistinnen und Journalisten zu einem strittigen Thema unterschiedliche Nuancen aufzeigen, die &ndash; jeweils in ihrem Kontext &ndash; eine gewisse Berechtigung haben. Wenn ich nur <em>Pro</em> oder nur <em>Contra</em> zustimmen will, sollte ich mich fragen, ob ich nicht etwas &uuml;bersehe.</p><p>Denn Eindeutigkeit hat einen Haken: Sie klebt wie ein Etikett auf Dingen oder Menschen. Wenn ich nur noch pro oder contra &uuml;ber jemanden denke, verkenne ich die F&uuml;lle an Gr&uuml;nden, Motiven und die jeweilige Biografie, die hinter einer Position stehen kann.</p><blockquote><p>Ich kann Politikerinnen und Politiker von den extremen R&auml;ndern f&uuml;r ihre Meinung ablehnen &ndash; und trotzdem versuchen, zu verstehen, warum sie so ticken, statt ihnen pauschal die Menschenw&uuml;rde abzusprechen.</p></blockquote><h2><strong>Jeder Mensch hat W&uuml;rde &ndash; unabh&auml;ngig von seiner Meinung</strong></h2><p>Das f&auml;llt mir bei gewissen r&uuml;cksichtslos agierenden Machthabern oder bei Menschen, die in meinem Umfeld immer wieder Grenzen &uuml;berschreiten, schwer. Trotzdem versuche ich zu differenzieren: Was lehne ich an diesem Menschen ab &ndash; und warum? Wie kommt er oder sie zu dieser Denkweise oder diesem Verhalten? Welchen Wert hat dieser Mensch unabh&auml;ngig davon, was ich &uuml;ber ihn denke?</p><p>Allein die Tatsache, dass Gott jedem Menschen von Geburt an W&uuml;rde verliehen hat, verbietet es mir, sie ihm abzusprechen &ndash; ganz gleich, ob mir jemand nur schr&auml;g vorkommt oder ob Menschenw&uuml;rde f&uuml;r ihn selbst ein Fremdwort ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich Menschen auf etwas Eindeutiges reduziere, muss ich mir bewusst sein: Das steht nicht in Einklang mit ihrer Menschenw&uuml;rde.</p></blockquote><h2><strong>Reife statt Relativismus</strong></h2><p>Nun k&ouml;nnte man mir vorwerfen, dass ich relativiere: Weil ich mich nicht klar positionieren will, sondern auf Zwischent&ouml;ne verweise. Aber Nuancen zu erkennen, bedeutet nicht, dass alles gleichg&uuml;ltig w&auml;re. Nuancen sehen hei&szlig;t: besser hinschauen, pr&auml;ziser urteilen und gerechter &uuml;ber andere reden.</p><p>Die Forderung nach Eindeutigkeit wird oft mit Emp&ouml;rung vorgetragen. Doch Emp&ouml;rung ist kein guter Ratgeber. Sie kann mein Denken vernebeln und einseitig machen.</p><p>Wenn ich Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Gegenposition aufbringe, bedeutet das nicht, dass ich sie teile oder guthei&szlig;e. Ich versuche lediglich, hinter diese Position zu blicken: Wie ist sie entstanden? Welche Emotionen und Bed&uuml;rfnisse speisen sie? Welche Not steckt eventuell dahinter? Gr&ouml;&szlig;eres Verst&auml;ndnis f&uuml;r die andere Seite kann Barmherzigkeit statt Ablehnung wecken &ndash; und Verantwortung f&ouml;rdern.</p><blockquote><p>Denn wenn ich Dinge oder Menschen nicht pauschal ablehne, bin ich gezwungen, mein Verh&auml;ltnis zu ihnen auszuloten.</p></blockquote><p>Vielleicht sehe ich mich moralisch dann sogar zum Handeln verpflichtet. Beides ist anstrengend &ndash; besonders, wenn mein Denken m&uuml;de geworden ist. Aber generell ist es eine gute &Uuml;bung f&uuml;r den eigenen Horizont, auch mal andere Perspektiven einzunehmen als die gewohnte.&nbsp;</p><h2><strong>Wie entdecke ich Graut&ouml;ne?</strong></h2><p>Ganz ehrlich: Ich sehe auch nicht &uuml;berall sofort jede Nuance. Mein Denken ist oft genauso ersch&ouml;pft wie das vieler anderer Menschen. Wenn ich merke, dass ich in Mental Load versinke, muss ich zuerst Entlastung schaffen. Das hei&szlig;t f&uuml;r mich: weniger Nachrichten, weniger Scrollen, daf&uuml;r lieber ein Spaziergang an der frischen Luft mehr, bei dem meine medial verfetteten Gedanken wieder in Trab kommen.</p><p>Und dann gilt es:</p><h3><strong>1. Hinterfrage, was du zu wissen glaubst</strong></h3><p>Was wei&szlig; ich wirklich &uuml;ber das Thema, das mich gerade aufregt, und was glaube ich nur zu wissen? K&ouml;nnte es sein, dass ich mich irre? Wer erz&auml;hlt mir da eigentlich was? Gibt es M&ouml;glichkeiten, selbst Erfahrungen dazu zu machen?</p><p>Ich h&auml;tte &uuml;ber die Gefl&uuml;chteten in unserer Stadt pauschal sagen k&ouml;nnen: &bdquo;Die geh&ouml;ren hier alle nicht her!&ldquo; Stattdessen habe ich einige im Asylbewerberheim gegen&uuml;ber besucht und dabei ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt.&nbsp;</p><p>Manche Begegnungen haben das Klischee bedient, weil ich bei diesen Leuten kaum Bereitschaft wahrnahm, sich einzuleben, unsere Sprache zu lernen oder zu arbeiten. Andere Gefl&uuml;chtete hingegen haben mich mit ihrem Willen tief beeindruckt, ihr Leben trotz aller Widerst&auml;nde in diesem Land neu aufzubauen. Einer davon sprach vor einigen Jahren noch kein Wort Deutsch. Inzwischen ist er stellvertretender Leiter eines Kindergartens und schreibt demn&auml;chst seine Doktorarbeit in unserer Sprache.</p><p>Zwischen diesen Polen gibt es alles an Menschen &ndash; und genau das gilt es zu unterscheiden, statt pauschale Urteile zu f&auml;llen. Das ist meine pers&ouml;nliche Erfahrung.</p><h3><strong>2. Denk dich in die Gegenposition hinein!</strong></h3><p>Ich muss eine Gegenposition nicht annehmen, aber ich kann versuchen, sie nachzuvollziehen. Das hilft nicht nur, meine eigenen Argumente zu sch&auml;rfen, sondern kann mich unter Umst&auml;nden sogar &uuml;berraschen. Vielleicht ist die Position, die ich ablehne, gar nicht so abwegig, wie ich zuerst dachte. Und die Menschen, die ich nicht verstehen konnte, sind gar nicht die B&ouml;sewichte, f&uuml;r die ich sie gehalten habe.</p><p>Erneut: Hierbei geht es nicht ums Relativieren. Unrecht bleibt Unrecht. Die interessante Frage lautet eher, was Menschen dazu bewegt, Unrecht zu tun &ndash; und wie ich ihnen trotzdem mit einem angemessenen Ma&szlig; an Respekt begegnen kann, ohne die Tat kleinzureden.</p><blockquote class="noshare"><p>Der Schl&uuml;ssel lautet: Trenne Person und Position. Ich kann Aussagen und Taten kritisieren, ohne den Menschen dahinter abzuwerten.</p></blockquote><p>Das entsch&auml;rft &uuml;brigens auch den Satz, den man in letzter Zeit h&auml;ufiger h&ouml;rt, wenn es um verfeindete politische Lager geht: &bdquo;Mit solchen Menschen redet man nicht!&ldquo;</p><h3><strong>3. Erweitere dein Vokabular</strong></h3><p>Schwarz-Wei&szlig;-Denken ist energieeffizient, f&uuml;hrt aber leider auch zu einer gewissen geistigen Starre, die &Auml;ngste verst&auml;rken kann. Hier hilft es, verallgemeinernde Reizw&ouml;rter zu identifizieren. Solche sind unter anderem: immer, jeder, alle, nie, st&auml;ndig, man, keiner, niemand, einzig, nichts, nur.</p><p>W&ouml;rter wie diese zeigen mir eine Extremposition meines Denkens an. Hier einige Beispiele:</p><ul><li><em>Alle</em> Politiker l&uuml;gen uns an!</li><li><em>Jeder</em> wei&szlig; doch, dass die Presse <em>nur</em> Mist schreibt!</li><li>Die Partei XY ist die <em>Einzige</em>, die man als Christ noch w&auml;hlen kann!</li><li><em>Die</em> haben doch <em>keine Ahnung</em>!</li></ul><p>Zu vielem, was hier kursiv gesetzt ist, gibt es ein Gegenteil. Und nicht nur das: Dazwischen finden sich viele Nuancen, die sich unterschiedlich ausdr&uuml;cken lassen. Unter anderem so:</p><ul><li><em>Manche</em> Politiker l&uuml;gen uns an. Aber es gibt auch solche, die gewissenhaft handeln und nicht nur das eigene Wohl im Blick haben.</li><li>In der Presse wird <em>viel</em> Mist geschrieben, aber nicht ausschlie&szlig;lich.</li><li>Die Partei XY ist <em>eine</em>, in deren Programm ich meine Auffassung vom christlichen Glauben wiederfinde. Andere Parteien vertreten <em>zum Teil</em> aber auch Positionen, die ich teile.</li><li>Ich unterstelle &bdquo;denen&ldquo;, dass sie &uuml;ber <em>weniger</em> Wissen hinsichtlich eines bestimmten Themas verf&uuml;gen, als ich es f&uuml;r angemessen halte. Ich &ouml;ffne mich jedoch f&uuml;r die M&ouml;glichkeit, dass ich mich irre.</li></ul><p>Zu behaupten, Verallgemeinerungen seien nie gut, w&auml;re wiederum eine Verallgemeinerung. Aber in vielen F&auml;llen sind sie tats&auml;chlich nicht hilfreich.</p><h2><strong>Auf welcher Seite steht eigentlich Gott?</strong></h2><p>Leider finden wir verallgemeinerndes Lagerdenken auch unter Christen. Es beginnt dort, wo ich meine Auffassung des christlichen Glaubens absolut setze und das, was ich f&uuml;r die Wahrheit halte, als allgemeing&uuml;ltig erkl&auml;re. Dann sage ich etwa: Die Wahrheit, an die ich glaube, steht so in der Bibel. Das sei also gar nicht meine Auffassung, sondern die von Gott. Dieses Beharren kann mir die Unbequemlichkeit ersparen, mich mit anderen theologischen Positionen auseinanderzusetzen oder Zweifel an der eigenen Rechtgl&auml;ubigkeit zuzulassen.&nbsp;</p><p>Wenn ich mir versichere, Gott auf meiner Seite zu haben, kann er ja nicht auf der anderen Seite stehen, oder?</p><h2><strong>Spannungen aushalten, statt absolute Wahrheiten verk&uuml;nden</strong></h2><p>Gestattet mir diese pers&ouml;nliche Ansicht: Ein reifer Glaube ist meines Erachtens keiner, der auf seiner Position beharrt und alles davon Abweichende ablehnt.</p><blockquote><p>Glaube ist kein Standpunkt, sondern ein stetiges Weiterentwickeln. Er lebt von der pers&ouml;nlichen Beziehung eines Menschen zu Gott, die jeder auf seine eigene Weise lebt.</p></blockquote><p>Und ganz besonders lebt Glaube von Fragen, Spannungen und Ambivalenz. Kein Mensch kann nachvollziehbar erkl&auml;ren, wie Jesus zugleich Mensch und Gott sein kann. Das sprengt unsere Logik.</p><p>Mit dieser Spannung leben wir als Christen. Daher denke ich, dass wir auch weitaus geringere Ambivalenzen aushalten k&ouml;nnen, ohne uns gegenseitig den Glauben abzusprechen.</p><p>Die Bibel ist ein Buch voller vordergr&uuml;ndig klarer Aussagen, die nach einigem Nachdenken tiefer und manchmal r&auml;tselhaft erscheinen. Daraus k&ouml;nnen wir Positionen herauslesen, die sich gemeinschaftlich teilen lassen. Aber die Wahrheit dahinter k&ouml;nnen wir nicht besitzen &ndash; sie geh&ouml;rt uns nicht.</p><p>Inmitten all dieser Nuancen und Graut&ouml;ne bleibt uns am Ende eine Zusage: Gott ist gn&auml;dig. Und Jesus ist uns als Weg, Wahrheit und Leben R&auml;tsel und Antwort zugleich.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17299135.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Sat, 14 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Fotograf bringt Licht ins Dunkel]]></title>
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      <description><![CDATA[Die Ausstellung „Aus allen Schatten“ von Dietmar Roller gibt erschreckende Einblicke in moderne Sklaverei. ERF-Reporterin Johanna Hörnle hat sie besucht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122966.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Dietmar Roller</figcaption></figure><p>Fotografieren Sie gerne? Mit einer Kamera oder mit dem Smartphone kann man Momente f&uuml;r immer festhalten. Fotos bilden die Realit&auml;t ab &ndash; wir sehen das, was wirklich da ist.</p><figure class="image round erf-imagezoom right"><img alt="Dietmar Rolle, Copyright: Helge Eisenberg" height="666" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122973.jpg" width="1000" /><figcaption><a href="https://www.dietmarroller.de/about">Dietmar Roller</a> ist Fotograf und leitete als Menschenrechtsexperte zw&ouml;lf Jahre <a href="https://ijm-deutschland.de/">IJM Deutschland</a>. (Copyright: Helge Eisenberg)</figcaption></figure><p>F&uuml;r den Menschenrechtsexperten Dietmar Roller ist Fotografieren &bdquo;Malen mit Licht&ldquo;. Er war langj&auml;hriger Vorstandsvorsitzender der <a href="https://ijm-deutschland.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">International Justice Mission (IJM)</a> in Deutschland. Au&szlig;erdem ist Roller seit mehr als 30 Jahren mit seiner Kamera auf der ganzen Welt unterwegs und bringt Licht ins Dunkel.</p><p>Egal ob in Ghana, &Auml;thiopien oder Bangladesch: Dietmar Roller kennt die Orte moderner Ausbeutung, Armut und Sklaverei. Bei seiner Arbeit ist ihm wichtig:&nbsp;</p><blockquote><p>&bdquo;Ich fotografiere nicht, um Elend zu zeigen, sondern um Wahrheit sichtbarer zu machen.&ldquo;&nbsp;</p></blockquote><p>Zurzeit stellt er seine Fotos in der <a href="https://leica-camera.com/de-DE/Leica-Galerien/Leica-Galerie-Wetzlar?srsltid=AfmBOooxuMq-5GOv5UqTZPIp1DobIXDfBXZoqiHyT_MQl5ByyBqoXbN9" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Leica Galerie Wetzlar</a> aus. Ich habe die Ausstellung f&uuml;r den ERF besucht und m&ouml;chte einen kurzen Einblick in meine Eindr&uuml;cke geben.</p><h2><strong>Hinter jedem Gesicht steht eine Geschichte</strong></h2><p>An einem verregneten Nachmittag betrete ich die Leica Galerie. Es ist ein gro&szlig;er, heller Raum mit wei&szlig;em Marmorboden. Ich denke an Wohlstand, Sicherheit und Freiheit. Rollers Fotos hingegen erz&auml;hlen Geschichten von Menschen, die unter unw&uuml;rdigen Bedingungen leben und arbeiten m&uuml;ssen. Jeden Tag aufs Neue schuften sie hart und sind teilweise Lebensgefahr ausgesetzt, um sich ihr t&auml;gliches Brot zu verdienen.&nbsp;</p><p>Der Name der Ausstellung &bdquo;Aus allen Schatten&ldquo; ist Programm: Mit seinen Fotos zeigt Dietmar Roller eindr&uuml;cklich Menschen und ihre Schicksale. Hinter jedem Gesicht, das ich auf den Bildern sehe, steckt eine eigene Geschichte. Ich bin beeindruckt, wie die Menschen trotz schwieriger Umst&auml;nde ihren Alltag meistern.</p><p>Die Ausstellung von Roller ist vielf&auml;ltig. Ich sehe viele Orte, viele Menschen und viel Leid. Tiefere Einblicke liefern Informationen neben den Fotos und ein Audio-Guide auf Spotify. Einige Arbeiter starren mich aus m&uuml;den Augen an, doch viele schauen auch aufgeweckt in Rollers Kamera.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><h2><strong>In unserem Gold stecken Kinderarbeit und Tr&auml;nen&nbsp;</strong></h2><p>Ich stehe einem jungen M&auml;dchen gegen&uuml;ber, sie schaut mich direkt an. Ihre H&auml;nde sind voller Lehm, ihre Kleidung schmutzig von der harten Arbeit. Ihr Blick ist bestimmt, nicht &auml;ngstlich. Sie steht vor einem dreckigen Wasserloch. Im Hintergrund arbeiten M&auml;nner und Frauen. In geb&uuml;ckter Haltung sind sie auf der Suche nach Gold in der braunen Br&uuml;he. Dietmar Roller hat sie in &Auml;thiopien getroffen und erz&auml;hlt im Audioguide:</p><p><em>Dieses M&auml;dchen ist erst 12 Jahre alt. Sie ist mir aufgefallen, weil sie Schwerstarbeit verrichtet hat, indem sie den vollen Eimer hin und her getragen hat. Interessant und vor allen Dingen schlimm ist, dass es sich hier nicht um voll mit Gold angereichertes Material handelt, sondern dieses Material schon drei Waschungen hinter sich hat. Das hei&szlig;t, andere haben dieses Material schon benutzt, haben Gold herausgewaschen und es wurde immer billiger weiterverkauft.&nbsp;</em></p><p><em>Am Ende sind es die &Auml;rmsten der Armen, die zum letzten Mal diesen ausgewaschenen Sand kaufen, um das letzte Qu&auml;ntchen an Gold herauszuwaschen. Wir k&ouml;nnen nicht sicher sein, ob in unseren Eheringen und in unserem Schmuck nicht die Tr&auml;nen und die Hoffnungslosigkeit dieses M&auml;dchens mit drin ist. Denn das Gold wird ganz stark vermischt und man kann in den Lieferketten gar nicht sagen, woher es am Ende kommt.</em></p><blockquote><p><em>Das ist schlimm, weil in vielem von diesem Gold Kinderarbeit und Ausbeutung mit drin ist, die an die Grenzen des Machbaren und Belastbaren gehen.</em></p></blockquote><h2><strong>Arbeit im M&uuml;ll: Lebensgefahr oder &Uuml;berlebenschance?</strong></h2><p>Die verborgene Realit&auml;t hinter Rollers Fotos ist oft erschreckend. In Ghana besuchte er eine M&uuml;llhalde. Das h&ouml;rt sich erstmal nicht spektakul&auml;r an, doch es gelang ihm nur durch Beziehungsarbeit, &uuml;berhaupt auf das gef&auml;hrliche Gel&auml;nde zu kommen.</p><p>Vor einem Foto von dort bleibe ich h&auml;ngen. Eine Wolke aus Feuer und Qualm kommt mir entgegen. Ein junger Mann schaut angestrengt auf seine Arbeit. Er st&ouml;&szlig;t ein Kn&auml;uel aus Elektroschrott und Kabeln in die hei&szlig;e Glut. Diese entz&uuml;nden sich. Die Flammen lodern und Funken spritzen. Die Momentaufnahme wirkt bedrohlich. Ich kann die Gefahr, den bei&szlig;enden Qualm fast schon riechen.</p><p>Im Hintergrund arbeiten geb&uuml;ckt weitere M&auml;nner, die mit ihren H&auml;nden in der Asche nach etwas Verwertbaren suchen. Rundherum liegt M&uuml;ll, ein paar K&uuml;he stehen Hintergrund. Dietmar Roller ist mit den Arbeitern ins Gespr&auml;ch gekommen. Er berichtet im Audioguide:&nbsp;</p><p><em>4&nbsp;000 Menschen arbeiten da und sie leben von dem, was wir an Schrott produzieren.&nbsp;</em></p><blockquote><p><em>Jetzt k&ouml;nnte man sagen, die leben davon und das ist gut, aber sie leben eben nicht nur davon, sie sterben auch daran.</em></p></blockquote><p><em>&nbsp;Blei schmilzt, Quecksilber und Cadmium werden frei und am Ende hat man junge M&auml;nner und Frauen, die vergiftet sind und krank werden und nur, um ihr &Uuml;berleben zu sichern.</em></p><p><em>Dieses eine Bild ist exemplarisch und steht f&uuml;r viele, viele andere. Es steht f&uuml;r verzweifelte Menschen, f&uuml;r Gesichter. Es steht aber auch f&uuml;r Hoffnung. Insofern, dass sie sagen: &bdquo;Wir m&uuml;ssen unsere Kinder zur Schule schicken. Wir haben hier ein Brot und ein &Uuml;berleben.&ldquo; Aber es ist ein teuer erkauftes.</em></p><h2><strong>Ungerechtigkeit wird sichtbar</strong></h2><p>Rollers Fotos machen auf die Schattenseiten unserer globalisierten Welt aufmerksam. Sie zeigen, dass Sklaverei kein Relikt aus der Vergangenheit ist. Laut der IJM leben heutzutage 50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Weltweit werden Menschen festgehalten, ausgebeutet und missbraucht. Sie m&uuml;ssen f&uuml;r einen Hungerlohn stundenlang schuften, zum Beispiel in Bekleidungsfabriken, im Bauwesen oder der Landwirtschaft. Moderne Arbeitssklaven schrauben unsere Handys zusammen, n&auml;hen unsere T-Shirts, fertigen Spielzeug an und arbeiten in Zwangsprostitution.&nbsp;</p><p>Neben der wertvollen Arbeit von Organisationen wie der IJM, die Betroffene befreien, T&auml;ter &uuml;berf&uuml;hren und Rechtssysteme st&auml;rken, tragen auch Fotoausstellungen wie die von Dietmar Roller dazu bei, Ungerechtigkeit sichtbar zu machen.&nbsp;</p><p>Obwohl seine Fotos oft Gesichter des Leids zeigen, bin ich beeindruckt von der St&auml;rke und dem Lebenswillen, den diese Menschen ausstrahlen.&nbsp;</p><blockquote><p>Seine Momentaufnahmen stehen im Letzten nicht f&uuml;r Schw&auml;che, sondern erz&auml;hlen von W&uuml;rde, Gerechtigkeit und Hoffnung auf ein besseres Leben.&nbsp;</p></blockquote><p>Der Besuch der Fotoausstellung hat mich pers&ouml;nlich sehr bewegt und mir die Augen ge&ouml;ffnet f&uuml;r moderne Sklaverei weltweit. Die Ausstellung kann noch bis zum 15. April in der Leica Galerie Wetzlar besucht werden.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Johanna Hörnle</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17297093.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Johanna Hörnle]]></author>
      <pubDate>Wed, 11 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Liebst du schon deinen Feind?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wenn aus Feinden Liebende werden, sieht das in der Bibel ganz anders aus als im Liebesroman. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122318.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Keira Burton /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Ich hasse dich!&ldquo; Wenn die h&uuml;bsche Heldin diesen Satz w&uuml;tend dem unnahbaren Mr. Right zuwirft, schl&auml;gt mein Herz h&ouml;her. Sobald es um Liebesgeschichten geht, fahre ich voll auf &bdquo;Enemies to Lovers&ldquo; ab. So nennt man es im Fachjargon, wenn zwei Menschen, die sich zu Beginn spinnefeind sind, am Ende verliebt in den Sonnenuntergang reiten.</p><h2><strong>K&ouml;nnen aus Feinden Liebende werden?</strong></h2><p>Ob Klassiker wie &bdquo;Der Widerspenstigen Z&auml;hmung&ldquo; und &bdquo;Stolz und Vorurteil&ldquo; oder moderne Adaptionen wie &bdquo;10 Dinge, die ich an dir hasse&ldquo; oder &bdquo;Bridget Jones&ldquo;, der Reiz liegt in der Idee, dass aus Feinden Liebende werden. Eine sch&ouml;ne und irgendwie sogar biblische Idee, die im realen Leben jedoch oft keinerlei Substanz hat.</p><p>Schon in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stolz_und_Vorurteil" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Stolz und Vorurteil&ldquo;</a> braucht die taffe Miss Bennet lange, um Mr. Darcys abf&auml;llige Worte &uuml;ber sich und ihre Familie zu verzeihen. Viele Monate n&auml;hrt sie diese Kr&auml;nkung und glaubt sogar den L&uuml;gen anderer &uuml;ber den verhassten Mann.</p><h2><strong>Erste Eindr&uuml;cke hallen nach</strong></h2><p>Das verstehe ich nur zu gut. Auch mir f&auml;llt es leicht, Schlechtes &uuml;ber jemanden anzunehmen, der mich gekr&auml;nkt, verletzt oder sogar beleidigt hat. Nach dieser Verletzung lasse ich selbst Freundlichkeit nicht mehr an mich heran, weil ich sie f&uuml;r aufgesetzt oder manipulativ halte. Nicht grundlos war der Originaltitel des Romans &bdquo;First Impressions&ldquo; (Erste Eindr&uuml;cke).</p><blockquote class="noshare"><p>Denn letztlich geht es in Enemies-to-Lovers-Stories immer darum: Die beiden Figuren haben eine vorgefasste Meinung vom anderen, meist in Zusammenhang mit einer erlebten Verletzung.&nbsp;</p></blockquote><p>Erst St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck erleben sie, dass der andere in Wahrheit eben doch kein Monster, sondern eigentlich ganz nett, vielleicht sogar liebenswert ist. Der Blick ver&auml;ndert sich und der Weg wird frei f&uuml;rs Liebesgl&uuml;ck.</p><h2><strong>Wenn aus Feinden keine Liebenden werden</strong></h2><p>Im wahren Leben kommen wir oft nicht so weit. Da bleiben erste Eindr&uuml;cke, Kr&auml;nkungen und Verletzungen einzementiert. Ein Perspektivwechsel? Fehlanzeige! Ist etwa aus der Klassenkameradin, die &uuml;ber dich gel&auml;stert hat, deine beste Freundin geworden? Oder aus dem Dozenten, der dich vor dem ganzen Kurs blo&szlig;gestellt hat, dein Lieblingsprofessor? Wahrscheinlich nicht.</p><p>Vermutlich hast du viel eher wie ich deine Abneigung gehegt und gepflegt. Gestichelt, gel&auml;stert und &uuml;ber deinen &bdquo;Feind&ldquo; geklagt. Eine menschliche, aber keine sehr christliche Reaktion. Denn in der Bibel fordert Jesus uns zur &bdquo;Feindesliebe&ldquo; auf.</p><h2><strong>Ein 1. Schritt zur Feindesliebe: Einander ertragen</strong></h2><p>Das bedeutet nicht, dass ich mit der Person, die mir Schaden zugef&uuml;gt hat, am Ende vor dem Traualtar lande. Und es geht auch nicht gleich darum, sich um einer h&ouml;heren Sache willen irgendwie zusammenzuraufen &ndash; wie man es aus anderen Genres wie Krimis oder Actionfilmen kennt. Das w&auml;re sch&ouml;n, gelingt aber nicht immer.</p><p>Erstmal geht es Jesus um etwas viel Grundlegenderes. Der Apostel Paulus bringt das im Kolosserbrief sch&ouml;n auf den Punkt: <em>&bdquo;Ertragt einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Kolosser3%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">Kolosser 3,13</a>).</p><blockquote><p>Ein erster Schritt hin zu biblischer Feindesliebe ist nicht, den anderen pl&ouml;tzlich doch ganz nett zu finden, sondern ihn zu &bdquo;ertragen&ldquo;, wie er ist, und ihm sein Fehlverhalten zu vergeben.</p></blockquote><p>Das ist schon eine immens hohe Forderung, die sich oft viel zu hoch anf&uuml;hlt.</p><h2><strong>Bitterkeit loslassen &ndash; so wird es m&ouml;glich</strong></h2><p>Denn wir Menschen verletzen einander am laufenden Band. Es ist kein Zufall, dass Paulus seine ermahnenden Worte nicht an zwei Kriegsparteien richtet. Er schreibt sie bewusst an eine Gemeinde und damit an eine Gemeinschaft, in der man eigentlich erwartet, auf derselben Seite zu stehen.</p><p>Mein Feind &ndash; das ist nicht nur der arrogante Professor oder die fiese Schulkameradin. Zu meinem Feind kann auch mein Bruder im Glauben werden, mein Vater, meine Mutter oder sogar mein Ehepartner. &Uuml;berall, wo ich mit Menschen zusammen bin, erlebe ich Verletzungen. Dann kann es passieren, dass diese Kr&auml;nkungen mir komplett den Blick auf die andere Person verstellen. So wie es in Enemies-to-Lovers-Geschichten der Fall ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Dann brauche ich kein T&ecirc;te-&agrave;-T&ecirc;te im Regen mit Fastkuss &ndash; so toll das auf gro&szlig;er Leinwand auch wirkt. Ich brauche eine Herzensver&auml;nderung.</p></blockquote><p>Ich brauche die Gewissheit, dass die erlebte Abwertung nichts an meinem Wert als Mensch &auml;ndert. Ich brauche die Erkenntnis, dass ich selbst genauso verletzend sein kann und oft auch bin. Und ich brauche Gottes Kraft, um meine Bitterkeit loszulassen und dazu bereit zu werden, den anderen zu ertragen und ihm irgendwann zu vergeben. &Uuml;brigens selbst dann, wenn er sich am Ende nicht als strahlender Mr. Right herausstellt, sondern ein Mistkerl bleibt.</p><h2><strong>Ein Happy End der anderen Art</strong></h2><p>Bist du bereit, dich auf diese gottgewollte Version von Enemies-to-Lovers einzulassen? Vielleicht &uuml;berrascht Gott dich und aus deinem Feind wird ein Mensch, den du von Herzen lieben kannst. Denn wenn wir anderen mit Freundlichkeit begegnen, ver&auml;ndert das oft auch ihre Haltung uns gegen&uuml;ber.</p><p>Vielleicht bleibt dein pers&ouml;nlicher Feind aber auch verletzend, doch du erlebst, wie Gott es segnet, dass du den Weg der Vergebung&nbsp;einschl&auml;gst.&nbsp;Eventuell tr&ouml;stet&nbsp;und ermutigt&nbsp;er dich auf besondere Weise, wenn du&nbsp;Kr&auml;nkungen durchlebst. Oder er&nbsp;schenkt&nbsp;dir Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, warum der andere sich so verletzend verh&auml;lt schenkt.</p><blockquote><p>Ganz gleich, wie deine Geschichte am Ende ausgeht, du wirst sehen: Deine Bitterkeit loszulassen, bereichert nicht nur&nbsp;dein Leben, sondern gibt anderen&nbsp;auch&nbsp;eine Ahnung davon, wie&nbsp;gn&auml;dig Gott ist.</p></blockquote><p>Und zwar&nbsp;selbst dann,&nbsp;wenn das Happy End im Sonnenuntergang ausbleibt.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17295888.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wenn Filme nachwirken]]></title>
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      <description><![CDATA[Bewusster schauen: Welche Bilder dürfen in uns wohnen, welche nicht? Tipps für gesünderen Medienkonsum]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122728.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gorodenkoff /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>In meiner Kindheit haben meine Eltern bei manchen Filmen gespult. Nicht oft, aber bei bestimmten Szenen. Als Kind fand ich das nervig. Ich wollte ja wissen, was da passiert. Damals f&uuml;hlte es sich nach Einschr&auml;nkung an. Heute wei&szlig; ich: Meine Eltern wollten nicht meine Neugier bremsen, sondern mein Inneres sch&uuml;tzen.&nbsp;</p><p>Sp&auml;ter habe ich vieles selbst geschaut: Filme, Serien, Geschichten aller Art. Erst mit etwas Abstand habe ich gemerkt: Manche Bilder gehen nicht einfach vorbei, wenn der Film endet. Sie bleiben &ndash; manchmal l&auml;nger, als mir lieb ist.&nbsp;</p><h2>Wenn Bilder bleiben&nbsp;</h2><p>Eine Szene aus einem Film hat sich mir besonders eingepr&auml;gt &ndash; eine Szene, in der eine Gestalt erst beherrscht wirkt und dann in eindringlichen Bildern ihre ganze Dunkelheit entfaltet. Nachdem ich sie gesehen hatte, ist erst einmal nichts passiert. Doch irgendwann kam sie nachts wieder &ndash; nicht im Film, sondern in Albtr&auml;umen. Und ich wusste nicht, wie ich diese Bilder wieder loswerden konnte.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Heute w&uuml;rde ich sagen: Diese Bilder waren st&auml;rker, als ich dachte.</p></blockquote><p>Diese und weitere Erfahrungen besch&auml;ftigen mich bis heute. Deswegen m&ouml;chte ich einmal kritisch die Frage stellen: Was machen Filme und Serien eigentlich mit uns &ndash; innerlich, leise, vielleicht unbemerkt?&nbsp;&nbsp;</p><p>Pers&ouml;nlich versuche ich seit dieser Erfahrung genauer hinzuschauen, was bestimmte Inhalte mit mir machen. Mir helfen dabei ein paar Fragen, um bewusster mit Filmen und Serien umzugehen &ndash; vor, w&auml;hrend und nach dem Schauen.&nbsp;</p><h2><strong>Vor dem Film: Was lasse ich an mich heran?</strong>&nbsp;</h2><p>Bevor ich einen Film starte, frage ich mich heute bewusster: Ist das etwas, das ich wirklich sehen will &ndash; oder schaue ich es nur, weil es gerade alle sehen und jeder dar&uuml;ber spricht? Ganz praktisch hilft mir dabei Folgendes:&nbsp;</p><h3><strong>Trailer und Inhaltsangaben ernst nehmen</strong>&nbsp;</h3><p>Ein Trailer ist mehr als nur Werbung; er gibt mir einen ersten Hinweis darauf, welche Stimmung und welche Bilder mich im Film erwarten. Merke ich schon beim Trailer, dass mich bestimmte Szenen oder die Handlung belasten, schaue ich mir den Film erst gar nicht an. &nbsp;</p><p>Auch wenn ich manchmal bef&uuml;rchte, zu viel vorab verraten zu bekommen: Es lohnt sich, diesen kurzen Vorgeschmack bewusst zu nutzen, um Atmosph&auml;re und Bildsprache eines Films schon vorab zu pr&uuml;fen.&nbsp;</p><h3><strong>Die Altersfreigabe nicht abtun</strong>&nbsp;</h3><p>Es gibt Menschen, die die Pr&uuml;farbeit f&uuml;r uns bereits &uuml;bernommen haben &ndash; und die stehen hinter der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft.&nbsp;</p><blockquote><p>Auch wenn FSK-Angaben nicht immer perfekt sind und einzelne Einstufungen durchaus umstritten sein k&ouml;nnen, steckt dort echte Arbeit drin, die uns wertvolle Orientierung geben kann.</p></blockquote><p>Ich muss gestehen, dass ich lange selbst nicht genau wusste, was dort eigentlich gepr&uuml;ft wird. Die FSK entscheidet, f&uuml;r welche Altersgruppen bestimmte Filme geeignet sind. Dabei diskutieren die Pr&uuml;fer unter anderem den Umgang mit Gewalt, die Darstellung von Nacktheit und sogar die Musikauswahl im Film. &nbsp;</p><p>Als Jugendlicher fand ich, dass das rote FSK-18-Zeichen auf einem Cover immer besonders gef&auml;hrlich und geheimnisvoll wirkte. Vielleicht sieht es auch nicht ohne Grund wie ein Warnschild aus.&nbsp;</p><p>Im &ouml;ffentlichen Raum sind die FSK-Vorgaben bindend. Wer noch nicht 18 ist, darf keine FSK-18-Kinofilme besuchen. Interessant ist dabei eine Ausnahme bei der FSK-12-Einstufung: In Begleitung eines Erwachsenen d&uuml;rfen auch Kinder ab sechs Jahren eingelassen werden. Das zeigt, dass die Anwesenheit einer &auml;lteren, erfahreneren Person einen echten Unterschied machen kann.&nbsp;</p><p>Nun bin ich selbst &uuml;ber 18 Jahre. Kann mir das also egal sein? Vielleicht br&auml;uchten wir noch weitere Kategorien, etwa &bdquo;Nur geeignet f&uuml;r emotional stabile Erwachsene&ldquo;. Denn was ich konsumiere, formt mich. Bestimmte Bilder und Weltanschauungen dringen durch Filme in mein Inneres &ndash; unabh&auml;ngig davon, ob ich 17 oder 35 bin. Doch dass die FSK bei 18 aufh&ouml;rt, ist konsequent: Ab da sind wir rechtlich selbst verantwortlich. &nbsp;</p><h3><strong>Auf Beteiligte und Genres achten</strong>&nbsp;</h3><p>Manche Schauspieler oder Regisseure stehen f&uuml;r leidenschaftliche, stark aufgeladene Geschichten. Oft ahne ich schon beim Lesen der Namen, dass mich ein Film herausfordern wird, noch bevor ich eine einzige Szene gesehen habe.&nbsp;</p><p>Auch Genreangaben sind ein hilfreicher Anhaltspunkt. Ob Krimi, Psychothriller oder Mysteryfilm &ndash; bei Unsicherheit gibt das Genre eine schnelle erste Orientierung. Auch eine Filmrezension kann helfen, wenn Filme oder Serien scheinbar mehrere Genres bedienen. Denn meist &uuml;berwiegt doch ein Genre und da ist entscheidend, dass ich mit diesem Genre emotional klarkomme.&nbsp;</p><p>All diese Informationen vor dem Schauen einzuholen und abzuw&auml;gen, ist f&uuml;r mich Teil eines bewussten Umgangs mit Filmen. Es sind keine gro&szlig;en Entscheidungen &ndash; eher kleine Schritte. Aber sie helfen mir, auf mein Inneres zu h&ouml;ren, bevor bewegte Bilder es ungefragt pr&auml;gen.&nbsp;</p><h2><strong>W&auml;hrenddessen: Dranbleiben oder aussteigen?</strong>&nbsp;</h2><p>Heute merke ich oft schneller als fr&uuml;her: Das tut mir gerade nicht gut. Manchmal ist dieses Gef&uuml;hl sofort da, manchmal erst nach ein paar Minuten, bei einer Serie manchmal auch erst nach der ersten Folge. Dann stellt sich die Frage: Schalte ich jetzt ab?&nbsp;</p><p>Ja. Auch mitten im Film. Auch ohne gro&szlig;e Erkl&auml;rung, wenn andere dabei sind. Das ist leichter gesagt als getan &ndash; gerade wenn die Gruppe weiterschaut und niemand sonst ein Problem mit dem Film zu haben scheint.&nbsp;</p><p>Aber der soziale Druck, durchzuhalten, ist kein gutes Argument.&nbsp;</p><blockquote><p>Was andere verkraften, muss ich nicht auch verkraften. Und was mich belastet, darf ich benennen, ohne es ausf&uuml;hrlich begr&uuml;nden zu m&uuml;ssen.</p></blockquote><p>Manchmal hilft ein einfacher Satz: &bdquo;Das ist nicht so meins&ldquo; oder &bdquo;Ich steig hier kurz aus.&ldquo; Keine Entschuldigung, keine lange Erkl&auml;rung. Wer das respektiert, ist ein guter Filmabend-Begleiter. Und wer nicht &ndash; nun, der enth&uuml;llt damit vielleicht mehr &uuml;ber sich selbst als &uuml;ber mich.&nbsp;</p><p>Genauso wenig muss ich mich daf&uuml;r sch&auml;men, bei bestimmten Szenen wegzuschauen oder kurz in die K&uuml;che zu gehen. Nicht alles muss ich mir ansehen. Weiterschauen ist keine Pflicht.&nbsp;</p><h2><strong>Danach: Was hilft, wenn Bilder bleiben?</strong>&nbsp;</h2><p>Manche Szenen lassen mich nicht los &ndash; besonders die dunklen oder beunruhigenden. Was hilft, wenn sich solche Bilder in mir festgesetzt haben? Mir helfen hier 5 Schritte:&nbsp;</p><h3><strong>1. Nicht verdr&auml;ngen</strong>&nbsp;</h3><p>Mir selbst zu versichern &bdquo;Ist doch nur ein Film&ldquo; hilft oft nicht. Besser ist es, ehrlich f&uuml;r mich zu benennen, was da noch in mir nachwirkt und warum eventuell genau diese Bilder mich so belasten.&nbsp;</p><h3><strong>2. Dar&uuml;ber sprechen</strong>&nbsp;</h3><p>Ein Gespr&auml;ch kann Bilder entmachten. Laut ausgesprochen verlieren sie oft an Gr&ouml;&szlig;e. Dazu kannst du das Gespr&auml;ch mit einem Freund, einer Freundin oder auch einer Seelsorgerin suchen. Wichtig ist nur, dass du Vertrauen zu der Person hast und dich von ihr ernst genommen f&uuml;hlst.&nbsp;</p><h3><strong>3. Gegenbilder suchen</strong>&nbsp;</h3><blockquote class="noshare"><p>Wenn &auml;ngstigende Bilder sich in mir festgesetzt haben, hilft es mir, mir bewusst etwas anderes anzuschauen oder anzuh&ouml;ren. Dies sollte etwas sein, das Hoffnung, Licht oder Ruhe st&auml;rkt.</p></blockquote><p>Mir hilft dabei sehr die Natur. Wenn ich nachts von gr&uuml;nen Wiesen und friedlichen Waldlichtungen tr&auml;ume, sind auf jeden Fall Bilder, die ich gerne in mir wohnen lasse.&nbsp;</p><h3><strong>4. Beten &ndash; konkret</strong>&nbsp;</h3><p>Wenn Filme negativ in mir nachwirken, sage ich Gott ganz ehrlich, was mich daran noch besch&auml;ftigt, &auml;ngstigt oder entsetzt. Im Gebet bitte ich ihn, mein Inneres zu sch&uuml;tzen und zu reinigen.&nbsp;</p><h3><strong>5. Grenzen neu setzen</strong>&nbsp;</h3><p>Wenn ich merke, dass mich etwas in einem Film oder einer Serie &uuml;berfordert hat, ziehe ich beim n&auml;chsten Mal fr&uuml;her eine Grenze.&nbsp;</p><p>Eventuell &uuml;berlege ich noch einmal, welche Warnhinweise ich im Vorfeld oder beim Schauen &uuml;bersehen habe, und achte in Zukunft gezielter darauf. Eventuell merke ich auch, dass bestimmte Genres oder FSK-Angaben nichts f&uuml;r mich sind. Dann ber&uuml;cksichtige ich auch das in Zukunft.&nbsp;</p><h2><strong>Warum Filme sich trotzdem lohnen</strong>&nbsp;</h2><p>All das klingt nach viel Vorsicht, aber dahinter steckt keine Angst vor Filmen, sondern das Gegenteil. Denn es gibt Bilder, die nachwirken &ndash; nicht, weil sie st&ouml;ren, sondern weil sie etwas Sch&ouml;nes hinterlassen. Ein Surfer, der eine riesige Welle reitet und dabei aussieht, als w&auml;re er f&uuml;r genau diesen Moment geschaffen worden. Eine alte Frau, die alleine tanzt. Eine Landschaft im Morgengrauen, so still, dass man den Atem anh&auml;lt. Ein Blick zwischen zwei Menschen, der keine Worte braucht.&nbsp;</p><p>Solche Bilder bleiben. Sie machen etwas mit uns &ndash; und das ist gut so.&nbsp;</p><blockquote><p>Genau das ist die Kraft eines guten Films: Er hinterl&auml;sst etwas. Und weil Filme so viel k&ouml;nnen, lohnt es sich, bewusst zu w&auml;hlen, was wir schauen und was nicht. Nicht aus Angst vor dem Medium, sondern aus Respekt vor seiner Wirkung.</p></blockquote><p>Bewusstes Schauen ist kein Misstrauen gegen&uuml;ber Filmen. Es ist die Voraussetzung daf&uuml;r, sie wirklich genie&szlig;en zu k&ouml;nnen.&nbsp;</p><p>Wie gehst du mit belastenden oder stark aufgeladenen Bildern in Filmen oder Serien um? Was hilft dir? Schreib uns gern deine Gedanken in die Kommentare.&nbsp;<br />
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<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17294934.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Sat, 07 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Keiner will freiwillig Krieg!“]]></title>
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      <description><![CDATA[Benjamin Funk erzählt, welche Hoffnungen und Sorgen der Angriff auf den Iran in Israel weckt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122952.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Timon Studler /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Seit Ende Februar h&auml;lt die Welt den Atem an. Der neu ausgebrochene Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran beherrscht die Nachrichten. Einige Menschen erhoffen sich durch den Angriff auf das Mullah-Regime eine politische Ver&auml;nderung im Iran. Andere m&uuml;ssen in Bunker fliehen, so etwa die Menschen in Israel.</p><figure class="image right"><img alt="Benjamin Funk, Copyright ERF" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122963.jpg" width="1120" /><figcaption>Benjamin Funk, Korrespondent f&uuml;r Fokus Israel (Copyright ERF).</figcaption></figure><p>Zu ihnen z&auml;hlt Benjamin Funk mit seiner Familie. Er lebt im Norden Israels in der N&auml;he vom See Genezareth und ist unter anderem Korrespondent f&uuml;r&nbsp;<a href="https://www.fokus-jerusalem.tv/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Fokus Jerusalem</a>. Er berichtet von der Lage vor Ort und davon, was ihm pers&ouml;nlich Zuversicht gibt.</p><p><strong>ERF: Was bedeutet der Angriff auf den Iran f&uuml;r die Menschen in Israel?&nbsp;</strong></p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p>Benjamin Funk: Konkret bedeutet das wirklich ein Leben im Ausnahmezustand und das &uuml;ber Wochen. Die Raketen, die aus dem Iran auf Israel abgeschossen werden, zielen nicht nur auf milit&auml;rische oder andere offizielle Ziele ab, sondern sollen bewusst auch Angst streuen und Menschen in Panik versetzen.</p><p>Es wird in diesem Fall auch Cluster-Munition eingesetzt, die weitr&auml;umig streut. Diese Arten von Raketen sind massiv. Wir haben es am Sonntag in Jerusalem erlebt, wo durch einen Einschlag bis zu 20 Menschen ums Leben gekommen sind&nbsp;&ndash; trotz Bunker. Da kann man sich vorstellen, welche Dimension diese Raketen haben.&nbsp;</p><p>Das hei&szlig;t f&uuml;r uns immer &uuml;ber Wochen ein Leben im Daueralarmzustand. Wenn die Raketen aus dem Iran kommen, haben wir eine Vorlaufzeit von ungef&auml;hr acht Minuten. Am Sonntag waren es auch mal nur drei, bis wir im Bunker sein mussten. Und in anderen F&auml;llen &ndash; bei Angriffen der Hisbollah etwa &ndash; haben wir hier bei uns im Norden in der Regel nur 30 Sekunden, um irgendwie Schutz zu suchen.&nbsp;</p><h2><strong>Lieber einmal durchs Feuer gehen als st&auml;ndige Bedrohung erleben</strong></h2><p><strong>ERF: Wir haben Bilder aus dem Iran gesehen, auf denen sich Menschen freuen. Sie hoffen, jetzt kommt endlich eine Ver&auml;nderung. Wie sehen denn die Menschen in Israel den Angriff auf den Iran?&nbsp;</strong></p><p>Benjamin Funk: W&auml;hrend der Angriff im Ausland in vielen Bereichen abgelehnt wird, herrscht hier trotzdem Zustimmung. Viele, mit denen ich auch schon vor dem Angriff gesprochen habe, bef&uuml;rworten den Angriff.&nbsp;</p><p>Um das zu verstehen, muss man in die Vergangenheit zur&uuml;ckschauen. Das Regime im Iran herrscht seit 47 Jahren und seit 47 Jahren rufen sie die Doktrin aus: &bdquo;Wir zerst&ouml;ren Israel. Wir m&ouml;chten Israel vernichten. Wir m&ouml;chten die Juden vernichten.&ldquo; Darauf haben sie auch hingearbeitet. Das Regime, also Ajatollah Ali Chamenei, der jetzt eliminiert wurde, war der Mastermind und Architekt des 7. Oktobers.&nbsp;</p><p>Das Regime in Teheran ist der Hauptsponsor f&uuml;r islamischen Terror weltweit. Die Hisbollah, die Hamas, die Huthi und die Milizen im Irak werden mit Waffen und Geld vom iranischen Regime ausgestattet.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Die Stimmung ist hier: Wir m&ouml;chten lieber einmal noch durchs Feuer gehen, um dann nicht mehr st&auml;ndig in der Bedrohungssituation zu leben, dass ein Regime unseren Staat und das Volk ausl&ouml;schen m&ouml;chte.</p></blockquote><p>Das muss man ganz klar benennen. Denn viele haben vergessen, dass der Strippenzieher hinter diesem Konflikt, den wir jetzt auch auf internationaler Ebene erleben, nicht Israel, sondern das Regime in Teheran ist.</p><h2><strong>Nicht Armeen haben die Lage in der Hand, sondern Gott</strong></h2><p><strong>ERF: In Israel hofft man also, dass sich die Dinge durch diesen Konflikt zum Guten wenden. Was denken Sie: Wie geht es jetzt in den kommenden Wochen weiter? Sie haben selbst gesagt, das ist ein Ausnahmezustand, der sich &uuml;ber Wochen hinziehen kann. Auch US-Pr&auml;sident Donald Trump sprach das an. Worauf hoffen Sie f&uuml;r diese Zeit, die jetzt kommt?</strong>&nbsp;</p><p>Benjamin Funk: Auf der einen Seite haben wir einen starken Glauben, dass wir die Zukunft nicht allein bestimmen m&uuml;ssen &ndash; und dar&uuml;ber bin ich froh. Wir m&uuml;ssen uns als Familie und Menschen in unserer Gemeinschaft nicht darauf verlassen, dass Armeen das in der Hand haben, sondern wir wissen, dass da noch jemand dar&uuml;ber ist.&nbsp;</p><p>Auf der anderen Seite hoffen wir nat&uuml;rlich, dass unsere Bef&uuml;rchtungen nicht eintreffen. Das bedeutet, dass die Intensit&auml;t der Angriffe abnimmt. Wir hoffen, dass die Hisbollah, die man ja bereits 2024 im Krieg zur&uuml;ckgedr&auml;ngt und massiv reduziert hat, nicht die M&ouml;glichkeiten hat, um gro&szlig;en Schaden anzurichten.</p><blockquote><p>Keiner in Israel will freiwillig Krieg. Und ich erg&auml;nze: Niemand, der schon einen Krieg erlebt hat, w&uuml;nscht sich das.</p></blockquote><p>Aber es gibt die Hoffnung, dass es nicht so massiv ausf&auml;llt und dass die zivilen Opfer auf allen Seiten m&ouml;glichst gering bleiben. Wir hoffen darauf, dass sich schnell wieder Ruhe einstellt. Man muss aber dazu sagen: Eine Ruhe, die keine Ruhe ist &ndash; etwa ein reiner Waffenstillstand &ndash; z&ouml;gert Dinge nur nach hinten hinaus. Hier braucht es am besten die Kapitulation vom Regime im Iran. Dann w&uuml;rde sich die ganze Situation schnell anders darstellen.&nbsp;</p><h2><strong>&bdquo;Das Einzige, was wir in unserer Angst haben, ist unser Glaube&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Sie haben von Ihrem Glauben gesprochen. Sie versuchen als Christ konkret vor Ort, Hoffnung und Trost zu spenden. Wie k&ouml;nnen Sie das konkret in der gegenw&auml;rtigen Lage tun?</strong></p><p>Benjamin Funk: Eine der Besonderheiten im Glauben ist &ndash; und da werden wir in Europa oft nicht gefordert: In extremen Situationen sp&uuml;rt man die Gebete von Menschen. Man umbetet etwas und man sp&uuml;rt den Glauben, den Halt.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Gott ist sehr direkt sp&uuml;rbar, wenn die Katastrophe da ist.&nbsp;</p></blockquote><p>Und es sind oft nicht tiefgehende Gespr&auml;che, sondern kleine Gesten, in denen wir hier im Alltag mit den Menschen Ruhe und Hoffnung ausstrahlen. Eine freundliche Geste bewirkt so viel. Aber die Ursache dieser Geste ist nicht, dass ich mich anstrenge, sondern dass etwas durch mich hindurchstrahlt.</p><p>Licht und Salz sollen wir als Christen sein und das sind wir hier. Es spendet Menschen Hoffnung, wenn sie sehen, dass zum Beispiel deutsche Christen nicht fliehen, nicht weggehen, sondern mitten durchs Feuer mit ihnen hindurchgehen. Das hat einen gro&szlig;en Einfluss auf die Menschen. Und wir merken, dass viele, die mit dem Glauben nicht so viel zu tun haben, die N&auml;he suchen und immer wieder mit uns ins Gespr&auml;ch kommen.</p><blockquote><p>Ich glaube, Krisen und Kriege sind nicht nur Katastrophe, sondern ganz oft auch T&uuml;r&ouml;ffner, den Glauben lebendig zu leben &ndash; fernab von irgendwelcher Phrasendrescherei.&nbsp;</p></blockquote><p>Denn an uns, an unserer Familie, sieht man, was der Glaube ist. Und das ist kein Schauspiel, denn Schauspiel funktioniert nur, wenn es gut l&auml;uft. Im Konflikt, in der Zeit, die wir aktuell haben, da kommt vieles hervor. Und am besten ist es, wenn der Glaube da hervorkommt, weil man ein festes Fundament hat.&nbsp;</p><p>Aber auch unsere Gemeinschaften hier &ndash; die christlichen und die der messianischen Juden &ndash; brauchen Gebete. Denn wir sind ja nicht ausgenommen von dem Konflikt. Das Einzige, was wir in unserer Angst haben und was uns von anderen unterscheidet, ist unser Glaube und unser Gott. Deshalb braucht es Gebete f&uuml;r die Gl&auml;ubigen hier, f&uuml;r die Menschen, die hier Nachfolger Christi sind.&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi / Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17294287.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi / Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 06 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ich war das Kind und doch die Erwachsene“]]></title>
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      <description><![CDATA[Kann Versöhnung Wunden heilen? Nora erlebt die Depression ihres Vaters – und findet Frieden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120746.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://gettyimages.com/Image' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Image</a> Source, Larysa Pashkevich, Povareshka, Beate Bartsch/privat, Stuke/ERF Medien e.V.</figcaption></figure><p>Es ist ein&#8239;ganz normaler&#8239;Mittwoch. Ich bin&#8239;zehn&#8239;Jahre alt und komme gerade aus der Schule nach Hause. Ich stecke den Schl&uuml;ssel in die Haust&uuml;r und ohrenbet&auml;ubende Stille schl&auml;gt mir entgegen.&#8239;Mein Herz schl&auml;gt&#8239;schneller.&#8239;Heute ist also wieder ein schlechter Tag,&#8239;denke ich.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Ich&#8239;koche&#8239;etwas,&#8239;r&auml;ume&#8239;das Haus auf&#8239;und&#8239;wasche&#8239;die&#8239;W&auml;sche.&#8239;Ein paar&#8239;Stunden&#8239;sp&auml;ter&#8239;kommt er hoch. Er schaut mich mit&#8239;seinem&#8239;traurigen&#8239;Blick an. Nach einigen&#8239;stillen Sekunden&#8239;dreht er sich um und geht die Stufen der Treppe wieder hinunter, als g&auml;be es mich und die&#8239;Verantwortung,&#8239;die er hier&#8239;eigentlich&#8239;tr&auml;gt,&#8239;nicht.&#8239;&nbsp;</p><p>Mein Vater hat sich nicht um mich gek&uuml;mmert, sondern ich mich um ihn.&#8239;In meinem Leben gab es schon fr&uuml;h&#8239;diesen&#8239;Rollenwechsel.&#8239;Ich konnte nicht einfach Kind sein, sondern&#8239;trug viel&#8239;Verantwortung. Verantwortung,&#8239;die mein Vater&#8239;nicht&#8239;tragen&#8239;konnte.&#8239;Das&#8239;&uuml;berschattete&#8239;nicht nur meine Kindheit, sondern&#8239;pr&auml;gt&#8239;meine ganze&#8239;Lebensgeschichte.&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Wenn die&#8239;Traurigtage&#8239;&uuml;berwiegen</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>Mein Vater hatte 30 Jahre lang Depressionen.&#8239;Lange bevor ich auf die Welt kam,&#8239;k&auml;mpfte er schon mit dieser Krankheit. Mal&#8239;gab es gute, mal schlechte Tage.&#8239;</p><blockquote class="noshare"><p>Die guten Tage nannten wir die Sonnentage und die schlechten die&#8239;Traurigtage.&#8239;Irgendwann &uuml;berwogen die&#8239;Traurigtage.</p></blockquote><p>Als ich im Grundschulalter&#8239;war, haben&#8239;wir&#8239;ihn&#8239;oft im&#8239;&bdquo;Krankenhaus&ldquo;&#8239;besucht, was&#8239;in Wirklichkeit&#8239;eine Psychiatrie war. F&uuml;r mich war es schrecklich,&#8239;meinen&#8239;Papa&#8239;nach der Verabschiedung&#8239;dort zu&#8239;lassen.&#8239;Die Klinik wirkte&#8239;dunkel und be&auml;ngstigend&#8239;auf&#8239;mich als Kind.&#8239;In all den Jahren&#8239;haben wir ihn in&#8239;mindestens&#8239;sieben Psychiatrien&#8239;besucht.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Mit&#8239;ungef&auml;hr&#8239;zehn&#8239;Jahren wurde mir bewusst, dass meine Familie anders&#8239;ist&#8239;als andere&#8239;Familien. Meine Mama&#8239;arbeitete&#8239;unglaublich&#8239;viel&#8239;und war kaum zu Hause,&#8239;schlie&szlig;lich musste&#8239;sie als Alleinverdienerin&#8239;unsere Familie&#8239;versorgen. F&uuml;r mich ist sie&#8239;heute noch&#8239;die st&auml;rkste Frau der Welt.&#8239;Das bedeutete aber auch:&#8239;Neben&#8239;den Hausaufgaben&#8239;musste ich&#8239;allt&auml;gliche Aufgaben&#8239;im Haushalt erledigen wie&#8239;kochen, waschen, putzen und einkaufen.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Ich&#8239;bin&#8239;Einzelkind und&#8239;war&#8239;deshalb&#8239;mit allem&#8239;immer allein. Allein mit&#8239;einem&#8239;depressiven&#8239;Vater, der oft nur passiv&#8239;anwesend&#8239;war.&#8239;Da war niemand,&#8239;der mich und meine Situation wirklich verstehen konnte.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Es&#8239;gab besonders schlimme Tage, an denen&#8239;mein Vater von Suizid&#8239;sprach.&#8239;In den&#8239;Tagen&#8239;darauf kam&#8239;ich immer mit einem mulmigen Gef&uuml;hl nach Hause. Ich wusste dann nicht,&#8239;wie&#8239;ich meinen Papa&#8239;vorfinde.&#8239;Er hat zum Gl&uuml;ck nie versucht,&#8239;sich das Leben zu nehmen,&#8239;daf&uuml;r hat er uns zu sehr geliebt.&#8239;</p><p>Trotzdem&#8239;war&#8239;die Angst&#8239;mein t&auml;glicher Begleiter.&#8239;Es f&uuml;hlte sich f&uuml;r mich an, als w&auml;re die Depression meines Vaters wie eine gro&szlig;e, dunkle Gestalt, die alle Leichtigkeit und Freude aus unserem Haus vertrieb. Stattdessen zogen Stille und Dunkelheit ein.&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Die Last war weg &ndash; die&#8239;Wut bleibt</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>Nach Jahren des Leidens und viel Gebet&#8239;haben wir uns&#8239;als Familie dazu entschieden, dass es besser ist, wenn Papa auszieht und meine Eltern sich trennen.&#8239;Das war f&uuml;r uns&#8239;alle&#8239;die Rettung,&#8239;vor allem f&uuml;r mich. Ich&#8239;hielt&#8239;es&#8239;einfach nicht&#8239;mehr aus.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Nachdem&#8239;mein Vater ausgezogen&#8239;war,&#8239;f&uuml;hlte ich mich befreit.&#8239;Die&#8239;gro&szlig;e&#8239;Last der&#8239;Verantwortung&#8239;war weg.&#8239;</p><blockquote class="noshare"><p>Ich konnte endlich wieder Dinge tun, die f&uuml;r andere Kinder selbstverst&auml;ndlich waren.&#8239;Unbeschwert&#8239;traf ich mich&#8239;mit Freunden und hatte wieder Zeit f&uuml;r die Schule&#8239;und&#8239;f&uuml;r Hobbys.</p></blockquote><p>Neben der Erleichterung sp&uuml;rte ich aber auch,&#8239;wie&#8239;andere&#8239;Emotionen&#8239;in mir&#8239;hochkamen. Einerseits&#8239;war da&#8239;Neid:&#8239;Wieso hatten andere&#8239;Kinder&#8239;gesunde V&auml;ter,&#8239;die gerne f&uuml;r&#8239;sie&#8239;kochten und sich&#8239;liebevoll&#8239;um sie sorgten?&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Andererseits sp&uuml;rte ich&#8239;auch Wut:&#8239;Warum ist mein Vater nicht einfach normal?&#8239;Will&#8239;er &uuml;berhaupt&#8239;gesund werden? Warum kann er sich nicht zusammenrei&szlig;en?&#8239;Mein Vater&#8239;nahm&#8239;meine Wut&#8239;wahr&#8239;und&#8239;ermutigte mich,&#8239;sie&#8239;rauszulassen, damit ich&#8239;sie&#8239;nicht in mich hineinfresse.&#8239;Ich&#8239;durfte&#8239;meinen Gef&uuml;hlen freien Lauf lassen, weil er mir Platz daf&uuml;r gab.&#8239;Das tat mir gut.&#8239;&nbsp;</p><p>Vor allem galt meine Wut aber Gott. Wieso hatte er zugelassen, dass mein Papa so krank&#8239;wurde?&#8239;Wieso hat er ihn nicht geheilt,&#8239;obwohl&#8239;wir&#8239;immer wieder&#8239;daf&uuml;r gebetet haben?&#8239;Wieso&#8239;l&auml;sst er mich&#8239;dieses Leid durchleben?&#8239;Ich verstand&#8239;nicht, warum Gott nicht eingriff.&#8239;Die&#8239;verzweifelte Wut&#8239;dar&uuml;ber&#8239;lie&szlig; mich dumpf und leer&#8239;zur&uuml;ck.&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Getragen, auch wenn ich es nicht f&uuml;hlte</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>In meiner Familie haben wir&#8239;einen tiefen Glauben an Jesus, auch damals schon. Mein Vater hat Theologie studiert&#8239;und&#8239;meine Eltern waren mehrere Jahre&#8239;in&#8239;Amerika missionarisch&#8239;aktiv &ndash;&#8239;und trotzdem hat er diese Krankheit bekommen.&#8239;Ich musste lernen, dass&#8239;auch&#8239;Christen&#8239;Leid erleben&#8239;und Jesus nicht immer so handelt,&#8239;wie wir uns&#8239;das w&uuml;nschen.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Als ich noch klein war, haben wir als Familie oft das Gedicht &bdquo;Spuren im Sand&ldquo; von Margaret Fishback Powers<em></em>gelesen. Darin wird beschrieben, dass Gott Menschen in den schwersten Zeiten ihres Lebens nicht verl&auml;sst, sondern hindurchtr&auml;gt. Die Autorin malt hier das Bild, dass man an diesen Stellen statt zweier nur eine Fu&szlig;spur im Sand sieht.&nbsp;</p><p>Dieses Bild hat mir in meiner schwersten Zeit sehr viel Kraft gegeben. Auch wenn ich&#8239;dieses Leid durchleben musste und&#8239;Gottes Handeln oft nicht verstehen konnte,&#8239;wusste ich:&nbsp;</p><blockquote><p>Er tr&auml;gt&#8239;mich,&#8239;&ndash;&#8239;auch wenn es sich nicht immer&#8239;so anf&uuml;hlt und&#8239;meine&#8239;Gebete scheinbar unerh&ouml;rt bleiben.&#8239;Bis&#8239;diese Wahrheit wirklich&#8239;in&#8239;mein&#8239;Herz&#8239;gesunken ist&#8239;und&#8239;ich&#8239;mich&#8239;Schritt f&uuml;r Schritt mit meiner&#8239;eigenen Geschichte&#8239;vers&ouml;hnt habe,&#8239;dauerte&#8239;es&#8239;aber&#8239;viele Jahre.</p></blockquote><h2><strong>Als ich lernte, Gott&#8239;wie einen&#8239;Vater zu sehen</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>In den ersten Jahren nach Papas Auszug&#8239;fiel es mir sehr schwer,&#8239;Gott&#8239;als meinen himmlischen Vater&#8239;zu&#8239;sehen. Mein irdischer Vater hatte&#8239;mich entt&auml;uscht und so oft allein gelassen. Wieso sollte es bei Gott anders sein?&#8239;&nbsp;</p><p>Dennoch wollte ich Gott eine Chance geben.&#8239;In der Bibel&#8239;entdeckte&#8239;ich,&#8239;dass&#8239;Gott&#8239;dort&#8239;als&#8239;liebevoller, f&uuml;rsorglicher&#8239;Vater&#8239;beschrieben wird, der&#8239;seinen Kindern&#8239;treu zur Seite steht.&#8239;&bdquo;Ich&#8239;werde euer&#8239;Vater sein, und ihr&#8239;werdet&#8239;meine S&ouml;hne und T&ouml;chter sein&ldquo;, hei&szlig;t es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther6%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 6,18</a>.</p><blockquote class="noshare"><p>Z&ouml;gerlich&#8239;ging&#8239;ich&#8239;kleine Schritte auf Gott zu und er&#8239;versorgte&#8239;behutsam&#8239;und geduldig&#8239;mein&#8239;hartes, entt&auml;uschtes&#8239;Herz.&#8239;&#8239;&nbsp;</p></blockquote><figure class="image erf-imagezoom round right"><img alt="KI-generierte Collage: Nora Freudenthaler hält symbolisch sich selbst als Kleinkind auf dem Arm." height="800" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122311.jpg" width="533" /><figcaption>KI-generierte Collage: Nora Freudenthaler h&auml;lt symbolisch sich selbst als Kleinkind auf dem Arm.&nbsp;</figcaption></figure><p>Meine Kindheit&#8239;hatte&#8239;tiefe Wunden hinterlassen, die&#8239;Zeit brauchten, um zu heilen. Ich&#8239;stellte&#8239;mich diesen Verletzungen&#8239;und nahm mehrere Jahre&#8239;lang&#8239;Seelsorge in Anspruch.&#8239;Dort&#8239;durfte&#8239;ich&#8239;meine&#8239;Gef&uuml;hle und&#8239;meinen&#8239;Schmerz&#8239;offenbaren.&#8239;Ich bekam Unterst&uuml;tzung&#8239;bei dem, womit&#8239;ich mich fr&uuml;her&#8239;so&#8239;allein gef&uuml;hlt habe.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Zum ersten Mal konnte ich meine Vergangenheit nicht nur erz&auml;hlen, sondern&#8239;lernte&#8239;auch, sie&#8239;anzunehmen &ndash; mit all dem, was sie in mir geformt hat.&#8239;Das&#8239;half mir sehr&#8239;dabei,&#8239;Frieden zu schlie&szlig;en:&#8239;Mit&#8239;meiner Geschichte&#8239;und mit meinem Vater.&#8239;&nbsp;</p><p>Das&#8239;war f&uuml;r mich ein sehr gro&szlig;er und bedeutender Schritt.&#8239;Ich konnte die Wut auf&#8239;Gott,&#8239;meinen Vater&#8239;und die&#8239;Vergangenheit&#8239;loslassen&#8239;&ndash;&#8239;und wir konnten von&#8239;Neuem&#8239;anfangen.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Getragen, geheilt, vers&ouml;hnt</strong>&#8239;&nbsp;</h2><blockquote><p>Die verpassten Jahre meiner Kindheit kann mir niemand zur&uuml;ckgeben.&#8239;Aber ich&#8239;schaue&#8239;heute&#8239;liebevoll auf&#8239;meine Geschichte&#8239;zur&uuml;ck.</p></blockquote><p>Mein Vater hat die Depression &uuml;berwunden.&#8239;Meine Eltern&#8239;konnten&#8239;einander&#8239;vergeben&#8239;und&#8239;unterst&uuml;tzen mich&#8239;heute.</p><p>Mit der Zeit konnte ich auch das Gute sehen, das Gott in all dem Schweren&#8239;in mir&#8239;wachsen lie&szlig;.&#8239;Diese Jahre&#8239;haben&#8239;eine St&auml;rke in mir&#8239;hervorgebracht, die ich sonst nie entwickelt h&auml;tte. Eine St&auml;rke, die&#8239;mich&#8239;nicht&#8239;h&auml;rter, sondern weicher gemacht hat.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Ich habe gelernt, mit&#8239;den&#8239;Bruchstellen&#8239;in meiner Biografie&#8239;zu leben, ohne dass sie mich bestimmen.&#8239;Heute wei&szlig; ich: Meine Geschichte hat mich gepr&auml;gt, aber sie definiert mich nicht&#8239;l&auml;nger&#8239;&ndash;&#8239;und ich darf vers&ouml;hnt leben.&#8239;&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Nora Freudenthaler</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17289076.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nora Freudenthaler]]></author>
      <pubDate>Wed, 04 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Unerwartet den Halt verloren?]]></title>
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      <description><![CDATA[Woran halte ich fest, wenn ich im Leben abrutsche? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122267.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Lukas Mann /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>2022 fuhr ich f&uuml;r einige Tage allein zum Wandern in den fr&auml;nkischen Teil der Rh&ouml;n. Am ersten Tag meines Aufenthalts schn&uuml;rte ich die Wanderschuhe, verteilte die Sonnencreme gro&szlig;z&uuml;gig und packte Wasser in meinen Rucksack. Online hatte ich mir schon eine Route ausgesucht &ndash; knappe 20 Kilometer mit etwa 300 H&ouml;henmetern. Ich freute mich darauf, etwas von der Landschaft zu sehen und mit Musik im Ohr durch die Gegend zu streifen. Doch es kam anders.</p><p>Schon bei der Anfahrt auf den angegebenen Parkplatz stellte ich fest, dass sich hier etwas ver&auml;ndert haben musste. Auf dem ersten Teil meines Wanderpfades stand eine gro&szlig;e Hotelanlage. Ich machte also erstmal einen Bogen drumherum, doch danach wurde meine Wanderlaune gleich noch einmal ged&auml;mpft: Meine Route f&uuml;hrte mich direkt vor einen Zaun. Ich beschloss, am Zaun entlangzugehen, um wom&ouml;glich einen Eingang zu finden.&nbsp;</p><p>Doch je l&auml;nger ich am Zaun entlangging, umso steiler wurde der Weg, bis sich neben mir eine kleine Schlucht mit steilen Abh&auml;ngen &ouml;ffnete. Der Weg am Zaun entlang wurde immer enger und stieg immer weiter an. Links von mir lag der Zaun, rechts ein steiler Hang, der mindestens 25 Meter in die Tiefe f&uuml;hrte.</p><p>Nach etwa 10 Minuten langsamen Vorankommens hangelte ich mich an Wurzeln und kleinen Pflanzen einen letzten Hang hinauf und erreichte eine Stra&szlig;e. Ich beschloss, zum Wanderparkplatz zur&uuml;ckzukehren und mir eine andere Route zu suchen.</p><h2><strong>Wenn ich im Leben drohe abzurutschen</strong></h2><p>Manchmal geht es sehr schnell und ich befinde mich in einer bedrohlichen Lage, obwohl ich gar kein Risiko eingehen wollte. Dies kann nicht nur meinem K&ouml;rper passieren, sondern auch meiner Seele.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wie oft fordern mich Gedanken heraus oder verfalle ich in alte, nicht mehr gewollte Verhaltensmuster? Und wie oft entfesseln unvorhergesehene Situationen gef&auml;hrliche Gef&uuml;hle in mir?</p></blockquote><p>Binnen Bruchteilen von Sekunden schie&szlig;en mir dann Gedanken in den Kopf, die mich verunsichern oder Zweifel und Sorgen heraufbeschw&ouml;ren. Schon beginnt das Wanken und die Ausfahrt zur Katastrophe liegt auf einmal n&auml;her, als ich dachte.</p><p>In solchen Momenten kann es helfen, ein passendes Mittel gegen diese aufkommenden sch&auml;dlichen Ged anken parat zu haben. Dazu bietet sich in meinen Augen das Auswendiglernen eines Bibelverses an. <a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Psalm42%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 42,12</a>&nbsp;ist f&uuml;r mich ein solcher Ermutigungsvers: <em>&bdquo;Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch daf&uuml;r danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft.&ldquo;</em></p><h2><strong>Eine Zusage, die mich tr&auml;gt</strong></h2><p>Der Vers bietet mir zwar vielleicht keine L&ouml;sung f&uuml;r meine konkrete Bedr&auml;ngnis, aber ich empfinde seine Worte als durchaus mutmachend. Vor allem, wenn man bedenkt, wer sie spricht. Der Autor K&ouml;nig David ist einer der bekanntesten Namen der Bibel und hat von Verfolgung &uuml;ber Duelle um Leben und Tod bis hin zu eigener schwerer Schuld alles erlebt, was man so an Leid durchmachen kann.</p><p>Dennoch oder gerade deshalb spricht er Gott sein Vertrauen aus.&nbsp;</p><blockquote><p>Egal wie aussichtslos die Situation scheinen mag, David ist sich der Hilfe Gottes sicher.</p></blockquote><p>Daran darf auch ich mir ein Beispiel nehmen: In Momenten, in denen ich kurz davor stehe, innerlich zu zerbrechen; in Phasen, in denen ich keinen Boden mehr unter meinen F&uuml;&szlig;en sp&uuml;re, und im Alltag morgens vor der Arbeit, wenn ich wei&szlig;, dass ein unangenehmes Gespr&auml;ch ansteht. Gott ist bei mir und wird mich f&uuml;r und in diesen Phasen st&auml;rken.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17287409.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 02 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Verzeihen Sie bitte!]]></title>
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      <description><![CDATA[Vor der Versöhnung kommt die Vergebung. Wie wir lernen, mit uns und anderen gnädiger zu sein.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120744.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Pietro Sutera; <a href='http://gettyimages.com/Image' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Image</a> Source, Larysa Pashkevich</figcaption></figure><p>Wenn das mit dem Vers&ouml;hnen doch nur einfacher w&auml;re. Ist es aber nicht! Denn: Wer vers&ouml;hnt sein m&ouml;chte, muss normalerweise erst einmal vergeben. Und gerade das f&auml;llt vielen zurzeit unglaublich schwer.</p><p>Studien zumindest zeigen, dass unser Miteinander immer unvers&ouml;hnlicher und gnadenloser wird. Und dass wir unsch&ouml;nes Verhalten anderer immer schneller als pers&ouml;nliche Kr&auml;nkung erleben. Statt &uuml;ber manche Unvollkommenheiten, Ausrutscher und Fehltritte liebevoll hinwegzusehen, kreiden wir sie einander an. Das geht so weit, dass wir Menschen pauschal verurteilen; manchmal bewusst, manchmal eher unbewusst.&nbsp;</p><blockquote><p>Tats&auml;chlich war die ,<em>Angst vor zunehmendem Hass und Feindseligkeit in der Gesellschaft&lsquo;</em>&nbsp;gerade auf Platz 1 des Sorgenbarometers der Deutschen.</p></blockquote><p>Mehr noch: Es f&auml;llt uns auch zusehends schwerer, uns selbst zu vergeben. Woher kommt das?&nbsp;</p><h2><strong>Vergeben oder Vergelten?</strong>&nbsp;</h2><p>Ganz sicher hat die wachsende Verrohung damit zu tun, dass das Prinzip der Vergeltung f&uuml;r viele inzwischen pr&auml;gender ist als das Prinzip der Vergebung: Wenn mir jemand etwas B&ouml;ses tut, anderer Meinung ist als ich oder ich mich ungerecht behandelt f&uuml;hle, dann verurteile ich oft nicht nur diese eine Tat an sich, sondern erkl&auml;re den anderen insgesamt zum &Uuml;belt&auml;ter. In der Vergeltungslogik teile ich die Welt in Freund und Feind auf.&nbsp;&nbsp;</p><p>Und wenn ich gar nicht genau wei&szlig;, warum es mir eigentlich schlecht geht, dann suche ich mir jemanden, der angeblich an allem schuld ist: die Linken, die Rechten, die da oben, die da unten, die Liberalen oder die Fundamentalisten. Dazu kommt:</p><blockquote><p>Der anderen Seite wird in so einem Denkmuster oftmals die Menschenw&uuml;rde abgesprochen. Denn einem ,Monster&lsquo;&nbsp;kann oder muss ich nat&uuml;rlich nicht verzeihen. Von Vers&ouml;hnung ganz zu schweigen.&nbsp;</p></blockquote><p>Doch diese polarisierende Einstellung hat etwas zutiefst Tragisches. Denn wenn wir uns st&auml;ndig auf diejenigen fokussieren, die uns angeblich Schlechtes wollen, dann betrachten wir uns ja grunds&auml;tzlich als Opfer und f&uuml;hren kein selbstbestimmtes Leben mehr &ndash; und auch kein gl&uuml;ckliches.</p><p>Im Gegenteil: Wir definieren uns &uuml;ber unsere Verletzungen, unsere Unzufriedenheit und unsere Feindbilder &ndash; und weisen damit zugleich jegliche Verantwortung f&uuml;r unsere Unzufriedenheit von uns.&nbsp;</p><p>Und: Die Unbarmherzigkeit gegen&uuml;ber anderen f&uuml;hrt oft auch dazu, dass wir mit uns selbst hart ins Gericht gehen und uns nicht verzeihen k&ouml;nnen. So nimmt die Zahl der Menschen, die am Impostor-Syndrom leiden (der Angst, nicht gut genug zu sein), gerade massiv zu.&nbsp;</p><h2><strong>Vergebung: ein Gamechanger</strong>&nbsp;</h2><p>Das hei&szlig;t aber auch:&nbsp;</p><blockquote><p>Die befreiende Idee der Vergebung k&ouml;nnte ganz neu zu einem Gamechanger in unserer inzwischen so rauen Gesellschaft werden, wenn wir neu lernen, mit uns und anderen gn&auml;diger zu sein.</p></blockquote><p>Denn Vergebung durchbricht die destruktiven Strukturen von Kr&auml;nkung und Rache, zeigt Wege f&uuml;r einen gemeinsamen Neuanfang auf und f&uuml;hrt dazu, dass wir uns die Zukunft und die Gegenwart nicht mehr von den Verletzungen aus der Vergangenheit versauen lassen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Zu vergeben erfordert allerdings einiges an Mut. Vermutlich hat Mahatma Gandhi deshalb gesagt: &bdquo;Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.&ldquo; Denn Vergebung untergr&auml;bt unser tiefsitzendes Gerechtigkeitsempfinden: Schuld muss ges&uuml;hnt, Unrecht bestraft werden. Die Philosophin Svenja Flassp&ouml;hler meint sogar: &bdquo;Wer verzeiht, handelt weder gerecht noch &ouml;konomisch noch logisch.&ldquo; Stimmt! Wer vergeben will, muss an vielen Stellen &uuml;ber seinen Schatten springen.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Vergebung verstehen</strong>&nbsp;</h2><p>Wenn ich lernen will zu verzeihen, ist es hilfreich, mir dar&uuml;ber klar zu werden, was Vergebung genau meint. Viele denken n&auml;mlich: Wenn ich jemandem verzeihe, gebe ich ihm gef&uuml;hlt irgendwie recht. Oder ich gebe klein bei, stehe als Verlierer da. Oder muss das Unrecht vergessen. Das stimmt aber nicht.</p><p>Denn Vergeben meint weder, den T&auml;ter zu verschonen, noch die Tat und den Schmerz dar&uuml;ber zu leugnen oder das Unrecht zu vergessen. Nicht die Tat wird ver&auml;ndert, sondern mein Umgang mit ihr.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Deshalb kann ich auch einem Menschen vergeben, der mich betrogen hat &ndash; und ihm trotzdem die Freundschaft k&uuml;ndigen. Ich kann jemandem vergeben, der mich missbraucht hat &ndash; und ihn trotzdem anzeigen. Ja, ich kann sogar jemandem seine Taten vergeben, der l&auml;ngst tot ist.</p></blockquote><p>Denn Vergeben meint nicht automatisch Vers&ouml;hnung. Nat&uuml;rlich ist es gro&szlig;artig, wenn es nach der Vergebung irgendwann auch zur Vers&ouml;hnung kommt &ndash; muss es aber nicht.&nbsp;</p><h2><strong>Gesunde Selbstliebe statt Groll</strong>&nbsp;</h2><p>Doch was ist Vergebung dann? Vergeben hei&szlig;t zuallererst: Ich befreie mich selbst von meinem Groll und meiner Wut und lerne, mit meinen Verletzungen anders umzugehen.&nbsp;</p><p>Stellt sich die Frage: Kann man das wirklich lernen? Der renommierte Vergebungsforscher Robert Enright ist &uuml;berzeugt: Ja, das kann man. Konkret l&auml;dt Robert Enright dazu ein, die Perspektive zu wechseln: Nicht mehr auf diejenigen zu schauen, die mich verletzt haben, sondern auf mich selbst.</p><p>Was l&ouml;st die Tat des anderen in mir aus? Warum kr&auml;nkt sie mich so? Und wieviel Zeit habe ich schon verloren, weil ich mich dar&uuml;ber ge&auml;rgert habe? Denn nur wenn ich das mir widerfahrene Unrecht und den Schmerz anerkenne, kann ich ihn verwandeln und den Weg zur inneren Selbstheilung betreten.&nbsp;</p><p>Das hei&szlig;t: Wenn ich mein Leben statt mit Wut und Hass auf den anderen mit gesunder Selbstliebe betrachte, schaffe ich die Grundlage daf&uuml;r, dass ich den Groll hinter mir lassen und mich aus dem Gef&auml;ngnis meiner negativen Emotionen befreien kann. Ich werde vom passiven Opfer meines Ungl&uuml;cks zu einer aktiv handelnden Person, die nicht mehr in ihrer Emp&ouml;rung feststeckt.&nbsp;</p><p>Mehr noch: Indem ich dem anderen seine Schuld nicht mehr hinterhertrage, kann ich wieder meinen eigenen Weg gehen. Indem ich meinen Schmerz ziehen lasse, ist wieder mehr Platz f&uuml;r das Sch&ouml;ne und Gute in meinem Leben.</p><h2><strong>Gottes Gnade gibt es gratis</strong>&nbsp;</h2><p>Spannend ist, dass wir uns oft gar nicht bewusst machen, wie sehr das christliche Weltbild von genau diesem Gedanken der Vergebung gepr&auml;gt ist. Immerhin beten Glaubende seit 2&#8239;000 Jahren im Vaterunser regelm&auml;&szlig;ig: &bdquo;Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.&ldquo; Oder wie es im Epheserbrief (4,32) hei&szlig;t: &bdquo;Seid freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat&ldquo;.&nbsp;</p><p>Hier blitzt ein Kerngedanke der biblischen Botschaft auf: Wenn der Mensch von Gott das bek&auml;me, was er verdient, wenn Gott also wie wir nach dem Prinzip Vergeltung handeln w&uuml;rde, dann s&auml;he es nicht gut f&uuml;r uns aus. Aber die Bibel macht klar:</p><blockquote><p>Gnade ist eine Charaktereigenschaft Gottes. Ein Geschenk an die Menschen &ndash; und absolut kostenlos.&nbsp;</p></blockquote><p>Deshalb stammt unser Wort &bdquo;gratis&ldquo; von dem lateinischen Wort f&uuml;r Gnade ab: Gratia. Weil Gnade eben nichts kostet. Und weil man sie auch gar nicht bezahlen k&ouml;nnte. Wir k&ouml;nnen und brauchen nichts tun, um Gott gn&auml;dig zu stimmen. Die Botschaft dahinter ist atemberaubend: Gott liebt die Menschen und vergibt ihnen gern.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Aus der Gnade Gottes lebt es sich leichter</strong>&nbsp;</h2><blockquote><p>Wer dieses grunds&auml;tzliche Ja Gottes zu seinem Leben annimmt, den k&ouml;nnen die Neins dieser Welt nicht mehr aus der Bahn werfen.</p></blockquote><p>Ja, wer glauben kann, dass Gott ihn bedingungslos liebt, der hat es gar nicht mehr n&ouml;tig, sich und anderen etwas zu beweisen.</p><p>Das bedeutet auch:<em></em>Endlich weg mit dem Leistungsdruck, der ewigen Suche nach Selbstbest&auml;tigung und der Versagensangst. Mit anderen Worten: Einen Menschen mit einem gesunden, vom Himmel geschenkten Selbstwertgef&uuml;hl, den kann man nur schwer kr&auml;nken. Und unser Gekr&auml;nkt-Sein ist ja ein entscheidender Ausl&ouml;ser f&uuml;r den Geist der Vergeltung.</p><p>Ein Mensch dagegen, der in sich ruht, kommt gar nicht erst auf die Idee, dass ein anderer Mensch grunds&auml;tzlich ein Irrtum der Sch&ouml;pfung sein k&ouml;nnte &ndash; selbst, wenn derjenige sich in einer Weise verhalten hat, die er als Angriff empfindet.&nbsp;</p><h2><strong>Vergebung als Lebensstil</strong>&nbsp;</h2><p>Insofern ist es eines, zu lernen, wie wir Verletzungen hinter uns lassen und vergeben k&ouml;nnen; viel wichtiger ist aber die Frage, wie es uns gelingt, ein Lebensfundament zu entwickeln, bei dem uns die St&uuml;rme des Daseins &nbsp;&ndash; und die damit zusammenh&auml;ngenden Verletzungen &ndash; gar nicht erst aus der Bahn werfen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Martin Luther King war sich deshalb sicher: &bdquo;Vergebung ist keine einmalige Sache. Vergebung ist ein Lebensstil.&ldquo; Wer glauben kann, dass er bedingungslos geliebt wird und dass ihm seine Fehler vergeben werden, der kann auch selbst vergeben und gn&auml;dig sein. Und wird dadurch f&auml;hig zur Vers&ouml;hnung.&nbsp;</p><p>Was das bedeutet, macht Jesus eindr&uuml;cklich im Gleichnis vom Hausbau deutlich:</p><p>&bdquo;Wer auf das h&ouml;rt, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug &ndash; wie ein Mensch, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser kommt und der Sturm am Haus r&uuml;ttelt, wird es nicht einst&uuml;rzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. Wer sich meine Worte nur anh&ouml;rt, aber nicht danach lebt, der ist wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Wenn ein Wolkenbruch kommt, die Fl&uuml;sse &uuml;ber ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einst&uuml;rzen&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us7%2C24-27" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 7,24-27</a>).&nbsp;</p><p>Spannend ist hier: Die St&uuml;rme des Lebens treffen beide &ndash; die Klugen und die T&ouml;richten. Das hei&szlig;t auch: Beide erleben Verletzungen, Kr&auml;nkungen, Ungerechtigkeiten und Anfeindungen. Beide leiden darunter, dass sie von anderen schlecht behandelt werden.</p><p>Aber die einen werden von diesen Erfahrungen umgehauen, sie versinken in den Fluten aus Groll, Wut und Schmerz und sehen &uuml;berall nur noch das B&ouml;se, das um sie herum tobt.</p><blockquote><p>Die anderen hingegen bleiben aufrecht stehen, weil sie gelernt haben, wie Jesus zu verzeihen und zur Vers&ouml;hnung bereit zu sein. Das ist ein wahrer Segen!</p></blockquote><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Fabian Vogt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17285415.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Fabian Vogt]]></author>
      <pubDate>Sat, 28 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wenn die Gefühle Achterbahn fahren]]></title>
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      <description><![CDATA[Ambivalente Gefühle können blockieren. 3 Schritte, um deine Emotionen zu verstehen und handlungsfähig zu werden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122278.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© LIGHTFIELD STUDIOS /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal sind meine Gef&uuml;hle wie eine Achterbahn: Sie pressen mich mal in diese, mal in jene Kurve &ndash; und auf einmal geht es steil bergab. Wenn ich zeitgleich widerspr&uuml;chliche Gef&uuml;hle habe, bin ich ihnen oft hilflos ausgeliefert. Es ergeht mir dann wie dem Bonbonmann auf unseren Gemeindefesten.</p><p>Der lief fr&uuml;her mit Bonbons beklebt &uuml;ber unsere Gemeindewiese und alle Kinder ihm nach. Bald zerrten rechts, links, vorne und hinten Kinder an ihm, bis er zu Boden fiel und seine s&uuml;&szlig;e Last preisgab.</p><p>Genauso ist es bei meinen Gef&uuml;hlen. Da zerrt rechts die Wut an mir, links die Liebe zum anderen und von hinten springt mich die Angst an. Oft gehe ich dabei zu Boden &ndash; wie der Bonbonmann beim Gemeindefest. Woher wei&szlig; ich, wie ich mich verhalten soll? Welchem meiner Gef&uuml;hle kann ich trauen? Und warum f&uuml;hle ich &uuml;berhaupt so?</p><p>Diese Fragen stelle ich mir in solchen Situationen. Vielleicht geht es dir &auml;hnlich.</p><blockquote><p>Die schlechte Nachricht ist: Widerspr&uuml;chliche Gef&uuml;hle l&ouml;sen sich nicht einfach auf, auch ignorieren hilft nicht. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wir k&ouml;nnen lernen, mit unseren widerspr&uuml;chlichen Gef&uuml;hlen gut umzugehen.&nbsp;</p></blockquote><p>In dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/01/145078/Warum_fuehl_ich_mich_jetzt_so.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Warum f&uuml;hl ich mich jetzt so?&ldquo;</a> benennt die Autorin Alison Cook 3 Schritte, die dabei helfen k&ouml;nnen.</p><h2><strong>1. Die eigenen Gef&uuml;hle benennen</strong></h2><p>Wenn meine Gef&uuml;hle mal wieder mit mir Achterbahn fahren, will ich oft nur eins: Sofort aussteigen. H&auml;ufig tue ich dann das, was man auch bei einer wilden Achterbahnfahrt tut &ndash; ich presse meine Augen fest zusammen und hoffe, es ist bald vorbei.</p><p>Diese Reaktion ist nachvollziehbar, aber wenig hilfreich. Denn meine Gef&uuml;hle verschwinden nicht, nur weil ich die Augen davor verschlie&szlig;e. Tats&auml;chlich wird ein guter Umgang mit meinen Gef&uuml;hlen dadurch noch schwerer. Wenn ich mir sie nicht anschaue, wei&szlig; ich gar nicht so genau: Was f&uuml;hle ich hier eigentlich und wieso?</p><h3><strong>Pseudol&ouml;sungen widerstehen</strong></h3><p>Dann neige ich dazu, aus Angst vor dem Gef&uuml;hlswirrwarr mitten an der h&ouml;chsten Stelle der Achterbahn auszusteigen &ndash; die schlechteste Option &uuml;berhaupt.</p><p>Doch wenn es um ambivalente Gef&uuml;hle geht, verhalte ich mich manchmal so. Ich bin &uuml;berfordert und suche den schnellstm&ouml;glichen Ausweg. Alison Cook bezeichnet dies als Pseudol&ouml;sungen. Diese schaffen eher neue Probleme als welche zu l&ouml;sen. Doch wie widerstehen ich ihnen?</p><h3><strong>Die Notbremse ziehen</strong></h3><p>Ein hilfreicher erster Schritt erscheint zun&auml;chst widersinnig: Ich muss meine Gef&uuml;hle anschauen und benennen. Alison Cook beschreibt es so: &bdquo;Das Benennen ist ein tiefgr&uuml;ndiger Akt, bei dem wir die Realit&auml;t unserer Gef&uuml;hle und Gedanken in einem bestimmten Moment wahrnehmen, anerkennen und einsch&auml;tzen.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Damit das m&ouml;glich wird, muss ich zun&auml;chst das Tempo drosseln. Ich ziehe also quasi die Notbremse.</p></blockquote><p>Das kann verschieden aussehen. Vielleicht steige ich aus einem Konflikt erstmal aus oder g&ouml;nne mir eine Auszeit, selbst wenn es nur eine halbe Stunde ist. Oder ich konzentriere mich auf den n&auml;chstm&ouml;glichen Schritt statt auf eine finale L&ouml;sung.</p><h3><strong>Ordnung ins Gef&uuml;hlswirrwarr bringen</strong></h3><p>Um Gef&uuml;hle wirklich zu reflektieren, braucht es zudem gutes Werkzeug. Vielen Menschen hilft es, Tagebuch zu schreiben. Das muss nicht das klassische Tagebuch-Schreiben sein, sondern du kannst dich f&uuml;r eine bestimmte Zeit hinsetzen und dar&uuml;ber schreiben, wie es dir mit deinen Emotionen geht. Dann liest du dir das Geschriebene durch. Was daran ist neu f&uuml;r dich? Was &uuml;berrascht dich?</p><p>Genauso kann es helfen, sich zu &uuml;berlegen, welches Ereignis dein Gef&uuml;hlswirrwarr ausgel&ouml;st hat. Was ist vorher passiert? Hast du eine solche Situation schon einmal erlebt? Kamen alte Verletzungen und &Auml;ngste in dir hoch?</p><p>Zuletzt ist es wichtig, deine Gef&uuml;hle zu benennen. Bist du w&uuml;tend oder eher entt&auml;uscht? Traurig oder resigniert &ndash; oder gar hoffnungslos? Dadurch kannst du deine Bed&uuml;rfnisse klarer erkennen.</p><blockquote class="noshare"><p>Um die verschiedenen Gef&uuml;hlsebenen zu trennen, stelle dir folgende Fragen: Welche Emotionen f&uuml;hlst du? Welche k&ouml;rperlichen und mentalen Effekte bemerkst du? Wie wirken sie sich auf deinen Glauben aus?</p></blockquote><h2><strong>2. Wunsch und Wirklichkeit abgleichen</strong></h2><p>Hast du deine Gef&uuml;hle sortiert, kannst du als N&auml;chstes deine Lebensrealit&auml;t unter die Lupe nehmen. Ich finde mich oft genau dann in einer Achterbahn widerstreitender Gef&uuml;hle wieder, wenn die Realit&auml;t anders ist, als ich sie mir w&uuml;nsche.</p><p>Vielleicht suche ich Hilfe bei anderen, aber alle Menschen um mich herum sind ebenso im Stress wie ich. W&auml;re ich eine gute Ehefrau, Freundin oder Tochter m&uuml;sste ich jetzt meine Bed&uuml;rfnisse zur&uuml;ckstellen. M&uuml;sste zuh&ouml;ren, tr&ouml;sten und helfen. Doch dazu fehlt mir die Kraft. Mein gr&ouml;&szlig;tes Problem sind dann nicht meine ambivalenten Gef&uuml;hle, sondern die Ohnmacht, zeitnah eine f&uuml;r alle Parteien gute L&ouml;sung zu finden.&nbsp;</p><h3><strong>Einen Zwischenraum schaffen und gestalten</strong></h3><p>Falls auch du an der Unvereinbarkeit von Wunsch und Wirklichkeit verzweifelst, schaffe dir einen bewussten Zwischenraum. Das kann ein Zeitfenster sein, in dem du etwas nur f&uuml;r dich machst; ein Feierabendritual, mit dem du den Stress des Arbeitstages abstreifst, oder auch eine richtige Auszeit.</p><blockquote class="noshare"><p>Wichtig ist allein: Du schaffst eine Schwelle zwischen dem Problem mitsamt all deinen aufgew&uuml;hlten Gef&uuml;hlen und dem n&auml;chsten Schritt.&nbsp;</p></blockquote><p>Du h&auml;ltst aus, dass etwas &bdquo;nicht mehr&ldquo; und etwas anderes &bdquo;noch nicht&ldquo; ist. Es ist mitunter unheimlich schwer, diesen Raum nicht nur zu schaffen, sondern auch zu halten, aber es ist entscheidend.</p><p>Denn dieser Zwischenraum bietet dir eine vor&uuml;bergehende Sicherheit, um deine Lebensrealit&auml;t in Ruhe zu betrachten. Er ist dein Anker, bevor du auf st&uuml;rmischer See deine Segel neu setzt. Alison Cook beschreibt dies so: &bdquo;Das Ziel besteht darin, in deinem Zwischenraum die richtigen Bedingungen herzustellen, damit du deine Kreativit&auml;t und dein tieferes Verst&auml;ndnis der Situation entfalten kannst.&ldquo;</p><p>Vielen Menschen helfen kreative oder k&ouml;rperliche T&auml;tigkeiten wie Joggen, Wandern, Basteln, Stricken oder G&auml;rtnern. Denn wenn K&ouml;rper und H&auml;nde in Bewegung sind, wagt unser Verstand es, aus eingefahrenen Denkschleifen auszubrechen und neue L&ouml;sungsans&auml;tze zu finden.</p><h3><strong>Einen &Uuml;berblick gewinnen</strong></h3><p>Danach nimmst du die Realit&auml;t in Augenschein. Dabei k&ouml;nnen dir die &bdquo;5 Gs&ldquo; helfen, wie Alison Cook sie auf Seite 52 ihres Buches beschreibt.</p><ul><li><strong>Grundlagen finden</strong><br />
Wie sieht deine Situation konkret aus? Bem&uuml;he dich um h&ouml;chstm&ouml;gliche Objektivit&auml;t ohne Besch&ouml;nigen oder Dramatisieren.</li><li><strong>Gr&uuml;nde bedenken:</strong><br />
Warum w&uuml;nschst du dir eine Ver&auml;nderung? Welche tieferen Ursachen &ndash;Kindheitserfahrungen/vergangene Ereignisse &ndash; k&ouml;nnte deine Situation haben?</li><li><strong>Gewohnte Wege hinterfragen:</strong><br />
Welche Strategien hast du in der Vergangenheit angewandt? Haben sie funktioniert? Wenn nein, wieso nicht?</li><li><strong>Gedanken kl&auml;ren:</strong><br />
Welche mentalen Botschaften (Gedanken, Gef&uuml;hle, Einstellungen, Erwartungen) hast du zu der Situation verinnerlicht? K&ouml;nntest du anders dar&uuml;ber denken?</li><li><strong>Gebiet erweitern:</strong><br />
Wo brauchst du weitere Informationen, Rat oder Hilfe? An wen kannst du dich wenden? Welche Chancen bietet dir die Situation, um dich weiterzuentwickeln?</li></ul><p>Die 5 Gs kannst du damit erg&auml;nzen, deinen Blick einmal bewusst auf deine Vergangenheit, einmal auf deine jetzige Situation und einmal auf deine m&ouml;gliche Zukunft auszurichten. Wenn du dir deine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anschaust, welchen Weg m&ouml;chtest du gehen? Was m&ouml;chtest du &auml;ndern und wieso?</p><h3><strong>Das Widerspr&uuml;chliche anerkennen</strong></h3><p>Du hast jetzt einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber die Situation und deine W&uuml;nsche. Jetzt geht es darum, das Gegens&auml;tzliche anzuerkennen. Dies ist oft der schwerste Teil, denn es bedeutet, deinen Blick auf das Widerspr&uuml;chliche in dir zu richten.</p><p>Vielleicht f&uuml;hlst du dich in deinem Job unterbezahlt, aber du magst deine Kollegen und scheust dich davor, f&uuml;r eine bessere Stelle umzuziehen. Dann gibt es f&uuml;r dich gleich viele gute Gr&uuml;nde zu gehen wie zu bleiben.</p><p>Es ist in dieser Situation normal, hin und hergerissen zu sein. Bedenke aber, bevor du aus &Uuml;berforderung eine Entscheidung triffst, dass beides gleichzeitig wahr sein kann: <em>Mein Job &uuml;berfordert mich</em> und <em>Ich habe eine tolle Arbeitsstelle</em>.</p><blockquote><p>Das Widerspr&uuml;chliche in seiner Gleichzeitigkeit anzuerkennen, entbindet dich nicht der Verantwortung, etwas zu ver&auml;ndern. Es l&ouml;st auch nicht deine widerstreitenden Gef&uuml;hle auf. Aber du lernst anzunehmen, dass nicht nur zwei gegens&auml;tzliche Gef&uuml;hle, sondern auch zwei scheinbar gegens&auml;tzliche Fakten wahr sein k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Diese Erkenntnis bef&auml;higt dich dazu, reflektiert neue Wege zu wagen.</p><h2><strong>3. Optionen pr&uuml;fen und losgehen</strong></h2><p>Bei ambivalenten Gef&uuml;hlen hast du meist drei Handlungsoptionen: K&auml;mpfen, gehen oder weise ertragen.&nbsp;</p><p>Bei der ersten Option k&auml;mpfst du um Ver&auml;nderung. Im Beispiel k&ouml;nnte das sein: Du sprichst deine Unzufriedenheit offen an und bittest um Abhilfe. Die zweite Option w&auml;re, dir allen Unsicherheiten zum Trotz einen anderen Job zu suchen. Bei der dritten Option akzeptierst du die Umst&auml;nde, die du nicht &auml;ndern kannst, und richtest den Blick auf die Ressourcen, die du trotz allem hast.</p><p>Bevor du konkrete Schritte machst, solltest du dir &uuml;berlegen, welche dieser drei Optionen dir am meisten entgegenkommt. Erst dann gehst du erste Schritte hin zu einer passenden L&ouml;sung. Wie aber triffst du die Entscheidung f&uuml;r eine Option?</p><h3><strong>Pro-und-Kontra-Listen als Entscheidungshilfe</strong></h3><p>Hierbei kann dir eine klassische Pro-und-Kontra-Liste helfen. Schreib alle deine Optionen auf und notiere, was f&uuml;r oder gegen die jeweilige Option spricht. Bedenke bewusst auch Teiloptionen. Eine solche k&ouml;nnte sein, in eine andere Abteilung zu wechseln, statt zu k&uuml;ndigen, oder deine Stundenzahl zu reduzieren.</p><p>Mir selbst hat diese Methode schon sehr bei Entscheidungen geholfen. Ich erkannte pl&ouml;tzlich gute Gr&uuml;nde gegen eine Option, sodass es mir automatisch leichter fiel, mich f&uuml;r eine andere zu entscheiden.</p><p>Vor allem bringst du damit unbewusst ablaufende Prozesse auf Papier.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Oft diskutieren Kopf und Herz schon lange dar&uuml;ber, was zu tun ist. Indem du mal alle Optionen niederschreibst und pr&uuml;fst, sortierst du dein Inneres.</p></blockquote><h3><strong>MUTIG den ersten Schritt wagen</strong></h3><p>Du hast eine Entscheidung getroffen? Gro&szlig;artig. Nun hei&szlig;t es: Mutig losgehen! Aber halt, du musst nicht gleich die ganze Strecke bew&auml;ltigen. Ein Schritt reicht. Dabei kann dir die MUTIG-Methode von Alison Cook helfen. Cook definiert folgende 5 Punkte, um aus einer widerspr&uuml;chlichen Gef&uuml;hlslage heraus gute erste Schritte zu gehen:</p><ul><li><strong>Markiere Grenzen:</strong><br />
Setze klare Grenzen! Sch&uuml;tze dich gegen problematisches Verhalten von au&szlig;en und widerstehe genauso bewusst wiederkehrenden negativen Gedanken.</li><li><strong>Umfang erweitern:</strong><br />
Erweitere deine Bew&auml;ltigungsstrategien. Wie kannst du dein Nervensystem beruhigen? Welche Kontakte tun dir jetzt gut?</li><li><strong>Trainiere dein Selbstbewusstsein:</strong><br />
&Uuml;be ein,<strong>&nbsp;</strong>deine W&uuml;nsche und Bitten klar zu &auml;u&szlig;ern. Tritt dabei selbstbewusst auf und mach dich nicht kleiner als du bist. Nutze passende Hilfsangebote wie Seelsorge, Coaching, Sprechtraining, Selbstverteidigungskurs, etc.</li><li><strong>Investiere in Belebendes:</strong><br />
Tu Dinge, die dir Energie spenden. Welches Hobby wolltest du immer schon mal ausprobieren?<strong>&nbsp;</strong>Was kannst du allem zum Trotz feiern?</li><li><strong>Gehe aus deiner alten Umgebung heraus:</strong><br />
&Auml;ndere deine Umgebung! Dies muss nicht das Verlassen der Gesamtsituation hei&szlig;en. Auch der Wechsel des Fitnessstudios oder kleine Alltagsanpassungen k&ouml;nnen neue Impulse geben.</li></ul><p>Mit diesen 5 Schritten hast du jetzt ein gutes Repertoire an der Hand, um deinen neuen Weg gut zu gestalten. Doch eine Frage bleibt noch offen.</p><h3><strong>Was mache ich mit Reue- und Schuldgef&uuml;hlen?</strong></h3><p>Oft wei&szlig;t du genau, was du tun solltest. Oder du hast bereits einen neuen Weg beschritten, aber etwas h&auml;lt dich noch zur&uuml;ck. Meist sind dies Reue- oder Schuldgef&uuml;hle. Vielleicht bereust du, etwas nicht schon fr&uuml;her angegangen zu haben. Doch davon solltest du dich l&ouml;sen, denn du kannst das Vergangene nicht &auml;ndern.</p><p>Auch Schuldgef&uuml;hle gegen&uuml;ber anderen k&ouml;nnen dich blockieren. Hier hilft dir wieder die Gleichzeitigkeit des Widerspr&uuml;chlichen. Du kannst eine zuverl&auml;ssige Mitarbeiterin sein UND bessere Jobbedingungen verlangen. Du kannst eine gute Tochter sein UND Grenzen setzen, wenn deine Eltern sich &uuml;bergriffig verhalten.</p><blockquote><p>Schuldgef&uuml;hle zu haben hei&szlig;t nicht, schuldig geworden zu sein. Pr&uuml;fe, ob du wirklich Dinge vers&auml;umt hast oder deine Gef&uuml;hle dir das nur einreden.</p></blockquote><p>Hierbei kann auch der Glaube helfen. Gott verlangt nicht von dir, perfekt zu sein. Da er deine menschliche Begrenztheit kennt, darfst auch du sie annehmen und deine Schuldgef&uuml;hle dar&uuml;ber bei ihm abgeben. So kannst du in allen widerspr&uuml;chlichen Gef&uuml;hlen einen guten Weg f&uuml;r dich zu finden.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17283168.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 25 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Aller Anfang ist schwer?]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum fühlen sich Neuanfänge oft so schwer an? Was macht den Start in eine neue Lebensphase so schwierig?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121144.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Derek Thomson /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Wenn ich auf meinen Lebensweg bis heute zur&uuml;ckschaue, dann hatte ich so einige Neuanf&auml;nge. Ich bin etwas mehr als zehnmal umgezogen, habe dadurch vier verschiedene Schulen besucht und mindestens vier verschiedene Arbeitgeber gehabt.&nbsp;</p><p>Bei all diesen Neuanf&auml;ngen hatte ich das Gef&uuml;hl, dass sie mir nicht so leicht von der Hand gingen. Ebenso war ich kaum in &bdquo;Juhu, endlich was Neues&ldquo;-Stimmung, obwohl ich mich auf so manchen Wechsel gefreut habe. Gerade in jungen Jahren war vielmehr jeder neue Anfang mit einer gewissen Furcht verbunden. Die Sorge, ob es diesmal funktioniert. Wie die Menschen sind, die ich neu kennenlerne? Ob die neue Lebensstation den Wechsel wert war?</p><h2><strong>Neuanf&auml;nge k&ouml;nnen Freude machen</strong></h2><p>Im Laufe der Zeit wurde es dennoch einfacher. Ich habe Mechanismen erlernt, die mir helfen, mich auf das Neue einzustellen.</p><blockquote><p>Aus der Last, immer wieder neue Leute zu treffen, ist die Freude gewachsen, neue Kontakte zu schlie&szlig;en und neue Menschen kennenzulernen.</p></blockquote><p>Manchmal sage ich salopp und ungefiltert: &bdquo;Ich mag keine neuen Menschen, bis ich sie kennenlerne&ldquo;. Denn ich bin nicht gegen&uuml;ber jedem neuen Menschen automatisch positiv eingestellt. Das gebe ich offen zu. Nicht jeder erste Eindruck verl&auml;uft gut und manchmal gehe ich auch Vorurteilen auf den Leim. Vielleicht habe ich etwas &uuml;ber einen Menschen geh&ouml;rt, wodurch ich ihm oder ihr gegen&uuml;ber schon voreingenommen bin.</p><p>Gleichzeitig stelle ich fest, dass &ndash; wenn ich offen bin, neuen Menschen zu begegnen &ndash; es h&auml;ufig ein Mensch ist, den ich gerne kennenlernen will. Mittlerweile machen mir Neuanf&auml;nge sogar Freude und der Satz &bdquo;Aller Anfang ist schwer&ldquo; beh&auml;lt zwar seine Berechtigung, kommt aber seltener zum Tragen.</p><h2><strong>Die eigene Haltung ist entscheidend</strong></h2><p>So oder so: Neuanf&auml;nge bleiben schwer. Etwas neu lernen zu m&uuml;ssen oder zu wollen, ist selten einfach. Dennoch liegt darin eine gro&szlig;e Chance. Ich habe f&uuml;r mich festgestellt, dass sich erste Schritte nicht immer schwer anf&uuml;hlen m&uuml;ssen, sondern dass sie auch leicht sein k&ouml;nnen. Das hat viel mit meiner eigenen Einstellung oder inneren Haltung zu tun.</p><p>Halte ich das, was auf mich zukommt, f&uuml;r etwas Gutes? Auch das muss ich lernen. Es f&auml;ngt damit an, dass ich innerlich offen f&uuml;r das werde, was da auf mich zukommt. Ich &auml;ndere eventuell sogar meine &auml;u&szlig;erliche Haltung, habe offene statt verschr&auml;nkter Arme.</p><blockquote class="noshare"><p>So kann auch mein K&ouml;rper lernen, Neuem offener entgegenzutreten, statt sich schon &auml;u&szlig;erlich dagegen zu wehren.</p></blockquote><h2><strong>Willkommenskultur leben</strong></h2><p>Gleichzeitig gibt es auch Umst&auml;nde, die den Neuanfang einfacher oder schwerer machen. Wenn ich an meinen Start im ERF denke, bin ich immer noch fasziniert. Ich habe immer noch die Fotos von einem Willkommenstisch, der &uuml;berreich mit vielen kleinen Giveaway, S&uuml;&szlig;igkeiten und Willkommensnachrichten gedeckt ist.&nbsp;</p><p>Das ist f&uuml;r mich &bdquo;Willkommenskultur&ldquo;. Und ich erlebe, dass viele meiner neuen Kolleginnen und Kollegen genauso wie ich vor einigen Jahren begr&uuml;&szlig;t werden: &Uuml;berschw&auml;nglich, fr&ouml;hlich, freudig.</p><p>Auch ihre Anf&auml;nge sind manchmal schwer: neue Umgebung, neuer Kollegenkreis neue Arbeitsstelle vielleicht sogar eine neue Wohnung an einem neuen Wohnort. Auch f&uuml;r sie ist aller Anfang schwer, aber nicht immer bleibt er schwer. Oder wird nicht als schwer empfunden, weil da Menschen sind, die schon da sind und sie willkommen hei&szlig;en.&nbsp;</p><h2><strong>Neuanf&auml;nge lieben lernen</strong></h2><p>Pers&ouml;nlich freue ich mich schon auf meinen n&auml;chsten Neuanfang. Vielleicht lerne ich neue Menschen an meinem Wohnort, in der Gemeindearbeit oder in meinem politischen Engagement kennen. Ob in meiner Region, irgendwann bei einem neuen Arbeitgeber oder ganz woanders, ich bleibe gespannt.</p><p>Denn ich mag Neuanf&auml;nge, auch wenn sie mir am Anfang schwer erscheinen.</p><blockquote><p>Ich habe den Gewinn erkannt, der in jeder neuen Erfahrung, jedem neuen Menschen, jeder neuen Umgebung liegt.</p></blockquote><p>Wie geht es dir mit Neuanf&auml;ngen? L&auml;ufst du fr&ouml;hlich darauf zu oder bist du eher der gesunde Skeptiker? Ich w&uuml;nsche dir, dass du allem Neuem mit einer gewissen Neugier begegnen lernst.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17281581.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Mon, 23 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Alles neu! Muss das sein?]]></title>
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      <description><![CDATA[5 Impulse, um der Angst vor dem Neuen zu begegnen und Veränderungen gut zu bewältigen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121124.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Maksym Kaharlytskyi /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Da steht er nun &ndash; mein neuer Router. Und da steht er schon lange. &Uuml;ber ein halbes Jahr, um genau zu sein. Im Sommer habe ich ihn gekauft, um die Datengeschwindigkeit meines neuen Telefontarifs voll auszunutzen. Erst fehlte die Zeit, ihn einzurichten, und dann beschlich mich die Angst: Was, wenn die Einrichtung nicht klappt? Wenn meine unz&auml;hligen digitalen Ger&auml;te keine Verbindung zu ihm aufbauen?&nbsp;</p><p>Durch meine Teil-Selbstst&auml;ndigkeit bin ich auf stabiles Internet angewiesen. Also blieb erstmal alles beim Alten und der neue Router verstaubt in der Ecke.</p><p>Vielleicht verstaubt bei dir kein Router in der Ecke, aber vielleicht erlebst auch du, dass Neues dir eher Angst macht als dich begeistert. Eventuell schiebst du diese eine gro&szlig;e Entscheidung seit Wochen vor dir her, weil du Angst davor hast, wie sehr dein Leben sich dadurch ver&auml;ndern k&ouml;nnte. Oder eine Neuerung im Job raubt dir nachts den Schlaf.</p><h2><strong>Vertrautes gibt uns Sicherheit</strong></h2><p>Damit bist du nicht allein. Denn wir Menschen lieben Routinen. Wir lieben das Vertraute &ndash; selbst in den neuen Dingen. Daher kaufen wir das neuste Buch vom immergleichen Autor oder entscheiden uns bei einem neuen Wagen bewusst wieder f&uuml;r die gleiche Marke. Ver&auml;nderungen machen uns Menschen Angst, sehr h&auml;ufig auch dann, wenn wir uns bewusst f&uuml;r sie entschieden haben.</p><p>Zu diesem Thema habe ich vor Jahren schon den Artikel <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/willkommen-veraenderung/6866-542-5647" rel="noopener noreferrer">&bdquo;Willkommen Ver&auml;nderung!&ldquo;</a> geschrieben, in dem du viele wertvolle Tipps zum Umgang mit Ver&auml;nderungen findest. Dieses Thema erg&auml;nze ich heute, indem ich dir f&uuml;nf Impulse an die Hand gebe, um deiner Angst vor dem Neuen zu begegnen und sie zu bew&auml;ltigen.</p><h2><strong>1. Was ver&auml;ndert sich wirklich?</strong></h2><p>Wenn sich bei mir eine Ver&auml;nderung ank&uuml;ndigt, richtet sich mein Blick stark darauf, was dadurch anders in meinem Leben wird. Da wird eine neue Strategie auf der Arbeit verk&uuml;ndet und ich frage mich: Mache ich ab morgen etwas ganz anderes? Da steht ein Umzug an und ich sorge mich, ob ich meine alten Freunde verliere.</p><p>Diese &Auml;ngste zu haben, ist normal. Aber es hilft, sich bei Neuerungen zu fragen, was sich dadurch wirklich ver&auml;ndert. Eine Ver&auml;nderung auf der Arbeit ist etwas Gro&szlig;es, aber trotzdem bleiben mein Partner und mein soziales Umfeld stabil. Selbst ein Umzug bedeutet nicht, dass jeder fr&uuml;here Kontakt abbricht.</p><blockquote><p>H&auml;ufig beherrscht uns trotzdem die Angst, dass sich ALLES ver&auml;ndern wird. Wieso? Weil wir nicht &uuml;berblicken k&ouml;nnen, wie gro&szlig; die Ver&auml;nderung sein wird.</p></blockquote><p>Hier kann es helfen, bei Ver&auml;nderungen von au&szlig;en zu kl&auml;ren, was tats&auml;chlich anders werden soll. Bei Ver&auml;nderungen, die ich selbst aktiv suche, kann ich mich bewusst fragen: F&uuml;r wie viel Ver&auml;nderung bin ich bereit? Und was ist zu viel an Neuem?</p><p>Auch hilft es sich zu fragen: Was an dem Neuen macht mir eigentlich Angst? Habe ich bei einer beruflichen Ver&auml;nderung Angst vor Jobverlust oder eher Angst, meiner neuen Rolle nicht gerecht zu werden? Sorge ich mich bei einem Umzug darum, dass ich keinen Anschluss finde oder um die neue Schule der Kinder?</p><p>Mir konkret anzuschauen, wie gro&szlig; die Ver&auml;nderung voraussichtlich sein wird und was mir am meisten Angst macht, kann helfen, mich dieser Angst besser zu stellen.</p><h2><strong>2. Ankerpunkte setzen</strong></h2><p>Gerade in Zeiten, in denen sich bei mir viel ver&auml;ndert hat, hat es mir geholfen, bewusste Ankerpunkte in meinem Leben zu haben. Als ich nach der Schule ein Praktikum weiter weg machte und danach f&uuml;rs Studium erneut umzog, haben mir zwei Dinge Halt gegeben.</p><p>Zum einen bin ich anfangs so h&auml;ufig, wie es mir m&ouml;glich war, nach Hause gefahren und hatte dort immer wieder kurze Auszeiten, in denen alles wie fr&uuml;her war. Zum anderen war ich Teil einer Online-Community und hatte dort intensive Kontakte, die mir dar&uuml;ber hinweggeholfen haben, dass ich mir am neuen Wohnort erst m&uuml;hsam neue Freundschaften aufbauen musste.</p><p>Des Weiteren habe ich mir Ankerpunkte am neuen Wohnort gesucht. Ich habe mich direkt einem Hauskreis angeschlossen. Dort traf ich Menschen, mit denen ich schon mal den Glauben an Jesus gemein hatte. Langfristig entstanden Freundschaften, sodass die Heimatbesuche seltener wurden.</p><p>Auch heute noch setze ich bewusst auf Routinen und Vertrautes, wenn Neues in mein Leben kommt. Das k&ouml;nnen feste Feierabendrituale sein, Kontakte zu langj&auml;hrigen Freunden oder der Ausblick auf den Jahresurlaub am vertrauten Lieblingsort.</p><blockquote class="noshare"><p>Was sind deine Ankerpunkte, die dir in unsicheren Zeiten Halt geben? Welche neuen Anker kannst du in dem Neuen setzen, die dir in Zukunft Halt geben k&ouml;nnen?</p></blockquote><h2><strong>3. Das Positive sehen und entdecken</strong></h2><p>Nicht alle neuen Dinge, aber doch viele neue Dinge haben auch eine positive Seite. So wird mein neuer Router mir etwa schnelleres und sicheres Internet bescheren, sobald er eingerichtet ist. Auch manche erstmal unerw&uuml;nschte Ver&auml;nderungen auf der Arbeit oder im privaten Umfeld k&ouml;nnen langfristig positive Effekte haben.</p><p>Ich habe meinen Traumjob nach dem Studium nicht bekommen, aber durch ein Praktikum in meiner Heimat meinen Mann kennengelernt. Ich habe mir aus beruflicher Unzufriedenheit heraus meine Teilselbst&auml;ndigkeit aufgebaut und bin heute megadankbar daf&uuml;r, diesen zweiten Arbeitsbereich zu haben.</p><p>Oft richten wir unseren Blick allerdings zuerst auf das Negative und auf das, was schiefgehen k&ouml;nnte. Das ist verst&auml;ndlich, denn wir k&ouml;nnen die Ver&auml;nderung nicht &uuml;berblicken und unser auf Probleme trainiertes Gehirn spielt erstmal alle Worst-Case-Szenarien durch. Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz gemobbt werde? Was, wenn ich am neuen Wohnort keine Freunde finde?</p><p>Dabei kann man den Spie&szlig; auch mal rumdrehen und fragen: Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz endlich mehr Urlaubstage habe? Was, wenn ich am neuen Wohnort endlich am Waldrand statt zwischen Hochh&auml;usern wohne?</p><blockquote class="noshare"><p>&nbsp;Tats&auml;chlich kommt es oft besser, als wir es erwarten, und weniger schlimm, als wir es bef&uuml;rchten.</p></blockquote><p>Daher suche das Gute in der Ver&auml;nderung, die bei dir ansteht.</p><h2><strong>4. Nein sagen ist auch eine L&ouml;sung</strong></h2><p>Oft halte ich mich Neuem gegen&uuml;ber f&uuml;r machtlos und denke: Ich muss da ja mitmachen. Das stimmt zum Teil. Wenn eine neue Software auf meiner Arbeitsstelle eingef&uuml;hrt wird, kann ich mich schwerlich dagegen str&auml;uben. Gleichzeitig haben du und ich oft viel mehr Einfluss auf Ver&auml;nderungen, als wir gemeinhin glauben.</p><blockquote><p>Vielleicht kannst du dich nicht dagegen wehren, dass etwas Neues in dein Leben kommt, aber du kannst meist mitentscheiden, in welcher Form das geschieht.</p></blockquote><p>Wenn sich dein Arbeitsumfeld ver&auml;ndert, kannst du entscheiden, ob du die Ver&auml;nderung stumm mittr&auml;gst, mit deinem Vorgesetzten deine neuen Aufgaben verhandelst oder ob du gar deine eigene Ver&auml;nderung suchst und gehst. Genauso kannst du bei einem Umzug entscheiden, wo es hingeht &ndash; und zwar oft selbst dann noch, wenn es um den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim geht.</p><p>Zudem gilt: Nicht alles wird so hei&szlig; gegessen, wie es gekocht wird. Manche angek&uuml;ndigte Neuerung l&auml;sst lange auf sich warten oder kommt nie. Erstmal in Ruhe abwarten kann daher eine gute L&ouml;sung sein.</p><p>Hier und da kannst du auch einfach Nein sagen. Du musst nicht Social Media nutzen, nur weil alle es tun. Gerade wenn es um technische Neuerungen im privaten Umfeld geht, kannst du meist frei entscheiden, ob du mitmachen willst. Frage dich mal einen Monat lang bei jeder Neuerung: Brauche ich das wirklich? Und wenn nicht, will ich es &uuml;berhaupt?</p><h2><strong>5. Ein unwandelbarer Gott</strong></h2><p>In allem Neuen bleibt zudem eine Konstante: Gott. Dieser stellt sich Mose bewusst als Jahwe vor (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Mose3%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">2.Mose 3,14</a>). In Bibel&uuml;bersetzungen wird dies abwechselnd mit <em>&bdquo;Ich bin, der ich bin&ldquo;&nbsp;</em>(ELB), <em>&bdquo;Ich werde sein, der ich sein werde&ldquo;&nbsp;</em>(LUT) oder schlicht mit <em>&bdquo;Ich bin da&ldquo;&nbsp;</em>(GNB) &uuml;bersetzt.&nbsp;</p><p>Letztlich umfasst der Gottesname Jahwe all diese &Uuml;bersetzungen. Gott sagt hier Mose und dem Volk Israel zu: &bdquo;Ich bin da und ich bin derselbe &ndash; gestern, heute und morgen. Ich ver&auml;ndere mich nicht.&ldquo;</p><p>Gott ist damit selbst unwandelbar und gleichzeitig Impulsgeber f&uuml;r Neues in unserem Leben. In der Jahreslosung 2026 hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Siehe, ich mache alles neu&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>). Diese Worte k&ouml;nnen &uuml;berw&auml;ltigend klingen. Doch an anderen Stellen der Bibel wird deutlich, dass das Neue, das Gott schafft, langsam w&auml;chst. Jesus vergleicht etwa das Reich Gottes mit einem Senfkorn (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus4%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 4,31</a>).</p><p>Auch gilt &uuml;ber allem diese Zusage Gottes aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja46%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 46,4</a>: <em>&bdquo;Und ich bleibe derselbe in alle Zukunft! Bis ihr alt und grau werdet, bin ich es, der euch schleppt. Ich habe es bisher getan und ich werde es auch k&uuml;nftig tun. Ich bin es, der euch tr&auml;gt und schleppt und rettet!&ldquo;</em></p><p>Daraus nehme ich mit: Gott bleibt derselbe in allem Neuen. Er ist mein fester Ankerpunkt, selbst wenn andere Ankerpunkte wegbrechen. Er tr&auml;gt mich durch Ver&auml;nderungen hindurch &ndash; gerade durch Ver&auml;nderungen wie Krankheit und Altern, die mich Kraft kosten. Gleichzeitig schenkt er Neues, wo ich es brauche, und l&auml;sst dieses Neue schrittweise wachsen, sodass ich damit umgehen kann.</p><blockquote class="noshare"><p>Diesem Gott kann ich alle meine &Auml;ngste vor dem Neuen anvertrauen und getrost loslassen.</p></blockquote><p>Vielleicht m&ouml;chtest auch du diesen Schritt wagen. Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du uns gerne unter diesem Artikel einen Kommentar hinterlassen.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17280458.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 21 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Gottesdienste zu Ostern]]></title>
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      <description><![CDATA[Hier finden Sie unsere ERF Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostermontag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/955288.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Biewer Jürgen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Der ERF hat ein besonderes Angebot vorbereitet. W&auml;hrend der Osterfeirtage finden Sie bei uns besondere Gottesdienste im Programm. Wir bieten fast alle Sendungen nicht nur im Radio oder Fernsehen an, sondern machen sie auch im Internet abrufbar. Sie k&ouml;nnen also zu einer f&uuml;r Sie g&uuml;nstigen Zeit die Angebote in Anspruch nehmen.</p><h3>So geht&rsquo;s:</h3><p>Treffen Sie Ihre Wahl, indem Sie in der Auflistung unten auf den entsprechenden Link klicken. Mit Klick auf&nbsp;&bdquo;ERF Plus Audiothek&ldquo; gelangen Sie direkt zu der entsprechenden Radiosendung und k&ouml;nnen sich diese anh&ouml;ren. Wenn Sie auf &bdquo;ERF Mediathek&ldquo; klicken, k&ouml;nnen Sie sich den jeweiligen Gottesdienst in Videoform anschauen.&nbsp;</p><p>Hinweis: das Abspielen ist erst ab dem Tag der Ver&ouml;ffentlichung m&ouml;glich!</p><h2><strong>Gr&uuml;ndonnerstag</strong></h2><p><strong>&bdquo;Traditionelles Fest mit Beigeschmack&ldquo;:&nbsp;</strong>Vertraut und doch anders. So feiert Jesus mit seinen J&uuml;ngern&nbsp;das Passahfest. Rahmen und Inhalt der Festtradition findet&nbsp;sich im <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose12%2C1-14" target="_blank">2. Buch Mose, Kapitel 12, 1-14</a>. Elke Drossmann l&auml;dt Sie ein, dieses Fest im Gr&uuml;ndonnerstag zu entdecken.</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 2. April 2026 um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus und in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/traditionelles-fest-mit-beigeschmack/8312-691?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>.</strong></p><h2><strong>Karfreitag</strong></h2><p><strong>&bdquo;Spott und Hoffnung&ldquo;:&nbsp;</strong>Im Gottesdienst zu Karfreitag aus dem&nbsp;ERF Medienhaus&nbsp;in Wetzlar mit Susanne Thyroff stehen die Reaktionen auf Jesus am Kreuz im Mittelpunkt: Spott, Zweifel und Gleichg&uuml;ltigkeit treffen auf ehrliche Reue und Vertrauen &ndash; nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas23%2C32-43" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 23, 32-43</a>.&#8239; Eine Predigt &uuml;ber Schuld, Vergebung und Hoffnung, die tr&auml;gt.</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 3. April 2026&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/spott-und-hoffnung/8312-692?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>&nbsp;und&nbsp;als Videomitschnitt in der&nbsp;<a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/spott-und-hoffnung/4929-862?reset=1" target="_blank">ERF Mediathek</a>.</strong></p><h2>Ostersonntag</h2><p><strong>&bdquo;Der Stein ist weg&ldquo;:&nbsp;</strong>Wenn Gott das Unbewegliche bewegt, ver&auml;ndert sich alles. Im Ostergottesdienst aus dem&nbsp;ERF Medienhaus&nbsp;in Wetzlar nimmt Ellen H&ouml;rder-Knop Sie mit auf die Spur der Ostergeschichte &ndash; nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus16%2C1-8" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 16,1-8</a>. Sie&nbsp;zeigt, wie Jesu Auferstehung heute Hoffnung schenkt.</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 5. April 2026&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/der-stein-ist-weg/8312-693?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>&nbsp;und&nbsp;als Videomitschnitt in der&nbsp;<a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/der-stein-ist-weg/4929-863?reset=1" target="_blank">ERF Mediathek</a>.</strong></p><h2><strong>Ostermontag</strong></h2><p><strong>&bdquo;Wahrhaftig auferstanden!&ldquo;:&nbsp;</strong>Diesen&nbsp;Osterruf&nbsp;bringt Jochen Eber im Ostermontagsgottesdienst zum Klingen.&nbsp;Er richtet den Blick auf die Zeugen der Auferstehung Jesu, von denen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas24%2C36-49" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 24, 36-49</a> berichtet wird.&nbsp;</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 6. April 2026&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/wahrhaftig-auferstanden/8312-694?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>.</strong></p><p>&nbsp;</p><p><strong>Wir freuen uns, wenn Sie mit uns zusammen Gottesdienst&nbsp;feiern!</strong></p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/15199745.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Fri, 20 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie wir lernen, gnädiger zu sein!]]></title>
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      <description><![CDATA[Was passiert, wenn Menschen einander nicht vergeben – und was verändert sich, wenn sie es doch tun? Interview mit Fabian Vogt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120464.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Colin Lloyd /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Viele Konflikte sind l&auml;ngst vorbei &ndash; und wirken trotzdem nach. Was gesagt oder getan wurde, verschwindet nicht einfach. Verletzungen werden mitgenommen, im Privaten ebenso wie in &ouml;ffentlichen Debatten. Fronten verh&auml;rten sich, Positionen werden sch&auml;rfer. Statt aus Fehlern zu lernen und einander zu vergeben, verengen sich Gespr&auml;che immer h&auml;ufiger auf die Suche nach Schuldigen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Fabian Vogt ist Theologe, Schriftsteller und K&uuml;nstler. Er schaut gerne genau hin, wenn es zwischen Menschen kompliziert wird. Und er beobachtet: Unsere Gesellschaft wird sp&uuml;rbar gnadenloser. In seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/147723" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Verzeihen Sie bitte!&ldquo;</a> erkl&auml;rt er, warum uns Vergebung so schwerf&auml;llt &ndash; und wie wir sie dennoch erlernen k&ouml;nnen.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Hast du selbst einmal erlebt, wie sehr Vergebung &ndash; oder fehlende Vergebung &ndash; ein Leben pr&auml;gen kann?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt:<strong></strong>Mir hat zum Beispiel mal eine Frau erz&auml;hlt, dass sie sich vor 20 Jahren mit ihrer Tochter zerstritten habe. Seitdem h&auml;tten die beiden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Das Ergebnis: Sie hat ihre drei Enkel nie kennengelernt &ndash; nicht, weil sie das nicht wollte, sondern weil sie ihrer Tochter bis heute nicht vergeben konnte.&nbsp;</p><p>Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, weil es zeigt, wie weit die Folgen von Unvers&ouml;hnlichkeit reichen k&ouml;nnen.&nbsp;</p><h2>Unsere Gesellschaft denkt in Feindbildern&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Du schreibst in deinem Buch &bdquo;Verzeihen Sie bitte&ldquo;, dass unsere Gesellschaft immer gnadenloser wird. Woran machst du das fest?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Das l&auml;sst sich auf vielen Ebenen beobachten. Unsere Gesellschaft ist stark polarisiert, Menschen denken zunehmend in Feindbildern. Besonders sichtbar wird das in politischen Debatten. Je nach Perspektive sind &bdquo;die Gr&uuml;nen&ldquo;, &bdquo;die CSU&ldquo;, &bdquo;die AfD&ldquo; oder andere Gruppen angeblich an allem schuld. Es wird schnell nach Verantwortlichen gesucht, denen man die eigene Unzufriedenheit zuschreiben kann.&nbsp;</p><p>Dieses Denken folgt dann oft einer einfachen T&auml;ter-Opfer-Logik:&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn es mir schlecht geht, muss jemand daran schuld sein. Also suche ich mir einen Verantwortlichen. Diese Haltung pr&auml;gt aber nicht nur politische Debatten, sondern auch unseren Alltag.</p></blockquote><p>Gleichzeitig zeigen Studien, dass wir auch mit uns selbst immer gnadenloser umgehen. Viele Menschen haben gro&szlig;e Angst davor, Fehler zu machen oder nicht zu gen&uuml;gen. Statt einer Midlife-Krise erleben immer mehr Menschen eine Art Dauerkrise &ndash; oft seit der Jugend. Das Gef&uuml;hl, Opfer der Umst&auml;nde zu sein, ist f&uuml;r viele normal geworden.&nbsp;</p><h2>Wir haben die Gnade verlernt&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Was fehlt uns heute, um mit Schuld, Scheitern und Verletzungen anders umzugehen?</strong>&nbsp;</p><figure class="image right"><img alt="Foto Buchautor Fabian Vogt, Copyright: Pietro Sutera" height="982" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120877.jpg" width="1000" /><figcaption>Dr. Fabian Vogt ist Theologe, Autor und K&uuml;nstler. Er arbeitet unter anderem bei midi, der Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie in Berlin. (Copyright: Pietro Sutera)</figcaption></figure><p>Fabian Vogt: Der Begriff der Gnade war fr&uuml;her viel pr&auml;senter. Vor Jahrhunderten sprach man Menschen noch mit &bdquo;Gn&auml;dige Frau&ldquo; oder &bdquo;Gn&auml;diger Herr&ldquo; an. Man sprach von begnadeten K&uuml;nstlern oder davon, dass jemand sein Gnadenbrot bekam. Gnade war ein vertrauter Begriff im Alltag und in der Sprache.&nbsp;</p><p>Heute ist davon wenig &uuml;brig. Selbst gesellschaftliche Rituale, die Raum f&uuml;r Selbstreflexion bieten, sind verschwunden &ndash; etwa der Bu&szlig;- und Bettag. Einmal im Jahr bewusst innehalten und sich fragen: Was ist in meinem Leben schiefgelaufen? Wo brauche ich Vergebung? Diese Haltung haben wir St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck verloren. Damit haben wir die Gnade aus dem &ouml;ffentlichen Bewusstsein verdr&auml;ngt.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Welche Folgen hat es denn, wenn Menschen nicht vergeben k&ouml;nnen?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Wer sich selbst oder anderen nicht vergeben kann, schleppt alte Verletzungen dauerhaft mit sich herum. Ein Satz bringt das gut auf den Punkt: &bdquo;Wer anderen etwas nachtr&auml;gt, geht nie den eigenen Weg.&ldquo;&nbsp;</p><blockquote><p>Solange ich festhalte, was mir jemand angetan hat, bestimme nicht ich mein Leben &ndash; sondern das vergangene Unrecht. Das macht unfrei.</p></blockquote><p>Menschen, die sich als unfrei erleben, rutschen deshalb leicht in die Opferrolle. Sie suchen nach Verantwortlichen f&uuml;r ihre Unzufriedenheit und richten ihren &Auml;rger nach au&szlig;en. Vergebung hat hier eine gro&szlig;e Kraft, weil sie hilft, aus diesem Muster auszusteigen. Sie ist zun&auml;chst ein innerer Schritt: die eigenen Altlasten loszulassen, um wieder handlungsf&auml;hig und innerlich freier zu werden.&nbsp;</p><h2>Vergeben hei&szlig;t nicht verharmlosen&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Viele Menschen missverstehen Vergebung. Sie denken, Vergebung hei&szlig;t &bdquo;Schwamm dr&uuml;ber&ldquo;, ganz gleich wie gro&szlig; das erlebte Unrecht war. Was bedeutet Vergebung in deinem Verst&auml;ndnis ganz bewusst nicht?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Genau, viele Menschen f&uuml;rchten sich vor dem Gedanken der Vergebung, weil sie glauben, damit w&uuml;rde das Unrecht verharmlost. Als w&uuml;rde man sagen: So schlimm war es ja gar nicht. Genau das ist Vergebung aber nicht.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Vergeben hei&szlig;t nicht vergessen. B&ouml;se bleibt b&ouml;se, Unrecht bleibt Unrecht. Es wird weder entschuldigt noch relativiert. Vergebung bedeutet auch nicht, dass ich das Verhalten des anderen verstehen oder guthei&szlig;en muss.</p></blockquote><p>Und Vergebung hei&szlig;t auch nicht automatisch Vers&ouml;hnung. Zwei Menschen k&ouml;nnen sich zerstreiten, einer kann vergeben &ndash; und sich trotzdem trennen. Auch bei schweren Erfahrungen wie Missbrauch kann jemand vergeben und dennoch Anzeige erstatten. Das eine ist eine rechtliche oder &auml;u&szlig;ere Konsequenz, das andere ist der innere Prozess.&nbsp;</p><p>Entscheidend ist: Echtes Vergeben setzt voraus, dass Unrecht klar benannt wird. Wenn ich versuche, meinen Schmerz kleinzureden oder so tue, als w&auml;re nichts passiert, ist das keine Vergebung. Erst wenn ich anerkenne, dass mich der andere wirklich verletzt hat, kann ich lernen, anders mit diesem Schmerz zu leben und ihn loszulassen.&nbsp;</p><h2>Schritte auf dem Weg zur Vergebung&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Viele merken: Da ist etwas, das mich seit Jahren belastet. Ich m&ouml;chte vergeben, wei&szlig; aber nicht, wie ich anfangen soll. Was r&auml;tst du solchen Menschen ganz konkret?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Wichtig ist ein Perspektivwechsel. Solange ich von meiner Verletzung bestimmt bin, schaue ich fast nur auf den anderen: &bdquo;Was hat er getan? Was h&auml;tte er anders machen m&uuml;ssen?&ldquo; Vergebung beginnt dort, wo ich den Blick zur&uuml;ck auf mich selbst richte und wahrnehme, was diese Verletzung mit mir gemacht hat. Dazu geh&ouml;rt auch, dar&uuml;ber weinen zu d&uuml;rfen. Wut ist oft ein Versuch, die eigene Trauer zu &uuml;bert&uuml;nchen und nicht wahrzunehmen. Wichtig ist, sich den eigenen Schmerz einzugestehen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Mit dieser neuen Perspektive entsteht Abstand. Statt im Groll auf den anderen gefangen zu bleiben, frage ich mich: Was brauche ich jetzt? Was hilft mir, wieder freier zu werden? Vergebung ist ein Prozess, aber genau hier beginnt er.&nbsp;&nbsp;</p><p>Dabei muss ich diesen Weg nicht allein gehen. Gespr&auml;che mit vertrauten Menschen, seelsorgerliche oder therapeutische Begleitung oder auch das Aufschreiben der eigenen Gedanken k&ouml;nnen helfen, innere Schleifen zu durchbrechen.&nbsp;</p><h2><strong>Hass gewinnt nur, wenn wir mitspielen</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Der christliche Glaube spielt in deinem Buch eine wichtige Rolle. Welche zus&auml;tzliche Perspektive bietet er f&uuml;r das Thema Vergebung?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Ich habe gemerkt, dass aus einem gesellschaftspolitischen Thema am Ende ein zutiefst christliches geworden ist. Denn &uuml;ber Vergebung und Gnade k&ouml;nnen wir in unserer Kultur kaum sprechen, ohne den christlichen Hintergrund mitzudenken.&nbsp;</p><p>Jesus wird einmal gefragt: &bdquo;Wie oft soll ich vergeben? Reicht siebenmal?&ldquo; Seine Antwort lautet: &bdquo;77 Mal.&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 18,21+22</a>) Gemeint ist: Es gibt keine Grenze. Vergebung ist keine einmalige Handlung, sondern eine Haltung &ndash; eine Art, durchs Leben zu gehen.&nbsp;</p><p>Diese Haltung hat ihren Ursprung in Gottes Gnade. F&uuml;r Gott bin ich wertvoll und geliebt &ndash; unabh&auml;ngig von Leistung, Schuld oder Scheitern.&nbsp;</p><blockquote><p>&Uuml;ber meinem Leben steht ein gro&szlig;es Ja. Und genau dieses Ja macht Vergebung m&ouml;glich: Weil ich selbst von Gnade lebe, muss ich mich nicht vom Hass bestimmen lassen.</p></blockquote><p><strong>ERF: Wie kann das konkret aussehen?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Ein sehr eindr&uuml;ckliches Beispiel daf&uuml;r ist der franz&ouml;sische Journalist Antoine Leiris. Er verlor seine Frau beim Attentat 2015 in Paris. Kurz danach schrieb er einen offenen Brief an die T&auml;ter mit dem Satz: <em>&bdquo;</em>Meinen Hass bekommt ihr nicht.&ldquo; Er sagt sinngem&auml;&szlig;: Wenn ich euch jetzt hasse, dann habt ihr gewonnen. Dann werde ich wie ihr. Diesen Kreislauf wollte er durchbrechen.&nbsp;</p><p>Darum geht es auch bei den Worten Jesu, &bdquo;die andere Wange hinzuhalten&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us5%2C29" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,29</a>). Es ist kein Aufruf zur Passivit&auml;t oder dazu, sich alles gefallen zu lassen. Es geht darum, der Gewalt und dem Hass die Macht zu nehmen. Wer so handelt, bleibt innerlich frei &ndash; und l&auml;sst sich nicht auf das gleiche zerst&ouml;rerische Muster ein.&nbsp;</p><h2><strong>Eine gn&auml;digere Gesellschaft ist m&ouml;glich</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Zum Schluss ein Blick nach vorn: Wenn du tr&auml;umen d&uuml;rftest &ndash; wie s&auml;he eine Gesellschaft aus, in der Menschen gn&auml;diger mit sich selbst und miteinander umgehen?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Ich glaube, unsere Gesellschaft w&uuml;rde sich deutlich ver&auml;ndern, wenn Menschen lernen w&uuml;rden, gn&auml;diger mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Wer sich nicht st&auml;ndig angegriffen f&uuml;hlt und nicht dauernd in die Opferrolle rutscht, hat es gar nicht mehr n&ouml;tig, andere niederzumachen oder als Feinde zu sehen.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn Menschen selbst etwas von dieser Gnade erfahren, von der der christliche Glaube spricht, dann k&ouml;nnen sie innerlich mehr zur Ruhe kommen.</p></blockquote><p>Sie leben ein St&uuml;ck liebevoller, friedfertiger und freundlicher. Das w&auml;re sch&ouml;n.&nbsp;&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r diesen Ausblick und das spannende Gespr&auml;ch.</strong>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff, Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17278203.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff, Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 18 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Warum Neues zuerst skeptisch macht]]></title>
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      <description><![CDATA[Das Neue, das Gott schafft, ist gut – auch wenn es sich erst ungewohnt anfühlt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119812.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Mein Navi schl&auml;gt mir eine neue Route vor. &bdquo;Schneller als die bisherige&ldquo;, sagt es. Doch ich kenne den alten Weg. Ich wei&szlig;, wo ich abbiegen muss. Ich wei&szlig;, was mich erwartet. Der neue Weg mag besser sein, aber ich m&uuml;sste mich auf fremde Wege einlassen &ndash; ohne zu wissen, wie es weitergeht. Vielleicht mag ich Neues doch weniger, als ich dachte.</p><h2><strong>Ich sehne mich nach Neuem, bis es mir begegnet</strong></h2><p>&Auml;hnlich ist es in unserer Gesellschaft. Einerseits wird Neues gehyped, ob es um ein Auto oder den neusten Kinofilm geht.&nbsp;Andererseits fordert uns Neues heraus. Unsere von der Aufkl&auml;rung gepr&auml;gte Denkweise will erkl&auml;ren, verstehen, kontrollieren.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Aber wenn etwas wirklich neu ist, kann ich es erstmal nicht erkl&auml;ren. Mein Verstand kann es nicht einordnen &ndash; und wird skeptisch.</p></blockquote><p>Und da merke ich einen Widerspruch in mir selbst:&nbsp;Ich will Neues, aber bitte so, dass es sich vertraut anf&uuml;hlt. F&uuml;r meinen Kopf. F&uuml;r mein Gef&uuml;hl. Dabei sagt das Wort selbst schon etwas anderes. Der Duden beschreibt &bdquo;neu&ldquo; unteranderem so: <em>&bdquo;</em>bisher noch nicht bekannt gewesen.&rdquo;&nbsp; &nbsp;</p><h2><strong>Gott meint wirklich NEU</strong></h2><p>Wenn man sich auf Gott einl&auml;sst, kommt man um Neues nicht rum. Als Christ bete ich sogar f&uuml;r Neues. Doch wenn es mir dann begegnet, merke ich: Oh, ach so &ndash; Gott meint wirklich NEU.&nbsp;</p><p>Das kann sich dann auch erstmal ungewohnt anf&uuml;hlen. Denn Gott ist ein Experte darin, Neues zu schaffen. Er schenkt ein neues Herz, einen neuen Geist, eine neue Identit&auml;t. Neue Gedanken, neue Gef&uuml;hle. Und am Ende der Zeiten sogar einen neuen Himmel und eine neue Erde.</p><blockquote class="noshare"><p>Das ist nicht wenig Neues &ndash; und es ist kein vorsichtiges Neues. Es ist radikal. Und innerlich denke ich: So neu meinte ich es auch wieder nicht.</p></blockquote><h2><strong>Neues von Gott ist anders &ndash; und trotzdem gut</strong></h2><p>Wie kann ich mich auf all das Neue, Unbekannte, meine Schubladen &Uuml;bersteigende einlassen? Gott wei&szlig; darum, dass mir sein Neues fremd ist. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia33%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 33,3</a> sagt er dem Propheten Jeremia zu:&nbsp;<em>&bdquo;Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun gro&szlig;e und unfassbare Dinge, von denen du nichts wei&szlig;t.&rdquo;&nbsp;</em></p><p>Gott verspricht hier Gro&szlig;es, aber er sagt auch klar: Diese Dinge werden neu sein &ndash; unbekannt, nicht sofort erkl&auml;rbar. Das hei&szlig;t: Mein Verstand wird sehr wahrscheinlich nicht gleich mitkommen. Es wird nicht gleich in meine gewohnten Schubladen passen. Und das ist okay. Zumindest ist es f&uuml;r Gott okay. Er traut mir das zu.&nbsp;</p><p>Gott erkl&auml;rt das Neue nicht weg, auch wenn ich mir das manchmal w&uuml;nschen w&uuml;rde. Aber &ndash; und das ist entscheidend &ndash; das Neue, das Gott schafft, ist gut.&nbsp;Wenige Verse sp&auml;ter macht er klar, dass das Neue, was er schaffen will, nur gute Dinge sind: Heilung, Frieden und Vergebung (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia33%2C6-9" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 33,6-9</a>). Dies sind die Bereiche, in denen Gott Neues in meinem Leben schaffen will.&nbsp;</p><blockquote><p>Vielleicht ist es am Ende &auml;hnlich wie mit dem Navi. Ich lasse mich f&uuml;hren &ndash; nicht, weil ich den Weg kenne, sondern weil ich Gott zutraue, dass er mich zu einem guten Ziel f&uuml;hrt.</p></blockquote><h2><strong>Neues umarmen lernen</strong></h2><p>Das hilft mir, anders mit Neuem umzugehen &ndash; es vielleicht sogar zu umarmen. Auch dann, wenn es sich nicht sofort vertraut anf&uuml;hlt. Denn Gott sagt: Das Ergebnis wird gut sein.</p><p>Vielleicht ist f&uuml;r dich heute diese Frage dran: Lasse ich mich darauf ein, dass Gott auch durch Erfahrungen wirkt, die sich meiner Kontrolle entziehen? Wenn ja, kannst du ihm das so sagen: <em>&bdquo;</em>Gott, ich bin bereit f&uuml;r Neues. Und wenn du mir mit Unbekanntem antwortest, will ich lernen zu sagen: Ich vertraue, dass es gut ist &ndash; auch wenn ich es noch nicht verstehe.&rdquo;</p><p>Wo hast du Gott ganz neu oder anders erlebt? Erz&auml;hl uns gerne davon in den Kommentaren.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17276951.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Mon, 16 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[In Ruhe lieben]]></title>
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      <description><![CDATA[Wenn Liebe nicht fordert, sondern ruhen darf, entsteht neue Nähe. Eine Einladung, Druck loszulassen und der Liebe wieder Raum zu geben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120685.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Khamkéo /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Zum Valentinstag denken viele an gro&szlig;e Gef&uuml;hle und besondere Gesten. Doch Liebe lebt nicht vom Dauerfeuer der Erwartungen, sondern von Atempausen. Der folgende Text ist ein Auszug aus <a href="https://shop.erf.de/products/00/148463?searchtext=Tr%C3%A4ume%20sind%20wie%20Segel,%20Erinnerungen" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Tr&auml;ume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder&ldquo;</a> von Tomas Sj&ouml;din &ndash; ein leiser Gedanke dar&uuml;ber, warum N&auml;he w&auml;chst, wenn man einander nicht festh&auml;lt, sondern ruhen l&auml;sst.&nbsp;Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des <a href="https://www.scm-verlagsgruppe.de/verlagsgruppe/">SCM Verlages</a> einen Auszug aus dem Buch.</em></p><p>Im Laufe der Jahre ist in mir die &Uuml;berzeugung immer st&auml;rker geworden, dass die Kunst, jemanden zu lieben&nbsp;&ndash; und das nicht nur heute, sondern auch morgen und &uuml;bermorgen&nbsp;&ndash;, die Kunst ist, sich nicht zu sehr aneinander zu klammern. Es ist etwas Vertracktes mit der Liebe; sobald man versucht, sie zu erzwingen, wirkt man ihrem Wesen entgegen und versperrt ihr damit den Weg.&nbsp;</p><h2><strong>Im freien Fall der Liebe</strong></h2><p>Im Englischen gibt es den Ausdruck falling in love.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Sich verlieben ist etwas ungemein Sch&ouml;nes, aber das Wort fall (&raquo;fallen&laquo;) zeigt, dass es auch lebensgef&auml;hrlich ist.</p></blockquote><p>Jemand, der liebt und diese Liebe &auml;u&szlig;ert, l&ouml;st in diesem Augenblick den Sicherheitsgurt seines Lebens und st&uuml;rzt im freien Fall auf den geliebten Menschen zu, und das Einzige, was ihn retten kann, ist, dass seine Liebe erwidert wird. Das ist das Risiko der Liebe. Und ihre Chance.</p><h2><strong>So, wie es ist, ist es gut</strong></h2><p>Einer der sch&ouml;nsten Texte der Weltliteratur &uuml;ber die Liebe ist das fast dreitausend Jahre alte Hohelied von Salomo in der Bibel. In ihm findet sich eine unglaublich wunderbare Szene. Die beiden Liebenden sind in ihrem Liebesnest und die Braut ist im Arm des Br&auml;utigams eingeschlafen. Sie begehren nichts voneinander, erwarten nichts weiter. So, wie es ist, hier und jetzt, ist es gut; sie sind beieinander, und das gen&uuml;gt.&nbsp;</p><p>In dieser Liebesbegegnung der Ruhe offenbart sich ein Bild, das zeigt, wie Liebe w&auml;chst&nbsp;&ndash; hier formuliert mit den Worten: &bdquo;Weckt nicht, st&ouml;rt nicht auf die Liebe, bevor es ihr &lang;selber&rang; gef&auml;llt!&ldquo;</p><blockquote><p>Ich glaube, eins der gr&ouml;&szlig;ten Geschenke, die man dem Menschen machen kann, den man liebt, ist die Ruhe. Das Recht, einen Gang zur&uuml;ckzuschalten und nicht &uuml;berall pr&auml;sent sein zu m&uuml;ssen, Stunden oder Tage frei von Forderungen und Anspr&uuml;chen.</p></blockquote><h2><strong>Wo Druck w&auml;chst, verliert die Liebe</strong></h2><p>In einer engen Beziehung kann eine kleine, unerwartete Entlastung f&uuml;r den anderen auf deutlich mehr Dankbarkeit sto&szlig;en als ein gro&szlig;er Blumenstrau&szlig;. Stress und Druck sind Feinde der Liebe, und wenn man das Leben zu schnell werden l&auml;sst, w&auml;chst die Gefahr, dass man Unkraut in den Liebesacker s&auml;t, ohne es zu merken. Wer erwartet, dass eine Beziehung pausenlos von einem H&ouml;hepunkt zum anderen springt, wird bald die gro&szlig;e Ersch&ouml;pfung ernten. Statt sich &uuml;ber die Blumen am Wegrand zu freuen, trampelt man auf ihnen herum.&nbsp;</p><p>Wenn uns das Leben m&uuml;de gemacht hat, kann es das Richtige sein, einander anzuschauen und zu sagen: &bdquo;Du und ich, wir k&ouml;nnten es vielleicht spannender haben im Leben, aber es ist in Ordnung, wie es ist.&ldquo; Das mag nach Resignation klingen, aber wo solch ein Ausruhen geschehen darf, kommt es nicht selten zu einer Art Sch&ouml;pfungswunder:&nbsp;</p><blockquote><p>Die Liebe erwacht wieder zum Leben&nbsp;&ndash; die Liebe, die die ganze Zeit da gewesen war, aber begraben unter einem Berg der Ersch&ouml;pfung.</p></blockquote><h2><strong>Der Ruheort der Liebe</strong></h2><p>Ich glaube, die Ruhe ist der R&uuml;ckzugsort der Liebe, aber auch ihre Kraftquelle. Wo ich unrealistische Erwartungen fahren lasse, k&ouml;nnen auf einmal viele andere Dinge wachsen. Zum Beispiel Z&auml;rtlichkeit, Kreativit&auml;t und Verspieltheit.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Lieben ist Fallen, aber es gen&uuml;gt nicht, dass man damals&nbsp;&ndash; lang ist es her&nbsp;&ndash; einander zu F&uuml;&szlig;en fiel, sondern wir m&uuml;ssen das immer wieder neu tun.</p></blockquote><p>Seite an Seite weiter durch das Leben wandern, mit ma&szlig;vollen Erwartungen und viel Luft zum Atmen. Im ganz normalen Alltag stressfreie Oasen schaffen und der Liebe die Chance geben zu erwachen, einfach weil es ihr selbst gef&auml;llt.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tomas Sjödin</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17276091.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tomas Sjödin]]></author>
      <pubDate>Sat, 14 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Willkommen Veränderung!]]></title>
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      <description><![CDATA[6 Tipps, um Veränderungen positiv anzugehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/719496.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mario Gogh /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Magst du&nbsp;Ver&auml;nderungen? Ich nicht besonders. Ich bin ein Mensch, der Routinen mag und dem es schwerf&auml;llt, sich auf Neues einzustellen. Gleichzeitig aber finde ich mich manchmal in Wunschtr&auml;umen wieder, in denen mein Leben ganz anders ist als jetzt und auch ich eine ganz andere bin: Entspannter, geduldiger, sportlicher.</p><p>Vielleicht geht es dir &auml;hnlich. Eventuell hast du Vors&auml;tze f&uuml;r das Jahr gefasst, um endlich den einen oder anderen Wunschtraum umzusetzen. Oder aber du bist&nbsp;eher ein Gewohnheitstier und hoffst insgeheim, dass sich&nbsp;m&ouml;glichst wenig in deinem Leben &auml;ndert. So oder so, eines kann ich dir garantieren:</p><blockquote><p>Es&nbsp;wird immer wieder Ver&auml;nderungen geben und nicht jede dieser Ver&auml;nderung wird dir gefallen. Woher ich das wei&szlig;?</p></blockquote><p>Genau diese Erfahrung habe ich in den letzten Jahren immer wieder machen m&uuml;ssen. Doch wenn nichts so sicher ist wie die Ver&auml;nderung, wie soll ich dann mit ihr umgehen? Dazu m&ouml;chte ich sechs Impulse weitergeben, die mir in meinem eigenen Leben geholfen haben:</p><h2>1. Nimm&nbsp;Abschied von &uuml;berzogenen Erwartungen oder Bef&uuml;rchtungen</h2><p>Die erste, wichtigste Erkenntnis, wenn es um Ver&auml;nderungen geht, ist die: Es mag sich viel &auml;ndern, aber nur selten ver&auml;ndert sich auf einen Schlag alles. Das ist eine Erleichterung, wenn man mit Zukunfts&auml;ngsten zu k&auml;mpfen hat. Denn die meisten Zukunfts&auml;ngste treten nie ein.</p><p>Gleichzeitig hilft dieser Realismus aber auch gegen &uuml;berzogene&nbsp;positive&nbsp;Erwartungen. Auch in diesem Jahr wirst du&nbsp;vermutlich nicht zum Marathonl&auml;ufer, wenn du bislang jede Erledigung mit dem Auto get&auml;tigt hast.</p><blockquote class="noshare"><p>Falls du dir etwas zu ehrgeizige Ziele&nbsp;gesetzt hast, lohnt es sich, diese noch einmal einem Realit&auml;tscheck zu unterziehen.</p></blockquote><p>Ein t&auml;glicher Spaziergang kann f&uuml;r den Anfang die bessere Option sein als der Versuch, dreimal w&ouml;chentlich mindestens eine Stunde zu joggen.</p><h2>2. Erkenne&nbsp;die Macht der &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde an</h2><p>Unsere &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde nehmen mehr Einfluss auf unser Handeln als wir glauben.&nbsp;Verhaltens&auml;nderungen fallen uns leichter, wenn wir sie innerhalb eines neuen Lebensabschnitts angehen. Denn wer gerade umgezogen ist oder wessen Arbeitsstelle sich ge&auml;ndert hat, muss sowieso eine neue Lebensroutine aufbauen. Da kann der Spaziergang w&auml;hrend der Mittagspause gleich mit in die neue Routine &uuml;bernommen werden.</p><p>Gleichzeitig sollten wir diesen positiven Effekt nicht &uuml;berreizen, denn zu viele Ver&auml;nderungen auf einmal &uuml;berfordern unser Gehirn.</p><p>Nun musst du nicht gleich den Job wechseln, um die neue Di&auml;t einzuhalten. Aber mach dir&nbsp;bewusst, dass verschiedene Gewohnheiten zusammenh&auml;ngen und aufeinander Einfluss nehmen. Wer jeden Abend mit Chips vor dem Fernseher verbringt, wird schnell merken, dass die R&uuml;ckfallquote deutlich h&ouml;her ist, wenn er nur die Chips wegl&auml;sst, aber ansonsten die Gestaltung seines Abendprogramms nicht ver&auml;ndert.</p><h2>3. &Uuml;berst&uuml;rze&nbsp;nichts</h2><p>Ver&auml;nderungen brauchen Zeit, ganz gleich, ob sie selbst gew&auml;hlt sind oder nicht. Es dauert im Schnitt zwei Monate, bis sich neue Gewohnheiten etabliert oder wir uns an neue Umst&auml;nde gew&ouml;hnt haben.&nbsp;Bis dahin hei&szlig;t es: Nicht aufgeben!</p><p>Vielleicht hilft es dir zudem, deine Ziele in kleinere Schritte einzuteilen und dir Teilziele zu setzen. Bei kleineren Zielen siehst du den Erfolg n&auml;mlich oft viel schneller. Und lass dich nicht entmutigen!</p><blockquote><p>Nicht alles klappt von heute auf morgen, aber du kannst dich bewusst daf&uuml;r entscheiden, an deinen Gewohnheiten zu arbeiten statt entmutigt wieder aufzugeben.</p></blockquote><h2>4. Mache es konkret</h2><p>Wenn es dir darum geht, sportlicher zu werden, abzunehmen oder eine schlechte Gewohnheit loszuwerden, steht dir vermutlich klar vor Augen, wieso du eine Ver&auml;nderung anstrebst. Trotzdem hilft es enorm, sich dies noch mal ganz konkret aufzuschreiben. Denn dann ger&auml;tst du&nbsp;nicht in Gefahr, dein Ziel aus dem Blick zu verlieren.</p><blockquote class="noshare"><p>Forscher haben herausgefunden, dass Ver&auml;nderungen viel leichter durchzusetzen sind, je konkreter jemand formulieren kann, wieso er sie durchf&uuml;hren m&ouml;chte.</p></blockquote><p>Besser als ein lapidares &bdquo;Ich m&ouml;chte abnehmen&ldquo; ist konkret zu benennen, wie viel und weshalb ich abnehmen m&ouml;chte. Beispiel: &bdquo;Ich m&ouml;chte f&uuml;nf Kilo abnehmen, damit ich wieder in meine Jeans passe und mich rundum fitter f&uuml;hle.&ldquo;</p><h2>5. Suche dir Hilfe, falls n&ouml;tig</h2><p>Einen guten Vorsatz im Leben durchzusetzen, kann eventuell genauso schwierig sein, wie mit einer &uuml;berraschenden Ver&auml;nderung klarzukommen. Denn in beiden F&auml;llen wird unsere bisherige Routine unterbrochen.&nbsp;Daher kann es sehr hilfreich sein, sich Unterst&uuml;tzung zu suchen, wenn wir alleine nicht weiterkommen.</p><p>Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Wenn du mehr Sport treiben willst, hilft dir vielleicht ein&nbsp;Trainingspartner.&nbsp;Wenn eine be&auml;ngstigende Lebensver&auml;nderung ansteht oder bereits &uuml;ber dir hereingebrochen ist, kann dir das Gespr&auml;ch mit einem Seelsorger helfen. Mit ihm kannst du refektieren, wieso die betreffende Ver&auml;nderung in dir so gro&szlig;e &Auml;ngste ausl&ouml;st</p><p>Und wenn du an deinem Verhalten arbeiten m&ouml;chte, aber immer wieder in die gleichen Fallen tappt, dann hilft eventuell das Gespr&auml;ch mit einem guten Freund. Dieser kann dich&nbsp;immer wieder darauf ansprechen, wenn du wieder in alte Muster zur&uuml;ckf&auml;llst.</p><h2>6. Beziehe Gott mit ein</h2><p>Auch Gebet wirkt oft wahre Wunder. Es ist nicht nur beruhigend, dass wir mit Gott einen Ansprechpartner haben, der uns immer versteht. Gott kann uns auch besser als jeder Mensch bei Ver&auml;nderungen unterst&uuml;tzen. Er kann uns die Kraft geben, Ver&auml;nderungen anzugehen, die f&uuml;r uns selbst zun&auml;chst un&uuml;berwindlich scheinen.</p><p>Er kann uns zudem das Durchhalteverm&ouml;gen und die Motivation geben, unsere Vorhaben nicht nach einem Monat wieder aufzugeben. Und zuletzt kann Gott auch in Lebenssituationen eingreifen und Ver&auml;nderungen herbeif&uuml;hren, auf die wir selbst keinen Einfluss haben.</p><blockquote><p>Darum: Lass an Gott an allen Ver&auml;nderungen teilhaben, die du erlebst. Er freut sich &uuml;ber dein Vertrauen und du wirst es nicht bereuen.</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14624150.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 12 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine Freundschaft, die alles verändert]]></title>
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      <description><![CDATA[Bist du bereit für eine Einladung zu einem ganz neuen Leben? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119804.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Rido /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Kalt war es an diesem Wintertag, aber die Sonne stand hell &uuml;ber den D&auml;chern. Ich fuhr auf meinem klapprigen Fahrrad durch eine italienische Kleinstadt und zum ersten Mal seit Langem f&uuml;hlte sich mein Inneres nicht mehr leer an. Ich war beschwingt und frei, weil ich neue Hoffnung gefunden hatte. Ich musste mein Leben nicht l&auml;nger allein tragen, denn ich hatte es Jesus anvertraut.</p><blockquote class="noshare"><p>Damit begann an diesem Tag etwas ganz Neues f&uuml;r mich: Eine Freundschaft mit Gott.</p></blockquote><p>Eine gute Freundin hatte kurz zuvor ein Gebet mit mir gesprochen, in dem ich Gott mein Vertrauen aussprach. Zu diesem Zeitpunkt lagen mehr als 5&nbsp;000 Kilometer zwischen ihr und mir, weil wir beide im Ausland studierten. Doch Gott hat keine Begrenzungen und muss keine langen Flugreisen zur&uuml;cklegen. Er erreichte mein Herz in dem Moment, als meine Freundin mich einlud, ihn n&auml;her kennenzulernen und mich auf etwas Neues einzulassen.</p><h2><strong>Wenn Jesus alles neu macht</strong></h2><p>Seitdem ziehen sich Neuanf&auml;nge wie ein roter Faden durch mein Leben. Seit diesem ersten Gebet mit meiner Freundin habe ich immer wieder erlebt, wie Jesus mich zu neuen Schritten einl&auml;dt. Manchmal waren es gro&szlig;e Entscheidungen wie ein Umzug oder Jobwechsel, manchmal kleine Kurswechsel in meinem Alltag.</p><blockquote class="noshare"><p>Nicht immer wusste ich vorher genau, auf was ich mich einlasse. Nicht immer verlief alles nach meinem Plan. Aber jedes Mal durfte ich sp&uuml;ren: Ich bin nicht allein.</p></blockquote><p>Jesus ist bei mir und l&auml;sst Neues entstehen, das ich mir vorher nicht ausmalen konnte.</p><p>Heute w&uuml;rde ich sagen, dass mein Neuanfang mit Jesus der entscheidendste Neuanfang in meinem Leben war. Ich habe mein altes Leben damals wirklich hinter mir gelassen, wie es im <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korintherbrief 5,17</a> hei&szlig;t: &bdquo;Wenn also ein Mensch zu Christus geh&ouml;rt, ist er schon &sbquo;neue Sch&ouml;pfung&lsquo;. Was er fr&uuml;her war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.&ldquo;</p><h2><strong>Von Einsamkeit zu Verbundenheit</strong></h2><p>In diesem Prozess lie&szlig; ich Dinge los, insbesondere mein Leben ohne Gott. Ich hatte fr&uuml;her eine tiefe Sehnsucht danach, angenommen und gesehen zu werden. Lange suchte ich diese Erf&uuml;llung bei anderen Menschen. Doch selbst inmitten einer Gruppe f&uuml;hlte ich mich manchmal einsam. Ich dachte, die richtige Beziehung w&uuml;rde mich komplett machen.</p><blockquote><p>Erst durch Jesus entdeckte ich, dass nur er diese tiefe Sehnsucht in mir stillen kann. Dadurch hat sich die Einsamkeit in etwas Neues verwandelt: in eine tiefe Verbundenheit mit Gott.</p></blockquote><p>Seitdem richte ich meine Entscheidungen nicht mehr nur an mir selbst aus, sondern treffe sie gemeinsam mit ihm. Das hat in meinem Leben alles ver&auml;ndert: Ich habe erkannt, dass ich geliebt, gesehen und geborgen bin &ndash; auch in schwierigen Zeiten. Gott schenkt mir jeden Tag neu Hoffnung und Mut.&nbsp;</p><h2><strong>Deine Einladung zu einem Neuanfang</strong></h2><p>M&ouml;chtest du auch erleben, wie Gott dein Leben umkrempelt und alles neu macht? Vielleicht ist heute der Tag, an dem du &ndash; so wie ich damals auf dem Fahrrad &ndash; zum ersten Mal sp&uuml;rst: &bdquo;Ich bin nicht allein. Ich darf Gott vertrauen und mit ihm neu anfangen.&ldquo; M&ouml;glicherweise kannst du heute einen ersten Schritt gehen und Gott sagen, was dir auf dem Herzen liegt.</p><p>Vielleicht bist du heute noch nicht so weit. Dann hab Geduld mit dir: Wenn du dich danach sehnst, wird Gott dir den Mut dazu geben. Sein Angebot f&uuml;r eine Freundschaft gilt jeden Tag neu.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sandra Steingrube</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17272475.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sandra Steingrube]]></author>
      <pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hochfunktional und trotzdem ausgebrannt?]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum Leistung kein Beweis für mentale Gesundheit ist. Ein Artikel über hochfunktionale Depression.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119348.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Elisa Ventur /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure><p>Ein gebrochenes Bein erkennt man daran, dass jemand mit Kr&uuml;cken geht, eine Erk&auml;ltung an einer ger&ouml;teten Nase. Viele andere Krankheiten wie etwa psychische Erkrankungen oder auch chronische Einschr&auml;nkungen sind schwerer zu erkennen.</p><p>Doch auch hier gibt es beobachtbare Merkmale. Gerade die Depression hat in den vergangenen Jahrzehnten an Bekanntheit gewonnen. Viele Menschen wissen, dass Ersch&ouml;pfung, Antriebslosigkeit oder tiefe Traurigkeit auf eine psychische Erkrankung hindeuten k&ouml;nnen und erkennen die Signale.</p><p>Trotzdem bleiben Depressionen h&auml;ufig unbemerkt f&uuml;r das Umfeld, wenn der Betroffene es schafft, seinen Alltag weiterhin zu managen, und nicht &uuml;ber seine Probleme spricht.</p><blockquote><p>Nahezu unm&ouml;glich wird es, eine Depression zu erkennen, wenn nicht einmal die erkrankte Person darauf kommt, dass ihr etwas fehlt.</p></blockquote><p>So verh&auml;lt es sich oft mit der hochfunktionalen Depression. Was versteht man unter diesem Begriff? Wie sieht diese Form der Depression konkret im Leben eines Menschen aus &ndash; und wie kann man sie erkennen und behandeln?&nbsp;</p><h2><strong>Was ist hochfunktionale Depression?</strong></h2><p>Bei der klassischen Depression erleben Menschen innere Leere und haben mit einem tiefen und anhaltenden Gef&uuml;hl von Traurigkeit zu k&auml;mpfen. Es f&auml;llt ihnen schwer, Freude an Dingen zu empfinden, die ihnen fr&uuml;her Spa&szlig; gemacht haben.&nbsp;</p><p>All diese Symptome f&uuml;hren bei einer Depression meist dazu, dass sich die betreffende Person zur&uuml;ckzieht, nicht mehr leistungsf&auml;hig und st&auml;ndig am Rand ihrer Kr&auml;fte ist. Das macht es leichter, sie zu identifizieren. Denn viele Menschen wissen mittlerweile um diese Zusammenh&auml;nge.</p><p>Ganz anders verh&auml;lt es sich bei einer hochfunktionalen Depression. W&auml;hrend Betroffene sehr &auml;hnliche innerliche Symptome wie bei einer klassischen Depression beschreiben, wirken sie sich ganz anders auf ihr Verhalten aus.&nbsp;</p><p>Eine Person mit einer hochfunktionalen Depression kann von au&szlig;en einen sehr erfolgreichen Anschein erwecken.<sup>1</sup> Sie erbringt weiterhin Leistung, kommt p&uuml;nktlich zu vereinbarten Terminen, erledigt ihre Aufgaben verl&auml;sslich und bietet eventuell sogar noch anderen ihre Hilfe an.<sup>2</sup></p><blockquote class="noshare"><p>Meist ist Menschen, die unter dieser besonderen Form der Depression leiden, selbst gar nicht bewusst, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen sollten.</p></blockquote><p>Die Angst davor, bed&uuml;rftig oder schwach zu sein, sorgt n&auml;mlich genau daf&uuml;r, dass sie ihre eigenen Grenzen &uuml;bergehen.<sup>3</sup></p><h2><strong>Sabrinas Hochleistung und der tiefe Fall</strong></h2><p>Auch bei Sabrina Paul war genau diese Angst der Treiber. Da ihr Vater lange an Depressionen litt, schwor sich Sabrina, niemals wie ihr Vater zu &bdquo;enden&ldquo;. Davon berichtet sie ausf&uuml;hrlich <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" rel="noopener noreferrer">in unserer Sendung ERF Jess Talkwerk</a> und erz&auml;hlt dort: &bdquo;Lange Zeit habe ich alles mit mir selbst ausgemacht, versucht keine Probleme und Schw&auml;chen zu haben.&ldquo;</p><p>Sabrina st&uuml;rzt sich in den Job, ist sportlich sehr aktiv und taktet jede Minute ihres Tages durch. Von au&szlig;en hat sie ein Traumleben: Sie hat eine hohe Stellung im Job, ist k&ouml;rperlich topfit und ern&auml;hrt sich gesund.</p><p>Doch dann f&uuml;hrt der hohe Druck auf allen Ebenen ihres Lebens zu k&ouml;rperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Schmerzen im R&uuml;cken. Sabrina geht zum Arzt. Sie vermutet einen Bandscheibenvorfall. Aber der Arzt stellt schnell fest, dass Sabrinas Leiden nicht k&ouml;rperlicher, sondern seelischer Natur ist.&nbsp;</p><p>Sabrina ist geschockt. Niemals h&auml;tte sie gedacht, dass ihr Lebensstil sie in eine Depression f&uuml;hren k&ouml;nnte. Genau dorthin, wovor sie so gro&szlig;e Angst hatte.</p><p>Als ihr Hausarzt sie zum Psychologen &uuml;berweist, gesteht sie sich und einer anderen Person zum ersten Mal ein, welcher Belastung sie ausgesetzt ist. Dabei flie&szlig;en viele Tr&auml;nen und Sabrina wird klar: Es war h&ouml;chste Zeit, ihrer hochfunktionalen Depression auf die Schliche zu kommen.</p><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" title="Ihr Erbe: Depression?">Ihr Erbe: Depression?</a></section><h2><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>Hilfe suchen, ehe es zu sp&auml;t ist&nbsp;</strong></a></h2><p>Sabrinas Beispiel ist kein Einzelfall. Typisch f&uuml;r die hochfunktionale Depression ist, dass Betroffene dabei sehr langsam ausbrennen. Das passiert so schleichend, dass weder sie selbst noch ihr Umfeld bemerken, dass sie schon Monate oder sogar Jahre in der &Uuml;berforderung leben.</p><p>Die besten Chancen f&uuml;r eine Diagnose besteht in der Selbstreflexion. F&uuml;hlt sich mein Leben mehr nach &Uuml;berleben an? Tue ich Dinge, weil ich sie will, oder nur, weil ich muss? Wann habe ich das letzte Mal echte Freude gesp&uuml;rt?</p><p>Solche Fragen k&ouml;nnen erste Hinweise darauf geben, wie es wirklich um die eigene Seele steht. Stelle ich hier fest, dass etwas im Argen liegt, auch wenn nach au&szlig;en alles perfekt scheint, sollte ich mir Hilfe suchen. Ich kann dazu etwa mit einer vertrauten Person &uuml;ber meine Herausforderungen sprechen. Oft lohnt es sich aber auch, sich direkt professionelle Hilfe bei einem Psychologen oder einer Seelsorgerin zu suchen.</p><blockquote class="noshare"><p>Nur weil ich gelernt habe, st&auml;ndig meine Grenzen zu &uuml;berschreiten und den Schmerz zu verbergen, hei&szlig;t das nicht, dass ich so weiterleben sollte.</p></blockquote><p>Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem der K&ouml;rper &ndash; &auml;hnlich wie bei Sabrina Paul &ndash; streiken wird. Dann kann der Weg zur&uuml;ck in ein normales Leben sehr m&uuml;hsam werden.</p><h2><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>Erste Hilfe, wenn es brennt</strong></a></h2><p>Sich einen Therapieplatz zu suchen ist die beste Option, wenn das Leben zu einem einzigen Hamsterrad geworden ist. Doch das ist das leichter gesagt als getan, denn Therapiepl&auml;tze sind rar ges&auml;t. Viele Menschen warten lange, bis sie professionelle Hilfe erhalten.</p><p>Deshalb nennen wir dir hier einige Erste-Hilfe-Tipps, falls du merkst, dass eine hochfunktionale Depression ein Problem f&uuml;r dich sein k&ouml;nnte und gegensteuern willst. Diese Tipps ersetzen keine Therapie, aber sie k&ouml;nnen dir helfen, die Zeit bis dahin zu &uuml;berbr&uuml;cken oder in einem fr&uuml;hen Stadium das Steuer selbst noch rumzurei&szlig;en.</p><h3><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>1. Innere Glaubenss&auml;tze entlarven</strong></a></h3><p>Die hochfunktionale Depression lebt von inneren Antreibern in Form von ungesunden Glaubenss&auml;tzen wie etwa &bdquo;Rei&szlig; dich zusammen&ldquo; oder &bdquo;Ich darf nicht ausfallen&ldquo;. Diese S&auml;tze halten den Alltag am Laufen, versch&auml;rfen aber oft die innere Ersch&ouml;pfung.&nbsp;</p><p>Ein erster Schritt kann sein, deine problematischen Glaubenss&auml;tze bewusst wahrzunehmen. Wer seine Glaubenss&auml;tze aufschreibt und sich ehrlich fragt &bdquo;Hilft mir das oder h&auml;lt es mich nur funktionsf&auml;hig?&ldquo;, gewinnt Abstand. Ver&auml;nderung beginnt mit Selbsterkenntnis.</p><h3><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>2. Regelm&auml;&szlig;ige Check-ins und Pausen</strong></a></h3><p>Ver&auml;nderung und Pr&auml;vention sollte vor allem nicht Selbstoptimierung bedeuten. Damit das gelingt, helfen regelm&auml;&szlig;ige Check-ins mit sich selbst: Schlafe ich genug? Wie ist mein Energielevel? Bin ich reizbar oder fr&ouml;hlich? Dadurch bekomme ich eine erste Einsch&auml;tzung meines pers&ouml;nlichen Stresslevels.</p><p>Ebenso hilfreich sind feste Pausen, k&ouml;rperliche Bewegung ohne Leistungsziel und soziale Kontakte, bei denen du nicht stark sein oder funktionieren musst. Wichtig ist, hier bei problematischen Entwicklungen schon fr&uuml;hzeitig gegenzusteuern. Wer wartet, bis nichts mehr geht, ist meist zu sp&auml;t dran.</p><h3><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>3. Der christliche Glaube als Ressource</strong></a></h3><p>Auch der christliche Glaube ist eine wichtige Ressource f&uuml;r eine gute mentale Gesundheit. Wenn die Bibel von &bdquo;Leben in F&uuml;lle&ldquo; (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes10%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 10,10</a>) spricht, ist das kein Versprechen auf Dauer-Gl&uuml;ck oder unbegrenzte Leistungsf&auml;higkeit. F&uuml;r Menschen mit hochfunktionaler Depression kann das vielmehr bedeuten: Das Leben darf begrenzt und trotzdem wertvoll sein.&nbsp;</p><blockquote><p>F&uuml;lle zeigt sich nicht im &bdquo;Mehr an Leben&ldquo;, sondern im &bdquo;Echter leben&ldquo;, auch und gerade im Glauben.</p></blockquote><p>Wenn du ehrlich vor Gott wirst, Klage zul&auml;sst und deine Schw&auml;che vor ihm nicht versteckst, ist dein Glaube nicht mehr ein zus&auml;tzlicher Anspruch, sondern wird zu einem Raum, in dem du auftanken kannst, weil du vor Gott nicht funktionieren musst.</p><h3><strong>4. Verschiedene Lebensbereiche anschauen</strong></h3><p>Ein weiteres Hilfsmittel kann das sogenannte Lebensrad sein. Es teilt das Leben in Bereiche wie Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, Sinn, Freizeit und Spiritualit&auml;t ein. Jeder Bereich wird auf einer Skala bewertet. Ziel ist, sich damit einen &Uuml;berblick &uuml;ber das ganze Leben zu verschaffen und zu erkennen: Wo zehre ich mich auf? Wo herrscht seit Monaten Leere?</p><p>Gerade bei einer hochfunktionalen Depression hilft dieses Tool, weil es das diffuse Gef&uuml;hl von &bdquo;alles ist zu viel&ldquo; konkret macht. Es f&uuml;hrt plastisch vor Augen, wo Unausgeglichenheit herrscht und zu Unzufriedenheit f&uuml;hrt, und liefert damit Ansatzpunkte f&uuml;r kleine, realistische Ver&auml;nderungen.</p><p>Auch zeigt das Lebensrad auf, welche Bereiche richtig gut laufen und eine Kraftquelle sein k&ouml;nnen. Wenn man etwa bei negativen Werten in puncto Gesundheit oder Arbeit erkennt, dass man trotz allem tragf&auml;hige und gute Beziehungen in seinem Leben hat.</p><h3><strong>5. Hilfsangebote in Anspruch nehmen</strong></h3><p>Auch ohne Therapieplatz kann man Unterst&uuml;tzung finden. Dies kann &uuml;ber psychosoziale Beratungsstellen, Telefon- und Onlineberatung, Selbsthilfegruppen, Seelsorgeangebote oder &auml;rztliche Gespr&auml;che mit dem Hausarzt geschehen. Diese Angebote ersetzen meist keine Therapie, k&ouml;nnen aber stabilisieren, entlasten und Orientierung geben, ob und welche Therapie die geeignete sein k&ouml;nnte.&nbsp;</p><p>Besonders leistungsorientierte Menschen, die eine Sache gerne ganz oder gar nicht machen, empfinden diese &bdquo;kleinen&ldquo; Hilfen manchmal als unzureichend. Aber Hilfe funktioniert nicht nach dem Prinzip &bdquo;ganz oder gar nicht&ldquo;.</p><blockquote class="noshare"><p>Auch mehrere kleine Unterst&uuml;tzungen k&ouml;nnen f&uuml;r den Moment Halt geben und einen vor Schlimmerem bewahren.</p></blockquote><p>Wichtig ist, dass man nicht zu stolz ist, sie in Anspruch zu nehmen. Je fr&uuml;her man dies tut, desto eher kann einem gesundheitlichen Ausfall und einer l&auml;ngeren Therapie vorgebeugt werden.</p><p>Genauso wichtig ist aber, mit dem jeweiligen Berater zu erkennen, wenn Grenzen der Hilfe und Betreuung erreicht werden und eine ambulante oder station&auml;re Psychotherapie notwendig wird.&nbsp;</p><h2><strong>Schau nicht weg!</strong></h2><p>Wer jahrelang funktioniert hat, &uuml;bersieht leicht die eigenen Warnsignale. Das hei&szlig;t nicht, dass jede Person, die sich in diesen Beschreibungen wiedererkennt, automatisch bereits an einer hochfunktionalen Depression leidet. Aber es schadet nicht, sich diese Frage ehrlich zu stellen.&nbsp;</p><p>Viele Menschen kennen das Gef&uuml;hl, nach au&szlig;en stabil zu wirken und innerlich immer m&uuml;der zu werden. Das wahrzunehmen ist keine Schw&auml;che, sondern ein erster, wichtiger Schritt in Richtung Selbstf&uuml;rsorge &ndash; und dieser Artikel m&ouml;chte dich ermutigen, diesen Schritt zu gehen.</p><blockquote><p>Du musst nicht erst zusammenbrechen, um ernst genommen zu werden.</p></blockquote><p>Wenn du jetzt hinschaust auf das, was dein Leben zu einem unerm&uuml;dlichen Hamsterrad macht, sch&uuml;tzt du dich selbst und das, was dir wichtig ist. Denn du bist mehr als das, was du leistest!<br />
&nbsp;</p><p><span class="small"><sup>1</sup><a href="https://www.online-psychotherapie.de/wissen/hochfunktionale-depression-erkennen-ursachen-und-bewltigungsstrategien" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Blogartikel von Online-Psychotherapie.de: Hochfunktionale Depression: Erkennen, Ursachen und Bew&auml;ltigungsstrategien</a><br /><sup>2</sup><a href="https://psychologie-heute.info/stress-ueberlastung/hochfunktionale-depression-symptome-erkennen-hilfe-finden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Onlineartikel von Psychologie Heute: Hochfunktionale Depression: Symptome erkennen &amp; Hilfe finden</a><br /><sup>3</sup><a href="https://psychologie-heute.info/stress-ueberlastung/hochfunktionale-depression-symptome-erkennen-hilfe-finden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Onlineartikel von Psychologie Heute: Hochfunktionale Depression: Symptome erkennen &amp; Hilfe finden</a></span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Maria Dietz</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17270175.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Maria Dietz]]></author>
      <pubDate>Thu, 05 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit Gott im Skilift]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/mit-gott-im-skilift/2803-542-8016</guid>
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      <description><![CDATA[Was, wenn ich mich meiner Angst nicht allein stellen muss? Andacht über die Kraft einer starken Begleitung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119034.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Lumixera /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure><p>Manchmal f&uuml;hlt sich das Leben an wie ein Skilift. Man wei&szlig; nie, wann man als N&auml;chstes rausfliegt.</p><p>Ich spreche da aus Erfahrung. W&auml;hrend einer Schulskifreizeit hat es mich an der steilsten Stelle aus dem Schlepplift gehauen. Wie eine Bowlingkugel rutschte ich die eisige Liftspur hinunter und r&auml;umte mehrere Skifahrer aus den B&uuml;geln. Es war das totale Chaos aus K&ouml;rpern, Skiern, St&ouml;cken!</p><p>Es gab eine Menge Geschrei und sogar Verletzte. Vor Schreck und Scham w&auml;re ich am liebsten im n&auml;chsten Schneehaufen versunken und wusste eines ganz sicher: <em>Nie wieder fahre ich Schlepplift!</em></p><h2><strong>Angst sagt: Du bist ganz allein!</strong></h2><p>Angst speichert solche Erlebnisse zuverl&auml;ssig ab. Sie merkt sich nicht nur, <em>was</em> passiert ist, sondern vor allem, <em>wie</em> es sich angef&uuml;hlt hat &ndash; hilflos und ausgeliefert. Fast jeder macht im Laufe seines Lebens erschreckende oder besch&auml;mende Erfahrungen, die er k&uuml;nftig um jeden Preis zu vermeiden versucht.&nbsp;</p><p>Oft geht das &uuml;ber lange Zeit gut. Ich bin jedenfalls auf dem Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen noch nie in die Verlegenheit geraten, einen Schlepplift benutzen zu m&uuml;ssen. In meinem Alltag kommen Schlepplifte einfach nicht vor und dar&uuml;ber war ich bisher wirklich froh.</p><p>Irgendwann aber geraten die meisten Menschen an den Punkt, an dem sich ihre Angst nicht mehr vermeiden l&auml;sst: Die Pr&auml;sentation, vor der man sich dr&uuml;ckt, muss gehalten werden. Die gef&uuml;rchtete Flugreise l&auml;sst sich nicht l&auml;nger verschieben. Eine Beziehung endet und pl&ouml;tzlich steht man allein da, obwohl man sich daf&uuml;r nicht bereit f&uuml;hlt. Jeder kennt seine eigene Version davon.</p><blockquote><p>Das Fiese an der Angst ist: Sie redet uns ein, dass wir in der gef&uuml;rchteten Situation ganz auf uns selbst gestellt sind und keine echten Handlungsoptionen haben.&nbsp;</p></blockquote><p>Sie unterscheidet nicht zwischen realer Gefahr und eingebildeter Bedrohung. Sie fl&uuml;stert: &bdquo;Du bist ausgeliefert. Es k&ouml;nnte schlimm enden. Bereite dich lieber schon mal vor.&ldquo;</p><h2><strong>Mit der richtigen Begleitung hat die Angst keine Chance</strong></h2><p>Vor ein paar Wochen war es dann vorbei mit dem Vermeiden. Mein Mann schlug vor, als Familie auf die Gemeinde-Skifreizeit zu fahren, damit die Kinder Ski fahren lernen. Die Begeisterung unserer Kinder war so gro&szlig;, dass ich kein Spielverderber sein wollte. Also fuhren wir. Nicht nur die Kinder bekamen einen Skikurs, auch ich meldete mich an &ndash; zur Auffrischung. So stand ich nach &uuml;ber zwanzig Jahren wieder auf Skiern und ziemlich schnell auch vor einem Schlepplift. In solchen Momenten kommt man gut ins Beten.</p><p>Doch ich war nicht allein. Zwischen dem Schlepplift und mir stand Herman, unser holl&auml;ndischer Skilehrer. Mit seinem Rauschebart, dem roten Anorak &uuml;ber dem Kugelbauch und seinem freundlichen Blick erinnerte er frappierend an den Weihnachtsmann. &bdquo;Wer hat am meisten Angst?&ldquo;, fragte er in die Runde. Sein Blick blieb an mir h&auml;ngen. &bdquo;Du?&ldquo;</p><p>Verflixt, woher wusste er das? Offenbar stand mir der Bammel deutlich auf die Skibrille geschrieben. Ich nickte. &bdquo;Dann f&auml;hrst du mit mir&ldquo;, bestimmte Herman und lotste mich zum Lift.</p><p>Wir stiegen gemeinsam ein. Sofort verwickelte Herman mich in ein Gespr&auml;ch. Zwischendurch tippte er auf meine Hand, die sich um den Liftb&uuml;gel krampfte. &bdquo;Muss du nich so fest halte&ldquo;, brummte er in seinem drolligen Akzent. &bdquo;Kanns du ganz locker lasse die Hand!&ldquo; Wir kamen ohne Zwischenfall oben an. Die Fahrt war &uuml;berraschend unspektakul&auml;r verlaufen.</p><p>Nach der Abfahrt fuhr Herman noch einmal mit mir im Lift, dann eine andere Teilnehmerin aus dem Kurs. Sp&auml;ter traute ich mich allein. Am Ende der Einheit schnappte ich mir routiniert den B&uuml;gel und lie&szlig; ich mich entspannt den Hang hochziehen.</p><p>Ein paar Tage sp&auml;ter fuhr ich mit jemand anderem einen schlechter pr&auml;parierten Schlepplift. Wir kamen geh&ouml;rig ins Schlingern, w&auml;ren mehrfach fast rausgefallen und lachten, als wir oben ankamen. Es war eine lustige Fahrt gewesen. Keine Spur mehr von der alten Angst. Ich darf mit Fug und Recht behaupten, dass ich in dieser Skiwoche weder mir noch jemand anderem irgendeinen Schaden zugef&uuml;gt habe.</p><h2><strong>Gott geht mit uns durch die Angst</strong></h2><p>Angst redet uns ein, wir w&auml;ren allein, aber das stimmt nicht. Genau genommen sind wir es nie. Wenn wir auf die Schlepplifte unseres Lebens treffen, stehen wir ihnen nicht allein gegen&uuml;ber. Zwischen uns und der Angst steht Gott mit seiner Zusage: <em>&bdquo;Ich selbst werde mit dir gehen &ndash; und dir Ruhe verschaffen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose33%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 33,14</a> NLB).</p><p>Diesen Satz sagt Gott zu Mose in einer Situation, in der vieles schiefgelaufen ist. Das Volk Israel hat Mist gebaut, das Vertrauen ist besch&auml;digt. Mose ist verunsichert, wie es weitergehen wird. Vielleicht hat er auch Angst, dass Gott sich von dem Volk Israel abwenden wird, wenn es das n&auml;chste Mal etwas anstellt.</p><blockquote class="noshare"><p>Gott verspricht Mose nicht, dass alles einfach wird. Er verspricht auch keinen angstfreien Weg. Eines aber verspricht er: <em>Ich gehe mit.</em></p></blockquote><p>&Auml;hnlich spricht Jesus zu seinen J&uuml;ngern, als er sich von ihnen verabschiedet und sie auf eine Zeit ohne seine sichtbare N&auml;he vorbereitet: <em>&bdquo;Ich lasse euch ein Geschenk zur&uuml;ck &ndash; meinen Frieden. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes14%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,27</a> NLB)&nbsp;</p><h2><strong>Kein Rundumsorglospaket, aber ein starker Begleiter</strong></h2><p>Was Gott und Jesus nicht sagen, ist hier genauso wichtig wie das, was sie sagen. Sie versprechen kein Leben ohne Herausforderungen, in dem sie uns alle Schwierigkeiten aus dem Weg r&auml;umen. Sie versichern ihren Beistand und Frieden in unruhigen Zeiten.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Gott ist &auml;hnlich unterwegs wie Herman, mein Skilehrer. Weder nimmt er uns die Strecke ab noch zieht er uns pers&ouml;nlich den Hang hinauf. Aber er steigt mit in den Lift ein.</p></blockquote><p>Er f&auml;hrt neben uns her, redet mit uns, erinnert uns daran, zwischendurch auch mal lockerzulassen und zu vertrauen. Und er steigt am Ende gemeinsam mit uns wieder aus.</p><p>Mit der richtigen Begleitung verlieren angsteinfl&ouml;&szlig;ende Situationen ihre Macht. Nicht sofort, aber Schritt f&uuml;r Schritt. So k&ouml;nnen wir lernen, sie zu bew&auml;ltigen. Die Angst mag noch so intensiv fl&uuml;stern: <em>Du bist allein.&nbsp;</em>Aber wir wissen es jetzt besser.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17268024.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Endlich raus aus der Sexarbeit]]></title>
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      <description><![CDATA[Der STINA-Notruf hilft Frauen deutschlandweit aus der Prostitution auszusteigen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119652.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://Photographee.eu' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Photographee.eu</a> /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure><p>&bdquo;Hier steht eine ver&auml;ngstigte Prostituierte in meiner Praxis, der Zuh&auml;lter ist im Wartezimmer. Was mache ich jetzt?&ldquo; Solche Anfragen erreichen die&nbsp;<a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> immer wieder. Deshalb bietet die gemeinn&uuml;tzige Organisation eine kostenlose Notrufnummer f&uuml;r Menschen in (Zwangs-)Prostitution, die bald 24/7 erreichbar sein soll &ndash; kurz STINA-Notruf.</p><p>Dar&uuml;ber soll jede Frau, die das w&uuml;nscht, niederschwellige Hilfe beim Ausstieg bekommen. Sabine arbeitet f&uuml;r die Hilfsorganisation und hat das Angebot mitaufgebaut. Sie erz&auml;hlt, welche N&ouml;te Frauen in Prostitution haben, warum der Ausstieg f&uuml;r viele so schwer ist und wie er dennoch gelingen kann.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Sie engagieren sich seit Jahren f&uuml;r Frauen, die in der Prostitution t&auml;tig sind. Gab es eine Begebenheit, wo Sie gesp&uuml;rt haben: &bdquo;Darum mache ich das&ldquo;?</strong></p><p>Sabine: Es gab mehrere solcher Momente, und zwar immer, wenn ich auf Frauen und ihre Geschichten gesto&szlig;en bin. Oft wussten die &uuml;berhaupt keinen Ausweg mehr. Ich habe viele Frauen getroffen, die sich extrem ausgeliefert gef&uuml;hlt haben. &nbsp;Sie waren schon erstaunt, wenn man sie ernst genommen hat, und haben gesagt: &bdquo;Mir glaubt eh niemand. Ich wei&szlig; nicht, wo ich Hilfe herkriege in diesem System.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Ich m&ouml;chte die Hand sein, die dieser Person gereicht wird.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich m&ouml;chte f&uuml;r andere da sein, die nicht mehr selbst einen Ausstieg schaffen oder nicht mehr selbst aus dieser Situation rauskommen k&ouml;nnen.</p><p>Uns bei der <a href="https://hilfswerk.gmbh/" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> verbindet der Wunsch, dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Wir wollen diesen Menschen unabh&auml;ngig von ihrer Geschichte, ihrer Religion oder sexuellen Orientierung helfen und sie zur Selbsthilfe bef&auml;higen.</p><p><strong>ERF: In unserer Gesellschaft wird oft hei&szlig; &uuml;ber Prostitution diskutiert. Schutzorganisationen r&uuml;cken den Aspekt der Zwangsprostitution in den Fokus. Zugleich betonen Berufsverb&auml;nde den Aspekt der Freiwilligkeit und fordern die Anerkennung von Sexarbeit als Beruf. Wie geht es Ihnen damit?</strong></p><p>Sabine: Das Thema Prostitution ist hoch emotionalisiert und schwankt irgendwo zwischen Idealisierung und Stigmatisierung. Der Fokus unserer Arbeit liegt ganz klar bei denen, die keine Wahl haben.&nbsp;</p><blockquote><p>Uns geht es nicht darum, &uuml;ber Menschen zu urteilen, sondern Strukturen zu erkennen, die Missbrauch erm&ouml;glichen. Unser Ziel ist es, daf&uuml;r Bewusstsein und Empathie zu schaffen.</p></blockquote><p>Deshalb &auml;u&szlig;ern wir uns auch zu manchen Themen erst gar nicht, die extrem polarisieren.</p><p>Generell finde ich es immer wichtig, dass man den Menschen sieht. Wenn eine Frau sich entschieden hat, freiwillig in die Prostitution zu gehen, verurteile ich sie nicht daf&uuml;r. Wenn sie aber Hilfe beim Ausstieg m&ouml;chte &ndash; vielleicht Jahre nach einem freiwilligen Einstieg in dieses Milieu &ndash;, dann helfen wir.</p><h2><strong>STINA </strong>&ndash; <strong>immer erreichbar, &ouml;rtlich flexibel</strong></h2><p><strong>ERF: Es gibt bereits viele Angebote, um Frauen in Prostitution zu helfen: Zum Beispiel Caf&eacute;s, in die sie kommen k&ouml;nnen, oder Ehrenamtliche, die Frauen in Bordellen oder Stripclubs besuchen. Ihre Organisation bietet erg&auml;nzend zu dem, was andere Vereine leisten, nun eine Online-Anlaufstelle und eine Notrufnummer rund um die Uhr an. Welche L&uuml;cke schlie&szlig;t dieses Angebot?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Unser Projekt STINA-Notruf ist die erste deutschlandweite Hotline gegen Menschenhandel. Das Ziel ist eine niedrigschwellige erste Anlaufstelle, die Betroffenen sofort zuh&ouml;rt und konkrete Schritte einleitet. Das Ganze ist digital, zun&auml;chst anonym, aber permanent erreichbar.</p><p>Unser Angebot erg&auml;nzt die Streetwork-Arbeit. Streetworker k&ouml;nnen sich auf den Beziehungsaufbau konzentrieren und unser Hilfsangebot bekannt machen. So haben die Frauen eine kostenlose Telefonnummer, die sie anrufen k&ouml;nnen. Und zwar auch dann, wenn Anlaufstellen oder Caf&eacute;s geschlossen sind.&nbsp;</p><p>Das hilft besonders Frauen, die regelm&auml;&szlig;ig den Ort wechseln m&uuml;ssen. Manche Frauen werden jede Woche oder alle zwei Wochen in eine andere Stadt gebracht, gerade wenn organisierte Kriminalit&auml;t dahintersteht. Diese Frauen werden von Streetworkern nur schwer erreicht.</p><blockquote class="noshare"><p>Wir sind hingegen dann erreichbar, wenn die Frau die Zeit hat und wei&szlig; &bdquo;Jetzt habe ich Ruhe zum Telefonieren&ldquo;. Unser Angebot ist an die Lebenswelt der Menschen im Rotlichtmilieu angepasst.</p></blockquote><p>&nbsp;</p><p><strong>ERF: Ist die Notrufnummer ausschlie&szlig;lich f&uuml;r betroffene Frauen gedacht? Oder k&ouml;nnen sich auch Menschen aus dem Umfeld der Frauen an Sie wenden, wenn sie den Eindruck haben, dass eine Frau akut Hilfe ben&ouml;tigt?</strong></p><p>Sabine: Diese M&ouml;glichkeit gibt es. Unsere Zielgruppe sind in erster Linie Betroffene von Zwangsprostitution und Ausbeutung, aber auch Hinweisgeber. Das sind oftmals Nachbarn, die Polizei oder auch &Auml;rzte.</p>

Die <a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> ist eine gemeinn&uuml;tzige Organisation und engagiert sich gegen Menschenhandel. Eine niedrigschwellige Online-Anlaufstelle bietet Informationen und Reflexionsfragen in &uuml;ber 40 Sprachen. Der STINA-Notruf (kurz f&uuml;r <em>Sex Trafficking Intervention Alliance</em> &ndash; B&uuml;ndnis gegen sexuellen Menschenhandel) bietet eine 24/7-Notrufnummer. Au&szlig;erdem schult die Organisation Interessierte &uuml;ber eine E-Learning-Plattform.

<p>Wir h&ouml;ren immer wieder von Gyn&auml;kologen: &bdquo;Hier ist eine Frau, die eindeutig in der Prostitution arbeitet. Im Wartezimmer wartet der Zuh&auml;lter, der holt sie gleich ab und stellt sie wieder ans n&auml;chste Eck. Was mache ich jetzt? Ich bin total hilflos.&ldquo;&nbsp;</p><p>Diesen Gyn&auml;kologen wollen wir Hilfestellung geben, wie sie mit so einer Situation umgehen k&ouml;nnen, indem wir Ihnen Material an die Hand geben, wie unser Notruf funktioniert und wie sie den Frauen unauff&auml;llig den Hinweis daf&uuml;r zukommen lassen k&ouml;nnen. Denn oft sind das die einzigen f&uuml;nf Minuten am Tag, in denen die Frau unbeobachtet ist.</p><h2><strong>Schutz vor Loverboys</strong></h2><p><strong>ERF: Besonders schwierig stelle ich es mir vor, wenn Minderj&auml;hrige involviert sind. Man h&ouml;rt immer wieder von sogenannten Loverboys, die junge M&auml;dchen mit falschen Liebesversprechen in die Prostitution dr&auml;ngen. Wie gehen Sie vor, wenn sich solch ein M&auml;dchen bei Ihnen meldet?</strong></p><p>Sabine: Wenn ein junges M&auml;dchen anruft und sagt, sie wird zur Prostitution gezwungen, schauen wir: Wei&szlig; jemand, wo sie ist? Geht sie noch zur Schule? Oder ist sie ganz weg aus ihrem Umfeld? Da gibt es unterschiedliche Szenarien. Handelt es sich um eine Minderj&auml;hrige, liegt eindeutig eine Straftat vor. Denn in Deutschland ist Prostitution erst ab Vollj&auml;hrigkeit zugelassen.</p><p>Es ist wichtig zu wissen: Manche M&auml;dchen sind nach au&szlig;en noch in einem scheinbar &bdquo;normalen&ldquo; Alltag, aber sind dennoch bereits in Abh&auml;ngigkeiten und Ausbeutung geraten. Oft werden sie von den Loverboys manipuliert und lassen sich von den ausweichenden Erkl&auml;rungen ihres angeblichen Freundes schnell wieder um den Finger wickeln.</p><blockquote class="noshare"><p>Hier ermutigen wir die Betroffene dazu, jemanden aus ihrem Umfeld zu erz&auml;hlen, was dieser angebliche Freund mit ihr macht.</p></blockquote><p>Wir &uuml;berlegen gemeinsam: An wen kann sie sich wenden? Ist da eine Lehrerin, der sie sich an anvertrauen kann, eine Nachbarin oder &Auml;rztin? Und wir ermutigen sie, eine Fachberatungsstelle vor Ort aufzusuchen, und helfen dabei, eine geeignete Stelle zu finden.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF Warum ist es so wichtig, dass die jungen Frauen &uuml;ber das reden, was sie da erleben?</strong></p><p>Sabine: Je mehr sie dar&uuml;ber reden, desto leichter wird es f&uuml;r sie, Abstand zu suchen. Loverboys l&ouml;sen diese M&auml;dchen nach und nach aus ihrem sozialen Umfeld heraus. Oft suchen sie sich gezielt labile M&auml;dchen aus, die wenige Freunde haben. Wir zeigen dem M&auml;dchen: Du bist nicht allein.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was ist, wenn das M&auml;dchen sich bereits allein in einer fremden Stadt befindet, gelockt von den falschen Versprechungen des Loverboys? Wo findet sie dann Schutz?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Sobald ein M&auml;dchen raus m&ouml;chte, finden sich Wege. Sie kann selbst die Polizei einbeziehen oder bei uns oder anderen Fachberatungsstellen Hilfe suchen.</p><p>Manchmal melden sich auch besorgte Eltern. Wir verweisen sie an ein Netzwerk f&uuml;r Eltern, deren Kinder Opfer von einem Loverboy geworden sind. In diesen spezialisierten Hilfsgruppen geben betroffene Eltern einander Tipps, wie man dem jeweiligen M&auml;dchen helfen kann.</p><h2><strong>Ausstieg aus Zwangsprostitution &ndash; wie gelingt&rsquo;s?&nbsp;</strong></h2><p><strong>ERF: Es gibt verschiedene Formen von Zwangsprostitution. Darunter fallen auch Frauen, die aus anderen L&auml;ndern mit dem Versprechen nach Deutschland gelockt werden, hier Arbeit zu finden. Sie haben noch weniger Handlungsspielraum, da sie fremd im Land sind und oft die Sprache nicht verstehen. Vielfach wurden ihnen sogar ihre Papiere abgenommen. Wie k&ouml;nnen Sie einer Frau helfen, die davon berichtet?</strong></p><p>Sabine: In diesem Fall helfen wir erst einmal mit einer Notunterkunft. Diese ist f&uuml;r eine kurzfristige Unterbringung gedacht. Wir rechnen da mit einem Zeitraum von zwei Tagen bis sechs Wochen.</p><p>In dieser Zeit ber&auml;t sich unser Fachpersonal und erfragt die Lage der Frau: Wird jemand in ihrer Familie bedroht? M&ouml;chte sie Anzeige erstatten? M&ouml;chte sie eine R&uuml;ckf&uuml;hrung ins Heimatland oder braucht sie Schutz in Deutschland? Au&szlig;erdem kl&auml;ren wir: Darf sie rechtlich &uuml;berhaupt in Deutschland bleiben oder muss sie zur&uuml;ck in ihr Heimatland?</p><p>Erst danach schauen wir nach einem Schutzhaus in Deutschland oder ihrem Herkunftsland, in dem die betroffene Frau sicher ist und bestm&ouml;glich betreut werden kann. Es gibt viele unterschiedliche Schutzh&auml;user in Deutschland. Einige sind besonders geeignet f&uuml;r Frauen aus afrikanischen L&auml;ndern, andere f&uuml;r Rum&auml;ninnen. Da muss man &uuml;berlegen: Wo kann man sich optimal um diese Frau k&uuml;mmern?<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das klingt nach einem erheblichen organisatorischen Aufwand. Vermutlich kann Ihre Organisation das nicht allein leisten, sondern ist auf ein Netzwerk von Partnern angewiesen. Mit welchen Stellen arbeiten Sie zusammen &ndash; und wer wird in welchem Schritt des Prozesses eingebunden?&nbsp;</strong></p><figure class="image left"><a href="https://stina-notruf.de/" target="_blank"><img alt="Frau mit Handschellen Copyright: STINA-Notruf" height="667" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119064.jpg" width="1000" /></a><figcaption><a href="https://stina-notruf.de/">Zur Webseite von STINA-Notruf</a><br />
Copyright: Hilfswerk gGmbH)</figcaption></figure><p>Sabine: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnern zusammen: mit Vereinen, die Schutzwohnungen oder Schutzh&auml;user betreiben, sowie mit weiteren Hilfsorganisationen und Fachberatungsstellen &ndash; viele davon mit jahrzehntelanger Erfahrung. Mit diesen Einrichtungen kooperieren wir bundesweit.</p><p>Gerade sind wir dabei, Kooperationen im Ausland aufzubauen, etwa mit Schutzh&auml;usern und Schutzwohnungen. Denn oft wollen die Frauen schnell wieder in ihr Herkunftsland zur&uuml;ckkehren.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Ich sch&auml;tze, dass auch Beh&ouml;rden und die Polizei eine wichtige Rolle als Kooperationspartner spielen. Wann und wie sind die denn eingebunden?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Da wir unser Angebot gerade erst gestartet haben, kann ich da noch nicht auf einen jahrelangen Erfahrungsschatz zur&uuml;ckgreifen. Aber generell wird die Polizei nur hinzugerufen, wenn es wirklich gef&auml;hrlich wird oder die Person es w&uuml;nscht. Denn oft kommen die Betroffenen aus L&auml;ndern, in denen die Polizei korrupt ist, und haben dementsprechend Angst vor ihr.&nbsp;</p><p>Mit Beh&ouml;rden arbeiten wir &ouml;fter zusammen, aber auch da schauen wir: Wann ist es notwendig? Meist kommen beh&ouml;rdliche Einrichtungen erst ins Spiel, wenn die Person schon in einer Schutzeinrichtung ist. Wir sind wie eine Schnittstelle zwischen der Betroffenen und dem Hilfesystem, quasi die Leistelle. Wir vermitteln betroffene Frauen zu Ersthilfestellen wie Schutzh&auml;usern und Fachberatungsstellen. Oft sind die Beh&ouml;rden erst danach involviert.</p><h2><strong>Gelebte Wertsch&auml;tzung macht den Unterschied</strong></h2><p><strong>ERF: Ich kann mir vorstellen, dass viele Frauen sich den Ausstieg w&uuml;nschen, aber davor zur&uuml;ckschrecken. Denn sie m&uuml;ssen dazu ihr gewohntes Umfeld verlassen. Das f&auml;llt schwer, selbst wenn sie darin ausgebeutet werden. Wie viele schaffen es wirklich, aus dem Milieu rauszukommen?</strong></p><p>Sabine: Der Ausstieg ist deutlich schwieriger, als man es sich w&uuml;nscht.&nbsp;</p><blockquote><p>Der Zwang der Zwangsprostitution besteht nicht in Handschellen, oft spielen emotionale Abh&auml;ngigkeit und Manipulation eine zentrale Rolle, in Kombination mit k&ouml;rperlicher Gewalt.&nbsp;</p></blockquote><p>Hinzu kommen finanzielle Zw&auml;nge. Oft haben die Frauen Schulden &ndash; oder ihnen wird vorgegaukelt, sie h&auml;tten welche. Die T&auml;ter machen sie also gezielt von sich abh&auml;ngig. H&auml;ufig werden die Frauen sogar bewusst unter Drogen gesetzt und sind dann davon abh&auml;ngig, dass der T&auml;ter sie mit Stoff versorgt.</p><p>Weiterhin haben viele Angst vor Rache und kennen ihre Rechte nicht. Sprachbarrieren verst&auml;rken die Unsicherheit, weil sie sich kaum ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen.</p><p>Genau deshalb ist ein behutsamer, traumasensibler Ansatz wie der unsrige so entscheidend. Ein Ausstieg ist kein kurzer Moment, sondern ein langer Prozess, der Monate bis Jahre dauern kann.&nbsp;</p><p>Meine Erfahrung ist, dass viele &ndash; selbst wenn sie mal raus aus dem Milieu waren &ndash; wieder zur&uuml;ckgehen. Der Ausstieg bedeutet einen tiefen Einschnitt und eine enorme Ver&auml;nderung im Leben dieser Frauen. Oft finden sie sich in der Welt drau&szlig;en nicht mehr zurecht, da sie so komplett anders ist als alles, was sie aus dem Rotlichtmilieu kennen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Sie pers&ouml;nlich haben einen christlichen Hintergrund. Inwieweit spielt das bei Ihrer Arbeit eine Rolle?</strong></p><p>Sabine: Das zeigt sich vor allem in der Art, wie ich den Frauen begegne. Darin spiegeln sich die christlichen Werte wider, die ich vertrete. Es geht um die W&uuml;rde, die ich in jeder Frau sehe. Und um die N&auml;chstenliebe, aus der heraus ich handle und mit der ich ihr begegne.</p><blockquote><p>Als Christin habe ich eine immerw&auml;hrende Hoffnung und glaube daran, dass innere Heilung und positive &auml;u&szlig;ere Ver&auml;nderungen immer m&ouml;glich sind.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich will jeder Frau so begegnen, dass sie merkt: &bdquo;Es lohnt sich, den Ausstieg zu wagen&ldquo;. Wir als Mitarbeitende der&nbsp;<a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> hoffen und glauben mit ihr, dass ein Neustart m&ouml;glich ist, und wir ihr zutrauen, dass sie das schaffen kann, auch wenn wir nicht alles Christinnen und Christen sind, aber dieser wertsch&auml;tzende Umgang vereint uns. Dabei ist f&uuml;r uns ganz wichtig, auf Augenh&ouml;he mit der Frau zu arbeiten und keinen Druck auszu&uuml;ben.&nbsp;</p><h2><strong>Sich selbst zu engagieren ist einfach</strong></h2><p><strong>ERF: Wie kann man sich f&uuml;r Ihre Organisation einsetzen?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Wenn jemand schon aktiv im Rotlichtmilieu ist und mit STINA kooperieren m&ouml;chte, um den Frauen noch effektiver zu helfen, dann findet er Materialien und ausf&uuml;hrliche, kostenlose Schulungen auf unserer E-Learning-Plattform.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Auch wenn sich jemand noch gar nicht auskennt und plant, im Rotlichtmilieu aktiv zu werden, kann er kostenlos diese Schulungsangebote annehmen.&nbsp;</p></blockquote><p>Auch Streetworker mit Erfahrung k&ouml;nnen mit uns kooperieren und unser Hilfsangebot bekannt machen. Mehrmals im Jahr erhalten sie von uns eine Kiste mit Materialien zum Weitergeben &ndash; etwa S&uuml;&szlig;igkeiten oder Kosmetikartikel. Diese kleinen Geschenke k&ouml;nnen sie im Rotlichtmilieu verteilen und dabei auf unsere Anlaufstelle und die Notrufnummer hinweisen.</p><p>Au&szlig;erdem starten wir demn&auml;chst ein Multiplikatoren-Programm. Es richtet sich an Personen, die sich engagieren wollen, aber nicht direkt ins Rotlichtmen&uuml; gehen k&ouml;nnen oder m&ouml;chten. Sie k&ouml;nnen in ihrem Umfeld &uuml;ber das Thema informieren. Das kann im kirchlichen Kontext sein, bei einem Frauenfr&uuml;hst&uuml;ck oder im Altenheim. Zudem freuen wir uns &uuml;ber finanzielle Unterst&uuml;tzung. Als gemeinn&uuml;tzige Organisation sind wir auf Spenden angewiesen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das klingt gut. Noch ein letzter Tipp f&uuml;r alle, die bereits Kontakte zu Frauen im Rotlichtmilieu haben: Was w&auml;re ein erster Schritt, um diesen Frauen Wertsch&auml;tzung zu zeigen?</strong></p><p>Sabine: Generell tut man den Frauen etwas Gutes, indem man ihnen zuh&ouml;rt &ndash; ohne sie zu verurteilen und vorschnelle Annahmen zu treffen. Wenn man auf Angebote hinweist, ohne sie zu dr&auml;ngen, dann wei&szlig; die Frau, wo sie im Bedarfsfall Hilfe findet.</p><p><strong>ERF: Danke f&uuml;r das Interview und Gottes Segen f&uuml;r Ihre Arbeit.&nbsp;</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17266356.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Heute fange ich an]]></title>
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      <description><![CDATA[6 Tipps, um lästige Alltagspflichten anzugehen und neue Gewohnheiten zu etablieren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1041197.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mary Tayler /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Schon wieder ist der erste Monat des Jahres rum. Ruckzuck, vorbei. Meine kleine pers&ouml;nliche Bestandsaufnahme ist gleichsam ern&uuml;chternd wie &uuml;berraschend. An der ein oder anderen Stelle bin ich &uuml;berw&auml;ltigt, was ich alles in diesem ersten Monat&nbsp;vorangebracht habe, bei etlichen gr&ouml;&szlig;eren To-Dos bin ich dagegen schon jetzt nicht mehr im Zeitplan oder habe sie noch gar nicht angegangen.</p><p>Und irgendwie klappt es mit dem &bdquo;Fr&uuml;h ins Bett gehen&ldquo; und der regelm&auml;&szlig;igen Bewegung&nbsp;immer noch nicht so wie erhofft. Wenn auch bei dir ein gewisser Frust nach dem ersten Monat herrscht und du jetzt so richtig durchstarten willst, habe ich einige Tipps f&uuml;r dich parat, die Alissa Levy in ihrem Buch <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/heute_fange_ich_an/t-1/1227" target="_blank">&bdquo;Heute fange ich an&ldquo;</a> auf knackig-kurze wie humorvolle Art zusammengetragen hat.</p><h2>1. Zum Start: Mach eine Bestandsaufnahme!</h2><p>Was will ich eigentlich und wo stehe ich jetzt? Wenn du merkst, dass du die Weichen in deinem Alltag gerne anders stellen m&ouml;chtest, ist dies die erste und wichtigste Frage. Oft &uuml;berspringen wir diesen Part. Denn wir wissen ja schon, was anders werden soll. Ja, das stimmt. Aber wissen wir es wirklich?</p><p>Ich habe zwar eine Vorstellung von meinem Zukunfts-Ich, aber oft nicht davon, welche Auswirkungen die n&ouml;tigen Anpassungen auf meine heutigen Routinen haben. Fr&uuml;her ins Bett gehen w&uuml;rde bei mir bedeuten, meine einzige wirkliche Me-Time zu beschneiden. Daher mache ich es nicht. Erst wenn ich es schaffe, mir Me-Time zu einer vern&uuml;nftigen Uhrzeit freizur&auml;umen, werde ich freiwillig fr&uuml;her ins Bett gehen.</p><p>Daher lohnt es sich vor einem ersten Handlungsschritt alle Lebensbereiche anzuschauen:</p><ul><li>Wie sieht meine Morgenroutine aus? Habe ich &uuml;berhaupt eine?</li><li>Welchen Anteil haben Arbeit und Care-Arbeit in meinem Alltag?</li><li>Wie sieht mein Arbeitsweg aus und wie lange brauche ich daf&uuml;r?</li><li>Wie organisiere ich meinen Haushalt und die Essenszubereitung?</li><li>Wie viel Zeit nehme ich mir f&uuml;r Sport und Freizeit?</li><li>Habe ich eine Abendroutine und hilft diese mir dabei abzuschalten?</li></ul><p>Alle diese Fragen k&ouml;nnen mir helfen, ein rundes Bild meines jetzigen Alltags zu bekommen und dann kann ich weiter&uuml;berlegen: Wo besteht Optimierungsbedarf und womit bin ich zufrieden und m&ouml;chte daher auch nichts &auml;ndern?</p><h2>2. Kopf voller To-Dos? Halte das Wichtige fest!</h2><p>Oft sind wir &uuml;berfordert von den vielen Dingen, die wir angehen m&ouml;chten. Da steht der gro&szlig;e Fr&uuml;hjahrsputz an, der Jahresurlaub will gebucht werden und da war auch noch die Steuererkl&auml;rung. Hier hilft es die &bdquo;Brain-Dump-Methode&ldquo; anzuwenden, wie Levy sie nennt. Eine sehr &auml;hnliche Methode kenne ich von Annika B&uuml;hnemann als <a href="https://annikabuehnemann.de/alles-aus-dem-kopf/">&bdquo;Alles-aus-dem-Kopf-Methode&ldquo;</a>&nbsp;und auch Jordan Raynor empfiehlt in seinem Buch <a href="https://www.permissionverlag.de/products/raynor-kaufe-deine-zeit-aus-softcover?srsltid=AfmBOopW6dJn8ZuA_uw-Z0JbQN2kwtdqGCs5VEPS9cjOJF0HcVMzxU1F" target="_blank">&bdquo;Kaufe deine Zeit aus&ldquo;</a>, erstmal alle To-Dos zu notieren.</p><p>Die Methode ist einfach und effektiv. Alles, was bedacht oder getan werden muss, wird festgehalten, und zwar in dem Moment, in dem es dir einf&auml;llt. Denn aus dem Kopf hei&szlig;t Entspannung f&uuml;rs Gehirn. Ob du daf&uuml;r die Notizen-App nutzt, wie Levy es vorschl&auml;gt, oder die To-Do-App, was mein eigener Favorit daf&uuml;r ist, oder klassisch zum Notizbuch, Kalender oder Journal greifst, das ist egal.</p><blockquote class="noshare"><p>Wichtig ist nur: Den ganzen Wust aus dem Kopf aufs Papier oder in eine App zu bringen. Ob und nach welchem Muster du dann deine To-Dos sortierst, ist Typsache.</p></blockquote><p>Levy empfiehlt, regelm&auml;&szlig;ig (im Idealfall w&ouml;chentlich) die Liste durchzugehen und die n&auml;chste Woche zu planen. Ich selbst schiebe eine Aufgabe oft schon direkt beim Erstellen in den richtigen Ordner.</p><p>In Notizen-Apps wie OneNote oder EverNote kann man l&auml;ngere Infos besser festhalten; in Aufgaben-Apps wie To-Do oder Trello wird Erledigtes durchs Abhaken automatisch unsichtbar. Bei einem haptischen Notizbuch oder einem Kalender ist der Brain-Dumping-Effekt durch das Schreiben mit Hand am gr&ouml;&szlig;ten. Es lohnt sich hier auszuprobieren, was einem selbst am meisten zusagt.</p><h2>3. Neue Gewohnheiten: Tracke deinen Erfolg und belohne dich!</h2><p>Neue Gewohnheiten zu etablieren ist schwer. Denn eine Gewohnheit ist quasi eine Autobahn aus bereits geebneten Nervenbahnen im Gehirn. Man muss keine gro&szlig;en Entscheidungen mehr treffen, sondern folgt einfach der bereits vorgebenden Stra&szlig;e.</p><p>Daran scheitern auch oft unsere Vors&auml;tze. Denn wir m&uuml;ssen f&uuml;r neue Gewohnheiten quasi einen Trampelpfad durch den Dschungel unseres Gehirns bahnen, bis dieses versteht: Das ist der neue Weg. Erst ab diesem Punkt ist es f&uuml;r uns normal, dass wir abends zehn Minuten Sport&uuml;bungen machen oder in der Bibel lesen, anstatt eine Serie zu gucken. Bis dahin ist es ein Kampf!</p><blockquote><p>Um unserem Gehirn diesen Umlernprozess zu erleichtern, gibt es einige Tricks. Das Entscheidendste ist, die neue Gewohnheit mit positiven Gedanken zu verbinden.</p></blockquote><p>Wenn ich abends denke: &bdquo;Jetzt muss ich noch Bibel lesen&ldquo;, sind meine Erfolgsaussichten gering. Wenn ich es aber mit einem positiven Gedanken verbinde wie &bdquo;Wenn ich jetzt noch in der Bibel lese, erfahre ich Neues &uuml;ber Jesus&ldquo;, steigen meine Erfolgschancen, die neue Routine zu etablieren, enorm.</p><p>Unser Gehirn reagiert positiv auf Belohnungen. Als ich mir 2020 eine Schreibroutine f&uuml;r meine Romanprojekte aufbauen wollte, habe ich mich belohnt, wenn ich ein gewisses Zeitpensum oder Ziel erreicht hatte. Damals war das der Kick, den ich brauchte, um ins Tun zu kommen. Heute schaue ich kaum noch auf meinen Belohnungszettel, das Vorankommen ist meine Belohnung.</p><p>Das Tracken einer neuen Gewohnheit funktioniert in vielen F&auml;llen aber auch ohne Belohnung. Schon das regelm&auml;&szlig;ige Festhalten, ob ich eine Gewohnheit erf&uuml;llt habe oder nicht, schafft einen Anreiz, sich nicht zu dr&uuml;cken. Auf der Webseite des Knesebeck Verlags kann man sich eine <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/download/file/260/ausmalseite.pdf">Vorlage f&uuml;r einen Habit-Trackers herunterladen</a>, auch in vielen Kalendern findet man mittlerweile Gewohnheitstracker.</p><p>Hilfreich ist auch, mit dem Etablieren einer neuen Gewohnheit nicht zu warten, bis mal weniger los ist. Erstens passiert das selten und ist oft nur eine Ausrede zum Prokrastinieren, zweitens sind die Erfolgsaussichten f&uuml;r Gewohnheiten, die man in stressigen Zeiten etabliert, h&ouml;her. Denn eine Gewohnheit muss sich ja im normalen Alltag mit all seinen Stressmomenten bew&auml;hren.</p><blockquote class="noshare"><p>Es ist ratsam, f&uuml;r neue Gewohnheiten erstmal einen Plan zu erstellen, die Gewohnheit zwei Wochen zu testen und dann noch einmal nachzujustieren.</p></blockquote><p>Vielleicht eignen sich jeden Tag f&uuml;nf Minuten Sport besser als dreimal die Woche 30 Minuten oder vielleicht ist der Morgen ein besserer Zeitpunkt zum Bibellesen als der Abend. Das kann man mit einem solchen Testlauf herausfinden.</p><h2>4. Entscheidungen: Z&ouml;gere nicht mehr mit der 10-10-10-Methode!</h2><p>Entscheidungen fallen mir seit jeher schwer. Als kreativer Mensch gehe ich oft alle M&ouml;glichkeiten im Kopf durch und irgendwie hat jede Option ihre Vor- und Nachteile. Soll ich im Sommer nach England oder in die Berge fahren? Schaue ich eine Actionserie oder einen Liebesfilm? Es gab Abende, wo die Auswahl eines Films fast so lange wie der Film dauerte. Was f&uuml;r eine Lebenszeit-Verschwendung!</p><p>F&uuml;r alle Entscheidungs-Muffel wie mich hat Alissa Levy einen Tipp parat, um schneller gute Entscheidungen zu treffen &ndash; und zwar die 10-10-10-Methode. Bei dieser Methode stelle ich mir nacheinander vor: Wie f&uuml;hle ich mich mit dieser Entscheidung in zehn Minuten, in zehn Monaten und in zehn Jahren?</p><p>Hier wird deutlich: Mein Filmdilemma wird in zehn Monaten keine Relevanz mehr haben. Dar&uuml;ber lange nachzudenken, ist v&ouml;llig sinnlos. Das mit dem Urlaub wird mich vielleicht noch in zehn Monaten besch&auml;ftigen und eventuell werde ich sogar in zehn Jahren noch von dem gro&szlig;artigen Urlaub schw&auml;rmen, aber ob daf&uuml;r entscheidend ist, an welchen Ort ich fahre, wage ich zu bezweifeln.</p><blockquote><p>Die 10-10-10-Methode kann helfen, zu unterscheiden, welche Relevanz eine Entscheidung f&uuml;r mein zuk&uuml;nftiges Leben hat, und mich freisetzen, kleine Entscheidungen z&uuml;giger zu treffen.</p></blockquote><p>F&uuml;r die gro&szlig;en Entscheidungen hilft dann die ber&uuml;hmte Pro- und Kontra-Liste mit den Fakten, die f&uuml;r oder gegen eine Sache sprechen.</p><p>Hier hilft es &uuml;brigens sehr, auch das eigene Bauchgef&uuml;hl abzuchecken. Denn meist trifft mein Bauch lange vor meinem Verstand eine Entscheidung. Mein Kopf ist dann nur noch damit besch&auml;ftigt, diese rational zu begr&uuml;nden. Wenn ich das einmal verstanden habe, lerne ich schneller und selbstbewusster zu entscheiden. Denn dann beginne ich meinem Bauch zu vertrauen und erspare mir den Umweg, meinen Verstand noch zwei Wochen alle Optionen gegeneinander abw&auml;gen zu lassen.</p><h2>5. Haushalt: Bestimme deinen Standard und setze dir Regelaufgaben!</h2><p>Wir alle kennen sie: Die l&auml;stigen Pflichten des Alltags, auf die niemand Bock hat, aber um die man auch nicht herumkommt. Dazu geh&ouml;ren Regelaufgaben im Haushalt ebenso wie die t&auml;gliche Frage, was es zum Essen geben soll.</p><p>Alissa Levy r&auml;t die Haushaltspflichten beherzt anzugehen. Auch hier schl&auml;gt sie erstmal eine Bestandsaufnahme vor. Statt dar&uuml;ber zu verzweifeln, wie unordentlich es bei mir im Gegensatz zu meiner besten Freundin aussieht, hilft es einmal kurz die Stopptaste zu dr&uuml;cken und mich zu fragen: Was ist mir genug? Wie ordentlich will ich es haben, damit ich mich wohlf&uuml;hle?</p><p>Denn seien wir mal ehrlich: Jeder von uns hat bessere Dinge zu tun, als zu saugen, zu putzen oder W&auml;sche zu waschen. Die Frage ist aber hier nicht: Mache ich es oder mache ich es nicht? Diese Frage erledigt sich von selbst. Sondern die Frage sollte lauten: Wie viel, wie oft und wann mache ich es?</p><p>Levy r&auml;t dazu, erstmal den eigenen Standard festzulegen, und zwar nicht den Idealstandard (&bdquo;So war es immer bei Mama&ldquo;), sondern einen Standard, den ich halten kann und will. Als zweiten Schritt lohnt es sich, die einzelnen Aufgaben in t&auml;gliche, w&ouml;chentliche und monatliche To-Dos einzuteilen.</p><p>Hier hilft es, bestimmte Aufgaben immer am selben Tag zu machen. Meine W&auml;sche erledige ich immer am Freitag. So vergesse ich das nicht und plane bewusst an diesem Tag Zeit daf&uuml;r ein. Wie automatisch das mittlerweile funktioniert, merke ich immer dann, wenn ich spontan auf einen anderen Tag wechseln muss.</p><blockquote class="noshare"><p>Auch ein t&auml;glicher kleiner Ordnungs-Reset von 10 bis 15 Minuten hilft, damit sich Aufgaben nicht aufstauen und am Wochenende wie ein Berg vor einem stehen.</p></blockquote><p>Unregelm&auml;&szlig;igere To-Dos wie Fr&uuml;hjahrsputz, Fensterputzen oder Rasenm&auml;hen kann man sich als Termin im Kalender notieren. So wird es nicht vergessen, ohne dass ich noch extra daran denken muss.</p><p>In puncto Essensvorbereitung r&auml;t Levy, einmal w&ouml;chentlich die Gerichte der n&auml;chsten Tage festzulegen und die Zutaten daf&uuml;r einzukaufen. Auch hierf&uuml;r kann man sich einen festen Wochentag setzen. In einer Rezeptbox oder einem Notizbuch kann man sich leckere Gerichte notieren, die man &ouml;fter machen will. Dann hat man eine Auswahl, wenn wieder die Frage ansteht: Was essen wir n&auml;chste Woche?</p><h2>6. Finanzen: Verschaff dir einen genauen &Uuml;berblick!</h2><p>Finanzen sind f&uuml;r viele Menschen ein heikles Thema. Die einen geben nur das N&ouml;tigste aus und sparen f&uuml;r schlechte Zeiten&ldquo;, andere denken sich eher &bdquo;Hauptsache, es ist genug zum Leben da&ldquo;. Das ist in Zeiten, wo man nahezu alles per App oder Karte zahlen kann und leicht den &Uuml;berblick &uuml;ber die eigenen Finanzen verliert, umso wichtiger. Wie also sieht ein bedachtsamer Umgang mit Geld aus?</p><p>Levy r&auml;t dazu, die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegen&uuml;berzustellen, am besten in einer &Uuml;bersicht f&uuml;r das ganze Jahr. Ein weiterer Tipp von ihr ist, die Ausgaben zu unterteilen, damit man sieht, welche Fixkosten man hat. Sinnvoll ist es, 50 Prozent des Einkommens von vorneherein f&uuml;r Fixkosten und notwendige Ausgaben zu veranschlagen. Die anderen 50 Prozent kann man in R&uuml;cklagen (20 Prozent) und Ausgaben f&uuml;r das eigene Gl&uuml;ck (Ausfl&uuml;ge, Hobbies, etc.) investieren.</p><p>Nat&uuml;rlich muss man anmerken, dass es etliche Haushalte gibt, in denen die Fixkosten mehr als die veranschlagten 50 Prozent ausmachen. Dann bleibt weniger zum Ansparen oder f&uuml;r pers&ouml;nliche Ausgaben. Aber auch das sieht man erst dann genau, wenn man sich einmal eine &Uuml;bersicht zum Beispiel in Excel erstellt, und kann dann &uuml;berlegen, wie man damit umgehen will.</p><blockquote class="noshare"><p>Au&szlig;erdem sch&uuml;tzt keine noch so gute Finanzplanung vor Armut und die Auflistung der eigenen Finanzen vermehrt auch nicht mein Geld.</p></blockquote><p>Aber es kann helfen, sich mit diesem leidlichen Thema zu befassen, um herauszufinden, wo ich mehr sparen sollte oder beherzt einen gr&ouml;&szlig;eren Kauf wagen kann.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16643249.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 28 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer wagt, gewinnt!]]></title>
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      <description><![CDATA[Bin ich zufrieden mit meinem gewohnten Unglück oder wird es endlich Zeit für das ungewohnte Glück? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117771.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© cottonbro studio /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Auf dem Fu&szlig;boden meines Wohnzimmers liegen Bl&auml;tter. Dunkelgr&uuml;ne und gr&uuml;n-wei&szlig;-gestreifte. Normalerweise verlieren mein Benjamini und mein Bonsaib&auml;umchen immer mal wieder Bl&auml;tter. Dieses Mal ist es aber irgendwie anders, denn bei beiden geschieht das zur gleichen Zeit.</p><p>Die beiden haben eine schwere Zeit hinter sich. Im letzten Jahr hatten sich Blattl&auml;use &uuml;ber sie hergemacht und der Kampf gegen dieses Ungeziefer war kaum in den Griff zu bekommen. Ob Sch&auml;dlingsbek&auml;mpfungsmittel oder Schmierseife, nichts brachte den gew&uuml;nschten Erfolg. Letztendlich halfen nur noch Pflanzenst&auml;bchen f&uuml;r die Erde. Das Gift, das die L&auml;use bek&auml;mpfte, schien meinen Beiden zwar nichts auszumachen, aber es war in ihrer Erde.&nbsp;</p><p>Und nun &ndash; ein Jahr sp&auml;ter &ndash; machte sich das Ganze doch bemerkbar. So fuhr ich in den Baumarkt und lie&szlig; mich beraten, welches die beste Erde f&uuml;r meine beiden Sch&uuml;tzlinge w&auml;re. Zus&auml;tzlich kaufte ich f&uuml;r den Benjamini einen gr&ouml;&szlig;eren Topf, da sein Wurzelwerk nicht mehr genug Platz im Bisherigen fand.</p><p>Ich bereitete im Garten alles vor. Zuerst bekamen die beiden eine Dusche. Ich konnte richtig sp&uuml;ren, wie befreit sie sich f&uuml;hlten. Die Sonne schien warm auf ihre Bl&auml;tter. Herrlich! Nachdem ich die Wurzeln von der alten Erde befreit hatte, f&uuml;llte ich die beiden T&ouml;pfe mit frischer Erde und setzte meine Sch&uuml;tzlinge hinein. Gut getr&auml;nkt mit Wasser umh&uuml;llte nun die frische Erde ihre angeschlagenen Wurzeln. W&uuml;rden sie die neue Erde akzeptieren? Ich wusste es nicht, hoffte es aber.</p><p>&nbsp;Kaum eine Woche sp&auml;ter erblickten kleine zarte gr&uuml;ne Bl&auml;ttchen das Licht der Welt. Mein Herz h&uuml;pfte vor Freude! Und dann ging es Schlag auf Schlag. Ein neues Blatt nach dem anderen f&uuml;llte die kahl gewordenen Stellen. So erwachten meine beiden Sorgenkinder zu neuem Leben und wurden am Ende wundersch&ouml;ne und gesunde Pflanzen.&nbsp;</p><h2><strong>Alles wird neu</strong></h2><p>Ich musste bei diesem Erlebnis an den Bibelvers aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 5, 17</a> denken. Dort hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Wenn also ein Mensch zu Christus geh&ouml;rt, ist er schon &sbquo;neue Sch&ouml;pfung&lsquo;. Was er fr&uuml;her war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.&ldquo;</em></p><p>Paulus, der Autor des Korintherbriefes, verdeutlicht hier, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi eine v&ouml;llig neue Identit&auml;t f&uuml;r alle entsteht, die sich Jesus anvertrauen und ihm nachfolgen. Denn Gott ist so heilig, dass wir Menschen aufgrund unserer Schuld von ihm getrennt sind. Deshalb hat er seinen Sohn auf die Welt geschickt. Stellvertretend f&uuml;r unsere Verfehlungen nimmt Jesus den Tod auf sich, sodass f&uuml;r jeden Menschen der Weg zu Gott frei wird. &nbsp;&nbsp;</p><p>Vergleichen kann man das mit meinen beiden Pflanzen: Sie waren in zwei T&ouml;pfen untergebracht, deren vergiftete Erde ihnen schadete. Eine Weile ging das gut, doch dann bekamen sie nicht mehr die N&auml;hstoffe, die sie zum gesunden Wachstum ben&ouml;tigten und verloren Bl&auml;tter. Erst, als die Umgebung neu und frisch war, bekamen sie wieder das, was sie brauchten, um gesund zu gedeihen.&nbsp;</p><h2><strong>Aus toxischem Lebensraum in neue Erde</strong></h2><p>Vielleicht lebst du auch in einem Umfeld, das dir schadet und in dem du dich nicht gesund entwickeln und entfalten kannst. Oder du hattest eine Kindheit, in der man dich tief verletzt hat, und sp&uuml;rst diese Auswirkungen bis heute.</p><p>Auch ich kenne das. Obwohl ich schon lange an Jesus glaube und mit ihm lebe, hatte ich trotzdem &uuml;ber weite Strecken das Gef&uuml;hl, dass mich meine verletzende Vergangenheit bis in die Gegenwart negativ beeinflusste.</p><blockquote class="noshare"><p>Als Christin wusste ich, dass ich durch meinen Glauben an Jesus frei sein kann von allen Verletzungen meiner Vergangenheit. Doch ich habe es nicht erlebt. Denn mein Herz hat es nicht geglaubt!</p></blockquote><p>Bis ich eines Tages zu mir selbst gesagt habe: Wenn das wirklich stimmt, was in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 5, 17</a> steht, werde ich das jetzt wortw&ouml;rtlich f&uuml;r mich in Anspruch nehmen. Und so habe ich diesen Bibelvers konkret &uuml;ber mir proklamiert: &bdquo;Ich geh&ouml;re zu Christus und bin eine neue Sch&ouml;pfung. Was fr&uuml;her war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.&ldquo;</p><h2><strong>Frieden mit der Vergangenheit schlie&szlig;en</strong></h2><p>Am Anfang merkte ich keine Ver&auml;nderung, doch nach kurzer Zeit und stetiger Wiederholung hatte ich auf einmal das Gef&uuml;hl, dass ich die Verletzungen der Vergangenheit nicht mehr sp&uuml;re. Sie waren wie weggeblasen. Daran hat sich nichts mehr ge&auml;ndert. Im Laufe der Zeit wurde ich sogar dazu f&auml;hig, Liebe f&uuml;r den Menschen zu empfinden, der mir damals Schaden zugef&uuml;gt hatte, und konnte dieser Person vergeben.</p><blockquote><p>&nbsp;Ich habe eine solche Freiheit erlebt, die ich niemals mehr missen m&ouml;chte.&nbsp;</p></blockquote><p>Wie gut, dass Jesus mich aus der alten Situation herausgeholt und in etwas ganz Neues und Heilsames hineinversetzt hat. Genauso wie meine beiden Pflanzen, die heute in neuer und gesunder Erde wachsen und gedeihen. Was ich erlebt habe, kannst auch du erleben. Dazu m&ouml;chte ich dich ermutigen, denn: Wer wagt, gewinnt!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ruth Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17263211.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ruth Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 26 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mir ist das zu viel!]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie ich damit umgehen kann, wenn mir meine To-do-Liste über den Kopf wächst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1118324.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nataliya Vaitkevich /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Monatelang qu&auml;lte mich das schlechte Gewissen: Ich hatte zugesagt, ein kleines Anspiel f&uuml;r einen guten Zweck zu schreiben. Eine Organisation, die sich f&uuml;r Gewaltpr&auml;vention einsetzt, w&uuml;nschte sich Theaterszenen, um das Thema f&uuml;r Kinder nachvollziehbarer zu machen. Super Sache! Ich habe mich richtig geehrt gef&uuml;hlt, dass man mich als unerfahrene Autorin darum bittet.&nbsp;</p><p>Aber ich steckte mitten in den Uni-Pr&uuml;fungen, hatte privat viel um die Ohren und faktisch keine Kapazit&auml;ten f&uuml;r das umfangreiche ehrenamtliche Projekt. Nun sch&auml;mte ich mich in Grund und Boden, weil ich nach Monaten kein einziges Wort getippt hatte. Es war mir einfach zu viel. Warum hatte ich &uuml;berhaupt zugesagt? Nun, da war nat&uuml;rlich der gute Zweck, den ich gerne unterst&uuml;tzen wollte. Aber war das wirklich der Hauptgrund?</p><p>In der Werkstatt-Folge aus dem <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer">Podcast &bdquo;Homemade Stress&ldquo;</a> erkl&auml;rt Burnout-Pr&auml;ventionscoach Stephan Menzel, warum sich To-do-Listen manchmal unendlich lang anf&uuml;hlen und woher das Gef&uuml;hl des &bdquo;zu viel&ldquo; kommt.&nbsp;</p><p>Er stellt fest: &bdquo;<em>Grunds&auml;tzlich ist die Arbeitslast nicht unbedingt der Hauptantreiber f&uuml;r Stress. Aber wenn die Themen, die ich auf dem Tisch habe, zu viel werden, bekomme ich sie &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum nicht aus dem Kopf. Dann denke ich immer wieder daran, dass ich dieses und jenes noch machen muss. Das verursacht Stress.&ldquo;</em></p><h2><strong>Wieder zu oft &bdquo;Ja&ldquo; gesagt?</strong></h2><p>Ein Grund, warum es mir &bdquo;zu viel&ldquo; wird, ist also tats&auml;chlich die schiere Menge an Aufgaben, die ich tun muss &ndash; oder die ich mir selbst vorgenommen habe. Allerdings lohnt es sich genauer hinzuschauen, woher diese F&uuml;lle an Aufgaben kommt.&nbsp;</p><p>Selbstverst&auml;ndlich gibt es To-dos, die ich machen muss: Die Steuererkl&auml;rung ist Pflicht, der Hund braucht jeden Morgen seine Gassirunde und mein Chef w&uuml;rde zu Recht verdutzt reagieren, wenn ich ihm sagte, dass ich heute Wichtigeres als meine Arbeit zu tun habe.</p><p>Aber nicht alles, was sich nach einem &bdquo;Muss&ldquo; anf&uuml;hlt, ist zwingend erforderlich. Bin ich wirklich die Einzige, die in der Firma an Projektgruppe X teilnehmen kann, obwohl ich schon ein volles &Uuml;berstundenkonto habe? Sollte ich in meiner Kirche noch eine Aufgabe &uuml;bernehmen, obwohl ich mich schon an drei anderen Stellen engagiere? Und kennt meine Freundin niemand anderen, der ihre Blumen im Urlaub gie&szlig;en kann, wenn ich daf&uuml;r quer durch die Stadt fahren muss?</p><blockquote><p>Bevor ich &bdquo;Ja&ldquo; sage, lohnt es sich daher immer, kurz innezuhalten und zu reflektieren, warum ich f&uuml;r diese Aufgabe Verantwortung &uuml;bernehmen will oder soll.</p></blockquote><p>Wie sieht es &ndash; ganz realistisch &ndash; mit meinen Zeitressourcen aus? Stehe ich hier tats&auml;chlich in der Pflicht oder geht es mir nur darum, niemanden zu entt&auml;uschen? F&uuml;hle ich mich gebauchpinselt, weil man mich anfragt? Oder bin ich einfach ein spontaner und begeisterungsf&auml;higer Typ, der schnell zusagt und es dann bereut?</p><h2><strong>Zu viel zu tun oder schlicht &uuml;berfordert?</strong></h2><p>Das Gef&uuml;hl, dass mir alles zu viel ist, kann sich auch dann einschleichen, wenn es gar nicht zu viele Aufgaben sind, die ich auf dem Tisch habe, sondern ich mich von einer bestimmten Aufgabe &uuml;berfordert f&uuml;hle.</p><p>Vielleicht fehlen mir Fachwissen und Informationen, um die Aufgabe zu l&ouml;sen, oder das To-do entspricht mir nicht und geht mir deshalb schwer von der Hand. M&ouml;glicherweise bin ich auch gesundheitlich angeschlagen und dadurch blockiert. Oder es gibt im Augenblick einfach keine gute L&ouml;sung f&uuml;r mein Problem.&nbsp;</p><p>F&uuml;r Coach Stephan Menzel ist solch eine &Uuml;berforderungssituation ein typischer Ausl&ouml;ser f&uuml;r Stress: <em>&bdquo;Wenn ich mich in einer &Uuml;berforderungssituation f&uuml;hle, ist meistens unsere Ressource versperrt, Aufgaben gut l&ouml;sen zu k&ouml;nnen. Das verursacht ein Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgef&uuml;hl.&ldquo;</em></p><h2><strong>Wie das &bdquo;Zu viel&ldquo;-Gef&uuml;hl zum Burnout f&uuml;hrt</strong></h2><p>Im schlimmsten Fall k&ouml;nnen sowohl eine zu hohe Arbeitslast als auch die &Uuml;berforderung durch einzelne Aufgaben einen Burnout beg&uuml;nstigen. Stephan Menzel hat selbst einen solchen erlebt. Vor dem Zusammenbruch hat er jede Woche dutzende &Uuml;berstunden geschoben, um sein Arbeitspensum zu schaffen.&nbsp;</p><p>Der Grund daf&uuml;r war aber nicht die Menge an Aufgaben: <em>&bdquo;In der letzten Phase vor dem Kipppunkt war ich &uuml;berhaupt nicht mehr effektiv, da ich unter Schlaflosigkeit litt und Konzentrationsschwierigkeiten hatte. Dadurch haben meine normalen Arbeitszeiten gar nicht ausgereicht, um alles zu bew&auml;ltigen, was aus meiner Sicht zu erledigen war. Es ging nur noch mit Priorisieren: Wo brennt es am meisten? Wissend, dass noch 20 andere To-dos auf mich warten.&ldquo;</em></p><p>So kann das Dauergef&uuml;hl des &bdquo;Zu viel&ldquo; in einen Teufelskreis f&uuml;hren: Weil ich mich &uuml;berfordert f&uuml;hle, nehme ich den Stress mit in die Nacht und schlafe schlechter. Dadurch fehlt mir am n&auml;chsten Tag die Energie, die Aufgabe anzugehen &ndash; und ich bekomme wieder nicht alles hin. Die Stressgef&uuml;hle bleiben und rauben mir weiter Nacht f&uuml;r Nacht den Schlaf.</p><blockquote class="noshare"><p>In der Regel ist es daher nicht die Menge an Arbeit, die den Burnout letztlich verursacht, sondern die hohe Arbeitslast wirkt als Verst&auml;rker eines ohnehin vorhandenen Drucks.&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Selbstwirksamkeit als Schl&uuml;ssel</strong></h2><p>Doch es gibt M&ouml;glichkeiten, einer hohen Arbeitslast, dem damit einhergehenden inneren Druck und dem Gef&uuml;hl der &Uuml;berforderung zu begegnen. Einen Schl&uuml;ssel bietet unter anderem ein Fachbegriff aus der Psychologie, der den Umgang mit Herausforderungen benennt: die &bdquo;Selbstwirksamkeit&ldquo;. Der Psychologe Albert Bandura hat das Konzept beschrieben<sup>1</sup>.</p><p>Unter Selbstwirksamkeit versteht man die &Uuml;berzeugung eines Menschen, dass er oder sie eine Aufgabe meistern kann. Nach der Beobachtung Banduras ist es so, dass Menschen Aufgaben &uuml;berhaupt nur dann aktiv angehen, wenn sie selbst davon &uuml;berzeugt sind, dass sie diese Herausforderung auch erfolgreich abschlie&szlig;en k&ouml;nnen.</p><p>Ich muss dabei die L&ouml;sung noch nicht kennen, aber es braucht das Vertrauen, dass ich einen Weg finden kann, die Aufgabe zu meistern.&nbsp;</p><blockquote><p>Erlebe ich mich also als selbstwirksam, l&ouml;sen selbst hochkomplexe Aufgaben kaum negativen Stress aus, sondern spornen mich vielmehr zu Hochleistungen an.&nbsp;</p></blockquote><p>Der erste Schritt daf&uuml;r ist laut Stephan Menzel die Selbstreflektion:<strong>&nbsp;</strong><em>&bdquo;Hier hilft es die Adlerperspektive einzunehmen: Was ist genau zu tun und was k&ouml;nnte mir dabei helfen, das Thema zu l&ouml;sen? Vielleicht gibt es jemand, der mir behilflich sein kann.&ldquo;</em></p><h2><strong>Zur Selbstwirksamkeit braucht es die anderen</strong></h2><p>So naheliegend es erscheint: Tats&auml;chlich vergesse ich oft, dass ich mir bei einer Herausforderung einfach Hilfe holen kann. Menschen mit einer ausgepr&auml;gten Selbstwirksamkeit vertrauen nicht nur auf ihre eigenen Ressourcen, sondern fragen andere um Rat und Unterst&uuml;tzung.&nbsp;</p><p>Das hei&szlig;t allerdings auch, dass ich mir selbst und anderen eingestehen muss, dass ich eine Aufgabe nicht allein schaffe. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum es mir schwerf&auml;llt, To-dos abzutreten, die mich &uuml;berfordern. Es kratzt an meinem Image als Allesk&ouml;nnerin und das gef&auml;llt mir nicht. Dabei ist gerade die Zusammenarbeit mit anderen der Faktor, die mir helfen kann, meine To-do-Liste in den Griff zu bekommen.</p><p>Ein weiterer Schritt f&uuml;r die Selbstwirksamkeit ist es, Erfahrungen zu sammeln &ndash; und zwar auch Frusterfahrungen und Misserfolge. Das klingt erst einmal seltsam, aber laut Stephan Menzel entwickelt sich Selbstwirksamkeit schon in der Kindheit:</p><p><em>&bdquo;Wenn mir als Kind alle Steine aus dem Weg ger&auml;umt werden, kann ich nicht lernen, nach einem Misserfolg neu zu beginnen. Kinder, die selbstst&auml;ndiger aufwachsen und in einem &uuml;berschaubaren Rahmen Schwierigkeiten bew&auml;ltigen m&uuml;ssen, lernen eher, selbstwirksam zu werden. Wenn sie erleben, dass sie nach einem R&uuml;ckschlag etwas Neues probieren und dies gelingt, empfinden sie das als inneren Erfolg. Das ist Selbstwirksamkeit: Hindernisse, Entt&auml;uschungen, Entmutigungen zu &uuml;berwinden und einzuordnen.&ldquo;</em></p><h2><strong>Selbstwirksamkeitsfaktor Vertrauen</strong></h2><p>Letztes Jahr habe ich mich intensiv mit dem <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 37</a>aus der Bibel besch&auml;ftigt. Da steht unter anderem: <em>&bdquo;Du aber vertrau auf den Herrn und tu Gutes. Bleib im Land, sei zuverl&auml;ssig und treu. Lass den Herrn deinen Weg bestimmen, vertrau auf ihn, und er wird handeln&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37%2C3.5" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 37, 3.5</a>).</p><p>Mich fordern diese Verse heraus &ndash; gerade im Hinblick auf meine langen To-do-Listen. Zuverl&auml;ssig und treu sein bei den Aufgaben, die ich machen muss oder die ich zugesagt habe &ndash; wie soll das gelingen, wenn es mir zu viel wird?&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Mir hilft die Erkenntnis, dass Zuverl&auml;ssigkeit damit beginnt, dass ich realistisch einsch&auml;tze, was ich wirklich leisten kann. Zuverl&auml;ssige Menschen sagen nicht immer Ja, sondern sie sagen zu den richtigen Dingen Ja.</p></blockquote><p>Zuverl&auml;ssig sein hei&szlig;t auch nicht, dass mir alles gelingen muss, sondern dass ich offen kommuniziere, was ich tun kann und wo ich an meine Grenzen sto&szlig;e.</p><p>Entlastung von Stress finde ich vor allem im zweiten Vers. Da hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Vertrau auf ihn, und er wird handeln.&ldquo;</em> Bei allen guten Vors&auml;tzen und meinem Wunsch nach Zuverl&auml;ssigkeit habe ich doch nicht immer die richtige L&ouml;sung parat. Ja, selbst der selbstwirksamste Mensch hat nicht alles in der Hand.</p><p>Gott aber ist immer handlungsf&auml;hig und ich kann ihn darum bitten, mit mir und f&uuml;r mich zu handeln. Gebet ist eine wunderbare Form der Selbstwirksamkeit: Ich gestehe mir ein, dass ich abh&auml;ngig von Gott bin und kann daraus die Kraft sch&ouml;pfen, um meine Herausforderungen zu meistern.</p><h2><strong>F&uuml;rs Leben gelernt</strong></h2><p>Das Theaterst&uuml;ck, das ich damals schreiben musste, ist &uuml;brigens fertig geworden, mit viel H&auml;ngen und W&uuml;rgen, einigen durchwachten N&auml;chten und einem Haufen Gewissensbisse Zu meinem Gl&uuml;ck hat es mir damals Lob eingebracht, aber vor allem Selbsterkenntnis. Durch diese Erfahrung habe ich gelernt, in Zukunft kl&uuml;ger mit meinen Zeitressourcen umzugehen und mir auch mal auf die Zunge zu bei&szlig;en, bevor ich zu schnell Ja sage.&nbsp;</p><p>Wie Stephan Menzel sagt: Es sind nicht unbedingt die einfachen Erfolge, die mich Selbstwirksamkeit lehren. Und zu meinem Gl&uuml;ck habe ich noch eine weitere Erkenntnis, die mich stark macht: Ich muss die Herausforderungen, die mir das Leben stellt, nicht allein meistern, sondern habe andere Menschen &ndash; und Gott immer an meiner Seite.</p><p><sup>1</sup><span class="small"><a href="https://wpgs.de/fachtexte/selbstwirksamkeit/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Selbstwirksamkeit st&auml;rken und f&ouml;rdern &ndash; Wirtschaftspsychologische Gesellschaft</a></span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17259576.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Thu, 22 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Gott „Jetzt!“ sagt]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum du deinem nächsten Anfang nicht allein gegenüberstehst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117799.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Victor Freitas /&nbsp;unsplash</figcaption></figure><p>Wer in diesen Tagen das Fitnessstudio betritt, sollte Wartezeit an den Ger&auml;ten einplanen. In den ersten Monaten des Jahres erfolgen in den Muckibuden dieses Landes etwa 50 Prozent mehr Neuanmeldungen als in den &uuml;brigen 11 Monaten. Und auch in den Einkaufsw&auml;gen l&auml;sst sich ein Trend erkennen. Die Nachfrage nach Gem&uuml;se und eiwei&szlig;haltigen Lebensmitteln steigt, w&auml;hrend die Nachfrage nach Alkohol deutlich abnimmt.</p><p>Doch dann schreitet das Jahr voran und die Zahlen gleichen sich dem Niveau der letzten Monate des Vorjahres an &ndash; und das schneller als gedacht. Bereits Mitte Januar erkl&auml;ren 80 Prozent der Deutschen ihre Neujahrsvors&auml;tze als gescheitert. Das ist mehr als schade: Denn ein Neustart ist nicht nur oft w&uuml;nschenswert, sondern manchmal unumg&auml;nglich.</p><h2><strong>(Zu) ambitionierte Ziele?</strong></h2><p>Aber wieso scheitern diese Neuanf&auml;nge so h&auml;ufig? Ich denke, weil wir dazu neigen, uns zu &uuml;bersch&auml;tzen. Wer noch nie joggen war, wird bereits beim ersten Kilometer ordentlich au&szlig;er Puste sein. Und wer sich im alten Jahr schwer damit getan hat, regelm&auml;&szlig;ig Bibel zu lesen, k&ouml;nnte nach 2 Wochen davon entmutigt werden, dass das Lesezeichen bisher kaum nach hinten gewandert ist.</p><blockquote><p>Genau diese Bibel berichtet immer wieder von Neuanf&auml;ngen. Allerdings mit dem Unterschied, dass Gott die Idee des Neustarts schenkt.</p></blockquote><p>Relativ zu Beginn der Bibel spricht Gott zu Mose. Er schickt ihn zum Herrscher &uuml;ber die Weltmacht &Auml;gypten, um diesem die Freilassung vieler tausender Sklaven zu befehlen. Mose ergreift die Angst und er versucht Gott weiszumachen, dass er der Falsche f&uuml;r diesen Auftrag ist, da er ein schlechter Redner ist.</p><p>Doch Gott hat eine passende Antwort parat: <em>&bdquo;Ich habe dich dazu bevollm&auml;chtigt, mit g&ouml;ttlicher Autorit&auml;t vor den Pharao zu treten. Dein Bruder Aaron wird dein Prophet sein, der f&uuml;r dich spricht.&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/2.Mose7%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 7,1</a>)</em></p><h2><strong>Neuanf&auml;nge gelingen &ndash; mit Gottes Hilfe</strong></h2><p>Wer die Geschichte Moses kennt, der wei&szlig;: Gottes Plan geht auf und Mose f&uuml;hrt das Volk Israel aus der &auml;gyptischen Gefangenschaft. Dieser Neustart gelingt auch deswegen, weil Gott die Lage einsch&auml;tzt und nicht Mose selbst. So l&auml;sst sich aus dieser Geschichte einiges f&uuml;r meine Neustarts ableiten:</p><ol><li>Neuanf&auml;nge gehen nicht immer von uns aus. Als Christ glaube ich daran, dass Gottes Plan f&uuml;r mein Leben seinem gro&szlig;en Ziel dient. Das deckt sich nicht immer mit meinen Pl&auml;nen. Ein Neuanfang kann also unverhofft, aber nicht ohne Grund ins Haus stehen.<br />
&nbsp;</li><li>Gott w&auml;hlt seine Leute weise aus. Moses Beispiel zeigt, dass Gott seine Diener nach Kriterien ausw&auml;hlt, die wir nicht verstehen. Mose selbst ist alles andere als fehlerlos und trotzdem w&auml;hlt Gott genau ihn. Die Geschichte lehrt uns, dass es die richtige Entscheidung war.<br />
&nbsp;</li><li>Gott unterst&uuml;tzt! Verst&auml;ndlicherweise hat Mose Bedenken und Sorgen &ndash; und Gott nimmt diese ernst. Genauso wie Gott Mose mit einem guten Redner, m&auml;chtigen Zeichen und Schutz r&uuml;stet, darf ich ebenfalls mit seiner Hilfe rechnen.</li></ol><p>Gott wird auch in diesem Jahr Neustarts ansto&szlig;en &ndash; bei mir und vielleicht auch bei dir.</p><blockquote class="noshare"><p>Die Geschichte von Mose zeigt mir: Das kann hart werden, aber Gott ist an meiner Seite und erw&auml;hlt mich nur f&uuml;r diesen Neustart, weil er wei&szlig;, dass ich der Aufgabe gewachsen bin.&nbsp;</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17256048.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Traumasensibel vom Glauben reden]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie sollten Gottesdienste und christliche Angebote gestaltet sein, damit sie auch verletzte Menschen erreichen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117764.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jon Tyson /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ein Gedankenspiel am Anfang. Eine liebe und herzensgute Dame aus der Gemeinde liebt es, am Samstag Traktate in der Fu&szlig;g&auml;ngerzone zu verteilen. Diese benennen die Wahrheit &ndash; so sagt sie &ndash; &bdquo;klar und deutlich&ldquo;: &bdquo;Kehre um zum Herrn Jesus, der dich liebt und alles f&uuml;r dich getan hat. Du bist sonst ewig getrennt von Gott, wenn du dieses Angebot nicht annimmst, wirst du auf ewig Qualen erleiden.&ldquo;</p><p>Wie wirken solche S&auml;tze auf einen Menschen, der in seinem Leben Schweres, ja Traumatisierendes erlebt hat? Der emotionale, k&ouml;rperliche oder sexuelle Gewalt erfahren hat? Als Christen haben wir die beste Botschaft der Welt. Davon bin ich &uuml;berzeugt. Doch wie k&ouml;nnen wir so davon reden und auch Gottesdienst feiern, dass die frohe Botschaft auch f&uuml;r traumatisierte Menschen wirklich froh machend ist?</p><blockquote class="noshare"><p>Als Christen haben wir die beste Botschaft der Welt. Doch wie k&ouml;nnen wir so davon reden, dass die frohe Botschaft auch f&uuml;r traumatisierte Menschen froh machend ist?</p></blockquote><p>Knapp die H&auml;lfte der Menschen gibt in Umfragen an, in ihrem Leben mindestens eine traumatisierende Erfahrung erlebt zu haben. Da der Trauma-Begriff oft unklar definiert ist, sind solche Zahlen mit Vorsicht zu genie&szlig;en. Ich pers&ouml;nlich gehe von h&ouml;heren Zahlen aus. Denn wir leben nun einmal in einer verletzlichen, gebrochenen Welt.&nbsp;</p><p>Nat&uuml;rlich sind nicht alle deswegen traumatisiert, auch das ist klar. Aber da wir Traumatisierungen, die im Inneren unseres Gegen&uuml;bers oft unbemerkt und abgespalten schlummern, von au&szlig;en nicht sehen, brauchen wir eine grunds&auml;tzliche Disziplin in Worten und Taten. Dazu m&ouml;chte ich in diesem Artikel 10 Grundpfeiler benennen, die mir hilfreich erscheinen.</p><h2><strong>1. Verletzte Menschen brauchen ein heilsames Gottesbild</strong></h2><p>Gesunde geistliche Entwicklung setzt innere Sicherheit voraus. Menschen mit traumatischen Erfahrungen brauchen ein Gottesbild, das Schutz, Verl&auml;sslichkeit und Annahme vermittelt &ndash; nicht Druck oder Angst. Sichere Bindung ist ein Schl&uuml;ssel daf&uuml;r, dass Menschen wachsen und heilen k&ouml;nnen.</p><p>Das Gottesbild, von dem wir erz&auml;hlen und das wir in unserem Leben, aber auch im Gottesdienst verk&ouml;rpern, muss sicher sein!&nbsp;</p><blockquote><p>Gott ist ein sicherer Ort, ein Safe Space. Davon bin ich &uuml;berzeugt, weil Jesus uns Gott so zeigt.&nbsp;</p></blockquote><p>Ist es dann sinnvoll, wenn wir als Christen &ndash; wie in dem Beispiel oben &ndash; von einem Gott erz&auml;hlen, der seine Menschen unendlich liebt und gleichzeitig Ablehnung mit ewiger Folter bestraft? Ist dies ein passender Gespr&auml;chseinstieg f&uuml;r einen m&ouml;glicherweise traumatisierten Menschen? Meiner Ansicht nach nicht. Vielmehr sollten wir Gottes Liebe in den Fokus r&uuml;cken. Herausstellen, dass er alles getan hat, um mit uns Menschen vers&ouml;hnt zu sein.</p><h2><strong>2. Das Kreuz ohne Gewalt denken</strong></h2><p>So manche Gewalt- und Opfermetaphorik, die bis ins Detail die Folter Jesu am Kreuz ausmalt und mit unserer Schuld verbindet, kann belastend wirken. Ich bin der &Uuml;berzeugung: Wir k&ouml;nnen theologisch verantwortlich vom Kreuz sprechen, ohne Drohkulissen aufzubauen, und dabei auf Gottes Solidarisierung mit Leidenden und Ausgegrenzten hinweisen.</p><p>In der Seelsorge erlebe ich immer wieder, dass Gottes N&auml;he zu allen Geschlagenen und Gedem&uuml;tigten dieser Welt durch die Leidenserfahrung am Kreuz eine enorme Heilkraft besitzt. Gott bewahrt uns nicht vor allem &ndash; aber er leidet mit in allem. Wenn wir darauf bei der Botschaft vom Kreuz eingehen, sprechen wir traumatisierte Menschen direkt in ihrer Not an.</p><h2><strong>3. Ein Gottesbild vermitteln, das Br&uuml;chigkeit w&uuml;rdigt</strong></h2><p>Traumasensible Theologie und Praxis nimmt die Zerbrechlichkeit des Lebens ernst. Sie zeigt, dass Gott Menschen in ihrer Schwachheit begleitet, statt St&auml;rke oder vollst&auml;ndige Heilung einzufordern.</p><p>Das bedeutet im Alltag, dass es nicht hilfreich ist, wenn wir als Christen in einem permanenttriumphalen &bdquo;Gut-drauf&ldquo;-Glauben unterwegs sind. Besser ist es, auch die Graut&ouml;ne des Lebens zur Sprache zu bringen: die Highlights des Glaubens, aber eben auch unsere Zweifel, Fragen und das Gef&uuml;hl der Gottesferne.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich glaube zuerst daran, dass die frohe Botschaft von Jesus enorm heilsam und heilbringend ist! Aber ich darf ihr keine Versprechen hinzuf&uuml;gen, die sie nicht einhalten kann.</p></blockquote><p>Sonst immunisiere ich verletzte Menschen dagegen. Sobald der Glaube dann Versprechen, die er scheinbar gegeben hat, nicht einh&auml;lt, wenden sich diese Menschen von Gott ab.</p><h2><strong>4. Machtverh&auml;ltnisse ernst nehmen und behutsam gestalten</strong></h2><p>Geistliche Rollen &ndash; nicht nur die von Hauptamtlichen, sondern genauso von Hauskreisleitenden oder Musikteamleitenden &ndash; bringen zwangsl&auml;ufig Macht mit sich. Denn gerade der geistliche Raum kann so tiefgehend sein wie kaum ein anderer. Eine reflektierte Haltung sch&uuml;tzt uns davor, mit unserer Autorit&auml;t andere ungewollt zu verletzen, und er&ouml;ffnet R&auml;ume, in denen Menschen sich sicher &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen.</p><p>Macht in Worten und Taten kann heilsam sein &ndash; oder zerst&ouml;ren. Einen sicheren Raum zu bieten bedeutet, dass wir &uuml;berlegen, wie wir einladend vom Glauben sprechen und in unserem Reden und Handeln keine Grenzen &uuml;berschreiten. Das kann enorm anstrengend sein, weil wir uns im Aushalten von Spannungen &uuml;ben m&uuml;ssen. Daraus folgt der n&auml;chste Punkt:</p><h2><strong>5. Freiwilligkeit als theologisches Prinzip&nbsp;</strong></h2><p>Traumasensible Verk&uuml;ndigung und auch Weitergabe des Glaubens respektiert Grenzen. Sie l&auml;dt ein, ohne zu dr&auml;ngen, und macht klar: Beziehung zu Gott entsteht aus Freiheit, nicht aus Angst oder sozialem Zwang.</p><blockquote><p>Gott geht es um echte Liebe und eine sichere Beziehung zu jedem Menschen. Diese w&auml;chst niemals aus Angst und Zwang.</p></blockquote><p>Unsere Worte und Taten m&uuml;ssen das widerspiegeln, wenn wir jesusm&auml;&szlig;ig sein wollen. Gott ist niemals grenz&uuml;berschreitend; das ist auch der Ma&szlig;stab f&uuml;r uns. Nat&uuml;rlich w&uuml;nschen viele Christen sich, dass auch andere Gott und seine Liebe kennenlernen, aber wir k&ouml;nnen und d&uuml;rfen niemanden zum Glauben &uuml;berreden.</p><h2><strong>6. Gottesdienste bewusst traumasensibel gestalten</strong></h2><p>Atmosph&auml;re, Rituale und Abl&auml;ufe k&ouml;nnen Sicherheit stiften oder aber &uuml;berfordern. Kleine Anpassungen in unseren Gottesdiensten k&ouml;nnen dabei helfen, dass sich alle gut aufgehoben f&uuml;hlen. Dazu z&auml;hlen transparente Abl&auml;ufe, Wahlfreiheit und klare Signale.</p><p>Manche Gemeinden richten sich mit ihren Gottesdiensten an bestimmte Milieus. Das kann man so machen, aber alle Milieus durchzieht die Realit&auml;t der Traumatisierung. Da verletzte und traumatisierte Menschen h&auml;ufig sehr sensible Antennen haben, ist es notwendig, dass auch wir unsere Gottesdienste sensibel reflektieren. Einige Fragen k&ouml;nnen helfen:&nbsp;</p><ul><li>&Uuml;ben wir irgendwo Druck aus?</li><li>Dr&auml;ngt die Musik in Wort und Stil in bestimmte Stimmungen oder Aussagen hinein?</li><li>Wie wirkt ein ausf&uuml;hrlicher Kollektenaufruf?</li><li>Erm&ouml;glicht das Abendmahl Begegnung ohne Zwang?</li><li>Gibt es Elemente der Stille und des Ankommens?</li><li>Kommen verschiedene Themen des Lebens vor &ndash; oder ist alles immer happy und gut gelaunt?&nbsp;</li></ul><p>Oft hilft es, wenn wir bei der Gestaltung von Gottesdiensten verletzte Menschen im Hinterkopf haben und uns fragen: Wie k&ouml;nnte ein solches Element bei einem traumatisierten Menschen ankommen?</p><h2><strong>7. Gemeinschaft, die nicht &uuml;berfordert</strong></h2><p>Gemeinde kann ein Ort der Stabilisierung sein, wenn sie Grenzen respektiert, Verl&auml;sslichkeit bietet und Menschen nicht mit Erwartungen &uuml;berh&auml;uft. Gerade freikirchliche Gemeinden haben oft einen hohen Anspruch an das Miteinander. Nicht selten schauen wir etwas sp&ouml;ttisch auf die Volkskirchen, wo alle direkt nach dem Gottesdienst verschwinden.&nbsp;</p><p>Genau das kann aber f&uuml;r verletzte Menschen wohltuend sein. Deswegen sollte das m&ouml;glich sein &ndash; ohne direkt in lange Begr&uuml;&szlig;ungsgespr&auml;che hineingezogen zu werden. Angebote zum Miteinander bieten? Ja, aber mit Wahlm&ouml;glichkeiten.</p><p>Auch eine schnelle Vereinnahmung f&uuml;r Dienste in der Gemeinde ist kontraproduktiv. Verletzte Menschen m&uuml;ssen sich sicher f&uuml;hlen lernen. Gesunde Bindung an einem sicheren Ort und die F&auml;higkeit, Neues auszuprobieren, bedingen einander. Das braucht Zeit und Geduld.</p><p>Auch das erw&uuml;nschte Ma&szlig; an sogenannter Authentizit&auml;t kann &uuml;berfordern. F&uuml;r einen Menschen mit Lebenswunden kann es eben auch sehr authentisch sein, sich nicht mitzuteilen &ndash; erst einmal. Respektieren wir das?</p><h2><strong>8. Geduld als geistliche Haltung&nbsp;</strong></h2><p>Trauma braucht einen langsamen Rhythmus. Es braucht geistliche Begleitung, die Zeit l&auml;sst und signalisiert: Wachstum passiert im eigenen Tempo und Gott dr&auml;ngt nicht zur schnellen &bdquo;L&ouml;sung&ldquo; &nbsp;&ndash; wenn L&ouml;sung hier &uuml;berhaupt das passende Wort ist.</p><p>Da wir in einem Instant-Zeitalter leben, m&uuml;ssen wir lernen, dem Sog nach geistlichen Abk&uuml;rzungen zu widerstehen. In der seelsorgerlichen Begleitung anderer Menschen, aber auch in unserem eigenen Leben.&nbsp;</p><blockquote><p>Alles hat seine Zeit. Und Heilung von Traumata ist ein Marathon, kein Sprint.</p></blockquote><h2><strong>9. Eine Theologie der Einladung statt der Angst</strong></h2><p>Ein einladendes Gottesbild l&ouml;st Angstspiralen auf. Im Zentrum steht Gottes Wunsch, Menschen aufzunehmen, nicht zu bedrohen oder auszugrenzen. Hier beginnt sich der Kreis langsam zu schlie&szlig;en. So wie Jesus die Emmaus-J&uuml;nger einl&auml;dt, mit ihnen zu essen &ndash; und sie erst dann erkennen, wer er wirklich ist &ndash;, so d&uuml;rfen wir uns Gott als Gastgeber f&uuml;r die Menschen vorstellen, denen wir begegnen.</p><p>Jesus zeigt uns einen Gott, der genau die nicht ausgrenzt, an die wir vielleicht zuerst denken, dass er sie ausgrenzen w&uuml;rde: Au&szlig;enseiter, Kaputte, Randfiguren, S&uuml;nder. Die frohe Botschaft ist eine Inklusions-Botschaft.</p><blockquote class="noshare"><p>Selbst am Kreuz h&ouml;rt Jesus nicht auf, Menschen miteinander zu verbinden und T&auml;tern zu vergeben. Bei so einem Gott darf sich jeder bedingungslos eingeladen f&uuml;hlen.</p></blockquote><p>Ein Gott der Gewalt, des erhobenen Zeigefingers, der Drohungen &ndash; all das bewirkt bei verletzten Menschen das Gegenteil. Bleiben wir bei der frohen Botschaft. Angst kann kurzfristig vermeintliche Erfolge erzielen, langfristig bleiben toxische Beziehungen, die weiter verletzen. Es ist Gottes Liebe, die traumatisierte Menschen wirklich zu ihm ziehen kann, nicht die Angst vor Strafe.</p><h2><strong>10. Segen statt Soll: Glaube als Ressource</strong></h2><p>Eine segensorientierte Spiritualit&auml;t st&auml;rkt Selbstwirksamkeit und vermittelt Zuspruch. Gottes Segen erinnert uns daran, dass Glaube nicht Last ist, sondern Kraftquelle.</p><p>Viele Christinnen und Christen setzen sich aktiv und mit viel Herzblut f&uuml;r Gottes Sache ein. Oft geht dabei die Gelassenheit und das Vertrauen darin verloren, dass es ja Gottes Werk ist. Es entsteht &ndash; gem&auml;&szlig; unserer gesellschaftlichen Pr&auml;gung &ndash; ein Leistungsglaube.</p><p>Ja, sich einzusetzen ist gro&szlig;artig, aber es ist eine Folge unseres eigenen Glaubens, keine Voraussetzung daf&uuml;r.</p><blockquote><p>Die Zusage kommt grunds&auml;tzlich vor der Aufforderung. Gottes Gnade geht voran und schaut nicht auf unsere Leistung.</p></blockquote><p>Beim Umgang mit Verletzten (und wer ist das am Ende nicht?) entfaltet das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg Wirksamkeit. Hier erh&auml;lt jeder Arbeiter am Ende des Tages den gleichen Lohn, ob er nun fr&uuml;h oder sp&auml;t begonnen, viel oder wenig geschafft hat. Darin zeigt sich Gottes Zuspruch: Es ist okay. Sei einfach da. Tu das Deine nach deiner Kraft. Das reicht.</p><p>So wird der Glaube nicht zu einer weiteren Zutat im Anforderungscocktail des Alltags.</p><p>Das Evangelium ist heilsam. Wir sind es nicht immer. Deswegen lasst uns achtsam werden &ndash; und dem Evangelium nicht im Weg herumstehen. Besonders f&uuml;r all die verletzten und traumatisierten Menschen, die es so sehr brauchen.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Christof Lenzen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17255054.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Christof Lenzen]]></author>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[140 Kilometer Vertrauen]]></title>
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      <description><![CDATA[Gott geht auch auf unbekannten Wegen mit. Darum lohnt es sich, mutig Schritte ins Neuland zu wagen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114709.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Peyman Shojaei /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Eigentlich bin ich ein best&auml;ndiger Typ. Ich mag es, wenn mein Leben in gewohnten Bahnen verl&auml;uft. Abenteuer abseits der Wegstrecke &ndash; ja, aber bitte mit &uuml;berschaubarem Risiko. Doch einmal war ich wagemutig, nahezu verwegen, und habe einen v&ouml;llig neuen Pfad gew&auml;hlt.</p><p>Mein Mann und ich standen nach unseren ersten zwei Ehejahren an einer entscheidenden Weggabelung in unserem Berufsleben. Ich war fertig mit dem Studium und auf der Suche nach einer Stelle. Mein Mann hatte seine erste befristete Stelle beendet und w&uuml;nschte sich eine Ver&auml;nderung im Job. Wir bewarben uns und bekamen je eine Zusage: Er f&uuml;r eine Weiterbildung in K&ouml;ln, ich f&uuml;r ein redaktionelles Volontariat im ERF in Wetzlar. Der einzige Haken an der Sache: Zwischen K&ouml;ln und Wetzlar liegen rund 140 Kilometer.</p><h2>Ein weiter, langer Weg&nbsp;</h2><p>Was nun? Der Weg w&uuml;rde nicht nur weit, sondern auch lang werden. Wir &uuml;berlegten hin und her, wo wir f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Jahre wohnen und wie wir pendeln k&ouml;nnten. Es war kompliziert und alles lief auf eines hinaus: &bdquo;Wochenend-Ehe&ldquo;. Ein be&auml;ngstigendes Wort, das uns eine unbequeme Zukunft verhie&szlig;. Zwei Jahre Fernehe &ndash; wie sollten wir das nur schaffen?</p><p>In unsere &Uuml;berlegungen mischten sich ernsthafte Sorgen und &Auml;ngste. Wir waren uns bewusst, dass nicht nur eine geografische, sondern auch eine emotionale Distanz zwischen uns entstehen k&ouml;nnte. Wir fragten uns, was diese Entscheidung f&uuml;r unsere Ehe bedeutete, aber auch f&uuml;r jeden von uns pers&ouml;nlich und beruflich.&nbsp;</p><p>Sollte besser doch nur einer von uns die Chance f&uuml;r einen beruflichen Neuanfang wahrnehmen, damit wir weiterhin zusammen wohnen konnten? Dieser Weg w&auml;re sicherlich einfacher gewesen. Doch w&uuml;rden wir es fr&uuml;her oder sp&auml;ter bereuen, die Jobs abzulehnen?</p><blockquote><p>Trotz aller Unsicherheiten und offenen Fragen wussten wir: Gott traut uns zu, unseren Weg zu finden. Egal, wie wir uns entscheiden &ndash; er wird mitgehen.&nbsp;</p></blockquote><p>Also wagten wir den Schritt und sagten beide zu. Wir vertrauten auf Gottes Zusage aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23,4</a>: <em>&bdquo;Auch wenn ich wandere im finsteren Tal, f&uuml;rchte ich kein Ungl&uuml;ck; denn du bist bei mir&ldquo;</em>. Gott wird uns durch das unbekannte Terrain navigieren und uns sicher ans Ziel f&uuml;hren. An diese Hoffnung klammerten wir uns.&nbsp;</p><h2>Der Weg ebnet sich</h2><p>Mit gemischten Gef&uuml;hlen teilten wir also unseren gemeinsamen Haushalt auf und verlie&szlig;en die kuschelige Zweisamkeit. Leben in zwei St&auml;dten, Liebe auf Distanz. Vor allem bei mir flossen am Sonntagabend oft die Tr&auml;nen. Die neue Wohnsituation, die fremde Stadt, der anspruchsvolle Job &ndash; an manchen Tagen wurde mir all das Neue zu viel. Dienstreisen, Lehrg&auml;nge, Pr&uuml;fungen und das Pendeln am Wochenende forderten uns zus&auml;tzlich.&nbsp;</p><p>Doch wir erlebten, dass Gott uns f&uuml;hrte und versorgte. Organisatorische Dinge, die zun&auml;chst noch unklar oder schwierig waren, regelten sich. Unsere neuen Jobs und die Aufgaben machten uns Spa&szlig;. Wir lernten Menschen kennen, die uns guttaten, uns ermutigten und unterst&uuml;tzten. So kamen wir dem Ziel n&auml;her &ndash; Schritt f&uuml;r Schritt, Woche f&uuml;r Woche.&nbsp;</p><h2>Vertrauen, das sich auszahlt</h2><p>Ja, unser Weg war lang, manchmal steinig und viele Etappen entstanden erst beim Gehen unter unseren F&uuml;&szlig;en. Doch Gott ging die ganze Zeit mit, hat uns &uuml;ber Hindernisse geholfen und manche Wegstrecke sogar getragen. Wir gingen nicht nur einen unbekannten Weg mit Gott, sondern es war auch Gottes Weg mit uns, an dessen Ende sich ein weiter Horizont auftat.</p><p>Wir wurden gesegnet mit neuen Erfahrungen, Erlebnissen und guten Freundschaften, die bis heute andauern. Es war gut, dass wir diesen Weg gegangen sind. Das hat unsere Beziehung zueinander gest&auml;rkt, aber vor allem hat es mein Vertrauen in Gott best&auml;tigt. Ich kann von ganzem Herzen sagen: <em>&bdquo;Was f&uuml;r ein wunderbarer Gott! Vollkommen ist sein Weg&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm18%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 18,31</a>).&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17252774.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Noch mal ein halbes Leben „on top“]]></title>
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      <description><![CDATA[Andreas Odrich hat den Sprung in den Ruhestand geschafft. Den neuen Lebensabschnitt hat er aber schon lange vorher geplant.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115427.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Stuke /&nbsp;ERF Medien e.V., privat</figcaption></figure><p>&bdquo;Gratulation oder Beileid?&ldquo; Diese Frage ereilt mich in den letzten Monaten &ouml;fter. Dankenswerterweise meist mit einem Augenzwinkern. Denn im August 2025 bin ich systembedingt in die &bdquo;Regelaltersrente&ldquo; gerutscht, ganz automatisch.&nbsp;</p><p>Die meisten, die ich treffe, assoziieren damit immerhin noch den Begriff &bdquo;Ruhestand&ldquo;. Das klingt freundlicher und souver&auml;ner. Das Wort &bdquo;Rentner&ldquo; m&uuml;ffelt f&uuml;r mich immer ein bisschen. F&uuml;r andere ist das anders: Ich erinnere mich noch gut an eine pfiffige Ex-Kollegin, die mir schon vor Jahren wie ein Verk&uuml;ndigungsengel zurief: &bdquo;Andreas, werde Rentner! Ich genie&szlig;e das richtig.&ldquo;&nbsp;</p><p>In diesem Moment wollte ich genau das, was sie hatte &ndash; endlich raus aus dem Hamsterrad. Denn neben Spa&szlig; und sinnstiftender Erf&uuml;llung war im Beruf nat&uuml;rlich auch ganz viel Zwang und Druck dabei.</p><h2>Ehrliche Debatte &uuml;ber das Alter gefragt</h2><p>Das h&ouml;rt derzeit mit dem Eintritt in die Regelaltersrente bedauerlicherweise aber nicht auf, sondern wird von au&szlig;en an uns &bdquo;Boomer&ldquo; un&uuml;berh&ouml;rbar herangetragen. Einerseits sollen wir in der Arbeitswelt endlich Platz machen f&uuml;r die J&uuml;ngeren. Andererseits sollen wir aber bitte weiterarbeiten, um die nachfolgenden Generationen finanziell nicht zu belasten. Nicht wenige Rentner m&uuml;ssen sogar weiterarbeiten, selbst wenn sie eigentlich nicht mehr k&ouml;nnen. Weil die Rente auf die Dauer nicht reicht.</p><blockquote><p>Wer heute 60 ist, muss damit rechnen, 90 zu werden. Das ist eine lange Zeit, quasi noch mal ein halbes Leben &bdquo;on top&ldquo;.&nbsp;</p></blockquote><p>Ein riesiges Dilemma, eine riesige Herausforderung, die auf alle Generationen zurollt. Auch als Betroffener sage ich: Das muss diskutiert werden. Gerne in einer leidenschaftlichen Debatte, aber bitte ohne Stigmatisierung und verh&auml;rtete Fronten. Fakt ist: Wer heute 60 ist, muss damit rechnen, 90 zu werden. Das ist eine lange Zeit, quasi noch mal ein halbes Leben &bdquo;on top&ldquo;.&nbsp;</p><h2>Eine bewusste Planung ist unerl&auml;sslich</h2><p>Mir schwante schon vor Jahren, dass dieses weitere St&uuml;ck Leben bewusst geplant werden will. &bdquo;Mir wird schon nicht langweilig werden&ldquo; &ndash; das erschien mir als Basis f&uuml;r weitere 30 Jahre gedeihliche Lebensplanung zu d&uuml;nn. So habe ich mich daher schon vor einigen Jahren gefragt: Wer und was will ich zuk&uuml;nftig sein? Was ist k&uuml;nftig meine Berufung? Was kann ich, was geht noch, was mag ich noch mal neu dazulernen, was kann ich weiterhin beitragen, aber was auch nicht? Ein Frageprozess, der sich mit schwindenden Kr&auml;ften in dieser Lebensphase &ouml;fter wiederholen wird. Da bin ich ganz realistisch.</p><blockquote><p>Wer und was will ich zuk&uuml;nftig sein? Was ist k&uuml;nftig meine Berufung? Was kann ich, was mag ich noch mal neu dazulernen, was kann ich weiterhin beitragen, aber was auch nicht?</p></blockquote><p>Als Christ sehe ich das Leben als Geschenk Gottes. Dar&uuml;ber freue ich mich. Ich will aber auch angemessen damit umgehen &ndash; nicht durch hektische Aktivit&auml;t und verkrampfte Plan&uuml;bererf&uuml;llung, sondern ganz entspannt.</p><p>Dazu gibt es ein wunderbares Bild in der Bibel. Ich habe es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23</a> gefunden, mit dem ich mich in letzter Zeit &ouml;fter besch&auml;ftigt habe. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23</a> beginnt mit einer Pause: Gott n&auml;hrt mich auf einer gr&uuml;nen Aue und tr&auml;nkt mich mit frischem Wasser. Erst dann geht es im Psalmtext durch dunkle T&auml;ler und die Konfrontation mit Feinden; in meine Situation &uuml;bersetzt sind das die unangenehmen Herausforderungen des Lebens.</p><h2>An vorhandene Gaben ankn&uuml;pfen</h2><p>Das Sch&ouml;ne f&uuml;r mich ist, dass ich mein Leben mit dem Eintritt in die Rente gar nicht neu erfinden musste, sondern &auml;hnlich wie ein Selbstst&auml;ndiger einfach weitermachen kann &ndash; als Journalist, Sprecher und Autor. Nicht mehr im Angestelltenverh&auml;ltnis, aber daf&uuml;r als &bdquo;Frei&ldquo;-Berufler.&nbsp;</p><p>So moderiere weiterhin ab und an auf ERF Plus Sendungen in der Reihe &bdquo;Das Gespr&auml;ch&ldquo;, in H&ouml;rspielen leihe ich verschiedenen Figuren meine Stimme. Als Autor mit eigenen Beitr&auml;gen und mit Auftragstexten gibt es immer etwas zu tun und im &bdquo;Netzwerk Journalismus&ldquo; zur Ausbildungsf&ouml;rderung junger Nachwuchskr&auml;fte bin ich weiterhin gerne dabei.</p><blockquote><p>Gleichzeitig ist aber tats&auml;chlich endlich mehr Zeit f&uuml;r Mu&szlig;e.&nbsp;</p></blockquote><p>Einfach mal gemeinsam mit der Katze meines Enkels den Regen am ge&ouml;ffneten Fenster erschnuppern, mich auf den Feldern bewusst in das Rauschen des Windes stellen, die Jahreszeiten intensiv erleben &ndash; daf&uuml;r habe ich mir fr&uuml;her oft zu wenig Zeit genommen.</p><p>T&auml;gliches Training f&uuml;r Kopf, K&ouml;rper und Geist geh&ouml;ren aber auch dazu. Daher habe ich mir ein Brasilien Jiu Jitsu-Training verordnet. Hier stehe ich als &bdquo;Grandpa&ldquo; bewusst als Anf&auml;nger auf der Matte. Das macht frisch und bescheiden.</p><h2>Die Herausforderung bleibt</h2><p>Also alles &bdquo;easy&ldquo; und l&auml;ssig auf meinem Weg durch die dritte Lebensphase? Nein. Geistlich bleibt f&uuml;r mich die Endlichkeit &ndash; die Spanne zwischen Werden und Vergehen &ndash; eine Herausforderung. Am Schluss k&ouml;nnten Tage kommen, die mir nicht gefallen, wie es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger12%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 12,1</a> hei&szlig;t.</p><blockquote><p>Als Spross einer ewig jungen Leistungsgesellschaft muss ich hart daran kauen, dass irgendwann meine k&ouml;rperlichen und geistigen Kr&auml;fte schwinden werden.&nbsp;</p></blockquote><p>Als gl&auml;ubiger Mensch bin ich froh, dass ich nicht unter dem Druck eines vergeblichen Selbsterl&ouml;sungszwangs stehe. Ich kann Werden und Vergehen aus Gottes Hand nehmen und wei&szlig;, dass das irdische Leben nur die Vorstufe zum ewigen Leben darstellt.&nbsp;</p><p>Bis dahin hat Gott mir aber noch Erlebnis- und Gestaltungsspielraum geschenkt; er allein wei&szlig;, wieviel und wie lange. Diesen Spielraum m&ouml;chte ich gerne aus seiner Hand nehmen. Ich will die kommenden Jahre mit meiner Frau, meiner Familie und mit Freunden teilen und genie&szlig;en&nbsp;&ndash; und mich zudem gerne dort einbringen, wo es mir Spa&szlig; macht, wo ich gebraucht werde, wo ich meine Berufung sehe und wo es meine jeweils aktuellen M&ouml;glichkeiten zulassen.</p>
<p style="font-size: 85%;">Andreas Odrich</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17249707.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Andreas Odrich]]></author>
      <pubDate>Fri, 09 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zielgerichtet leben]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/zielgerichtet-leben/6866-542-7626</guid>
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      <description><![CDATA[Warum gute Vorsätze nichts bringen und was stattdessen hilft. 7 Praxistipps für dein Jahresziel 2026.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030566.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Yosef Futsum /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Vielleicht &uuml;berlegst du, ob du dir gute Vors&auml;tze f&uuml;r dieses&nbsp;Jahr setzen sollst oder hast es bereits getan. Wenn du es noch nicht getan hast, lass es lieber. Denn gute Vors&auml;tze bringen nichts. In den meisten F&auml;llen sind sie nur Absichtserkl&auml;rungen, die nach einer Woche, einem Monat oder sp&auml;testens dem ersten Quartal wieder vergessen sind.</p><p>Wenn du wirklich etwas auf dem Herzen hast, was du 2026&nbsp;umsetzen m&ouml;chtest, setze dir Ziele. Und wenn du schon einen guten Vorsatz hast, verwandle ihn in ein Ziel.&nbsp;Ein Ziel unterscheidet sich von einem &bdquo;guten Vorsatz&ldquo; darin, dass es klar definiert ist und du einen konkreten Plan hast, um es zu erreichen.</p><p>Ein guter Vorsatz w&auml;re: &bdquo;Ich nehme in 2026&nbsp;ab und mache mehr Sport&ldquo;. Ein Ziel ist: &bdquo;Ich nehme 2026&nbsp;10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio.&ldquo; Sp&uuml;rst du den Unterschied? Wenn ja, bist du schon einen Schritt weiter.</p><p>Wie machst du jetzt aus deinem Vorsatz f&uuml;r 2026&nbsp;ein konkretes Ziel? Und was hilft dir, dieses Ziel auch wirklich zu erreichen? Dazu bietet dieser Artikel dir sieben Tipps</p><h2>1. Finde deine Motivation!</h2><p>Um aus deinem Vorsatz ein konkretes Ziel zu machen, braucht es nicht viel. Eigentlich geht es nur darum, dein Ziel zu konkretisieren. Das f&auml;llt oft schon schwer.</p><p>Was genau bedeutet f&uuml;r dich etwa der Vorsatz &bdquo;Ich m&ouml;chte abnehmen&ldquo;? Geht es dir vor allem darum, weniger Kilos auf die Waage zu bringen, m&ouml;chtest du fitter werden oder willst du wieder einen strafferen Bauch haben?</p><p>Wahrscheinlich sagst du jetzt &bdquo;am liebsten alles drei&ldquo;, aber was f&uuml;r dich im Fokus steht, ist entscheidend. Weniger Kilos hei&szlig;t Di&auml;t, einen strafferen Bauch bekommst du durch Sport und fitter wirst du mit einer ges&uuml;nderen Lebensweise. Daf&uuml;r musst du eventuell nicht einmal abnehmen.</p><p>Daher definiere nicht nur m&ouml;glichst klar, was du erreichen willst, sondern auch wieso. Das wird dir auch helfen dranzubleiben, wenn du keinen Bock mehr hast.</p><blockquote><p>Finde eine starke Motivation, warum du deinen Vorsatz erreichen m&ouml;chtest, und schreibe diese am besten nieder.</p></blockquote><h2>2. Konkretisiere dein Ziel so weit wie m&ouml;glich!</h2><p>Ein Vorsatz wird zum Ziel durch Konkretisierung, aber auch ein Ziel kannst du schwammig formulieren oder sehr konkret. Gehen wir zur&uuml;ck zu dem Ziel vom Einstieg: &bdquo;Ich nehme 2026 10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio&ldquo;. Dieses Ziel ist schon recht klar, aber es geht noch klarer.</p><p>Du k&ouml;nntest die Tage definieren, wann du ins Fitnessstudio gehst: &bdquo;Ich nehme 2026&nbsp;10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich jede Woche montags, mittwochs und freitags ins Fitnessstudio&ldquo;. Wenn du das Ziel so umformulierst, wird aus der unkonkreten Angabe &bdquo;dreimal die Woche&ldquo; ein fester Termin.</p><p>Dann ist f&uuml;r dich klar: Montags machst du keinen Filmabend mit der besten Freundin, freitags geht es nach der Arbeit nicht direkt in die Sauna, sondern erst zum Sport. Nat&uuml;rlich wirst du es nicht immer schaffen, an genau diesen Tagen ins Fitnessstudio zu gehen, aber durch die Festlegung auf konkrete Tage verpflichtest du dich auf dein Ziel.</p><p>Eine M&ouml;glichkeit, um dein Ziel zu konkretisieren, sind feste Zeitr&auml;ume, aber nicht bei jedem Ziel ist das sinnvoll oder m&ouml;glich. Daher schauen wir uns weitere Wege an, dein Ziel konkreter zu machen.</p><h2>3. Entwickle Routinen!</h2><p>Auch Routinen helfen dir, dein Ziel zu erreichen. Denn wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wenn wir einmal eine Gewohnheit etabliert haben, ist es schwer, diese wieder zu &auml;ndern. Daher f&auml;llt es uns auch so schwer von negativen Verhaltensweisen wie Frustessen oder Rauchen loszukommen.</p><p>Gewohnheiten k&ouml;nnen aber auch Verb&uuml;ndete sein, wenn es um das Erreichen von Zielen geht. Dabei kannst du ganz klein starten und solltest es auch.</p><blockquote><p>Setze dir f&uuml;r die neue Gewohnheit, die du ein&uuml;ben m&ouml;chtest, einen Zeitraum oder eine Aufgabe, die so klein ist, dass du sie JEDEN Tag erf&uuml;llen kannst. Sie sollte wirklich winzig sein.</p></blockquote><p>Man spricht dabei von &bdquo;too easy to fail&ldquo; (zu leicht, um zu versagen). Dadurch dass die Aufgabe so leicht und klein ist, machst du sie wirklich t&auml;glich und findest keine Ausreden, warum du sie nicht machen kannst. Dadurch entwickelst du eine Routine und kannst dich mit der Zeit steigern.</p><p>Wenn du etwa ein Buch schreiben willst, starte damit, jeden Tag einen Satz oder f&uuml;nf bis zehn Minuten zu schreiben. Willst du mehr Sport machen, stelle dir t&auml;glich den Timer und mache f&uuml;nf Minuten Sport&uuml;bungen. W&uuml;nschst du dir mehr Ordnung, r&auml;ume t&auml;glich zehn Minuten ein Zimmer auf.</p><p>Wichtig: Bleibe am Anfang m&ouml;glichst bei der kleinen Zeiteinheit/Aufgabe, selbst wenn du hochmotiviert bist. Sp&auml;testens ab Woche 2 oder 3 flacht die Anfangsmotivation ab und du willst auch dann noch dranbleiben. Und lasse keine Ausreden gelten! Wenn du einmal eine Routine entwickelt hast, kannst du sie immer noch f&uuml;r dich anpassen.</p><p>&Uuml;brigens helfen auch Belohnungen dabei, Gewohnheiten aufzubauen. Wenn du also dein Mini-Ziel an einer gewissen Anzahl an Tagen im Monat erreicht hast, kannst du dir eine kleine Belohnung g&ouml;nnen. Am besten legst du diese vorher fest. Das steigert die Motivation.</p><p>Routinen allein bringen dich aber nicht ans Ziel. Du solltest immer wieder abgleichen, ob du 1. deine Routinen auch einh&auml;ltst und 2. deine Routinen dich deinem Ziel n&auml;herbringen. Deshalb kann es dir helfen, zus&auml;tzlich Zwischenziele zu setzen.</p><h2>4. Setze dir Zwischenziele!</h2><p>Ein Jahr kann ziemlich lang werden und es kann viel passieren. Eventuell &auml;ndert sich deine Lebenssituation oder der Alltag &uuml;berrollt dich schlicht und du verlierst dein Jahresziel aus den Augen. Wenn dir das auch schon einmal so gegangen ist, rate ich dir, Zwischenziele zu setzen.</p><blockquote><p>Wir Menschen planen zwar in Kalendern auf Monate im Voraus, aber in den t&auml;glichen Entscheidungen orientieren wir uns mehr an aktuellen als langfristigen Zielen.</p></blockquote><p>Du k&ouml;nntest dir zum Beispiel Quartals-, Monats-, Wochen- oder Tagesziele setzen.&nbsp;Wenn es dein Ziel ist abzunehmen und der Weg dahin Sport ist, dann definiere f&uuml;r dich, wieviel du dadurch in einem Monat abnehmen m&ouml;chtest. Falls du zwei Kilo pro Monat abnehmen willst, aber trotz viel Sport in zwei Monaten nichts passiert, kannst du nachjustieren.</p><p>Entweder definierst du dein Ziel um oder du erweiterst deine Routinen oder entwickelst neue, um es zu erreichen. Welche Form von Zwischenzielen dir hilft, wirst du wahrscheinlich ausprobieren m&uuml;ssen. Wochenziele k&ouml;nnen unter Druck setzen, Monats- und Quartalsziele geraten leicht aus dem Blick.</p><p>Ich empfehle Zwischenziele, die einerseits zu deinem Ziel passen, dich aber andererseits nicht zu sehr unter Druck setzen. Vor allem solltest du Zwischenziele nie zu hoch ansetzen. Sonst demotivierst du dich und wirst dein Ziel eventuell ganz aufgeben.</p><h2>5. Entlarve deine Ausreden!</h2><p>Was haben Ausreden mit Zielerreichung zu tun? Ganz viel und deshalb geh&ouml;ren sie eigentlich an den Anfang dieses Artikels. Dass wir gesteckte Ziele nicht erreichen, ist nicht einfach nur unserem inneren Schweinehund geschuldet, sondern meist stecken unbewusste Glaubenss&auml;tze dahinter.</p><p>Wenn du etwa abnehmen m&ouml;chtest und immer wieder daran scheiterst, denkst du eventuell : &bdquo;Wenn ich Schokolade esse, f&uuml;hle ich mich besser&ldquo;, &bdquo;Gesundes Essen braucht viel Vorbereitung und schmeckt nicht&ldquo; oder &bdquo;Sport macht keinen Spa&szlig;&ldquo;.</p><p>Vermutlich sind dir diese &Uuml;berzeugungen gar nicht bewusst. Aber wenn du ein Ziel hast und immer wieder daran scheiterst, liegt das garantiert nicht nur an fehlender Zeit und deinem stressigen Alltag, sondern auch daran, dass es unbewusste Gedanken gibt, die dein Ziel sabotieren.</p><p>Wie kannst du diese Selbstsabotage beenden? Komme dir selbst auf die Spur. Erkenne, was die Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind, dass du an einem Ziel immer wieder scheiterst. Eventuell merkst du, dass du dir dieses Ziel nur gesetzt hast, weil andere es wichtig finden. Dann kannst du es getrost loslassen.</p><p>Wahrscheinlich aber m&ouml;chtest du dieses Ziel wirklich erreichen, hast jedoch Bedenken &uuml;ber das Ziel oder den Weg, wie du es erreichen kannst. Dann versuche neue Gedanken einzu&uuml;ben. Oft gelingt dies nur &uuml;ber Zwischenschritte.</p><p>Wenn du etwa Schokolade nutzt, um dich an schlechten Tagen besser zu f&uuml;hlen, kannst du zum einen Gewohnheiten finden, die ges&uuml;nder sind und dir auch guttun, zum anderen k&ouml;nntest du dir auch nur ein St&uuml;ck g&ouml;nnen statt einem Riegel oder gar der ganzen Tafel oder bewusst zu Schokolade mit einem h&ouml;heren Kakaogehalt greifen, die weniger Zucker und Fett enth&auml;lt.</p><blockquote><p>Es braucht oft nicht viel, um die eigene Selbstsabotage auszuhebeln, aber wichtig ist sie zu erkennen. Denn ansonsten wirst du dir selbst immer wieder Kn&uuml;ppel zwischen die Beine werfen.</p></blockquote><h2>6. Denke gro&szlig; und langfristig!</h2><p>Es gibt sie, die Ziele und Vors&auml;tze, die zu gro&szlig; f&uuml;r ein Jahr sind. Vielleicht hast du dir schon mal so ein Ziel gesetzt und bist kolossal gescheitert. Du wolltest in einem Jahr ein Unternehmen gr&uuml;nden, alle Schulden abbezahlen oder ein Buch schreiben und musstest zur Jahresmitte feststellen: Das schaffe ich nicht! In solchen F&auml;llen ist die Entt&auml;uschung gro&szlig;, gerade wenn du schon ein halbes Jahr auf dein Ziel hingearbeitet hast.</p><p>Gerade wenn du gro&szlig;e Tr&auml;ume und Ziele hast, ist es sinnvoll neben einem Jahresziel auch die Richtung zu definieren, in die du unterwegs sein m&ouml;chtest. Ein Zitat, das Bill Gates zugeschrieben wird, lautet: &bdquo;Die meisten Menschen &uuml;bersch&auml;tzen, was sie in einem Jahr erreichen k&ouml;nnen, aber untersch&auml;tzen, was sie in f&uuml;nf Jahren erreichen k&ouml;nnen.&ldquo;</p><p>Ich habe mir neben meinen Zielen f&uuml;r das letzte Jahr auch Ziele f&uuml;r die kommenden Jahre&nbsp;definiert. Und w&auml;hrend ich bei meinen Zielen f&uuml;r dieses Jahr feststellen musste, dass ich manches verschieben und Ziele ab&auml;ndern musste, zeigte mir mein Blick auf die &Uuml;bersicht, dass ich trotz allem weiterhin konsequent auf mein 5-Jahresziel zusteuere. Das war eine gro&szlig;e Erleichterung.</p><blockquote><p>Wenn du ein wirklich gro&szlig;es Ziel hast, definiere nicht nur ein Jahresziel, sondern eine Richtung.</p></blockquote><p>Selbst wenn dir dann der Alltag dazwischen gr&auml;tscht und du Ziele anpassen musst, hast du immer noch einen Kompass, der dich fr&uuml;her oder sp&auml;ter an dein Ziel bringt.</p><h2>7. Fokussiere dich auf EIN Ziel!</h2><p>Vermutlich bist du jetzt hochmotiviert und dir fallen gleich f&uuml;nf verschiedene Ziele ein, die du in 2026 mit diesen Tipps im Gep&auml;ck angehen willst. Tue das bitte nicht! Ich selbst bin h&auml;ufig auf die Nase gefallen, wenn ich mir viele verschiedene Ziele f&uuml;r einen Zeitraum vorgenommen habe.</p><p>Auch hier erinnere dich an den Spruch von Bill Gates. Das kommende Jahr mag dir jetzt lang erscheinen, aber letztlich ist es doch recht kurz. Daher nimm dir nicht zu viel vor!</p><p>Falls du verschiedene Ziele erreichen m&ouml;chtest oder auch musst, lege Zeitr&auml;ume fest, in denen du einzelne Ziele priorisierst. Du kannst dir etwa einen Jahresplan ausdrucken und dir f&uuml;r jeden Monat einen Fokus &uuml;berlegen.</p><p>&Auml;hnlich kannst du es auch machen, wenn du Gewohnheiten etablieren willst. Fange hier mit einer neuen Gewohnheit an und nimm erst nach fr&uuml;hestens anderthalb bis zwei Monaten die n&auml;chste dazu. Und nun ganz viel Erfolg beim Setzen und Verfolgen deiner Ziele f&uuml;r 2026!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16513036.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 07 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Endlich Vollkommenheit?!]]></title>
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      <description><![CDATA[Von der Sehnsucht nach dem Happy End und wie Gott schon heute Erneuerung schenkt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117255.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Andreea Pop /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal kriege ich einen Rappel. Dann brauche ich einen Tapetenwechsel in meiner Wohnung. Mein Mann muss dann nicht gleich den Tapeziertisch aus dem Keller holen, meist reichen schon kleine Ver&auml;nderungen: Ich wechsle die Kissenbez&uuml;ge, tausche die Bilder in den Rahmen aus, stelle ein M&ouml;belst&uuml;ck um. Aber manchmal muss es doch etwas ganz Neues sein.</p><p>Bl&ouml;d nur: Irgendwann nutzt sich auch das Neue ab und verliert an Glanz. Am Pullover l&ouml;st sich eine Naht, das Sofa wetzt sich ab, &uuml;ber das Handydisplay zieht sich ein Riss. Auch die neue Wohnung, die neue Stadt, der neue Job, vielleicht sogar die neue Liebe &ndash; alles Neue wird irgendwann zur Gewohnheit und bekommt Macken. So f&uuml;hle ich mich manchmal gefangen in einem Kreislauf von Neuem und Abnutzung.&nbsp;</p><p>Genau das nutzt die Werbung unserer Konsumgesellschaft aus. Sie feuert uns an, immer Neues zu kaufen. Ganz gezielt bespielt sie unsere Sehnsucht nach makelloser Sch&ouml;nheit und ewiger Frische.&nbsp;</p><blockquote><p>Auch ich sp&uuml;re diese Sehnsucht nach Vollkommenheit. Die Sehnsucht nach einem Happy End. Dass irgendwann, irgendwo endlich alles gut wird &ndash; und bleibt.&nbsp;</p></blockquote><p>Diese Sehnsucht dr&uuml;ckt den Wunsch nach einem Leben aus, das vollst&auml;ndig und ganz ist. Kennst du das auch?</p><h2>Vertr&ouml;stung auf die Zukunft?&nbsp;</h2><p>Die Jahreslosung verspricht genau das: &bdquo;<em>Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>) In dieser Zukunft wird alles neu sein, niemals altern oder sich abnutzen. Es wird sch&ouml;ner, besser und glanzvoller werden, als wir uns das jemals vorstellen k&ouml;nnen. Eine neue und heile Welt. Was f&uuml;r eine Hoffnung!</p><p>Klingt wie im M&auml;rchen? Wahre Vollkommenheit und ungetr&uuml;btes Gl&uuml;ck werden wir wohl erst am Ende der Zeiten in dieser neuen Welt bei Gott erleben. Da, wo es keinen Tod, kein Leid, kein Geschrei mehr geben wird. Ist die Jahreslosung dann nur eine Vertr&ouml;stung auf eine ferne Zukunft?&nbsp;</p><p>Ich denke nein, wie ein kleiner Ausflug in die Grammatik zeigt. Gott spricht hier nicht im Futur &bdquo;Ich werde alles neu machen&ldquo;, sondern im Pr&auml;sens &bdquo;Ich mache alles neu&ldquo;. Also schon in der Gegenwart, heute, jetzt d&uuml;rfen wir etwas von dieser Erneuerung erwarten. An anderer Stelle sagt er: &bdquo;Ich schaffe jetzt etwas Neues! Es k&uuml;ndigt sich schon an, merkt ihr das nicht? Ich werde eine Stra&szlig;e durch die W&uuml;ste legen und lasse dort Str&ouml;me flie&szlig;en&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja43%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 43,19</a>).</p><h2>Erneuerung k&uuml;ndigt sich an&nbsp;</h2><p>Gott ist unerm&uuml;dlich am Werk. Besonders eindr&uuml;cklich zeigt sich das in der Natur. Jedes Jahr folgt auf den Winter der Fr&uuml;hling. Die schlafende, triste Landschaft bl&uuml;ht wieder auf. Heute noch kaum vorstellbar, aber in nur wenigen Monaten werden die kahlen B&auml;ume wieder in dichtem, sattgr&uuml;nem Laub stehen.&nbsp;</p><p>Wer genau hinschaut, kann schon im Winter die zarten Ans&auml;tze der Knospen entdecken. Gott hat bereits alles vorbereitet, sodass im Fr&uuml;hling das frische Gr&uuml;n, die neuen Bl&uuml;ten hervorsprie&szlig;en werden.&nbsp;</p><p>Auch wir k&ouml;nnen schon heute Erneuerung in unserem Leben erleben. Auch in uns hat Gott diese F&auml;higkeiten bereits angelegt: Selbsterkenntnis und den Willen zur Ver&auml;nderung, Mut, den ersten Schritt zu wagen oder andere Menschen dabei um Unterst&uuml;tzung zu bitten.&nbsp;</p><blockquote><p>Mit Gottes Kraft und seiner Hilfe sind Neuanf&auml;nge m&ouml;glich!&nbsp;</p></blockquote><p>Ein suchtkranker Mensch findet einen Weg aus seiner Abh&auml;ngigkeit. Ein Paar, deren Ehe am Ende scheint, findet wieder zusammen. Jemand, der tiefe Verletzungen und Entt&auml;uschung erlebt hat, kann vergeben und erlebt wieder Leichtigkeit.&nbsp;</p><h2>Alles ist m&ouml;glich!</h2><p>Neben dem W&ouml;rtchen &bdquo;neu&ldquo; ist mir in diesem Vers auch das Wort &bdquo;alles&ldquo; aufgefallen. Gott macht nicht nur ein bisschen was neu &ndash; nein, alles wird neu sein. Hier wird deutlich, dass f&uuml;r Gott alles m&ouml;glich ist &ndash; weit mehr, als wir uns &uuml;berhaupt vorstellen k&ouml;nnen.</p><p>In welchem Bereich deines Lebens w&uuml;nschst du dir Ver&auml;nderung oder einen Neuanfang? Vertraust du darauf, dass Gott schon heute tun kann, was f&uuml;r dich unm&ouml;glich oder gar unvorstellbar ist?&nbsp;</p><p>In dieser Jahreslosung steckt so viel Hoffnung und Zuversicht &ndash; f&uuml;r die ferne Zukunft in Gottes neuer Welt, aber auch f&uuml;r unser Leben im Hier und Heute. Ich w&uuml;nsche dir, dass der Vers in diesem Jahr zu einer wahren Ermutigung f&uuml;r dich wird. Dass du Ver&auml;nderung und Durchbr&uuml;che erlebst, wo du sie dir w&uuml;nschst. Vielleicht entdeckst du schon die ersten, zarten Knospen eines Neuanfangs.</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17243920.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Mon, 05 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Es riecht nach Zukunft]]></title>
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      <description><![CDATA[Was trägt bei Veränderungen und in unsicheren Zeiten? Mit Jesus dürfen wir zuversichtlich in eine neue Zukunft gehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115419.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Bo Feng, Viktoriia Fokina /&nbsp;<a href='http://gettyimages.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com</a></figcaption></figure><p>Wenn ein neues Haus entsteht, liegt etwas Besonderes in der Luft: Frischer Putz, ein Hauch Farbe, vielleicht der warme Geruch von Holz. Es riecht nach Zukunft. Alles ist neu und voller M&ouml;glichkeiten. Ich erinnere mich noch gut an unseren Einzug. Der Schl&uuml;ssel zu unserem neuen Zuhause lag in meiner Hand. Ein kurzer Dreh und die T&uuml;r ging auf &ndash; und mit ihr ein neues Kapitel unseres Lebens. Unser Sohn lief in sein neues Zimmer, blieb stehen, schaute sich um. Seine Augen leuchteten. Dann sagte er: &bdquo;So sch&ouml;n hatte ich es mir nicht vorgestellt.&ldquo;</p><p>Mit dem Einzug mussten wir auch Entscheidungen treffen: Was aus unserem alten Zuhause darf bleiben, was kann gehen? Der alte Sessel &ndash; durchgesessen. Weg damit! Die Kommode &ndash; voller Kratzer und Macken. Ab in den Keller! Der Teppich abgetreten, die Vorh&auml;nge zu schwer. Also tsch&uuml;ss.&nbsp;Nicht alles Alte passt ins Neue.&nbsp;Und genau das ist das Gute: Beim Aussortieren entsteht Raum f&uuml;r Neues.</p><h2>Jesus klopft an</h2><p>Wenn Jesus ins Leben tritt, bleibt nichts einfach beim Alten. So erging es zum Beispiel Zach&auml;us. Er hatte das, wovon viele tr&auml;umen: Geld, Einfluss, Macht. Doch als Z&ouml;llner war er auf Kosten anderer reich geworden. Deshalb wurde er verachtet und gemieden. Nach au&szlig;en hin war er reich &ndash; innen leer.</p><p>Dann h&ouml;rt er:&nbsp;Jesus kommt in die Stadt. Zach&auml;us will ihn unbedingt sehen. Aus&nbsp;Neugier oder aus Sehnsucht nach Ver&auml;nderung? Vielleicht beides. Doch Zach&auml;us ist klein und die Menge gro&szlig;. Aber er gibt nicht auf, sondern klettert auf einen Baum. Wer Neues sehen will, muss manchmal die gewohnte Perspektive verlassen.</p><p>Und dann geschieht das Unerwartete: Jesus bleibt stehen, blickt hinauf, schaut ihn an und ruft: <em>&bdquo;Zach&auml;us, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas19%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 19,5</a>). Jesus macht Zach&auml;us keinen Vorwurf und stellt keine Forderungen. Er sagt einfach nur: &bdquo;Ich komme in dein Haus &ndash; jetzt gleich, genau so, wie&rsquo;s gerade ist.&ldquo;</p><p>Zach&auml;us z&ouml;gert nicht. Er klettert hinunter, &ouml;ffnet die T&uuml;r &ndash; und sein Herz gleich mit. Als Jesus &uuml;ber seine T&uuml;rschwelle tritt, kommt etwas in ihm in Bewegung. Zach&auml;us beginnt, sein Leben in Ordnung zu bringen, gibt zur&uuml;ck, was er sich von anderen erschwindelt hat, f&auml;ngt neu an. Nicht, weil er muss, sondern weil er will. Denn die Begegnung mit Jesus ver&auml;ndert alles.&nbsp;</p><h2>Sanieren statt renovieren</h2><p>Unser Haus war einmal neu. Heute, nach zwanzig Jahren sieht man die Spuren unseres Lebens: Macken im Parkett, kleine Risse in den W&auml;nden, die Heizung m&uuml;sste ausgetauscht werden und der n&auml;chste Anstrich ist f&auml;llig. Nichts bleibt ewig frisch und makellos.</p><p>So ist es auch im Leben. Unsere Erfahrungen hinterlassen Spuren, &Uuml;berzeugungen br&ouml;ckeln und in manchen Beziehungen zeigen sich Risse. Vieles funktioniert nicht ganz einwandfrei. Die Versuchung ist gro&szlig;, einfach dr&uuml;berzupinseln. Ein bisschen Spachtelmasse, ein bisschen Farbe und schon wirkt die Fassade wieder glatt.&nbsp;</p><blockquote><p>Aber Jesus macht keine Sch&ouml;nheitsreparaturen. Er erneuert. Er saniert mein Lebenshaus von Grund auf. Er will nicht, dass ich nur nach au&szlig;en hin gl&auml;nze, sondern dass ich innen drin heil werde.</p></blockquote><p>Solch ein umfassender Neuanfang l&auml;dt dazu ein, innezuhalten und Bilanz zu ziehen: Will ich weitermachen wie bisher oder mutig Platz schaffen f&uuml;r Neues? Wie beim Umzug in ein neues Haus gilt: Was nicht mehr passt, darf aussortiert werden. Alte Verletzungen wie die zerkratzte Kommode. Wackelige Sicherheiten wie der durchgesessene Sessel. Festgefahrene Gedanken wie der abgetretene Teppich. Lebensmuster, die das Licht verschlucken, wie schwere Vorh&auml;nge. Wenn ich loslasse, f&auml;llt Licht durch die Fenster. Es entsteht Raum f&uuml;r Neues, f&uuml;r das, was Jesus mir schenken will.</p><p>So geht es auch Zach&auml;us. Er beschlie&szlig;t, sein Leben neu auszurichten. Jesus sagt dazu: <em>&bdquo;Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.&ldquo;</em> Nicht morgen. Nicht erst, wenn alles perfekt ist.&nbsp;Sondern <em>heute</em>, mitten im Umbruch.</p><h2>Mit Jesus den Neuanfang meistern</h2><p>F&uuml;r Zach&auml;us war dieser Neuanfang das Beste, was ihm im Leben passieren konnte. Es gibt aber auch Ver&auml;nderungen, die wir gar nicht haben wollen. Wie ungebetene G&auml;ste klopfen sie an unsere T&uuml;r. Manche schleichen sich fast unbemerkt durch die Hintert&uuml;r rein. Andere treffen uns frontal mit voller Wucht und wirbeln alles durcheinander.</p><p>Der Arbeitsplatz f&auml;llt weg. Eine Beziehung zerbricht. Eine Diagnose ersch&uuml;ttert. Oder ein nahestehender Mensch stirbt. Pl&ouml;tzlich ger&auml;t alles ins Wanken, was eben noch so selbstverst&auml;ndlich schien. Ver&auml;nderungen geh&ouml;ren unweigerlich zum Leben dazu &ndash; gro&szlig;e und kleine, sch&ouml;ne und schmerzliche, willkommene und ungebetene. Die Welt dreht sich weiter, ob wir daf&uuml;r bereit sind oder nicht. Leben geht nur nach vorn. &nbsp;</p><blockquote><p>Doch in allem Wandel bleibt einer treu: Jesus Christus.&nbsp;</p></blockquote><p>Er geht mit, wenn Wege holprig werden. Er h&auml;lt mich, wenn mir der Boden unter den F&uuml;&szlig;en wegzurutschen droht. Und er l&auml;sst mich nicht allein &ndash; auch dann nicht, wenn sich alles ver&auml;ndert.&nbsp;</p><p>Er sagt nicht: Rei&szlig; dich zusammen. Sondern: <em>&bdquo;Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdr&uuml;ckt werdet; ich werde sie euch abnehmen&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 11,28</a>)<em>.</em> Das sagt er nicht zu denen, die ihr Leben scheinbar m&uuml;helos meistern. Nicht zu denen, die sich selbst optimieren wollen, sondern zu denen, die zugeben: Ich schaffe es nicht allein.</p><p>Bei Jesus kann ich alles ablegen, was mich belastet: Schuld und Scham, Angst und Sorgen, Trauer und Schmerz. Sein Kreuz ist der Ort, wo alles seinen Platz findet, was ich selbst nicht tragen kann. Jesus l&auml;dt mich ein: Komm mit ehrlichem Herzen, bei mir darfst du durchatmen.</p><p>Die Geschichte von Zach&auml;us ist kein Einzelfall. Die Bibel ist voll von Menschen, die Altes zur&uuml;cklassen, aufbrechen, neu anfangen. Abraham macht sich ohne Navi auf den Weg &ndash; im Vertrauen, dass Gott den Weg kennt. Petrus verl&auml;sst sein Fischerboot und folgt Jesus &ndash; ins Ungewisse, aber nicht ins Leere.&nbsp;</p><blockquote><p>Das macht auch mir Mut, Jesus zu folgen und trotz aller Umbr&uuml;che mit Gottvertrauen in die Zukunft zu gehen.</p></blockquote><h2>Bauprojekt Zukunft</h2><p>Wer Jesus vertraut, f&uuml;r den endet die Zukunft nicht am Grab &ndash; sie f&uuml;hrt weit &uuml;ber den Tod hinaus. Jesus selbst sagt: <em>&bdquo;Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so w&auml;re, h&auml;tte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe, um einen Platz f&uuml;r euch vorzubereiten?&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,2</a>)</p><p>Am Ende der Bibel wird diese Zusage Gewissheit: Uns erwartet ein wahres Zuhause. Kein menschlicher Plan, kein &bdquo;Do-it-yourself-Projekt&ldquo;, keine Erfindung k&uuml;nstlicher Intelligenz, sondern Gottes Entwurf einer perfekten Welt: liebevoll durchdacht und erf&uuml;llt von seiner g&ouml;ttlichen Weisheit. Er selbst ist der Architekt und Baumeister (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er11%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Hebr&auml;er 11,10</a>). An diese Hoffnung auf eine neue Welt erinnert mich die Jahreslosung 2026 aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>: <em>&bdquo;Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!&ldquo;</em></p><p>Was diesen neuen Ort besonders macht? Nicht Gold und Glanz, sondern Gottes N&auml;he &ndash; Gott selbst zum Greifen nah. Er wird bei uns wohnen (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,3</a>). Diese Zukunft ist kein fl&uuml;chtiger &bdquo;Alles neu macht der Mai&ldquo;-Moment, der verbl&uuml;ht, bevor man ihn richtig genie&szlig;en konnte.</p><p>Nein, das Neue, das Gott schafft, bleibt. Alle Ungerechtigkeit, alles Zerst&ouml;rerische hat dann ausgedient. Aber Gott &uuml;bert&uuml;ncht das Vergangene nicht einfach, er verwandelt es. Er &uuml;berwindet Schmerz, Schuld und Tod und wischt jede Tr&auml;ne ab, keine geht verloren, keine wird vergessen.&nbsp;</p><blockquote><p>Seine Zusage ist kein Schlusskapitel, sondern der Beginn von etwas Vollkommenem. Ein Leben, das nicht auf Verschlei&szlig; l&auml;uft, sondern auf Vollendung zielt.&nbsp;</p></blockquote><p>Wer diese Zukunft im Blick hat, kann jetzt schon anders leben: nicht getrieben von Sorge und Angst, sondern getragen und befl&uuml;gelt von Hoffnung. Eine Zukunft, f&uuml;r die es sich schon heute zu leben lohnt.&nbsp;</p><h2>Der Himmel blitzt auf</h2><p>Bis dahin lebe ich im Dazwischen. Zwischen Umbr&uuml;chen und Neuanf&auml;ngen, zwischen &bdquo;noch nicht fertig&ldquo; und &bdquo;schon verwandelt&ldquo;. Schmerz und Tr&auml;nen gibt es noch. Aber wer sich nach Gottes neuer Welt sehnt, beginnt heute schon, sie zu leben und zu gestalten. Der wartet nicht einfach auf der Baustelle, r&uuml;hrt im Kaffee und hofft, dass sich die W&auml;nde von selbst hochziehen. Er packt mit an &ndash; mitten im Unfertigen: trocknet Tr&auml;nen, s&auml;t Frieden, wagt Schritte der Vers&ouml;hnung.&nbsp;</p><p>Und dann &ndash; mitten im Alltag &ndash; blitzt der Himmel auf. Kein Donner, kein Feuerwerk. Nur dieses leise Aufleuchten, das zeigt: Da tut sich was. St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck w&auml;chst etwas Neues. Gottes Reich entfaltet sich &ndash; still, unaufhaltsam, ohne Z&auml;une, ohne Grenzen. Man kann es nicht vermessen oder verorten, aber man kann es entdecken. &Uuml;berall dort, wo Menschen Jesus Raum geben in ihrem Denken, Reden und Handeln, beginnt Gottes Zukunft zu keimen.</p><p>Wo Jesus herrscht, bricht Licht hervor &ndash; noch verborgen, aber kraftvoll. Der Tag wird kommen, an dem seine Herrschaft f&uuml;r alle sichtbar wird. Dann wird die Welt erkennen, wer er ist: Herr &uuml;ber alles Leben. Und jede Zunge wird bekennen:&nbsp;Jesus Christus ist der Herr (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 2,11</a>)<em>.&nbsp;</em>Was heute still w&auml;chst, h&auml;lt ewig: Ein Reich ohne Ende. Kein Lichtblitz, sondern ein ewiges Strahlen.</p><h2>Endlich ankommen</h2><p>An Gottes Zukunft glauben hei&szlig;t, mit Jesus unterwegs zu sein: &Uuml;ber manche Kreuzungen und Umwege. An klaren Tagen und solchen, an denen alles im Nebel liegt. Jesus geht mit, auch wenn ich zweifle, falle oder einfach mal ratlos stehenbleibe. Ich muss nicht alles verstehen &ndash; vertrauen reicht. Jesus st&uuml;tzt mich, f&auml;ngt mich auf, tr&auml;gt meine Lasten. Er tr&auml;gt mich durch.</p><blockquote><p>An Gottes Zukunft glauben hei&szlig;t, mit Jesus unterwegs zu sein: &Uuml;ber manche Kreuzungen und Umwege.&nbsp;</p></blockquote><p>Und wenn ich eines Tages ankomme &ndash; nicht im Nirgendwo, sondern zu Hause &ndash; steht Jesus schon an der T&uuml;r. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit offenen Armen. Nicht als Fremder, sondern als Freund. Dann sagt er: &bdquo;Willkommen daheim.&ldquo; Und ich? Vielleicht sage ich nur ehrf&uuml;rchtig, staunend, dankbar: &bdquo;So sch&ouml;n hatte ich&rsquo;s mir nicht vorgestellt.&ldquo;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17245766.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Sat, 03 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Durchstarten? Zurückschauen!]]></title>
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      <description><![CDATA[Neujahr ist ein guter Zeitpunkt, das alte Jahr zu reflektieren. Impulse für den persönlichen Rückblick.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030879.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Obwohl nur ein Kalenderblatt umgeschlagen wird und sich die Welt weiterdreht wie zuvor, f&uuml;hlt sich der 1. Januar doch irgendwie anders an. Nach Neuanfang, nach Aufbruch. Wahrscheinlich ist der Jahreswechsel deswegen so beliebt, um sich Vors&auml;tze zu machen.</p><h2>Neues Jahr, neues Gl&uuml;ck?</h2><p>Vielleicht hast du auch hoch motiviert den einen oder anderen Vorsatz f&uuml;r das neue Jahr gefasst? Ich nehme mir immer wieder aufs Neue vor, die &uuml;bersch&uuml;ssigen f&uuml;nf Kilo abzunehmen, unter der Woche fr&uuml;her schlafen zu gehen und mir regelm&auml;&szlig;ige Jesus-Zeiten mit Bibellesen und Gebet im Alltag einzubauen &ndash; und jedes Jahr scheitere ich aufs Neue daran.</p><p>Nach zw&ouml;lf Monaten muss ich entt&auml;uscht feststellen, dass ich es wieder nicht geschafft habe. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es daran liegt, dass meine Vors&auml;tze unrealistische Ziele sind, oder ob es am Konzept der Neujahrsvors&auml;tze an sich liegt. So oder so &ndash; das ist entmutigend und deprimierend.</p><p>Deshalb habe ich vor ein paar Jahren damit aufgeh&ouml;rt, um den Jahreswechsel herum Neujahrsvors&auml;tze zu fassen und mich damit gleich am Jahresanfang unter Druck zu setzen. Pl&auml;ne schmieden und Ziele setzen kann ich genauso gut an den restlichen 364 Tagen des Jahres.</p><h2>Der Blick zur&uuml;ck</h2><p>Stattdessen halte ich in den ersten Tagen des neuen Jahres inne, bevor der Alltagstrott wieder beginnt. Der Jahresanfang ist f&uuml;r mich ein guter Zeitpunkt, um meine Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahres zu sortieren. Die Tage &bdquo;zwischen den Jahren&ldquo; hingegen sind f&uuml;r mich daf&uuml;r zu voll: Da stehe ich gedanklich noch mit einem Bein in den Weihnachtsfeierlichkeiten und tanze mit dem anderen schon auf der Silvesterparty.</p><p>Nach Neujahr, wenn ich das Konfetti aus den Haaren gezupft und den Glitternagellack wieder abgewischt habe, nehme ich mir ein bis zwei Stunden Zeit, schnappe mir meinen alten Kalender und setze mich gem&uuml;tlich auf das Sofa. Ich bl&auml;ttere durch die Seiten und erinnere mich, was ich im letzten Jahr alles erlebt habe. Manches habe ich schon wieder vergessen, anderes ist noch ganz pr&auml;sent.</p><p>Falls du keinen Kalender f&uuml;hrst, k&ouml;nntest du dich auch durch die Fotogalerie des letzten Jahres auf deinem Smartphone scrollen. Hier ein paar Fragen, an denen ich mich bei meinem R&uuml;ckblick entlanghangele und die auch du f&uuml;r einen R&uuml;ckblick nutzen kannst:</p><ul><li>Was waren Highlights im vergangenen Jahr?</li><li>Wer oder was hat mich inspiriert?</li><li>In welchem Bereich bin ich gewachsen?</li><li>Was hat mich herausgefordert oder belastet?</li><li>Was habe ich vers&auml;umt?</li><li>F&uuml;r wen oder was hatte ich zu wenig Zeit?</li><li>Wof&uuml;r bin ich dankbar?</li><li>Wo ist mir Gott begegnet?<br />
&nbsp;</li></ul><h2>Auf dem Pr&uuml;fstand</h2><p>Ich erkenne dabei: Wieder ist ein Jahr voller Leben vor&uuml;bergegangen.</p><blockquote><p>Der Blick zur&uuml;ck hilft mir, mich vom alten Jahr und allem, was war, zu verabschieden. Von den guten Erfahrungen und den schlechten.</p></blockquote><p>Beides, das Gute und das Schlechte, hat mich gepr&auml;gt und auf mich eingewirkt, ob ich das will oder nicht. Aber ich kann entscheiden, wie viel Einfluss es in der Zukunft auf mich haben soll. Der Apostel Paulus r&auml;t: <em>&bdquo;Pr&uuml;ft alles und das Gute behaltet&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C21" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Thessalonicher 5,21</a>).</p><p>Das, was mich belastet, verletzt und Kraft gekostet hat, lege ich Gott hin und schaue es mir mit ihm gemeinsam noch einmal an. Zwar kann ich nicht mehr &auml;ndern, was geschehen ist, aber es hilft mir, den Groll und den Schmerz loszulassen, der diesen Erlebnissen vielleicht noch anhaftet.</p><p>Es ist ein Schritt, um mich mit den schlechten Erlebnissen auszus&ouml;hnen und das eine oder andere davon getrost auszusortieren. Dadurch mache ich in meinem Herzen wieder Platz f&uuml;r neue, sch&ouml;ne und gute Erfahrungen.</p><h2>Gute Erinnerungen konservieren</h2><p>Genauso w&uuml;rdige ich das Gute, das mich gl&uuml;cklich gemacht hat, mich weitergebracht oder zum Staunen gebracht hat und mein Leben bereichert. Ich danke Gott f&uuml;r die Freude und Liebe, die ich erleben durfte.</p><p>Bei diesem inneren Sortier- und Aufr&auml;umprozess finde ich den ein oder anderen Schatz, der in dem ganzen Alltagschaos untergegangen ist: ermutigende Begegnungen, kostbare Gespr&auml;che, Hindernisse und Herausforderungen, die ich &uuml;berwunden und gemeistert habe.</p><p>Ich poliere diese Erfahrungen und gebe ihnen einen besonderen Platz, indem ich sie mir gesondert aufschreibe oder den entsprechenden Kalendereintrag mit einem Textmarker highlighte. Falls du dich ausschlie&szlig;lich mit einem digitalen Kalender organisierst, k&ouml;nntest du dir stattdessen zum Beispiel Fotos von besonders sch&ouml;nen Erlebnissen ausdrucken, sie auf der R&uuml;ckseite mit Datum und ein paar Stichworten versehen und einrahmen.</p><h2>Der Blick nach vorn</h2><p>Gleichzeitig liegt das neue Jahr vor mir. Es ist noch ganz jung und will gestaltet und erlebt werden. Mit dem neuen Kalender in der Hand sp&uuml;re ich: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Zwar stehen schon ein paar Termine darin, aber die allermeisten Seiten sind noch wei&szlig;, ohne Eselsohren oder Kaffeeflecken. Alles ist m&ouml;glich.</p><p>Wer wei&szlig;, welche &Uuml;berraschungen auf mich warten, welche W&uuml;nsche und Tr&auml;ume sich erf&uuml;llen, welche Ver&auml;nderungen mir bevorstehen?</p><p>Hier ein paar Fragen, mit denen ich auf das neue Jahr schaue und die auch du dir stellen kannst:</p><ul><li>Was m&ouml;chte ich privat und beruflich erreichen?</li><li>Was m&ouml;chte ich erleben?</li><li>Welche Orte m&ouml;chte ich besuchen?</li><li>Was habe ich schon l&auml;nger aufgeschoben und m&ouml;chte ich in diesem Jahr endlich anpacken?</li><li>Gibt es etwas, das ich ver&auml;ndern muss?</li><li>Was oder wem will ich mehr Zeit widmen?</li><li>Was will ich mir und anderen Gutes tun?</li></ul><p>Ich nutze diese Fragen nicht, um schon konkrete Pl&auml;ne zu machen oder To Do-Listen zu schreiben. Vielmehr helfen sie mir, mich neu auszurichten und zu schauen, ob die Richtung in meinem Leben noch stimmt. Habe ich den richtigen Fokus oder sollte ich nachjustieren?</p><p>Auch das neue Jahr lege ich Gott im Gebet hin. Ich teile mit ihm meine Pl&auml;ne und vertraue ihm meine W&uuml;nsche und Tr&auml;ume an.</p><blockquote><p>Egal, was das neue Jahr bringt, ich wei&szlig; und vertraue darauf, dass Gott mit mir geht.</p></blockquote><p>Ganz egal, wie du deinen Jahreswechsel begehst: Ich w&uuml;nsche dir, dass du Zeit und Ruhe findest, um einmal in dich hineinzuhorchen und mit Gott &uuml;ber dein Gestern und dein Morgen ins Gespr&auml;ch zu kommen. Frohes und gesegnetes neues Jahr!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16514295.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Die Kraft der Neugier]]></title>
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      <description><![CDATA[Staunen, fragen, wachsen: Wie Neugier dich Gott, dem Leben und dir selbst näherbringt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115263.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jordan Whitt /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Frisch verliebt, neu im Job, auf Reisen in ferne L&auml;nder. In solchen Zeiten sauge ich alle Eindr&uuml;cke um mich herum auf wie ein Schwamm. Das sind Situationen, in denen jeder Mensch seine eigene Neugier hautnah erlebt. Es ist, als ob dieser neugierige Wesenszug tief mit der menschlichen DNA verwoben ist, als h&auml;tte sie der Sch&ouml;pfer selbst seinem Gesch&ouml;pf in die Wiege gelegt.</p><h2><strong>Die Schattenseiten der Neugier</strong></h2><p>Allerdings ist einer der ersten Momente, in denen die Neugier in der Bibel eine Rolle spielt, eher negativ besetzt. Ich denke da an Adam und Eva. Gott setzte die beiden in den Garten Eden, wo sie sich frei bewegen konnten und jede Frucht an jedem Baum essen durften, bis auf eine. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis war ihnen verboten. Trotzdem a&szlig;en sie davon. Wegen dieser Fehlentscheidung warf Gott sie aus dem Garten und lebten daraufhin von ihm getrennt.&nbsp;</p><p>Diese Geschichte sorgte daf&uuml;r, dass Neugier in der christlichen Welt lange als etwas Schlechtes angesehen wurde.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich frage mich: War das eine gute Idee Gottes, als er den Menschen die Neugier gab?</p></blockquote><p>Tats&auml;chlich erlebe ich mich selbst in meinem Alltag eher selten als neugierig. Wo ist die Neugier im Trott am Arbeitsplatz? Wenn ich unter Zeitdruck Herausforderungen zu meistern versuche, kommt mir die Neugier leicht abhanden. Sicher ist Routine wichtig, aber sie sollte nicht dazu f&uuml;hren, dass ich meine Offenheit ablege, nur um alles erledigt zu bekommen. Das gilt nicht nur f&uuml;r den Arbeitsplatz, sondern genauso f&uuml;r alle anderen Lebensumfelder.</p><h2><strong>Neugier zahlt sich aus</strong></h2><p>Stopp! Was ist mit all den positiven Beispielen aus der Bibel? Eines m&ouml;chte ich hier beispielhaft nennen. Da gibt es den Z&ouml;llner Zach&auml;us, der aus Neugier auf einen Baum steigt, um Jesus zu sehen. Seine Neugier zahlt sich aus: Jesus l&auml;dt sich bei ihm zum Essen ein, Zach&auml;us krempelt sein Leben um und erf&auml;hrt eine charakterliche Erneuerung, die er dringend n&ouml;tig hat (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas19%2C1-10" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 19,1-10</a>).</p><blockquote><p>Neugier ist notwendig, weil sie mich voranbringt. Sie hilft mir, mich auf Unbekanntes einzulassen und Neues auszuprobieren.&nbsp;</p></blockquote><p>Neugier ist der Motor f&uuml;r Innovationen, sie sorgt f&uuml;r Verbesserungen und Weiterentwicklungen. Dank der Neugier von Menschen nutzen wir heute die Windkraft zur Energiegewinnung, fahren mit Autos statt mit Kutschen und dr&uuml;cken auf einen Schalter, damit es hell wird, anstatt den Docht einer Kerze zu entz&uuml;nden.</p><p>Und: Keine Achtsamkeit ohne Neugier. Wenn ich neugierig bin, nehme mich selbst in der Welt, im Hier und Jetzt wahr. Ich urteile dann nicht vorschnell, sondern beobachte interessiert, ohne gleich an L&ouml;sungen, Konsequenzen oder weitere Schritte zu denken. Erst die Neugier macht den Augenblick erlebbar.</p><p>Zu guter Letzt h&auml;lt Neugier jung. Hier mal ein paar Zahlen: Kleinkinder feuern pro Stunde schon mal bis zu 50 Fragen auf ihre Mitmenschen ab. Ein Erwachsener stellt durchschnittlich nur noch 6 Fragen pro Stunde.</p><h2><strong>Zur&uuml;ck zur Neugier</strong></h2><p>Wenn du dir Fragen stellst, statt Antworten zu sammeln, wirst du deine verschollene Neugier wiederentdecken. Denk doch einmal bewusst &uuml;ber allt&auml;gliche Dinge nach und entdecke dabei eine neue Perspektive auf die Welt! Denn die kindliche Neugier &ouml;ffnet dir unterschiedlichste T&uuml;ren. Unter anderem vielleicht auch die zum Himmelreich.</p><p>In der Bibel lese ich dazu: <em>&bdquo;Wenn ihr euch nicht &auml;ndert und den Kindern gleich werdet, dann k&ouml;nnt ihr in Gottes neue Welt &uuml;berhaupt nicht hineinkommen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 18,3</a>). Das gilt auch f&uuml;r die Beziehung zu Gott.</p><blockquote><p>Egal, ob du am Anfang stehst oder schon seit Jahren mit Gott gehst, mach dich auf die Suche nach ihm, frage nach und h&ouml;re hin. Rechne mit Gottes Eingreifen und seinem Reden.</p></blockquote><p>Gott ist real und mit Neugier wirst du ihn jeden Tag besser kennenlernen und neu entdecken.</p><p>Denn das Staunen kommt immer noch vor dem Erkl&auml;ren und das Erkunden vor dem Verstehen. Werde wieder neugierig!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tobias Schier</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17243015.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tobias Schier]]></author>
      <pubDate>Mon, 29 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ein echter Grund zum Feiern]]></title>
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      <description><![CDATA[Mehr als Geschenke und gemütliche Familienzeit – warum ich wirklich Weihnachten feiere. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1068678.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gavin Tyte /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Weihnachten, das Fest der Liebe. Vielleicht sogar der richtig wohligen Romantik, des Kerzenscheins, der blinkenden Lichter und der gem&uuml;tlichen Atmosph&auml;re. Wer spricht an diesen Tagen schon &uuml;ber Fehltritte, L&uuml;gen und Betrug?</p><p>Es ist doch so, dass wir Menschen uns zwar gern von unserer guten Seite zeigen, aber so sehr wir uns auch bem&uuml;hen, es gelingt uns nur phasenweise. Es ist ganz nat&uuml;rlich, dass wir nicht perfekt sind und nicht immer fehlerlos agieren. So sind wir nun mal, das geh&ouml;rt zum Menschsein leider dazu.</p><h2>Der wahre Grund der Festlichkeiten</h2><p>Genau das ist aber der wahre Grund, warum es Weihnachten wurde. Denn so romantisiert unser westlich gepr&auml;gtes Weihnachtsfest auch ist, im Kern geht es um die Fehler, die Schmerzen, die Delikte, die Verbrechen, ja man k&ouml;nnte auch sagen: um den dunklen Teil des Menschseins!</p><p>Die Geburt von Jesus Christus ist der Anfang, dieser fehlerhaften Menschlichkeit etwas entgegenzusetzen. Das gr&ouml;&szlig;te Ereignis fand damals seinen Anfang und das ist es, woran wir uns in diesen Tagen erinnern: Der Sohn Gottes, der Sch&ouml;pfer dieser Welt, ja des ganzen Universums, kommt uns zur Hilfe und l&auml;sst sich auf ganz nat&uuml;rliche, auf ganz menschliche, Weise als Kind von einer Frau zur Welt bringen.</p><p>Gott wird Mensch &ndash; eine wirklich verr&uuml;ckte, einzigartige Sache! So etwas gab und gibt es kein zweites Mal. In keiner anderen Religion oder spirituellen Gemeinschaft wird Gott den Menschen gleich.</p><p>Der Herrscher des Alls ist sich nicht zu schade, ein Mensch wie ich zu werden! Er kommt nicht einfach, weil ihm langweilig ist, sondern weil ich Erl&ouml;sung von meiner Dunkelheit brauche.</p><p>Immer wieder mache ich Fehler, die f&uuml;r mich und andere negative Konsequenzen haben. Es kommt vor, dass ich l&uuml;ge, schlecht &uuml;ber andere rede, meine Mitmenschen verletze, ungerecht und selbsts&uuml;chtig bin.</p><blockquote><p>Das ist der Grund, warum Jesus in die Welt kam, das ist die Mission des Babys in der Krippe: uns von unserer Schuld zu retten und uns einen Weg aus der Dunkelheit zu bahnen.</p></blockquote><p>Sie findet ihr Finale im Osterfest, wo nach brutalem Tod am Kreuz die Auferstehung folgt und dadurch die Menschheit gerettet ist. In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes1%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 1,9</a> steht: &bdquo;<em>Wenn wir unsre S&uuml;nden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die S&uuml;nden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.&ldquo;</em></p><h2>Feiern, lasst uns feiern!</h2><p>Was w&auml;re Weihnachten denn wert, wenn es nur um die Feierlichkeit an sich ginge? Und wann &uuml;berhaupt wird gefeiert, wenn es nicht einen echten Grund dazu geben w&uuml;rde? Den gibt es! Und dieser Grund l&auml;sst mich unglaublich gern dieses Fest feiern.</p><p>Die festliche Stimmung, die Zeit mit der Familie, das leckere Essen, die tollen Geschenke, die unter unseren geschm&uuml;ckten, funkelnden und leuchtenden Weihnachtsb&auml;umen liegen &ndash; all das w&auml;re nur halb so sch&ouml;n, ohne die Freude &uuml;ber die Geburt von Jesus Christus. Denn damit hat die Befreiung von all der Finsternis in uns und durch uns begonnen.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Weihnachtsfest zu feiern, ist daher mehr als nur ein frommer Ritus. Es ist f&uuml;r jeden Menschen die j&auml;hrlich wiederkehrende Erinnerung, dass wir nicht allein gelassen sind.</p></blockquote><p>Das Weihnachtsfest zu feiern, ist daher mehr als nur ein frommer Ritus oder ein festliches, aber grundloses Familientreffen. Es ist f&uuml;r jeden Menschen die j&auml;hrlich wiederkehrende Erinnerung, dass wir mit unseren Fehlern, unserem Versagen, unserem Schmerz und unserer (ungewollten) B&ouml;swilligkeit nicht allein gelassen sind. Was f&uuml;r eine Hoffnung, welch ein Grund zur Freude!</p><h2>Meine pers&ouml;nliche Weihnachtsfreude</h2><p>F&uuml;r mich war es in der Vorweihnachtszeit eine besondere Erfahrung, mir &uuml;ber dieses Fest ganz bewusst Gedanken zu machen. Ich feiere Weihnachten, weil ich dankbar f&uuml;r alles bin, was Jesus Christus mir abgenommen hat. Weil er mein Leben hell macht und die Dunkelheit darin vertreibt. Weil Gott mir mit seiner Menschwerdung so unfassbar nahegekommen ist und mir in meinem Menschsein beisteht, das manchmal so schwierig und schmerzhaft ist.</p><blockquote><p>Ich feiere Weihnachten, weil Jesus Christus&nbsp;mein Leben hell macht und die Dunkelheit darin vertreibt.&nbsp;</p></blockquote><p>Warum feierst du Weihnachten? Liegt f&uuml;r dich die Freude an Weihnachten auch an der Tatsache, dass es einen Gott gibt, der alles f&uuml;r dich getan hat? Und das, obwohl er genau wei&szlig;, was du verbockst, was schief l&auml;uft in deinem Leben und wie schlimm du manchmal drauf sein kannst?</p><p>Mir ist es ein Anliegen, dir ein St&uuml;ck meiner Sicht auf das Weihnachtsfest mitzugeben. Vielleicht fordern dich meine Gedanken ja heraus und du hast ganz andere Gr&uuml;nde, warum Weihnachten f&uuml;r dich ein echter Grund zum Feiern ist. Vielleicht inspirieren dich meine Gedanken aber auch, einmal ganz neu &uuml;ber den Grund von Weihnachten nachzudenken.</p><p>So oder so: Ich w&uuml;nsche dir eine gesegnete, erholsame und friedliche Weihnacht!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16926258.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Wed, 24 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gottesdienste in der Weihnachtszeit]]></title>
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      <description><![CDATA[Unsere ERF Gottesdienst-Angebote in der Advents- und Weihnachtszeit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113086.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Biewer Jürgen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>W&auml;hrend der Weihnachtstage finden Sie beim ERF besonders viele Gottesdienste im Programm. Wir bieten fast alle Sendungen nicht nur im Radio und der ERF Plus Audiothek, sondern auch als TV-Version in der ERF Mediathek an. Sie k&ouml;nnen also zu einer f&uuml;r Sie g&uuml;nstigen Zeit die Angebote in Anspruch nehmen.</p><h2>So geht&rsquo;s:</h2><p>Treffen Sie Ihre Wahl, indem Sie in der Auflistung unten auf den entsprechenden Link klicken. Mit Klick auf&nbsp;&bdquo;ERF Plus&ldquo; gelangen Sie direkt zu der entsprechenden Radiosendung in der Audiothek und k&ouml;nnen sich diese anh&ouml;ren. Wenn Sie auf &bdquo;ERF Mediathek&ldquo; klicken, k&ouml;nnen Sie sich den jeweiligen Gottesdienst in Videoform anschauen.&nbsp;</p><p>Hinweis: das Abspielen ist erst ab dem Tag der Ver&ouml;ffentlichung m&ouml;glich!</p><ul><li><strong>1. Advent: </strong>Anhand von <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas1%2C24-25" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 1,24-25</a>&nbsp;l&auml;dt ERF Vorstandsvorsitzende Susanne Thyroff im Adventsgottesdienst aus dem Medienhaus in Wetzlar ein, die besondere Spannung der Adventszeit zu entdecken &ndash; zwischen verborgenem Leid und dem Wunder von Gottes N&auml;he &ndash; um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/zwischen-schmerz-und-staunen/8312-673">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/zwischen-schmerz-und-staunen/4929-846">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>2. Advent:</strong> Im Gottesdienst aus der ev.-luth. Stadtkirche St. Margaretha in Windsbach l&auml;dt Dekan Klaus Schlicker dazu ein, im Licht der biblischen Verhei&szlig;ung aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas21%2C25-33" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 21,25-33</a>&nbsp;der Wiederkunft Christi hoffnungsvoll entgegenzusehen.&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/miteinander-jesus-entgegensehen/8312-674">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/miteinander-jesus-entgegensehen/4929-847">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>3. Advent: </strong>Gottesdienst aus der ev.-meth. Friedenskirche Lauter mit dem Pastorenehepaar Andreas und Heidrun Hertig. Die Predigt zu <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja8%2C23" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 8,23</a>&nbsp;deutet den Schwibbogen als Hoffnungszeichen im Advent &ndash; ein Licht, das Trost und Orientierung schenkt - um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/hoffnungszeichen-licht/8312-675">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/hoffnungszeichen-licht/4929-848">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>4. Advent:</strong> &bdquo;Komm und ruh&lsquo; dich aus!&ldquo; &ndash; ist der Tipp und das Thema der Predigt von Pastor Johannes B&ouml;rnert im Christlichen G&auml;stezentrum&nbsp;Sch&ouml;nblick. Hintergrund seiner Predigt ist der Bibeltext aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28-30" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 11,28-30</a>&nbsp;- um 10 und 14 auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/froehliche-weihnacht-ueberall/8312-342">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/komm-und-ruh-dich-aus/4929-716">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>Heiligabend:</strong>&nbsp;&bdquo;Im Heiligabendgottesdienst aus der ev.-luth. Stadtkirche St. Margareta in Windsbach steht das Wunder der Menschwerdung Gottes im Mittelpunkt. Dekan Klaus Schlicker predigt &uuml;ber <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas2%2C1-20" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 2,1-20</a>&nbsp;&ndash; die Weihnachtsgeschichte, die von der Geburt Jesu erz&auml;hlt und die Hoffnung und Verhei&szlig;ung von Weihnachten lebendig werden l&auml;sst.. Jeweils um 18 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/jetzt-kann-s-weihnachten-werden/8312-586">ERF Plus</a>&nbsp;</strong>und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/miteinander-gott-will-mit-uns-sein/4929-849">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>1. Weihnachtstag:</strong>&nbsp;Im Weihnachtsgeschehen l&auml;sst Gott einen Blick in die himmlische Wirklichkeit zu. Er durchbricht das Sichtbare. Bleibt der offene Himmel nur den Hirten in der Heiligen Nacht vorbehalten? &ndash; Mit dieser Frage besch&auml;ftigt sich <strong>Gudrun Weber</strong>&nbsp;im Feiertagsgottesdienst. Und w&uuml;nscht sich, dass die Botschaft aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas2%2C8-15" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 2,8-15</a>&nbsp;bei jedem H&ouml;rer neue Freude und Zuversicht ausl&ouml;sen wird - um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/der-offene-himmel/8312-677">ERF Plus</a></strong>.<br />
&nbsp;</li><li><strong>2. Weihnachtstag: </strong>Pfarrer Eberhard Hoppe l&auml;dt im Feiertagsgottesdienst ein, anhand vom Predigttext (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us1%2C18-25" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 1,18-25</a>) dar&uuml;ber nachzudenken, welche ungew&ouml;hnlichen Wege Gott geht, um Frieden auf Erden zu schenken - um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/weihnachten-gottes-zumutung/8312-678">ERF Plus</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>28. Dezember: </strong>Ist&nbsp;Glaube &ndash; mehr als Theorie? Im Gottesdienst aus dem ERF Medienhaus nimmt Ellen H&ouml;rder-Knop <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes1%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 1,1-4</a> in den Blick und entdeckt, was Glauben im Alltag lebendig macht.&nbsp;Um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/da-steckt-leben-drin/8312-679" target="_blank">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/da-steckt-leben-drin/4929-850" target="_blank">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>Silvester:</strong>&nbsp;Wer hat mich 2025 am meisten gepr&auml;gt? Mit wem rechne ich 2026? Elke Drossmann macht sich auf die Suche. Der <a data-auth="NotApplicable" href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er13%2C8-9">Hebr&auml;erbrief (13,8-9)</a>&nbsp;unterst&uuml;tzt sie dabei. Jeweils&nbsp;um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/trotz-jahreswechsel-wer-bleibt/8312-680">ERF Plus</a></strong>.<br />
&nbsp;</li><li><strong>Neujahr </strong>&bdquo;Siehe, ich mache alles neu&ldquo; &ndash; diese Verhei&szlig;ung aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>&nbsp;steht im Mittelpunkt der Predigt aus dem ERF Medienhaus in Wetzlar. Wolf-Dieter Kretschmer spricht &uuml;ber die Hoffnung, die Gottes Zusage in einer unsicheren Welt schenkt<strong>&nbsp;</strong>- um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/alles-neu/8312-681">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/irgendwie-dazwischen/4929-766">ERF Mediathek</a></strong><strong>.</strong><br />
&nbsp;</li></ul><p><strong>Wir freuen uns, wenn Sie mit uns zusammen Gottesdienst&nbsp;feiern!</strong></p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14905572.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Tue, 23 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weihnachten, du stehst im Weg!]]></title>
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      <description><![CDATA[Das Kind in der Krippe kommt den Menschen in die Quere – und bahnt einen neuen Weg. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114727.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gustavo Fring /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Wir hatten letztes Jahr zu Weihnachten Besuch vom Sohn meines Mannes, einem freundlichen Mittzwanziger. Sein erster Satz nach der Begr&uuml;&szlig;ung lautete: &bdquo;Der Weihnachtsbaum steht ja voll im Weg!&ldquo; Damit hatte er recht. Denn der k&uuml;rzere der beiden m&ouml;glichen Pfade zum Sofa war aus Gr&uuml;nden der dekorativen Wissenschaft vom Weihnachtsbaum belegt. Alle mussten den etwas umst&auml;ndlichen Weg durch die K&uuml;che nehmen. Eigentlich kein Problem.&nbsp;</p><p>Doch dieser Umstand bewegte ihn so sehr, dass er kurze Zeit sp&auml;ter wieder sagte: &bdquo;Der Baum steht im Weg.&ldquo; Und als er am n&auml;chsten Tag im Wohnzimmer telefonierte, h&ouml;rten wir den Satz: &bdquo;&hellip; und der Weihnachtsbaum steht hier voll im Weg.&ldquo; Sp&auml;testens in diesem Moment dachte ich ein bisschen trotzig: Das soll er auch!&nbsp;</p><blockquote><p>Ein Weihnachtsbaum darf im Weg stehen. Weihnachten darf im Weg stehen. Jesus darf im Weg stehen.</p></blockquote><h2>Wie das Weihnachtsgeschehen Pl&auml;ne durchkreuzte</h2><p>Ich dachte dar&uuml;ber nach, dass die Weihnachtsgeschichte voller Menschen ist, denen in der Heiligen Nacht etwas in die Quere kam.</p><p>Maria hatte sich sicher einen anderen Ort f&uuml;r ihre erste und so besondere Geburt gew&uuml;nscht. Aber dann kam ihr die Volksz&auml;hlung dazwischen. Statt alles f&uuml;r eine ruhige Hausgeburt vorzubereiten, musste sie hochschwanger nach Bethlehem aufbrechen &ndash; eine beschwerliche 150 Kilometer lange Reise.&nbsp;</p><p>Die Hirten hatten in dieser Nacht h&ouml;chstens damit gerechnet, von Raubtieren &uuml;berrascht zu werden, aber nicht von Engeln. Ihre To-do-Liste lautete urspr&uuml;nglich: Lagerfeuer in Gang halten, abwechselnd die Herde bewachen und in Ruhe schlafen. Und dann dieser Tumult, das Licht, die Engel. Schlie&szlig;lich der Aufbruch, um das Kind zu suchen.&nbsp;</p><p>Und die Weisen? Die hatten sicher anderes vor. Bis pl&ouml;tzlich im Kalender stand: Kamele satteln und dem Stern in die Fremde folgen.&nbsp;</p><p>K&ouml;nig Herodes, der zu dieser Zeit regierte, h&ouml;rte die Nachricht, dass ein neuer j&uuml;discher K&ouml;nig geboren worden war. Diese Information brachte eine geh&ouml;rige Portion Unruhe in sein luxuri&ouml;ses, bequemes Leben. Das neugeborene Kind stand Herodes&rsquo; Herrschaft im Weg. Er setzte alle Hebel in Bewegung, um den neuen K&ouml;nig zu beseitigen.</p><h2>Das Kind, das den Weg frei macht</h2><p>Das erste Weihnachten stand im Weg. Und das Kind in der Krippe, Jesus Christus, stellt sich bis heute der Menschheit in den Weg &ndash; im allerbesten Sinne. Aber nicht nur das, er selbst <em>ist</em> auch der Weg, wie er von sich sagt. <em>&bdquo;Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,6</a>).</p><p>Doch was bedeutet dieser Bibelvers? Ich glaube, dass er eine Antwort auf Lebensfragen ist, die Menschen schon immer mit sich herumgetragen haben: Wie finde ich den wahren Gott? Worauf kann ich mich im Tiefsten verlassen und was ist der Sinn meines Lebens? Geht mein Leben nach dem Tod weiter? Jesus ist die Antwort auf alle diese Fragen. Er kam in diese Welt, um den Weg zu Gott, dem Vater, freizumachen und all das aus dem Weg zu r&auml;umen, was uns von ihm trennt. Das war seine Mission. Sie begann an Weihnachten mit seiner Geburt und endete an Ostern mit seinem Tod am Kreuz und der Auferstehung aus dem Grab.&nbsp;</p><p>Jesus ist der Weg, auf dem ich den lebendigen Gott und damit inneren Frieden, Heil und Sinn finde. Er zeigt mir die Wahrheit, die mich innerlich frei macht und auf die ich mich verlassen kann. Und er ist der Weg zum Leben auch &uuml;ber den eigenen Tod hinaus &ndash; was f&uuml;r eine Hoffnung!&nbsp;</p><blockquote><p>Jesus darf meine altbekannten Pfade durchkreuzen. Ich m&ouml;chte mir von ihm den Weg zum Leben zeigen lassen. Immer wieder neu, nicht nur an Weihnachten.&nbsp;</p></blockquote><h2>Sich unterbrechen lassen</h2><p>F&uuml;r dieses Weihnachtsfest nehme ich mir vor, auf Plan&auml;nderungen entspannt zu reagieren. Ja, sie willkommen zu hei&szlig;en, weil sie mich an das erste Weihnachten erinnern. Darum bitte ich: Liebes Weihnachten, stell dich mir in den Weg!</p><p>Hast du schon einmal ein Weihnachtsfest erlebt, das so ganz anders wurde, als du es geplant hattest? Wie war das f&uuml;r dich? Wie w&auml;re es, wenn du Jesus dieses Jahr um eine Weihnachts&uuml;berraschung bitten w&uuml;rdest?</p>
<p style="font-size: 85%;">Susanne Pommerien-Weidner</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17239363.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Susanne Pommerien-Weidner]]></author>
      <pubDate>Mon, 22 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wege aus der Einsamkeit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wege-aus-der-einsamkeit/6866-542-8011</guid>
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      <description><![CDATA[6 Möglichkeiten für mehr Gemeinschaft im Alltag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115965.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Brooke Cagle /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Die Winterzeit ist eine Zeit der Einkehr. Drau&szlig;en ist es ungem&uuml;tlich, da ist es nat&uuml;rlich, dass wir uns in unsere vier W&auml;nde zur&uuml;ckziehen. Doch wer unter Einsamkeit leidet, f&uuml;r den sind die dunklen Monate eine besonders harte Zeit. Wer sowieso schon wenige Kontakte hat und zur&uuml;ckgezogen lebt, f&uuml;hlt sich nun noch st&auml;rker isoliert vom Rest der Welt. Vielleicht f&uuml;hlst auch du dich einsam und glaubst, du bist damit ganz allein? Bist du nicht.&nbsp;</p><p>Einsamkeit ist weit verbreitet. Weltweit f&uuml;hlen sich die Menschen so allein, abgeschottet und entfremdet wie nie zuvor. Auch in Deutschland ist die Einsamkeitsbelastung hoch, wie die Ergebnisse des <a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Einsamkeitsbarometers des Bundesfamilienministeriums</a> zeigen.&nbsp;</p><p>Warum leiden immer mehr Menschen unter Einsamkeit? Die Gr&uuml;nde sind komplex und vielschichtig. Dabei spielen pers&ouml;nliche Lebensumst&auml;nde genauso eine Rolle wie gesellschaftliche Entwicklungen. Im <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wenn-die-naehe-fehlt/2270-542-7992" rel="noopener noreferrer">Artikel &bdquo;Wenn die N&auml;he fehlt&ldquo;</a> gehe ich einigen Ursachen und Folgen von Einsamkeit auf den Grund. Fakt ist: Einsamkeit ist eine der gr&ouml;&szlig;ten Gefahren f&uuml;r unsere Gesundheit und unser Lebensgl&uuml;ck.</p><blockquote><p>Doch es gibt Hoffnung! Wer einsam ist, muss nicht einsam bleiben.</p></blockquote><p>Um einen Weg aus der Einsamkeit herauszufinden, braucht es zweierlei. Erstens: Eine ausgestreckte Hand von au&szlig;en, die hilft, den ersten Schritt zu gehen. Und zweitens: Den Mut, diese Hand zu ergreifen und selbst aktiv zu werden. Einsamkeit kann letztlich nur durch beides &uuml;berwunden werden: den Wunsch nach Gemeinschaft und das Angebot dazu.</p><p>Hier kommen einige Tipps und Denkanst&ouml;&szlig;e, wie dir das gelingen kann.</p><h2>1. Erz&auml;hl anderen von deiner Einsamkeit</h2><p>Einsamkeit sieht man anderen nicht an, doch sie betrifft mehr Menschen, als wir denken. Allerdings spricht niemand gern &uuml;ber seine Einsamkeit, denn sich einsam zu f&uuml;hlen ist ein zutiefst schambehaftetes Gef&uuml;hl. Au&szlig;erdem: Wem solltest du von deiner Einsamkeit erz&auml;hlen k&ouml;nnen, wenn da niemand ist, dem du dich anvertrauen kannst? Doch bleibst du mit diesen Gef&uuml;hlen und Gedanken allein, wird es nur schlimmer.&nbsp;</p><p>Daher lautet die erste und wichtigste Ma&szlig;nahme gegen Einsamkeit: Reden! Denn wer sich selbst und anderen seine Einsamkeit eingesteht, &ouml;ffnet die dunklen Vorh&auml;nge des Alleinseins einen Spalt breit und l&auml;sst den ersten Lichtstrahl hinein. Au&szlig;erdem erfahren so auch andere Betroffene, dass sie mit ihrem Erleben nicht allein sind, wenn du bereit bist, von deinen eigenen Einsamkeitserfahrungen zu erz&auml;hlen.&nbsp;</p><blockquote><p>Je mehr wir &uuml;ber Einsamkeit wissen und sprechen, desto mehr holen wir das Thema aus der Tabuzone hervor.</p></blockquote><p>Ich ermutige dich: Sprich mit jemandem &uuml;ber deine Erfahrungen! Einsamkeit ist nichts, wof&uuml;r du dich sch&auml;men brauchst. Hast du in deinem pers&ouml;nlichen Umfeld jemanden, dem du dich anvertrauen kannst &ndash; vielleicht einen Freund, eine Nachbarin, ein Familienmitglied oder einen Kollegen?&nbsp;</p><p>Selbst wenn du l&auml;nger keinen Kontakt mehr zu alten Bekannten oder Freunden hattest, es ist nie zu sp&auml;t, dich mal wieder zu melden und die Verbindung aufzufrischen. Das ist ein wichtiger erster Schritt raus aus der Einsamkeit, auch wenn es viel Mut kostet.&nbsp;</p>

Hilfsangebote und Beratung&nbsp;bei Einsamkeit:<br /><a href="https://www.telefonseelsorge.de/sorgen-themen/einsamkeit/" target="_blank">Telefonseelsorge</a><br /><a href="https://silbernetz.org/" target="_blank">Silbernetz</a><br /><a href="https://www.krisenchat.de/" target="_blank">Krisenchat</a><p>Wenn du niemanden hast oder es dich zu viel &Uuml;berwindung kostet, kannst du dich auch an eine Beratungsstelle wenden &ndash; direkt an deinem Wohnort, per Mail, Telefon oder im Chat.&nbsp;Fachkundige Menschen h&ouml;ren dir zu und bieten dir konkrete Hilfe in deiner Situation an.</p><h2>2. Frische deine Beziehungen auf</h2><p>Oft schleicht sich Einsamkeit langsam ein, ohne dass du sie sofort bemerkst. Um etwas dagegen tun zu k&ouml;nnen, musst du sie &uuml;berhaupt erst einmal wahrnehmen und anerkennen. Hier gilt es, sich selbst aufmerksam zu beobachten. Habe ich insgesamt wenige Kontakte, obwohl ich mir mehr w&uuml;nsche? F&auml;llt es mir schwer, Anschluss zu finden, oder ziehe ich mich selbst immer wieder zur&uuml;ck? Was k&ouml;nnten Gr&uuml;nde daf&uuml;r sein?</p><p>Um wieder in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen, kannst du dich fragen: Welche bestehenden Kontakte oder Freundschaften habe ich, an die ich wieder ankn&uuml;pfen kann? Allzu oft sind wir eingespannt in einen gesch&auml;ftigen Alltag, da kommen unsere Beziehungen oft zu kurz. So lange, bis sie sich still und leise aus unserem Leben verabschiedet haben.&nbsp;</p><p>Aber viele dieser Freundschaften sind nur im Winterschlaf. Vielleicht kommt dir jetzt eine Person in den Sinn, bei der du dich mal wieder melden k&ouml;nntest. Vereinbart doch zun&auml;chst ein ungezwungenes Treffen, zum Beispiel zu einem Spaziergang, um eure Freundschaft wieder neu zu beleben.</p><p>Einsamkeit entsteht jedoch nicht nur durch die physische Abwesenheit anderer, sondern auch wenn die Verbindung zueinander fehlt. Auch wenn wir uns in einer Beziehung oder Gruppe nicht gesehen oder verstanden oder uns ihr nicht zugeh&ouml;rig f&uuml;hlen, empfinden wir Einsamkeit.</p><blockquote><p>Hinterfrage doch auch mal deine bestehenden Beziehungen: Erf&uuml;llen sie nur einen bestimmten Zweck oder stillen sie dein Bed&uuml;rfnis nach Verbundenheit, Liebe und Zugeh&ouml;rigkeit?&nbsp;</p></blockquote><p>Gibt es Menschen in deinem Umfeld, zu denen du mehr als eine oberfl&auml;chliche Verbindung sp&uuml;rst? Denen gegen&uuml;ber du dich &ouml;ffnen und zu denen du die Beziehung vertiefen kannst?</p><h2>3. Entdecke, was du zu geben hast</h2><p>Um einen Weg aus der Einsamkeit zu finden, kommt es jedoch auch auf dich und deine Haltung an. Einsamkeit ist kein unab&auml;nderlicher Zustand, sondern kann dich in Bewegung bringen. Du kannst selbst aktiv werden und den ersten Schritt auf andere Menschen zugehen. Doch wer lange unter Einsamkeit leidet, dem f&auml;llt dieser Schritt oft sehr schwer.&nbsp;</p><p>M&ouml;glicherweise denkst du, f&uuml;r deine Einsamkeit gibt es ja einen guten Grund. Beispielsweise bist du alleinstehend und sehnst dich nach einem Partner oder einer Partnerin &ndash; und solange sich an dieser Situation nichts &auml;ndert, bleibst du in der Einsamkeit gefangen.</p><p>Hier hilft m&ouml;glicherweise ein Perspektivwechsel: Statt nur darauf zu setzen, dass sich dein Bed&uuml;rfnis nach Zugeh&ouml;rigkeit in einer Partnerschaft erf&uuml;llt, kannst du in anderen Beziehungen wie in Freundschaften oder der Familie nach Gemeinschaft suchen. Nat&uuml;rlich kann eine Freundschaft eine Partnerschaft nicht ersetzen und umgekehrt. Aber statt das in den Fokus zu r&uuml;cken, was dir gerade fehlt, kannst du dir &uuml;berlegen, was du zu geben hast.</p><p>Denn ja, du hast viel zu geben! Deine St&auml;rken, F&auml;higkeiten und Ressourcen sind wertvoll f&uuml;r andere. Wenn du daran zweifelst, kann dich ein Lebensberater, Seelsorger oder eine Psychotherapeutin unterst&uuml;tzen und dir helfen, neues Selbstvertrauen zu finden. Denn ein gest&auml;rktes Selbstvertrauen hilft dir dabei, um initiativ auf andere zuzugehen.&nbsp;</p><h2>4. Suche Orte auf, an denen Gemeinschaft gelebt wird</h2><p>Es gibt rein objektive Strukturen, die Einsamkeit beg&uuml;nstigen. Viele Menschen leben heutzutage allein und in unseren St&auml;dten gibt es immer weniger &ouml;ffentliche Orte, die Menschen dazu einladen, dort zusammenzukommen und Zeit miteinander zu verbringen. Daran kannst du als Einzelner wenig &auml;ndern.</p><p>Doch es gibt Orte in unserer Gesellschaft, in denen Gemeinschaft ein hohes Gut ist. Deutschland hat immer noch eine vielf&auml;ltige Vereinskultur, wo du mit deinem ehrenamtlichen Einsatz willkommen bist. Ob im Sportverein, im Chor, in einer Theater- oder Musikgruppe, der Freiwilligen Feuerwehr, dem DLRG oder dem Deutschen Rote Kreuz &ndash; &uuml;berall da triffst du auf Menschen, denen Gemeinschaft und gemeinsamer Einsatz f&uuml;r andere am Herzen liegt.</p><p>Auch viele christliche Gemeinden haben vielf&auml;ltige Angebote und schaffen Orte der Begegnung f&uuml;r einsame Menschen. Das k&ouml;nnen Angebote sein wie zum Beispiel Begegnungscaf&eacute;s, Jugendtreffs, Eltern-Kind-Kreise, Lese- oder Spieletreffen oder auch ein klassischer Bibelkreis.&nbsp;</p><blockquote><p>Da, wo Menschen miteinander Zeit verbringen und gemeinsame Ziele verfolgen, w&auml;chst Gemeinschaft.&nbsp;</p></blockquote><p>Welche Interessen hast du? Welchen Gruppen oder Vereinen k&ouml;nntest du dich anschlie&szlig;en? Welche T&auml;tigkeiten machen dir Spa&szlig; und wo m&ouml;chtest du dich einbringen?&nbsp;</p><h2>5. &Uuml;berdenke deine Wohnsituation</h2><p>M&ouml;glicherweise lohnt es sich auch, einmal dar&uuml;ber nachzudenken, wie du wohnst. Vielleicht lebst du allein in einem gro&szlig;en Haus, weil deine Kinder schon lange ausgezogen sind. Initiativen wie Mehrgenerationenh&auml;user k&ouml;nnen dir mehr Miteinander erm&ouml;glichen. Hier leben Jung und Alt zusammen, unterst&uuml;tzen sich gegenseitig im Alltag und bilden eine F&uuml;rsorgegemeinschaft.&nbsp;</p><p>Allerdings ist es gerade im Alter nicht leicht, die vertraute Umgebung zu verlassen. Auch emotional h&auml;ngen die meisten Menschen an ihrem Zuhause, das sie mit viel Liebe und Arbeit &uuml;ber Jahrzehnte aufgebaut haben. Mit dem eigenen Haus sind viele Erinnerungen verbunden, das kann den Abschied schmerzhaft machen. Aber was w&auml;ren eventuell neue M&ouml;glichkeiten und Vorteile?&nbsp;</p><p>Gleichzeitig kann man sich auch in einer kleinen Wohnung in einem Mehrparteienhaus einsam f&uuml;hlen und in der anonymen Masse untergehen. &Uuml;berlege, ob und wie du den Kontakt zu deinen Nachbarn ausbauen kannst.</p><p>Vielleicht kommt es f&uuml;r dich in Frage, mit jemandem eine Wohngemeinschaft zu gr&uuml;nden oder einen Teil deines Hauses zu vermieten? Das klingt zun&auml;chst vielleicht unkonventionell, aber sich eine Wohnung zu teilen ist nicht nur etwas f&uuml;r Studierende. Wer offen, kommunikativ und etwas kompromissbereit ist, f&uuml;r den kann sich daraus eine praktische und tragf&auml;hige Gemeinschaft im Alltag ergeben.&nbsp;</p><h2>6. Suche Gottes N&auml;he und Kontakt zu einer christlichen Gemeinschaft</h2><p>Eine pers&ouml;nliche Beziehung zu Gott ersetzt nicht die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Viele gl&auml;ubige Menschen kennen trotz des tiefen Vertrauens zu Gott das Gef&uuml;hl der Einsamkeit. Und doch kann der Glaube eine gro&szlig;e Ermutigung, Kraft- und Trostquelle sein.</p><p>Christen vertrauen auf einen Gott, der sich Menschen in ihrer Not zuwendet. Schon die Schreiber der biblischen Texte kannten Einsamkeit und klagten Gott ihr Leid. So schreibt beispielsweise der Psalmdichter David: <em>&bdquo;Herr, wende dich mir zu und sei mir gn&auml;dig, denn ich bin einsam und vom Leid gebeugt</em>. <em>Selbst wenn Vater und Mutter mich verlie&szlig;en, der Herr nimmt mich dennoch auf&ldquo;</em> (<a class="bibleserver extern" href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Psalm25%2C16" target="_blank">Psalm 25,16</a>.<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Psalm27%2C10" target="_blank">27,10</a>).</p><p>In der Bibel finden wir au&szlig;erdem viele Zusagen, dass Gott bei uns ist, wie zum Beispiel diese: <em>&bdquo;Denn der Herr, euer Gott, wird selbst mit euch gehen. Er wird euch nie vergessen und euch niemals im Stich lassen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/5.Mose31%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 31,6</a>).&nbsp;</p><p>Diese Perspektive kann dir helfen, wenn du dich einsam f&uuml;hlst: Denn sie erinnert dich daran, dass Gott nicht distanziert und weit weg ist, sondern dich in deiner Verletzlichkeit sieht und begleitet. Wenn du dich ihm im Gebet anvertraust, darfst du erfahren, dass Einsamkeit nicht das letzte Wort haben muss.&nbsp;</p><blockquote><p>Du darfst dir sicher sein: Gott sieht dich, versteht dich und ist dir nahe &ndash; auch dann, wenn sonst niemand da ist.</p></blockquote><p>Vielleicht hilft dir ein t&auml;gliches Ritual wie ein Gebet, eine Andacht, ein bestimmtes Lied oder ein Bibeltext, um seine N&auml;he bewusst wahrzunehmen.</p><p>Genauso wichtig ist es jedoch, Schritte auf andere Christen zuzugehen. Denn Trost wird besonders greifbar, wo er ein menschliches Gegen&uuml;ber hat. Viele Gemeinden haben einen Willkommensbereich, in dem du unkompliziert mit anderen ins Gespr&auml;ch kommen kannst.&nbsp;</p><p>Gemeinsam gelebter Glaube stiftet Gemeinschaft: Jeder Mensch ist eingeladen, Teil dieser geistlichen Gemeinschaft zu werden. Gott l&auml;dt auch dich ein, seine N&auml;he und die Gemeinschaft zu anderen Christen zu entdecken.&nbsp;</p><h2>Einfache Soforttipps gegen Einsamkeit</h2><p>Wir alle tragen einen Teil der Verantwortung, gegen Einsamkeit aktiv zu werden. Das f&auml;ngt damit an, dass wir einander aufmerksam wahrnehmen. Wer l&auml;uft dir im Alltag &uuml;ber den Weg? Die Nachbarn, der Paketbote, die Kassiererin, die Arzthelferin oder der Kellner im Caf&eacute;.&nbsp;</p><p>Meist reicht ein einfaches &bdquo;Hallo, wie geht&rsquo;s dir?&ldquo; schon aus, um miteinander ins Gespr&auml;ch zu kommen. Und schon f&uuml;hlt der andere sich gesehen &ndash; und zusammen gestaltet ihr eine weniger anonyme Umgebung.&nbsp;</p><p>Hier kommen ein paar Ideen, wie du das ganz einfach im Alltag umsetzen kannst.</p><ul><li>Halte im Treppenhaus oder am Gartenzaun ein Schw&auml;tzchen mit dem Nachbarn oder wechsle mit der Kollegin an der Kaffeemaschine im B&uuml;ro ein paar Worte.</li><li>Gehe regelm&auml;&szlig;ig an denselben Orten einkaufen (B&auml;ckerei, Wochenmarkt, Kiosk). Vertrautheit entsteht durch Wiederholung.</li><li>Nimm Einladungen zu Anl&auml;ssen wie Nachbarschaftsfesten, Elternabenden, Vereins- oder Gemeindetreffen an. Pr&auml;senz schafft Verbindung.</li><li>Mache selbst offene Angebote im Hausflur oder in der Nachbarschaft wie &bdquo;Wer hat Lust auf eine Runde Karten?&ldquo;</li><li>Biete deine Hilfe oder F&auml;higkeiten an, zum Beispiel f&uuml;r Nachhilfe, Fahrdienste, bei der Gartenarbeit oder Reparaturen im Haushalt.</li><li>Engagiere dich in Patenschaftsprogrammen f&uuml;r Kinder und Senioren oder &uuml;bernimm Besuchsdienste in Krankenh&auml;usern, Pflegeheimen und im Hospiz. Informationen und Vermittlung findest du auf den Homepages von St&auml;dten und Kommunen.</li><li>Wenn neue Nachbarn einziehen, klingle an der T&uuml;r und stelle dich vor, eventuell mit einem kleinen Geschenk wie selbstgekochter Marmelade.&nbsp;</li></ul><p>So habe ich das getan und damit gute Erfahrungen gemacht. Aus dem Plausch im Waschkeller wurde eine Einladung zu Waffeln und Kaffee am Sonntagnachmittag oder eine Verabredung am Lagerfeuer im Garten. Auf andere Menschen zuzugehen, lohnt sich!</p><blockquote><p>Einsamkeit ist keine Lappalie, keine Sentimentalit&auml;t, sondern eine ernste Gefahr f&uuml;r ein erf&uuml;lltes Leben.</p></blockquote><p>Daher ermutige ich dich, dich auf den Weg hin zu mehr Gemeinschaft zu machen, solltest du dich einsam f&uuml;hlen.&nbsp;</p><p>Wenn du dich auf diesen Weg machst, entdeckst du: Die eigene Einsamkeit wird leichter, sobald du sie nicht mehr allein tr&auml;gst. Du musst daf&uuml;r keine gro&szlig;en Spr&uuml;nge machen: Schon ein erster vorsichtiger Kontakt kann den Kreislauf aus R&uuml;ckzug und Einsamkeit durchbrechen. Was k&ouml;nnte dein erster Schritt sein?</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17238193.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Sat, 20 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Chanukka: Licht in der Dunkelheit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/chanukka-licht-in-der-dunkelheit/2270-542-8007</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17236636/2270-542-8007</link>
      <description><![CDATA[Das jüdische Fest Chanukka ermutigt dazu, in düsteren Zeiten Hoffnung, Licht und die Liebe Jesu zu teilen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114919.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© biotin /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Wenn im Dezember die Tage k&uuml;rzer und dunkler werden, entz&uuml;nden Juden weltweit acht Abende lang die Kerzen der <em>Chanukkia</em>, der neunarmigen Chanukka-Menora. Das Chanukka-Fest, dessen Name auf Deutsch &bdquo;Einweihung&ldquo; hei&szlig;t, erz&auml;hlt eine Geschichte von Glaubensmut und g&ouml;ttlichem Eingreifen &ndash; und enth&auml;lt auch f&uuml;r Christen eine besondere Botschaft.</p><h2>Wie es zu Chanukka kam</h2><p>Chanukka, auch als Lichterfest oder Fest der Tempelweihe bekannt, hat keinen biblischen Ursprung. Dennoch wurden die historischen Ereignisse, die zu diesem Fest f&uuml;hrten, vom Propheten Daniel rund 400 Jahre zuvor detailliert vorhergesagt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Daniel8" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 8 und 11</a>). Festgehalten wurden sie in den apokryphen B&uuml;chern 1. und 2. Makkab&auml;er.</p><p>Im Jahr 167 v. Chr. stand das j&uuml;dische Volk vor einer existenziellen Krise. Der hellenistische K&ouml;nig Antiochus IV. Epiphanes (&bdquo;Antiochus, der erscheinende Gott&ldquo;) hatte Jerusalem erobert und versuchte, den Glauben an den lebendigen Gott auszul&ouml;schen.</p><p>Er verbot das Lesen der Thora (F&uuml;nf B&uuml;cher Mose), das Halten des Schabbats und die Beschneidung j&uuml;discher Jungen am achten Tag. J&uuml;dische Schriften wurden beschlagnahmt und verbrannt, Juden gezwungen, nicht-koschere Speisen zu essen.</p><p>Antiochus gelang es, viele aus dem Volk Israel zu einer neuen Religion zu verf&uuml;hren, die j&uuml;dische und griechische Riten vermischte. Wer weiterhin an den biblischen Geboten festhielt, riskierte grausamste Folterungen und die Todesstrafe. Antiochus&rsquo; Frevel gipfelten in der Entweihung des Tempels, als er auf dem Altar ein Schwein opfern lie&szlig;, eines nach der Bibel unreinen Tieres.</p><h2>Der Makkab&auml;er-Aufstand</h2><p>Einer der sich weigerte, Gott die Treue zu brechen, war der in Modi&rsquo;in lebende Priester Mattathias. Mit dem Ruf <em>&bdquo;Wer das Gesetz seines Gottes f&uuml;rchtet und seinen Bund h&auml;lt &ndash; mir nach!&ldquo;</em> floh er mit seinen f&uuml;nf S&ouml;hnen in die Berge. Mehr und mehr Dissidenten schlossen sich ihnen an, bis eine Armee entstand, die gegen die hellenistischen Besatzer k&auml;mpfte. So begann der Makkab&auml;er-Aufstand, angef&uuml;hrt von Mattathias&rsquo; Sohn Juda mit dem Beinamen Makkab&auml;us (&bdquo;der Hammer&ldquo;).</p><p>Das hebr&auml;ische Wort <em>Makkabi</em> ist auch ein Akronym f&uuml;r <em>&bdquo;Mi kamocha ba&#39;elim JHWH?&ldquo; (Wer ist wie Du unter den G&ouml;ttern, Herr?).</em> Diese Worte hatten Mose und die Israeliten nach der Befreiung aus &Auml;gypten gesungen. Nun wurden sie zum Schlachtruf gegen die neuen Unterdr&uuml;cker.</p><h2>Das Wunder von Chanukka</h2><p>Nach einem mehrj&auml;hrigen Krieg eroberten die Makkab&auml;er im Jahr 164 v. Chr. Jerusalem. Sie reinigten den Tempel, rissen den gesch&auml;ndeten Altar ab und ersetzten alle Tempelger&auml;te. Anschlie&szlig;end wurde der Tempel &ndash; das Haus, in dem Gott angebetet werden wollte &ndash;, ihm wieder neu geweiht.</p><p>Sp&auml;teren j&uuml;dischen Schriften zufolge ereignete sich hier das &bdquo;Wunder von Chanukka&ldquo;. Gott hatte Mose befohlen, dass der im Tempel stehende siebenarmige Leuchter &ndash; die Menora &ndash; ewig brennen sollte. Doch mit der Entweihung des Tempels war auch das f&uuml;r die Menora speziell zubereitete, geweihte &Ouml;l unrein geworden.</p><p>Es fand sich nur ein einziger kleiner Krug, der noch mit dem Siegel des Hohepriesters verschlossen war. Das war gerade genug, um einen Tag lang zu brennen. Acht Tage w&uuml;rde es dagegen dauern, bis neues geweihtes &Ouml;l hergestellt werden konnte.</p><blockquote class="noshare"><p>Doch dann geschah das Wunder: Der Inhalt des kleinen Kruges brannte acht Tage und acht N&auml;chte und damit exakt so lang, bis neuer Vorrat produziert war.</p></blockquote><h2>Wie Chanukka heute gefeiert wird</h2><p>Heute nimmt beim Feiern von Chanukka die <em>Chanukkia</em>, der neunarmige Leuchter, eine zentrale Rolle ein. Am Vorabend des Festes entz&uuml;ndet man eine Kerze (oder ein &Ouml;l-L&auml;mpchen), am zweiten Abend zwei Kerzen, bis am achten Abend alle acht Kerzen brennen. Die neunte Kerze, der <em>Schamasch</em> (&bdquo;Diener&ldquo;), steht erh&ouml;ht oder abgesetzt von den &uuml;brigen Kerzen, denn er ist etwas Besonderes. Seine Aufgabe ist es, die anderen Kerzen anzuz&uuml;nden. Er gibt sein Licht, damit die anderen leuchten k&ouml;nnen.</p><p>Die Chanukkia steht in einem Fenster, das zur Stra&szlig;e hin liegt, und muss dabei f&uuml;r Vorbeigehende sichtbar sein. Sie ist ein &ouml;ffentliches Zeugnis des Wunders, von dem alle erfahren sollen.</p><p>Nach dem Anz&uuml;nden der Kerzen singen j&uuml;dische Familien das Lied <em>Ma&rsquo;os Tzur Yeshuati&nbsp;</em>(&bdquo;Fels meiner Rettung&ldquo;), das von der Sehnsucht nach dem messianischen Zeitalter spricht und an die historischen Feinde der Juden wie der Pharao und Haman erinnert. Kinder erhalten Geschenke und man spielt mit dem <em>Dreidel</em>, einem Kreisel mit der Aufschrift &bdquo;Ein gro&szlig;es Wunder ist geschehen&ldquo;. Traditionell isst man in &Ouml;l gebackene Speisen wie <em>Latkes</em> (Kartoffelpuffer) und <em>Sufganiyot</em> (Krapfen) &ndash; eine Erinnerung an das &Ouml;lwunder.</p><h2>Die prophetische Bedeutung von Chanukka</h2><h3>Jesus, der erwartete Befreier</h3><p>Hinter dem freudigen Chanukka-Fest verbirgt sich eine tiefe symbolische und prophetische Bedeutung. Einige Traditionen wie der <em>Dreidel</em> oder das Verspeisen von <em>Latkes</em> entstanden zwar erst Jahrhunderte nach den historischen Ereignissen. Doch auch Jesus hat Chanukka bereits gefeiert. In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes10%2C22-23" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 10,22-23</a>&nbsp;hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem, und es war Winter. Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos.&ldquo;</em></p><p>Zur Zeit Jesu war die Erinnerung an den Makkab&auml;er-Aufstand noch sehr pr&auml;sent. Nach dem Sieg &uuml;ber die Hellenisten lebten die Juden rund 100 Jahre lang fast autonom in Jud&auml;a, Samaria und Galil&auml;a. Die R&ouml;mer setzten dieser Zeit relativer Freiheit erst wenige Jahrzehnte vor Jesu Geburt ein Ende. Die r&ouml;mischen Besatzer tolerierten zwar anders als die Hellenisten den j&uuml;dischen Gottesdienst im Tempel, doch sie kontrollierten die Priesterschaft, erhoben hohe Steuern und herrschten mit eiserner Faust.</p><p>Das j&uuml;dische Volk sehnte sich nach einem neuen Juda Makkab&auml;us, einem Messias, der die neuen Unterdr&uuml;cker vertrieb. Darum wurde Jesus w&auml;hrend des Chanukka-Festes gefragt: <em>&bdquo;Wie lange h&auml;ltst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus.&ldquo;&nbsp;</em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes10%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 10,24</a>).</p><p>Jesu Antwort &uuml;berrascht. Er sprach nicht von einem milit&auml;rischen Sieg oder von politischer Macht, sondern erkl&auml;rte: <em>&bdquo;Ich und der Vater sind eins&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes10%2C30" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 10,30</a>).&nbsp;</p><blockquote><p>Jesus offenbarte sich nicht als ein Befreier wie Juda Makkab&auml;us, sondern als der Sohn Gottes, der eine noch viel gr&ouml;&szlig;ere Befreiung bringt und seinen Nachfolgern ewiges Leben schenkt.</p></blockquote><h3>Der Chanukka-Leuchter</h3><p>Die Chanukkia veranschaulicht die Rolle, die denen zukommt, die Jesus nachfolgen. Jesus hat uns gereinigt von unserer S&uuml;nde und uns wie die Chanukkia erf&uuml;llt mit dem Heiligen Geist, der durch das reine &Ouml;l symbolisiert wird.</p><p>Wie der Schamasch ein Diener ist, der erh&ouml;ht von den anderen Kerzen steht, erniedrigte Jesus sich selbst und wurde anschlie&szlig;end von Gott erh&ouml;ht (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C8-9" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 2,8-9</a>). Und wie der Schamasch den anderen Kerzen sein Licht gibt, will Jesus, der selbst das Licht der Welt ist (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes8%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8,12</a>), uns entz&uuml;nden, damit wir leuchten.</p><p><em>&bdquo;Ihr seid das Licht der Welt. &hellip; So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.&ldquo;</em> So spricht Jesus in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us5%2C14-16" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,14-16</a> zu seinen Nachfolgern.</p><blockquote><p>Als Christen sollen wir wie die Chanukkia sein, die ins Fenster gestellt wird, damit alle sie sehen und von Gottes Wunder erfahren.</p></blockquote><h3>Antiochus Epiphanes: Ein Bild des Antichristen</h3><p>Viele Bibelausleger sehen in Antiochus Epiphanes ein prophetisches Vorbild des kommenden Antichristen. Antiochus erhob sich selbst zum Gott, entweihte den Tempel, verbot den j&uuml;dischen Glauben und verfolgte diejenigen, die standhaft im Glauben blieben.</p><p>Seine Taten spiegeln wider, was in der Endzeit geschehen wird: Der Antichrist wird sich in den Tempel setzen, sich als Gott ausgeben und viele verf&uuml;hren. Doch wie Antiochus letztlich scheiterte, so wird auch der kommende Verf&uuml;hrer fallen. Chanukka dient als eine Erinnerung: Gottes Volk mag bedr&auml;ngt werden und vieles erleiden, aber es wird nicht vollends besiegt.</p><h2>Entschlossene Nachfolge</h2><p><em>&bdquo;Mi kamocha ba&#39;elim JHWH &ndash; Wer ist wie Du unter den G&ouml;ttern, Herr?&ldquo; </em>Das ist die Frage, die jede Generation neu beantworten muss. Auch heute steht der Glaube an Gott unter Beschuss und weltweit leiden viele Christen Verfolgung.</p><p>Im Gegensatz zu den Makkab&auml;ern sind wir nicht dazu berufen, mit dem Schwert zu k&auml;mpfen. Unsere Waffen sind andere: Wir halten an der Wahrheit fest und machen Jesus, den wahren Befreier, bekannt.</p><p>Die Worte Daniels, mit denen er die Zeit der Makkab&auml;er beschrieb, sind der Schl&uuml;ssel: <em>&bdquo;Das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und entsprechend handeln&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Daniel11%2C32" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 11,32</a>).&nbsp;</p><p>Wenn wir unseren Gott wirklich kennen, sein Herz, seine Gedanken und seinen Willen, k&ouml;nnen wir in herausfordernden Zeiten standhaft bleiben. Dazu m&uuml;ssen wir die Gemeinschaft mit ihm pflegen und uns Zeit nehmen f&uuml;r sein Wort, die Bibel &ndash; sie lesen, studieren und dar&uuml;ber nachdenken.</p><h2>Licht sein in dunklen Zeiten</h2><blockquote><p>In einer Welt, die dunkler zu werden scheint und in der Orientierungslosigkeit und Hoffnungslosigkeit um sich greifen, lautet die Botschaft von Chanukka an uns: Stellt euer Licht ins Fenster!</p></blockquote><p>Wie? Indem wir an der Wahrheit der Bibel festhalten und nicht von ihr abweichen, auch wenn wir daf&uuml;r verspottet oder angefeindet werden. Indem wir uns Zeit nehmen, Gottes Wort zu lesen, und unsere pers&ouml;nliche Beziehung zu Gott vertiefen. Indem wir Jesus erlauben, unsere Herzen zu reinigen, und uns Gott neu weihen. Und indem wir uns vom Heiligen Geist erf&uuml;llen lassen und entz&uuml;ndet von der Liebe Jesu sein Licht in die Welt tragen.</p><p>In diesem Sinne: Frohes Chanukka &ndash; Chanukka sameach!<br /><br /><strong>Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengef&uuml;hrte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet &ndash; durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf:&nbsp;</strong><a href="http://www.sareltours.com/de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>www.sareltours.com/de</strong></a></p>
<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17236636.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Thu, 18 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Frau Sein]]></title>
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      <description><![CDATA[Franziska Klein legt in ihrem Buch dar, warum wir gerade als Christen weiter über Gleichberechtigung sprechen müssen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114874.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Fontis Verlag</figcaption></figure><p>Mit der Gleichberechtigung ist es so eine Sache. Immer wieder begegne ich Leuten, die mir erz&auml;hlen, dazu sei schon alles gesagt; das Thema sei erledigt. Schlie&szlig;lich kann frau heute gef&uuml;hlt alles werden: Astronautin, Bundeskanzlerin, Pastorin.</p><p>Letzteren Beruf &uuml;bt auch Franziska Klein aus, die in ihrem unglaublich klugen Buch &bdquo;Frau Sein&ldquo; dar&uuml;ber schreibt, dass zum Thema Gleichberechtigung eben noch nicht alles gesagt ist. Sie nennt etliche gute Gr&uuml;nde, warum wir weiter &uuml;ber dieses Thema reden m&uuml;ssen &ndash; gerade auch in christlichen Gemeinden und Kirchen.</p><h2><strong>Die &bdquo;Frauenfrage&ldquo; in Gemeinden</strong></h2><p>Aufgewachsen in einem konservativen Gemeindeumfeld war es f&uuml;r Klein lange eine Frage, wie sie mit ihrer Lehrbegabung umgehen soll. Ihr wird offen gesagt, sie habe die Begabungen eines Mannes, doch diese auszusch&ouml;pfen bleibt ihr verwehrt. Erst der Bruch mit der eigenen Glaubenspr&auml;gung sorgt daf&uuml;r, dass Klein zum einen ihren Glauben an Gott beh&auml;lt und zum anderen ihren Auftrag als Pastorin findet.</p><p>Die ganze erste H&auml;lfte von &bdquo;Frau Sein&ldquo; dreht sich um diese eher binnenchristliche Frage. Klein f&uuml;hrt hier viele theologisch gut begr&uuml;ndete Argumente ins Feld und legt sehr anschaulich dar, wie eine enge Bibelauslegung in diesem Bereich begabte Frauen kleinhalten kann.</p><p>Pers&ouml;nlich konnte ich ihrer Argumentation gut folgen, empfand diesen Teil des Buches aber als sehr zugespitzt. Denn &ndash; so meine Erfahrung &ndash; in vielen Gemeinden ist die Frage, ob Frauen Teil des Leitungskreises sein und lehren k&ouml;nnen, mittlerweile ein alter Hut.</p><blockquote class="noshare"><p>Was Frauen wirklich vom Gemeindedienst oder anderen verantwortlichen &Auml;mtern in unserer Gesellschaft abh&auml;lt, sind mittlerweile andere Punkte.</p></blockquote><p>Gleichzeitig wei&szlig; ich, dass dies je nach Gemeindekontext anders aussieht, und f&uuml;r Frauen, die aus einem &auml;hnlichen Hintergrund wie Franziska Klein kommen, sind ihre Erfahrungen und theologischen Begr&uuml;ndungen vermutlich sehr wichtig.</p><h2><strong>Die Kernrolle der Frau: Ehefrau und Mutter?</strong></h2><p>Wirklich gut macht das Buch f&uuml;r mich aber, dass Klein im Folgenden auf andere gesamtgesellschaftliche Aspekte des Frauseins zu sprechen kommt. Sie berichtet beispielsweise von der Erfahrung, bei Veranstaltungen als einzige Frau unter M&auml;nnern mehrfach f&uuml;r jemanden vom Personal gehalten worden zu sein. Ein anschauliches Beispiel daf&uuml;r, wie sehr das Bild von uns Frauen immer noch von bestimmten Rollen gepr&auml;gt ist.</p><p>Dazu geh&ouml;rt auch die Rolle der Ehefrau und Mutter. Klein spricht &uuml;ber ihren Schmerz, diese selbst (noch) nicht ausf&uuml;llen zu k&ouml;nnen. Gleichzeitig hinterfragt sie kritisch, inwieweit eine Identifikation mit diesen Rollen f&uuml;r Frauen heutzutage sinnvoll ist.</p><blockquote><p>Provokant gefragt: Wenn man nur als Ehefrau und Mutter als vollwertige Frau gilt, was ist dann mit all den Single-Frauen, die ihr Leben erfolgreich und gut meistern?</p></blockquote><p>Klein findet f&uuml;r sich die Antwort: &bdquo;Ich bin Frau auch ohne Mann. Meine Geschichte h&ouml;rt nicht auf, wenn gesellschaftliche Erwartungen nicht erf&uuml;llt werden.&ldquo; Und vor allem macht sie klar: Wenn wir unsere Identit&auml;t als Frau zu sehr von Partner und Familie abh&auml;ngig machen, beeinflusst das auch unser Gottesbild &ndash; und zwar nicht im Guten.</p><p>Erg&auml;nzend nennt sie Beispiele von Freundinnen, die unsere Gesellschaft so lange als gleichberechtigt erlebten, bis sie M&uuml;tter wurden. Klein arbeitet heraus, wie problematisch es ist, dass M&uuml;tter sich in der heutigen Zeit zwar am Arbeitsleben beteiligen k&ouml;nnen und sollen, aber trotzdem einen Gro&szlig;teil der Care-Arbeit leisten. Hier gibt es ihrer Ansicht nach Diskussionsbedarf.</p><h2><strong>Gesellschaftliche Sch&ouml;nheitsideale f&ouml;rdern K&ouml;rperhass</strong></h2><p>Franziska Klein schreibt auch dar&uuml;ber, mit welchem Sch&ouml;nheitsideal Frauen aufwachsen und wie dies unser weibliches K&ouml;rpergef&uuml;hl pr&auml;gt, wenn jedes zweite Werbeplakat uns einen bestimmten Typ Frau vorh&auml;lt. Sie selbst entwickelte einen regelrechten K&ouml;rperhass, weil sie nicht den gesellschaftlichen Sch&ouml;nheitsidealen entsprach.&nbsp;</p><p>Damit ist Klein nicht allein. Ich kenne so gut wie keine Frau, die mit ihrem K&ouml;rper vollst&auml;ndig zufrieden ist. Das liegt unter anderem daran, dass wir Frauen unseren Wert allzu oft von den Blicken der M&auml;nner abh&auml;ngig machen.&nbsp;</p><p>Auch als Christinnen wollen wir von M&auml;nnern f&uuml;r sch&ouml;n befunden werden, aber gleichzeitig darf frau sich im christlichen Umfeld nicht zu freiz&uuml;gig zeigen. Sonst kommt schnell der Vorwurf, wir w&uuml;rden unangemessene Blicke auf uns ziehen. Dabei liegt die Verantwortung, wo man hinschaut oder eben auch nicht, faktisch zun&auml;chst beim Mann.</p><h2><strong>Vom Male Gaze zu God&rsquo;s Gaze</strong></h2><p>In einer solch sexualisierten Gesellschaft wie der unsrigen weder als graue Maus noch als Femme fatale verschrien zu werden ist ein Drahtseilakt. Klein pl&auml;diert daf&uuml;r, sich als Frau vom Male Gaze zu l&ouml;sen und sich auf God&rsquo;s Gaze auszurichten.</p><blockquote class="noshare"><p>Denn Gott hat unsere weiblichen K&ouml;rper individuell und mit Liebe geschaffen. Jede von uns ist einzigartig &ndash; das gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r jeden Mann.</p></blockquote><p>Ein besserer Umgang mit unserem K&ouml;rper bedeutet dann nicht, ihn einfach als H&uuml;lle zu sehen und unser &auml;u&szlig;eres Erscheinungsbild f&uuml;r unwichtig zu erkl&auml;ren, sondern unseren K&ouml;rper als uns zugeh&ouml;rig zu begreifen und unsere eigene individuelle Sch&ouml;nheit zu entdecken.</p><p>Franziska Klein beschreibt dies f&uuml;r sich selbst so: &bdquo;Freiheit kam, als ich lernte, mich mit den Augen Gottes zu sehen, der mich wollte, liebte, mich f&uuml;r sehr gut befand und mir eine andere Berufung verhie&szlig;, als nur um die Erreichung von Idealen zu kreisen.&ldquo;</p><h2><strong>Struktureller Sexismus und die Frau als gesellschaftliche Ausnahme</strong></h2><p>Neben diesen eher pers&ouml;nlichen Themen widmet Klein sich gesellschaftlichen Themen in puncto Gleichberechtigung. Sie rei&szlig;t die Problematiken des strukturellen Sexismus an und scheut sich nicht davor, auch &uuml;ber Gewalt gegen Frauen zu schreiben. Sie stellt die Frage: &bdquo;K&ouml;nnen M&auml;nner auch aufh&ouml;ren, eine Bedrohung zu sein?&ldquo;</p><p>Ein weiteres Problem sieht Klein darin, dass Frauen in vielen h&ouml;heren &Auml;mtern und Positionen immer noch als &bdquo;Ausnahme&ldquo; gelten, wie zum Beispiel in der Wirtschaft, der Politik oder im Sport. Auch eine Frau als Pastorin ist selbst heute noch nicht die Norm. Sie kommen vor, aber sie bleiben die Ausnahme. Die Menge der Frauen in diesen &Auml;mtern spiegelt nicht ihren prozentualen Anteil an den Gemeinden oder der Gesellschaft wider.</p><p>Klein macht klar, wie sehr dieses Denken von der &bdquo;Frau als Ausnahme&ldquo; den Umgang mit Frauen bestimmt. Dabei stellt sie provokante Fragen wie &bdquo;Predigen Frauen anders?&ldquo; und &bdquo;W&uuml;rde ich das auch sagen, wenn es ein Mann w&auml;re?&ldquo;</p><blockquote><p>Ihr Fazit: Frauen d&uuml;rften oft faktisch das Gleiche wie M&auml;nner, werden aber noch nicht gleichwertig behandelt.&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Tr&auml;umen wir denselben Traum?</strong></h2><p>Zum Ende des Buches schl&auml;gt Franziska Klein noch einmal vers&ouml;hnlichere T&ouml;ne an. Sie macht klar, dass sie mit ihrem Buch ins Gespr&auml;ch kommen und nicht spalten will. Ihr Wunsch ist es, dass wir als Gesellschaft den gleichen Traum von einem guten Miteinander tr&auml;umen. Doch dazu geh&ouml;rt f&uuml;r Klein auch, auf Missst&auml;nde hinzuweisen und sie eben nicht unter den Tisch fallen zu lassen.</p><p>Gleichsam erkennt sie an, dass auch viele M&auml;nner sich durch ge&auml;nderte Rollenbilder in einer Krise befinden. Doch sie warnt hier vor allzu einfachen Antworten in Form einer Re-Traditionalisierung. F&uuml;r sie brauchen M&auml;nner vor allem zwei Dinge: gute m&auml;nnliche Freunde und einen gesunden Umgang mit Frauen.</p><blockquote><p>Als Pastorin hofft Franziska Klein, dass besonders Kirchen und Gemeinden zu heilvollen Orten im Miteinander von Mann und Frau werden.</p></blockquote><p>Denn schlie&szlig;lich ist es der Auftrag Jesu an die Christen, dass man sie an ihrer Liebe untereinander erkenne (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes13%2C35" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 13,35</a>).</p><p>F&uuml;r sich selbst stellt Klein zum Ende des Buches fest: &bdquo;Ich m&ouml;chte eine Frau sein, die voller Zuversicht nach vorne geht, weil Gott die Zukunft h&auml;lt. Ich m&ouml;chte eine Frau sein, die sich f&uuml;r mehr Gerechtigkeit einsetzt, weil es Gottes ureigenster Herzschlag ist. Ich m&ouml;chte eine Frau sein, die nicht aufh&ouml;rt, nach Freiheit zu streben, der Angst nicht den Raum &uuml;berl&auml;sst und ein lernbereites Herz beh&auml;lt.&ldquo;</p><h2><strong>Fazit: Hier und da zu pers&ouml;nlich</strong></h2><p>Diesem Wunsch von Franziska Klein kann ich mich nur anschlie&szlig;en. Sie hat mit &bdquo;Frau sein&ldquo; ein Buch geschrieben, das hoffentlich viele Frauen ermutigt und den einen oder anderen Mann ins Nachdenken bringt. Besonders an ihrem Buch ist, dass hier eine Christin und Pastorin ihre sehr pers&ouml;nlichen Erfahrungen zum Thema Gleichberechtigung teilt.</p><p>Klein deckt nicht nur Missst&auml;nde auf, sondern zeigt anhand ihrer eigenen Erfahrung, wie destruktiv und traumatisch es f&uuml;r eine Frau sein kann, wenn es ihr verwehrt bleibt, sich frei zu entfalten. Dabei bleibt sie nie nur bei sich stehen, sondern richtet den Blick gezielt auch auf gesellschaftliche und gemeindliche Strukturen, die zu diesen Verletzungen gef&uuml;hrt haben.</p><p>Das einzige kleine Manko ist aber auch genau diese pers&ouml;nliche Herangehensweise. F&uuml;r ein eher gesellschaftliches Thema ist das Buch fast schon zu pers&ouml;nlich geschrieben. Das bringt mir als Leserin die Themen zwar besonders nahe, aber birgt die Gefahr, dass mancher Kritiker die genannten gesellschaftliche Probleme f&auml;lschlicherweise als pers&ouml;nliche Probleme der Autorin herunterspielen k&ouml;nnte.</p><blockquote class="noshare"><p>Gleichsam f&uuml;hrt gerade die pers&ouml;nliche Note des Buches extrem eindr&uuml;cklich vor Augen, wie sehr Frauen selbst heute noch unter strukturellem Sexismus leiden.</p></blockquote><p>Klein gibt dem Erleben vieler Frauen eine Stimme und damit ein Gesicht. Sie macht deutlich, wie n&ouml;tig es ist, dass wir weiter &uuml;ber Gleichberechtigung sprechen &ndash; wertsch&auml;tzend und auf Augenh&ouml;he. Und das auch und gerade in unseren Gemeinden und Kirchen.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17235890.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 17 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte]]></title>
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      <description><![CDATA[Ein Bilderbuch erzählt Jane Austens Lebensgeschichte, die heute vor 250 Jahren geboren wurde.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114161.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© E. A. Seemann Henschel Verlagsgruppe</figcaption></figure><p>&bdquo;Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Jane Austen eine der brillantesten Schriftstellerinnen aller Zeiten ist&ldquo;. Mit diesen Worten beginnt das Bilderbuch &bdquo;Von einem M&auml;dchen, das das Schreiben liebte &ndash; Jane Austen&ldquo; von Deborah Hopkinson und Qin Leng.</p><p>Das Buch ist nur eine von vielen Ver&ouml;ffentlichungen anl&auml;sslich des 250. Geburtstages der englischen Schriftstellerin, aber eine ganz besonders liebevoll gestaltete und kindgerecht geschriebene. Die Textpassagen sind kurz und eignen sich genauso zum Vorlesen wie zum Selberlesen. Die Illustrationen von Qin Leng kommen in hellen T&ouml;nen daher und erinnern an pastellige Wasserfarbenzeichnungen.</p><h2><strong>Kindgerechte Darstellung der Regency &Auml;ra</strong></h2><p>Gro&szlig;artig ist an dem Buch aber vor allem, dass es die Besonderheit von Jane Austens Leben und Literatur verdeutlicht. N&auml;mlich, dass Austen Geschichten &uuml;ber das reale gesellschaftliche Leben schrieb statt wilder Abenteuergeschichten &ndash; wie es damals ansonsten &uuml;blich war. Und dass sie als Frau Geschichten verfasste und ver&ouml;ffentlichte, was zu ihrer Zeit mehr als ungew&ouml;hnlich war.</p><p>Obwohl Deborah Hopkinson bei diesen historischen Fakten nicht in die Tiefe geht, wird kindlichen Lesern altersgerecht vermittelt, wie anders die Zeiten im Gro&szlig;britannien der Regency &Auml;ra waren. Die zum Teil detailreichen Bilder stellen das damalige Leben anschaulich dar. Wer mehr wissen will, findet eine Zeittafel und eine Auflistung aller Romane Austens noch einmal am Ende.</p><h2><strong>Verfolge deine Tr&auml;ume!</strong></h2><p>&Uuml;ber allem aber schwebt die Botschaft: Jane Austen verfolgte ihre Tr&auml;ume trotz Widerst&auml;nde. Sie wollte Schriftstellerin werden und blieb dabei hartn&auml;ckig und zielstrebig. Dadurch verwirklichte sie diesen Traum schlie&szlig;lich, was f&uuml;r eine Frau damals ungew&ouml;hnlich, ja beinahe unerreichbar war.</p><blockquote class="noshare"><p>Diese Botschaft kann auch heutzutage junge M&auml;dchen ermutigen, ihre Tr&auml;ume zu verfolgen.</p></blockquote><p>Insgesamt sprechen Motive, Farbgestaltung und Sprache des Bilderbuchs eher M&auml;dchen an. Dies scheint mir die explizite Zielgruppe des Buches zu sein. Jane Austen war eine der ersten gro&szlig;en Schriftstellerinnen, die Weltbekanntheit erlangte, und eignet sich damit nun mal eher als Vorbild f&uuml;r M&auml;dchen als f&uuml;r Jungen.&nbsp;</p><p>Zudem brauchen M&auml;dchen nach wie vor starke Vorbilder. Auch die heutige M&auml;dchengeneration sollte h&ouml;ren: &bdquo;Du darfst du selbst sein und deinen Tr&auml;umen folgen&ldquo;. Rollenbilder m&ouml;gen sich ver&auml;ndert haben, aber sie bestehen immer noch. Gleichzeitig tut der positiver Zuspruch dieses Bilderbuches &bdquo;Trau dich und stehe zu dir selbst&ldquo; jedem Kind gut, sei es Junge oder M&auml;dchen.&nbsp;</p><h2><strong>Eine positive Identifikationsfigur f&uuml;r junge M&auml;dchen</strong></h2><p>Das Bilderbuch ist in einem s&auml;kularen Verlag erschienen, eignet sich aber trotzdem gut als Weihnachtsgeschenk f&uuml;r junge M&auml;dchen, die Interesse am christlichen Glauben zeigen. Denn die Botschaft ist aufbauend und l&auml;sst sich gut mit dem christlichen Glauben verkn&uuml;pfen.</p><p>Dieser spielt auch in der Biografie von Jane Austen eine tragende Rolle. Sie wuchs in einer Pfarrersfamilie auf und war selbst gl&auml;ubige Christin, obwohl man davon in ihren Romanen eher wenig liest.</p><p>Jane Austen bietet als Frau, Schriftstellerin und Mensch eine positive reale Identifikationsfigur f&uuml;r junge M&auml;dchen und dieses Buch tr&auml;gt dazu bei, ein kleines M&auml;dchen mit dieser gro&szlig;artigen Frau und Schriftstellerin bekanntzumachen.</p><p>Wem noch ein Weihnachtsgeschenk f&uuml;r Tochter, Enkelin oder Nichte fehlt, der greife also zu! Genauso lohnenswert kann das Bilderbuch &uuml;brigens auch als Geschenk f&uuml;r manchen erwachsenen Austen-Fan sein.</p><blockquote><p>In diesem Sinne: Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass man von und &uuml;ber Jane Austen nie genug B&uuml;cher lesen kann.</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17234567.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Tue, 16 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die lange Reise zur Krippe]]></title>
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      <description><![CDATA[Was haben Wüstenstaub und Blasen an den Füßen mit Weihnachten zu tun? Eine etwas andere Adventsandacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114130.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vanessa Serpas /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Warst du schon mal richtig lange unterwegs? Ich erinnere mich noch gut an Autofahrten, auf denen ich gef&uuml;hlt jeden Kilometer gefeiert habe, den das Navi weniger anzeigte. Auch gab es die ein oder andere Bergtour, bei der meine F&uuml;&szlig;e nur mit M&uuml;he und Not den Weg zur&uuml;ck ins Tal schafften.</p><p>Lange und beschwerliche Reisen erm&uuml;den &ndash; und auf genau so einer Reise befinden sich Maria und Josef vor der Geburt ihres Kindes. Heutzutage erscheint die Entfernung zwischen Nazareth und Bethlehem nicht weit. 150 Kilometer &ndash; das lege ich bei einem Tagesausflug zu einem sch&ouml;nen Weihnachtsmarkt zur&uuml;ck. Aber Maria und Josef gehen diese Strecke zu Fu&szlig; und sie ist hochschwanger. Das war sicher kein Spa&szlig;, selbst wenn sie hin und wieder auf dem mitgef&uuml;hrten Packesel reiten durfte.</p><h2><strong>Der Weg zur Krippe f&uuml;hrt durch W&uuml;ste und Berge</strong></h2><p>Der Evangelist Lukas widmet ihrer vermutlich tagelangen Reise nur wenige S&auml;tze. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas2%2C3-6" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 2,3-6</a> lesen wir dazu blo&szlig;</p><p><em>&bdquo;Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, jeder in die Heimatstadt seiner Vorfahren. Aus Galil&auml;a, aus der Stadt Nazareth, ging er nach Jud&auml;a in die Stadt Davids, nach Betlehem. Denn er stammte aus der Familie von K&ouml;nig David. Dorthin ging er, um sich einschreiben zu lassen, zusammen mit Maria, seiner Verlobten; die war schwanger. W&auml;hrend sie dort waren, kam f&uuml;r Maria die Zeit der Entbindung.&ldquo;</em></p><p>Kein Wort &uuml;ber Blasen an den F&uuml;&szlig;en, stramme Anstiege im jud&auml;ischen Bergland oder kalte W&uuml;stenn&auml;chte. Die Bibel bleibt hier ganz n&uuml;chtern, aber die Reise nach Bethlehem wird das Paar einiges an Kraft gekostet haben. Ich h&ouml;re Maria in meinem Kopf jammern: &bdquo;Wieso kommt deine Familie nur aus Bethlehem? Warum ausgerechnet jetzt diese Volksz&auml;hlung und warum musste Gott ausgerechnet mir dieses Kind schicken?&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Nach der ermutigenden Zeit bei der ebenfalls schwangeren Elisabeth geht es f&uuml;r Maria nun wortw&ouml;rtlich durch die W&uuml;ste.</p></blockquote><p>Sie muss eine gro&szlig;e k&ouml;rperliche Herausforderung bew&auml;ltigen und am Ende wartet auf sie nicht mal ein gem&uuml;tliches Bett in der Herberge, wie wir aus dem weiteren Verlauf der Weihnachtsgeschichte wissen.</p><h2><strong>Eine letzte Bew&auml;hrungsprobe vor dem Jubel</strong></h2><p>Die Bibel verr&auml;t uns nichts dazu, wie Maria mit dieser Herausforderung umgegangen ist. Ob sie Zweifel hatte, ob sie umdrehen wollte? Ich gehe aber davon aus, dass dieser lange Fu&szlig;marsch f&uuml;r sie noch einmal eine letzte gro&szlig;e Bew&auml;hrungsprobe war. Jetzt realisiert sie nicht nur mit dem Kopf, sondern am eigenen Leib, was es bedeutet, Gottes Sohn auszutragen. Schwangerschaftssymptome und Streckenwanderung treffen aufeinander.</p><p>Wenn wir uns in Ver&auml;nderungsprozessen auf solch einer erm&uuml;denden Reise befinden, schweigen auch wir dazu manchmal lieber. Das Neue tragen wir schon in uns und es erscheint uns fast als Last, w&auml;hrend der alte Sack und Pack auf dem R&uuml;cken dr&uuml;ckt. Noch k&ouml;nnen wir das Alte nicht loslassen und das Ende der Reise scheint weit weg.</p><p>Doch Gott geht mit. Auch dazu macht die Bibel an dieser Stelle keine extra Worte. Aber als die m&uuml;den Wanderer dann kein Zimmer in der Herberge finden, hat Gott schon eine andere L&ouml;sung parat. Der Stall mag zwar etwas zugig gewesen sein, aber bot den beiden ein Dach &uuml;ber dem Kopf.</p><blockquote><p>Die Wegstrecke von Maria endet mit der Geburt Jesu und Jubel &uuml;ber Gottes Gr&ouml;&szlig;e.</p></blockquote><h2><strong>Auch die Adventszeit ist eine Reise</strong></h2><p>Das gibt mir Mut, auch w&auml;hrend mancher schwierigen Etappe auf meinem Lebensweg den Blick immer neu zum Himmel zu richten. Ich will daran glauben, dass Gott auch mich immer wieder an einen Ort f&uuml;hrt, der gut ist. An dem ich rasten und ausruhen kann. Und an dem ich seine Wunder erlebe &ndash; so wie Maria.</p><p>Befindest du dich schon lange auf einem m&uuml;hsamen Weg? Ist dein Ziel bereits in Sicht oder scheint es noch ewig weit weg?</p><blockquote class="noshare"><p>Vielleicht ist es heute dran, deine Sorgen dar&uuml;ber bei Gott abzugeben. Er kennt auch deinen Weg &ndash; so wie meinen und Marias.&nbsp;</p></blockquote><p>Vielleicht hilft dir dieser andere Blick auf die Reise nach Bethlehem, auch die Adventszeit in einem neuen Licht zu sehen. Nicht als besinnliche Ruhezeit, sondern als Reise zu Jesus, auf der es hier und da auch W&uuml;sten und eventuell sogar den einen oder anderen Berg zu bew&auml;ltigen gilt. Wo fordert der Advent dich gerade heraus und wohin k&ouml;nnte Gott dich damit vielleicht f&uuml;hren wollen?<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17233828.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Vergewaltigung hat nicht das letzte Wort]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/die-vergewaltigung-hat-nicht-das-letzte-wort/3178-542-8000</guid>
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      <description><![CDATA[Delia Walter hat ihre wahre Identität erkannt – trotz schrecklicher Voraussetzungen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114095.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ERF</figcaption></figure><p>&bdquo;Wer bin ich?&ldquo; Fast alle Menschen suchen irgendwann in ihrem Leben nach der Antwort auf diese Frage. Zu wissen was uns ausmacht, zu wem wir geh&ouml;ren und was uns definiert, hat gro&szlig;en Einfluss darauf, wie wir unser Leben gestalten.&nbsp;</p><p>Je nach dem, zu welchem Ergebnis wir kommen, f&uuml;hren wir ein Leben voll Sinn, Mut und Resilienz. Oder wir f&uuml;hlen uns wertlos und verzweifeln daran, uns ohne Aufgabe und Ziel in dieser Welt durchk&auml;mpfen zu m&uuml;ssen.&nbsp;</p><p>Auch Delia Walter hat erlebt, was es hei&szlig;t, sich &uuml;ber ihre wahre Identit&auml;t klar zu werden. Dass dieser Weg f&uuml;r sie nicht einfach und langwierig war, hatte auch damit zu tun, dass Delias Mutter nach einer Vergewaltigung mit ihr schwanger wurde.</p><blockquote><p>Heute kann Delia trotzdem sagen: &bdquo;Ich bin nicht das Ergebnis einer Vergewaltigung. Ich bin ein Beweis daf&uuml;r, wer unser Gott ist.&ldquo; Wie wurde dieses Wunder m&ouml;glich?</p></blockquote><h2><strong>Ungeplant und doch geliebt</strong></h2><p>Als Delia im Alter von acht Jahren ihre Mutter zum ersten Mal fragt, warum sie dunkle Locken und olivfarbene Haut hat, w&auml;hrend ihre Mutter strahlendblaue Augen und helles Haar hat, erz&auml;hlt diese ihr, dass der Mann, den Delia Papa nennt, nicht ihr leiblicher Vater ist.&nbsp;</p><p>Ihre Mutter Nelli hat sich professionellen Rat eingeholt, wie sie ihrem Kind bestm&ouml;glich die Wahrheit sagen kann, und bel&auml;sst es zu diesem Zeitpunkt bei dieser Information. Auch Delias Interesse ist zun&auml;chst gestillt.&nbsp;</p><p>Einige Jahre sp&auml;ter &ndash; Delia ist mittlerweile 13 Jahre alt &ndash; m&ouml;chte sie mehr wissen. Jetzt offenbart ihr Nelli die ganze Wahrheit: &uuml;ber die Vergewaltigung, die Schwangerschaft und ihre bewusste Entscheidung, Delia zu bekommen.</p><p>&bdquo;Ich habe mich nicht abgelehnt gef&uuml;hlt. Weil meine Mama klar gesagt hat: &sbquo;Egal, was passiert ist, ich wollte dich, und du bist das Beste, was mir passiert ist.&lsquo;&ldquo; Die Liebe ihrer Mutter d&auml;mpft Delias Schreck und Schmerz &uuml;ber das, was der Mutter angetan wurde, und die Umst&auml;nde ihrer Entstehung zun&auml;chst.&nbsp;</p><h2><strong>Am Tiefpunkt die Wahrheit gefunden</strong></h2><p>Einige Jahre scheint es, als habe das Wissen &uuml;ber ihre Entstehung keine Auswirkung auf Delias Selbstwertgef&uuml;hl. Doch dann h&auml;ufen sich Gedanken wie &bdquo;Dein Leben war ein Unfall. Du warst nicht gewollt. Du hast kein Recht, hier zu sein&ldquo;. Delia beginnt ihre Identit&auml;t anzuzweifeln, die sie eigentlich in ihrem christlichen Glauben verankert hatte.</p><blockquote class="noshare"><p>Als auch noch k&ouml;rperliche Beschwerden sie schw&auml;chen, f&auml;llt es Delia immer schwerer, den negativen Gedanken biblische Wahrheiten entgegenzuhalten.</p></blockquote><p>Mit ihrer Kraft verliert sie die Freude am Leben und rutscht in tiefe Depressionen. Delia zieht sich in sich und ihr Zimmer zur&uuml;ck, kann nicht mehr zur Schule gehen und die Stimmen in ihrem Kopf nehmen ihr st&uuml;ckweise jede Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. An diesem Tiefpunkt angelangt, unternimmt sie einen Suizidversuch.</p><p>Als sie nach dem Suizidversuch im Krankenhaus aufwacht, wird ihr eines klarer als je zuvor: &bdquo;Gott hat das letzte Wort &uuml;ber mein Leben. Ich lebe immer noch, also muss es einen Sinn f&uuml;r mein Leben geben.&ldquo; Zum erneuten Mal wollte Gott, dass Delia lebt.</p><p>Im Nachhinein ist sich Delia sicher, die verdammenden Gedanken waren nicht nur negative Glaubenss&auml;tze. Als Delias Mutter die &Auml;ltesten ihrer Gemeinde um Hilfe in Form von Gebet bittet, verschwinden die dunklen Gedanken.</p><h2><strong>Unser Ende ist Gottes Anfang</strong></h2><p>Seit diesen Erlebnissen ist Gott einen Weg mit Delia gegangen, auf dem er ihr St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck ihre wahre Identit&auml;t gezeigt hat. Eine gro&szlig;e St&uuml;tze war ihr dabei ihre Mutter, die im ganzen Haus Bibelverse aufhing, die Delia ihre Identit&auml;t als Kind Gottes best&auml;tigten.</p><p>Die Wahrheiten aus der Bibel in Kombination mit therapeutischer Betreuung f&uuml;hren in Delias Fall dazu, dass sie heute sagen kann: &bdquo;Wenn ich mein Leben anschaue, sehe ich nicht eine Vergewaltigung, sondern ich sehe die Liebe und die Gr&ouml;&szlig;e Gottes.&ldquo;</p><p>Seit Nelli und Delia nicht nur miteinander, sondern auch in der &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber ihre Geschichte sprechen, haben sie festgestellt, dass es andere mit einer &auml;hnlichen Geschichte gibt. Andere zu ermutigen, wird zu ihrem Herzensanliegen.</p><blockquote class="noshare"><p>Dabei wird ihnen selbst umso deutlicher, dass nur ein guter und liebender Gott aus einer Vergewaltigung dennoch etwas Gutes machen kann.</p></blockquote><p>&bdquo;Die Welt kann sich nicht erkl&auml;ren, wie es sein kann, dass eine Frau, die vergewaltigt wurde, ihr Kind austr&auml;gt und dieses Kind mit Liebe anschaut. Und Gott hat gesagt, da ist sowas Schlimmes passiert und ich mache ein Wunder daraus&ldquo;, sagt Delia &uuml;ber ihre Geschichte.</p><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/identitaet-finden-trotz-vergewaltigung/51690-563"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/identitaet-finden-trotz-vergewaltigung/51690-563" title="Was bin ich wert?">Wer bin ich, wenn ich nicht leiste?</a></section><p>&nbsp;</p><p>Delia hat erkannt, dass es nicht die Umst&auml;nde ihrer Geburt sind, die sie definieren. Es ist Gott, der sie geschaffen hat. &nbsp;Er kennt sie, er wollte sie und hat schon zweimal daf&uuml;r gesorgt, dass sie lebt. Ihre Geschichte ist ein Beispiel daf&uuml;r, dass Gottes Liebe und Treue st&auml;rker sind als leidvolle Erfahrungen.</p><h2><strong>Schenke auch du Hoffnung!</strong></h2><p>Genau deshalb m&uuml;ssen Geschichten wie die von Delia erz&auml;hlt werden. Menschen sollen erfahren, dass sie wertvoll sind und es einen Gott gibt, der sie liebt und ins Leben gerufen hat. Dieser Gott m&ouml;chte jedem Menschen zeigen, dass das Leben lebenswert ist.</p><p>Als ERF ist es unser Anliegen, diese Botschaft durch Lebensgeschichten wie der von Delia weiterzugeben: Im Radio, in Artikeln und Bewegtbildsendungen. Mit eurer Spende helft ihr uns dabei, dass Menschen weiterhin Trost, Ermutigung und neue Perspektiven bekommen!</p><p><a class="shake-element color btn w-100" href="https://www.erf.de/unterstuetzen/spenden/kampagnen/frieden-senden/4245-340?reset=1&amp;akz=1790&amp;utm_source=erfde-website&amp;utm_medium=artikel&amp;campaign=weihnachtsspende-2025" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Jetzt spenden</a><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Maria Dietz</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17231670.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Maria Dietz]]></author>
      <pubDate>Sat, 13 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Werte krank machen]]></title>
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      <description><![CDATA[Werte sind grundsätzlich gut. Werden Werte jedoch überbetont, können sie zu Problemen führen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114000.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Darius Bashar /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ich liebe Karamell &ndash; in allen Varianten. Als Kaubonbon, als knackige Kruste auf dem Cr&egrave;me brul&eacute;e, als F&uuml;llung in der Tafel Schokolade.&nbsp;</p><p>Neulich habe ich mir in einem Schnellrestaurant ein Vanilleeis mit Karamellso&szlig;e bestellt. Allerdings wurde mir schon beim ersten L&ouml;ffel klar: &bdquo;Puh, das ist zu viel des Guten!&ldquo; Papps&uuml;&szlig;es Softeis und dann noch klebrige Karamellso&szlig;e, das ist eher ein Zuckerschock statt Hochgenuss.</p><h2>Wie ein Wert zum Problem wird</h2><p>&bdquo;Zu viel des Guten&ldquo; &ndash; eine Redewendung, die&nbsp;ich treffend wie bemerkenswert finde. &Uuml;bertreibt man es mit dem Guten, wird das Gute ungenie&szlig;bar.</p><p>Das gilt nicht nur beim Essen: Ich erinnere mich an eine Feier bei einer Frau, die gastfreundlich sein wollte und uns regelrecht &uuml;bersch&uuml;ttete mit ihrer F&uuml;rsorglichkeit. St&auml;ndig dr&auml;ngte sie dazu, sich doch mehr zu nehmen, karrte immer neue Getr&auml;nke an, riss das Fenster zum L&uuml;ften auf oder verteilte Decken.&nbsp;</p><p>Bei aller Gesch&auml;ftigkeit bemerkte sie gar nicht, dass sie die Unterhaltung ihrer G&auml;ste st&auml;ndig aus dem Takt brachte. Wahrscheinlich h&auml;tten wir uns wohler gef&uuml;hlt, h&auml;tte sich die Gastgeberin nur halb so viel M&uuml;he gemacht. Das Problem: Sie &uuml;bertrieb es mit der F&uuml;rsorglichkeit &ndash; einem eigentlich guten Wert &ndash; so sehr, dass es sie und andere in eine unangenehme Situation brachte.&nbsp;</p><h2>&Uuml;berbetonte Werte werden zu Stressfaktoren</h2><p>Im Podcast <a href="http://www.erfplus.de/stress" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Homemade Stress</a> berichtet Burnout-Pr&auml;ventions-Coach Stephan Menzel von Klienten, die wegen innerer Werte in extreme Stresssituationen geraten sind. Also nicht etwa wegen ihrer Schw&auml;chen oder weil sie ethisch unkorrekt gehandelt hatten, sondern wegen grunds&auml;tzlich guter Prinzipien.&nbsp;</p><p>So berichtet er von einer &Auml;rztin, f&uuml;r die es wichtig war, menschenzugewandt und beliebt zu sein. Eigentlich eine gute Haltung bei jemanden in einem medizinischen Beruf. <em>&bdquo;Doch dieser Wert war irgendwann so ausgepr&auml;gt, dass sie jedes Mal, wenn ein Patient abgesagt hat, weinen musste. Denn sie hatte den Eindruck, dass sie damit abgelehnt wird. Das hat ihr Leben total eingeengt.&ldquo;</em></p><p>Mit ihrem problematischen Verhalten meinen es Betroffene nur gut, deswegen sind solche Wertekonflikte f&uuml;r sie schwer zu durchschauen. Und das hat Auswirkungen auf das psychische Stresslevel, wie Stephan Menzel feststellt: <em>&bdquo;Um beim Beispiel des Wertes Beliebtheit zu bleiben: Wer diesen Wert &uuml;berh&ouml;ht, tut sich mit Konflikten oft schwer. Doch Konflikte geh&ouml;ren zu den Problemen, die jedem im Leben begegnen. Wenn ich diese Konflikte nicht gel&ouml;st bekomme, weil ich Angst vor Ablehnung habe, dann entsteht viel Stress, sowohl emotional als auch im K&ouml;rper.&ldquo;&nbsp;</em></p><p>Diese &Uuml;berbetonungen entstehen nicht von einem Tag auf den n&auml;chsten. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess: <em>&bdquo;Ich nehme mal das Beispiel Perfektionismus. Der Wert Sorgfalt verselbstst&auml;ndigt sich dabei, weil ich durch hervorragende Leistungen Anerkennung bekomme. Wenn ich zum Beispiel sp&uuml;re, dass ich besonders gefragt bin, wenn etwas Schwieriges zu machen ist, pr&auml;ge ich diesen Wert unbewusst mehr und mehr aus. M&ouml;glicherweise wird dieses Verhalten regelrecht zwanghaft und schr&auml;nkt mich ein, weil dieser eine Wert st&auml;ndig im Vordergrund steht.&ldquo;</em></p><h2>Das Wertequadrat nach Nicolai Hartmann</h2><p>Aus der Beobachtung, dass Menschen Werte oft &uuml;berbetonen, entwickelte der Philosoph Nicolai Hartmann schon Anfang des 20. Jahrhunderts das sogenannte <a href="https://www.bing.com/search?q=Wertequadrat+schulz&amp;FORM=AWRE" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Wertequadrat&ldquo;</a>, das der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun wiederum als Modell f&uuml;r die Beratungspraxis einbrachte.&nbsp;</p><p>Das Prinzip lautet, dass jeder Wert &ndash; Hartmann redet auch von Tugenden &ndash; eine Schwestertugend hat: Sparsamkeit und Gro&szlig;z&uuml;gigkeit sind zum Beispiel solche Schwestertugenden. N&auml;chstenliebe und Selbstf&uuml;rsorge. Neugier und Respekt. Unabh&auml;ngigkeit und Verbindlichkeit. Man k&ouml;nnte diese Liste unendlich weiterf&uuml;hren.&nbsp;</p><p>Nun tendieren wir aufgrund von Pr&auml;gung und Pers&ouml;nlichkeit oft eher zu einem der beiden Werte. Bin ich zum Beispiel eher sparsam, tue ich mich mit dem Spenden m&ouml;glicherweise schwerer als andere, daf&uuml;r kaufe ich aber bewusster ein und werfe seltener etwas in den M&uuml;ll.&nbsp;</p><blockquote><p>Dass wir Werte unterschiedlich stark ausleben, ist also zun&auml;chst normal und gesund. Problematisch wird es erst dann, wenn wir einen Wert stark &uuml;berbetonen.&nbsp;</p></blockquote><p>Zum Beispiel wenn ich aus lauter F&uuml;rsorglichkeit nicht die Grenzen meines Gegen&uuml;bers respektiere. Oder nicht nur sparsam, sondern regelrecht geizig bin.</p><h2>Die eigenen Werte in Balance bringen</h2><p>Schulz von Thun nennt diese &Uuml;bertreibung &bdquo;Des Guten zu viel&ldquo;. Werte brauchen ein Korrektiv, damit wir sie in einem gesunden Ma&szlig; vertreten und einsetzen k&ouml;nnen.&nbsp;</p><p>Dieses Korrektiv findet sich in der Schwestertugend: Eine f&uuml;rsorgliche Gastgeberin wird dann zu einem angenehmen Gegen&uuml;ber, wenn sie sich auch darin &uuml;bt, die Grenzen anderer zu respektieren. Ein Sozialarbeiter kann auf Dauer nur dann N&auml;chstenliebe ausstrahlen, wenn er regelm&auml;&szlig;ig Selbstf&uuml;rsorge betreibt. Die Predigten einer Pastorin werden die Gemeinde erst dann ber&uuml;hren, wenn sie nicht nur Wahrheiten ausspricht, sondern auch Gnade vermittelt.</p><p>F&uuml;r diese Balance nutzt der Kommunikationspsychologe von Thun das Bild eines Regenbogens, f&uuml;r den ja auch zwei Schwester-Wetterlagen zusammenkommen m&uuml;ssen: Sonnenschein und Regen. Deswegen spricht er nicht nur von einem Werte- sondern einem Werte- und Entwicklungsquadrat. Wenn ich mich in meiner Pers&ouml;nlichkeit entwickeln m&ouml;chte, kann ich gute Werte f&uuml;r mich entdecken, denen ich bisher nicht so viel Raum in meinem Leben gegeben habe.&nbsp;</p><blockquote><p>Ich muss einen Wert, der mir wichtig ist, also nicht aufgeben &ndash; sondern ich entdecke einfach neue Tugenden und erweitere damit meine Wertebasis.&nbsp;</p></blockquote><p>Coach Stephan Menzel bezeichnet diese Balance als &bdquo;lebbare Mitte&ldquo; und erkl&auml;rt es an einem Beispiel: &bdquo;<em>Wenn der Wert Beliebtheit bei mir stark ausgepr&auml;gt ist, kann ich eine lebbare Mitte finden, indem ich mich an Schwestertugenden wie Authentizit&auml;t und Geradlinigkeit orientiere. Wo ist es angebracht, freundlich zu sein, aber auch meine Meinung zu sagen, einen klaren Standpunkt einzunehmen und meine Bed&uuml;rfnisse zu &auml;u&szlig;ern? Das w&auml;re f&uuml;r mich so eine lebbare Mitte, die ich ein&uuml;ben kann und die mich davor sch&uuml;tzt, dass ich in eine Werte- &Uuml;berh&ouml;hung abdrifte.&ldquo;</em></p><h2>Wertvolle Werte aus der Bibel</h2><p>Burnout-Pr&auml;ventionscoach Stephan Menzel schaut gerne in die Bibel, um Inspiration f&uuml;r sein Leben und seine Arbeit als Coach zu finden. Werte sind in der Bibel tief verankert, zum Beispiel durch die Zehn Gebote, die gleich in den ersten B&uuml;chern der Bibel aufgelistet sind. Darin ist der Respekt gegen&uuml;ber den Eltern beschrieben, oder auch die Achtung vor dem Leben anderer.&nbsp;</p><p>Eines der Gebote ist das sogenannte Sabbatgebot. Da sagt Gott: <em>&bdquo;Halte den Sabbat, indem du ihn heiligst, wie der HERR, dein Gott, es befohlen hat. Sechs Tage in der Woche sollst du arbeiten und deinen allt&auml;glichen Pflichten nachkommen. Der siebte Tag aber ist ein Ruhetag f&uuml;r den HERRN, deinen Gott&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/5.Mose5%2C12-14" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 5,12-14</a>).</p><p>Wie Stephan Menzel feststellt, findet sich in diesem Gebot ein wichtiger Wert<em>: &bdquo;Gott verordnet einen Ruhetag und sorgt daf&uuml;r, dass die Arbeit nicht &uuml;berh&ouml;ht wird. Wir Menschen sind keine Maschinen, Gott wei&szlig;, dass wir diese Regeneration brauchen. Also ein total guter Wert: Ruhe.</em>&ldquo;</p><h2>Selbst biblische Werte kann man &uuml;berh&ouml;hen</h2><p>Allerdings entwickelten Menschen mit der Zeit zu diesem Sabbatgebot einen ganzen Regelkatalog hinzu. Zur Zeit Jesu, also viele Jahrhunderte nachdem die Zehn Gebote entstanden sind, gab es religi&ouml;se F&uuml;hrer, die schon das Zupfen einiger Getreide&auml;hren als Arbeit und damit als Bruch des Sabbatgebots verstanden.&nbsp;</p><p>Jesus f&uuml;hrte mit Theologen, die diese extreme Form des Sabbatgebots vertraten, regelm&auml;&szlig;ig Streitgespr&auml;che, zum Beispiel, als er Menschen an einem Sabbat von einer schweren Erkrankung heilte. Selbst diese &uuml;bernat&uuml;rlichen Heilungen wurden von ihnen als unrechtm&auml;&szlig;ige Sabbat-Arbeit verstanden! F&uuml;r diese M&auml;nner war es wichtiger, regelkonform zu leben als das jahrzehntelange Leid eines Menschen zu beenden.</p><p>Als Jude war es f&uuml;r Jesus selbstverst&auml;ndlich, die Sabbatgebote aus der Thora zu halten. F&uuml;r ihn war der Ruhetag ein kostbares Geschenk, und doch pl&auml;dierte er f&uuml;r eine Balance und sagte: <em>&bdquo;Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus2%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 2,27</a>).</p><p>Wie Stephan Menzel feststellt, bringt Jesus damit eine Schieflage wieder ins Gleichgewicht: &bdquo;<em>Letztendlich wurde dieser eigentlich gute Ruhetag so &uuml;berh&ouml;rt, dass es gekippt ist. Deshalb hat Jesus Initiative ergriffen und nochmal klar gemacht, wie dieses Gebot zu verstehen ist: dass es ein Tag f&uuml;r den Menschen ist. Gott hat uns diesen Tag anvertraut. Wir sollen diesen einen Ruhetag in der Woche halten und f&uuml;r uns nutzen, unter anderem um Selbstf&uuml;rsorge zu betreiben. Das ist kein Gott, der richtend vom Himmel schaut, sondern der es gut meint mit uns.&ldquo;&nbsp;</em></p><h2>Im Gleichgewicht der Werte</h2><p>An Jesu Umgang mit dem Sabbatgebot wird deutlich: Werte muss man gar nicht gegeneinander ausspielen. Jesus hat den Sabbat nicht etwa abgeschafft, weil andere es mit diesem Wert &uuml;bertrieben haben, sondern hat ihn durch eine wichtige Schwestertugend erg&auml;nzt: die F&uuml;rsorge um andere und uns selbst.</p><p>Gibt es Werte, die dir besonders wichtig sind? Wie wunderbar, wie kostbar! Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen und zu sp&uuml;ren, ob so manche Schwestertugend dabei zu kurz kommt.&nbsp;</p><blockquote><p>Damit unsere Pers&ouml;nlichkeit reifen kann, gilt es den eigenen Wertehorizont zu erweitern und neue Tugenden zu entdecken.&nbsp;</p></blockquote><p>Es ist wie bei meiner Lieblingsnascherei: Besonders lecker wird es, wenn ich dem s&uuml;&szlig;en Karamell eine Prise Salz hinzuf&uuml;ge. Salz und Zucker k&ouml;nnen eine herrliche Kombination sein, wenn ich es mit keinem der beiden &uuml;bertreibe. Genauso ist es mit den Werten in meinem Leben: Nicht zu viel des Guten, sondern ausgewogen &ndash; das ist genau die richtige Rezeptur.&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17229284.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein anderer Advent]]></title>
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      <description><![CDATA[Der Weihnachtsroman „Hoffnungssterne am Adventsbaum“ von Brigitte Liebelt erzählt von einem Neuanfang mit Gott in schweren Zeiten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113910.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gerth Medien</figcaption></figure><p>Deutschland, 1846. Das Deutsche Kaiserreich befindet sich mitten in einer wirtschaftlichen und sozialen Krise. Wetterbedingte Getreidemissernten und die Kartoffelf&auml;ule bedrohen die Existenz vieler Landwirte. Die Ressourcenknappheit l&auml;sst die Preise f&uuml;r Grundnahrungsmittel in die H&ouml;he schie&szlig;en. Viele Arbeiter k&ouml;nnen sich ein Leben im Deutschen Reich nicht mehr leisten.&nbsp;</p><p>In dieser Zeit spielt die historische Weihnachtsgeschichte &bdquo;Hoffnungssterne am Adventsbaum&ldquo; von Brigitte Liebelt.&nbsp;</p><h2>Ein Leben ohne Perspektive</h2><p>F&uuml;r die 17-j&auml;hrige Anna Wagner gibt es keine berufliche Zukunft. Sie hilft ihrer Mutter im Haushalt und bei N&auml;harbeiten, w&auml;hrend ihr Vater als Tagel&ouml;hner auf dem Feld arbeitet. Das Geld der Familie wird immer knapper.&nbsp;</p><p>Mit ihrem Freund Paul schmiedet Anna einen Plan: Sie wollen gemeinsam nach Amerika auswandern. Dort soll das Leben besser sein. Doch Karl Wagner l&auml;sst seine Tochter nicht ziehen. Und so macht sich Paul allein auf die beschwerliche Reise &uuml;ber den Atlantik und Anna bleibt perspektivlos zur&uuml;ck.</p><p>In dieser Situation erh&auml;lt Annas Vater einen Brief von seiner Schwester aus dem Diakonissenhaus in Kaiserswerth. Die Tante fragt, ob Anna sich vorstellen k&ouml;nne, dort als Kinderpflegerin im Waisenhaus zu arbeiten. Nach langer &Uuml;berlegung steht die Entscheidung des Vaters: Anna wird nach Kaiserswerth ziehen.&nbsp;</p><h2>Neuanfang in Kaiserswerth</h2><p>Dort beginnt f&uuml;r Anna ein neues Leben. Ein ganz anderes, als sie erwartet hat.&nbsp;<br />
Im Diakonissenhaus steht der gelebte Glaube an Gott an erster Stelle. Auch die Waisenkinder werden in der Bibel unterrichtet. So etwas kennt Anna von zuhause nicht.</p><p>Auch ist sie verwundert, wie ruhig die Diakonieschwestern mit Kindern wie der frechen Helene umgehen. Das w&uuml;rde Anna auch gerne k&ouml;nnen. Doch Unsicherheit und Selbstzweifel nagen an ihr. Geh&ouml;rt sie hierhin? Macht sie ihre Arbeit gut genug? Als im Waisenhaus eine Krankheitswelle umgeht und auch die leitende Schwester Ruth krank im Bett liegt, ist Anna mit der Betreuung der Kinder auf sich allein gestellt.&nbsp;</p><p>Dann beginnt die Adventszeit. Um den Kindern das Warten auf Weihnachten zu verk&uuml;rzen, f&uuml;hrt Pastor Theodor Fliedner, der Leiter des Waisenhauses, eine neue Tradition ein: Den Adventsbaum. Jeden Tag lernen die Kinder einen neuen Bibelvers auswendig. Mit Annas Unterst&uuml;tzung basteln sie Sterne, auf welche die Verse geschrieben werden. An jedem Adventssonntag sagen die Kinder die Bibelverse der letzten Woche auf. Ihre Sterne werden zusammen mit einer Kerze an den Baum geh&auml;ngt. So wird der Baum bis Weihnachten immer ein bisschen heller.</p><h2>Ein Glaube, der heilt</h2><p>Die Leser begleiten&nbsp;Anna, wie sie bei ihrer Arbeit im Waisenhaus Gott immer mehr kennenlernt. W&auml;hrend sie mit den Kindern t&auml;glich Bibelverse auswendiglernt, beginnt in Anna ein Prozess der inneren Heilung. Dabei stellt sie sich Fragen, die viele Menschen bewegen, die auf der Suche nach Gott sind. Hierbei legt die Autorin gro&szlig;en Wert auf biblisch fundierte Antworten.</p><p>Anna und die Kinder lernen nicht nur die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium kennen, sondern auch die Verhei&szlig;ungen aus dem Alten Testament, die auf Jesus als Messias hindeuten.</p><blockquote class="noshare"><p>Dieser Fokus hat mir sehr gefallen, da ich als christliche Leserin viele theologische Impulse mitnehmen konnte.</p></blockquote><p>Das Buch zeigt zudem, wie wichtig ein Glaube ist, der im Alltag vorgelebt und nicht nur gepredigt wird. Trotz der K&uuml;rze von 160 Seiten steckt sehr viel Tiefe in dem kleinen Buch. Daher ist es weniger f&uuml;r eine schnelle Lekt&uuml;re geeignet.</p><p>Beim Erz&auml;hlstil orientiert sich die Autorin an der sprachlichen Ausdrucksweise des 19. Jahrhunderts.&nbsp;Das schlie&szlig;t auch die im Buch verwendete Bibel&uuml;bersetzung mit ein. Auch der Glaube der Figuren wirkt dadurch etwas altert&uuml;mlich und sehr fromm.</p><p>Wer noch auf der Suche nach Gott ist oder gerade erst zum Glauben gefunden hat, f&uuml;r den k&ouml;nnte dieser Sprachstil befremdlich sein. Das Buch richtet sich daher eher an traditionell-konservative Christen, denen eine solche Sprache gel&auml;ufig ist.</p><h2>Historisch pr&auml;zise und authentisch erz&auml;hlt</h2><p>Mir pers&ouml;nlich gefiel besonders die enge historische Orientierung an den sozialen Umst&auml;nden im 19. Jahrhundert. Es wird nicht nur die Armut thematisiert, von der damals viele Menschen betroffen waren, sondern auch Krankheitswellen von Grippe und Typhus. Die Autorin zeigt auf, wie diese damals aufgrund von fehlendem medizinischem Wissen und schlechter &auml;rztlicher Versorgung das Leben der Kranken bedrohten.</p><p>Auch Pauls Reise nach Amerika, in die man als Leser zwischendurch immer wieder einen kurzen Einblick bekommt, wird realit&auml;tsnah erz&auml;hlt. Im Anhang des Buches befindet sich zudem eine Einordnung der historischen Hintergr&uuml;nde.&nbsp;</p><p>Die Geschichte gibt fiktive Einblicke in das Alltagsgeschehen der Diakonissenanstalt Kaiserswerth, die 1836 vom Pastor Theodor Fliedner gegr&uuml;ndet wurde. Es war eine der ersten Einrichtungen im Deutschen Kaiserreich, die jungen unverheirateten Frauen eine Berufsausbildung erm&ouml;glichte. Auch die Tradition des Adventsbaumes, wie sie im Buch beschrieben wird, f&uuml;hrte Fliedner 1848 in seinen Einrichtungen ein.</p><h2><strong>Lesenswerte historische Erz&auml;hlung</strong></h2><p>Insgesamt hat mir die weihnachtliche Geschichte von Brigitte Liebelt sehr gut gefallen. Die Hauptfigur Anna erlebt eine pers&ouml;nliche Entwicklung. Sie erf&auml;hrt, dass sie von Gott geliebt ist. Dadurch kann sie sich selbst annehmen und auch ihrer Familie vergeben. Die Erz&auml;hlung vermittelt eine hoffnungsvolle Stimmung: Die Not der damaligen Zeit wird mit dem Trost des Glaubens verbunden.</p><blockquote><p>Mit dem Fokus auf die biblischen Verhei&szlig;ungen von Jesus als Messias bietet die Erz&auml;hlung zur Weihnachtszeit eine erweiterte Perspektive.</p></blockquote><p>Mit nur 160 Seiten l&auml;sst sich das Buch gut in der Adventszeit oder an den Weihnachtstagen lesen. Ich empfehle es jedem, der gerne christliche historische Romane liest.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Judith Regel</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17226644.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Judith Regel]]></author>
      <pubDate>Tue, 09 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Advent: Und worauf wartest du?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wer kommt da eigentlich – und wie kann ich mich vorbereiten? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113340.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Raymond Petrik /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Der Advent ist eine besondere Zeit. Nicht nur, weil er die hektischste Zeit des Jahres ist und der Einzelhandel seinen gr&ouml;&szlig;ten Umsatz macht. Auch nicht, weil es &uuml;berall blinkt, bimmelt und glitzert.</p><p>Das Wort Advent stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Urspr&uuml;nglich wurde dieser Begriff in der r&ouml;mischen Kaiserzeit verwendet, um die feierliche Ankunft eines Herrschers und die damit verbundene Zeremonie zu beschreiben. Im christlichen Kontext steht Advent f&uuml;r die Ankunft von Jesus Christus &ndash; sowohl f&uuml;r seine Geburt an Weihnachten als auch f&uuml;r seine Wiederkunft.</p><p>Doch wie sieht es mit unserer Vorbereitung aus? Erwarten wir Jesus wirklich?</p><h2><strong>Unerwartete Ankunft</strong></h2><p>Nat&uuml;rlich wissen wir, dass Weihnachten mehr ist als ein Lichtermeer und Geschenke. Doch manchmal scheint es so, als w&auml;re Jesus im Advent nur eine Randfigur.</p><p>Denn wir haben alle H&auml;nde voll zu tun,&nbsp;Weihnachten so&nbsp;zu planen, wie wir es gewohnt sind: das Weihnachtsmen&uuml; planen, Pl&auml;tzchen backen, das Haus auf Vordermann bringen &ndash;&nbsp;die&nbsp;eine oder andere Familientradition nicht zu vergessen.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich merke selbst, wie leicht ich mich von den Weihnachtsvorbereitungen vereinnahmen lasse &ndash; und die eigentliche Weihnachtsbotschaft aus dem Blick verliere.</p></blockquote><p>Schon vor 2000 Jahren hatte keiner mit Jesu Ankunft gerechnet. Als Maria in den Wehen lag, gab es in Bethlehem keinen Platz f&uuml;r sie. Sie musste in dem Bereich einer Herberge einkehren, wo die Tiere untergebracht waren. Die Menschen hatten zu biblischen Zeiten keinen Raum f&uuml;r Jesus. Und heute?</p><h2><strong>Jesus wartet darauf, dass wir ihn einlassen</strong></h2><p>Wenn wir ehrlich sind, wiederholt sich die Geschichte von damals oft in unseren Herzen. Wie kann ich jemanden willkommen hei&szlig;en, wenn ich ihn gar nicht erwarte?</p><p>Im Buch der Offenbarung sagt Jesus: <em>&bdquo;Ich stehe vor der T&uuml;r und klopfe an. Wer meine Stimme h&ouml;rt und mir &ouml;ffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden miteinander essen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung3%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 3,20</a>).</p><p>Jesus ist bereit, zu uns zu kommen. Er klopft an &ndash; aber wir m&uuml;ssen die T&uuml;r &ouml;ffnen. Und das setzt voraus, dass wir uns bewusst Zeit nehmen, uns auf ihn auszurichten und ihn willkommen zu hei&szlig;en.</p><h2><strong>Wie k&ouml;nnen wir Jesus willkommen hei&szlig;en?</strong></h2><p>Das Warten auf Jesus bedeutet nicht, dass wir unt&auml;tig bleiben. Es ist ein aktives Warten, das unseren Alltag durchzieht. So k&ouml;nnte es aussehen:</p><ul><li>Ein kurzer Moment der Stille am Morgen, in dem wir uns fragen: Jesus, wo bist du heute in meinem Leben?</li><li>Eine ehrliche Gebetszeit, in der wir ihm hinlegen, was uns besch&auml;ftigt.</li><li>Eine bewusste Entscheidung, jemanden in unserem Umfeld mit Liebe zu begegnen und ihn bei uns willkommen zu hei&szlig;en &ndash; vielleicht zum Adventskaffee oder indem wir eine der vielen Weihnachtsvorbereitungen gemeinsam erledigen.</li></ul><p>Der Advent ist eine Einladung, unser Herz f&uuml;r Jesus zu &ouml;ffnen. Nicht nur in festlichen Momenten, sondern mitten in unserem oft chaotischen Alltag. Dann kann Advent eine Zeit werden, in der wir Jesus nicht nur Platz in unserer Deko-Krippe machen, sondern auch in unserem Herzen.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16922591.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 08 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Innere Landkarten]]></title>
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      <description><![CDATA[Muster aus der Vergangenheit können das Leben negativ beeinflussen. Wie überwinde ich hinderliche Prägungen aus der Kindheit?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113000.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Matilda Vistbacka /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal vermisse ich die Zeit, bevor es Navis gab. Was hatten wir damals f&uuml;r abenteuerliche Fahrten quer durch Deutschland, bei denen ich mit dem dicken Stra&szlig;enatlas auf dem Scho&szlig; als Beifahrerin navigiert habe! Aufmerksam haben wir damals jedes Schild studiert und Stra&szlig;ennamen mit der Karte im Atlas abgeglichen. Am Ziel anzukommen war damals jedenfalls aufregender. Und Lametta gabs fr&uuml;her auch mehr.</p><p>Wohlgemerkt, wahrscheinlich sind diese Old-School-Fahrten in meiner Erinnerung sch&ouml;ner, als sie in der Realit&auml;t waren. Das Navigieren mit der Karte war damals deutlich stressiger als das Fahren mit dem Navi heute.&nbsp;</p><p>Trotzdem studiere ich immer noch gern Landkarten, denn auf ihnen l&auml;sst sich entdecken, was sich links und rechts von meinem Weg befindet: Hier eine sch&ouml;ne Aussicht, da eine historische Ruine! Eben all jenes, an dem mich mein Navi kommentarlos vorbeisausen l&auml;sst.&nbsp;</p><h2><strong>Innere Landkarten &ndash; Was ist denn das?</strong></h2><p>Im <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer">Podcast &bdquo;Homemade Stress&ldquo;</a> spricht Burnout-Pr&auml;ventions-Coach Stepan Menzel auch viel &uuml;ber Landkarten. Allerdings nicht &uuml;ber die, auf denen Taunus, Paris oder der Himalaya abgebildet sind. Stephan Menzel spricht von inneren Landkarten:</p><p><em><strong>&bdquo;</strong>Wir zeichnen in unserem Gehirn Datenautobahnen: Wir lernen sehr fr&uuml;h, als Kinder und Jugendliche, Strategien und L&ouml;sungen, wie wir zurechtkommen k&ouml;nnen in unserem Umfeld. Und zwar, um elementare Grundbed&uuml;rfnisse zu befriedigen: der Wunsch nach Bedeutung, Sicherheit und Autonomie.&ldquo;</em></p><p>Diese inneren Landkarten helfen uns, sicher durch unser Leben zu navigieren: Es sind die Grund&uuml;berzeugungen und Werte, die mir als Richtlinien dienen, um f&uuml;r mein Leben Entscheidungen zu treffen.&nbsp;</p><h2>Wie unsere Geschwister uns pr&auml;gen</h2><p>Ein Faktor, wie unsere inneren Landkarten entstehen, ist zum Beispiel die Geschwisterkonstellation in der Ursprungsfamilie. Diese ist in jeder Familie einzigartig: nicht immer sind die &Auml;ltesten auch die Verantwortungstr&auml;ger, die J&uuml;ngsten die kreativen Chaoten, wie so manch landl&auml;ufiges Klischee suggeriert.&nbsp;</p><p>Bei Geschwistern sto&szlig;en unterschiedliche Pers&ouml;nlichkeiten aufeinander, die ihren Platz in der Familie suchen: einen Platz, in dem sie sowohl Bedeutung, Sicherheit als auch ein gewisses Ma&szlig; an Autonomie erfahren. Stephan Menzel beschreibt diese Erfahrung in seiner eigenen Vita wie folgt:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Ich habe noch zwei &auml;ltere Br&uuml;der und sie haben zwei ganz spezielle Positionen in der Familie besetzt. F&uuml;r mich war klar, dass ich in diesen Positionen nicht mithalten kann, ich habe mir also eine andere Rolle gesucht. F&uuml;r mich war es das Thema &sbquo;Anerkennung durch Leistung&#699;. </em></p><p><em>Ich habe wie ein flei&szlig;iges Bienchen immer wieder geleistet, um mir diese Anerkennung zu holen. Diese Muster sind so tief in uns eingegraben und so gut verinnerlicht, dass diese wie im Autopiloten unbewusst und unbemerkt in uns mitlaufen.&ldquo;</em></p><h2>Innere Landkarten entstehen unbewusst</h2><p>Selten sind diese Rollen den Familienmitgliedern bewusst, sondern sie entstehen innerhalb der Familiendynamik. Eltern nehmen ja nicht ihr Neugeborenes auf den Arm und denken dabei &bdquo;Das wird unser Sorgenkind&ldquo; oder &bdquo;Dieses Kind ist der geborene Streitschlichter&ldquo;.</p><p>Stattdessen bilden sich die inneren Landkarten aus vielen kleinen Erfahrungen heraus, die den famili&auml;ren Alltag pr&auml;gen: Wie reagiert das Umfeld auf schulische Leistungen, wie werden gemeinsame Auszeiten gestaltet, wor&uuml;ber spricht man am Abendtisch? Welche ausgesprochenen und unausgesprochenen Familienregeln (&bdquo;Bei uns M&uuml;llers herrscht Ordnung!&ldquo;) gibt es?&nbsp;</p><blockquote><p>Unsere Pers&ouml;nlichkeit, famili&auml;re und freundschaftliche Beziehungen, schulische Erfahrungen, Interessen, Hobbies und kulturelles Umfeld: All dies pr&auml;gt uns f&uuml;r unser Leben.&nbsp;</p></blockquote><p>In dieser Zeit entwickeln wir unsere St&auml;rken, es festigen sich Interessen, Werte, Grund&uuml;berzeugungen und Glaubenss&auml;tze.</p><h2>Wenn Trauma die innere Landkarte pr&auml;gt</h2><p>Es gibt allerdings auch Erfahrungen, die in k&uuml;rzester Zeit die innere Landkarte umzeichnen k&ouml;nnen: Wenn Kinder erleben m&uuml;ssen, dass sie ihre Sicherheit verlieren und wenn sie Erfahrungen tiefster Ablehnung machen. Solche traumatischen Erfahrungen graben sich regelrecht ein in die Seele.</p><p>Auch Stephan Menzel hat in einer Phase seiner Kindheit so eine negative Pr&auml;gung erlebt: <em>&bdquo;Mein Vater hat unsere Familie fr&uuml;h verlassen, weil er schwerer Alkoholiker war. Dann hat mein Onkel das Regiment im Haus &uuml;bernommen, auch er war Alkoholiker. Doch bei ihm kamen noch weitere Eigenschaften dazu: Er war sehr gewaltt&auml;tig und sehr tyrannisch. Und wir haben sehr viel Gewalt erlitten, das war sehr, sehr einschneidend.&ldquo;</em></p><p>Um aus der Schusslinie zu kommen, lernte Stephan als Kind, Konflikte, um jeden Preis zu vermeiden<em>: &bdquo;Ich habe f&uuml;r mich herausgefunden: Wenn ich mich aus Konflikten heraushalte, bin ich sicher, dann passiert mir nichts. Das habe ich ins Erwachsenenalter &uuml;bernommen: Immer, wenn es Konflikte gab, war ich der Erste, der weg war.&ldquo;</em>&nbsp;</p><h2>Wenn alte Landkarten uns in die Irre f&uuml;hren</h2><p>Was f&uuml;r Stephan Menzel als Kind zu einer wichtigen &Uuml;berlebensstrategie wurde, hat ihn als Erwachsenen immer wieder ausgebremst, denn gerade im Arbeitskontext stie&szlig; er bei Diskussionen immer wieder an seine Grenzen. Sobald eine Spannung als vermeintlicher Konflikt sp&uuml;rbar wurde, ging er auf R&uuml;ckzug:</p><p><em>&bdquo;Ich war lange Zeit im Vertrieb t&auml;tig und jede h&auml;rtere Verhandlung hat sich angef&uuml;hlt wie ein Streit. Das hei&szlig;t, um das zu vermeiden, habe ich nachgegeben und mich damit unter Wert verkauft. Das hat mich irgendwann so ma&szlig;los ge&auml;rgert, dass ich mich entschlossen habe: Das m&ouml;chte ich nicht mehr l&auml;nger.&ldquo;&nbsp;</em></p><p>Doch es m&uuml;ssen gar nicht so tiefe Verletzungen sein, die im Erwachsenenalter M&uuml;he machen. Auch andere Muster k&ouml;nnen uns ausbremsen. Solche beobachtet Stephan Menzel in seinen Coachinggespr&auml;chen auf ganz unterschiedliche Art und Weise:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Da gab&rsquo;s eine Person, die sich kurz vor einem gro&szlig;en Karriereschritt pl&ouml;tzlich so einen Klops geleistet hat, dass die Bef&ouml;rderung wieder gekippt wurde. Alle Kollegen waren total perplex und konnten es nicht verstehen. Das Interessante daran war, dass es schon das zweite Mal in seiner beruflichen Laufbahn vorkam.</em></p><p><em>Im Coaching kam an die Oberfl&auml;che, dass es eine Wertebasis gab, ein Familienmotto: &sbquo;Wir sind nichts Besseres.&#699; Die Person kam aus einer Familie aus der Landwirtschaft, die sehr flei&szlig;ig war, aber sich als &sbquo;nichts Besseres&#699; sah. Und dieser Karriereschritt w&auml;re ein Schritt zu &sbquo;etwas Besseres&#699; gewesen. Aus Loyalit&auml;t zur Herkunftsfamilie hat die Person diesen Fehler produziert. Unbewusst als innerer Sabotageakt &ndash; wie im Autopilot.</em></p><p><em>In den Beratungen nutze ich oft folgenden Satz: Das Symptom ist die L&ouml;sung f&uuml;r den inneren Konflikt. Das klingt erst einmal kompliziert, aber damit meine ich folgendes: Wenn ich bei mir selbst ein Verhalten beobachte, dass mir Schwierigkeiten bereitet, dann ist das oft nur ein Symptom f&uuml;r ein tieferliegendes Muster.&nbsp;</em></p><p><em>Bei mir war es die Konfliktscheue, in dem Beispiel die Selbstsabotage. Ich wende das unbewusste Muster an, um eine innere Spannung oder&nbsp;einen inneren Konflikt aufzul&ouml;sen und schaffe mir damit zwar kurzfristig Erleichterung, l&ouml;se aber das eigentliche Problem nicht.&ldquo;</em></p><h2>Die innere Landkarte umzeichnen</h2><p>Doch wie schafft man es, neue Muster zu entwickeln oder &ndash; um im Bild zu bleiben &ndash; neue Wege auf der Landkarte einzuzeichnen? Das Gute: Es ist m&ouml;glich. Stephan Menzel hat es selbst in seiner eigenen Biografie erfahren, im Rahmen einer Therapie<em>: &bdquo;Am Anfang stand die Erkenntnis, dass es da ein Muster gibt. Ich war Anfang 30, als ich einen Burnout hatte. Ich konnte mir erst nicht vorstellen, dass die Muster noch so aktiv sind.&ldquo;&nbsp;</em></p><p>Im Rahmen der Gespr&auml;che formulierte Stephan Menzel f&uuml;r sich das Ziel, entspannter mit Konflikten umzugehen:</p><p><em>&bdquo;Als Kind war es f&uuml;r mich existenziell, mich aus Streit herauszuhalten, weil ich Gefahr lief, Gewalt zu erleben. Doch im Erwachsenalter f&uuml;hlte sich jedes ernstere Gespr&auml;ch f&uuml;r mich wie ein Konflikt an. Nach dieser Neubewertung habe ich gelernt, Konflikte auszutragen, auszuhalten, mich ihnen zu stellen.</em></p><p><em>Das hat richtig Kraft gekostet, ich war danach manchmal schwei&szlig;gebadet. Aber nach jedem dieser Konflikte habe ich gemerkt: Hey, ich bin noch da, ich bin unversehrt, ich lebe noch! Das war lebensver&auml;ndernd. Heute kann ich jedem Konflikt erstmal angstfrei und offen begegnen.&ldquo;</em>&nbsp;</p><p>Stephan Menzel hat sich immer wieder Situationen gestellt, die seinem Muster widersprachen und dadurch gelernt, Konflikten gelassener zu begegnen. Das ist kein bequemes Vorgehen, denn es bedeutet f&uuml;r den Betroffenen, etwas zu tun, dass sich fremd, vielleicht sogar bedrohlich anf&uuml;hlt. Aber dadurch verliert die Situation an Schrecken, vor allem, wenn diese Erfahrungen mit therapeutischer Hilfe vor- und nachbereitet werden.</p><p>Ein Prinzip, das auch in der Verhaltenstherapie erfolgreich angewendet wird, zum Beispiel bei Menschen mit einer Angstst&ouml;rung. Gemeinsam mit einer therapeutischen Fachkraft begeben sie sich bewusst in Situationen, die ihnen Angst bereiten. Dann steigt jemand mit H&ouml;henangst auf einen Turm oder wer unter Flugangst leidet, begleitet einen Tag lang ein Pilotenteam.&nbsp;</p><p>Letztlich geht es &ndash; wie so oft &ndash; um einen ersten Schritt. Ich kann mich fragen: Welches Muster m&ouml;chte ich gerne ablegen und wie kann ich daf&uuml;r sorgen, dass ich in diesem Lernfeld neue Erfahrungen sammle, ohne mich gleich zu &uuml;berfordern?&nbsp;</p><h2>Inspiration aus der Bibel: Ver&auml;nderung ist m&ouml;glich</h2><p>F&uuml;r Stephan Menzel ist die Bibel in solchen Prozessen eine wichtige Inspirationsquelle. Darin ist ihm eine Geschichte begegnet, in der ein Mann seine innere Landkarte umgeschrieben hat. Sie steht in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas19%2C1-10" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 19,1-10</a>.</p><p>Der Mann hie&szlig; Zach&auml;us und war als korrupter Steuerbeamter bekannt. Wir erfahren nicht, warum er sich f&uuml;r diesen Lebensweg entschieden hat, doch offensichtlich wollte Zach&auml;us raus aus den alten Mustern, wie Stephan Menzel beobachtet:</p><p><em>&bdquo;Als Zach&auml;us h&ouml;rte, dass Jesus in die Stadt kam, hat er sich auf den Weg gemacht. Er hatte nur ein Problem: Zach&auml;us war klein und die Menschenmenge, die Jesus sehen wollte, war gro&szlig;. Was hat er getan? Er hat sich einen Baum gesucht und ist auf diesen Baum geklettert, damit er Jesus sehen kann.&ldquo;</em></p><p>Den wichtigsten Schritt hatte Zach&auml;us also schon unternommen: aufzubrechen und sich auf den Weg zu machen. Und Jesus? Er sieht den Steuereintreiber auf dem Baum, fordert ihn auf, herunterzuklettern. Dann l&auml;dt er sich einfach selbst beim kleinen Mann zum Essen ein.</p><p><em>&bdquo;F&uuml;r die Gl&auml;ubigen, die um Jesus herumstanden, war das nat&uuml;rlich ein Skandal. Wie kann Jesus sich einladen bei einem der gr&ouml;&szlig;ten Betr&uuml;ger der Stadt? Tja, so ist Jesus. Er kommt zu den Menschen, weil er sie total liebt. Er sprengt alle Konventionen und jeden Rahmen.&ldquo;</em></p><p>Die Begegnung mit Jesus gibt Zach&auml;us die Kraft, seine innere Landkarte umzuschreiben. Statt sich weiter an seinen Reichtum zu klammern, entscheidet er sich daf&uuml;r, einen Gro&szlig;teil zu spenden und das, was er unrechtm&auml;&szlig;ig erworben hat, zur&uuml;ckzugeben. Er hat seine innere Landkarte umgezeichnet, nachdem ihm Jesus auf Augenh&ouml;he begegnet ist.</p><h2>Ich muss nicht bleiben, wie ich bin</h2><p>Von Zach&auml;us kann man folgende Prinzipien lernen beim Thema Selbstver&auml;nderung.</p><p>1. Wer zuhause sitzen bleibt und in der Haltung &bdquo;Ich bin halt so&ldquo; verharrt, der wird sich bestimmt nicht ver&auml;ndern. Nur wer (aus sich) rausgeht, entdeckt neue Wege.</p><p>2. Zach&auml;us war erst einmal einfach nur neugierig und ist dieser Neugier nachgegangen. Es ist erstaunlich, was der Gedanke &bdquo;Was w&auml;re eigentlich, wenn ich&hellip;&ldquo; bewirken kann! F&uuml;r Stephan Menzel war es die Vorstellung, bei einem Konflikt einfach mal nicht wegzulaufen oder nachzugeben. Welche Vorstellung von dir selbst weckt deine Neugier?</p><p>3. Zach&auml;us hatte offensichtlich keine Angst, sich l&auml;cherlich zu machen. Er ist einfach auf diesen Baum gestiegen und hat die Perspektive gewechselt. Manchmal ver&auml;ndern sich Menschen deswegen nicht, weil sie Angst davor haben, was andere &uuml;ber sie sagen &ndash; und verpassen dabei die Chance ihres Lebens.</p><p>4. Zach&auml;us hat nicht gekniffen, als sein Leben eine &uuml;berraschende Wendung nahm. Dass Jesus ihn direkt ansprechen w&uuml;rde, damit hatte er nicht gerechnet. Doch er hat die Gelegenheit zur Ver&auml;nderung mit beiden H&auml;nden ergriffen.&nbsp;</p><p>5. Zach&auml;us hat erlebt, dass Jesus ver&auml;ndert. Durch die Begegnung mit ihm, wollte er nicht mehr die alten Muster leben. Die Erfahrung, wie eine Begegnung mit Jesus ver&auml;ndern kann, hat auch Stephan Menzel 2&nbsp;000 Jahre sp&auml;ter gemacht:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Es gab bei meinen inneren Landkarten einige Abzweigungen, die nicht mehr gepasst haben. Aber diese Karte umzuzeichnen, das ist kein Spaziergang. Ich habe gemerkt, dass ich aus meiner Beziehung zu Jesus Kraft sch&ouml;pfe, um neue Wege zu gehen. Die alten Wege waren tief verankert in mir und geh&ouml;rten zu meinem Leben und f&uuml;r mich war es wirklich lebensver&auml;ndernd, als ich sie loslassen konnte.&ldquo;</em></p><h2>Es gibt kein Navi f&uuml;rs Leben</h2><p>Beim Autofahren kann ich mich inzwischen von einer angenehmen KI-Stimme navigieren lassen, die mir sagt, wie ich ans Ziel komme. Die digitalen Navis erfahren regelm&auml;&szlig;ige Updates. Im Leben gibt es kein Navi, sondern da gilt es, selbst zu entscheiden, welchen Stra&szlig;en ich folge.&nbsp;</p><p>Das Gute dabei: Jesus ist ein exzellenter Beifahrer. Er kennt den Weg (&bdquo;Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben&ldquo; <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes14%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,6</a>) und meine inneren Landkarten genau. Er wei&szlig;, wo es sich lohnt, mal einen Schlenker zu fahren.&nbsp;</p><p>Wenn du erste Schritte gehen willst, um deine inneren Landkarten (durch ein &bdquo;Update&ldquo;) umzuschreiben und alte Wege zu verlassen: nur Mut! Schnapp dir deinen inneren Kompass und mach&#699;s wie Zach&auml;us: Verlass dein Haus und schau mal, was passiert. Du bist auf dieser Reise nicht allein.&nbsp;Die Bibel kann dir dabei ein kostbarer Reisebegleiter sein.</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17225035.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Sat, 06 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weihnachtswunder im Alltag entdecken]]></title>
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      <description><![CDATA[Das Lesebuch „Wundervolle Weihnachtszeit“ von Delia Holtus lädt zum Staunen und Innehalten ein. Eine Buchrezension.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1112931.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francke-Buch /&nbsp;stockpics/<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Es ist Anfang Dezember und damit startet der Spagat zwischen vorweihnachtlichem Stress und der Sehnsucht nach Ruhe. Jedes Jahr aufs Neue gr&uuml;ble ich nicht nur &uuml;ber Adventskalender und Geschenkideen, sondern frage mich: Wie m&ouml;chte ich den Advent verbringen?</p><p>Damals war es in meiner Familie Tradition, dass wir uns an den Adventssonntagen mit Pl&auml;tzchen und Kakao auf das Sofa gekuschelt haben. Mein Vater hat dann eine Geschichte aus einem Weihnachtsbuch mit vielen kleinen Geschichten vorgelesen. Ich habe es geliebt ihm zuzuh&ouml;ren und oft waren das f&uuml;r mich die sch&ouml;nsten Stunden in der ganzen Weihnachtszeit.&nbsp;</p><p>An diese gem&uuml;tlichen Momente meiner Kindheit habe ich mich zur&uuml;ckerinnert, als ich in dem Buch &bdquo;Wundervolle Weihnachtszeit. Wahre Geschichten mitten aus dem Leben&ldquo; von Delia Holtus gebl&auml;ttert habe.&nbsp;</p><h2>Weihnachten muss nicht perfekt sein&nbsp;</h2><p>Dieses Buch ist eine Sammlung pers&ouml;nlicher Weihnachtsgeschichten mehrerer Autorinnen. Ihre Weihnachtserlebnisse sind sehr unterschiedlich und doch geht es im Kern bei allen um dasselbe: Es muss nicht alles perfekt und nach Plan laufen, damit Weihnachten werden kann.&nbsp;</p><p>Auch bei Jesu Geburt, dem allerersten Weihnachten, lief bei weitem nichts perfekt &ndash; und trotzdem war es die heiligste und wunder-vollste Nacht, weil Gott selbst anwesend war.&nbsp;</p><p>Darum geht es auch in den verschiedenen Weihnachtsgeschichten. Die Autorinnen erz&auml;hlen davon, wie Jesus ihnen auch heute Freude und Licht bringt &ndash; nicht erst, wenn alles sch&ouml;n oder perfekt ist, sondern mitten im unperfekten Alltag.&nbsp;</p><h2>Momente zum L&auml;cheln und Innehalten</h2><p>Mir hat die Vielseitigkeit der Geschichten gefallen. An manchen Stellen musste ich schmunzeln, bei anderen hatte ich vor R&uuml;hrung Tr&auml;nen in den Augen. So zum Beispiel bei einer Geschichte &uuml;ber ein Ehepaar, das einsame und ihnen fremde Menschen an Heiligabend aufnimmt. Oder bei der Geschichte &uuml;ber einsame Krankenhausflure, auf denen Weihnachtslieder gesungen werden.</p><p>Die zweiundzwanzig Geschichten sind kurzweilig und lassen sich zwischen acht und zehn Minuten lesen. Zwischen die Geschichten sind Bibelverse, Zitate oder poetische Texte eingestreut, die zum Innehalten und Nachdenken einladen.&nbsp;</p><p>Das Sch&ouml;ne ist, dass man dieses Buch nicht am St&uuml;ck lesen muss, sondern sich einzelne Geschichten rauspicken kann &ndash; ganz nach Lust und Laune und den L&uuml;cken im Terminkalender. So sind die Texte wie gemacht f&uuml;r kleine Ruheoasen mitten im trubeligen Advent.</p><h2>Geschichten von Frauen, die jedes Herz erreichen</h2><p>Alle Geschichten in &bdquo;Wundervolle Weihnachtszeit&ldquo; werden von Frauen erz&auml;hlt &ndash; deshalb werden wohl auch eher Frauen zu diesem Buch greifen. Ich selbst habe mich in vielen Situationen wiedergefunden, von denen die Autorinnen schreiben.&nbsp;</p><p>Aber nat&uuml;rlich kennen auch M&auml;nner die Sehnsucht nach ein paar ruhigen Minuten im Advent, um dem Wirken Gottes in dieser besonderen Zeit nachzusp&uuml;ren. Als ich mich zum Schm&ouml;kern mit dem Buch aufs Sofa gesetzt habe, kam mein Mann gern dazu und wir haben gemeinsam eine der Geschichten gelesen.</p><h2>Kleine Weihnachtswunder im Alltag</h2><p>&bdquo;Wundervolle Weihnachtszeit&ldquo; ist ein stimmungsvolles Buch f&uuml;r die Adventszeit. Die Wunder, die Jesus im Leben der Autorinnen getan hat, sind ber&uuml;hrend und inspirierend. Sie ermutigen zu entdecken, wie die Weihnachtsbotschaft auch den eigenen Alltag bereichern kann &ndash; auch wenn vieles nicht perfekt ist.</p><p>In diesem Dezember werde ich mich wie in meiner Kindheit sonntags aufs Sofa kuscheln und eine Weihnachtsgeschichte lesen &ndash; diesmal gemeinsam mit meinem Ehemann. Dabei wollen wir Ausschau halten nach dem Wundervollen, mit dem auch wir in der Weihnachtszeit beschenkt werden. Wenn auch du dich nach kleinen Ruheinseln und Ermutigungen im Advent sehnst, kann ich dir genau dieses Buch daf&uuml;r empfehlen.&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Nora Freudenthaler</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17221865.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nora Freudenthaler]]></author>
      <pubDate>Thu, 04 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meine Bedürfnisse, deine Bedürfnisse]]></title>
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      <description><![CDATA[In 4 Schritten Konflikte entschärfen. Wie die Gewaltfreie Kommunikation ein respektvolles Miteinander fördert.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111467.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://Unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Unsplash.com</a></figcaption></figure><ul><li>Die Gewaltfreie Kommunikation fu&szlig;t auf Empathie, Klarheit und Wertsch&auml;tzung.</li><li>In der GFK vermeiden wir Anklagen und Vorw&uuml;rfe und &auml;u&szlig;ern stattdessen W&uuml;nsche, Bitten und Bed&uuml;rfnisse in Ich-Botschaften.</li><li>4 Schritte helfen, die Gewaltfreie Kommunikation umzusetzen: 1. Situation beobachten und Beobachtungen schildern, 2. meine eigenen Gef&uuml;hle und Gedanken schildern, 3. meine Bed&uuml;rfnisse in der Situation kl&auml;ren und &auml;u&szlig;ern, 4. eine Bitte an den anderen formulieren, frei von Anklage und Druck.</li><li>Die Gewaltfreie Kommunikation muss man ein&uuml;ben, am besten klappt es, wenn beide Parteien mitmachen.<br />
&nbsp;</li></ul><p>Vielleicht kennst du das? Schon wieder ist ein Konflikt eskaliert. Ich bin generell ein friedensliebender Mensch, aber wenn andere meine Bed&uuml;rfnisse wie Bulldozer &uuml;berrollen, sehe ich schon mal rot. Dann werde ich zur Drama Queen, wie mein Mann es mal scherzhaft, mal eher gequ&auml;lt beschreibt.</p><p>Erst letztens haben wir uns &uuml;ber eine Sache in die Haare gekriegt, bei der wir grunds&auml;tzlich gleicher Ansicht waren, uns jedoch &uuml;ber das Vorgehen uneins waren.</p><blockquote class="noshare"><p>Obwohl wir das gleiche Ziel hatten, hatten wir in dem Moment ganz unterschiedliche Bed&uuml;rfnisse und das erwies sich als regelrechter Sprengstoff.</p></blockquote><p>Der Psychologe Marshall B. Rosenberg sieht in unseren Bed&uuml;rfnissen die eigentliche Triebfeder hinter unseren Gef&uuml;hlen und damit auch hinter Konflikten. Rosenberg entwickelte die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Gewaltfreie Kommunikation</a>. Dies ist eine Form der Konfliktl&ouml;sung, bei der man den Blick auf die Bed&uuml;rfnisse der Streitparteien statt nur auf den Streitgegenstand richtet.</p><p>Auf diese Weise kann im besten Fall bei Interessenskonflikten Streit ganz vermieden werden. Doch wie genau funktioniert die Gewaltfreie Kommunikation?</p><h2><strong>Ich-Botschaften statt Du-Botschaften</strong></h2><p>Die Gewaltfreie Kommunikation stellt Empathie, Klarheit und Wertsch&auml;tzung in den Fokus. Das bedeutet: Ich formuliere klar meine Gef&uuml;hle, W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse und zeige Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Gef&uuml;hle, W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse des anderen. Gemeinsam ringen wir um eine L&ouml;sung, die die Bed&uuml;rfnisse von uns beiden ber&uuml;cksichtigt, und gehen dabei wertsch&auml;tzend miteinander um.</p><p>Das beginnt bei der Sprache. Daher hei&szlig;t die Gewaltfreie Kommunikation auch Gewaltfreie Kommunikation: Statt Anklagen, Vorw&uuml;rfen oder gar Beleidigungen &auml;u&szlig;ere ich W&uuml;nsche oder Bed&uuml;rfnisse. Statt Du-Botschaften verpacke ich in Ich-Botschaften, was mir am Herzen liegt.&nbsp;</p><p>Das h&ouml;rt sich zum Beispiel so an: &bdquo;Ich f&uuml;hle mich einsam, wenn du jeden Abend mit Freunden unterwegs bist. Ich habe dann das Gef&uuml;hl, dass sie dir wichtiger sind als ich.&ldquo; Das klingt ganz anders als &bdquo;Jeden Abend bist du weg. Ist dir eigentlich egal, wie ich mich dabei f&uuml;hle?&ldquo;, nicht wahr?</p><h2><strong>Gewaltfreie Kommunikation ein&uuml;ben &ndash; wie gelingt&rsquo;s?</strong></h2><p>Nun wirst du vielleicht einwenden: Das wei&szlig; ich alles bereits, aber im Streit denke ich da nie dran. So geht es mir auch. Sonst h&auml;tten mein Mann und ich uns letztens nicht in die Haare gekriegt.</p><p>Tats&auml;chlich muss man die Gewaltfreie Kommunikation erst ein&uuml;ben. Denn sie unterscheidet sich stark davon, wie wir sonst miteinander reden. Am besten tust du das nicht mitten in einem Streit, sondern &uuml;bst es in &bdquo;Friedenszeiten&ldquo; bei vergleichsweise harmlosen Interessenskonflikten. Daf&uuml;r suchst du dir jemanden, der sich wie du eine bessere Streitkultur w&uuml;nscht.&nbsp;</p><p>Zur Unterst&uuml;tzung gibt es in der Gewaltfreien Kommunikation zudem vier Schritte, die du in einem Konflikt nacheinander abarbeiten kannst. Das hilft dir, um wirklich Klarheit und Wertsch&auml;tzung einzu&uuml;ben.</p><p>Ich beziehe mich hier auf die Beschreibung dieser Schritte aus dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/144642" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Einander verstehen lernen &ndash; Wie uns verbindet, was wir sagen&ldquo;</a> von Elisabeth Haag. Du findest sie aber auch in anderen Quellen zur GFK, eventuell aber in leicht abge&auml;nderter Form.</p><h3><strong>Schritt 1: Beobachten</strong></h3><p>Zun&auml;chst ist es wichtig, die Situation zu beobachten und vor dem anderen zu benennen. Vielleicht denkst du jetzt: Das ist ja ganz einfach. Oder du fragst dich, warum du das tun sollst. Schlie&szlig;lich kennen du und der andere die Situation zur Gen&uuml;ge. Dann tritt bitte einen Schritt zur&uuml;ck und frage dich: Stimmt das wirklich?</p><p>In vielen F&auml;llen beobachten wir das Verhalten einer anderen Person und interpretieren einen nicht unerheblichen Teil hinein. Die Sp&uuml;lmaschine ist noch nicht ausger&auml;umt, also haben deine Kinder oder dein Partner das mal wieder bewusst dir &uuml;berlassen. Dein Chef gibt dir am sp&auml;ten Nachmittag noch einen wichtigen Arbeitsauftrag und du denkst: Der g&ouml;nnt mir auch gar keinen Feierabend.</p><p>Aber ist wahr, was du in diese Situationen hineininterpretierst? Vielleicht ist deinen Kindern nicht aufgefallen, dass die Sp&uuml;lmaschine ausger&auml;umt werden kann. Und vielleicht gibt dir dein Chef den Auftrag nur, um ihn vor seinem Feierabend aus dem Kopf zu haben.</p><blockquote><p>Es lohnt sich daher, die Situation, &uuml;ber die du dich gerade &auml;rgerst, genau anzuschauen und im Gespr&auml;ch mit dem anderen erstmal nur deine Beobachtungen und nicht deine Interpretation zu &auml;u&szlig;ern.</p></blockquote><p>In dem Beispiel mit dem Chef kannst du sagen: &bdquo;Du hast mir noch einen Auftrag gegeben, aber ich will in einer halben Stunde Feierabend machen. In der Zeit werde ich die Aufgabe nicht mehr schaffen.&ldquo;</p><p>So formulierst du klar, wie die Dinge stehen. Ob dein Chef dir mit der Aufgabe &Uuml;berstunden anordnen wollte, l&auml;sst du erstmal au&szlig;en vor. Wenn das seine Intention war, wird er dies nun sagen. Wenn nicht, wird er dir mitteilen, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss, oder er wird sie selbst angehen oder an jemand anderen delegieren. In jedem Fall hast du eine m&ouml;glicherweise falsche Vorannahme vermieden.</p><h3><strong>Schritt 2: Gef&uuml;hle und Gedanken schildern</strong></h3><p>Manchmal kl&auml;ren sich Interessenskonflikte schon, wenn du die Situation so schilderst, wie du sie wahrnimmst. In dem Beispiel mit dem Chef kann es also sein, dass allein deine Beobachtung dazu f&uuml;hrt, dass sich die Dinge zum Guten wenden und du p&uuml;nktlich in den Feierabend kommst.</p><p>Meist ist aber auch der zweite Schritt n&ouml;tig, um einen Konflikt friedlich aus der Welt zu schaffen. Hier wird es nun komplizierter. Denn jetzt dr&uuml;ckst du deine Gedanken und Gef&uuml;hle aus, solltest dabei aber ganz bewusst bei dir bleiben.</p><p>Das k&ouml;nnte in unserem Sp&uuml;lmaschinen-Beispiel so aussehen: &bdquo;Wenn ich die Sp&uuml;lmaschine unausger&auml;umt vorfinde, habe ich den Eindruck, es sei allein meine Aufgabe, unsere K&uuml;che ordentlich zu halten. Das betr&uuml;bt mich. Zudem setzt es mich unter Druck, da ich noch andere Haushaltsaufgaben zu erledigen habe.&ldquo;</p><p>Wie du siehst, verwende ich in meinem Beispiel nicht einmal das Wort &bdquo;Du&ldquo;. Das sind die ber&uuml;hmten Ich-Botschaften, mit denen wir vormalige Du-Botschaften in unserer Kommunikation ersetzen. Dennoch ist dem Gegen&uuml;ber sofort klar, dass sein Verhalten diese Gef&uuml;hle mitverursacht hat.</p><p>Manche Menschen werden daher bereits auf eine solche &Auml;u&szlig;erung anspringen. Dann ist es sinnvoll, noch einmal klarzumachen: Ich spreche hier von meinen Gef&uuml;hlen und davon, dass ich mir die Dinge anders w&uuml;nsche. Das ist erstmal kein Angriff gegen dich.</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn dein Gegen&uuml;ber das kapiert und dann auch real erlebt, dass auf solch eine Selbstoffenbarung kein direkter Angriff folgt, wird er bereit sein, dir zuzuh&ouml;ren.</p></blockquote><h3><strong>Schritt 3: Bed&uuml;rfnisse erkennen und &auml;u&szlig;ern</strong></h3><p>Jetzt geht es um die Bed&uuml;rfnisse und das ist der schwierigste Part. Vielleicht hast du schon beim &Auml;u&szlig;ern deiner Gef&uuml;hle gemerkt, dass da noch ganz andere Emotionen mit im Spiel sind als Wut oder Emp&ouml;rung. Und eventuell f&auml;llt es dir schwer, diese in Worte zu fassen, wenn dich die Situation oder das Verhalten des anderen nicht nur w&uuml;tend macht, sondern auch betr&uuml;bt oder Angst in dir weckt.</p><p>Oft kaschieren wir Gef&uuml;hle, die uns verletzlich zeigen, hinter Wut. Aber erst deine unterschwelligen Gef&uuml;hle helfen dir weiter, um dein eigentliches Bed&uuml;rfnis zu erkennen.</p><p>Schauen wir hier noch mal auf das Beispiel mit der Sp&uuml;lmaschine. Auf den ersten Blick scheint das Bed&uuml;rfnis zu sein, die Sp&uuml;lmaschine nicht immer selbst ausr&auml;umen zu m&uuml;ssen. Ein sehr verst&auml;ndlicher Wunsch, aber nicht das einzige Bed&uuml;rfnis im Beispiel.</p><p>In meiner Ich-Botschaft formuliert die Person auch, dass sie sich allein f&uuml;r die Sauberkeit und Ordnung in der K&uuml;che zust&auml;ndig f&uuml;hlt. Das zeigt das Bed&uuml;rfnis, nicht allein die Verantwortung f&uuml;r diese Dinge tragen zu m&uuml;ssen. Dann sagt sie noch, dass es sie unter Druck setzt, neben anderen Aufgaben noch die Sp&uuml;lmaschine ausr&auml;umen zu m&uuml;ssen. Sprich: Auch das Bed&uuml;rfnis, Haushaltsarbeiten ohne Stress zu erledigen, spielt eine Rolle.</p><p>Diese beiden Bed&uuml;rfnisse sind erf&uuml;llbar, selbst wenn das Hauptbed&uuml;rfnis, die Sp&uuml;lmaschine nicht immer selbst auszur&auml;umen, aus irgendwelchen Gr&uuml;nden nicht erf&uuml;llbar sein sollte. Andere Familienmitglieder oder Mitbewohner k&ouml;nnten etwa andere Haushaltst&auml;tigkeiten &uuml;bernehmen, um die Person zu entlasten. Eventuell w&auml;re auch die Anstellung einer Haushaltshilfe eine Option.</p><p>Was zeigt dieses Beispiel? 1. Oft liegen weitere Bed&uuml;rfnisse hinter einem scheinbar einfachen Bed&uuml;rfnis. 2. Es gibt verschiedene M&ouml;glichkeiten, Bed&uuml;rfnisse zu erf&uuml;llen.</p><blockquote><p>Wenn mein Partner, meine Freundin oder mein Chef mein Bed&uuml;rfnis nicht so erf&uuml;llen kann oder will, wie ich es mir w&uuml;nsche, lohnt es sich, gemeinsam zu schauen, welche anderen Strategien zur Bed&uuml;rfniserf&uuml;llung mir offenstehen.</p></blockquote><p>Wenn ich einsam bin, muss nicht zwangsl&auml;ufig mein Partner diese Einsamkeit f&uuml;llen. Wenn ich Entlastung bei Aufgaben brauche, ist nicht per se der andere in der Pflicht. Das bedeutet aber auch: Ich akzeptiere, dass zuallererst ich f&uuml;r die Erf&uuml;llung meiner Bed&uuml;rfnisse zust&auml;ndig bin. Wenn ich dabei Hilfe brauche, formuliere ich dies als Bitte an den anderen.</p><h3><strong>Schritt 4: Klare Bitten &auml;u&szlig;ern</strong></h3><p>Den anderen zu bitten, mir meine Bed&uuml;rfnisse zu erf&uuml;llen oder mir Raum zu schaffen, damit ich mich selbst um meine Bed&uuml;rfnisse k&uuml;mmern kann, ist der vierte Schritt in der Gewaltfreien Kommunikation. Hier ist entscheidend, dass ich meine Bitte klar, aber nicht als Forderung formuliere.</p><blockquote class="noshare"><p>Sinnvoll ist, wenn ich zu diesem Zeitpunkt bereits meine verschiedenen Bed&uuml;rfnisse f&uuml;r mich gekl&auml;rt und im besten Fall dem anderen mitgeteilt habe. Dann formuliere ich daraus eine klare Bitte.</p></blockquote><p>Hier lohnt es sich, wirklich ehrlich zu sein. Oft neigen wir dazu, tiefzustapeln und nur um den kleinen Finger zu bitten, wenn wir eigentlich die ganze Hand wollen.</p><p>Doch dieses Vorgehen birgt neues Konfliktpotenzial. Denn selbst, wenn ich es nicht &auml;u&szlig;ere, sp&uuml;rt der andere, was ich mir unterschwellig von ihm w&uuml;nsche. Eventuell wird er sich sogar manipuliert f&uuml;hlen. Besser ist es, ganz frei heraus, aber wertsch&auml;tzend zu sagen, was ich mir w&uuml;nsche.</p><p>Dann schweige ich und warte auf die Antwort des anderen. Folgt ein Nein, bringe ich mein Bed&uuml;rfnis erneut vor und suche einen Kompromiss. Im besten Fall habe ich mir bereits eine zweitbeste Option &uuml;berlegt, die ich nun vorschlagen kann. Wenn nicht, frage ich den anderen, ob er andere M&ouml;glichkeiten sieht, meinem Bed&uuml;rfnis zu begegnen.</p><p>Ich kann auch eine Bedenkzeit vorschlagen, damit der andere und ich &uuml;ber andere Optionen der Bed&uuml;rfniserf&uuml;llung nachdenken k&ouml;nnen. Im besten Fall findet dann zeitnah ein Anschlussgespr&auml;ch statt, in dem wir erneut auf unsere jeweiligen Bed&uuml;rfnisse schauen und einen Umgang damit finden, der f&uuml;r uns beide passt.</p><h2><strong>Die Bed&uuml;rfnisse des anderen sehen</strong></h2><p>Bislang habe ich die einzelnen Schritte der GFK vor allem aus Sicht einer Person geschildert, aber nat&uuml;rlich funktioniert die Methode am besten in Wechselwirkung. Sprich: Wenn bei jedem Schritt auch der andere seine Sichtweise &auml;u&szlig;ert.</p><p>Denn die Gewaltfreie Kommunikation ist keine Einbahnstra&szlig;e. Es geht eben nicht allein darum, meine Interessen in einem Konflikt zu vertreten. Vielmehr soll diese Methode einen sicheren Raum &ouml;ffnen, in dem beide Streitparteien ihre Gef&uuml;hle und Bed&uuml;rfnisse &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen und jeder seine W&uuml;nsche an den anderen formulieren darf.</p><p>Bed&uuml;rfnisse und Bitten zu formulieren, f&auml;llt oft einer Partei leichter als der anderen. Wenn du das in deiner Paarbeziehung, Freundschaft oder im Arbeitskontext beobachtest, frage bewusst auch nach den Bed&uuml;rfnissen des anderen. Genauso darfst du auch mal etwas bestimmter f&uuml;r deine Bed&uuml;rfnisse einstehen, sollten sie immer wieder &uuml;bergangen werden.</p><blockquote><p>Denn die Gewaltfreie Kommunikation lehrt nicht nur ein faireres Streiten, sondern m&ouml;chte auch Beziehungen auf Augenh&ouml;he erm&ouml;glichen.</p></blockquote><h2><strong>Stolpersteine aus dem Weg r&auml;umen</strong></h2><p>Damit das m&ouml;glich wird, ist es wichtig, ihre Prinzipien wirklich im Kern zu verinnerlichen. Viel zu leicht passiert es, dass wir Bewertungen als Beobachtung tarnen oder unter dem Mantel von Gef&uuml;hlen Interpretationen &auml;u&szlig;ern. Wenn du einen Satz mit &bdquo;Ich f&uuml;hle, dass du &hellip;&ldquo; oder &bdquo;Ich beobachte, dass du &hellip;&ldquo; beginnst, frage dich, ob du nicht indirekt einen Vorwurf formulierst. Wenn dem so ist, halte inne und formuliere den Satz um.</p><blockquote class="noshare"><p>Generell lohnt sich immer die Frage: Ist meine Bitte konkret, positiv formuliert, im Hier und Jetzt und kann der andere sie erf&uuml;llen?</p></blockquote><p>Hier und da passiert es n&auml;mlich, dass man seine Bitte mit einer indirekten Drohung verbindet (&bdquo;Wenn, dann &hellip;&ldquo;, &bdquo;Sonst &hellip;&ldquo;). Auch das ist nicht die feine englische Art. Gleichsam kann es in Einzelf&auml;llen legitim und durchaus sinnvoll sein, aufzuzeigen, dass ein Missachten der eigenen Bed&uuml;rfnisse Konsequenzen haben wird.</p><p>Wenn etwa jemand dich ausbeutet oder dir sogar k&ouml;rperliche oder seelische Gewalt antut, solltest du dich aus dieser Situation schnellstm&ouml;glich befreien. Sinnvoll ist aber auch hier, in der Kommunikation bei dir zu bleiben. Benenne die Konsequenzen als f&uuml;r dich logische Folge aus dem Verhalten des anderen, nicht als Strafe oder gar Rache.</p><h2><strong>Gott sieht auch ungestillte Bed&uuml;rfnisse</strong></h2><p>Nicht alle meine Bed&uuml;rfnisse werden erf&uuml;llt, nur weil ich freundlich darum bitte. Genauso wenig kann ich mir meine Bed&uuml;rfnisse immer selbst erf&uuml;llen, sollten andere es nicht tun. In dieser Hinsicht bleiben wir alle ein St&uuml;ckweit von anderen abh&auml;ngig.</p><p>Hierzu passt ein Zitat, das Nora Imlau zugeschrieben wird: &bdquo;Gestillte Bed&uuml;rfnisse verschwinden. Unerf&uuml;llte begleiten uns ein Leben lang.&ldquo; Tats&auml;chlich ist es so, dass unerf&uuml;llte Bed&uuml;rfnisse uns manchmal l&auml;nger begleiten und sich tiefer einpr&auml;gen als unsere vielen erf&uuml;llten Bed&uuml;rfnisse.</p><blockquote><p>Vielleicht erlebst auch du in deinem Leben, dass deine Bed&uuml;rfnisse gerade massiv &uuml;bergangen werden und Interessenskonflikte fortbestehen. Dann wende dich mit dieser Not an Gott. Schildere ihm, was du brauchst.</p></blockquote><p>In den meisten F&auml;llen wirst du kein sofortiges Wunder erleben. Aber vielleicht begegnet er deiner Sorge durch ein ermutigendes Bibelwort oder ist dir in deiner Einsamkeit nahe, wenn du an anderen Stellen keine erf&uuml;llende Gemeinschaft erlebst.</p><p>Gott sieht dich und deine Bed&uuml;rfnisse. Er nimmt sie ernst und deshalb darfst auch du sie ernstnehmen und in deinen Beziehungen f&uuml;r sie eintreten. Aber wo dies nicht gelingt, f&auml;ngt er erst an. Bist du bereit, darauf zu vertrauen?<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17220413.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Tue, 02 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zeit für Liebe]]></title>
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      <description><![CDATA[Neben allen Vorbereitungen im Advent kommt eines oft zu kurz: gemeinsame Zeit. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111801.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Anastasia Shuraeva /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Endlich ist es so weit! Seit Wochen schon habe ich mit den Hufen gescharrt. Ungeduldig stand ich vor meiner DVD-Sammlung. Wann kann ich endlich wieder meine liebsten weihnachtlichen Filme anschauen? Im Kalender hat sich in den letzten Wochen gef&uuml;hlt gar nichts vorw&auml;rtsbewegt. Doch nun ist es so weit. Seit Sonntag, dem ersten Advent, gibt es f&uuml;r mich kein Halten mehr.&nbsp;</p><p>S&auml;mtliche Wochenenden sind verplant, um all die Filme zu schauen, die nur im Dezember wirklich Freude bereiten und uns als Familie auf das kommende Fest einstimmen. Dazu z&auml;hlen unter anderem &bdquo;Der kleine Lord&ldquo;, &bdquo;Betty und ihre Schwestern&ldquo; und auch &bdquo;A Christmas Carol&ldquo; von Charles Dickens, aber nur in der einzig wahren Version aus dem Jahr 1984 mit George C. Scott.</p><h2>Eine besondere Zeit der Freundlichkeit und N&auml;chstenliebe</h2><p>Die Dialoge in den Filmen kann ich fast auswendig mitsprechen, denn wir sehen die Filme schon seit Jahrzehnten. Warum alle Jahre wieder immer dieselben Geschichten? Ich wei&szlig; es ganz genau: Sie erzeugen ein ganz bestimmtes Gef&uuml;hl. Ein Gef&uuml;hl der Vertrautheit und des Wohlbehagens. Und sie haben eine Botschaft. Es geht um die Kraft der Liebe und es geht um Weihnachten. Beides geh&ouml;rt in diesen Geschichten unabdingbar zusammen.&nbsp;</p><p>So formuliert es Fred Holywell, der Neffe von Ebenezer Scrooge, in &bdquo;A Christmas Carol&ldquo;:</p><blockquote><p>Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit, in der Menschen ihre Herzen &ouml;ffnen und Freundlichkeit und N&auml;chstenliebe viel h&auml;ufiger vorkommen.&nbsp;</p></blockquote><p>Was sein Onkel nicht versteht, der Weihnachten f&uuml;r eine verlogene und kommerzielle Veranstaltung h&auml;lt. Solche warmen Gef&uuml;hle sind ihm fremd. Die Botschaft von Weihnachten, ist eine Botschaft der Liebe. Gemeinsam als Familie schauen wir uns diese traditionellen Filme an, weil sie uns genau daran erinnern.&nbsp;</p><p>Meine Frau brachte neulich eine Tasche mit nach Hause, auf der steht: &bdquo;Die wichtigsten Dinge im Leben sind keine Dinge!&ldquo; Genau so ist es! Deshalb ist es uns wichtig, rund um Weihnachten so viel Zeit wie m&ouml;glich als Familie und mit Freunden zusammen zu verbringen. Denn das Wichtigste sind letztlich die Menschen, mit denen wir gerne zusammen sind. Ob es nun die Familie ist, Freunde, Nachbarn oder wer auch immer.&nbsp;</p><h2>Das Wichtigste sind die Menschen</h2><p>Gott geht es ganz genauso. Er liebt uns so sehr und will uns nahe sein! Deswegen sendet er seinen Sohn auf diese Erde. An Weihnachten, die Geburt von Jesus Christus, kommt Gott uns zum Greifen nahe. Indem Gott, der Vater, seinen Sohn auf die Erde schickt, ver&auml;ndert sich dadurch auch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen.&nbsp;</p><p>Durch Weihnachten k&ouml;nnen alle Menschen zur Familie Gottes geh&ouml;ren, k&ouml;nnen S&ouml;hne und T&ouml;chter Gottes sein. Ich bin ein Kind Gottes. Jesus selbst sagt es einmal so: <em>&bdquo;Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus3%2C35" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 3,35</a>). In der Bibel steht weiter dazu: <em>&bdquo;Seht doch, wie sehr uns der Vater geliebt hat! Seine Liebe ist so gro&szlig;, dass er uns seine Kinder nennt &ndash; und wir sind es wirklich!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes3%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 3,1a</a>)&nbsp;</p><blockquote><p>Das ist der Kern von allem: Gottes Liebe zu uns Menschen. Ohne diese bedingungslose Liebe g&auml;be es kein Fest, auf das wir uns vorbereiten k&ouml;nnten. Es g&auml;be kein wohliges Gef&uuml;hl der Liebe, in das wir eintauchen und das wir weitergeben k&ouml;nnten.&nbsp;</p></blockquote><p>Wer diesen Kern von Weihnachten versteht, begreift, dass es nichts Gr&ouml;&szlig;eres gibt, als diese Art der Liebe.&nbsp;</p><h2>Die Liebe z&auml;hlt</h2><p>Wer in der Adventszeit nur daran denkt, welche Geschenke noch zu besorgen sind und was alles noch f&uuml;r das perfekte Fest zu organisieren ist, verpasst das Wesentliche in diesen Wochen. Nat&uuml;rlich kann ich auch durch die Geschenke unterm Baum, das Festessen auf einem sch&ouml;n hergerichteten Tisch oder andere Aufmerksamkeiten meine Liebe zeigen. Aber, dann sollte auch wirklich Liebe drinstecken und nicht einfach nur Pflichterf&uuml;llung, Tradition oder schlichte Gewohnheit.&nbsp;</p><p>Was ist deine Motivation bei all den Vorbereitungen in den Wochen vor Weihnachten? Was sind deine Priorit&auml;ten? Was macht die Adventszeit f&uuml;r dich im Wesentlichen aus? Ist neben den Terminen und der Hektik auch Raum f&uuml;r die Begegnung mit anderen Menschen?</p><h2>Liebe weitergeben</h2><p>Immer, wenn ich einen der Weihnachtsfilme schaue, erinnert es mich daran, worum es an Weihnachten tats&auml;chlich geht: Gottes Liebe macht es m&ouml;glich, dass Menschen in den Wochen vor Weihnachten ihre Herzen &ouml;ffnen und Liebe verschenken &ndash; durch kleine oder gro&szlig;e Gesten und manchmal auch da, wo man es nicht erwarten w&uuml;rde.&nbsp;</p><blockquote><p>Gottes Liebe macht es m&ouml;glich, dass Menschen in den Wochen vor Weihnachten ihre Herzen &ouml;ffnen und Liebe verschenken.&nbsp;</p></blockquote><p>Vielleicht w&auml;re der Besuch bei einem einsamen Menschen eine gute Idee oder eine Weihnachtskarte an jemanden, den man lange nicht gesehen hat. Oder eine kleine Aufmerksamkeit f&uuml;r Menschen, die uns t&auml;glich begegnen. Ein kleines Zeichen der Freundlichkeit eben. Ein Zeichen der Liebe, die uns auch Gott erweist.&nbsp;</p><p>Ja, die Advents- und Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit, auf die ich mich jedes Jahr aufs Neue freue. Ich kann es kaum erwarten!</p>
<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17219726.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi]]></author>
      <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Schlafkiller Stress]]></title>
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      <description><![CDATA[Viele Menschen leiden unter Schlaflosigkeit, weil sie sich gestresst fühlen. Burnout-Präventionscoach Stephan Menzel gibt Tipps für besseren Schaf.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111816.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Wie hast du heute geschlafen? &Uuml;ber diese Frage redet nicht jeder gerne. Laut einer <a href="https://www.mylaif.de/schlafbericht" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Umfrage aus dem Jahr 2023</a> leiden 42 Prozent der Deutschen unter Schlafproblemen. Knapp ein Drittel der Schlechtschl&auml;fer gibt k&ouml;rperliche Beschwerden an, aber &uuml;ber 50 Prozent der Betroffenen sprechen von seelischen Faktoren, vor allem Stress.</p><p>Stephan Menzel trifft als zertifizierter Burnout-Pr&auml;ventionscoach in seinen Beratungsgespr&auml;chen auf viele Schlechtschl&auml;fer. Johannes Kolk hat mit ihm im <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer">ERF Plus Podcast &bdquo;Homemade Stress&ldquo;</a> dar&uuml;ber gesprochen, wie man wieder zu einem guten Schlaf findet.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Stephan, warum ist Stress ein Schlafkiller?</strong></p><p>Stephan Menzel: Weil wir viele Dinge, die wir am Tag nicht gel&ouml;st bekommen, einfach mit in den Schlaf nehmen. Der K&ouml;rper ist dann abends nach wie vor angespannt: Manche klagen &uuml;ber Nacken- oder R&uuml;ckenschmerzen, obwohl rein k&ouml;rperlich alles okay ist. Das ist oft ein Symptom von innerer Anspannung.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Menschen, die einem k&ouml;rperlich anstrengenden Beruf nachgehen, klagen tendenziell weniger &uuml;ber Stress und Schlafprobleme. Warum eigentlich?</strong></p><p>Stephan Menzel: Die Krankenkassen und die Berufsverb&auml;nde ermitteln ziemlich genau, welche Berufsgruppen von Stresserkrankungen h&auml;ufiger betroffen sind. Und Menschen, die k&ouml;rperlich arbeiten, sind wesentlich weniger der Gefahr eines Burnouts ausgesetzt.</p><p>Man vermutet, dass diese Menschen es schaffen, die Energie, die durch Stress im K&ouml;rper erzeugt wird, &uuml;ber den Tag abzubauen. Die Stresshormone werden durch diese k&ouml;rperliche Arbeit direkt wieder abgebaut. Und ja, auch ich begleite im Wesentlichen sogenannte &bdquo;Kopfarbeiter&ldquo;, die in der Regel wenig Tagesbewegung haben.</p><h2><strong>Wenn man den Tag nachts nicht loslassen kann</strong></h2><p><strong>ERF: Du hattest selbst schon einen Burnout. Wie sah eigentlich bei dir vor deinem Burnout dein Schlaf aus?</strong></p><p>Stephan Menzel: Bescheiden. Zuerst war das unmerklich, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich immer weniger Schlaf bekomme und mein Schlaf von der Qualit&auml;t her schlechter und schlechter wurde. Ich war nicht mehr regeneriert, hatte aber trotzdem noch diese ganzen Themen im Kopf, die es zu bew&auml;ltigen galt. Das hat letztlich dazu gef&uuml;hrt, dass meine k&ouml;rperliche Verfassung insgesamt schlechter wurde.</p><p>Das ist das Gef&auml;hrliche, dass man es zun&auml;chst gar nicht so richtig wahrnimmt: Da wird mal da eine halbe Stunde weniger geschlafen, dann hier noch mal eine halbe Stunde weniger. Man ist nachts l&auml;nger auf, bet&auml;ubt sich mit Fernsehen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Stress ist also ein echter Schlafkiller, ohne dass mir der Schlafverlust etwas bringt: Ich kann ja in der Nacht meist nichts mehr an dem &auml;ndern, was mich am Tag frustriert oder gestresst hat.</strong></p><p>Stephan Menzel: Da sprichst du einen wichtigen Aspekt an. Viktor Frankl hat es mal so ausgedr&uuml;ckt: &bdquo;Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum der Entscheidung.&ldquo; Entweder du steigerst dich jetzt weiter in die Themen des vergangenen Tages rein. Oder du sagst ganz bewusst: &bdquo;Vorbei ist vorbei. Ich k&uuml;mmere mich morgen wieder um diese Themen.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Das hei&szlig;t nicht, dass ich es unter den Teppich kehre, aber dass ich bewusst die Entscheidung treffe: &bdquo;Heute kann ich nichts mehr &auml;ndern.&ldquo; Ganz n&uuml;chtern und sachlich. Das ist ein bewusster Entscheidungsprozess.</p></blockquote><h2><strong>Gute Schlafroutinen entwickeln</strong></h2><p><strong>ERF: Werden wir konkret: Was ist ein guter erster Schritt zu einem besseren Schlaf?</strong></p><p>Stephan Menzel: Erst einmal wahrzunehmen: &bdquo;Wie empfinde ich gerade meinen Schlaf?&ldquo; Wenn man dabei zum Schluss kommt, dass man zu wenig schl&auml;ft, sollte man sich daf&uuml;r aber nicht selbst verurteilen. M&ouml;glicherweise gibt es k&ouml;rperliche Ursachen f&uuml;r Schlaflosigkeit, da sollte man also als Erstes den Hausarzt, die Haus&auml;rztin aufsuchen.</p><p>K&ouml;nnen k&ouml;rperliche Ursachen ausgeschlossen werden, geht es im n&auml;chsten Schritt darum, eine Schlafroutine zu entwickeln. Zum Beispiel eine feste Uhrzeit zum Schlafen festzulegen, das Smartphone auszuschalten und nicht bis zum Einschlafen die Nachrichten checken. Es gibt viele Hilfen, wie eine gesunde Schlafroutine aussehen kann.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Stichwort Smartphone: Ich habe schon mit unterschiedlichen Leuten gesprochen, denen es richtig schwerf&auml;llt, abends das Handy wegzulegen. Es f&uuml;hlt sich f&uuml;r sie nach &bdquo;Weltflucht&ldquo; an, wenn sie nicht die aktuellen Nachrichten im Blick haben.</strong></p><p>Stephan Menzel: Das ist ja diese FOMO, &bdquo;Fear of Missing Out&ldquo;: Die Angst, dass ich irgendwas verpasse. Dieses Gef&uuml;hl hat besonders durch soziale Medien Einzug gehalten. Da sp&uuml;re ich, wie dynamisch unsere Umwelt in den letzten 20 Jahren geworden ist.</p><blockquote><p>Ich lade da gerne zum Experiment ein: Schau doch einfach mal eine Woche abends keine Nachrichten mehr an und zieh am Ende der Woche das Fazit: Was habe ich denn verpasst? Habe ich &uuml;berhaupt etwas verpasst?</p></blockquote><p>Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich die Welt trotzdem weitergedreht hat und ich mein Leben gut gestalten konnte. Nat&uuml;rlich ist es wichtig, sich zu informieren, aber meistens reicht es, am Folgetag die Nachrichten zu lesen.</p><h2><strong>Muss ich immer erreichbar sein?&nbsp;</strong></h2><p><strong>ERF: Das hat ja fr&uuml;her auch funktioniert: Da hat man morgens die Zeitung gelesen und abends die Tagesschau geschaut. Das war&rsquo;s. Und die Leute waren trotzdem gut informiert. Ein weiterer Aspekt, warum Menschen abends das Smartphone bei sich haben, ist die Erreichbarkeit. Konkret: f&uuml;r Notf&auml;lle auf der Arbeit oder in der Familie.</strong></p><p>Stephan Menzel: Auch hier lohnt sich der Blick zur&uuml;ck: Wie war das fr&uuml;her? Da gab es auch schon Telefone im Haus, aber sie waren an einem zentralen Ort und die hat man im Notfall auch nachts geh&ouml;rt. Ein probates Mittel ist aus meiner Sicht, das Handy erst gar nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Und ich kann mein Smartphone auch so einstellen, dass nur gewisse Anrufe abends durchkommen, zum Beispiel nur die Kinder und die pflegebed&uuml;rftigen Eltern. Alles andere kann warten, vor allem die Nachrichten von der Arbeit.</p>

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<h3><strong>5 Tipps f&uuml;r einen besseren Schlaf</strong></h3><h4>1. <strong>Das Smartphone rechtzeitig ablegen</strong></h4><p>Leg dein Smartphone am besten 2 Stunden vor dem Schlafengehen zur Seite. Damit reduziert du Gedanken- und Gef&uuml;hlsimpulse, die dir den Schlaf rauben k&ouml;nnten. Au&szlig;erdem wirkt das blaue Licht von Bildschirmen aufputschend und kann selbst bei ausgeglichener Stimmung das Einschlafen verz&ouml;gern.</p><h4>2. <strong>Offline-Zeiten vor dem Zubettgehen bewusst gestalten</strong></h4><p>Entspannende Offline-T&auml;tigkeiten k&ouml;nnen helfen, besser einzuschlafen. Es kann sich lohnen, eine Runde spazieren zu gehen, Sauerstoff zu tanken und dabei den Tag Revue passieren zu lassen. Auch ein hei&szlig;es Bad, das Lesen eines guten Buches oder ruhige Handarbeiten k&ouml;nnen helfen.</p><h4>3. <strong>Entspannungs&uuml;bungen oder Meditationen</strong></h4><p>Sehr empfehlenswert ist hier die progressive Muskelentspannung, die eine bewusste An- und Entspannung der Muskelgruppen im K&ouml;rper f&ouml;rdert. Aber auch ein Stillegebet, eine christliche Meditation oder andere Entspannungs&uuml;bungen verbessern das Einschlafen.</p><h4>4. <strong>Ein Dankbarkeitstagebuch f&uuml;hren</strong></h4><p>Notiere dir drei Dinge am Tag, die gut gelaufen sind. Das kannst du in einem Tagebuch oder auf Zetteln tun, die du sammelst und dir sp&auml;ter wieder anschaust. Selbst das Notieren von Kleinigkeiten wie einem netten Gespr&auml;ch oder einem leckeren Essen kann helfen, mit einer positiven Grundstimmung in den Schlaf zu gehen.&nbsp;</p><h4>5. <strong>Erinnerungsblock neben dem Bett</strong></h4><p>Wenn dir mitten in der Nacht To-Dos einfallen, kannst du sie dir so sofort notieren. Du kannst sie dann entspannt wieder das Licht l&ouml;schen und sie am Folgetag angehen ohne Sorge haben zu m&uuml;ssen, etwas Wichtiges zu vergessen.<br />
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<h2><strong>Konflikte abends loslassen</strong></h2><p><strong>ERF: Routinen und ein guter Umgang mit dem Smartphone sind also hilfreich beim guten Schlafen. Aber was ist mit den psychischen Belastungen, zum Beispiel zwischenmenschliche Konflikte? Ich stelle es mir schwierig vor, so etwas allein durch Schlafroutinen zu l&ouml;sen. Wie kann ich solche Themen aus dem Weg schaffen, wenn ich besser schlafen will?</strong></p><p>Stephan Menzel: Auch da kommt mir wieder der Satz von Viktor Frankl &uuml;ber Reiz und Reaktion in den Sinn. Ich habe zwei M&ouml;glichkeiten: Ich drehe mich in dieser Gedankenwaschmaschine und gr&uuml;bele, wie ich jetzt mit dem Konflikt umgehen soll.</p><blockquote><p>Die Wahrheit ist allerdings: Ich werde den Konflikt in diesem Moment, in dieser Nacht nicht l&ouml;sen k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Das kann ich mir bewusst machen und in diesem Raum zwischen Reiz und Reaktion sagen: &bdquo;Okay, das Thema ist noch da, aber heute kann ich nichts mehr daran &auml;ndern.&ldquo;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Okay, also mal angenommen, ich liege da und merke, dass all diese tr&uuml;ben Gedanken, die vielen Sorgen da sind. Was kann ich tun, um zur Ruhe zu kommen?&nbsp;</strong></p><p>Stephan Menzel: Mit dem Burnout bin ich auch an einer Depression erkrankt. Es war vorher schon so, dass tr&uuml;be Gedanken in der Nacht kamen, und zum Schluss hat mir die Kraft gefehlt, mich proaktiv dagegenzustellen. Ich habe dann gemerkt, dass ich zwei Abbiegem&ouml;glichkeiten habe: Gebe ich den dunklen Gedanken jetzt nach? Gebe ich ihnen Raum? Oder entscheide ich mich ganz bewusst, meinen Fokus auf etwas anderes zu legen. Das ist &uuml;berhaupt nicht trivial und einfach! Aber mir hat es geholfen, wieder St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck da rauszukommen.&nbsp;</p><p>Das gibt es heute auch noch, dass mich nachts ein tr&uuml;ber Gedanke einholt. Das ist selten geworden, aber es passiert noch. Dann entscheide ich mich bewusst f&uuml;r eine Dankbarkeits&uuml;bung oder ein Gebet: Ich spreche dann im Gebet aus, wof&uuml;r ich dankbar bin. Es gibt vieles, f&uuml;r das ich dankbar sein kann.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich lenke meinen gedanklichen Fokus also woanders hin und merke, wie mir das hilft, wieder mehr zur Ruhe zu kommen.</p></blockquote><p>Das ist diese bewusste Entscheidung, zu sagen: &bdquo;Wenn das jetzt kommt, gebe ich nicht den negativen Gedanken nach und lasse mich nicht in den Strudel ziehen, sondern ich entscheide mich, meinen Fokus auf etwas anderes zu legen.&ldquo; Das hilft mir pers&ouml;nlich sehr gut.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Eine letzte Frage habe ich noch an dich, Stephan: Was kann ich tun, um mit der Situation Frieden zu schlie&szlig;en, wenn sich einfach nichts ver&auml;ndert? Wenn es nicht nur um eine Nacht geht, in der ich schlecht schlafe, sondern wenn die Schlaflosigkeit richtig lang anh&auml;lt. Wie kann ich damit Frieden schlie&szlig;en?</strong></p><p>Stephan Menzel: Ich glaube, an erster Stelle akzeptiere ich, dass es erst einmal so ist. Warum auch immer es jetzt so ist und was dazu gef&uuml;hrt hat, ich muss und sollte mich f&uuml;r Schlaflosigkeit nicht verurteilen.</p><p><strong>ERF: Also erst einmal nicht bewerten, sondern einfach nur wahrnehmen, dass es jetzt so ist. Vielen Dank Stephan f&uuml;r das Interview und deine Impulse.</strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland / Johannes Kolk</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17218574.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland / Johannes Kolk]]></author>
      <pubDate>Sat, 29 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn die Nähe fehlt]]></title>
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      <description><![CDATA[Viele Menschen leiden unter Einsamkeit. Wie wird man einsam, was sind die Folgen und gibt es Hoffnung?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111458.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Rooted Studio /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><ul><li>Alleinsein ist nicht dasselbe wie Einsamkeit. Einsamkeit ist ein unfreiwilliger Mangel an Verbundenheit &ndash; auch inmitten anderer Menschen.</li><li>Einsamkeit kann jeden treffen. Besonders gef&auml;hrdet: &auml;ltere Menschen &uuml;ber 75 und junge Menschen zwischen 18-29 Jahren, Frauen, Alleinerziehende, Erkrankte, Menschen in Lebenskrisen.</li><li>Die Ursachen von Einsamkeit sind komplex. Pers&ouml;nliche Lebensumst&auml;nde und gesellschaftliche Ver&auml;nderungen wie die Digitalisierung und Individualisierung spielen dabei eine Rolle.</li><li>Folgen von Einsamkeit: psychische Belastungen, erh&ouml;htes Stresslevel, erh&ouml;htes Risiko f&uuml;r Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.</li><li>Der christliche Glaube kann tr&ouml;sten und st&auml;rken, ersetzt aber nicht menschliche N&auml;he und tragf&auml;hige Beziehungen.</li></ul><p><br />
Der Advent steht vor der T&uuml;r und wie jedes Jahr freue ich mich sehr darauf! Ich treffe mich mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt und bereite alles f&uuml;r Weihnachten vor &ndash; das Fest der Liebe und der Familie. Endlich wieder Zeit, um miteinander lecker zu essen, sich gegenseitig zu beschenken und bis in die Nacht Gesellschaftsspiele zu spielen.&nbsp;</p><p>Vielleicht geht es dir &auml;hnlich wie mir &ndash; oder es graut dir davor. Weil n&auml;mlich niemand da ist, mit dem du diese Tage verbringen kannst. F&uuml;r Menschen, die unter Einsamkeit leiden, ist diese Jahreszeit besonders herausfordernd.</p><h2>Allein sterben &ndash; Wie kommt es so weit?</h2><p>Einsamkeit ist keine Gef&uuml;hlsduselei, denn einsame Menschen sind sozial wie emotional auf sich allein gestellt. Was das im schlimmsten Fall bedeuten kann, verdeutlicht eine Pressemeldung, auf die ich bei meiner Recherche gesto&szlig;en bin: Eine Frau war in ihrer Wohnung gestorben. Erst, als sich die Mahnungen stapelten, &ouml;ffnete die Polizei ihre Wohnung &ndash; drei Jahre nach ihrem Tod. Ihre &Uuml;berreste lagen vor dem Fernseher, um sie herum unge&ouml;ffnete Weihnachtsgeschenke und Gru&szlig;karten. Die Heizung und der Fernseher liefen noch.<sup>1</sup></p><p>Diese Zeilen haben mich schockiert und ich kriege die Szene nur schwer aus dem Kopf. Ich frage mich: Wie kann es so weit kommen, dass ein Mensch stirbt, und lange Zeit nimmt niemand Notiz davon? Es ist sicherlich ein extremes Beispiel, aber es zeigt in aller Deutlichkeit die letzte Konsequenz von Einsamkeit.&nbsp;</p><p>Die Vorstellung, vergessen und in Einsamkeit zu sterben, ist grauenhaft; wenn da niemand ist, der unsere Hand h&auml;lt und uns auf unserem letzten Weg begleitet. Viele Menschen erleben Einsamkeit aber schon mitten im Leben.</p><p>Mehr Menschen als wir denken, sind von Einsamkeit betroffen und Einsamkeit hat weitreichendere Folgen als uns bewusst ist &ndash; f&uuml;r die Betroffenen selbst und f&uuml;r unsere Gesellschaft. Was sind die Ursachen und Folgen von Einsamkeit? Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Denn Einsamkeit hat komplexe Ursachen und ist eine sehr individuelle Erfahrung.&nbsp;</p><p>Dieser Artikel soll einen ersten Zugang erm&ouml;glichen. Ich beziehe mich dabei auf das&nbsp;<a href="https://shop.erf.de/products/00/144768" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Buch &bdquo;Die stille Gef&auml;hrtin. Einsamkeit verstehen und &uuml;berwinden&ldquo;</a> von Stephanie Hecke. Darin geht sie der Frage auf den Grund, warum sich so viele Menschen inmitten unserer Gesellschaft einsam f&uuml;hlen, und zeigt, wie erf&uuml;llende Gemeinschaft gelingen kann.</p><h2>Alleinsein = Einsamkeit?</h2><p>Um dem Ph&auml;nomen der Einsamkeit auf die Spur zu kommen, ist es zun&auml;chst hilfreich, einen wichtigen Unterschied zu verstehen: Einsamkeit ist etwas anderes als Alleinsein. Stephanie Hecke schreibt dazu: &bdquo;Einsamkeit ist sehr viel mehr als die Abwesenheit anderer Menschen. Denn das Alleinsein kann man wollen. Anders ist es mit der Einsamkeit: Einsam wird man.&ldquo;</p><p>Alleinsein kann ein gewollter Zustand oder eine bewusste Entscheidung sein. Wenn wir sp&uuml;ren, dass wir Zeit f&uuml;r uns selbst brauchen, ziehen wir uns zur&uuml;ck. Das gibt uns Raum f&uuml;r Erholung und Reflexion. Diese Zeit ist tempor&auml;r und wir sp&uuml;ren dabei innere Zufriedenheit.&nbsp;</p><p>Ich pers&ouml;nlich habe gerade in stressigen Zeiten immer wieder das Bed&uuml;rfnis, ein paar Minuten ganz f&uuml;r mich zu sein &ndash; bei einem Spaziergang, in der Badewanne, bei einem Buch oder still am Fenster im Gespr&auml;ch mit Gott. Das tut mir in all dem Trubel gut und ich merke, wie ich daraus Kraft sch&ouml;pfe.&nbsp;</p><p>Auch Menschen, die unfreiwillig viel allein sind, k&ouml;nnen trotzdem gl&uuml;cklich sein, weil sie wissen: Obwohl ich gerade allein bin, sind da tragende Beziehungen in meinem Leben.</p><h2>Der Einsamkeit auf den Grund gehen</h2><p>Einsamkeit hingegen ist ein unfreiwilliger Zustand, der entsteht, wenn die Verbindung zu anderen fehlt, obwohl wir sie uns w&uuml;nschen. Dazu muss ich nicht einmal physisch allein sein. Obwohl ich von vielen Menschen umgeben bin, kann ich mich dennoch sehr einsam f&uuml;hlen.&nbsp;</p><blockquote><p>Einsamkeit entsteht nicht durch physische Abwesenheit anderer, sondern durch das Gef&uuml;hl, nicht gesehen oder verstanden zu werden und sich keiner Beziehung oder Gruppe zugeh&ouml;rig zu f&uuml;hlen.</p></blockquote><p>Trotz vieler Kontakte gibt es eventuell niemanden, der mich wirklich versteht oder wei&szlig;, wie es mir im Inneren geht. Selbst eine Ehe, die Familie oder Freundschaften erf&uuml;llen das Bed&uuml;rfnis nach Verbundenheit nicht automatisch.&nbsp;</p><p>Einsamkeit ist ein sehr individuelles, oft schmerzhaftes Gef&uuml;hl der Isolation und Leere. Stephanie Hecke findet anschauliche Worte f&uuml;r ihre verschiedenen Facetten. Vielleicht hast du es so oder &auml;hnlich auch schon einmal gef&uuml;hlt:&nbsp;</p><p>&bdquo;Manchmal f&uuml;hlt sich die Einsamkeit an wie ein Wirbelsturm, der alles durcheinanderbringt. Und manchmal l&auml;hmt uns dieses schmerzende Gef&uuml;hl, sodass wir erstarren und der K&ouml;rper zu gefrieren scheint. Manchmal legt sie einen Schleier der Traurigkeit &uuml;ber uns, der das Herz verdunkelt. (&hellip;) An anderen Tagen macht sie uns schal und stumm, weil wir keine Worte finden und die gr&ouml;&szlig;ere und lautere Stimme der Lebensfreude und der Hoffnung in uns verstummt ist.&ldquo;</p><h2>Risikofaktoren f&uuml;r Einsamkeit&nbsp;</h2><p>Einsamkeit kann jeden treffen. Sie zieht sich durch alle gesellschaftlichen Milieus, durch alle Lebensphasen und Generationen. In jeder Nation und allen Kulturkreisen kennen Menschen Einsamkeit. Allein in Deutschland f&uuml;hlen sich Millionen Menschen einsam &ndash; eine erschreckend gro&szlig;e Zahl.&nbsp;</p><p>Niemand ist pauschal vor Einsamkeit gesch&uuml;tzt, gleichsam gibt es bestimmte Personengruppen, die st&auml;rker gef&auml;hrdet sind als andere. Die Daten des <a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Einsamkeitsbarometers des Bundesfamilienministeriums</a> zeigen, dass Frauen eine st&auml;rkere Einsamkeitsbelastung aufweisen als M&auml;nner. Vor allem alte Menschen &uuml;ber 75 Jahren sind stark betroffen. Aber auch junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren geh&ouml;ren zu den besonders gef&auml;hrdeten Personengruppen.&nbsp;</p><p>Neben dem Alter gibt es Lebensphasen und -umst&auml;nde, die Einsamkeit beg&uuml;nstigen. Insbesondere Alleinerziehende, kranke und erwerbslose Menschen sowie Menschen in Lebenskrisen erleben h&auml;ufig Einsamkeit. Auch wer sich viel um andere k&uuml;mmert, also Care Arbeit leistet oder Angeh&ouml;rige pflegt, ist gef&auml;hrdet. Au&szlig;erdem erh&ouml;ht Armut oder eine Migrations- und Fluchterfahrung das Risiko, zu vereinsamen.<sup>2</sup></p><p>Einsamkeit verbreitet sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Stephanie Hecke beschreibt Einsamkeit wie eine unsichtbare Welle, die immer Menschen erfasst.&nbsp;</p><h2>Was macht Menschen einsam?</h2><p>Warum leiden immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft an Einsamkeit? Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig. Neben individuellen Faktoren spielen dabei auch kulturelle und gesellschaftliche Ver&auml;nderungen eine Rolle. Besonders die Coronapandemie hat Einsamkeit bei vielen Menschen verst&auml;rkt. Doch auch zwei weitere Entwicklungen tragen dazu bei, dass wir uns verst&auml;rkt einsam f&uuml;hlen: die Digitalisierung und die Individualisierung.</p><h3>Digitalisierung: Grenzenlos verbunden?</h3><p>Die Digitalisierung erleichtert es, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Zum Beispiel k&ouml;nnen wir durch das Teilen von Fotos und Videos Freunde und Familie an unserem Leben teilhaben lassen. Wie praktisch, dass ich meiner Freundin beim Shoppen mal eben Fotos schicken und nach ihrer Meinung fragen kann. Wie sehr freue ich mich &uuml;ber einen Schnappschuss von meiner Nichte und meinem Neffen mit ihren selbstgebastelten Laternen. &nbsp;</p><p>Statt f&uuml;r ein Treffen weit zu reisen, reichen ein paar Klicks. Per Videocall bleibe ich auch mit meiner Freundin, die in den USA lebt, verbunden. Viele von uns haben das Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten sch&auml;tzen gelernt und wollen darauf nicht mehr verzichten. Indem wir weniger ins B&uuml;ro pendeln m&uuml;ssen, bleibt mehr Zeit f&uuml;r Familie, Freunde und Hobbys.&nbsp;</p><p>Soziale Medien, Blogs und Onlinenetzwerke verbinden Menschen mit &auml;hnlichen Interessen und es entstehen ganz neue Communities. Durch die technischen M&ouml;glichkeiten der digitalen Kommunikation sind wir quasi mit dem gesamten Globus vernetzt, doch gleichzeitig f&uuml;hlen sich immer mehr Menschen isoliert.</p><h3>Vernetzt und doch einsam</h3><p>Viele Menschen berichten von Schwierigkeiten, Kontakte zu kn&uuml;pfen, Freunde zu finden und Gemeinschaft zu erleben. Die digitalen Verbindungen f&uuml;hlen sich seltsam leer an. Besonders im Kontext von Social Media fehlt es oft an Resonanz und Intimit&auml;t. Ein tiefergehendes Interesse aneinander fehlt oft, vielmehr stehen Likes und Followerzahlen im Vordergrund.&nbsp;</p><p>Beziehungen im digitalen Raum erf&uuml;llen unser Grundbed&uuml;rfnis nach Verbundenheit meist nicht oder nur unzureichend. Es ist eben doch etwas anderes, wenn ich mich mit meiner Freundin aus den USA nur am Bildschirm unterhalte, anstatt tats&auml;chlich mit ihr gemeinsam im Caf&eacute; zu sitzen.</p><p>Durch Social Media hat sich nicht nur unser Kommunikationsverhalten vollkommen ver&auml;ndert, sondern auch unser Beziehungsverhalten. Stephanie Hecke betont: &bdquo;Wir m&uuml;ssen uns der Vorteile, aber auch der Gefahren der Vereinzelung und Vereinsamung bewusst sein, um Strategien entwickeln zu k&ouml;nnen, die Einsamkeit im digitalen Raum verhindern.&ldquo;</p><blockquote><p>Es ist paradox: Die digitale Grenzenlosigkeit menschlicher Verbindung f&ouml;rdert Einsamkeit.</p></blockquote><p>Etliche Studien belegen, dass ein exzessiver Medienkonsum vor allem bei Jugendlichen in die Einsamkeit f&uuml;hrt. Mehr denn je m&uuml;ssen Kinder und Jugendliche einen gesunden und sicheren Umgang mit diesen Medien lernen. Aber auch &auml;ltere Menschen m&uuml;ssen Medienkompetenz erlernen. Denn wer kein digitales Endger&auml;t besitzt oder nicht wei&szlig;, wie er es bedienen soll, ist in der heutigen Welt in vielerlei Hinsicht ausgeschlossen.&nbsp;</p><p>Die Digitalisierung hat also Effekte in beide Richtungen. Sie kann Verbindung &uuml;ber Distanzen hinweg schaffen und so Einsamkeit entgegenwirken, sie kann sie aber auch ausl&ouml;sen oder sogar verfestigen. Entscheidend ist, wie wir digitale Kommunikationswege nutzen.</p><h3>Individualisierung: Jeder k&auml;mpft f&uuml;r sich</h3><p>Auch Individualisierung kann Einsamkeit befeuern. In unserem Kulturkreis k&ouml;nnen wir durch die Individualisierung unser Leben einerseits so gestalten, dass es mit unseren Bed&uuml;rfnissen und Begabungen in Einklang steht. Es ist ein hohes Gut, dass jede individuelle Lebensform vor dem Gesetz und in der Gesellschaft akzeptiert wird. Daf&uuml;r lohnt es sich, einzustehen.&nbsp;</p><p>Andererseits f&ouml;rdert die Individualisierung eine Kultur, in der jeder nur f&uuml;r sich verantwortlich ist. Wir m&uuml;ssen stark und unabh&auml;ngig sein und f&uuml;r uns selbst sorgen k&ouml;nnen &ndash; denn wer tut es sonst? Diese Vereinzelung pr&auml;gt viele Bereiche unseres Lebens und formt auch unsere Gesellschaft. Statt Werte wie Solidarit&auml;t, F&uuml;rsorge und Mitgef&uuml;hl in den Mittelpunkt zu r&uuml;cken, gelten Eigenschaften wie Konkurrenzdenken und die zielstrebige Verfolgung eigener Interessen als St&auml;rken. Die Folgen: Einzelk&auml;mpfertum und Konkurrenz &ndash; und damit eine einsame Gesellschaft.</p><p>Stephanie Hecke beobachtet, dass unsere Gesellschaft einsamer und anonymer wird, weil wir uns von Bindungen lossagen. Dabei scheinen wir zu vergessen: Jeder von uns ist abh&auml;ngig von anderen Menschen. Gerade in den sensibelsten Lebensphasen &ndash; Geburt und Kindheit, bei Krankheit und im Alter &ndash; sind wir auf die F&uuml;rsorge und die Zuwendung anderer angewiesen.</p><h3>Jeder lebt f&uuml;r sich&nbsp;</h3><p>Die Individualisierung und die damit verbundene Vereinzelung spiegelt sich auch in der Art wider, wie wir wohnen. Schon lange sind Einpersonenhaushalte der h&auml;ufigste Haushaltstyp. Allein in einer Wohnung zu leben ist zwar nicht per se ein Risikofaktor f&uuml;r wachsende Einsamkeit. Aber unz&auml;hlige Menschen leben unfreiwillig allein und vereinsamen, ohne dass jemand es bemerkt.</p><blockquote><p>Unz&auml;hlige Menschen leben unfreiwillig allein und vereinsamen, ohne dass jemand es bemerkt.</p></blockquote><p>Das erleben besonders alte Menschen, vor allem, wenn sie mobil eingeschr&auml;nkt sind und ihre Wohnung kaum noch verlassen k&ouml;nnen. Meist sind die Mitarbeiter des Pflegedienstes die einzigen Menschen, die zu ihnen kommen &ndash; oft mit wenig Zeit.</p><p>Neben k&ouml;rperlichen Einschr&auml;nkungen kommt im hohen Alter noch das Gef&uuml;hl hinzu, nach einem langen Leben allein &uuml;brig zu bleiben. Statt Geburtstage zu feiern, &uuml;berwiegen Einladungen zu Trauerfeiern. Mit der Zeit sterben mehr und mehr langj&auml;hrige Wegbegleiter, Familienmitglieder und Freunde. Selbst eigene Kinder und Enkel sind keine Absicherung gegen Einsamkeit im Alter.</p><p>Aber auch jungen Menschen, die allein in eine fremde Stadt ziehen, erleben, dass sie keinen Anschluss finden. Niemand nimmt wahr, wenn sie tage- oder gar wochenlang ohne echte Begegnung in ihrer Wohnung verbringen.&nbsp;</p><h2>Wenn Einsamkeit sich im K&ouml;rper manifestiert</h2><p>Oft schleicht sich Einsamkeit langsam ein, ohne dass wir sie sofort bemerken.&nbsp;Einsamkeit ist ein unangenehmes Gef&uuml;hl, aber wir erleben sie als relativ mild, wenn sie eine vor&uuml;bergehende Phase bleibt &ndash; wie zum Beispiel nach einer Trennung, bei einer Krankheit oder nach einem Umzug. Wenn wir diese Lebensphase gemeistert haben, verschwindet das Einsamkeitsgef&uuml;hl oft automatisch wieder. Aber Stephanie Hecke warnt: &bdquo;Einsamkeit ist kein Gef&uuml;hl, dass wir als sentimentale, schwache Phase bel&auml;cheln sollten.&ldquo;</p><p>Denn wenn Einsamkeit zur dauerhaften Begleiterin des Lebens wird, wird sie gef&auml;hrlich. Chronische Einsamkeit stellt ein ernsthaftes Risiko f&uuml;r unsere psychische, aber auch physische Gesundheit dar. Wenn uns Einsamkeit schwer auf der Seele liegt, k&ouml;nnen wir sie sogar k&ouml;rperlich sp&uuml;ren. Unser gesamter Organismus bewertet den Verlust von sozialen Kontakten als lebensbedrohlichen Zustand. Dadurch ger&auml;t unser K&ouml;rper in dauerhafte Alarmbereitschaft, ein erh&ouml;htes Stresslevel ist die Folge.&nbsp;</p><p>Menschen, die lange und intensiv an Einsamkeit leiden, haben deswegen dieselben Schmerzen wie sie im Zusammenhang mit Stress aufkommen: R&uuml;ckenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Verspannungen. Hinzu kommt oft noch schlechter Schlaf, was die k&ouml;rperlichen Beschwerden verst&auml;rkt. Auch das Risiko f&uuml;r Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz erh&ouml;hen sich.</p><h2>Emotionale Folgen von Einsamkeit</h2><p>Bei chronischer Einsamkeit tr&auml;gt auch die Seele schweren Schaden davon. Denn Einsamkeit bringt unsere emotionale Stabilit&auml;t ins Wanken. Wer &uuml;ber lange Zeit hinweg einsam ist, verf&auml;llt leicht in negative Denkmuster, was ihn noch tiefer in die Einsamkeit zieht. So entsteht eine Abw&auml;rtsspirale: Wir f&uuml;hlen uns einsam, das macht uns traurig oder depressiv. Diese Gef&uuml;hle l&auml;hmen uns und halten uns davon ab, etwas gegen die Einsamkeit zu unternehmen.</p><p>Daher ist es umso wichtiger, sich Hilfe zu suchen. Wenn du unter chronischer Einsamkeit leidest, ermutige ich dich, dir professionellen Rat zu holen, wie beispielsweise eine Therapie in Anspruch zu nehmen. Das ist kein Zeichen von Schw&auml;che, sondern von Selbstf&uuml;rsorge und Verantwortung. Am Ende dieses Artikels findest du Links zu Hilfsangeboten und Beratungsstellen.</p><p>Einsamkeit geh&ouml;rt zu jedem Leben dazu und l&auml;sst sich nicht per se verhindern. Es ist aber entscheidend, dass wir darauf achten, dass sie nicht zu einem Dauerzustand wird.</p><h2>Sch&uuml;tzt der Glaube vor Einsamkeit?</h2><p>Nun mag man vermuten, dass zumindest gl&auml;ubige Menschen vor Einsamkeit gesch&uuml;tzt sind. Schlie&szlig;lich hat man Gott als Ansprechpartner und im besten Fall noch Kontakte zu anderen Christen in einer Gemeinde. Doch es ist leider so: Auch der Glaube an einen liebenden Gott sch&uuml;tzt nicht vor Einsamkeit. Viele Menschen haben einen tiefen Glauben und leiden trotzdem unter Einsamkeit. Allerdings kann der Glaube eine gro&szlig;e Ermutigung und Kraftquelle gerade in Krisenzeiten und damit auch bei Einsamkeit sein.</p><blockquote><p>Der Glaube sch&uuml;tzt nicht vor Einsamkeit. Aber er kann eine gro&szlig;e Ermutigung und Kraftquelle sein.&nbsp;</p></blockquote><p>Denn ihm liegt die Vorstellung zugrunde, dass Gott uns auf unserem Lebensweg begleitet. Davon erz&auml;hlen viele Texte in der Bibel. Schon ganz am Anfang im 1. Buch Mose formuliert Hagar: <em>&bdquo;Du bist ein Gott, der mich sieht&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose16%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 16,13</a>). Die versto&szlig;ene und verzweifelte Sklavin macht in der Einsamkeit der W&uuml;ste die wunderbare Erfahrung von Gottes N&auml;he.&nbsp;</p><p>Auch die Psalmdichter beschreiben existenzielle Verlassenheit und Einsamkeit &ndash; und bezeugen doch immer wieder Gottes N&auml;he, seinen Beistand und Trost. Letztendlich berichtet die gesamte Bibel davon, dass Gott jedem Einzelnen von uns nahekommen will und das nicht erst irgendwann in der Ewigkeit, sondern schon im Hier und Heute. Das erleben Christinnen und Christen immer wieder.</p><p>Der Glaube soll laut Stephanie Hecke nicht darauf abzielen, die Einsamkeit zu leugnen oder sch&ouml;nzureden, vielmehr er&ouml;ffnet er im besten Fall eine andere Sichtweise, um damit umzugehen. Doch die bittere Realit&auml;t ist und bleibt: Auch die innigste Beziehung zu Gott ersetzt nicht das zwischenmenschliche Miteinander.&nbsp;</p><blockquote><p>Wir brauchen andere Menschen. Wir sind f&uuml;r Beziehungen und Gemeinschaft geschaffen worden.</p></blockquote><p>Nicht umsonst hei&szlig;t es in der Sch&ouml;pfungserz&auml;hlung, dass Gott zwei Menschen schuf und sie beauftragte, sich zu vermehren. Auch Jesus lebte in enger Freundschaft und Gemeinschaft mit anderen Menschen. Gott selbst ist Gemeinschaft: Vater, Sohn und Heiliger Geist bilden in sich eine Einheit und innige Verbundenheit.</p><h2>Hoffnungsschimmer am Horizont?</h2><p>Der Weg raus aus der Einsamkeit ist kein leichter. Wenn du selbst von Einsamkeit betroffen bist, kommt es zuerst darauf an, dass du aktiv wirst. Es ist nie zu sp&auml;t diesen Schritt zu wagen. Aber wir alle stehen in der Verantwortung, etwas gegen die Einsamkeit in unserer Gesellschaft zu tun. Wir alle k&ouml;nnen aufmerksam werden f&uuml;r einsame Menschen und im Rahmen unserer M&ouml;glichkeiten erste Schritte aufeinander zu gehen.&nbsp;Welche das sein k&ouml;nnten, beschreibe ich im Artikel <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wege-aus-der-einsamkeit/6866-542-8011">&bdquo;Wege aus der Einsamkeit&ldquo;</a>.</p><p><sup>1</sup>&nbsp;<a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/leiche-liegt-drei-jahre-vor-dem-fernseher-1323643.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/leiche-liegt-drei-jahre-vor-dem-fernseher-1323643.html</a></p><p><sup>2</sup>&nbsp;<a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf</a></p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17217639.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Thu, 27 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Adventskalender: Blättern statt naschen]]></title>
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      <description><![CDATA[Wer sich im Advent nach Besinnlichkeit sehnt, wird fündig in einem Buchkalender. 3 Empfehlungen aus unserer Redaktion.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1110642.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© adeo /&nbsp;Neukirchener Verlag /&nbsp;Francke-Buch /&nbsp;Subbotina Anna/<a href='http://Stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Huch, und pl&ouml;tzlich ist es wieder so weit: In wenigen Tagen steht der erste Advent vor der T&uuml;r. Worauf Kinder meist lange hin fiebern, von dem f&uuml;hlt sich manch ein Erwachsener jedes Jahr aufs Neue &uuml;berrumpelt. Neben dem Adventskranz darf bei vielen ein Adventskalender nicht fehlen.&nbsp;</p><p>Wer auf Schokolade lieber verzichten will, dem bieten Adventskalender im Buchformat t&auml;glich eine kleine Portion Inspiration und Gelegenheit zur inneren Ausrichtung auf Weihnachten. Auch in diesem Jahr haben die christlichen Verlage ein paar neue Adventskalender auf den Markt gebracht. Hier kommen drei Empfehlungen aus der ERF.de-Redaktion.</p><p>&nbsp;</p><h2>Warten. Staunen. Bleiben. Kleine Auszeiten f&uuml;r Advent und dar&uuml;ber hinaus&nbsp;</h2><p>Advent &ndash; eine Zeit voller Vorfreude und Erwartungen, aber auch voller Hektik, Stress und Trubel. Sp&uuml;rst auch du das alles gleichzeitig? Dann ist der Adventskalender von Heiko Metz vielleicht das Richtige f&uuml;r dich. Er l&auml;dt dich dazu ein, zu entschleunigen und der Botschaft von Weihnachten nachzusp&uuml;ren.</p><p>Dabei gilt: Alles kann, nichts muss. Das betont der Autor gleich am Anfang. Er ermutigt: Du machst das und so viel dir guttut. Denn ein Adventskalender ist kein weiteres To-Do, das man bis Weihnachten so weit wie m&ouml;glich abhaken m&uuml;sste. &bdquo;Advent ist die Einladung, ein bisschen mehr Raum f&uuml;r Stille, f&uuml;r Licht und f&uuml;r das Wunder von Weihnachten zu schaffen.&ldquo;&nbsp;</p><p>Jeden Tag gibt es einen kurzen Impuls. Heiko Metz schreibt einf&uuml;hlsam, aber ohne Kitsch. Hier und da gibt er Einblicke in sein pers&ouml;nliches Adventserleben. Nach jedem Impuls folgt eine kleine Idee zum Ausprobieren. Diese &bdquo;Mitmachmomente&ldquo; sind kurze Achtsamkeits&uuml;bungen. Das kann sein: ein Adventslied anh&ouml;ren, eine Kerze anz&uuml;nden, einen Gedanken aufschreiben oder im Rhythmus des Atems einen Satz beten. &bdquo;&Uuml;bung&ldquo; ist eigentlich schon ein viel zu gro&szlig;es Wort daf&uuml;r.&nbsp;</p><blockquote><p>Es geht darum, einen Raum der Stille und des Innehaltens zu &ouml;ffnen, um in sich selbst hineinzusp&uuml;ren und Gott zu begegnen.</p></blockquote><p>Abgerundet wird jeder Impuls mit einem guten Wunsch des Autors f&uuml;r den Tag. Das gef&auml;llt mir sehr. Der Untertitel h&auml;lt, was er verspricht: Die L&auml;nge der Impulstexte und die Umsetzung der Mitmachmomente beanspruchen nur wenige Minuten und lassen sich leicht in den Alltag integrieren.</p><p>Anders als andere umfasst dieser Adventskalender die gesamte Advents- und Weihnachtszeit vom 01. Dezember bis zum Dreik&ouml;nigstag am 06. Januar. Damit begleitet er dich auch &uuml;ber die Feiertage und den Jahreswechsel hinaus.</p><p>Das B&uuml;chlein hat ein handliches Querformat mit Leseb&auml;ndchen und ist gro&szlig;fl&auml;chig in Rot- und Gr&uuml;nt&ouml;ne getaucht. Die Seiten sind verziert mit weihnachtlichen Formen und Figuren in einem schablonenhaften geometrischen Stil, der mich an die Weihnachtsmotivik von IKEA erinnert.&nbsp;</p><p>&bdquo;Warten. Staunen. Bleiben.&ldquo; ist ein Adventskalender f&uuml;r alle, die sich im vorweihnachtlichen Trubel kurze Momente mit Tiefgang w&uuml;nschen. Jedes T&uuml;rchen ist wie eine kleine Haltestelle im Advent, um sich mit sich selbst und mit Gott zu verbinden.</p><p><a class="btn color" href="https://shop.erf.de/products/00/147029" target="_blank">Adventskalender bestellen</a></p><p><em>Sarah-Melissa Loewen</em></p><p>&nbsp;</p><h2>Advent. 24 Momente der Stille, Freude und Hoffnung</h2><p>Von goldglitzerndem Geschenkpapier &uuml;ber quietsche bunte Lichterketten &ndash; &uuml;berall gl&auml;nzt, blinkt und funkelt es zur Weihnachtszeit. So sch&ouml;n das die dunkle Jahreszeit erhellen mag, es lenkt oft auch ab von dem, was die Adventszeit eigentlich ist: eine Zeit der Besinnung und inneren Einkehr.</p><p>Dieser Adventskalender kommt sehr dezent daher. Bl&auml;ttert man durch den schmalen Band im DIN A4-Format findet man wenig Farben. Schwarz, Wei&szlig; und sanfte Beiget&ouml;ne dominieren das gesamte Design, von der Gestaltung der Texte bis hin zu den Fotografien.&nbsp;</p><blockquote><p>Die &Auml;sthetik ist Programm: Der Adventskalender soll den Blick des Lesers auf das Wesentliche lenken &ndash; das Kommen von Jesus Christus.</p></blockquote><p>Das ist der Wunsch und Anspruch von Nelly, Stennie und Maggy, dem kreativen Trio hinter Wortdesign Studio: &bdquo;W&auml;hrend klassische Coffee Table Books oft Kunst, Design oder Fotografie in den Mittelpunkt stellen, schenkt unser Buch Zugang zu etwas Tieferem: dem Evangelium und Gottes Wort.&ldquo;</p><p>An jedem Tag steht ein Bibeltext. Die Auswahl geht &uuml;ber die klassischen Weihnachtspassagen in den Evangelien hinaus. Der Adventskalender schl&auml;gt den Bogen von den fr&uuml;hen Prophezeiungen zur Ankunft des Messias, &uuml;ber Lobges&auml;nge in den Psalmen bis hin zu R&uuml;ckbez&uuml;gen in den neutestamentlichen Briefen.&nbsp;</p><p>Dieser Streifzug durch die gesamte Bibel gef&auml;llt mir sehr, weil es den roten Faden der biblischen Botschaft &uuml;ber die Ankunft und das Erl&ouml;sungswerk von Jesus Christus aufzeigt. Die Texte stehen ganz f&uuml;r sich, werden hier und da flankiert von Zitaten und Liedtexten. So kann der Leser Tag f&uuml;r Tag ein wenig mehr eintauchen in das Geschehen und die Bedeutung von Weihnachten.</p><p>Den letzten Satz m&uuml;sste ich eigentlich korrigieren. Statt &bdquo;der Leser&ldquo; m&uuml;sste es vielmehr hei&szlig;en &bdquo;die Leserin&ldquo;. Denn das Coffee Table Book l&auml;sst vermutlich eher Frauenherzen h&ouml;herschlagen. Liegt es aufgeschlagen auf dem Wohnzimmertisch, wird es zu einem sch&ouml;nen Teil der Weihnachtsdekoration.&nbsp;</p><p>Alles in allem ist dieser Adventskalender ein stimmungsvoller Begleiter durch die Adventszeit, der zur Ruhe und Besinnung einl&auml;dt, um die Sch&ouml;nheit und Tiefe von Weihnachten neu zu entdecken. Diese Einladung gilt nicht nur Frauen, sondern jeder-mann.</p><p><a class="btn color" href="https://shop.erf.de/products/00/146401" target="_blank">Adventskalender bestellen</a></p><p><em>Sarah-Melissa Loewen</em></p><p>&nbsp;</p><h2>24 x Nur wir zwei. Ein Adventskalender f&uuml;r Paare</h2><p>Die Adventszeit k&ouml;nnte so sch&ouml;n und romantisch sein: Gemeinsame Weihnachtsmarktbesuche Hand in Hand, Pl&auml;tzchenbacken in trauter Zweisamkeit oder ein hei&szlig;es Bad an einem kalten Winterabend. Leider sieht meine Adventszeit selten so aus. Stattdessen stimmen mein Mann und ich uns ab, wer welches Geschenk besorgt, und stecken bis Heiligabend &uuml;ber beide Ohren in Arbeit und Terminen.</p><p>&bdquo;24 x Nur wir zwei&ldquo; von Ira Schneider m&ouml;chte Paaren hier neue Anregungen geben. Im Vorwort schreibt die Autorin, dass gerade in der Vorweihnachtszeit oft &bdquo;genau die Liebe auf der Strecke&ldquo; bleibt. Dem will die Paartherapeutin mit ihrem Buch entgegenwirken &ndash; jedoch ohne zus&auml;tzlichen Stress. Sie l&auml;dt Paare ein, den Adventskalender als Angebot zu verstehen und nicht als Liste, die es abzuarbeiten gilt.</p><p>Das ist ein guter Hinweis, denn auch wenn die Texte selbst kurz sind, haben es manche der Gespr&auml;chsimpulse in sich. Hier wird man als Paar vermutlich nicht nach f&uuml;nf bis zehn Minuten fertig sein. Auch andere praktische Anregungen wie gemeinsame Bastelideen oder eine Partnermassage brauchen etwas Vorbereitung. Man sollte sich also bewusst sein: Wenn man von diesem Adventskalender etwas haben will, sollte man daf&uuml;r auch Zeit einplanen.</p><p>Gleichzeitig sind wenige der Anregungen speziell auf die Adventszeit gem&uuml;nzt. Man kann viele Gespr&auml;chsimpulse auch ins neue Jahr mitnehmen und weiter daraus sch&ouml;pfen. Insgesamt hat mir auch die Vielfalt der Gespr&auml;chsanregungen und Ideen gefallen.</p><blockquote><p>Mal sind es eher lockere Fragen, mal geht es in die Tiefe. Aber immer richtet sich der Blick auf das Positive der Beziehung. Das finde ich sehr ermutigend.</p></blockquote><p>Nicht so ganz &uuml;berzeugt haben mich die Bibelverse am Ende der Impulse. Mal passen sie richtig gut und sind ein Mehrwert, doch oft wirken sie eher bem&uuml;ht und drangeklatscht. Worte an, &uuml;ber oder von Gott werden indirekt auf den Partner gem&uuml;nzt und das finde ich theologisch nicht ganz sauber.</p><p>Der Paaradventskalender kommt handlich, elegant und schlicht in hellgr&uuml;nem Hardcover daher. Die einzelnen Impulse sind von dunkelroten und dunkelgr&uuml;nen Seiten in Tannenbaum-Muster umschlossen und k&ouml;nnen f&uuml;r den jeweiligen Tag an einer Schnittkante mit dem Finger oder einem Messer aufgetrennt werden. So f&uuml;hlt es sich trotz der Buchform so an, als &ouml;ffne man jeden Tag ein verschlossenes T&uuml;rchen.</p><p>Alles in allem bietet &bdquo;24 x Nur wir zwei&ldquo; einen echten Mehrwert f&uuml;r Paarzeiten im Advent. Ich freue mich schon darauf, ihn mit meinem Mann ab dem 1. Dezember auszutesten.</p><p><a class="btn color" href="https://shop.erf.de/products/00/146741" target="_blank">Adventskalender bestellen</a></p><p><em>Rebecca Schneebeli</em></p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">ERF.de Redaktion</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17216228.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[ERF.de Redaktion]]></author>
      <pubDate>Tue, 25 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gesehen statt bloßgestellt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gesehen-statt-blossgestellt/2803-542-7988</guid>
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      <description><![CDATA[Jesus begegnet Menschen immer auf Augenhöhe. Auch wir können das in unserem Alltag einüben. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109959.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Chase Clark /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Jesu Blick stellt nicht blo&szlig;, sondern gibt W&uuml;rde zur&uuml;ck. Das kann auch unseren Umgang mit anderen pr&auml;gen: Menschen wahrnehmen, respektvoll bleiben, einander helfen.</em></p><p>Es gibt bestimmte Arztpraxen, da ereignet sich ein erstaunliches Ph&auml;nomen: Sobald ich durch die T&uuml;r trete, scheine ich mich tempor&auml;r in Luft aufzul&ouml;sen. Anders kann ich es mir nicht erkl&auml;ren, warum die Arzthelferin an der Anmeldung minutenlang auf ihrem Computer weitertippt, ohne mich &uuml;berhaupt nur anzusehen.</p><p>In einer anderen Situation hingegen hat mich ein Arzt wegen einer Frage zur Schnecke gemacht. Die T&uuml;r stand offen, und im vollen Warteraum konnten alle mith&ouml;ren, f&uuml;r wie bl&ouml;d er mich hielt.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Es ist ein tiefes menschliches Bed&uuml;rfnis, von anderen wahrgenommen zu werden. Doch zugleich f&uuml;rchten wir uns auch davor, &ouml;ffentlich blo&szlig;gestellt zu werden.</p></blockquote><p>Wie kann dieser Spagat in unserem Miteinander gelingen?</p><h2><strong>Der Schrei nach Aufmerksamkeit</strong></h2><p>Im Markusevangelium wird eine Szene beschrieben, die genau diese Spannung aufgreift: Jesus will die Stadt Jericho verlassen. Er ist von Menschen umringt, alles dr&auml;ngelt und schubst. Zu dieser Zeit war Jericho eine kleine, aber durchaus wohlhabende Stadt und lag an einer Handelsroute. Vielleicht sa&szlig; Bartim&auml;us deshalb genau dort am Stra&szlig;enrand. Der blinde Bettler hoffte auf Almosen und war es zugleich gewohnt, wenig beachtet zu werden.</p><p>Doch an diesem Tag hat er nur ein Ziel &ndash; Jesus auf sich aufmerksam zu machen: &bdquo;<em>Als er h&ouml;rte, dass es Jesus von Nazaret war, der da vorbeikam, fing er an, laut zu rufen: &raquo;Jesus, Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!&laquo; 48 Viele fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch lauter: &raquo;Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!</em>&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus10%2C47-48" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 10,47-48</a>).</p><p>Bartim&auml;us riskiert, sich l&auml;cherlich zu machen. Aber es ist ihm egal, dass sein Verhalten den anderen Menschen unangenehm oder sogar peinlich ist &ndash; Hauptsache, Jesus sieht ihn. Er l&auml;sst sich nicht entmutigen. Seine Verzweiflung ist gr&ouml;&szlig;er als die Angst vor &ouml;ffentlicher Blo&szlig;stellung.&nbsp;</p><h2><strong>&bdquo;Heraufgew&uuml;rdigt&ldquo; statt herabgew&uuml;rdigt&nbsp;</strong></h2><p>Was tut Jesus? Er bleibt stehen. Er unterbricht seinen Weg und nimmt sich Zeit f&uuml;r Bartim&auml;us. Er ruft ihn zu sich und fragt: &bdquo;Was m&ouml;chtest du von mir?&ldquo;</p><p>Ich bewundere, wie sehr Jesus mit Bartim&auml;us auf Augenh&ouml;he geht. Andere Rabbis h&auml;tten den schreienden, halbnackten Bettler vermutlich ignoriert oder sich &uuml;ber sein aufdringliches Verhalten ge&auml;rgert und ihn vor aller Ohren zurechtgewiesen. Nicht so Jesus.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Jesus &uuml;bergeht die Peinlichkeit des Moments. Anstatt Bartim&auml;us zu kritisieren, w&uuml;rdigt er seine Beharrlichkeit.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich bin sicher, dass Jesus auch mich &ndash; und dich &ndash; mit derselben Freundlichkeit anschaut wie Bartim&auml;us. Er macht uns nicht l&auml;cherlich, wenn wir schwach sind oder Hilfe brauchen. Vielmehr nimmt er uns mit unseren N&ouml;ten ernst. Wenn wir uns an ihn wenden, geschieht keine Herabw&uuml;rdigung, sondern eine &bdquo;Heraufw&uuml;rdigung&ldquo; &ndash; eine Best&auml;tigung unserer menschlichen W&uuml;rde.</p><h2><strong>Wie begegne ich anderen Menschen?</strong></h2><p>F&uuml;r mich ist das eine Ermutigung, auch meinen eigenen Blick auf andere zu ver&auml;ndern. Zum einen versuche ich im Alltag, Menschen bewusster wahrzunehmen &ndash; und mit kleinen Mikrogesten zu helfen: eine M&uuml;lltonne auf dem Gehweg zur Seite schieben, damit die Erstkl&auml;ssler nicht auf der Stra&szlig;e laufen m&uuml;ssen. Im Supermarkt etwas aus einem h&ouml;heren Regal anreichen. Eine Autofahrerin vor mir im Stadtverkehr einf&auml;deln lassen.</p><p>Zum anderen versuche ich darauf zu achten, andere Menschen nicht blo&szlig;zustellen. Besonders in asiatischen Kulturen ist das ein fundamentales Gebot der H&ouml;flichkeit. In Deutschland kommunizieren wir hingegen gerne sehr direkt und weisen andere auch &ouml;ffentlich auf ihre Schw&auml;chen hin. Und in den Sozialen Medien scheinen auch die letzten Hemmungen zu fallen.</p><blockquote class="noshare"><p>Nat&uuml;rlich muss es m&ouml;glich sein, &uuml;ber Konflikte zu sprechen oder unterschiedliche Meinungen auszutauschen, doch wie sagt man so sch&ouml;n: Der Ton macht die Musik.</p></blockquote><p>Von daher k&ouml;nnte ein wenig mehr &bdquo;asiatische H&ouml;flichkeit&ldquo; viele Situationen entsch&auml;rfen.&nbsp;</p><h2><strong>Kleine Gesten f&uuml;r mehr W&uuml;rde&nbsp;</strong></h2><p>Drei kleine Impulsfragen f&uuml;r heute:</p><ul><li>Wen habe ich heute &uuml;bersehen? Gibt es jemanden, bei dem ich morgen bewusst stehen bleiben will?</li><li>Wen habe ich (vielleicht unabsichtlich) besch&auml;mt &ndash; und wie kann ich das wieder gutmachen?</li><li>Wen habe ich heute in seiner W&uuml;rde best&auml;rkt &ndash; und woran habe ich das gemerkt?&nbsp;</li></ul><p><br />
Mein Vater hatte &uuml;brigens auch jahrzehntelang eine Arztpraxis. Bei ihm wurde jeder Hereinkommende von den Arzthelferinnen direkt begr&uuml;&szlig;t &ndash; egal, wie besch&auml;ftigt sie gerade waren.&nbsp;</p><p>So braucht es auch f&uuml;r uns im Alltag keine gro&szlig;en Gesten, um Menschen zu sehen und ihre W&uuml;rde zu respektieren. Oft reicht ein kleiner Moment der Aufmerksamkeit. Wer so handelt, macht den Alltag ein St&uuml;ck menschlicher &ndash; f&uuml;r sich selbst und f&uuml;r andere.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17212157.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 24 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Plötzlich Stillstand]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/ploetzlich-stillstand/3178-542-7989</guid>
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      <description><![CDATA[Für Reto Kaltbrunner kam das Chronische Fatigue-Syndrom völlig unerwartet. Was ihm hilft, damit umzugehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109932.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Adrian Swancar /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Reto Kaltbrunner ist ein Macher, f&uuml;r den es keine Grenzen zu geben scheint, doch eines Morgens kann er nicht mehr aus dem Bett aufstehen. Die Diagnose: Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS).</p><p>Kaltbrunner ist Familienvater, sportlich aktiv und steht mitten im Leben. Zusammen mit seiner Frau hat er die Freikirche ICF St. Gallen gegr&uuml;ndet. Die Diagnose erwischt ihn eiskalt. Sie stellt sein Leben komplett auf den Kopf und zwingt ihn, k&uuml;rzer zu treten. Wie ihm das gelungen ist und wie ihm dabei der Glaube an Jesus geholfen hat, erz&auml;hlt er im Interview.</p><p><strong>ERF: Sch&ouml;n, dass du die lange Anreise auf dich genommen hast. Das muss anstrengend f&uuml;r dich gewesen&nbsp;sein, denn bei dir wurde das Chronische Fatigue-Syndrom diagnostiziert. Wie &auml;u&szlig;ert sich das?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Das Chronische Fatigue Syndrom ist eine Krankheit, die vielfach untersch&auml;tzt wird. Sie betrifft meistens mehrere Teile des K&ouml;rpers, zum Beispiel Muskeln, Gelenke, Verdauung. Auch das Gehirn, die Konzentration, die Sensibilit&auml;t auf Licht oder auf Ger&auml;usche k&ouml;nnen beeintr&auml;chtigt sein.</p><p>Fr&uuml;her waren das alles keine Themen f&uuml;r mich, aber heute habe ich erheblich weniger Energie. Ich habe chronische Schmerzen, Muskelverspannungen und Kr&auml;mpfe. Mich &uuml;ber l&auml;ngere Zeit auf unterschiedliche Dinge zu konzentrieren, ist f&uuml;r mich extrem erm&uuml;dend und l&ouml;st Schwindel und Kopfschmerzen aus.&nbsp;</p><h2>&bdquo;Krank sind die anderen&ldquo;</h2><p><strong>ERF:&nbsp;Du standest mitten im Leben und bist ein vielseitig interessierter und begabter Mensch. Kam deine Kraftlosigkeit schleichend oder ging das sehr schnell?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Meine Einstellung war mehr oder weniger: Krank sind die anderen, ich bin der Gesunde, der Starke. Ich bin derjenige, der sich k&uuml;mmert um diejenigen, die jemanden brauchen, der sich um sie k&uuml;mmert. Meinen eigenen K&ouml;rper habe ich kaum wahrgenommen. Ich war da nicht sehr feinf&uuml;hlig. Ich denke, dadurch ist es f&uuml;r mich gef&uuml;hlt sehr schnell gekommen.</p><p><strong>ERF:&nbsp;Wie weit musste die Kraftlosigkeit gehen, bis du zum Arzt gegangen bist?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Ich bin im Herbst 2018 vier Wochen nicht mehr aus dem Bett gekommen. Wenn ich mich um K&ouml;rperhygiene und vielleicht noch ein, zwei E-Mails k&uuml;mmern konnte, war das schon ein sehr guter Tag. Nach diesen vier Wochen konnte ich mich wieder ein bisschen aufrappeln.</p><p>Aber ich merkte dann nach einer erneuten dreimonatigen Episode, in der ich nicht mehr aus dem Bett gekommen bin, dass es so nicht weitergehen kann. Ich bin zum Arzt gegangen, um mich einfach krankschreiben zu lassen. Ich habe gehofft, dass er mir irgendeine Pille gibt und ich wieder schnell auf die Beine komme.</p><h2>Chronisches Fatigue-Syndrom: die unsichtbare Krankheit</h2><p><strong>ERF:&nbsp;Ist es schwierig, das Chronische Fatigue-Syndrom zu diagnostizieren?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Sehr schwierig. Bei CFS gibt es keinen fixen Marker, nichts, was man im Blut nachweisen oder gut erkennen kann. Es ist ein sehr diffuses Krankheitsbild und nicht immer genau gleich.&nbsp;</p><blockquote><p>Zwischendurch habe ich mich gefragt: Bin ich einfach nur durchgedreht? Bin ich einfach psychisch krank?</p></blockquote><p>Aber diese k&ouml;rperlichen Symptome, diese Schw&auml;che, das ist die Realit&auml;t, ob man es nachweisen kann oder nicht. Sp&auml;ter hat mein Rheumatologe unabh&auml;ngig davon auch noch Rheuma bei mir diagnostiziert. Das kann auch Fatigue verursachen.&nbsp;</p><p><strong>ERF:&nbsp;Was hilft dir in deiner Situation weiter?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Ich habe eine Methode erlernt, die hei&szlig;t Pacing. Ich probiere, nur mit 80 Prozent meines Energiehaushaltes auszukommen. Fr&uuml;her habe ich nicht einmal die 100 Prozent respektiert und jetzt von meiner sehr wenigen Energie nur noch 80 Prozent aufzubrauchen und dann noch 20 Prozent quasi als Knautschzone &uuml;brig zu haben, war ein schwieriger Prozess.</p><p>Auch Minipausen helfen mir sehr. Au&szlig;erdem ern&auml;hre ich mich weitestgehend zucker- und glutenfrei und es gibt gewisse Medikamente, die bei uns im Spital experimentell eingesetzt werden. Aber ich muss leider sagen: Ich werde in absehbarer Zeit nicht wieder vor Energie strotzen.</p><h2>&bdquo;Gott sagt: Ich bin in den Schwachen stark.&ldquo;</h2><p><strong>ERF:&nbsp;Du hast deine Ern&auml;hrung umgestellt, achtest heute auf deine Belastbarkeit und machst mehr Pausen. Was hei&szlig;t das f&uuml;r deinen Job, deine Familie und deinen Alltag?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Den Beruf als Pastor musste ich leider vor einem Jahr aufgeben. Ich wollte lange nicht loslassen und die Realit&auml;t nicht akzeptieren. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste: Jetzt muss ich die Kirche abgeben, weil sonst die Kirche darunter leidet.&nbsp;</p><p>Ich bin heute viel mehr zu Hause als vorher und nicht nur physisch anwesend, wie ich es fr&uuml;her oft war, weil ich mit dem Kopf immer irgendwo anderweitig besch&auml;ftigt war. Meine Frau und meine S&ouml;hne wissen, dass sie mich jederzeit ansprechen k&ouml;nnen, auch wenn ich mich zur Pause in mein Zimmer zur&uuml;ckgezogen habe.</p><p>Dadurch hat sich die Beziehung zu meinen S&ouml;hnen vertieft. Ich bekomme eher mit, wo sie gerade im Leben stehen. Wir haben eine bessere Gespr&auml;chskultur entwickelt. Und ich habe jetzt einen kleinen Hund, mit dem ich regelm&auml;&szlig;ig nach drau&szlig;en gehe.&nbsp;</p><p><strong>ERF:&nbsp;Sind das Dinge, die du dir vorher schon gew&uuml;nscht hast, als du noch fit und aktiv warst?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Es klingt vielleicht irrsinnig, aber ich habe jetzt das bessere Leben trotz meiner gesundheitlichen Herausforderungen oder vielleicht gerade deshalb. Vorher habe ich nicht &uuml;berlegt, ob ich Energie f&uuml;r ein Projekt habe oder es gerade dran war. Wenn es irgendwie Gott gedient hat, habe ich das einfach gemacht. Jetzt lebe ich ruhiger, fokussierter, beziehungsorientierter.</p><blockquote><p>Es klingt vielleicht irrsinnig, aber ich habe jetzt das bessere Leben trotz meiner gesundheitlichen Herausforderungen oder vielleicht gerade deshalb.</p></blockquote><p><strong>ERF:&nbsp;Du sagst, wenn es Gott gedient hat, hast du es gemacht. War das der Motor, der dich angetrieben hat, so viel zu leisten?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Ich leiste einfach gerne. Daran hat sich nichts ge&auml;ndert. Ich glaube auch nicht, dass es schlecht ist, wenn ein Mensch gerne leistet. Es wird aber dann zum Problem, wenn man sich &uuml;ber seine Leistung definiert. Und nat&uuml;rlich habe ich das auch ein St&uuml;ck weit getan.</p><p>Es war mir wichtig, als flei&szlig;ig und produktiv wahrgenommen zu werden. Ich habe manchmal das Gef&uuml;hl, dass ich auch Gott beeindrucken wollte; dass ich wollte, dass Gott begeistert von mir ist oder von all dem, was ich f&uuml;r ihn tue. Und dann haben auch die Leistungsgesellschaft und mein ADHS ihren Teil zu meinem Getriebensein beigetragen.</p><h2>Gottes bedingungsloses Ja hautnah erlebt</h2><p><strong>ERF:&nbsp;Wie definierst du deine Identit&auml;t heute? Spielt da Leistung keine so gro&szlig;e Rolle mehr?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Im Kopf wusste ich schon immer, dass Gott mich bedingungslos liebt. Punkt. Wir werden nur durch die Gnade von Jesus Teil seiner Familie und d&uuml;rfen einfach sein bei ihm. Es gibt ja vieles, was wir &uuml;ber Gott wissen, aber irgendwie rutschen diese Dinge nicht ins Herz.</p><p>Heute kann ich nicht mehr einfach lospowern, wie ich das fr&uuml;her gemacht habe. Und ich erlebe wirklich dieses Ja von Gott, das er zu uns hat. Und zwar unabh&auml;ngig davon, ob wir viel leisten oder nicht. Ich sp&uuml;re seine Liebe und seine N&auml;he. Wir erleben viele Wunder, auch was die Versorgung auf finanzieller Ebene betrifft.</p><p>Von daher w&uuml;rde ich sagen: Gott hat diese Situation, das Fatigue, dazu genutzt, mir zu zeigen, wer ich ohne Leistung bin. Ich habe es verstanden, weil ich es erlebt habe. Vorher habe ich es gewusst, aber jetzt erlebe ich es.</p><p><strong>ERF:&nbsp;Bist du gn&auml;diger anderen gegen&uuml;ber&nbsp;geworden, die wenig leisten k&ouml;nnen?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Ja, ich habe heute viel mehr Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen als fr&uuml;her. Vorher fehlte mir oft das Verst&auml;ndnis, wenn jemand zu seinen eigenen Grenzen stand. Dabei h&auml;tte ich ihm eigentlich dazu gratulieren m&uuml;ssen. Gut, manche Menschen &uuml;bertreiben es mit der Selbstf&uuml;rsorge. Aber man kann es &ndash; wie man an meinem Beispiel sieht &ndash; auch mit dem Gegenteil &uuml;bertreiben.</p><blockquote><p>Zu seinen eigenen Grenzen zu stehen, ist der Anfang von &sbquo;Liebe deinen N&auml;chsten wie dich selbst&#699;.&nbsp;</p></blockquote><p>Wenn ich zu meinen eigenen Grenzen stehe, dann ist das ein Zeichen der Liebe f&uuml;r mich selbst. Ich wurde dadurch definitiv gn&auml;diger mit anderen Menschen. Es geht mir nun auch viel n&auml;her, wenn Menschen leiden oder eine schwierige Zeit durchmachen, sich in einer Krise befinden.</p><h2>Gott ist mitten im Tal des Todesschattens</h2><p><strong>ERF:&nbsp;Du hast ein Buch geschrieben mit dem Titel &bdquo;Mit ganzer Kraft schwach&ldquo;. Darin schreibst du &uuml;ber deine eigene Schw&auml;che &ndash; warum?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Mir ist es wichtig, dass Leute sich verstanden f&uuml;hlen. Ich mache gar nicht viel. Aber ich mache vieles anders. Ich bin einfach ich. Ich darf mit meiner ganzen Schw&auml;che hier sein und anderen Menschen und vor allem anderen Christen zugestehen, dass auch sie schwach und krank sein d&uuml;rfen.&nbsp;</p><p>Das hat nichts mit einem Mangel an Glauben zu tun. Wir sind auch wichtig, wenn wir krank und schwach sind. Das hat mir Gott aufs Herz gelegt. Das ist meine Message und daf&uuml;r stehe ich ein.</p><p><strong>ERF: Was gibst du Menschen mit auf den Weg, die &ndash; wie du &ndash; an einer chronischen Krankheit leiden?</strong></p><p>Reto Kaltbrunner: Mir wurde <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Psalm23%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23,4</a> sehr wichtig. Da hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, f&uuml;rchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie tr&ouml;sten mich.&ldquo;</em></p><p>Das hei&szlig;t: Gott als guter Hirte begleitet mich, er tr&ouml;stet mich, er ist da f&uuml;r mich. Er wartet nicht am Ende des Tunnels, sondern er ist bei mir mitten im Tal des Totenschattens. Gottes N&auml;he und sein Segen sind nicht abh&auml;ngig von Gesundheit und Wohlstand, sondern seine N&auml;he und sein Segen sind &uuml;berall da, wo er ist.&nbsp;</p><p>Wichtig ist es auch, Kranken Mitgef&uuml;hl zu zeigen, sie zu sehen und einfach f&uuml;r sie da zu sein, auch wenn man selbst nicht viel tun kann. Man denkt oft: Ich habe ja gar nichts zu geben, ich kann ja gar nicht helfen. Aber einfach Verst&auml;ndnis ausdr&uuml;cken, Liebe bezeugen, wie man das auch immer tun will, ist extrem kraftvoll.</p><p><strong>ERF:&nbsp;Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch und die Zeit und Kraft, die du daf&uuml;r investiert hast.</strong></p>
<p style="font-size: 85%;">Sonja Kilian (interview) / Annegret Schneider (Redaktion)</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17214706.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sonja Kilian (interview) / Annegret Schneider (Redaktion)]]></author>
      <pubDate>Sat, 22 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kein Bock mehr auf Menschen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/kein-bock-mehr-auf-menschen/6866-542-7990</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17213268/6866-542-7990</link>
      <description><![CDATA[In stressigen Zeiten fallen Freundschaften oft hinten runter. Wie lebt man gute Beziehungen trotz Stress?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109979.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Karthick Gislen /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Kennst du das auch? In stressigen Zeiten kapselst du dich von anderen ab, obwohl du eigentlich gerade jetzt deine Freunde brauchst. Aber es bleibt einfach keine Zeit f&uuml;r ein Telefonat, keine Energie f&uuml;r ein Treffen und so wirst du immer einsamer.</p><p>Warum ist das so und wie schaffst du es, auch in stressigen Zeiten gute Beziehungen zu pflegen? Dar&uuml;ber spricht Johannes Kolk mit Burnout-Pr&auml;ventionscoach Stephan Menzel <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer">im Podcast &bdquo;Homemade Stress&ldquo;</a>. Ein Auszug aus ihrem Gespr&auml;ch.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Es ist doch normal, dass ich ab und zu mal keine Lust auf Menschen habe, oder?</strong></p><p>Stephan Menzel: Ja, du sagst es treffend: ab und zu. Auch bei mir gibt es die Tage, an denen ich Zeit f&uuml;r mich brauche. Die Frage ist: Wie lange h&auml;lt dieser Zustand an und wie lange oder wie stark kapsele ich mich ab? Hier gilt es darauf zu schauen, dass dieses Verhalten nicht zum Selbstl&auml;ufer wird, dass ich mich nicht immer mehr und mehr zur&uuml;ckziehe.<br />
&nbsp;</p><figure class="image right"><img alt="Stephan Menzel, Burnout-Präventionscoach" height="1029" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109978.jpg" width="1181" /><figcaption>Stephan Menzel&nbsp;ist ausgebildeter Mental Health Business Expert und zertifizierter Burnout-Pr&auml;ventions-Coach. Er&nbsp;hilft Unternehmen und Organisationen dabei, mentale Gesundheit und Leistungsf&auml;higkeit zu f&ouml;rdern. (Bild: ERF Medien)</figcaption></figure><p><strong>ERF: Du bist Burnout-Pr&auml;ventionscoach. Was hat Stress mit Freundschaft zu tun?</strong></p><p>Stephan Menzel: Im ersten Moment denkt man da nicht so dran, aber soziale Kontakte sind extrem wichtig f&uuml;r unsere mentale Gesundheit. Wir brauchen das Gegen&uuml;ber. Der j&uuml;dische Gelehrte Martin Buber hat es so ausgedr&uuml;ckt: &bdquo;Der Mensch wird am Du zum Ich&ldquo;.</p><p>Dieses Prinzip ist tief in uns verankert. Wenn ich mit guten Freunden zusammen bin, &ouml;ffne ich mich und lasse mich auch mal hinterfragen. Wenn ich aber in einem Stresstunnel bin, dann habe ich schon viel im Kopf, das ich innerlich bewege. Deswegen ziehe ich mich zur&uuml;ck, um meine Energiereserven zu schonen. Wenn sich dieses Verhalten verselbstst&auml;ndigt, wird es zum Problem.</p><h2><strong>K&ouml;nnen M&auml;nner keinen Deep Talk?</strong></h2><p><strong>ERF: Du hast selbst eine Burnout-Geschichte hinter dir. Hattest du zu dem Zeitpunkt gute Freunde, die mitbekommen haben, dass es dir nicht so gut geht?&nbsp;</strong></p><p>Stephan Menzel: Ich hatte gute Freunde, ja. Allerdings war es so, dass wir miteinander sehr oberfl&auml;chliche Beziehungen f&uuml;hrten. Wir hatten selten Deep Talks, denn ich war damals nicht in der Lage, so tiefe Gespr&auml;che zu f&uuml;hren. Deshalb konnte ich ein St&uuml;ck weit verstecken, wie es mir tats&auml;chlich ging.</p><p>Meine Freunde haben schon etwas gemerkt und mir gespiegelt, dass ich oft m&uuml;de oder auch angespannt wirke. Ich habe das aber verdr&auml;ngt und kleingeredet. Nach dem Motto: &bdquo;Ich habe halt eine stressige Phase, beruflich ist gerade viel los.&ldquo;&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Ist das ein M&auml;nnerproblem, dass der Deep Talk fehlt?</strong></p><p>Stephan Menzel: Ja, ich glaube schon. Ich will das jetzt gar nicht so klischeehaft sehen. Aber ich beobachte, dass M&auml;nner sich oft schwerer damit tun, sich &uuml;ber Gef&uuml;hle auszutauschen. Also &uuml;ber Fragen wie: Was f&uuml;hle ich? Was sp&uuml;re ich? Was nehme ich wahr?&nbsp;</p><h2><strong>&bdquo;Wie geht es dir wirklich?&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Ich habe mal den Satz geh&ouml;rt: &bdquo;Ein Mann w&uuml;rde sich nie einfach so zum Kaffee trinken mit einem anderen Mann treffen.&ldquo; Bei mir kann ich das schon beobachten. In den meisten F&auml;llen treffe ich mich lieber mit meinen Freunden, wenn wir irgendetwas machen. Zusammen Fahrrad fahren, Sport machen oder auch praktisch aushelfen. Wir treffen uns selten &bdquo;einfach nur so&ldquo;. Tiefe Gespr&auml;che entstehen da eher selten.</strong></p><p>Stephan Menzel: Ich finde spannend, was du sagst. Ich erlebe das auch immer wieder. Deswegen stelle ich Menschen, die mir nahestehen, bewusst immer mal die Frage &bdquo;Wie geht es dir?&ldquo;. Das ist eigentlich eine Floskel. Aber ich mache da eine Erg&auml;nzung und sage: &bdquo;Wie geht es dir <strong>wirklich</strong>?&ldquo; Ich w&uuml;nsche mir noch viel mehr, dass wir einander gegenseitig im Blick haben.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF:&nbsp;Eine gute Frage, die ich gleich mal anwende: Wie ging es dir damals wirklich, als du gemerkt hast, dass du dich von den anderen isoliert hast?</strong></p><p>Stephan Menzel: Es ging mir echt bescheiden. Ich habe gemerkt, ich habe ein Problem, und fand kein Mittel, da rauszukommen. Ich habe bis zu 80 Wochenstunden gearbeitet und es hat nie gereicht. Und ich habe gemerkt, dass ich mich isoliere, weil es mir nicht gut ging.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Problem bei dieser Isolation war bei mir und ist auch bei anderen, dass keine Reflexion mehr stattfindet. Ich bekomme keinen Spiegel mehr vorgehalten, es gibt keinen Austausch mehr dazu, wie es mir&nbsp;geht.&nbsp;</p></blockquote><p>Dadurch bekomme ich auch keinen Ansto&szlig;, etwas zu ver&auml;ndern. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es h&auml;ufig so, dass die Heilungschancen umso h&ouml;her sind, je fr&uuml;her man interveniert, also etwas gegen die Erkrankung tut. Deswegen ist sozialer Kontakt unglaublich wichtig.</p><h2><strong>Feedback ohne Abh&auml;ngigkeit &ndash; wie gelingt&rsquo;s?</strong></h2><p><strong>ERF: Aber ist es nicht so, dass Beziehungen mit ein Grund sein k&ouml;nnen, warum ich psychisch belastet bin? Oft w&auml;re es doch gut, wenn ich mich von der Meinung anderer freier machen w&uuml;rde, nach dem Motto: &bdquo;Mir ist es egal, was die anderen &uuml;ber mich denken.&ldquo;&nbsp;</strong></p><p>Stephan Menzel: Ich denke, das ist immer eine Gratwanderung. Beides hat seine Berechtigung. Eine extreme Abh&auml;ngigkeit von einem anderen Menschen ist ungesund. Nach dem Motto: &bdquo;Ohne Person X kann ich nicht leben.&ldquo;</p><p>Auf der anderen Seite sind wir aufeinander angewiesen. Vor allem kann ich mich nicht selbst von au&szlig;en beobachten. Lass ich Feedback von anderen zu oder bin ich wie eine Teflonpfanne, an der alles abprallt? Reflexion hei&szlig;t ja nicht, ich nehme das Gesagte sofort an, sondern ich nehme es mit und entscheide, ob ich daraus etwas machen m&ouml;chte.</p><blockquote><p>&nbsp;Unabh&auml;ngig von Fremdmeinungen zu sein kann gut sein. Aber ganz unabh&auml;ngig von Menschen sind wir eben nicht. Wir sind aufeinander angewiesen.</p></blockquote><p><strong>ERF:&nbsp;Beim Thema &bdquo;Teflonpfanne&ldquo; denke ich an so S&auml;tze wie &bdquo;Ich bin halt so&ldquo;.</strong></p><p>Stephan Menzel: Das ist ein Schutzsatz, um sich nicht ver&auml;ndern zu m&uuml;ssen. Das Gute ist: Unser Gehirn ist dauerplastisch. Das hei&szlig;t, bis ins hohe Alter k&ouml;nnen wir uns ver&auml;ndern und Neues lernen! Wir Menschen sind nicht so wie wir sind in Stein gemei&szlig;elt.</p><h2><strong>Alte Freundschaften neu beleben</strong></h2><p><strong>ERF:&nbsp;Das macht eine Hoffnungsperspektive auf! Ich muss nicht bleiben, wie ich bin. Jetzt gehen wir nochmal in die&nbsp;Praxis: Wie erkenne ich, ob eine Freundschaft wirklich stabil ist?</strong></p><p>Stephan Menzel: F&uuml;r mich ist ein Ma&szlig;stab, ob die Freundschaft ein Geben und Nehmen ist. Oder ist es eine Einbahnstra&szlig;e? Also, wenn jemand immer nur erz&auml;hlt, wie es ihm geht, und nicht fragt &bdquo;Wie geht&#39;s dir eigentlich?&ldquo; So eine Freundschaft kostet mehr Kraft, als dass sie Energie freisetzt.</p><p>Gleichwohl gibt es Phasen, wo es dem einen schlechter geht und man f&uuml;reinander da ist. Aber insgesamt ist eine gute Freundschaft daran erkennbar, dass man auf Augenh&ouml;he unterwegs ist, dass beide darin vorkommen.</p><p>Wir Menschen haben ein sehr feines Gesp&uuml;r, wer uns Kraft zieht und bei wem wir Kraft sch&ouml;pfen.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich habe zwei sehr gute Freunde, die total anders als ich sind. Das fordert mich heraus. Aber ich ziehe Kraft da raus, weil das Beziehungen auf Augenh&ouml;he sind.</p></blockquote><p>Und selbst wenn wir uns mal vier Wochen nicht geh&ouml;rt haben, starten wir von 0 auf 100 in einer Sekunde durch. Das ist etwas sehr Kostbares.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wie kann ich alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen, wenn ich sie&nbsp;in einer Krisenzeit vernachl&auml;ssigt habe.</strong></p><p>Stephan Menzel: Unser Leben ist sehr dynamisch. Beziehungen und Menschen ver&auml;ndern sich. Ich habe es mir relativ einfach gemacht. Ich habe zwei Kreise auf ein Blatt Papier gezeichnet, einen inneren und einen &auml;u&szlig;eren Kreis. Der innere Kreis ist das Beziehungsgeflecht, das mich in den letzten Jahren umgeben hat. Und da habe ich geschaut, wo habe ich schon gute Beziehungen, die ich vertiefen kann?</p><p>Im &auml;u&szlig;eren Kreis habe ich notiert, wen ich noch von fr&uuml;her kenne. Alte Schulfreunde, Menschen aus einem Verein. Und die rufe ich einfach an, um wieder in Kontakt zu kommen. Es m&uuml;ssen nicht zehn enge Freundschaften sein, aber wenige gute Beziehungen sind hilfreich und kostbar.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das klingt so simpel wie genial: Aufschreiben, wen ich kenne, und einfach mal anrufen. Wie war das bei dir bei deinem Burnout? Hast du damals auch Kreise aufgezeichnet? Welche Schritte hast du unternommen, um aus der Isolation wieder herauszukommen?</strong></p><p>Stephan Menzel: Bei mir ging es erst mal in den Zerbruch. Danach habe ich erst einmal angefangen, auf Ursachenforschung gehen. Warum kam es so weit? &Uuml;ber was habe ich mich ersch&ouml;pft? Im Nachhinein kann ich sagen, das waren alles innere Motive und innere Antreiber, die mich letztendlich in den Burnout getrieben haben.</p><p>Ich habe danach gemerkt, dass ich stabile Kontakte brauche, um regelm&auml;&szlig;ig in die Reflexion zu gehen, um mich zu sp&uuml;ren. Ich habe also erst einmal diese Ursachen gekl&auml;rt, bevor ich das Thema Freundschaft angegangen bin.</p><h2><strong>Freundschaften brauchen zweckfreie Zeit</strong></h2><p><strong>ERF: Was hat sich konkret nach deinem Burnout&nbsp;an deinem&nbsp;Umgang mit Freundschaften ver&auml;ndert?</strong></p><p>Stephan Menzel:<strong>&nbsp;</strong>Fr&uuml;her vor meinem Burnout konnte ich nur mit Menschen unterwegs sein, die genauso ticken wie ich. Weil sie mich nicht hinterfragt haben. Heute erlebe ich das v&ouml;llig anders. Meine engsten Freunde leben total anders als ich. F&uuml;r mich macht aber genau das die Freundschaft interessant.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wie der andere sein Leben gestaltet, entspricht mir vielleicht nicht, aber was k&ouml;nnte daran auch f&uuml;r mich gut sein? Was k&ouml;nnte f&uuml;r mich eine Inspiration sein?</p></blockquote><p>Das ist f&uuml;r mich das Kostbare an Freundschaften, diese Unterschiedlichkeit. Mir hat da das Bild eines Blumenstrau&szlig;es geholfen. Es gibt unterschiedliche und einzigartige Blumen. Zusammen ergeben sie einen wundersch&ouml;nen und vielf&auml;ltigen Strau&szlig;.</p><p><strong>ERF:&nbsp;Wie machst du das heute? Wie pflegst du deine Freundschaften?</strong></p><p>Stephan Menzel: Ich plane zweckfreie Zeit ein. Wir setzen uns beispielsweise einfach nur auf die Terrasse und quatschen zwei Stunden, also verbringen zweckfreie Zeit miteinander und kommen einfach so ins Gespr&auml;ch. Damit meine ich Zeit ohne Agenda. Bei einer gemeinsamen Radtour nicht hunderte Kilometer runterschrubben zu m&uuml;ssen, sondern Pausen einzuplanen. Denn zweckfrei ist nicht sinnlos!&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Interview.</strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland, Johannes Kolk</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17213268.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland, Johannes Kolk]]></author>
      <pubDate>Thu, 20 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Du betest nicht? Entspann dich!]]></title>
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      <description><![CDATA[5 befreiende Wahrheiten, wenn du mit deinem Gebetsleben haderst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109165.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Ümit Bulut /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Kommt dir das bekannt vor? Du glaubst an Gott und daran, dass Gebet gut und heilsam ist, aber in deinem Alltag kommen Stille Zeit und Gebet viel zu kurz. Eventuell hast du bereits einiges unternommen, um das zu ver&auml;ndern, aber es hat nichts gebracht. Mittlerweile f&uuml;hlst du dich als Gebets-Versager und jedes Gebet, was dir &uuml;ber die Lippen kommt, ist von Scham und einem schlechten Gewissen begleitet. Dann ist dieser Artikel f&uuml;r dich.</p><p>In seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/145233?searchtext=Gesund%20beten%20statt%20gesundbeten" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Gesund beten statt gesundbeten&ldquo;</a> schreibt Christof Lenzen dar&uuml;ber, wie wir ehrlich und ohne Druck mit Gott ins Gespr&auml;ch kommen k&ouml;nnen. Als eine Hemmschwelle sieht er dabei die Erwartungen, die wir an uns selbst in puncto Gebet stellen. Dass uns das Beten &ndash; gerade auch in manchen Lebenslagen &ndash; schwerf&auml;llt, ist nichts, f&uuml;r das wir uns sch&auml;men m&uuml;ssten.</p><p>Tats&auml;chlich verhindern oft genau diese Scham und unser schlechtes Gewissen die ehrliche Begegnung mit Gott. In einem Kapitel benennt Christof Lenzen daher f&uuml;nf entlastende Wahrheiten zum Gebet, die ich hier mit dir teilen m&ouml;chte.</p><h2><strong>1. Auch wenn du nicht betest, betest du</strong></h2><p>Diese Aussage klingt zun&auml;chst widerspr&uuml;chlich, doch sie enth&auml;lt eine Kernbotschaft. Wenn du an Jesus glaubst oder dich auf die Suche nach ihm machst, streckt sich etwas in dir nach Gott aus.</p><blockquote><p>Es mag sein, dass du keine Worte f&uuml;r diese Sehnsucht findest, aber sie ist da. Und &uuml;ber sie bist du mit Gott verbunden und mit ihm im Gespr&auml;ch.</p></blockquote><p>Christen sprechen hier vom Heiligen Geist, den jeder Mensch geschenkt bekommt, der sich f&uuml;r ein Leben mit Jesus entscheidet. Selbst wenn du gerade eine Schweigezeit im Gebet durchmachst, bist und bleibst du als Christ &uuml;ber den Heiligen Geist mit Gott verbunden.</p><p>Vielleicht ist dein Leben gerade so stressig, dass du nicht ans aktive Beten denkst. Oder du hast etwas Schweres erlebt und findest nicht die richtigen Worte, dar&uuml;ber mit Gott zu reden. Ganz gleich, was deine Gebetsebbe ausl&ouml;st, Gott h&ouml;rt trotzdem die Worte in deinem Herzen. Er wei&szlig;, dass du dich nach Gemeinschaft mit ihm sehnst. Und wenn du es im Augenblick von dir aus nicht schaffst, diese Verbindung zu halten, h&auml;lt er sie.</p><h2><strong>2. Glaube darf und muss sich ver&auml;ndern, um zu reifen</strong></h2><p>Oft fallen uns geistliche Routinen wie das Gebet und die Stille Zeit in Phasen schwer, in denen sich etwas in unserem Glauben ver&auml;ndert. Vielleicht passt ein bestimmtes Gottesbild f&uuml;r dich nicht mehr oder du hast pl&ouml;tzlich Zweifel. Dann ist es nur nat&uuml;rlich, dass auch dein Gebetsleben darunter leidet.</p><p>Vielleicht musst du neue Worte finden, um Gott gegen&uuml;ber auszudr&uuml;cken, was du gerade denkst und f&uuml;hlst. Das ist ganz normal. Du kannst es dir ein wenig wie die Pubert&auml;t vorstellen. Um erwachsen zu werden, distanzieren Jugendliche sich zeitweilig von ihren Eltern. Meist leitet das keinen Kontaktabbruch zu den Eltern ein, sondern eine neue gereifte Beziehung.</p><blockquote class="noshare"><p>Auch im Glauben gibt es Zeitspannen, in denen wir Dinge f&uuml;r uns neu sortieren m&uuml;ssen.</p></blockquote><p>Dir selbst in einer solchen Phase Druck zu machen und Glaubensrituale auf Biegen und Brechen aufrechtzuhalten, hilft oft wenig. Es wird sich eventuell sogar so anf&uuml;hlen, als w&uuml;rdest du dich in zu enge Kleider zw&auml;ngen. Besser ist es, den Prozess neugierig zu betrachten und Gott gegen&uuml;ber offen damit umzugehen.</p><p>Ein Gebet, was du in diesen Phasen sprechen kannst, k&ouml;nnte folgendes sein: &bdquo;Herr, ich merke, in meinem Glauben steht gerade vieles Kopf. Das macht mir Angst und ich wei&szlig; nicht, wie ich mit dir dar&uuml;ber reden soll. Bleib du an meiner Seite und f&uuml;hre mich!&ldquo;</p><h2><strong>3. Gebet ist mehr als Worte</strong></h2><p>Oft verbinden wir mit Gebet vor allem Worte. Ob still oder laut, ein &bdquo;vollwertiges&ldquo; Gebet ist f&uuml;r uns nur eines, welches gedacht oder ausgesprochen wird. Christof Lenzen weitet in seinem Buch den Blick daf&uuml;r, dass das eine sehr enge Definition von Gebet ist. Auch mit Gesten und Handlungen k&ouml;nnen wir Gott anbeten, wenn wir sie &bdquo;in der Gegenwart Gottes (&hellip;) und mit der Herzensausrichtung auf ihn&ldquo; hin tun.</p><p>Wenn wir beim Singen im Gottesdienst die H&auml;nde erheben, ist das f&uuml;r uns klar. Schlie&szlig;lich kommen hier zus&auml;tzlich auch Worte zum Einsatz. Doch was, wenn auch ein Waldspaziergang in der Gegenwart Gottes, eine Atemmeditation vor dem Einschlafen oder das Tanzen bei der Hausarbeit eine Form von Gebet sein k&ouml;nnten? Und was, wenn Gott gar nicht meine Worte braucht, um zu verstehen, was ich ihm sagen will?</p><blockquote class="noshare"><p>Das stille Knien am Bett eines kranken Kindes, der wilde Jubel &uuml;ber die neue Stelle oder auch das ersch&ouml;pfte Seufzen nach einem langen Arbeitstag sagen Gott doch schon, wie es mir gerade geht.</p></blockquote><p>Besonders in Situationen, wo uns Gef&uuml;hle &uuml;bermannen oder wir schlicht keine Worte haben, k&ouml;nnen uns Gesten helfen, unsere Gef&uuml;hle Gott gegen&uuml;ber auszudr&uuml;cken. Wir m&uuml;ssen nicht um Worte ringen, wenn wir keine Worte haben.</p><h2><strong>4. Wenn du dich selbst besser kennenlernst, lernst du Gott besser kennen</strong></h2><p>Manche Menschen spielen Selbstreflexion und Gotteserkenntnis gegeneinander aus. Was soll es mir bitte sch&ouml;n bringen, Verletzungen aus meiner Kindheit aufzuarbeiten? Reicht es nicht, zu wissen, dass Gott sie geheilt hat? Leider tut es das oft nicht.</p><blockquote class="noshare"><p>Tats&auml;chlich kann die Besch&auml;ftigung mit uns selbst ein Weg sein, auch Gott besser kennenzulernen. Teils ist sie sogar entscheidend, um Gott wieder n&auml;herzukommen.&nbsp;</p></blockquote><p>Denn negative Muster und Glaubenss&auml;tze sind wie ein Schleier, der sich &uuml;ber unsere Wahrnehmung gelegt hat. Uns ist dieser Schleier nicht bewusst &ndash; schlie&szlig;lich tragen wir ihn schon sehr lange mit uns herum. Aber wir nehmen auch Gott und seine biblischen Worte nur durch diesen Schleier wahr. Dadurch lesen und verstehen wir manches in einer Weise, die uns nicht guttut.&nbsp;</p><p>Irgendwann sp&uuml;ren wir das und unser Gebetsleben ger&auml;t in die Krise. Wenn das der Fall ist, kann es helfen, sich zun&auml;chst einmal selbst auf die Spur zu kommen. Wer bin ich &uuml;berhaupt? Wie hat Gott mich geschaffen? Und was weckt in mir Erinnerungen an alte Verletzungen? Sich das ehrlich und im besten Fall mit einem Berater, einer Seelsorgerin oder Psychologin anzuschauen, kann auch meinen Blick auf Gott wieder scharfstellen.</p><h2><strong>5. Meide das Vergleichen wie die Pest</strong></h2><p>Gemeinsam eine gute Sache zu tun, kann sehr belebend sein. In meiner T&auml;tigkeit als Autorin verabrede ich mich regelm&auml;&szlig;ig mit einer anderen Autorin zum Co-Working. Doch eines ist dabei t&ouml;dlich: das Vergleichen. Wenn ich beginne, aufzurechnen, wie viele W&ouml;rter meine Autorenfreundin in der gleichen Zeit schafft, wird aus motivierender Gemeinschaft l&auml;hmende Frustration.</p><p>Genauso ist das beim Beten. Auch als Christen haben wir in Gemeinden Menschen an unserer Seite, deren Art zu glauben und zu beten, uns motivieren kann, darf und soll. Gleichzeitig geht es hier genauso wenig um Konkurrenz. Tats&auml;chlich ist Vergleichen sogar Gift f&uuml;r das eigene Gebetsleben.</p><blockquote><p>Gebet ist zuallererst Beziehungspflege. Gott geht es um das, was in meinem Herzen ist, und nicht darum, wie lange ich Stille Zeit mache.</p></blockquote><p>Nat&uuml;rlich wird eine Beziehung, in der ich viel Zeit mit dem anderen verbringe, automatisch enger. Doch nur weil ich weniger oder anders bete als andere, bin ich kein schlechter Christ. Wie auch in anderen Beziehungen kommt es darauf an, die Beziehung zu Gott so zu leben, dass ich mich dabei wohl und mit ihm verbunden f&uuml;hle. Daher meide es wie die Pest, dein Gebetsleben mit dem anderer zu vergleichen.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Gibt es weitere Punkte, die du als entlastende Wahrheiten in puncto Gebet erlebt hast? Oder hast du Einw&auml;nde und Fragen zu diesen Punkten? Dann schreib mir gerne einen Kommentar.</strong></p><p><strong>Wenn du tiefer in das Thema Gebet eintauchen willst, lohnt sich ein Blick in das Buch von Christof Lenzen. Hier findest du eine </strong><a href="https://shop.erf.de/products/00/145233?searchtext=Gesund%20beten%20statt%20gesundbeten" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>Buchrezension zu &bdquo;Gesund beten statt gesundbeten&ldquo;</strong></a><strong>.</strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17211159.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Tue, 18 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wenn ich doch einfach glauben könnte]]></title>
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      <description><![CDATA[Gibt es bestimmte Voraussetzungen für Gottvertrauen? Wahrer Glaube entsteht, wenn wir zu Jesus gehen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/924927.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Logan Weaver /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Internationale Filmschaffende&nbsp;werden einmal im Jahr mit der goldenen Troph&auml;e f&uuml;r herausragende Leistungen ausgezeichnet. Ausschlaggebend f&uuml;r die Bewertung ist: Hat der Film ber&uuml;hrt? Ragt die Qualit&auml;t&nbsp;aus der Vielzahl der Filme heraus?</p><p>Die Bibel berichtet von einer Auszeichnung in der Kategorie &bdquo;bester Glaube&ldquo;. Drehort ist Kapernaum in Israel. Das Drehbuch hat Matth&auml;us vor knapp 2.000 Jahren geschrieben, nachzulesen in Kapitel 8 seines Evangeliums. Die Szene ber&uuml;hrt mich. Preistr&auml;ger ist ein r&ouml;mischer Offizier und seine Qualit&auml;t l&auml;sst ihn aus der Volksmenge herausstechen.</p><p>Die Laudatio kommt von Jesus selbst: <em>&bdquo;Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem anderen gefunden&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us8%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 8,10</a>). Wie hat der Mann es geschafft, mit seinem Glauben an Jesus Christus so zu gl&auml;nzen und zu punkten, dass er daf&uuml;r belobigt wird?</p><p>Kann ich einen solchen Glauben lernen wie eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument, oder ist die Messlatte daf&uuml;r einfach&nbsp;zu hoch? Eine junge Frau schreibt: &bdquo;Ich w&uuml;rde ja gerne glauben, aber ich schaffe das einfach nicht! Welche Schritte muss ich unternehmen, um glauben zu k&ouml;nnen?&ldquo;</p><h2>Voraussetzungen f&uuml;r den Glauben</h2><p>Als der Offizier zu ihm kommt, ist Jesus schon in Kapernaum.&nbsp;Das ist die Voraussetzung des Glaubens:&nbsp;Wo Jesus ist, wird Glaube m&ouml;glich. Erst dann kann ein Mensch zu ihm kommen; kann feststellen: Jesus ist schon da! Er wartet auf mich. Wartet auf eine Begegnung, ein Gespr&auml;ch mit mir. Egal, wo ich herkomme und was ich mitbringe. Bevor ich einen Schritt auf Jesus zugehe, hat Jesus bereits den ersten Schritt getan.</p><p>Bevor der Hauptmann zu Jesus geht, hat er sich kein Basiswissen &uuml;ber den Glauben angeeignet. Er hat keine Synagoge besucht und keine religi&ouml;se Erziehung genossen. Um glauben zu k&ouml;nnen, kommt es nicht darauf an, was ich vorweisen und leisten kann. Nicht darauf, was ich empfinde und f&uuml;hle,&nbsp;nicht auf den Grund, aus dem ich zu Jesus komme. Ob es meine Ratlosigkeit ist, oder ob er f&uuml;r mich der letzte Strohhalm meiner Hoffnung ist.</p><p>Nur eines ist n&ouml;tig: <em>dass </em>ich zu Jesus komme und ihm sage, was ich auf dem Herzen habe.</p><blockquote><p>Glaube beginnt damit, dass mich irgendetwas oder irgendjemand zu Jesus f&uuml;hrt.</p></blockquote><p>Bei dem Offizier ist es die Krankheit seines Mitarbeiters.</p><h2>Jesus&nbsp;das Wort &uuml;bergeben</h2><p><em>&bdquo;Sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht gesund&ldquo;</em>, bittet der r&ouml;mische Befehlshaber. Er, der es gewohnt ist, selbst zu kommandieren, gibt Jesus das Wort. Er bringt damit zum Ausdruck: Dein Wort hat Autorit&auml;t,&nbsp;dein Wort hat Kraft,&nbsp;dein Wort gen&uuml;gt.&nbsp;</p><p>Glauben hei&szlig;t anerkennen, dass Jesus Christus in meinem Leben zu Wort kommt; dass er das Sagen hat. &Uuml;ber mich, meine Lebensverh&auml;ltnisse, &uuml;ber die Konflikte in meinem Leben und in dieser Welt.</p><h2>Jesus vertrauen</h2><p>Es ist das beharrliche Vertrauen auf das Wort Jesu, das den&nbsp;Glauben des Offiziers auszeichnet. Mit diesem Zertifikat ist er weder zum Anf&uuml;hrer der Jesusnachfolger geworden, noch hat er ein Lehrbuch &uuml;ber perfekten Glauben geschrieben, oder&nbsp;widmet sich fortan einer besonderen Aufgabe. Stattdessen geht er nach Hause. Er nimmt seinen Glauben an Jesus Christus mit in seine Lebenswelt. Da erst erlebt er, was er geglaubt hat:<em> &bdquo;Sein Knecht wurde gesund zur selben Stunde.&ldquo;</em></p><blockquote><p>Glaube geschieht da, wo ich Jesus mit hineinnehme&nbsp;in meine&nbsp;t&auml;glichen Herausforderungen. Hier will ich auch heute Jesus aufsuchen, ihn zu Wort kommen lassen und beim Wort nehmen.</p></blockquote><p>Das ist ein&nbsp;Glaube,&nbsp;der nicht auf eigene Leistung setzt, sondern auf Gottes Gnade hofft. Der nicht vom&nbsp;eigenen&nbsp;K&ouml;nnen abh&auml;ngt, sondern sich an Jesus h&auml;ngt. Der empf&auml;ngt, was Jesus schenkt. Genau das zeichnet ihn aus und l&auml;sst ihn herausragen.</p><p>Mit diesem Glauben habe ich keine goldene Troph&auml;e in der Hand, aber die n&ouml;tige Portion Vertrauen im Herzen &ndash;&nbsp;Vertrauen auf die herausragenden M&ouml;glichkeiten Gottes in meinem Leben. Und das gen&uuml;gt.&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14784175.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Mon, 17 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wortschönheit]]></title>
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      <description><![CDATA[Antje Sabine Naegeli ermutigt dazu, die Schönheit und Kraft von Worten neu zu entdecken. Ein Buchauszug aus „Schönheit lädt uns ein“.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109305.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Brunnen Verlag</figcaption></figure><p><em>Antje Sabine Naegeli ist Theologin und Psychotherapeutin. In ihrem Buch </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/146849?searchtext=Sch%C3%B6nheit%20l%C3%A4dt%20uns%20ein" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Sch&ouml;nheit l&auml;dt uns ein&ldquo;</em></a><em> &ouml;ffnet sie in kurzen Texten den Blick f&uuml;r verschiedene Formen von Sch&ouml;nheit. Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des </em><a href="https://brunnen-verlag.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Brunnen Verlages</em></a><em> einen Auszug aus dem Buch.</em><br />
&nbsp;</p><p>K&ouml;nnen Worte Sch&ouml;nheit ausstrahlen? Die Sprache in unserer Gesellschaft ist seit Jahren derber und k&auml;lter geworden. Wir erleben eine Entw&uuml;rdigung und Entleerung unserer Sprache.</p><p>Worte aber haben eine Wirkung, sie hinterlassen Spuren in uns. Wer durch sie nachhaltig verletzt wurde, h&ouml;rt wom&ouml;glich noch Jahre sp&auml;ter mit dem inneren Ohr, was ihm Schmerz zugef&uuml;gt hat. Worte stecken dann wie giftige Pfeile im Herzen. Das gilt auch f&uuml;r unsere Selbstgespr&auml;che, die wir f&uuml;hren. Pr&uuml;fen wir einmal, ob wir uns herabsetzen, uns entwerten oder ob wir freundliche, verst&auml;ndnisvolle Worte f&uuml;r uns finden.</p><h2>Wann sind Worte sch&ouml;n?</h2><p>Gute Worte haben eine heilsame Kraft. Sie k&ouml;nnen uns st&auml;rken, aufbauen und ermutigen. Koseworte etwa haben eine tiefe Sch&ouml;nheit, bergen Z&auml;rtlichkeit. Wenn wir sie empfangen haben in fr&uuml;hen Jahren, k&ouml;nnen sie ein Leben lang nachklingen. Wie unendlich sch&ouml;n ist ein Liebeswort, ein Wort der Anteilnahme, des Verstehens.</p><blockquote><p>Es ist hilfreich und gut, auf unsere Sprache zu achten. Wir k&ouml;nnen Gott um Worte bitten, die anderen oder auch uns selbst wohltun. Er hat Worte voller Sch&ouml;nheit und Kraft f&uuml;r uns.</p></blockquote><p>Wie viele Psalmworte gibt es in der Heiligen Schrift, die uns innerlich zu n&auml;hren verm&ouml;gen. In schlimmen Zeiten, wie etwa im Krieg, haben Menschen solche Worte immer bei sich getragen und sie einander zugesteckt, oft genug mit ihnen &uuml;berlebt. Das k&ouml;nnen wir wohlstandsverw&ouml;hnten Menschen von heute uns kaum noch vorstellen.</p><p>Wann sind Worte sch&ouml;n? Sch&ouml;nheit wohnt in Worten, die zugewandt, wahrhaftig, sorgsam und respektvoll sind. Ihre Sch&ouml;nheit h&auml;ngt nicht so sehr an einer kunstvollen Formulierung, obwohl wir das sicher auch sch&auml;tzen, wenn wir ein gutes Sprachgef&uuml;hl haben. Die Sch&ouml;nheit und Kraft der Worte hat ihre Wurzel in der inneren Haltung dessen, der sie ausspricht.</p><h2>&bdquo;Laternen&ldquo; in den Herzen anderer anz&uuml;nden</h2><p>In einem ihrer Gedichte, &bdquo;Wie wenig n&uuml;tze ich bin&ldquo;, findet die Dichterin Hilde Domin eine wunderbare Beschreibung. Sie z&uuml;nde, so dr&uuml;ckt sie es aus, im Vorbeigehen absichtslos die eine oder andere Laterne an in den Herzen am Wegrand. Als Poetin, die sie war, sind damit nicht zuletzt auch Worte gemeint, einf&uuml;hlsame Worte, die ermutigen, weil sie einen Blick haben f&uuml;r die Bed&uuml;rftigkeit der Weggef&auml;hrten.</p><p>Dabei scheint mir der Begriff &bdquo;absichtslos&ldquo; sehr wesentlich: etwas zu tun aus dem Herzen heraus, auch wenn wir nicht wissen, ob es den anderen Menschen erreicht, ob es ankommt oder nicht. Das Anz&uuml;nden versuchen, weil es sch&ouml;n ist, dies zu tun.</p><p>Solche &bdquo;Laternen&ldquo; k&ouml;nnen wir auch weitergeben mit unseren Worten, wenn wir den Sch&ouml;pfer unserer Sprache bitten: &bdquo;Unser Gott, senke Worte in uns hinein, in denen der Klang der Liebe wohnt.&ldquo;</p><p><span class="small">Copyright: Antje Sabine Naegeli, Sch&ouml;nheit l&auml;dt uns ein. Finden, was uns Hoffnung gibt, Brunnen Verlag 2025, ISBN: 9783765533297, Preis: 14,00 Euro</span><br />
&nbsp;</p><p><strong>Du liebst B&uuml;cher genauso wie wir? Dann freuen wir uns darauf, dich am 22. November im Medienhaus in Wetzlar zu unserem <a href="https://www.erf.de/entdecken/events/17100?reset=1&amp;content_item=175&amp;event=480" target="_blank">Lesefest</a> zu begr&uuml;&szlig;en. Von 10 bis 17 Uhr feiern wir 30 Jahre Lesezeichen mit Lesungen, Workshops und einem Einblick in die Produktion unserer beliebten Sendereihe. Sei dabei!</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Antje Sabine Naegeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17210044.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Antje Sabine Naegeli]]></author>
      <pubDate>Sun, 16 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Keine Zeit für Genuss?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/keine-zeit-fuer-genuss/6866-542-7985</guid>
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      <description><![CDATA[Warum wir uns oft viel zu selten etwas gönnen – und warum Genuss gesund hält. 7 Tipps für mehr Genuss.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109334.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tamas Pap /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Wenn ich meine Mutter anrufe und ihr erz&auml;hle, dass ich einen Ausflug oder sonst etwas Sch&ouml;nes plane, verabschiedet sie sich oft mit den Worten: &bdquo;Genie&szlig; es!&ldquo; Auf ersten Blick eine unn&ouml;tige Aufforderung. Doch auf zweiten Blick brauche ich diese Erinnerung h&auml;ufiger, als ich zugeben will. Denn genie&szlig;en muss gelernt sein!</p><p>Das klingt seltsam, denn beim Genie&szlig;en geht es ja nicht darum, mir etwas Schweres vorzunehmen oder gar etwas Unangenehmes. Ganz im Gegenteil: Unsere sch&ouml;ne Welt bietet so viel Herrliches, das sich genie&szlig;en l&auml;sst! Feines Essen, traumhafte Orte, ein spannendes Buch, ein guter Witz, herzliche Gesellschaft, ein faszinierendes Hobby.</p><blockquote class="noshare"><p>Das sind all jene Nebens&auml;chlichkeiten, die mein Leben angenehm, bunt und interessant machen. Und doch f&auml;llt es uns nicht immer leicht, auch Genuss dar&uuml;ber zu empfinden.&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Wer einen Burnout hat, genie&szlig;t nicht mehr</strong></h2><p>Stephan Menzel, Coach und Experte f&uuml;r Mentale Gesundheit, stellt bei seinen Beratungsgespr&auml;chen immer wieder fest, dass sich Menschen schwertun, genussvolle Momente in ihrem Leben zuzulassen. Und zwar ganz besonders, wenn sie unter Dauerstress stehen.</p><p>Er beobachtet: <em>&bdquo;Ich erlebe oft Menschen kurz vor dem Burnout, die die F&auml;higkeit zum Genie&szlig;en komplett verloren haben. Selbst Dinge, die vorher der komplette Genuss waren, sind wie hinter einem grauen Schleier und ber&uuml;hren den Menschen nicht mehr.&ldquo;</em></p><p>Diese Erfahrung hat Stephan Menzel selbst vor einigen Jahren gemacht, als er einen Burnout durchlebt und durchlitten hat. Er beschreibt sein damaliges Verhalten so:</p><p><em>&bdquo;Ich bin von Haus aus gerne drau&szlig;en unterwegs, mein Hobby ist das Fischen am Fluss. Und ich habe bemerkt, dass ich dieses Drau&szlig;ensein St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck, also schleichend vernachl&auml;ssigt habe. Ich habe mich zur&uuml;ckgezogen und wegen der vielen Arbeit habe ich behauptet, ich h&auml;tte keine Zeit. Oder ich kam so platt nach Hause, dass ich nur noch meine Ruhe wollte. &ldquo;</em></p><h2><strong>Was ist mit meinen unerledigten Aufgaben?</strong></h2><p>Ein prall gef&uuml;llter Kalender mag auf ersten Blick der Hauptgrund sein, warum ich in stressigen Zeiten als Erstes ein Hobby oder das Kochen eines besonderen Rezepts fallenlasse. Doch Stephan Menzel beobachtet meistens tieferliegende Gr&uuml;nde.</p><p>Wenn ich zum Beispiel in meiner Kindheit nach dem Prinzip &bdquo;Erst die Arbeit, dann das Vergn&uuml;gen&ldquo; erzogen wurde, mischt sich unter meinen Genuss auch ein schlechtes Gewissen: Habe ich genug geschafft, um mir jetzt einen freien Abend zu g&ouml;nnen? Was ist mit dem Stapel unerledigter To-Dos, die noch auf mich warten?&nbsp;</p><h2><strong>Genie&szlig;en ohne schlechtes Gewissen</strong></h2><p>Manche Menschen verbinden schon mit dem Begriff Genuss etwas Negatives und sehen hinter jedem Genuss die Gefahr der Genusssucht, also der grenzenlosen Gier nach angenehmen und lustvollen Erlebnissen. Wer so gepr&auml;gt ist, schwingt st&auml;ndig die Moralkeule gegen die eigenen Bed&uuml;rfnisse und bestraft sich selbst: entweder mit &uuml;berm&auml;&szlig;igem Verzicht oder einem andauernden schlechten Gewissen.&nbsp;</p><blockquote><p>Aber auch das Gegenteil verhindert das Genie&szlig;en: Wer jeder Marotte und jedem Impuls nachgibt, g&ouml;nnt sich zwar allerlei, aber genie&szlig;t kaum.</p></blockquote><p>Denn Genuss entsteht nicht durch das, was ich erlebe, sondern wie ich es erlebe.</p><p>Stephan Menzel erkl&auml;rt dies so: <em>&bdquo;Es liegt an der Wahrnehmung, ob ich etwas genie&szlig;e. Ein Freund von mir sagte mir mal: &sbquo;Nimm mal so ein T&auml;felchen Dunkler Schokolade. Lege es auf die Zunge und lass es mal langsam zerflie&szlig;en. Sp&uuml;r mal nach, was du schmeckst und f&uuml;hlst.&lsquo; Das ist der Unterschied zwischen reiner Nahrungsaufnahme und Genuss: Weil ich das ganz bewusst wahrnehme, und nicht nebenbei konsumiere.&ldquo;</em></p><h2><strong>7 Genussregeln nach Lutz</strong></h2><p>Auf Dauer kann es Menschen krank machen, wenn das Genie&szlig;en zu kurz kommt. Denn Genuss bildet eine wichtige F&auml;higkeit zur Erhaltung unserer mentalen Gesundheit. Das Genie&szlig;en l&auml;dt mich ein, in Kontakt mit meiner Umwelt zu treten: Sie zu schmecken, zu riechen, zu h&ouml;ren, zu sehen und zu sp&uuml;ren.</p><p>Dadurch bin ich im &bdquo;Au&szlig;en&ldquo; und nicht nur im &bdquo;Inneren&ldquo; meiner Gedanken und Sorgen. Ich steige quasi aus meinem Kopf aus und &ouml;ffne meine Seele f&uuml;r das, was mein K&ouml;rper wahrnimmt.</p><p>Dieses Prinzip, Genuss wieder bewusst einzu&uuml;ben, wird seit vielen Jahren in der Verhaltenstherapie bei Depressionen verwendet. Schon Anfang der 80er formulierte der Psychologe Dr. Rainer Lutz zusammen mit der Psychotherapeutin Eva Koppenh&ouml;fer die &bdquo;kleine Schule des Genie&szlig;ens&ldquo;.<sup>1</sup> Dazu entwarf er sieben Genussregeln, die dabei helfen, das &bdquo;Sich selbst etwas g&ouml;nnen K&ouml;nnen&ldquo; einzu&uuml;ben.</p><h3><strong>1. Genuss braucht Zeit</strong></h3><p>Eile und Hetze sind die Feinde des bewussten Genie&szlig;ens. Wer sich schwer damit tut, sollte sich feste Genusstermine einplanen, vor allem in stressigen Phasen. Und sei es die Viertelstunde Kaffeepause mit einem St&uuml;ckchen Schokolade.&nbsp;</p><h3><strong>2. Genuss muss erlaubt sein.</strong></h3><p>Manche Menschen sp&uuml;ren aufgrund ihrer Pr&auml;gung innere Verbote beim Genuss, selbst wenn es um harmlose Dinge wie einen Ausflug geht. Hier gilt es zu reflektieren, woher das schlechte Gewissen kommt und ob mein Genuss tats&auml;chlich mir oder jemand anderem Schaden zuf&uuml;gt.&nbsp;</p><h3><strong>3. Genuss geht nicht nebenbei</strong></h3><p>Die Schokolade kann noch so edel sein: Aber stopfe ich sie mir beim Seriengucken nebenbei rein, werde ich sie nicht wirklich genie&szlig;en. Wenn ich mir etwas g&ouml;nne, sollte ich kurz innehalten und das Gute auf mich wirken lassen. Das schafft Raum f&uuml;r die Sinne und ein Herz voller Dankbarkeit.</p><h3><strong>4. Weniger ist mehr</strong></h3><p>Genie&szlig;en hat nichts mit Konsum zu tun! Wenn ich es &uuml;bertreibe, verliere ich den Bezug zu dem, was mir an Gutem widerf&auml;hrt. Zu dem Thema gibt die Bibel einen guten Rat. im Buch der Spr&uuml;che hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Hastig errafftes Gut zerrinnt; wer aber ruhig sammelt, bekommt immer mehr&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Spr%C3%BCche13%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Spr&uuml;che 13,11</a>).</p><blockquote><p>Beim Genuss gilt es nicht zu raffen, sondern sch&ouml;ne Erinnerungen zu sammeln.</p></blockquote><h3><strong>5. Ausw&auml;hlen, was Dir guttut</strong></h3><p>Nicht jeder Mensch genie&szlig;t gleich. Der eine braucht dazu ein Buch und eine Kuscheldecke, der andere das Rad und eine Regenpause. Beim Genuss geht es darum, meinen eigenen Rhythmus zu finden und das tun, aus dem ich neue Energie sch&ouml;pfe. Dies sollte ich daher ganz ohne Vergleiche mit anderen tun.&nbsp;</p><h3><strong>6. Ohne Erfahrung kein Genuss&nbsp;</strong></h3><p>Genuss entsteht nicht im Kopf, sondern im Erleben: Ich schmecke, f&uuml;hle, rieche, sehe und h&ouml;re etwas, das mich anregt und mir Lust auf mehr macht. Gerade Menschen, die in ihrem Beruf viel Kopfarbeit leisten, helfen solche Sinneserfahrungen, um aus ihren Gedanken auszusteigen.&nbsp;</p><p>Es lohnt sich daher, Genuss mal bewusst analog ein&uuml;ben &ndash; ohne Handy, TV oder Nebenbei-Beschallung.&nbsp;</p><h3><strong>7. Genuss ist allt&auml;glich</strong></h3><p>Urlaube sind etwas Wundersch&ouml;nes, Geburtstagsfeiern und Hochzeitstage auch. Aber das bewusste Erleben von sch&ouml;nen Dingen darf nicht auf besondere Zeiten im Jahr beschr&auml;nkt sein.</p><blockquote class="noshare"><p>Es ist wie mit dem L&uuml;ften: Ich warte nicht ab, bis die Luft ganz verbraucht und stickig ist, sondern sorge regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r neuen Sauerstoff.</p></blockquote><p>Genauso sollte ich immer wieder kleine Genussmomente mitten im Alltag einplanen, besondere in stressigen Zeiten, wenn l&auml;ngere Erholungsphasen gerade nicht m&ouml;glich sind.</p><h2><strong>Genie&szlig;en kann man wieder neu lernen</strong></h2><p>Wenn du beim Lesen jetzt merkst, dass dein Sinn f&uuml;r gute Dinge verschwunden ist oder vergraben unter einem Berg von Stress und Sorgen liegt, ist das ein ernstzunehmendes Warnsignal.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Denn das Genie&szlig;en ist ein notwendiger Ausgleich f&uuml;r K&ouml;rper und Seele und hilft dir, mental gesund zu bleiben. Und nicht nur du hast etwas davon: Nur, wenn du angemessen f&uuml;r dich sorgst, kannst du f&uuml;r andere da sein.&nbsp;</p></blockquote><p>Die gute Nachricht ist: Genie&szlig;en kannst du (wieder) lernen. Stephan Menzel hat nach seinem Burnout mehrere Monate gebraucht, um wieder arbeitsf&auml;hig zu werden. Eine der ersten Anzeichen, dass er auf dem Weg zur&uuml;ck ins Leben war, beschreibt er wie folgt:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Ich habe wieder begonnen, wieder rauszugehen. Wieder einmal l&auml;ngere Spazierg&auml;nge zu machen, die Weite zu genie&szlig;en. Ger&uuml;che wahrzunehmen, im Wald unterwegs zu sein, Ger&auml;usche von V&ouml;geln wahrzunehmen. Das sind ganz einfache Dinge, aber ich habe gemerkt: Das hat mir gutgetan.&ldquo;&nbsp;</em></p><h2><strong>Genie&szlig;en: ein biblisches Prinzip</strong></h2><p>Was tut dir gut? Was sind deine t&auml;glichen sch&ouml;nen Dinge, bei denen du deine Seele baumeln lassen und das Gedankenkarussell abschalten kannst? Und bist du in letzter Zeit ausreichend dazu gekommen, dir diese kleinen Auszeiten zu g&ouml;nnen?</p><p>Wenn die Antwort darauf Nein lautet, nur Mut! Genuss ist schlie&szlig;lich auch ein biblisches Prinzip: Im Buch des Predigers reflektiert der Autor viel dar&uuml;ber, wie kurz das Leben ist und wie wenig Einfluss wir Menschen auf vieles haben, was uns darin widerf&auml;hrt. Doch die Antwort des Predigers ist nicht etwa Resignation &ndash; ganz im Gegenteil. er schreibt:</p><p><em>&bdquo;Es gibt nichts Besseres f&uuml;r den Menschen, als sich an dem zu freuen, was er isst und trinkt, und das Leben trotz aller M&uuml;he zu genie&szlig;en. Doch ich erkannte, dass auch das ein Geschenk Gottes ist.&nbsp;Denn wie kann man sich am Essen oder Trinken freuen ohne sein Zutun? Gott schenkt demjenigen, der ihm gef&auml;llt, Weisheit, Erkenntnis und Freude.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger2%2C24-26" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 2,24-26</a>)</p><p>Genie&szlig;en hei&szlig;t, dankbar zu sein. Also nimm all das Gute, was du in deinem Leben erf&auml;hrst, aus Gottes Hand und genie&szlig; es!<br />
&nbsp;</p><p><sup>1 </sup><span class="small"><a href="https://rainerlutz.wordpress.com/2015/06/03/hallo-welt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Mehr Informationen zur <em>&bdquo;</em>Kleinen Schule des Genie&szlig;ens<em>&ldquo;</em></a></span></p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17208909.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Fri, 14 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit fremden Augen weitersehen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/mit-fremden-augen-weitersehen/3178-542-7974</guid>
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      <description><![CDATA[Nicole Zweininger blickt bewusst durch unterschiedliche Brillen. Mal aus Respekt, mal aus Neugier.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1104820.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://gettyimages.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com</a> /&nbsp;Pure Imagination; Andreas Lehmann /&nbsp;ERF</figcaption></figure><p>&bdquo;Was hast du gesagt? Das klingt so komisch, wenn du es aussprichst!&ldquo; Das Nachbarskind kicherte und bat mich, das Wort &bdquo;Roller&ldquo; noch einmal zu wiederholen. Ich war sechs Jahre alt und mit meiner Familie gerade erst zur&uuml;ck nach Deutschland gekommen. Die Zeit in Zentralasien hatte meine Aussprache auf ihre eigene Weise gepr&auml;gt. Verlegen erkl&auml;rte ich, dass das eben meine Art zu sprechen war. Wenige Wochen sp&auml;ter hatte ich mir das Hochdeutsche angew&ouml;hnt. Mein Akzent mit dem rollenden &bdquo;R&ldquo; war verschwunden.</p><p>Kinder sind gnadenlos ehrlich. Sie sagen, was ihnen auff&auml;llt. In ihrer Offenheit steckt eine Wahrheit, die auch auf uns Erwachsene zutrifft: Was uns vertraut ist, halten wir f&uuml;r normal. Alles andere wirkt fremd. Wir finden den anderen interessant, komisch oder halten ihn manchmal sogar f&uuml;r falsch.</p><p>Damals als Kind habe ich eines verstanden, was mir bis heute wichtig ist:</p><blockquote class="noshare"><p>Respekt ist nichts Abstraktes. Respekt zeigt sich mitten im Alltag.</p></blockquote><p>Ich w&uuml;nsche mir Respekt im Miteinander in Schule, Beruf und Beziehungen.&nbsp;Aber wie ernst ich es damit meine, merke ich erst,&nbsp;wenn ich mit dem Anderssein der anderen in Ber&uuml;hrung komme.&nbsp;</p><h3><strong>Der Blick durch die eigene Brille</strong></h3><p>Ich bin eigentlich keine Brillentr&auml;gerin. Und doch setze ich mir immer wieder eine auf. Sie ist unsichtbar, aber wirksam: Sprache, Kultur, Erziehung, Glaube, Erfahrungen &ndash; all das f&auml;rbt meinen Blick. Was f&uuml;r mich selbstverst&auml;ndlich und normal ist, wirkt auf andere vielleicht irritierend oder fremd. Denn sie tragen eine andere Brille als ich.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Diese Unterschiede sind nicht immer harmlos. Wir k&ouml;nnen uns damit gegenseitig verletzen, herausfordern und ganz sch&ouml;n nerven. Aber sie k&ouml;nnen uns auch weiterbringen.</p></blockquote><p>Wir k&ouml;nnen an unseren Unterschieden wachsen. Genau hier begegnet mir das gro&szlig;e Wort Respekt: in der Verwunderung, im Missverst&auml;ndnis, im Streit.&nbsp;</p><p>W&auml;hrend meines Theologiestudiums wollte ich mir eine Brille kaufen, die mit einem Blaulichtfilter versehen ist. Ich wusste genau, wie sie aussehen sollte: goldfarben und leicht abgerundet. Die Form war mir wichtig, doch die Funktion noch mehr &ndash; der Filter sollte meine Augen sch&uuml;tzen.</p><p>Also zog ich los, probierte Gestell um Gestell. Auf den ersten Blick sah jedes Glas gleich aus. Die Unterschiede waren zwar kaum sichtbar, aber doch entscheidend. Der Blaulichtfilter schimmerte in einem feinen Blau und war nur auf Fotos erkennbar.</p><p>&Auml;hnlich erlebte ich es im Studium. Mit meiner neuen Blaulichtfilter-Brille vor Augen wurde mir nach und nach bewusst, wie unterschiedlich unser Blick auf die Welt auch im &uuml;bertragenen Sinne ist. Ich sa&szlig; mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammen, hochkonzentriert, manchmal &uuml;berm&uuml;det, und wir diskutierten gro&szlig;e Fragen: &bdquo;Was ist Wahrheit?&ldquo;, &bdquo;Wie weit reicht Gnade?&ldquo;, &bdquo;Was ist ethisch vertretbar?&ldquo;.</p><p>Wir redeten ehrlich, manchmal gnadenlos direkt, fast wie Kleinkinder. Und ich sp&uuml;rte: Dabei geht es nicht nur um Theorie, es geht um Identit&auml;t.&nbsp;</p><p>Hier prallten unterschiedliche Menschen aufeinander, die alle eine vom Leben ma&szlig;angefertigte Brille auf der Nase trugen. So individuell wie die Gestelle, so verschieden unsere Perspektiven.</p><h3><strong>Mit anderen Brillen experimentieren</strong>&nbsp;</h3><p>Im Studium lernte ich, dass ein respektvoller Umgang nicht bedeutet, dass sich am Ende jemand durchsetzt, sondern dass wir bereit sind, die eigene Brille abzulegen und die Sichtweise eines anderen auszuprobieren.&nbsp;Manchmal bedeutete das f&uuml;r mich, eine &Uuml;berzeugung abzulegen, manchmal meine Erfahrung beiseitezulassen, und immer hing es daran, meinen Stolz zu &uuml;berwinden.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>F&uuml;r mich hat es sich gelohnt, auch mal andere Brillen aufzusetzen und die Welt in neue Farben getaucht zu sehen.&nbsp;</p></blockquote><p>Manche Brillen passten sofort und ich trage sie h&auml;ufig, bei anderen brauchte ich etwas Zeit zur Eingew&ouml;hnung, wieder andere dr&uuml;ckten oder sa&szlig;en zu locker, sodass ich sie nicht noch einmal aufsetzte.</p><p>Meine Hochschule hat mir wertvolles Wissen vermittelt. Aber was mich wirklich gepr&auml;gt hat, war die kunterbunte Mischung an Menschen. Geformt haben mich weniger die Lehrinhalte und Theorien, sondern die aufrichtige Bereitschaft, unsere Unterschiede nicht nur zu ertragen, sondern zu feiern.</p><p>Einander mit Respekt und in W&uuml;rde zu begegnen, das klingt gro&szlig;. Aber es beginnt im Kleinen: mit meinem Blick. Mit meiner Haltung. Mit meinen Worten. F&uuml;r mich ist es eine t&auml;gliche &Uuml;bung. Respekt ist kein Selbstl&auml;ufer. Er w&auml;chst nicht in der Theorie oder in B&uuml;chern, sondern in echten Begegnungen. In Gespr&auml;chen, die auch mal wehtun. In Diskussionen, die hitzig werden. Aber nur so lernen wir einander verstehen.</p><h3><strong>Respekt hei&szlig;t, den anderen durch Gottes Brille zu sehen</strong></h3><p>&bdquo;Gott schuf den Menschen zu seinem Bild&ldquo; lese ich in der Bibel in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose1%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 1,27</a>. Das klingt riesig, fast unbegreifbar. Aber in der Begegnung mit anderen wird es pl&ouml;tzlich konkret. Es bedeutet, durch einen anderen Filter zu schauen: Gottes Augen. Mit seinem Blick ist jeder Mensch wertvoll, einzigartig und geliebt. Wir sind verschieden und doch tr&auml;gt jeder von uns dieses Ebenbild in sich. Genau diese Brille m&ouml;chte ich im Alltag aufsetzen.</p><p>Respekt bedeutet f&uuml;r mich, einen anderen Menschen in seiner Eigenart wertzusch&auml;tzen und zu feiern, so wie Gott es tut. Zuerst seine Einzigartigkeit zu sehen und nicht seine Andersartigkeit. Nicht das, was mir fremd oder komisch vorkommt, im Blick zu haben, sondern ihn als w&uuml;rdevollen, von Gott geliebten Menschen zu sehen.&nbsp;</p><p>Dieses Jahr habe ich erneut eine Reise nach Zentralasien gemacht.&nbsp;In Kasachstan sa&szlig; ich bis sp&auml;t am Abend mit einer Familie zusammen, als der Gastgeber sagte: &bdquo;Nicole, ihr Deutschen habt die Uhr. Wir Kasachen haben die Zeit.&ldquo;</p><p>Dieser Satz ist mir im Ged&auml;chtnis geblieben. Er war wie ein anderer Filter, eine neue Brille. Ich habe auf humorvolle Weise erkannt, wie unterschiedlich wir auf das Leben blicken.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Mit meiner gewohnten Brille richte ich den Blick auf Effizienz, Planung und Taktung. Mit seiner Brille sah mein Gastgeber hingegen, dass Zeit vor allem Raum f&uuml;r Begegnung und Beziehung ist.&nbsp;</p></blockquote><p>Wenn ich es schaffe, unterschiedliche Brillen aufzusetzen, ver&auml;ndert sich nicht nur mein Blick auf andere, sondern auch mein eigenes Leben. Begegnungen werden leichter, Beziehungen tiefer und Konflikte ehrlicher. Dann erlebe ich, dass Respekt nichts Abstraktes bleibt, sondern mitten im Alltag sichtbar wird.</p><p><strong>Nicole Zweininger ist Projektmanagerin bei ERF Global Hope. Als Missionskind lebte sie f&uuml;r sechs Jahre in Kirgisistan.</strong></p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17208218.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Thu, 13 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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