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    <title>ERF.de Topthema</title>
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    <description>Relevante Themen auf ERF.de</description>
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    <pubDate>Tue, 11 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
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    <category><![CDATA[erf.de]]></category>
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      <title><![CDATA[ERF.de - Topthema]]></title>
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      <title><![CDATA[Wenn ein Traum Wirklichkeit wird]]></title>
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      <description><![CDATA[Paulus lebte seinen Traum, statt das Leben zu verträumen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1058358.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© privat</figcaption></figure><p>Wovon tr&auml;umst du? Von einem sch&ouml;nen Urlaub am Mittelmeer, einer beruflichen Ver&auml;nderung einem sch&ouml;nen Haus oder einer l&auml;ngeren Auszeit? Was ist in deinen Augen traumhaft? &nbsp;</p><p>Wir unterscheiden zwischen Tr&auml;umen im Schlaf und den Tr&auml;umen, die wir als Ideen und Visionen f&uuml;r unsere Zukunft bezeichnen. Nachts verarbeiten wir in unseren Tr&auml;umen das, was wir tags&uuml;ber erlebt haben. Wenn wir wach sind, entwickeln wir Tr&auml;ume von dem, was wir gerne erleben w&uuml;rden. Manches davon k&ouml;nnen wir verwirklichen, anderes hingegen bleibt ein sch&ouml;ner Wunschtraum.</p><p>Von Martin Luther King stammen die ber&uuml;hmten Worte &bdquo;I Have a Dream&ldquo;, mit denen er &uuml;ber die Gleichwertigkeit und das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe spricht. Er widmete sein Leben diesem Traum und setzte alles daran, dass er Wirklichkeit wird. Sein Wirken hatte gro&szlig;e Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen und ver&auml;nderte die US-amerikanische Gesellschaft.</p><h2>Vom Traum zum Wunsch, vom Wunsch zur Wirklichkeit</h2><p>Der Apostel Paulus hatte einen Traum im Schlaf, welcher umgehend zu seinem Herzenstraum und kurz darauf Wirklichkeit wurde: Er tr&auml;umte von einem Mann aus Mazedonien, der ihn bat, zu ihm her&uuml;berzukommen. Her&uuml;ber, das bedeutete aus Kleinasien, der heutigen T&uuml;rkei, nach Mazedonien in Griechenland. Paulus verstand diesen Traum als Ruf Gottes, dem er folgen wollte.</p><p>Der Wunsch, die Botschaft von Jesus Christus nach Europa zu bringen, brachte ihn dazu, sofort eine &Uuml;berfahrt per Schiff zu suchen. Er vertr&auml;umte nicht die Zeit, er nutzte sie, damit sein Traum Wirklichkeit werden konnte. So landete er in Neapolis, unweit von Philippi, wie wir es im 16. Kapitel der Apostelgeschichte lesen k&ouml;nnen.</p><p>Diese Gegend im Nordosten Griechenlands kennen wir heute als beliebtes Urlaubsziel. Meine Familie und ich haben Neapolis, das heutige Kavala, in diesem Fr&uuml;hjahr w&auml;hrend unseres Urlaubs in Griechenland besucht. An einer Kirche ist ein gro&szlig;es und beeindruckendes Wandbild zu sehen, welches die Ankunft von Paulus in Europa zeigt.</p><blockquote class="noshare"><p>Der Traum von Paulus hatte gro&szlig;en Einfluss auf den Verlauf unserer Geschichte: Der gro&szlig;en Weltgeschichte und vieler einzelner Lebensgeschichten.</p></blockquote><p>In Europa verbreitete sich das Christentum &uuml;ber den ganzen Kontinent und von hier aus in viele andere Teile der Welt.&nbsp;Wie w&auml;re die Geschichte Europas wohl ohne diesen Traum verlaufen? W&uuml;rde es viele unserer Kirchen und Gemeinden vielleicht gar nicht geben? Welche Richtlinien und Werte w&uuml;rden unser Leben pr&auml;gen, wenn wir die Bibel und den christlichen Glauben nicht kennengelernt h&auml;tten?</p><h2>Wunschtraum: Wenn Gottes Wunsch zu deinem Traum wird</h2><p>Paulus&rsquo; Traum war nicht einfach ein pers&ouml;nlicher Wunschtraum. Gott hatte ihm diesen Traum ins Herz gelegt. Und schlie&szlig;lich hatte Gott selbst daf&uuml;r gesorgt, dass er Wirklichkeit wurde.</p><blockquote><p>Gott hatte Paulus&nbsp;diesen Traum ins Herz gelegt. Und schlie&szlig;lich hatte Gott selbst daf&uuml;r gesorgt, dass er Wirklichkeit wurde.</p></blockquote><p>Paulus hatte den Traum und den Wunsch, dass Menschen Jesus kennenlernen. Daf&uuml;r war er bereit, Neuland zu betreten. W&auml;re es nicht traumhaft, wenn auch du dazu beitragen k&ouml;nntest, dass Menschen Jesus kennenlernen, die bisher noch keine Beziehung zu ihm haben?</p><p>Darf Jesus in deine Tr&auml;ume kommen? Nicht nur im Schlaf bei Nacht, sondern auch in die Wunschtr&auml;ume, die dich in Bewegung setzen? Es w&auml;re doch traumhaft, wenn auch du wie Paulus sagen kannst:</p><p><em>&bdquo;Da war uns klar, dass Gott uns gerufen hatte, den Menschen dort die rettende Botschaft zu verk&uuml;nden&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/HFA/Apostelgeschichte16%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 16,10</a>).<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Jens Kilian</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16835260.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Jens Kilian]]></author>
      <pubDate>Mon, 10 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gefühl ist nicht gleich Gefühl]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie wir lernen, unsere Empfindungen und die Wirkmechanismen dahinter genauer einzuordnen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1136837.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Ivan S. /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.&ldquo; Vielleicht kennst du diesen Satz aus der Snickers-Werbung. Mir ist er direkt beim ersten Ansehen h&auml;ngengeblieben. Denn er beschreibt etwas, was ich bereits lange vor der Werbung kannte: Dass Hunger nicht nur ein k&ouml;rperliches Empfinden ist, sondern mich auch emotional steuert. Im Englischen gibt es daf&uuml;r sogar den Begriff &bdquo;hangry&ldquo; (Wortsch&ouml;pfung aus den Begriffen &bdquo;hungry/ hungrig&ldquo; und &bdquo;angry/ w&uuml;tend&ldquo;). Sprich: Wer hungrig ist, reagiert schneller w&uuml;tend.</p><p>Doch wie ist das sonst mit k&ouml;rperlichen Prozessen und Gef&uuml;hlen? Oft verwenden ich den Begriff &bdquo;f&uuml;hlen&ldquo; sehr weit. Ich sage: &bdquo;Ich f&uuml;hle mich ersch&ouml;pft&ldquo;, aber auch &bdquo;Ich f&uuml;hle mich verletzt&ldquo;. Nun besteht aber zwischen einer Emotion und einer K&ouml;rperempfindung wie Hunger ein Unterschied. In dem einen Fall reicht es meist, die k&ouml;rperlichen Bed&uuml;rfnisse zu stillen, im anderen eben nicht.</p><p>Um angemessen auf meine Gef&uuml;hle und Empfindungen zu reagieren, hilft es daher, genauer hinzuschauen, was gerade wirklich k&ouml;rperlich und emotional in mir passiert. Elisabeth Haag ordnet in ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/144642" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Einander verstehen lernen: Wie uns verbindet, was wir sagen&ldquo;</a><em></em>Empfindungen und Gef&uuml;hle in f&uuml;nf Kategorien ein. Im Folgenden gebe ich dir Tipps, wie du auf die einzelnen Gef&uuml;hlsarten reagieren kannst.</p><h2><strong>1. K&ouml;rperliche Empfindungen</strong></h2><p>Unser K&ouml;rper ist ein erstaunlicher Mechanismus. Er passt sich den unterschiedlichsten &auml;u&szlig;eren Bedingungen an, ohne dass ich das immer bewusst wahrnehme. Ist mir zu warm, k&uuml;hlt er mich mit Schwitzen herunter. Sitze ich zu lange auf einer Stelle und sollte mich mal wieder bewegen, kribbelt es und ich wechsle oft automatisch die Position.</p><p>Doch alles gleicht mein K&ouml;rper nicht aus. Ist mir sehr hei&szlig; oder kalt, kann das sowohl meine Konzentration als auch meine Stimmung massiv beeinflussen. Genauso einen starken Einfluss k&ouml;nnen Hunger oder Durst, M&uuml;digkeit, Schmerzen, &Uuml;belkeit oder andere k&ouml;rperliche Missempfindungen auf meine emotionale Stabilit&auml;t haben.</p><p>Als es im Fr&uuml;hsommer so hei&szlig; war, gab es Tage, an denen ich vor Hitze nicht mehr denken konnte. Ich sa&szlig; vor dem PC und wusste eigentlich, was ich zu tun hatte, und habe doch minutenlang auf den Bildschirm gestarrt. Zudem stritt ich mich mit meinem Mann &uuml;ber Dinge, die komplett l&auml;cherlich waren. An einem Tag unterhalb der 30-Grad-Grenze w&auml;re mir das nicht passiert.</p><p>Was kannst du daraus f&uuml;r dich mitnehmen?</p><ol><li><p>K&ouml;rperliche Empfindungen wollen wahrgenommen und beachtet werden. Wenn du &bdquo;hangry&ldquo; bist, liegt die L&ouml;sung nicht in dem Versuch, trotzdem m&ouml;glichst nett zu sein &ndash; wobei das nat&uuml;rlich sinnvoll und l&ouml;blich ist. Stattdessen solltest du schnellstm&ouml;glich etwas essen. Sprich: K&uuml;mmere dich als Erstes um deine k&ouml;rperlichen Bed&uuml;rfnisse und kl&auml;re erst danach emotionale Themen.</p></li><li><p>Meist meldet der K&ouml;rper erst dann den Notstand, wenn es schon zu sp&auml;t ist. Wenn du aggressiv vor Hunger bist, hast du mehrere k&ouml;rperliche Signale davor &uuml;bergangen. Lerne daher, die Antennen f&uuml;r deinen K&ouml;rper zu sch&auml;rfen und auch auf feine Signale zu achten. Manchen Menschen gelingt es sogar, dies bei anderen Menschen wahrzunehmen. Wenn du das kannst, nutze es zum Besten deiner Mitmenschen.</p></li><li><p>Teile deinem Gegen&uuml;ber mit, wenn du bemerkst, dass dein K&ouml;rper sich in einem Ausnahmezustand befindet. Jeder Mensch kennt Hunger, Hitze oder andere k&ouml;rperliche Missempfindungen. Die meisten zeigen Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, wenn du deshalb gereizt oder unkonzentriert bist, sofern sie davon wissen.</p></li></ol><h2><strong>2. Biologische Programmierungen</strong></h2><p>Biologische Programmierungen h&auml;ngen oft mit K&ouml;rperempfindungen zusammen, doch hier geht es nicht um das k&ouml;rperliche Gef&uuml;hl, sondern die automatische Reaktion, die dieses ausl&ouml;st. Elisabeth Haag nennt hier auch Hunger, wobei ich den eher in der ersten Kategorie verorte. Denn ja, auch Hunger f&uuml;hrt zu automatischen Reaktionen, etwa, indem ich die n&auml;chstverf&uuml;gbare statt einer nahrhaften Mahlzeit w&auml;hle oder zu schnell esse. Zugleich ist er aber eine f&uuml;r sich stehende K&ouml;rperempfindung.</p><p>Reine biologische Programmierungen k&ouml;nnen folgende Dinge sein:</p><ul><li><p>Das Zusammenzucken bei einem lauten Ger&auml;usch</p></li><li><p>Das automatische Beschleunigen der Schritte, wenn ich als Frau im Dunkeln einem fremden Mann begegne</p></li><li><p>Der etwas zu lange Blick, wenn ich jemanden sehe, den ich attraktiv finde</p></li><li><p>Verliebtheitsgef&uuml;hle in Form von Schmetterlingen im Bauch</p></li><li><p>Eifersucht, wenn ich beobachte, wie jemand mit meinem Partner flirtet</p></li></ul><p>Das alles sind nicht nur k&ouml;rperliche Verhaltensmuster, dennoch haben sie eins gemeinsam: Wir denken bei diesen Reaktionen oft nicht dar&uuml;ber nach, was wir f&uuml;hlen oder tun, sondern reagieren zun&auml;chst einfach nur. Wir sind quasi biologisch gepolt, in einer gewissen Weise zu empfinden und zu handeln.</p><p>Diese Empfindungen ordnen wir erst im Nachgang ein und regulieren dann nach. Etwa, wenn ich feststelle, dass der laute Knall nur im Film war.</p><p>Problematisch werden biologische Programmierungen, wenn ich sie einfach laufen lasse und nicht mit dem Verstand nachjustiere. Wenn ich also den Schmetterlingen im Bauch nachgebe, obwohl ich bereits einen Partner habe, oder weiter meine Eifersucht n&auml;hre, obwohl mein Partner mir daf&uuml;r keinen Grund gibt.</p><p>Das ist meiner Ansicht nach auch das, was Jesus mit den drastischen Worten in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us5%2C28-29" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,28-29</a> thematisiert: <em>&bdquo;Wer die Frau eines anderen begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen. Wenn dich dein rechtes Auge zur S&uuml;nde verf&uuml;hrt, dann rei&szlig; es aus und wirf es weg!&ldquo;</em></p><blockquote class="noshare"><p>Hier geht es meiner Ansicht nach nicht darum, mir faktisch ein Auge auszurei&szlig;en, aber Jesus warnt eindringlich davor, biologischen Programmierungen blind zu folgen.</p></blockquote><p>Man k&ouml;nnte auch sagen: Der erste Blick auf eine attraktive Person des anderen Geschlechts mag eine automatische Reaktion sein, der zweite dagegen ist meine bewusste Entscheidung, f&uuml;r die ich&nbsp;die Verantwortung trage.</p><h2><strong>3. Klassische Gef&uuml;hle</strong></h2><p>Diese Kategorie umfasst das, was wir gemeinhin unter Gef&uuml;hlen verstehen. Mit diesen Gef&uuml;hlen treten wir in Verbindung zu anderen Menschen und einer aktuellen Situation. So f&uuml;hlen wir uns etwa traurig, weil jemand uns ignoriert, oder freuen uns, einen lieben Bekannten zu sehen. Aufgrund dieser sozialen Komponente verwendet Elisabeth Haag hier den Begriff &bdquo;Beziehungskr&auml;fte&ldquo;.</p><blockquote class="noshare"><p>Diese klassischen Gef&uuml;hle entstehen aus der Situation heraus, sind durch den Verstand steuerbar und lassen sich meist einem Grundgef&uuml;hl wie Angst, Wut, Trauer, Freude oder Scham&nbsp;zuordnen.</p></blockquote><p>Auf diese Gef&uuml;hle zu reagieren, ist wichtig und st&auml;rkt unsere Beziehungen. Allerdings ist daf&uuml;r oft eine Einordnung n&ouml;tig. Denn nicht selten &uuml;berlagern sich mehrere Grundgef&uuml;hle, etwa wenn ich mich &bdquo;verletzt&ldquo; f&uuml;hle. Dann kann es sein, dass das vorherrschende Gef&uuml;hl Wut ist, weil meine Grenzen &uuml;bergangen wurden. Es kann aber auch Trauer sein, weil das Verhalten meines Gegen&uuml;ber mir Wertlosigkeit vermittelt.</p><p>Um in Beziehung zu treten und meine Gef&uuml;hle ad&auml;quat zu &auml;u&szlig;ern, hilft hier selten die Aussage: &bdquo;Du hast XY getan, das hat mich verletzt.&ldquo; Auf diese Weise &auml;u&szlig;ere ich eine Bewertung und eskaliere damit eventuell die Situation. Sinnvoller ist es, einen Schritt zur&uuml;ckzutreten und zu &uuml;berlegen: Was f&uuml;hle ich wirklich? Und dann schildere ich das dem anderen. Wenn ich sage: &bdquo;Du hast XY getan. Das macht mich traurig/w&uuml;tend, weil &hellip;&ldquo;, begr&uuml;nde ich mein Empfinden und bleibe dabei sachlich.</p><p>Auf diese Weise kann ich Konflikte konstruktiv aus der Welt schaffen und vermeide, nur meine Emotionen am anderen auszulassen.</p><h2>&nbsp;<strong>4. Emotionale Altlasten</strong></h2><p>Besonders schwierig wird das Einordnen von Gef&uuml;hlen, wenn es um emotionale Altlasten geht. Diese vierte Kategorie umfasst Gef&uuml;hle, die sich nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Vergangenheit beziehen. Haag bezeichnet sie als &bdquo;ungef&uuml;hlte, unerl&ouml;ste Gef&uuml;hle&ldquo;. Was ist damit gemeint?</p><blockquote><p>Es kann vorkommen, dass eine Situation mich so sehr an eine &auml;hnliche Situation aus meiner Vergangenheit erinnert, dass ich Gef&uuml;hle aus dieser fr&uuml;heren Situation empfinde &ndash; entweder welche, die ich selbst erlebt habe oder solche, die ich bei anderen beobachtet habe.</p></blockquote><p>In diesem Fall l&auml;uft meine emotionale Reaktion &auml;hnlich wie bei biologischen Programmierungen meist automatisch ab. Sprich: Ich erlebe einen Reiz, der nicht einmal besonders gro&szlig; sein muss. Daraufhin explodiere ich oder breche in Tr&auml;nen aus. Faktoren, die diese emotionalen Altlasten hervorbringen, bezeichnet man als Trigger.</p><p>Vielfach wird von einem Trauma ausgegangen, wenn es zu solchen emotionalen Ausbr&uuml;chen kommt, doch es braucht dazu kein diagnostiziertes Trauma. Wir alle haben gewisse famili&auml;re Pr&auml;gungen, die uns in bestimmten Situationen Gutes oder Schlechtes erwarten lassen.</p><p>Wenn fr&uuml;her ein bestimmter Satz immer fiel, bevor ich &Auml;rger bekam, erwarte ich jedes Mal &Auml;rger, wenn ich ihn h&ouml;re, und reagiere emotional darauf. Ein an sich harmlose Satz wird dann zum Triggerpunkt und es kann sein, dass ich gar nicht mehr richtig auf das h&ouml;re, was dann folgt, sobald er f&auml;llt.</p><p>Das Problem bei emotionalen Altlasten ist:</p><ol><li><p>Weil meine damalige Einordnung des Geschehens der Erlebniswelt eines Kindes entsprach, reagiere ich nun wieder wie eine 10- oder 15-J&auml;hrige darauf, und zwar, bevor mein erwachsener Verstand die tats&auml;chliche Lage bewertet.</p></li><li><p>Eine &auml;hnliche Situation ist keine gleiche Situation. Genau wie ich als Mensch gereift bin, ist auch die Situation nun eine andere. Wenn ich als Schulkind von Klassenkameraden nicht zur gemeinsamen Pause einladen wurde, war dies eventuell Mobbing. Meine Kollegen im Arbeitsleben hingegen halten mich eventuell nur f&uuml;r noch besch&auml;ftigt, wenn sie ohne mich Pause machen.</p></li></ol><p>Was kann bei emotionalen Altlasten helfen? Drei Dinge:</p><ol><li><p>Mir meiner Triggerfaktoren bewusst werden und gerade in diesen Situationen emotional einen Gang zur&uuml;ckschalten.</p></li><li><p>Mit engen Bezugspersonen &uuml;ber meine Trigger sprechen und gemeinsame Wege finden, um Triggersituationen zu entsch&auml;rfen.</p></li><li><p>Nicht zu hart mit mir selbst ins Gericht gehen, wenn doch mal wieder mein 15-j&auml;hriges Ich durchschl&auml;gt, sondern gn&auml;dig mit mir sein und mich gegebenenfalls beim anderen entschuldigen, wenn ich aus einem starken Gef&uuml;hl heraus reagiert habe.</p></li></ol><h2><strong>5. Emotionale Bewusstseinszust&auml;nde</strong></h2><p>Neben emotionalen Altlasten gibt es auch emotionale Bewusstseinszust&auml;nde&nbsp;angenehmer und unangenehmer Natur. Man k&ouml;nnte sie auch als emotionale Grundhaltungen zu einer Person, Situation oder dem Leben an sich bezeichnen.</p><p>Wenn ich etwa jemanden liebe, meint mein &bdquo;Ich liebe dich&ldquo; nicht per se, dass der andere mir just in diesem Moment Schmetterlinge in den Bauch zaubert, sondern oft eher &bdquo;Ich k&uuml;mmere mich um dich&ldquo; oder &bdquo;Ich stehe zu dir&ldquo;. Meine Liebe zum anderen entspringt dann nicht mehr allein biologischer Programmierung oder einem Gef&uuml;hl der Freude, wenn ich ihn oder sie sehe, sondern einer Grundhaltung, die ich dem anderem gegen&uuml;ber einnehme.</p><p>Auch andere positive Lebenseinstellungen wie Mitgef&uuml;hl, Dankbarkeit, Vertrauen oder Freundlichkeit entspringen oft einem l&auml;nger vorherrschenden Gef&uuml;hlszustand, den ich gezielt ausgebaut habe und anderen Menschen bewusst entgegenbringe.</p><p>Genauso k&ouml;nnen auch unangenehme Gef&uuml;hle zu Bewusstseinszust&auml;nden werden. Wenn ich etwa einen Menschen verliere, empfinde ich Trauer nicht mehr nur als einzelnes situatives Gef&uuml;hl, sondern es legt sich eine Wolke der Trauer &uuml;ber mein ganzes Leben. Die Trauer beeinflusst dann als Grundempfindung mit, wie ich andere Gef&uuml;hle wahrnehme. &Auml;hnlich ist es, wenn jemand an einer schweren Depression erkrankt.</p><blockquote><p>Bewusstseinszust&auml;nde f&auml;rben somit meine Wahrnehmung von Situationen oder anderen Menschen ein und bestimmen, welche Einzelgef&uuml;hle ich erlebe &ndash; und wie stark. Deshalb ist es immens wichtig, sich ihrer bewusst zu werden und sie zu steuern.</p></blockquote><p>Das hei&szlig;t explizit nicht, dass Phasen der Trauer keinen Platz im Leben haben. Es gibt Zeiten, in denen dieses Gef&uuml;hl den Grundton unseres Lebens ausmachen kann. Auch der Verfasser des biblischen Buches Predigers wei&szlig; das, als er schreibt: <em>&bdquo;Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit: geboren werden und sterben, einpflanzen und ausrei&szlig;en, t&ouml;ten und Leben retten, niederrei&szlig;en und aufbauen, weinen und lachen, wehklagen und tanzen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger3%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 3,1-4</a>).</p><p>Zugleich ermutigt uns der Apostel Paulus: <em>&bdquo;Dankt Gott in jeder Lebenslage!&ldquo;</em> (1. Thessalonischer 5,18). Dies empfiehlt keiner, der Leid nicht kennengelernt hat, sondern jemand, der wei&szlig;, dass wir durch die richtige Brille mit einer positiven und auf Gott ausgerichteten Grundhaltung aufs Leben schauen.</p><p>Was ist deine aktuelle Grundhaltung zum Leben? Und wo lohnt es sich, deine vorherrschenden Emotionen zu &uuml;berdenken?<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17404699.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 07 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Stirbt das Modell Volkskiche?]]></title>
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      <description><![CDATA[Andreas Rauhut über die Zukunft kirchlichen Lebens in einer entkirchlichten Gesellschaft.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1136818.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Dao Shen /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Die Zahlen sind eindeutig: Ende 2025 geh&ouml;rten nur noch rund 17,4 Millionen Menschen der evangelischen Kirche an &ndash; ein R&uuml;ckgang von 3,2 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr. &Auml;hnlich sieht es bei den Katholiken aus. Doch Prof. Dr. Andreas Rauhut, Theologe und Professor f&uuml;r Systematische Theologie an der <a href="https://www.eh-hessen.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Evangelischen Hochschule Hessen</a>, sieht darin nicht das Ende der Volkskirchen. Er forscht zur Zukunft kirchlichen Lebens in einer entkirchlichen Gesellschaft &ndash; und ist &uuml;berzeugt: Kirche lebt, weil Gott lebt.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Du forscht gerade zum Thema &bdquo;Die Zukunft kirchlichen Lebens in einer entkirchlichen Gesellschaft&ldquo;. Was hat dich bewogen, genau dieses Thema zu w&auml;hlen?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Ich war schon immer irgendwie in Kirche verliebt, weil ich erlebt habe, dass Kirche ein wundersch&ouml;ner Ort ist, etwas ganz Tolles. Und gleichzeitig stirbt Kirche traurigerweise in vielen Formen in Deutschland &ndash; sie wird weniger, geringer. Menschen sind nicht mehr in Kirche, ganz viel von dem politischen und gesellschaftlichen Leben bricht ab. Wir haben teilweise Schwundraten von bis zu 4 Prozent pro Jahr in evangelischen Landeskirchen, beispielsweise in Mitteldeutschland.</p><blockquote><p>Es ist absehbar, dass Volkskirche, wie sie einmal war und wie wir sie vielleicht noch kennen, schon in wenigen Jahrzehnten so nicht mehr da sein wird.</p></blockquote><p>Wenn die Kirche, die ich kenne und die ich irgendwie auch liebe, stirbt &ndash; und gleichzeitig der Gott, von dem ich geliebt werde und den ich liebe, immer noch da ist, dann ist ja die Frage: Was ist eigentlich Kirche, wenn Kirche, wie wir sie jetzt kennen, irgendwann nicht mehr da ist?</p><p>Das fand ich spannend. Ich dachte: Hey, da w&uuml;rde ich super gerne wissen, wie das weitergeht. Dass es weitergehen wird, scheint mir klar, denn Gott ist ja noch da &ndash; und dem ist Kirche immer noch wichtig.</p><h2><strong>Vitale Kirchen trotz &bdquo;Entkirchlichung&ldquo;?</strong></h2><p><strong>ERF: In deiner Forschung verwendest du den Begriff &bdquo;Entkirchlichung&ldquo;. Das klingt nach Niedergang, doch du sprichst gleichzeitig von vitaler Kirche. Was meinst du damit?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Entkirchlichung hei&szlig;t zun&auml;chst schlicht und ergreifend, dass die drei Kernmerkmale von Kirchlichkeit abnehmen. Das erste ist die Mitgliedschaft: Immer weniger Menschen sind in evangelischen und katholischen Kirchen Mitglieder &ndash; mit R&uuml;ckgangsraten von circa 2 bis 4 Prozent pro Jahr.</p><p>Das zweite ist der regelm&auml;&szlig;ige Gottesdienstbesuch. Man hat lange gesagt: &bdquo;Weihnachten gehen immer noch viele Menschen zur Kirche.&ldquo; Das stimmt leider nicht mehr: Seit ungef&auml;hr 4 bis 5 Jahren gehen auch zu Weihnachten immer weniger Menschen zur Kirche. Und der dritte Aspekt ist, dass Menschen die Grunds&auml;tze des christlichen Glaubensbekenntnisses f&uuml;r wahr halten &ndash; auch das geht zur&uuml;ck.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Warum sprichst du trotzdem von einer vitalen, lebendigen Kirche?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Weil Kirche nicht das ist, was wir Menschen daraus machen, sondern das, was Gott tut. Kirche wird auch als &bdquo;Gesch&ouml;pf des Wortes Gottes&ldquo; bezeichnet &ndash; etwas, was Gott ins Leben ruft. Und weil Gott immer noch Menschen begegnet, vielleicht sogar immer mehr Menschen begegnet, bin ich mir sicher, dass es diese lebendige Kirche gibt. Die Frage ist: Wo und wie genau ereignet sie sich?</p><p>Das war der Grund, warum ich dachte: Lass uns doch mal genauer hingucken, wo diese vitale lebendige Kirche eigentlich ist. Und auch: Wo sehnen sich Menschen in unserer Gesellschaft, auch wenn sie nicht kirchlich oder christlich und vielleicht auch gar nicht religi&ouml;s sind, nach genau dem, was sie bei Gott finden, was Gott f&uuml;r sie bereith&auml;lt?</p><p>Das kann man empirisch und sozialwissenschaftlich tats&auml;chlich entdecken.</p><blockquote class="noshare"><p>Man kann sagen: Da und dort suchen Menschen nach so etwas wie Gott, auch wenn sie das Wort &bdquo;Gott&ldquo; vielleicht gar nicht in den Mund nehmen.</p></blockquote><h2><strong>Kirche als Ort zum Sein und zum Mitmachen</strong></h2><p><strong>ERF: Machen wir es konkret: Welchen Formen vitalen kirchlichen Lebens bist du in deiner Recherche begegnet?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Ich habe ganz konkret kirchliche Start-ups untersucht, also Gemeindegr&uuml;ndungen oder neue Formen kirchlichen Lebens, manche nennen das auch &bdquo;Fresh Expressions of Faith&ldquo;. Da habe ich geschaut: Was passiert eigentlich dort, wo Menschen ohne kirchlichen Background auf einmal zur Gemeinde dazukommen? Was geschieht an diesen Orten, was es Menschen au&szlig;erhalb der Kirche erm&ouml;glicht, dazuzukommen? Nat&uuml;rlich hat das etwas mit ihrem Leben zu tun und es hat ganz viel mit Gott zu tun, aber die Kirche ist da wie eine Art Werkzeug.</p><p>Wenn ich das alles praktisch zusammenfasse, passieren da drei Dinge. Das erste:</p><blockquote><p>Die Kirche ist wie ein gutes, attraktives, angenehmes Caf&eacute;. Sie ist ein Ort, an dem Menschen gerne sind, mit einer sch&ouml;nen &Auml;sthetik und einer angenehmen Wohlf&uuml;hlatmosph&auml;re.</p></blockquote><p>Wo Menschen reinkommen und sagen: &bdquo;Hier bin ich gerne, hier kenne ich ein paar Leute, vielleicht so wie in einem Caf&eacute; den Barista. Manche kenne ich nicht, aber die sind grunds&auml;tzlich offen, und es ist spannend, hier zu sein.&ldquo;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das sind die &auml;u&szlig;eren Gegebenheiten, was ist mit den &bdquo;inneren Werten&ldquo;?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Die zweite Facette ist: Kirche ist wie eine Do-it-yourself-Werkstatt. Ein Ort, wo man eingeladen ist, mitzumachen und etwas mitzugestalten. Wo man noch nicht lange da ist, bevor einem jemand sagt: &bdquo;Mensch, du scheinst diese Sorte Mensch zu sein, die furchtbar gut kreativ-gestalterisch denkt.&ldquo; Oder: &bdquo;Du packst gerne mit an.&ldquo; Oder: &bdquo;Du magst Texte &ndash; hast du nicht Lust, irgendeinen Text zu schreiben?&ldquo; Oder: &bdquo;Du hast eine tolle Stimme, k&ouml;nntest du hier mal etwas lesen?&ldquo;</p><p>Ein Ort, an dem man ganz schnell ins Tun, ins Machen, ins Umsetzen kommt &ndash; ein Ort, wo man sofort eine sinnstiftende Aufgabe erh&auml;lt und mitmachen kann. Ein Ort, wo man bei der Tafel, bei der Essensausgabe mitmachen kann. In Deutschland sind Menschen ungef&auml;hr bereit, 1&nbsp;000 Euro im Monat netto weniger zu verdienen, wenn sie einen sinnvollen Job machen. Das Bed&uuml;rfnis nach sinnstiftender Besch&auml;ftigung ist also unfassbar hoch &ndash; auch im ehrenamtlichen Bereich.</p><h2><strong>Kirche als sicherer Ort zum Wachsen</strong></h2><p><strong>ERF: Und was ist nun der dritte Aspekt?&nbsp;</strong></p><p>Andreas Rauhut: Der dritte Aspekt ist, dass Kirche so etwas wie eine Fortbildung, ein Kurort oder im besten Sinne eine Schule ist. Sehr viele Menschen m&ouml;chten in ihrem Leben etwas ver&auml;ndern. Sie m&ouml;chten zu dankbareren Menschen werden, zu friedlicheren, zu ausgeglicheneren Menschen. Sie m&ouml;chten empathischer sein, weniger &auml;rgerlich.</p><p>Sie haben dieses Bed&uuml;rfnis, etwas zu ver&auml;ndern und k&ouml;nnen es manchmal gar nicht in Worte fassen. Aber sobald sich die M&ouml;glichkeit ergibt: Hier k&ouml;nnte ich ein anderer Mensch werden, hier k&ouml;nnte sich etwas an mir ver&auml;ndern, hier bin ich wie in einer praktischen Lebensschule, hier lerne ich dankbarer zu sein, nehmen Menschen das sehr gerne an. Vor allem, wenn sie sp&uuml;ren: Ich darf mich dieser Kraft anvertrauen, die ich hier sp&uuml;re und die mich ver&auml;ndert, ohne Angst haben zu m&uuml;ssen, dass diese Ver&auml;nderung zu meinem Nachteil sein wird. Kirche ist dann wie eine Art Fitnessstudio f&uuml;rs Leben.</p><p>Kirche ist dann vital und lebendig, wenn sie erstens wie ein Caf&eacute; ein angenehmer Ort ist zum Dasein ist. Wenn sie zweitens wie eine Do-it-yourself-Werkstatt, ein Repair Caf&eacute; oder eine Essensausgabe ein Ort ist, an dem ich sinnvoll etwas bewirken kann mit dem, was ich sowieso schon gut kann. Und wenn sie drittens ein Ort ist, an dem ich mich ver&auml;ndern kann und ein ausreichender Safe Space herrscht, sodass ich das Vertrauen habe, mich da ohne Risiken ver&auml;ndern zu d&uuml;rfen.</p><p>Wenn diese drei Dynamiken zusammenkommen, dann ist Kirche eine vitale Kirche &ndash; weil letzten Endes Menschen Gott dort auf heilsame Weise erleben.</p><h2><strong>Wie kann ich Kirche konkret mitgestalten?</strong></h2><p><strong>ERF: Das klingt nach radikalen Ver&auml;nderungen und nicht jede Kirchengemeinde kann so ein Angebot stemmen. Was sagst du jemandem, der als einfaches Kirchenmitglied die Reihen immer leerer werden sieht und innerlich kurz davor ist, aufzugeben?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Vielleicht drei Dinge. Das erste klingt banal: Vertraue Gott. Denn die Kirche ist nicht der Pfarrer, nicht die Pfarrerin, nicht das Geb&auml;ude, nicht die verfasste katholische oder evangelische Landeskirche, nicht der Papst.</p><blockquote><p>Die Kirche ist das, was Gott schafft.</p></blockquote><p>Deswegen ist es sehr wichtig zu sagen: Wenn ich an meiner real sichtbaren Kirche verzweifle &ndash; &uuml;brigens wie das Hunderte Menschen vor mir auch schon getan haben, inklusive Dietrich Bonhoeffer oder Karl Barth &ndash;, dann darf ich darauf vertrauen, dass Gott derjenige ist, der Kirche baut.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Okay, hier geht&rsquo;s um eine innere Haltung. Aber was kann ich aktiv tun?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Zweitens: Mach das, was dir Spa&szlig; bringt. Ich finde es unfassbar wichtig, dass wir in Kirche leidenschaftlich, lustvoll und mit Hingabe und mit unfassbar viel Kreativit&auml;t und gerne auch Verr&uuml;cktheit das tun, was Menschen Spa&szlig; bringt. Denn wenn Menschen das tun, was ihnen Spa&szlig; bringt, haben sie meistens Freude daran &ndash; und meistens sp&uuml;ren andere das auch und kommen dann gerne dazu.</p><p>Ich habe sehr viele Kirchen oder Gemeinden erlebt, in denen Menschen unter der Last und der Pflicht des Alltags und des M&uuml;ssens als gute Christen mit verkniffenem Gesicht das machen, was sie glauben, machen m&uuml;ssen. Ich denke, es ist wichtig, Dinge sein zu lassen, die einfach nicht mehr gehen, und daf&uuml;r entschlossen Dinge zu machen, die gehen, und das f&uuml;r und mit Gott zu machen.</p><p>Der katholische Jesuit Alfred Delp sagt: &bdquo;Gott in allen Dingen erkennen.&ldquo; Vielleicht gerade auch da, wo ich Spa&szlig; habe. Kirche Kunterbunt ist ein gutes Beispiel daf&uuml;r: Mittlerweile gibt es 500 Orte in Deutschland, wo diese Bewegung lebt, weil Menschen das machen, worauf sie Lust haben, und darin von Gott bef&auml;higt werden.</p><p>Drittens: Lass dich selbst von Gott heilen. Oft merke ich, dass bei mir selbst Bed&uuml;rfnisse da sind, die lange nicht gestillt wurden.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich muss mich nicht zuerst als denjenigen begreifen, der etwas tun, etwas machen, etwas rei&szlig;en muss, der die Welt retten oder die Kirche gestalten muss. Sondern ich darf mir selbst Zeit nehmen, um das in mir heil werden zu lassen, wo ich selbst wund, traurig, verletzt oder verwundet bin.</p></blockquote><p>Das kann in einer Exerzitienwoche sein, durch geistliche Begleitung &ndash; das k&ouml;nnen oft Dinge sein, die ich vielleicht noch gar nicht so gut kenne.</p><h2><strong>Selbst zu dem Menschen werden, als den Gott mich gedacht hat</strong></h2><p><strong>ERF: Wie hast du das pers&ouml;nlich erlebt?</strong></p><p>Andreas Rauhut: Ich mache gerade Exerzitien im Alltag. Das sind Bl&auml;tter mit einem Bibeltext, im Gebet und der Reflexionszeit. Und dann treffen wir uns per Zoom und reden &uuml;ber den Bibeltext und was das mit dem eigenen Leben zu tun hat. Eigentlich macht man das in 40 Tagen. Wir machen das aber so, dass wir das in 40 Monaten machen, also zieht sich das &uuml;ber drei Jahre &ndash; und es ist unfassbar heilsam. Ganz viel ger&auml;t dadurch in Bewegung. Dinge werden angesto&szlig;en, &auml;ndern sich. Menschen wechseln ihre Berufe und so weiter.</p><p>Die Gemeinde bekommt nach au&szlig;en davon erstmal gar nichts mit, weil da einfach nur ein paar Menschen miteinander auf Gottes Wort h&ouml;ren, Bibel lesen, beten und den Heiligen Geist bitten, dass er an ihnen wirkt. Aber nat&uuml;rlich ver&auml;ndert das etwas in mir.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich werde mehr zu dem Menschen, als den Gott sich mich gedacht hat, als der, der ich in Gottes Augen sein soll. Und wenn das passiert, bin ich am Ende des Tages auch f&uuml;r die Kirche genau derjenige, der anderen Lust und Mut machen kann auf Glauben.</p></blockquote><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Interview.</strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17402750.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Archäologie im Land der Bibel]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie archäologische Funde die Bibel bestätigen und die jüdische Geschichte in Israel bezeugen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1136259.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Sar-El Media</figcaption></figure><p>Nirgendwo sonst auf der Welt begegnen sich Arch&auml;ologie und Glaube so unmittelbar wie in Israel. Seit dem 19. Jahrhundert werden hier Spuren biblischer Geschichte freigelegt. Jedes Jahr pr&auml;sentieren Arch&auml;ologen neue Funde aus biblischen Zeiten: Prachtbauten ber&uuml;hmter K&ouml;nige, Inschriften mit den Namen biblischer Personen und Zeugnisse des j&uuml;dischen Gottesdienstes. Sie alle zeichnen das Bild einer lebendigen, historisch verwurzelten Zivilisation.</p><p>Die Entdeckungen decken sich in bemerkenswerter Weise mit den Berichten der Bibel und bezeugen, dass die Heilige Schrift ein zuverl&auml;ssiges historisches Dokument ist. Zugleich belegt biblische Arch&auml;ologie die tiefen Wurzeln des j&uuml;dischen Volkes im Land Israel und in Jerusalem.</p><h2>Die &auml;ltesten Bibeltexte der Welt</h2><p>Manche Entdeckungen sind schlichte Zufallsfunde, wie die Schriftrollen vom Toten Meer. Auf der Suche nach einer entlaufenen Ziege entdeckte sie ein Beduine 1947 in einer H&ouml;hle bei Qumran. Die bis zu 2&nbsp;200 Jahre alten Manuskripte sind die &auml;ltesten erhaltenen Handschriften des Alten Testaments. Bis auf minimale Abweichungen stimmen die Texte dieser Schriftrollen mit den j&uuml;ngeren Manuskripten &uuml;berein, die heutigen Bibel&uuml;bersetzungen zugrunde liegen.</p><blockquote class="noshare"><p>Das ist ein erstaunliches Zeugnis daf&uuml;r, dass j&uuml;dische Schreiber die Heilige Schrift unver&auml;ndert von einer Generation zur n&auml;chsten weitergaben.</p></blockquote><p>Noch &auml;ltere Bibeltexte wurden 1979 in einer Grabh&ouml;hle in Jerusalem entdeckt. Die Ketef-Hinnom-Rollen, zwei winzig kleine Silberrollen, enthalten unter anderem die Worte des priesterlichen Segens (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/4.Mose6%2C24-26" class="bibleserver extern" target="_blank">4. Mose 6,24-26</a>). Sie werden auf rund 600 v. Chr. datiert. Das war die Zeit kurz vor der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier. Die Silberrollen sind heute, wie auch die fast vollst&auml;ndig erhaltene Jesaja-Rolle von Qumran, im Israel-Museum in Jerusalem ausgestellt.</p><h2>Shilo: erstes geistliches Zentrum Israels</h2><p>Die hohe Texttreue der biblischen &Uuml;berlieferung st&auml;rkt ihre Glaubw&uuml;rdigkeit als historisches Dokument. Arch&auml;ologische Funde belegen dar&uuml;ber hinaus ihre inhaltliche Glaubw&uuml;rdigkeit. Zu den eindr&uuml;cklichsten Entdeckungen z&auml;hlen jene in den beiden St&auml;dten, die einst die geistlichen Zentren Israels bildeten &ndash; Shilo und Jerusalem.</p><p>Nach der Eroberung Kanaans unter der F&uuml;hrung Josuas wurde Shilo zum Standort der Stiftsh&uuml;tte, dem Heiligtum, an dem die Israeliten Gott anbeten sollten. In der geografischen Mitte des verhei&szlig;enen Landes gelegen, diente Shilo rund 300 Jahre lang als Zentrum des israelitischen Opferdienstes.</p><p>Als die Bundeslade &ndash; das Herzst&uuml;ck des Heiligtums &ndash; allerdings zur Zeit des Hohepriesters Eli in die H&auml;nde der Philister fiel, verlor der Ort an Bedeutung. Die heutige Ausgrabungsst&auml;tte Tel Shilo befindet sich in Samaria, dem n&ouml;rdlichen Teil des sogenannten Westjordanlands.</p><h2>Arch&auml;ologen finden &Uuml;berreste der Stiftsh&uuml;tte</h2><p>Der bedeutsamste Fund in Shilo ist eine 2017 freigelegte Steinplattform. Ihr Standort, ihre Ma&szlig;e und ihre Ost-West-Ausrichtung entsprechen den biblischen Beschreibungen der Stiftsh&uuml;tte. Eine Innenmauer teilt die steinerne Struktur in zwei Abschnitte &ndash; m&ouml;glicherweise die Unterteilung in das Heilige und das Allerheiligste.</p><p>W&auml;hrend der W&uuml;stenwanderung der Israeliten war die Stiftsh&uuml;tte als transportierbares Zelt entworfen worden. Sp&auml;ter beschrieb der Prophet Samuel das Heiligtum in Shilo als einen &bdquo;Tempel&ldquo;, der &uuml;ber &bdquo;T&uuml;ren&ldquo; verf&uuml;gte (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/1.Samuel3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Samuel 3</a>). Es liegt daher nahe, dass die Stiftsh&uuml;tte nach Ankunft im verhei&szlig;enen Land durch eine dauerhaftere Struktur ersetzt wurde.</p><p>Steinerne Altarh&ouml;rner, Keramik-Anh&auml;nger in Form kleiner Granat&auml;pfel sowie zehntausende Tierknochen, die alle in der Umgebung der Steinplattform gefunden wurden, liefern weitere Hinweise auf die Stiftsh&uuml;tte. Granat&auml;pfel sind ein priesterliches Symbol und zierten damals die Kleidung des Hohepriesters.</p><p>Bei den gefundenen Knochen handelt es sich fast ausschlie&szlig;lich um Tiere, die f&uuml;r das biblische Opfersystem zugelassen waren. Zudem stammen auffallend viele Knochenfunde von der rechten Tierh&auml;lfte. Das ist laut Bibel der Anteil, der den Leviten zustand, die den Opferdienst verrichteten.</p><h2>Das biblische Jerusalem</h2><p>Nach dem Niedergang Shilos machte K&ouml;nig David um rund 1&nbsp;000 v. Chr. Jerusalem zum neuen geistlichen, politischen und wirtschaftlichen Zentrum Israels. Heute findet man die &Uuml;berreste der antiken Hauptstadt au&szlig;erhalb der Altstadtmauern, an einem unscheinbaren Hang s&uuml;dlich des Tempelbergs.</p><p>Die Entdeckungen in der als &bdquo;Davidstadt&ldquo; bekannten Ausgrabungsst&auml;tte begannen 1876. Tief unter einem damals landwirtschaftlich genutzten Berghang entdeckte der britische Offizier und Arch&auml;ologe Charles Warren antike Festungsmauern, unterirdische Sch&auml;chte und eine in den Grundfels gehauene Wasserleitung. Anhand von Berichten aus der Bibel kam Warren zu dem Schluss, dass er das biblische Jerusalem gefunden hatte.</p><p>Denn durch einen solchen unterirdischen Schacht gelang es damals Davids Neffen Joab, in Jerusalem, die &bdquo;Stadt der Jebusiter&ldquo;, einzudringen und ihre Eroberung zu erm&ouml;glichen.</p><p>Als knapp drei Jahrhunderte sp&auml;ter die assyrische Armee ins K&ouml;nigreich Juda einfiel und sich eine Belagerung Jerusalems abzeichnete, lie&szlig; K&ouml;nig Hiskia das Trinkwasser aus der wichtigsten Wasserquelle der Stadt, der Gihon-Quelle, in die Stadt hineinleiten. Die Bibel berichtet von diesem Bauprojekt und kommentiert: <em>&bdquo;Und Hiskia hatte Gelingen in all seinem Tun&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/2.Chronik32%2C30" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Chronik 32,30</a>).</p><p>Die von Hiskia initiierte Wasserleitung ist tats&auml;chlich ein erstaunliches Meisterwerk der Ingenieurskunst: sie wurde aus zwei entgegengesetzten Richtungen ins Gestein geschlagen, von Hand und ohne Kompass. Dabei gelang es den Arbeitern, ein stetiges Gef&auml;lle von exakt 0,06 Prozent zu erzielen. Das ist genau der Neigungswinkel, der einen sanften Wasserfluss gew&auml;hrleistet und Erosion im Tunnel verhindert.</p><h2>Davids K&ouml;nigspalast gefunden</h2><p>Rund 50 Meter &uuml;ber den Sch&auml;chten und Tunneln legten Arch&auml;ologen im Jahr 2005 die &Uuml;berreste eines Baus frei, dessen starke Mauern auf ein Geb&auml;ude von besonderer Bedeutung schlie&szlig;en lassen. Am selben Ort gefundene T&ouml;pferwaren, die auf circa 1&nbsp;000 v. Chr. datiert wurden, legen nahe, dass es sich um Davids K&ouml;nigspalast handeln k&ouml;nnte.</p><p>Das aufschlussreichste Indiz ist ein Kapitell, der kunstvoll verzierte &bdquo;Kopf&ldquo; einer S&auml;ule: Er wurde im ph&ouml;nizischen Stil gefertigt. Laut dem biblischen Bericht waren es Handwerker des ph&ouml;nizischen K&ouml;nigs Hiram von Tyrus, die Davids Palast bauten (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/2.Samuel5%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Samuel 5,11</a>).</p><p>Weitere Zeugnisse von Davids Dynastie in diesem Palast sind Tonsiegelabdr&uuml;cke mit den Namen k&ouml;niglicher Hofbeamte, die in der Bibel genannt werden. Und im Ophel, dem zwischen Tempelberg und Davidstadt gelegenen Bereich, fand man Siegelabdr&uuml;cke mit Inschriften wie &bdquo;Hiskia, Sohn des Ahas, K&ouml;nig von Juda&ldquo; und &bdquo;Prophet Jesaja&ldquo;.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><h2>Der antike Pilgerweg in Jerusalem</h2><p>Die gr&ouml;&szlig;te arch&auml;ologische Sensation der letzten Jahre verdankt sich &ndash; wie auch die Schriftrollen von Qumran &ndash; einem Zufall. 2004 brach nahe der Davidstadt eine Abwasserleitung. Bei den anschlie&szlig;enden Reparaturarbeiten stie&szlig;en Arbeiter auf antike Stufen, die sich als Teil des biblischen Teichs Siloah erwiesen. Der Siloah-Teich wird &uuml;ber Hiskias Wasserleitung aus der Gihon-Quelle gespeist. Christen kennen ihn als den Ort, an dem Jesus einen Blindgeborenen heilte. Au&szlig;erdem wurde Salomo hier zum K&ouml;nig gesalbt.</p><p>W&auml;hrend der Freilegung des Teichs entdeckte man schlie&szlig;lich einen antiken Pilgerweg aus der Zeit Jesu. &Uuml;ber diesen 600 Meter langen Stufenweg gelangten j&uuml;dische Pilger zum Tempel, die dreimal im Jahr zum Passahfest, Shawuot (auch als Wochenfest oder Pfingstfest bekannt) und dem Laubh&uuml;ttenfest (Sukkot) nach Jerusalem kamen. Unter ihnen befanden sich, wie die Evangelien berichten, auch Jesus und seine J&uuml;nger.</p><p>Bevor sie die etwa 100 H&ouml;henmeter erklommen, wuschen sich die Pilger entsprechend der biblischen Reinigungsgebote im Teich Siloah.</p><blockquote class="noshare"><p>Teich und Pilgerweg waren wichtige Bestandteile des j&uuml;dischen Tempelgottesdiensts. Ihre Entdeckung ist insofern bedeutsam, als sie auf die einstige Existenz des j&uuml;dischen Tempels hinweisen.</p></blockquote><p>M&ouml;gliche versch&uuml;ttete &Uuml;berreste des Heiligtums selbst sind f&uuml;r Arch&auml;ologen unzug&auml;nglich, denn Ausgrabungen jeder Art auf beziehungsweise unter dem Tempelberg sind aus politischen Gr&uuml;nden nicht m&ouml;glich, da auf diesem heute die muslimische Al-Aksa-Moschee sowie der Felsendom stehen.</p><h2>Arch&auml;ologie belegt Wahrheit der Bibel</h2><p>Auch au&szlig;erhalb Israels haben Arch&auml;ologen von &Auml;gypten bis Persien bemerkenswerte Funde entdeckt. Keilschrifttafeln, Obelisken und Wandreliefs sind heute in namhaften Museen weltweit ausgestellt. Sie belegen die biblischen Berichte und enthalten mitunter Details, die sonst nur in der Bibel zu finden sind.</p><blockquote><p>Die Vielzahl dieser Funde und die Pr&auml;zision ihrer &Uuml;bereinstimmung mit den biblischen Berichten bekr&auml;ftigen, dass das Buch der B&uuml;cher keine Mythologie, keine Sammlung moralisch wertvoller Legenden, sondern ein historisch zuverl&auml;ssiges Dokument ist.</p></blockquote><p>Die Arch&auml;ologie tritt hier als neutraler Zeuge f&uuml;r die Glaubw&uuml;rdigkeit der Bibel auf und verleiht den Worten Jesu eine neue, ungeahnte Aktualit&auml;t: <em>&bdquo;Wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Lukas19%2C40" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 19,40</a>).</p><p>Doch die Steine bekr&auml;ftigen nicht nur die historische Genauigkeit der Bibel. Auf demselben biblischen Fundament, auf dem der christliche Glaube gr&uuml;ndet, gr&uuml;ndet auch die enge Verbindung des j&uuml;dischen Volkes zu Jerusalem und zum Land Israel. Biblische Geschichte ist j&uuml;dische Geschichte.</p><p>Obwohl das j&uuml;dische Volk &uuml;ber lange Zeit im Exil lebte, war und ist es seit Jahrtausenden in Israel beheimatet und verwurzelt. Heute wird diese Verbindung zunehmend in Frage gestellt oder gar geleugnet. Doch biblische Orte wie Shilo und Jerusalem erz&auml;hlen die Geschichte von j&uuml;dischen Menschen wie David und Hiskia, von ihrem Volk und seinem Glauben an Gott. An diesen Orten sind die Steine eindeutige Zeugen: Das j&uuml;dische Erbe im Land Israel und in Jerusalem ist unbestreitbar.<br />
&nbsp;</p><p><strong>Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengef&uuml;hrte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet &ndash; durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf:&nbsp;</strong><strong><a href="http://www.sareltours.com/de">www.sareltours.com/de</a></strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17398272.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Sat, 01 Aug 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Jesus erschien mir im Traum"]]></title>
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      <description><![CDATA[In einem abgelegenen Dorf in Zentralasien hört eine Frau zum ersten Mal von Jesus. Ein Traum verändert ihr Leben für immer.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1134632.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Spenser Sembrat /&nbsp;Unsplash</figcaption></figure><p>Mohira* kann nicht mehr gehen. Ihr Leben spielt sich nur noch innerhalb der vier W&auml;nde ihres Hauses ab &ndash; tief in einem Dorf in Usbekistan, weit weg vom Trubel der Welt. Eines Tages erh&auml;lt die &auml;ltere Frau Besuch von einer Mitarbeiterin unseres Medienpartners <a href="https://twr.org/" target="_blank">TWR (Trans World Radio)</a>.</p><p>Das TWR-Team reist regelm&auml;&szlig;ig in abgelegene Bergd&ouml;rfer, um Radios zu verteilen, mit denen Menschen christliche Programme h&ouml;ren k&ouml;nnen. Mohira Usgyl freut sich sehr &uuml;ber das Ger&auml;t, das ihr die freundliche Frau schenkt. F&uuml;r sie &ouml;ffnet sich dadurch ein neues Fenster in die Welt.</p><h2><strong>Eine Begegnung im Schlaf</strong></h2><p>W&auml;hrend Mohira eines Tages einer TWR-Sendung lauscht und die Worte &uuml;ber Jesus erklingen, schl&auml;ft sie langsam ein. Pl&ouml;tzlich h&ouml;rt sie eine Stimme: &bdquo;Wer bin ich?&rdquo; Erschrocken antwortet sie: &bdquo;Ich kenne dich nicht.&ldquo; Die Stimme entgegnet: &bdquo;Doch, du hast eben im Radio von mir geh&ouml;rt. Ich bin Jesus.&ldquo;</p><p>Als Mohira aufwacht, ist sie tief bewegt. Noch am selben Tag nimmt sie Jesus in ihr Leben auf. Freudig erz&auml;hlt sie auch ihrer Familie von der Begegnung. Ihre Schwiegert&ouml;chter bemerken eine Ver&auml;nderung in ihr und werden neugierig. Auch sie w&uuml;nschen sich ein Radio von TWR.</p><h2><strong>Hoffnung, die durch Mauern geht</strong></h2><p>Mohiras Geschichte ist keine Ausnahme. In Zentralasien leben viele Menschen wie sie &ndash; in abgelegenen D&ouml;rfern, weit entfernt von jeder Gemeinde. Christen d&uuml;rfen sich dort nicht frei versammeln und leben ihren Glauben oft im Verborgenen. Das Radio schlie&szlig;t diese L&uuml;cke. Es tr&auml;gt die Botschaft der Hoffnung dorthin, wo kein Missionar hinkommt und keine Kirche die T&uuml;r &ouml;ffnet.</p><p>TWR produziert Sendungen in den Landessprachen Zentralasiens &ndash; und erreicht so Menschen, die sonst nie von Jesus geh&ouml;rt h&auml;tten. F&uuml;r Frauen wie Mohira&nbsp;ist das Radio mehr als ein Ger&auml;t. Es ist ein Geschenk. Und manchmal sogar ein Traum, der wahr wird.</p><p><em>*Name ge&auml;ndert</em></p><h2><strong>Tr&auml;ume k&ouml;nnen Wirklichkeit werden</strong></h2><p>Ein Radio kostet nur <strong>25 Euro</strong> &ndash; und kann ein Leben f&uuml;r immer ver&auml;ndern. Erm&ouml;glichen Sie, dass die Botschaft von Jesus Menschen in Zentralasien erreicht.</p><p><a class="btn color" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=4578&amp;restrict=1" target="_blank">Jetzt f&uuml;r Zentralasien spenden</a><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ingrid Will</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17390961.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ingrid Will]]></author>
      <pubDate>Wed, 29 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Unzufrieden, aber glücklich?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/unzufrieden-aber-gluecklich/6866-542-6865</guid>
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      <description><![CDATA[Wie schließe ich Frieden mit mir und meinem Leben, selbst wenn Träume unerfüllt bleiben?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/825275.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mitchell Hartley /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal fehlt nur eine Sache zu unserem Gl&uuml;ck und schon scheint unser Leben fade und unbefriedigend. Es ist dann, als fehle das Salz in der Suppe. Die eine Zutat, die unserem Leben W&uuml;rze verleiht. Das kann etwas ganz Kleines und Banales sein oder auch ein gro&szlig;er Lebenstraum, der nicht in Erf&uuml;llung geht.</p><p>F&uuml;r manche ist das der langersehnte Partner, f&uuml;r andere die verdiente Bef&ouml;rderung oder ein Kinderwunsch, der nicht in Erf&uuml;llung geht. Andere plagen eher allgemeine Sorgen &ndash;&nbsp;um Kriege, die politische Entwicklung und Wirtschaftslage in unserem Land und die Auswirkungen, die dies auf ihr Leben hat oder haben k&ouml;nnte.</p><p>Doch ist Gl&uuml;ck und Zufriedenheit wirklich nur dann m&ouml;glich, wenn alles stimmt, wenn unser Leben quasi vollkommen ist? Die Autorin Christina Ott ist &uuml;berzeugt, dass dem nicht so ist. Sie vertritt die These, dass man auch &bdquo;Unvollkommen gl&uuml;cklich&ldquo; sein kann. Wie das gehen kann, hat sie im gleichnamigen Buch ausgef&uuml;hrt. Einige Gedanken daraus m&ouml;chte ich herausgreifen.</p><h2>Das Kind in uns ernstnehmen</h2><p>Ob wir im Leben eher von einem halbvollen oder einem halbleeren Glas sprechen, entscheidet sich bereits in der Kindheit. Keine andere Lebensphase pr&auml;gt uns so sehr wie diese erste, verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kurze Zeit. In der Kindheit trainieren wir uns Verhaltensmuster an, um auf Erlebtes zu reagieren &ndash; auf Sch&ouml;nes und auf Schweres. Wir programmieren uns quasi selbst. Hatten wir eine eher positive Kindheit und haben in ihr gesunde Verhaltensmuster antrainiert, wird daraus eine wertvolle Ressource f&uuml;r unser weiteres Leben.</p><p>Doch allzu oft waren die Erfahrungen in unserer Kindheit nicht durchweg positiv. Manches hat uns als Kind verst&ouml;rt, vielleicht sogar traumatisiert. Wir konnten das, was mit und um uns herum geschieht, noch nicht so einordnen, wie wir es sp&auml;ter als Erwachsener k&ouml;nnen. Die daraus entstandenen Reaktions- und Verhaltensmuster haben sich uns eingepr&auml;gt.</p><blockquote><p>In vielerlei Hinsicht steckt in uns immer noch das Kind von damals, mit all seinen Verletzungen und Entt&auml;uschungen.</p></blockquote><p>Dies wahrzunehmen, h&auml;lt Christina Ott f&uuml;r wichtig, um unsere Zukunft mit Zuversicht zu gestalten. Denn gerade Situationen, die uns herausfordern und entmutigen, katapultieren uns zur&uuml;ck in unser damaliges Kinderdenken. Doch, so macht Ott klar, wir sind keine Kinder mehr. Wir haben neue Ressourcen, um mit Entt&auml;uschungen, Verlust und Schmerz umzugehen. Sie beschreibt dies so: &bdquo;Ich sage meinem inneren Kind, in welcher Realit&auml;t ich heute lebe und welche Kraftquellen mir zu Verf&uuml;gung stehen.&ldquo;</p><p>Wer bereit ist, einen ehrlichen Blick auf die eigene Pr&auml;gung zu werfen, versteht pl&ouml;tzlich, warum er in dieser oder jener Situation immer die Nerven verliert. Statt weiter Frust &uuml;ber uns selbst zu schieben, k&ouml;nnen wir lernen, uns neue ges&uuml;ndere Verhaltensmuster anzutrainieren.</p><h2>Lebenstr&auml;ume nicht verloren geben</h2><p>Genauso hilfreich wie der Blick zur&uuml;ck, ist der Blick nach vorne. Nahezu jede und jeder von uns hatte wohl mal einen oder mehrere Lebenstr&auml;ume. Doch im Alltag sind diese h&auml;ufig ins Hintertreffen geraten. Sicher ist nicht jeder Traum, den man einmal als Kind oder Jugendlicher hatte, geeignet, in die Tat umgesetzt zu werden.</p><p>Aber so mancher Kindheitstraum wurde zu schnell begraben. Christina Ott glaubt, wir sind zu mehr geschaffen als f&uuml;r das Klein-klein des t&auml;glichen Alltags. Sie ist &uuml;berzeugt: &bdquo;In jedem Menschen steckt ein riesiges Potenzial, das darauf wartet, sich entfalten zu k&ouml;nnen.&ldquo;&nbsp;Dieses Potenzial zu entfalten trauen sich nur die wenigsten Menschen.</p><blockquote class="noshare"><p>Im Herzen tragen wir vielleicht noch gro&szlig;e Ziele und Tr&auml;ume, aber im Alltag lassen wir uns gefangen nehmen von Kleinkram. Wir lassen uns von Herausforderungen ausbremsen oder trauen uns eine Ver&auml;nderung erst gar nicht zu.</p></blockquote><p>Auch ich selbst habe dies bei einem meiner Lebenstr&auml;ume erlebt.&nbsp;Durch Ver&auml;nderungen in meinem Alltag war die Erreichung dieses Ziels pl&ouml;tzlich nur durch extreme M&uuml;hen m&ouml;glich und so verschob ich den Traum mit dem Hinweis &bdquo;nicht so wichtig&ldquo; auf sp&auml;ter. Es hat Jahre gedauert zu erkennen, dass ein guter Teil der Unzufriedenheit mit meinem Leben daher kam, dass ich diesen Traum verloren gegeben hatte.</p><p>Heute habe ich diesen Traum in kleine Ziele aufgeteilt, denn mich hat&nbsp;damals die Gr&ouml;&szlig;e und Unerreichbarkeit meines Lebenstraums erschreckt. Ich habe mir Vorbilder gesucht, die mich motivieren, und Zeit frei ger&auml;umt f&uuml;r dieses Ziel. Vielleicht schlummert auch in dir ein Lebenstraum, der entdeckt und gestaltet werden m&ouml;chte.</p><p>Dann z&ouml;gere nicht, diesem Dr&auml;ngen nachzugeben. Gott ist es, der uns diese Tr&auml;ume ins Herz legt. Wenn du mit Blick auf ihn deinem pers&ouml;nlichen Traum folgst, wird er dirschon zeigen, wo er die entsprechenden T&uuml;ren &ouml;ffnen will.</p><h2>Sich selbst nicht genug?</h2><p>Doch nicht nur unerf&uuml;llte Lebenstr&auml;ume k&ouml;nnen uns unzufrieden werden lassen, oft sind wir selbst es, mit denen wir in unserem Leben am unzufriedensten sind. Schon wieder sind wir gegen&uuml;ber den Kindern oder dem Ehemann laut geworden, schon wieder m&uuml;ssen wir aufgrund unserer fragilen Gesundheit Pl&auml;ne streichen. Und kaum passiert uns das, ist da wieder das altbekannte Gef&uuml;hl der Unzul&auml;nglichkeit und des Selbstzweifels.</p><p>Mir sagte letztens mal jemand in einem Coaching-Gespr&auml;ch, ich w&uuml;rde immer ersch&ouml;pft und unzufrieden bleiben, wenn ich immer mehr erreichen wolle, als ich schaffen k&ouml;nne. Mich hat dieser Satz w&uuml;tend gemacht, nicht auf meinen Coach, sondern auf Gott. Denn ich w&uuml;rde doch so gerne alles schaffen k&ouml;nnen, was ich mir vornehme.&nbsp;Vielleicht geht es dir &auml;hnlich!</p><blockquote class="noshare"><p>Vielleicht setzt&nbsp;auch du bei niemanden die Messlatte so hoch an wie bei dir selbst. Die S&auml;tze, die ich mir selbst sage, w&uuml;rde ich nie einem anderen Menschen sagen.</p></blockquote><p>Christina Ott berichtet in ihrem Buch &Auml;hnliches. Besonders anf&auml;llig f&uuml;r Selbstzweifel scheinen wir Frauen zu sein, aber auch viele M&auml;nner sehnen sich nach Best&auml;tigung. Doch es ist leider so, wie Christina Ott schreibt: &bdquo;Je schw&auml;cher das Selbstvertrauen ausgebildet ist, desto schwerer f&auml;llt es uns, Best&auml;tigung anzunehmen.&ldquo;</p><p><strong>Was hilft dagegen? Drei Dinge:</strong></p><ol><li>Den Blick auf Gott als meinen Sch&ouml;pfer richten. Er hat mich geschaffen und er liebt mich mitsamt aller meiner Unzul&auml;nglichkeiten.</li><li>Endlich aufh&ouml;ren, mich selbst mit Worten und Gedanken weiter herabzusetzen. Je mehr ich das tue, desto tiefer graben sich die Selbstzweifel in mein Herz.</li><li>Meinen eigenen F&auml;higkeiten vertrauen und in sie investieren. Wo ich mich verbunden mit anderen f&uuml;hle, etwas Bedeutsames tun kann&nbsp;und dies auch beherzt umsetze, schmelzen die Selbstzweifel.</li></ol><h2>Mit &bdquo;Dennoch&ldquo;-Glauben durch St&uuml;rme gehen</h2><p>Doch es bleiben trotz allem Zeiten, in denen das Leben uns schlicht und einfach zu viel aufb&uuml;rdet. Jeder Mensch erlebt Krisenzeiten und jeder Mensch wird die Erfahrung machen, dass mancher Lebenstraum sich nicht erf&uuml;llt. Wie also umgehen mit Situationen, in denen uns schlicht alles &uuml;berrollt? Und wie sich damit abfinden, dass man manchen Lebenstraum begraben muss?</p><p>Christina Ott r&auml;t hier zu Loslassen und einem &bdquo;Dennoch&ldquo;-Glauben. Dieser &bdquo;Dennoch&ldquo;-Glauben h&auml;lt an Gott fest, selbst wenn die Umst&auml;nde zum Verzweifeln einladen. Unser &bdquo;eiserner Vorrat&ldquo; f&uuml;r diese Zeiten ist das Gebet, nicht nur das pers&ouml;nliche Gebet, sondern auch Psalmen und das Vaterunser. Wer in guten Zeiten bereits einge&uuml;bt hat, mit Problemen zu Gott zu kommen, dem f&auml;llt dies auch in st&uuml;rmischen Zeiten leichter. Daher lohnt es sich, unsere Beziehung zu Gott schon jetzt zu st&auml;rken.</p><p>Auch andere &Uuml;bungen k&ouml;nnen helfen, sich nicht von diesen Krisen &uuml;berrollen zu lassen, zum Beispiel der eigenen Angst mit einer Prise Humor zu begegnen, sich mit sinnvollen Dingen zu besch&auml;ftigen statt mit unseren Sorgen oder unseren Kummer offen mit anderen zu teilen.</p><p>Oft sind wir st&auml;rker, als wir glauben, wenn es um die Bew&auml;ltigung von Lebenskrisen geht. Wer sich das bewusst macht, hat schon viel gewonnen. Denn er ist mutig und dieser Mut hilft entscheidend weiter, schwierige Lebenssituationen zu ertragen und durch sie hindurchzugehen. Christina Ott dazu:</p><blockquote><p>Mut ist das Vertrauen, dass die Schwierigkeiten des Lebens mich nicht erdr&uuml;cken werden.&nbsp;&ndash;&nbsp;Christina Ott</p></blockquote><h2>Zum Loslassen bereit werden</h2><p>Manches Mal aber ist Loslassen gefragt. Dinge, die uns teuer und wertvoll geworden sind, wieder loslassen zu m&uuml;ssen, ist eine Erfahrung, die unser ganzes Leben begleitet. Denn ohne Loslassen ist keine Entwicklung m&ouml;glich. Nur wer Altes losl&auml;sst, kann auch Neues anfangen. Christina Ott sieht im Loslassen sogar eine Art Training f&uuml;r das Sterben:</p><blockquote><p>Eines Tages m&uuml;ssen wir uns und unser Leben loslassen. Daf&uuml;r &uuml;ben wir ein Leben lang. Jeder Verlust ist ein Training daf&uuml;r.&nbsp;&ndash;&nbsp;Christina Ott</p></blockquote><p>Mir pers&ouml;nlich erscheinen diese Worte schwer und endg&uuml;ltig. Ja, manches bin ich bereit, loszulassen, bei anderem l&ouml;st allein der Gedanke daran Beklemmung aus. Selbst einige kleinere Lebensver&auml;nderungen haben schon Gef&uuml;hle der Trauer in mir bewirkt. In solchen Situationen r&auml;t Christina Ott dazu, zu &uuml;berlegen, wozu wir noch an bestimmten Dingen festhalten.</p><p>Was verbindet mich immer noch so sehr mit dieser Arbeitsstelle oder jener Freundschaft, dass ein Loslassen und damit auch der notwendige Schritt nach vorne nicht m&ouml;glich ist? Wenn wir verstehen, was wir mit unserem Festhalten bezwecken wollen, ist ein Kurswechsel und ein Loslassen aus freien St&uuml;cken leichter m&ouml;glich.</p><h2>Wachstum suchen, aber nicht erzwingen</h2><p>Die eigene Pr&auml;gung verstehen, den Blick auf Lebensziele richten, Balance finden, Selbstzweifeln den&nbsp;Kampf ansagen, krisenfest werden und loslassen &ndash; sie alle sind nur Puzzleteile eines gr&ouml;&szlig;eren Bildes. Letztlich geht es in all diesen Bereichen darum, innerlich zu wachsen.</p><p>Dieses innere Wachsen ist jedoch keine Disziplin und kein Wettkampf, es ist eine Entwicklung wie das Wachstum einer Pflanze. Wir k&ouml;nnen es nur sehr bedingt beschleunigen und erst recht nicht erzwingen. Und das ist auch okay so. Christina Ott schreibt dazu: &bdquo;Du darfst beides gleichzeitig sein. Ein Meisterst&uuml;ck und ein Werk in Arbeit.&ldquo;</p><blockquote><p>Wer sich als Meisterst&uuml;ck und als Werk in Arbeit versteht, kann lernen, trotz aller Unzufriedenheit und Unvollkommenheit gl&uuml;cklich und zufrieden zu leben.</p></blockquote><p>Christina Ott macht Mut, dazu, diese Wirklichkeit anzunehmen: &bdquo;Wir sind chronisch unvollkommen, und das darf so sein.&ldquo; Jeder und jede von uns hat Lebensbereiche, in denen &bdquo;Nachreifen&ldquo; angesagt ist.</p><p>Die Frage ist also nicht so sehr, wo wir jetzt stehen, sondern wie wir langfristig mit unseren Baustellen umgehen. Denn Wachstum geschieht nicht automatisch. Weder k&ouml;nnen wir es auf Knopfdruck erzwingen noch wird es zuf&auml;llig geschehen. Es braucht unser Bem&uuml;hen und gleichzeitig unser Loslassen, um zu der Person zu werden, zu der Gott uns erschaffen hat. Wer das verstanden hat, wird &bdquo;unvollkommen gl&uuml;cklich&ldquo;.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17387648.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 27 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine Generation, die mutig liebt]]></title>
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      <description><![CDATA[Timur und Dana lieben sich und stellen damit alles in Frage, was ihre Gesellschaft von einer Ehe erwartet.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1135465.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Unsplash /&nbsp;Adrian Ordonez</figcaption></figure><p>&bdquo;Setz dich woanders hin. So redet man nicht mit seiner Frau!&ldquo;</p><p>Das Lachen der M&auml;nner f&uuml;llt den Raum. Timur schaut kurz zu seiner Frau. Sie sitzt direkt neben ihm auf dem Teppich, die Knie nah an seine gelehnt. Es ist der komische Blick ihrer Freunde, den Timur bis heute sp&uuml;rt. &bdquo;So redet man nicht mit seiner Frau in der &Ouml;ffentlichkeit. Das zeigt doch nur, dass du Angst vor ihr hast.&ldquo; Jemand grinst, ein anderer sch&uuml;ttelt den Kopf. Dana l&auml;chelt unsicher und r&uuml;ckt von Timur weg.</p><p>Als sie mir Monate sp&auml;ter davon erz&auml;hlen, sitzen wir in einem kleinen, abgedunkelten Raum in Zentralasien. Nur das schwache Licht der Kamera f&auml;llt auf ihre Gesichter. Die Fenster sind abgedunkelt, sodass wir das Gef&uuml;hl der Zeit verloren haben.</p><p>&bdquo;Es fiel uns nicht leicht damit umzugehen. Doch es hat sich gelohnt, liebevoll miteinander zu sein.&ldquo; W&auml;hrend ich den beiden zuh&ouml;re, wird eines deutlich: Sie riskieren mehr, als ich auf den ersten Blick erkenne.</p><blockquote><p>Ihr Mut beginnt darin, einander aufrichtig zu lieben. In einer Kultur, die das Gegenteil erwartet.</p></blockquote><h2><strong>Mit Angst in die Ehe</strong></h2><p>Kurz vor ihrer eigenen Hochzeit sah das junge Paar, wie eine Ehe nach der anderen um sie herum zerbrach. Freunde lie&szlig;en sich scheiden und Familien zerfielen. Dana h&ouml;rte nicht selten, wie ihre Freundinnen von ihren gewaltt&auml;tigen und desinteressierten M&auml;nnern sprachen.</p><p>Als Ehemann gibt Timur ehrlich zu: &bdquo;Ich hatte Angst zu versagen. Ich wollte nicht heiraten, nur um mich sp&auml;ter scheiden zu lassen.&ldquo; Als Kind wurde ihm beigebracht: &bdquo;Du brauchst dich nicht um deine Frau zu k&uuml;mmern. Wenn du deiner Frau hilfst und die Kinder miterziehst bedeutet es, dass du ihr zu viel Macht &uuml;ber dich gibst.&ldquo; Doch f&uuml;r Timur ist klar, dass er als Christ diesem Beispiel nicht folgen will.</p><p>Von Generation zu Generation wird dieses Verst&auml;ndnis von Ehe und Familie vorgelebt. Dana erkl&auml;rt mir: &bdquo;In unserer Kultur wird die Schuld immer der Frau zugeschoben. Selbst dann, wenn der Mann wenig verdient, sie betr&uuml;gt oder Gewalt aus&uuml;bt. Ich habe erlebt, wie meine Mutter und meine Schwiegermutter diese B&uuml;rde getragen haben.&ldquo;</p><blockquote><p>Sie wollten keine schlechten M&uuml;tter sein, das Leben hat sie in dieses Bild gedr&auml;ngt.</p></blockquote><h2><strong>Gesellschaftlicher Druck auf Ehe und Familie</strong></h2><p>Zentralasien ver&auml;ndert sich, doch nicht f&uuml;r alle gleich schnell. W&auml;hrend j&uuml;ngere Frauen mehr Selbstbestimmung einfordern, halten gesellschaftliche Strukturen dagegen. Die traditionelle Rollenverteilung ist &uuml;ber Jahrhunderte religi&ouml;s und kulturell verankert.</p><p>F&uuml;r viele Frauen hat das konkrete Folgen. Gewalt bleibt in diesem System oft unsichtbar. Der sogenannte <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Brautraub" target="_blank">&bdquo;Brautklau&ldquo;</a>, die Entf&uuml;hrung von Frauen zur Erzwingung einer Ehe, ist kein Relikt der Vergangenheit. Erst vor wenigen Jahren kam dabei eine junge Frau ums Leben. Doch anders als in der Vergangenheit, l&ouml;ste dieser Fall in den sozialen Medien einen Aufschrei aus. Immer mehr junge Menschen wollen nicht l&auml;nger schweigen. Seitdem wurden Gesetze versch&auml;rft, doch der Wandel kommt langsam.</p><p>Die Region verzeichnet weiterhin eine der h&ouml;chsten Scheidungsraten weltweit. Alkohol, Spielsucht und h&auml;usliche Gewalt sind die h&auml;ufigsten Ursachen. Eine weitere ist die alte Tradition, nach der Hochzeit mit den Schwiegereltern zusammenzuziehen. Die Schwiegertochter steht dabei oft am Ende einer strikten Hierarchie. Ihre Schwiegermutter gibt den Ton an und erwartet, dass sie die Familie versorgt, den Haushalt f&uuml;hrt und dabei keine Schw&auml;che zeigt. Konflikte bleiben da nicht aus.</p><h2><strong>Neue Schritte gegen alte Muster</strong></h2><p>Statt sich den alten Traditionen hinzugeben, begann das frisch verheiratete Ehepaar zu lernen, wie aufrichtige Liebe aussehen kann. Sie wandten sich an die Leiter des TWR-Teams, ein Ehepaar, das Paare durch ein Coaching begleitet.</p><p>Nach jedem Treffen bekamen sie eine Aufgabe: miteinander reden, spazieren gehen, Zeit verbringen. Das forderte sie heraus ehrlich miteinander zu werden: &bdquo;Wir sa&szlig;en uns gegen&uuml;ber, sie weinte bitterlich und doch sagte ich zu ihr, dass ich ihr nicht st&auml;ndig zuh&ouml;ren will. Sie lie&szlig; nicht locker: Wenn du mir nicht zuh&ouml;rst, wird es jemand anderes tun.&ldquo;</p><p>Timur verstand in diesem Moment: &bdquo;Ich m&ouml;chte wissen, was Dana bewegt. Wenn ich nicht f&uuml;r sie da bin, &ouml;ffnet sie sich jemand anderem.&quot; Dana lacht: &bdquo;Ich war erleichtert. Endlich verstehen wir uns.&quot;</p><blockquote class="noshare"><p>Durch die Eheberatung wagten sie etwas, das in ihrer Kultur selten ist. Sie stellten die Pr&auml;gung ihrer Familie und ihrer Gesellschaft in Frage.</p></blockquote><h2><strong>Zwischen Reichweite und Risiko</strong></h2><p>&bdquo;H&ouml;rt auf damit! Ihr zerst&ouml;rt unsere Kultur&ldquo;, schreiben manche ihnen in den Sozialen Medien. Heute ist das Ehepaar Teil des TWR-Teams. Sie drehen Videos, in denen sie von der Ver&auml;nderung in ihrer Ehe und Familie sprechen.</p><p>Gemeinsam mit weiteren Ehepaaren gestalten sie ein Familienprogramm. Mehr als 20.000 Menschen sehen ihre Inhalte. Doch je gr&ouml;&szlig;er ihre Reichweite wird, desto gr&ouml;&szlig;er wird auch das Risiko, als Christen in dem muslimisch-gepr&auml;gten Land aufzufallen. &Ouml;ffentliches Evangelisieren ist in ihrem Land verboten. Deshalb filmen sie vorsichtig und achten darauf, dass ihr Standort nicht erkennbar ist.</p><p>Trotz der Hasskommentare oder komischer Blicke von ihren Freunden bleiben sie dran. Sie sehen, wie sich langsam etwas ver&auml;ndert. Als junges Ehepaar wollen sie ihrer Generation zeigen, dass es m&ouml;glich ist, eine liebevolle Ehe zu f&uuml;hren.</p><p>&bdquo;Wie hat euer Glaube eure Ehe gerettet?&ldquo; Dana erinnert sich noch genau an diesen Moment, als ein muslimischer Freund auf sie zukam.</p><blockquote><p>Dieses Paar hatte&nbsp;alles ausprobiert. Und dann fragten sie uns Christen, warum unsere Ehe anders ist. Es war ein sch&ouml;ner Moment zu verstehen, dass wir uns f&uuml;r unsere Ehe und unseren Glauben nicht sch&auml;men m&uuml;ssen.</p></blockquote><p>Dana l&auml;chelt: &bdquo;Das war f&uuml;r mich ein Wow-Moment.&ldquo;</p><p><br /><a class="btn color" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=4578&amp;restrict=1" target="_blank">Jetzt f&uuml;r Zentralasien spenden</a></p>
<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17386271.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Fri, 24 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Herz, was möchtest du nur?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/herz-was-moechtest-du-nur/6866-542-7795</guid>
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      <description><![CDATA[7 Schritte, wie du lernst, die Stimme deines eigenen Herzens besser zu hören und ihr zu folgen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1081982.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Daxiao Productions /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Wieder einmal ist eine Woche rum. Ich sitze auf meinem Sofa, bin ausgelaugt und ersch&ouml;pft. Wieder war die Zeit f&uuml;r mich zu kurz, der Alltag zu voll. Jetzt habe ich Ruhe und Zeit f&uuml;r mich, aber was will ich mit dieser Zeit eigentlich anfangen? Wenn ich ehrlich bin, wei&szlig; ich es nicht. Ich sehe den W&auml;schekorb in der Ecke. Stimmt, das wollte ich auch noch tun. Ich beginne, W&auml;sche zu falten, statt mich mit den Fragen in meinem Inneren zu besch&auml;ftigen.</p><p>Vielleicht kennst du diese Situation. Irgendwie rast das Leben an dir vorbei, alte Lebenstr&auml;ume sind versch&uuml;tt gegangen oder sie f&uuml;hlen sich pl&ouml;tzlich nicht mehr so erstrebenswert an. Eventuell hast du sogar erreicht, was du dir vorgenommen hast, aber jetzt sitzt du trotzdem da und f&uuml;hlst dich leer.</p><blockquote class="noshare"><p>Irgendwie ist dir dein Herz auf dem langen Lebensweg verloren gegangen, nur wo kannst du es wiederfinden? Vermutlich nicht zwischen den Socken.</p></blockquote><h2>Die eigene Herzensstimme wiederfinden &ndash; geht das &uuml;berhaupt?</h2><p>Linda McSweeny kennt Gef&uuml;hle wie diese. Als Pastorenfrau hat sie &uuml;ber Jahre hinweg funktioniert. L&auml;cheln, es allen recht machen und blo&szlig; nicht Nein sagen, das war ihre Devise. Erst als ihr Mann krank wurde und sie allein den Schein eines perfekten Lebens nicht mehr aufrechterhalten konnte, merkt sie: So kann es nicht weitergehen.</p><p>Durch Schmerz und Tr&auml;nen fand sie den Weg zur&uuml;ck zu ihrem eigenen Herzen. In ihrem Buch &bdquo;<a href="https://shop.erf.de/products/00/142811">Vom Gl&uuml;ck, das eigene Herz zu finden&ldquo;</a> beschreibt sie diesen Weg hinaus aus zerbrochenen Tr&auml;umen und &uuml;berfordernden Erwartungen an sich selbst. Sie will damit anderen Mut machen, sich aufzumachen, ihr eigenes Herz und ihre eigenen Lebenstr&auml;ume wiederzuentdecken.</p><p>In diesem Artikel stellen wir sieben Schritte vor, die sie dabei empfiehlt.</p><h2>Check-up: Was braucht es, um den Weg zum eigenen Herzen zu wagen?</h2><p>Doch zun&auml;chst ist eine kurze Bestandsaufnahme wichtig. Quasi wie ein Check-up f&uuml;rs Auto, damit die Reise gelingen kann. Wir starten bei den Gef&uuml;hlen. H&auml;ufig betrachten wir unsere Gef&uuml;hle als Tatsachen. Wenn wir unzufrieden sind, meinen wir, dass etwas im Au&szlig;en unseres Lebens schlecht sein muss, und versuchen alles, um es zu ver&auml;ndern.</p><p>Linda McSweeny macht schon zu Anfang ihres Buches deutlich: Unsere Gef&uuml;hle sind Wegweiser, keine Tatsachen. Und sie sagen oft mehr &uuml;ber unser Innenleben aus als &uuml;ber die Umst&auml;nde um uns herum. Hier im Innenleben beginnt die Reise zur Ver&auml;nderung, nicht in der Au&szlig;enwelt, die uns Stress zu bereiten scheint.</p><blockquote><p>Deshalb ist es wichtig, Gef&uuml;hle anzunehmen und in sich zu bewegen, sie aber weder vorschnell zu verurteilen noch in blinden Aktionismus zu verfallen.</p></blockquote><p>F&uuml;r den Weg zum eigenen Herzen tanken wir au&szlig;erdem ein gesundes Ma&szlig; an Selbstf&uuml;rsorge, ganz besonders dann, wenn du glaubst, kein Recht dazu zu haben. Linda McSweeny empfiehlt: &bdquo;Beginne, dich von au&szlig;en zu betrachten, so wie einen Menschen, den du kennst und den du sehr liebst.&ldquo; Dieser wohlwollende Blick auf dich selbst ist die Voraussetzung f&uuml;r Ver&auml;nderung. Sonst l&auml;uft dein Tank unweigerlich leer.</p><p>Dazu geh&ouml;rt laut McSweeny auch, den eigenen K&ouml;rper als Verb&uuml;ndeten anzusehen. Denn dein K&ouml;rper wei&szlig; oft instinktiv, was du brauchst. Wenn du m&uuml;de bist, g&auml;hnst du, oft ohne, dass du es willst. Auch in anderen Bereichen kann es dir helfen, verst&auml;rkt auf K&ouml;rperempfindungen zu achten und daf&uuml;r sensibel zu werden. Sie sind wie die Warnleuchten in deinem Auto und geben fr&uuml;hzeitig Meldung, wenn etwas nicht im Lot ist.</p><p>F&uuml;hle doch jetzt einmal in dich hinein: Was brauchst du gerade? Was w&uuml;rde dir in diesem Moment guttun? Und dann tue es, bevor du diesen Artikel weiterliest.</p><p>Wenn du so mit deinen Gef&uuml;hlen und deinem K&ouml;rper umgehst, passt du die Geschwindigkeit des Ver&auml;nderungsprozesses deinem ganz pers&ouml;nlichen Herzschlag an und das brauchst du auf deiner Reise. Denn oft wollen wir viel zu viel in kurzer Zeit erreichen, aber gerade Ver&auml;nderungen im Bereich unserer Seele brauchen Zeit.</p><p>Gib dir diese Zeit. Gestehe sie dir zu. Sieh den Weg zu deinem Herzen nicht als Formel 1-Rennen, sondern als Urlaubsreise, auf der du Staus, ausgedehnte Erholungspausen und unerwartete Zwischenstopps miteinberechnest.</p><h2>Zwei Saboteure, die du meiden solltest</h2><p>Auf dem Weg zu dir selbst, stellen sich dir laut McSweeny vor allem zwei Saboteure in den Weg: Bequemlichkeit und Gesch&auml;ftigkeit. Sie m&ouml;gen wie Gegens&auml;tze wirken, hindern dich aber beide an einem wirklichen Ver&auml;nderungsprozess.</p><h3>Saboteur Nummer 1: Bequemlichkeit</h3><p>Dass Bequemlichkeit ein Hinderungsgrund ist, erschlie&szlig;t sich automatisch. Wenn ich aus Angst Annehmlichkeiten zu verlieren, nicht bereit bin, etwas zu ver&auml;ndern, wird sich &uuml;blicherweise auch nichts ver&auml;ndern.</p><p>Vielleicht bist du unzufrieden mit deinem Job oder deiner Rolle in der Familie, aber etwas zu &auml;ndern, w&uuml;rde finanzielle Unsicherheit oder Konflikte bedeuten. Also ignorierst du deine Gef&uuml;hle. F&uuml;r den Moment mag dich dies vor Unannehmlichkeiten bewahren, langfristig wirst du so immer mehr ein Leben f&uuml;hren, das nicht zu dir passt und dir irgendwann auch nicht mehr gef&auml;llt.</p><p>Daher sei mutig und gehe an, was dich st&ouml;rt, auch wenn es unbequem ist. Frage dich nicht: &bdquo;Wie erhalte ich irgendwie den Status Quo?&ldquo;, sondern &bdquo;Was brauche ich wirklich, um gl&uuml;cklich zu sein?&ldquo;</p><h3>Saboteur Nummer 2: Gesch&auml;ftigkeit</h3><p>Im Gegensatz zur Bequemlichkeit mag es verwundern, dass auch Gesch&auml;ftigkeit uns daran hindert, nach unserem Herzen zu leben. Ist es denn nicht gut, Ziele zu haben und zu verfolgen? Ganz sicher, aber nur dann, wenn diese Ziele auch deinem Herzen entsprechen. Wann hast du dich das letzte Mal gefragt, ob die Art, wie du deine Zeit f&uuml;llst, dem entspricht, wie du dir dein Leben vorstellst?</p><p>Oft neigen wir dazu, uns haupts&auml;chlich mit unseren Aufgaben, Ehren&auml;mtern und Rollen zu identifizieren. Doch was, wenn diese pl&ouml;tzlich wegfallen, zum Beispiel durch eine Krankheit?</p><blockquote class="noshare"><p>Wer bist du, wenn du einmal nichts tust und leistest? Wei&szlig;t du das &uuml;berhaupt noch?</p></blockquote><p>Suche wieder neu den Menschen hinter deinen Aufgaben und Rollen. Du bist wichtiger als das Bild, das du nach au&szlig;en abgibst. Gib dir selbst Raum, dich zu entfalten, und zwar nicht nur durch aktives Tun, sondern auch durch Ruhe und Besinnung. &Uuml;berlege neu, was dein Herz wirklich tun will und gib diesen Dingen Priorit&auml;t.</p><h2>7 Schritte zu deinem Herzen</h2><h3>1. Formuliere deinen Traum!</h3><p>Wer m&ouml;chtest du sein und wie m&ouml;chtest du sein? Stelle dir diese Fragen einmal ehrlich und h&ouml;re genau hin. Habe dabei nicht als Erstes die Dinge im Blick, die du erreichen oder leisten m&ouml;chtest, sondern erschaffe dir stattdessen dein pers&ouml;nliches Vorbild f&uuml;r die Person, die du SEIN m&ouml;chtest.</p><p>Denk daran: Konkrete Ziele kannst du dir sp&auml;ter stecken. &Uuml;berlege jetzt stattdessen: Mit welcher Haltung m&ouml;chtest du in den Tag starten? Wie m&ouml;chtest du dich f&uuml;hlen, wenn du abends ins Bett gehst? Schreibe es dir auf und bewege es ruhig einige Zeit in deinem Inneren.</p><h3>2. Mache den ersten Schritt!</h3><p>Hast du ein Bild davon bekommen, wie du sein und leben m&ouml;chtest? Dann kommt jetzt der erste Schritt Richtung Umsetzung. &Uuml;berlege konkret, welcher kleine Schritt dir helfen k&ouml;nnte, dich in diese Richtung zu entwickeln.</p><blockquote><p>Du musst f&uuml;r den Moment noch keinen Masterplan parat haben oder schon weitere Schritte planen. W&auml;hle einfach einen Schritt aus, der dir machbar erscheint und m&ouml;glichst konkret ist.</p></blockquote><p>Ob du dir t&auml;glich einen Spaziergang g&ouml;nnst oder dir w&ouml;chentlich Zeit nimmst, um Ideen zu sammeln, was du in f&uuml;nf Jahren einmal machen willst, ist egal. Geh einfach mal los! Weiteres wird sich auf dem Weg finden.</p><h3>3. Verbinde Innen- und Au&szlig;enleben!</h3><p>Je mehr du beginnst, deinen Tr&auml;umen entgegenzugehen, desto mehr kommen sie dir entgegen. Davon ist Linda McSweeny &uuml;berzeugt und auch ich habe das schon erlebt. Bereits der erste Schritt aus deiner Komfortzone wird dich vermutlich weiterbringen. Vielleicht bekommst du eine konkrete Idee f&uuml;r den n&auml;chsten Schritt, den du vorher noch nicht absehen konntest, oder neues Selbstbewusstsein.</p><p>Im besten Fall ver&auml;ndert sich auch deine Perspektive. Pl&ouml;tzlich erscheint dir m&ouml;glich, was vorher unm&ouml;glich schien. Das gibt dir den Mut, dich weiter auf die Person zuzubewegen, zu der du einmal werden willst.</p><p>Vor allem aber kommen dein Innen- und dein Au&szlig;enleben wieder mehr in Einklang. McSweeny umschreibt dies so: Das, was in dir passiert, und das, was du lebst, kommt zusammen. Mit einem Mal stehen dein Au&szlig;enleben und deine Herzensw&uuml;nsche nicht mehr in Kontrast, sondern n&auml;hern sich langsam aneinander an. Allein schon dies zu erleben, kann dir in dieser Phase Aufschwung geben.</p><h3>4. Lebe im Hier und Jetzt!</h3><p>Ganz wichtig, um sich wirklich mit dem eigenen Herzen zu verbinden, ist der Schritt ins Hier und Jetzt. Lass den Druck beiseite, deine Ziele unbedingt erreichen zu m&uuml;ssen. Stattdessen begib dich mit leeren H&auml;nden in den Prozess der Ver&auml;nderung und akzeptiere, dass du Ausgang und Erfolg nicht beeinflussen kannst.</p><p>McSweeny schreibt dazu: &bdquo;Dein Traum f&auml;ngt nicht erst an zu leben, wenn wir unser Ziel erreicht haben. Er beginnt, wenn wir losgehen.&ldquo; Auch wenn es uns als Menschen gl&uuml;cklich macht, uns weiterzuentwickeln, h&auml;ngt davon letztlich nicht unser Gl&uuml;ck ab.</p><blockquote><p>Schon kleine Erfolgsmomente auf dem Weg k&ouml;nnen dir mehr Gl&uuml;ck und Freude schenken als das gro&szlig;e Ziel am Ende. Daher nimm sie wahr und sch&auml;tze sie.</p></blockquote><h3>5. Sage &bdquo;Protestgedanken&ldquo; den Kampf an!</h3><p>Es gibt Gedanken, die sich regelrecht in unser Inneres eingenistet haben und uns davon abhalten, uns weiterzuentwickeln. Das k&ouml;nnen Gedanken sein wie &bdquo;Ich habe nicht genug Zeit&ldquo; oder &bdquo;Ich kann das nicht&ldquo;. Sobald du an eine Weggabelung kommst, werden sie laut und melden Protest an.</p><p>Wichtig ist dann, diese Gedanken nicht direkt f&uuml;r wahr zu halten, sondern sie sich gelassen anzuschauen und zu entscheiden, ob du auf sie h&ouml;ren m&ouml;chtest. McSweeny sagt hier ganz klar: &bdquo;Jeder Gedanke und jedes Gef&uuml;hl, das dich frustriert, beengt oder be&auml;ngstigt, k&ouml;nnte eine L&uuml;ge in sich tragen.&ldquo; Sei dir dessen bewusst!</p><p>Du wirst diese Gedanken aber nicht los, indem du sie ignorierst. Deine Seele und dein K&ouml;rper haben sich eventuell schon dein ganzes Leben daran gew&ouml;hnt, auf diese Gedanken zu h&ouml;ren. McSweeny erg&auml;nzt: &bdquo;Wir k&ouml;nnen Gedanken und Gef&uuml;hle nicht einfach vertreiben. Wir m&uuml;ssen ihnen begegnen und sie annehmen. Dennoch brauchen wir unser Leben nicht von ihnen bestimmen zu lassen.&ldquo;</p><p>Sie empfiehlt, solche Protestgedanken mit auf den Weg zu nehmen, anstatt dich von ihnen davon abhalten zu lassen, &uuml;berhaupt loszugehen. Denn sp&auml;testens an der n&auml;chsten Weggabelung tauchen sie sowieso wieder auf.</p><blockquote><p>Hilfreich ist hierbei, dir nach und nach neue positive S&auml;tze zu &uuml;berlegen, mit denen du die alten Protestgedanken ersetzt, und diese sichtbar zu platzieren, zum Beispiel am Spiegel.</p></blockquote><p>Doch Vorsicht! Auch diese S&auml;tze m&uuml;ssen zu dir passen. Eventuell wirst du anfangs einen allzu positiven Gedanken noch nicht annehmen k&ouml;nnen, dann w&auml;hle einen Gedanken, den du leichter glauben kannst.</p><h3>6. Nutze die Macht der kleinen Schritte!</h3><p>Bleibe auch jetzt weiter bei dem Weg der kleinen Schritte. Du brauchst immer nur den Mut f&uuml;r den n&auml;chsten Schritt, nicht f&uuml;r die ganze Reise. Dabei ist es normal, wenn du dich &uuml;berfordert f&uuml;hlst. Mache trotzdem einfach einen nach dem anderen Schritt. McSweeny schreibt dazu: &bdquo;Man wird bereit f&uuml;r eine Sache, indem man sich ihr mit kleinen Schritten ann&auml;hert.&ldquo;</p><p>Mache dir bewusst: Im Leben bist du immer in Bewegung. Auch wenn du hier oder da nochmal eine falsche Abbiegung nimmst, kommst du irgendwann wieder an eine andere und kannst die Richtung &auml;ndern. Daher gehe mit Vertrauen auf Gott mutig vorw&auml;rts. Langsam und in deinem eigenen Tempo, ohne dich zu &uuml;berfordern.</p><h3>7. Vertr&ouml;ste deine Tr&auml;ume nicht auf sp&auml;ter!</h3><p>Manchmal braucht es Zeit, Lebenstr&auml;ume zu erreichen. Aber f&uuml;r manche Lebenstr&auml;ume ist eventuell gerade kein Platz. Das geh&ouml;rt zum Leben dazu. Doch dich immer nur auf sp&auml;ter zu vertr&ouml;sten und zu hoffen, dass deine Tr&auml;ume sich irgendwann auf magische Weise erf&uuml;llen, ist auch keine Option. Tr&auml;ume sind kein Trostpflaster, um irgendwie den Alltag zu &uuml;berstehen.</p><blockquote><p>Entscheide dich daher schon heute, Zeit mit etwas verbringen, was dich erf&uuml;llt. Selbst wenn es nur wenige Stunden oder gar Minuten sind.</p></blockquote><p>McSweeny erkl&auml;rt dazu: &bdquo;Wenn du beginnst, eine Stelle in dir mit einem kleinen Abenteuer zu f&uuml;llen, dann kann dieses wachsen, St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck, ganz langsam, in dem Rahmen, wie es eben m&ouml;glich ist.&ldquo;</p><p>Du musst deinen Traum nicht heute oder morgen verwirklichen, auch nicht n&auml;chste Woche oder n&auml;chstes Jahr. Aber gib dich nicht zufrieden mit der Opferrolle, weil dir dein Leben gerade nicht die M&ouml;glichkeiten bietet, um deine Tr&auml;ume zu verfolgen.</p><p>Stattdessen werde aktiv und h&ouml;re auf das, wonach dein Herz sich sehnt. Suche dir Hilfe von au&szlig;en, wenn du bei der Umsetzung Unterst&uuml;tzung brauchst. Vielleicht kann dein Mann einen Nachmittag pro Woche die Kinder betreuen, w&auml;hrend du Schritt f&uuml;r Schritt dein eigenes Unternehmen aufbaust.</p><p>Vielleicht kann dein Traum sogar mehr Platz in deinem Leben einnehmen, als du jetzt glaubst. Aber dazu musst du mutig sein und dir deine W&uuml;nsche und Bed&uuml;rfnisse eingestehen und sie auch gegen&uuml;ber nahestehenden Menschen &auml;u&szlig;ern. Nur dann kann sich im Au&szlig;en etwas ver&auml;ndern.</p><h2>Gott begegnest du nur im eigenen Herzen</h2><p>Nun ist es so weit, du hast dich auf die Reise gemacht. Vieles ist noch beschwerlich, manches f&uuml;hlt sich eventuell schon leichter an. Aber hier und da nagen vielleicht noch Fragen an dir: Warum mache ich das? Was habe ich davon?</p><p>Zun&auml;chst einmal wirst du ausgeglichener werden, wenn du im Einklang mit deinem Herzen lebst und den W&uuml;nschen, die Gott dort hineingelegt hat, Ausdruck verleihst. Du wirst dann nicht mehr von dem Gef&uuml;hl geplagt, irgendwer anderes sein oder eine bestimmte Rolle spielen zu m&uuml;ssen.</p><p>Au&szlig;erdem ist eine tiefe Begegnung mit Gott nur im eigenen Herz m&ouml;glich. Wenn du nicht wei&szlig;t, wer du selbst bist, beeintr&auml;chtigt das deine Beziehung zu Gott. Denn er m&ouml;chte mit dir &ndash; deinem ganz tiefen Ich und nicht nur deinen Rollen und Aufgaben &ndash; Gemeinschaft haben.</p><blockquote><p>Das ist nur m&ouml;glich, wenn du dein eigenes Herz kennst und auf die Stimme deines Herzens h&ouml;rst. Denn genau dort ist auch Gott gegenw&auml;rtig und will dir nahe sein.</p></blockquote><p>Damit dies m&ouml;glich wird, braucht es nicht zuletzt auch vertrauensvolles Loslassen. Nicht jede Unzufriedenheit wird sich aufl&ouml;sen, wenn du verstanden hast, wonach dein Herz sich sehnt. Du wirst weiter schwierige Situationen zu bew&auml;ltigen und unsch&ouml;ne Gef&uuml;hle auszuhalten haben.</p><p>Aber wenn du das annimmst als Teil des Lebens und im Vertrauen auf einen Gott, der dich als die Person liebt und h&auml;lt, die du tief in deinem Inneren bist, kannst du Sorgen leichter wieder ziehen lassen. Ist das nicht eine hoffnungsvolle Aussicht?<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16874761.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 22 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Lebenstraum mit Verfallsdatum?]]></title>
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      <description><![CDATA[Es ist nie zu spät, Gott unsere Träume und Sehnsüchte anzuvertrauen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1091533.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vinicius das Neves /&nbsp;<a href='http://Unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Letztes Jahr war ein besonderer Geburtstag: Ich bin sechzig geworden! Als ich noch zwanzig war, waren Leute mit sechzig f&uuml;r mich uralt. Und jetzt bin ich selbst in diesem Alter. Komisch, ich f&uuml;hle mich gar nicht so alt, denn ich stehe noch mitten im Leben, sozusagen in &bdquo;voller Bl&uuml;te&ldquo;.&nbsp;</p><p>Im Gespr&auml;ch mit Gleichaltrigen merke ich, dass dieses Alter f&uuml;r die meisten eine Z&auml;sur im Leben ist. Irgendwie geh&ouml;rt man nicht mehr zu denen, die mit vollen Kr&auml;ften im Berufs- und Familienalltag stehen. Stattdessen tauchen Themen auf wie &bdquo;Krankheit im Alter&ldquo; oder &bdquo;Ruhestand&ldquo;.</p><p>Falls man jemals einen Lebenstraum gehabt haben sollte, so scheint dieser nun endg&uuml;ltig ausgetr&auml;umt zu sein. Das dachte ich auch, doch es kam alles anders.&nbsp;</p><h2>Ist der Traum gestorben?&nbsp;</h2><p>Mein Vater war ein begeisterter Fotograf. Durch seine Tipps lernte ich, was das Geheimnis eines guten Fotos ist. Seine Begeisterung schwappte schon in jungen Jahren auf mich &uuml;ber und so wollte ich Fotografin werden. Nach dem Schulabschluss bewarb ich mich in einem Fotogesch&auml;ft und erhielt eine Zusage. Einziger Nachteil: Sie wollten kein Gehalt zahlen.</p><p>Das war dann letztendlich der Grund, warum ich mich gegen diese Ausbildung entschieden habe &ndash; und somit auch gegen meinen Traumberuf. Ich absolvierte mehrere Ausbildungen.</p><blockquote><p>Aber in meinem Herz blieb doch immer dieses leise Sehnen.</p></blockquote><p>Ich kompensierte es, indem ich Fotos mit dem Smartphone machte. &Uuml;berall entdeckte ich die wundersch&ouml;nsten Motive, wie zum Beispiel eine traumhafte Landschaft bei Sonnenaufgang, die in pastellfarbenes Licht getaucht ist. Oder ein Pfauenm&auml;nnchen, das sein Rad aufspannt und die schillernden Federfarben von der Sonne zum Leuchten gebracht werden.</p><p>Im Laufe der Zeit fragte ich mich immer wieder, ob ich damals nicht zu schnell aufgegeben habe? Wenn man einen Traum hat, lohnt es sich doch, daf&uuml;r zu k&auml;mpfen, oder? Wenn ich ehrlich bin, habe ich bewusst oder unbewusst nicht nach der Antwort gesucht. Vielleicht, um den Schmerz &uuml;ber den Verlust nicht zu sp&uuml;ren.</p><h2>Was mein Herz sich w&uuml;nscht</h2><p>Es gibt eine Bibelstelle, die ausdr&uuml;ckt, dass Gott sich freut, wenn wir unsere Sehns&uuml;chte und Tr&auml;ume mit ihm teilen: <em>&bdquo;Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben, was dein Herz w&uuml;nscht&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 37,4</a>). &nbsp;</p><p>Viele Jahre hatte dieser Vers keine besondere Bedeutung in meinem Leben. Ich wusste gar nicht mehr, was mein Herz sich w&uuml;nscht, da mein Traum im Laufe der Jahre und Jahrzehnte irgendwie auf der Strecke geblieben war. Doch vor etwa 5 Jahren kam ich, bedingt durch einen Burnout, an den Punkt, mir viele der schmerzhaften Themen meines Lebens anzuschauen.&nbsp;</p><p>In dieser Zeit erlebte ich einen ganz anderen Gott, als ich ihn bisher kannte. Einen Gott, der Interesse an meinem Leben hat, der mit mir durch den Schmerz geht und es liebt, wenn ich ehrlich vor ihm werde. Der mit mir eine tiefe Beziehung haben m&ouml;chte und in der Lage ist, mein Herz zu heilen. Und genau das durfte ich erleben!&nbsp;</p><p>Ich begann, mir viel Zeit f&uuml;r ihn zu nehmen und morgens sehr fr&uuml;h aufzustehen, um einfach in seiner Gegenwart zu sein. Ganz zweckfrei. In diesen Zeiten sprach ich mit ihm &uuml;ber all das, was mich wirklich ausmachte und was meine W&uuml;nsche und Sehns&uuml;chte waren.</p><p>Und bei so manchem Gebetsspaziergang bei Sonnenaufgang, wenn mein Herz wieder mal vor Freude zu zerspringen drohte angesichts der Sch&ouml;nheit der Natur, da tauchte mein Traum wieder auf: Ich m&ouml;chte Fotografin werden!&nbsp;</p><h2>Was ich nicht mehr f&uuml;r m&ouml;glich hielt</h2><p>Anfang letzten Jahres, dem Jahr, in dem ich 60 wurde, bekam ich die Auszahlung einer Versicherung. Ich &uuml;berlegte mir, dass ich entweder einen sch&ouml;nen Urlaub machen oder mir eine hochwertige Kamera zulegen wolle. Ich entschied mich f&uuml;r die Kamera. Und damit begann die Reise!&nbsp;</p><p>Ich bat einen fachkundigen Kollegen, ob er mir eine Kamera empfehlen k&ouml;nne. Kaum gesagt, schon breitete er sein komplettes Kameraequipment auf einem gro&szlig;en Tisch aus und ich lernte eine v&ouml;llig neue Welt kennen. Voller Begeisterung erkl&auml;rte er mir all die M&ouml;glichkeiten, die man mit einer modernen digitalen Kamera hat. Ich hingegen verstand nur Bahnhof. &nbsp;</p><p>Trotzdem kaufte ich mir die empfohlene Kamera und zog los, um Bilder zu machen. Ich kam mir ziemlich hilflos und &uuml;berfordert vor angesichts all der Einstellungen, die man machen musste, bevor man auf den Ausl&ouml;ser dr&uuml;ckt. Doch mit der Hilfe meines Kollegen wuchs ich mehr und mehr hinein in die digitale Fotografie.&nbsp;</p><p>Heute, ungef&auml;hr ein Jahr sp&auml;ter, kenne ich mich schon recht gut aus mit den vielen M&ouml;glichkeiten, die meine Kamera bietet. Meine Ausr&uuml;stung habe ich um einiges erweitert und trainiere, was das Zeug h&auml;lt. Geschult werde ich weiterhin von meinem Kollegen. Mittlerweile geh&ouml;rt die Fotografie sogar zu meinem Job im ERF, f&uuml;r den ich hin und wieder Fotos machen darf.&nbsp;</p><h2>Teile mit Gott deinen Traum</h2><p>Wenn ich dar&uuml;ber nachdenke, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Manchmal muss ich mich kneifen, um mir bewusst zu machen, dass hier tats&auml;chlich mein Lebenstraum Realit&auml;t geworden ist und ich im Alter von 60 Jahren noch das professionelle Fotografieren lernen darf!&nbsp;</p><blockquote><p>Hinter allem erkenne ich Gottes unglaubliche Freundlichkeit und G&uuml;te. Ich bin &uuml;berzeugt, dass Jesus mich und meinen Traum nie vergessen hat, obwohl es ganz anders gekommen ist, als ich es mir damals gew&uuml;nscht hatte.&nbsp;</p></blockquote><p>Es hat viele Jahre gedauert, aber ich glaube, all das, was ich gerade erlebe, hat Gott schon vorbereitet und all die Dinge so gef&uuml;hrt, dass sich eine T&uuml;r nach der anderen &ouml;ffnet, sodass ich meinen Lebenstraum endlich leben darf. Und ich habe erfahren: Bei Gott gibt es kein &bdquo;zu sp&auml;t&ldquo;. &nbsp;</p><p>Vielleicht hast auch du einen Lebenstraum, der noch nicht Wirklichkeit werden konnte. Dann m&ouml;chte ich dir Mut machen: Jesus kennt deine Tr&auml;ume und Sehns&uuml;chte und du darfst sie ihm anvertrauen. Bewege deinen Lebenstraum noch einmal ganz neu vor Jesus. Wer wei&szlig;, vielleicht &ouml;ffnet sich doch noch eine T&uuml;r, mit der du nicht mehr gerechnet hast.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ruth Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17065090.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ruth Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 20 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zusammen gelingt es besser]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum Teamgeist, Durchhaltevermögen und Fairplay nicht nur beim Fußball wichtig sind.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1136809.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Manuel Navarro /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Alle Nicht-Fu&szlig;ballfans k&ouml;nnen aufatmen: Nach &uuml;ber 5 Wochen endet an diesem Wochenende die Fu&szlig;ball-WM der Herren. Doch auch viele Fu&szlig;ballfans sind diesmal im Laufe des Turniers ausgestiegen. Denn bei dieser Weltmeisterschaft sorgte nicht nur das Spielgeschehen f&uuml;r Diskussionen. Es begann bei Einreiseproblemen etlicher Spieler, zog sich &uuml;ber einige hei&szlig; diskutierte Schiedsrichterentscheidungen und fand seinen H&ouml;hepunkt in einer roten Karte auf Bew&auml;hrung.</p><p>Um es kurz zu machen: Vieles an dieser WM 2026 war nicht unbedingt gro&szlig;artig &ndash; und doch gab es Momente, die begeistern konnten. Das waren einige sehr sch&ouml;ne und zum Teil sehr knappe Tore, die manches Spiel in der letzten Minute oder sogar erst in der Nachspielzeit entschieden.</p><blockquote class="noshare"><p>Aber noch mehr stachen f&uuml;r mich andere Momente heraus &ndash; und zwar solche, die die drei Tugenden Fairness, Durchhalteverm&ouml;gen und Zusammenhalt zeigten.</p></blockquote><p>Mannschaften, die diese Eigenschaften bewiesen, wurden bejubelt. Wer sie nicht zeigte, wurde vielleicht f&uuml;r die sportliche Leistung gelobt, aber oft nicht besonders begeistert angefeuert oder sogar ausgebuht.</p><h2><strong>Zusammenhalt ist mehr als ein nettes &bdquo;Add-on&ldquo;</strong></h2><p>Doch woher kommt dieser moralische Anspruch an ein Fu&szlig;ballturnier? Letztlich ist das Ziel beim Fu&szlig;ball ja, m&ouml;glichst viele oder zumindest mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Wer also am Ende den Pokal in den H&auml;nden h&auml;lt, kann doch stolz von sich behaupten, das Ziel vollends erf&uuml;llt zu haben. Oder nicht?</p><blockquote><p>Im Fu&szlig;ball offenbart sich eine unbewusste Sehnsucht vieler Menschen: gemeinsam mit anderen ein h&ouml;heres Ziel anzustreben und zu erreichen.</p></blockquote><p>Doch wenn dann sichtbar wird, dass ein Spieler mehr darauf aus ist, sich selbst zu profilieren, statt die Mannschaft zum Sieg zu f&uuml;hren, setzt Frust ein. Das Ideal der 11 Freunde, die am Ende zusammen den Pokal in den H&auml;nden halten, h&auml;lt sich hartn&auml;ckig. Und es zeigt sich nicht immer, aber oft, dass bei einem Mannschaftssport wie dem Fu&szlig;ball Teamgeist eben kein nettes &bdquo;Add-on&ldquo; ist, sondern &uuml;ber Weiterkommen oder Scheitern einer Mannschaft entscheiden kann.</p><p>Als Beispiel sei hier das Elfmeterschie&szlig;en der Deutschen gegen Paraguay genannt, wo sich kaum genug motivierte Sch&uuml;tzen fanden. Die Spieler, die dennoch Verantwortung &uuml;bernahmen und zum Elfmeter antraten, wurden sp&auml;ter in der Presse und von vielen Fans gelobt, weil sie im entscheidenden Moment Mut und Teamgeist bewiesen. Gleichzeitig gab es aber auch Kritik an den Sch&uuml;tzen, die das Tor nicht trafen. Kein Wunder also, dass manche Spieler sich gar nicht erst trauten. F&uuml;r einen Einzug ins Achtelfinale reichte es so letztlich nicht, da nicht alle an einem Strang zogen.</p><p>Oder denken wir an Cristiano Ronaldo. Seit vielen Turnieren setzt Portugal auf seine F&auml;higkeit, Torchancen zu verwandeln. Doch auch ein herausragender Einzelspieler kann fehlenden Zusammenhalt oder eine zu starke Abh&auml;ngigkeit der Mannschaft von seiner F&auml;higkeit nicht ausgleichen. Bei dieser WM konnte er nur drei Tore erzielen. Die bittere Konsequenz: Portugal schied aus und f&uuml;r den bereits 41-J&auml;hrigen bedeutet das wohl das Ende seiner internationalen Turnierkarriere.</p><h2><strong>Wenn Entschlossenheit, Teamgeist und Fairplay zusammenkommen</strong></h2><p>Dagegen schafften es Mannschaften, die Teamgeist bewiesen, weiterzukommen. Obgleich sie auf der Liste der WM-Torsch&uuml;tzen in direkter Konkurrenz standen, bereiteten sich Jude Bellingham und Harry Kane immer wieder gegenseitig Tore vor. So brachten sie England gemeinsam bis ins Halbfinale. Gleichzeitig betonte St&uuml;rmer und Kapit&auml;n Kane ganz klar, wie wichtig f&uuml;r das Weiterkommen die gesamte Mannschaft war.</p><p>Dies zeigte sich im Achtelfinale gegen Mexiko. In den letzten Minuten verteidigten die englischen Spieler trotz Unterzahl geschlossen den eigenen Strafraum. Das Ergebnis: Ein knappes 3:2 und der Einzug ins Viertelfinale.</p><p>&Auml;hnliches Durchhalteverm&ouml;gen bewiesen die Schweizer im Viertelfinale gegen Argentinien. Ebenfalls in Unterzahl schafften sie es fast, sich mit einem 1:1 ins Elfmeterschie&szlig;en zu retten, bis Argentinien in der 111. Minute doch noch das Siegtor gelang.</p><p>Auch das Team der Norweger begeisterte nicht nur Fu&szlig;ballfans aller L&auml;nder mit Spielfreude und Ruder-Siegritual, sondern erwies sich auch als fairer Verlierer. Nach dem WM-Aus gratulierten sie ihrem englischen Gegner zum Einzug ins Halbfinale. Man sah Spieler beider Mannschaften nach Englands Sieg in friedlicher Eintracht. Declan Rice tr&ouml;stete den norwegischen Spieler Martin &Oslash;degaard, w&auml;hrend der norwegische St&uuml;rmer Erling Braut Haaland seinen guten Freund Jude Bellingham sogar vor der Presse ausdr&uuml;cklich lobte.</p><blockquote class="noshare"><p>Solche Szenen erhoffen sich Fu&szlig;ballfans rund um den Globus auch von dem Spiel um den dritten Platz und dem WM-Finale. Lasst uns hoffen, dass wir nicht nur spannende Spiele sehen, sondern auch Fairplay, Entschlossenheit und Teamgeist.</p></blockquote><h2><strong>Zusammenhalt als Fan-Emblem der Jesusnachfolger</strong></h2><p>All diese Tugenden sind &uuml;brigens nicht nur auf dem Fu&szlig;ballplatz, sondern auch abseits davon gefragt. Egal, um welches Vorhaben es geht, es gelingt besser, wenn Fairness, Durchhalteverm&ouml;gen und Teamgeist eine Gruppe pr&auml;gen.</p><p>Das wusste schon der Apostel Paulus. Im ersten Brief an die Gemeinde in Thessaloniki r&auml;t er: <em>&bdquo;Macht also einander Mut und helft euch gegenseitig weiter, wie ihr es ja schon tut&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Thessalonicher5%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Thessalonicher 5,11</a>).</p><p>Paulus war klar: In einer Gesellschaft, die dem neuen christlichen Glauben feindlich gegen&uuml;bersteht, ist Zusammenhalt unter Christen unerl&auml;sslich. Und Jesus macht seinen J&uuml;ngern klar, dass dies das Erkennungsmerkmal seiner Nachfolger sein soll<em>: &bdquo;An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine J&uuml;nger seid&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes13%2C35" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 13,35</a>).</p><blockquote><p>Nicht fromme &Uuml;berzeugungen sind das Emblem der Fans von Jesus, sondern gegenseitige Wertsch&auml;tzung und Liebe.</p></blockquote><h2><strong>Entschlossenheit und Fairness als christliche Tugenden</strong></h2><p>Auch &uuml;ber Entschlossenheit und einen fairen Umgang miteinander wei&szlig; Paulus manches zu berichten. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Korinther9%2C25-26" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Korinther 9,25-26</a> vergleicht er die Nachfolge und das Leben mit Jesus mit einem Wettlauf: <em>&bdquo;Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschr&auml;nkungen auf sich. Sie tun es f&uuml;r einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unverg&auml;nglich ist. Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will.&ldquo;</em></p><p>Ebenso warnt Paulus davor, andere zu &uuml;bervorteilen &ndash; sprich, sich mit unlauteren Mitteln einen Vorteil zu verschaffen:<em> &bdquo;Es soll sich auch keiner &Uuml;bergriffe erlauben und seinen Bruder bei Gesch&auml;ften &uuml;bervorteilen&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Thessalonicher4%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Thessalonicher 4,6</a>). Stattdessen soll die Sorge um das Wohl des anderen das Leben eines Jesusnachfolgers bestimmen. Ich soll mein Gegen&uuml;ber also weder h&ouml;her noch niedriger achten als mich selbst.</p><h2><strong>Teamgeist, Fairplay und Durchhalteverm&ouml;gen sind m&ouml;glich</strong></h2><p>Fairness, Zusammenhalt und Durchhalteverm&ouml;gen sind drei ganz tolle Eigenschaften. Doch in einem so kommerzialisierten Sport wie dem Fu&szlig;ball suchen wir eventuell oft vergeblich danach &ndash; und sind dann tief entt&auml;uscht. Denn am Ende gewinnt nicht unbedingt die fairste Mannschaft das Spiel, sondern die, welche die meisten Tore erzielt. Das wird auch an diesem Wochenende so sein.</p><p>Gleichzeitig m&uuml;ssen wir unseren Traum vom Zusammenspiel dieser drei Eigenschaften nicht begraben. Wir k&ouml;nnen ihn leben und erleben. Wie? Indem wir selbst anfangen, diese Eigenschaften in unseren Umgang mit anderen zu integrieren, und indem wir andere dazu einladen, dabei mitzumachen. In unserem Hauskreis, in unserer Gemeinde, aber auch in unserem Arbeitsteam oder unserem Sportverein.</p><p>Dann halten vielleicht nicht am Ende 11 Freunde den Pokal in die H&ouml;he, aber wir leben ein Leben, wie Gott es sich f&uuml;r uns gedacht hat.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17382132.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 18 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wann bin ich endlich am Ziel?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wenn Lebensträume in weiter Ferne scheinen, macht sich Unzufriedenheit breit. 7 Tipps zur Neuorientierung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1060517.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Holly Mandarich /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Wenn ich erst einmal gro&szlig; bin, dann &hellip;&ldquo; Vielleicht hast du als Kind auch solche Gedanken gehegt. Du wolltest eine Sache erreichen oder tun und hast dir in den buntesten Farben ausgemalt, wie gl&uuml;cklich du erst sein wirst, wenn du diese Lebensetappe erreicht hast.</p><p>Auch als Erwachsene tappen wir oft in die &bdquo;Wenn, dann&ldquo;-Falle. Als ich noch Single war, habe ich mir vorgestellt, wie es sein wird, in einer Beziehung zu leben. Diese Lebensphase habe ich dadurch oft nicht so genossen, wie es m&ouml;glich gewesen w&auml;re. Denn neben all der ungebundenen Zeit und den coolen Single-Aktivit&auml;ten sp&uuml;rte ich eine dauerhafte Unzufriedenheit.</p><h2>Wenn Ziele uns ungl&uuml;cklich machen</h2><p>Dabei ist das v&ouml;llig unsinnig. Zum einen k&ouml;nnen wir unser Leben selten von jetzt auf gleich &auml;ndern, zum anderen ist der ersehnte Wunschzustand selten der Himmel auf Erden. Meist folgt recht bald das n&auml;chste &bdquo;Wenn, dann&ldquo;. Im schlimmsten Fall kann es sogar so weit kommen, dass ich mein ganzes Leben mehr in der Zukunft als in der Gegenwart lebe.&nbsp;Das allein ist schon traurig.</p><blockquote><p>Problematisch wird es, wenn ich mir zus&auml;tzlich Vorw&uuml;rfe mache, bestimmte Ziele noch nicht erreicht zu haben. Denn je &auml;lter ich werde, desto mehr sind meine Ziele an Leistung gekn&uuml;pft.</p></blockquote><p>Vielleicht jage ich der n&auml;chsten Bef&ouml;rderung nach, h&auml;nge in einem z&auml;hen Neubauprojekt fest &ndash; und die erfolglose Partnersuche muss auch irgendwie an mir liegen. Oder etwa nicht?</p><p>Statt eine n&uuml;chterne Bestandsaufnahme zu machen, ob mein Ziel &uuml;berhaupt all diesen Aufwand wert ist, mache ich mir Selbstvorw&uuml;rfe und vergleiche mich mit anderen, wobei der Vergleich nie zu meinen Gunsten ausf&auml;llt. Oft h&auml;ngt eine solche Haltung mit dem Impostor-Syndrom zusammen, zu dem du im Artikel <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/bin-ich-k-ein-hochstapler/6866-542-7656">&bdquo;Bin ich (k)ein Hochstapler?&ldquo;</a> mehr erf&auml;hrst. Oft spielen auch Perfektionismus oder die Erwartungen meines Umfelds eine Rolle.</p><p>In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam an, woher diese Unzufriedenheit mit dir selbst kommen kann, wie du ihr den Kampf ansagst und gleichzeitig deinen Lebenszielen n&auml;herkommst. Dazu habe ich sieben Tipps f&uuml;r dich parat.</p><h2>1. Gleiche dein Ziel mit der Realit&auml;t ab!</h2><p>Bevor du dir weiter ausmalst, wie sch&ouml;n es w&auml;re, endlich deinen Wunschzustand zu erreichen und deine aktuelle Lebenswirklichkeit schwarzmalst, frage dich: Warum will ich dieses Ziel eigentlich erreichen? Oder noch direkter: Will ich dieses Ziel &uuml;berhaupt erreichen?</p><p>Vielleicht &auml;rgerst du dich, dass du immer noch nicht auf der Karriereleiter aufgestiegen bist, dann reflektiere ehrlich, ob du bereit bist, die damit verbundenen Verantwortungen und gegebenenfalls auch &Uuml;berstunden zu &uuml;bernehmen. Oder du h&auml;ttest gerne ein Eigenheim wie dein bester Freund. Dann &uuml;berlege: Bist du bereit, die Abschlagssumme daf&uuml;r &uuml;ber mehrere Jahrzehnte zu zahlen? Und hast du &uuml;berhaupt die finanziellen Ressourcen dazu?</p><p>Dir diese Fragen zu stellen, hilft dir deine Wunschvorstellung in einem realistischeren Licht zu sehen. Genauso realistisch solltest du dir anschauen, welche Ma&szlig;nahmen du bisher unternommen hast, um dein Ziel zu erreichen. Wenn du den Job wechseln willst, aber noch keine einzige Bewerbung geschrieben hast, ist der n&auml;chste Schritt vielleicht, Stellenanzeigen zu w&auml;lzen und Bewerbungen zu schreiben.</p><blockquote class="noshare"><p>Sein eigenes Wunschziel mit der Realit&auml;t abzugleichen, kostet Mut, denn es zeigt dir, wie weit der Weg dahin noch ist.</p></blockquote><p>Doch es bringt dich weiter. Denn erst nach einer gr&uuml;ndlichen Bestandsaufnahme wei&szlig;t du, ob du auch wirklich bereit bist, dieses Ziel aktiv zu verfolgen. Das ist nur der Fall, wenn du auch bereit bist, daf&uuml;r einen gewissen Einsatz zu bringen. Wenn dein Ziel dagegen nur eine sch&ouml;ne Wunschvorstellung ist, kannst du es auch gleich abhaken.</p><h2>2. W&uuml;rdige den Prozess!</h2><p>Ein sehr bekannter Sinnspruch lautet &bdquo;Der Weg ist das Ziel&ldquo;. Je nachdem, wie und in welchem Kontext dieser Spruch gebraucht wird, wirkt er schnell bagatellisierend. Oft wird damit indirekt ausgedr&uuml;ckt, dass die Erreichung eines Ziels am Ende keine Relevanz hat, sondern nur das, was ich auf dem Weg dahin lerne. So will ich diesen Spruch hier nicht verstanden wissen.</p><p>Denn hey, du w&uuml;rdest dich ja nicht auf den Weg machen, wenn es kein lohnendes Ziel g&auml;be. Dein Ziel ist wichtig und der Weg dahin wird dir auch etwas abverlangen und nicht nur Zuckerschlecken sein. Als Wanderin motiviert mich am meisten die Aussicht am Gipfel, daf&uuml;r packe ich meinen Rucksack, ziehe meine Wanderstiefel an und bezwinge schwitzend etliche H&ouml;henmeter.</p><p>Aber selbst die sch&ouml;nste Gipfelaussicht ist nur halb so sch&ouml;n, wenn ich mir die Beine an wildem Gestr&uuml;pp aufrei&szlig;e oder miesgelaunte Reisegef&auml;hrten dabeihabe. Das Ziel ist keineswegs unwichtig, aber der Weg ist es auch nicht!</p><blockquote><p>Nur wenn du Freude an dem Prozess hast und w&uuml;rdigst, was du da bereits leistest, hast du eine Chance, dein Ziel zu erreichen.</p></blockquote><p>Vielleicht m&ouml;chtest du abnehmen, mehr in der Bibel lesen oder einen Partner finden. Wenn du keine Freude an den Sport&uuml;bungen hast, jedes Mal zu g&auml;hnen beginnst, wenn du die Bibel aufschl&auml;gst, oder schon v&ouml;llig entnervt die Dating-App &ouml;ffnest, blockierst du dich selbst.</p><p>Wie k&ouml;nntest du den Prozess, der dich zu dem erw&uuml;nschten Ziel bringt, w&uuml;rdigen und genie&szlig;en? Wenn du merkst, dass du dauerhaft keine Freude an etwas hast, ist vielleicht entweder deine Herangehensweise nicht passend oder das Ziel ist eben doch nicht f&uuml;r dich bestimmt. Und vor allem sei zufrieden an dem Punkt, wo du gerade stehst.</p><p>Du hast bisher nur zwei Kilo statt zehn Kilo abgenommen? Feiere es trotzdem. Du schaffst es nur jeden zweiten Tag in der Bibel zu lesen oder nur f&uuml;nf Minuten statt der angedachten halben Stunde? Sei trotzdem zufrieden mit dir. Sag dir: Da, wo ich gerade stehe, bin ich richtig. Alles Weitere kann sich entwickeln.</p><h2>3. Halte deine Erfolge fest und feiere sie!</h2><p>Gerade wenn wir gr&ouml;&szlig;ere Ziele verfolgen, sehen wir oft nur den Berg, der noch vor uns liegt, und nicht das, was wir bereits geschafft haben. Ich selbst schreibe gerade ein Buch und k&auml;mpfe in diesem Kontext damit sehr stark. Obwohl ich schon &uuml;ber 300 Seiten geschrieben habe, habe ich meist nur vor Augen, was noch zu schreiben ist. Und ich ahne, selbst wenn ich endlich &bdquo;ENDE&ldquo; unter mein Manuskript setze, werde ich vor dem neuen Berg stehen, mein Buch zu &uuml;berarbeiten.</p><p>Du schreibst vermutlich kein Buch, aber vielleicht kennst du dieses Gef&uuml;hl auch, nie anzukommen und sich nie zufrieden zur&uuml;cklehnen zu k&ouml;nnen. Eventuell renovierst du euer neues Familienheim und alles zieht sich: Die Handwerker brauchen l&auml;nger, eine Zusatzbaustelle tut sich auf. Du r&auml;umst mit deiner Frau jeden Tag Kisten ein oder streichst W&auml;nde und doch seid ihr noch weit davon entfernt, mit eurer Familie einzuziehen.</p><p>Oder aber du machst eine Weiterbildung und nimmst dir nach Feierabend immer noch Zeit zum Lernen, aber deinen Abschluss wirst du fr&uuml;hestens in zwei Jahren machen und wei&szlig;t noch nicht, ob sich die berufliche Extrameile am Ende finanziell lohnen wird.</p><p>Solche Zeiten schlauchen, denn du bist immer in Bewegung, doch die Ziellinie liegt noch weit entfernt. Um nicht nur auf das zu schauen, was noch zu tun ist, kann es helfen ein Erfolgstagebuch zu f&uuml;hren. Notiere dir darin alles, was du auf dem Weg zu deinem Wunschzustand schon geschafft hast.</p><blockquote class="noshare"><p>Lege im Vorfeld auch kleinere Etappenziele fest und feiere diese. Mit diesem Trick sorgst du daf&uuml;r, dass du an deinem Ziel motiviert dranbleibst.</p></blockquote><h2>4. Ver&auml;nderung ist m&ouml;glich!</h2><p>Vielleicht h&auml;lt aber etwas ganz anderes dich davon ab, deine Lebensziele konsequent zu verfolgen &ndash; und zwar die Angst zu scheitern oder noch schlimmer: erneut zu scheitern. Oft hemmt die Angst vor dem Scheitern Menschen am meisten, wenn es darum geht, etwas im Leben zu ver&auml;ndern.</p><ul><li><em>Ich habe schon zigmal versucht, mit dem Rauchen aufzuh&ouml;ren, aber es klappt einfach nicht.</em></li><li><em>Ich wei&szlig; nicht, wie viele Bibellesepl&auml;ne ich schon ausprobiert habe, sp&auml;testens nach zwei Wochen gebe ich immer auf.</em></li><li><em>Was, wenn ich in meinem neuen Job genauso viele &Uuml;berstunden machen muss wie jetzt?</em></li></ul><p>Eventuell sind es Gedanken wie diese, die dich vor einer Ver&auml;nderung zur&uuml;ckschrecken lassen. Du hast in der Vergangenheit erlebt: Ich habe es versucht und bin gescheitert. Und dabei bleibst du stehen.</p><p>Ich verstehe das sehr gut. Auch mir f&auml;llt es schwer, etwas nach dem Scheitern erneut zu versuchen. Denn ich bin ja immer noch derselbe Mensch, der Mensch, der schon einmal an dieser Aufgabe gescheitert ist.</p><p>Aber stimmt das &uuml;berhaupt? Ja und nein. Nat&uuml;rlich kannst du dich selbst nicht grundlegend &auml;ndern.</p><blockquote class="noshare"><p>Die Gr&uuml;nde, die zu deinem fr&uuml;heren Scheitern gef&uuml;hrt haben, bestehen vielleicht immer noch, DOCH du kennst sie nun. Du kannst dir heute &uuml;berlegen, was du anders machen willst als damals.</p></blockquote><p>Du kannst schon jetzt f&uuml;r deine Jobsuche Ma&szlig;st&auml;be setzen, worauf du dich einlassen willst und worauf nicht. Oder wie du damit umgehst, wenn die Di&auml;t m&uuml;hsam wird.</p><p>Durch dein Scheitern hast du Ressourcen und Wissen gesammelt, an welchen Punkten du ins Stolpern ger&auml;tst. Das kannst du nutzen und dich heute entscheiden, anders als damals zu handeln, wenn Stolpersteine auftauchen. Vielleicht wirst du es auch diesmal nicht im ersten Anlauf schaffen, aber du wirst dazulernen. F&uuml;rs n&auml;chste Mal.</p><p>Dein Scheitern ist nicht vorherbestimmt. Nur wenn du dir das einredest, programmierst du dein Scheitern vor.</p><h2>5. In kleinen Schritten zum Erfolg!</h2><p>Genauso wichtig wie sich nicht von alten Stolpersteinen hindern zu lassen, ist es, sich einen Plan zu machen, wie du dein Ziel oder deinen Wunschzustand erreichen m&ouml;chtest. Das geht am besten in kleinen Schritten.</p><p>Du kannst es nicht machen, dass du endlich den Partner f&uuml;rs Leben triffst. Und wenn du sch&uuml;chtern bist, wirst du auch nicht spontan beim n&auml;chsten Gemeindetreffen jemanden ansprechen. Aber du kannst dir kleine Schritte &uuml;berlegen, um deinem Ziel n&auml;herzukommen.</p><p>Vielleicht ist der erste Schritt, dich auf einer Online-Datingplattform anzumelden und ein Profil zu erstellen. Vielleicht einem Verein f&uuml;r dein Hobby beizutreten. Das garantiert keinen schnellen Erfolg, aber schon eine erste Kontaktaufnahme &uuml;ber eine Onlineplattform oder ein gutes Gespr&auml;ch mit einem Vertreter des anderen Geschlechts kann ein Schritt nach vorne sein. Daher &uuml;berlege dir kleine Schritte und Zwischenziele, die dich deinem Ziel n&auml;herbringen.</p><p>Wenn du etwa mehr in der Bibel lesen m&ouml;chtest und daran scheiterst, es t&auml;glich zu tun, setze dir w&ouml;chentlich eine Bibellesezeit und halte diese ein. Wenn du einen Jobwechsel anstrebst, nimm dir jede Woche eine halbe Stunde und schau gezielt nach Stellenanzeigen. Sobald du merkst, dass du kleine Schritte nach vorne machst und die ersten Bibeldates oder Bewerbungen hinter dir liegen, gibt dir das den n&ouml;tigen Schwung f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Schritte.</p><blockquote><p>Was w&auml;re das n&auml;chstm&ouml;gliche Ziel, was du dir setzen k&ouml;nntest? Welche kleine Ver&auml;nderung ist heute oder in der n&auml;chsten Woche m&ouml;glich, um dich deinem Ziel n&auml;herzubringen?</p></blockquote><p>Welche minimale Anpassung braucht es, damit du wieder neu an deinen Erfolg glauben kannst? Denk einmal dar&uuml;ber nach und notiere dir, was dir in den Sinn kommt.</p><h2>6. Den inneren Kritiker wahrnehmen, aber nicht bestimmen lassen!</h2><p>Da w&auml;ren wir auch schon beim gr&ouml;&szlig;ten Problem: unserem inneren Kritiker. Vielleicht hast du schon viel ausprobiert und bist einen weiten Weg gegangen, aber letztlich scheint dir alles nicht gut genug. Die Renovierung der Wohnung? Arbeit eines Laien und noch lange nicht fertig. Der berufliche Neuanfang? In weiter Ferne und zum Scheitern verurteilt. Und warum sollte jemand ausgerechnet dich m&ouml;gen und eine Beziehung mit dir eingehen?</p><p>Die meisten Menschen sind mit kaum einem anderen Menschen so hart wie mit sich selbst. Mir geht es jedenfalls so. All die kritischen Worte, die ich anderen gegen&uuml;ber herunterschlucke, weil wir ja alle Menschen sind &ndash; mir selbst sage ich sie, wenn auch nur in Gedanken. Und diese Worte tun verdammt weh!</p><p>Denn oft steckt ein wahrer Kern darin. Schlie&szlig;lich kennt mein innerer Kritiker mich sehr gut. Es kann helfen, sich hier bewusst zu machen, dass dieser kritische Anteil von mir in Ma&szlig;en seine Berechtigung hat.</p><blockquote class="noshare"><p>Mein innerer Kritiker warnt mich nicht aus B&ouml;swilligkeit, sondern um mich zu sch&uuml;tzen: Vor Entt&auml;uschung, vor falschen Entscheidungen, vor dem Scheitern.</p></blockquote><p>Manchmal kann es daher helfen, dieser Stimme einmal bewusst zuzuh&ouml;ren, aber mit einem gewissen emotionalen Abstand. Wovor will mich mein innerer Kritiker sch&uuml;tzen? Welche Sorge treibt ihn um? Wenn ich das verstehe, kann ich sein hilfreiches Feedback aufnehmen und seine P&ouml;beleien ignorieren.</p><p>Gleichzeitig kann und sollte ich ihm aber auch die T&uuml;r weisen, wenn er nicht aufh&ouml;rt, herumzup&ouml;beln. Auch in meiner realen Wohnung w&uuml;rde ich ja keinen Gast dulden, der mich best&auml;ndig niedermacht und beleidigt. Wieso sollte ich dann eine Stimme in meinem Herzen zulassen, die nur Schlechtes &uuml;ber mich sagt?</p><p>Es kann daher eine Hilfe sein, dich deinem inneren Kritiker und seinen Bef&uuml;rchtungen einmal in Ruhe zuzuwenden. Genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger ist es allerdings, dass du Grenzen ziehst, wenn negative Gedanken &uuml;berhandnehmen. Lass nicht zu, dass sie &uuml;ber deine Haltung zu dir selbst und &uuml;ber deine Entscheidungen f&uuml;r die Zukunft entscheiden!</p><p><em>Mehr zum inneren Kritiker kannst du in unserem Artikel </em><a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/so-wird-der-innere-kritiker-leiser/6866-542-7539"><em>&bdquo;So wird der innere Kritiker leiser&ldquo;</em></a><em> nachlesen.</em></p><h2>7. Gehe deinen eigenen Weg!</h2><p>Und zuletzt noch ein ganz wichtiger Tipp: Gehe deinen eigenen Weg! Das klingt einfach und banal, ist es aber nicht.</p><p>Du lebst genauso wie ich und jeder Mensch auf dieser Welt in einem sozialen Gef&uuml;ge und in diesem Gef&uuml;ge gibt es Erwartungen. Vielleicht haben um dich herum alle Menschen einen Partner oder Kinder. Und vielleicht wird dein Wunsch danach vor allem davon bestimmt, dass du so sein willst wie die anderen. Weil man das halt so macht, heiraten und eine Familie gr&uuml;nden.</p><p>Daher pr&uuml;fe immer, ob dies auch dein Lebenstraum ist. Willst du etwas, weil alle anderen es bereits haben, weil du denkst, dass es von dir erwartet wird, oder weil es dir wichtig ist?</p><p>Genauso stellst du eventuell bestimmte W&uuml;nsche zur&uuml;ck, weil du denkst: Das macht man doch nicht. Auswandern &ndash; was w&uuml;rden dann die Eltern sagen? Meinen gut bezahlten Job aufgeben und etwas ganz anderes machen &ndash; was denken die Freunde? Die Gemeinde wechseln &ndash; denken dann alle in meiner alten Gemeinde, ich mag sie nicht mehr?</p><p>All diese Fragen k&ouml;nnen aufkommen. Sie sind normal und es ist gut, wenn du dich ihnen stellst, aber die Erwartungen und Reaktionen anderer sollten nicht der ausschlaggebende Punkt sein, ob du etwas Neues wagst und welche Ziele du verfolgst.</p><p>Wenn es dir schwerf&auml;llt, unabh&auml;ngig von der Meinung anderer zu entscheiden, wie du dein Leben gestalten willst, stell dir doch mal vor, wie dein Leben bei dieser oder jener Entscheidung in den n&auml;chsten zehn Jahren auss&auml;he. Was w&uuml;rdest du bereuen, was nicht?</p><p>Vielleicht stehst du genau jetzt vor einer schwierigen Entscheidung, weil du einen Lebenstraum verwirklichen willst. Eventuell musst du daf&uuml;r Sicherheiten loslassen oder Menschen in deinem Umfeld entt&auml;uschen.&nbsp;Wenn das der Fall ist, frage dich: Was w&auml;re das Schlimmste, was passieren k&ouml;nnte? Und w&auml;re es wirklich so schlimm, wie du es dir jetzt ausmalst?</p><blockquote class="noshare"><p>Egal, welche Ziele du hast und wie zufrieden du gerade mit dem Punkt bist, an dem du dich auf deiner Lebenslinie befindest, ich w&uuml;nsche dir Mut, deinen eigenen ganz pers&ouml;nlichen Weg zu finden und zu gehen.</p></blockquote><p>Und wenn du dabei einen Rat brauchst, frag doch einfach mal bei Gott nach, was er von deinen Pl&auml;nen h&auml;lt. Er hat dich gemacht und kennt dich besser als du selbst.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16843490.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 16 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[1x Jesus, Größe M]]></title>
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      <description><![CDATA[Deine Bestellung „Jesus“ ist sofort verfügbar. Einschränkung: Nicht in deiner Wunschgröße.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1133282.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nikish H/<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Wenn du dir deinen Jesus selbst zusammenstellen k&ouml;nntest: Wie w&uuml;rde er aussehen?</p><p>W&auml;re er der verst&auml;ndnisvolle Seelsorger, der dich niemals &uuml;berfordert, dir immer ein gutes Gef&uuml;hl vermittelt und bei jedem Problem erst einmal einen Kamillentee aufsetzt? Oder w&auml;re er eher der kompromisslose Wahrheitsprediger in Latschen, der endlich mal Klartext redet und in den Kirchen dieser Welt aufr&auml;umt?</p><p>Vielleicht w&auml;re er ein wenig von beidem. Allerdings gibt es da ein Problem: Der biblische Jesus macht es uns schwer, ihn sauber in eine bestimmte Rolle zu pressen.</p><p>Denn wer die Evangelien aufmerksam liest, st&ouml;&szlig;t schon nach ein paar Kapiteln auf eine Person, die sehr unterschiedlich agiert und schwer greifbar ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Warum wirkt Jesus in der Bibel oft so anders als die Bilder, die heute von ihm gezeichnet werden? Und was bedeutet das f&uuml;r unseren Umgang mit ihm?</p></blockquote><h2>Unsere kulturelle Brille</h2><p>Im Neuen Testament ist an vielen Stellen wenig von der sanftm&uuml;tigen Jesusfigur zu sehen, die in Predigten, Andachten oder christlichen Filmen vermittelt wird. Mehr noch, Jesus wirkt stellenweise richtig unsympathisch.</p><p>So verbietet er einem willigen Nachfolger, seinen Vater zu begraben, und verlangt von einem anderen, bettelarm zu werden, um in den Himmel zu kommen. Er weist seine eigene Mutter bei der Hochzeit zu Kana zurecht und vergleicht eine Ausl&auml;nderin mit einem Hund.</p><p>Das ist krass und entspricht wohl kaum dem, wie wir uns Jesus gerne vorstellen. Allerdings m&uuml;ssen wir bedenken, dass wir die Texte durch unsere eigene kulturelle Brille lesen.</p><p>Jesus wiederum lebte in einer j&uuml;disch gepr&auml;gten Gesellschaft unter r&ouml;mischer Besatzung. Seine Zuh&ouml;rer waren mit einer orientalischen Rhetorik vertraut, die viel st&auml;rker mit &Uuml;bertreibungen und provokanten Bildern arbeitete, als wir es aus unserer mitteleurop&auml;ischen Perspektive gew&ouml;hnt sind.</p><p>Des Weiteren wurden die Evangelien m&ouml;glicherweise erst Jahrzehnte nach Jesu Wirken verschriftlicht. Allein durch diese zeitliche L&uuml;cke ist eventuell so manches vom Gesamtkontext verlorengegangen sein. Denn jeder der vier Autoren hat sich nur auf bestimmte Aspekte der Geschichte konzentriert. Laut dem J&uuml;nger Johannes hat Jesus aber noch erheblich mehr getan und gesagt, als in der Bibel steht (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes21%2C25" class="bibleserver extern" target="_blank">Joh. 21,25</a>). Daher k&ouml;nnen wir den Kontext seiner Worte auch nicht immer in seiner G&auml;nze bewerten.</p><blockquote class="noshare"><p>Vermutlich hat die urspr&uuml;ngliche Zuh&ouml;rerschaft manches anders aufgefasst als wir heute. Aber auch damals irritieren bereits viele seiner Worte.</p></blockquote><p>In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes6" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 6</a> fordert Jesus die Menschen nach einer wundersamen Brotvermehrung quasi zum Kannibalismus auf: &bdquo;Wenn ihr nicht mein Fleisch esst und mein Blut trinkt...&ldquo; Nat&uuml;rlich ist&nbsp;das symbolisch gemeint, doch daraufhin laufen viele Menschen davon und wollen nichts mehr von ihm wissen. Jesus h&auml;lt sie nicht zur&uuml;ck und sagt auch nicht: &bdquo;Moment, das kam jetzt falsch r&uuml;ber.&quot;&nbsp;</p><h2>Der freundliche Jesus unserer Zeit</h2><p>Dass unser&nbsp;heutiges Bild von Jesus vor allem vom freundlichen Seelsorger gepr&auml;gt ist, h&auml;ngt viel&nbsp;mit unseren Lebensumst&auml;nden zusammen. Im Mittelalter waren die Menschen beispielsweise in viel st&auml;rkerem Ma&szlig; durch Seuchen, Hunger und Tod bedroht als heute. Dementsprechend suchten sie in Jesus vor allem Autorit&auml;t und Erl&ouml;sung vom Gericht.</p><p>Diese &auml;u&szlig;eren N&ouml;te spielen in unserer heutigen westlichen Kultur eine viel geringere Rolle. Wir suchen stattdessen nach innerer Heilung, Zugeh&ouml;rigkeit und emotionaler Sicherheit. Serien wie The Chosen spiegeln genau diese Sehnsucht wider: Viele Menschen erleben dort zum ersten Mal einen Jesus, der menschlich nahbar wirkt.</p><blockquote class="noshare"><p>Alle Darstellungen lassen sich auf gewisse Weise biblisch begr&uuml;nden. Aber alle greifen zu kurz, wenn man nur diese Aspekte von Jesus betrachtet.</p></blockquote><p>Denn der Jesus der Evangelien l&auml;sst sich nicht auf wenige Attribute reduzieren. Wer die Evangelien ernst nimmt, begegnet keinem glatt polierten spirituellen Wohlf&uuml;hlbegleiter, sondern einer Pers&ouml;nlichkeit mit enormer Autorit&auml;t, Radikalit&auml;t und Tiefe.</p><h2>Der wahre Jesus ist nicht leicht z&auml;hmbar</h2><p>Genau deshalb wirkt Jesus trotz aller Vertrautheit immer auch ein St&uuml;ck weit fremd. Er entzieht sich jeder einfachen Einordnung. Er vergibt Menschen und spricht trotzdem vom Gericht. Er segnet Kinder und nennt religi&ouml;se Leiter &bdquo;Schlangenbrut&quot;. Er l&auml;dt Belastete ein und fordert Menschen gleichzeitig dazu auf, alles loszulassen.</p><p>Wir sind versucht, diese Spannung aufzul&ouml;sen, indem wir das in den Vordergrund stellen, was f&uuml;r uns am wichtigsten ist. Und das ist heute meistens unendliche Liebe und Vergebung, m&ouml;glichst wenig Gericht und maximale emotionale N&auml;he. Ein individuell zusammenstellbarer Jesus aus dem Baukasten, am besten in Gr&ouml;&szlig;e M: nicht zu klein, aber auch nicht zu m&auml;chtig.</p><blockquote class="noshare"><p>Es gibt allerdings einen Haken: Ein Jesus, der nie widerspricht, irritiert oder herausfordert, wird irgendwann zur Projektion eigener W&uuml;nsche.</p></blockquote><p>Umgekehrt wird ein Jesus, der nur fordert, droht und Druck macht, zu einer religi&ouml;sen Last, die Menschen innerlich zerbrechen l&auml;sst.</p><h2>Warum dann Jesus?</h2><p>Trotzdem bleibt die Frage: Warum sollte man sich auf jemanden einlassen, der so schwer zu verstehen ist? Und wie kann diese pers&ouml;nliche Beziehung zu Jesus konkret aussehen, wenn wir Jesus immer wieder neu und anders wahrnehmen?</p><p>Ich glaube, dass diese Beziehung ebenso im Fluss ist wie unser Bild, das wir von Jesus haben. Meine zusammenfassende Antwort auf &bdquo;Warum Jesus&quot; hat drei Dimensionen: Wo er mich h&auml;lt, was er mit mir macht, und was er mir gibt.</p><h3>Wo er mich h&auml;lt</h3><p>F&uuml;r mich ist es eine gro&szlig;e Entlastung, dass ich nicht f&uuml;r alles vor Gott selbst geradestehen muss. Wenn irgendwann die himmlische Abrechnung kommt und Gott der Vater zurecht auf meine Verfehlungen hinweisen muss, steht Jesus auf und ruft: &bdquo;Ist alles nicht mehr relevant. Das habe ich schon abgegolten!&quot;</p><p>Aber auch in meinem irdischen Leben ist es eine beruhigende Gewissheit, dass ich nicht allein durch alles hindurchmarschiere. Das zeigt sich manchmal in kleinen Dingen, die man als Zufall abtun k&ouml;nnte, aber die ich als kleines Zeichen von oben wahrnehme. Beispielsweise f&uuml;gte sich neulich eine &auml;rztliche Untersuchung f&uuml;r meine Tochter wie von allein, als ich schlicht nicht die Energie hatte, mich intensiv darum zu k&uuml;mmern. Ich h&auml;tte es nicht besser organisieren k&ouml;nnen.</p><p>Oder vor ein paar Tagen konnte ich wegen einer wichtigen Veranstaltung, die ich zu organisieren hatte, nicht gut schlafen. Mitten in der Nacht hatte ich auf einmal den Satz im Herzen: &bdquo;Christ will hold me fast&quot; &ndash; Christus h&auml;lt mich fest. Es ist eine Liedzeile aus einem Lied, das ich schon l&auml;nger nicht mehr gesungen hatte. Dass Jesus mich festh&auml;lt &ndash; daran habe ich mich wiederum festgehalten.</p><h3>Was er mit mir macht</h3><p>Au&szlig;erdem merke ich, dass eine Beziehung zu Jesus mich ver&auml;ndert, auch wenn das auf den ersten Blick nicht angenehm ist. Es gibt Momente, in denen ich etwas tue oder denke und dann sp&uuml;re: Das passt nicht zu dem, wie ich leben m&ouml;chte.</p><p>Auch scheint es, dass mir immer wieder bestimmte Themen aufs Herz gelegt werden, die gerade &bdquo;dran&quot; zu sein scheinen: Selbstwert, Ungeduld, Perfektionismus &ndash; alles Dinge, an denen ich wohl selbst ungern arbeiten w&uuml;rde. Aber wer nie von au&szlig;en korrigiert wird, entwickelt sich in der Regel nicht weiter. Er wird nur konsequenter in dem, was er ohnehin schon ist.</p><h3>Was er mir gibt</h3><p>Jesus gibt mir einen moralischen Ma&szlig;stab, der sich nicht am Zeitgeist orientiert. Unsere Gesellschaft ist sich in der Frage nach richtig und falsch selten einig, und die Antworten ver&auml;ndern sich im Lauf der Zeit immer wieder. Auch die Bibel ist von einer zeitgen&ouml;ssischen Interpretation in vielen Punkten nicht ausgenommen. Doch das zentrale Gebot Jesu gilt immer: Liebe Gott und deinen N&auml;chsten wie dich selbst. Das kann so manche Entscheidung vereinfachen.</p><p>Manchmal erlebe ich auch einen g&ouml;ttlichen Fingerzeig, der mich zu einer bestimmten Entscheidung f&uuml;hrt. Zum Beispiel wurde ich vor Jahren dreimal von unterschiedlichen Seiten auf einen missionarischen Kurzzeiteinsatz aufmerksam gemacht. Ich habe teilgenommen, und er hat meinen beruflichen Werdegang komplett ver&auml;ndert.</p><p>Zusammengefasst hei&szlig;t das f&uuml;r mich: Jesus gibt mir eine Perspektive, die ich nirgendwo sonst finde.</p><h2>Eine Beziehung braucht nicht vollst&auml;ndiges Verstehen</h2><p>Die Beziehung zu Jesus setzt nicht voraus, dass wir ihn vollst&auml;ndig verstehen. Das ist auch in keiner Partnerschaft der Fall.</p><p>Wer behauptet, seinen Partner nach zwanzig Jahren in- und auswendig zu kennen, ist entweder ein au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Mensch oder hat zwei Jahrzehnte lang nicht besonders gut zugeh&ouml;rt.</p><blockquote class="noshare"><p>Die tiefsten Beziehungen unseres Lebens beruhen deshalb nicht auf vollst&auml;ndigem Verstehen, sondern auf Vertrauen. Und auf der Bereitschaft, eine Person immer wieder neu kennenzulernen.</p></blockquote><p>Wenn du also feststellst, dass Jesus anders ist als erwartet, musst du deswegen nicht Abstand von ihm nehmen. Du kannst die Entdeckung auch als Einladung verstehen, ihn neu kennenzulernen. Und zwar als die manchmal irritierende, manchmal herausfordernde und oft &uuml;berraschende Person, die uns in den Evangelien begegnet.</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17379203.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 13 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Träume – (k)ein Fahrplan fürs Leben]]></title>
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      <description><![CDATA[Eindrücke von Gott sind kein Reiseplan. Trotzdem lohnt es sich, sie ernst zu nehmen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1133891.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://Gettyimage.com/Harvepino,' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Gettyimage.com/Harvepino,</a> <a href='http://unsplash.com/adityaspace,' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com/adityaspace,</a> Stuke/ERF Medien e.V.</figcaption></figure><p>Es war ein ganz normaler Jugendgottesdienst. Ich war noch ein Teenager irgendwo zwischen Schule und der leisen Suche danach, ob ein Leben mit Gott sich wirklich lohnt. Ein Missionar predigte an diesem Abend &ndash; und an einem bestimmten Punkt bat er uns, unsere Augen zu schlie&szlig;en und einfach still zu werden. Um offen f&uuml;r das zu sein, was Gott uns vielleicht zeigen wollte.</p><h2><strong>Ein Bild, das sich eingebrannt hat</strong></h2><p>Ich war damals in einer charismatisch gepr&auml;gten Gemeinde und solche Momente waren mir nicht fremd. Aber was dann passierte, hat mich trotzdem &uuml;berrascht: Vor meinem geistigen Auge sah ich eine Weltkugel, die sich langsam drehte &ndash; und dann blieb sie stehen. Bei Brasilien. Das Land tauchte auf, klar und deutlich.</p><p>Ich war verwundert. Nicht, weil es mir grunds&auml;tzlich fremd gewesen w&auml;re, dass Gott so zu mir spricht, sondern weil ich diesen Eindruck nicht erwartet hatte. Es f&uuml;hlte sich an wie eine Wucht, die anders war als alles, was ich kannte.</p><p>Also bat ich Gott darum, mir diesen Eindruck noch einmal zu best&auml;tigen, denn ich war mir sicher, dass Gott Bilder oder Worte mehrfach best&auml;tigt. Daf&uuml;r gibt es in der Bibel viele Beispiele. Auch Gideon bat Gott um zwei unterschiedliche Best&auml;tigungen f&uuml;r seine Berufung &ndash; und Gott antwortete ihm entsprechend.</p><h2><strong>Drei Bilder, drei Best&auml;tigungen, ein Plan</strong></h2><p>Wenige Wochen oder Monate sp&auml;ter bekam ich einen zweiten Eindruck von Gott, diesmal in einem gew&ouml;hnlichen Gottesdienst. Ich sah klare Schritte vor mir: Schulabschluss, Berufsausbildung, Heirat, dann Brasilien, Mission.</p><p>Diesmal war Gottes Auftrag f&uuml;r mich eindeutig, dennoch wollte ich gerne noch eine letzte Gewissheit von ihm haben, bevor ich konkrete Schritte in Richtung eines Missionsdienstes in Brasilien unternahm. Ich bat Gott erneut um Best&auml;tigung &ndash; und zum dritten Mal tauchte das Bild auf.</p><p>Von da an war f&uuml;r mich alles sonnenklar: Sobald ich die &bdquo;menschlichen&ldquo; Schritte erledigt hatte, w&uuml;rde es f&uuml;r mich nach Brasilien gehen.</p><h2><strong>Wenn der Lebensweg eine Kurve nimmt</strong></h2><p>Viele meiner darauffolgenden Schritte f&uuml;hlten sich so an, als w&uuml;rde Gott das wahr machen, was ich gesehen und als meinen Weg angenommen hatte. Ich zog mir beim Rugbyspiel auf einer Freizeit einen Kreuzbandriss zu und konnte danach nicht mehr Auto fahren. Damit war ich auf meine Mutter angewiesen, um eine Gemeinde zu besuchen. Sie nahm mich mit in eine brasilianische Gemeinde in D&uuml;sseldorf, die wir dann eine Zeit lang besuchten.</p><p>Dort lernte ich Menschen aus Brasilien kennen, h&ouml;rte Geschichten aus dem Land und bekam ein Gef&uuml;hl f&uuml;r die Arbeit vor Ort. Man k&ouml;nnte auch sagen: Das war der Wink mit dem Zaunpfahl. Mir wurde die Region, die ich bisher nur von Bildern erahnt hatte, von Menschen, die das Land kannten, vor Augen gemalt.</p><p>Doch es ver&auml;nderte sich auch etwas in mir. In dieser Zeit kamen neue Eindr&uuml;cke zu den bisherigen dazu &ndash; und zwar w&auml;hrend der Gebetszeiten in genau dieser Gemeinde: Ich hatte Teile des Kontinents Afrika und das Land Indien vor Augen.</p><blockquote><p>Pl&ouml;tzlich f&uuml;hlte sich Gottes Berufung f&uuml;r mich gr&ouml;&szlig;er an, weiter und weniger konkret als zuvor.</p></blockquote><p>Dabei wurde mir eines immer deutlicher: Nicht das Land war das Entscheidende, sondern die Menschen.</p><p>Mein Herz schlug f&uuml;r Menschen. Das war Gottes Ruf an mich. Und noch etwas ver&auml;nderte sich. Ich sp&uuml;rte: Mein Herz schl&auml;gt auch f&uuml;r die Menschen hier, die Menschen in Deutschland.</p><h2><strong>Von Brasilien zu Deutschland &ndash; ein langer Prozess</strong></h2><p>Das klingt nach einer geschmeidigen Kurve, aber das war es f&uuml;r mich nicht. Der Prozess zog sich &uuml;ber sieben oder acht Jahre hin. W&auml;hrend dieser Zeit gab es immer wieder Momente, in denen Familienmitglieder &ndash; gut gemeint, liebevoll &ndash; zu mir sagten: &bdquo;Aber denk dran, Gott hat dir doch Brasilien gezeigt.&ldquo;</p><p>Ich habe das geh&ouml;rt und es hat mich besch&auml;ftigt. Wirklich! Denn irgendwann stand ich an dem Punkt, an dem ich mich ernsthaft fragte: Handle ich entgegen dem, was Gott mir einmal gezeigt hat? Weigere ich mich, den Spuren zu folgen, die er gelegt hat?</p><p>Diese Fragen haben mich nicht losgelassen &ndash; und ich habe sie nicht einfach weggebetet. Aber nach und nach wurde mir etwas klar:</p><blockquote><p>Die Bilder, die ich gesehen hatte, waren kein Reiseplan Gottes f&uuml;r mein Leben. Sie waren eine Einladung.</p></blockquote><p>Gott hat mir durch sie gezeigt: <em>Ich habe einen Plan f&uuml;r dein Leben.</em> Das war die eigentliche Botschaft an mich, nicht Koordinaten auf der Landkarte.</p><h2><strong>Der Traum lebt &ndash; anders als gedacht</strong></h2><p>Heute lebe ich meinen Traum, aber nicht in Brasilien, nicht in Indien oder auf dem afrikanischen Kontinent, sondern hier in Deutschland &ndash; beim ERF, f&uuml;r Menschen, denen ich durch Worte, Geschichten und meine Arbeit begegnen darf.</p><p>Ich schlie&szlig;e nicht aus, dass mich mein Weg irgendwann noch in andere L&auml;nder f&uuml;hren wird. Vielleicht f&uuml;r einen Monat, vielleicht f&uuml;r ein Jahr. Vielleicht kurz vor dem Ende meines Lebens. Wer wei&szlig; das schon?</p><blockquote><p>Aber ich wei&szlig;: Was ich schon getan habe und jetzt tue, ist nicht das Gegenteil dessen, was Gott mir gezeigt hat. Es ist eine andere Form davon.</p></blockquote><p>Der Dienst am Menschen, das Arbeiten mit den Gaben, die mir von Gott gegeben wurden, das ist, was z&auml;hlt. Meine Berufung ersch&ouml;pft sich nicht in einem Berufsfeld, sondern in einer Haltung.</p><p>Dabei bin ich mir bewusst: Nicht jeder braucht solche Bilder oder Eindr&uuml;cke, um seinen Weg mit Gott zu gehen. Und auch f&uuml;r mich sind sie kein unfehlbares GPS. Sie waren Impulse. Wegweiser. Momente, ohne die ich bestimmte Schritte vielleicht nie gewagt h&auml;tte.</p><h2><strong>Was bleibt, wenn der Traum erwachsen wird?</strong></h2><p>Was ich sagen will: Tr&auml;ume, die Gott in unser Herz legt, sind selten Landkarten. Oft sind sie eher Kompassnadeln. Sie zeigen eine Richtung an, aber der Weg selbst entfaltet sich im Gehen.</p><p>Ich wollte meinen Beitrag leisten in der Gesellschaft, in der Welt, in der Kirche. Daf&uuml;r habe ich bei mir und meinem direkten Umfeld angefangen: Da, wo ich den gr&ouml;&szlig;ten Einfluss nehmen kann. Dieser Wunsch war damals da &ndash; und er ist es heute noch. Nur jetzt noch konkreter und greifbarer.</p><p>Zum Abschluss: Was ist mein Tipp f&uuml;r Sie? Tr&auml;umen Sie weiter! Aber lassen Sie Ihren Traum reifen. Lassen Sie ihn von Gott und anderen pr&uuml;fen. Und lassen Sie zu, dass Gott ihn umformt, ohne dabei das Gef&uuml;hl zu haben, er h&auml;tte Sie verlassen oder Sie h&auml;tten ihn entt&auml;uscht.</p><p>Manchmal ist das, was wird, n&auml;her am urspr&uuml;nglichen Traum als alles, was Sie sich damals vorgestellt haben. Nur eben in einer anderen Sprache.</p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17375738.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Fri, 10 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kriegswirren, Wunder und Mut]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie drei Menschen in der Ukraine zwischen Drohnenalarm, Familienalltag und Luftschutzbunker ihr Leben meistern.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1140295.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© phant /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Wenn fr&uuml;hmorgens, mitten in der Nacht oder w&auml;hrend der Schulzeit der Kinder der Bombenalarm schrillt, dann macht dies etwas mit einem. Und doch ist dieser Ausnahmezustand f&uuml;r die Menschen in der Ukraine seit viereinhalb Jahren Realit&auml;t. Wie schafft man es, mitten im Krieg als Familie seinen Alltag zu gestalten? Und wie kann man als Christ oder Christin in einer solch schwierigen Lage noch Hoffnung in seinem Umfeld verbreiten?</p><figure class="image right"><img alt="Anja, Alex und Ana und deren Familie" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1135570.jpg" width="1120" /><figcaption>Mitte: Anja, Ana und Alex, au&szlig;en Familie von Alex und Ana (Copyright: L. Remhof / ERF Medien e.V.)</figcaption></figure><p>Alexander, Anja und Ana wissen es. Die Mitarbeitenden von <a href="https://www.youtube.com/c/twrua" target="_blank">TWR Ukraine</a> haben den ERF besucht und von ihrem Alltag &nbsp;im Kriegsgebiet erz&auml;hlt. Da ist Anja, deren Tochter als Neunj&auml;hrige schon die Geschwindigkeit verschiedener Raketen kennt; Ana, die als junge Mutter ihr Leben trotz Krieg f&uuml;hren will und doch mit Angst und Panikattacken k&auml;mpft. Und Alexander, dem es als Leiter von TWR Ukraine wichtig ist, zu zeigen, wie Christen zu Hass stehen und wie man Hass &uuml;berwinden kann.</p><p>Sie alle gestalten ihr Leben in der Ukraine unter herausfordernden Bedingungen und doch ist f&uuml;r sie klar, warum sie gerade als Christen dort gebraucht werden.<br />
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<h2><strong>Alexander</strong></h2><h3><strong>Kein Morgen wie jeder andere</strong></h3><p>Es ist ein buchst&auml;bliches Morgengrauen, als Alexander <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Amos9" class="bibleserver extern" target="_blank">am 24</a> Februar 2022 feststellt, dass sich sein Land im Krieg befindet. Gegen 5 Uhr morgens wird der Leiter der christlichen Medienarbeit von <a href="https://twr.org/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">TWR</a> (Trans World Radio) in der Ukraine unsanft geweckt. Sein Land steht unter Beschuss. Eigentlich soll Alexander an diesem Tag in einer Bibelschule in der N&auml;he von Kiew unterrichten. Stattdessen ruft er telefonisch sein Team zusammen und trifft sich mit den Mitarbeitenden in seinem Keller.</p><p>Leid, Willk&uuml;r, Tod und Verw&uuml;stung ver&auml;ndern ihrer aller Leben von einer Sekunde auf die andere, aber selbst ein halbes Jahr danach konnte Alexander noch nicht fassen, was da geschehen ist: &bdquo;Du siehst die Realit&auml;t, aber der Verstand ist blockiert.&ldquo;</p><h3><strong>Gehen oder bleiben?</strong></h3><p>Zu Kriegsbeginn verl&auml;sst Alexander mit seinen Angeh&ouml;rigen f&uuml;r einen Monat Kiew. Dann kehren sie wieder zur&uuml;ck. Au&szlig;er einem Sohn, der aus beruflichen Gr&uuml;nden schon vor dem Krieg in den USA wohnte, lebt die ganze Familie in der Ukraine. Der Krieg dauert an. Menschen in ihrem Familien- und Freundeskreis haben mittlerweile Angeh&ouml;rige verloren, andere sind verwundet oder traumatisiert.</p><p>Alexander und seine Familie teilen die Sorgen und &Auml;ngste dieser Menschen, die seit Kriegsbeginn allgegenw&auml;rtig sind. Alexander erinnert sich dabei immer wieder daran, dass auch Jesus im Garten Gethsemane gro&szlig;e Angst aushalten musste. Dass er dabei sogar Blut und Wasser geschwitzt hat. Und dass Jesus sich in dieser notvollen Situation Gott, seinem Vater, anvertraut hat. &bdquo;Genau das mache ich auch, wenn ich Angst bekomme&ldquo;, sagt Alexander und f&uuml;gt hinzu: &bdquo;Das lehre ich auch meine Familie. Es bleibt uns nichts anderes &uuml;brig, als damit zu Jesus zu gehen. Er gibt uns Frieden ins Herz. Danach verschwindet auch die Angst.&ldquo;</p><p>Weil Alexander mit seinem Team den Menschen in der Ukraine Hoffnung und Orientierung geben will, machen sie Radioprogramme. Au&szlig;erdem schult das Team Pastoren darin, wie man gut mit traumatisierten Menschen umgeht. Sie besuchen Gemeinden, geben Kurse und bieten Seminare an. Das ist auch notwendig, denn die Soldaten, die von der Front kommen, leiden meist unter PTBS, einer posttraumatischen Belastungsst&ouml;rung.</p><p>Obwohl er selbst nicht an der Front war, erlebt auch Alexander, dass der Krieg ihn ver&auml;ndert hat. Er sagt von sich selbst:</p><blockquote><p>Inzwischen ist es so: Wenn ich ein lautes Ger&auml;usch h&ouml;re &ndash; auch wenn ich hier bin und nicht in der Ukraine &ndash;, dann erschrecke ich. Das ist eine physische Auswirkung der Angst. &ndash;&nbsp;Alexander</p></blockquote><h3><strong>Niemals den Hass regieren lassen</strong></h3><p>Doch Alexander, seine Familie und die Mitarbeitenden von TWR wollen in der Ukraine bleiben, sie wollen da arbeiten, wo Jesus sie hingestellt hat, weil dort Menschen sind, die sie brauchen. In ihren Programmen reagieren sie auf die Bed&uuml;rfnisse der Menschen in der Ukraine, zum Beispiel mit Programmen wie &bdquo;Study the Bible&ldquo;. Die Reihe geht von Kapitel zu Kapitel durch die Bibel und bezieht die biblischen Inhalte auf den Alltag der Menschen in der Ukraine.</p><p>Zudem machen sie Podcasts, Audios und Videos, die authentische Erlebnisse von Menschen erz&auml;hlen, die Schlimmes durchgemacht haben. Ein wichtiger Ansatz dabei ist zu zeigen, wie diese Menschen es mit der Hilfe von Jesus geschafft haben, mit Hass und Trauer umzugehen. Alexander erkl&auml;rt: &bdquo;Wir zeigen, wie wir als Christen und aus biblischer Sicht zu Hass stehen und dass wir uns nie mit Hass abfinden wollen.&ldquo;</p><p>Seinen Herzenswunsch fasst Alexander folgenderma&szlig;en zusammen:</p><blockquote><p>Mein tiefster Wunsch ist, dass wir eine Erweckung erleben. Dass Menschen ihre Herzen f&uuml;r Jesus &ouml;ffnen. Das ist mein gr&ouml;&szlig;ter Wunsch. Damit alle Menschen, die etwas Schlimmes erlebt haben, dadurch zu Gott kommen.&nbsp;&ndash;&nbsp;Alexander</p></blockquote><p>Alexander ist pers&ouml;nlich in Zusammenhang mit Krieg und Leid auch wichtig geworden, immer wieder den Zustand seines eigenen Herzens zu pr&uuml;fen. Denn Wut und Hass machen nicht vor einem halt, nur weil man Christ ist. Er betet dazu mit den Worten aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm139" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 139</a>:<em> &bdquo;Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; pr&uuml;fe mich und erkenne, wie ich&rsquo;s meine. Und sieh, ob ich auf b&ouml;sem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm139%2C23-24" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 139,23-24</a>).</p><p>Dieses Gebet ist f&uuml;r ihn sehr wichtig, denn er hat erkannt: &bdquo;Du kannst schon in einer Minute in der Ewigkeit sein. Man muss bereit sein &ndash; jede Sekunde.&ldquo;</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p><br />
&nbsp;</p>

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<h2><strong>Anja</strong></h2><h3><strong>Einschulung unter Sirenenalarm</strong></h3><p>Anja arbeitet ebenfalls bei TWR Ukraine. Ihre heute neunj&auml;hrige Tochter ist in der dritten Klasse; sie kennt das Leben als Sch&uuml;lerin nur unter Kriegsbedingungen. Bereits ihre Einschulungsfeier musste aufgrund von Sirenenalarm abgebrochen werden. Doch weil es in ihrer Schule einen guten Luftschutzbunker gibt, kann Anjas Tochter die Schule besuchen. In anderen Gegenden der Ukraine ist das nicht m&ouml;glich. Dort findet der Unterricht nur online statt.</p><p>Anja fasst die Situation und die Auswirkungen des Krieges auf den Alltag der Kinder knapp so zusammen: &bdquo;Wenn es einen Alarm gibt, geht die ganze Klasse gemeinsam in den Luftschutzbunker. Die Kinder kennen mittlerweile die unterschiedlichen Typen von Raketen. Wenn es eine kleine Rakete ist, gehen sie relativ entspannt. Aber wenn sie merken, dass eine gr&ouml;&szlig;ere kommt, weinen die Kinder oder rufen sogar ihre Eltern an und wollen abgeholt werden.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Meine Tochter ist neun Jahre alt. Sie kennt die Geschwindigkeiten von Raketen und ihre Gr&ouml;&szlig;en. Das interessiert sie. Ich selbst habe in ihrem Alter noch mit Puppen gespielt. &ndash;&nbsp;Anja</p></blockquote><h3><strong>Gro&szlig;e N&ouml;te, aber auch Wunder</strong></h3><p>Aber das ist Vergangenheit. Heute ist auch Anjas Leben gepr&auml;gt von der t&auml;glichen Gefahr. Doch ihr Alltag geht weiter inmitten aller Schwierigkeiten. Anja gestaltet als Medienschaffende bei TWR Ukraine Podcasts f&uuml;r Frauen und koordiniert die Sendereihe <a href="https://twrwomenofhope.org/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Women of Hope&ldquo;</a>. Au&szlig;erdem k&uuml;mmert sie sich auf YouTube um die R&uuml;ckmeldungen der H&ouml;rerinnen.</p><p>Fr&uuml;her hat Anja sich f&uuml;r die Programme Themen ausgesucht, die sie selbst f&uuml;r wichtig hielt, doch mittlerweile orientiert sie sich vor allem an dem, was ihr die Frauen zur&uuml;ckmelden, und an den Fragen, die sie stellen. Es gibt jetzt spezielle Sendungen f&uuml;r Frauen, deren M&auml;nner im Krieg sind, und f&uuml;r M&uuml;tter, die ihren Kindern allein beistehen m&uuml;ssen.</p><p>Anja kennt das Bangen um Angeh&ouml;rige aus eigener Erfahrung. Ihr Bruder ist im Milit&auml;rdienst und nur deswegen noch am Leben, weil er Gottes Stimme geh&ouml;rt hat und seine Mitfahrer warnen konnte, als sie gemeinsam im Auto unterwegs waren. Vor was, war ihm in der Situation selbst nicht klar, doch dann kam die Explosion, bei der alle verletzt wurden, aber &uuml;berlebten.</p><p>Wie er Gottes Stimme geh&ouml;rt hat, daf&uuml;r hat Anjas Bruder bis heute keine Erkl&auml;rung. Doch er ist sich sicher, dass es Gottes Stimme war, die ihn gewarnt hat. Anja sagt: &bdquo;Wir haben viel f&uuml;r ihn gebetet. Aber die anderen Soldaten glauben nicht an Gott. Die anderen wussten schon immer, dass mein Bruder gl&auml;ubig ist, aber jetzt sp&uuml;ren sie die Auswirkungen im Alltag.&ldquo;</p><h3><strong>Entscheidung zwischen Sicherheit und Berufung</strong></h3><p>Anja und ihre Familie beschlossen, &uuml;berall, wo sie sind, etwas f&uuml;r die Ukraine zu tun. Zu Kriegsbeginn war Anja aufgrund von gesundheitlichen Problemen mit ihrer f&uuml;nfj&auml;hrigen Tochter dreieinhalb Monate in Deutschland. Selbst in dem kleinen Zimmer, das sie damals gemeinsam bewohnten, nahm Anja mit ihrem Handy Programme f&uuml;r die Reihe &bdquo;Women of Hope&ldquo; auf: &bdquo;Wir haben viele Aufnahmen gemacht, auch von anderen ukrainischen Frauen, die erz&auml;hlt haben, wo sie sich gerade befinden und was sie erlebt haben. Kiew war zu dem Zeitpunkt ja besetzt und Frauen haben uns berichtet, wie sie das &uuml;berlebt haben und was passiert ist.&ldquo;</p><p>Anja und ihre Tochter h&auml;tten in Sicherheit in Deutschland bleiben k&ouml;nnen. Weil sie Psychologin ist, bekommt Anja sogar sehr schnell ein Jobangebot in der Fl&uuml;chtlingsarbeit. Doch ihr Mann ist in der Ukraine geblieben. Er ist als Pastor nun allein f&uuml;r eine Gemeinde verantwortlich, weil sein Kollege an die Front musste. Auf einem Foto, das Anja von ihm erh&auml;lt, sieht sie, wie 400 Menschen im Eingangsbereich ihrer Gemeinde stehen, in der normalerweise nur f&uuml;r 60 Personen Platz ist. Anja wird klar, dass es pl&ouml;tzlich sehr viele Menschen in der Ukraine gibt, die ihre Hilfe brauchen.</p><p>Auch Anjas Tochter bekommt mit, dass Anja ein Angebot vom deutschen Jobcenter bekommen hat und fragt sie, warum sie nicht zur&uuml;ck zu ihrem Papa fahren. Als Anja ihrer Tochter erkl&auml;rt, dass sie in der Ukraine st&auml;ndig beschossen werden w&uuml;rden und ihr Mann Angst um sie beide hat, antwortet ihre Tochter ohne Angst: &bdquo;Wenn eine Rakete Papa trifft, werden wir ein Leben lang um ihn weinen. Wenn wir aber zusammen sind und eine Rakete uns alle trifft, sind wir alle zusammen im Himmel.&ldquo;</p><p>Am n&auml;chsten Tag fahren die beiden zur&uuml;ck in ihre Heimat. Die Entscheidung ist gefallen. Anja sagt:</p><blockquote><p>Ich denke manchmal: Ja, ich h&auml;tte meiner Tochter ein ruhigeres Leben bieten k&ouml;nnen. Aber ich glaube nicht an ein gl&uuml;ckliches Leben ohne meinen Mann. Und ich glaube, dass Gott uns eine Berufung gegeben hat. Der will ich folgen. &ndash;&nbsp;Anja</p></blockquote>

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<h2><strong>Ana</strong></h2><h3><strong>Frauen in der Ukraine haben neue Herausforderungen</strong></h3><p>Ana ist als Tochter von Alexander quasi im Radiostudio aufgewachsen. Schon als Kind hat sie bei Aufnahmen mitgewirkt. Von jeher interessiert sie sich f&uuml;r Mikrofone, Fotos und Aufnahmen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich heute als Teil des ukrainischen TWR-Teams bei YouTube, Instagram, TikTok und Facebook engagiert.</p><p>Als Medienschaffende wei&szlig; sie:</p><blockquote><p>Es ist schwer geworden f&uuml;r uns. Frauen in der Ukraine m&uuml;ssen vieles neu lernen und machen, wobei ihnen fr&uuml;her die M&auml;nner geholfen h&auml;tten. Das m&uuml;ssen sie heute selbstst&auml;ndig tun. &ndash;&nbsp;Ana</p></blockquote><p>Die Programme von TWR wollen die Frauen dabei unterst&uuml;tzen. Ana w&uuml;scht sich, dass die Frauen stark werden und bleiben. Sie sp&uuml;rt, dass sie warten und auf ein Leben nach dem Krieg hoffen.</p><h3><strong>Kinderwunsch und Panikattacke</strong></h3><p>Als sie heiraten, wollen Ana und ihr Mann am liebsten gleich ihr erstes Kind bekommen, wegen des Krieges schieben sie diesen Plan zun&auml;chst allerdings auf. Doch heute sagt Ana: &bdquo;Mein Mann und ich, wir haben immer gedacht: Nach dem Krieg bekommen wir ein Kind. Aber wir m&uuml;ssen hier und jetzt leben.&ldquo; Ana und ihr Mann beschlie&szlig;en daher, das in ihrem Leben umzusetzen, was Jesus lehrt, und erkennen, dass sie lernen m&uuml;ssen, sich an dem zu freuen, was sie jetzt haben.</p><p>Mittlerweile haben sie einen Sohn und w&uuml;nschen sich noch weitere Kinder. Ana und ihr Mann sind gl&uuml;ckliche Eltern, aber gleichzeitig ist Angst ein st&auml;ndiger Begleiter: &bdquo;Wenn du bei zerst&ouml;rten H&auml;usern kleine H&auml;ndchen und F&uuml;&szlig;chen irgendwo rausschauen siehst, dann macht das was mit dir. Ich bekomme Angst davor, dass ich mein Kind nicht gut besch&uuml;tze, weil ich nicht mit ihm in ein sicheres Land fahre. Ich habe Angst, dass ich schuld daran bin, wenn meinem Kind etwas passiert.&ldquo;</p><p>Ana wei&szlig;, wie sich eine Panikattacke anf&uuml;hlt, wenn die Sorgen &uuml;berhandnehmen. Dass die Angst sich schon in kleinen Kindern Bahn bricht, merkt sie an den &Auml;u&szlig;erungen ihres Sohnes:</p><blockquote class="noshare"><p>Er sagt oft: &bdquo;Mama, geh nicht raus.&ldquo; Weil er einen Beschuss bef&uuml;rchtet. Und er sagt auch: &bdquo;Papa, geh nicht raus.&ldquo; Bevor er schlafen geht, m&ouml;chte er ein Video schauen und ein Lied h&ouml;ren, das ihn beruhigt. &ndash;&nbsp;Ana</p></blockquote><h3><strong>Scheinbar normale Dinge werden zum Segen</strong></h3><p>In einer Krise, so hat Ana in einem Buch gelesen, bemerkt man viele Details nicht, doch man sollte kleine Dinge, die einem normal erscheinen, aufmerksam beachten. Zum Beispiel dass der Fr&uuml;hling nach einem sehr kalten Winter kommt. Sie empfindet auch folgendes als sehr sch&ouml;n: &bdquo;Wenn wir morgens wach werden und es hat keinen Beschuss gegeben. Und wir mussten das Kind nicht nachts raustragen und st&auml;ndig auf der Handy-App beobachten, ob wieder ein Alarm kommt. Das ist ein Segen und eine Freude f&uuml;r uns.&ldquo;</p><p>Ana versucht in ihrem Alltag immer wieder auf solche kleinen Segnungen und Gl&uuml;cksmomente zu achten. Das erf&uuml;llt sie mit Dankbarkeit und st&auml;rkt sie innerlich.</p><p>Zu diesen kleinen normalen st&auml;rkenden Dingen z&auml;hlt f&uuml;r Ana auch die Gemeinschaft mit anderen. Wenn man sie danach fragt, was am Ende wirklich z&auml;hlt, sagt Ana: &bdquo;W&auml;hrend des Krieges habe ich festgestellt: Das Wichtigste ist, neben Menschen zu bleiben. Das sagt uns Jesus. Wir sollen zusammenbleiben. Gemeinsam. Eine Einheit bilden. Das ist gut f&uuml;r uns Christen, auch eine Einheit mit Gott zu bilden. Ich denke, das ist die Basis f&uuml;r das Christsein. Dass Christen eine Gemeinschaft sind. Das w&uuml;nsche ich mir.&ldquo;</p><h2 data-end="170" data-start="145"><strong data-end="170" data-start="145">Seien Sie live dabei!</strong></h2><p data-end="465" data-start="172"><strong>Am 1. Oktober 2026 hei&szlig;t es wieder: </strong><strong data-end="1089" data-start="1053">&bdquo;Hoffnung in die Welt s(p)enden&ldquo;</strong> beim <a href="https://www.erf.de/erf-spendentag/58126?reset=1" target="_blank">ERF Spendentag</a>. Freuen Sie sich von 6-19 Uhr auf weitere bewegende Geschichten und echte Einblicke in unsere internationale Medienarbeit. Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass noch mehr Menschen Jesus kennenlernen.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider / Sonja Kilian</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17374687.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider / Sonja Kilian]]></author>
      <pubDate>Wed, 08 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ich noch sagen wollte]]></title>
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      <description><![CDATA[10 Impulse, wie wir die verbleibenden Jahre mit unseren Eltern weise nutzen können.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1134737.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© AntonioDiaz /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Wenn du diesen Kurztrip nach New York gewinnst, wen m&ouml;chtest du mitnehmen?&ldquo;, fragt der Radiomoderator die Anruferin. &bdquo;Meine krebskranke Mutter&ldquo;, sagt sie. &bdquo;Wir haben nicht mehr viel Zeit zusammen und m&ouml;chten noch einmal ein gemeinsames Highlight&nbsp;erleben.&ldquo;</p><p>Die Anruferin stammt aus meinem Dorf. Sie hat sich erfolgreich gegen ihren letzten Mitspieler durchgesetzt und die Reise mit ihrer Mutter unternommen. Einige Monate sp&auml;ter ist diese verstorben.</p><p>Dass die Tage mit den eigenen Eltern gez&auml;hlt sind, l&auml;sst sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr leugnen. Je &auml;lter wir werden, desto &auml;lter werden auch sie.</p><blockquote class="noshare"><p>Doch was wir erheblich mitbeeinflussen k&ouml;nnen, ist die Art und Weise, wie wir die verbleibende Zeit mit ihnen gestalten.</p></blockquote><p>Daf&uuml;r m&ouml;chte ich dir 10 Impulse mitgeben.</p><p>Diese basieren auf der Annahme, dass trotz aller Schwierigkeiten ein gewisses Verh&auml;ltnis zueinander besteht. Denn je konfliktbeladener oder distanzierter die Beziehung ist, desto weniger lassen sich bestimmte Dinge umsetzen. F&uuml;hl dich frei, nur die Punkte&nbsp;herauszusuchen, die in deiner Situation relevant sind.</p><h2><strong>1. Alten Groll loslassen, auch wenn keine Aussprache m&ouml;glich ist</strong></h2><p>Viele Menschen tragen Jahrzehnte alte Verletzungen mit sich herum: das Gef&uuml;hl, als Kind &uuml;bersehen worden zu sein; den Eindruck, die Geschwister seien bevorzugt worden; oder die Entt&auml;uschung, nie genug gewesen zu sein.</p><p>In den meisten F&auml;llen war dies keine b&ouml;se Absicht der Eltern. Sie geh&ouml;rten oft noch zur Kriegsgeneration oder waren die erste Generation danach und hatten ihr eigenes P&auml;ckchen zu tragen. So konnten sie emotional nur bedingt f&uuml;r ihre Kinder da sein. Au&szlig;erdem hat sich die Kindererziehung und die Meinung dar&uuml;ber, was einem Kind guttut, in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ver&auml;ndert.</p><p>Die entscheidende Frage ist hier, wie ich mit diesen Verletzungen umgehe: Trage ich sie meinen Eltern bis an ihr oder unser Lebensende nach? Oder kann ich meinen Frieden damit schlie&szlig;en, dass meine Eltern Fehler gemacht haben, so wie auch ich heute Fehler mit meinen Kindern mache?</p><p>Dabei m&ouml;chte ich betonen, dass ich damit kein &uuml;bergriffiges oder gewaltt&auml;tiges Verhalten von Erziehungsberechtigten legitimieren will. Dass man in solchen F&auml;llen nicht einfach sagen kann &bdquo;Schwamm dr&uuml;ber&quot;, versteht sich von selbst. Gemeint sind vielmehr die vielen Entt&auml;uschungen, die sich trotz passabler Kindheit &uuml;ber Jahre zu einem gro&szlig;en Berg aufsummiert haben.</p><blockquote class="noshare"><p>Manchmal l&auml;sst sich ein Gespr&auml;ch &uuml;ber gewisse Punkte f&uuml;hren. Aber auch wenn nicht, bin letztlich ich diejenige, die diese Last aus der Vergangenheit mit sich herumtr&auml;gt.</p></blockquote><p>Ein Freund sagte mal zu mir: &bdquo;Ich bin nicht schuld an dem, was mir als Kind widerfahren ist, aber es ist meine Verantwortung, wie ich als Erwachsener damit umgehe.&ldquo; Das gilt f&uuml;r mich sowohl f&uuml;r die kleinen als auch f&uuml;r die gro&szlig;en Verletzungen.</p><h2><strong>2. Selbst um Verzeihung bitten</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt.(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser4%2C32" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 4,32</a>)</p></blockquote><p>Wer ehrlich zur&uuml;ckschaut, wird vermutlich auch Momente finden, in denen er oder sie selbst ungerecht gegen&uuml;ber den Eltern war. Es ist eine der stillen Asymmetrien des Erwachsenwerdens, dass wir unsere eigenen Reaktionen anders in Erinnerung haben als die Menschen, denen gegen&uuml;ber wir sie gezeigt haben.</p><p>Vielleicht war man als Teenager &uuml;berm&auml;&szlig;ig reizbar und ist bei jeder Kleinigkeit in die Luft gegangen. Oder man hat jeden Anlass genutzt, um den Eltern zu zeigen, wie altmodisch sie sind und dass ihre Meinung unm&ouml;glich ist. Vielleicht ist man auch der oder die Einzige, der wei&szlig;, warum die gute Vase im Wohnzimmer auf einmal weg war und warum man an dem Tag bereitwillig die M&uuml;lltonne an die Stra&szlig;e gestellt hat.</p><p>Hier ist es gut, auch selbst um Verzeihung zu bitten f&uuml;r die Punkte, wo wir unseren Eltern das Leben schwergemacht haben. Und vielleicht lacht man dann ja gemeinsam &uuml;ber die Situation. Oder man weint gemeinsam. In den meisten F&auml;llen wird es die Beziehung nicht zerst&ouml;ren, sondern eher st&auml;rken.</p><h2><strong>3. Realistische Erwartungen entwickeln</strong></h2><p>In manchen Eltern-Kind-Konstellationen &uuml;berladen wir die letzten gemeinsamen Jahre mit &uuml;berh&ouml;hten Erwartungen. Wenn wir schon ein Leben lang an bestimmten Punkten Schwierigkeiten hatten oder einen emotionalen Mangel erlebt haben, soll es wenigstens am Ende noch gut werden.</p><p>Das ist menschlich verst&auml;ndlich, aber selten realistisch. Und es f&uuml;hrt fast unweigerlich zu Entt&auml;uschung. Denn ein emotional distanzierter Vater wird allein durchs Altern nicht zugewandter. Und eine Mutter, die mit unserer Berufswahl nie einverstanden war, wird m&ouml;glicherweise ihr Leben lang darauf bestehen, dass Lehrer der bessere Beruf f&uuml;r uns gewesen w&auml;re.</p><blockquote class="noshare"><p>Au&szlig;erdem k&ouml;nnen wir von unseren Eltern nicht erwarten, dass sie im Alter noch einen inneren Mangel bei uns ausgleichen.</p></blockquote><p>Daher sollten wir hier ehrlich pr&uuml;fen: Suchen wir in der Beziehung zu meinen Eltern etwas, das wir eigentlich woanders finden m&uuml;ssten?</p><h2><strong>4. Gemeinsame Zeiten bewusst genie&szlig;en</strong></h2><p>Wenn die Last der unerf&uuml;llten Erwartungen nicht mehr auf jeden Moment gestapelt wird, wird es auch leichter, die Zeit mit den Eltern zu genie&szlig;en.</p><p>Die Entscheidung meiner Bekannten, ihre Mutter als Reisebegleitung nach New York mitzunehmen, fand ich damals sehr eindr&uuml;cklich. Statt mit einer Freundin shoppen und feiern zu gehen (was genau ihr Ding gewesen w&auml;re), hat sie sich dem Tempo ihrer Mutter angepasst und mit ihr ein reduziertes Programm durchgezogen. Aber die Reise ist f&uuml;r sie bis heute unvergesslich.</p><blockquote class="noshare"><p>Was will ich noch mit meinen Eltern machen, solange es noch geht?</p></blockquote><p>Letztes Jahr bin ich auch mit ihnen in den Urlaub gefahren. Zudem besuche ich meine Eltern mittlerweile auch mal ohne Kinder, damit die Zeit dann wirklich uns geh&ouml;rt.</p><h2><strong>5. Alte Marotten nicht zu ernst nehmen</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an, und betr&uuml;be ihn nicht, solange er lebt.&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesus%20Sirach3%2C12" target="_blank">Jesus Sirach, 3,12</a>)</p></blockquote><p>In den gemeinsamen Stunden versuche ich, bestimmte Marotten, &uuml;ber die ich mich ein Leben lang aufgeregt habe, nicht mehr allzu ernst zu nehmen. Sie sind typisch f&uuml;r meine Eltern.</p><p>Wenn sie einmal nicht mehr da sind, werde ich genau diese Spr&uuml;che, Gesten oder Handlungen vielleicht vermissen. Und ich habe meine eigene Marotten und &auml;rgere damit wiederum unbewusst sie.</p><p>Wie oft hat meine Mutter mir meine Kaffeetasse hinterherger&auml;umt, die ich irgendwo im Haus abgestellt habe. Das G&auml;stezimmer ist immer ein Chaos, wenn ich mit den Kindern zu Besuch bin. Und in Sachen Tisch abwischen scheine ich auch erheblichen Nachholbedarf zu haben, sonst w&uuml;rde meine Mutter nicht hinterherwischen.</p><p>Ich vermute, dass Gott da des &Ouml;fteren &uuml;ber seine Gesch&ouml;pfe schmunzelt. Warum mache ich es nicht ebenso?</p><h2><strong>6. Hilfe anbieten</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Kinder sollen lernen, den Eltern zu vergelten, was sie empfangen haben.&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Timotheus5%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Timotheus 5,4</a>)</p></blockquote><p>Fr&uuml;her haben wir die Hilfe unserer Eltern gebraucht. Heute ist es vielleicht andersherum. Indem wir uns um die Bed&uuml;rfnisse unserer Eltern k&uuml;mmern, soweit sie es zulassen, k&ouml;nnen wir ein wenig von dem zur&uuml;ckgeben, was wir viele Jahre selbst empfangen haben. Das kann die Unterst&uuml;tzung bei Vertr&auml;gen sein, mit den Einstellungen am Smartphone oder die Mitorganisation eines Urlaubs.</p><p>Ich m&ouml;chte jedoch einschr&auml;nken, dass ich damit keine totale Selbstaufopferung meine, die ein eigenes Leben nicht mehr zul&auml;sst. Niemand ist moralisch verpflichtet, eine jahre- oder jahrzehntelange 24-Stunden-Pflege zu leisten, auch wenn sich die eigenen Eltern das vielleicht w&uuml;nschen.</p><p>Meine Schwiegereltern konnten beispielsweise immer weniger selbst&auml;ndig leben, haben dies aber durch ihre Demenz selbst nicht bemerkt. Mein Mann und seine Geschwister organisierten zun&auml;chst einen ambulanten Pflegedienst, dann eine Pflegekraft und schlie&szlig;lich einen Platz in einem modernen Seniorenheim mit sehr freundlichen Pflegekr&auml;ften bei uns um die Ecke.</p><h2><strong>7. Das Praktische rechtzeitig kl&auml;ren</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Was dir vor die H&auml;nde kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu, denn im Totenreich gibt es weder Tun noch Denken.&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger9%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 9,10</a>)</p></blockquote><p>Es gibt auch praktische Dinge, die man kl&auml;ren sollte, solange es noch geht. Haben die Eltern eine Patientenverf&uuml;gung? Wo befinden sich die Bankunterlagen, das Stammbuch, Mietvertr&auml;ge oder Versicherungsunterlagen? W&auml;re es vielleicht an der Zeit, den Hausstand etwas zu reduzieren, damit die Kinder nicht mit einem vollgestopften Haus voller Erinnerungen konfrontiert werden?</p><p>Noch konkreter wird es bei der Frage: Wie soll sp&auml;ter einmal die Beerdigung gestaltet sein? Wo und wie m&ouml;chten die Eltern bestattet werden? Auch eine Vorsorgevollmacht sollte gekl&auml;rt sein, wenn m&ouml;glich. Und nicht zuletzt sollte bei eigenem Besitz bestm&ouml;glich ein Testament vorliegen.</p><p>Diese Fragen f&uuml;hlen sich piet&auml;tlos an, weil sie den Tod so konkret werden lassen. Aber wer sie stellt, solange Ruhe und Klarheit noch da sind, erspart der Familie in einer ohnehin schweren Zeit erheblichen zus&auml;tzlichen Druck.</p><h2><strong>8. Dankbarkeit aussprechen, solange sie noch ankommt</strong></h2><p>Vor einigen Wochen ist mein Schwiegervater schlie&szlig;lich verstorben. Nach einem Schlaganfall lag er regungslos im Bett und konnte sich nicht mehr &auml;u&szlig;ern.</p><p>In seinen letzten Tagen z&auml;hlten mein Mann und seine Geschwister alles auf, wof&uuml;r sie ihrem Vater dankbar waren &ndash; gro&szlig;e und kleine Dinge. Da kam eine ganze Menge zusammen, und allen wurden noch einmal neu bewusst, wie viel Gutes man gemeinsam erlebt hatte.</p><blockquote class="noshare"><p>Zu diesem Dank m&ouml;chte ich auch dich und mich ermutigen &ndash; gerne auch jetzt schon, nicht erst am Ende.</p></blockquote><p>Vielleicht geh&ouml;ren Dinge dazu, die wir als Kind f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich gehalten haben. Ich habe beispielsweise erst r&uuml;ckblickend zu sch&auml;tzen gelernt, dass meine Mutter immer daheim war und mit dem Essen wartete, wenn wir aus der Schule nach Hause kamen.</p><p>Auch die gemeinsamen Familienurlaube in einer alten DDR-Datsche geh&ouml;ren f&uuml;r mich zu den sch&ouml;nsten Kindheitserinnerungen. Es lohnt sich, diese Dinge den Eltern gegen&uuml;ber in Worte zu fassen.</p><h2><strong>9. Nach der Lebensgeschichte der Eltern fragen</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Erinnert euch an ferne Zeiten, fragt eure V&auml;ter, wie es fr&uuml;her war, und eure Alten fragt, woher ihr kommt!<em>&nbsp;(</em><a href="https://www.bibleserver.com/GNB/5.Mose32%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 32,7</a>)</p></blockquote><p>Solange die Eltern noch erz&auml;hlen k&ouml;nnen, k&ouml;nnen wir sie nach ihrer eigenen Vergangenheit fragen. Nicht immer wollen sie von allem berichten, besonders bei Kriegs- oder anderen traumatischen Erfahrungen. Als Kinder bleibt uns dann oft nur, dies zu respektieren.</p><p>Doch selbst wenn uns manche Erinnerung der Eltern verschlossen bleibt, k&ouml;nnen wir sie nach den Dingen fragen, die sie bereitwillig mit uns teilen. Was war als Kind ihr Lieblingsspiel? Hatten sie ein Haustier? Was war der sch&ouml;nste Moment ihres Lebens? Worauf sind sie besonders stolz?</p><p>Diese Gespr&auml;che finden im Alltag kaum statt, weil es meist keinen Anlass dazu gibt oder wir uns nicht trauen zu fragen. Aber machen wir uns bewusst: Die Geschichte unserer Eltern ist ein Teil unserer eigenen Geschichte, der danach nirgends mehr nachzulesen ist. Wenn wir etwas wissen m&ouml;chten, sollten wir zeitig genug fragen.</p><h2><strong>10. Die letzte Frage nicht scheuen: Was kommt danach?</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz f&uuml;r euch bereit zu machen. <em>(</em><a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes14%2C2-3" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,2&ndash;3</a>)</p></blockquote><p>Als Christin stellt sich mir&nbsp;die Frage: Was glauben die Eltern (und andere Angeh&ouml;rige) &uuml;ber das, was nach dem Tod kommt? Manchmal ergeben sich kurz vor dem Ende dar&uuml;ber Gespr&auml;che, die ein Leben lang nicht m&ouml;glich schienen.&nbsp;</p><p>Eine Kollegin hatte den Eindruck, dass sie mit ihrem Opa &uuml;ber dieses heikle Thema sprechen sollte. Am Ende konnte sie mit ihm beten und er hat sein Vertrauen auf Jesus gesetzt.&nbsp;</p><p>Auch ich habe meinen Opa vor langer Zeit in mehreren Briefen nach seinen &Uuml;berzeugungen gefragt und er hat sich klar als Atheist positioniert. Das fand ich traurig, aber ich habe ihm zumindest schriftlich dargelegt, was ich glaube. Vielleicht hat er ja noch einmal dar&uuml;ber nachgedacht.</p><p>Mit den eigenen Eltern ist es vermutlich noch einmal schwieriger als mit den Gro&szlig;eltern. Viele schieben das Gespr&auml;ch nicht aus Desinteresse auf, sondern weil es piet&auml;tlos scheint oder die eigene Angst vor dem Tod im Weg steht. Manchmal ist es auch so, dass die Eltern gl&auml;ubig sind, man selbst aber nicht (mehr).</p><blockquote class="noshare"><p>Dennoch kann es wertvoll sein zu fragen: Was tr&auml;gt dich? Wovor hast du Angst? Was hoffst du?</p></blockquote><p>Ich m&ouml;chte dich ermutigen: Wenn dich das Thema anspricht, dann schieb den Moment nicht ewig auf. Ein solches Gespr&auml;ch braucht keine Perfektion, nur Mut und den passenden Moment.</p><p>&bdquo;Nutzt die Lebenszeit, die euch von Gott gegeben ist&ldquo;, schreibt der Apostel Paulus an die Epheser (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser5%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5,16</a>). Das gilt auch f&uuml;r uns und die Zeit mit unseren Angeh&ouml;rigen.</p><p>Denn der Tod unserer Eltern ist keine abstrakte Zukunft, sondern eine Gewissheit, die irgendwann sehr konkret werden wird. Es ist weise, das jetzt schon zu ber&uuml;cksichtigen.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17373517.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Underdog versus Topfavorit?]]></title>
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      <description><![CDATA[Erwartungshaltungen können unseren Blick auf das Wesentliche verstellen. Wie gut, dass Gott weiter sieht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1135071.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Fauzan Saari /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ich habe mich letztens so richtig ge&auml;rgert. Da standen sich England und Ghana bei einem Turnier der Fu&szlig;ballweltmeisterschaft gegen&uuml;ber und es zeigte sich schnell: Hier spielen zwei Mannschaften gegeneinander, bei denen es keine klar bessere gibt. Das machte auch das Ergebnis des Spiels mit 0:0 klar.</p><p>Aber die Kommentatoren redeten w&auml;hrend des Spiels andauernd England klein und Ghana gro&szlig;. England wurde mit der klar h&ouml;heren Spielerfahrung und dem hochkar&auml;tigen Kader als schwach kritisiert, Ghana als Au&szlig;enseiter gefeiert, der sich gut behaupten konnte. Auch die Interviews mit den Trainern zeigten das. Bei dem einen &uuml;berwog Zufriedenheit mit der Leistung seines Teams, beim anderen herrschte Ern&uuml;chterung vor.</p><p>Moment mal, dachte ich da bei mir: Haben hier nicht zwei Teams gleich gut gespielt &ndash;best&auml;tigt durch einen Pari im Punktestand? Haben nicht beide es geschafft, kein Gegentor zu kassieren? Den Gegner bis zum Ende in Schach gehalten? Warum wird das einmal gefeiert wie ein Sieg und einmal beinahe schon als Niederlage gewertet?</p><p>Au&szlig;erdem musste Ghana sich f&uuml;r seine Teilnahme bei der WM genauso nominieren wie England. Dass Ghana nun bei den &bdquo;Gro&szlig;en&ldquo; mitspielt, ist kein Gl&uuml;ck, sondern war harte Arbeit.</p><blockquote class="noshare"><p>Anzudeuten, England sei nur schwach gewesen und Ghana h&auml;tte ergo nur Gl&uuml;ck gehabt, ist nicht fair. Und es ist respektlos &ndash; der Leistung aller Spieler gegen&uuml;ber.</p></blockquote><h2><strong>Erfahrung kann verschieden aussehen</strong></h2><p>Als ich weiter dar&uuml;ber nachdachte, wurde mir bewusst, dass ich es nicht zum ersten Mal erlebte, wie ein Unentschieden oder ein knapper Sieg eines untersch&auml;tzten Gegners als Schw&auml;che der anderen Mannschaft ausgelegt wurde. Wenn Spanien, Italien, Deutschland oder eben England sich mit einem Gegner schwertun, haben sie gepatzt.</p><p>Mannschaften wie Ghana haben dagegen Gl&uuml;ck gehabt, dass die Engl&auml;nder nicht ihr volles K&ouml;nnen gezeigt haben. Wie verr&uuml;ckt ist das denn bitte?! Als ob nicht beide Mannschaften trainiert und Spieler aus Topligen im Kader h&auml;tten.</p><p>Dabei merke ich, dass auch ich im Alltag dieselbe Leistung teils unterschiedlich bewerte. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mich vor einigen Jahren mein Neffe beim Schachspiel komplett abzog. Auch da dachte ich: Was f&uuml;r eine Leistung! Schlie&szlig;lich war er noch unter 10 und hatte das Spiel erst Tage zuvor erkl&auml;rt bekommen.</p><p>Dabei h&auml;tte mich das Ergebnis nicht &uuml;berraschen d&uuml;rfen. Mein Neffe hatte genau in diesen Tagen mehr Schach als ich in meinem Leben gespielt und bei den Spielen seiner gr&ouml;&szlig;eren Br&uuml;der zugeschaut, ich dagegen hatte seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt. Mein Plus an Alter und Erfahrung half mir nichts.</p><p>Auch in meiner Rolle als Redakteurin bin ich oft &uuml;berrascht, wenn mir vermeintliche Schreibneulinge einen Toptext auf den Tisch legen. Im Nachhinein zeigt sich hingegen oft: Sie bringen doch Schreiberfahrung mit, aber haben bisher nur noch nichts ver&ouml;ffentlicht. Ich habe sie deshalb falsch eingesch&auml;tzt, weil mein Vorwissen begrenzt war.</p><h2><strong>Erwartungshaltungen sind selten fair</strong></h2><p>Worauf will ich hinaus? Ich m&ouml;chte dir und mir neu die Augen daf&uuml;r &ouml;ffnen, dass wir unserem Gegen&uuml;ber oft mit einer vorgefassten Meinung begegnen. Diese Erwartungshaltung kann wohlwollend oder abwertend sein. In vielen F&auml;llen fu&szlig;t sie im Kern sogar auf faktischem Wissen. Schlie&szlig;lich kann auch bei dem Spiel niemand leugnen, dass England den hochbezahlteren Kader hatte.</p><p>Und es kann &ndash; beim Fu&szlig;ball wie auch sonst im Leben &ndash; hilfreich sein, wenn ich eine Situation oder Person durch ein gewisses Vorwissen einordnen kann. Eine Voreinsch&auml;tzung zu treffen, kann mir helfen, dem anderen angemessen zu begegnen und mich bei einem Fu&szlig;ballmatch auf die St&auml;rken und Schw&auml;chen meines Gegners vorzubereiten.</p><blockquote><p>Doch unsere Erwartungshaltung ist oft unterf&uuml;ttert mit Vorurteilen oder Halbwissen, sodass wir dem anderen in unserer Bewertung letztlich nicht gerecht werden.</p></blockquote><p>Denn wir bewerten ihn nicht allein aufgrund dessen, was er oder sie aktuell tut oder nicht tut, sondern aufgrund all unserer bereits erlebten Erfahrungen &ndash; mit diesem Menschen oder mit anderen &auml;hnlichen Menschen.</p><p>Sicherlich ist es wichtig, &Auml;pfel nicht mit Birnen zu vergleichen. Wenn ein zehnj&auml;hriges Kind oder ein Erwachsener den Tisch deckt, kann ich etwas anderes erwarten als bei einer Dreij&auml;hrigen. Aber ich darf mich vom &auml;u&szlig;eren Schein nicht blenden lassen und annehmen, dass das, was ich wei&szlig;, sehe oder wahrnehme, die Situation oder den anderen in seiner Gesamtheit erfasst.</p><h2><strong>Gott sieht weiter</strong></h2><strong>Mehr geistliche Impulse zur Fu&szlig;ball-WM?</strong><p>W&auml;hrend der WM&nbsp;stellen wir Ihnen sechs ERF WM-Gottesdienste zum Download bereit (als kompletter Video-Gottesdienst oder einzelne Video-Predigt).&nbsp;Die Videos k&ouml;nnen Sie direkt vor Ort in Ihrem Gottesdienst einsetzen.&nbsp;Einfach <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-gottesdienst/59641" target="_blank">anmelden</a>, herunterladen,&nbsp;Gottesdienst feiern.</p><p>Gott tut das &uuml;brigens auch nicht. Als Samuel von Gott befohlen wird, einen neuen K&ouml;nig f&uuml;r Israel zu salben und er bei einem der &auml;lteren Br&uuml;der des sp&auml;teren K&ouml;nigs David geradezu in Verz&uuml;ckung ger&auml;t, ruft Gott ihn mit den Worten zur&uuml;ck: <em>&bdquo;Lass dich nicht davon beeindrucken, dass er gro&szlig; und stattlich ist. Er ist nicht der Erw&auml;hlte. Ich urteile anders als die Menschen. Ein Mensch sieht, was in die Augen f&auml;llt; ich aber sehe ins Herz&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Samuel16%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Samuel 16,7</a>).</p><p>Gott wei&szlig; in diesem Moment schon genau, wer der richtige K&ouml;nig f&uuml;r Israel ist &ndash; und zwar der noch junge David und nicht seine &auml;lteren, stattlicheren und kr&auml;ftigeren Br&uuml;der.</p><blockquote class="noshare"><p>Bei David erkennt er etwas im Charakter, was ihn vor allen anderen auszeichnet, sein Volk Israel zu f&uuml;hren.</p></blockquote><p>Dies stellt David danach immer wieder unter Beweis, trotz allem Straucheln und allen Niederlagen, die ihm nicht erspart bleiben.</p><p>Samuel dagegen l&auml;sst sich zun&auml;chst blenden. Er hat eine bestimmte Erwartungshaltung an den zuk&uuml;nftigen K&ouml;nig von Israel und h&auml;tte wohl vorschnell einen von Davids Br&uuml;dern gesalbt, h&auml;tte Gott nicht eingegriffen.</p><h2><strong>Gottes Blick einnehmen</strong></h2><p>Was kann ich daraus f&uuml;r mich lernen?</p><ol><li>Es lohnt sich Gottes Blick auf einen anderen Menschen einzunehmen, statt auf meine Erwartungshaltung zur&uuml;ckzugreifen.</li><li>Ob jemand sich in einer Aufgabe bew&auml;hrt, l&auml;sst sich nicht zwingend an &Auml;u&szlig;erlichkeiten wie Erfahrung oder Talent festmachen, sondern zeigt sich im Tun.</li></ol><p>Das ist &uuml;brigens auch beim Fu&szlig;ball so. Wir k&ouml;nnen daher noch mit der ein oder anderen &Uuml;berraschung rechnen.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17372441.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 04 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Gott heute Nacht reden würde]]></title>
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      <description><![CDATA[In der Bibel hat Gott oft im Traum zu Menschen geredet. Tut er das auch heute noch? Und wenn ja, wie werden wir zu guten Traumdeutern?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1133890.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://unsplash.com/joshuaearle,' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com/joshuaearle,</a> <a href='http://Getty-Images.com/Kate' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Getty-Images.com/Kate</a> Smith, <a href='http://unsplash.com/adityaspace' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com/adityaspace</a></figcaption></figure><p>Wenn Sie sich einen Traum von Gott w&uuml;nschen k&ouml;nnten, welcher w&auml;re das? Ich f&auml;nde es ziemlich beeindruckend, wenn Gott mir im Traum sagen w&uuml;rde: &bdquo;Bitte, was ich dir geben soll!&ldquo; Dann m&uuml;sste ich nat&uuml;rlich auch eine gute Antwort parat haben. Salomo erlebte genau das (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.K%C3%B6nige3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. K&ouml;nige 3</a>) und dieser Traum ver&auml;nderte sein Leben. Aufgrund seiner Bitte machte Gott ihn zum weisesten und reichsten Mann der damaligen Welt. Nicht schlecht f&uuml;r eine Nacht.</p><p>Doch mit Tr&auml;umen l&auml;uft es nicht immer so klar und gro&szlig;artig ab. Deshalb lohnt es sich, etwas tiefer einzutauchen.</p><h2>Warum man beim Thema Traumdeutung skeptisch sein sollte</h2><p>Was w&uuml;rden Sie tun, wenn Ihnen jemand erz&auml;hlt, dass Gott durch einen Traum zu ihm gesprochen hat? Ich w&auml;re nicht &uuml;berrascht, wenn Sie darauf eher zur&uuml;ckhaltend reagieren &ndash; oder liege ich damit komplett falsch? Vielleicht hat Ihnen auch schon einmal jemand einen Traum geschildert, und Sie w&auml;ren gerne darauf eingegangen, wussten aber schlicht nicht, wie.</p><p>Genau deshalb ist es wichtig, dass Christen dazu f&auml;hig sind, Tr&auml;ume biblisch einzuordnen. Im Folgenden m&ouml;chte ich Ihnen einen Ansatz zeigen, wie Sie Tr&auml;ume deuten lernen k&ouml;nnen. Doch warum f&auml;llt uns das Thema &uuml;berhaupt so schwer?</p><p>Wir entstammen einer stark psychologisch gepr&auml;gten Kultur, die Tr&auml;ume vor allem als Verarbeitung von Erlebtem versteht. Hinzu kommt:</p><blockquote><p>Tr&auml;ume wirken oft wirr und kaum deutbar. Vielleicht hat manch einer sogar erlebt, dass Traumdeutung missbraucht wurde.</p></blockquote><p>Das ist &uuml;brigens kein neuzeitliches Problem. Schon in der Bibel warnt Gott: <em>&bdquo;Ich h&ouml;re es wohl, was die Propheten reden, die L&uuml;ge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat getr&auml;umt, mir hat getr&auml;umt&quot;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia23%2C25" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 23,25</a>).</p><p>Und an anderer Stelle hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betr&uuml;gen, und h&ouml;rt nicht auf die Tr&auml;ume, die sie tr&auml;umen!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia29%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 29,8</a>).</p><p>Skepsis ist also berechtigt, wenn uns jemand von einem g&ouml;ttlichen Traum berichtet, und der Auftrag zur intensiven Pr&uuml;fung gilt bis heute (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Johannes4%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 4,1</a>).</p><h2>In der Bibel spricht Gott oft im Traum</h2><p>Trotzdem w&auml;re es falsch, das Kind mit dem Bade auszusch&uuml;tten. Ein Satz hat mir in diesem Zusammenhang sehr geholfen: &bdquo;Der Missbrauch von etwas hebt den richtigen Gebrauch davon nicht auf.&ldquo;</p><p>Deshalb m&ouml;chte ich Sie auf eine kleine (Wieder-)Entdeckungsreise einladen.</p><blockquote><p>Denn Tr&auml;ume geh&ouml;ren eindeutig zum Repertoire Gottes, wenn es darum geht, sich Menschen mitzuteilen.</p></blockquote><p>Hier nur eine Auswahl an Versen, in denen das Wort &bdquo;Traum&ldquo; und &bdquo;Gott&ldquo; direkt miteinander verkn&uuml;pft sind:</p><p><em>&bdquo;Aber Gott kam zu Abimelech des Nachts im Traum und sprach zu ihm.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose20%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 20,3</a>)</p><p><em>&bdquo;Als er noch so dachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us1%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 1,20</a>)</p><p>Gott hat oft durch Tr&auml;ume zu Menschen gesprochen &ndash; im Alten und im Neuen Testament.</p><h2>Gott handelt, w&auml;hrend wir schlafen</h2><p>Um zu tr&auml;umen, muss man erst einschlafen &ndash; eine erstaunliche Phase, auch theologisch. Bei Schlaf denke ich allerdings zuerst an Erholung und nicht daran, dass Gott dabei gro&szlig;e Dinge entwickelt.</p><p>Drei biblische Begebenheiten lassen hier jedoch aufhorchen: Als das Wort &bdquo;schlafen&ldquo; zum ersten Mal in der Bibel vorkommt, versetzt Gott Adam in einen Tiefschlaf &ndash; und erschafft in dieser Zeit die Frau (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose2%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 2,21-22</a>). Auch bei dem Bund mit Abraham versetzt Gott sein Gegen&uuml;ber in den Tiefschlaf, bevor er handelt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose15%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 15,12</a>). Und dann ist da noch jener bekannte und manchmal bel&auml;chelte Vers: <em>&bdquo;Denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf&quot;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm127%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 127,2</a>).</p><p>Lassen Sie uns daher der Zeit des Schlafes ruhig etwas mehr zutrauen.</p><h2>Die verschiedenen Arten von Tr&auml;umen</h2><p>Nicht jeder Traum ist gleich. Die Bibel unterscheidet hier verschiedene Arten. Es lohnt sich, diese zu kennen, ehe man versucht, einen Traum einzuordnen.</p><p><strong>Prophetische Tr&auml;ume</strong> bilden dabei die Oberkategorie. Gott selbst benennt sie als einen seiner Kommunikationswege &ndash; und zwar ausdr&uuml;cklich: <em>&bdquo;Wenn unter euch ein Prophet ist, dann will ich, der HERR, mich ihm kundmachen in Gesichten oder mit ihm reden in Tr&auml;umen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/4.Mose12%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">4. Mose 12,6</a>). Innerhalb dieser Oberkategorie gibt es jedoch Unterschiede:</p><p><strong>Offenbarungstr&auml;ume</strong> sind die direkteste Form: Gott spricht und der Tr&auml;umende versteht ihn &ndash; ohne Deutungshilfe, klar und unmittelbar. So wie der am Anfang genannte Traum von Salomo.</p><p><strong>Symboltr&auml;ume</strong> brauchen Deutung. Ihr Inhalt kommt in Bildern und Metaphern wie die sieben fetten und sieben mageren K&uuml;he im Traum des Pharaos (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose41" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 41</a>).</p><p><strong>Warntr&auml;ume</strong> haben eine sch&uuml;tzende Funktion. Gott bewahrt und lenkt, oft gerade dann, wenn der Mensch sonst nicht hinh&ouml;rt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Hiob33%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">Hiob 33,17</a>).</p><p><strong>Albtr&auml;ume </strong>sind auch mit dabei. Nebukadnezar erlebt seinen Traum so: <em>&bdquo;Da hatte ich einen Traum, der erschreckte mich, und die Erscheinungen, die ich auf meinem Bett hatte, und die Gesichte, die ich gesehen hatte, beunruhigten mich&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,2</a>). Auch der Pharao erwacht mit einem unruhigen Geist (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose41%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 41,8</a>). Sieben ausgemergelte K&uuml;he, die sieben fette verschlingen, das deutet in Richtung Albtraum.</p><p>Auch<strong> nat&uuml;rliche Tr&auml;ume </strong>kennt die Bibel. Sie kommen nicht von Gott, sondern aus dem Menschen selbst. Was uns tags&uuml;ber bewegt, verarbeiten wir nachts: <em>&bdquo;Denn wo viel M&uuml;he ist, da kommen Tr&auml;ume&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger5%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 5,2</a>).</p><h2>Was zeichnet einen guten Traumdeuter aus?</h2><p>Wer Tr&auml;ume deuten will, braucht zuerst ein Fundament. Dieses legt Josef mit dem Satz: <em>&bdquo;Das steht nicht bei mir; Gott wird jedoch dem Pharao Gutes verk&uuml;nden&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose41%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 41,16</a>).</p><blockquote><p>Wer Tr&auml;ume deuten will, braucht zun&auml;chst die Erkenntnis, dass er selbst nicht der Deuter ist. Gott ist es.</p></blockquote><p>Wenn Sie lernen wollen, Tr&auml;ume zu deuten, empfehle ich den Mann, der in der Bibel als Oberster aller Traumdeuter genannt wird: Daniel (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,6</a>). Aus dem Buch Daniel lassen sich acht konkrete Merkmale eines guten Traumdeuters herausarbeiten:</p><h3><strong>1. Er ist betroffen und zeigt es</strong></h3><p>Als Daniel den Traum Nebukadnezars h&ouml;rt und seine Bedeutung erkennt, verstummt er zun&auml;chst. Er ist ersch&uuml;ttert (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,16</a>). Er ist innerlich ber&uuml;hrt, weil ihm der Mensch vor ihm nicht gleichg&uuml;ltig ist. Ein guter Traumdeuter ist kein k&uuml;hler Analytiker. Er ist ein Mensch mit einem weichen Herzen.</p><h3><strong>2. Er ist wohlwollend</strong></h3><p>Daniels Reaktion ist gepr&auml;gt von echtem Wohlwollen gegen&uuml;ber dem K&ouml;nig, obwohl Nebukadnezar alles andere als ein frommer Mann ist. Er sagt: <em>&bdquo;Ach, mein Herr, dass doch der Traum deinen Feinden und seine Deutung deinen Widersachern gelte!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,16</a>). Daniel w&uuml;nscht Nebukadnezar das Beste. Er will den K&ouml;nig nicht blo&szlig;stellen. Wer einen Traum deutet, tut das als Dienst am anderen.</p><h3><strong>3. Er gibt genau wieder, was da ist</strong></h3><p>Daniel gibt den Traum fast wortw&ouml;rtlich wieder und bleibt in seiner Deutung bei dem, was der K&ouml;nig ihm erz&auml;hlt hat. Er ist klar in seiner Botschaft, obwohl sie unangenehm ist: <em>&bdquo;Der Baum bist du, Nebukadnezar&ldquo;</em> (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C19-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,19&ndash;22</a>). Ein guter Traumdeuter tr&auml;gt zusammen, was da ist, und nicht, was er sich selbst alles noch denkt.</p><h3><strong>4. Er ist gott- und nicht selbstzentriert</strong></h3><p>Daniel stellt sich zu keinem Zeitpunkt selbst in den Mittelpunkt. Er zeigt dem K&ouml;nig nur, was Gott sagt. Die ganze Deutung l&auml;uft auf die Erkenntnis hinaus, <em>&bdquo;dass der H&ouml;chste Gewalt hat &uuml;ber die K&ouml;nigreiche der Menschen und sie gibt, wem er will&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C22" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,22</a>). Das ist der Zielpunkt der Traumdeutung: Gottes Verherrlichung.</p><h3><strong>5. Er ist unaufdringlich</strong></h3><p>Daniel dr&auml;ngt sich nicht auf. Er wurde gerufen und er kommt. Er legt dar, was er in dem Traum sieht, und l&auml;sst dem K&ouml;nig die Freiheit, damit umzugehen, wie er will.</p><h3><strong>6. Er tritt selbstbewusst auf</strong></h3><p>Daniel redet nicht z&ouml;gerlich oder entschuldigend. Diese K&uuml;hnheit ist aber mehr als Selbstbewusstsein, sie kommt aus seinem Gottesbewusstsein. Wer im Auftrag Gottes redet, darf mit Gewissheit reden. So klar zu sprechen, f&auml;llt manchem vielleicht schwer. Oft sagen wir lieber: &bdquo;Kann es sein, dass Gott dir vielleicht dies oder jenes sagen will?&ldquo; Die Ermutigung von Daniel ist: Rede selbst- beziehungsweise gottbewusst.</p><h3><strong>7. Er gibt Rat und ruft zur Umkehr</strong></h3><p>Daniel bel&auml;sst es nicht bei der Deutung. Er sagt dem K&ouml;nig auch, was zu tun w&auml;re: <em>&bdquo;Darum, mein K&ouml;nig, lass dir meinen Rat gefallen und mache dich los und ledig von deinen S&uuml;nden durch Gerechtigkeit und von deiner Missetat durch Wohltat an den Armen, so wird es dir lange wohlergehen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,24</a>).</p><p>Ein Traumdeuter gibt g&ouml;ttlichen Ratschlag und motiviert sein Gegen&uuml;ber zur Ver&auml;nderung, wo diese gefordert ist.</p><h3><strong>8. Geduld geh&ouml;rt dazu</strong></h3><p>Der Traum Nebukadnezars erf&uuml;llte sich nicht sofort. Es dauerte volle zw&ouml;lf Monate, ehe der Traum eintrat (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Daniel4%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">Daniel 4,26</a>). Zw&ouml;lf Monate, in denen Daniels Deutung wie eine offene Frage im Raum stand. Manchmal dauert es, bis ein Traum sich erf&uuml;llt. Das ist kein Zeichen daf&uuml;r, dass die Deutung falsch ist, sondern daf&uuml;r, dass Gottes Zeitplan nicht unseren menschlichen Erwartungen folgt.</p><h2>Tr&auml;ume deuten heute?</h2><p>Man k&ouml;nnte meinen: Das alles &ndash; Salomo, Josef, Daniel &ndash; ist weit weg. Das sind Personen aus der Bibel, aus fernen Jahrhunderten. Doch redet Gott auch heute noch im Schlaf zu Menschen? Und wenn ja, gilt das auch mir?</p><p>Petrus gibt am Pfingsttag eine ermutigende Antwort und zitiert den Prophet Joel:<em> &bdquo;Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgie&szlig;en von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure S&ouml;hne und eure T&ouml;chter sollen weissagen, und eure J&uuml;nglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Tr&auml;ume haben&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Apostelgeschichte2%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 2,17</a>).</p><blockquote><p>Das bedeutet: Wir leben in der Zeit, von der Joel getr&auml;umt hat. Wir sind die S&ouml;hne und T&ouml;chter, von denen hier die Rede ist. Und wir k&ouml;nnen von Gott Tr&auml;ume und Visionen erhalten.</p></blockquote><p>Pr&uuml;fung bleibt im Bereich der Traumdeutung notwendig, aber Gott redet. Manchmal auch nachts im Schlaf. Beten wir daf&uuml;r, dass er es tut und wir es erkennen!</p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17370611.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Wed, 01 Jul 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Zwischen Eiscreme und Vertrauen]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum jede Entscheidung ihren Preis hat – und wie du lernst, Gott zu vertrauen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1092621.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Valeria Ushakova /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Neulich stand ich in der Eisdiele vor einer riesengro&szlig;en Auswahl an Eissorten. Trotz dieser gro&szlig;en Auswahl wusste ich sehr schnell, welche beiden Kugeln Eis es sein sollten: Pistazie und dunkle Schokolade &ndash; meine absoluten Lieblingssorten.&nbsp;</p><p>Als mein Blick nach oben ging und ich gerade dem netten Mitarbeiter hinter der Theke meine Bestellung mitteilen wollte, blieb mein Blick am Preisschild h&auml;ngen. 2,10 Euro f&uuml;r eine Kugel Eis?&nbsp;</p><p>Obwohl ich f&uuml;r gutes Eis auch mal bereit bin, tiefer in meine Taschen zu greifen, wurde mir dabei angst und bange. Typisch f&uuml;r meine Generation habe ich nie Bargeld und wenn nur ein paar M&uuml;nzen dabei. Und tats&auml;chlich, ich hatte nur 3,50 Euro im Geldbeutel. Dann eben nur eine Kugel, aber welche?&nbsp;</p><h2><strong>Wer Ja sagt, sagt auch Nein</strong></h2><p>Auch wenn dieses Beispiel alles andere als weltbewegend ist, zeigt es doch sehr gut: Wenn wir uns f&uuml;r etwas entscheiden, entscheiden wir uns damit gegen etwas anderes. Alles hat seinen Preis.&nbsp;</p><p>Ob bei der Wahl der Eissorte, oder bei gr&ouml;&szlig;eren Dingen: Wer sich auf eine Beziehung einl&auml;sst, gibt ein St&uuml;ck Freiheit auf. Wer eine Familie gr&uuml;ndet, verzichtet auf manches Hobby. Wer fit bleiben will, muss sich bewegen.</p><blockquote><p>Wer sich nie entscheidet, verpasst am Ende das Leben.</p></blockquote><h2><strong>Die W&auml;hrung f&uuml;r den Glauben: Vertrauen</strong></h2><p>So &auml;hnlich ist es auch mit dem Glauben. Im <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Psalm37%2C39" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 37,39</a> steht: <em>&bdquo;Der HERR hilft denen, die ihm vertrauen, er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.&ldquo;</em>&nbsp;</p><p>Ein starker Satz. Gott hilft &ndash; aber scheinbar war es dem Psalmisten David wichtig anzuf&uuml;gen, dass Gott denen hilft, die ihm vertrauen. Das ist der Preis, wenn man so will.</p><p>Ich wei&szlig;, jemandem vertrauen geht nicht auf Knopfdruck. Besonders dann nicht, wenn ich schon oft entt&auml;uscht wurde. Von Menschen, vom Leben, vielleicht sogar von der Kirche. &bdquo;Glaub einfach&ldquo; klingt da wie ein hohler Ratschlag. Wie w&auml;re es aber, das Vertrauen in kleinen Schritten wachsen zu lassen?</p><h2><strong>Bist du bereit, den Preis zahlen?</strong></h2><p>Ein erster Schritt k&ouml;nnte sein, Gott heute ganz ehrlich zu sagen, was dich besch&auml;ftigt. Ohne gro&szlig;e Worte. So wie du mit einem guten Freund sprechen w&uuml;rdest. Vielleicht so: &bdquo;Gott, ich wei&szlig; nicht, ob du wirklich da bist. Aber wenn du mich siehst &ndash; hilf mir.&ldquo; Das reicht.</p><blockquote><p>Du musst Gott nicht vertrauen oder glauben. Du kannst auch alles beim Alten belassen. Aber dann verpasst du vielleicht etwas.</p></blockquote><p>Daher mein Tipp an dich: Mach dein Herz auf und schau, was passiert. Alles, was dich Gottes Unterst&uuml;tzung kostet, ist ihm zu vertrauen.&nbsp;</p><p>Kannst du von Herzen sagen &bdquo;Herr, ich m&ouml;chte daran glauben, dass du es gut mit mir meinst und mich siehst&ldquo;? Bist du bereit, diesen Preis zu zahlen? Probiere es aus und erlebe, wie sich Gott dir zuwendet und dir hilft. Was hast du zu verlieren?<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Maria Dietz</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17100496.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Maria Dietz]]></author>
      <pubDate>Mon, 29 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Das 11. Gebot: Lies die Bibel!?]]></title>
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      <description><![CDATA[Ich bin seit 30 Jahren gläubig und habe ständig ein schlechtes Gewissen. Warum eigentlich?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1130941.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Herby Meseritsch /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Auf meinem Nachttisch liegt ein Buch. Es ist das meistgedruckte Buch der Welt, hat die Geschichte der westlichen Zivilisation geformt, Kriege ausgel&ouml;st, Menschen getr&ouml;stet und K&uuml;nstler inspiriert. Das Buch schaut mich jeden Tag an. Ich schaue zur&uuml;ck. Wir schweigen.</p><p>Ich bin Christin. Und ich lese selten in der Bibel. Das darf ich eigentlich nicht sagen.</p><h2>Das Ideal und meine Realit&auml;t</h2><p>Christen lesen in der Bibel. Gern und viel. Am besten jeden Morgen direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem ersten Kaffee. Sie haben Kinder, die sich selbstst&auml;ndig anziehen, ihre Brotdosen in den Ranzen stecken und p&uuml;nktlich zur Schule verschwinden &mdash; w&auml;hrend ihre Mutter bereits bei Jesaja angelangt ist.</p><p>Meine Realit&auml;t sieht anders aus: Mein Wecker klingelt kurz nach sechs. Ich wanke zur Kaffeemaschine, bereite schlaftrunken das Fr&uuml;hst&uuml;ck vor. Es folgen: Kinder wecken. Morgendliches Gejammere. Umgefallene Gl&auml;ser. Verschollene Haarb&uuml;rsten. Hektisches Suchen nach dem Lieblingskuscheltier, das heute mit in die Schule muss. Hasen f&uuml;ttern. Wenn alle aus der T&uuml;r sind, renne ich selbst zum Auto.</p><p>Zeit f&uuml;r die Bibel bliebe vielleicht beim Z&auml;hneputzen, wenn ich sie mir an die Wand kleben w&uuml;rde.</p><h2>Warum Bibellesepl&auml;ne bei mir scheitern</h2><p>Ja, ich k&ouml;nnte fr&uuml;her aufstehen oder die Mittagspause nutzen. Ich k&ouml;nnte mir eine App zulegen, eine H&ouml;rbibel kaufen oder einen Bibelleseplan starten. Ich habe das alles versucht. Hat f&uuml;r mich nicht funktioniert.</p><blockquote class="noshare"><p>Denn mein Problem sind nicht nur die fehlenden Gelegenheiten. Mein Problem ist auch, dass ich Bibellesen nach Vorschrift nicht mag.</p></blockquote><p>Wenn ich einen Pflichttermin daraus mache und dabei st&auml;ndig auf die Uhr schaue, wie lange ich noch durchhalten muss, dann stellen sich bei mir keine heiligen Gef&uuml;hle ein. Auch die gro&szlig;e Erkenntnis bleibt in der Regel aus.</p><p>Dazu kommt: Nach &uuml;ber 30 Jahren als Christin kenne ich die Bibel recht gut. Vieles habe ich unz&auml;hlige Male gelesen &ndash; manches so oft, dass ich direkt abschalte. Andere Stellen kann ich auch nach 30 Jahren ohne den historischen und kulturellen Kontext schwer einordnen.</p><p>Au&szlig;erdem funktioniert die praktische &Uuml;bertragung auf meinen Alltag nicht, wenn ich mich mit einem Bibelleseplan durch die Geschlechtsregister hindurchqu&auml;le &ndash; au&szlig;er, dass ich mich frage, ob in einer heutigen Bibelversion auch die Ladies genannt w&uuml;rden, die diese vielen Herren der Sch&ouml;pfung austragen durften.</p><h2><strong>Christen haben in der Bibel zu lesen &ndash; selbst und st&auml;ndig</strong></h2><p>Nun bin ich aber gl&auml;ubig und arbeite in einem christlichen Werk &ndash; zumindest in Teilzeit. Im Rahmen meiner beruflichen T&auml;tigkeit ist die Bibellekt&uuml;re mein t&auml;glich Brot. Selbst und st&auml;ndig. Das stand zwar nicht in der Stellenausschreibung, aber seien wir ehrlich: Das wird doch implizit erwartet.</p><p>Auch in dem Umfeld, wo ich aufgewachsen bin, war t&auml;gliches Bibellesen eine Grundvoraussetzung f&uuml;rs Christsein.</p><blockquote class="noshare"><p>Wer es tat, war ein guter Christ. Wer nicht, hatte ein Problem mit Gott. Deshalb hatte ich immer ein schlechtes Gewissen.</p></blockquote><p>Den Vogel schoss eine amerikanische Evangelistin ab, die auf einer Jugendkonferenz br&uuml;llte: &bdquo;READ! THE! BIBLE! EVERY! SINGLE! DAY!&ldquo; Danach war sie heiser. Und ich hatte ein noch schlechteres Gewissen, denn meine Bibel starrte mich <em>every single day</em> vorwurfsvoll an.</p><h2><strong>Wo steht das eigentlich?</strong></h2><p>Seit einiger Zeit frage ich mich, wo dieses Gebot der t&auml;glichen Bibellekt&uuml;re eigentlich zu finden ist. Es wird einem so nachdr&uuml;cklich eingetrichtert, dass man irgendwann einfach annimmt, da m&uuml;sse es doch einen Vers geben. Einen klaren. Mit Ausrufezeichen.</p><p>Zitiert wird gerne <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Josua1%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank">Josua 1,8</a>: <em>&bdquo;Sprich die Weisungen aus meinem Gesetzbuch st&auml;ndig vor dich hin und denke Tag und Nacht dar&uuml;ber nach.&quot;</em>&nbsp;</p><p>Das klingt eindeutig. Doch wenn man sich den Kontext ansieht, war das eine Anweisung an Josua, der gerade die F&uuml;hrung eines recht eigensinnigen Volkes &uuml;bernommen hatte. Nat&uuml;rlich sollte er sich daf&uuml;r&nbsp;mit der Gesetzeslage auskennen. G&ouml;ttliches F&uuml;hrungskr&auml;ftetraining also, aber nicht automatisch eine generalisierte Aufforderung zum Bibellesen.</p><p>Das Eis wird d&uuml;nner bei <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm1%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 1,2</a><em>: &bdquo;Wie gl&uuml;cklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des HERRN, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und dar&uuml;ber nachdenkt.&quot; </em></p><p>Da steht es doch! T&auml;glich lesen! Und Freude daran finden! Ich muss also sehr ungl&uuml;cklich sein, weil ich nicht pausenlos meine Bibel studiere.</p><h2>Kein Vers schreibt t&auml;gliches Bibellesen f&uuml;r alle vor</h2><p>Doch halt: Das ist die Gute-Nachricht-Fassung der Bibel. Das hebr&auml;ische Wort an dieser Stelle &ndash; <em>hagah </em>&ndash; bedeutet im Original nicht &bdquo;lesen&ldquo;, sondern eher nachsinnen, einen Gedanken immer wieder im Kopf drehen. Das kann ich auch, ohne mit gebeugtem Haupt am K&uuml;chentisch zu sitzen.</p><p>Auch die Gemeinde in Ber&ouml;a im heutigen&nbsp;Mazedonien las t&auml;glich in der Schrift &ndash; aber nur, um zu pr&uuml;fen, ob Paulus ihnen die Wahrheit sagte (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Apostelgeschichte17%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Apg 17,11</a>). Ob sie das lebenslang so beibehielten, ist nicht belegt.</p><p>Es gibt noch zahlreiche weitere Stellen, die ich hier nennen k&ouml;nnte. Aber eins haben sie gemeinsam:</p><blockquote class="noshare"><p>Es gibt keinen einzigen Bibelvers, der eindeutig und kontextunabh&auml;ngig das&nbsp;t&auml;gliche&nbsp;Bibellesen vorschreibt.</p></blockquote><p>Denn die Stellen sind entweder situativ, poetisch oder adressatenspezifisch gemeint. Oder sie haben in der deutschen &Uuml;bersetzung eine etwas andere Bedeutung erhalten.&nbsp;</p><p>Selbst das j&uuml;dische Volk las und liest die Heilige Schrift nicht t&auml;glich, sondern gemeinschaftlich &ndash; vor allem am Sabbat, erg&auml;nzt durch k&uuml;rzere Lesungen an Montag und Donnerstag.</p><p>Im &Uuml;brigen hatten die biblischen Vorbilder selbst keine Bibel. Abraham lebte Jahrhunderte vor der Verschriftlichung der Tora. Hiob gilt traditionell als Nicht-Israelit, au&szlig;erhalb des Bundesvolkes. Die Weisen aus dem Morgenland richteten sich nach den Sternen &ndash; und fanden Jesus.</p><h2><strong>Eine gute Tradition &ndash; aber nicht f&uuml;r jeden</strong></h2><p>Wo kommt dann der Gedanke her, ein guter Christ m&uuml;sse t&auml;glich die Bibel studieren und dabei ein breites L&auml;cheln im Gesicht haben? Eine der Wurzeln liegt im deutschen Pietismus des 17. Jahrhunderts. Das war eine Fr&ouml;mmigkeitsbewegung, die die pers&ouml;nliche Besch&auml;ftigung mit der Bibel und das Gebet stark betonte.</p><p>T&auml;gliche Schriftlesung gab es zwar schon fr&uuml;her &ndash; als kl&ouml;sterliche Praxis in der sogenannten <em>Lectio Divina</em> seit dem 6. Jahrhundert &ndash;, aber das war eine Disziplin f&uuml;r M&ouml;nche, keine Erwartung an alle Christen.&nbsp;</p><p>Zur festen t&auml;glichen Praxis f&uuml;r Laien wurde das Bibellesen im europ&auml;ischen Raum erst im 19. und fr&uuml;hen 20. Jahrhundert. Es ist eine gute Tradition. Aber eben kein Gebot &ndash; schon gar nicht das elfte.</p><p>Und wo wir schon beim Lesen sind: Noch nie konnten alle Menschen auf der Welt lesen. Und wer es konnte, hatte und hat nicht automatisch eine Bibel zur Verf&uuml;gung.&nbsp;</p><h2><strong>Ist die Bibel unwichtig?</strong></h2><p>Was bedeutet das f&uuml;r mich? Ist die Bibel unwichtig? Auf keinen Fall! Sie ist die zentrale Quelle f&uuml;r Gottes Wort an uns und hat &uuml;ber Jahrhunderte Menschen in den dunkelsten Situationen getragen und Orientierung gegeben. Es lohnt sich, sie gut zu kennen und regelm&auml;&szlig;ig reinzuschauen.</p><blockquote class="noshare"><p>Aber ich habe ein Problem damit, wenn sie zum zentralen Stolperstein des christlichen Lebens wird.</p></blockquote><p>Denn meine Erfahrung ist eine andere als die des Bibelleseplans: Bestimmte Verse sprechen mich an, wenn sie zu meiner aktuellen Lebenssituation passen. Wenn ich gerade mit einer schwierigen Entscheidung ringe, mit Ersch&ouml;pfung, mit einer Konfliktsituation &ndash; und mir pl&ouml;tzlich ein Satz aus der Bibel in den Kopf kommt. Dann lese ich oft auch den Kontext, um zu verstehen, wie der Vers gemeint war.</p><p>Bevor mir jemand vorwirft, ich w&uuml;rde die Bibel selektiv lesen, so wie es mir passt: Das sind oft auch unbequeme Verse, die ich mir nicht aussuchen w&uuml;rde. Weil sie meinen Charakter betreffen. Oder den Umgang mit anderen Menschen.</p><p>Es sind immer wieder andere Bibelstellen. Aber eben nicht unbedingt die Chroniken, weil sie heute auf meiner Liste stehen: <em>&bdquo;Joktan aber zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach, &hellip;&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Chronik1%2C23" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Chronik 1, 23</a>)</p><h2><strong>Gott begegnen ohne Bibelleseplan</strong></h2><p>Die Kernbotschaft der Bibel ist, dass Gott mit uns in Beziehung treten m&ouml;chte. Und dazu gibt es viele kreative M&ouml;glichkeiten.</p><p>Das geht zum Beispiel durch das Gespr&auml;ch mit ihm. Paulus schl&auml;gt den Christen in Thessaloniki vor, unabl&auml;ssig zu beten. Wenn ich nicht 24 Stunden im stillen K&auml;mmerlein auf den Knien liegen will, deute ich als das permanenten Kommunikationsmodus mitten im Alltag. Ich rede mit Gott, als w&auml;re er direkt neben mir &ndash; im Supermarkt, im&nbsp;B&uuml;ro und am&nbsp;Fr&uuml;hst&uuml;ckstisch, wenn sich das Wasserglas von Kinder Nummer 1 &uuml;ber die Hausaufgaben von Kinder Nummer 2 ergie&szlig;t.</p><p>Da w&auml;re die Sch&ouml;pfung. Ich sp&uuml;re Gott in dem sch&uuml;chternen Rotkehlchen, das auf meinem Apfelbaum anf&auml;ngt zu zwitschern, oder in dem kr&auml;ftigen Wind beim Spazierengehen &ndash; mit sch&ouml;nen Gr&uuml;&szlig;en aus Norddeutschland.</p><p>Da w&auml;re der Austausch mit anderen, die mir erz&auml;hlen, was sie gerade im Glauben besch&auml;ftigt. Und da w&auml;re ein ganzes Internet voller Predigten, die ich anh&ouml;ren kann, w&auml;hrend ich die Sp&uuml;lmaschine einr&auml;ume. Dabei hatte ich schon so manche Aha-Momente zu bestimmten Bibelstellen, die ich nie richtig verstanden hatte.</p><h2><strong>Christsein ist kein Abo-Modell</strong></h2><p>Christsein ist kein Abo-Modell mit t&auml;glicher &bdquo;Bibelmindestnutzungsdauer&ldquo;. Viele Menschen machen es trotzdem, weil sie es gern tun. Das ist sch&ouml;n, aber es ist kein Indikator, um die Qualit&auml;t des eigenen Glaubens zu messen.</p><p>Meine Bibel liegt weiterhin auf dem Nachttisch. Manchmal schlage ich sie auf. Aber ich versuche damit aufzuh&ouml;ren, sie haupts&auml;chlich als Beweisst&uuml;ck meiner eigenen geistlichen Unzul&auml;nglichkeit zu betrachten.</p><p>Wie ist das bei dir?<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17338446.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Fri, 26 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Da wo Kunst ist, da ist Freiheit“]]></title>
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      <description><![CDATA[Der Singer-Songwriter Jonnes über seine Leidenschaft und das Wesen seiner Kunst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010601.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Sergej Falk</figcaption></figure><p>Musik ist die gro&szlig;e Leidenschaft von Jonnes Vennemann-Schmidt. F&uuml;r den Musiker aus Ludwigsburg sind seine Lieder ein kreatives Mittel, um &uuml;ber sich selbst, das Leben und die Welt nachzusinnen. Seine Songtexte sind tiefgr&uuml;ndig und erz&auml;hlen viel von dem, was Jonnes bewegt. Im Interview berichtet der Musiker von seinem kreativen Schaffen und was ihm die Musik bedeutet.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wann hast du angefangen, Musik zu machen?</strong></p><p>Jonnes: Ich habe meine Liebe zur Musik schon fr&uuml;h bemerkt. Meine erste Erinnerung an Musik ist, wie mein Vater beim Autofahren leidenschaftlich zu seinen Lieblingssongs auf das Lenkrad getrommelt hat und ich auf dem R&uuml;cksitz mit Freude mitgewippt habe. Da habe ich schon gemerkt, dass Musik etwas mit mir macht.&nbsp;&nbsp;</p><p>Die erste Gitarre kam auf recht unkonventionellem Weg zu mir. Ich hatte eine sehr unleserliche Handschrift. Meine Lehrer haben sich beschwert und dann hat meine Mutter mir angeboten: Entweder ich gehe zur Ergotherapie oder ich lerne Gitarre spielen. Ich bin Linksh&auml;nder und sie hatte die Hoffnung, dass ich durch das Greifen der feinen Saiten vielleicht auch den Stift besser halte. So habe ich zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand genommen und seitdem nicht mehr losgelassen. An meiner Handschrift hat sich dadurch jedoch nichts verbessert.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gab es einen konkreten Punkt, an dem du gemerkt hast, dass deine Leidenschaft f&uuml;r Musik mehr ist als ein Hobby?</strong></p><p>Jonnes: Ich wei&szlig; nicht, ob es an der Bodenst&auml;ndigkeit meiner Familie lag, aber &uuml;ber Musik als Beruf hatte ich fr&uuml;her nie wirklich nachgedacht. Ich wollte eigentlich Radiomoderator werden. Ich mochte Musik und Medien und konnte reden wie ein Wasserfall. Aber dann bin ich mit 18 von zu Hause in die N&auml;he von Hamburg gezogen und war zum ersten Mal ganz allein konfrontiert mit dem Leben.</p><p>Zuvor schrieb ich meine Lieder noch auf Englisch, doch in dieser Zeit fing ich an, Lieder in meiner Muttersprache zu schreiben. In dieser Zeit habe ich ganz viel in Texten und Songs verarbeitet und das wurde mir immer wichtiger.</p><p>Ich mag es, meine Musik zu teilen. Darin liegt glaube ich immer etwas Kostbares. So habe ich hier und da ein paar Konzerte gespielt und gemerkt, dass meine Songs nicht nur mir, sondern auch anderen Menschen guttun. 2010 habe ich im Vorprogramm von Johannes Oerding in Kiel gespielt und mit der Zeit wurden meine Ambitionen, in der Musik zu wachsen, immer gr&ouml;&szlig;er. Aber selbst, wenn es heute nicht mein Beruf w&auml;re, w&uuml;rde ich immer wieder nach M&ouml;glichkeiten suchen, Musik zu machen.</p><h3>Inspiration braucht Achtsamkeit</h3><p><strong>ERF: Songwriting &ndash; ist das pure Inspiration, die &bdquo;vom Himmel f&auml;llt&ldquo;, oder disziplinierte Arbeit?</strong></p><p>Jonnes:<strong></strong>Ich w&uuml;rde sagen, es gibt Inspiration, Flei&szlig; und Handwerk. Das Handwerk kann man schulen, weiterbilden und darin wachsen. Ich wei&szlig; nicht, ob Inspiration einfach vom Himmel f&auml;llt. Aber vielleicht geht es bei Inspiration weniger darum, woher sie kommt, sondern eher darum, ob man einen Zugang zu sich selbst und seiner Au&szlig;enwelt findet.</p><p>Nat&uuml;rlich braucht es dann auch den Flei&szlig;, an einem Song dranzubleiben. F&uuml;r mich ist es oft die zweite Strophe, die mich beim Songwriting herausfordert. Aber wahrscheinlich w&uuml;rde ich das weniger als Flei&szlig; oder Arbeit bezeichnen, sondern eher als der Inspiration eine weitere Chance zu geben. Manchmal muss man aber auch einen Schritt auf die Inspiration zugehen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wie gelingt dir das? Was befl&uuml;gelt deine Inspiration?</strong></p><p>Jonnes: Meine Texte sind oft ein lautes Nachdenken. Die Songs tragen viel, was mir wichtig ist und ich stelle darin meine Fragen an die Welt, an Gott und an den Menschen und gehe ihnen nach.</p><p>Dabei bereichert es mich, viel zu lesen und mich mit anderen Menschen zu unterhalten, die au&szlig;erhalb meiner Bubble und Komfortzone sind. Denn: Alles, was ich sage, kenne und wei&szlig; ich schon, aber alles, was andere mir erz&auml;hlen, ist potenziell neu f&uuml;r mich. Und alles Neue bringt mich an einen Ort, wo ich vorher noch nicht war. Diese Offenheit und Neugier sind das Futter f&uuml;r meine Inspiration.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: In dem Song &bdquo;Perfekt&ldquo; gibt es eine Zeile, da singst du: &bdquo;Sch&ouml;nheit liegt so oft im Auge des Beachters.&ldquo; Was meinst du damit?</strong></p><p>Jonnes:<strong></strong>Das ist eine Zeile von meinem guten Freund Marco Michalzik, mit dem ich diesen Song zusammen geschrieben habe. Bei Sch&ouml;nheit, Kunst und Kreativit&auml;t geht es auch um Achtsamkeit. Es geht um Sensibilit&auml;t, um neue Perspektiven und darum, den anderen zu sehen, zu begegnen und zu erleben. In alldem liegt immer Sch&ouml;nheit und es braucht Aufmerksamkeit, um das zu sehen. Das ist manchmal eher eine Frage des Beachtens, nicht des Betrachtens. Ich finde, das ist einfach eine wahnsinnig tolle Zeile von Marco.</p><h3>Zwischen Indie und Mainstream</h3><p><strong>ERF: Wie du sagtest, sind die Inhalte deiner Songs nachdenklich und sehr pers&ouml;nlich. Gleichzeitig machst du sie mit der Ver&ouml;ffentlichung einem breiten Publikum zug&auml;nglich. Erlebst du in dieser Hinsicht eine Spannung?</strong></p><p>Jonnes:<strong></strong>Ich bin im Pop unterwegs und habe schon als Kind Musik im Vierviertel- oder Sechsachteltakt mit eing&auml;ngigen Melodien geliebt. Alles, was einen direkten intuitiven Zugang hatte, hat mich angesprochen und davon habe ich dann auch gelernt. So bin ich in der Popularmusik, in dieser Deutsch Pop Welle gelandet.</p><p>Ich war im Kontakt mit Major Labels und gro&szlig;en Produzenten und habe denen meine Songs geschickt. Und das Spannende ist, die R&uuml;ckmeldungen waren oft &auml;hnlich: Super tolle Songs, klasse Stimme, aber die Texte sind nicht kommerziell genug. Das hie&szlig; f&uuml;r mich im Klartext: die Texte sind zu tiefgr&uuml;ndig, zu komplex.</p><figure class="image round left"><img alt="Foto vom Musiker Jonnes" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010602.jpg" width="1120" /><figcaption>Singer-Songwriter Jonnes&nbsp;<br />
(Copyright: Sergej Falk)</figcaption></figure><p>Ich mache Musik nicht, um in die Charts zu kommen oder im Radio gespielt zu werden. Das ist nicht mein erstes Ziel. Ich habe zwar eine Absage bekommen, aber ich kann sagen: &bdquo;F&uuml;r das, was es sein will, ist es perfekt. Lass die ganzen Vergleiche und die Ma&szlig;st&auml;be weg. Egal was andere sagen, oft kennen sie nicht den Zweck&ldquo;, so hei&szlig;t es in einem Song von mir. Denn meine Musik trifft das, was ich damit treffen will.</p><p>In Bezug auf meine Musik bin ich egoistisch: Wenn mir selbst mein Song gef&auml;llt, dann hat sich das Schreiben und Produzieren schon gelohnt. Egal, ob der Song ein Hit wird oder nicht. Und das ist auch der Ansatz meiner Kunst.</p><blockquote><p>Ich w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass wir bei Kreativit&auml;t und Kunst viel weniger an die Au&szlig;enwirkung denken. Denn ich glaube, dass gerade in der Kunst der Wert als Allererstes im Individuum begriffen werden muss.&nbsp; &ndash;&nbsp;Jonnes</p></blockquote><p><br />
Das macht Songwriting lebendig. Und wenn Menschen mir dann erz&auml;hlen, dass es ihnen genauso geht wie mir und sie sich durch meine Musik verstanden f&uuml;hlen, dann ist das nat&uuml;rlich eine sch&ouml;ne Verbundenheit, die ich total genie&szlig;e. Das will ich auf gar keinen Fall missen. Insofern bewege ich mich musikalisch zwischen den St&uuml;hlen, zwischen Indie und Mainstream.</p><h3>Musik sagt mehr als Worte</h3><p><strong>ERF: Warum hast du begonnen, auf Deutsch zu singen? Es gibt ja auch viele deutsche K&uuml;nstler, die Englisch singen.</strong></p><p>Jonnes: Ich will in der Sprache singen, in der ich tr&auml;ume. Ich will zwischen mir und dem Song keine Barriere haben, sondern einen ganz unmittelbaren Zugang schaffen. Mein Wortschatz ist wie eine Farbpalette und ich wollte so viele Farben wie m&ouml;glich auf meiner Leinwand benutzen k&ouml;nnen. In meiner Muttersprache habe ich nat&uuml;rlich den gr&ouml;&szlig;ten Wortschatz.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: In deinem Song &bdquo;So viele Lieder&ldquo; thematisierst du deine Beziehung zur Musik. Da singst du: &bdquo;Ich schreibe noch so viele Lieder, weil in mir etwas Ausdruck sucht. All die unendlichen Gedanken nehmen mir so oft den Schlaf. Ich f&uuml;hle mich oft so sehr verstanden von dem Klang der Harmonien, denn niemand versteht, mich so wie sie.&ldquo; Was gibt dir die Musik?</strong></p><p>Jonnes:<strong></strong>Ich habe dadurch einen ganz eigenen Zugang zu mir selbst. Genauso, wie ich es in dieser Zeile singe, ist es: Ich f&uuml;hle mich von der Musik einfach so verstanden. Damals in meiner Pubert&auml;t war Musik f&uuml;r mich sehr wichtig, um mich selbst und die Welt zu verstehen und mich mitzuteilen. Das ist auch heute noch so.</p><p>Genau daf&uuml;r ist die Musik f&uuml;r mich ein erweitertes Ausdrucksmittel. Denn mein Wortschatz ist begrenzt und unsere Sprache ist immer ein Kompromiss. Wir haben uns zum Beispiel darauf geeinigt, dass wir Gras halt &bdquo;Gras&ldquo; nennen und was wir darunter verstehen. Aber das Spannende an der Musik ist, dass jeder einen anderen Zugang dazu hat.</p><p>Es gibt ein schlaues Zitat von Fran&ccedil;ois Morellet, das mir das ganz gut erkl&auml;rt. Da hei&szlig;t es, dass Kunstwerke wie Picknickpl&auml;tze sind, auf denen jeder das verzehrt, was er selbst mitgebracht hat. Das hei&szlig;t, jeder Mensch h&ouml;rt und &bdquo;verdaut&ldquo; ein Musikst&uuml;ck anders, weil er seine eigenen Erfahrungen und Vorstellungen mitbringt. Das finde ich gro&szlig;artig an der Kunst, an der Musik: Sie bewegt etwas in uns und erlaubt jedem, einen pers&ouml;nlichen Zugang dazu zu finden.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was sollen deine Songs bei Menschen ausl&ouml;sen oder bewirken? </strong></p><p>Jonnes:<strong></strong>Ich freue mich, wenn Menschen von meiner Musik bewegt werden. Wenn meine Songs die Leute gl&uuml;cklich machen, finde ich es genauso wunderbar, wie wenn die Leute sich an meinen Texten st&ouml;ren. Zum Beispiel habe ich nach einem Konzert eine Nachricht bekommen von einer Besucherin, die sich an dem Song &bdquo;Perfekt&ldquo; gest&ouml;rt hat.</p><p>Aber das Sch&ouml;ne war, wir kamen ins Gespr&auml;ch dar&uuml;ber, da war eine Begegnung, ein Austausch. Und das finde ich genauso wertvoll wie Freude oder Dankbarkeit. Hauptsache, beim H&ouml;ren passiert etwas. Gleichg&uuml;ltigkeit w&auml;re das Schlimmste f&uuml;r mich. Wenn Leute sagen: &bdquo;Macht nichts mit mir.&ldquo;</p><h3>In der Kunst Freiheit erleben</h3><p><strong>ERF: In einigen deiner Lieder h&auml;ltst du Zwiesprache mit Gott. Inwiefern verbindet dich deine Kreativit&auml;t mit Gott?</strong></p><p>Jonnes:<strong></strong>Mit Gott verbinden mich grunds&auml;tzlich erstmal Herz, Seele, Jesus und andere Menschen. Ich glaube, wir sind alle mit Gott verbunden und durch Kreativit&auml;t wird diese Verbundenheit erlebbar. Die Grenzenlosigkeit der Kreativit&auml;t, dieser Bewegung, Schritte zu gehen, ganz egal wohin, darin erlebe ich Gott: seine Liebe und Annahme, Weite und Freiheit. Ich finde, Freiheit ist ein ganz elementares Wesen von Kunst und Kreativit&auml;t.</p><p><a href="https://www.arthelps.de/pages/organization">ARTHELPS</a> ist eine Organisation aus Stuttgart, die ganz gro&szlig;artige Arbeit leistet. Sie gehen in Favelas und in Kriegsgebiete und machen dort mit den Kindern Kunst &ndash; trotz der zum Teil prek&auml;ren Situation. Denn sie sagen, da wo Kunst ist, da ist Freiheit. Da, wo wir tr&auml;umen k&ouml;nnen, wo wir unserer Kreativit&auml;t nachgehen und ihr Raum geben, erleben wir Freiheit. Diesen Funken wollen sie weitertragen.&nbsp;</p><p>Ich w&uuml;rde mir auch in unserer frommen Szene noch mehr befreiende Kunst w&uuml;nschen. Manchmal habe ich das Gef&uuml;hl, unsere christliche Liedkultur ist ein bisschen festgefahren, weil sie sich stark an Idealen orientiert, wie ein Lobpreissong vermeintlich klingen muss.</p><p>Ich bringe im Herbst diesen Jahres mein neues Album <em><a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm150%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 2022</a>&nbsp;</em>heraus, von dem die erste <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dQrUL5lEp_c">Single &bdquo;Gravur&ldquo;</a> vor kurzem schon ver&ouml;ffentlicht wurde.</p><p>Die Psalmen sind Gebetslieder meiner Glaubensvorfahren und sie sprechen dabei so ehrlich von den Zu- und Widerspr&uuml;chen in Gott und Mensch, die sie in den Begegnungen und dem Nachsinnen dar&uuml;ber erleben. Diese Ehrlichkeit habe ich mir zum Vorbild genommen. So sind im Jahr 2022 viele meiner ganz eigenen modernen Psalmen entstanden.</p><p>Ich w&uuml;nsche mir, dass das auch andere Leute inspiriert, eigene ganz ehrliche Psalmen zu schreiben. Denn auf diese Weise kann Kunst ein ganz individueller Austausch sein. Und sie kann uns helfen, uns selbst, unser Gegen&uuml;ber und unsere Welt ein bisschen mehr zu verstehen.</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.</strong><br />
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<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16281917.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 24 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gott – Autor meines Lebens?]]></title>
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      <description><![CDATA[Worin Gott für mich einem Autor ähnelt und warum der Vergleich letztlich zu kurz greift. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129347.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Andrea Piacquadio /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Vielleicht ist dir das auch schon mal passiert: Du wolltest etwas selbst herstellen und dann ist etwas ganz anderes daraus geworden als gedacht. Mir ging es einmal mit einem Kuchen so. Weil ich die Kirschen aus dem Glas nicht abtropfen oder den Teig zumindest vorbacken lie&szlig;, sind die Kirschen im Teig auf den Boden gesunken, statt oben aufzuliegen. Das Endergebnis war lecker, aber sehr matschig.</p><p>Auch als Autorin wundere ich mich manchmal &uuml;ber die Figuren, die ich erschaffe. Nicht immer sind sie besonders sympathisch oder tun, was ich m&ouml;chte. Doch sie funktionieren nun mal nach den Eigenschaften, die ich in ihnen angelegt habe. Das mag komisch klingen, aber selbst, wenn ich als Erz&auml;hlerin die Oberhand &uuml;ber die Geschichte behalte, w&uuml;rde es sich komisch anf&uuml;hlen, meine Figuren zu einem Verhalten zu zwingen, das nicht zu ihnen passt. Hier und da rolle ich die Augen &uuml;ber sie und denke: &bdquo;Ach, Mensch!&ldquo;</p><p>In diesem Kontext habe ich mich letztens gefragt, wie Gott wohl auf uns Menschen als seine Gesch&ouml;pfe schaut.</p><h2><strong>Sehr gut geschaffen</strong></h2><p>In der Bibel steht, dass Gott uns Menschen geschaffen hat &ndash; jeden einzigartig. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm139" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 139</a> fasst gut zusammen, wie viel Gott schon &uuml;ber mich wusste, noch ehe ich geboren wurde: <em>&bdquo;Du sahst mich schon fertig, als ich noch ungeformt war. Im Voraus hast du alles aufgeschrieben; jeder meiner Tage war schon vorgezeichnet, noch ehe der erste begann&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm139%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 139,16</a>).</p><p>Auch Gottes Urteil &uuml;ber uns &ndash; seine Gesch&ouml;pfe &ndash; ist ganz klar. Es lautet &bdquo;sehr gut&ldquo; (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose1%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 1,36</a>). Glatte Eins, hier gibt es nichts zu bem&auml;ngeln. Anders als ich bei dem Kirschkuchen schaut Gott nicht skeptisch auf seine Sch&ouml;pfung und denkt: &bdquo;Irgendetwas habe ich hier vergessen.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Du und ich &ndash; wir sind keine Zufallsprodukte oder Finger&uuml;bungen Gottes, sondern genau durchdachte Kunstwerke seiner Hand.</p></blockquote><h2><strong>Allwissend und doch im Hier und Jetzt gegenw&auml;rtig</strong></h2><p>Dennoch frage ich mich, wie Gott manche Entscheidung meines Lebens, manchen Umgang mit meinen Begabungen oder auch mit meinem K&ouml;rper bewertet. Sitzt er manchmal im Himmel, runzelt die Stirn und denkt sich &bdquo;Mensch Rebecca, das k&ouml;nntest du besser hinkriegen&ldquo;? Oder ist es eher ein wohlwollendes &bdquo;Es tut mir leid, dass du gerade so viel Mist durchmachst, aber warte ab, das Blatt wendet sich auf den n&auml;chsten 10 Seiten&ldquo;?</p><p>Die Vorstellung von Gott als gro&szlig;em Autor spricht mich an. Denn genau wie ich bei meinen Figuren &uuml;berblickt Gott zwar das gro&szlig;e Ganze meines Lebens, ist aber emotional trotzdem mitten eingebunden in die aktuelle Szene &ndash; in den Moment, in dem ich gerade stecke.</p><blockquote><p>Gott wei&szlig;, was noch kommen wird, und ist doch ganz gegenw&auml;rtig im Hier und Jetzt.</p></blockquote><p>Er schaut mich als sein Gesch&ouml;pf mit Wohlwollen an, selbst dann, wenn ich mich mal nicht nett verhalte. Genauso blicke auch ich als Autorin auf meine Figuren. Gleichzeitig versetzt er mir manchmal einen kleinen Schubs in die richtige Richtung. Eine weitere &Auml;hnlichkeit zu dem Verhalten eines menschlichen Autors.</p><h2><strong>Berufen, selbst zu gestalten</strong></h2><p>Aber eine Sache ist ganz sicher anders: In einer Geschichte entscheide am Ende ich, was meine Figuren machen. Als Autorin sage ich vielleicht mal &bdquo;Meine Figuren tanzen mir auf der Nase herum&ldquo;, aber letztlich bleiben sie unfreie Gesch&ouml;pfe meiner Fantasie.</p><p>Das ist bei uns und Gott anders. Obwohl Gott allwissend ist, hat er uns Menschen einen freien Willen gegeben. Wir sind dazu berufen, selbst unser Leben zu gestalten und etwas aus dem zu machen, was er uns geschenkt hat. All die sehr guten Eigenschaften, die er uns mitgegeben hat, k&ouml;nnen und sollen wir nutzen. Dabei m&uuml;ssen wir nicht angstvoll nach oben schauen, ob wir auch ja immer alles richtig machen.</p><h2><strong>Was braucht es, damit unser Tun gelingt?</strong></h2><p>Gleichzeitig ermahnt uns die Bibel an vielen Stellen dazu, weise zu handeln und unsere Talente gut einzusetzen. Dabei gibt sie Tipps, wie das gelingen kann. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm1%2C2-3" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 1,2-3</a> steht dazu Folgendes: <em>&bdquo;Wie gl&uuml;cklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des HERRN, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und dar&uuml;ber nachdenkt. Er gleicht einem Baum, der am Wasser steht; Jahr f&uuml;r Jahr tr&auml;gt er Frucht, sein Laub bleibt gr&uuml;n und frisch. Was immer ein solcher Mensch unternimmt, es gelingt ihm gut.&ldquo;</em></p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich mich also frage, wie mein eigenes Schaffen gelingen kann, gibt es darauf eine klare Antwort: Damit mein Leben fruchtbar ist, braucht es die Beziehung zu Gott.</p></blockquote><p>Wo hoffst du auf Gelingen f&uuml;r deine Vorhaben? Vielleicht w&auml;re es mal dran, im Gebet nachzufragen, wie Gott zu deinen Zielen steht. Eventuell sp&uuml;rst du dann unerwarteten R&uuml;ckenwind oder einen kleinen Schubs in eine andere Richtung.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17364945.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[An den Grenzen der Kreativität]]></title>
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      <description><![CDATA[Lieder übersetzen ist kniffelig. Guido Baltes klärt auf über Grundlagen und gibt Praxis-Tipps.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010744.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© David Beale /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><figure class="image round right"><img alt="Guido Baltes / Copyright: Matthias Schüßler Fotografie" height="801" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010737.jpg" width="1200" /><figcaption><strong><a href="http://www.guidobaltes.de/">Dr. Guido Baltes</a></strong> (*1968) ist evangelischer Theologe, Dozent, Autor, Musiker und Songwriter. Er unterrichtet Neues Testament am MBS Bibelseminar, ist Privatdozent f&uuml;r Neues Testament an der Philipps-Universit&auml;t Marburg und Lehrbeauftragter an der Evangelischen Hochschule Tabor.<br />
Er engagiert sich als Musiker und Anbetungsleiter im Christus-Treff Marburg und in &uuml;berregionalen Projekten. (Copyright: Matthias Sch&uuml;&szlig;ler /&nbsp;http://schuessler-photography.com/)</figcaption></figure><p><br />
In unseren Gottesdiensten sind sie allgegenw&auml;rtig: Deutsche &Uuml;bersetzungen von englischsprachigen Liedern. Dabei ist das &Uuml;bersetzen von Liedern an sich gar nicht so neu: Schon Paulus zitiert in seinen Briefen griechische &Uuml;bersetzungen der hebr&auml;ischen Psalmen und Martin Luthers &bdquo;Christ ist erstanden&ldquo; ist eine &Uuml;bersetzung aus dem Lateinischen. Sein eigenes &bdquo;Ein feste Burg&ldquo; wurde 1852 ins Englische &uuml;bersetzt und fand so internationale Verbreitung.</p><p>Sp&auml;testens seit den Erweckungszeiten im 19. Jahrhundert fanden englische Lieder in &Uuml;bersetzungen ihren Weg nach Deutschland. Auch einige Hits meiner Jugendzeit (&bdquo;Der Gammler&ldquo;, &bdquo;Ins Wasser f&auml;llt ein Stein&ldquo;, u. a.) verdanken ihre Existenz einer &Uuml;bersetzung.</p><h2>&Uuml;bersetzung erw&uuml;nscht?!</h2><p>Ich selbst habe mit dem &Uuml;bersetzen angefangen, als die Vineyard-Bewegung mit ihren Lobpreis- und Anbetungsliedern zun&auml;chst in der anglikanischen Kirche Englands und dann auch in Deutschland Fu&szlig; fasste. Etwas war in diesen Liedern f&uuml;r mich neu: eine andere Art von Musik und Melodief&uuml;hrung, aber eben auch andere Inhalte, Texte und Bilder.</p><p>Die Lieder nur auf Englisch nachzusingen, war mir aber zu wenig. Auch wir als Gemeinde (Christus-Treff Marburg) wollten in unseren Veranstaltungen auf Deutsch singen und beten. So entstanden eine Reihe von Lied&uuml;bersetzungen, die auch ihren Weg in die Liederb&uuml;cher fanden.</p><p>Seitdem habe ich immer wieder zum Stift gegriffen, um englischen Liedern eine deutsche Stimme zu verleihen. Aber ich habe auch gelernt, dass die Welt des &Uuml;bersetzens vermintes Gebiet ist: Da sind auf der einen Seite die K&uuml;nstler und Verlage, die auf &bdquo;Werktreue&ldquo; beharren: Die Originale sollen nicht durch eine &Uuml;bersetzung verf&auml;lscht werden. Auf der anderen Seite gibt es Gemeinden und Lobpreisleiter, die jeder &Uuml;bersetzung kritisch, meist sogar abweisend begegnen, weil sie nie so hip und authentisch ist wie das Original.</p><h2>Ein Blick zu den Bibel&uuml;bersetzern</h2><p>Also lieber ganz auf das &Uuml;bersetzen verzichten? Nein. Aus der globalen Erfahrung der Bibel&uuml;bersetzung haben wir gelernt, dass keine Fremdsprache die Wirkung ersetzen kann, die die Muttersprache auf das Herz hat. Alle Wirren der &Uuml;bersetzungskunst sind es am Ende wert, wenn der Gehalt des urspr&uuml;nglichen Wortes in der neuen Sprache erklingt. Anders, ver&auml;ndert, ungewohnt, aber eben doch auf seine Weise frisch, authentisch und kreativ.</p><blockquote><p>Alle Wirren der &Uuml;bersetzungskunst sind es am Ende wert, wenn der Gehalt des urspr&uuml;nglichen Wortes in der neuen Sprache erklingt.</p></blockquote><p>Das gleiche gilt f&uuml;r Lieder, doch leider oft mit viel weniger Sorgfalt: W&auml;hrend an einem Kapitel der Bibel manchmal jahrelang gefeilt wird, entstehen Lied&uuml;bersetzungen oft unter hohem Zeitdruck. Sie m&uuml;ssen mit dem Tempo der t&auml;glich neuen Lobpreischarts mithalten und in den Gemeinden ankommen, bevor das Lied schon wieder out ist.</p><h2>Die &Uuml;bersetzung wird zum neuen Werk</h2><p>Dabei gehen manchmal die Grundregeln einer guten &Uuml;bersetzungsarbeit verloren. Das schmerzt umso mehr, als eine Lied&uuml;bersetzung mehr will als eine Bibel&uuml;bersetzung: Sie m&ouml;chte nicht nur den Text m&ouml;glichst akkurat ins Deutsche bringen, sondern sie muss auch ein deutschsprachiges Lied erschaffen. Ein Lied, mit dem man die Aussage des urspr&uuml;nglichen Lieds nicht nur verstehen, sondern auch singend ausdr&uuml;cken kann.</p><p>Ein Lied zu &uuml;bersetzen, ist daher eine Herausforderung, die irgendwo zwischen der klassischen &Uuml;bersetzungsarbeit und dem kreativen Songwriting anzusiedeln ist: Einerseits ist man gebunden an die kreative Leistung des Urhebers, die man nicht verf&auml;lschen, sondern wertsch&auml;tzen m&ouml;chte. Andererseits muss man selbst kreativ sein, damit eben nicht nur eine sachlich richtige &Uuml;bersetzung, sondern ein echtes Lied herauskommt. Welche H&uuml;rden sind dabei zu nehmen? Auf vier m&ouml;chte ich hier eingehen.</p><h2>H&uuml;rde 1: W&ouml;rtlich oder inhaltstreu?</h2><p>Wir alle kennen den Unterschied zwischen einer Bibel&uuml;bersetzung, die sich streng am Urtext orientiert, dabei aber oft wenig geschmeidig klingt und einer Bibel&uuml;bersetzung, die versucht, den urspr&uuml;nglichen Inhalt so zu sagen, dass er nach heutigem Deutsch klingt, auch wenn dabei Nuancen des urspr&uuml;nglichen Inhalts verloren gehen. Das gleiche gilt auch f&uuml;rs Lied.</p><p>So hat sich der Verlag bei der Liedzeile &bdquo;Jede Zunge wird dich bekennen als Gott&ldquo; leider f&uuml;r die W&ouml;rtlichkeit entschieden, obwohl wir im Deutschen eher vom Mund sprechen als von der Zunge. Auch die Aspekte der Vielsprachlichkeit und Diversit&auml;t der V&ouml;lker aus dem englischen Wort &bdquo;tongue&ldquo; gibt es im deutschen Wort &bdquo;Zunge&ldquo; nicht.</p><p>Solche Abw&auml;gungen sind beim &Uuml;bersetzen immer zu treffen, doch sie gelingen nicht immer.</p><blockquote><p>Das englische Wort &bdquo;grace&ldquo; etwa bedeutet viel mehr als &bdquo;Gnade&ldquo; und m&uuml;sste manchmal mit Liebe &uuml;bersetzt werden, manchmal mit Freundlichkeit oder Sch&ouml;nheit.</p></blockquote><h2>H&uuml;rde 2: Inhalt oder Wirkung?</h2><p>Lieder &ndash; und gerade Anbetungslieder &ndash; wollen h&auml;ufig nicht in erster Linie einen Inhalt vermitteln, sondern eine Herzenshaltung ausdr&uuml;cken oder sogar eine Handlung vollziehen. Sprachwissenschaftler sprechen vom &bdquo;Sprechakt&ldquo;. Mit den Worten &bdquo;Ich danke Ihnen&ldquo; etwa beschreibe ich nicht nur, was ich tue, sondern tue auch genau das, was ich gerade beschreibe.</p><p>Beim &Uuml;bersetzen stelle ich mir deshalb nicht zuerst die Frage: &bdquo;Habe ich den Inhalt des Originals richtig erfasst?&ldquo;, sondern &uuml;berlege: &bdquo;Welcher deutsche Satz l&ouml;st die gleiche Wirkung aus &ndash; bei mir und bei anderen?&ldquo; Im Idealfall funktioniert das durch eine w&ouml;rtliche &Uuml;bersetzung, aber leider nicht immer.</p><p>So beginnt das popul&auml;re Lied &bdquo;10.000 Reasons&ldquo; mit dem Ausruf: &bdquo;Bless the Lord&ldquo;. Im Englischen ist das nicht nur eine Einladung an die eigene Seele, Gott zu loben, sondern in sich bereits ein spontaner Ausdruck des Jubels, den wir &uuml;blicherweise mit &bdquo;Preist den Herrn!&ldquo; ausdr&uuml;cken. Im Deutschen muss ich mich als &Uuml;bersetzer f&uuml;r eins davon entscheiden und verliere das andere.</p><h2>H&uuml;rde 3: Text und Melodief&uuml;hrung</h2><p>Ein gut geschriebenes Lied spiegelt in seiner Melodief&uuml;hrung etwas von dem wider, worum es im Text geht: Kernworte werden musikalisch herausgehoben, Stimmungen werden in Tonarten umgesetzt, Ruhe oder Spannung in Tonl&auml;ngen und -f&uuml;lle ausgedr&uuml;ckt. Eine gute &Uuml;bersetzung muss auch darauf achten.</p><p>Die Liedzeile &bdquo;I love you Lord, oh your mercy never fails me&ldquo; hebt zum Beispiel das Wort &bdquo;mercy&ldquo; positiv nach oben heraus, w&auml;hrend die Worte &bdquo;never fails me&ldquo; am Ende abw&auml;rtsf&uuml;hren und so in den Hintergrund treten. In der deutschen &Uuml;bersetzung dagegen (&bdquo;nie verl&auml;sst mich deine Gnade&ldquo;) wird das Verlassen betont, w&auml;hrend die Gnade nach unten ausklingt.</p><p>Solche Kleinigkeiten scheinen auf den ersten Blick nebens&auml;chlich. Im Unbewussten bewirken sie aber mehr, als wir denken.</p><blockquote><p>Gute &Uuml;bersetzungen sollten vor allem Schl&uuml;sselworte und Kennzeilen bewahren, und dann versuchen, das &bdquo;Kleingedruckte&ldquo; passend darum anzuordnen.</p></blockquote><h2>H&uuml;rde 4: L&auml;nge und K&uuml;rze</h2><p>Wer einmal einer englischen Predigt mit deutscher &Uuml;bersetzung gefolgt ist, kennt das Problem: Das Deutsche braucht immer doppelt so lang wie das englische Original. Weil die englische Sprache die Dinge knapper auf den Punkt bringt und das Deutsche oftmals nuancierter formulieren muss. Beim Lied&uuml;bersetzen aber hat man immer nur die exakt gleiche Silbenanzahl zur Verf&uuml;gung. Nicht selten muss man daher auf wertvolle Inhalte des englischen Textes verzichten.</p><p>Von den m&auml;chtigen Bildern &bdquo;what heights of love, what depths of peace, when fears are stilled, when strivings cease&ldquo; haben es etwa nur die H&auml;lfte ins Deutsche geschafft: &bdquo;Wer liebt wie er (keine H&ouml;hen!), stillt meine Angst, bringt Frieden mir (keine Tiefen!) mitten im Kampf (kein Ende!) &hellip;&ldquo; Und auch am Schluss des Liedes bleibt von dem sch&ouml;nen Bogen zwischen &bdquo;life&rsquo;s first cry&ldquo; und &bdquo;final breath&ldquo; nur die erste H&auml;lfte bestehen: &bdquo;&hellip; vom ersten Atemzuge an.&ldquo;</p><p>Das schmerzt beim &Uuml;bersetzen, es bleibt die Hoffnung, dass das reduzierte Deutsch trotz des verk&uuml;rzten Bildes eine &auml;hnlich tiefe Zuversicht ausl&ouml;st wie das Original.</p><h2>Zur Sprache des Herzens finden</h2><p>Jede &Uuml;bersetzung ist ein Verlust. Und &Uuml;bersetzungen werden in Gemeinden sehr schnell leichtfertig &bdquo;weggesp&ouml;ttelt&ldquo;: Wer etwas auf sich h&auml;lt, bleibt beim Original. Aber ich glaube nach wie vor daran, dass dem Verlust ein gr&ouml;&szlig;erer Gewinn gegen&uuml;bersteht oder stehen kann. Dabei geht es mir gar nicht zuerst darum, ob jemand den Text versteht oder nicht. Mir geht es um die Frage: Welche Sprache ist unsere &bdquo;Anbetungs-Sprache&ldquo;?</p><p>Je mehr wir unser Herz trainieren, Gott in einer Fremdsprache unsere Anbetung auszudr&uuml;cken, desto befremdlicher erscheint es uns, dasselbe auf Deutsch und mit eigenen Worten zu tun. Ich habe &uuml;ber die Jahre die Beobachtung gemacht: Je mehr in einem Gottesdienst englisch gesungen wird, desto weniger wird in den Lobpreiszeiten auf Deutsch gebetet. Uns fehlt das Vokabular, die Wortgewandtheit und die sprachliche Kreativit&auml;t, Anbetung auch auf Deutsch auszudr&uuml;cken. Und mit der Zeit erscheint uns jedes deutsche Lied, sei es gut oder schlecht &uuml;bersetzt oder sogar auf Deutsch geschrieben, &bdquo;eigenartig&ldquo;.</p><blockquote><p>Je mehr wir unser Herz trainieren, Gott in einer Fremdsprache unsere Anbetung auszudr&uuml;cken, desto befremdlicher erscheint es uns, dasselbe auf Deutsch und mit eigenen Worten zu tun.</p></blockquote><h2>&Uuml;bersetzte Lieder weiten Horizonte</h2><p>Deutsche Lieder zu singen ist daher weder ein Ausdruck von kultureller Provinzialit&auml;t noch von falsch verstandenem Nationalismus. Es ist eine wichtige Voraussetzung, den immer gr&ouml;&szlig;er werdenden Riss zwischen Gesangssprache und Gebetssprache zu heilen und unserem Herz die Worte zur&uuml;ckzugeben, mit denen es Gott nicht nur im Lied, sondern auch im Gebet anbeten kann. Lieder, die in Deutschland geschrieben werden, spielen dabei eine tragende Rolle.</p><p>Lieder, die ins Deutsche &uuml;bersetzt werden, k&ouml;nnen uns zus&auml;tzlich mit Gottes weltweiter Gemeinde verbinden. Wenn dann noch dazuk&auml;me, dass wir Lieder nicht immer nur aus der englischsprachigen Welt, sondern zunehmend auch aus anderen Sprachen und Kulturen der Welt entdecken, wertsch&auml;tzen und &uuml;bersetzen, w&auml;re das noch ein weiterer wichtiger Schritt zu einer kreativen Anbetungskultur mit globalem und nicht nur westlichem Horizont.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Guido Baltes</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16280263.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Guido Baltes]]></author>
      <pubDate>Sat, 20 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Paarberater Bibel]]></title>
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      <description><![CDATA[Was sagt die Bibel zur Ehe? Und was können Paare heute aus dem Buch der Bücher für ihre Beziehung lernen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1132845.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Micah & Sammie Chaffin /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Verliebt, verlobt, verheiratet? Noch bis in die zweite H&auml;lfte des 20. Jahrhunderts war die Ehe der gesetzte Standard f&uuml;r eine verbindliche Beziehung, doch seit einigen Jahrzehnten kippt das Bild. &bdquo;Warum heiraten?&ldquo;, fragen sich heute viele Paare. Denn laut dem Statistischen Bundesamt werden 35 bis 40 Prozent aller Ehen geschieden. Das hei&szlig;t: Mehr als jede dritte Ehe scheitert.&nbsp;</p><p>Beim Blick in die Bibel f&auml;llt auf, dass Jesus h&auml;ufig auf die Ehe verweist, auch an anderen Stellen der Bibel findet sie Erw&auml;hnung. Die Ehe hat im christlichen Glauben also einen hohen Stellenwert. Axel Ebert ist selbst seit 27 Jahren verheiratet und Pfarrer bei der Evangelischen Landeskirche Baden.</p><p>Im <a class="Hyperlink TrackedChange TrackChangeHyperlinkInstruction SCXW243964891 BCX8" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/ehe-real-life-edition/ehe-real-life-edition-glaube-trifft-beziehung/59852" rel="noreferrer noopener" target="_blank">ERF Jess-Podcast &bdquo;Ehe: Real Life Edition&ldquo;</a> erz&auml;hlt er, was genau in der Bibel zur Ehe steht und warum es eine eingehende Spurensuche im Buch der B&uuml;cher braucht, um aus ihr Prinzipien f&uuml;r die eigene Ehe abzuleiten.&nbsp;</p><h2><strong>Die Bibel &ndash; (k)ein Nachschlagewerk f&uuml;r gelingende Ehen</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Was sagt die Bibel genau zur Ehe? Wie sollen Paare sie nach Gottes Willen gestalten?</strong>&nbsp;</p><p>Axel Ebert: Das ist tats&auml;chlich eine gute Frage! Es ist n&auml;mlich gar nicht so einfach herauszufinden, was die Bibel zur Ehe sagt. Denn die Bibel ist kein Sachbuch. Es w&auml;re nat&uuml;rlich wunderbar, wenn die Bibel eine thematische &Uuml;bersicht h&auml;tte, wo ich einfach nachschlagen kann und sehe: Auf Seite 48 beginnt das Kapitel zur Ehe. Dann k&auml;men 25 Unterpunkte und am Ende noch ein Merksatz. Das w&auml;re super.&nbsp;&nbsp;</p><p>Aber die Bibel ist eben kein dogmatisches Lehrbuch, sondern ein Buch mit unendlich vielen Geschichten. Da wird die Ehe immer wieder erw&auml;hnt, aber immer in irgendeinem konkreten Zusammenhang.&nbsp;&nbsp;</p><p>So wird zum Beispiel erz&auml;hlt, wie Abraham mit seiner Frau Sara in &Auml;gypten einen Pharao zu t&auml;uschen versucht. Es wird davon erz&auml;hlt, wie Jakob sich auf die Suche nach einer Frau macht und mit Lea und Rahel pl&ouml;tzlich zwei Frauen heiraten muss. Oder wie David auf dem Dach des Nachbarhauses die sch&ouml;ne Batseba sieht und mit ihr einen Ehebruch begeht. Oder wir lesen, wie die Pharis&auml;er Jesus in eine Diskussion &uuml;ber Moses Gesetze zur Ehescheidung verwickeln wollen.</p><p>Es sind also immer Geschichten, in denen &uuml;ber Ehe und &uuml;ber die Beziehung zwischen Mann und Frau berichtet wird. Diese Geschichten gilt es jetzt zu pr&uuml;fen und herauszufinden, was davon auch heute noch f&uuml;r die Ehe zwischen Mann und Frau wichtig ist. &nbsp;</p><p>Wenn wir uns damit auseinandersetzen, lernen wir St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck, wie die Bibel &ndash; oder besser gesagt Gott &ndash; sich die Ehe vorgestellt hat.&nbsp;</p><p><strong>ERF: Auch wenn die Bibel kein Sachbuch ist, findet sich bei so vielen Geschichten &uuml;ber die Ehe vielleicht doch eine Definition der Ehe in der Bibel. Wie sieht diese nach Gottes Bild aus?</strong>&nbsp;</p><p>Axel Ebert: Nein, die findet sich darin tats&auml;chlich nicht. Es gibt leider keine Stelle, an der sich Jesus hinstellt und uns sagt: &bdquo;Wenn ihr diesen Satz auswendig k&ouml;nnt, dann habt ihr die Ehe verstanden.&ldquo; &nbsp;</p><p>Das ist leider mit manchen Dingen so, dass wir uns in die Bibel ein St&uuml;ck weit hineindenken und von Gottes Geist leiten lassen m&uuml;ssen, um zu verstehen, worum es geht. &nbsp;</p><p>Am n&auml;chsten kommt dem vielleicht noch die Sch&ouml;pfungsgeschichte: Da gibt es klare Aussagen &uuml;ber Mann und Frau. Auch Jesus sagt das eine oder andere zur Ehe, sodass sich durchaus einige Grundz&uuml;ge in der Bibel finden, die wir als Vorbild f&uuml;r unsere Ehe herauslesen k&ouml;nnen.</p><blockquote><p>Zum Beispiel zeigt die Bibel, dass die Ehe lebenslang gedacht und als Verbindung von Mann und Frau von Gott gewollt ist.&nbsp;</p></blockquote><p>Au&szlig;erdem zeigt die Bibel, dass Ehen immer in irgendeiner Art und Weise einen rechtlichen, sch&uuml;tzenden Rahmen haben sollten. Zudem weist die Bibel darauf hin, dass Treue ein wichtiger Wert in der Ehe ist. Ich&nbsp;<br />
kann also verschiedene Grundz&uuml;ge zum Wesen einer Ehe finden. Wenn ich das alles zusammennehme, kommt das einer Definition der Ehe schon recht nahe.&nbsp;</p><h2><strong>Auf Beziehung hin geschaffen</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Die Sch&ouml;pfungsgeschichte hast du gerade erw&auml;hnt: Gott erschafft die Erde und alles, was darauf ist &ndash; auch Adam und Eva, die ersten Menschen. Von einer Hochzeit berichtet die Bibel hier allerdings nichts. Wieso dienen uns diese beiden Menschen dennoch als Vorbild f&uuml;r die Ehe?</strong>&nbsp;</p><p>Axel Ebert: Tats&auml;chlich finden wir die Ehe im Sch&ouml;pfungsbericht nicht. Und um ehrlich zu sein, hatten Adam und Eva ja auch gar keine Auswahl.</p><p>Sie waren die ersten Menschen &ndash; sie wurden also miteinander und f&uuml;reinander geschaffen, als Mann und als Frau. Ich w&uuml;rde sagen: Das ist ein St&uuml;ck weit, wie Ehe auch heute sein sollte. Dieses exklusive Aufeinander-Ausgerichtet-Sein von Mann und Frau entspricht Gottes Vorstellung der Ehe.&nbsp;&nbsp;</p><p>Dann fallen noch weitere Dinge im Sch&ouml;pfungsbericht auf: Zum Beispiel, dass Mann und Frau beide Gott widerspiegeln. Also Gott ist ja in sich selbst sowohl Gott, der Vater, als auch Gott, der Sohn, und Gott, der Heilige Geist. Mit anderen Worten:&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p>Gott ist in sich selbst ein Beziehungswesen und das spiegelt sich in Adam und Eva als den ersten beiden Menschen wider, die auch in der Beziehung miteinander leben sollen.</p></blockquote><p>Schon in der Tatsache, dass sie in einer Beziehung miteinander leben, spiegeln sie Gottes Ebenbild wider.&nbsp;<br /><br /><strong>ERF: Gott schafft als Beziehungswesen also Beziehungswesen &ndash; ein sch&ouml;nes Bild als Grundlage f&uuml;r die Ehe.</strong></p><p><strong>Wenn wir die Bibel weiterbl&auml;ttern, entdecken wir im Matth&auml;usevangelium dann diese Stelle: &bdquo;Was Gott zusammengef&uuml;gt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!&ldquo; Ist Scheidung eine Erfindung der Menschen?</strong>&nbsp;</p><p>Axel Ebert: Ich w&uuml;rde nicht sagen, dass die Ehescheidung eine Erfindung der Menschen ist. Die Scheidung ist eigentlich die Folge von etwas, das nicht sein soll. &nbsp;</p><p>Jesus sagt das in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us19" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 19</a>: Da wird er gefragt, wie mit der Scheidung umgegangen werden soll. Denn im vierten Buch Mose (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/4.Mose24%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank">4. Mose 24, 1-4</a>) ist geregelt, wie und wann eine Scheidung stattfindet und wie damit umzugehen ist. &nbsp;</p><p>Darauf antwortet Jesus, dass die Scheidung eigentlich nicht sein soll. Von der Sch&ouml;pfung her gedacht sind Mann und Frau einander ein Leben lang zugeordnet.&nbsp;&nbsp;</p><p>Nun gibt es aber ein Problem &ndash; und das wissen wir alle: Wir leben nicht mehr im Zustand der Sch&ouml;pfung. Die S&uuml;nde hat unter den Menschen Einzug gehalten und einen tiefen Graben zwischen Gott und den Menschen gezogen. Das betrifft auch unsere menschlichen Beziehungen und ganz besonders schmerzhaft Beziehungen, die besonders eng miteinander verbunden sind: Eben die Ehe.</p><p>Dass Ehen scheitern oder Beziehungen kaputtgehen, kommt dadurch, dass wir durch die S&uuml;nde von Gott getrennt wurden. &nbsp;</p><blockquote><p>Und da die Ehe scheitern kann, regelt die Bibel auch den Umgang mit der Scheidung. Gottes Wille und Plan ist das aber nicht!&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Jesu Verhalten als Blaupause f&uuml;r gelingende Ehen</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Gott hat die Ehe also geschaffen, damit sie von Dauer ist. Steht in der Bibel auch etwas dazu, wie ich meine Ehe nach Gottes Willen gestalten kann?</strong>&nbsp;</p><p>Axel Ebert: Da bietet sich ein Blick in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser5" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5</a> an. Darin wird Jesu Umgang mit der Gemeinde als Vorlage f&uuml;r die Ehe gezeichnet. Das finde ich ganz spannend. Wenn ich mir das genau anschaue, finde ich hier eine Menge von Hinweisen. So wie Jesus mit der Gemeinde umgeht, ist das eigentlich die Blaupause f&uuml;r die Art und Weise, wie wir miteinander in der Ehe umgehen sollen.&nbsp;</p><p>Dazu geh&ouml;rt zum Beispiel, dass Jesus treu ist. Das zeigt Gott ja schon vor der Geburt Jesu &ndash; im Umgang mit seinem Volk. Gott ist immer treu geblieben, ganz egal, was das Volk gemacht hat. So geht Jesus auch mit der Gemeinde um. Er ist seiner Gemeinde gegen&uuml;ber treu &ndash; auch da, wo wir als Menschen immer wieder versagen und fehlerhaft sind.&nbsp;&nbsp;</p><p>Neben der Treue stechen auch die Vers&ouml;hnung und die Vergebungsbereitschaft Jesu gegen&uuml;ber der Gemeinde hervor. Er vergibt uns Menschen und wir leben aus seiner Vergebung heraus als Gemeinde und als einzelne Christen. Genau das soll in der Ehe auch der Fall sein. &nbsp;</p><blockquote><p>Ich sage manchmal ein bisschen flapsig: Die wichtigsten drei Worte in der Ehe sind nicht &sbquo;Ich liebe dich&lsquo;, sondern: &sbquo;Ich vergebe dir&lsquo; oder auch &sbquo;Bitte vergib mir&lsquo;.</p></blockquote><p>Ein weiterer Punkt ist das Dienen. Jesus hat immer wieder deutlich gemacht, dass Dienen eine Grundlage seines Verhaltens und seiner Mission ist. &Uuml;bertragen auf die Ehe bedeutet das, dass einer dem anderen dient und darauf achtet: Was braucht der andere? Was ist wichtig f&uuml;r den anderen? Wo ist es wichtig, mich zur&uuml;ckzunehmen? &nbsp;</p><p>Sich in einer Haltung gegenseitigen Dienens und der gegenseitigen Wertsch&auml;tzung zu begegnen &ndash; auch das k&ouml;nnen wir aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser5" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5</a> herauslesen.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Paulus erg&auml;nzt gesellschaftliche Regeln um Gottes Bild von Ehe</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Genau diese Stelle wird aber auch kritisiert. Vor allem wegen Vers 22, in dem es hei&szlig;t, dass sich die Frauen ihren M&auml;nnern unterordnen sollen. Was antwortest du Menschen, die Probleme mit dieser Bibelstelle haben?</strong>&nbsp;</p><p>Axel Ebert: Davon soll man sich nicht irritieren lassen. Die Passage beginnt ja mit dem Satz <em>&bdquo;Ordnet euch einander unter&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser5%2C21" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5,21</a>). Es geht hier gar nicht zwingend darum &ndash; wie es oft ausgelegt wird &ndash;, dass sich die Frau dem Mann unterordnen soll, sondern um eine gegenseitige Unterordnung.&nbsp;&nbsp;</p><p>In dieser Passage verkn&uuml;pft Paulus zwei Botschaften miteinander: Einmal die Botschaft, dass die Frau sich dem Mann unterordnen soll und der Mann das Haupt der Familie sein soll.</p><p>Und dann gibt es eben auch die Botschaft &bdquo;Ordnet euch einander unter&ldquo; und die Anweisung, dass die M&auml;nner ihre Frauen lieben sollen, wie Christus die Gemeinde geliebt hat.&nbsp;&nbsp;</p><p>Die erste Botschaft ist die ganz klassische, wie Beziehungen damals g&auml;ngig waren. N&auml;mlich, dass sich die Frau zur Zeit Jesus ihrem Ehemann unterzuordnen hatte. Und Paulus ist mit seinem Epheser-Brief nicht angetreten, um die ganze damalige Gesellschaft umzukrempeln. Sondern er sagt hier: &bdquo;Okay, das sind die Regeln. Dann bleibt bei diesen Regeln!&ldquo;&nbsp;&nbsp;</p><p><strong>ABER &ndash; und jetzt kommt das Wichtige &ndash; er f&uuml;gt seine zweite Botschaft gleich an: N&auml;mlich, dass sich die Ehepartner einander unterordnen sollen und sich dabei Jesu grenzenlose Liebe zur Gemeinde zum Vorbild nehmen sollen.</strong>&nbsp;</p><p>Das ist eigentlich das, was Gott sich f&uuml;r Ehen w&uuml;nscht. Also da ist eine Spannung in dieser ber&uuml;hmten Stelle &ndash; zwischen gesellschaftlichen Regeln und Gottes Wunschbild f&uuml;r die Ehe &ndash; und das finde ich einfach klasse!&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><em>Das ausf&uuml;hrliche und gesamte Gespr&auml;ch mit Axel Ebert ist im ERF Jess Podcast </em><a class="Hyperlink TrackedChange TrackChangeHyperlinkInstruction SCXW243964891 BCX8" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/ehe-real-life-edition/ehe-real-life-edition-glaube-trifft-beziehung/59852" rel="noreferrer noopener" target="_blank"><em>&bdquo;Ehe: Real Life Edition &ndash; Glaube trifft Beziehung&ldquo;</em></a><em> zu h&ouml;ren. &nbsp;</em></p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17356073.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Wed, 17 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Muss Jesus meine Nummer 1 sein?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wenn die gute Nachricht zur Drohung wird, läuft etwas falsch.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129306.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© fotomaximum /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Als Kind war ich &uuml;berzeugt, dass ich in die H&ouml;lle komme. Das schien unausweichlich.</p><p>Dabei war dies von au&szlig;en gesehen nicht offensichtlich: Ich war angepasst, hatte gute Noten, ging regelm&auml;&szlig;ig zum Zahnarzt und dachte sogar ab und zu daran, meine Kaninchen zu f&uuml;ttern. Und trotzdem war da diese bohrende Gewissheit, dass etwas Entscheidendes mit mir nicht stimmte.</p><p>Der Grund war einfach und doch f&uuml;r mich kaum zu beheben: Jesus war nicht die Nummer eins in meinem Leben. Das war ein schwerwiegendes Problem. Zumindest hatte ich das so gelernt.</p><h2><strong>Die Nummer-eins-Falle</strong></h2><p>Egal ob Kindergottesdienst, Freizeit oder Andachtsheftchen &ndash; die Botschaft war eindeutig: Jesus muss das Wichtigste sein. Wenn man ein echter Christ ist, dann muss sich alles dieser Beziehung unterordnen. Nichts darf zwischen mir und Jesus stehen.</p><p>Und dann waren da doch diese Bibelstellen &uuml;ber Selbstverleugnung und Nachfolge, zum Beispiel: <em>&bdquo;Wer mir folgen will, muss sich und seine W&uuml;nsche aufgeben, sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us16%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 16,24</a>)</p><p>Mein Problem war nur: Ich liebte auch andere Dinge. Meine Eltern. Meine Zwergkaninchen. Schulfreunde. Abenteuer- und Science-Fiction-Romane. Backexperimente. Mein Herz war ziemlich voll &ndash; aber offenbar mit den falschen Dingen.</p><p>Schlie&szlig;lich warnte uns der Apostel Johannes eindr&uuml;cklich: <em>&bdquo;Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters.&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Johannes2%2C15" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 2,15</a>)</p><blockquote class="noshare"><p>F&uuml;r mich ergab sich daraus ein klares Bild: So, wie ich war, konnte das nicht f&uuml;r den Himmel reichen.</p></blockquote><p>Das Absurde daran war: Niemand schien etwas zu merken. Ich wurde eher als vorbildlich wahrgenommen. Engagiert, freundlich, verl&auml;sslich. Und ich dachte nur: Wenn ihr w&uuml;sstet.</p><p>Ich f&uuml;hlte mich wie eine Betr&uuml;gerin, hatte aber auch Angst, dar&uuml;ber mit jemandem zu sprechen. Niemand sollte wissen, wie verdorben ich in Wirklichkeit war. Also strengte ich mich noch mehr an. Bekehren konnte man sich ja zur Sicherheit auch mehrfach. Vielleicht w&uuml;rde es irgendwann &bdquo;reichen&ldquo;.</p><p>Doch es reichte gef&uuml;hlt nie, und so wurde meine Kindheit von dieser gro&szlig;en, dunklen Bedrohung &uuml;berschattet.</p><h2><strong>Wenn Glaube Druck macht</strong></h2><p>Viele Jahre sp&auml;ter wei&szlig; ich: Ich war mit diesem Gef&uuml;hl der Unzul&auml;nglichkeit nicht allein. In Gespr&auml;chen h&ouml;re ich immer wieder von anderen, dass sie durch den Glauben &ndash; oder das, was sie daf&uuml;r hielten &ndash; massiv unter Druck gesetzt wurden.</p><p>Da ist die Bekannte aus der Jugend, die unaufh&ouml;rlich ihre &bdquo;wahre Berufung&ldquo; suchte und von einer Bibelschule zur n&auml;chsten tingelte, aber keinen Beruf erlernte. (Eine andere Bezeichnung f&uuml;r diese Berufung ist &uuml;brigens &bdquo;Gottes Plan f&uuml;r dein Leben&ldquo;, den du bittesch&ouml;n zu finden hast.)</p><p>Ganz &auml;hnlich auch der junge Mann, der an der Frage fast zerbrochen w&auml;re, ob er am Willen Gottes vorbeilebt. Nach seinen eigenen W&uuml;nschen zu fragen traute er sich gar nicht. Irgendwann war er so verzweifelt, dass er nicht mehr leben wollte, weil er &uuml;berzeugt war, dass er Gottes Willen endg&uuml;ltig verpasst h&auml;tte &ndash; und sein Ticket in den Himmel auch.</p><blockquote class="noshare"><p>Was ist da eigentlich schiefgelaufen? Wie ist aus einer Botschaft der Freiheit so viel Druck geworden?</p></blockquote><h2><strong>Ein altes Muster: Gnade wird zum Leistungsanspruch</strong></h2><p>Die ern&uuml;chternde Antwort: Das ist kein neues Ph&auml;nomen. Schon zu biblischen Zeiten haben Menschen aus der guten Nachricht eine schwere Last gemacht. Diese gute Nachricht lautet: Gott rettet. Punkt.</p><p>Doch die Gemeinde in Galatien konnte nicht glauben, dass es wirklich so einfach sein sollte. Sie war nach kurzer Zeit in ein religi&ouml;ses Leistungssystem mit zig Zusatzregeln zur&uuml;ckgerutscht. Paulus regte sich dar&uuml;ber massiv auf:</p><p>&bdquo;<em>Oh ihr unverst&auml;ndigen Galater! Wer hat euch verzaubert? Im Geist habt ihr angefangen &ndash; wollt ihr&rsquo;s nun im Fleisch vollenden?&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Galater3%2C1.3" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 3,1.3</a>) [&hellip;] &bdquo;Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Galater5%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 5,1</a>)</p><p>Ich h&auml;tte mir von Paulus hier etwas mehr Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen gew&uuml;nscht. Sie hatten es doch nur gut gemeint! Aber so war Paulus: sehr direkt und manchmal etwas unh&ouml;flich.</p><p>Vermutlich konnte er es nicht fassen, was sie aus der Botschaft des Kreuzes gemacht hatten&nbsp;&ndash;und was wir in &bdquo;guter Tradition&ldquo; bis heute fortf&uuml;hren:&nbsp;<em>Gnade war der Einstieg &ndash; aber das Bestehen h&auml;ngt an mir.&nbsp;</em>So wird jedoch aus einer Einladung ein Anspruch, aus Beziehung wird Leistung und aus Gnade ein System.</p><blockquote class="noshare"><p>Nicht, weil die Botschaft falsch ist. Sondern weil wir sie falsch weiterdenken.</p></blockquote><h2>Der selektive Blick in die Bibel</h2><p>Denn nicht alles ist&nbsp;geistlich, was sich geistlich anh&ouml;rt. &bdquo;Jesus muss die Nummer eins sein&ldquo; ist so ein Satz. Er klingt richtig. Aber er steht so nicht in der Bibel. Und vor allem beschreibt er nicht das, was viele daraus gemacht haben: eine Art inneres Kontrollsystem, das st&auml;ndig &uuml;berpr&uuml;ft, ob man Gott gerade genug liebt.</p><p>Das Problem daran ist nicht nur theologischer Natur. Es hat auch mit unserer Psyche zu tun. Denn Gedanken k&ouml;nnen eine enorme Kraft entwickeln und wirken nicht mehr wie eine Meinung, sondern wie eine Wahrheit.</p><blockquote class="noshare"><p>Und irgendwann wird diese vermeintliche Wahrheit zur Brille, durch die wir alles sehen.</p></blockquote><p>Pl&ouml;tzlich lesen wir Bibelstellen nicht mehr offen, sondern selektiv. Wir entdecken genau die Verse, die unsere Angst best&auml;tigen. Alles andere rutscht in den Hintergrund.</p><h2><strong>Jesus hat Anspr&uuml;che, aber kein Kontrollsystem</strong></h2><p>An dieser Stelle ist es mir wichtig, theologisch sauber zu bleiben: Das, was ich als Kind geglaubt habe, war nicht einfach Unsinn.</p><p>Jesus hat tats&auml;chlich Anspr&uuml;che an uns. Er ruft in die Nachfolge, er spricht von Selbstverleugnung, und er bel&auml;sst uns nicht in der Illusion, man k&ouml;nne Gott als netten Zusatz an ein ansonsten unver&auml;ndertes Leben ankleben.</p><p>Aber die harten Worte Jesu sind oft Zuspitzungen, um Loyalit&auml;t zu kl&auml;ren, nicht Aufforderungen, Beziehungen kaputtzumachen oder Menschen abzuwerten.</p><p>Mein Denkfehler war, dass &bdquo;Jesus zuerst&ldquo; f&uuml;r mich hie&szlig;: Ich darf an nichts anderem Freude haben. Das brachte mich in eine tiefe Misere, und ich hatte permanent ein schlechtes Gewissen.</p><h2><strong>Worum geht es im christlichen Glauben wirklich?</strong></h2><p>Doch im christlichen Glauben geht es nicht um Regeln oder Leistung. Nicht um Evangelisation, Flei&szlig;k&auml;rtchen, korrektes Verhalten oder perfekte Gottesdienst-Statistik.</p><p>Ja, aber warum geht es denn dann?</p><blockquote class="noshare"><p>Ich bin &uuml;berzeugt, dass das Zentrum des christlichen Glaubens Beziehung ist.</p></blockquote><p>Gott selbst ist Beziehung &ndash; sonst g&auml;be es keine Dreieinigkeit. Und der Mensch ist als sein Ebenbild geschaffen, um Gott von Angesicht zu Angesicht zu begegnen. Auch nachdem diese Beziehung zerbrochen ist, zieht sich eine Linie durch die ganze Bibel: Gott setzt alles daran, sie wiederherzustellen. Das gipfelt in Jesus, der diese Kluft &uuml;berwindet.</p><p>Deshalb hei&szlig;t Evangelium auch &bdquo;gute Nachricht&ldquo;. Die vielen Regeln, die wir meinen einhalten zu m&uuml;ssen, wenn wir ein guter Christ sein wollen, sind menschengemacht &ndash; oft aus religi&ouml;ser Pr&auml;gung entstanden oder aus Angst. Doch das fordert Gott gar nicht von uns.</p><p>Im &uuml;brigen geht die Bibelstelle, aus der &bdquo;Jesus als Nummer 1&ldquo; gerne abgeleitet wird, noch weiter: Das gr&ouml;&szlig;te Gebot, das Jesus im Neuen Testament nennt, ist, Gott zu lieben <em>und seinen N&auml;chsten wie sich selbst </em>(vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us22%2C37" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 22,37</a>).<em></em></p><blockquote class="noshare"><p>Das bedeutet: Ja, ich soll Gott lieben. Aber ich darf auch meinen N&auml;chsten lieben. Und ich darf sogar mich selbst lieben, wenn ich das nicht in den Mittelpunkt meines Seins stelle.</p></blockquote><h3><strong>Wie soll&nbsp;ich mich als Christ verhalten?</strong></h3><p>Ja, aber als Christ muss ich doch trotzdem meinen Glauben auch zeigen und leben, oder nicht?</p><p>Ich rate hier zur Entspannung: Wenn ich mit Gott unterwegs bin&nbsp;und die Lauscherchen auf Empfang stehen, dann rechne ich mit seiner leisen Stimme, wenn ich mich irgendwo verrenne. Ich muss mich also nicht bei jeder Kleinigkeit fragen, ob das jetzt &bdquo;christlich genug&ldquo; ist.</p><p>Hei&szlig;t das, mein Verhalten ist letztendlich egal? Nein. Aber die Reihenfolge ist entscheidend: Nicht &bdquo;benimm dich, nur dann geh&ouml;rst du dauerhaft dazu&ldquo;, sondern &bdquo;du geh&ouml;rst dazu, darum ver&auml;ndert sich dein Leben, wenn du f&uuml;r Gottes Reden offen bist&ldquo;.</p><p>So entsteht aus Gnade&nbsp;eine neue Identit&auml;t &ndash; und aus Identit&auml;t w&auml;chst ein neuer Lebensstil.</p><h3><strong>Gute Nachricht oder Drohung?</strong></h3><p>Ein wichtiger Schritt kann sein, nicht jeden Gedanken sofort zu glauben, nur weil er sich &bdquo;geistlich&ldquo; anf&uuml;hlt. Gerade die Gedanken, die nach besonderer Fr&ouml;mmigkeit klingen, entstammen oft einer religi&ouml;sen Pr&auml;gung.</p><p>Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, ist hier mein Vorschlag an dich: Nimm dir ein paar Minuten und schreib ungefiltert auf, was dir durch den Kopf geht:</p><ol><li><p>&nbsp;&bdquo;Ein echter Christ muss &hellip;&ldquo;</p></li><li><p>&nbsp;&bdquo;Gott ist entt&auml;uscht, wenn &hellip;&ldquo;</p></li><li><p>&nbsp;&bdquo;Wenn ich X nicht tue/f&uuml;hle, dann &hellip;&ldquo;</p></li><li><p>&nbsp;&bdquo;Ich darf erst zu Gott kommen, wenn &hellip;&ldquo;</p></li></ol><p>Dann markiere ehrlich: Klingt das nach guter Nachricht oder nach Drohung?</p><p>Hilfreich kann hier auch der Blick von au&szlig;en sein. Bitte eine Person deines Vertrauens &ndash; wohlgemerkt jemanden, der den Glauben nicht ebenso als Druck empfindet: &bdquo;Wie wirken diese S&auml;tze auf dich? Wie viel Wahrheit steckt darin?&ldquo;</p><p>F&uuml;r den jungen Mann, den ich eingangs erw&auml;hnt habe, war dieses Gespr&auml;ch mit einem Au&szlig;enstehenden der erste Schritt in die Freiheit. Weil er dann zum ersten Mal wagte zu glauben: &bdquo;Vielleicht stimmt das so gar nicht.&ldquo;</p><h2><strong>Nicht Nummer eins &ndash; sondern Fundament</strong></h2><p>Auch ich habe viele Jahre gebraucht, um von diesem Leistungsgedanken im Glauben wegzukommen, und ich bin immer noch am Lernen. Aber in den letzten Jahren hat mir ein neues Bild geholfen:</p><blockquote class="noshare"><p>Gott muss f&uuml;r mich nicht die Nummer eins auf einer Liste sein. Er ist das Fundament, auf dem &uuml;berhaupt alles steht.</p></blockquote><p>Denn &bdquo;Nummer eins&ldquo; klingt nach Konkurrenz. Aber ein Fundament funktioniert anders: Es konkurriert nicht mit dem Haus, sondern tr&auml;gt es. Es nimmt nicht Raum weg, es macht Raum m&ouml;glich.</p><p>Wenn Gott das Fundament ist, d&uuml;rfen andere Dinge ihren Platz haben, ohne dass ich sie als Bedrohung empfinden muss. Familie wird dann nicht zum Rivalen Gottes, sondern zu einem Ort, an dem Gottes Liebe Gestalt bekommt. Freude wirkt nicht verd&auml;chtig, sondern wird zum Geschenk. Verantwortung wird nicht zum Beweis, sondern zur Antwort.</p><p>Und gleichzeitig bleibt wahr: Jesus ruft in die Nachfolge. Er stellt Fragen nach Loyalit&auml;t. Nur eben nicht, um uns in ein inneres Kontrollsystem zu sperren, sondern um uns aus falschen Fundamenten herauszuholen &ndash; aus dem Drang, uns selbst sichern zu m&uuml;ssen.</p><p>Von daher: Fang an zu glauben, dass Gott dir l&auml;ngst n&auml;her ist, als deine eigenen Anspr&uuml;che es je waren.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17338122.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 15 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zukunftsangst, ade!]]></title>
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      <description><![CDATA[7 Schritte, um Befürchtungen in deinem Kopf den Kampf anzusagen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129364.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jake Pierrelee /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Pling! Die schlechte Nachricht hat mich kaum erreicht, da malt mein Gehirn sich schon Horrorszenarien aus &ndash; d&uuml;ster und bis ins Letzte realistisch. Aus dem ernsten Gespr&auml;ch, das der Chef ank&uuml;ndigt, wird die garantierte K&uuml;ndigung, und aus dem Bluthochdruck, den man beobachten solle, der baldige Herzinfarkt.</p><p>Ich wei&szlig; nicht, ob nur ich eine solch bl&uuml;hende Fantasie habe, wenn es um Schreckensszenarien geht, aber selbst, wenn du weniger leicht aus der Fassung zu bringen bist, kennst du eins sicherlich auch: Bef&uuml;rchtungen, die dich nachts wachhalten oder dich in deine Tr&auml;ume verfolgen. Und Sorgen, die sich zu richtigen Zukunfts&auml;ngsten auswachsen. Wenn man einmal im Sorgen- und Angststrudel gefangen ist, ist der Ausstieg schwer.</p><p>In dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/148521" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Die Kraft des Trotzdem&ldquo;</a> widmet sich der Pfarrer und systemische Berater Tilmann Haberer dem Umgang mit solchen Gedanken und gibt Tipps, wie man ihnen begegnen kann. Sieben davon habe ich f&uuml;r diesen Artikel aufgegriffen.</p><h2><strong>1. Bef&uuml;rchtungen sind NUR M&ouml;glichkeiten</strong></h2><p>Viele Menschen sprechen von Zukunftsangst, wenn sie &uuml;ber Bef&uuml;rchtungen in Bezug auf die Zukunft sprechen. Dabei &uuml;bersehen sie, dass eine Bef&uuml;rchtung nicht den gleichen Stellenwert hat wie reale Angst. Diese habe ich, wenn ich auf der Autobahn scharf abbremsen muss, weil vor mir ein Unfall passiert. Dann setzt die sogenannte Kampf-oder-Flucht-Reaktion ein. Diese ist wichtig und sichert im Ernstfall mein &Uuml;berleben.</p><p>Aber bei Bef&uuml;rchtungen sitzt die Gefahr erstmal nur im Kopf. Statt mit einer direkten Gefahr bist du lediglich mit der M&ouml;glichkeit einer Gefahr konfrontiert. Das gilt es sich bewusst zu machen. Denn anders als bei einer direkten Bedrohung hilft hier nicht k&auml;mpfen oder fliehen. Vielmehr gilt es, dich der Bef&uuml;rchtung in deinem Kopf zu stellen.</p><p>Mein Kopf produziert Worst-Case-Szenarien, wenn eine Sache nicht wie gew&uuml;nscht l&auml;uft. Meist treten diese ausgemalten Katastrophen nie ein &ndash; oder zumindest nicht so krass, wie ich sie mir ausmale. Trotzdem bringe ich mein Nervensystem auf h&ouml;chste Alarmbereitschaft. Dann kann es passieren, dass ich sogar k&ouml;rperliche Symptome habe.</p><blockquote><p>Obwohl die Bef&uuml;rchtungen sich nur in meinem Kopf abspielen, produziert mein K&ouml;rper eine reale Angstreaktion. Denn er erkennt den Unterschied zu einer realen Gefahr nicht.</p></blockquote><p>Was hilft dagegen? Ein Abgleich mit der Wirklichkeit. Dazu gibt es verschiedene M&ouml;glichkeiten. Du kannst etwa dein Worst-Case-Szenario bis zum Ende durchspielen, was widersinnig klingt, aber es nicht ist. Denn wenn du das tust, merkst du: Selbst dann bleiben dir in der Regel noch Handlungsoptionen. Es muss immens viel schiefgehen, bevor eine Katastrophe so gro&szlig; ist, dass du sie nicht irgendwie bew&auml;ltigen kannst.</p><p>Zum anderen kannst du das Gegenteil tun und dir ein Best-Case-Szenario &uuml;berlegen. Denn es kann auch sein, dass dein Chef dir im angek&uuml;ndigten Gespr&auml;ch eine Gehaltserh&ouml;hung anbietet. Frage dich: Was w&auml;re der beste Ausgang der offenen Situation, die dir Angst macht? Wenn du das vor Augen hast, kannst du im Weiteren alles dir M&ouml;gliche daf&uuml;r tun, dass sich die Dinge dorthin entwickeln.</p><p>Als letzten Abgleich mit der Realit&auml;t stell dir diese Fragen:</p><ul><li><p>War ich schon einmal in einer &auml;hnlichen Situation?</p></li><li><p>Wie bin ich damit umgegangen?</p></li><li><p>Ist die Katastrophe eingetreten?</p></li></ul><p>Auch das zeigt dir: Du hast Handlungspotenzial. Die Zukunft ist nicht festgelegt.</p><h2><strong>2. Schaffe Abstand zu deinem Problem</strong></h2><p>Manchmal bin ich wie ein Hamster im Laufrad, wenn ich ein Problem w&auml;lze. Da ist eine ungel&ouml;ste Situation auf der Arbeit, ein schwieriges Gespr&auml;ch steht an oder ich muss ein technisches Problem l&ouml;sen. Aber mein Kopf ist wie zugenagelt. Ich finde keine L&ouml;sung und meine Gedanken drehen sich im Kreis. Wie wenn ich einen Gegenstand ganz nah vor meine Nase halte, verschwimmt alles. Vielleicht kennst du das.</p><p>In solchen Situationen kann es helfen, bewusst einen Schritt zur&uuml;ckzutreten. Das kannst du ganz praktisch tun, indem du eine Runde um den Block gehst. Der amerikanische Autor und Redner <a href="https://www.jordanraynor.com/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Jordan Raynor</a> hat in einem Kurs gesagt, dass er aufsteht und etwas anderes macht, wenn er ein Problem bei der Arbeit nicht innerhalb von 15 Minuten l&ouml;sen kann. Ich fand diesen Tipp genial und befreiend. Denn ich bin eher ein Terrier, wenn es um Probleme geht: Ich lasse den Knochen erst los, wenn er zerkaut ist. Das bringt mich manchmal weiter, oft aber ersch&ouml;pft es mich nur.</p><blockquote class="noshare"><p>Wo brauchst du Abstand zu deinem Problem oder deiner Zukunftsangst? Schaffe und g&ouml;nne dir diesen Abstand &ndash; zeitlich, gedanklich und eventuell sogar r&auml;umlich.</p></blockquote><p>Auch hilft es, deine aktuelle Bef&uuml;rchtung zeitlich einzusortieren. Wie sehr wird dich der Ausgang dieser Situation noch in 3 Tagen besch&auml;ftigen, in 3 Monaten, 3 Jahren oder gar 3 Jahrzehnten? Du siehst: Etwas, was dir heute den Schlaf raubt, kann morgen schon irrelevant sein.</p><p>Wenn dein Zug vor einem wichtigen Termin versp&auml;tet ist, ist das nervig, aber nur in seltenen F&auml;llen bestimmt es den Kurs deines weiteren Lebens. In den meisten F&auml;llen kannst du die Versp&auml;tung telefonisch erkl&auml;ren und den Termin sp&auml;ter wahrnehmen. Mache dir das klar und &uuml;be dich in Gelassenheit.</p><h2><strong>3. Hole dir Feedback ein</strong></h2><p>Schon indem du Abstand zu deiner Bef&uuml;rchtung schaffst, ver&auml;nderst du deine Perspektive dazu. Das gelingt noch besser, wenn du dir die Meinung eines Au&szlig;enstehenden einholst. Warum? Weil deine Wahrnehmung nur ein Teil der Wahrheit ist.</p><p>Ich habe neulich eine sehr freundliche R&uuml;ckmeldung zu einem Text bekommen, die mich dennoch in tiefste Verzweiflung st&uuml;rzte, weil ich aus den vorgeschlagenen &Auml;nderungen herauslas, dass der Text als Ganzes nicht funktioniert. Ich zweifelte an mir und meinem K&ouml;nnen.</p><p>Ich wusste aber: Mir geht es gerade aus anderen Gr&uuml;nden nicht gut. Mein Blick ist verzerrt. Also las ich die R&uuml;ckmeldung meinem Mann vor und bat ihn um seine Einsch&auml;tzung. Auch sagte ich ihm, welcher Subtext f&uuml;r mich darin steckte. Seine Reaktion war viel sachlicher als meine und &ndash; wie ich jetzt wei&szlig; &ndash; n&auml;her an dem dran, was die andere Person mir sagen wollte. Denn er sagte: Wenn die Person kein Potenzial in dir sehen w&uuml;rde, h&auml;tte sie das anders geschrieben.</p><p>Wow! Die gleichen Worte, aber eine komplett andere Deutung derselben. Mein Ehrgeiz, meine Bef&uuml;rchtungen und meine &Uuml;berforderung hatten meinen Blick auf das verstellt, was letztlich gemeint war.</p><p>Das kann auch dir passieren. Denn deine Wahrheit ist nur St&uuml;ckwerk. Du siehst nur einen Teil des Bildes wie bei diesen optischen Illusionen, auf denen man entweder eine Ente oder einen Hasen, eine alte oder eine junge Frau erkennt. Daher nutze gezielt die Perspektiven anderer auf dein Problem und deine Angst.</p><h2><strong>4. Schau auf m&ouml;gliche L&ouml;sungen, nicht auf das Problem</strong></h2><p>Probleme und Sorgen k&ouml;nnen eine regelrecht hypnotisierende Wirkung auf uns aus&uuml;ben. Selbst wenn wir nicht an sie denken wollen, ist es wie bei dem bekannten rosa Elefanten. Sobald mir jemand sagt: &bdquo;Denk nicht an einen rosa Elefanten!&ldquo;, sehe ich zig rosa Elefanten vor mir. Daher hilft es selten, sich zu verbieten, an Sorgen zu denken.</p><p>Gleichzeitig f&uuml;ttern wir aber unsere Bef&uuml;rchtungen, wenn wir uns zu viel mit ihnen besch&auml;ftigen. Vielleicht kennst du die Fabel von den zwei W&ouml;lfen, in der ein Gro&szlig;vater seinem Enkel den Kampf erkl&auml;rt, der in jedem Menschen abl&auml;uft. Einer der beiden W&ouml;lfe verk&ouml;rpert in der Fabel gute Eigenschaften, der andere schlechte. Als der Enkel seinen Gro&szlig;vater fragt, welcher Wolf gewinnen wird, sagt dieser: &bdquo;Der, den du f&uuml;tterst.&ldquo;</p><p>Nun hast du das Dilemma, dass sowohl die Verdr&auml;ngung als auch die bewusste Besch&auml;ftigung mit deinen Bef&uuml;rchtungen diese nur noch wachsen l&auml;sst. Was kannst du dagegen tun? Du kannst statt auf dein Problem auf m&ouml;gliche L&ouml;sungen schauen, zum Beispiel so:</p><ul><li><p>Wie werde ich mich f&uuml;hlen, wenn dieses Problem gel&ouml;st ist?</p></li><li><p>Wenn ich alle M&ouml;glichkeiten h&auml;tte, um mein Problem zu l&ouml;sen, welche Schritte w&uuml;rde ich zuerst unternehmen?</p></li><li><p>Welchen ersten kleinen Schritt k&ouml;nnte ich zur L&ouml;sung meines Problems machen?</p></li><li><p>Womit verhindere ich am effektivsten, dass mein Problem gel&ouml;st wird?</p></li></ul><p>Gerade die letzte Frage kann sehr hilfreich sein, denn sie zeigt dir auf, was du selbst zu deinem Problem beitr&auml;gst. Das ist oft der Bereich, den wir als Menschen am wenigsten auf dem Schirm haben, aber am leichtesten selbst angehen k&ouml;nnen &ndash; sofern wir denn bereit sind, uns das einzugestehen.</p><p>Erg&auml;nzend kann ein Gedankenexperiment helfen. Stell dir vor, es gesch&auml;he ein Wunder und du w&auml;rst dein Problem sofort los. Woran w&uuml;rdest du das merken? Was w&auml;re anders? Und w&auml;rst du dann wirklich deine Sorgen los?</p><p>Manchmal liegt unter einem sichtbaren Problem noch ein tieferes unsichtbares Problem verborgen. Wenn die &bdquo;Wunderfrage&ldquo; dich innerlich nicht entspannt, ist dein Problem eventuell ein anderes, als du glaubst.</p><h2><strong>5. Beruhige dein Nervensystem</strong></h2><p>Auch wenn Sorgen sich im Kopf abspielen, k&ouml;nnen sie Einfluss auf unseren K&ouml;rper nehmen und ebenso starke Reaktionen wie Real-Angst in uns ausl&ouml;sen. Denn wenn der Sorgenkreisel sich bereits dreht und der Angststrudel dich zu verschlingen droht, vergisst du, was ich dir zu rosa Elefanten, Abstand vom Problem und Feedback von anderen gesagt habe.</p><p>In solchen Situationen kommen Achtsamkeits&uuml;bungen ins Spiel. Achtsamkeit ist zu einem Modewort verkommen, doch das Prinzip hat seine Berechtigung. Es ist eine zielgerichtete, offene Aufmerksamkeit auf das, was im gegenw&auml;rtigen Moment passiert &ndash; innen wie au&szlig;en. Und zwar, ohne es sofort zu bewerten oder wegzudr&uuml;cken.</p><blockquote><p>Du l&auml;sst deine Bef&uuml;rchtungen Visionen einer fernen Zukunft sein und konzentrierst dich voll und ganz auf das, was du im Moment wahrnimmst.</p></blockquote><p>Dabei kann es dir helfen, ein paar Mal tief durchzuatmen oder bewusst den Baum vor deinem Fenster zu betrachten. Oder du sch&uuml;ttelst dich einfach mal, machst deinen Lieblingssong an und tanzt kurz dazu. Wenn du es systematisch angehen willst oder Methoden suchst, um gezielt und regelm&auml;&szlig;ig Achtsamkeit einzu&uuml;ben, k&ouml;nnen dir Atemmeditationen helfen, die du mit Gebet verbindest. Auch Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung kann hilfreich sein.</p><p>Wichtig ist nur: Fokussiere dich bewusst auf die Gegenwart und lass deinen K&ouml;rper sp&uuml;ren, dass keine aktuelle Bedrohung besteht. Wenn du das gemacht hast, ist es viel leichter f&uuml;r dich, mit den zuvor genannten Methoden dein Problem zu bew&auml;ltigen.</p><p>Vor allem helfen solche &Uuml;bungen dir, deinen K&ouml;rper zu beruhigen, wenn du dich deinen Sorgen gerade gedanklich nicht entgegenstellen kannst oder willst. Etwa abends vor dem Einschlafen oder wenn du nachts wach liegst. Am besten tastest du dich zun&auml;chst bei kleineren Stressreaktionen an Achtsamkeitstechniken heran, um herauszufinden, welche dir helfen, um diese im Notfall gezielt einzusetzen.</p><h2><strong>6. Ein positiver Blick kann alles ver&auml;ndern</strong></h2><p>Bei den meisten Problemen oder Bef&uuml;rchtungen spielt unsere eigene Bewertung eine gro&szlig;e Rolle. Ich habe dir schon einige Tipps gegeben, die dir helfen k&ouml;nnen, eine neue Haltung zu deinem Problem einzunehmen. Ein weiterer Baustein kann sogenanntes Reframing sein. Doch was hei&szlig;t das und was hei&szlig;t es nicht?</p><p>Reframing ist eine Methode, mit der du ein Problem oder eine Bef&uuml;rchtung bewusst umdeutest oder wie ein Bild in einem anderen Rahmen platzierst. Vieles im Leben nehmen wir je nach Kontext komplett verschieden wahr. Wenn uns etwa Informationen &uuml;ber eine Sache fehlen, bewerten wir diese tendenziell eher negativ. Das liegt auch daran, dass wir Ver&auml;nderungen generell skeptisch gegen&uuml;berstehen.</p><p>Dabei kann ein Problem sich als &bdquo;Blessing in disguise&ldquo; herausstellen. Was uns &bdquo;zum Besten dient&ldquo; (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser1%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 1,11</a>), erkennen wir meist erst im R&uuml;ckblick.</p><p>Schon jetzt kannst du nach dem Positiven in deiner Herausforderung suchen. Das hei&szlig;t nicht, dass du das Schwierige leugnest. Das w&auml;re eine Form von toxischem positivem Denken, die dir letztlich mehr schadet als hilft. Aber du kannst dich fragen, wo das Schwierige Gutes bewirkt oder bewirken k&ouml;nnte. Vielleicht musst du eine Aufgabe auf der Arbeit &uuml;bernehmen, die dir nicht liegt, aber du erlernst dadurch neue F&auml;higkeiten.</p><blockquote class="noshare"><p>Wo kannst du eine Sorge f&uuml;r dich &bdquo;reframen&ldquo; &ndash; und wenn es im ersten Schritt nur hei&szlig;t, anders dar&uuml;ber zu sprechen? Mit gespannter Erwartung statt mit Angst?</p></blockquote><p>Schon einen positiveren Begriff f&uuml;r deine Bef&uuml;rchtung zu verwenden, ver&auml;ndert, wie du dar&uuml;ber denkst und damit umgehst.</p><h2><strong>7. Nichts ist sicher &ndash; au&szlig;er der Tod</strong></h2><p>Wir alle werden sterben. Sprich: Wenn du Angst vor dem Tod hast, diese Bef&uuml;rchtung wird garantiert eintreffen. Was bedeutet das f&uuml;r dich? Es macht dir klar: Nichts im Leben ist sicher. Ganz gleich, wie sehr du dich um morgen sorgst, du hast nicht in der Hand, wie die Dinge ausgehen &ndash; und ob du &uuml;berhaupt noch erlebst, was dir heute Nacht den Schlaf raubt.</p><blockquote><p>Wirkliche Sicherheit gibt es nie. Vollst&auml;ndige Kontrolle ist eine Illusion. Du kannst dein Leben nicht kontrollieren, noch nicht einmal den kleinen Teil, von dem du das glaubst.</p></blockquote><p>Wie kann dir das eine Hilfe sein? Ganz einfach. Es befreit dich von dem Druck, dass du immer alles im Griff haben musst. Dass du immer den n&auml;chsten Schritt kennen, immer die Kontrolle behalten musst. Weil du es gar nicht kannst.</p><p>Wirkliche Freiheit von Zukunfts&auml;ngsten erlangst du daher, indem du dem vertraust, der wirklich die Kontrolle hat: Gott.</p><p>In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia29%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 29,11</a> macht Gott dem Prophet Jeremia eine Zusage f&uuml;r das Volk Israel, das fern der Heimat im babylonischen Exil in totaler Unsicherheit lebt. Gott verspricht in dieser Situation voller Zukunfts&auml;ngste seinem Volk: <em>&bdquo;Denn ich wei&szlig; wohl, was ich f&uuml;r Gedanken &uuml;ber euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.&ldquo;</em></p><p>Auch wenn Gott diese Zusage zuerst an das Volk Israel gerichtet hast: Dieses Versprechen gilt auch dir, wenn du an Gott glaubst und dein Leben nach seinem Willen auszurichten versuchst.</p><p>Wenn dich Zukunfts&auml;ngste niederdr&uuml;cken, dann vertraue dich dem an, der dich geschaffen hat, dich liebt und gute Pl&auml;ne f&uuml;r dein Leben hat. Das bedeutet nicht, dass mit Gott alles glatt laufen wird, aber Gott will und wird dich durch alle Tiefen deines Lebens hindurchbegleiten. Dieser Gedanke dir helfen, innerlich ruhig zu werden &ndash; egal ob vor dem Gespr&auml;ch mit dem Chef oder dem Arzt.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17359716.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 12 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Brot-Glück]]></title>
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      <description><![CDATA[Im Brotbacken findet Judith Lehnhardt eine Ausdrucksmöglichkeit für ihre Kreativität. Ein Porträt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1013582.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Deborah Pulverich /&nbsp;Lydia Magazin</figcaption></figure><p>Durch unser Gemeindehaus weht der Duft von frisch gebackenem Brot. Judith Lehnhardt gibt beim Frauentag &bdquo;Herzenssache&ldquo; einen Kurs im Brotbacken. Es ist noch Coronazeit, die Teilnehmerinnen tragen Maske beim Backen. Ich selbst nehme nicht teil, aber ich rieche das warme Brot und sehe sp&auml;ter die Brote, die nahrhafte kleine Kunstwerk sind.</p><p>Kein Wunder also, dass mir Jahre sp&auml;ter direkt Judith in den Sinn kommt, als wir in der Redaktion dar&uuml;ber beraten, jemanden zu interviewen, der Kreativit&auml;t in einer handwerklichen T&auml;tigkeit auslebt. Mittlerweile ist Judith mit ihrem Kanal <a href="https://www.instagram.com/bread_spiration/">bread_spiration</a> eine erfolgreiche Influencerin und gibt regelm&auml;&szlig;ig Kurse im Brotbacken. Wir verabreden uns zum Gespr&auml;ch.</p><h2>Eine neue Leidenschaft</h2><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Bild Judith Lehnhardt / Copyright Deborah Pulverich / Lydia Magazin" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1013518.jpg" width="1120" /><figcaption>Judith Lehnhardt ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und&nbsp; drei Kindern in Wetzlar. Sie ist ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentin und seit 2021 als Influencerin mit Bildern ihrer kunstvoll verzierten Brote auf Instagram unterwegs. (Copyright: Deborah Pulverich / Lydia Magazin)</figcaption></figure><p>Den Startschuss f&uuml;r Judiths Brotback-Leidenschaft gibt Corona. Hefe ist knapp, also beginnt Judith, mit Sauerteig zu backen. Ihre ersten Backversuche bezeichnet sie selbst als &bdquo;ein bisschen lustig&ldquo;. Aber sie bleibt dran. Das r&auml;t sie auch anderen Backanf&auml;ngern. Judith ist n&auml;mlich &uuml;berzeugt: &bdquo;Wenn man dranbleibt, kann jeder Brot backen.&ldquo;</p><p>Auf Instagram sieht sie in anderen Accounts verzierte Brote und beschlie&szlig;t: &bdquo;Das will ich auch mal versuchen.&ldquo; Judith probiert es aus und entdeckt ein neues Hobby. Eine M&ouml;glichkeit, ihre Kreativit&auml;t auszuleben. Sie liebt die &Auml;sthetik, die sch&ouml;n verziertes Brot hat. Die Erfahrung, sich schon beim Anschauen an ihren Broten erfreuen zu k&ouml;nnen.</p><blockquote><p>Das Brotbacken er&ouml;ffnet Judith auch einen neuen Blick auf sich selbst. Schon l&auml;nger sucht sie in ihrem Leben nach einer Sache, die sie wirklich gut kann.&nbsp;Beim Brotbacken sp&uuml;rt sie pl&ouml;tzlich: Das ist es.</p></blockquote><p>Immer wieder ist sie selbst von den Ergebnissen &uuml;berrascht und der Prozess des Backens an sich bereitet ihr viel Freude.&nbsp;Diese Leidenschaft spr&uuml;ht aus jedem ihrer Worte.</p><h2>Brot, das sch&ouml;n aussieht und gut schmeckt</h2><p>Judith hat aber nicht nur eine Leidenschaft f&uuml;r kunstvoll verziertes Brot, sondern auch f&uuml;r gute Zutaten. Ihr Mehl bezieht sie aus einer M&uuml;hle in ihrer Region und sie backt bewusst mit Sauerteig, obwohl mit Hefe gelockertes Brot im Backprozess schneller verarbeitet werden kann. Aber Brot aus Sauerteig ist schmackhafter und ges&uuml;nder. Warum also sollte sie etwas anderes backen?</p><p>Insgesamt ist Judith ganz begeistert vom Prinzip des Sauerteiges. Dieser entsteht allein aus der Mischung von Mehl und Wasser, gepaart mit W&auml;rme und Zeit, und braucht keine andere Backtriebzutaten wie Hefe oder Backpulver. Judiths Augen strahlen, als sie mir erz&auml;hlt:</p><blockquote class="noshare"><p>Dass man nur aus Mehl und Wasser so etwas erzeugen kann, ist f&uuml;r mich immer wieder ein kleines Wunder.</p></blockquote><p>Sie r&auml;t anderen Backanf&auml;ngern, sich nicht davon schrecken zu lassen, dass ein Sauerteigbrot in der Herstellung l&auml;nger braucht. Denn letztlich gibt man nur dem Teig mehr Zeit, die einzelnen Arbeitsschritte bleiben dieselben.</p><p>Diese Wartezeit macht nicht nur das Brot schmackhafter, sie kann auch einen Ruhefaktor ins Leben bringen. Spontan geht da nichts. Denn &bdquo;ein gutes Brot braucht Zeit&ldquo; und nicht immer bekommt man direkt das Ergebnis, was man erwartet.</p><p>Backen lehrt Geduld. Diese Erfahrung hat Judith geholfen, auch den normalen Alltag entspannter anzugehen, runterzukommen und den Dingen ihre Zeit zu geben. &bdquo;Ich kann entspannt bleiben. Irgendwie wird es gut werden.&ldquo; Diese &Uuml;berzeugung hat Judith das Backen gelehrt.</p><blockquote><p>Das Backen&nbsp;hat Judith geholfen, auch den normalen Alltag entspannter anzugehen, runterzukommen und den Dingen ihre Zeit zu geben.</p></blockquote><h2>Von jetzt auf gleich zur Brot-fluencerin</h2><p>Schon sehr fr&uuml;h traut sich Judith ihre eigenen Backk&uuml;nste mit anderen zu teilen. Anfang 2021 richtet sie daf&uuml;r den Instagram-Kanal <a href="https://www.instagram.com/bread_spiration/">bread_spiration</a> ein, um nicht mehr ihr privates Umfeld mit Brotbildern zu &uuml;berfluten. Mittlerweile hat sie &uuml;ber 90.000 Follower. Von diesem Erfolg ist Judith selbst &uuml;berrascht. Sie vermutet, dass es die Einzigartigkeit ihrer Brot-Kreationen ist, die Menschen anzieht.</p><p>Dass sie 2022 an dem <a href="https://www.californiawalnuts.de/162/Backwettbewerb.htm">&bdquo;GOLDEN WALNUT AWARD&ldquo;</a> mitmachen durfte, hat sie &uuml;berrascht und stolz gemacht. Denn das Backhandwerk hat in Deutschland eine lange Tradition und &uuml;blicherweise steht dieser Wettbewerb nur Profi-B&auml;ckern offen, aber als Influencerin darf Judith teilnehmen und belegt sogar den dritten Platz. &bdquo;Ich muss mich manchmal noch kneifen&ldquo;, beschreibt sie das Gef&uuml;hl, was dieser Erfolg in ihr ausgel&ouml;st hat.</p><p>Doch bei allem ist und bleibt ihr Wunsch mit ihrem Kanal, andere zu inspirieren und anzuleiten. Sie will ihr Wissen weitergeben und liebt es, wenn andere ihr r&uuml;ckmelden, dass sie ihre Rezepte und Gestaltungsideen daheim nachbacken.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><h2>Die Backfreude mit anderen teilen</h2><p>Ihr Wissen teilt Judith mittlerweile auch in regelm&auml;&szlig;igen Workshops. Bei ihrem ersten Backkurs auf dem obengenannten Frauentag merkt sie, dass ihr neben dem Backen auch das Anleiten anderer Spa&szlig; macht. Also bietet sie weitere Workshops an &ndash; online wie offline.</p><p>Das Interesse an den Kursen ist gro&szlig;. Von April bis Juni hat sie in diesem Jahr fast an jedem Wochenende einen Workshop gegeben. Meist in ihrer Backwerkstatt, im Onlinebereich fehlt ihr die direkte Interaktion mit den Teilnehmenden.</p><p>F&uuml;r ihre Kurse muss Judith Lehnhardt bislang keine Werbung machen. Sie finden in kleinen Gruppen aus f&uuml;nf bis sechs Teilnehmern, meist Frauen, statt. Die Workshops ziehen jung und alt an &ndash; vom Teenie bis zur Rentnerin waren schon alle dabei. Die meisten Teilnehmerinnen kommen aus dem Umkreis und haben durch Bekannte von Judith geh&ouml;rt.</p><p>Judiths Kurse dauern circa vier Stunden und beinhalten neben dem Backen eine gemeinsame Brotzeit. F&uuml;r Judith bedeutet das mit Vor- und Nachbereitung drei Tage Arbeit. Aber sie hat Spa&szlig; daran. Sie mag es, in den Workshops unterschiedliche Menschen kennenzulernen und nimmt jeden Teilnehmer, wie er ist. Ihr Ziel f&uuml;r ihre Backkurse ist, dass die Teilnehmenden in positiver Atmosph&auml;re etwas lernen. Ab Herbst hat sie wieder freie Termine.</p><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.youtube.com/watch?v=mDAvSz97vGg"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=mDAvSz97vGg" title="Brot verzieren: 2 Ideen von Judith Lehnhardt">Brot verzieren: 2 Ideen von Judith Lehnhardt</a></section><h2>Im Brotbacken die Wunder Gottes entdecken</h2><p>Judith ist Christin und wir sprechen auch dar&uuml;ber, wie sie vom Glaubensaspekt auf ihre Backt&auml;tigkeit blickt. Judith erz&auml;hlt mir, dass sie Bibelverse zum Thema Brot heute mit anderen Augen liest. Gleichzeitig schwingt in ihren Worten viel Dankbarkeit daf&uuml;r mit, dass wir von Gott Lebensmittel geschenkt bekommen haben, aus denen wir etwas so Nahrhaftes backen k&ouml;nnen wie Brot.</p><blockquote class="noshare"><p>Bibelverse zum Thema Brot liest Judith heute mit anderen Augen.</p></blockquote><p>Auch hier kommen wir wieder zu sprechen auf das Wunder Sauerteig. Judiths Augen leuchten, als sie sagt: &bdquo;Es k&ouml;nnte ja auch sein, dass da nichts entsteht aus Mehl und Wasser. Aber da ist jemand dahinter, der das gemacht hat.&ldquo;</p><p>Auch im Alltag hat das Backen ihren Umgang mit Brot und anderen Lebensmitteln ver&auml;ndert. Sie sch&auml;tzt Brot nun ganz neu, weil sie wei&szlig;, welcher Aufwand dahintersteckt. Von ihrem selbstgebackenen Brot schmei&szlig;t sie nichts weg. Das essen sie und ihre Familie bis auf den letzten Kr&uuml;mel auf. Und sie verschenkt ihre Brote gern an andere. Auch das ist ein Ansatz, durch den Judith versucht, mit ihrer Brotleidenschaft auch anderen Gutes zu tun.</p><p>Eine Frage hat sich f&uuml;r Judith noch nicht gekl&auml;rt. &bdquo;Warum hat Gott mir diese Gabe geschenkt?&ldquo; F&uuml;r mich braucht diese Frage keine Antwort. Sie erkl&auml;rt sich von selbst, wenn man mit Judith &uuml;bers Brotbacken spricht.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16321419.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 10 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mehr als Schönschrift]]></title>
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      <description><![CDATA[Die Kalligrafiekünstlerin Jeannette Mokosch ermutigt mit handgeschriebenen Worten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1011736.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Timo und Gella Scheven</figcaption></figure><p>Schreiben mit der Hand, das ist die gro&szlig;e Leidenschaft von Jeannette Mokosch. Mit Tusche und Feder bringt sie Worte auf dem Papier zum Bl&uuml;hen. Sie ist eine gefragte Kalligrafin und Autorin von drei B&uuml;chern. Im Interview berichtet die K&uuml;nstlerin von den stolperigen Anf&auml;ngen ihrer beruflichen Laufbahn und wie sie heute mit ihren handgemachten Kunstwerken Menschen Ermutigung zusprechen m&ouml;chte.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>ERF: Als Kalligrafin zu arbeiten ist ein ungew&ouml;hnlicher Beruf. Wie kam es dazu? </strong></p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Foto von Jeannette Mokosch" height="1164" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1011739.jpg" width="1120" /><figcaption>Kalligrafin Jeannette Mokosch mit einem ihrer Werke.&nbsp;(&copy; Timo und Gella Scheven)</figcaption></figure><p>Jeannette Mokosch: Das war eigentlich nie geplant. Ich bin gelernte Altenpflegerin. Als junger Mensch hatte ich zwar schon immer k&uuml;nstlerische Interessen und &uuml;berlegt, in die Werbebranche zu gehen, dachte dann aber, ich sei nicht gut genug. In dieser Zeit hatte ich ein Praktikum bei einem erfolgreichen Typographen gemacht und er hat mir erz&auml;hlt, wie schwierig es ist, in der Werbebranche Fu&szlig; zu fassen.</p><p>10 Jahre sp&auml;ter hatte ich dann einen Traum im D&auml;mmerschlaf. Darin habe ich ein altes Schreibpult mit einer G&auml;nsekeilfeder und einem Tintenfass gesehen, wie in einer mittelalterlichen Stube. Und ich habe ganz klar gewusst, hier geht es um diese Feder.</p><p>Dann h&ouml;rte ich diesen Satz: &bdquo;Kauf dir eine Feder und schreib wie die alten Dichter.&ldquo; Total verr&uuml;ckt! Dieser Traum hat mich aufgew&uuml;hlt und nicht mehr losgelassen.</p><p>Also bin ich am n&auml;chsten Tag losgegangen und habe mir in einem Schreibwarenhandel eine Schreibfeder und Tusche gekauft. Dieser Moment war so anders als alles, was ich bisher in meinem Leben erlebt hatte. Und diese Feder hat dann so unglaublich viel m&ouml;glich gemacht. Also das war echt nicht meine Idee, denn die war einfach zu gut!</p><h2>Erste Schreibversuche</h2><p><strong>ERF: Wie hast du dieses alte Kunsthandwerk gelernt? Hast du dir alles selbst beigebracht?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Heute kenne ich die besten K&uuml;nstler in Deutschland, bei denen ich eine Ausbildung h&auml;tte durchlaufen k&ouml;nnen. Aber damals gab es dazu fast keine Informationen. Selbst in einem Grafikstudium hatte man Gl&uuml;ck, wenn eine kleine Kalligrafie-Exkursion dabei war. Auch in den Volkshochschulkursen wurde nur Fraktur unterrichtet. Aber diese filigrane Spitzfederkalligrafie, die ich machen wollte, war total das Nischending, da gab es kein deutsches Buch dazu, das ich kannte.</p><blockquote><p>Ich hatte also gar keine andere M&ouml;glichkeit das zu erlernen, au&szlig;er es auszuprobieren und irgendwie nach vorne zu stolpern.</p></blockquote><p><br />
Meine Anf&auml;nge habe ich damals auf Instagram dokumentiert. Dar&uuml;ber bin ich heute noch froh, dass ich das einfach gemacht habe und nicht gedacht habe, dass ich zu schlecht sei. Ich hatte Lust auf die Feder, wollte besser werden und habe die Leute einfach mit auf meine Reise genommen. Bis heute habe ich nichts davon gel&ouml;scht. Wenn man die tausend Posts runterscrollt, sieht man diese stolperigen Anf&auml;nge. Ich bin einfach drangeblieben und nach und nach wurde ich besser. Zwei Jahre sp&auml;ter kamen dann die ersten Anfragen f&uuml;r Logoentw&uuml;rfe, oder Kunden fragten nach, ob ich einen Kurs geben w&uuml;rde. So ist daraus ein ganz aufregender Weg geworden.</p>

Kreativit&auml;t hat verschiedene Facetten: Sie ist Gestaltungskraft, Erfindergeist und individuelles Ausdrucksmittel. Anl&auml;sslich unseres&nbsp;Schwerpunktthemas&nbsp;haben wir mit Menschen gesprochen, die kreativ arbeiten und mit ihnen &uuml;ber Inspiration, Flei&szlig;arbeit und Selbstverwirklichung gesprochen.

<p>Spannend ist auch der Zeitpunkt, zu dem Gott diesen Prozess in meinem Leben angefangen hat. 2015 startete in Deutschland ein unglaublicher Boom rund um das Thema Handlettering. Dadurch hat meine Kunst auf einmal Pr&auml;senz bekommen. Da war ich schon seit zwei Jahren am Lernen und &Uuml;ben, wie das mit der Kalligrafie funktioniert. Ich h&auml;tte auf diesen Zug aufspringen k&ouml;nnen und mehr mit Faserstiften und anderen Schreibger&auml;ten oder Farben experimentieren k&ouml;nnen, aber ich bin der Feder und meiner Schriftart treu geblieben. Ich war immer in dieses alte Handwerk verliebt.</p><h2>Der Wert von handgeschriebenen Worten</h2><p><strong>ERF: Was ist das Besondere am Handgeschriebenen? Was fasziniert dich daran?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Handgeschriebenes wird nicht weggeschmissen. Die Leute heben es auf und h&auml;ngen es zum Beispiel an den K&uuml;hlschrank. Sch&ouml;ne handgeschriebene Texte haben einen besonderen Wert und eine unglaubliche Kraft. Ich bin Gott so dankbar, dass er mir dieses Werkzeug gegeben hat, mit dem man die Menschen erreichen kann.</p><p>Ich sage immer, ich bin wie eine Verpackungsk&uuml;nstlerin und habe ein besonderes Geschenkpapier an die Hand bekommen. Das ist meine Feder. Und damit kann ich gute Inhalte sch&ouml;n verpacken, dass die Menschen sie gerne entgegennehmen.</p><p>Denn wenn man gute Worte nicht gut platziert, kommen sie gar nicht erst beim Empf&auml;nger an. Social Media zum Beispiel ist so schnelllebig. Ein Post verschwindet so schnell und kann nicht so ins Herz sinken wie Worte, die auf Papier geschrieben sind.</p><p>Ich war erst vor kurzem wieder unterwegs bei der Er&ouml;ffnung eines&nbsp;exklusiven Stores auf Sylt und hatte dort den Auftrag, Gru&szlig;karten zu gestallten. Man sollte meinen, die Leute, die dort einkaufen, haben schon alles gesehen und k&ouml;nnen sich alles kaufen. Aber dann kommen sie an meinen Tisch, wo sie jemanden mit einer Gru&szlig;karte beschenken k&ouml;nnen &ndash; und dann fangen die Augen der Kunden an zu leuchten! So verr&uuml;ckt, denn es ist ja eigentlich nur ein Stift und ein St&uuml;ck Papier.</p><blockquote><p>Aber&nbsp;das Teuerste, was wir geben und schenken k&ouml;nnen, ist Zeit. Keiner hat heute mehr Zeit sich hinzusetzen und eine Gru&szlig;karte zu gestalten.<em>&nbsp;</em></p></blockquote><p><br />
Es ist viel einfacher, Geld oder einen Gutschein in einen Umschlag zu stecken. Und Kalligrafie ist so unglaublich langsam! Die Feder ist wirklich die Schnecke unter allen Schreibger&auml;ten. Dieses Investment sp&uuml;ren die Menschen. Das ist der wahre Luxus.</p><h3>Zwischen Kunst und Handwerk&nbsp;</h3><p><strong>ERF: Wird deine Kreativit&auml;t davon beeinflusst, dass du die Kalligrafie zu deinem Beruf gemacht hast? Hat sich dadurch etwas ver&auml;ndert?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich bin heute im Zentrum meiner Berufung und tue etwas, das mich erf&uuml;llt und andere Menschen bereichert. Aber ich sp&uuml;re, dass da eine kreative L&uuml;cke klafft. Es gibt nat&uuml;rlich diesen kreativen Anteil an meiner Arbeit, aber der ist definitiv klein. Man stellt sich einen K&uuml;nstlerberuf unglaublich romantisch vor, aber die Realit&auml;t ist, dass ich die meiste Zeit damit besch&auml;ftigt bin, Vorgespr&auml;che zu f&uuml;hren, Steuerangelegenheiten zu erledigen, Produkte in den Onlineshop zu setzen und Events vorzubereiten. Au&szlig;erdem bin ich Mama von einem Kleinkind, da ist h&auml;ufig wenig Raum f&uuml;r Kreativit&auml;t.</p><p>Ich vertraue darauf, dass die Zeit f&uuml;r Kreativit&auml;t wieder kommt. In dieser Phase habe festgestellt, dass ich ein kreatives Hobby f&uuml;r mich brauche, das nichts mit dem Schreiben zu tun hat. Etwas, wof&uuml;r ich keine Bewertung bekomme, was ich niemandem zeigen muss, sondern das ich nur aus reiner Freude mache. Da &uuml;berlege ich gerade, was f&uuml;r mich passen k&ouml;nnte.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Da klingt schon an, dass dein Job disziplinierte Arbeit erfordert. Wie viel Platz hat Inspiration da noch?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Vor allem in stillen Momenten, in denen ich in der Bibel lese und mit Gott meinen Kaffee trinke, werde ich inspiriert. Da schenkt mir Gott zum Beispiel einen liebevollen oder kreativen Gedanken. Aber auch wenn ich mitten in einem Prozess drin bin, gibt es sch&ouml;ne kreative Momente, die ich sehr genie&szlig;e.</p><p>Aber um eine Arbeit zu vollenden, Termine einzuhalten und nebenbei das abenteuerliche Mamadasein zu stemmen, braucht es viel Disziplin. Ich w&uuml;rde sagen 95 Prozent Disziplin und 5 Prozent Mu&szlig;e. F&uuml;r Inspiration brauche ich die Stille, anders w&uuml;rde es gar nicht gehen im vollen Alltag.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Auf einer Skala, auf der links au&szlig;en das Handwerk und rechts au&szlig;en die Kunst steht, wo w&uuml;rdest du dich mit deiner Kalligrafie verorten?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich glaube, Kalligrafie ist viel mehr Handwerk, als die Menschen denken. Denn es ist anders als z.B. bei der Malerei, wo man eine sehr genaue Beobachtungsgabe braucht. Ein Motiv zu sehen und es dann zu malen, dieser &Uuml;bertrag ist sehr komplex. F&uuml;r das Schreiben brauche ich vor allem das richtige Schreibger&auml;t und eine routinierte Technik, die sich &uuml;ber Jahre ausbauen muss.</p><p>Wenn ich mit meiner Hand zwanzigmal einen Kreis male, ist das wie eine Sport&uuml;bung. Die Muskeln merken sich die Bewegung und k&ouml;nnen sie dann wieder erzeugen. Wenn man die Buchstaben dann tausendmal abpaust, ist die Hand in der Bewegung drin und schreibt fast wie von selbst. Beim normalen Schreiben ist das ja auch so, man denkt nicht mehr dar&uuml;ber nach, wie man schreibt. Also Sch&ouml;nschreiben ist eigentlich wie ein Training und f&uuml;r jeden geeignet, der die Ausdauer daf&uuml;r mitbringt.</p><h2>Beruf mit pers&ouml;nlicher Note</h2><p><strong>ERF: Die Handschrift ist ja ein ganz individuelles Merkmal von Menschen. Wie kommt neben diesem technischen Aspekt deine Pers&ouml;nlichkeit in der Kalligrafie zum Ausdruck?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Mir ist sehr schnell bewusst geworden, dass ich mich mit der Kalligraphie nicht in eine enge Schublade pressen m&ouml;chte. Ich habe zwar Elemente aus der klassischen Englischen Schreibschrift &uuml;bernommen, bin aber ziemlich schnell ins moderne Schreiben &uuml;bergegangen. Das hei&szlig;t, meine Schw&uuml;nge sind freier und es ist lockerer gesetzt.</p><p>Ich kann viel von mir in meinen Schreibstil &uuml;bertragen, zum Beispiel durch die Farbe der Tusche oder die Auswahl der Papiere. Ich arbeite auch viel mit Gestaltungselementen wie echten Blumen oder meinem alten K&uuml;chentisch als Bilduntergrund. Die Leute sagen oft, dass sie dadurch meine Schriftst&uuml;cke sofort erkennen.</p><p>Ein weiterer Aspekt meiner Markenidentit&auml;t ist die Auswahl der Texte. Mir ist es sehr wichtig, dass meine Texte ermutigend sind, den Leser in eine gute Stimmung versetzen oder zum Tr&auml;umen anregen. Da fahre ich seit Jahren eine klare Linie und breche nicht nach links oder rechts aus.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gleichzeitig setzt du aber Auftr&auml;ge f&uuml;r Kunden um, die bestimmte Vorstellungen haben. Erlebst du in dieser Hinsicht eine Spannung?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich habe das Gl&uuml;ck, dass ich Kunden habe, die zu mir passen. Ich musste selten einen Auftrag ablehnen, weil ich gemerkt habe, das passt nicht. Die Kunden, die meine Webseite besuchen, wissen, auf was sie sich einlassen und welche Qualit&auml;t sie erwarten k&ouml;nnen.</p><p>Aber selbst bei den sch&ouml;nsten Projekten und den besten Kunden merke ich manchmal eine gewisse Diskrepanz. Zum Beispiel, wenn ich mal einen schlechten Tag habe, zu Hause alles drunter und dr&uuml;ber geht oder meine Hand nicht so kann, wie ich mir das vorgestellt habe. Dadurch kann auch das sch&ouml;nste Projekt mal m&uuml;hevoll werden.</p><p>Aber ich erwarte gar nicht, dass mich meine Projekte zu hundert Prozent gl&uuml;cklich machen, und ich suche meine Erf&uuml;llung nicht nur im Beruf.&nbsp;</p><blockquote><p>Die Erf&uuml;llung suche ich tats&auml;chlich bei Gott und meine Freude finde ich auch losgel&ouml;st von dem, was ich beruflich mache.</p></blockquote><p><br /><strong>ERF: In deinen Kalligrafien schreibst du oft Bibeltexte. Inwiefern verbindest du deine Arbeit mit deinem Glauben?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Ich habe fr&uuml;h gemerkt, dass ich meine Arbeit von meiner Gottesbeziehung gar nicht trennen kann und auch nicht will. Ich bin jeden Tag im Gespr&auml;ch mit Gott und h&ouml;re, was dran ist. Das ist das Allerwichtigste. Das bef&auml;higt mich gute Entscheidungen f&uuml;r meine Arbeit zu treffen.</p><p>Ich werde oft gefragt, ob ich keine Angst h&auml;tte, vor Kunden offen &uuml;ber meinen Glauben zu sprechen, ob diese dann nicht komisch schauen oder deswegen sogar einen Auftrag zur&uuml;ckziehen w&uuml;rden. Aber ich bin von Anfang an den Weg mit Gott gemeinsam gegangen und ich habe das Gef&uuml;hl, sobald ich Gott aus meiner Arbeit raushalten w&uuml;rde, w&auml;re auch seine Gunst und seine F&uuml;hrung weg.</p><p>Deswegen ist es f&uuml;r mich selbstverst&auml;ndlich, dass ich nur mit Gott gemeinsam weitergehe, und die Kunden, die damit nicht einverstanden sind, d&uuml;rfen sich frei entscheiden.<br />
&nbsp;</p><h3>Mit Feder und Tusche ermutigen</h3><p><strong>ERF: Was sollen deine Arbeiten bei den Menschen ausl&ouml;sen? Was w&uuml;nschst du dir?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Als erstes w&uuml;nsche ich mir, Menschen mit einer guten Botschaft im Herzen zu ber&uuml;hren. Denn da drau&szlig;en vor unserer Haust&uuml;r, in der Welt und den Medien ist so ein unglaublicher L&auml;rm, so viele Schwierigkeiten oder Dinge, die nicht gut sind und uns nicht zum Bl&uuml;hen bringen. Wenn ich es mit meinen Produkten schaffe, dass jemand kurz inneh&auml;lt, weil er &uuml;ber etwas Sch&ouml;nes, Tiefes oder Wahres stolpert, das ihn ber&uuml;hrt, ist das ganz wunderbar.</p><p>Bei all dem habe ich eine gr&ouml;&szlig;ere Vision oder besser gesagt: eine gr&ouml;&szlig;ere Mission.&nbsp;</p><blockquote><p>Es geht mir nicht nur darum, ermutigende Worte weiterzugeben, sondern ich m&ouml;chte einen Schritt weitergehen und Menschen zur&uuml;sten.&nbsp;</p></blockquote><p><br />
Dass sie selbst mutig in der Welt stehen, Dinge sagen, die sie auf dem Herzen haben, positive Ver&auml;nderungen bewirken und wiederum andere Menschen erreichen und dass sie f&uuml;r diesen Weg Werkzeuge an die Hand bekommen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was ist das sch&ouml;nste Kompliment, was man dir f&uuml;r deine Arbeiten geben kann?</strong></p><p>Jeannette Mokosch: Wenn Menschen durch Krisen gehen, zum Beispiel lange im Krankenhaus sind, und dann sagen: &bdquo;Ich habe dein K&auml;rtchen gesehen und das hat mir Mut gemacht durchzuhalten&ldquo;, das ber&uuml;hrt mich am meisten. Wenn es nicht nur darum geht, dass meine Kalligrafiearbeit sch&ouml;n ist, sondern, wenn ich Menschen dadurch zu guten Entscheidungen bewege oder in gute Ver&auml;nderungen hineinf&uuml;hre, das ist f&uuml;r mich das Sch&ouml;nste.</p><p>Beispielsweise hat mir eine Leserin geschrieben, dass sie das umgesetzt hat, was ich in meinem Buch &bdquo;Dein bl&uuml;hendes Zuhause&ldquo; geschrieben habe und dass sich dadurch ihre Ehe und ihr Zuhause positiv ver&auml;ndert haben. Das ist nat&uuml;rlich ein G&auml;nsehautmoment und ich wei&szlig;: Daf&uuml;r hat sich meine Arbeit gelohnt, daf&uuml;r m&ouml;chte ich leben!<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16301256.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Mon, 08 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine Bibliothek, die nie geschlossen hat]]></title>
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      <description><![CDATA[ERF.de ist mehr als eine Webseite – es ist ein Ort, an dem Tausende Beiträge rund um die Uhr abrufbar sind.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128816.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Jede Bibliothek braucht Menschen, die Regal f&uuml;llen, neue B&uuml;cher anschaffen und f&uuml;r Ordnung sorgen. Simon Kassen, Unit Lead ERF.de,&nbsp;gibt Einblick in den Alltag des Teams, das die Webseite erf.de pflegt und christliche Inhalte jederzeit im Internet bereitstellt.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Simon, du arbeitest den ganzen Tag am Computer. Wie viel Handwerker steckt trotzdem in dir?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Ich w&uuml;rde mich als Allrounder bezeichnen, der sich gerne an verschiedenen Dingen ausprobiert. Unser 80er-Jahre-Bungalow gibt mir eine lange Liste handwerklicher Aufgaben vor. Ich versuche mich auch gerne an Backrezepten oder tobe mich am Schlagzeug aus. Hin und wieder poliere ich den Lack unseres in die Jahre gekommenen Autos, weil es mich begeistert, dass es danach so sch&ouml;n gl&auml;nzt.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><figure class="image round erf-imagezoom right"><img alt="Simon Kassen, Unit Lead ERF.de (Foto: Ruth Schneider / ERF)" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128874.jpg" width="1120" /><figcaption>Simon Kassen, Unit Lead ERF.de (Foto: Ruth Schneider / ERF)</figcaption></figure><p><strong>ERF: Du bist Teamchef von </strong><a href="http://ERF.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>ERF.de</strong></a><strong> &ndash; dem Team, das sich um die Webseite des ERF k&uuml;mmert. Wie viel Handarbeit steckt darin?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Wenn Daten nur von einer Stelle zur anderen wandern m&uuml;ssen, arbeiten wir mit automatisierten Prozessen &ndash; zum Beispiel wenn sich jemand zu unseren Newslettern anmeldet.&nbsp;<br />
Geht es dagegen um Gestaltung oder die Auffindbarkeit unserer Inhalte, dann ist Kreativit&auml;t gefragt: sei es bei unseren Grafikern, die Bilder aussuchen und bearbeiten, oder bei unseren Programmierern, die f&uuml;r (fast) jeden Wunsch eine technische L&ouml;sung finden.</p><h2>Eine riesige Bibliothek</h2><p><strong>ERF: Warum ist es wichtig, dass es </strong><a href="http://erf.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>erf.de</strong></a><strong> gibt &ndash; und was ist die gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke der Webseite?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Die Webseite ist der zentrale Ort, an dem unsere Sendungen und Beitr&auml;ge gespeichert sind: zum Beispiel die Gespr&auml;chssendungen von ERF Plus, der Fernsehgottesdienst oder unsere Artikel &uuml;ber Glaubens- und Lebensfragen. Au&szlig;erdem gibt es Themenseiten, Workshops, Veranstaltungstipps und Reiseangebote mit christlichen Inhalten.&nbsp;</p><p>Man kann sich das Ganze wie eine riesige Bibliothek vorstellen, in der unz&auml;hlige spannende B&uuml;cher in den Regalen stehen. Aus diesen Regalen kann sich jeder Besucher von <a href="http://ERF.de" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ERF.de</a> bedienen.&nbsp;</p><p>Daneben versorgt die Webseite viele weitere Systeme mit Inhalten &ndash; unter anderem die Smartphone-Apps von ERF Plus und ERF Jess.</p><blockquote><p>Unser Hauptanliegen ist es, auf Jesus hinzuweisen und ermutigende Beitr&auml;ge rund um die Uhr im Internet verf&uuml;gbar zu machen.</p></blockquote><p><strong>ERF: Ihr seid mehr als ein Dutzend Leute im Team: Welche Aufgaben geh&ouml;ren zu eurem Bereich?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Tats&auml;chlich sind die Aufgaben in unserem Team sehr abwechslungsreich. Wir schreiben viele Texte, erstellen Themenseiten &ndash; zum Beispiel zum Thema &bdquo;Handgemacht" &ndash; und &uuml;berlegen uns, wie die n&auml;chste Ausgabe der ERF Antenne aussehen soll. Au&szlig;erdem werten wir Daten aus, programmieren Webseiten, begleiten hausweite Projekte oder k&uuml;mmern uns um die Anliegen unserer Leserschaft.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Welche Rolle hast du im Team am ehesten: Feuerwehrmann, Architekt, Bauleiter &ndash; oder etwas ganz anderes?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Am ehesten sehe ich meine Rolle als die eines Dirigenten. Er kann zwar nicht jedes Instrument spielen, hat aber eine Vorstellung davon, wie die gesamte Komposition am Ende klingen muss. Daf&uuml;r gibt er den Takt vor und sorgt daf&uuml;r, dass zum richtigen Zeitpunkt alles stimmig zusammenklingt. Lustigerweise habe ich unter anderem auch Musikwissenschaft studiert &ndash; vielleicht kommt mir das hier zugute.&nbsp;<br />
Ich sehe mich nicht als Chef, der alles besser wei&szlig;, sondern ich sch&auml;tze die Expertise meines Teams &ndash; gerade dann, wenn ich fachliche Entscheidungen treffen muss.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was w&uuml;rde im ERF fehlen, wenn es euer Team nicht geben w&uuml;rde &ndash; und was macht ihr, das sonst niemand im Haus macht?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Ohne uns w&auml;ren viele ermutigende Inhalte im Internet nicht zu finden, und das Medienmagazin ERF Antenne g&auml;be es auch nicht. Beides ist dem technischen und gestalterischen K&ouml;nnen unseres Teams zu verdanken.&nbsp;<br />
Dar&uuml;ber hinaus schreiben wir eigene Beitr&auml;ge zu Glaubens- und Lebensfragen und geben Impulse, wie das Leben mit all seinen Herausforderungen gelingen kann.&nbsp;</p><h2>Wenn&nbsp;sich Leben durch unsere Inhalte ver&auml;ndern</h2><p><strong>ERF: Woran merkt ihr, dass eure Arbeit etwas bewirkt? An Nutzerzahlen oder eher an pers&ouml;nlichen R&uuml;ckmeldungen?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Zahlen helfen uns zu verstehen, welche Inhalte relevant sind &ndash; aber wirklich bewegt uns der pers&ouml;nliche Kontakt. Wenn jemand schreibt, was sich in seinem Leben ver&auml;ndert hat, ist das der eigentliche Ma&szlig;stab. Eine Leserin brachte es k&uuml;rzlich folgenderma&szlig;en auf den Punkt:&nbsp;<br /><em>&bdquo;Danke f&uuml;r diesen Beitrag, der mich voll angesprochen hat! Diesen Impuls habe ich gebraucht, um endlich tiefgehende Pr&auml;gungen anzugehen, die ich schon lange mit mir rumschleppe!"</em>&nbsp;<br />
F&uuml;r solche R&uuml;ckmeldungen machen wir unsere Arbeit.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gab es Momente, in denen etwas ganz sch&ouml;n schief gegangen ist?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Kleinere Pannen geh&ouml;ren zum Alltag: ein Rechtschreibfehler hier, ein falscher Link dort. Manchmal sind Inhalte auf der Webseite nicht abrufbar, aber das l&auml;sst sich in der Regel schnell korrigieren. Folgenreicher war ein Fehler beim Versand der ERF Antenne &ndash; so etwas bringt den gesamten Produktionsablauf ins Stocken.&nbsp;<br />
Unsere Frage danach lautet weniger &bdquo;Wer war schuld?" als &bdquo;Was lernen wir daraus?" &ndash; und ein gesunder Humor &uuml;ber die eigenen Fehler schadet dabei nicht.</p><h2>KI hilft,&nbsp;aber Empathie bleibt Handarbeit</h2><p><strong>ERF: Welche Rolle spielt K&uuml;nstliche Intelligenz bei euch?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: KI-Programme unterst&uuml;tzen uns bei der Programmierung und bei wiederkehrenden Routineaufgaben &ndash; also &uuml;berall dort, wo Geschwindigkeit und Pr&auml;zision gefragt sind. Menschliche Kreativit&auml;t und Empathie &ndash; etwa im direkten Kontakt mit unserer Leserschaft &ndash; ersetzen sie aber nicht.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was ist f&uuml;r dich die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung, und wann war ein Tag als Teamchef ein guter Tag?</strong>&nbsp;<br />
Simon Kassen: Die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung ist f&uuml;r mich, das Tagesgesch&auml;ft und die strategische Weiterentwicklung gleichzeitig zu stemmen. Dabei sch&auml;tze ich am meisten, dass wir im Team stets f&uuml;reinander da sind und alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam machen wir Medien, damit Menschen Gott kennenlernen und er ihr Leben ver&auml;ndert.&nbsp;<br />
Wenn wir das erreichen, es meinem Team gutgeht und die Arbeit Spa&szlig; macht &ndash; dann war es ein guter Tag.&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch.</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17354324.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ist Fronleichnam?]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum nicht alle Christen das Fest mit dem seltsamen Namen feiern und es doch auf etwas Wichtiges hinweist.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1090270.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© bilderstoeckchen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Die Zeit nach Ostern und vor den gro&szlig;en Sommerferien ist durch drei christliche Feiertage gekennzeichnet. Zun&auml;chst ist da Himmelfahrt, dann Pfingsten und zuletzt Fronleichnam. W&auml;hrend viele Menschen mit den Festen Himmelfahrt und Pfingsten vielleicht noch etwas anfangen k&ouml;nnen, sieht es bei Fronleichnam schon anders aus.</p><p>Das kann auch daran liegen, dass der Tag in Deutschland ausschlie&szlig;lich ein Feiertag der katholischen Kirche ist und deshalb nur in den Bundesl&auml;ndern gesetzlicher Feiertag ist, in denen die Bev&ouml;lkerung mehrheitlich katholisch ist. Dazu geh&ouml;ren Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. In einigen Gemeinden in Sachsen und Th&uuml;ringen muss an Fronleichnam auch nicht gearbeitet werden.</p><p>Im Rest der Republik m&uuml;ssen die Leute auch am zweiten Donnerstag nach Pfingsten arbeiten &ndash; auf dieses Datum f&auml;llt Fronleichnam immer. Manche nutzen diese &bdquo;Zweiteilung&ldquo;, um am freien Tag in einem benachbarten Bundesland bequem einkaufen zu gehen.</p><h2><strong>Ein seltsamer Name</strong></h2><p>Auch der Name des Feiertags sorgt leicht f&uuml;r Verwirrung. Denn die Bezeichnung &bdquo;Fronleichnam&ldquo; hat weder etwas mit &bdquo;froh&ldquo; noch mit einem &bdquo;Leichnam&ldquo; zu tun, wie einige immer wieder denken. Der Name hat seinen Ursprung vor etwa 750 Jahren in den mittelhochdeutschen Worten &bdquo;Vrone Licham&ldquo;. Das bedeutet &bdquo;Leib des Herren&ldquo;.</p><blockquote><p>Im Mittelpunkt des Feiertages steht die reale Gegenwart Jesu im Abendmahl, das je nach konfessionellem Hintergrund auch Eucharistie oder Kommunion genannt wird.</p></blockquote><p>In anderen Sprachen erschlie&szlig;t sich durch die Bezeichnung des Feiertags &uuml;brigens leichter, worum es geht. So hei&szlig;t der Feiertag zum Beispiel im englischen Sprachraum &bdquo;Feast of Corpus Christi&ldquo;, was den lateinischen Ausdruck f&uuml;r K&ouml;rper (Corpus) verwendet.</p><p>Auch wenn Fronleichnam in Deutschland als Fest der r&ouml;misch-katholischen Kirche gilt, so wird es doch auch in der anglikanischen Kirche von England, in einigen orthodoxen und lutherischen Kirchen in Europa gefeiert.</p><h2><strong>Worum geht es bei Fronleichnam?</strong></h2><p>An Fronleichnam dreht sich alles ums Abendmahl &ndash; oder genauer gesagt um die Wandlung von Brot und Wein in Blut und Leib Jesu im Abendmahl. Nach katholischem Verst&auml;ndnis verwandeln sich in der Eucharistie Brot und Wein tats&auml;chlich in Leib und Blut Jesu. Nach evangelischem Verst&auml;ndnis sind Brot und Wein dagegen lediglich Symbole f&uuml;r den Leib und das Blut Jesu.</p><p>Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede zwischen lutherischen und reformierten Protestanten.</p><blockquote><p>So hat der Reformator Martin Luther Brot und Wein nicht blo&szlig; als reines Symbol gesehen, wollte der katholischen Lehre der tats&auml;chlichen Verwandlung aber auch nicht folgen.</p></blockquote><p>Der Fachbegriff f&uuml;r diese Verwandlung der Abendmahlselemente lautet Transsubstantiation. Deshalb spricht man hier auch von der Transsubstantiationslehre &ndash; einem wahren Wortunget&uuml;m. Diese Lehre besagt, dass Brot und Wein beim Abendmahl durch das Handeln eines ordinierten Geistlichen in ihrer Substanz tats&auml;chlich verwandelt werden, und zwar in Leib und Blut Christi. Trotz dieser Verwandlung bleiben Brot und Wein aber &auml;u&szlig;erlich unver&auml;ndert.</p><h2><strong>So unterschiedlich wird das Abendmahl gefeiert</strong></h2><p>Dieser Lehre wollten die protestantischen Reformatoren so nicht mehr folgen. Das hatte auch einen unterschiedlichen Umgang mit den Elementen des Abendmahls zur Folge. W&auml;hrend in einem evangelischen Gottesdienst Brot und Wein an alle ausgeteilt wird, die zum Abendmahl kommen, und das Austeilen auch durch Laien geschehen kann, ist die Regelung in der katholischen Kirche wesentlich reglementierter.</p><p>Hier ist es nur einem Priester gestattet, das Abendmahl auszuteilen. Gl&auml;ubige erhalten das Brot in Form einer d&uuml;nnen Oblate (Hostie genannt) und bekommen sie direkt in den Mund gelegt oder immer &ouml;fter in die H&auml;nde gelegt. Der Wein wird nur vom Priester getrunken, um zu verhindern, dass etwas vom Blut Christi versch&uuml;ttet geht. &Uuml;briggebliebene Hostien werden anschlie&szlig;end im Tabernakel im Altarraum verschlossen und der Wein im Kelch v&ouml;llig ausgetrunken. Danach wird der Kelch mit einem Tuch ausgewischt, das sp&auml;ter verbrannt wird.</p><h2><strong>Der Wein hat eine wichtige Bedeutung</strong></h2><p>Generell legt die katholische Kirche beim Abendmahl viel Wert auf W&uuml;rde und Ehrung der Heiligkeit Gottes. W&auml;hrend in evangelischen Kirchen auch Traubensaft als Symbol f&uuml;r das Blut Christi herhalten darf, ist das in der katholischen Kirche nicht vorgesehen.</p><p>Geregelt wird das in der Messweinverordnung. Die j&uuml;ngste stammt aus dem Jahr 2014. Darin steht auch, dass Wein in einer Qualit&auml;t zu verwenden sei, &bdquo;die der Heiligkeit dieses Sakramentes angemessen ist&ldquo;. Das bedeutet, dass der Wein ein Qualit&auml;tswein sein sollte.</p><p>Ausnahmen von der Weinregel gibt es nur, wenn der Priester mit dem Thema Alkohol schon ungute Erfahrungen gemacht hat. Die hohe Bedeutung des Weins f&uuml;r die Abendmahlsfeier f&uuml;hrte auch dazu, dass sich zum Beispiel Bist&uuml;mer und Kl&ouml;ster sehr fr&uuml;h dem Weinanbau widmeten.</p><h2><strong>In Ehren halten, was Jesus getan hat</strong></h2><p>Am Fronleichnamstag zelebrieren Katholiken die Bedeutung von Brot und Wein in Prozessionen. Dabei tr&auml;gt der Priester der Gemeinde eine schmuckvoll gestaltete und wertvolle Monstranz durch die Stra&szlig;en des Ortes. Ein Baldachin, den meist vier M&auml;nnern tragen, beschirmt ihn gegen Sonne und Regen. Auch ist es &uuml;blich, gro&szlig;e, kunstvolle Blumenteppiche zu gestalten, an einem oder mehreren Orten auf dem Prozessionsweg. Sie sollen der Freude &uuml;ber das Geschenk des Abendmahls Ausdruck verleihen.</p><p>Denn im Abendmahl erinnern sich alle Kirchen an das Opfer, das Jesus Christus zur Erl&ouml;sung aller Menschen am Kreuz gebracht hat. Und zwar ganz unabh&auml;ngig davon, ob sie der Transsubstantiationslehre folgen oder in Brot und Wein eher Symbole sehen. Sie befolgen vielmehr darin eine direkte Anweisung von Jesus, von der der Apostel Paulus schreibt in <a href="https://www.bibleserver.com/HFA/1.Korinther11%2C23-26" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 11,23-26</a>&nbsp;schreibt:</p><p><em>In der Nacht, in der unser Herr Jesus verraten wurde, nahm er ein Brot, dankte Gott daf&uuml;r, brach es in St&uuml;cke und sprach: &bdquo;Das ist mein Leib, der f&uuml;r euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich f&uuml;r euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!&ldquo; Ebenso nahm er nach dem Essen den Kelch mit Wein, reichte ihn seinen J&uuml;ngern und sprach: &bdquo;Dieser Kelch ist der neue Bund zwischen Gott und euch, der durch mein Blut besiegelt wird. Sooft ihr aus diesem Kelch trinkt, denkt an mich und an das, was ich f&uuml;r euch getan habe!&ldquo; Denn jedes Mal, wenn ihr dieses Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verk&uuml;ndet ihr, was der Herr durch seinen Tod f&uuml;r uns getan hat, bis er kommt.</em></p><blockquote><p>Auch wenn ich nicht katholisch bin, so kann ich doch dem Fronleichnamstag einiges abgewinnen. Er erinnert mich an die tiefe und grunds&auml;tzliche Bedeutung des Abendmahls f&uuml;r Menschen, die Jesus nachfolgen.</p></blockquote><p>Die Art, wie der Tag begangen wird, zeigt mir, dass es wichtig ist, in Ehren zu halten, was Jesus f&uuml;r mich getan hat. Es ist eben keine Selbstverst&auml;ndlichkeit, sondern etwas sehr Besonderes. Und das erfordert eben auch besondere Symbole und Handlungen, damit es im Gew&ouml;hnlichen des Alltags nicht einfach untergeht.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17059236.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi]]></author>
      <pubDate>Thu, 04 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
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      <title><![CDATA[Die Kreativität ankurbeln]]></title>
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      <description><![CDATA[Manchmal lassen die guten Ideen auf sich warten. 4 Tipps, um deine Kreativität zu fördern.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1054710.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Annie Spratt /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Mehrere Farbt&ouml;pfchen stehen auf einem uralten Werktisch: Metallt&ouml;pfe mit warmer Terrakotta, grellem Gelb und tiefdunklem Blau. Querbeet verteilt liegen Pinsel herum: dicke, lange Borstenpinsel und feine, d&uuml;nne Haarpinsel.</p><p>W&uuml;rdest du dich als kreativ bezeichnen? Vielleicht kommt dir dann solch eine Szene oder der Kunstunterricht in der Schule in den Kopf. Je nachdem, welche Erfahrungen du gemacht haben magst, w&uuml;rdest du vielleicht den Kopf sch&uuml;tteln.</p><p>Nat&uuml;rlich gibt es besonders begabte, kreative Menschen. Menschen, die herausragende Werke schaffen, die ver&auml;ndern, wie Menschen f&uuml;hlen, denken oder leben.</p><blockquote class="noshare"><p>Doch Kreativit&auml;t beinhaltet viel mehr. Denn Kreativit&auml;t ist genauso im Alltag gefragt! Wir l&ouml;sen damit s&auml;mtliche Probleme oder probieren Neues aus.</p></blockquote><p>Durch Kreativit&auml;t reparieren wir kaputte Ger&auml;te, kreieren neue Rezepte und organisieren unseren oft sehr vollen Alltag.</p><h2>Du bist ein Werk Gottes und sein Ebenbild</h2><p>Jedes Werk spiegelt etwas von der Weisheit, Sch&ouml;nheit und Kreativit&auml;t des K&uuml;nstlers wider. Nehmen wir an, dass du ein Gesch&ouml;pf und Ebenbild Gottes bist (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose1%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 1,27</a>), dann bedeutet das, dass auch du eine sch&ouml;pferische Veranlagung hast. Die Frage, ob du kreativ bist, kannst du also mit &bdquo;Ja&ldquo; beantworten, auch wenn die Auspr&auml;gung und die Entwicklung dieser Gabe unterschiedlich stark sein mag.</p><p>Wer sich zu Jesus Christus bekennt und ihm glaubt, in dem hat Gott ein neues sch&ouml;pferisches Werk getan. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser2%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 2,10</a> beschreibt es so: <em>&bdquo;Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.&ldquo; </em></p><blockquote><p>Ein Christ muss sich nicht abm&uuml;hen, m&ouml;glichst viel zu leisten, sondern darf Gottes F&uuml;hrung folgen und dadurch seine Gaben f&uuml;r Gott einbringen.</p></blockquote><h2>Tipps, um deine Kreativit&auml;t anzukurbeln</h2><p>Weil Kreativit&auml;t nicht nur Spa&szlig; machen, sondern auch f&uuml;r dein Umfeld bereichernd sein kann, findest du hier einige Tipps, die deine Kreativit&auml;t f&ouml;rdern.</p><h3>1. Zuerst: Ruhe</h3><p>Reiz&uuml;berflutung und &uuml;berf&uuml;llte Kalender: Stress kann die Kreativit&auml;t hemmen. Da kreative Ideen Geschenke des Himmels sind, k&ouml;nnen sie insbesondere dann empfangen werden, wenn ich mich nicht daf&uuml;r anstrenge. Gerade dann, wenn ich Mu&szlig;e habe und mir keinen Druck mache, ist die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r einen kreativen Einfall h&ouml;her.</p><p>Wenn es dir an kreativen Ideen mangelt, kann es also sein, dass dein Kopf zu voll und dein K&ouml;rper ersch&ouml;pft ist. Dann ist erst einmal Ruhe und Erholung dran.</p><p>In der Sch&ouml;pfungsgeschichte wird erz&auml;hlt, dass Gott den Tag, nachdem er die Menschen erschuf, zu einem Ruhetag ernannte. Die Menschen konnten erst einmal sein und durch diese Ruhe die Kraft bekommen, selbst sch&ouml;pferisch t&auml;tig zu sein.</p><h3>2. Komm in Bewegung</h3><p>Studien belegen, dass Bewegung die Kreativit&auml;t f&ouml;rdert.<sup>1 </sup>Durch Bewegung wird Stress abgebaut und innere Prozesse in Gang gebracht. Also ab aufs Rad oder in die Joggingschuhe und los geht`s! Denn wenn wir uns k&ouml;rperlich bewegen, kommt auch unser Inneres st&auml;rker in Bewegung.</p><p>Hier kann schon ein einfacher Spaziergang in der Natur helfen. Die Bewegung an der frischen Luft vertreibt Gedanken, die deine Kreativit&auml;t bisher bewusst oder unterbewusst blockiert haben, und macht Platz f&uuml;r neue Ideen.</p><p>Drau&szlig;en in der Natur wurde schon so mancher inspiriert: Viele Erfinder haben die physikalischen Prinzipien und Eigenschaften der Sch&ouml;pfung studiert und diese dann auf ihre Ideen &uuml;bertragen. Man vergleiche nur die Form eines Flugzeuges mit der eines gleitenden Vogels.</p><p>Bei einem Gebetsspaziergang kannst du die Zeit mit Gott genie&szlig;en, &uuml;ber seine Kreativit&auml;t staunen und deine Gedanken mit ihm besprechen. Vielleicht bekommst du dann einen g&ouml;ttlichen Gedanken und du wirst durch Gottes Geist im wahrsten Sinne des Wortes inspiriert.</p><h3>3. Erlaube es dir, zu tr&auml;umen und grenze Ideen nicht sofort ein</h3><p>Manchmal hat man sie direkt: die eine bombastische Idee. In den meisten F&auml;llen ist es aber ein l&auml;ngerer kreativer Prozess, bis sich eine gute Idee heraussch&auml;lt. Besonders am Anfang dieses Prozesses gilt: Lass deine Ideen zu, auch wenn sie zun&auml;chst abwegig scheinen!</p><p>F&uuml;r viele kreative Prozesse bietet sich es sich an, in einem Team zusammenzuarbeiten und Ideen gemeinsam zu entwickeln. So kann eine Idee eines Teammitglieds einen anderen zu einer neuen Idee bringen. Auch beim Brainstorming in einem Team ist es wichtig, dass erste Gedanken nicht direkt hinterfragt oder kritisiert werden, denn das kann den Kreativprozess bereits in seinen Anf&auml;ngen ersticken. Nach dem ersten Brainstorming k&ouml;nnt ihr eure Ideen clustern und entscheiden, welche Ans&auml;tze ihr weiterverfolgen oder verwerfen wollt.</p><p>Im Optimalfall kommst du oder dein Team in den Kreativit&auml;ts-Flow. Das bedeutet, dass man sich in einem selbstvergessenen Zustand befindet, in dem die kreative Arbeit leicht von der Hand geht.</p><blockquote class="noshare"><p>In einem solchen Flow bist du und dein Team maximal konzentriert und ihr habt am meisten Freude, weil der Prozess sprichw&ouml;rtlich &bdquo;im Fluss&ldquo; ist.</p></blockquote><h3>4. Lass dich nicht entmutigen und nimm deine Art der Kreativit&auml;t an</h3><p>Du bist gut ausgeruht und hast dich ordentlich bewegt, aber die Ideen sprudeln noch nicht? Lass dich nicht entmutigen! Kreative Prozesse spielen sich selten linear ab. Auch wenn du schon lange keine gute Idee gehabt hast oder dein urspr&uuml;ngliches Werk missgl&uuml;ckt ist, kann jederzeit der Moment kommen, in dem dir eine neue Idee in den Sinn kommt.</p><p>Die besten Ideen kommen oft kurz vor dem Einschlafen oder Aufwachen. In diesem Modus ist dein Gehirn f&auml;hig, besonders kreativ zu sein. Vielleicht kennst du den Tipp, dir ein Notizbuch ans Bett zu legen, um Gedanken oder Tr&auml;ume schnell notieren zu k&ouml;nnen.</p><p>Manchmal geht der kreative Prozess nicht richtig vorw&auml;rts, weil die Rahmenbedingungen nicht stimmen, doch es kann auch sein, dass Perfektionismus oder der Vergleich mit anderen dem im Wege steht. Soweit es in deiner Hand steht: Baue dir keinen unn&ouml;tigen Druck auf.</p><blockquote><p>Jeder Mensch ist einzigartig, also ist auch der Output jedes Menschen unterschiedlich. Dich zu vergleichen oder einen anderen Stil zu kopieren, bremst deine Kreativit&auml;t mehr aus, als dass es sie st&auml;rkt.</p></blockquote><p>Nat&uuml;rlich darfst du dich von anderen inspirieren lassen. Genau das braucht es oft, um eigene Ideen entstehen zu lassen. Du kannst sie zum Beispiel auf einem digitalen oder analogen Moodboard sammeln. Doch werte dein kreatives Werk nicht ab, weil es scheinbar bessere gibt.</p><p>Auch die Formen von Kreativit&auml;t k&ouml;nnen sehr unterschiedlich aussehen. Bevorzugst du handwerkliches Bauen oder anderes Handwerk wie N&auml;hen oder Stricken? Magst du das feine Zeichnen mit einem Bleistift oder hast du lieber eine Kamera in der Hand und du arbeitest gerne digital? Vielleicht m&ouml;chtest du auch etwas ganz Neues auszuprobieren.</p><h2>Los geht&rsquo;s!</h2><p>Jeder Mensch hat die F&auml;higkeit, kreativ zu sein. Damit dem Kreativsein nichts im Wege steht, kannst du f&uuml;r passende Rahmenbedingungen sorgen. Letztendlich kann der Prozess unvorhergesehen laufen, aber genau das ist das Spannende. Diese ersten vier Ideen helfen dir dabei, deine Kreativit&auml;t sprudeln zu lassen.</p><p>Also: Mach dich bereit f&uuml;r frische Ideen. &Uuml;berleg nicht zu lange und leg einfach los.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Elisa Meyer</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16780169.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Elisa Meyer]]></author>
      <pubDate>Tue, 02 Jun 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wenn Kaffee zu Kunst wird]]></title>
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      <description><![CDATA[Ein kleiner Schluck Kaffee kann viel bewirken. Christina Lambertus hat ihn zum Malen entdeckt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030190.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Sarah Delanie</figcaption></figure><p>Kaffee ist vielf&auml;ltig. Da ist der Duft von frisch ger&ouml;steten Bohnen, fein vermahlen, bereit, in eine Tasse aromatischen Kaffee verwandelt zu werden, ein Muntermacher, der dem Gaumen schmeichelt und weltweit Anh&auml;nger hat. Dass Kaffee aber auch zur Augenweide werden kann, zeigt <strong>Christina Lambertus</strong>, wenn sie die Fl&uuml;ssigkeit mit feinen Pinseln auf Aquarellpapier &uuml;bertr&auml;gt und dabei sepiabraune Kunstwerke entstehen.</p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Christina Lambertus (Foto: privat)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030227.jpg" width="1120" /><figcaption>Kaffee-K&uuml;nstlerin Christina Lambertus (Foto: privat)</figcaption></figure><p>Die studierte Theologin,&nbsp;Jahrgang 1997,&nbsp;malt gef&uuml;hlt schon ihr ganzes Leben, teils klassisch mit Stiften, Pinsel, Farben, Kreiden, Wasser, Papier und vielem anderen, mittlerweile auch digital. Auf der Online-Plattform Pinterest hat sie irgendwann entdeckt, dass Kaffee nicht nur gut schmeckt: &bdquo;Das sah aus wie ausgesch&uuml;ttet, und aus dem Kaffeefleck wurde dann irgendwas gemalt. Ich fand das cool. Das habe ich dann mit meiner Nichte ausprobiert, und genau so ist das mit dem Kaffee entstanden.&ldquo;</p><h2>Kaffee in der Praxis &ndash; ein ganz besonderer Stoff</h2><p>Worauf sie beim Malen mit Kaffee achten muss und was das k&uuml;nstlerisch Besondere am beliebten Hei&szlig;getr&auml;nk ist, lernt Christina Lambertus im Lauf der Zeit kennen. &bdquo;Eine Herausforderung ist nat&uuml;rlich, dass man sich auf nur eine Farbe eingrenzt. Damit lassen sich nur Helligkeitskontraste erzeugen, keine Farbkontraste. Ansonsten ist es ganz &auml;hnlich wie bei Aquarellfarben: Nimmt man zum Beispiel mehr Wasser, gibt es flie&szlig;ende Effekte und so weiter.&ldquo;</p><figure class="erf-imagezoom image round left"><img alt="Malen mit Kaffee (Foto: privat)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030220.jpg" width="1120" /><figcaption>Malen mit Kaffee (Foto: privat)</figcaption></figure><p>&bdquo;Der Kaffee trocknet auch schneller am Pinsel, dann wird es klebriger&ldquo;, f&uuml;hrt die Malerin weiter aus. &bdquo;Man muss den perfekten Moment erwischen, damit es richtig hell oder dunkel wird. Ach, und ich benutze momentan immer Instantkaffee, l&ouml;slichen Pulverkaffee. Der w&uuml;rde zwar nicht supertoll schmecken. Aber damit bekomme ich bessere Kontraste hin.&ldquo;</p><p>Die Ausr&uuml;stung also &ndash; ein Schn&auml;ppchen! Anstatt teure Aquarellfarbe aus dem professionellen K&uuml;nstlerbedarf zu besorgen&nbsp;gen&uuml;gt ein Besuch im Supermarkt um die Ecke. Die Kosten fest im Griff, entzieht sich&nbsp;der Entstehungsprozess der Kaffeekunst jedoch oft der Kontrolle. Es ist ein immer neues&nbsp;Ausprobieren, wie sich die duftende Essenz auf dem Untergrund verh&auml;lt, welche Effekte sich erzielen lassen und ob das Ergebnis am Ende der Pr&uuml;fung durch die Malerin standh&auml;lt.</p><h2>Kunst ist ein scheuer Augenblick</h2><p>Christina Lambertus hat fr&uuml;h gelernt, sich immer wieder neu dem leeren Blatt zu stellen und&nbsp;sich&nbsp;dabei dem&nbsp;Reiz des Unbekannten auszusetzen: &bdquo;Im&nbsp;Kindergarten hat mich eine Erzieherin total ermutigt und mir viel Aufmerksamkeit gegeben. Da hatte ich noch mehr Bock auf Kunst und darauf, noch mehr zu malen. Sp&auml;ter im Kunstunterricht habe ich neue Techniken gelernt und habe viel abgemalt von anderen K&uuml;nstlern. Das mache ich bis heute, auch um besser nachvollziehen zu k&ouml;nnen: Wie haben die das gemacht?&ldquo;</p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Porträts in Kaffee (Foto: Sarah Delanie)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030230.jpg" width="1120" /><figcaption>Portr&auml;ts in Kaffee (Foto: Sarah Delanie)</figcaption></figure><p>Ist der Kaffee getrocknet, bleibt das Kunstwerk, wie es ist. &Auml;hnlich wie bei Stiften, &Ouml;lfarben und anderen Materialien. Eine Kunstform, die sich &ndash; einmal fertig gestellt &ndash; der Verg&auml;nglichkeit entzieht, anders als zum Beispiel Musik, die nur im Augenblick der Ausf&uuml;hrung existiert. Doch Christina Lambertus hat bereits mit anderen ungew&ouml;hnlichen Stoffen experimentiert, um zu sehen, wie diese sich in ihren H&auml;nden verhalten.</p><p>&bdquo;Mit Salz auf schwarzer Pappe oder mit dem Sand am Strand versuche ich, Menschen oder Gesichter zu formen. Da ist das Gef&uuml;hl an den Fingern ganz besonders. Du sp&uuml;rst das Material. Dazu kommt eine gewisse Verg&auml;nglichkeit. Am Ende lasse ich das Salz wieder von der Pappe rieseln und lasse die Figuren am Strand zur&uuml;ck. Im n&auml;chsten Moment sind sie vielleicht zertrampelt oder fortgesp&uuml;lt.&ldquo;</p><h2>&Uuml;ber das Staunen und die Langsamkeit</h2><p>Flie&szlig;ender Kaffee, rieselnde K&ouml;rner, staubig-trockene Kreide und viele andere Materialien und Techniken sind&nbsp;zu sehen im Instagram-Account von Christina Lambertus <a href="https://instagram.com/kaffeeundkreide?igshid=OGQ5ZDc2ODk2ZA==" target="_blank">&bdquo;Kaffee und Kreide&ldquo;</a>. Die K&uuml;nstlerin probiert gerne aus, ist Grenzg&auml;ngerin, und hat sich eine kindliche Unbefangenheit bewahrt.</p><p>Auch nach langj&auml;hriger Erfahrung entdeckt sie immer wieder Neues: &bdquo;Diese &uuml;berraschenden Effekte bringen mich zum Staunen. Obwohl ich selbst voll verantwortlich daf&uuml;r bin, was ich aufs Papier bringe, bin ich trotzdem &uuml;berrascht. Mich fasziniert der Entstehungsprozess &ndash; aber auch das Ergebnis. Ja, ich staune manchmal am Ende &uuml;ber meine eigenen Kunstwerke.&ldquo;</p><p>&bdquo;Kunst ist langsam&ldquo;, beschreibt Christina Lambertus einen weiteren Wesenszug ihrer Arbeit. &bdquo;Man muss sich Zeit nehmen zum Malen. Jemand schenkt seiner Frau zum Hochzeitstag ein Portrait, aber er macht nicht einfach nur ein Foto. Stattdessen gibt er ein Bild davon in Auftrag. Es ist f&uuml;r mich etwas sehr Besonderes, an diesem langsamen Entstehungsprozess des Geschenks beteiligt zu sein.&ldquo;</p><p>Wenn die K&uuml;nstlerin sich die Zeit nimmt und zum Pinsel, Stift oder in den Sand greift, dann verliert sie sich schon mal, vergisst zu essen, dann ger&auml;t ihr die Zeit aus dem Blick. &bdquo;Aber ich merke, dass es mich in meiner Pers&ouml;nlichkeit total voranbringt und dass es mir guttut &ndash; wie wenig anderes. Auch, nachdem ich gemalt habe. Es hat einfach einen positiven Effekt auf mich.&ldquo; So &ouml;ffnet sich die junge Frau dem kreativen Prozess&nbsp;und l&auml;sst die Leere der Gedanken zu. Unbemerkt entsteht &uuml;ber Stunden eine visuelle Botschaft, die den Raum erf&uuml;llt wie Kaffeeduft die R&ouml;sterei.</p><h2>Kaffeebecher, die &uuml;berflie&szlig;en</h2><p>Es mag ziellos und frei erscheinen, wenn Christina Lambertus &uuml;ber den Prozess des Malens spricht. Es ist ein kreatives Schaffen aus sich selbst heraus. Doch sie verbindet damit viele gute Absichten f&uuml;r die Betrachter ihrer Werke. &bdquo;Ich hoffe, dass meine Kunst &uuml;ber sich hinausweist, dass Menschen zum Beispiel anfangen, &uuml;ber die Sch&ouml;nheit der Sch&ouml;pfung zu staunen, dass ihre Vorstellungskraft angeregt wird und Emotionen ausgel&ouml;st werden, wie das nur durch Kunstformen wie Musik oder Malerei geschieht. Ich m&ouml;chte Leute inspirieren und will, dass sie anfangen weiterzudenken.&ldquo;</p><p>Wie bei einer Reihe von Bildern, die sie &bdquo;Overflowing Cups&ldquo; nennt, &uuml;berflie&szlig;ende Becher, inspiriert von <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23</a>. &bdquo;Da hab ich mit Kaffee gearbeitet, mit den runden Abdr&uuml;cken von Tassen. In diese Kreise hinein habe ich Dinge gemalt, die von Genuss handeln. Dinge, die ein Segen sind und f&uuml;r die ich dankbar bin. So wie der Kaffee selbst, der ja auch ein Genuss ist und mit dem ich male. So spiegelt sich das Genie&szlig;en in dem Werk doppelt wider. Ich will zur Dankbarkeit anregen.&ldquo;</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p>&nbsp;</p><h2>Was H&auml;nde &uuml;ber Menschen verraten</h2><p>In eine Gro&szlig;familie hineingeboren, wuchs Christina Lambertus als j&uuml;ngstes von neun&nbsp;Geschwistern auf. Von Kindesbeinen an war sie umgeben von Menschen, die sie beeinflusst und gepr&auml;gt haben. Das Zusammensein und aufeinander Achten bot ausreichend Gelegenheit, sich in die Augen zu schauen, das Gegen&uuml;ber zu sehen, zu beobachten &ndash; und zu studieren.</p><p>Eine weitere Folge von Bildern der Kaffee-Malerin dreht sich um H&auml;nde: &bdquo;Oft kann man H&auml;nden ansehen, was f&uuml;r ein Mensch das ist. Sie zeigen das Alter, oder ob jemand viel gearbeitet hat, solche Dinge. Bei den Werken, die ich interpretiert habe, geht es auch um wichtige Handlungen. Denn H&auml;nde stehen ja auch f&uuml;r Taten.&ldquo; So hat Lambertus mehrere Kaffee-Studien angefertigt, teils nur Ausschnitte von Werken alter Meister, die Aspekte des christlichen Glaubens spiegeln.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p><br />
&bdquo;Bei dem Ausschnitt aus der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo geht es um die Beziehung zwischen Gott und Mensch, die Erschaffung Adams, der Mensch als Gesch&ouml;pf und Gott als Sch&ouml;pfer. Dann die Fu&szlig;waschung nach Ford Madox Brown. Sie steht im direkten Kontrast dazu. Gott ist hier ein Diener, der sich klein macht und F&uuml;&szlig;e w&auml;scht. Wir sind aufgefordert, es ihm gleich zu tun, anderen zu dienen. Und die betenden H&auml;nde von D&uuml;rer. Sie stehen f&uuml;r das Gespr&auml;ch mit Gott, die Verbindung zu Gott, die wir brauchen. Sie zeigen die Antwort des Menschen auf das Handeln Gottes aus den anderen Bildern.&ldquo;</p><h2>Kunst macht etwas mit mir</h2><p>Benutzt der Sch&ouml;pfergott Kaffee, um eine Malerin zu inspirieren, oder andere Menschen durch ihre Kunst zu ber&uuml;hren? &Uuml;ber die Frage hat sie selbst auch schon nachgedacht: &bdquo;Inwiefern sp&uuml;re ich selbst Gott oder erlebe ich direkt Gott? Ich denke, beim Malen ist es f&uuml;r mich unterschwelliger als zum Beispiel beim Beten oder Bibellesen. Aber Kunst macht etwas mit mir. Es ist etwas, das Gott in mich hineingelegt hat und was ihn total freut. Und das spiegelt etwas wider von seinem Charakter und seinem Wesen, Menschen zu dienen.&ldquo;</p><figure class="erf-imagezoom image round right"><img alt="Ein Arbeitsplatz, der nach Kaffee duftet (Foto: Sarah Delanie)" height="1120" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030231.jpg" width="1120" /><figcaption>Ein Arbeitsplatz, der nach Kaffee duftet (Foto: Sarah Delanie)</figcaption></figure><p>Wenn die Arbeit abgeschlossen ist, kommt es vor, dass das Kunstwerk ganz neue Impulse freisetzt. Anders vielleicht, als der Malerin bislang bewusst war. Ist das Bild gelungen, spricht es den Betrachter auf verschiedenen Ebenen an. &bdquo;Wenn ich mir ein Kunstwerk von anderen anschaue oder auch etwas von mir, komme ich noch mal viel bewusster ins Nachdenken dar&uuml;ber, mehr als vorher beim Malen selbst. Am Ende denke ich zum Beispiel, krass, ich sehe auf diesem Bild eine Geborgenheit, und das sagt mir etwas dar&uuml;ber, wie Gott sich k&uuml;mmert und wie er liebt.&ldquo;</p><p>Durch Kunst dem Raum geben, wie Gott ist und was er sagen will. Dabei eine Atmosph&auml;re schaffen, die sinnlich und ansprechend zugleich ist. Mit Kaffeeduft gelingt das noch besser. Ob mit einer Tasse frischem Kaffee in der Hand oder mit duftender Kaffeekunst f&uuml;rs Auge. Wenn Christina Lambertus abtaucht und immer wieder den Pinsel in die schwarzbraune Fl&uuml;ssigkeit stippt, genie&szlig;t sie doppelt: &bdquo;Das ist schon cool beim Malen mit Kaffee, das riecht einfach gut.&ldquo;<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Kai Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16494203.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Kai Rinsland]]></author>
      <pubDate>Sun, 31 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein roter Teppich hinter Gittern]]></title>
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      <description><![CDATA[In einem albanischen Gefängnis erfahren Frauen bei einem Nähkurs von Gottes Liebe. ]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129472.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Samuel Yongbo Kwon /&nbsp;Unsplash</figcaption></figure><p>Hanna* schaut neugierig durch den Vorhang, w&auml;hrend sie ihr Kleid nochmal zurecht zupft. Vor ihr erstreckt sich ein roter Teppich. Die Musik setzt ein, ihr Herz klopft schneller und ihr L&auml;cheln wird breiter. Heute darf sie ihre eigene Kreation vor einem Publikum vorstellen. Bei strahlendem Sonnenschein schreitet sie mit ihren Absatzschuhen den Teppich entlang. Im Hof sitzen Frauen und klatschen, als sie stolz ihren selbstgen&auml;hten Look pr&auml;sentiert.</p><p>F&uuml;r einen Moment f&uuml;hlt es sich wie ein gro&szlig;er Modemoment an. Doch in einem kurzen Augenblick schweift Hannas Blick &uuml;ber die hohen Mauern und vergitterten Fenster. Sie befindet sich auf dem roten Teppich, mitten im Gef&auml;ngnis.</p><p>Die Modenschau markiert den Abschluss eines N&auml;hkurses f&uuml;r sieben Frauen in einem Frauengef&auml;ngnis in Albanien. &Uuml;ber Wochen haben sie mit Nadel und Faden gearbeitet und ihre eigenen Kleider gestaltet. Dabei geht es weit mehr als um Mode. Hinter dem Projekt steht unser Partner TWR Albanien, der den Kurs ins Leben gerufen hat.</p><h3>Handwerk trifft Botschaft</h3><p>&Uuml;ber das Ereignis berichtet Ledi, Leiterin von TWR Albanien:</p><blockquote><p>In ihren Gesichtern spiegelte sich die Freude &uuml;ber ihren Erfolg wider. Die anderen Insassinnen jubelten ihnen zu und gratulierten ihnen zu ihrer Arbeit. Das ist noch nicht alles. Denn das Wichtigste ist, dass sie von Jesus und seiner Liebe zu ihnen geh&ouml;rt haben.</p></blockquote><p>Mit der <a href="https://www.erf.de/unterstuetzen/erf-global-hope/projekte/wertvoll-und-geliebt/53466-96" target="_blank">Radiosendung &bdquo;Women of Hope&ldquo;</a> m&ouml;chte das TWR Team Frauen ihren Wert und ihre Identit&auml;t in Jesus zeigen. Arta ist Produzentin der &bdquo;Women of Hope&ldquo; Sendungen. Doch ihre Arbeit beschr&auml;nkt sich nicht auf das Studio. Sie liebt das N&auml;hen und m&ouml;chte diese Kunst teilen.</p><p>Regelm&auml;&szlig;ig f&auml;hrt sie ins Gef&auml;ngnis, um die Frauen pers&ouml;nlich zu treffen. Es liegt ihr am Herzen, dass jede Frau erf&auml;hrt, wie wertvoll sie in Gottes Augen ist. Die praktische Arbeit am Stoff verbindet sie dabei bewusst mit kurzen Impulsen aus der Bibel.</p><p>In dieser intensiven Zeit w&auml;chst ihr Vertrauen zueinander. Schritt f&uuml;r Schritt &ouml;ffnen die Frauen ihr Herz und teilen Arta mit, was sie bewegt. Zum Abschluss des N&auml;hkurses erh&auml;lt jede feierlich eine Urkunde.</p><p>&nbsp;</p><p><img alt="" src="https://www.erf.de/Nähkurs Absolvierung TWR Albanien" /><img alt="" height="357" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129466.jpg" width="575" /></p><h3>&nbsp;</h3><h3>Begleitung, die neue Perspektive schenkt</h3><p>Das Engagement des TWR Teams endet nicht hinter Gef&auml;ngnismauern. Sie besuchen auch Schutzsuchende in Frauenh&auml;usern, die vor ihren gewaltt&auml;tigen Partnern geflohen sind. Jede von ihnen bringt ihre eigene Geschichte mit. Ledi und ihr Team h&ouml;ren zu, ermutigen und begleiten sie.</p><p>Dabei erleben sie gemeinsam, wie die traumatisierten Frauen Vertrauen fassen und Heilung im Herzen zulassen. Manche wagen den Schritt, sich f&uuml;r Jesus zu entscheiden. Jeder Moment mit den Frauen best&auml;tigt dem Team aufs Neue: Gott liebt jede bedingungslos, egal unter welchen Umst&auml;nden.</p><h3>Schenken Sie Hoffnung f&uuml;r Albanien</h3><p>Die Arbeit im Gef&auml;ngnis und die Begegnungen mit Frauen in Not inspirieren Ledi and Arta bei der Produktion ihrer &ldquo;Women of Hope Programme&rdquo;, die sie &uuml;ber soziale Medienkan&auml;le im ganzen Land verbreiten.</p><p>Der ERF unterst&uuml;tzt diese wichtige Arbeit seines albanischen TWR Partners seit vielen Jahren. Mit <a href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=6115&amp;restrict=1" target="_blank">Ihrer Spende</a> erm&ouml;glichen Sie, dass albanische Frauen ein Leben mit Jesus wagen und neue Wege f&uuml;r eine gute Zukunft entdecken.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17339194.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Fri, 29 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Was ist christlicher Zionismus?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/was-ist-christlicher-zionismus/2270-542-8065</guid>
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      <description><![CDATA[Ein Überblick über die Geschichte und die biblische Grundlage des christlichen Zionismus.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128262.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Levi Meir Clancy /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Der Begriff &bdquo;Zionismus&ldquo; wird im &ouml;ffentlichen Diskurs zunehmend verzerrt und vergiftet. Antisemiten verwenden den Begriff &bdquo;Zionist&ldquo; l&auml;ngst als Tarnbegriff f&uuml;r &bdquo;Jude&ldquo;, oft verbunden mit entmenschlichenden Vergleichen oder Gewaltaufrufen.</p><p>Linke Intellektuelle deuten den Zionismus zum westlichen Kolonialprojekt um, um den j&uuml;dischen Staat grunds&auml;tzlich zu delegitimieren. Rechte Meinungsmacher, insbesondere in den USA, diffamieren Zionismus als Einflussnahme auf die US-Au&szlig;enpolitik. Dabei polemisieren sie zunehmend gegen Christen, die den j&uuml;dischen Staat unterst&uuml;tzen, und werfen ihnen vor, biblische Texte f&uuml;r politische Zwecke zu verbiegen.</p><p>Grund genug zu fragen: Was bedeutet Zionismus eigentlich? Und warum bezeichnen sich auch viele Christen als Zionisten?</p><h2>Definition und Grundlage des Zionismus</h2><p>Zionismus bezeichnet schlicht die Anerkennung des Rechts der Juden, selbstbestimmt und in Sicherheit in ihrem eigenen Staat zu leben &ndash; in ihrem Heimatland Israel, dem &bdquo;Land Zion&ldquo;. Dieses Recht ist historisch, moralisch, v&ouml;lkerrechtlich und biblisch verankert. Als Zionisten bezeichnet man entsprechend alle, die dieses Recht anerkennen.</p><h3>Der historische Anspruch der Juden auf das Land Israel</h3><p>Historisch gesehen ist das Land Israel seit mehr als 3&nbsp;000 Jahren das politische, religi&ouml;se und kulturelle Zentrum des j&uuml;dischen Volkes. Die j&uuml;dische Pr&auml;senz im Land war &ndash; wenn auch zu manchen Zeiten stark verringert &ndash; nie unterbrochen. Im Gegensatz zu anderen V&ouml;lkern, die im Laufe der Jahrhunderte das Land eroberten und beherrschten, ist die tiefe kulturelle und religi&ouml;se Verbundenheit der Juden zum Land Israel unbestreitbar.</p><h3>Das moralische Argument f&uuml;r einen j&uuml;dischen Staat</h3><p>Das moralische Argument gr&uuml;ndet auf der jahrhundertelangen Diskriminierung und Verfolgung von Juden &ndash; und zwar nicht nur im christlichen Europa, sondern auch im muslimischen Nahen Osten. Insbesondere der Holocaust unterstreicht die Notwendigkeit eines j&uuml;dischen Staates, in dem Juden Zuflucht finden und aus dem heraus sie sich selbst verteidigen k&ouml;nnen, statt allein vom Wohlwollen anderer abh&auml;ngig zu sein.</p><h3>Die v&ouml;lkerrechtliche Grundlage des Staates Israel</h3><p>V&ouml;lkerrechtlich wurde der Anspruch der Juden auf das Land Israel im 20. Jahrhundert verankert. Die Balfour-Erkl&auml;rung von 1917 beinhaltete die Absicht der britischen Regierung, einen j&uuml;dischen Staat im Mandatsgebiet Pal&auml;stina zu errichten. Diese Absichtserkl&auml;rung wurde 1920 bei der Konferenz von San Remo in verbindliches V&ouml;lkerrecht &uuml;berf&uuml;hrt.</p><p>Der V&ouml;lkerbund, die Vorl&auml;uferorganisation der Vereinten Nationen, best&auml;tigte dies 1922 im Britischen Mandat f&uuml;r Pal&auml;stina. Die UN-Teilungsresolution 181 von 1947 und die international anerkannte Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung Israels von 1948 bilden den Abschluss der v&ouml;lkerrechtlichen Grundlage.</p><h3>Christliche Zionisten berufen sich auf die Bibel</h3><p>Christliche Zionisten sind Christen verschiedener Denominationen und Nationalit&auml;ten, die das Recht des j&uuml;dischen Volkes auf einen eigenen Staat im Land Israel anerkennen. Sie bekr&auml;ftigen die historische, moralische und v&ouml;lkerrechtliche Legitimation des j&uuml;dischen Staats, begr&uuml;nden ihre Unterst&uuml;tzung Israels aber in erster Linie anhand der Bibel.</p><p>Denn laut Bibel hat Gott das Land Israel Abraham, Isaak und Jakob als ewigen Besitz zugesagt. Christliche Zionisten sind davon &uuml;berzeugt: Die Juden sind auch heute noch Gottes Volk und diese Verhei&szlig;ung Gottes ist weiterhin g&uuml;ltig.</p><h2>Wann entstand der christliche Zionismus?</h2><p>Christlicher Zionismus ist keine organisierte Bewegung. Christen, die per Definition zwar Zionisten sind, bezeichnen sich nicht notwendigerweise als solche. Der Begriff &bdquo;christlicher Zionismus&ldquo; geht wahrscheinlich auf Theodor Herzl (1860-1904) zur&uuml;ck, den Vater des modernen, politischen Zionismus. Christliche Unterst&uuml;tzer seiner Bewegung bezeichnete er schlicht als &bdquo;christliche Zionisten&ldquo;. Die Weichen dieser Unterst&uuml;tzung wurden jedoch bereits Jahrhunderte zuvor gelegt.</p><p>Als die Bibel im 16. Jahrhundert in zeitgen&ouml;ssische Sprachen &uuml;bersetzt wurde, setzte eine breite Wiederentdeckung biblischer Wahrheiten ein, allen voran die Erkenntnis, dass allein die Heilige Schrift Grundlage des Glaubens ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Viele Christen, die die Bibel lasen, stie&szlig;en nun auf Gottes Verhei&szlig;ungen an das j&uuml;dische Volk und erkannten: Gott hatte Israel, entgegen der Lehre der Kirche, nicht verworfen.</p></blockquote><p>Puritanische Denker wie Thomas Brightman und Henry Finch schlussfolgerten bereits im 17. Jahrhundert, dass eine k&uuml;nftige R&uuml;ckkehr des j&uuml;dischen Volks ins verhei&szlig;ene Land zu erwarten sei. Im 19. Jahrhundert wuchs unter evangelikalen Christen in Gro&szlig;britannien und im deutschsprachigen Raum die &Uuml;berzeugung, dass diese R&uuml;ckkehr kurz bevorstand und Christen dazu beitragen sollten, sie vorzubereiten.</p><p>Im damals von den Osmanen beherrschten Land Israel er&ouml;ffneten sie Schulen und Krankenh&auml;user, gr&uuml;ndeten moderne landwirtschaftliche Betriebe. Dies geschah Jahrzehnte, bevor Theodor Herzl 1897 die politische zionistische Bewegung ins Leben rief.</p><h2>Die biblische Grundlage: Gottes Bund mit Abraham</h2><p>F&uuml;r christliche Unterst&uuml;tzer Israels wichtige Schl&uuml;sseltexte stehen in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 12&ndash;17</a>. Mehrmals wird hier Gottes Bund mit Abraham und die damit verbundene Verhei&szlig;ung des Landes Kanaan beschrieben &ndash; als ewiges Erbe f&uuml;r Abraham und seine Nachkommen.</p><p>Die Art und Weise, wie Gott hier seinen Bund mit Abraham schlie&szlig;t, sind ebenso bedeutsam wie sein Inhalt. Nach altorientalischer Praxis teilt Abraham Tiere in zwei H&auml;lften und legt die St&uuml;cke einander gegen&uuml;ber. &Uuml;blicherweise schritten B&uuml;ndnispartner inmitten der get&ouml;teten Tiere hindurch &ndash; als symbolische Selbstverfluchung: &bdquo;Wenn ich diesen Bund breche, soll es mir so ergehen wie diesen Tieren.&ldquo;</p><p>Doch in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose15" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 15</a> geschieht etwas Ungew&ouml;hnliches: Abraham schl&auml;ft und nur Gott selbst f&auml;hrt in der Erscheinung von Rauch und Feuer durch die St&uuml;cke hindurch. Abraham geht nicht hindurch.</p><blockquote><p>Somit schlie&szlig;t Gott mit Abraham einen unilateralen, einen einseitigen Bund, in dem allein Gott sich verpflichtet, diesen zu halten.&nbsp;</p></blockquote><p>Die fortbestehende Wirksamkeit des Bundes und der Landverhei&szlig;ung bekr&auml;ftigt Gott sp&auml;ter ausdr&uuml;cklich gegen&uuml;ber Isaak (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose26%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 26,3</a>) und Jakob (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose28%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 28,13</a>). Damit wird deutlich, wer die Erben dieser Verhei&szlig;ung sind, und wer nicht. Sie gilt nicht Ismael, nicht den S&ouml;hnen von Abrahams Nebenfrauen, nicht Esau. Sie gilt allein Jakob, dem Gott den Namen Israel gibt, und seinen zw&ouml;lf S&ouml;hnen, den St&auml;mmen Israels.</p><h2>Gottes ewig g&uuml;ltiger Bund mit Israel</h2><p>Die ewige G&uuml;ltigkeit dieses Bundes zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die mehrheitlich nichtj&uuml;dische Gemeinde in Rom folgende Worte &uuml;ber das j&uuml;dische Volk:<em> &bdquo;Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der V&auml;ter willen. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/R%C3%B6mer11%2C28-29" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer 11,28-29</a>).</p><p>Damit bekr&auml;ftigt Paulus, dass Israels Erw&auml;hlung und Gottes Bundesschluss mit Abraham auch dann ihre G&uuml;ltigkeit behalten, selbst wenn Israel seinen Messias noch nicht angenommen hat. Und in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Galater3%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 3,17</a> betont er ausdr&uuml;cklich, dass das sp&auml;ter hinzugef&uuml;gte mosaische Gesetz die Verhei&szlig;ungen an Abraham weder aufgehoben noch ver&auml;ndert hat.</p><p>Auch nach Inkrafttreten des neuen Bundes, der durch Jesus allen Menschen eine pers&ouml;nliche Beziehung zu Gott erm&ouml;glicht, bleibt der Abrahams-Bund g&uuml;ltig. Dies wird bereits in der Ank&uuml;ndigung des neuen Bundes im Alten Testament deutlich, als Gott sagt, dass er Israel niemals verwerfen wird (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia31%2C31-37" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 31,31-37</a>).</p><p>W&auml;hrend allerdings die Erw&auml;hlung der Juden als Gottes Volk und die Verhei&szlig;ung des Landes Kanaan als ihr Erbe bedingungslos sind, ist das Recht, im verhei&szlig;enen Land zu wohnen, an eine Bedingung gekn&uuml;pft: das Befolgen der Gebote Gottes (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/3.Mose26" class="bibleserver extern" target="_blank">3. Mose 26</a>).</p><h2>Israels Exil und R&uuml;ckkehr</h2><p>Einige Jahrhunderte nach Abraham sieht Mose voraus, was kommen wird. In seinen Abschiedsreden ermahnt er das Volk, Gott treu zu bleiben. Zugleich prophezeit er ihr Scheitern: Sie w&uuml;rden sich von Gott abwenden, aus dem Land vertrieben und unter die Nationen zerstreut werden. Doch dabei l&auml;sst Mose es nicht bewenden. Er k&uuml;ndigt auch Gottes k&uuml;nftiges Erbarmen sowie die R&uuml;ckkehr ins Heilige Land und die geistliche Umkehr des Volkes zu seinem Gott an (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/5.Mose30%2C4-6" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 30,4&ndash;6</a>).</p><p>Rund 700 Jahre sp&auml;ter wurde das j&uuml;dische Volk ins babylonische Exil gef&uuml;hrt. Zur Zeit der Perserk&ouml;nige kehrten unter Serubbabel, Esra und Nehemia einige Familien nach Jerusalem zur&uuml;ck, doch die Mehrzahl der Juden blieb in Babylon. Eine vollst&auml;ndige Heimkehr erfolgte nicht.</p><p>Der Prophet Jesaja blickt &uuml;ber dieses erste Exil hinaus. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja11" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 11</a> spricht davon, dass Gott sein Volk ein zweites Mal loskaufen und die Zerstreuten <em>&bdquo;von den vier Enden der Erde&ldquo;</em> sammeln werde. Diese Formulierung deutet bereits eine zweite, weitaus umfassendere Zerstreuung an, als sie das babylonische Exil darstellte. Sie tritt ein, als die R&ouml;mer im Jahr 70 n. Chr. den j&uuml;dischen Aufstand niederschlagen und den Zweiten Tempel zerst&ouml;ren. Was folgt, ist eine Zerstreuung der Juden in alle Himmelsrichtungen, &uuml;ber Jahrhunderte hinweg.</p><p>Die zweite R&uuml;ckkehr, von der Jesaja spricht, setzte Ende des 19. Jahrhunderts ein und dauert bis heute an. Und sie geschieht tats&auml;chlich von den Enden der Erde aus: Bereits aus mehr als 100 L&auml;ndern sind Juden in das Land ihrer V&auml;ter zur&uuml;ckkehrt.</p><blockquote class="noshare"><p>In dieser R&uuml;ckkehr und im Wiederentstehen des j&uuml;dischen Staates sehen viele die Erf&uuml;llung dessen, was die Bibel vor &uuml;ber 2&nbsp;700 Jahren ank&uuml;ndigte.</p></blockquote><h2>Ein s&auml;kularer Judenstaat: Widerspruch zur biblischen Verhei&szlig;ung oder ihre Erf&uuml;llung?</h2><p>Christen, die eine biblisch begr&uuml;ndete Unterst&uuml;tzung Israels ablehnen, verweisen oft darauf, dass der heutige Staat Israel ein s&auml;kularer Staat sei. Tats&auml;chlich entspricht nicht alles, was Israel tut oder was in Israel geschieht, biblischen Ma&szlig;st&auml;ben. Das wirft f&uuml;r einige Christen die Frage auf, inwiefern dieser Staat wirklich Teil von Gottes Plan ist.</p><p>Doch gerade diese Tatsache erf&uuml;llt eine weitere zentrale Prophezeiung. Der Prophet Hesekiel beschreibt in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Hesekiel36" class="bibleserver extern" target="_blank">Hesekiel 36</a> eine klare Abfolge: Zuerst sammelt Gott sein Volk aus allen L&auml;ndern und bringt es in sein Heimatland zur&uuml;ck. Dies tut er nicht, weil Israel es verdient h&auml;tte, sondern damit die Nationen erkennen, dass er der wahre Gott ist. Erst nach der R&uuml;ckkehr reinigt er laut Prophezeiung Israel von seiner Unreinheit und veranlasst es, seinen Willen zu tun.</p><p>Der Prophet Sacharja f&uuml;gt dem noch hinzu, dass die geistliche Erneuerung im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu geschehen wird (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Sacharja12" class="bibleserver extern" target="_blank">Sacharja 12-14</a>).</p><blockquote><p>Die Wiederentstehung Israels als s&auml;kularer, unvollkommener Staat steht also nicht im Widerspruch zur Bibel &ndash; im Gegenteil: Gott bringt sein Volk zun&auml;chst heim, so wie es jetzt ist. Die Verwandlung seiner Herzen ist das, was noch folgen wird.</p></blockquote><h2>Was die R&uuml;ckkehr Israels uns Christen sagt</h2><p>Die R&uuml;ckkehr der Juden in das Land Israel und das Wiedererscheinen dieser uralten Nation auf der Weltb&uuml;hne ist in der Menschheitsgeschichte einzigartig. Viele Christen f&uuml;hlen sich dadurch ermutigt. Zum einen, weil es ein Beweis daf&uuml;r ist, dass die Worte der Bibel wahr, zuverl&auml;ssig und heute noch relevant sind.</p><p>Zum anderen unterstreicht es, dass Gott treu bleibt, auch dann, wenn wir Menschen untreu werden. Das Versprechen, das er den Juden vor Jahrtausenden gab, hat er weder vergessen noch f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt. Er h&auml;lt heute noch daran fest und bringt sein Volk aus aller Welt zur&uuml;ck, ganz gleich, in welchem geistlichen Zustand sie sich befinden. Dieser Gott wird auch die Zusagen halten, die er denen gegeben hat, die ihm nachfolgen. Er, der Israel nicht vergessen hat, vergisst auch uns &ndash; seine Nachfolger &ndash; nicht.</p><h2>Was christlicher Zionismus ist und was nicht</h2><h3>Am Wirken Gottes teilhaben</h3><p>Christlicher Zionismus bedeutet nicht eine R&uuml;ckkehr zum mosaischen Gesetz. Die Erw&auml;hlung Israels und die damit verbundenen Verhei&szlig;ungen gr&uuml;nden auf Gottes Bund mit Abraham und nicht auf dem sp&auml;teren Bundesschluss am Berg Sinai.</p><p>Auch wenn Christen im modernen Staat Israel die Erf&uuml;llung biblischer Prophezeiungen sehen, bedeutet dies nicht, dass sie endzeitliche Ereignisse herbeif&uuml;hren oder die Wiederkunft Jesu beschleunigen wollen &ndash; ein Vorwurf, den Kritiker immer wieder erheben.</p><blockquote class="noshare"><p>Es geht ihnen nicht darum, irgendwelche Stationen auf einem endzeitlichen Fahrplan abzuhaken, sondern darum, am Plan und am Wirken Gottes teilzuhaben.</p></blockquote><p>Christen erkennen die einzigartige Rolle des j&uuml;dischen Volkes an, das der Welt die Bibel und den Messias Jesus gegeben hat (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/R%C3%B6mer15%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer 15,27</a>). Zugleich wissen sie um die eigene Geschichte: Zu lange hat die Kirche dem j&uuml;dischen Volk nicht Segen, sondern Verfolgung gebracht. Aufgrund dieses dunklen Erbes sehen sich viele Christen dazu verpflichtet, heute bewusst anders zu handeln und andere dazu zu motivieren, ihrem Beispiel zu folgen.</p><h3>Weder unkritische Parteinahme noch doppelte Ma&szlig;st&auml;be</h3><p>Christlicher Zionismus ist in diesem Kontext keine unkritische Parteinahme. Er bedeutet nicht, alles gutzuhei&szlig;en, was in der israelischen Gesellschaft oder Politik geschieht. Wer Israel kennt, wei&szlig;, wie tief die Meinungsverschiedenheiten selbst unter Israelis reichen. Entsprechend k&ouml;nnen auch christliche Zionisten in vielen Fragen differenzierte und unterschiedliche Positionen vertreten. Dies gilt auch in Bezug auf den sehr komplexen Konflikt zwischen Israelis und Pal&auml;stinensern.</p><p>Dennoch nennen sie es beim Namen, wenn Kritik an Israel &uuml;berm&auml;&szlig;ig, unberechtigt oder von zweierlei Ma&szlig; geleitet ist. Etwa wenn an den Staat Israel Ma&szlig;st&auml;be angelegt werden, die gegen&uuml;ber keinem anderen Staat der Welt angelegt werden. Sie entlarven antisemitische Verleumdungen &ndash; sei es in den Medien oder durch internationale Gremien &ndash;, mit denen der j&uuml;dische Staat immer wieder konfrontiert wird, und stellen sich ihnen entschieden entgegen.</p><h3>Gottes Plan f&uuml;r die arabischen Nationen</h3><p>Israel zu unterst&uuml;tzen, bedeutet nicht, gegen Araber zu sein. Gott sagte &uuml;ber Ismael, der als Stammvater der Araber gilt: <em>&bdquo;Ich habe ihn gesegnet&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose17%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 17,20</a>). Viele christliche Zionisten setzen sich daher f&uuml;r Vers&ouml;hnung von Israelis, Pal&auml;stinensern und den arabischen Nachbarstaaten ein.</p><p>Die biblischen Propheten, die die R&uuml;ckkehr der Juden in ihr Heimatland vorhersagten, k&uuml;ndigten auch Gottes Friedenspl&auml;ne f&uuml;r die umliegenden, heute mehrheitlich arabischen Nationen an. Beispielsweise beschreibt <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja19" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 19</a> eine Allianz, die eines Tages von &Auml;gypten &uuml;ber Israel, Libanon und Syrien bis in den Irak reichen und zum Segen f&uuml;r die Welt werden wird.</p><h2>Treue zur Bibel &ndash; Solidarit&auml;t mit Israel</h2><p>Es zeigt sich damit: Der Anspruch der Juden auf das Land Israel ist historisch, moralisch, v&ouml;lkerrechtlich und biblisch verankert. Weder eine Verunglimpfung noch eine Umdeutung des Begriffes &bdquo;Zionismus&ldquo; k&ouml;nnen diesen Anspruch aush&ouml;hlen.</p><p>Entgegen den Behauptungen vieler Kritiker ist der christliche Zionismus somit auch keine Abirrung von christlichen Wahrheiten, sondern gr&uuml;ndet auf den Worten der Bibel. Der Glaube an die nationale Wiederherstellung Israels existierte bereits in den Tagen der Ur-Gemeinde.</p><p>Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, fragten seine J&uuml;nger ihn: <em>&bdquo;Herr, stellst du in dieser Zeit f&uuml;r Israel das Reich wieder her? Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Apostelgeschichte1%2C6-7" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 1,6-7</a>).</p><p>Jesus korrigiert die Frage nicht inhaltlich. Er sagt nicht, es werde keine nationale Wiedergeburt Israels geben, sondern, dass allein sein Vater im Himmel den Zeitpunkt kennt. Und in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas21%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 21,24</a> deutet Jesus an, dass die Zeit, in der Jerusalem von fremden Nationen beherrscht wird, eines Tages enden wird.</p><blockquote><p>Viele Christen sehen in der Gr&uuml;ndung des modernen Staates Israel die Erf&uuml;llung dieser Worte Jesu und somit das Handeln Gottes.</p></blockquote><p>Dies veranlasst sie, f&uuml;r Israel zu beten und es zu segnen sowie j&uuml;dischen Menschen Wertsch&auml;tzung entgegenzubringen. Gerade in Zeiten, in denen Juden und Israel mit Hass &uuml;berzogen werden, sehen sie sich dazu aufgefordert, ihre Solidarit&auml;t &ouml;ffentlich und entschieden zum Ausdruck zu bringen.<br /><br /><strong>Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengef&uuml;hrte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet &ndash; durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf:&nbsp;</strong><strong><a href="http://www.sareltours.com/de">www.sareltours.com/de</a></strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17348361.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Tue, 26 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Der Heilige Geist: Das unverstandene Geschenk]]></title>
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      <description><![CDATA[Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128094.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nasib /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Christen feiern an Pfingsten, dass Jesus Christus sie in dieser Welt nicht alleine l&auml;sst. Wie er es seinen J&uuml;ngern versprochen hat, schickt er ihnen 50 Tage nach Ostern seinen Stellvertreter. Jesus selbst ist nach seiner Himmelfahrt nun zwar nicht mehr sichtbar anwesend, aber es gibt zwischen ihm und jedem Gl&auml;ubigen durch den Heiligen Geist eine enge Verbindung.</p><p>Vielen Christen ist das theoretisch klar und trotzdem bleibt der Heilige Geist f&uuml;r sie eine nebul&ouml;se Sache: Man kann ihn nicht greifen und wei&szlig; auch nicht so recht, was man mit ihm anfangen soll. Dieser Artikel m&ouml;chte den Heiligen Geist aus dem Dunstkreis theologisch abstrakter Begriffe herunterholen und zeigen, wer er ist und wie er wirkt.</p><h2><strong>G&ouml;ttliche Energie oder Gott in Person?</strong></h2><p>Wer ist der Heilige Geist? Viele w&uuml;rde wohl als erstes das &bdquo;Wer&ldquo; in dieser Frage umformulieren in ein &bdquo;Was&ldquo;. Sie stellen sich den Heiligen Geist als eine unpers&ouml;nliche Kraft oder Energie vor, die in uns wirkt. Die Bibel zeichnet ein anderes Bild. Sie beschreibt den Heiligen Geist als eine Person, die in enger Beziehung zu Gott dem Vater und Gott dem Sohn steht.</p><p>Der Heilige Geist ist ein integraler Bestandteil des drei-einen Gottes (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes4%2C23-24" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;4,23-24</a>, <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte5%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte&nbsp;5,1-4</a>). Genau so wie Gott ist er allgegenw&auml;rtig, ewig und allwissend (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm139%2C7-10" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 139,7-10</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er9%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">Hebr&auml;er 9,14</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther2%2C10-11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 2,10-11</a>). Wie eine Person hat er Intellekt, Wille und Gef&uuml;hl (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther2%2C10-13" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 2,10-13</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 12,11</a>).</p><blockquote><p>Die Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber den Heiligen Geist in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;14-16</a> zeigen, dass es das Ziel des Heiligen Geistes ist, Jesus Christus ins Rampenlicht zu stellen.</p></blockquote><p>Der Heilige Geist ist auf Jesu Bitte hin und in seinem Namen gesandt (<a href="http://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes14,6-26" target="_blank" title="Bibeltext">Johannes&nbsp;14,6</a><a href="http://www.bibleserver.com/text/LUT/Johannes14,6-26" target="_blank">+26</a>). Das, was er den Menschen offenbart, redet er nicht aus sich selbst, sondern nimmt es von dem, was er von Jesus geh&ouml;rt hat (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes16%2C13-14" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 16,13-14</a>). Somit kann man sagen, dass dort, wo der Heilige Geist am Wirken ist, der Blick nicht auf Menschen gelenkt wird, auch nicht auf den Heiligen Geist selbst, sondern auf Jesus Christus.</p><h2><strong>Vom Geburtshelfer zum Mitbewohner</strong></h2><p>Auch im Alten Testament hat der Heilige Geist Menschen gef&uuml;hrt, inspiriert und in ihnen gewirkt. Der Schwerpunkt dieses Artikels soll jedoch sein Wirken seit Pfingsten sein.<br />
&nbsp;</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p>Liest man die verschiedenen Stellen im Neuen Testament, die beschreiben, was der Heilige Geist tut, wird deutlich, dass er ein Katalysator ist, ohne den der Glaube &uuml;berhaupt nicht funktionieren w&uuml;rde. Das f&auml;ngt bereits damit an, dass ein Mensch ohne das Wirken des Heiligen Geistes noch nicht einmal erkennen kann, dass er schuldig ist, weil er sein Leben ohne Gott lebt. Gleichzeitig ist er es auch, der den Ausweg aus diesem Dilemma aufzeigt, indem er deutlich macht, dass nur durch Jesus Christus Vergebung der Schuld und ein neues Leben m&ouml;glich ist (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes16%2C8-11" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 16,8-11</a>).<br /><br />
&Ouml;ffnet sich ein Mensch diesem Wirken des Heiligen Geists, bewirkt er als n&auml;chstes das, was die Bibel als Neu- oder Wiedergeburt bezeichnet (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes3%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;3,3</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Titus3%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Titus&nbsp;3,5</a>): Ein Mensch l&auml;sst sein altes Leben ohne Gott hinter sich und wird Gottes Kind. Bei diesem Prozess ist der Heilige Geist der Geburtshelfer, der diese geistliche Neugeburt &uuml;berhaupt erst erm&ouml;glicht. Nach diesem geistlichen Geburtsprozess ruht sich der Heilige Geist nicht aus. Im Gegenteil: Jetzt steht er mit Rat und Tat zur Seite, um dem neugeborenen Kind Gottes zu helfen, seine ersten Schritte im Glaubensleben zu machen.</p><p>Die Bibel bezeichnet diesen Vorgang damit, dass der Heilige Geist Wohnung im Gl&auml;ubigen nimmt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C16-17" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;14,16-17</a>). Eine Wohngemeinschaft auf Lebenszeit sozusagen:&nbsp;Sein ganzes Leben lang kann sich der Christ auf die Gegenwart und die Hilfe des Heiligen Geistes verlassen. Weil Christsein alleine schlecht geht, f&ouml;rdert der Heilige Geist auch die Beziehungen und die Gemeinschaft zwischen den einzelnen Christen. Durch ihn sind zu Pfingsten die J&uuml;nger zu einer engen geistlichen Gemeinschaft verbunden worden. Sie sind alle mit dem Heiligen Geist &bdquo;getr&auml;nkt&ldquo;&nbsp;(d.h. durchdrungen) (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Korinther&nbsp;12,13</a>). &nbsp;</p><h2><strong>Vorgeschmack des Himmels</strong></h2><p>Die Bibel spricht immer wieder in Symbolen und Bildern dar&uuml;ber, was der Heilige Geist f&uuml;r Christen ist und tut. Im 2. Brief an die Korinther vergleicht Paulus den Heiligen Geist zum Beispiel mit einer Anzahlung, die Gott Christen gegeben hat (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Korinther1%2C22" class="bibleserver extern" target="_blank">2.Korinther&nbsp;1,22</a>). Christen sind auf Hoffnung hin erl&ouml;st. Sie erleben einen Teil ihrer Rettung schon jetzt durch die Vergebung ihrer Schuld und dadurch, dass sie in einer Beziehung mit Gott leben k&ouml;nnen.</p><p>Aber die vollkommene Rettung kommt erst in der Ewigkeit. Erst dort wird Schuld &uuml;berhaupt kein Thema mehr sein, erst dort wird es kein Leid und keine qu&auml;lenden Fragen mehr geben. Erst dort wird die Gemeinschaft mit Gott und den anderen erl&ouml;sten Menschen ohne Spannung sein. Damit Christen angesichts aller Schwierigkeiten in dieser Welt und im eigenen Leben nicht ihre Hoffnung verlieren, schenkt ihnen Gott den Heiligen Geist. Durch seine ver&auml;ndernde Kraft k&ouml;nnen sie jetzt schon etwas von der zuk&uuml;nftigen Realit&auml;t erfahren.</p><blockquote><p>So, wie man bei einem Auto eine Anzahlung macht, um es sp&auml;ter dann ganz zu besitzen, gibt Gott den Heiligen Geist als Anzahlung auf das zuk&uuml;nftige, ewige Leben in Gottes Gegenwart. &nbsp;</p></blockquote><p>Jesus bezeichnet den Heiligen Geist immer wieder auch als Helfer und Beistand f&uuml;r seine Nachfolger (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C16-26" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes&nbsp;14,16-26</a>). Mit dieser Bezeichnung wird das vielf&auml;ltige Wirken des Geistes in den Gl&auml;ubigen zusammengefasst. So vermittelt er ihnen zum Beispiel die Gewissheit, dass sie Gottes Kinder sind und Vater zu ihm sagen d&uuml;rfen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer8%2C14-17" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer&nbsp;8,14-17</a>). Oder er hilft weiter, wenn sie nicht mehr wissen, was sie beten sollen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer8%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer&nbsp;8,26</a>).</p><p>Ein Prozess, der ohne die Hilfe des Heiligen Geistes gar nicht m&ouml;glich w&auml;re, ist die so genannte Heiligung. Dabei geht es darum, dass sich ein Christ ver&auml;ndert und Jesus &auml;hnlicher wird. Viele Christen versuchen das aus eigener Kraft und sind frustriert, weil es nicht geht. Die Briefe des Neuen Testamentes betonen, dass es zuerst der Heilige Geist ist, der hilft von Neid, Streitereien, Wutausbr&uuml;chen oder unmoralischem Verhalten loszukommen. Stattdessen l&auml;sst er neue Eigenschaften wie Freude, Frieden und Selbstdisziplin in einem Leben wachsen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C19-23" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 5,19-23</a>).</p><p>Dar&uuml;ber hinaus gibt der Heilige Geist auch jedem Christen F&auml;higkeiten, durch die er sich in der Gemeinde und in seinem Umfeld so einsetzen kann, dass etwas von Gottes neuer Welt sichtbar wird (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther12%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Korinther&nbsp;12,11</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser4%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser&nbsp;4,12</a>).&nbsp;</p><h2><strong>Ausgebremst</strong></h2><p>Der Heilige Geist ist Gottes gro&szlig;es Geschenk an seine Kinder. Das Neue Testament gibt zwei positive und zwei negative Aufforderungen, wie Christen mit diesem Geschenk umgehen sollen:</p><ul><li><em>&bdquo;Lebt aus der Kraft, die der Geist Gottes gibt; dann m&uuml;sst ihr nicht euren selbsts&uuml;chtigen W&uuml;nschen folgen&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater&nbsp;5,16</a>).</li><li><em>&bdquo;Betrinkt euch nicht; denn zu viel Wein verf&uuml;hrt zu einem liederlichen Lebenswandel. Lasst euch lieber vom Geist Gottes erf&uuml;llen!&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser&nbsp;5,18</a>).</li><li><em>&bdquo;Beleidigt nicht durch euer Verhalten den Heiligen Geist!&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser4%2C30" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser&nbsp;4,30</a>).</li><li><em>&bdquo;Unterdr&uuml;ckt nicht das Wirken des Heiligen Geistes&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Thessalonicher&nbsp;5,19</a>).</li></ul><p><br />
In welchem Ausma&szlig; der Heilige Geist in einem Christen wirken kann, h&auml;ngt also auch davon ab, wie weit der Gl&auml;ubige ihm Raum in seinem Leben gibt. Dem Heiligen Geist Wirkungsraum zu geben, nennt die Bibel &bdquo;im Geist wandeln&ldquo;&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater&nbsp;5,16</a>). Umgekehrt kann der Gl&auml;ubige den Heiligen Geist aber auch beleidigen. Das geschieht zum Beispiel, indem er seine Stimme ignoriert und kein Interesse an dem zeigt, worauf er ihn hinweist.</p><p>Das Wirken des Heiligen Geistes wird ged&auml;mpft, wenn ein Christ das gering sch&auml;tzt, was Gottes Geist heilig ist oder bewusst falsches Verhalten seinem Leben zul&auml;sst. Die oben genannten Fr&uuml;chte des Geistes k&ouml;nnen sich dann nicht entfalten, das eigene Leben ver&auml;ndert sich nicht und man bleibt in seinen alten, teilweise Schuld beladenen Verhaltensmustern h&auml;ngen.<br /><br />
Ein Vergleich hilft vielleicht weiter: Eine Schwangere tr&auml;gt werdendes Leben in sich. Sie kann dessen Wachstum f&ouml;rdern oder hemmen. Normalerweise nehmen werdende M&uuml;tter R&uuml;cksicht auf ihr Baby. Sie schonen sich um seinetwillen, meiden Dinge, die sie gerne tun w&uuml;rden und tun Dinge, die sonst meiden w&uuml;rden, um dem Baby die besten Voraussetzungen zur Entwicklung zu geben. &Auml;hnlich ist es mit einem Gl&auml;ubigen, der seit seiner Neugeburt geistliches Leben in sich tr&auml;gt.</p><p>Der Heilige Geist ist derjenige, der dieses Leben f&ouml;rdern will, so wie in der Natur alles dazu angelegt ist, dass der Embryo w&auml;chst. Doch wenn man der Natur durch traumatische Einwirkungen, Gifte, falsche Ern&auml;hrung, usw. entgegenwirkt, hemmt man das Wachstum. Ebenso hemmt ein Christ sein geistliches Wachstum, wenn er demjenigen entgegenwirkt, der es vorantreibt: Dem Heiligen Geist.</p><h2><strong>Hellh&ouml;rig werden</strong></h2><p>Wer als Christ wachsen m&ouml;chte, dem hilft es, sich bewusst zu machen, dass der Heilige Geist in ihm wohnt und Ver&auml;nderung bewirken m&ouml;chte. Es gilt, sensibel zu werden in Bezug auf seine oft leise Stimme, ihn bei seiner Arbeit zu f&ouml;rdern und mitzuarbeiten, statt ihn &ndash;&nbsp;mehr oder weniger bewusst &ndash;&nbsp;an seiner Arbeit zu hindern. Folgende Fragen k&ouml;nnen dabei helfen: Welche Handlungen, Angewohnheiten und Situationen helfen mir, damit der Heilige Geist ungehindert in mir wirken kann? Welche Handlungen, Angewohnheiten oder Situationen sollte ich meiden, damit ich ihn in seinem Wirken nicht hindere oder blockiere?</p><p>Christen werden aufgefordert, sich f&uuml;llen zu lassen. Einerseits hei&szlig;t dies, dass sie etwas dazu beitragen m&uuml;ssen, andererseits, dass sie sich nicht selbst f&uuml;llen, sondern gef&uuml;llt werden. Der Heilige Geist will jeden Christen mehr und mehr erf&uuml;llen &ndash; er wartet nur darauf, dass wir ihn lassen.</p>
<p style="font-size: 85%;">M. Aberham / F. Schulz / H. Keller</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565547.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[M. Aberham / F. Schulz / H. Keller]]></author>
      <pubDate>Sat, 23 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Kirchen und die AfD]]></title>
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      <description><![CDATA[Von der Suche nach dem richtigen Umgang mit einer umstrittenen Partei.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1129830.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mika Baumeister /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Sie gilt als &bdquo;Schmuddelkind&ldquo; der Parteienlandschaft: die </em><a href="https://www.afd.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>AfD</em></a><em>. Keine andere Partei will mit ihr koalieren, kein etablierter Verband sich &ouml;ffentlich mit ihr zeigen. Auch die Kirchen gehen auf Distanz. Doch das &bdquo;Schmuddelkind-Image&ldquo; scheint ihr nicht zu schaden: Nach dem </em><a href="https://www.wahlrecht.de/umfragen/politbarometer.htm" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>neuesten Wahltrend</em></a><em> liegt die AfD bundesweit vorn.</em></p><p><em>Wie kirchenfeindlich ist die AfD und wie sollen Kirchen und Gemeinden mit ihr in Zukunft umgehen?</em> Wir haben <em>nachgefragt &ndash; in Bischofskanzleien und Pfarrh&auml;usern, in einem Workshop f&uuml;r </em><a href="https://www.ekmd.de/asset/3QvUXsi6TZ-ao-9OQXcy0w/friedensreiter-2026-programmfaltblatt.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Friedensreiter&ldquo;</em></a><em> und bei der </em><a href="https://www.ead.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Evangelischen Allianz in Deutschland</em></a><em>.</em><br />
&nbsp;</p><p>Sachsen-Anhalt k&ouml;nnte zum Pr&auml;zedenzfall werden: Im September stehen Landtagswahlen an und zurzeit belegt die AfD in Wahlumfragen den Spitzenplatz weit vor der CDU. Wird Sachsen-Anhalt das erste Bundesland mit einem AfD-Ministerpr&auml;sidenten?</p><p>Dann d&uuml;rfte der Wind um die Kircht&uuml;rme rauer werden: Direkt in der Pr&auml;ambel des&nbsp; <a href="https://afd-regierungsprogramm.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">AfD-Regierungsprogramms</a> werden die beiden gro&szlig;en Kirchen als &bdquo;Kirchensteuerkirchen&ldquo; bezeichnet, die sich &bdquo;vielfach vom christlichen Auftrag entfernt&ldquo; h&auml;tten. Deshalb, so weiter, k&ouml;nnten sie keine &bdquo;Sonderstellung durch Kirchensteuereinzug und Staatsleistungen beanspruchen&ldquo;. Zudem fordert die AfD in Sachsen-Anhalt die Kontrolle &uuml;ber kirchliche Finanzen: Kirchen sollen in Zukunft Rechenschaft &uuml;ber ihren Haushalt ablegen.</p><h2><strong>Klarer Gegenwind aus den Kirchen</strong></h2><p>&bdquo;Die AfD ist kirchenfeindlich&ldquo;, sagt <a href="https://www.ekmd.de/kirche/landesbischof/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Friedrich Kramer</a>, Landesbischof der <a href="https://www.ekmd.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM)</a> und <a href="https://www.evangelische-friedensarbeit.de/ueber-uns/der-friedensbeauftragte-der-ekd" rel="noopener noreferrer" target="_blank">EKD-Friedensbeauftragter</a>. Er gilt seit Jahren als exponierter Kritiker der AfD. Die AfD wiederum f&uuml;hlt sich gemobbt von den Kirchen und teilt nun &ndash; im Wahlumfragen-Hoch in Sachsen-Anhalt &ndash; kr&auml;ftig gegen sie aus.</p><p>Ist es taktisch klug, sich als Landesbischof so offen gegen die AfD zu positionieren? &bdquo;Die Kritik an der AfD ist f&uuml;r uns als Kirche keine taktische Frage&ldquo;, erkl&auml;rt Kramer. Das gesamte Programm der AfD Sachsen-Anhalt sei &bdquo;v&ouml;lkisch-national ausgepr&auml;gt&ldquo; und kollidiere in vielen Bereichen mit dem christlichen Menschenbild, so seine Einsch&auml;tzung.</p><p>Doch nicht nur Friedrich Kramer warnt vor der AfD, auch der katholische <a href="https://www.bistum-magdeburg.de/bischof-bistum/bischof/bischof" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Bischof Gerhard Feige vom Bistum Magdeburg</a> und <a href="https://www.landeskirche-anhalts.de/landeskirche/kirchenpraesident" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Kirchenpr&auml;sident Karsten Wolkenhauer von der Ev. Landeskirche Anhalts</a> kritisieren in einer <a href="https://www.ekmd.de/presse/pressestelle-magdeburg/bischoefe-in-sachsen-anhalt-zum-afd-wahlprogramm.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pressemitteilung </a>das Wahlprogramm als &bdquo;einen Angriff auf den sozialen Frieden im Land&ldquo;. Das Programm setze auf &bdquo;Abwertung und Ausgrenzung&ldquo;, es sch&uuml;re &bdquo;Angst vor Ver&auml;nderung&ldquo; und mache den Rechtsstaat &bdquo;ver&auml;chtlich&ldquo;.</p><h2><strong>Die AfD: L&auml;ngst kein ostdeutsches Ph&auml;nomen mehr</strong></h2><blockquote><p>Fest steht: Seit dem Erstarken der AfD ist Kirche so politisch wie seit der Friedlichen Revolution nicht mehr.</p></blockquote><p>Schon<strong></strong>im<strong></strong>Wahljahr 2024 sprachen sich alle evangelischen und katholischen Bisch&ouml;fe der &ouml;stlichen Bundesl&auml;nder offen gegen die Wahl der AfD aus. Sie starteten Kampagnen, tourten durchs Land, suchten das Gespr&auml;ch &ndash; mit m&auml;&szlig;igem Erfolg: In Th&uuml;ringen zog die AfD als Wahlsieger mit 32 Prozent in den Landtag ein, in Sachsen und Brandenburg wurde sie zweitst&auml;rkste Kraft knapp hinter CDU (Sachsen) und SPD (Brandenburg).</p><p>Lange galten die Wahlerfolge der AfD als ein typisch ostdeutsches Ph&auml;nomen, doch l&auml;ngst hat die Partei auch im Westen ihren Lauf:<strong></strong>Bei den Kommunalwahlen im M&auml;rz in<strong></strong>Bayern verdreifachte sie fast ihr Ergebnis auf 12,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz zieht sie in den Landtag ein &ndash; als drittst&auml;rkste Kraft mit knapp 20 Prozent.</p><p>Auch dort hatten leitende Geistliche wie die pf&auml;lzische Kirchenpr&auml;sidenten Dorothee W&uuml;st oder Speyers Bischof Karl-Heinz Wiesemann erkl&auml;rt: &bdquo;Die AfD ist f&uuml;r Christen nicht w&auml;hlbar.&ldquo; Was offenbar kaum Wirkung erzielte: In Rheinland-Pfalz machten nach einer Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur <a href="https://www.idea.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">idea</a> 20 Prozent der Protestanten und 17 Prozent der Katholiken ihr Kreuz bei der AfD.</p><h2><strong>&bdquo;Was habe ich meinem B&uuml;rgermeister angetan?&ldquo;</strong></h2><p>Bisher arbeitet die AfD vorwiegend in der Opposition, auch auf lokaler Ebene &ndash;<strong></strong>so gibt es z.B. in Sachsen nur drei St&auml;dte (Stand Mai 2026), die von AfD-B&uuml;rgermeistern regiert werden: Altenberg, Pirna (wobei Oberb&uuml;rgermeister Tim Lochner parteilos ist, aber als Kandidat der AfD zur Wahl antrat) und Gro&szlig;schirma. Dort f&uuml;hrt seit 2024 der AfD-Politiker <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Weigand" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Rolf Weigand</a> die Geschicke der Stadt. Er wurde mit mehr als 80 Prozent der Stimmen gew&auml;hlt.</p><p>Nur wenige Gehminuten vom Gro&szlig;schirmaer Rathaus entfernt lebt <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/das-gespraech/dorfkirche-auf-expansionskurs/38142-991" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pfarrer Justus Geilhufe</a> mit seiner Familie im Pfarrhaus. Geilhufe ist bundesweit bekannt als <a href="https://www.instagram.com/justusgeilhufe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Ost-Influencer&ldquo;</a> und <a href="https://www.podcast.de/podcast/3523297/unter-heiden" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Podcaster</a>. Geilhufe ist ein fr&ouml;hlicher Typ mit Humor, doch fragt man ihn nach seinem B&uuml;rgermeister, kommt ein anderer Ton zum Tragen.</p><p>Besorgt sagt der junge Pfarrer: &bdquo;Herr Dr. Weigand ist sehr &ouml;ffentlichkeitswirksam aus der Kirche ausgetreten.&ldquo; Geilhufe betont, dass dies sein gutes Recht sei, aber er selbst habe dies als &ouml;ffentlichen Akt wahrgenommen, der &bdquo;Aufmerksamkeit und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Nachahmung nach sich zieht.&ldquo; Justus Geilhufe stellt sich die Frage, ob Weigand damit die Kirchengemeinde vor Ort schw&auml;chen wolle. &bdquo;Die derzeitigen Entwicklungen in Sachsen-Anhalt erh&auml;rten diesen Verdacht&ldquo;, so der Pfarrer.</p><p>Die<a href="https://kirchenbezirk-freiberg.de/kirchort/grossschirma" rel="noopener noreferrer" target="_blank"> ev.-luth. Kirchgemeinde Gro&szlig;schirma</a>, in der Geilhufe als Pfarrer t&auml;tig ist, ist lebendig: Es gibt eine offene Kinderkirche und Pilgerwanderungen, einen Seniorenkreis, Kirchenkaffee und Gottesdienste mit &bdquo;einer streng auf Christus ausgerichteten Predigt&ldquo;. In manchen Jahren z&auml;hlt die Gemeinde sogar mehr Taufen als Beerdigungen. &bdquo;Was ist daran falsch?&ldquo;, fragt Justus Geilhufe, &bdquo;Was habe ich meinem B&uuml;rgermeister denn angetan?&ldquo;</p><h2><strong>&bdquo;AfDler sind Menschen wie du und ich&ldquo;</strong></h2><p>Ganz freiwillig setzt sich <a href="https://oek-akademie-gera.de/ueber-uns/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Pfarrer Frank Hiddemann</a> aus Gera mit AfD-Politikern auseinander. Er leitet die <a href="https://oek-akademie-gera.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&Ouml;kumenische Akademie Ostth&uuml;ringen</a> und organisiert seit Jahren Podiumsdiskussionen in Kirchen und Gemeindeh&auml;usern, an denen auch Vertreter der AfD beteiligt sind. Sogar der skandalumwitterte AfD-Bundestagsabgeordneter <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_Brandner" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Stephan Brandner</a> war schon sein Gast.</p><p>&bdquo;AfDler sind Menschen wie du und ich. Sie haben nur eine andere politische Einstellung&ldquo;, sagt Frank Hiddemann. Viel Kritik insbesondere aus den eigenen kirchlichen Reihen hat Hiddemann f&uuml;r diese Formate geerntet, doch &bdquo;die sachliche Auseinandersetzung &hellip; hatte durchaus positive Auswirkungen auf beide Seiten&ldquo;, so der Pfarrer.</p><p>Vor acht Jahren startete Hiddemann die Diskussions-Reihe &bdquo;Politikfelder der AfD&ldquo; und organisierte 2024 w&auml;hrend des Th&uuml;ringer Landtagswahlkampfes in den Kirchenkreisen Podiumsdiskussionen mit Kandidaten aller Parteien. &bdquo;In der Regel erweist sich die AfD als schwach, wenn es in die Konkretion geht&ldquo;, schreibt Hiddemann auf der Webseite seiner Akademie.</p><blockquote><p>In der Diskussion zeige sich, &bdquo;dass rechtspopulistische Thesen ihre Durchschlagkraft verlieren, sobald sie auf praktische Bew&auml;hrung gepr&uuml;ft werden.&ldquo;</p></blockquote><h2><strong>Klare Grenzen f&uuml;r kirchliche Leitungs&auml;mter</strong></h2><p>Doch das Willkommen f&uuml;r AfD-Funktion&auml;re in evangelischen Kirchen und Gemeindeh&auml;usern hat Grenzen, zumindest in der Ev. Kirche in Mitteldeutschland und in der <a href="https://www.ekbo.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz</a>: Dort d&uuml;rfen AfD-Parteimitglieder nicht zum Leitungsteam einer Kirchengemeinde geh&ouml;ren.</p><p>Diese Regelung habe laut Landesbischof Kramer zu einer breiten Diskussion &bdquo;von den Gemeindekirchenr&auml;ten bis in die Landessynode&ldquo; gef&uuml;hrt. Von Verwerfungen habe das Landeskirchenamt aber keine Kenntnis.</p><p>Nun k&ouml;nnte die AfD in Sachsen-Anhalt im Herbst in Regierungsverantwortung kommen. &bdquo;Gerade um der Minderheiten willen darf es keinen Wahlsieg der AfD geben&ldquo;, ist Kramer &uuml;berzeugt. In der Politik der AfD sieht er eine &bdquo;Zerst&ouml;rung christlicher Werte&ldquo;. Gleichzeitig wei&szlig; er, dass gerade Menschen aus dem christlich-konservativem Spektrum bei verschiedenen Themen ihre Hoffnungen auf die AfD setzen &ndash; etwa bei Genderthemen, Abtreibungs- oder Familienfragen.</p><h2><strong>Kann ein Christ die AfD w&auml;hlen?</strong></h2><p>Kann ein Christ die AfD w&auml;hlen? Anders als viele leitende Bisch&ouml;finnen und Bisch&ouml;fe aus der evangelischen und katholischen Kirche hat die <a href="https://www.ead.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Evangelische Allianz in Deutschland (EAD)</a> sich noch nicht explizit zu dieser Frage ge&auml;u&szlig;ert.</p><p>Trotz anstehender Landtagswahlen soll sich das auch in diesem Jahr nicht &auml;ndern, sagt <a href="https://www.ead.de/ueber-uns/personen/dr-johann-matthies/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Dr. Johann Matthies,</a> er ist Politischer Beauftragter der Evangelischen Allianz:</p><blockquote class="noshare"><p>Weil wir die m&uuml;ndige Entscheidung eines jeden W&auml;hlers respektieren, agieren wir nicht mit Verurteilungen, Verboten und Regeln, die eine bestimmte politische Richtung vorgeben, sondern konzentrieren uns darauf, Orientierung zu bieten.</p></blockquote><p>Doch Matthies weist daraufhin, dass es &bdquo;eine fehlende inhaltliche &Uuml;bereinstimmung&ldquo; mit der AfD gebe, das w&uuml;rde &bdquo;mehr als deutlich&ldquo; ersichtlich in EAD-Stellungnahmen zu Themen wie <a href="https://www.ead.de/fileadmin/Arbeitskreise/AMIN/AMIN-Material/2025-02-11_AMIN-12_Thesen_Migration-Asyl.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Migration</a>, <a href="https://www.ead.de/fileadmin/DEA_Allgemein/Stellungnahmen/Nachfolge_braucht_Klarheit.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">V&ouml;lkisches Denken</a>, <a href="https://politik.ead.de/fileadmin/user_upload/2024-05-14_Wuerde_wahren_Endfassung.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Extremismus</a> und <a href="https://politik.ead.de/2026/maerz/20032026-kulturkaempfe-einordnen-orientierung-fuer-die-evangelische-allianz-in-deutschland/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">dem Umgang miteinander</a>.</p><h2><strong>Klare Absage der EAD an Finanzkontrolle der Kirchen</strong></h2><p>Zur Evangelischen Allianz z&auml;hlen sich neben Zugeh&ouml;rigen der evangelischen Landeskirchen auch Christinnen und Christen aus vielen Freikirchen. Den Freikirchen gegen&uuml;ber tritt die AfD wohlgesonnen auf. So will in Sachsen-Anhalt der AfD-Landesverband laut &bdquo;Regierungsprogramm&ldquo; Freikirchen f&ouml;rdern, indem Staatsleistungen, die von den Bundesl&auml;ndern an die beiden gro&szlig;en Kirchen gezahlt werden, proportional zur Mitgliederzahl auch Freikirchen zukommen sollen. Diese Staatsleistungen sind Entsch&auml;digungszahlungen f&uuml;r Enteignungen der beiden gro&szlig;en Kirchen im 19. Jahrhundert.</p><p>Wie steht die EAD zu diesem Vorhaben? Zwar setze sich die EAD f&uuml;r &bdquo;eine staatliche Gleichbehandlung aller Kirchen in Deutschland&ldquo; ein, so Johann Matthies, doch &bdquo;die besondere Geschichte der beiden gro&szlig;en Landeskirchen und ihre Subsidiarit&auml;tsleistungen f&uuml;r unseren Staat&ldquo; m&uuml;sse hier ber&uuml;cksichtigt werden.</p><p>Auch das von der AfD in Sachsen-Anhalt im Wahlprogramm vorgeschlagene Haushalts-Kontrollsystem lehnt die EAD entschieden ab: &bdquo;Eine staatliche F&ouml;rderung von Glaubensgemeinschaften darf &hellip; weder politisch bestimmt noch kontrolliert oder an engmaschige Bedingungen gekn&uuml;pft werden, wie sie etwa von der AfD vorgeschlagen werden. Insbesondere lehnen wir eine Verpflichtung ab, &uuml;ber die Verwendung der Mittel politische Rechenschaft ablegen zu m&uuml;ssen&ldquo;, so der Politische Beauftragte der EAD, Johann Matthies.</p><h2><strong>&bdquo;Die AfD steht au&szlig;erhalb der Grundlagen des Grundgesetzes&ldquo;</strong></h2><blockquote class="noshare"><p>Doch w&auml;hrend die Kirchen Mitglieder verlieren, gewinnt die AfD an W&auml;hlergunst. Die Einstufungen der Landes&auml;mter f&uuml;r Verfassungsschutz scheinen dabei keine Rolle zu spielen.</p></blockquote><p>Immerhin gelten f&uuml;nf AfD-Landesverb&auml;nde als gesichert rechtsextrem: in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Niedersachen, Th&uuml;ringen und in Brandenburg. In Rheinland-Pfalz und im Saarland klagt die Partei gegen diese Bezeichnung und wird bis zu einer gerichtlichen Entscheidung als Verdachtsfall gef&uuml;hrt &ndash; so wie der Bundesverband der AfD.</p><p>Die AfD steht &bdquo;au&szlig;erhalb der Grundlagen des Grundgesetzes&ldquo;, sagte die <a href="https://www.ekd.de/fehrs-kirsten-68751.htm" rel="noopener noreferrer" target="_blank">EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs</a> vor der Synode der EKD im November 2025. Und der bayrische Landesbischof <a href="https://landesbischof.bayern-evangelisch.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Christian Kopp</a> sieht in der AfD eine &bdquo;demokratie- und menschenfeindliche&ldquo; Partei. Indirekt warnte Kopp mit diesen Worten im M&auml;rz im M&uuml;nchner Presseclub davor, im Wahljahr 2026 sein Kreuz bei der AfD zu setzen.</p><p>Auch die AfD teilt gegen die EKD aus: Schon im Jahr 2019 hatten mehrere AfD-Landesfraktionen in einem Positionspapier mit dem Titel &bdquo;Eine unheilige Allianz&ldquo; der EKD vorgeworfen, sich dem Zeitgeist anzubiedern und die AfD auszugrenzen. So wettert auch die religionspolitische Sprecherin der AfD-Bundestagsfraktion <a href="https://afdbundestag.de/arbeitskreise/religionspolitik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Nicole H&ouml;chst</a> gegen die Kirchen. Zuletzt bezeichnete sie die EKD als &bdquo;<a href="https://afdbundestag.de/nicole-hoechst-keine-staatsleistungen-mehr-fuer-linke-kirchenpolitik/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">linksgr&uuml;ne Vorfeldorganisation&ldquo;</a> und forderte ein Ende der Staatsleistungen. J&uuml;ngst hat dazu die AfD eine erneute <a href="https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1164920" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Gesetzesinitiative</a> gestartet.</p><h2><strong>&bdquo;Friedensreiter&ldquo; sollen Polarisierung entgegenwirken</strong></h2><p>Das Thema &bdquo;Kirchen und Glauben&ldquo; spielte allerdings im <a href="https://www.afd.de/wp-content/uploads/2025/02/AfD_Bundestagswahlprogramm2025_web.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Bundestagswahlprogramm der AfD 2025</a> so gut wie keine Rolle: Die Worte &bdquo;christlich&ldquo; und &bdquo;Christentum&ldquo; kommen jeweils nur ein einziges Mal vor. Und trotzdem: Die Polarisierung zum Thema AfD macht auch unter Christen nicht Halt. Landesbisch&ouml;fe und andere leitende Geistliche wissen: Auch in den Kirchenb&auml;nken sitzen AfD-W&auml;hler.</p><p>Gegen die Polarisierung in Kirchen, Gemeinden, Vereinen, auf D&ouml;rfern und in der Stadtgesellschaft schickt der Geraer Pfarrer Frank Hiddemann jetzt <a href="https://www.ekmd.de/asset/3QvUXsi6TZ-ao-9OQXcy0w/friedensreiter-2026-programmfaltblatt.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Friedensreiter&ldquo;</a> ins Rennen. Die Idee stammt aus dem 30-j&auml;hrigen Krieg. Damals galoppierten Friedensreiter zwischen M&uuml;nster und Osnabr&uuml;ck und informierten &uuml;ber den Stand der Friedensverhandlungen.</p><p>Solche Reiter sind auch heute wieder vonn&ouml;ten, ist Hiddemann &uuml;berzeugt:</p><blockquote class="noshare"><p>Wer um die liberale Demokratie f&uuml;rchtet, muss auch heute verfeindete Lager in Kontakt bringen.</p></blockquote><p>So bildet die &Ouml;kumenische Akademie Ostth&uuml;ringen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in drei Wochenendseminaren zertifizierte Friedensreiter aus. Friedensreiter sollen &bdquo;Haltungssicherheit zeigen&ldquo;, &bdquo;in die Kontroverse gehen&ldquo; und &bdquo;sachliche Debatten f&uuml;hren&ldquo;, so die offizielle Beschreibung.</p><h2><strong>&bdquo;Kirchengemeinden sollten Orte der Verst&auml;ndigung sein&ldquo;</strong></h2><p>F&uuml;r Austausch und Auseinandersetzung setzt sich auch Kirchenpr&auml;sident Karsten Wolkenhauer<strong></strong>ein: &bdquo;Bei uns ist jeder willkommen, egal was er w&auml;hlt.&ldquo; Seit gut einem Jahr steht er der Ev. Landeskirche Anhalts vor. Erfahrung in der Steuerung von Vers&ouml;hnungsprozessen hat Wolkenhauer in der <a href="https://nagelkreuz.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Nagelkreuzgemeinschaft</a> in Deutschland gesammelt.</p><p>Seine Erfahrungen will er jetzt in Sachsen-Anhalt einbringen. Er ist &uuml;berzeugt:</p><blockquote><p>Solange wir uns offen unsere Meinung sagen, &uuml;ber unsere &Auml;ngste und Hoffnungen sprechen, so lange kann das nur ein gutes Gespr&auml;ch sein. Schwierig wird es erst, wenn das Gespr&auml;ch aufh&ouml;rt.</p></blockquote><p>Sein Wunsch: &bdquo;Kirchengemeinden sollten Orte der Verst&auml;ndigung und Begegnung sein, Orte der Heilung, Orte des Gebets.&ldquo;</p><h2><strong>&bdquo;Ich bete f&uuml;r alle, die Verantwortung tragen&ldquo;</strong></h2><p>Auf Gebet setzt auch Pfarrer Justus Geilhufe im s&auml;chsischen Gro&szlig;schirma. Er sp&uuml;rt die Haltung seines AfD-B&uuml;rgermeisters, &bdquo;aber ich bete f&uuml;r alle, die Verantwortung tragen und auch f&uuml;r die, die uns das Leben schwer machen&ldquo;, so der junge Pfarrer.</p><p>R&uuml;ckzug ist f&uuml;r ihn keine Alternative: &bdquo;Wir m&uuml;ssen Zeugnis von der g&ouml;ttlichen Wahrheit ablegen und vor Ort uns wehren und aufrecht bleiben.&ldquo; Geilhufe geht davon aus, dass dort, wo die AfD Regierungsverantwortung tr&auml;gt, viele &bdquo;bald schwer entt&auml;uscht&ldquo; sein werden. &bdquo;Diese Entt&auml;uschung zu teilen und ohne H&auml;me zu tr&ouml;sten, das ist auch das, was in den n&auml;chsten Jahren zu tun ist,&ldquo; sagt er.</p><h2><strong>Mit AfD-Wahlprogramm auseinandersetzen, bevor man w&auml;hlt</strong></h2><p>Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gew&auml;hlt. Wird die AfD es schaffen, in Regierungsverantwortung zu kommen? EKM-Landesbischof Friedrich Kramer ermutigt Christinnen und Christen, &bdquo;sich mit den Kernaussagen des AfD-Wahlprogramms auseinanderzusetzen.&ldquo;</p><p>Auch die Landessynode der EKM rief Ende April die Gemeinden dazu auf, &bdquo;sich intensiv damit zu besch&auml;ftigen, was w&auml;re, wenn populistische und rechtsextreme Parteien in Regierungsverantwortung kommen w&uuml;rden.&ldquo; Gemeinsam mit der Diakonie Mitteldeutschland hat sie dazu eine Brosch&uuml;re herausgebracht mit dem Titel <a href="https://www.ekmd.de/presse/pressestelle-erfurt/landessynode-endet-mit-aufruf-zu-naechstenliebe-und-zusammenhalt.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Was w&auml;re, wenn? Sozialpolitik: Positionen der AfD und der Diakonie im Vergleich&ldquo;</a>.</p><p>An der Basis spricht sich Landesbischof Friedrich Kramer ausdr&uuml;cklich f&uuml;r offene Debatten und Diskussionen zwischen Andersdenkenden aus, auf kirchlicher Leitungsebene gibt es bisher keine offiziellen Gespr&auml;che mit AfD-Funktion&auml;ren. Wird sich das &auml;ndern? &bdquo;&Uuml;berlegungen gibt es, wie zu reagieren und zu handeln ist, sollte die AfD in Regierungsverantwortung kommen&ldquo;, so der Landesbischof, &bdquo;aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts f&uuml;r &ouml;ffentliche Mitteilungen.&ldquo;<br />
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<p style="font-size: 85%;">Regina König</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17344485.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Regina König]]></author>
      <pubDate>Wed, 20 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn der Puls den Verstand überholt]]></title>
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      <description><![CDATA[Manche Situationen bringen uns von 0 auf 180. Was passiert, wenn wir mitten im Ärger eine einfache Frage zulassen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128613.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Was bringt dich so richtig auf die Palme? Ich meine nicht die kleinen Alltags&auml;rgernisse, wobei auch die viel Potenzial haben.</p><p>Zum Beispiel diese Person vor dir im Stra&szlig;enverkehr, die mit stoischer Ruhe auf die Ampel zurollt und es noch bei dunkelgelb dr&uuml;ber schafft &ndash; im Gegensatz zu dir. Oder der Kunde vor dir an der B&auml;ckertheke, der eine sehr pers&ouml;nliche Beziehung zur Verk&auml;uferin aufbaut und sich genau f&uuml;r die letzten Rosinenschnecken entscheidet, die du wolltest.</p><p>Das ist &auml;rgerlich. Aber das ist es nicht, was ich meine.</p><h2><strong>&Auml;rger in XXL</strong></h2><p>Ich meine die Situationen, die dich unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig stark treffen. Ein Funke reicht und du gehst in die Luft. Du machst im Meeting einen guten Vorschlag, aber erst als ein Kollege ihn fast wortgleich wiederholt, wird er pl&ouml;tzlich interessant. Der Familienrat trifft eine Entscheidung, aber du wirst nicht einbezogen. Es gibt viele solcher Situationen, und wahrscheinlich hast du sofort deine eigenen Beispiele im Kopf.</p><p>Solche Situationen haben Gewicht. Und es gibt einen guten Grund, sich dar&uuml;ber zu &auml;rgern.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Problem ist nur: Unser &Auml;rger bleibt selten in einem gesunden Rahmen. Er nimmt gern &Uuml;bergr&ouml;&szlig;e an. XXL, mindestens.</p></blockquote><p>Ein kl&auml;rendes Gespr&auml;ch w&auml;re eigentlich m&ouml;glich, aber dazu kommt es gar nicht mehr, weil wir schon l&auml;ngst auf 180 sind.</p><h2><strong>Eine unbequeme Frage</strong></h2><p>Mitten hinein in solche Momente spricht Gott eine bemerkenswerte Frage &ndash; nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jona4%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Jona 4,4</a>. Dort fragt Gott den Propheten Jona: <em>&bdquo;Ist es recht, dass du so zornig bist?&ldquo;</em></p><p>Der Hintergrund dieser Bibelstelle hat eine gewisse Ironie. Jona, der auf Gottes Gehei&szlig; hin den Untergang der&nbsp;Stadt Ninive&nbsp;angek&uuml;ndigt hat, sitzt in sicherer Entfernung und will sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Feuerball? Erdbeben? Selbstzerst&ouml;rung? Jona wartet gespannt.&nbsp;W&auml;hrenddessen l&auml;sst Gott eine Rizinusstaude wachsen, die ihm Schatten spendet. Jona freut sich. Kurz darauf sorgt ein Wurm daf&uuml;r, dass die Pflanze eingeht. Die Sonne knallt, Jona ist w&uuml;tend.</p><blockquote class="noshare"><p>Was macht Gott? Er diskutiert nicht. Er sagt auch nicht: &bdquo;Rei&szlig; dich mal zusammen.&ldquo; Er stellt eine simple Frage: &bdquo;Ist es recht, dass du so zornig bist?&ldquo;</p></blockquote><p>Mir geht es hier um das kleine W&ouml;rtchen &bdquo;so&ldquo;. Denn die erste Antwort liegt auf der Hand. Nat&uuml;rlich ist es recht. Schlie&szlig;lich gibt es einen Ausl&ouml;ser. Es gibt immer einen Ausl&ouml;ser.</p><p>Doch Gottes Frage bezieht sich darauf, ob das Ausma&szlig; von Jonas &Auml;rger&nbsp;hier angebracht ist.</p><h2><strong>Warum kleine Ausl&ouml;ser so gro&szlig;e Wirkung haben</strong></h2><p>Ich wei&szlig; nicht, warum Jona sich so sehr &uuml;ber die eingehende Rizinusstaude ge&auml;rgert hat. Klar, er hatte keinen Schatten mehr. Aber vielleicht f&uuml;hlte er sich auch von Gott ver&auml;ppelt &ndash; hatte der ihn doch als Untergangspropheten berufen und nun passierte gar nichts.</p><p>Dieses Beispiel zeigt uns: Oft steckt hinter einer Reaktion mehr als der aktuelle Anlass. Es sind Erfahrungen, die sich angesammelt, oder Situationen, die sich wiederholt haben. Irgendwann reicht ein kleiner Anlass und der angestaute &Auml;rger f&uuml;hrt direkt zur Explosion.</p><h2><strong>Der &bdquo;Point of no Return&ldquo;</strong></h2><p>In vielen Bereichen des Lebens gibt es einen Moment, an dem eine Entwicklung nicht mehr ohne Weiteres umkehrbar ist. Beim Bergsteigen spricht man vom &bdquo;Point of no Return&ldquo;. Wer ihn &uuml;berschreitet, muss den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen, weil eine Umkehr nicht mehr m&ouml;glich ist.</p><p>So einen Punkt gibt es auch beim Zorn. Es ist der Moment, in dem sich innerlich alles zuspitzt und der Puls steigt.</p><blockquote class="noshare"><p>In diesem winzigen Moment w&auml;re es noch m&ouml;glich, innezuhalten. Danach wird es deutlich schwieriger.</p></blockquote><p>Denn es hat sich eine Dynamik in Gang gesetzt, die sich nicht mehr einfach so aufhalten l&auml;sst.</p><h2><strong>Ein bewusster Umgang mit dem eigenen &Auml;rger</strong></h2><p>Wenn ich merke, dass ich gerade sehr w&uuml;tend werde, hilft Gottes Frage an Jona: Ist es recht, dass ich so zornig bin? Lasse ich es auf eine Eskalation ankommen oder trete ich vorher einen Schritt zur&uuml;ck? Dabei geht es mir nicht darum, &Auml;rger kleinzureden oder permanent zu unterdr&uuml;cken.</p><blockquote class="noshare"><p>Denn manche Situationen bed&uuml;rfen einer Kl&auml;rung. Aber die ist nicht m&ouml;glich, wenn ich dabei in die Luft gehe.</p></blockquote><p>Ich wei&szlig;: Nicht immer erkennt man den &bdquo;Point of No Return&ldquo; rechtzeitig. Aber das Sch&ouml;ne ist, dass wir Gott hier um Hilfe bitten k&ouml;nnen. In letzter Zeit hatte ich diese Frage an Jona&nbsp;&ouml;fter im Kopf und konnte mich dadurch in manchen Situationen zur&uuml;ckhalten, wo ich kurz vorm Explodieren war.</p><p>Im Nachgang habe ich dann dar&uuml;ber nachgedacht, warum mich das gerade so getroffen hat und wie ich&nbsp;k&uuml;nftig besser mit &auml;hnlichen Situationen umgehen k&ouml;nnte.</p><p>Aber das ist erst der zweite Schritt. Im ersten Schritt geht es nur darum, die Palme erstmal Palme sein zu lassen &ndash; ohne gleich daran hochzuklettern.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17343003.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 18 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Freude ist lebensnotwendig]]></title>
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      <description><![CDATA[Für Birgit Schilling ist Freude ein Lebenselixier. Im Interview erzählt sie, was hilft, im Alltag Freudenmomente zu entdecken.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128147.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Erinnerst du dich noch an den Moment, in dem du das letzte Mal von Herzen gelacht oder gar gejubelt hast? Freude ist kein Luxus, auf den man auch verzichten k&ouml;nnte. Freude ist wichtig in allen Lebensbereichen.</p><p>Birgit Schilling ist Referentin, Paartherapeutin, Coach und Autorin. In ihrem aktuellen Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/146533?searchtext=Freude,%20die%20bleibt" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Freude, die bleibt&ldquo;</a> geht sie der Bedeutung von Freude f&uuml;r den Alltag auf den Grund. Warum Freude f&uuml;r Gesundheit und Wohlbefinden notwendig ist, davon erz&auml;hlt sie im Interview mit Simone Nickel.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: &bdquo;Wenn wir uns freuen, wird das Herz leicht, die Augen strahlen, ein L&auml;cheln breitet sich auf dem Gesicht aus&hellip;&ldquo; Ich habe in Ihrem Buch gelesen, dass Freude sogar die Widerstandskraft, also die Resilienz st&auml;rkt sowie Kreativit&auml;t und Intelligenz.</strong></p><p>Birgit Schilling: Freude ist an sich schon ein Riesengewinn: Unser Herz ist leicht und froh. Das st&auml;rkt uns f&uuml;r unser ganzes Leben. Und wenn wir die aktuelle Weltsituation sehen, dann merken wir, wir m&uuml;ssen dem Negativen etwas entgegensetzen. Da wirkt Freude wie ein Gegengewicht. Freude st&uuml;tzt uns in schwierigen Zeiten.</p><h2><strong>&bdquo;30 bis 50 Duschen der Begeisterung pro Tag&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Sie schreiben in Ihrem Buch, dass man laut wissenschaftlichen Erkenntnissen t&auml;glich Freudenmomente braucht: 30 bis 50 Duschen der Begeisterung. Was bedeutet das?</strong></p><p>Birgit Schilling: Als ich das geh&ouml;rt habe, war ich fassungslos. 30 bis 50 Duschen der Begeisterung. Und zwar nicht, um immer top drauf zu sein, sondern um psychisch gesund zu bleiben. Es geht also darum: Wie kann ich die Freude zur&uuml;ckgewinnen? Und wie k&ouml;nnen solche Freudenmomente aussehen?</p><blockquote><p>Wir alle konnten uns als Zweij&auml;hrige &uuml;ber jedes Bl&uuml;mchen und &uuml;ber jede Pf&uuml;tze freuen. Irgendwann ist uns das verlorengegangen.</p></blockquote><p>Jesus sagt: &bdquo;Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder&hellip;&ldquo;. Wir d&uuml;rfen wieder erlernen, achtsam zu werden f&uuml;r das Gute und Wunderbare in unserem Leben. Ich sehe zum Beispiel eine Tulpe. Die sieht so sch&ouml;n aus, dass sie mein Herz erw&auml;rmt, wenn ich es zulasse, wenn ich achtsam werde und nicht achtlos dar&uuml;ber hinweggehe. So k&ouml;nnen wir lernen, viele Freudenmomente am Tag zu haben.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Eine andere Untersuchung hat ergeben: Je &auml;lter wir werden, desto schwerer f&auml;llt es uns, die Leichtigkeit der Freude zu empfinden. Warum ist das so?</strong></p><p>Birgit Schilling: Je &auml;lter wir werden, desto mehr besteht die Gefahr, dass wir schwere Situationen nicht mehr gut verarbeiten, dass wir manches mit uns rumschleppen, was uns die Freude raubt. Es gibt keine schnelle, einfache L&ouml;sung, keine Abk&uuml;rzung zur Freude. Aber Jesus sagt: <em>&bdquo;Kommt her zu mir, alle, die ihr m&uuml;hselig und beladen seid; ich will euch erquicken&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 11,28</a>).</p><p>Es geht also darum, dass ich es lerne, die Belastungen, die Verletzungen immer wieder bei ihm abzuladen, damit mein Herz wieder offen und frei daf&uuml;r ist, fr&ouml;hlich weiterzugehen. Und auch daf&uuml;r, zu vergeben, loszulassen.</p><h2><strong>Freude hilft, Negatives zu &uuml;berwinden</strong></h2><p><strong>ERF: Man hat herausgefunden, dass das Gehirn negative und positive Erlebnisse unterschiedlich stark wertet und dass sie unterschiedlich h&auml;ngen bleiben. Wie kommt das?</strong></p><p>Birgit Schilling: Wahrscheinlich kann jeder nachvollziehen, dass das Negative, irgend so ein kritischer Kommentar, im Gehirn kleben bleibt, w&auml;hrend das Positive wegflutscht. So sind wir gemacht von Gott &ndash; und das hat sch&ouml;pfungsgem&auml;&szlig; auch einen Sinn. So k&ouml;nnen wir n&auml;mlich, wenn Negatives geschieht, unmittelbar fl&uuml;chten oder darauf reagieren.</p><p>Aber damit wir uns an das Positive, das Sch&ouml;ne, erinnern k&ouml;nnen, so dass es uns pr&auml;gt und zu einer Dusche der Begeisterung wird, m&uuml;ssen wir etwa 15 bis 30 Sekunden innehalten, es anschauen und auf uns wirken lassen. Wie zum Beispiel bei dieser Tulpe. Erst dann kann sich ein Moment der Begeisterung einstellen.</p><blockquote><p>Wir d&uuml;rfen lernen, dem Negativen entgegenzusteuern, indem wir bewusst Freude zulassen.</p></blockquote><p><br /><strong>ERF: In Ihrem Buch sprechen Sie typische Freudenr&auml;uber wie Bitterkeit, Leid und Verletzungen an. Was k&ouml;nnten noch Freudenr&auml;uber sein?</strong></p><p>Birgit Schilling: Da hat jeder Mensch seine eigenen, aber ich kann mal ein paar nennen, die ich kenne. Das eine ist Stress und Hetze. Im Hetzen verliere ich das Gesp&uuml;r f&uuml;r mich und auch f&uuml;r mein Umfeld. Und wenn ich viel in Stress und Hetze bin, wird sich die Freude nicht leicht bahnbrechen k&ouml;nnen. Da darf ich lernen, einen Gang zur&uuml;ckzuschalten.</p><p>Das andere ist &Uuml;berverantwortlichkeit. Dass ich mich f&uuml;r jeden und alles verantwortlich f&uuml;hle. Oder dass ich einfach viel zu viele Lasten trage, die mich &uuml;berfordern. Wenn ich selbst v&ouml;llig &uuml;berfordert bin, hat mein Herz keine Kapazit&auml;t mehr f&uuml;r die Freude.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wann haben Sie selbst mal erlebt, dass Ihnen die Freude am Leben geraubt wurde?</strong></p><p>Birgit Schilling: Als wir als junges Paar merkten, dass wir keine Kinder bekommen k&ouml;nnen. Da kam mir f&uuml;r lange Zeit die Freude abhanden, bis ich es annehmen konnte. Das geschah immer wieder in Wellen, je mehr ich erkannte, dass Gott vielleicht einen anderen Weg f&uuml;r uns hat, unser Leben zu segnen.</p><p>Es geht &uuml;brigens auch nur in den ersten zwei und den letzten zwei Kapiteln der Bibel um himmlische Zust&auml;nde. Dazwischen geht es um die Aufs und Abs des Lebens und in denen befinden wir uns alle. Das Abnehmen und Zunehmen von Freude ist also normal. Deshalb gilt es, sich immer wieder neu auf die Freude auszurichten.</p><h2><strong>Dankbarkeit ist ein Freude-F&ouml;rderer</strong></h2><p><strong>ERF: Was kann denn die Freude f&ouml;rdern? Mir helfen, mich wieder auf die Freude auszurichten? Dazu beitragen, dass ich mehr Freude empfinde?</strong></p><p>Birgit Schilling: Paulus sagt: <em>&bdquo;Seid dankbar in allen Dingen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Thessalonicher 5,18</a>). Und die Grundlagenforschung sagt: Wenn man nur einen Punkt nennen w&uuml;rde, der die Freude vor allem st&auml;rkt, dann ist das die Dankbarkeit. Ein dankbarer Mensch wird immer wieder danach Ausschau halten: F&uuml;r was kann ich dankbar sein? Er nimmt die Dinge nicht einfach f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich.</p><p>Ein undankbarer Mensch dagegen findet jedes Haar in der Suppe. Das Problem dabei ist nicht das Haar in der Suppe, sondern mit welchem Blick ich auf mein Leben schaue und ob ich das Gute verankere. Dankbarkeit ist etwas, was wir ganz bewusst ein&uuml;ben k&ouml;nnen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was kann helfen, Dankbarkeit zu f&ouml;rdern? Dass man sich abends hinsetzt und &uuml;berlegt, wof&uuml;r kann ich danken, und das vielleicht sogar aufschreibt?</strong></p><p>Birgit Schilling: Ja, das kann man machen. Man kann ein Dankbarkeitstagebuch f&uuml;hren. Ich mache es neuerdings auch so: Wenn ich morgens wach werde, halte ich inne und denke 30 Sekunden dar&uuml;ber nach, wof&uuml;r ich gerade dankbar bin. Ich bin dankbar, dass ich in einem warmen Bett liege, ich bin nicht im Krieg. Ich habe einen Tag vor mir, der fordert mich heraus, aber ich habe sinnerf&uuml;llte Arbeit.</p><blockquote class="noshare"><p>Also am Morgen schon mit Dankbarkeit starten und genauso am Abend, bevor ich einschlafe, mit Dankbarkeit auf den Tag zur&uuml;ckschauen.</p></blockquote><p>Jedem wird hier, wenn er danach sucht, etwas einfallen.</p><h2><strong>&bdquo;Lass das L&auml;cheln zu!&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Ihr Buch enth&auml;lt auch immer wieder Fragen und Gedanken zur pers&ouml;nlichen Reflexion. Welchen Impuls m&ouml;chten Sie Menschen auf der Suche nach mehr Freude weitergeben?</strong></p><p>Birgit Schilling: Zum einen: Was l&ouml;st bei dir Freude aus? Wann h&uuml;pft dein Herz? Und genauso auch: Wann verschlie&szlig;t sich dein Herz? Wo merkst du: Das tut mir einfach nicht gut? Also werde achtsam f&uuml;r dich.</p><p>Das andere ist: Lass das L&auml;cheln zu! Wenn dir etwas guttut, schenke dir ein L&auml;cheln. Das verst&auml;rkt die Freude. Oder lass auch mal einen Juchzer raus. Also lass auch die k&ouml;rperlichen Reaktionen deiner Freude zu.</p><p>Und zuletzt: Nimm immer wieder in dein Leben &ndash; in das Schwere und in das Fr&ouml;hliche &ndash; Gott mit rein. Denn er ist der Sch&ouml;pfer der Freude. Er lebt in dir als Glaubenden. Und er m&ouml;chte dich immer mehr mit seiner Freude anstecken.</p><p><strong>ERF: Danke f&uuml;r das Interview und dass Sie uns auf dem Weg zu mehr Freude mitgenommen haben.</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider / Simone Nickel</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17342151.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider / Simone Nickel]]></author>
      <pubDate>Sat, 16 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Himmelfahrt: klein aber oho]]></title>
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      <description><![CDATA[Was der Feiertag Christi Himmelfahrt bedeutet.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/713876.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Averie Woodard /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Der bekannteste Bericht &uuml;ber die Himmelfahrt Jesu steht in der Bibel in der Apostelgeschichte. Dort wird berichtet, was vierzig Tage nach Jesu Auferstehung geschehen ist:</p><p><em>Nicht lange nachdem&nbsp;Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel aufgehoben und verschwand in einer Wolke. W&auml;hrend sie ihm nachschauten, standen pl&ouml;tzlich zwei wei&szlig; gekleidete M&auml;nner bei ihnen. Sie sagten: "M&auml;nner aus Galil&auml;a, warum steht ihr hier und starrt zum Himmel? Jesus ist von euch fort in den Himmel geholt worden. Eines Tages wird er genauso wiederkommen, wie ihr ihn habt fortgehen sehen!" </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte1%2C9-11" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 1,9-11</a>; siehe auch&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas24%2C50-53" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 24,50-53</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus16%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 16,19</a>)</p><p>Rein vom Ereignis her geht es an Himmelfahrt darum, dass Jesus als auferstandener Herr von der sichtbaren in die unsichtbare Welt gegangen ist. Nachdem er auf dieser Erde als Mensch gelebt hat, kehrt er nun in die Herrlichkeit Gottes zur&uuml;ck.&nbsp;</p><h2>Grenz&uuml;berschreitung</h2><p>Wir leben in einer Welt, in der wir gefangen sind in Raum und Zeit. Die Lebenszeit gibt jedem Menschen den Rahmen vor, innerhalb dessen er in diesem "Gef&auml;ngnis" lebt. Dass es dar&uuml;ber hinaus eine unsichtbare Dimension gibt, ahnen wir. In der Bibel lesen wir etwas von dieser anderen Wirklichkeit, zu der Gott mit seinen Engeln Zutritt hat, bzw. in ihr lebt. Auch Satan und seine Engel befinden sich darin.</p><p>In diese unsichtbare Dimension ist Jesus aufgefahren. Wobei das Wort <em>auffahren</em> daher kommt, dass die J&uuml;nger Jesus in den Himmel - die Wolken - auffahren sahen. W&ouml;rtlich steht im Text, dass Jesus emporgehoben und von einer Wolke aufgenommen wurde. Auf diesem Weg verschwand er vor ihren Augen. Daher kommt der Begriff Himmelfahrt. Er ist auch aus folgender Perspektive heraus treffend:</p><blockquote><p>Jesus ist &uuml;ber uns, in dem Sinne, dass er den &Uuml;berblick hat! Er ist oben, in dem Sinne, dass er an h&ouml;chster Stelle steht!</p></blockquote><p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz-Werner_Neudorfer" target="_blank">Heinz-Werner Neudorfer</a> schreibt erkl&auml;rend dazu folgendes: &bdquo;Den Ansatz zum Verst&auml;ndnis der Himmelfahrt Jesu bietet uns das Stichwort &bdquo;Wolke&ldquo;. Die Wolke im AT und im NT hat eine besondere Bedeutung: Sie verh&uuml;llt die Herrlichkeit Gottes f&uuml;r das menschliche Auge. In der W&uuml;ste erscheint Gott dem Volk immer wieder so verh&uuml;llt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose16%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 16,10</a> u.a.; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm97%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 97,2</a>), bei der Verkl&auml;rung Jesu spricht Gott aus der Wolke zu den J&uuml;ngern (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us17%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 17,5</a>)&nbsp;und bei seiner Wiederkunft wird der Menschensohn in einer Wolke kommen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas21%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas&nbsp;21,27</a>). F&uuml;r unsere Stelle bedeutet das: Wenn eine Wolke Jesus, den Auferstandenen, aufnimmt, dann geht er damit in Gottes Herrlichkeit ein, von der Immanenz in die Transzendenz, von einem Augenblick auf den anderen.&ldquo;<sup>1&nbsp;</sup></p><h2>Erster&nbsp;Platz&nbsp;im Himmel</h2><p>Die Himmelfahrt Jesu wird in verschiedenen Texten des Alten Testamentes angedeutet oder angek&uuml;ndigt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm68%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 68,19</a>;&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm110%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 110,1</a>). Auch Jesus selbst spricht bereits vor seinem&nbsp;Tod davon (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes7%2C33-34" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 7,33-34</a>).</p><blockquote><p>Das macht deutlich, dass&nbsp;die Himmelfahrt Jesu&nbsp;wie die Ereignisse von Weihnachten und Ostern Teil von Gottes&nbsp;Plan ist. Sie ist nicht einfach ein weiterer kirchlicher Feiertag,&nbsp;sondern geh&ouml;rt zentral zu Gottes Handeln mit Jesus Christus und uns Menschen.&nbsp;</p></blockquote><p>Durch die R&uuml;ckkehr zu Gott-Vater hat Jesus seine Daseinsform in gewisser Weise ge&auml;ndert. In der Theologie nennt man die neue Form "Stand der Erh&ouml;hung" (nach dem "Stand der Erniedrigung"). Durch die Himmelfahrt ist dieser "Stand der Erh&ouml;hung" endg&uuml;ltig erreicht worden. Kurz gesagt, mit der Himmelfahrt ist das Ende der Erniedrigung Christ und sein Eingang in die Herrlichkeit gekommen. Der Apostel Paulus beschreibt diese Zusammenh&auml;nge so:</p><p><em>Obwohl&nbsp;Jesus Gott war, bestand er nicht auf seinen g&ouml;ttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb. Deshalb hat Gott ihn in den Himmel gehoben und ihm einen Namen gegeben, der h&ouml;her ist als alle anderen Namen. Vor diesem Namen sollen sich die Knie aller beugen, die im Himmel und auf der Erde und unter der Erde sind. Und zur Ehre Gottes, des Vaters, werden alle bekennen, dass Jesus Christus Herr ist.</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C6-11" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 2,6-11</a>)&nbsp;<br /><br />
Auch der Apostel Petrus greift diese Tatsache in seiner Pfingstrede auf und bezieht sich dabei auf eine Aussage von K&ouml;nig David aus den Psalmen:</p><p><em>Jetzt sitzt&nbsp;Jesus auf dem h&ouml;chsten Ehrenplatz zur Rechten Gottes im Himmel. Und der Vater hat ihm, wie er es versprochen hat, den Heiligen Geist gegeben, damit dieser &uuml;ber uns ausgegossen wird. So habt ihr es heute selbst gesehen und geh&ouml;rt. Denn David ist nie in den Himmel aufgefahren, und doch hat er gesagt: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich auf den Ehrenplatz zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde dem&uuml;tige und sie zum Schemel unter deinen F&uuml;&szlig;en mache. So soll nun jedermann in Israel sicher wissen, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat!</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte2%2C33-36" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 2,33-36</a>).</p><h2>Ziel erreicht</h2><p>Die Himmelfahrt macht deutlich, dass Jesus Christus das Ziel erreicht hat, f&uuml;r das er auf die Welt gekommen ist. Zusammenfassend l&auml;sst sich ihre Bedeutung so erkl&auml;ren:</p><ol><li>Christus sitzt jetzt auf dem Thron zur Rechten Gottes, von wo aus er das Reich Gottes regiert und auch wiederkommt, um die Welt zu richten&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us26%2C64" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 26,64</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Die Himmelfahrt best&auml;tigt, dass Jesu Tod nicht umsonst war, sondern dass wir Menschen durch sein Opfer mit Gott vers&ouml;hnt werden k&ouml;nnen. Christus ist durch seinen Tod und seine Erniedrigung in die himmlische Herrlichkeit zur&uuml;ckgekehrt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Apostelgeschichte5%2C30-31" class="bibleserver extern" target="_blank">Apostelgeschichte 5,30-31</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Durch die Himmelfahrt haben auch wir als Christen die Hoffnung, &auml;hnlich wie Christus in den Himmel einzugehen (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser2%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 2,6</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Die Zeit der Erh&ouml;hung Christi ist die Zeit, in der Christus f&uuml;r seine&nbsp;Nachfolger "die Wohnungen im Hause seines Vaters" vorbereitet (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C2-3" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,2-3</a>).<br />
&nbsp;</li><li>Die Zeit der Erh&ouml;hung umfasst au&szlig;erdem die Zeitspanne, in der die christliche Gemeinde auf sein Wiederkommen wartet, damit er die noch ausstehende Vollendung des Reiches Gottes zu einem Abschluss bringt (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper3%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 3,20</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung1%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 1,9</a>).</li></ol><p><sup>1</sup><span class="small">H.W. Neudorfer, Apostelgeschichte, 1. Teil aus:&nbsp;Edition C, Bibelkommentar, H&auml;nssler Verlag 2000, Holzgerlingen,&nbsp;S. 21</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Online Redaktion</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565573.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Online Redaktion]]></author>
      <pubDate>Thu, 14 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gemeinsam auf Lebensreise]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie kann die Lebensreise als Paar auf Dauer gelingen? 5 Ehegeheimnisse, die du so wahrscheinlich noch nicht kennst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1127309.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nadine Rupprecht /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Jedes Paar hofft darauf, eine gl&uuml;ckliche Ehe zu f&uuml;hren, wenn es sich vor dem Altar das Ja-Wort gibt. Dabei untersch&auml;tzen viele die Herausforderungen, die ihnen auf ihrem Eheweg begegnen werden. Klar, man verspricht sich, in guten und in schlechten Zeiten beieinander zu bleiben. Aber, letztlich hofft jedes Paar, dass die schlechten Zeiten an ihm vorbeigehen werden.</p><p>Aber eines ist klar: Kein Paar ist vor Herausforderungen sicher. Jede Ehe bringt sie mit sich, wenn auch oft ganz andere als erwartet. Viele Eheratgeber besch&auml;ftigen sich damit, wie man diesen Herausforderungen im Paaralltag begegnen kann. Da geht es unter anderem um Streitkultur, die eigene Herkunftsfamilie, gemeinsame Werte und Finanzen.</p><p>Doch es lohnt sich, &uuml;ber diese speziellen Themen hinaus auch &uuml;bergeordnete Prinzipien f&uuml;r eine gelingende Ehe zu kennen. Zehn solcher &bdquo;Ehegeheimnisse&ldquo; nennt der Theologe, Paarberater und Autor Heiko Kienbaum in seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/117779" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Was Paare gl&uuml;cklich macht: Die 10 Geheimnisse der Liebe vom Pastor2Go&ldquo;</a>. F&uuml;nf davon habe ich herausgegriffen und stelle sie im Folgenden vor.</p><p>Dabei folge ich im Kern den Gedanken aus Kienbaums Buch, greife aber auch auf eigene Erfahrungen zur&uuml;ck und pr&auml;sentiere die Tipps daher in anderer Reihenfolge als im Buch.</p><h2><strong>1. Packt und ordnet eure Lebensrucks&auml;cke!</strong></h2><p>Niemand w&uuml;rde nur mit einem M&uuml;sliriegel zu einer gr&ouml;&szlig;eren Bergtour aufbrechen. Und keiner, der halbwegs bei Trost ist, schleppt f&uuml;r einen Stadtbummel Schlafsack und Isomatte mit. Ob wir in den Urlaub fahren, wandern gehen oder einen Tagesausflug unternehmen: wir &uuml;berlegen normalerweise vorher, was wir daf&uuml;r brauchen und was nicht. Entsprechend packen wir.</p><p>Doch viele Paare machen sich nicht bewusst, welche Ausr&uuml;stung in ihr Gep&auml;ck geh&ouml;rt, wenn sie in eine Ehe starten. Mehr noch: Vielfach ist ihnen auch nicht klar, welcher Ballast bereits in ihren Lebensrucks&auml;cken steckt &ndash; Glaubenss&auml;tze aus der Kindheit, Verletzungen aus fr&uuml;heren Beziehungen, Anspr&uuml;che an sich selbst und den anderen, aber auch k&ouml;rperliche oder finanzielle Einschr&auml;nkungen.</p><p>Das ist unproblematisch, solange der Weg eben ist und keine Steigungen auftauchen. Aber nach ein paar Jahren auf Ehetour f&auml;llt m&ouml;glicherweise im Akutfall auf, dass das Erste-Hilfe-Set fehlt. Dann ist guter Rat oft teuer.</p><p>Ob ihr als Paar erst auf Ehetour startet oder nach Kinderphase und Arbeitsleben eine neue Etappe auf eurem gemeinsamen Lebensweg ansteht, es lohnt sich zu kl&auml;ren: Was bringst du mit, was ich? An wertvollen Ressourcen, aber auch an Ballast? Wo tr&auml;gt einer mehr und der andere kann ein Paket aus dem Lebensrucksack des anderen mittragen?</p><p>Diese Fragen k&ouml;nnt ihr euch immer wieder stellen. Eine regelm&auml;&szlig;ige Bestandsaufnahme eures Proviants und eurer Ausr&uuml;stung hilft euch zu sehen, wo ihr gerade steht. Vielleicht hat sich Groll als Ballast in eurem Rucksack angesammelt. Oder eure Lebensumst&auml;nde haben sich so ge&auml;ndert, dass einer nun schwerer tr&auml;gt als gut f&uuml;r ihn ist. Dann ist es dran, Lasten umzuschichten oder gar etwas auspacken und zur&uuml;cklassen.</p><blockquote><blockquote class="noshare"><p><em>Der ehrliche Blick des anderen in den eigenen Lebensrucksack kann helfen, Unn&ouml;tiges oder Belastendes daheim- und loszulassen und befreiter zusammen auf Tour zu gehen.</em></p></blockquote></blockquote><p>Wenn du den Inhalt deines Lebensrucksacks durchgehst, merkst du zum Beispiel, wo dich vergangene Erlebnisse noch belasten und du anderen Menschen noch etwas nachtr&auml;gst. Das macht zum einen deinen Lebensrucksack schwer und kann zum anderen die Beziehung zu deinem Partner negativ pr&auml;gen, weil du unterbewusst auch ihm oder ihr mit Misstrauen begegnest.</p><p>Hier ist es befreiend belastende Erfahrungen aufzuarbeiten, alte Verletzungen zu vergeben und den damit verbundenen Ballast loszulassen.</p><p>Ihr erkennt aber auch, welche Ressourcen ihr als Paar habt. Wenn ihr als Paar beide gut verdient, ist das Ziel Eigenheim leichter zu bew&auml;ltigen, als wenn ihr erhebliche finanzielle Belastungen zu tragen habt. Auch der gemeinsame Glaube und eine solide Gesundheit sind guter Proviant im Rucksack. Hat dein Partner dagegen eine chronische Krankheit, muss diese als Gep&auml;ck bei euren Pl&auml;nen mitber&uuml;cksichtigt werden &ndash; von Anfang an und auch w&auml;hrend eurer gemeinsamen Tour.</p><p>Wenn ihr verantwortungsbewusst mit eurem und dem Lebensrucksack eures Partners umgeht, senkt ihr das Risiko, dass euch mitten auf eurer Ehetour die Puste ausgeht.</p><h2><strong>2. Mache deinen Partner gro&szlig;!</strong></h2><p>&bdquo;Make America great again!&ldquo; Mit diesem Slogan wurde Donald Trump zweimal Pr&auml;sident der USA. Man kann Trump viel vorwerfen, aber eines hat er erkannt: Menschen wollen, dass man sie oder etwas, das ihnen wichtig ist, gro&szlig;macht. Deswegen hat sein Wahlslogan funktioniert, obwohl er faktisch eher sich selbst im Blick hat als sein Land.</p><p>In einer Ehe handeln wir unbewusst oft &auml;hnlich. In der Verliebtheitsphase finden wir gar nicht genug positive Worte &uuml;ber den anderen. Das h&auml;lt bis zum Ja-Wort und vielleicht etwas dar&uuml;ber hinaus. Dann kehrt der Alltag ein. Pl&ouml;tzlich kritisieren wir den anderen mehr, als ihn zu loben.</p><p>Vielleicht kommt dir das bekannt vor. Aber eventuell entdeckst du wieder neu, was f&uuml;r einen gro&szlig;artigen Menschen du geheiratet hast, wenn du beschlie&szlig;t deinen Partner gro&szlig;zumachen und den Blick neu auf seine positiven Eigenschaften richtest.</p><p>Doch zun&auml;chst einmal musst du ehrlich mit dir sein. Wo erhoffst du dir vom anderen, dass er dir einen Selbstbewusstseins-Boost verschafft, indem er dich lobt oder dir zeigt, was f&uuml;r ein besonderer Mensch du bist? Und wann lobst du den anderen nur, damit er auch dein Ego t&auml;tschelt? Oft h&ouml;rt die gegenseitige Wertsch&auml;tzung da auf, wo beide merken: Er oder sie f&uuml;llt meinen Mangel nicht aus. Doch dazu war der andere nie gedacht.</p><blockquote class="noshare"><p><em>Ihr seid beide von Gott dazu berufen, einander zu ermutigen, zu loben und zu best&auml;rken (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Thessalonicher5%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Thessalonicher 5,11</a>), aber nicht um die L&ouml;cher des jeweils anderen zu stopfen. Das funktioniert n&auml;mlich nicht.</em></p></blockquote><p>Besser ist es, sich auch in einer Ehe bewusst um sich selbst und die eigene Zufriedenheit zu k&uuml;mmern. Gehe die Punkte an, wo du selbst eine Ver&auml;nderung bewirken kannst, und teile Gott mit, wo du an M&auml;ngeln in deinem Leben, die du nicht beheben kannst, zu zerbrechen drohst. Das kann eine unbefriedigende Arbeitsstelle sein, eine chronische Krankheit, fehlende Freundschaften oder andere Dinge.</p><p>Dann schau mit neuem Blick auf deinen Partner! Was kann er oder sie? Was bringt er oder sie in eure Partnerschaft ein? Durch die eigene Pers&ouml;nlichkeit oder auch durch das Handeln? Und nun nimm dir vor, das Engagement des anderen regelm&auml;&szlig;ig zu w&uuml;rdigen &ndash; und zwar schon im Kleinen.</p><p>Mein Mann kocht beispielsweise abends immer f&uuml;r uns, doch oft vergesse ich, ihm daf&uuml;r zu danken. Denn letztlich geh&ouml;rt es zu unserer Arbeitsteilung. Aber wie sehr freut er sich, wenn ich Danke sage. Und wenn er mich lobt, dass ich die W&auml;sche gemacht habe, wachse ich ein St&uuml;ck.</p><p>Deinen Partner gro&szlig;zumachen, geht allerdings noch einen Schritt weiter. Denn dass Lob wichtig ist und dem anderen guttut, ist uns oft bewusst. Entscheidend ist aber auch, den anderen auch zu ermutigen und das Potenzial zu sehen, das in ihm schlummert. Manchmal braucht der andere hier eine Schulter zum Ausheulen, manchmal eher einen kleinen Schubs in die richtige Richtung.</p><p>Wie k&ouml;nnte das aussehen? Vielleicht ermutigst du deinen Partner, sich beruflich weiterzuentwickeln, auch wenn es finanzielle Unsicherheit mit sich bringt. Sei pr&auml;sent und tr&ouml;ste, wenn der andere nicht mehr an sich glaubt, weil er keinen Erfolg sieht oder gescheitert ist. Und w&uuml;rdige den anderen als Menschen und nicht nur das, was er in die Beziehung einbringt.</p><p>Wo kannst du heute deinen Partner gro&szlig;machen &ndash; im Gro&szlig;en oder Kleinen? Gehe einen ersten Schritt und sei gespannt, wie sich das auf eure Beziehung auswirkt. Oft erweist sich folgendes Sprichwort als wahr: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.</p><h2><strong>3. Habt gemeinsame Tr&auml;ume!</strong></h2><p>Ich habe es bereits erw&auml;hnt: Eine Ehe ist eine lange Reise. Und im besten Fall lauft ihr nicht nur gemeinsam los, sondern habt auch ein Ziel vor Augen. Vermutlich habt ihr schon eine grobe Richtung: Ihr wollt, dass eure Ehe gelingt und lange h&auml;lt.</p><p>Doch es kann helfen, als Paar neben diesem allgemeinen Ziel auch gemeinsame Visionen zu entwickeln, denn das gibt eurem Leben eine Richtung. Oft l&auml;uft das Leben als Paar so ab, dass man bestimmte Stationen vor Augen hat, die es zu durchlaufen gilt: Verlobung, Hochzeit, Kinder, Eigenheim.</p><p>Aber was, wenn das alles erreicht ist? L&auml;uft das Leben dann die n&auml;chsten Jahrzehnte ohne gro&szlig;e Ziele weiter? Und was ist, wenn einer dieser Tr&auml;ume platzt &ndash; weil die Kinder auf sich warten lassen oder die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung macht? Wohl dem Paar, das dar&uuml;ber hinaus eine Vision f&uuml;r das gemeinsame Leben hat. Das k&ouml;nnen ganz einfache Dinge sein wie: Wir wollen offen f&uuml;r Neues sein. Oder: In unserem Zuhause ist immer Platz f&uuml;r andere.</p><p>Mein Mann und ich haben uns entschieden, Paarbeziehungen zu f&ouml;rdern. Deswegen engagieren wir uns im Eheteam unserer Gemeinde. Gleichzeitig haben wir jeder eigene Lebenstr&auml;ume, bei denen wir uns unterst&uuml;tzen. So &uuml;bernimmt mein Mann viele Hausarbeiten, damit ich Zeit f&uuml;rs Romaneschreiben habe, und ich unterst&uuml;tze, dass er f&uuml;r den Arbeitsweg am liebsten das Rad nimmt, auch wenn es hier und da l&auml;nger dauert.</p><p>Eine gemeinsame Vision kann euch nicht nur eine Richtung geben, sondern auch kurzfristige Entscheidungen erleichtern. Vielleicht ist euch Gastfreundschaft sehr wichtig und ihr wollt euren G&auml;sten etwas Besonderes kochen. Dann plant ihr daf&uuml;r entsprechend Zeit ein. Oder ihr seid eher spontan und Bewegung im Freien ist euch wichtig. Dann sucht ihr eher eine Wanderroute f&uuml;r euch und eure Freunde raus.</p><blockquote class="noshare"><p>Wie ihr merkt, stecken hinter jeder Entscheidung Werte. Schon deshalb lohnt es sich, als Paar dar&uuml;ber zu sprechen, wie man die gemeinsame Lebenszeit verbringen will &ndash; und zwar nicht nur einmal, sondern immer wieder.</p></blockquote><p>Denn Lebenstr&auml;ume k&ouml;nnen sich &auml;ndern oder haben Auswirkungen aufeinander.</p><p>Dabei kann helfen, euer Leben vom Ende her zu betrachten. Was soll auf eurem Grabstein stehen? Wof&uuml;r wollt ihr bekannt sein &ndash; einzeln und als Paar? Wenn ihr merkt, dass das nicht mit dem zusammenpasst, wie ihr euren Alltag gestaltet, k&ouml;nnt ihr die Weichen noch umstellen. Je mehr Leben hinter euch liegt, desto schwieriger wird das.</p><h2><strong>4. Fokussiert euch auf das Wichtigste!</strong></h2><p>In jeder Ehe gibt es bestimmte Schwerpunkte &ndash; und manchmal sind es andere, als uns eigentlich guttun w&uuml;rden. Hier kann euch eine Bestandsaufnahme helfen: Was ist euch in eurer Ehe wichtig? Was ist jedem einzelnen von euch wichtig? Und wisst ihr das &uuml;berhaupt voneinander?</p><p>Als &Uuml;bung k&ouml;nnt ihr jeder f&uuml;r euch einen Lebensbaum zeichnen. Gro&szlig;e Lebensbereiche wie Arbeit, Freundschaften, Familie, Gemeinde und Ehrenamt sind die dicken &Auml;ste, einzelne Beziehungen oder Projekte die Zweige. Schnell werdet ihr sehen: Euer Leben ist ganz sch&ouml;n vielf&auml;ltig und bunt &ndash; und wenn ihr das beide so wollt, ist das erstmal gro&szlig;artig.</p><p>Doch oft leidet die Ehe darunter, wenn andere Lebensbereiche wie Hobbies, Job oder private Verpflichtungen viel Zeit und Raum einnehmen. Denn eure Zeit und Energie ist begrenzt. Auch kann es vorkommen, dass Bereiche vertrocknen und es dran w&auml;re, sie wegzuschneiden und so neues Wachstum erm&ouml;glichen. Wo sind eure Lebensb&auml;ume ausgeufert? Wo braucht es einen klaren R&uuml;ckschnitt, damit das Wichtigste wieder neue Kraft bekommt?</p><p>Auch die Bibel kennt Bilder vom R&uuml;ckschnitt. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes15%2C1-8" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 15,1-8</a> vergleicht Jesus Gott mit einen Weing&auml;rtner, der bei seinen Nachfolgern Reben wegschneidet, die keine Frucht bringen. Dieses Bild klingt zuerst hart, so als w&uuml;rde Gott alles in unserem Leben ausmerzen, was nicht genug Ertrag bringt.</p><p>Vielleicht musst du ein geliebtes Hobby zeitlich begrenzen oder zeitweilig aufgeben, damit Kraft und Zeit f&uuml;r deine Ehe und deine Kinder bleibt. Eventuell ist ein Karriereschritt nicht m&ouml;glich, weil er &Uuml;berstunden, viele Reisen oder einen Umzug erfordern w&uuml;rde, der euch als Paar oder Familie schaden w&uuml;rde</p><p>Es kann aber auch befreiend verstanden werden: Gott hilft uns, den Dingen wieder neu Raum zu geben, die uns st&auml;rken und uns und anderen guttun, und hilft uns zu erkennen, wo Dinge uns mehr schaden als nutzen.</p><blockquote><p>Wo ist bei dir oder euch als Paar ein R&uuml;ckschnitt erforderlich? Was ist f&uuml;r euch das Wichtigste und was k&ouml;nnte euch helfen, euch darauf zu fokussieren?</p></blockquote><h2><strong>5. Erkennt und verteidigt den Wert eurer Beziehung!</strong></h2><p>Dies bringt mich zum letzten Ehegeheimnis: Dem Wert eurer Beziehung. Gerade in langj&auml;hrigen Beziehungen kann es passieren, dass ihr euren Partner irgendwann als Teil eures Lebensinventars betrachtet. Wie euer Sofa, der Kleiderschrank oder der Herd in der K&uuml;che.</p><p>Euer Partner ist da und erf&uuml;llt seinen Zweck, doch irgendwann seht ihr nur noch die kleinen Macken, die sich im Laufe der Jahre eingeschlichen haben, statt den eigentlichen Wert. Mal wieder das Holz aufpolieren? Lohnt sich nicht. Eine Behandlung mit Polsterreiniger? Viel zu anstrengend. Und dann entdeckt ihr in einem schwedischen M&ouml;belhaus dieses schicke neue Sofa und es ist um euch geschehen.</p><p>Nat&uuml;rlich hinkt das Beispiel, und nur, weil du den Wert deines Partners aus dem Blick verloren hast, l&auml;sst du dich hoffentlich nicht direkt auf eine Aff&auml;re ein. Aber es ist leider oft der erste Schritt. Egal, wie attraktiv, nett oder intelligent dein Partner ist und wie verliebt du warst, als ihr euch das Ja-Wort gabt, irgendwann hast du dich an ihn gew&ouml;hnt.</p><p>Gew&ouml;hnung ist dabei nicht per se etwas Schlechtes. Denn sie schafft Vertrautheit &ndash; und diese hat einen hohen Wert. Aber wenn ihr dem aufregenden Anfang eurer Beziehung hinterhertrauert, statt den Wert dieser Vertrautheit zu erkennen, wird es problematisch. Vor allem wenn ihr der Werbel&uuml;ge aufsitzt: Neu ist automatisch besser. Bei Beziehungen ist es n&auml;mlich genau umgekehrt. Jedes gemeinsam verbrachte Jahr ist eine Investition, die ihr beide erbringt und die bei einer Trennung verlorengeht.</p><p>Was f&uuml;hrt neben Gew&ouml;hnung noch dazu, dass du den Wert deines Partners aus den Augen verlierst? Wenn Liebe f&uuml;r dich mehr ein Gef&uuml;hl ist als eine Entscheidung.</p><blockquote><p><em>Jede Langzeitbeziehung beruht auf einer Entscheidung f&uuml;r den Partner, nicht nur einmal vorm Altar, sondern immer wieder und das auch in schwierigen Zeiten.</em></p></blockquote><p>Es kann auch sein, dass ihr nachl&auml;ssig mit eurer Beziehung geworden seid. F&uuml;r B&uuml;ro und Kinder gebt ihr beide euer Bestes, aber abends zu zweit auf dem Sofa ist nicht mehr viel Energie da. Das Makeup ist verblasst, das Deo aufgebraucht. Alle anderen sehen die beste Version von euch, aber euer Partner kriegt nur, was &uuml;brigbleibt &ndash; an Zeit, an Energie, an Aufmerksamkeit.</p><p>Nat&uuml;rlich l&auml;sst sich das nicht vermeiden &ndash; und es ist auch gut, wenn man beim Partner ausspannen und man selbst sein kann. Aber wenn schlechte Laune, Jogginghose und Ersch&ouml;pfung der Dauerzustand sind, in dem dein Partner dich erlebt, frag dich mal ehrlich, ob du das m&ouml;chtest und wie das eure Beziehung beeinflusst.</p><p>Wo hast du den Wert deines Partners aus dem Blick verloren? Was k&ouml;nntest du tun, um wieder neu in eure Beziehung zu investieren? Wo w&auml;ren gemeinsame Schritte dran, um euch gegenseitig neu zu zeigen, was ihr euch gegenseitig bedeutet? Und vielleicht geht ihr dann ja gemeinsam neue M&ouml;bel kaufen, um euch zu zeigen: Wir sind es uns wert!</p><h3>ERF Jess Podcast zum Thema</h3><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/ehe-real-life-edition/59852"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/ehe-real-life-edition/59852" title="Ehe: Real Life Edition &amp;ndash; Glaube trifft Beziehung">Ehe: Real Life Edition &ndash; Glaube trifft Beziehung</a></section><p><br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17337956.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 11 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Suche nach dem heilsamen Klang]]></title>
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      <description><![CDATA[Geigenbauer Martin Schleske sieht sein Handwerk als Berufung. Denn: Musik ist heilsam. Ein Porträt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010107.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tamás Tokos /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><blockquote><p>Ich m&ouml;chte besser werden als Stradivari oder herausfinden, warum es nicht geht.</p></blockquote><p>Mit diesem steilen Vorsatz hat Martin Schleske vor vielen Jahren die Lehre an der Geigenbauschule in Mittenwald begonnen. Heute ist Schleske ein bekannter Geigenbauer, Physiker und Buchautor. In seinen B&uuml;chern verbindet er Erkenntnisse aus Musik und Geigenbau mit dem geistlichen Leben als Christ.</p><p>Doch wer ist der bekannte Geigenbauer und wie kam es dazu, dass Martin Schleske heute sein Leben dem Geigenbau widmet?</p><h2><strong>Eine Kindheit voller Musik</strong></h2><figure class="image right"><img alt="Martin Schleske und sein Pferd Damiano" height="798" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1010108.jpg" width="808" /><figcaption>Entspannung findet Geigenbauer Martin Schleske bei den Pferden. (Bild: Martin Schleske)</figcaption></figure><p>Musik spielt schon in Martin Schleskes Kindheit eine gro&szlig;e Rolle. Mit sieben Jahren lernt er Geige, auch der Rest der Familie ist musikalisch. Am Sonntag machen sie gemeinsam Hausmusik: sein Vater an der Querfl&ouml;te, die Mutter am Klavier, die Schwester am Cello und der junge Martin an der Geige. Martin Schleske lernt die Musik zu lieben und tritt sp&auml;ter als E-Gitarrist einer Rockband bei. R&uuml;ckblickend sagt Schleske, in seiner Kindheit habe es &bdquo;eigentlich jeden Tag Musik&ldquo; gegeben.</p><p>Doch f&uuml;r Martin ist die Musik nicht nur ein Zeitvertreib. Ihm geht es darum &bdquo;die Qualit&auml;t des Klanges zu suchen&ldquo; und so schmei&szlig;t er mit 17 Jahren die Schule und bewirbt sich an der Geigenbauschule in Mittenwald. F&uuml;r die Eltern, der Vater Professor, die Mutter Lehrerin, ist dies zun&auml;chst ein Schock.</p><p>Aber Schleske wei&szlig;, er will mit den H&auml;nden arbeiten, k&uuml;nstlerisch kreativ t&auml;tig sein. Und die T&uuml;ren in Mittenwald gehen auf. Obwohl die ber&uuml;hmte Geigenbauschule damals von Bewerberinnen und Bewerbern nahezu &uuml;berschwemmt wird (unter 1.200 Bewerbern k&ouml;nnen sie nur etwa 12 St&uuml;ck pro Jahr annehmen), geh&ouml;rt Schleske zu den Gl&uuml;cklichen und startet als Lehrling.</p><h2>Eine Gotteserfahrung &bdquo;hell wie ein Kinofilm&ldquo;</h2><p>Neben der Musik gibt es eine zweite wichtige Pr&auml;gung, die in Martin Schleske Kindheit beginnt und ihn sein Leben lang begleitet. Als Austauschsch&uuml;ler f&auml;hrt er mit 13 Jahren auf ein christliches Jugendcamp auf der Isle of Arran in Schottland.&nbsp;Schleske ist von seinem Elternhaus her nicht religi&ouml;s, doch in dem Jugendcamp hat er eine tiefe Gotteserfahrung. Noch heute spricht er davon, dass die Tage dort &bdquo;hell wie ein Kinofilm und in der Erinnerung kaum verblasst sind.&ldquo;</p><p>Er macht einen Anfang mit Jesus und bekommt eine englische Bibel geschenkt. Dann geht es wieder nach Hause. Die Eltern k&ouml;nnen mit dem neugefundenen Glauben ihres Spr&ouml;sslings nichts anfangen und sind hellauf entsetzt. Am Mittagstisch gibt es nun fast t&auml;glich Diskussionen und der Vater setzt Martin mit Fragen zu. Doch anstatt seinen Glauben aufzugeben, liest dieser treu in der Bibel.</p><p>Von einer Bekannten seines Jugendleiters aus dem Camp hat er per P&auml;ckchen eine deutsche Bibel zugeschickt bekommen und h&uuml;tet diese wie einen Schatz. Nach Streitgespr&auml;chen mit dem Vater z&uuml;ndet Martin in seinem Zimmer eine Kerze an und liest in dieser Bibel. R&uuml;ckblickend sagt er: &bdquo;Ich hatte oft das Gef&uuml;hl, als ob jemand hinter mir steht, der mir erkl&auml;rt, was ich da lese.&ldquo; Ein bis zwei Jahre vergehen, ehe Martin Schleske eine Gemeinde besucht, aber sein Glaube w&auml;chst ebenso stark wie seine Liebe zur Musik.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich hatte oft das Gef&uuml;hl, als ob jemand hinter mir steht, der mir erkl&auml;rt, was ich da lese.</p></blockquote><p><em><strong>Geigenbauer Martin Schleske</strong></em></p><h2>&bdquo;Was macht eine gute Geige aus?&ldquo;</h2><p>In der Geigenbauschule angekommen, hei&szlig;t es f&uuml;r den Lehrling Schleske erstmal, das Handwerk zu lernen. Der Beruf eines Geigenbauers erfordert Geduld, handwerkliches K&ouml;nnen, Genauigkeit, Disziplin und Konzentration. R&uuml;ckblickend sagt Schleske, dass es f&uuml;r ihn wichtig war, zun&auml;chst die Schablonenhaftigkeit des Handwerks zu erlernen, &bdquo;um sich sp&auml;ter frei bewegen zu k&ouml;nnen&ldquo;.</p><p>Doch schon jetzt besch&auml;ftigen ihn tiefergreifende Fragen. Schleske m&ouml;chte nicht nur Standard-Geigen bauen. Er will wissen, wie er Geigen bauen kann, die einer Stradivari nahekommen. Ihn bewegt die Frage: &bdquo;Was macht eine gute Geige aus?&ldquo; Seine Lehrer treibt er mit diesen Fragen fast zur Verzweiflung, einige f&uuml;hlen sich davon regelrecht provoziert. Denn sie merken, sie k&ouml;nnen ihm nicht die Antworten geben, die er sucht.</p><p>Schleske aber l&auml;sst nicht locker. Mit viel Flei&szlig; baut er sieben bis acht Stunden am Tag in der Geigenbauschule an Geigen, um nach Feierabend in seiner eigenen Werkstatt an eigenen Projekten weiterzubauen. Nach der Gesellenpr&uuml;fung l&auml;dt ihn sein ehemaliger Physiklehrer ein, bei einem Forschungsprojekt mitzumachen. Diese Erfahrung wird wegweisend f&uuml;r Schleskes beruflichen Werdegang.</p><p>Der Lehrer ist ein ber&uuml;hmter Klang-Forscher und f&uuml;hrt ihn an die Modal- und Spektralanalyse heran. Zwei Jahre arbeitet Schleske f&uuml;r den Physiker und macht die Schwingungen von Geigen sichtbar. Als er diesem sagt, er wolle auch verstehen, was er hier anwendet, sagt dieser: &bdquo;Wenn du das verstehen willst, musst du Physik studieren.&ldquo;</p><h2>Geigenbau und Schreiben als Form des Gebets</h2><p>Gesagt, getan. Schleske will nicht nur Geigen mit vortrefflichem Klang bauen k&ouml;nnen, er m&ouml;chte ihren Klang auch verstehen. Also macht er das Abitur nach und meldet sich zum Physikstudium an. Dabei ist sein Ziel aber nie, sp&auml;ter einmal als Physiker zu arbeiten, sondern er will allein die Physik der Geige besser verstehen.</p><p>Dieser Reiz, die Dinge zu ergr&uuml;nden, pr&auml;gt Schleskes ganzes Leben. Er sagt von sich selbst, dass er das Leben erforschen und ergr&uuml;nden will. Als Geigenbauer und Christ geh&ouml;ren f&uuml;r ihn ganz besonders die Geige und die Bibel dazu.</p><p>Heute ist Martin Schleske ein weltweit gefragter Geigenbauer. In seiner Geigenbauwerkstatt in Landsberg am Lech stellt er Geigen, Bratschen und Celli her. Seine Geigenbauwerkstatt hat eine besondere Geschichte, denn das Haus, in dem Schleske heute seine Geigen baut, war fr&uuml;her ein Gebetshaus. F&uuml;r Schleske ist das nur passend:&nbsp;</p><blockquote><p>Dass eine Geige entsteht, ist das Gebet der H&auml;nde.</p></blockquote><p>Das Handwerk des Geigenbaus hat f&uuml;r Schleske eine tiefreligi&ouml;se Facette. Konkurrenz bei diesem Gebet der H&auml;nde macht ihm seit einigen Jahren auch das Schreiben. Auch dabei erlebt Schleske eine ganz tiefe Verbindung zu Gott: &bdquo;Die intensivste Art von Beten ist f&uuml;r mich oft die mit dem Stift in der Hand. Das Allermeiste in meinen B&uuml;chern habe ich nur geschrieben, weil ich es geh&ouml;rt habe.&ldquo;</p><h2>Ein genaues Handwerk voller Liebe zur Sch&ouml;nheit</h2><p>Gleichzeitig ist sein Handwerk auch genau das &ndash; ein Handwerk. &Uuml;ber 200 Arbeitsschritte sind n&ouml;tig, damit eine Geige entsteht. Alle diese Arbeitsschritte erfordern K&ouml;nnen und Genauigkeit. Das beginnt schon bei der Auswahl des Holzes. F&uuml;r eine Geige werden &uuml;blicherweise Bergfichten aus einer H&ouml;he von 1.700 bis 1.800 Metern H&ouml;he verwendet. Das beste Holz findet sich im Alpenraum. Doch auch hier ist unter hunderten St&auml;mmen nur ein &bdquo;S&auml;ngerstamm&ldquo;.</p><p>So werden St&auml;mme genannt, die einen ganz besonderen Klang haben und sich als Holz zum Geigenbau eignen. Bis heute ist nicht bis ins Detail erforscht, was einen S&auml;ngerstamm von anderen St&auml;mmen unterscheidet. Fr&uuml;her hat Schleske das Holz f&uuml;r seine Geigen noch selbst geschlagen, heute w&auml;hlt er es bei H&auml;ndlern aus. &bdquo;Das Holz gibt sich mir zu erkennen&ldquo;, so beschreibt er seine Auswahl des richtigen Holzes.</p><p>Doch vom Holz bis zur Geige ist es ein weiter Weg. Auf Zehntelmillimeter genau muss Schleske hier arbeiten. Denn schon die kleinste Ver&auml;nderung kann den Klang deutlich ver&auml;ndern. Aber, und auch das gibt Schleske offen und mit einer gewissen Genugtuung zu:</p><blockquote class="noshare"><p>60 Prozent der Arbeiten im Geigenbau haben keine Bedeutung f&uuml;r den Klang, sondern geschehen nur, um ein sch&ouml;nes Instrument zu fertigen.</p></blockquote><p>Sch&ouml;nheit ist Schleske wichtig. Denn nur durch die Sch&ouml;nheit des Instruments sp&uuml;rt der Musiker am Ende den n&ouml;tigen Respekt dem Musikinstrument gegen&uuml;ber.</p><h2>Klang als &bdquo;Ausdrucksmedium der Seele&ldquo;</h2><p>Insgesamt sollten Dinge nicht immer n&uuml;tzlich sein m&uuml;ssen, so Schleskes Ansicht. Er ist &uuml;berzeugt: &bdquo;Wenn der Mensch &sbquo;Ich muss&lsquo; sagt, wendet er sich von Gott ab.&ldquo; Und so sucht er kreative Bet&auml;tigung auch im Malen, wo im Gegensatz zum Geigenbau am Ende nichts Vorzeigbares herauskommen muss.</p><p>Ruhe und Kraft tankt er auch&nbsp;in der Natur und bei den Pferden.&nbsp;Das ist f&uuml;r Schleske wichtig, denn er erlebt sich selbst oft als &bdquo;Grenzg&auml;nger am Rande seiner Kraft&ldquo;. Deswegen sind f&uuml;r ihn Phasen der Besinnung essenziell, aber f&uuml;r ihn steht auch fest: &bdquo;Unsere Berufung darf uns auch Kraft kosten.&ldquo; Ihm jedenfalls l&auml;sst es keine Ruhe, wenn ihm mal eine Geige nicht gelingt.</p><p>Doch das Wichtigste ist am Ende, dass seine Instrumente auch gespielt werden. F&uuml;r ihn ist Klang &bdquo;ein Ausdrucksmedium der Seele&ldquo;, das uns gerade in Momenten ber&uuml;hrt, wenn alles schwierig ist. Deshalb sucht Schleske heute nicht mehr nur nach einem guten, sondern &bdquo;nach einem heilsamen Klang&ldquo;.</p><blockquote class="noshare"><p>Klang ist ein Ausdrucksmedium der Seele. Ich suche nach einem heilsamen Klang.</p></blockquote><p><em><strong>Geigenbauer Martin Schleske</strong></em><br />
&nbsp;</p><p>Ein Musiker m&ouml;chte, &bdquo;dass Menschen anders aus einem Konzert rausgehen, als sie gekommen sind.&ldquo; Sein pers&ouml;nliches Ziel als Geigenbauer ist es, Instrumente zu bauen, die das erm&ouml;glichen. Wenn er kann, w&uuml;rde er das gerne noch bis zu seinem 85. Lebensjahr tun. Denn dann m&ouml;chte er hoffentlich seine beste Geige bauen.<br /><br /><span class="small"><em>Alle Zitate von Martin Schleske stammen aus dem <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/calando/herztoene-vom-klang-des-lebens/1127-3499" target="_blank">Radiointerview &bdquo;Herzt&ouml;ne &ndash; Vom Klang des Lebens&ldquo;</a>.&nbsp;</em></span></p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16274274.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 09 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit den Händen im Teig]]></title>
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      <description><![CDATA[Was hat Handwerk mit dem Lauf des Lebens zu tun? Beim Backen lernt Simona Geduld und Vertrauen in den Prozess.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126571.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© A.Lehmann/ERF Medien e.V., <a href='http://gettyimages.com/Mr.Timoty,Syuzanna' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Mr.Timoty,Syuzanna</a></figcaption></figure><p>Gl&uuml;ck f&uuml;hlt sich f&uuml;r mich so an:&nbsp;Ich stehe in meiner warm beleuchteten K&uuml;che, die H&auml;nde im Teig, mein Backofen brummt leise und sonor,&nbsp;w&auml;hrend er vorheizt. Beim Kneten des Teiges verbinden sich die Zutaten, die sich vor wenigen Minuten noch getrennt in ihren Sch&uuml;sseln befanden.&nbsp;</p><p>500g Mehl w&uuml;rde niemand gern pur essen, aber in Kombination mit weicher Butter, lauwarmer Milch, etwas Zucker, einem halben W&uuml;rfel Hefe, einer Prise Salz und einem Ei entsteht ein wunderbar weicher homogener Teig. Nur wenig sp&auml;ter wird daraus ein hei&szlig;es Blech, gef&uuml;llt mit duftenden Zimtschnecken.&nbsp;</p><h2><strong>Warum Backen so gut tut</strong></h2><p>Ich liebe es, mit meinen H&auml;nden zu arbeiten. Zu f&uuml;hlen, wie sich die Zutaten zu einem Teig verbinden, der weich und geschmeidig in meinen H&auml;nden liegt. Zu riechen, wie Kuchenduft meine K&uuml;che erf&uuml;llt. Ein St&uuml;ck Kuchen zu schmecken.</p><blockquote class="noshare"><p>Alle Sinne sind beteiligt, wenn wir erschaffen, kochen, backen, kreieren.&nbsp;</p></blockquote><p>Wenn ich aber mich und viele meiner Freunde beobachte, kommt es in unserem Alltag immer seltener vor, dass wir unsere H&auml;nde benutzen, um etwas herzustellen.&nbsp;</p><h2><strong>Unsere Welt zwischen Perfektion und Entfremdung</strong></h2><p>Wir genie&szlig;en Mittagessen in der Cafeteria, kaufen Kuchen beim B&auml;cker, holen den Pizzateig aus dem K&uuml;hlregal und den Rotkohl aus dem Glas. So ist es bequemer &ndash; keine Frage &ndash; und der Kuchen vom B&auml;cker sieht so viel appetitlicher aus als mein eigener. Doch zugleich geht uns in dieser Welt der Bequemlichkeit und Perfektion auch etwas verloren.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Denn w&auml;hrend Maschinen uns die Arbeit abnehmen, nehmen sie uns auch die Erfahrung.</p></blockquote><p>Navigationsapps bringen uns ans Ziel, Autokorrekturen gl&auml;tten unsere Texte, Waschmaschinen entscheiden selbst &uuml;ber Temperatur und Schleudern.</p><p>So kommen wir zuverl&auml;ssig an, senden grammatikalisch korrekte Nachrichten, tragen saubere Kleidung &ndash; und verlieren zugleich die Orientierung, das Gef&uuml;hl f&uuml;r Sprache und wundern uns, warum bestimmte Stoffe eingehen.&nbsp;</p><h2><strong>Teig als Lehrer</strong></h2><p>Backen ist eine Wissenschaft: Rezepte sind ausgekl&uuml;gelt und erprobt. Jede Zutat hat ihre Berechtigung. Zucker macht das Geb&auml;ck nicht nur s&uuml;&szlig;, sondern auch saftig. Die Konsistenz der Butter entscheidet dar&uuml;ber, ob die Cookies zerlaufen oder ihre Form behalten. Die Temperatur der Milch bewirkt, ob die Hefe ihre Triebkraft entfalten kann oder sich am Ende gar nichts tut.</p><p>Aber nicht nur die Zutaten bestimmen das Ergebnis. Die Abfolge von Kneten, Warten und Backen ist ebenfalls entscheidend.&nbsp;</p><p>Gerade das Warten f&auml;llt mir manchmal schwer. Der Teig liegt da, scheinbar reglos. Nichts passiert &ndash; und doch geschieht genau jetzt das Entscheidende: Das Gluten entspannt sich, die Hefe arbeitet im Verborgenen. Wenn ich zu fr&uuml;h weitermache, wird der Teig z&auml;h. Wenn ich ihm die n&ouml;tige Zeit lasse, wird er luftig und leicht.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Vielleicht ist es genau das, was mich am Backen so ber&uuml;hrt: dass es mich lehrt, Prozesse auszuhalten, die ich nicht beschleunigen kann.&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Mit den H&auml;nden arbeiten hei&szlig;t Geduld lernen</strong></h2><p>Manchmal kommt mir das Backen vor wie das Leben selbst. Auch dort gibt es Zeiten, in denen wir gefordert werden, in denen es an uns knetet und zieht. Dann gibt es wieder andere Zeiten, in denen scheinbr nichts passiert &ndash; Monotonie, Warten, Ungewissheit.</p><p>Die Bibel verschweigt diese Phasen nicht, im Gegenteil. Sie spricht davon, dass Pr&uuml;fungen Geduld hervorbringt und dass Geduld uns reifen l&auml;sst (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jakobus1%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Jakobus 1,2</a>). Nicht, weil das Leiden an sich gut w&auml;re, sondern weil Gott wei&szlig;, was daraus entstehen kann, und das viele gute Dinge ihre Zeit brauchen, um sich zu entfalten.</p><blockquote class="noshare"><p>Gott als Sch&ouml;pfer wei&szlig; besser als wir, dass beides n&ouml;tig ist: sowohl Druck als auch Ruhe. Bewegung und Stillstand. Kneten und Warten. So wie ein Teig beides braucht, um zu werden, was er sein kann.&nbsp;</p></blockquote><p>Vielleicht brauchen wir in einer Welt voller M&ouml;glichkeiten und Maschinen nicht noch mehr Effizienz, sondern wieder mehr Teig an den H&auml;nden. Mehr Momente, in denen wir sp&uuml;ren, wie unter unseren Fingern etwas entsteht. Momente, die uns lehren, zu warten, loszulassen und zu vertrauen. Vielleicht liegt genau darin ein St&uuml;ck von dem Gl&uuml;ck, nach dem wir so oft suchen. &nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Simona Brandebußemeier</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17335089.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Simona Brandebußemeier]]></author>
      <pubDate>Wed, 06 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ich kann von jedem etwas lernen“]]></title>
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      <description><![CDATA[Moderator Ingo Marx schaut auf 5 Jahre ERF Jess Talkwerk zurück und lädt zum Live-Event Talkwerk Special ein.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1128408.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ERF Medien</figcaption></figure><p>F&uuml;nf Jahre, &uuml;ber 400 pers&ouml;nliche Geschichten, unz&auml;hlige bewegende Begegnungen: Im ERF Jess Talkwerk erz&auml;hlen drei G&auml;ste von ihrer pers&ouml;nlichen Geschichte mit Gott. Und das kommt an: Mittlerweile hat sich das ERF Jess Talkwerk als eine der pers&ouml;nlichsten Sendungen im christlichen Medienbereich etabliert.</p><p>Mittendrin ist seit dem ersten Tag Ingo Marx. Als Moderator &ouml;ffnet er den Raum, damit die G&auml;ste ihre Geschichte mit dem Publikum teilen. Anl&auml;sslich von f&uuml;nf Jahren Talkwerk haben wir die Rollen getauscht und ihn selbst einmal interviewt. Er spricht &uuml;ber G&auml;ste, deren Geschichte ihn ganz besonders bewegt haben, &uuml;ber Momente, die er nie vergessen wird, und &uuml;ber das, was ihn selbst tr&auml;gt.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das Talkwerk feiert in diesem Jahr sein f&uuml;nfj&auml;hriges Bestehen. Du bist von Anfang an als Moderator dabei: Was macht dir an deinem Job besonders Spa&szlig;?</strong></p><p>Ingo Marx: Ich finde es ein unbeschreibliches Vorrecht, so viele Menschen zu treffen, die alle Jesus auf ganz individuelle Weise erlebt haben. Ich kann von jedem etwas lernen. Das weitet meinen Horizont und vertieft meinen eigenen Glauben. Besonders beeindruckt mich immer wieder, wie Menschen mitten in Schmerz und Leid ganz besonders Gottes N&auml;he erfahren haben.</p><h2><strong>Gott ist im Grenzbereich zu finden</strong></h2><p><strong>ERF: Du sprichst mit Menschen &uuml;ber die intimsten Momente ihres Lebens &ndash; Krisen, Verlust, Glaubenserfahrungen. Wie bereitest du dich innerlich auf solche Gespr&auml;che vor?</strong></p><p>Ingo Marx: Zum Gl&uuml;ck steht mir eine gro&szlig;artige Redaktion zur Seite, die erste Vorgespr&auml;che mit den G&auml;sten f&uuml;hrt und mir alle wichtigen Informationen zur Verf&uuml;gung stellt. Das ist die Grundlage.</p><p>Ich versuche dann, mich den G&auml;sten und ihren Geschichten nicht nur sachlich, sondern auch emotional zu n&auml;hern und mich selbst von ihrer Geschichte ber&uuml;hren zu lassen. Und ganz ehrlich: Bei aller Erfahrung und Routine bringt mich das manchmal auch an meine Grenzen.</p><p>Vielleicht bin ich dann sogar f&uuml;r einen Moment an dem Ort, an dem die Menschen in ihrer Lebensgeschichte auch waren &ndash; im Grenzbereich. Aber genau dort ist Gott oft zu finden.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Wie schaffst du es, deinen G&auml;sten in so kurzer Zeit das Gef&uuml;hl zu geben, wirklich geh&ouml;rt zu werden?</strong></p><p>Ingo Marx: Es w&uuml;rde mich sehr freuen, wenn das so ist. Wichtiger als einzelne Fragen ist es mir immer, Menschen zuzuh&ouml;ren und sie zu verstehen, um dann gezielt nachfragen zu k&ouml;nnen. Ich f&uuml;rchte, das gelingt mir als Moderator oft besser als in den anderen Rollen meines Lebens.</p><p>Als Gastgeber im Talkwerk m&ouml;chte ich nicht Interviewfragen abarbeiten, sondern meinen G&auml;sten helfen, ihre Geschichten so zu erz&auml;hlen, dass zwischen ihnen und unserem Publikum genauso eine echte Begegnung stattfindet wie bei uns im Studio. Nat&uuml;rlich ist da bei mir viel Intuition im Spiel. Aber ich hoffe, dass in dieser Intuition Gottes Geist wirkt. Das ist mein Gebet.</p><h2><strong>Legend&auml;re Momente aus 5 Jahren Talkwerk</strong></h2><p><strong>ERF: In den letzten f&uuml;nf Jahren haben wir im ERF Jess Talkwerk &uuml;ber 400 Geschichten erz&auml;hlen d&uuml;rfen. Welche davon hat dich besonders bewegt?</strong></p><p>Ingo Marx: Das sind so viele. In den letzten Monaten haben mich vor allem die Berichte von Nelli und Delia Walter bewegt. Nelli ist als junge Frau vergewaltigt worden. Dabei wurde sie schwanger. Delia ist die Tochter, die bei dieser Vergewaltigung gezeugt wurde, und heute selbst erwachsen. Wenn solche Frauen trotz allem sagen k&ouml;nnen, dass sie sich als Gottes geliebte Kinder sehen, dann ist das schon etwas Besonderes.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Gibt es einen Moment in einer Sendung, den du nie vergessen wirst, vielleicht weil er dich selbst &uuml;berrascht oder aus der Fassung gebracht hat?</strong></p><p>Ingo Marx: Ich habe so manchen legend&auml;ren Moment auf meiner inneren Festplatte abgespeichert. Zum Beispiel die Sendung mit dem Schauspieler Markus Majowski. Wir kannten uns bereits vorher, hatten vorher schon gemeinsame Drehs und Interviews.</p><p>Im Talkwerk aber hat er meine Moderationsf&auml;higkeiten auf eine harte Probe gestellt: Zun&auml;chst mit der augenzwinkernden Bemerkung, dass ich ihm nicht so dumme Fragen stellen w&uuml;rde, wenn ich ihm besser zugeh&ouml;rt h&auml;tte. Gegen Ende der Sendung drehte er dann den Spie&szlig; um und stellte mir theologische Fragen. Markus hat mich ganz sch&ouml;n ins Schwitzen gebracht. Manche Kommentatoren bei YouTube zeigten echtes Mitleid mit dem &bdquo;armen Moderator&ldquo;. Falls du das mal liest, Markus: Ganz liebe Gr&uuml;&szlig;e!</p><h2><strong>Gott f&uuml;hrt weiter</strong></h2><p><strong>ERF: In der Livesendung <em>Talkwerk Special</em> im Mai reden wir dar&uuml;ber, wie Gott auch nach der Ausstrahlung der Sendungen im Leben der G&auml;ste weiter gewirkt hat. Hast du auch schon mal erlebt, dass Gott mit deiner Geschichte und dir weitergegangen ist?</strong></p><p>Ingo Marx: Oh, jetzt wird aber pers&ouml;nlich, typisch Talkwerk halt &hellip; Bevor ich im Jahr 2000 zum ERF kam, habe ich eine tiefgreifende Krise durchlebt. Und dann habe ich erlebt, wie Gott mit mir Schritt f&uuml;r Schritt neue Wege gegangen ist. Im R&uuml;ckblick kann ich dar&uuml;ber nur staunen.</p><p>Ohne diese Krise und Gottes Neuanfang mit mir h&auml;tte ich heute wahrscheinlich weder meine wundervolle Familie noch w&uuml;rde ich beim ERF arbeiten und das Talkwerk moderieren.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Auf was freust du dich in der Livesendung besonders?</strong></p><p>Ingo Marx: Ich freue mich darauf, ehemaligen G&auml;sten wieder zu begegnen und zu h&ouml;ren, wie es in ihrem Leben weiterging. Und ich freue mich, mit unseren Zuschauerinnen und Zuschauern ins Gespr&auml;ch zu kommen. Dadurch dass wir live sind, kann jeder uns seine Fragen schicken und eigene Erlebnisse teilen. Besonders interessiert mich nat&uuml;rlich, ob und wie unsere Sendung Menschen ermutigt oder ihren Glauben gest&auml;rkt hat. Dann k&ouml;nnen wir gemeinsam feiern, wie Gott wirkt.</p><h2><strong>Keine fromme Theorie, sondern echte Geschichten</strong></h2><p><strong>Wenn du einem Menschen, der das Talkwerk noch nie gesehen hat, in einem Satz erkl&auml;ren m&uuml;sstest, warum er es sich anschauen soll &ndash; was w&uuml;rdest du sagen?</strong></p><p>Ingo Marx: Wenn du keine fromme Theorie h&ouml;ren willst, sondern echte Geschichten von Menschen, die der Glaube im Alltag wirklich tr&auml;gt, f&uuml;hrt am ERF Jess Talkwerk kein Weg vorbei.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was w&uuml;nschst du dem Talkwerk f&uuml;r die n&auml;chsten f&uuml;nf Jahre?</strong></p><p>Ingo Marx: Dass es uns als Team gelingt, mit der Sendung nah am Alltag der Menschen zu bleiben und nah bei Gott. Denn das Entscheidende kann nur er tun. Nur er kann bewirken, dass Menschen ihm durch das Talkwerk begegnen.</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Interview.</strong><br />
&nbsp;</p><p>Wer mehr erleben m&ouml;chte: Am <strong>5. Mai um 20:30 Uhr</strong> l&auml;dt ERF Jess zu <a href="https://www.youtube.com/watch?v=DFxWjubD2E0" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong><em>Talkwerk Special</em></strong></a> ein. In der Livesendung erz&auml;hlen drei ehemalige G&auml;ste, wie Gott auch nach der Ausstrahlung in ihrem Leben weitergewirkt hat. <a href="https://www.youtube.com/watch?v=DFxWjubD2E0" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Link zum Livestream abspeichern</a>, Termin merken und dabei sein!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Regina Meißner</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17331288.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Regina Meißner]]></author>
      <pubDate>Mon, 04 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Naht um Naht]]></title>
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      <description><![CDATA[Was man beim Quilten über Heilung lernen kann.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126570.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tanja Rinsland privat,<a href='http://unsplash.com/Kateryna' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com/Kateryna</a> Hliznitsova</figcaption></figure><p>Meinen ersten Quiltstoff habe ich am viertschlimmsten Tag meines Lebens gekauft. Am Morgen hatte ich noch tr&auml;nen&uuml;berstr&ouml;mt den kleinen Scherbenhaufen namens Leben zusammengefegt, mittags war ich mit meiner Mutter einkaufen. Nicht, weil ich unbedingt etwas brauchte. Ich hatte blo&szlig; keine Lust, nach Hause zu fahren.&nbsp;</p><p>Der kleine Stoffladen war von oben bis unten voller Farben und bunter Kn&ouml;pfe. Fasziniert lie&szlig; ich die H&auml;nde &uuml;ber die sauber gestapelten Ballen gleiten. Ich entdeckte dabei diesen verspielten Stoff, herrlich romantisch und so ganz anders als alles, was ich bisher besessen hatte.&nbsp;</p><p>Meine Wohnung war bisher ultramodern eingerichtet, mit schwarzen M&ouml;beln und einem dramatisch roten Sofa. Aber da sowieso nichts mehr so sein w&uuml;rde wie vorher, gab es auf einmal Platz f&uuml;r Beige und Taubenblau in meinem Leben. &nbsp;</p><h2><strong>Quilten mit Oma</strong></h2><p>Ich konnte allerdings nicht n&auml;hen. Meine Mutter, die &uuml;brigens eine dieser klugen Frauen ist, die Vorschl&auml;ge nur dann machen, wenn sie wirklich n&uuml;tzlich sind, schaute sich den Stoff an, fand ihn genauso entz&uuml;ckend wie ich und sagte: &bdquo;Frag doch mal deine Oma, ob sie es dir nicht beibringt.&ldquo;</p><p>Meine Oma war schon einige Zeit verwitwet und wohnte mit meiner gastfreundlichen Tante und ihrer Familie in einem &ndash; trotz manchem Leid &ndash; fr&ouml;hlichen Zuhause. Ein guter Ort, um etwas zu lernen. Ich traute mich erst nicht, zu fragen, ob ich mit dem Scherbenhaufen im Herzen und dem Quiltstoff unterm Arm vorbeikommen d&uuml;rfe. Aber nat&uuml;rlich durfte ich.&nbsp;</p><p>Also packte ich in den darauffolgenden Monaten regelm&auml;&szlig;ig meinen Rucksack, nahm den Zug von Wetzlar nach Siegen und verbrachte ein ganzes Wochenende damit, Stoffe zu schneiden und zu b&uuml;geln. Beim Quilten b&uuml;gelt man ziemlich viel, habe ich damals gelernt. Das N&auml;hen geht flott, vor allem mit so einer robusten, gut gewarteten alten Pfaff, wie meine Oma sie hatte. Aber das pr&auml;zise Schneiden und B&uuml;geln: Das ist die eigentliche Kunst.&nbsp;</p><p>Wir sprachen wenig an diesen Samstagen. Abends beim Essen plauderten wir &uuml;ber dies und das &ndash; und manchmal fragte mich Oma, wie es mir gerade ging. Es gab genug Menschen, mit denen ich stundenlang &uuml;ber das geredet habe, was gewesen war und noch so schmerzte. Doch es gab nur wenige, mit denen ich schweigen konnte.&nbsp;</p><h2><strong>Der N&auml;hmaschinen-Herzrhythmus&nbsp;</strong></h2><p>Omas alte Pfaff hatte &ndash; wie alle guten Maschinen &ndash; ihren eigenen Rhythmus. Sie machte Tak-Tak-Tak-Tak, wie ein gesundes Herzklopfen. Statt zu sprechen, sa&szlig;en wir also meistens da, arbeiteten mit unseren H&auml;nden und h&ouml;rten der Pfaff zu.&nbsp;</p><p>Tak-Tak-Tak-Tak und das n&auml;chste St&uuml;ckchen Stoff war befestigt und konnte geb&uuml;gelt werden. Tak-Tak-Tak-Tak und die Trauer, die mich letzte Nacht noch wachgehalten hatte, war etwas kleiner. Tak-Tak-Tak-Tak und ein Quadrat f&uuml;r meinen Blockhouse-Quilt war abgeschlossen. Tak-Tak-Tak-Tak und ich schaute ein kleines bisschen zuversichtlicher in die Zukunft.</p><blockquote><p>Naht um Naht wurde in dieser Zeit etwas in mir gesund. Es ist mir ein liebgewonnenes Mysterium, warum es sich leichter trauern l&auml;sst, wenn man dabei etwas mit seinen H&auml;nden tut. Nicht, dass es weniger schmerzt, die Traurigkeit flie&szlig;t blo&szlig; leichter durch einen durch. Zumindest bei mir war das so.&nbsp;</p></blockquote><p>Vor kurzem hatte ich diesen ersten Quilt in der Hand und musste schmunzeln, als ich die vielen Fehler entdeckte, die meine Oma mir gn&auml;digerweise durchgehen lie&szlig;. Dabei war sie keine nachl&auml;ssige Lehrerin und ich musste mehrmals eine Naht auftrennen, weil ich irgendwelche Teile falsch zusammengef&uuml;gt hatte.&nbsp;</p><p>Der Quilt gef&auml;llt mir trotzdem immer noch gut mit seinen sanften Farben und verspielten Stoffen, den unsicheren Handstichen und dem etwas schiefen Saum.&nbsp;</p><h2><strong>Die g&ouml;ttliche Freude an verschwenderischer Alltagskunst</strong></h2><p>Wenn mich jemand fragt, warum ich quilte, sage ich gern, dass es eine herrlich zweckfreie Arbeit sei. Man kauft teuren Stoff, um ihn in hundert kleine Schnipsel zu schneiden und das alles wieder m&uuml;hselig zusammenzun&auml;hen. Das ergibt &ndash; wirtschaftlich gesehen &ndash; &uuml;berhaupt keinen Sinn. Man verliert auch jede Menge Material beim Quilten: den ganzen Verschnitt, die Nahtzugaben und so. Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen.</p><p>Aber genau das ist das Sch&ouml;ne am Quilten: Es ist zeitverschwenderisch, kunstvoll und im besten Fall vom Ergebnis etwas, auf das ein Baby spucken kann und worauf sich Keks-Kr&uuml;mel sammeln, w&auml;hrend man darin eingekuschelt auf der Couch liegt.&nbsp;</p><blockquote><p>Es hat etwas ungemein Rebellisches, &uuml;ber monatelang ein Kunstwerk zu schaffen, das f&uuml;r den Alltagsgebrauch gedacht ist.</p></blockquote><p>Nichts befriedigt eine Quilterin so sehr wie ein Quilt, der nach Jahren der liebevollen Nutzung ausgefranst, verblichen und voller Flecken ist.</p><h2><strong>Gott und das Handwerk&nbsp;</strong></h2><p>Ich habe beim N&auml;hen oft dar&uuml;ber nachgedacht, dass Gott auch etwas von einem Quilter hat.</p><blockquote><p>Denn auch seine Sch&ouml;pfung scheint mir zeitverschwenderisch, kunstvoll und gleichzeitig f&uuml;r den Alltagsgebrauch gedacht zu sein.&nbsp;</p></blockquote><p>Ein Beispiel: Ich fahre viel mit dem Zug und meine &uuml;bliche Bahnstrecke verl&auml;uft durch etwas schmuddelige Landschaftsabschnitte mit Wiesenh&auml;ngen links und rechts der Bahntrasse. Diese H&auml;nge bl&uuml;hen im Fr&uuml;hling in den sch&ouml;nsten Farben und selbst im Winter sehen die kunstvoll verschlungenen &Auml;ste der wild gewachsenen B&uuml;sche aus wie komplexe Skulpturen. Keiner schaut hin, keiner bewundert diese B&uuml;sche, die vor allem dazu da sind, den Boden des Hangs zu befestigen. V&ouml;llig verschwenderische Sch&ouml;pfungskunst.&nbsp;</p><p>Oder denken Sie an einen Wald: Jeder Baum darin ist einzigartig, von der Rindenmaserung, der Struktur der &Auml;ste bis hin zur Verteilung seiner Bl&auml;tter. Und wenn Sie mir jetzt entgegnen, dass B&auml;ume immerhin superwichtig f&uuml;r unser &Ouml;kosystem sind: Kieselsteine sind auch einzigartig. Jedes G&auml;nsebl&uuml;mchen ist das, obwohl sie meistens darin enden, von K&uuml;hen zerkaut und Menschenf&uuml;&szlig;en zertrampelt zu werden.&nbsp;</p><p>Gott, der erste Handwerker und K&uuml;nstler, freut sich, wenn wir stehen bleiben und das Werk seiner H&auml;nde wahrnehmen. Aber er tut es nicht, um unsere Bewunderung zu kassieren, sondern weil alles, was er schafft, unendlich gut ist. Und daf&uuml;r macht er sich regelrecht die H&auml;nde dreckig.</p><h2><strong>Jesus und seine lehmverschmierten H&auml;nde</strong></h2><p>In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose2%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 2,7</a> steht: &bdquo;Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.&ldquo; Wenn ich diese Zeilen lese, stelle ich mir Gottes H&auml;nde vor, mit Lehm verschmiert und Dreck unter den Fingern&auml;geln. Den Menschen, dieses komplizierte Kunstwerk, betrachtend mit der Zufriedenheit des &bdquo;das ist sehr gut geworden&ldquo;.</p><p>Gott ist der erste Kunsthandwerker. Der Prophet Jesaja greift das Bild der Sch&ouml;pfung auf und betet: &bdquo;Herr, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser T&ouml;pfer, und wir alle sind deiner H&auml;nde Werk&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja64%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 64,7</a>).</p><p>Auch im neuen Testament begegnet uns Gott mit lehmverdreckten H&auml;nden, im neunten Kapitel des Johannesevangeliums:&nbsp;Jesus und die J&uuml;nger beobachten einen blinden Mann auf einer Stra&szlig;e. Die J&uuml;nger unterhalten sich &uuml;ber das Schicksal des Mannes und dar&uuml;ber, ob es wohl selbstverschuldet sei (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes9" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 9</a>).</p><p>Doch Jesus h&auml;lt nichts von Wortwolken, wenn es was zu tun gibt. Er spuckt auf die Erde, macht daraus Lehm &ndash; so die &Uuml;bersetzung des hier verwendeten griechischen Wortes &ndash; und streicht diesen auf die Augen des Mannes. Dann fordert er ihn auf, sich den Dreck abzuwaschen, und als der Blinde dies tut, ist er geheilt.&nbsp;</p><p>Eine Lesart dieser ungew&ouml;hnlichen Heilungsmethode ist, dass Jesus mit einem symbolischen Akt an die Erschaffung des Menschen erinnert und daran, dass er selbst als Teil der Dreieinigkeit den Menschen mitgeformt hat und ihn daher auch heilen kann.&nbsp;</p><p>Ob diese Deutung so stimmt, wei&szlig; ich nicht. Aber schon allein die Tatsache, dass Jesus sich f&uuml;r diesen Mann die H&auml;nde schmutzig macht, finde ich bemerkenswert; dass er ihn ber&uuml;hrt, zupackt und keine gro&szlig;en Worte dar&uuml;ber verliert.&nbsp;</p><h2><strong>Mein wertvollster Quilt&nbsp;</strong></h2><p>Es ist vierzehn Jahre her, seitdem ich das N&auml;hen von meiner Oma gelernt habe. Sechs Jahre sp&auml;ter ist sie verstorben. Meine Tante hat mich einige Zeit nach der Beerdigung gefragt, ob ich ein Erinnerungsst&uuml;ck von ihr m&ouml;chte. Meine Antwort kam ohne ein Z&ouml;gern: &bdquo;Den Fr&ouml;schequilt aus dem Wintergarten.&ldquo;</p><p>Genau unter diesem Wand-Quilt hatte sie damals die N&auml;hmaschine positioniert, wenn ich zu Besuch war. Wenn sich Oma nach dem Essen f&uuml;r einen Mittagsschlaf hingelegt hatte, stand ich oft vor diesem Quilt und versuchte, die Technik nachzuvollziehen, die sie dabei angewandt hatte.</p><p>Erst nach Monaten fiel mir auf, dass mitten im Quilt ein Fehler steckt. Offensichtlich war ihr der Stoff ausgegangen und sie musste sich um eine Naht herummogeln. Sie hatte vor allem ihre Lieblingsfarbe Gr&uuml;n verwendet und schon damals waren die Farben vom Lichteinfall verblichen.&nbsp;</p><p>Der Quilt h&auml;ngt heute bei mir so, dass er das Erste ist, was ich sehe, wenn ich nach einem langen Tag im Medienhaus nach Hause komme. Ich kann mich an ihm nicht stattsehen. Manchmal drehe ich ihn um und schaue mir die kleinen Stiche auf der R&uuml;ckseite an, mit denen Oma den Quiltrand angen&auml;ht hat. Dann streiche ich mit dem Finger dar&uuml;ber und freue mich daran, dass sie diese Stiche mit ihren H&auml;nden gemacht hat. Und erinnere mich.</p><p>Manchmal bleibe ich irgendwo in einem unbedeutenden St&uuml;ck Gr&uuml;nland stehen, schaue mir einen gew&ouml;hnlichen Busch an und denke dar&uuml;ber nach, dass es Gottes H&auml;nde waren, die diesen Busch geformt haben. Ich streiche mit dem Finger dar&uuml;ber und erinnere mich daran. Und dann freue ich mich.</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17328879.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Fri, 01 May 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wie ich vergeben lernte]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum es sich nicht lohnt, sich von der Schuld anderer den Schlaf rauben zu lassen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1124660.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© StockPhotoPro /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Ich lag im Bett und starrte an die Decke. In mir tobte es. Ich war schrecklich w&uuml;tend und das lie&szlig; sich nicht durch ein kl&auml;rendes Gespr&auml;ch wegdiskutieren. Ich wusste genau, dass eine Aussprache nichts bringen w&uuml;rde. Denn ich hatte schon alles versucht! Ein langes, kl&auml;rendes Gespr&auml;ch, vor dem ich gebetet und gelitten hatte, war erfolglos geblieben.</p><p>Ich hatte versucht, die andere Seite zu verstehen, hatte aber mittlerweile den Eindruck nach Strich und Faden belogen worden zu sein. Direkt ins Gesicht von Menschen, denen ich einmal vertraut hatte.</p><blockquote><p>&nbsp;Ich wollte mit niemandem in Unfrieden leben, aber nun war es genug. Das Ma&szlig; war voll.</p></blockquote><p>Ich hatte wirklich versucht zu vergeben, f&uuml;r Monate die ganze Angelegenheit verdr&auml;ngt und dann war alles wieder aufgebrochen.</p><h2>Siebzigmal siebenmal ist eindeutig zu viel</h2><p>Da lag ich nun. W&uuml;tend und verzweifelt fragte ich mich: Wie kann ich vergeben, wenn der andere gar nicht glaubt, meine Vergebung n&ouml;tig zu haben? Nat&uuml;rlich kannte ich als Christin&nbsp;die Antwort, dass ich auch dann vergeben sollte. Aber was hie&szlig; das? Wie oft muss ich das Verhalten meines Mitmenschen tolerieren, bevor ich eine Grenze ziehe?</p><p>Auch Petrus stellte sich in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 18,21-22</a> diese Frage: <em>&bdquo;&sbquo;Herr, wenn mein Bruder oder meine Schwester an mir schuldig wird, wie oft muss ich ihnen verzeihen? Siebenmal?&lsquo;&nbsp; Jesus antwortete: &sbquo;Nein, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal!&lsquo;&ldquo;</em>&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Siebzigmal siebenmal war eindeutig mehr als in meiner Macht stand. Schon einmal zu vergeben kam mir verdammt schwer vor. Wieso b&uuml;rdete mir Gott die Last auf?</p></blockquote><h2>Vergeben ist keine zus&auml;tzliche Last!</h2><p>Am n&auml;chsten Tag war ich m&uuml;de und noch einen Ticken w&uuml;tender. Denn schlie&szlig;lich schlief ich nur deswegen schlecht, weil diese eine Person in meinem Leben sich absolut abscheulich verhielt. Doch als ich das dachte, kam ich ins Stocken. &bdquo;Wieso gebe ich dieser Person so viel Raum in meinem Leben?&ldquo;, fragte ich mich. Es reichte doch, dass sie mich verletzt und entt&auml;uscht hatte.</p><p>Vielleicht war Vergbung ja keine leidige, schwere Aufgabe, die ich zus&auml;tzlich zu schultern hatte, sondern die M&ouml;glichkeit, endlich meine Last loszuwerden. Diese Erkenntnis machte mich frei. Ich verstand:&nbsp;Ich bin nicht f&uuml;r das Verhalten meines Mitmenschen verantwortlich.</p><blockquote><p>Vergeben hei&szlig;t nicht sch&ouml;nzureden, was passiert ist, oder es zu tolerieren. Vergeben hei&szlig;t nur alles vorbehaltlos an Gott abzugeben. Bei ihm sind mein Zorn und meine Verletzung in den besten H&auml;nden.</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17282847.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Vergeben schwerfällt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wenn-vergeben-schwerfaellt/2803-542-8063</guid>
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      <description><![CDATA[Wie kann ich vergeben, wenn die Zeit meine Wunden nicht einfach so heilt? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1127302.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© bnenin /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Die Zeit heilt alle Wunden.&ldquo; Dieses Sprichwort haben viele Menschen schon mal von einem wohlmeinenden Gegen&uuml;ber geh&ouml;rt. Doch ist das wirklich wahr? Brauchen wir nur genug Zeit, um heilen und vergeben zu k&ouml;nnen?</p><p>Es gibt ganze Forschungsbereiche, die sich mit dem Prozess des Vergebens besch&auml;ftigen. Studien belegen, dass Menschen, die vergeben, weniger Stress empfinden und ein gest&auml;rktes Immunsystem haben. Die positiven Effekte sind also gemeinhin bekannt. Warum f&auml;llt es uns doch manchmal so schwer zu vergeben?</p><p>Gerade f&uuml;r Christen gilt Vergeben als Selbstverst&auml;ndlichkeit, als etwas, was man als guter Christ einfach tut. Ich kannte die Bibelstellen, hatte Predigten zu dem Thema geh&ouml;rt, und nickte innerlich, wenn jemand davon sprach. Als ich vor einigen Jahren jedoch eine tiefe Verletzung erlebte, tauchten Fragen auf, die ich nie durchdacht hatte:</p><blockquote><p>Wie vergebe ich jemandem, der mir wirklich wehgetan hat? Was bedeutet es, dass Jesus mich mit Gott vers&ouml;hnt hat und mir gleichzeitig den Auftrag gibt, anderen zu vergeben?</p></blockquote><p>Mir wurde bewusst, dass ich nur eine vage Ahnung davon hatte, was <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser4%2C32" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 4,32</a> anspricht: <em>&bdquo;Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt.&ldquo;</em></p><h2><strong>Der Schmerz l&auml;sst sich nicht ausradieren</strong></h2><p>Wie h&auml;ufig h&ouml;re ich von anderen oder sage selbst &bdquo;Ist schon in Ordnung&ldquo; oder &bdquo;Kein Problem&ldquo;, obwohl ich noch verletzt bin? Der Schmerz &uuml;ber die Verletzung bleibt aber real vorhanden. Er l&auml;sst sich nicht einfach so wegschieben, ausradieren und l&ouml;st sich auch durch Worte der Vergebung nicht pl&ouml;tzlich in Luft auf.</p><p>Damals wollte ich nicht diejenige sein, die dem anderen die Schuld endlos nachtr&auml;gt &ndash; gefangen in Bitterkeit und abh&auml;ngig von der Entschuldigung des anderen. Doch ich wusste nicht, wie ich damit zurechtkommen sollte, dass mein Herz sich zusammenzog und der Schmerz mich regelrecht zerrei&szlig;en wollte. Also suchte ich mir schlie&szlig;lich Hilfe, sprach mit anderen &uuml;ber meine Gedanken und fragte Gott, was ich tun konnte.</p><blockquote class="noshare"><p>Mir wurde klar, dass ich anerkennen musste, dass mich jemand wirklich schlecht behandelt hatte, und dass ich dar&uuml;ber w&uuml;tend und traurig war.</p></blockquote><p>Es dauerte eine Weile, bis ich einen Zugang zu meinen tieferen Gef&uuml;hlen gefunden habe, aber irgendwann konnte ich meinen Schmerz in Form von Wut, Entt&auml;uschung und Trauer ausdr&uuml;cken.</p><h2><strong>Gef&uuml;hlen Raum geben</strong></h2><p>Dabei habe ich gelernt, dass diese Gef&uuml;hle ihren Platz haben. Sie d&uuml;rfen sich in einem Rahmen ausdr&uuml;cken: ob durchs Schreiben, klagendes ehrliches Gebet, w&uuml;tende Schreie in den Wald hinein oder im Weinen. Und das Beste daran ist, dass Gott diese Empfindungen versteht. Er verharmlost Schuld nicht. Denn vergeben bedeutet nicht, den T&auml;ter zu entschuldigen oder zu vergessen, was geschehen ist. Vor Gott darf ich klar benennen, was mir angetan wurde.</p><p>Gleichzeitig zeigt er mir durch Jesus eine L&ouml;sung: Wenn ich ihm glaube und vertraue, schenkt er mir Vergebung, die ich auch anderen weitergeben darf. Je mehr ich dar&uuml;ber nachdachte, desto klarer wurde mir, was das f&uuml;r mich bedeutete: Jesus hatte mit seinem Leben f&uuml;r meine Schuld bezahlt. Da war nichts mehr offen. Gott w&uuml;rde diese Rechnung nicht noch einmal aufmachen.</p><p>Das stellte mich vor die Frage: Wenn Gott alles daf&uuml;r gegeben hat, um die Beziehung zu mir wiederherzustellen, wie kann ich an der Schuld festhalten, die ich jemandem nachtrage?</p><blockquote><p>Ich vergab nicht, weil der andere es sich verdient hatte. Ich vergab, weil Gott mir selbst unverdient vergeben hatte.</p></blockquote><p>Dieser Prozess dauerte l&auml;nger als ein paar Tage oder Wochen. Keine noch so frommen Worte konnten diese Zeit verk&uuml;rzen. Es kostete mich Kraft und ich musste mich darauf einlassen, mich vor Gott und anderen verletzlich zu machen. In dieser Zeit habe ich mich daran geklammert, dass Jesus f&uuml;r mich und diese Situation eine L&ouml;sung hat.</p><h2><strong>Den Schmerz loslassen &ndash; wie wird es m&ouml;glich?</strong></h2><p>Vielleicht kennst du den Schmerz nach einer Verletzung. Kannst du dann leicht vergeben? Mir hat es geholfen, mich damit nicht unter Druck zu setzen. Ich gab der Verletzung bewusst Raum, um sie von Gott heilen zu lassen. In diesem Sinne brauchte ich Zeit, um die Wunden heilen zu lassen. Dennoch ist Vergeben kein passives Geschehen, sondern erfordert eine aktive emotionale Beteiligung von mir.</p><p>Dabei empfand ich es als hilfreich, mein eigenes Erleben aufzuschreiben. Nicht, um es mit jemandem zu teilen, sondern um mir selbst innerlich Luft zu verschaffen. Damit gab ich mir selbst die Erlaubnis, das zu benennen, was geschehen ist. Vielleicht kann das auch dir helfen.</p><p>Besonders hat mir geholfen, zu wissen, dass auch Gott meinen Schmerz sieht und ich ihn mit ihm teilen kann. F&uuml;r mich pers&ouml;nlich geht schreiben h&auml;ufig ins Gebet &uuml;ber. Ich breite meine Gedanken und Gef&uuml;hle schonungslos vor Gott aus. In einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=mPOxr8l-VuQ" rel="noopener noreferrer" target="_blank">christlichen Lobpreislied</a><sup>1</sup> hei&szlig;t es passend: &bdquo;An seinem Ohr darf ich sagen, was die Seele f&uuml;hlt&ldquo; &ndash; und bei mir ist das wirklich so. Im Gespr&auml;ch mit ihm halte ich nichts zur&uuml;ck.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich m&ouml;chte dich dazu einladen, dich auch Gott mit deinem Leid anzuvertrauen. Du musst dabei nichts sch&ouml;nreden.</p></blockquote><p>Wenn du m&ouml;chtest, fang doch mit diesem Gebet an: <em>Himmlischer Vater, ich bin verletzt und traurig &uuml;ber das, was mir geschehen ist. Zeig mir, wie ich meinen Schmerz und meine Gef&uuml;hle vor dir ausdr&uuml;cken kann. Hilf mir zu verstehen, was Vergebung bedeutet.</em></p><p>Wenn du merkst, dass du in deinem Prozess Hilfe brauchst, kannst du dich an unsere <a href="https://seelsorge.erf.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">ERF Seelsorge</a> wenden.<br />
&nbsp;</p><p><sup>1</sup><span class="small">&bdquo;Wohin sonst&ldquo; (Remastered 2024), Feiert Jesus!, Joe Falk, &#8471; 2024 SCM H&auml;nssler, Composer / Lyricist: Thea Eichholz, Music Publisher: Gerth Medien</span></p>
<p style="font-size: 85%;">Sandra Steingrube</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17325852.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sandra Steingrube]]></author>
      <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zwischen den Stühlen]]></title>
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      <description><![CDATA[Gnade oder Wahrheit? Warum die Mitte der radikalste Ort des Glaubens ist.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126366.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© cottonbro studio /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Ich bin Christ &ndash; und sitze zwischen zwei St&uuml;hlen: Denn ich bin weder konservativ noch liberal.&nbsp;</p><p>Als junger Pastor zerriss mich diese Spannung f&ouml;rmlich: Auf der einen Seite das konservative Verst&auml;ndnis von Sexualit&auml;t meiner Gemeinde. Auf der anderen Seite die ganz andere Einstellung der jungen Mitarbeiter in unserer Kinder- und Jugendarbeit. Ich f&uuml;hlte mich daf&uuml;r verantwortlich, dass wir leben, wof&uuml;r wir stehen. Gleichzeitig wollte ich niemanden verletzen oder ausschlie&szlig;en. Der vermeintlich einfache Weg: Einfach nicht hingucken. Doch mein Gewissen lie&szlig; das nicht zu. Ich steckte in einem echten Dilemma.</p><p>Was ich damals erlebte, ist kein Einzelfall. Viele Christen kennen dieses Gef&uuml;hl: Man sitzt in der Gemeinde, nickt bei dem Prediger, der Gottes Gnade betont, und f&uuml;hlt sich beim n&auml;chsten, der klare Kante zeigt, genauso angesprochen. Beiden Seiten kann man etwas abgewinnen und f&uuml;hlt sich trotzdem nirgendwo ganz zuhause. F&uuml;r manche ist das ein echter Grund, sich keiner Gemeinde mehr anzuschlie&szlig;en. Aber muss das so sein?</p><h2>Die Diagnose: Wie sind wir hier gelandet?</h2><p>Um zu verstehen, warum so viele Christen dieses Gef&uuml;hl kennen, lohnt sich ein Blick zur&uuml;ck. Noch vor einer Generation war die Welt der Gemeinden &uuml;bersichtlicher. Zumindest schien es so. Von der Kanzel wurde klar gepredigt, wie ein gutes christliches Leben aussieht. Die&nbsp; Rollenbilder waren klar, die Grenzen eindeutig. Schwarz-Wei&szlig;-Denken funktionierte oder zumindest st&ouml;rte es wenige. &Uuml;ber eigene Fehler und Schw&auml;chen sprach man kaum, denn dann h&auml;tte man sich ja als nicht perfekt geoutet.</p><p>Dann kamen die letzten zwanzig Jahre: Die Welt wurde offener, kritischer, unbequemer. Geistliche Leiter, die einst als unantastbar galten, wurden pl&ouml;tzlich hinterfragt. Und das nicht ohne Grund: Skandale ersch&uuml;tterten das Vertrauen in Institutionen und Personen, auf die viele gebaut hatten. Das, was lange sicher schien, war es pl&ouml;tzlich nicht mehr.</p><p>Gleichzeitig wurde das Thema &bdquo;Wokeness&ldquo; gesellschaftlich pr&auml;senter. Der Antrieb dahinter ist zun&auml;chst ein guter: Endlich genauer hinschauen, Randgruppen sichtbar machen, Fragen stellen, die unbequem sind. Doch die Bewegung r&uuml;ttelte auch an Glaubenss&auml;tzen, die f&uuml;r viele Christen lange unverhandelbar waren und es zum Teil noch immer sind.</p><p>Das trieb Gemeinden in zwei Richtungen. Die einen haben sich verh&auml;rtet &ndash; und halten noch st&auml;rker an alten Strukturen fest, aus Angst, sonst alles zu verlieren. Die anderen haben die Kurve radikal in die andere Richtung genommen: Unbequeme Wahrheiten wurden &uuml;ber Bord geworfen, Gnade wurde zum Allheilmittel. Hauptsache niemanden verletzen.</p><p>Beide Reaktionen sind verst&auml;ndlich. Aber beide schie&szlig;en am Ziel vorbei.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Denn was viele dabei verloren haben, ist die Spannung, die von Anfang an im Herz des christlichen Glaubens steckt: Gnade und Wahrheit.&nbsp;</p></blockquote><h2>Was bedeuten Gnade und Wahrheit?</h2><p>Bevor wir weitergehen, lohnt es sich, bei beiden Worten kurz innezuhalten. Denn &bdquo;Gnade&ldquo; und &bdquo;Wahrheit&ldquo; klingt nach Kirchensprache. Nach Begriffen, die man kennt, aber vielleicht nie wirklich durchdacht hat.</p><p>Fangen wir mit der Gnade an. Stell dir vor: Du hast &uuml;ber Jahre Schulden angeh&auml;uft. Irgendwann kannst du die monatliche Rate nicht mehr stemmen. V&ouml;llig verzweifelt wendest du dich an deine Bank &ndash; und eine Woche sp&auml;ter kommt ein Brief: &bdquo;Rechtlich haben Sie keinen Anspruch auf Erlass. Dennoch haben wir entschieden, Ihre Restschuld vollst&auml;ndig zu streichen.&ldquo;</p><p>Gnade bedeutet: Ich bekomme etwas, was ich nicht verdient habe. Im Hebr&auml;ischen steckt dahinter das Wort &bdquo;chesed&ldquo;. Es meint eine liebevolle Zuwendung, die weit &uuml;ber das hinausgeht, was man erwartet beziehungsweise erwarten kann. Gnade ist damit nicht nur ein Gef&uuml;hl, sondern treues Handeln. Weil jemand zu seinem Wort steht, h&auml;lt er an der Liebe zu uns fest.</p><p>Und Wahrheit? Wenn wir &bdquo;Wahrheit&ldquo; h&ouml;ren, denken wir meist an Fakten. Stimmt ein Satz oder nicht? Regnet es drau&szlig;en &ndash; ja oder nein? Doch in der Bibel meint Wahrheit mehr. Das hebr&auml;ische Wort &bdquo;emet&ldquo; wird auch mit Treue &uuml;bersetzt.</p><blockquote><p>Eine Aussage ist nicht nur dann wahr, wenn sie sachlich korrekt ist, sondern wenn ich ihr vertrauen kann. Wahrheit hat in der Bibel immer mit Beziehung zu tun. Einer wahrhaftigen Person kann ich mein Leben anvertrauen.</p></blockquote><p>Diese beiden Begriffe &ndash; &bdquo;chesed w&rsquo;emet&ldquo;, Gnade und Wahrheit (Treue) &ndash; tauchen im Alten Testament immer wieder zusammen auf und das nicht zuf&auml;llig. In <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose34" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 34</a> steht eine der eindr&uuml;cklichsten Szenen des gesamten Alten Testaments: Gott begegnet Mose auf dem Berg Sinai und stellt sich ihm vor. Mit eigenen Worten.</p><p>Er sagt: <em>&bdquo;Ich bin der HERR, der barmherzige und gn&auml;dige Gott. Meine Geduld, meine Liebe und Treue sind gro&szlig;. Diese Gnade erweise ich Tausenden, indem ich Schuld, Unrecht und S&uuml;nde vergebe. Und trotzdem lasse ich die S&uuml;nde nicht ungestraft&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose34%2C6-7" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 34,6-7</a>).</p><p>Das klingt zun&auml;chst widerspr&uuml;chlich. Vergebung und Konsequenz &ndash; wie soll das gleichzeitig gehen? Doch genau diese Spannung ist kein Denkfehler. Sie ist das Wesen Gottes. Und sie ist der Schl&uuml;ssel zu allem, was folgt.</p><h2>Jesus in der Falle</h2><p>Wie das konkret aussieht, zeigt sich nirgendwo deutlicher als in Jesus und seinem Handeln. Der Evangelist Johannes beschreibt ihn so: <em>&bdquo;Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit &ndash; voller Gnade und Wahrheit&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes1%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 1,14</a>). Doch was bedeutet das konkret? Eine Szene aus <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes8" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8</a> macht es greifbar.</p><p>Jesus lehrt im Tempel, als einige religi&ouml;se F&uuml;hrer eine Frau in die Mitte der Menge zerren. Sie wurde beim Ehebruch ertappt. Die Anklage ist klar, das Urteil eigentlich auch: Laut Gesetz muss sie gesteinigt werden. Sie fragen ihn: &bdquo;Was sagst du dazu?&ldquo;</p><p>Damit stellen sie Jesus eine Falle &ndash; und die Falle hat genau zwei Seiten. Sagt Jesus &bdquo;Ja, steinigt sie!&ldquo;, widerspricht er seiner Botschaft der N&auml;chstenliebe. Sagt er &bdquo;Nein, lasst sie gehen!&ldquo;, bricht er das Gesetz des Mose. Es ist &ndash; auf den Punkt gebracht &ndash; eine Entscheidung zwischen Gnade und Wahrheit.</p><p>Was also tut Jesus? Er b&uuml;ckt sich und schreibt schweigend mit dem Finger in den Sand. Was genau, erfahren wir nicht. Die religi&ouml;sen F&uuml;hrer lassen derweil nicht locker. Als Jesus sich aufrichtet, sagt er ruhig: &bdquo;Wer von euch ohne S&uuml;nde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen!&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes8%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8,7</a>) Dann b&uuml;ckt er sich wieder. Einer nach dem anderen geht &ndash; bis Jesus und die Frau allein sind.&nbsp;</p><p>Erst da richtet sich Jesus auf und fragt sie: <em>&bdquo;&sbquo;Wo sind sie? Hat dich keiner von ihnen verurteilt?&lsquo; &sbquo;Niemand, Herr&lsquo;, antwortete sie. &sbquo;Dann verurteile ich dich auch nicht&lsquo;, erkl&auml;rte Jesus. &sbquo;Geh und s&uuml;ndige nicht mehr&lsquo;&ldquo;&nbsp;</em>(<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes8%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 8,11</a>).</p><h2><strong>Jesus &ndash; voller Gnade und Wahrheit&nbsp;</strong></h2><p>W&auml;re Jesus nur voll Wahrheit, h&auml;tte er die Frau wohl steinigen lassen. Sie hat das Gesetz gebrochen &ndash; das ist die harte, gnadenlose Wahrheit. Doch Jesus sieht in ihr nicht nur eine Ehebrecherin. Er sieht einen Menschen, der einen Fehler gemacht hat. Genau wie alle anderen Leute, die in diesem Moment um sie herumstehen.</p><p>Nicht zuf&auml;llig weist er die Ankl&auml;ger darauf hin &ndash; und nicht zuf&auml;llig gehen sie alle. &Uuml;brigens: W&auml;re es den religi&ouml;sen F&uuml;hrern hier wirklich um Gerechtigkeit gegangen, h&auml;tten sie nicht nur die Frau vor Jesus gestellt. Denn zum Ehebruch geh&ouml;ren immer zwei.&nbsp;</p><p>W&auml;re Jesus dagegen nur gn&auml;dig, h&auml;tte er seinen letzten Satz weggelassen. Er h&auml;tte die Frau gehen lassen &ndash; ohne ein weiteres Wort. Doch Jesus sagt: <em>&bdquo;Geh und s&uuml;ndige nicht mehr.&ldquo;</em></p><blockquote class="noshare"><p>Er spricht klar aus, was an dem Verhalten der Frau nicht gut ist. Und er traut ihr zu, in Zukunft einen anderen Weg einzuschlagen.&nbsp;</p></blockquote><p>Jesus entscheidet sich nicht f&uuml;r Gnade oder Wahrheit, &nbsp;sondern f&uuml;r beides gleichzeitig. Er lebt Gnade und Wahrheit vor &ndash; in einem Satz, in einem Atemzug. F&uuml;r Jesus sind Gnade und Wahrheit keine Gegens&auml;tze. Sie geh&ouml;ren f&uuml;r ihn untrennbar zusammen. <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Psalm85%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 85,11</a> bringt es auf den Punkt: <em>&bdquo;Gnade und Wahrheit sind einander begegnet, Gerechtigkeit und Friede haben sich gek&uuml;sst.&ldquo;</em></p><h2>Zwei Seiten einer Medaille</h2><p>Theologie, die nicht im Leben landet, bleibt Theorie. Also zur&uuml;ck zu der Frage, mit der alles begann: Wie gehe ich als Christ mit Menschen um, die anders leben, als ich es f&uuml;r richtig halte &ndash; ohne sie zu verurteilen und ohne&nbsp;einfach wegzuschauen?</p><p>Ich erinnere mich gut an die Gespr&auml;che, die wir als Gemeindeleitung gef&uuml;hrt haben. Es ging um eine konkrete Frage: Wie gehen wir damit um, dass Mitarbeiter unserer Gemeinde Sex vor der Ehe haben, obwohl wir als Gemeinde davon &uuml;berzeugt sind, dass sexuelle Intimit&auml;t in die Ehe geh&ouml;rt? Das ist ein heikles Thema. Eines, bei dem es sich leicht so anf&uuml;hlt, als m&uuml;sse man sich entscheiden: Entweder wir sagen klar, was wir glauben, und schlie&szlig;en Menschen aus. Oder wir schauen weg &ndash; und verleugnen, wof&uuml;r wir stehen.&nbsp;</p><p>Doch genau diese Entweder-Oder-Logik ist die Falle. Denn Gnade ohne Wahrheit ist auf Dauer keine echte Liebe, sondern Gleichg&uuml;ltigkeit in einem freundlichen Gewand. Und Wahrheit ohne Gnade ist Grausamkeit, getarnt als Aufrichtigkeit.</p><p>Was wir damals als Leitungsteam gelernt haben: Gnade und Wahrheit sind keine Gegens&auml;tze, zwischen denen man w&auml;hlen muss. Sie sind zwei Seiten derselben Medaille &ndash; und das hat praktische Konsequenzen. Wenn wir etwas f&uuml;r falsch halten, dann sagen wir das auch. Aber nicht von oben herab, sondern in dem Wissen: &bdquo;Ich bin auch nicht besser.&ldquo; Jedes Gespr&auml;ch sollte eines auf Augenh&ouml;he sein. Wie mit einem Freund, an dem mir etwas liegt. Wir bieten anderen Gnade an, ohne die Wahrheit aufzugeben.</p><blockquote class="noshare"><p>Wir wollen Menschen nicht besch&auml;men. Wir wollen einen Weg mit ihnen gehen, sofern sie das auch wollen. Begleitung statt Verurteilung, offene T&uuml;r statt Ausschluss ist die Devise.</p></blockquote><h2><strong>Ins Gespr&auml;ch kommen statt verurteilen</strong></h2><p>Als Gemeindeleitung haben wir damals gemerkt, dass wir etwas vers&auml;umt hatten: Wir sprachen nie wirklich mit unseren Jugendlichen &uuml;ber unsere Glaubensinhalte. Wir hatten schlicht vorausgesetzt, dass sie wissen, wof&uuml;r wir stehen. Ohne es je offen und ehrlich besprochen zu haben. Also haben wir das nachgeholt. Wir haben zugeh&ouml;rt, um zu verstehen, was unsere Jugendlichen denken und warum sie so denken.&nbsp;</p><p>Und wir haben auch von uns erz&auml;hlt. Ich zum Beispiel habe offen gesagt, wie schwer es mir pers&ouml;nlich gefallen ist, bis zur Ehe zu warten. Nicht weil ich nicht davon &uuml;berzeugt gewesen w&auml;re, sondern weil es im echten Leben eben nicht einfach ist.&nbsp;</p><p>Diese Ehrlichkeit hat etwas ver&auml;ndert. Die Jugendlichen haben gemerkt: Hier wird ihnen nichts &uuml;bergest&uuml;lpt. Hier spricht jemand, der selbst in dieser Spannung lebt.</p><h2><strong>Gnade und Wahrheit &ndash; mitten im Alltag</strong></h2><p>Vielleicht denkst du jetzt: Das klingt nach einer sehr speziellen Situation. Ich bin kein Pastor, ich leite keine Gemeinde. Doch die Spannung zwischen Gnade und Wahrheit begegnet uns allen und zwar &uuml;berall. N&auml;mlich &uuml;berall dort, wo wir in Beziehung stehen. Und Beziehungen haben wir alle. Die Spannung begegnet dir zum Beispiel, wenn deine gute Freundin &uuml;ber jemanden l&auml;stert &ndash; und du merkst, dass sie damit echten Schaden anrichtet. Oder jemand prahlt im Hauskreis damit, die Haushaltshilfe schwarz anzustellen.&nbsp;</p><p>Wie kannst du jetzt damit umgehen? Die Wahrheitsseite fordert: &bdquo;Hau drauf!&ldquo; Die Gnadenseite r&auml;t hingegen: &bdquo;Schau weg!&ldquo; Die Mitte betont: &bdquo;Ich gehe auf dich zu, weil mir etwas an dir liegt."&nbsp;</p><p>Konkret k&ouml;nnte das so aussehen: Bevor ich das Gespr&auml;ch suche, fange ich bei mir an. Ich denke &uuml;ber meine Schw&auml;chen nach. Das &auml;ndert den Blickwinkel. Nicht weil ich damit von der Wahrheit ablenke, sondern weil die andere Person sp&uuml;rt: Hier spricht jemand, der selbst in dieser Spannung lebt und genauso auf die Gnade angewiesen ist.&nbsp;</p><p>Und ich frage mich: Was ist mein Motiv, das Thema anzusprechen? Stolz, Hochmut, Besserwisserei &ndash; oder Liebe? Das hilft mir, die Wahrheit so zu sagen, wie ich es mir von einem guten Freund w&uuml;nsche, und ein offenes Ohr zu behalten. Nach dem Motto: Nachfragen statt draufhauen. Zuh&ouml;ren statt wegschauen.&nbsp;</p><blockquote><p>Die Mitte betont nicht eine schnelle L&ouml;sung, sondern erfordert echte Beziehungsarbeit. Und die beginnt zuerst bei mir.</p></blockquote><h2><strong>Die Mitte ist kein fauler Kompromiss</strong></h2><p>Dieses Vorgehen f&uuml;hrt mich nicht zur schnellen Antwort. Es f&uuml;hrt mich ins Nachdenken. Ins Gebet. Zur Frage: Was ist jetzt der richtige Schritt &ndash; f&uuml;r diese Person, in dieser Situation, in dieser Beziehung? Das ist unbequem. Aber genau das ist der Weg zwischen Gnade und Wahrheit. Dieser Weg ist nicht leicht und erfordert mehr als Schwarz-Wei&szlig;-Denken. Er erfordert Gespr&auml;che, die unbequem sind und Entscheidungen, die vielleicht nicht alle verstehen. Und er braucht unsere Bereitschaft, in der Spannung auszuharren, ohne sie vorschnell aufzul&ouml;sen.&nbsp;</p><p>Genau das ist es, was Jesus vorgelebt hat. Nicht Gnade oder Wahrheit, sondern Gnade und Wahrheit. Wahrheit ohne Gnade ist Grausamkeit und verjagt Menschen. Gnade ohne Wahrheit ist Gleichg&uuml;ltigkeit. Sie l&auml;sst Menschen hilflos in destruktiven Mustern zur&uuml;ck. Beides zusammen ist etwas anderes: Es ist Liebe.</p><p>Vielleicht kennst du dieses Gef&uuml;hl: Du sitzt zwischen den St&uuml;hlen. Du willst die Bibel ernst nehmen &ndash; und gleichzeitig niemanden ausgrenzen. Du glaubst an klare Wahrheiten und wei&szlig;t doch, dass du selbst auf Gnade angewiesen bist. Du f&uuml;hlst dich weder bei der einen noch bei der anderen christlichen Gemeinschaft wirklich zuhause.</p><blockquote class="noshare"><p>Das ist kein Zeichen von Schw&auml;che oder Halbherzigkeit. Es ist m&ouml;glicherweise ein Zeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist!</p></blockquote><p>Denn die Mitte zwischen Gnade und Wahrheit ist kein fauler Kompromiss. Sie ist nicht der Weg der Bequemen, die sich nicht festlegen wollen. Sie ist der anspruchsvollste Weg &uuml;berhaupt. Dieser Weg verlangt mehr von uns als das Beziehen einer klaren Seite. Er verlangt, beides gleichzeitig auszuhalten &ndash; die Klarheit der Wahrheit und die Weite der Gnade.</p><h2><strong>Gnade und Wahrheit wagen</strong></h2><p>Das Buch der Spr&uuml;che formuliert es so: <em>&bdquo;Gnade und Wahrheit sollen dich nicht verlassen! Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Spr%C3%BCche3%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Spr&uuml;che 3,3</a>). Das ist keine Empfehlung. Das ist eine Einladung. Gnade und Wahrheit sind nicht zwei Werkzeuge, die man je nach Situation auspackt. Sie sollen uns pr&auml;gen &ndash; von innen heraus.</p><p>Das braucht Zeit. Es ist kein Projekt, das &uuml;bermorgen abgeschlossen ist, sondern eine Lebenseinstellung mit unendlichem Lernpotenzial. Doch das Sch&ouml;ne ist: Du bist auf diesem Weg nicht allein. Viele Christen stehen genau dort, wo du gerade stehst. Und Jesus, der diesen Weg vor uns gegangen ist, kennt diese Spannung besser als irgendjemand sonst. Auch er hat sie nicht aufgel&ouml;st. Er hat sie gelebt &ndash; bis zum Ende.</p><p>Das ist die Einladung an uns: Nicht zwischen Gnade oder Wahrheit w&auml;hlen, sondern beides wagen. T&auml;glich. Im Umgang mit anderen und mit uns selbst.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Jonathan Plaß</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17324422.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Jonathan Plaß]]></author>
      <pubDate>Fri, 24 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie ein Roman zum Seelentröster wurde]]></title>
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      <description><![CDATA[Bücher können ein Trost in Trauer sein. Dies zeigt ein Buchauszug aus „Man liest nur mit dem Herzen gut“. Beitrag zum Welttag des Buches.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126510.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francke Verlag</figcaption></figure><p><em>Heute ist Welttag des Buches. An diesem Aktionstag finden in vielen Schulen und an anderen Orten Leseaktionen statt. Auch ein Buch des Francke Verlages feiert das Lesen &ndash; und zwar </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/148750" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Man liest nur mit dem Herzen gut &ndash; Eine kleine Liebeserkl&auml;rung an die Welt der B&uuml;cher&ldquo;</em></a><em>. In diesem Buch schreiben 11 Autorinnen &uuml;ber ihre eigenen Leseerfahrungen und zeigen damit, warum B&uuml;cher einfach guttun.</em></p><p><em>Unter ihnen ist auch Monika Schutte. Sie ist Buchh&auml;ndlerin und liebt es, Menschen B&uuml;cher mit auf den Weg zu geben, die Herz und Seele ber&uuml;hren. Sie selbst wurde durch einen Roman in einer schweren Lebenssituation getr&ouml;stet.</em></p><p><em>Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des </em><a href="https://www.francke-buch.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Francke Verlages</em></a><em> ihren Text aus dem Buch.</em><br />
&nbsp;</p><p>Es war ein gew&ouml;hnlicher Mittwoch, als in der kleinen Buchhandlung, in der ich damals arbeitete, das Telefon klingelte. Am anderen Ende war mein Bruder. Die Worte, die er mit tr&auml;nenerstickter Stimme sprach, lie&szlig;en mich erstarren:</p><p>&bdquo;Die Mama ist tot.&ldquo;</p><p>Wie konnte das sein? Wir hatten uns doch erst vor wenigen Tagen gesehen!</p><p>An jenem Morgen war unsere Mutter mit meinem Bruder zu einem Ausflug nach R&uuml;desheim am Rhein aufgebrochen. Gemeinsam verbrachten die beiden dort sch&ouml;ne Stunden. In einem Schaufenster entdeckt sie eine h&uuml;bsche Handtasche, die sie sich nach dem Mittagessen genauer anschauen wollte. Erst einmal genoss sie ihren Salat und das Schnitzel. Dann ging sie zur Toilette. Doch sie kehrte nicht mehr an den Tisch zur&uuml;ck. Ihr Herz hatte einfach aufgeh&ouml;rt zu schlagen.</p><p>Als wir sp&auml;ter Mamas Wohnung betraten, wirkte alle, als w&uuml;rde sie gleich zur T&uuml;r hereinkommen. Auf dem Tisch lagen noch ihre To-Do-Listen &ndash; Pl&auml;ne, die sie nicht mehr umsetzen w&uuml;rde.</p><p>Als mich die Nachricht von ihrem Tod erreichte, las ich gerade den Roman &bdquo;Ein Haus in Brooklyn&ldquo; von Lynn Austin. Darin geht es um zwei Kinder, Esther und Peter, die ihre Mutter verloren haben. F&uuml;r Peter ist der Verlust so traumatisch, dass er aufh&ouml;rt zu sprechen. Ein j&uuml;discher Nachbar, Jacob Mendel, l&auml;dt die beiden Kinder und ihre Bretreuerin Penny ein, mit ihm das Purimfest zu feiern &ndash; inklusive einer nachgespielten Geschichte von K&ouml;nigin Esther. Die &auml;ltere Schwester glaubt zun&auml;chst, ihr stummer Bruder k&ouml;nne daran nicht teilnehmen. Doch Peter bekommt die Rolle Gottes &ndash; der in der Geschichte zwar nie spricht, aber dennoch stets gegenw&auml;rtig ist.</p><p>Was f&uuml;r ein kraftvolles Bild!</p><p>In dem Buch setzen mutige Menschen alles auf eine Karte und erleben in bedrohlichen Zeiten, wie treu Gott ist &ndash; auch wenn sie vieles nicht verstehen. Sie erkennen, wie wertvoll echte Freundschaften sind. Penny etwa, die sich ungl&uuml;cklich in den verwitweten Vater der zwei ihr anvertrauten Kinder verliebt hat, lernt sich anderen zu &ouml;ffnen &ndash; trotz der Gefahr, verletzt zu werden. Dabei erlebt sie Gottes liebevolle F&uuml;hrung, w&auml;chst &uuml;ber sich hinaus und erkennt, was wahre Liebe bedeutet.</p><p>Diese Geschichte gab mir Trost und Hoffnung.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Buch wird f&uuml;r mich in dieser schweren Zeit zu einem echten Seelentr&ouml;ster. Es half mir, loszulassen und neue Herausforderungen anzunehmen.</p></blockquote><p>W&auml;hrend der Trauerfeier hatte ich ein inneres Bild: Ich sah meine Mutter im Brautkleid, tanzend mit Jesus. Und die Worte meines Bruders am Grab klingen bis heute in mir nach: &bdquo;Mama, wir sehen uns im Himmel wieder.&ldquo;</p><p>Allen, die gerade durch eine dunkle Zeit gehen und sich fragen: <em>Wo ist Gott in all dem?</em>, m&ouml;chte ich sagen: Er ist da!</p><p>Manchmal zeigt er seine Liebe auf unerwartete Weise &ndash; oft anders, als wir es uns je vorgestellt h&auml;tten.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Monika Schutte</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17323833.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Monika Schutte]]></author>
      <pubDate>Thu, 23 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn mein Lösungsvorschlag Starthilfe benötigt]]></title>
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      <description><![CDATA[Gott kann auch aus meinen kleinen Gaben Großes bewirken, wenn ich sie ihm überlasse. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126502.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal f&uuml;hle ich mich als Versager! Auch wenn ich das &uuml;ber mich sage, denke ich: Dieses unangenehme Gef&uuml;hl hat jeder Mensch hin und wieder. Einmal falsch abgebogen, eine Deadline verschlafen oder Erwartungen entt&auml;uscht und schon f&uuml;hlt es sich an, als h&auml;tte ich auf ganzer Ebene versagt.</p><p>Das ist bei weitem kein Ph&auml;nomen des 21. Jahrhunderts. 1968 beginnt der Chemiker Spencer Silver seine T&auml;tigkeit beim amerikanischen Technologie-Unternehmen 3M in Minnesota. Schon sein erstes Projekt hat es in sich: Die Entwicklung eines Superklebstoffes, oder kurz: Spencer soll den st&auml;rksten Klebstoff der Welt entwickeln.</p><p>Spencer macht sich an die Arbeit: Er experimentiert, probiert aus und t&uuml;ftelt wochenlang. Und er entwickelt tats&auml;chlich einen Klebstoff &hellip; Allerdings ist der das Gegenteil des Arbeitsauftrages. Der Klebstoff h&auml;lt kaum und l&ouml;st sich einfach.</p><blockquote class="noshare"><p>Man k&ouml;nnte also sagen: Thema verfehlt und damit eine glatte 6.</p></blockquote><p>Genauso f&uuml;hlt es sich f&uuml;r Spencer Silver auch an &ndash; direkt beim ersten Projekt ein wahres Komplettversagen.</p><h2><strong>Wie aus Versagen ein Millionenumsatz wird</strong></h2><p>Doch die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende! Das Leben geht weiter und Spencer bleibt trotz seines Versagens bei 3M. Sein Kollege Arthur Frey hat die Entwicklung des schwachen Superklebers mitbegleitet und singt in seiner Freizeit im Kirchenchor. Dabei st&ouml;&szlig;t er auf ein Problem: Die Zettel, die er zum schnelleren Finden der Notenbl&auml;tter in den Chorsatz legt, rutschen immer wieder heraus. Da kommt Spencers Projekt des Versagens wieder ins Spiel.</p><p>Gemeinsam forschen Spencer und Arthur an dem Projekt weiter und im April 1980 entsteht daraus der gr&ouml;&szlig;te Markterfolg des Unternehmens: Die Haftnotiz &bdquo;Post It!&ldquo;. Knapp 50 Jahre sp&auml;ter wird diese Haftnotiz j&auml;hrlich &uuml;ber 50 Milliarden Mal produziert und weltweit vertrieben.</p><h2><strong>Wie aus kleinen Gaben Gro&szlig;es entstehen kann</strong></h2><p>Seit ich diese Geschichte kenne, fasziniert und motiviert sie mich! Wie oft denke ich nach Scheitern oder Versagen, das sei das Ende des Weges. Ich denke dann, ich kann nichts leisten, was Erfolg liefert, und entt&auml;usche immer wieder Menschen, die mir lieb und teuer sind.&nbsp;</p><p>Wie es dann weitergehen kann, zeigt mir nicht nur diese Begebenheit, sondern auch eine Geschichte aus der Bibel. Im Johannes-Evangelium wird berichtet, dass Jesus durch sein Handeln gro&szlig;e Aufmerksamkeit erregt und ihm eine gro&szlig;e Menschenmenge folgt. Als es dunkel wird, fragt Jesus seine J&uuml;nger: &bdquo;Wo bekommen wir jetzt genug Essen her, damit diese Menschen nicht hungern m&uuml;ssen?&ldquo;(vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Johannes6%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 6,5</a>)</p><p>Vor Jesu Freunden liegt eine gigantische Aufgabe: Abseits der M&auml;rkte des Landes und ohne grenzenlosen Reichtum sollen sie Essen f&uuml;r weit &uuml;ber 5&nbsp;000 Menschen heranschaffen.</p><p>Sein Freund Andreas sagt deshalb zu Jesus: <em>&bdquo;Hier ist ein Junge, der hat f&uuml;nf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon f&uuml;r so viele Menschen?&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Johannes6%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 6,9</a>).&nbsp;Ich kann mir vorstellen, dass er sich in dieser Situation &auml;hnlich f&uuml;hlt wie Spencer nach der Entwicklung seines Klebstoffes.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Er hatte einen klaren Arbeitsauftrag erhalten und nach einer L&ouml;sung gesucht, doch diese erscheint schlicht nicht gut genug.</p></blockquote><p>Aber Jesus nimmt die Brote und die Fische, dankt Gott daf&uuml;r und bittet seine Freunde das Essen auszuteilen. Und obwohl das verr&uuml;ckt klingt, beginnen die Freunde damit. Sie teilen das Essen aus und es reicht. Tats&auml;chlich bleibt sogar Essen &uuml;brig.</p><h2><strong>Vertrauen ist das Einzige, was z&auml;hlt</strong></h2><blockquote><p>Jesus zeigt in diesem Fall ganz klar: Bei ihm z&auml;hlt nicht, wie viel ich ihm geben kann oder wie toll meine L&ouml;sungen sind &ndash; er nutzt sie, um damit Gro&szlig;es zu tun.&nbsp;</p></blockquote><p>Wichtig ist dabei lediglich, dass ich ihm die Kontrolle &uuml;berlasse und vertraue. Dann kann aus f&uuml;nf Broten und zwei Fischen eine gigantische Menge Essen werden. Oder aus einem schwachen Kleber ein absoluter Kassenschlager.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17321953.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 20 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer nicht vergibt, verbaut sich seine Zukunft]]></title>
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      <description><![CDATA[Dr. Klaus Hettmer verrät im Interview das Geheimnis eines glücklichen Lebens.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125535.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Prostock-studio /<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p><em><a href="http://dr-klaus-hettmer.de/" style="line-height: 1.385;" target="_blank">Dr. Klaus Hettmer</a>&nbsp;ist Facharzt f&uuml;r Psychotherapeutische Medizin. In seiner psychotherapeutischen Praxis hat er erstaunliche Ver&auml;nderungen erlebt, wenn Menschen sich und anderen vergeben konnten. Im Interview erkl&auml;rt er, wie das praktisch aussehen kann.</em></p><p><strong>ERF: Jemandem zu vergeben, der mich verletzt hat, f&auml;llt nicht leicht. Welche Vorteile hat es f&uuml;r mich&nbsp; zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Der wichtigste Vorteil ist, dass die Verletzung dadurch heilen kann. Das hei&szlig;t, die Verletzung schreitet nicht weiter voran. Andernfalls kann das dazu f&uuml;hren, dass ich durch&nbsp;meine Verletzung andere oder mich selbst verletze.</p><p>Und das entwickelt sich dann zu einem Teufelskreis der gegenseitigen Schuld. Es gibt diesen Satz: Wenn man nicht vergibt, ist das wie wenn man durch den Stich einer Biene get&ouml;tet wird. Das Gift arbeitet immer weiter.</p><p>Viele medizinische Studien deuten darauf hin, dass vergeben gesund ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Vergebung hat keinerlei negative Folgen, daf&uuml;r aber sehr viele positive Auswirkungen.</p></blockquote><p>Beispielsweise sinkt&nbsp;der Blutdruck&nbsp;und Entz&uuml;ndungen&nbsp;heilen schneller. Wenn man nicht vergeben kann, ist es dagegen genau gegens&auml;tzlich. Schmerzen halten l&auml;nger an, Entz&uuml;ndungen und Wunden heilen nicht so gut. Das Risiko f&uuml;r Herz-Kreislaufkrankheiten steigt.</p><figure class="image right"><img alt="Facharzt für Psychotherapeutische Medizin" height="146" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/400985.jpg" width="260" /><figcaption>Dr. Klaus Hettmer (Bild: privat)</figcaption></figure><p>Vergebung ist also einer der Schl&uuml;ssel zu einem gl&uuml;cklichen Leben und zu gelingenden Beziehungen. Es gibt aber noch weitere Schl&uuml;ssel. Dankbarkeit zum Beispiel oder Demut. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Vergebung etwas ganz Gro&szlig;artiges ist, um selbst heil zu werden und Beziehungen zu heilen.</p><p>Gerade heute fr&uuml;h habe ich meiner Frau vergeben. Es gibt Themen, die immer wiederkehren. Zum Beispiel das Gef&uuml;hl, zu kurz zu kommen. Da muss man immer wieder ran. Gerade in Beziehungen muss man sich immer wieder gegenseitig vergeben und Vergebung auch empfangen.</p><h2>Vergeben hei&szlig;t nicht guthei&szlig;en</h2><p><strong>ERF: Verbaue ich mir m&ouml;glicherweise meine eigene Zukunft, wenn ich nicht bereit bin, zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Ganz kleine Dinge kann man vielleicht noch wegstecken. Bei gr&ouml;&szlig;eren Geschichten ist das aber definitiv der Fall.</p><p>Ich erz&auml;hle meinen Patienten folgendes Beispiel: Eine Frau ist ver&auml;rgert&nbsp;&uuml;ber ihren Ex-Mann und&nbsp;schaut immer zu ihm zur&uuml;ck&nbsp;und sagt: &bdquo;Ich habe noch etwas zu bekommen. Ich bin noch sauer.&ldquo;</p><p>Dann schaut sie aber nur in die Vergangenheit und ist unf&auml;hig, die Gegenwart oder Zukunft zu gestalten. Das Unrecht, das ihr passiert ist, verschwindet dadurch ja nicht. Wenn ich wirklich loslasse, bekomme ich es von anderer Seite vielleicht sogar erstattet.</p><p><strong>ERF: In einem Sprichwort hei&szlig;t es: &bdquo;Vergeben hei&szlig;t nicht vergessen." Inwiefern hilft Vergebung mir, selbst wenn ich noch unter den Auswirkungen der Verletzung leide?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Vergebung beginnt mit einer Entscheidung. Dabei hilft es, wenn man wei&szlig;, warum der andere mich verletzt hat. Manche sprechen aber auch vorschnell eine Entschuldigung aus. Das ist eigentlich nicht richtig. Wenn die Verletzung noch weh tut, muss man sich das auch zugestehen. Da helfen praktische Schritte zur Vergebung.</p><p>Ein Schritt lautet: &bdquo;Die Verletzung, die eigenen Gef&uuml;hle zulassen". Man muss den Schmerz und die Bitterkeit zwar zulassen und sich darum k&uuml;mmern, aber man darf nicht dauerhaft daran festhalten. Dadurch nimmt man der Vergangenheit den sch&auml;dlichen Einfluss.</p><p>Es geht auch nicht darum, das zu vergessen, was war.</p><blockquote class="noshare"><p>Vergeben hei&szlig;t nicht guthei&szlig;en, sondern loslassen, um selbst in die Freiheit zu kommen.</p></blockquote><p>Es kann sogar bedeuten, mal Abstand vom anderen zu nehmen. In der Bibel hei&szlig;t es, man solle wegen der gleichen Sache&nbsp;<a href="http://www.bibleserver.com/text/NLB/Matth%C3%A4us18" target="_blank">sieben Mal siebzig Mal</a>&nbsp;an einem Tag vergeben. Es geht also um eine Lebenshaltung, einen Lebensstil. Wenn ich wirklich vergebe, hole ich es nicht mehr hervor.</p><p><strong>ERF: Wer kann mir helfen, damit ich vergeben kann?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Viele gehen zu Menschen, die &auml;hnliches erlebt und bew&auml;ltigt haben. Es ist also wichtig, Freunde oder Menschen zu finden, die einen verstehen und einem sagen: &bdquo;Ich verstehe deine Verletzung und du darfst deine Gef&uuml;hle diesbez&uuml;glich zeigen, aber du kannst dar&uuml;ber hinwegkommen. Einer der Schritte wird irgendwann sein, zu vergeben.</p><p>Vielleicht nicht sofort, aber stell dir vor, du kannst nie vergeben. Wie w&uuml;rde Dein Leben dann ausschauen? Und stell dir vor, wie es ausschaut, wenn du irgendwann vergeben kannst."</p><p>Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen auch Therapeuten oder Seelsorger auf dem Weg helfen. Ich bin ja auch ein gl&auml;ubiger Mensch und in der Bibel findet man viele Beispiele, was Vergebung bewirken kann. Und auch in meiner Praxis habe ich schon erstaunliche &bdquo;Wunder&ldquo; durch die Macht der Vergebung erlebt.</p><h2>Vergeben kann man lernen</h2><strong>ERF: F&uuml;hlt man sich auch befreit, wenn man jemand anderem Vergebung zuspricht?</strong><p>Dr. Klaus Hettmer: Auf jeden Fall. Ein Beispiel: Wenn man jemandem Geld leiht und bekommt es nicht zur&uuml;ck, wird man sauer. Es besch&auml;ftigt einen immer wieder und kann einem richtig zur Last werden. Aber wenn ich dann dem anderen sage &bdquo;Ich schenke Dir das Geld. Ich erlasse Dir die Schuld.&ldquo; &ndash; dann ist das nichts anderes als Vergebung.</p><p>Man erl&auml;sst jemandem die berechtigte Schuld, um selber frei zu werden. Man kann sich nur in Liebe voneinander l&ouml;sen. Sonst ist man wie &uuml;ber eine Energie noch an den anderen gebunden. Das ist wie in der Quantenphysik. Da hat man festgestellt, dass Teilchen auch nach einer Trennung noch durch eine Energie verbunden sind. Nur durch Liebe kann ich diese negative Energie l&ouml;sen.</p><p>Von Lewis Smedes stammt der Satz: &bdquo;Wenn man vergibt, ist es, wie einen Gefangenen frei zu lassen, um zu entdecken, dass man selbst der Gefangene war.&ldquo;</p><p><strong>ERF: Was ist aus psychologischer Sicht schwerer: Sich selbst oder anderen zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Das kann man nicht generell sagen. Aber den meisten Menschen scheint es am schwersten zu fallen, sich selbst zu vergeben. Gerade, wenn man selber schuldig geworden ist. Aber auch da gibt es ein paar Schritte, die man gehen sollte.</p><p>Man muss die eigene Schuld anerkennen, dazu stehen. Man sollte daraus lernen, vielleicht Wiedergutmachung leisten und zuletzt auch sich selber vergeben. Der vierte Schritt ist, von Gott Vergebung annehmen.</p><h2>Vergebung hei&szlig;t Verantwortung f&uuml;r sich &uuml;bernehmen</h2><p><img alt="" class="erf-imagezoom posRight right" height="750" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/404398.png" width="250" /><strong>ERF: Inwiefern spielt es eine Rolle, ob meine Bitte um Vergebung angenommen wird?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Ich denke, es spielt keine so gro&szlig;e Rolle. Es ist gut, wenn das passiert, weil dann die Beziehung weiter gehen kann oder wieder m&ouml;glich ist. Aber es ist nicht notwendig. Sich entschuldigen bedeutet, sich selbst die Schuld zu nehmen.</p><p>Wenn der andere sagt &bdquo;Ich verzeihe Dir aber nicht&ldquo;, kann ich nichts weiter tun. Aber ich stehe zu meiner Schuld und dadurch werde ich sie los. Vielleicht braucht der andere auch noch Zeit. Wenn der Mann fremdgeht und die Frau kann ihm nicht sofort verzeihen &mdash; das darf auch sein. Aber wenn man auf Dauer nicht verzeihen kann, wird die Beziehung meistens auseinanderbrechen.</p><p><strong>ERF: Wenn man das h&ouml;rt, dann muss man sich fragen: Warum f&auml;llt es uns Menschen so schwer zu vergeben?</strong></p><p>Dr. Klaus Hettmer: Das habe ich mich auch gefragt. Es ist irgendwie ein gut geh&uuml;tetes Geheimnis. Vergebung wird nicht wirklich gelehrt oder weitergegeben. Wenn Menschen Fehler machen, m&uuml;ssen sie sofort zur&uuml;cktreten. Egal ob in der Wirtschaft oder Politik &mdash; man bekommt selten die Chance, es besser zu machen. Zu vergeben ist nicht modern oder wird fast bek&auml;mpft.</p><p>Etwas anderes erlebe ich oft bei Patienten, die auch so schlimme Dinge vergeben k&ouml;nnen wie Missbrauch. Da spielt Gott oft eine wichtige Rolle. Ohne Gott wird es sehr schwer fallen, mir selbst oder anderen zu vergeben.</p><p>Vergebung hei&szlig;t &uuml;brigens auch, die Wahrheit zu finden. Der andere hat einen Grund f&uuml;r sein Handeln. Diese Erkenntnis kann dabei helfen, n&auml;chste Schritte zu gehen. Vergebung ist ein schmaler Pfad. Die breite Stra&szlig;e hei&szlig;t: &bdquo;Ich bin w&uuml;tend und zornig und voller Selbstmitleid.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Zu vergeben bedeutet, f&uuml;r sich selbst und seine Heilung die Verantwortung zu &uuml;bernehmen.</p></blockquote><p>Viele Menschen wollen oder k&ouml;nnen aber leider die Verantwortung nicht f&uuml;r sich &uuml;bernehmen, nach dem Motto: &bdquo;Leiden ist leichter als l&ouml;sen.&ldquo;</p>
<p style="font-size: 85%;">Claas Kaeseler</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17310070.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Claas Kaeseler]]></author>
      <pubDate>Sat, 18 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Frauen, schämt euch nicht länger!]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum die Verantwortung für männliches Verhalten in Bezug auf sexuelle Gewalt nicht bei den Opfern liegt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126349.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jürgen Fälchle /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Die Scham muss die Seite wechseln.&ldquo; Diesen denkw&uuml;rdigen Satz hat Gis&egrave;le Pelicot im Kontext der sexualisierten Gewalt gesagt, die ihr selbst widerfahren ist, und damit eine Bugwelle ausgel&ouml;st. Denn ja, genau eine solche Welle brauchen wir &ndash; alle Opfer, aber auch wir als Gesamtgesellschaft. Besonders, wenn wir &uuml;ber die zuletzt &ouml;ffentlich gewordenen Anschuldigungen im Kontext mit Deep Fake-Pornografie sprechen, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt.</p><p>Doch warum wechselt die Scham so selten die Seite? Warum trauen sich Opfer von sexualisierter Gewalt nicht, die T&auml;ter anzuzeigen? Warum scheint es im Nachhinein oft so, als habe das Opfer eine ganze Weile &ndash; vielleicht gar bereitwillig &ndash; mitgemacht?</p><p>Es ersch&uuml;ttert uns, wenn nach vielen Jahren ein Missbrauchsvorwurf erhoben wird. Und ja, es irritiert auch. Wir zweifeln an der Glaubw&uuml;rdigkeit der Opfer, weil sie sich <em>erst jetzt</em> &auml;u&szlig;ern. Dabei entspricht genau das dem Denk- und Verhaltensmuster eines Opfers von sexueller Gewalt.</p><p>In <a href="https://www.tagblatt.ch/leben/warum-opfer-von-sexueller-gewalt-so-oft-schweigen-eine-trauma-expertin-im-gesprach-ld.1336318" rel="noopener noreferrer" target="_blank">einem Interview</a> erl&auml;utert die Trauma-Expertin Rosmarie Barwinski, warum viele Opfer sich nach der Tat so sehr sch&auml;men, dass sie nicht einmal engen Bezugspersonen davon erz&auml;hlen. Bis der Weg in die &Ouml;ffentlichkeit gesucht wird, dauert es lange. Doch nach dieser langen Zeit f&auml;llt es oft umso schwerer, den Opfern zu glauben.</p><h2><strong>Schuld an der eigenen Vergewaltigung?</strong></h2><p>Um nun zu verstehen, warum so viele Frauen &uuml;ber sexuelle &Uuml;bergriffe schweigen, muss man tiefer in die Denkmuster einsteigen, die uns Frauen in der Regel von klein auf beigebracht wurden. Schon fr&uuml;h wurde uns gesagt: &bdquo;Die Welt da drau&szlig;en ist ein gef&auml;hrlicher Ort f&uuml;r dich. Du musst aufpassen, dass dir nichts passiert.&ldquo;&nbsp;</p><p>Das kann sich auf unterschiedliche Weise ge&auml;u&szlig;ert haben. Vielleicht hat deine Mutter dir von gewissen Kleidungsst&uuml;cken abgeraten und du hast nicht verstanden, warum du etwas, was du sch&ouml;n fandest, nicht tragen solltest. Oder du durftest als Teenie abends nicht allein von einer Veranstaltung heimlaufen, selbst wenn der Weg kurz war. In jedem Fall hast du gemerkt: <em>Die Regeln, die f&uuml;r Jungs gelten, gelten f&uuml;r mich als M&auml;dchen nicht. Ich bin angreifbarer. Ich muss aufpassen.</em></p><p>Generell ist es gut und wichtig, dass wir unseren T&ouml;chtern beibringen, mit einer gewissen Vorsicht durchs Leben zu gehen, aber es hat im schlimmsten Fall eine &uuml;ble Kehrseite. N&auml;mlich dann, wenn wir ihnen dabei indirekt vermitteln: <em>Du bist selbst daf&uuml;r verantwortlich, dass dir nichts passiert.&nbsp;</em></p><blockquote><p>Denn wenn ich als Frau dann doch sexuell bel&auml;stigt oder gar angetatscht oder vergewaltigt werde, bleibt die nagende Frage: Habe ich wirklich alles daf&uuml;r getan, um nicht zum Opfer zu werden?</p></blockquote><p>H&auml;tte ich doch nicht allein nach Hause laufen d&uuml;rfen? Nicht das Kleid mit dem tiefen Ausschnitt tragen sollen?</p><p>In der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uc0P2k7zIb4" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Reportage &bdquo;M&auml;nnerwelten&ldquo;</a> wurden Opfer von Vergewaltigung gefragt, was sie bei ihrer Vergewaltigung anhatten. Dabei stellte sich heraus: Die meisten Opfer sexueller Gewalt trugen normale Alltagskleidung und nicht den aufreizenden Minirock. Wenn du also Opfer von sexualisierter Gewalt in irgendeiner Form geworden bist, hast du wahrscheinlich nicht schlecht auf dich aufgepasst, sondern schlicht Pech gehabt. Dieses Pech haben jeden Tag viel zu viele Frauen in Deutschland und weltweit.</p><h2><strong>Warum Pauschalisierungen nicht weiterhelfen</strong></h2><p>Doch wie kommen wir Frauen aus dem Denkmuster raus, eine Mitverantwortung an sexualisierter Gewalt zu tragen? Und wie k&ouml;nnen wir langfristig unsere Gesellschaft so umformen, dass Gewalt gegen Frauen nicht weiterhin einfach so &bdquo;passiert&ldquo;?</p><p>Ich muss ehrlich sagen: Ich habe keine z&uuml;ndende Idee, die alle Probleme auf einmal l&ouml;st. Ich glaube aber, es gibt einige falsche L&ouml;sungsans&auml;tze, die uns nur weiter in die Sackgasse f&uuml;hren. Dazu geh&ouml;rt ein pauschales T&auml;ter-Opfer-Denken. Dies meine ich bewusst nicht in Bezug auf konkrete F&auml;lle missbr&auml;uchlichen Verhaltens, sondern in Bezug auf unseren allgemeinen Umgang als M&auml;nner und Frauen.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich mich selbst immer als potenzielles Opfer und die M&auml;nner, denen ich begegne, als potenzielle T&auml;ter sehe, mache ich mich kleiner und hilfloser, als ich es wirklich bin.</p></blockquote><p>Anstatt so meine gesunde Vorsicht zu f&ouml;rdern, zementiere ich nur das Rollenbild von mir als schwachem weiblichen Opfer. Damit gebe ich M&auml;nnern indirekt Macht &uuml;ber mich. Macht dar&uuml;ber, wo ich abends langlaufe. Macht &uuml;ber meine eigenen angstbehafteten Gedanken und Gef&uuml;hle.</p><p>Nat&uuml;rlich ist Vorsicht gut. Denn dass wir es zeitnah schaffen werden, dass Frauen in allen R&auml;umen &ndash; den &ouml;ffentlichen und privaten &ndash; per se sicher und gesch&uuml;tzt sind, erscheint im Augenblick leider schlicht utopisch. Aber eine pauschale Rollenzuschreibung, in der M&auml;nner zu T&auml;tern und Frauen zu Opfern werden, macht ein gutes Miteinander von Mann und Frau in pers&ouml;nlichen Beziehungen und in der Gesellschaft unm&ouml;glich.&nbsp;</p><p>Es mag statistisch belegt sein, denn jede zweite Frau erlebt in ihrem Leben sexuelle Bel&auml;stigung &ndash; meist durch M&auml;nner. Aber es f&ouml;rdert ein Klima der Angst, ein &bdquo;Wir gegen die&ldquo;.</p><h2><strong>M&auml;nner als Verb&uuml;ndete gewinnen</strong></h2><p>Zudem verkennt es, dass es genug andere M&auml;nner gibt &ndash; und wir deren Unterst&uuml;tzung gegen sexualisierte Gewalt als Frauen dringend brauchen. Auch haben wir als Frauen die Opferrolle nicht gepachtet und M&auml;nner werden ebenfalls Opfer von sexuellen &Uuml;bergriffen und Partnerschaftsgewalt. Au&szlig;erdem verkennt es die vielen Graut&ouml;ne in Bezug auf sexuell &uuml;bergriffiges Verhalten.</p><p>Ein Mann, der frauenverachtende Witze rei&szlig;t, kann ein liebevoller Vater und Ehemann sein, der im eigenen Leben respektvoll mit den Frauen in seinem Leben umgeht. Wir brauchen hier daher eine Unterscheidung: Wo bedient sich jemand nur angelernter sexistischer Sprach- und zum Teil auch Verhaltensmuster, die gar nicht der eigenen &Uuml;berzeugung und Lebenswirklichkeit entsprechen? Und wo zeigt sich eine tiefersitzende Frauenverachtung?</p><p>Letzterer werden wir mit Argumenten allein nicht Herr werden. Da sollten wir uns keinen Illusionen hingeben. Aber die meisten M&auml;nner, die ich in meinem Leben getroffen habe, fallen in die erste Kategorie und reproduzieren nur, was sie in unserer patriarchal gepr&auml;gten Kultur vorgelebt bekommen haben. Etliche sind auch schon f&uuml;r das Thema sensibilisiert und zeigen sich respektvoll uns Frauen gegen&uuml;ber.</p><h2><strong>M&auml;nner als Verb&uuml;ndete gewinnen</strong></h2><p>Diese beiden Gruppen sind potenziell unsere Verb&uuml;ndeten f&uuml;r ein besseres Miteinander von Mann und Frau. Sie leben es h&auml;ufig bereits in ihrem eigenen Leben und doch schweigen sie oft noch, wenn es drauf ankommt. Wiederholen am Stammtisch althergebrachte frauenfeindliche Parolen. Dabei hat daheim l&auml;ngst die Frau die Hosen an.</p><p>Warum tun sie das? Meines Erachtens aus einem einzigen Grund: Der Angst, andernfalls aus der Gruppe der &bdquo;echten Kerle&ldquo; ausgeschlossen zu werden. Wenn genug M&auml;nner nicht mehr &uuml;ber jede anz&uuml;gliche Bemerkung lachen, sondern das Entw&uuml;rdigende darin erkennen und ansprechen, wird ein respektvolleres Miteinander m&ouml;glich. Doch das erfordert Mut &ndash; und den w&uuml;nschen wir Frauen uns von M&auml;nnern.</p><blockquote><p>Wenn genug M&auml;nner es von vornherein ernst nehmen, sobald eine Frau von sexueller &Uuml;bergriffigkeit berichtet, werden sich endlich mehr Opfer trauen, dar&uuml;ber zu sprechen, was ihnen angetan wurde. Relativieren, Gef&uuml;hle absprechen oder gar abwerten hingegen macht Opfer stumm.</p></blockquote><p>Diesen M&auml;nnern ist nicht bewusst, welche Auswirkung ihr Schweigen auf ihre eigenen Frauen und T&ouml;chter hat. Sie wissen nicht um die Lebenswirklichkeit, der wir Frauen tagt&auml;glich ausgesetzt sind. Um den Spie&szlig;rutenlauf beim Abendspaziergang, um blo&szlig; nicht zu nah an einer M&auml;nnergruppe vorbeizugehen. Das Unwohlsein, wenn ein Mann in unserem Beisein einen sexistischen Spruch bringt &ndash; oft als &bdquo;Scherz&ldquo; getarnt, den wir Frauen doch bitte mit &bdquo;Humor&ldquo; nehmen sollen. Und sie werden es auch nicht verstehen, bis wir unser Schweigen brechen und es ihnen sagen.</p><h2><strong>Was passiert, wenn Opfer schweigen</strong></h2><p>Damit wir als Frauen endlich geh&ouml;rt werden und damit das Denkmuster &bdquo;Sie hat es ja selbst provoziert&ldquo; ein f&uuml;r alle Mal demontiert wird, m&uuml;ssen wir leider in Vorleistung gehen. Dazu m&uuml;ssen wir endlich damit aufh&ouml;ren, das Verhalten von M&auml;nnern uns gegen&uuml;ber immer und zuallererst als Folge unseres eigenen Verhaltens zu deuten.&nbsp;</p><p>Hier merke ich, wie schwer mir selbst dieses Umdenken f&auml;llt, weil ich es von klein auf antrainiert habe. Um das zu verdeutlichen, m&ouml;chte ich ein pers&ouml;nliches Beispiel teilen: In der Mittelstufe habe ich das erlebt, was man heute als <a href="https://gemeinsam-gegen-sexismus.de/glossar-posts/catcalling/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Cat Calling</a> bezeichnen w&uuml;rde. Ein Junge und seine Freunde riefen mir anz&uuml;gliche Begriffe hinterher &ndash; immer wieder, &uuml;ber Jahre.</p><p>Ich habe es damals als typisches Jungengehabe abgehakt und sogar eine Zeitlang geglaubt, der Typ sei ernsthaft an mir interessiert. Gesprochen habe ich weder mit meinen Eltern noch meinen Lehrern. Ich lebte in einem Gedankengemisch aus &bdquo;Ich habe das selbst provoziert&ldquo;, &bdquo;So zeigen Jungs nun mal ihr Interesse&ldquo; und &bdquo;Wenigstens einer in der Klasse schenkt mir Aufmerksamkeit&ldquo;.</p><p>Doch wenn ich ehrlich zu mir bin, war mir immer unangenehm, was da passierte. Ich war zwar in den Kerl verschossen, aber insgeheim war ich tief besch&auml;mt. Denn es war nicht die Ann&auml;herung, die ich mir als Teeniem&auml;dchen von einem Jungen erhoffte.</p><p>R&uuml;ckblickend wei&szlig; ich, dass ich meine damalige Situation durch meine Passivit&auml;t verschlimmert habe. Weil ich meine eigenen Grenzen nicht kannte und nicht gelernt hatte, sie zu verteidigen. Weil ich glaubte, dass Jungs eben so seien und ich als M&auml;dchen irgendwie mitverantwortlich f&uuml;r das Verhalten der Jungs sei.</p><blockquote class="noshare"><p>Die Angst, eine Mitschuld zugewiesen zu bekommen und noch weiter besch&auml;mt zu werden, lie&szlig; mich schweigen.</p></blockquote><p>Mein Verhalten damals war nicht die Ursache f&uuml;r die Tat, aber es erm&ouml;glichte es dem T&auml;ter, weiterzumachen.</p><h2><strong>Lieber schwierig sein als still</strong></h2><p>&Auml;hnlich geht es vielen Opfern sexueller &Uuml;bergriffe, ob diese im Kleinen wie bei mir stattfinden oder im Gro&szlig;en. Sie leben in der L&uuml;ge, mitverantwortlich f&uuml;r das Verhalten der T&auml;ter zu sein. Deshalb schweigen sie. Aber damit zementieren sie ihre Opferrolle nur immer weiter. Sie behalten die Scham bei sich und &uuml;bernehmen insgeheim und oft, ohne es selbst zu realisieren, die Verantwortung f&uuml;r das Verhalten der T&auml;ter.</p><p>Dabei w&auml;re es gerade bei kleineren &Uuml;bergriffen so einfach, etwas zu sagen &ndash; oder eine deutliche Grenze zu setzen, bevor die Situation eskaliert. Vielleicht nicht als unsicherer Teenie, aber als erwachsene Frau. Heute jedenfalls w&uuml;rde ich einen derartigen Vorfall direkt meinem Vorgesetzten melden. Und wenn jemand einen entw&uuml;rdigenden Kommentar macht, kann ich frei heraus sagen, dass ich das nicht m&ouml;chte.</p><p>Warum sehe ich mich trotzdem oft als Spielverderberin, wenn ich das tue? Etwa, weil es dann hei&szlig;t, ich w&uuml;rde keinen Spa&szlig; verstehen? Weil ich dann das Label &bdquo;schwierig&ldquo; verpasst bekomme?</p><blockquote><p>Liebe Frauen, lasst uns doch lieber &bdquo;schwierig&ldquo; sein, als &Uuml;bergriffe &ndash; selbst im Kleinen &ndash; hinzunehmen. Denn damit sch&uuml;tzen wir nicht nur uns, sondern auch andere.</p></blockquote><p>Wir zeigen damit deutlich: Die Verantwortung f&uuml;r m&auml;nnliches Verhalten liegt in deren Spielfeld, nicht oder zumindest nicht zuallererst in unserem.</p><p>Und, liebe M&auml;nner, &uuml;berlegt demn&auml;chst, ob eine Frau mit ihrer Meinung nicht doch recht hat, wenn sie sich mal wieder &bdquo;schwierig&ldquo; verh&auml;lt oder partout keinen Spa&szlig; verstehen will. Es k&ouml;nnte sein, dass euer Verhalten das Problem ist, nicht ihres.</p><h2><strong>Unsere Kultur spielt eine entscheidende Rolle</strong></h2><p>Als letzte Fu&szlig;note will ich noch einmal auf unsere Kultur eingehen. Denn eines wei&szlig; ich heute besser als damals: Geschichten pr&auml;gen. Sprichw&ouml;rter pr&auml;gen. Lieder pr&auml;gen. Vorbilder pr&auml;gen.</p><p>Die Zeit der sp&auml;ten 90er und fr&uuml;hen 2000er, in der ich meine Pubert&auml;t durchlief, war gepr&auml;gt von bestimmten gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmustern, die unterbewusst meine damalige Wahrnehmung pr&auml;gten. H&auml;tte ich nicht so oft den Spruch &bdquo;Was sich neckt, das liebt sich&ldquo; geh&ouml;rt und entsprechende B&uuml;cher und Filme dazu gelesen und gesehen, w&auml;re mir das &uuml;bergriffige Verhalten meines Klassenkameraden vielleicht fr&uuml;her aufgefallen.</p><p>Bis heute liebe ich &bdquo;Enemies to Lovers&ldquo;-Geschichten, bin aber skeptischer, was die Ausgestaltung dieses Motivs angeht und wie M&auml;nner- und Frauenrollen in B&uuml;chern, Filmen, Serien und Liedern generell dargestellt werden. Wie wir &uuml;ber Mann- und Frausein reden, welche Witze wir rei&szlig;en und welche Geschichten wir einander erz&auml;hlen, pr&auml;gt nachfolgende Generationen.</p><p>Als Erwachsene erkenne ich heute bestimmte Dinge als Klischees und lache allenfalls dar&uuml;ber. Als Heranwachsende fehlte mir dieser Durchblick vielfach noch. Umso besser, dass wir jetzt endlich dar&uuml;ber reden und Frauen offen ihre Erfahrungen teilen.</p><blockquote><p>Denn jede Frau, die Opfer geworden ist, merkt durch mutige Erfahrungsberichte wie den von Gis&egrave;le Pelicot: Ich bin kein Einzelfall!&nbsp;</p></blockquote><p>Wenn wir &uuml;ber sexuelle &Uuml;bergriffe sprechen, m&uuml;ssen wir als Gesellschaft daher nicht nur ehrlich dar&uuml;ber reden, wie wir im Alltag miteinander umgehen wollen, sondern auch dar&uuml;ber, welche Geschichten wir einander erz&auml;hlen wollen und welche Rollenbilder von M&auml;nnern und Frauen Liedtexte, B&uuml;cher, Serien und Filme vermitteln.</p><p>Ich hoffe, dass dies in Zukunft immer mehr Geschichten von gegenseitigem Respekt sein werden. Denn auch damit pr&auml;gen wir eine frauenfreundlichere und damit letztlich respektvollere Zukunft f&uuml;r uns alle.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17319161.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 15 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Muss ich jedes Stoppschild mitnehmen?]]></title>
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      <description><![CDATA[Oder: Wie du dir unnötig das Leben schwermachst, indem du alles auf dich beziehst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125557.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Alexey (KI-generiert) /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Ich komme gut durch heute. Noch zweieinhalb Stunden auf Autobahn und Landstra&szlig;en, dann bin ich bei meinen Eltern. Zweimal im Jahr nehme ich mir diese Auszeit &ndash; ohne Mann und Kinder. Der Morgen lief erstaunlich rund: Die Hasen sind nicht verhungert, die M&auml;dels angezogen (&uuml;ber modische Details sprechen wir ein anderes Mal), und ich sitze halbwegs p&uuml;nktlich im Auto. L&auml;uft.</p><p>W&auml;hrend ich so vor mich hinfahre, rolle ich in einen einspurigen Baustellenbereich &ndash; und sehe es schon von weitem: ein gro&szlig;es, rotes Stoppschild. Mitten auf der Autobahn.</p><p>Ich bin irritiert. Soll ich jetzt ernsthaft eine Vollbremsung hinlegen? Ich fahre vorsichtig weiter und beobachte die anderen Wagen vor mir. Keine Bremslichter. Keine Panik. Und dann d&auml;mmert es mir: Das Schild geh&ouml;rt zur Baustellenausfahrt rechts von uns. Es hat&nbsp;rein gar nichts mit mir zu tun.</p><p>Ich atme durch und denke mir: Wie oft in meinem Leben zucke ich innerlich zusammen,&nbsp;obwohl die Aufforderung gar nicht an mich gerichtet war?</p><h2><strong>Die Sache mit den inneren Vollbremsungen</strong></h2><p>Ein Satz, ein Blick, ein Kommentar &ndash; und schon rattern in meinem Kopf die Zahnr&auml;der:&nbsp;<em>Was habe ich falsch gemacht? Warum meint er das jetzt gerade so? Was muss ich &auml;ndern?</em>&nbsp;</p><p>Und es gibt ja nicht nur Stoppschilder, sondern auch noch &bdquo;Vorfahrt gew&auml;hren&ldquo;, &bdquo;Schleudergefahr&ldquo;, &bdquo;&Uuml;berholverbot&ldquo; oder &bdquo;Einbahnstra&szlig;e&ldquo;. Und, ganz wichtig: die Sackgasse. &nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Es ist, als w&uuml;rde mein System st&auml;ndig davon ausgehen: Wenn irgendwo ein Schild steht, dann gilt es wahrscheinlich mir. Sicherheitshalber.</p></blockquote><p>Zum Beispiel im Gottesdienst: Ich h&ouml;re eine Predigt und komme mit einer To-do-Liste wieder raus:&nbsp;<em>Mehr beten. Mehr vertrauen. Mehr loslassen. Mehr von allem.</em></p><p>Oder im B&uuml;ro:. Der Chef sagt im Meeting: &bdquo;Ich h&auml;tte mir gew&uuml;nscht, dass ihr euch besser in die Thematik einarbeitet.&ldquo; Ich sitze da mit meinen 75 Prozent an Wissen und f&uuml;hle mich ertappt. Dann gehe ich nach Hause, wo mein Mann die Bemerkung macht: &bdquo;Der Flur m&uuml;sste mal wieder geputzt werden.&ldquo; In meinem Kopf wird daraus: <em>&bdquo;Warum hast DU das nicht l&auml;ngst gemacht?&ldquo;</em></p><p>Gerade sensible Menschen haben eine besondere Antenne f&uuml;r Zwischent&ouml;ne. Sie h&ouml;ren mehr als andere und f&uuml;hlen sich schnell verantwortlich f&uuml;r Stimmungen, Erwartungen und Worte. Sie sind innerlich st&auml;ndig auf Empfang. Das Problem ist: So f&auml;hrt es sich anstrengend durchs Leben. Kein Wunder, dass das m&uuml;de macht.</p><h2>Nicht jeder Impuls ist eine pers&ouml;nliche Lebensaufgabe</h2><p>Ein Satz aus der Bibel ist f&uuml;r mich in diesem Zusammenhang sehr entlastend. Der Apostel Paulus schreibt:</p><p><em>&bdquo;Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen</em>.&ldquo; <em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C1" target="_blank">Galater&#8239;5,1</a>)</em></p><p>Eigentlich meint Paulus hier die Last des Alten Bundes &ndash; das waren all die Gesetze, an die sich die Juden halten mussten. Durch Jesus wurden diese Gesetze aufgehoben &ndash; oder wie er es nannte: erf&uuml;llt. Aber ich kann diesen Satz von Paulus auch auf vieles beziehen, was sich in meinem Leben wie eine Last anf&uuml;hlt.</p><p>Zur Freiheit befreit hei&szlig;t f&uuml;r mich: Ich muss nicht jeden Impuls sofort in eine pers&ouml;nliche Lebensaufgabe verwandeln. Ich bin auch nicht daf&uuml;r zust&auml;ndig, jede Erwartung zu erf&uuml;llen, die irgendwo im Raum steht. Ich darf ausw&auml;hlen, worauf ich reagiere. Und selbst, wenn etwas ein bisschen auf mich zutrifft, dann muss ich gedanklich nicht gleich 100% daraus machen.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich kann mir mein Leben zuverl&auml;ssig verkomplizieren, indem ich alles pers&ouml;nlich nehme. Oder ich probiere es anders.</p></blockquote><h2><strong>Die Freiheit, nicht &uuml;berall anzuhalten</strong></h2><p>Der Chef meinte vor allem die, die komplett unvorbereitet waren.<br />
Die Predigt hatte einen Gedanken f&uuml;r mich, aber nicht gleich einen F&uuml;nfjahresplan.<br />
Und der Satz &uuml;ber den Flur war vielleicht einfach&hellip; ein Satz &uuml;ber den Flur. Und wenn nicht: Mein Mann wei&szlig; auch, wie der Staubsauger funktioniert!</p><p>Wenn dieses diffuse schlechte Gewissen auftaucht &ndash; dieses &bdquo;Du m&uuml;sstest eigentlich&hellip;&ldquo; &ndash;, dann hilft es zu fragen:&nbsp;<em>Warum denn?</em>&nbsp;Wenn darauf keine klare Antwort kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich gerade auf ein Schild reagiere, das mir gar nichts zu sagen hat.</p><p>Drei Ideen zum &Uuml;ben:</p><ul><li data-list-item-id="e6bf7053b4e322ba1f800777ec8043e3a"><strong>Beobachte.</strong>&nbsp;Wenn dich etwas triggert, stell dir innerlich vor: Da steht ein Verkehrsschild. Frag dich zuerst: Auf welcher Spur steht es &ndash; auf meiner oder nebenan? Nicht alles gilt dir. Und das ist herrlich befreiend.</li><li data-list-item-id="ee4bc11ed18175bd39bf07445d78d5be1"><strong>Bewerte. &nbsp;</strong>Welche Legitimation hat der andere, dir ein Schild aufzustellen?&nbsp; Selbst wenn dir jemand ein &bdquo;Durchfahrt verboten&ldquo; vor die Nase setzt, kannst du fragen: Ist derjenige vom Stra&szlig;enverkehrsamt &ndash; oder stellt er das Schild einfach auf, in der Hoffnung, dass du reagierst?</li><li data-list-item-id="e986c6cc9cdea2be32653fb0c666d28f7"><strong>Entscheide. &nbsp;</strong>Wenn du dich darauf einl&auml;sst, dann nur, weil du es auch willst und nicht ausschlie&szlig;lich, weil du irgendeine Erwartung erf&uuml;llen musst. So ersetzt du Pflichtgef&uuml;hl durch Freiwilligkeit und gehst die Sache aktiv an.</li></ul><h2><strong>Erinnerungsbild</strong></h2><p>Noch eine Stunde Fahrt zu meinen Eltern. Vor mir taucht ein Tempo-70-Schild auf. &bdquo;Ist f&uuml;r mich gerade nicht relevant&ldquo;, denke ich und l&auml;chle. Wie als Zeichen vom Himmel sehe ich einen Blitz.&nbsp;</p><p>Wochen sp&auml;ter habe ich Post bekommen. Das Blitzerfoto ist erstaunlich gut geworden. Ich klebe es mir zu Hause neben den Spiegel, als Erinnerung: Nicht alle Schilder gelten mir. Aber manche eben doch.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17318043.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vom Freund zum Feind: Israel und der Iran]]></title>
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      <description><![CDATA[Persiens lange Geschichte mit den Juden und wie sie mit dem aktuellen Konflikt zusammenhängt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125454.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Yasmin Peyman /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ende Februar starteten Israel und die USA einen Milit&auml;rschlag gegen das iranische Regime. Es ist der vorl&auml;ufige H&ouml;hepunkt einer jahrzehntelangen Feindschaft. Seit der Islamischen Revolution 1979 verfolgt das iranische Mullah-Regime ein erkl&auml;rtes Ziel: die Vernichtung des Staates Israel. Es finanziert Terrororganisationen, baut sein Raketenprogramm aus und arbeitet an der Atombombe &ndash; stets mit Israel im Visier.&nbsp;</p><p>Nun zogen Israel und die USA Konsequenzen: Es ist zum Krieg gekommen. Doch hinter diesem modernen Konflikt verbirgt sich eine Geschichte, die weit &auml;lter ist &ndash; eine Geschichte, in der Perser und Juden nicht immer Feinde waren. Ausgerechnet jetzt &ndash; inmitten des Krieges &ndash; wird diese jahrtausendealte Beziehung wieder lebendig.&nbsp;</p><h2>Khamenei: Tod eines Tyrannen</h2><p>Die ersten Angriffe erfolgen am Morgen des 28. Februar 2026. Zuvor waren die Verhandlungen &uuml;ber das Atomprogramm des Irans erneut gescheitert. Die ersten Luftangriffe gelten dem Regime, allen voran&nbsp;dem &bdquo;obersten F&uuml;hrer&ldquo; Ayatollah Ali Khamenei. Am Abend folgt die Best&auml;tigung: Khamenei ist tot.</p><p>Seit dem Tod des Regime-Gr&uuml;nders Ayatollah Ruhollah Khomeini 1989 hatte Khamenei mit eiserner Hand geherrscht. Im eigenen Volk galt er vielen als das menschgewordene Gesicht des B&ouml;sen. Er lie&szlig; Frauen unterdr&uuml;cken und Andersdenkende foltern und hinrichten. Bei den landesweiten Anti-Regierungs-Protesten sollen im Januar 2026 zehntausende Demonstranten brutal ermordet worden sein. Und wie kein anderer verk&ouml;rperte Khamenei den fanatischen, religi&ouml;s motivierten Hass auf Israel.</p><p>Der Iran antwortete auf den Angriff der USA und Israels mit hunderten ballistischen Raketen, gerichtet auf die israelische Zivilbev&ouml;lkerung. Dabei setzt er vermehrt Streumunition ein. Dank modernster Luftabwehr und eines ausgekl&uuml;gelten Fr&uuml;hwarnsystems ist der Schaden auf israelischer Seite bislang gering, dennoch kommen Menschen ums Leben, tausende wurden bereits verletzt.</p><h2>Verb&uuml;ndete im Schatten des Regimes: Israelis und Iraner</h2><p>Doch die Resilienz der Israelis ist ungebrochen. Sie hoffen, dass dieser Milit&auml;rschlag endlich zum Niedergang eines Regimes f&uuml;hrt, das sie seit Jahrzehnten terrorisiert. Zudem empfinden sie tiefe Sympathie mit den Menschen im Iran. Aus ihren Schutzbunkern posten viele auf Social Media Botschaften an die Iraner: &bdquo;Haltet durch, Hilfe ist unterwegs.&ldquo;</p><p>Auch viele Iraner sehen in den Israelis Verb&uuml;ndete. In den Wochen, die dem Krieg vorangingen, forderten Demonstranten und Aktivisten im Iran und im Ausland, einen Milit&auml;rschlag gegen das Mullah-Regime. Dabei wurde ein Appell in Israel besonders wahrgenommen: Einst schenkte der Perserk&ouml;nig Kyros den Juden die Freiheit &ndash; nun m&ouml;ge Israel dem iranischen Volk zur Freiheit verhelfen.&nbsp;</p><p>Mit dem Tod Khameneis scheint dieser Moment n&auml;hergekommen: Auf den Stra&szlig;en westlicher Gro&szlig;st&auml;dte versammeln sich im Anschluss hunderte Exil-Iraner, jubeln und schwenken die L&ouml;wen-und-Sonnen-Flagge neben der Fahne Israels. In London tanzen Iraner und Juden gemeinsam zu israelischer Musik. In Paris, Athen und Baku werden vor den israelischen Botschaftsgeb&auml;uden Blumen niedergelegt.</p><blockquote><p>Dass Iraner und Israelis sich in diesem Moment so nah sind, wirkt auf den ersten Blick paradox. Doch ihre Beziehung ist weitaus &auml;lter als das Mullah-Regime und reicht bis in biblische Zeiten zur&uuml;ck.</p></blockquote><h2>Persien in der Bibel</h2><p>Das antike Persien wird in der Bibel als eines der wenigen Reiche beschrieben, das den Juden gegen&uuml;ber wohlwollend handelte. Es waren die Perser, die die Juden aus der Gefangenschaft der Babylonier befreiten. Der Perserk&ouml;nig Kyros der Gro&szlig;e entlie&szlig; sie in die Freiheit und ordnete den Wiederaufbau des j&uuml;dischen Tempels in Jerusalem an. Kyros ist auch der einzige Nichtjude, den Gott in der Bibel als &bdquo;mein Gesalbter&ldquo; bezeichnet.&nbsp;</p><p>Au&szlig;erdem bekleideten Juden im Perserreich hohe &Auml;mter. Daniel wurde vom Mederk&ouml;nig Darius hochgesch&auml;tzt. Nehemia genoss als Mundschenk das besondere Vertrauen des K&ouml;nigs Artaxerxes. Mit k&ouml;niglicher Eskorte kehrte er als Statthalter nach Jerusalem zur&uuml;ck, um den Wiederaufbau der zerst&ouml;rten Stadtmauern zu leiten. Und als der Amalekiter Haman die Juden Persiens vernichten wollte und letztlich scheiterte, wurde der Jude Mordechai ins zweith&ouml;chste Amt des Reiches bef&ouml;rdert.</p><p>Die Perserk&ouml;nige erm&ouml;glichten den Juden die R&uuml;ckkehr ins Land Israel. Doch die meisten zogen das Leben in den wirtschaftlichen Zentren des Reiches vor &ndash; und &uuml;ber Jahrhunderte wuchs dort eine bedeutende j&uuml;dische Gemeinde heran.&nbsp;</p><h2>Juden in Persien: Wie die Islamisierung alles ver&auml;nderte</h2><p>Mit der arabisch-muslimischen Eroberung Persiens im 7. Jahrhundert und besonders nach der Einf&uuml;hrung des schiitischen Islams als Staatsreligion im 16. Jahrhundert verschlechterte sich die Situation der Juden in der Region drastisch. Immer wieder kam es zu Massakern und auch zu Zwangskonvertierungen ganzer Gemeinden.&nbsp;</p><p>Erst die Modernisierung und S&auml;kularisierung durch die Pahlavi-Dynastie, die von 1925 bis 1979 herrschte, setzte dem ein Ende. Diskriminierende Gesetze wurden aufgehoben und Zwangskonversionen verboten. J&uuml;dische Schulen durften Hebr&auml;isch unterrichten und Juden konnten in den Staatsdienst eintreten. Dennoch blieb Antisemitismus in Teilen der Gesellschaft lebendig. Dies war einer der Gr&uuml;nde, warum bereits vor der Islamischen Revolution rund 70&nbsp;000 iranische Juden nach Israel auswanderten.</p><blockquote class="noshare"><p>Unter den Pahlavi-Schahs bl&uuml;hten die iranisch-israelischen Beziehungen auf. Der Iran war eines der ersten muslimischen L&auml;nder, die den modernen Staat Israel anerkannten.&nbsp;</p></blockquote><p>Die beiden L&auml;nder kooperierten in der Landwirtschaft, bei Bew&auml;sserungstechnologien sowie auf Milit&auml;r- und Geheimdienstebene. Iranisches &Ouml;l deckte 90 Prozent des israelischen Bedarfs ab, Israel diente dem Iran als Durchgangsland f&uuml;r seine &Ouml;lexporte nach Europa. Kurz vor der Islamischen Revolution arbeiteten israelische und iranische Forscher gemeinsam an der Entwicklung von Raketentechnologie.</p><h2>Vom Verb&uuml;ndeten zum Erzfeind</h2><p>Dies &auml;nderte sich mit der Islamischen Revolution 1979. Die Mullahs &uuml;bernahmen als strenggl&auml;ubige schiitische Geistliche die Macht und setzen sich an die Spitze des neuen Regimes. Die Folge: Israelhass wurde zur Staatsdoktrin. Geleitet von einer gef&auml;hrlichen Endzeit-Ideologie sind die Mullahs &uuml;berzeugt, dass der Mahdi, der Zw&ouml;lfte Imam, am Ende der Tage erscheinen wird. Doch dem muss die Vernichtung des j&uuml;dischen Staats und die Befreiung Jerusalems aus der Hand der Juden vorausgehen. Die Ausl&ouml;schung Israels ist f&uuml;r das Regime also eine religi&ouml;se Pflicht.</p><p>Bis heute sind die Auswirkungen davon sp&uuml;rbar: Die j&uuml;dische Gemeinde schrumpfte von rund 80&nbsp;000 im Jahr 1979 auf heute knapp 8&nbsp;000 Mitglieder. In der F&uuml;hrungsriege des Landes sind antisemitische Verschw&ouml;rungsmythen sowie Holocaustleugnung Programm. Der Judenstaat gilt als illegitimes Symbol des westlichen &bdquo;Imperialismus&ldquo; im muslimischen Nahen Osten, das es zu vernichten gilt.</p><p>Diese religi&ouml;sen Vernichtungsfantasien erkl&auml;ren, warum weder diplomatische Verhandlungen noch wirtschaftliche Sanktionen Teheran von seinem Kurs abbringen. Sie sind auch der Grund, warum der Iran Milliardensummen in die Ausl&ouml;schung Israels investiert, w&auml;hrend seine Bev&ouml;lkerung verarmt. Dabei verf&uuml;gt der Iran &uuml;ber eine der gr&ouml;&szlig;ten Erd&ouml;l- und Erdgasreserven der Welt.</p><p>Wichtigste St&uuml;tze des Regimes und wichtigstes Instrument seiner Ideologie sind die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Ihre Loyalit&auml;t gilt nicht dem iranischen Volk, sondern dem Regime. Ihr Auftrag ist, die &bdquo;Islamische Revolution&ldquo; ins Ausland zu exportieren. Seit Jahrzehnten r&uuml;sten sie daf&uuml;r im gesamten Nahen Osten Terrororganisationen auf: die Hisbollah im Libanon, Hamas und den Pal&auml;stinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen, pro-iranische Milizen in Syrien und im Irak sowie die Huthi im Jemen.</p><blockquote class="noshare"><p>Dieses Terrornetzwerk, das Israel von allen Seiten umzingelt, hat ein Ziel: Den j&uuml;dischen Staat durch koordinierte Angriffe an mehreren Fronten zu zerm&uuml;rben und letztlich zu vernichten.</p></blockquote><h2>Die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm</h2><p>In den 2000er Jahren spitzte sich der Konflikt zwischen Israel und dem Regime in Teheran zu, als geheime iranische Atomanlagen aufgedeckt wurden. &Auml;u&szlig;erungen wie die des damaligen Pr&auml;sidenten Mahmud Ahmadinejad, Israel m&uuml;sse &bdquo;von der Landkarte getilgt&ldquo; werden, lie&szlig;en keinen Zweifel daran, welchem Zweck diese Anlagen dienen.</p><p>Der Westen, angef&uuml;hrt vom damaligen US-Pr&auml;sidenten Barack Obama, versuchte mit dem Regime zu verhandeln. Die Israelis zogen einen Vergleich zur Appeasement-Politik der 1930er Jahre. Das 2015 unterzeichnete Atom-Abkommen best&auml;tigte ihre Bedenken: es legte nicht die Beendigung des Atomprogramms fest, sondern lediglich seine vor&uuml;bergehende, zeitlich begrenzte Einschr&auml;nkung.</p><p>Durch Cyberangriffe und Sabotageakte konnten Israel und seine Verb&uuml;ndeten das Atomprogramm immer wieder zur&uuml;ckzuwerfen. Dann wurde 2021 bekannt, dass der Iran bereits Uran auf einen Reinheitsgrad von 60 Prozent anreicherte. Von 60-prozentigem Uran ist es nur ein kleiner technischer Schritt zu atomwaffenf&auml;higem 90-prozentigem Uran.</p><h2>Der 7. Oktober 2023: Z&auml;sur f&uuml;r Nahost</h2><p>Der &Uuml;berfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 markierte eine Z&auml;sur. Einen Tag lang schien es, als l&auml;ge Israel am Boden. Heute, zweieinhalb Jahren sp&auml;ter, ist der j&uuml;dische Staat die regionale Supermacht im Nahen Osten.</p><p>Nach zwei Jahren Krieg sind die Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Libanon schwer dezimiert, ihre gesamte F&uuml;hrung wurde ausgeschaltet. Der syrische Diktator Baschar al Assad, ein Verb&uuml;ndeter der iranischen Mullahs, ist nach Moskau geflohen.</p><p>Und nachdem der Iran im April 2024 seinen Stellvertreterkrieg eskalierte und Israel erstmals direkt angriff, folgte im Juni 2025 der israelische Gegenschlag. Zw&ouml;lf Tage lang flogen israelische Kampfjets ungehindert am Himmel &uuml;ber Teheran und mit Unterst&uuml;tzung der USA wurden die lange gef&uuml;rchteten Atomanlagen umfassend besch&auml;digt.</p><blockquote><p>Der aktuelle Milit&auml;rschlag Israels und der USA k&ouml;nnte einen Systemwechsel in Teheran bewirken, womit der Kopf des Terrornetzwerks im Nahen Osten endg&uuml;ltig ausgeschaltet w&uuml;rde.</p></blockquote><p>Neben der F&uuml;hrung des Regimes und der IRGC-Infrastruktur steht das ballistische Raketenarsenal im Visier, das auf mehr als 3&nbsp;000 Geschosse gesch&auml;tzt wird. Hinzu kommen die in Entwicklung befindlichen ballistischen Interkontinentalraketen, die auch Europa und die USA bedrohen k&ouml;nnten.&nbsp;</p><h2>Ein neuer Naher Osten?</h2><p>Ob dieser Krieg den Beginn eines neuen Iran markiert, bleibt offen. Auch ob dieser neue Iran wieder wie zu Zeiten des Schahs ein Partner Israels und des Westens werden w&uuml;rde. Und obwohl ein Regime-Wechsel noch nie so greifbar war wie jetzt, bezweifeln viele Experten, dass dieser allein durch Luftschl&auml;ge herbeigef&uuml;hrt werden kann. Zu tief reicht die Loyalit&auml;t der IRGC, zu weitreichend sind ihre Machtstrukturen in Politik und Gesellschaft.</p><p>Andere Experten warnen vor einem Machtvakuum, das ein geschw&auml;chter Iran hinterlassen k&ouml;nnte. Die T&uuml;rkei, die offen den Anspruch verfolgt, zur f&uuml;hrenden Macht der islamischen Welt aufzusteigen, w&uuml;rde diese L&uuml;cke nur zu gerne f&uuml;llen.</p><p>Zumindest scheint die unmittelbare Bedrohung zur&uuml;ckgedr&auml;ngt. Mit der Zerst&ouml;rung des ballistischen Raketenarsenals sowie der Atom- und Milit&auml;ranlagen ist eine Gefahr beseitigt, die nicht nur Israel, sondern die gesamte Region in Atem gehalten hat. Den sunnitischen Golfstaaten, allen voran den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, k&ouml;nnte dies den Weg freimachen f&uuml;r einen Nahen Osten, den sie seit Jahren anstreben: politisch stabil, wirtschaftlich vernetzt und im Frieden mit Israel.</p><h2>Israelis und Iraner: gemeinsame Hoffnung</h2><p>Im Londoner Stadtteil Golders Green haben Anwohner entlang einer Mauer tausende Poster aufgeh&auml;ngt. Sie zeigen l&auml;chelnde, vor allem junge Menschen. Es sind die Gesichter von Demonstranten, die im Januar bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste im Iran ermordet wurden. Exil-Iraner besuchen die Mauer, legen Blumen und Teddyb&auml;ren nieder, z&uuml;nden Kerzen an. Der Ort der Gedenkmauer ist bezeichnend: sie markiert das Grundst&uuml;ck einer Synagoge. Etwa die H&auml;lfte der Einwohner von Golders Green sind Juden.</p><p>Nach dem 7. Oktober 2023 hingen an dieser Mauer Poster der 251 in den Gazastreifen verschleppten Israelis. Seitdem im Januar 2026 der Leichnam der letzten Geisel nach Israel zur&uuml;ckgebracht wurde, ist die einzige Erinnerung an jenen furchtbaren Tag eine Collage der Israelis, die auf dem Nova-Festival ermordet wurden. Sie h&auml;ngt nun Seite an Seite mit den Bildern iranischer Todesopfer.</p><blockquote><p>Dass Iraner inmitten einer j&uuml;dischen Nachbarschaft ihrer Toten gedenken, spiegelt wider, was der aktuelle Krieg auf menschlicher Ebene bewegt. Israelis und Iraner, Juden und Perser, kommen einander n&auml;her.&nbsp;</p></blockquote><p>Sie verbindet die Sehnsucht danach, endlich in Frieden zu leben, frei von einem Regime, das den j&uuml;dischen Staat, aber auch die eigene Bev&ouml;lkerung seit Jahrzehnten terrorisiert.</p><p>&nbsp;</p><p><strong>Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengef&uuml;hrte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet &ndash; durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf:&nbsp;</strong><a href="http://www.sareltours.com/de" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><strong>www.sareltours.com/de</strong></a><br />
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<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17316698.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Versöhnung im Schatten des Krieges]]></title>
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      <description><![CDATA[Der Ukraine Krieg hat tiefe Traumata hinterlassen. Mit speziellen Trauma-Programmen will TWR dazu beitragen, dass seelische Wunden heilen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125320.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Juri Figueiredo /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Die Stimmung im Raum ist angespannt. Bei einer internationalen Frauenkonferenz sitzen sich Frauen gegen&uuml;ber, deren Herkunftsl&auml;nder seit Jahren von Krieg, Gewalt und Verlust gezeichnet sind. Die Konferenz wurde f&uuml;r Mitarbeiterinnen von TWR veranstaltet, die Frauen weltweit &uuml;ber christliche Medienangebote erreichen, st&auml;rken und begleiten.</p><p>Die Teilnehmerinnen aus der Ukraine, Russland und Israel sind zur&uuml;ckhaltend. Wie spricht man miteinander, wenn das eigene Land bombardiert wird? Wenn Freunde an der Front sind? Wenn Familien auseinandergerissen wurden? Und wie h&ouml;rt man zu, wenn man wei&szlig;, dass die andere Seite ebenfalls leidet? Sie sitzen sich gegen&uuml;ber und sp&uuml;ren, dass Aussprache notwendig ist.</p><h3><strong>Ein Raum zum Zuh&ouml;ren</strong></h3><p>Elmira* und Daniela* aus der Ukraine fangen z&ouml;gerlich an zu erz&auml;hlen. Von N&auml;chten ohne Schlaf, weil die Warnsirenen stundenlang heulen. Von der Angst um ihre V&auml;ter, die jederzeit in den Krieg eingezogen werden k&ouml;nnen. Elmira erz&auml;hlt von ihrem Bruder, der an vorderster Front verwundet wurde. Und den Tagen ohne Strom und Heizung, wenn sie mit ihrer Tochter einen Unterschlupf suchen muss.</p><p>Dann spricht Miryam* aus Israel &uuml;ber das Leben mit permanenter Bedrohung, &uuml;ber Trauer und das Gef&uuml;hl, dass Sicherheit jederzeit zerbrechen kann. Schlie&szlig;lich erz&auml;hlt auch Anna* aus Russland, wie es ihr und ihren Angeh&ouml;rigen in den letzten Jahren ergangen ist.</p><p>Zum ersten Mal h&ouml;ren die f&uuml;nf Frauen nicht nur &uuml;bereinander - sie h&ouml;ren einander zu. Wut bekommt Raum und Angst Worte. Sorgen und Gedanken d&uuml;rfen ausgesprochen werden, ohne unterbrochen zu werden. Es ist ein intensives Gespr&auml;ch, eines, das notwendig ist.</p><p>Sie verstehen, dass sie alle Betroffene sind. Tr&auml;nen flie&szlig;en und sie&nbsp;umarmen einander. Der Krieg hat unterschiedliche Gesichter, aber eine Last, die alle Beteiligten tragen: Trauma.</p><h3><strong>Schritte Richtung Vers&ouml;hnung</strong></h3><p>Es war ein unerwartetes Gespr&auml;ch, das keine schnellen L&ouml;sungen oder einfache Antworten erforderte. Ein Gespr&auml;ch, in dem Schmerz ausgesprochen wurde, Zuh&ouml;ren m&ouml;glich war und erste Schritte in Richtung Vers&ouml;hnung entstanden.</p><p>Mitten aus Begegnungen wie diesen entstand der Impuls f&uuml;r ein Trauma-Programm. Soldaten an der Front sowie R&uuml;ckkehrer aus dem Krieg tragen tiefe seelische Verletzungen davon. Auch ihre Familien sowie die TWR Teams selbst sehen sich mit Fragen konfrontiert, f&uuml;r die es kaum Antworten gibt.</p><h3><strong>Ein Programm f&uuml;r Heilung</strong></h3><blockquote><h3>Im Krieg entstehen im Herzen der Menschen tiefe, seelische Verletzungen. Umso wichtiger ist es, traumatisierende Erfahrungen fr&uuml;hzeitig aufzuarbeiten, bevor sie krank machen.</h3></blockquote><p>Maria,&nbsp;TWR Leiterin f&uuml;r Russland, Belarus und Ukraine, sieht die Not. Auf einer Konferenz lernte sie&nbsp;vor einigen Monaten die Traumatherapeutin Kristina Raschen kennen und stie&szlig; eine Zusammenarbeit an. Gemeinsam entwickeln sie zurzeit ein Trauma-Programm f&uuml;r Soldaten, Therapeuten und Seelsorger sowie f&uuml;r Familien. Es setzt bewusst fr&uuml;h an und ermutigt Menschen, sich mit den Folgen von Krieg und erlebtem Trauma auseinanderzusetzen, bevor sich Ohnmacht und Verbitterung festigen.</p><h3><strong>Videos mit pers&ouml;nlicher Ansprache</strong></h3><p>Kern des Programms sind kurze Videos, in denen Traumatherapeutin Raschen den Umgang mit Trauma, Trauer, Wut und Vers&ouml;hnung im christlichen Kontext anspricht. Geplant sind&nbsp;15 Videos f&uuml;r Soldaten, rund 12 f&uuml;r Therapeuten und Seelsorger sowie eine weitere Reihe f&uuml;r Familien.</p><p>Die Programme sollen &uuml;ber verschiedene Medienplattformen der TWR Teams ver&ouml;ffentlicht werden. Sie k&ouml;nnen auch in Gemeinden und der Seelsorge eingesetzt werden.&nbsp;Um m&ouml;glichst vielen Betroffenen zu helfen, wird das Trauma-Programm mit einem KI-Programm&nbsp;in sechs Sprachen &uuml;bersetzt: Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch, Hebr&auml;isch und Arabisch.</p><h3><strong>Stimmen von der Front</strong></h3><p>Was all das notwendig macht, zeigt sich in den Stimmen direkt aus dem Krieg. Immer wieder erhalten die TWR Teams in Russland und der Ukraine Berichte von der Front. Kurze Nachrichten, letzte Briefe, S&auml;tze aus Extremsituationen.</p><p>Einer davon stammt von einem russischen Soldaten. In einem Brief an seine Angeh&ouml;rigen schreibt er: &bdquo;Es gibt hier keinen mehr, der nicht an Gott glaubt.&ldquo;</p><p>Ein Satz, der deutlich macht, wie sehr der Krieg Menschen an ihre inneren Grenzen f&uuml;hrt unabh&auml;ngig von Herkunft oder Seite. Fragen nach Sinn, Schuld und Hoffnung dr&auml;ngen sich auf in einem Konflikt zwischen L&auml;ndern, die sich einst nahe standen.</p><h2><strong>Machen Sie&nbsp;einen Unterschied!&nbsp;</strong></h2><p><a href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=4575&amp;restrict=1" target="_blank">Ihre Spende</a> erm&ouml;glicht die Umsetzung des Programms. Damit Menschen in Kriegsgebieten ihr Trauma aufarbeiten k&ouml;nnen und Hoffnung und Heilung in Jesus finden.</p><p><span class="small">*Namen wurden aus Sicherheitsgr&uuml;nden ge&auml;ndert.</span><br />
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<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17309418.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ostern ist vorbei – die Auferstehung bleibt]]></title>
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      <description><![CDATA[Mehr als ein Datum im Kalender; Wie die Hoffnung auf Ewigkeit unseren Alltag bereichert.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/844952.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Thomas Schutze /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 15, erinnert Paulus die Christen in der Gemeinde in Korinth an das, was er sie gelehrt hat. Offensichtlich weichen sie &ndash; oder zumindest einige von ihnen &ndash; allm&auml;hlich davon ab, haben mittlerweile ihre &Uuml;berzeugung verloren oder verw&auml;ssern lassen, dass es eine Auferstehung gibt, also dass es nach dem irdischen Leben, das irgendwann endet, weitergehen wird.</p><h2>Die Erinnerung an die fr&uuml;here &Uuml;berzeugung</h2><p>Paulus stellt im ersten Satz schon klar, dass die Christen in Korinth eigentlich wissen, um was es im Glauben geht. Er selbst hat ihnen das Evangelium, die Botschaft von Jesus Christus, verk&uuml;ndigt, die Korinther haben es angenommen und jetzt sagt Paulus, dass sie selig werden: &bdquo;<em> [&hellip;] wenn ihr&#39;s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verk&uuml;ndigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gl&auml;ubig geworden w&auml;rt&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 15,2</a>).</p><p>Mit anderen Worten: Alles ist klar, wenn sie sich an das halten, was ihnen durch Paulus gesagt wurde: <em>&bdquo;Dass Christus gestorben ist f&uuml;r unsre S&uuml;nden&nbsp;nach der Schrift;&nbsp;und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage&nbsp;nach der Schrift [&hellip;]&ldquo;</em><strong></strong>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C3-4" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 15,3b-4</a>).</p><p>Paulus z&auml;hlt etliche Zeugen auf, die Jesus nach seiner Auferstehung gesehen haben, die ihm begegnet sind, die gesehen haben, dass er lebt. Die Korinther scheinen diese Erinnerung n&ouml;tig zu haben, denn es war damals so wie heute: Dass Jesus auf der Erde gelebt hat, ist erwiesen. Das l&auml;sst man so stehen. Aber dass er gestorben ist, tot war und dann wieder lebendig wurde &ndash; das ist dann doch manchem zu viel. Da h&ouml;rt ihr Glaube auf. Und das ist gerade so, als ob man gar nicht erst den Glauben angenommen h&auml;tte.</p><blockquote><p>Wenn man Jesus zwar als guten, gar vorbildlichen Menschen anerkennt, ihm vielleicht sogar das eine oder andere Wunder zutraut, das er zu Lebzeiten vollbracht hat, dann aber seinen Tod und seine Auferstehung leugnet, ist das kein Glaube, der zur Rettung f&uuml;hrt.</p></blockquote><h2>Was w&auml;re, wenn&hellip;.</h2><p>Genau diese &Uuml;berlegung greift Paulus auf und spinnt den Gedanken weiter, was w&auml;re, wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden w&auml;re:</p><ol><li>Alles, was &uuml;ber den Glauben gesagt wird, k&ouml;nnte man dann vergessen</li><li>Jeglicher Glaube w&auml;re null und nichtig</li><li>Die Verk&uuml;ndigung w&auml;re eine glatte L&uuml;ge</li><li>Es g&auml;be keine Vergebung der S&uuml;nden</li><li>Auch die, die bereits im Glauben verstorben sind, w&auml;ren verloren</li><li>Alle die, die auf Jesus Christus nur in diesem Leben hoffen, w&auml;ren &bdquo;angeschmiert&ldquo;.<br />
&nbsp;</li></ol><p>Paulus sagt, sie w&auml;ren dann <em>&bdquo;die elendesten unter allen Menschen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 15,19</a>).</p><p>Ein schreckliches Szenario. Wenn Jesus nicht auferstanden w&auml;re, wenn es also keine Auferstehung von den Toten g&auml;be &ndash; dann g&auml;be es f&uuml;r niemanden Hoffnung. Dann w&auml;re das Leben auf wenige Jahre auf der Erde beschr&auml;nkt und man m&uuml;sste alles hineinpressen, was man nicht verpassen zu d&uuml;rfen glaubt.</p><h2>Doch Jesus ist auferstanden und lebt</h2><p>Paulus betont: <em>&bdquo;Nun aber&nbsp;ist Christus auferstanden von den Toten als&nbsp;Erstling unter denen, die entschlafen sind.&ldquo; </em>(Vers 20)&nbsp;</p><p>Und damit gibt es f&uuml;r alle, die ihn angenommen haben, Hoffnung auf ewiges Leben &ndash; nach dem irdischen, dem endlichen Leben hier auf dieser Erde.</p><h2>Nur eine Vertr&ouml;stung auf das Jenseits?</h2><p>Ist das nun eine Vertr&ouml;stung &ndash; gar eine billige Vertr&ouml;stung &ndash; auf das Jenseits, mit der man die abspeisen kann, die im Diesseits benachteiligt, unterdr&uuml;ckt, entrechtet werden?</p><p>Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Ich fasse kurz zusammen:</p><ul><li>Jesus Christus ist am Kreuz gestorben, weil er die S&uuml;nden der Menschen auf sich nehmen wollte, damit wir gerettet werden k&ouml;nnen.</li><li>Also steht jeder Mensch vor der Entscheidung: Sage ich ja zu Jesus und nehme ihn als meinen Herrn an, bringe ihm meine S&uuml;nde und nehme seine Vergebung an &ndash; oder lehne ich ihn ab und bleibe mit meiner Schuld allein?</li><li>Er ist auferstanden und lebt.</li><li>Die Menschen, die an ihn glauben und ihm ihr Leben anvertrauen, werden ebenso auferstehen.<br />
&nbsp;</li></ul><p>Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod macht den Unterschied, wie ich hier auf dieser Erde lebe. Es ist nicht vergeblich, was ich hier tue. Es ist nicht unbedeutend, wie ich es tue.</p><h2>Gott schenkt den Sieg &ndash; heute und in Ewigkeit</h2><p>Und dass ich etwas tun kann, dass ich im Glauben an Jesus Christus mein Leben gestalten kann, das ist ein Geschenk. Hier nochmals Worte von Paulus an die Christen in Korinth: <em>&bdquo;Gott aber sei Dank, der uns den&nbsp;Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!&nbsp;Darum, meine lieben Br&uuml;der, seid fest, unersch&uuml;tterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn&ldquo;</em> (Verse 57-58).</p><p>Das ist kein Aufruf zum passiven Abwarten, was geschehen wird &ndash; es ist ein Appell, dieses endliche Leben in der Verantwortung vor Gott so zu leben, dass es Auswirkungen bis in die Ewigkeit hat.</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565646.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 06 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auferstehung ins Leben]]></title>
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      <description><![CDATA[Was bedeutet Auferstehung? Auszug aus dem Gedichtband „Und dann stirbt Gott“ von Matthias Drodofsky.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125449.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francesco Ungaro /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Auferstehung &ndash; das passiert doch erst am Ende aller Zeiten, k&ouml;nnte man meinen. Wenn alles vorbei ist. Doch die Auferstehung ist mehr als das: Sie geschieht im Hier und Jetzt und bewirkt Neuanf&auml;nge mitten im Leben.&nbsp;</em></p><p><em>Matthias Drodofsky, geb. 1988, ist Pastor in Berlin und promoviert derzeit an der Universit&auml;t Oldenburg. In seinem Gedichtband </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/148887" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>&bdquo;Und dann stirbt Gott&ldquo;</em></a><em> n&auml;hert er sich literarisch dem Herz des christlichen Glaubens an: Passion, Kreuz und Auferstehung. Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung der </em><a href="https://neukirchener-verlage.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>Neukirchener Verlage</em></a><em> ein Gedicht aus seinem Buch.&nbsp;</em></p><h2>Auferstehung ins Leben</h2><p><em>Die Erde bebte, Felsen zerbarsten, Gr&auml;ber &ouml;ffneten sich</em><br /><em>und die Leiber vieler gottesf&uuml;rchtiger M&auml;nner und Frauen,</em><br /><em>die schon l&auml;ngst verstorben waren, wurden von den</em><br /><em>Toten auferweckt. (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Matth%C3%A4us27%2C52" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 27,52</a>)</em><br /><br />
In der Ostergeschichte<br />
Hei&szlig;t es vollmundig:&nbsp;<br />
Die Gr&auml;ber wurden leer.<br />
Auferstehung<br />
Ist eine Auferstehung der Vielen:<br />
Der J&uuml;ngerinnen und J&uuml;nger.<br />
Der Menschen.<br />
&nbsp;</p><p>Aber, mag man einwenden,<br />
Die J&uuml;ngerinnen und J&uuml;nger,<br />
Waren doch gar nicht tot?!<br />
&nbsp;</p><p>Doch,<br />
Zumindest wie tot<br />
Zerbrochene Leben, Tr&auml;ume, Gottesbilder, Selbstbilder, Weltbilder<br />
Alles begraben.<br />
Alles zerst&ouml;rt.<br />
Alles tot.&nbsp;<br />
Vor ihren Augen gestorben,<br />
Als Jesus starb.&nbsp;<br />
Und manche von ihnen<br />
Trugen ihren Anteil daran.<br />
Durch Feigheit oder Verrat.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p>Durch Ostern werden diese<br />
Deprimierten Gestalten<br />
Neu zum Leben erweckt.&nbsp;<br />
Aus ihnen war das Leben gewichen<br />
Und dann kommen sie neu zum Leben.<br />
Das Leben kommt zu ihnen.<br />
Gott rei&szlig;t heraus aus der Todesnacht.<br />
&nbsp;</p><p>In der Begegnung mit Jesus<br />
Findet f&uuml;r die J&uuml;ngerinnen und J&uuml;nger<br />
Eine eigene Auferstehung statt.<br />
Ihr Leben beginnt neu<br />
Wird anders.<br />
Auferstehung meint:<br />
Neu ins Leben finden.<br />
&nbsp;</p><p>Da, wo im Leben Todesnacht<br />
Und Dunkelheit<br />
Und Hoffnungslosigkeit<br />
Raum eingenommen hat.<br />
Da braucht es eine rettende Kraft.<br />
Da, wo das Leben vor sich hind&uuml;mpelt,<br />
Perspektivlos geworden ist,<br />
Kraftlos,&nbsp;<br />
Mutlos,<br />
Da braucht es eine auferweckende Kraft:<br />
Auferstehung.<br />
Auferstehung hei&szlig;t:<br />
Das Leben finden.<br />
Mit Gott.<br />
Und gefunden werden,<br />
Wo man verloren war.<br />
&nbsp;</p><p>Auferstehung ist nicht etwas,<br />
Was am Ende aller Zeiten geschieht,<br />
Sondern mittendrin<br />
Zum Neuanfang wird.<br />
&nbsp;</p><p>Ostern beschreibt einen Weg<br />
Aus der Dunkelheit der Nacht<br />
In das Licht des Ostermorgens.<br />
&nbsp;</p><p>Ohne Ostern<br />
W&auml;re Jesu Tod<br />
Nur eine tragische Geschichte,<br />
Ein Get&ouml;teter mehr oder weniger.<br />
Karfreitag ist,<br />
Einmal mehr,<br />
Ein Schauspiel der Dunkelheit dieser Welt.<br />
Traurig und tragisch.<br />
Dann aber,<br />
&Auml;ndert sich alles:<br />
Ein Neubeginn.<br />
Totes wird auferweckt.<br />
Und nichts ist wie zuvor.<br /><br /><span class="small">Aus: Matthias Drodofsky, Und dann stirbt Gott. Auf der Spur von Passion und Ostern. &copy; 2026 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, S. 111-113.</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Matthias Drodosfky</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17313665.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Matthias Drodosfky]]></author>
      <pubDate>Sun, 05 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Am Kreuz zeigt sich Gottes Liebe]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/am-kreuz-zeigt-sich-gottes-liebe/2803-542-8052</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17312679/2803-542-8052</link>
      <description><![CDATA[Was ist der größte Liebesbeweis? Nicht Romantik, sondern das Kreuz: Jesus stirbt für dich. Gedanken zu Karfreitag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125467.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Patrick Tomasso /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Was ist der gr&ouml;&szlig;te Liebesbeweis, den es gibt? Vielleicht ein Soldat, der f&uuml;r seine Kameraden sein Leben l&auml;sst? Oder eine Mutter, die alles aufgibt, um ihr Kind zu retten? Oder auch Jack und Rose auf der Titanic? Das alles sind beeindruckende Beweise von tiefer Liebe.&nbsp;</p><p>Solche Liebesbeweise k&ouml;nnen sehr tragisch sein wie auf der Titanic &ndash; ich bin mir sicher auf der T&uuml;r w&auml;re Platz f&uuml;r zwei gewesen! Aber auch recht unspektakul&auml;r, wenn man einen wichtigen Termin absagt, um f&uuml;r den kranken Ehepartner da zu sein.</p><p>Doch all diese Geschichten kommen niemals an das heran, was an Karfreitag passiert ist. Da kommt jemand auf die Welt, der behauptet Gott zu sein, und dann stirbt er. Aber er stirbt nicht einfach so. Er stirbt auf eine der brutalsten Art und Weisen, wie Menschen umgebracht werden k&ouml;nnen &ndash; durch eine Kreuzigung. Wieso ist das so ein gro&szlig;er Liebesbeweis und warum ist sein Tod &uuml;berhaupt notwendig?</p><h2><strong>Was ist die Kreuzigung?</strong></h2><p>Zuerst schauen wir uns aber den Tod von diesem Menschen genauer an. Jesus wurde gekreuzigt. Diese Hinrichtungsart war vor allem bei den R&ouml;mern sehr beliebt, da sie &ouml;ffentlichkeitswirksam war. Das bedeutet: Sie fand immer an Orten statt, an denen jeder gut sehen konnte, wie schmerzhaft es ist, am Kreuz zu sterben.&nbsp;</p><p>Meist wird der Gekreuzigte dabei nackt an das Kreuz gebunden oder durch das Fersenbein und Unterarm ans Kreuz genagelt. Die Folge war eine lange Leidenszeit, bei der am Ende die Lunge kollabiert, was zum Ersticken f&uuml;hrt. Hin und wieder wurde die Leidenszeit verk&uuml;rzt, indem die Beine gebrochen wurden. So zerrei&szlig;t die Lunge schneller.<sup>1</sup></p><h2><strong>Warum Jesus am Kreuz stirbt</strong></h2><p>Laut der Bibel hat Jesus diesen Tod freiwillig gew&auml;hlt. Die Bedeutung seiner Kreuzigung f&uuml;r uns Menschen wird in der Theologie bis heute diskutiert. Das ist verst&auml;ndlich, denn wieso sollte Gott das sich selbst, beziehungsweise seiner menschlichen Gestalt antun? Warum sollte Gott sich auf den Weg zur Erde machen, nur um dort so zu sterben?&nbsp;</p><p>Johannes und Matth&auml;us berichten an mehreren Stellen in ihren Evangelien davon, warum Jesus stirbt:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f&auml;llt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes12%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 12,24</a>)</p><p><em>&bdquo;Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die S&uuml;nde der Welt wegnimmt!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes1%2C29" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 1,29</a>)</p><p><em>&bdquo;Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut des Bundes, das f&uuml;r viele vergossen wird zur Vergebung der S&uuml;nden.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us26%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 26,27</a>)</p><p>All diese Verse arbeiten mit Allegorien und Bildern und wir sollten sie heute unter Bezugnahme auf die damalige j&uuml;dische Kultur deuten. Tun wir das, ist die dahinterstehende Kernaussage klar: Jesus ist gestorben, damit Schuld vergeben wird &ndash; meine und deine.</p><p>Jetzt kenne ich dich und deine Situation nicht, aber vielleicht fragst du dich: Was habe ich denn so Schlimmes getan, dass dieser Jesus glaubt, f&uuml;r mich sterben zu m&uuml;ssen? Dies ist eine berechtigte Frage! Immerhin gibt es deutlich schlimmere Menschen als mich oder dich.</p><p>Auch generell sind wir als Menschheit &uuml;ber das Denken hinausgekommen, dass Blut vergossen werden muss, um eine b&ouml;se Tat zu s&uuml;hnen. F&uuml;r tausende von Jahren war es &uuml;blich, nach dem Motto &bdquo;Auge um Auge &ndash; Zahn um Zahn&ldquo; zu leben. Also dem T&auml;ter das zuzuf&uuml;gen, was er dem Opfer angetan hat. Doch f&uuml;r uns heute ist klar: Das ist eine veraltete Vorstellung! So wurde die letzte Todesstrafe in der Bundesrepublik 1949 durchgef&uuml;hrt.&nbsp;</p><p>Insgesamt werden rechtliche Strafma&szlig;nahmen in der heutigen Zeit eher als Abschreckung, Anreiz zur Besserung oder Schutz der Bev&ouml;lkerung gesehen. Dass dadurch wirklich Schuld abgegolten wird wie etwa nach Denkweise der Bibel, steht heute nicht mehr so im Fokus &ndash; und wird zum Teil auch kritisiert, wenn nach schweren Straftaten h&auml;rtere Strafen von der &Ouml;ffentlichkeit gefordert werden?</p><blockquote class="noshare"><p>Warum also braucht Gott unbedingt das menschliche Opfer? Wieso kann er nicht einfach so Schuld vergeben? Es ist doch allm&auml;chtig.</p></blockquote><p>Vielleicht haben wir aber auch eine falsche Vorstellung davon, in welche Kategorie unsere eigene Schuld f&auml;llt.</p><h2><strong>Mehr als ein Strafzettel</strong></h2><p>Um das zu erkl&auml;ren, m&ouml;chte ich dir ein Beispiel erz&auml;hlen. Stell dir vor, ich fahre mit meinem Auto nachts nach Hause, das letzte andere Auto habe ich vor 5 Minuten gesehen, da ich auf der Landstra&szlig;e in der letzten Ecke Deutschlands lebe. Nun kommt eine Kreuzung auf der Landstra&szlig;e und die Ampel ist rot. Weit und breit ist kein Auto in Sicht. Da ich m&uuml;de bin, fahre ich trotzdem &uuml;ber die Ampel.</p><p>Doch den Polizisten am Stra&szlig;enrand habe ich &uuml;bersehen. Jetzt m&uuml;sste ich eine Strafe zahlen. Das w&auml;re gerecht, doch der Polizist macht sein privates Portemonnaie auf und bezahlt f&uuml;r mich mein Kn&ouml;llchen.&nbsp;</p><p>Viele Menschen haben die Vorstellung, dass Jesus am Kreuz so gehandelt hat, wie dieser Polizist. Doch wie dramatisch w&auml;re es, wenn das wahr w&auml;re!</p><p>Dann h&auml;tten wir einen bestialischen Gott, wenn man sich die Schmerzen von Jesus am Kreuz anschaut. Denn was f&uuml;r ein schwacher Gott w&auml;re das? Ein Gott, der sich Regeln unterwerfen muss und wegen einer kleinen Gesetzes&uuml;bertretung einen Menschen ans Kreuz nageln l&auml;sst, selbst wenn es sein eigener Sohn ist? Ein Gott, der nicht ohne S&uuml;hne vergeben kann?</p><h2><strong>Jesu Tod war kein Versehen</strong></h2><p>Doch schauen wir uns noch einmal genauer an, was Jesus in den obengenannten Versen gesagt hat. Sie alle verdeutlichen: Der Tod Jesu war kein Versehen, keine unerwartete Wendung und auch kein Versagen politischer Anf&uuml;hrer<em>.</em></p><blockquote><p>Der Tod Jesu war von Anfang an der Plan! Er ist auf die Erde gekommen, um zu sterben.&nbsp;</p></blockquote><p>Bei seinem Tod macht Jesus das auch klar: <em>&bdquo;Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erf&uuml;llt w&uuml;rde: Mich d&uuml;rstet! Es stand da ein Gef&auml;&szlig; voll Essig. Sie legten nun einen Schwamm voller Essig um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: &sbquo;Es ist vollbracht!&lsquo; Und er neigte das Haupt und &uuml;bergab den Geist.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes19%2C28-30" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 19,28-30</a>)</p><p>Jesus wusste, dass sein Auftrag vollbracht ist. Der Begriff, der hier im Griechischen verwendet wird, kann mit verschiedenen Bedeutungen gef&uuml;llt werden:</p><ul><li data-list-item-id="e7ed26b298e7942deba79d9ba09c0b5d7">Einmal kann er bedeuten, dass ein Plan ausgef&uuml;hrt und zu Ende gebracht wurde. Damit unterstreicht er, dass es kein Versehen, sondern geplant war, dass Jesus stirbt.&nbsp;</li><li data-list-item-id="eda904f30838c99fabf54a52654ae3079">Dann bedeutet der Begriff auch, dass eine &bdquo;Verpflichtung erf&uuml;llt ist&ldquo;, sprich dass die Schulden abbezahlt sind. Oft wurde er auch daf&uuml;r verwendet, dass ein Sklave die Schuld f&uuml;r sein Leben an seinen Herren gezahlt hat und sich damit freigekauft hat.</li><li data-list-item-id="e25f691dac036a2192be7d9e6aaea06c4">Zudem wurde der Begriff von Priestern verwendet, wenn sie ein Opfer dargebracht haben, oder wenn neue Priester eigesetzt wurden.<sup>2</sup></li></ul><p>Jesus nimmt ganz bewusst die Opferrolle an, jedoch nicht in passiver Weise, sondern ganz aktiv. Er antwortet nicht mit mehr Gewalt auf die Gewalt anderer, sondern h&auml;lt auch die andere Wange hin. Das typische Verst&auml;ndnis damals war es, mit Gewalt auf Gewalt zu antworten. Doch Jesus l&auml;sst sich nicht nur schlagen, sondern auch t&ouml;ten f&uuml;r den Schmerz, den wir Menschen ihm und einander angetan haben.</p><blockquote class="noshare"><p>Damit durchbricht er den Kreislauf der Gewalt, in dem sich die Menschen damals befunden haben und in den auch wir heute noch oft geraten.</p></blockquote><h2><strong>Die wahre Tragik unserer Schuld</strong></h2><p>Jetzt fragst du dich vielleicht: Aber was hat das jetzt mit mir zu tun? Ist sch&ouml;n und gut, dass Jesus seinen Plan durchgezogen und den Kreislauf der Gewalt durchbrochen hat, aber welche Bedeutung hat das f&uuml;r mein Leben?</p><p>Hier kommen wir noch einmal auf die Ampel zur&uuml;ck. Stell dir vor: Es ist wieder Nacht und ich fahre in meinem Auto &uuml;ber die Landstra&szlig;e. Ich komme an die Ampel ran, schaue mich um. Dieses Mal ist dort kein Polizist und ich fahre &uuml;ber die rote Ampel. Doch ich habe nicht gesehen, dass von links ein 40 Tonnen schwerer LKW mit 80 Sachen auf mich zurast. Die Chance, dass ich &uuml;berlebe, wenn er mich trifft, ist null. Das ist der Preis meines Fehlverhaltens. Das ist das, was mir zusteht.&nbsp;</p><p>Doch was der LKW-Fahrer macht, ist dies: Er lenkt mit voller Absicht nach rechts, so dass er knapp mein Auto verfehlt, in dem Wissen, dass er so gegen einen gigantischen Baum f&auml;hrt und dabei selbst sicher stirbt.</p><p>Ja, auch dieses Bild hat seine Schwierigkeiten, doch es zeigt eines: Gott ist nicht ein unbeteiligter Richter, der irgendein Gesetz erf&uuml;llen muss. Und es zeigt, dass mein Handeln zur Folge hat, dass jemand sterben muss.</p><p>Deswegen ein weiteres Beispiel: Stell dir vor, ich l&uuml;ge einen guten Freund an. Im ersten Moment wirkt es nicht bedeutsam. Doch diese L&uuml;ge zerst&ouml;rt Vertrauen und damit unsere Beziehung. Selbst wenn mein Freund mir vergibt, bleibt es im Hinterkopf. Ich merke daran, dass selbst ein kleines Vergehen wie eine L&uuml;ge oder das Fahren &uuml;ber eine rote Ampel Folgen hat, die ich nicht direkt sehe.&nbsp;</p><blockquote><p>Mein Fehlverhalten hat immer Folgen &ndash; oft solche, die ich nicht kontrollieren oder vorhersehen kann. Und im Extremfall kostet es Leben.</p></blockquote><h2><strong>Wie Beziehung wieder m&ouml;glich wird</strong></h2><p>Gott w&uuml;nscht sich f&uuml;r uns ein Leben in guten Beziehungen voller Liebe, Freude und Hoffnung. Doch dem steht unsere Schuld im Weg. Der Tod von Jesus am Kreuz zeigt deswegen: Schuld ist nicht harmlos. Schuld zerst&ouml;rt Beziehungen. Schuld richtet sich gegen das, was Gott sich f&uuml;r uns gedacht hat.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Jesu Ausspruch &bdquo;Es ist vollbracht&ldquo; hei&szlig;t in diesem Kontext: Die Last der Schuld ist getragen. Nicht durch mich, sondern Jesus hat sie getragen.&nbsp;</p></blockquote><p>Da Schuld reale Beziehungen und Leben zerst&ouml;rt, kann sie nicht einfach ignoriert werden. Ein nett gemeintes &bdquo;Passt schon&ldquo; reicht eben nicht. Es braucht jemanden, der den Schaden auf sich nimmt. Das tut Jesus mit seinem Tod am Kreuz &ndash; und zwar aus Liebe zu dir und mir (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Galater2%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank">Galater 2,20</a>).</p><p>Jesu Ausruf &bdquo;Es ist vollbracht&ldquo; wurde so zum gr&ouml;&szlig;ten Liebesbeweis der Menschheitsgeschichte. Und er kann auch f&uuml;r dich zur Realit&auml;t werden. Nicht als Druck, sondern als Angebot. Du kannst frei zu Gott kommen und ihm deine Schuld hinlegen. Er hat sie am Kreuz getragen. Eine geheilte Beziehung zu Gott ist m&ouml;glich.<br />
&nbsp;</p><p><span class="small"><sup>1</sup> vgl. Bd.4, S.1745; Sundermeier, T. u. a. (2001) &bdquo;Kreuz/Kreuz Christi&ldquo;, Religion in Geschichte und Gegenwart. 4., vollst&auml;ndig neubearbeitete Auflage. Herausgegeben von H.D. Betz u. a. T&uuml;bingen: Mohr Siebeck.</span></p><p><span class="small"><sup>2</sup> vgl. Bd.8, S.58ff: Delling, G. (1969) &bdquo;&tau;&epsilon;&lambda;&epsilon;&#769;&omega;&ldquo;, Theologisches W&ouml;rterbuch zum Neuen Testament. Herausgegeben von G. Kittel und G. Friedrich. Stuttgart; Berlin; K&ouml;ln; Mainz: Verlag W. Kohlhammer.</span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Julian Thyroff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17312679.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Julian Thyroff]]></author>
      <pubDate>Fri, 03 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wir sind zu leise!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wir-sind-zu-leise/2270-542-8050</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17310788/2270-542-8050</link>
      <description><![CDATA[Sexismus in christlichen Kreisen: Lasst uns über Machtmissbrauch und Gewalt reden, statt Dinge unter den frommen Teppich zu kehren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125419.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Als ich 17 war, fuhr ich mit meinem Jugendkreis an einem hei&szlig;en Sommertag zu einem Event in einer Gemeinde in der Umgebung. Dort predigten junge Menschen &uuml;ber sexuelle Reinheit. Ein M&auml;dchen auf der B&uuml;hne flehte uns &bdquo;von Frau zu Frau&ldquo; an: &bdquo;M&auml;dchen, ich bitte euch: Bedeckt eure Schultern!&ldquo;&nbsp;&nbsp;</p><p>Eine andere Frau erkl&auml;rte uns, es sei nicht in Ordnung, den k&uuml;nftigen Ehemann vor der Hochzeit zu k&uuml;ssen. Den Vogel aber schoss ein junger Mann ab. Er schleuderte uns M&auml;dchen im Publikum entgegen: &bdquo;Ich habe schon Prostituierte gesehen, die waren besser angezogen als ihr! Und ich sage euch das, weil ich euch liebe!&ldquo;&nbsp;</p><p>Meine Freundinnen und ich begannen nerv&ouml;s, an unseren Tanktops herumzuzupfen. Besch&auml;mt sahen wir einander an. Wir waren gerade mit Huren verglichen worden. In den Augen dieses Mannes, der kaum &auml;lter war als wir, standen wir schlimmer da als diese &bdquo;S&uuml;nderinnen&ldquo;. Oder sagen wir lieber: als Frauen, die sehr h&auml;ufig aus wirtschaftlicher Not oder Zwang heraus in der Prostitution landen und dabei in vielen F&auml;llen Gewalt erfahren. Der Vergleich war jedenfalls nicht freundlich gemeint.&nbsp;</p><h2><strong>Unterordnung, Machtgef&auml;lle und die Gefahr von Gewalt</strong>&nbsp;</h2><p>Damals fehlten mir die Worte daf&uuml;r, doch heute erkenne ich: Solche Botschaften besch&auml;men und pr&auml;gen ein Klima, das &Uuml;bergriffe erm&ouml;glicht. Was in dieser Gemeinde gepredigt wurde, war geistliche Gewalt &ndash; unter dem Deckm&auml;ntelchen der Sorge um unsere k&ouml;rperliche und seelische Unversehrtheit, angew&auml;rmt mit dem Begriff &bdquo;Liebe&ldquo;.&nbsp;</p><blockquote><p>Mit geistlicher Gewalt meine ich: Wenn Glaube, Bibel oder &bdquo;Liebe&ldquo; benutzt werden, um Menschen kleinzumachen, zu besch&auml;men, zu kontrollieren oder sie vom Widerspruch abzuhalten.&nbsp;</p></blockquote><p>Das Ziel der Ansprache damals war, uns M&auml;dchen in unsere Schranken zu weisen, denn freie Entfaltung birgt die Gefahr von &ldquo;Fehltritten&rdquo;. Wir sollten lernen, wie sich eine anst&auml;ndige Frau verh&auml;lt. Wir sollten lernen, dass unser K&ouml;rper unserem sp&auml;teren Ehemann &bdquo;geh&ouml;rt&ldquo; und es in unserer Verantwortung liegt, unseren &bdquo;Wert&ldquo; f&uuml;r ihn zu erhalten.&nbsp;&nbsp;</p><p>Uns wurde erz&auml;hlt, es w&uuml;rde uns innerlich befreien, wenn wir gem&auml;&szlig; unserer Stellung leben: dem Mann untergeordnet, seiner Weisung folgend. Ist es nicht erleichternd, wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen zu m&uuml;ssen? Der Mann &uuml;bernimmt als &bdquo;Haupt&ldquo; die Verantwortung und wir Ehefrauen sind dadurch &bdquo;befreit&ldquo;, unseren uns zugewiesenen Dienst zu erf&uuml;llen: Kinder, K&uuml;che, Kirche.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Sch&ouml;pfungsordnung oder Schutz im Patriarchat?</strong>&nbsp;</h2><p>Man kann so leben, wenn man das aus freien St&uuml;cken entscheidet, aber es ist kein Muss. Viele Frauen &ndash; mich eingeschlossen &ndash; finden keine Erf&uuml;llung darin, auf Heim und Herd reduziert zu leben und bei wichtigen Entscheidungen in der Partnerschaft aufgrund unseres Geschlechts nie das letzte Wort haben zu d&uuml;rfen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Beziehungsmodell &bdquo;Mann f&uuml;hrt, Frau ordnet sich unter&ldquo; mag biblisch begr&uuml;ndbar sein, doch es hat einen Haken: Wo der eine entscheidet und die andere gehorcht, entsteht ein Machtgef&auml;lle. Wenn dann zus&auml;tzlich &bdquo;Gott will das so&ldquo; als Schutzschild dient, wird Widerspruch geistlich entwertet. Das senkt die Hemmschwelle f&uuml;r &Uuml;bergriffe und bereitet einen N&auml;hrboden, auf dem Gewalt gedeihen kann.&nbsp;</p><p>Es gibt mehrere sehr bekannte Bibelstellen, in denen erl&auml;utert wird, wie sich Frauen und M&auml;nner in ihren Partnerschaften zueinander zu verhalten haben. Die folgende Liste ist nur beispielhaft, nicht vollst&auml;ndig.&nbsp;</p><p>Eine sehr h&auml;ufig zitierte Stelle stammt vom Apostel Paulus:&nbsp;&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Ordnet euch aus Achtung vor Christus bereitwillig einander unter. Ihr Ehefrauen sollt euch euren M&auml;nnern unterordnen, so wie ihr euch dem Herrn unterordnet&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5,21-22</a>).&nbsp;&nbsp;</p><p>Auch der Apostel Petrus spricht als Mann seiner Zeit aus der patriarchal gepr&auml;gten Perspektive:&nbsp;&nbsp;</p><p><em>&bdquo;Ebenso gilt f&uuml;r euch M&auml;nner: Euer Verhalten gegen&uuml;ber euren Frauen soll von Achtung gepr&auml;gt sein. Begegnet ihnen verst&auml;ndnisvoll, denn sie sind die Schw&auml;cheren&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Petrus3%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Petrus 3,7</a>).&nbsp;</p><p>Ansonsten wird zur Erkl&auml;rung der Geschlechterverh&auml;ltnisse noch gerne der Sch&ouml;pfungsbericht zu Rate gezogen:&nbsp;&nbsp;</p><p>&bdquo;<em>Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht&ldquo;</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose2%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 2,18</a>).&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Wort im Urtext, das hier mit &bdquo;Hilfe&ldquo; &uuml;bersetzt wird, l&auml;sst sich mehrdimensional deuten: Es k&ouml;nnte sowohl der hebr&auml;ischen Wortwurzel f&uuml;r &bdquo;St&auml;rke&ldquo; als auch der f&uuml;r &bdquo;helfen/retten&ldquo; entstammen. Eins ist aber bedeutsam: Das gleiche Wort wird immer wieder im Kontext mit Gott verwendet.&nbsp;</p><p>Auch der S&uuml;ndenfall bietet einen Erkl&auml;rungsansatz:&nbsp;&nbsp;</p><p><em>&bdquo;&hellip; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose3%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 3,16</a>).&nbsp;</p><p>All diese Verse stehen hier ohne ihren Kontext, der jeweils einen eigenen Artikel wert w&auml;re.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Ist die Unterordnung der Frau gottgewollt oder nicht?</strong>&nbsp;</h2><p>Es gibt zwei Interpretationswege, um diese Frage biblisch zu deuten: &nbsp;</p><p>1. Die Unterordnung der Frau ist gottgewollt und Teil seiner guten Ordnung: Gott hat Mann und Frau gleichwertig geschaffen, aber mit unterschiedlichen, sich erg&auml;nzenden Rollen, in denen der Mann eine dienende Leitungsverantwortung &uuml;bernimmt. Die Anweisungen der Apostel zu Unterordnung und Leitung werden als zeitlose R&uuml;ckbindung an diese Sch&ouml;pfungsordnung verstanden, nicht nur als Anpassung an die damalige Kultur.&nbsp;&nbsp;</p><p>2. Die Unterordnung dient der Frau als Schutz in einem patriarchalischen System: Gottes urspr&uuml;ngliche Idee ist partnerschaftliche Gleichwertigkeit ohne Hierarchie. Die Unterordnung der Frau nach dem S&uuml;ndenfall beschreibt die gefallene Realit&auml;t, nicht Gottes Ideal. Die neutestamentlichen Anweisungen zur Unterordnung werden als seelsorgerliche Weisungen in eine patriarchale Kultur hinein verstanden, die im Licht von Jesus und Versen wie z.B. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 5,21-22</a> hin zu gegenseitiger Unterordnung und voller Gleichberechtigung weitergef&uuml;hrt werden.&nbsp;&nbsp;</p><p>(Quelle: <a href="https://www.bibleserver.com" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Nikodemus/Bibleserver.com</a>)&nbsp;</p><p>F&uuml;r beide Interpretationswege gibt es hinreichende Argumente. Pers&ouml;nlich favorisiere ich Variante 2: Ich erkenne keine Logik darin, wie wir einerseits als Mann und Frau als Gottes Ebenbilder geschaffen sind, die Frau dann aber hierarchisch unter dem Mann stehen soll &ndash; als w&auml;re dieser Teil der Ebenbildlichkeit Gottes eben nicht ganz so &bdquo;gelungen&ldquo; wie der andere.&nbsp;&nbsp;</p><p>Ich glaube, dass diese Form der Hierarchie ein Erbe jahrtausendealter patriarchaler Strukturen ist und keine g&ouml;ttliche Absicht.&nbsp;</p><blockquote><p>H&auml;tte Gott Frauen per se als untergeordnet angesehen, warum hat er dann nicht an unserem Intellekt und an der Leitungs- und Lehrbegabung gespart, die viele Frauen mitbringen?&nbsp;</p></blockquote><p>Wir h&auml;tten all das und noch einiges mehr sonst ja gar nicht n&ouml;tig gehabt.&nbsp;&nbsp;</p><p>Nein, ich glaube, dass Gott Frauen nicht in Hierarchien und Rollenbilder zwingt. Jesus hat es jedenfalls nicht getan, sondern Frauen zu Begleiterinnen, Gespr&auml;chspartnerinnen, Multiplikatorinnen und sogar Zeuginnen seiner Auferstehung gemacht. Er hat mit den etablierten Regeln des Patriarchats an mehreren Stellen gebrochen. Offenbar waren sie nicht in seinem Sinne.&nbsp;&nbsp;</p><p>Aber nach dieser Sprungschanze nun zum eigentlichen Anliegen:&nbsp;</p><h2><strong>Wenn Sexismen unter den frommen Teppich gekehrt werden</strong>&nbsp;</h2><p>In dem Prinzip der &bdquo;dienenden Leitungsverantwortung&ldquo; (Variante 1) sehe ich einen Widerspruch in sich: Denn auch, wenn in der Argumentation von sich erg&auml;nzender Gleichwertigkeit gesprochen wird, ist der Mann faktisch der &bdquo;Chef&ldquo; und wir haben eine geschlechterbasierte Hierarchie, keine Ebenb&uuml;rtigkeit.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das bedeutet nicht, dass jede Ehe, die nach diesem Prinzip gelebt wird, automatisch &bdquo;toxisch&ldquo; sein muss, so wie auch nicht jede egalit&auml;re Ehe einen sicheren Raum garantiert. Der Fr&ouml;mmigkeitsstil ist nicht das Problem. Problematisch wird es, wenn es durch Ungleichbehandlung zu einem Machtgef&auml;lle kommt. Dieses kann f&uuml;r Frauen in solchen Beziehungen in Kombination mit Tabus, fehlender Transparenz und eingefordertem Gehorsam zu Benachteiligung und schlimmstenfalls zu Unterdr&uuml;ckung und Gewalt f&uuml;hren. &nbsp;</p><p>Tabus scheinen der Knackpunkt zu sein.&nbsp;</p><blockquote><p>Mein Eindruck ist, dass die Ungleichbehandlung von Frauen und M&auml;nnern in konservativ-christlichen Kreisen zu Schwierigkeiten f&uuml;hrt, die allzu oft unter den frommen Teppich gekehrt werden.&nbsp;</p></blockquote><p>Nach dem Prinzip: Was nicht sein darf, existiert bei uns auch nicht!&nbsp;</p><p>Die &bdquo;dienende Leitungsverantwortung&ldquo; erfordert eine gro&szlig;e pers&ouml;nliche und geistliche Reife des &Uuml;bergeordneten, damit er sie nicht f&uuml;r Machtgel&uuml;ste oder seine Bequemlichkeit ausnutzt. Jesus h&auml;tte das hinbekommen. Als Teil der g&ouml;ttlichen Dreieinigkeit kann man so etwas. Ein normalsterblicher Mann aber muss Jesus schon sehr &auml;hnlich geworden sein, um das konsequent und fehlerfrei durchzuziehen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Machtgef&auml;lle machen anf&auml;llig f&uuml;r Sexismen, Machtmissbrauch und Gewalt, doch in Teilen der frommen Szene wird offenbar so getan, als sei man immun dagegen. Dieses Selbstbild verhindert, dass Betroffene geh&ouml;rt werden. Oder sind diese Dinge so verinnerlicht, dass sie gar nicht erst auffallen?&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Was Frauen in konservativ-christlichen Kreisen erleben</strong>&nbsp;</h2><p>Ich habe mich k&uuml;rzlich unter Frauen in dieser Community zum Thema Alltagssexismus und m&auml;nnliche Gewalt umgeh&ouml;rt: So gut wie alle hatten &bdquo;Geschichten&ldquo; zu erz&auml;hlen, sowohl &bdquo;aus der Welt&ldquo; als auch aus ihren Gemeinde- und Familienkontexten.&nbsp;&nbsp;</p><p>Die folgenden Beispiele aus dem frommen Milieu habe ich entweder selbst beobachtet oder sie wurden mir im Bekanntenkreis berichtet. Zum Schutz der Betroffenen teile ich sie anonymisiert:&nbsp;</p><h3><strong>Verbale Abwertung:</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e5f500d14d5ef0157cc9189e75acc5367">Auf einer Hochzeit hei&szlig;t es in einer Rede: &bdquo;Der Mann ist die 1 und die Frau die 0. Aber gemeinsam ergeben sie eine 10!&ldquo;&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="e1a354d0484e12194b1f091b3590789fa">W&auml;hrend eines Filmabends in der Gemeinde sagt der Pastor &uuml;ber die eigenwillige Leinwandheldin: &bdquo;Der geh&ouml;rt einfach mal ordentlich der Hintern versohlt!&ldquo;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Solche S&auml;tze entw&uuml;rdigen Frauen, insbesondere wenn sie nicht dem pers&ouml;nlichen oder gar gemeindlichen Rollenverst&auml;ndnis entsprechen.&nbsp;</p><h3><strong>Kontrolle und geistlicher Druck:</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e600e70c5fe10caf589484277974723e4">Ein Vater r&auml;t dem frisch angetrauten Ehemann seiner Tochter, sie klein zu halten, so wie er selbst es bei der eigenen Frau t&auml;te, weil es &bdquo;besser so&ldquo; w&auml;re.&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="e5c9ab708d426e149b52f89d8c4cf15ab">Jugendkreisleiter verfolgen eine junge Frau nach dem w&ouml;chentlichen Treffen heimlich bis nach Hause, um sicherzugehen, dass sie nicht bei ihrem Freund &uuml;bernachtet.&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="eea64d0ab3baac55afc176e7f83cf81a3">Ein Elternpaar n&ouml;tigt seine transsexuelle Tochter per Vertrag, feminine Kleidung in Pastellt&ouml;nen zu tragen, damit sie zu ihrer Weiblichkeit zur&uuml;ckfindet.&nbsp;&nbsp;</li><li data-list-item-id="e9a36090ab75bd5724f9e72e8d527da2c">Eine junge Mutter muss ihren Ehemann um Erlaubnis bitten, bevor sie das Baby wickelt, weil sie keine Entscheidungen treffen darf.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>All diese Beispiele demonstrieren, dass den Frauen und M&auml;dchen keine Autonomie &uuml;ber ihre Lebensgestaltung und ihren K&ouml;rper zugestanden wird.&nbsp;</p><h3><strong>Machtmissbrauch im Leitungskontext:&nbsp;</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e9056c743bab15e6c213c8b13beb75080">Ein Vorgesetzter in einem christlichen Unternehmen t&auml;tschelt einer jungen Kollegin &bdquo;v&auml;terlich&ldquo; den Kopf, w&auml;hrend sie ihm von einer Veranstaltung berichtet.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Was freundlich gemeint scheint, ist tats&auml;chlich ein k&ouml;rperlicher &Uuml;bergriff aus einer Machtposition heraus.&nbsp;</p><h3><strong>H&auml;usliche/psychische Gewalt:</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="e516d707d581d4dd150ac201b5b0786db">Ein narzisstischer Ehemann zerm&uuml;rbt seine Frau mit jahrelangem Psychoterror und wirft ihr nach der folgerichtigen Trennung vor, sie habe die Ehe gebrochen.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Nach dem Rollenverst&auml;ndnis des Ex-Mannes ist die Frau schuld an der Trennung, nicht sein falsches Handeln.&nbsp;</p><h3><strong>Sexualisierte Gewalt:&nbsp;</strong>&nbsp;</h3><ul><li data-list-item-id="efe5b582b9ca739de85189dd7de86eb2d">Eine Gyn&auml;kologin wird von einer Frau aus einer konservativen Gemeinde um Rat gebeten, weil die Tochter vom eigenen Vater schwanger sei.&nbsp;&nbsp;<br />
&nbsp;</li></ul><p>Dies ist ein Extrembeispiel, das mir zugetragen wurde. Obwohl unbelegt, m&ouml;chte ich es an dieser Stelle dennoch erw&auml;hnen, weil auch solche F&auml;lle leider nicht im Bereich des Unm&ouml;glichen liegen. Hier geht es um knallharte strafrechtlich relevante Gewalt, die professionelle Hilfe und rechtliche Schritte erfordert.&nbsp;</p><h2><strong>Die Illusion der heilen christlichen Welt</strong>&nbsp;</h2><p>Anekdotische Beweisf&uuml;hrung? Absolut. Denn statistische Erhebungen zu solchen Geschehnissen sind mir nicht bekannt, zumal das Spektrum der christlichen Gemeinschaften sehr gro&szlig; ist. In der s&auml;kularen &Ouml;ffentlichkeit lassen sich Berichte &uuml;ber Sexismus und Gewalt an Frauen auf kein Milieu festlegen, sie sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Ich gehe daher davon aus, dass es in der &bdquo;frommen Szene&ldquo; nicht grunds&auml;tzlich anders ist.&nbsp;&nbsp;</p><p>Ich bin mir sicher, nicht wenigen von euch Leserinnen und Lesern werden &auml;hnliche &bdquo;Geschichten&ldquo; wie in den Beispielen einfallen. Fast wie jede Frau, mit der ich zu dem Thema in Kontakt war, hat im Wesentlichen so reagiert: &bdquo;Ja, kenn ich!&ldquo; Berichtet uns in den Kommentaren gerne von eigenen Erfahrungen.&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p>Auch in der scheinbar heilen christlichen Welt passieren Dinge, die nicht sein d&uuml;rfen. Gesprochen wird dar&uuml;ber jedoch h&ouml;chstens hinter vorgehaltener Hand, wenn &uuml;berhaupt, und oft werden sie selbst dann sofort relativiert.&nbsp;&nbsp;</p></blockquote><p>Es ist bequem, den Frauen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Au&szlig;erdem kratzt m&ouml;gliches m&auml;nnliches Fehlverhalten am rechtschaffenen Image. Leider wird es zuweilen schlicht und einfach auch nicht als das erkannt, was es ist: ein &Uuml;bergriff auf die Selbstbestimmung und die K&ouml;rper von Frauen und M&auml;dchen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das Schweigen &uuml;ber Sexismus im Gemeindekontext ist falsch. Weil es die Scham hochh&auml;lt, die die betroffenen Frauen in die Isolation treibt. &nbsp;</p><h2><strong>H&ouml;ren wir endlich auf, Probleme wegzul&auml;cheln!</strong>&nbsp;</h2><p>Vielleicht liegt es an der Erziehung, die viele Frauen und M&auml;dchen &ndash; h&auml;ufig im freikirchlichen Kontext, aber nicht nur dort &ndash; &bdquo;genossen&ldquo; haben. Sie sollen bescheiden sein und sanftm&uuml;tig, nicht laut und fordernd. Sie sollen sich zur&uuml;cknehmen und daf&uuml;r sorgen, dass es allen anderen gut geht &ndash; auch auf Kosten des eigenen Wohlbefindens.&nbsp;</p><p>Sie sollen &bdquo;Jesus &auml;hnlicher werden&ldquo;, was in Bezug auf Frauen in der Regel so verdreht wird, dass sie keine eigenen W&uuml;nsche haben sollen. Zudem ziemt es sich f&uuml;r eine Frau nicht, andere zu kritisieren. Man k&ouml;nnte ja die gute Stimmung ruinieren und dann ist man kein attraktives Werbeschild mehr f&uuml;r den Glauben.&nbsp;</p><blockquote><p>Eine Frau, die f&uuml;r den christlichen Glauben steht, l&auml;chelt stets und hat keine Probleme &ndash; schon gar nicht mit ihrem Mann.&nbsp;</p></blockquote><p>Im Gegenteil: Ihre Ehe ist selbstverst&auml;ndlich erf&uuml;llt, denn alles andere k&ouml;nnte den Anschein erwecken, dass das Glaubensleben in Schieflage geraten ist. Immer sch&ouml;n den Schein wahren!&nbsp;</p><p>H&ouml;ren wir doch bitte auf mit dem Theater und seien wir ehrlich miteinander. Dann kommt es vielleicht doch nicht so &uuml;berraschend, wenn sich eine Frau nach vielen Jahren scheinbar gl&uuml;cklicher Ehe pl&ouml;tzlich trennt. Wenn die erwachsene Tochter nichts mehr vom Glauben wissen will, weil sie die Bigotterie in der Gemeinde nicht mehr ertragen hat. Wenn Menschen au&szlig;erhalb der christlichen Bubble argw&ouml;hnen, dass wir uns f&uuml;r etwas Besseres halten, weil bei uns scheinbar alles perfekt l&auml;uft.&nbsp;</p><h2><strong>Wo werden wir laut?</strong>&nbsp;</h2><p>Dieser Text entsteht nicht im luftleeren Raum. Er ist inspiriert von dem Fall Harvey Weinstein, der #metoo-Bewegung, den Epstein-Files und Gis&egrave;le Pelicot. Er erscheint kurz nach den Medienberichten &uuml;ber den Schauspieler Christian Ulmen, dem nach Recherchen des SPIEGELS vorgeworfen wird, 10 Jahre lang pornografisches Bildmaterial &uuml;ber seine Frau Collien Fernandes verbreitet zu haben.&nbsp;&nbsp;</p><p>Er erscheint deshalb, weil in unserem Land endlich laut &uuml;ber das erschreckende Ausma&szlig; an Gewalt an Frauen gesprochen wird. Aber er erscheint vor allem, weil sich aus der &bdquo;frommen Ecke&ldquo; nur sehr wenige Stimmen dazu erheben. Als w&auml;ren all diese Vorkommnisse nichts, was in unserer kleinen, liebensw&uuml;rdigen Welt eine Rolle spielen w&uuml;rde.&nbsp;&nbsp;</p><p>Das tut es aber. Und es wird Zeit, dass wir aufh&ouml;ren, versch&auml;mt zu l&auml;cheln und endlich beginnen, &uuml;ber das zu sprechen, was wir erlebt haben und noch immer erleben. Wir m&uuml;ssen endlich zugeben, dass nicht alles rund l&auml;uft. Dass es auch Fehlverhalten durch M&auml;nner in unseren Kreisen gibt, das zum Teil von entsprechend gepr&auml;gten Frauen mitgetragen oder sogar aktiv unterst&uuml;tzt wird.&nbsp;&nbsp;</p><p>Wir Frauen sollten uns gegenseitig wahr- und ernstnehmen, uns unterst&uuml;tzen, zuh&ouml;ren und einander tr&ouml;sten. Einander beistehen, wo Ungerechtigkeiten leise und laut werden. Dasselbe gilt f&uuml;r M&auml;nner.&nbsp;</p><h2><strong>Es geht um W&uuml;rde</strong>&nbsp;</h2><p>Es wird Zeit, Hilfsangebote wie kirchliche Frauenberatungsstellen oder Psychotherapien in Anspruch zu nehmen, die es bereits gibt &ndash; und neue zu schaffen, wo es n&ouml;tig ist.&nbsp;&nbsp;</p><p>So hat beispielsweise der Bund der FeGs in Deutschland 2024 einen Leitfaden f&uuml;r <a href="https://feg.de/feg-bundestag-2024-schutzkonzept/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Schutzkonzepte gegen Gewalt und Missbrauch</a> vorgestellt. Auch andere Gemeindeb&uuml;nde haben &auml;hnliche Konzepte entwickelt und bieten Schulungen dazu an. Jede christliche Gemeinschaft sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und Anlaufstellen f&uuml;r Betroffene schaffen.&nbsp;</p><p>Vor allem aber wird es Zeit, die Scham abzulegen und der W&uuml;rde neuen Raum zu geben: indem wir Betroffenen glauben, Hilfe anbieten und vor allem T&auml;ter-Opfer-Umkehr konsequent widersprechen.&nbsp;</p><blockquote><p>Auch bei uns ist es n&ouml;tig, dass die Scham die Seiten wechselt.&nbsp;</p></blockquote><p>Gis&egrave;le Pelicot hat mit diesem Satz eine der Wahrheiten dieses Jahrhunderts gepr&auml;gt. Ihr Mut und ihre Weisheit verdienen h&ouml;chsten Respekt.</p><p>Ich schreibe diesen Text nicht, um M&auml;nner pauschal zu verurteilen oder Gemeinden zu besch&auml;men. Ich schreibe ihn, weil ich glaube: Wo wir als Christen von W&uuml;rde reden, m&uuml;ssen wir bei uns selbst damit anfangen.&nbsp;</p><p>Wir wurden geschaffen in Gottes Ebenbild als M&auml;nner und Frauen. Auf Augenh&ouml;he.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17310788.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vergeben und vergessen?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie kann ich mit Schuld und Fehlern besser umgehen? Gott macht es vor. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122111.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© metamorworks /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Immer wieder klingen Filme in mir nach. Ein Film, der mich beeindruckt hat, ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flatliners_%E2%80%93_Heute_ist_ein_sch%C3%B6ner_Tag_zum_Sterben">&bdquo;Flatliners&ldquo;</a>. Die Story ist etwas abwegig. Es geht um Medizinstudenten, die zu Forschungszwecken bewusst einen Herzstillstand herbeif&uuml;hren, um sich danach wiederzubeleben.</p><p>Alle Betroffenen werden durch die Nahtoderfahrung mit Lebensereignissen konfrontiert, f&uuml;r die sie sich schuldig f&uuml;hlen.&nbsp;Einer der Studenten wird dar&uuml;ber sogar richtiggehend wahnsinnig, weil er sich f&uuml;r den Tod eines fr&uuml;heren Spielkameraden verantwortlich f&uuml;hlt.</p><blockquote class="noshare"><p>Der Film stellte mich neu vor die Frage: Welche Rolle spielt Schuld in meinem Leben?</p></blockquote><p>Eigentlich ist die Antwort einfach. Ich habe meine Schuld bei Jesus gelassen. Sie ist vergeben und vergessen. Aber ist das wirklich so?</p><h2>Gott ist nicht nachtragend</h2><p>Wenn andere an mir schuldig werden, sage ich schnell: &bdquo;Ist schon ok.&ldquo; Doch in meinem Herzen brodelt es weiter. Ich mag vielleicht vergebungsbereit sein, aber vergessen ist es damit noch nicht. Oft hole ich alte Fehler wieder hervor und reite darauf herum, wenn der andere mich erneut entt&auml;uscht.</p><blockquote class="noshare"><p>Genauso mache ich es bei mir selbst. Da l&auml;uft etwas schief und ich denke noch Wochen sp&auml;ter: Wie konnte mir dieser Fehler nur unterlaufen?</p></blockquote><p>Besonders schlimm wird es, wenn eine Vers&ouml;hnung nicht m&ouml;glich ist. Was tue ich, wenn durch meine Schuld &ndash; wie in dem Beispiel aus dem Film &ndash; jemand ernsthaft Schaden nimmt und ich es nicht wiedergutmachen kann? Muss ich dann bis an mein Lebensende diese Last mit mir herumtragen?</p><p>Nein, keineswegs. Denn Jesus ist nicht nur f&uuml;r die Fehler gestorben, die ich mit etwas Bem&uuml;hen wiedergutmachen kann, sondern auch f&uuml;r Worte, die ich nie mehr zur&uuml;cknehmen kann; f&uuml;r Taten, die anderen oder mir selbst ernsten Schaden zuf&uuml;gen. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Micha7%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Micha 7,19</a>&nbsp;sagt der Prophet Micha &uuml;ber Gott: <em>&bdquo;Du wirst mit uns Erbarmen haben und alle unsere Schuld wegschaffen; du wirst sie in das Meer werfen, dort, wo es am tiefsten ist.&ldquo;</em></p><h2><strong>Reue &ndash; mehr als ein</strong>&nbsp;einfaches Sorry</h2><p>Damit garantiert Gott mir mehr, als ich je von einem Menschen erwarten oder einem anderen gew&auml;hren k&ouml;nnte. Wenn wir unsere Schuld bei Gott ablegen, ist sie weg. Da gibt es kein &bdquo;Ich habe dir vergeben, aber in Ordnung ist unsere Beziehung nicht mehr&ldquo;. Nein, Jesus vergibt ohne Wenn und Aber.</p><blockquote><p>Obwohl &ndash; eine Bedingung gibt es: Mir muss leidtun, was ich getan habe. Ich muss verstehen, dass mein Handeln falsch war.</p></blockquote><p>Denn Gott will, dass wir&nbsp;uns unserer Schuld stellen und bereit sind, daraus zu lernen. Dann vergibt Gott gerne und hilft mir auch dabei, mir selbst und anderen zu vergeben.</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17309064.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sind wir hier bei „Wünsch dir was“?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/sind-wir-hier-bei-wuensch-dir-was/6866-542-8039</guid>
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      <description><![CDATA[Hinter Wünschen steckt oft ein tieferes Bedürfnis. Mit diesem Wissen tun sich neue Möglichkeiten auf – auch ohne perfekte Lösung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125065.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Оксана Рязанова /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Mama, ich w&uuml;nsche mir unbedingt eine goldene Schlaghose zum Geburtstag!&ldquo; Meine achtj&auml;hrige Tochter sprudelt &uuml;ber, wenn sie an das wichtigste Ereignis des Jahres denkt. Monate vorher f&uuml;llt sich ihre Wunschliste mit den ungew&ouml;hnlichsten Ideen &ndash; die meisten versehen mit drei Ausrufezeichen oder fetten Unterstreichungen.</p><p>Fr&uuml;her habe ich Geschenke fr&uuml;h besorgt. Zu fr&uuml;h. Beim Auspacken kam dann manchmal die irritierte Frage: &bdquo;Wieso schenkst du mir denn SO WAS?&ldquo;&nbsp;<br />
Heute warte ich l&auml;nger. Und siehe da: Die lebenswichtige goldene Schlaghose ist inzwischen durch einen schwarzen Rock ersetzt worden.</p><h2><strong>Vier Kategorien von W&uuml;nschen</strong></h2><p>Jeder Mensch hat W&uuml;nsche. F&uuml;r mich lassen sie sich grob in vier Kategorien einteilen:</p><ol><li data-list-item-id="ef9110fe0aeebe4747ffce04e96e88789">W&uuml;nsche, die sich mit der Zeit von selbst erledigen.&nbsp;</li><li data-list-item-id="e7e9fe1cf2f06b6ec24ff2888f9b1dcd9">W&uuml;nsche, die einfach nur getr&auml;umt werden wollen.&nbsp;</li><li data-list-item-id="ee46bd0da829d539d69c59cec549b6917">W&uuml;nsche, die in Erf&uuml;llung gehen.&nbsp;</li><li data-list-item-id="ef0c2532dc3956f71c84722668ff5d5a7">W&uuml;nsche, die dauerhaft unerf&uuml;llt bleiben.</li></ol><p>Auch ich habe meine Wunschliste. Eine Trittschalld&auml;mmung f&uuml;r unser Obergeschoss, damit sich unser Haus nicht st&auml;ndig nach Erdbeben anf&uuml;hlt. Oder dieses viel zu teure Geschirr von Ikea, das ich definitiv nicht brauche, aber schon seit zwei Jahren regelm&auml;&szlig;ig in der Hand halte. Diese W&uuml;nsche sortiere ich in Kategorie 1 bis 3 ein.</p><p>Wirklich herausfordernd ist Kategorie 4: W&uuml;nsche, die mir wichtig sind, aber unerf&uuml;llt bleiben. Das k&ouml;nnen materielle W&uuml;nsche sein wie eine Gehaltserh&ouml;hung, aber auch immaterielle wie die Hoffnung, dass sich langj&auml;hrige gesundheitliche Baustellen endlich bessern. Und manchmal geh&ouml;ren auch Themen dazu, &uuml;ber die man nicht gerne spricht: zum Beispiel der Wunsch nach einem Kind, der sich nicht erf&uuml;llt.</p><blockquote><p>Unerf&uuml;llte W&uuml;nsche k&ouml;nnen zur Last werden. Sie frustrieren nicht nur, sondern k&ouml;nnen richtiggehend l&auml;hmen, weil sie sich anf&uuml;hlen wie eine innere Sollbruchstelle: Wenn das nicht geschieht, wie soll ich mein Leben dann genie&szlig;en k&ouml;nnen?</p></blockquote><h2>Hinter jedem Wunsch steckt ein Bed&uuml;rfnis</h2><p>Vor kurzem bin ich &uuml;ber eine provokante These gestolpert. Sie lautet: Unsere W&uuml;nsche sind eigentlich gar nicht das Wichtigste. Sie sind oft L&ouml;sungsversuche, um ein tieferes Bed&uuml;rfnis zu erf&uuml;llen.</p><p>Als Mutter zweier Kinder bin ich etwas erziehungsratgebergesch&auml;digt und rolle beim Wort &bdquo;Bed&uuml;rfnis&ldquo; intuitiv mit den Augen. Trotzdem habe ich mich auf dieses Gedankenspiel eingelassen. Denn wenn mir klar wird, welches Bed&uuml;rfnis hinter meinem Wunsch steht, ver&auml;ndert sich mein Spielraum. Und nicht immer ist der Weg, den ich mir im Augenblick vorstelle, der einzig m&ouml;gliche.</p><p>Viele W&uuml;nsche kreisen um seelische Grundbed&uuml;rfnisse &ndash; zum Beispiel Bindung, Sicherheit, Anerkennung, Gestaltbarkeit und Wachstum. Gleichzeitig gibt es auch k&ouml;rperliche Grundbed&uuml;rfnisse, die nicht weniger wichtig sind: weniger Schmerzen, genug Kraft, Schlaf, ein K&ouml;rper, der &bdquo;mitmacht&ldquo;.&nbsp;</p><p>Gerade bei chronischer Krankheit oder schweren Diagnosen geraten diese Grundlagen schnell ins Wanken &ndash; und genau das macht die Not so gro&szlig;.</p><h2><strong>Kein &bdquo;Denk positiv&ldquo;-Programm</strong></h2><p>Bevor es um Alternativen geht, muss klar gesagt werden: Das hier ist kein &bdquo;Denk positiv und dann wird alles gut&ldquo;-Programm. Manche W&uuml;nsche lassen sich nicht einfach in eine andere Richtung lenken.</p><p>Wenn du dir w&uuml;nschst, jemand w&auml;re nicht gestorben, kannst du den Verlust nicht einfach aufwiegen. Und wenn du dir Frieden in der Welt w&uuml;nschst, hast du darauf ebenfalls keinen Einfluss. Auch beim Thema Gesundheit gilt: Bei schweren chronischen Krankheiten reicht es nicht, sich &bdquo;einfach eine andere L&ouml;sung&ldquo; zu &uuml;berlegen. Manche Grenzen bleiben.&nbsp;</p><blockquote><p>Trotzdem glaube ich: Selbst in scheinbar aussichtslosen Situationen gibt es oft mehr Spielraum, als wir im ersten Moment sehen.</p></blockquote><p>Nicht unbedingt den Spielraum, der alles l&ouml;st. Aber einer, den n&auml;chsten Schritt m&ouml;glich macht.</p><h2><strong>Vom Bed&uuml;rfnis zur Alternativl&ouml;sung</strong></h2><p>Folgende zwei Fragen k&ouml;nnen helfen, die eigene Situation besser zu verstehen:</p><p>1. Welches Bed&uuml;rfnis steckt hinter meinem Wunsch?&nbsp;<br />
2. Wie kann ich diesem Bed&uuml;rfnis auf andere Weise begegnen?&nbsp;</p><p>Wenn das Bed&uuml;rfnis klarer wird, wird auch eine m&ouml;gliche Antwort konkreter &ndash; vielleicht kleiner als urspr&uuml;nglich gedacht, aber greifbar.</p><p>Der Wunsch nach einer Gehaltserh&ouml;hung kann mit dem Bed&uuml;rfnis nach Anerkennung zusammenh&auml;ngen. Dann kann ein n&auml;chster Schritt sein, nach einem Aufgabenbereich mit mehr Verantwortung zu suchen &ndash; innerhalb oder au&szlig;erhalb der Firma. Oft geht die Gehaltserh&ouml;hung direkt damit einher.</p><p>Dieser Wunsch kann aber auch Ausdruck meines Bed&uuml;rfnisses nach Sicherheit sein. Ist eine berufliche Weiterentwicklung nicht m&ouml;glich, so kann vielleicht ein Haushaltsplan weiterhelfen: Vor allem bei regelm&auml;&szlig;igen Ausgaben wie Strom- und Gastarifen, Telefonanschluss, Handyvertrag oder Abos gibt es in der Regel Sparpotenzial.</p><p>Der Wunsch nach einem Kind kann ein tiefes Bed&uuml;rfnis nach Bindung sein, nach Familie, nach einem Sich-k&uuml;mmern-k&ouml;nnen. Und manchmal steckt dahinter auch das Bed&uuml;rfnis, das eigene Leben als stimmig und sinnvoll zu erleben. Nichts kann diesen Wunsch so einfach &bdquo;ersetzen&ldquo;. Trotzdem kann es Schritte geben, die den tieferen Bed&uuml;rfnissen zumindest teilweise begegnen: dar&uuml;ber sprechen, Begleitung suchen, Beziehungen bewusst pflegen oder sich an anderer Stelle f&uuml;r Kinder engagieren.&nbsp;</p><p>Auch beim Thema Gesundheit kann ein n&auml;chster Schritt ganz unterschiedlich aussehen: von Routinen anpassen &uuml;ber Grenzen setzen bis hin zu &bdquo;zweite &auml;rztliche Meinung einholen&ldquo; oder kleine Inseln der Entlastung schaffen. Nicht als Ersatz f&uuml;r die Heilung, sondern als Atemholen im Gegenwind.</p><h2><strong>Frieden finden trotz unerf&uuml;llter W&uuml;nsche</strong></h2><p>In der Bibel gibt es einen Vers, der mich in diesem Zusammenhang immer wieder anspricht:&nbsp;<em>&bdquo;Er [Gott] schafft deinen Grenzen Frieden&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm147%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 147,14</a>). Das ist kein triumphaler Instagram-Vers. Eher ein Satz f&uuml;r Dienstagabend, wenn du merkst: Die Dinge sind, wie sie sind.</p><p>Denn da steht weder, dass alle Grenzen verschwinden, noch, dass sich alles f&uuml;gt. Trotzdem nehme ich diesen Vers als Versprechen: Gott kann Frieden in all meinen Begrenzungen schaffen. Frieden hei&szlig;t nicht: &bdquo;Alles ist okay.&ldquo; Sondern: Ich kann auch in meiner aktuellen Situation einen tragf&auml;higen Boden finden.</p><blockquote><p>Wenn ich das glaube, wird Gebet weniger zur Wunschbestellung und mehr zu einem Ort, an dem ich mit Gott sortieren darf, was f&uuml;r mich wirklich wichtig ist.</p></blockquote><p>Ein anderer biblischer Gedanke erg&auml;nzt das: &bdquo;<em>Er [Gott] hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt f&uuml;r euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun k&ouml;nnt&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther9%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 9,8</a>).&nbsp;</p><p>Beschenkt werden hei&szlig;t nicht, alles zu bekommen, was ich mir w&uuml;nsche. Aber es hei&szlig;t, versorgt zu sein.</p><h2><strong>Welchen Schritt m&ouml;chtest du gehen?</strong></h2><p>Welcher Wunsch besch&auml;ftigt dich gerade &ndash; und welches Bed&uuml;rfnis steckt dahinter? Und gibt es einen n&auml;chsten Schritt, der f&uuml;r dich machbar und greifbar ist?</p><p>Nicht alles wird durch diesen Ansatz gut. Manche W&uuml;nsche bleiben offen, manche Sehnsucht auch. Aber manchmal liegt auch etwas Unverhofftes auf dem Gabentisch des Lebens.</p><p>Und was meine Tochter angeht: Ich stehe gerade vor der gro&szlig;en Frage, ob ich den schwarzen Rock schon besorge. Oder ob ich noch ein bisschen warte, was in den n&auml;chsten drei Wochen auf einmal lebenswichtig wird. Man wei&szlig; ja nie.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17307062.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie kann ich vergeben?]]></title>
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      <description><![CDATA[Tipps zum Umgang mit Kränkungen und Bitterkeit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/752156.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Analise Benevides /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Immer wieder erleben wir Kr&auml;nkungen oder f&uuml;hlen uns von anderen verletzt. Dabei merken wir, dass es oft gar nicht so leicht ist, zu vergeben. Wenn wir eine Kr&auml;nkung nicht loslassen, dann g&auml;rt es in unserem Inneren. Negative Gef&uuml;hle wie Wut, Angst oder Schmerz f&uuml;hren schlie&szlig;lich zu Bitterkeit, und das macht K&ouml;rper und Seele krank.</p><p>In den letzten Jahren sind diese sch&auml;digenden Folgen immer mehr ins Bewusstsein gekommen, sodass dutzende von wissenschaftlichen Studien durchgef&uuml;hrt wurden.</p><blockquote><p>Medizinische Untersuchungen belegen, wie gesundheitsf&ouml;rdernd es ist, wenn jemand verzeihen und Schuld loslassen kann.</p></blockquote><h2>Vergeben wirkt heilsam</h2><p>Frederic Luskin von der Stanford University hat im Rahmen eines Forschungsprojekts ein psychologisches Training entwickelt, bei dem verbitterte Menschen lernen, ihren T&auml;tern zu verzeihen. Es geht ihm dabei nicht darum, die verletzende Erfahrung aus dem Ged&auml;chtnis zu l&ouml;schen, sondern die zerst&ouml;rerische Wirkung der Verbitterung zu stoppen. Luskin setzt dabei auf die Kraft der Vergebung und hat folgende Ergebnisse:</p><ul><li>Verzeihen senkt den Blutdruck und das Kortisol im Blut;</li><li>Verzeihen wirkt gegen R&uuml;ckschmerzen, Depressionen und chronischen Schmerzen;</li><li>Verzeihen unterst&uuml;tzt dabei, angefressene Pfunde loszuwerden;</li><li>Verzeihen hilft gegen Kopfschmerzen, Schlafst&ouml;rungen, Schwindel und weitere psychosomatische Beschwerden.</li></ul><p>Wenn ich jemandem etwas nachtrage, bestrafe ich mich nur selbst. Wenn mir das bildlich bewusst wird, dass ich einem anderen eine Schuld und damit eine Last sinnlos hinterher trage, dann kann mir das die n&ouml;tige Motivation geben, endlich aus meinem selbstsch&auml;digenden Verhalten auszusteigen.</p><h2>Vergeben wird blockiert</h2><p><strong>Was h&auml;lt uns davon ab, vergeben zu k&ouml;nnen oder zu wollen?</strong></p><ul><li>Der Schmerz ist zu gro&szlig; und dadurch vergessen wir die guten und positiven Erfahrungen, die wir mit einer Person gemacht haben.</li><li>Wir m&ouml;chten es dem anderen heimzahlen, doch der Moment der Genugtuung ist kurz, danach geht es uns h&auml;ufig nur noch schlechter.</li><li>Wir haben Angst davor, unser Gesicht zu verlieren und glauben, dem anderen einen Freibrief f&uuml;r weitere Verletzungen zu geben.</li><li>Wir wollen Recht behalten, in dem wir einen Schuldigen brauchen, der Strafe verdient hat. Aber wir vergessen dabei, dass wir selbst auch schon schuldig oder ungerecht gewesen sind.</li><li>Selbst wenn wir vergeben wollen, wissen wir nicht wohin mit unserer Kr&auml;nkung. Pauschales Verzeihen ist oberfl&auml;chlich und hat keine stabile Grundlage. Schmerzende Gef&uuml;hle kommen dann h&auml;ufig wieder zur&uuml;ck.</li></ul><blockquote class="noshare"><p>Vergebung hat etwas mit Schuld zu tun, die bezahlt werden muss. Wenn sie nicht beglichen wird, tragen wir offene Rechnungen mit uns herum und eine dauernde Last bleibt bestehen.</p></blockquote><h2>Vergeben ist m&ouml;glich</h2><p>Es hilft nur eines: sich den eigenen Gef&uuml;hlen stellen: Der Zorn muss verarbeitet werden, die Angst will verstanden werden und die Trauer braucht Zeit. Es hilft, herauszufinden, warum dich etwas so verletzt hat &ndash; wenn n&ouml;tig mit fachlicher Hilfe. Oft ist ein Vergebungsprozess notwendig, damit du nicht fremde Schuld weiter in dir tr&auml;gst.</p><p>Das hei&szlig;t&nbsp;nicht, mal schnell alles zu markieren und auf &bdquo;Entfernen&ldquo; dr&uuml;cken, sondern einzeln &bdquo;abzurechnen&ldquo;, indem du jeden Punkt aufschreibst, w&uuml;rdigst und dann l&ouml;scht beziehungsweise vergibst. Das darf dauern.</p><p>&Uuml;berlege dir auch, was dein eigener Anteil daran war. Wie hast du&nbsp;dazu beigetragen, dass dies passieren konnte? Versetz dich&nbsp;in die Lage des anderen und finde&nbsp;heraus, was dazu gef&uuml;hrt haben k&ouml;nnte, dass er/sie sich so verhalten hat.</p><p>Wenn es allerdings um Missbrauch oder &Auml;hnliches geht, ist diese &Uuml;berlegung nicht angebracht und eine Schuldzuweisung durch den T&auml;ter musst du&nbsp;abweisen.</p><p>Vergeben hei&szlig;t nicht guthei&szlig;en, sondern loslassen, &uuml;berlassen und frei werden. Das ist ein zentrales Thema in der Bibel. So erm&ouml;glicht der christliche Glaube noch eine ganz andere Perspektive als ein rein psychologisches Training, das n&uuml;tzliche Erkenntnisse vermittelt und auch die Wichtigkeit der Vergebung best&auml;tigt.</p><p>Jesus hat das Schuldproblem radikal gel&ouml;st, indem er alle Schuld(en) auf sich genommen und mit seinem Leben bezahlt hat. Er ist also der, mit dem wir alles abrechnen k&ouml;nnen. Mit vielen T&auml;tern ist das nicht m&ouml;glich, weil sie zu m&auml;chtig, uneinsichtig oder schon tot sind.</p><blockquote><p>Jesus l&auml;dt jeden Menschen ein, mit fremder und eigener Schuld zu ihm zu kommen, um die Sache zu kl&auml;ren, loszulassen, ganz zu &uuml;berlassen und wirklich frei zu werden.</p></blockquote><h2>Eigenverantwortung erkennen</h2><p>Wenn du es schaffst, dich f&uuml;r die eigene Verbitterung verantwortlich zu f&uuml;hlen, anstatt ihr zum Opfer zu fallen, gelingt dir der Ausstieg, denn es gibt ihn. Du bist&nbsp;nicht gezwungen, die Bitterkeit weiter zerst&ouml;rerisch wirken zu lassen.</p><p>Ich denke da konkret an eine Frau aus meinem Bekanntenkreis, die als Kind jahrelangen schwersten sexuellen Missbrauch erlebte. Sie hat sich als Erwachsene entschieden, sich nicht weitere Lebensjahre zerst&ouml;ren zu lassen. Und sie wollte keine Kraft verschwenden, um eine (in ihrem Fall aussichtslose, weil &bdquo;verj&auml;hrte&ldquo;) Bestrafung der T&auml;ter zu erreichen. Sie hat damit auch die Illusion von ein wenig Wiedergutmachung aufgegeben. So setzt sie nun ihre Energie, Kreativit&auml;t und Zeit konstruktiv f&uuml;r sich und Mitmenschen ein, damit die T&auml;ter sie nicht weiter berauben k&ouml;nnen.</p><blockquote><p>Vergeben hei&szlig;t nicht, dass Vers&ouml;hnung stattfinden kann oder muss. Genauso wie es unl&ouml;sbare Konflikte gibt, ist es eine Einbildung, dass mit jedem Menschen oder T&auml;ter eine Vers&ouml;hnung erreicht werden kann.</p></blockquote><p>Aber m&ouml;glicherweise gelingt es dir, der urspr&uuml;nglichen Kr&auml;nkung oder Verletzung irgendwann eine positive Seite abzugewinnen. Wenn du zum Beispiel nicht bef&ouml;rdert wurdest, kann dein Fazit so lauten: &bdquo;Wie gut, dass ich nicht weiter im Hamsterrad der Karriere laufen muss.&ldquo;&nbsp;</p><p>In Bitterkeit&nbsp;liegt eine enorme Wirkung,&nbsp;aber ebenso in der Vergebung. Die Entscheidung sollte eigentlich klar sein, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Jörg Kuhn</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/15344433.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Jörg Kuhn]]></author>
      <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zoff oder Frieden?]]></title>
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      <description><![CDATA[Katastrophe oder reinigendes Gewitter – wie man sich streiten und wieder versöhnen kann. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121156.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ronstik /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Als Geschwister streitet man sich manchmal, oder? Wir haben uns als Kinder hin und wieder ganz sch&ouml;n gezofft. Das hat unserem Zusammenhalt aber keinen Schaden zugef&uuml;gt. Heute, im Erwachsenenalter, stehen wir in Freud und Leid fest zusammen. Gott sei Dank!&nbsp;</p><p>Schon in der Bibel finde ich Geschichten von Geschwistern, die heftig aneinandergeraten und sich dann jahrelang spinnefeind gewesen sind. Das war bei uns zum Gl&uuml;ck anders, denn wenn wir Kinder mal wieder gestritten hatten, wurden wir dazu angehalten, uns auch gef&auml;lligst wieder zu vertragen. Haben wir dann auch gemacht. Und das war gut so.&nbsp;</p><h2><strong>Hanni und Nanni oder Jakob und Esau</strong></h2><p>Ich habe als Kind &bdquo;Hanni und Nanni&ldquo; verschlungen. Die quirligen Zwillinge hatten es mir angetan. Interessant, wenn man seiner Schwester so &auml;hnlich sieht, dass man den einen oder die andere an der Nase herumf&uuml;hren kann, weil die einen partout nicht unterscheiden k&ouml;nnen. Geniale Sache, ganz sch&ouml;n lustig. Und die Geschichten von Hanni und Nanni gehen ja durch die Bank weg gut aus.</p><p>Ganz anders verh&auml;lt es sich mit einem Zwillingspaar aus dem Alten Testament. Erstens handelt es sich hier um zwei Jungs und dann sind sie sich auch &uuml;berhaupt nicht &auml;hnlich. &Auml;u&szlig;erlich nicht und auch vom Wesen her nicht. Alles anders &ndash; das Aussehen, die Interessen, die Begabungen. Trotzdem schafft es einer, sich f&uuml;r den anderen auszugeben und damit den Vater nach Strich und Faden zu betr&uuml;gen. &Uuml;ble Sache, gar nicht lustig. Und wenn nicht Gott selbst eingegriffen h&auml;tte, w&auml;re die Geschichte alles andere als gut ausgegangen.&nbsp;</p><h2><strong>Wenn der Magen &uuml;ber den Verstand siegt</strong></h2><p>Aber der Reihe nach. Eines Tages kommt Esau, der &auml;ltere der beiden Br&uuml;der, von der Jagd zur&uuml;ck. M&uuml;de und hungrig. Schlechte Ausgangslage f&uuml;r gute Entscheidungen. Sein Zwillingsbruder Jakob hat Linsen gekocht. Offenbar so lecker, dass Esau unbedingt davon essen m&ouml;chte. Jakob erkennt seine Chance und macht seinem Bruder ein ungeheuerliches Angebot: Dein Erstgeburtsrecht f&uuml;r meine Linsen.</p><blockquote class="noshare"><p>Esau geht darauf ein. Sein Hunger muss riesig gewesen sein. Denn in dem Augenblick, in dem er sein Erstgeburtsrecht abgibt, verzichtet er auf alle Privilegien, die ihm als Erstgeborenem zustehen.&nbsp;</p></blockquote><p>Doch damit nicht genug. Irgendwann kommt der Vater Isaak in ein Alter, in dem er mit seinem baldigen Ende rechnet. Deswegen bestellt er Esau zu sich. Er will ihm den Erstgeburtssegen zusprechen. Vorher soll Esau ihm ein Wild jagen und es zum Essen zubereiten. Als Esau loszieht, um den Wunsch des Vaters zu erf&uuml;llen, werden Jakob und die Mutter Rebekka aktiv. Mit der tatkr&auml;ftigen Hilfe seiner Mutter serviert Jakob dem Vater ein &ndash; heute w&uuml;rde man sagen gefaktes &ndash; Wildgericht und gibt sich f&uuml;r seinen Bruder aus. Durch Verkleidung und eine Reihe handfester L&uuml;gen schafft er es, seinen fast erblindeten Vater zu &uuml;berlisten und erschleicht sich dessen Segen.&nbsp;</p><h2><strong>Dir werde ich es zeigen!</strong></h2><p>Als Esau nichtsahnend zu seinem Vater zur&uuml;ckkommt, ist das Entsetzen gro&szlig; und der Schaden nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Da schw&ouml;rt der Betrogene Rache. Er beschlie&szlig;t, seinen Bruder umzubringen, sobald der Vater gestorben ist.</p><p>Wieder hilft Rebekka ihrem zweitgeborenen Sohn. Sie sorgt daf&uuml;r, dass Jakob rechtzeitig fliehen kann und den Mordpl&auml;nen seines Bruders entkommt. Mit dem neuerlichen Segen seines Vaters Isaak, man h&ouml;re und staune. Als der n&auml;mlich von den Fluchtpl&auml;nen h&ouml;rt, segnet er seinen Sohn Jakob noch einmal und gibt ihm Weisungen f&uuml;r sein Leben in der Fremde mit.&nbsp;</p><h2><strong>Und dann spricht Gott</strong></h2><p>Auf seiner Reise ins Ungewisse begegnet Jakob in einem Traum dem lebendigen Gott, der ihm zusagt: <em>&bdquo;Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und S&uuml;den, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich beh&uuml;ten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.&ldquo;&nbsp;</em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose28%2C13-15" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 28,13-15</a>)&nbsp;</p><p>F&uuml;r Jakob folgen viele Jahre, die er weit entfernt von seinen Eltern, dem Zwillingsbruder und seiner Heimat lebt. Dort bringt er es mit Gottes Hilfe nach und nach zu gro&szlig;em Wohlstand, im Lauf der Jahre gr&uuml;ndet er eine weitverzweigte Familie, seine Viehherden sind gewaltig, sein Besitz Gespr&auml;chsthema.</p><p>Das zieht Neider auf den Plan, sodass Jakob wieder seine Koffer packen und sich aus dem Staub machen muss. Dieses Mal wieder zur&uuml;ck in die Heimat &ndash; geradewegs in die Arme seines Bruders, von dem er nicht wei&szlig;, wie er inzwischen zu ihm steht.</p><p>Jakob hat gen&uuml;gend Gr&uuml;nde, sich vor dieser Begegnung mit Esau zu f&uuml;rchten. Aber er geht. Vielleicht erinnert er sich an die Zusage des lebendigen Gottes, die er auf seiner ersten Flucht erhalten hat.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Vermutlich aber verleiht ihm eine erneute Zusage Gottes den n&ouml;tigen Mut zum Aufbruch. Die bekommt er n&auml;mlich &ndash; wie den v&auml;terlichen Segen &ndash; gleich zweimal, wenn auch mit zeitlichem Abstand.</p></blockquote><p>Auf der Flucht aus der Heimat hatte Gott Jakob zugesagt, dass er ihn nicht verlassen wird, und als er nun in der Fremde nicht mehr bleiben kann, sagt Gott zu Jakob: <em>&bdquo;Zieh wieder in deiner V&auml;ter Land und zu deiner Verwandtschaft&ldquo;&nbsp;</em>und versichert ihm erneut: <em>&bdquo;Ich will mit dir sein&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose31%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 31,3</a>). Das gen&uuml;gt f&uuml;r Jakob.&nbsp;</p><h2><strong>Die Angst geht mit</strong></h2><p>Aber die Angst geht mit. Jakob trifft Vorbereitungen f&uuml;r den Fall, dass es zum Schlimmsten kommt. Er schickt Boten voraus, die Esau Bescheid geben sollen, dass er, Jakob, auf dem Weg zu ihm ist. Nicht nur das, er bezeichnet sich selbst als Esaus Knecht und bittet ihn um Gnade.</p><p>Als die Boten zur&uuml;ckkommen, teilen sie ihm nur mit: &bdquo;Wir kamen zu deinem Bruder Esau, und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose32%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 32,7</a>). Jakob schwant nichts Gutes. Er teilt alles, was er hat &ndash; Familie, Angestellte und Viehherden &ndash; in zwei H&auml;lften. Damit versucht er, wenigstens einen Teil zu retten, falls Esau den anderen Teil vernichten sollte.&nbsp;</p><blockquote><p>Doch wichtiger als dieser Schachzug ist es, dass Jakob sich mit seiner Furcht an Gott wendet und ihn an seine Zusagen erinnert.</p></blockquote><p>Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass er die Wohltaten Gottes nicht verdient hat, sondern dass es allein an Gottes Gnade und Treue liegt, wenn er heil davonkommt. Er sagt zu Gott:&nbsp;</p><p><em>&bdquo;HERR, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir wohltun &ndash;, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab, als ich hier &uuml;ber den Jordan ging, und nun sind aus mir zwei Lager geworden. Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose32%2C10-12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 32,10-12</a>).</p><p>Dann schickt Jakob mehrere Gruppen von Knechten samt Tieren voraus. Ein gro&szlig;z&uuml;giges Vers&ouml;hnungsangebot auf vier Beinen.&nbsp;</p><h2><strong>Eine andere Konfrontation als erwartet</strong></h2><p>Zun&auml;chst allerdings findet ein n&auml;chtlicher Ringkampf statt. Doch nicht etwa mit Esau, sondern mit Gott. Dieser steht Jakob als Unbekannter gegen&uuml;ber und fordert ihn zum Kampf auf. Die ganze Nacht ringen sie miteinander. Erst im Morgengrauen wird Jakob klar, dass ihm Gott selbst gegen&uuml;bersteht, und bittet ihn erneut um dessen Segen.&nbsp;</p><blockquote><p>Gott segnet Jakob und gibt ihm im Anschluss sogar einen neuen Namen. &nbsp;Trotz seiner Vergangenheit mit so manchem selbstverschuldetem Durcheinander bekommt er nun den g&ouml;ttlichen Segen f&uuml;r seine Zukunft.</p></blockquote><p>Ob er das selbst begreifen kann? Offensichtlich ist dieses Ringen mit Gott und der erneute Segen die Voraussetzung daf&uuml;r, dass Jakob endg&uuml;ltig die Vergangenheit hinter sich lassen und in eine neue Zukunft starten kann.&nbsp;</p><p>Kaum, dass er diesen Segen erhalten hat, r&uuml;ckt Esau n&auml;her. Mit 400 M&auml;nnern im Gefolge. Jakob stellt die Seinen auf, seine Liebsten ganz nach hinten und er geht voraus &ndash; seinem Bruder entgegen. Ziemlich dem&uuml;tig sogar, denn es wird berichtet, dass Jakob sich siebenmal vor Esau verneigt. Vielleicht zittert er sogar innerlich, ob der Bruder seine zum Frieden ausgestreckte Hand entgegennehmen wird.&nbsp;</p><h2><strong>Vers&ouml;hnung durch Gottes Gnade</strong></h2><p>Esau kommt auf Jakob zugerannt &ndash; und siehe da: Nichts von Rache, Wut, altem Zorn oder Bitterkeit. Keine Vorw&uuml;rfe, nur Freude &uuml;ber das Wiedersehen. Nicht einmal Jakobs Geschenke will Esau annehmen. Die sind ihm nicht wichtig. Hauptsache, er hat den Bruder wieder.</p><p>Und Jakob? Er, der dem Bruder alles genommen hat &ndash; die Erstgeburt und den Segen &ndash; dr&auml;ngt nun darauf, dass Esau etwas von den Segnungen annimmt, mit denen Gott ihn im Lauf der Jahre beschenkt hat. Was f&uuml;r eine Geschichte!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17303688.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 23 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Partner oder Gegner?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie können Langzeitpaare gegenseitige Verletzungen überwinden? 7 Tipps, um vergebungsbereit zu bleiben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1124285.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Esther Ann /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ein falscher Blick, ein genervter Tonfall oder eine erneut vergessene Bitte &ndash; es gibt viel, womit wir einander in Partnerschaften verletzen. Und das tagt&auml;glich zwischen B&uuml;ro und Alltagspflichten. Langj&auml;hrige Paare haben meist gelernt, &uuml;ber kleine Verletzungen hinwegzusehen. Das ist gut so, denn im Alltag kostet es zu viel Energie, wenn man dar&uuml;ber diskutiert, warum der andere gerade so kritisch geguckt hat.&nbsp;</p><p>Gleichzeitig kann sich so aber auch ein Berg an Verletzungen anh&auml;ufen, der zwischen uns und unserem Ehepartner steht. Pl&ouml;tzlich braucht es nur noch eine Kr&auml;nkung und man befindet sich in einer handfesten Ehekrise.&nbsp;</p><p>Gerade an den Wendepunkten des Lebens erleben Langzeitpaare, dass alte Verletzungen oder Vers&auml;umnisse wieder hochkommen. Ob nach der stressigen Kleinkindphase, in der Midlife-Krise, beim Auszug der Kinder oder dem Renteneinstieg &ndash; mit einem Mal merkt man: So habe ich mir unser gemeinsames Leben nicht vorgestellt. Aber wie geht es nun weiter?&nbsp;</p><p>Susanne und Marcus Mockler sind seit &uuml;ber 30 Jahren verheiratet und &uuml;berzeugt: Bessere Ehen sind m&ouml;glich. Mit Vortr&auml;gen, B&uuml;chern und dem Ehepodcast <a href="https://geliebtes-leben.podigee.io/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Geliebtes Leben&ldquo;</a> wollen sie Paaren dabei helfen. In ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/142812" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Da geht noch was! 7 Liebes-Booster f&uuml;r Langzeitpaare&ldquo;</a> berichten sie, was es braucht, um als Paar Verletzungen aufzuarbeiten und vergebungsbereit zu bleiben. Hier kommen 7 Erkenntnisse:&nbsp;</p><h2><strong>1. Sprich Verletzungen an!</strong>&nbsp;</h2><p>Gerade bei kleinen Kr&auml;nkungen stellt sich in einer Partnerschaft h&auml;ufig die Frage: Spreche ich das jetzt an oder schweige ich? Einerseits ist es l&ouml;blich, wenn nicht jede kleine Kr&auml;nkung durchdiskutiert wird. Andererseits bietet das im schlimmsten Fall Sprengstoff f&uuml;r sp&auml;tere Konflikte.&nbsp;</p><p>Denn oft w&auml;chst nicht automatisch Gras dar&uuml;ber. Wenn dich also etwas l&auml;nger besch&auml;ftigt, was dein Ehepartner gesagt oder getan hat, sprich es am besten in einem ruhigen Moment an. Bedenke, dass der andere dir nur bis vor die Stirn gucken kann. Manches, was dich verletzt, wird er vielleicht gar nicht wahrgenommen haben.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p><em>Sinnvoll ist, nicht nur den Ausl&ouml;ser deiner Verletzung zu benennen, sondern auch den Grund daf&uuml;r.</em></p></blockquote><p>Wenn dein Mann sp&auml;ter heimkommt, kannst du sagen: &bdquo;Es hat mich verletzt, dass du sp&auml;t heimgekommen bist.&ldquo; Das ist aber nur eine Feststellung. Besser ist es, wenn du sagst, was sein Verhalten bei dir ausgel&ouml;st hat: &bdquo;Es hat mich verletzt, dass du sp&auml;t heimgekommen bist und ich dadurch eine Verabredung absagen musste.&ldquo;&nbsp;</p><h2><strong>2. Schluss mit Verteidigen, Rechtfertigen oder Nachtreten!</strong>&nbsp;</h2><p>Bei Alltagsverletzungen in Partnerschaften ist meist keiner v&ouml;llig im Recht oder Unrecht. Vielleicht hast du deinen Partner angeschnauzt, aber er hat dich vorher von oben herab behandelt. In solchen Situationen neigen wir dazu, unsere jeweiligen Fehler und Vers&auml;umnisse gegeneinander aufzuwiegen.&nbsp;</p><blockquote><p><em>Diese Dynamik aus Vorw&uuml;rfen und Rechtfertigungen tr&auml;gt selten zur L&ouml;sung eines Konflikts bei und erst recht nicht zu Vergebung und Vers&ouml;hnung.</em></p></blockquote><p>Nat&uuml;rlich ist es wichtig, dass beide Seiten zu Wort kommen. Aber der Moment, in dem der andere dir sagt, wie sehr ihn dein Verhalten gekr&auml;nkt hat, ist nicht der richtige, um ihm auch all seine Fehler aufzuz&auml;hlen. Genauso wenig solltest du dich lange erkl&auml;ren oder rechtfertigen, warum du dieses oder jenes getan oder auch vers&auml;umt hast. Besser ist eine schlichte, ehrliche Entschuldigung.&nbsp;</p><p>Daran anschlie&szlig;end kannst du immer noch sagen, wo der andere wiederum dich verletzt hat. Hier und da ist das aber besser ein Thema f&uuml;r ein n&auml;chstes Gespr&auml;ch. Das gilt besonders, wenn es um gr&ouml;&szlig;ere Verletzungen geht.&nbsp;</p><p>Wichtig ist zudem, dass der verletzte Partner nicht &bdquo;nachtritt&ldquo;, indem er Bemerkungen fallen l&auml;sst wie: &bdquo;Wurde auch Zeit, dass du das einsiehst.&ldquo; Erkenne daher an, dass dein Partner dich um Entschuldigung bittet &ndash; selbst, wenn du noch w&uuml;tend bist. Am besten ist, schlicht zu antworten: &bdquo;Ich verzeihe dir.&ldquo; Wenn dir das noch nicht &uuml;ber die Lippen kommt, versuche zumindest, den Konflikt nicht durch zynische Bemerkungen wieder anzuheizen.&nbsp;</p><h2><strong>3. Meide die Trigger des anderen!</strong>&nbsp;</h2><p>Wer lange zusammenlebt, wei&szlig;, womit er den Partner so richtig sch&ouml;n auf 180 bringt oder welche Bemerkung garantiert ins Schwarze trifft. Die Schwachstellen eines anderen Menschen auszumachen, lernen wir schon im Sandkasten mit unseren Geschwistern. Doch diese Waffen sollten wir gegen den Partner nicht z&uuml;cken.&nbsp;</p><p>Die Triggerpunkte des anderen zu meiden, f&ouml;rdert die Lebensdauer einer Ehe. Diese stammen n&auml;mlich oft aus der Herkunftsfamilie oder fr&uuml;heren Beziehungen des Partners und rufen entsprechend starke Emotionen hervor.&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p><em>Gl&uuml;cklicher lebt, wer die Schmerzpunkte des anderen meidet oder zumindest im Streit nicht bewusst ansteuert.</em></p></blockquote><p>Zugleich sind Verletzungen aus der Vergangenheit kein Grund, den anderen wie ein rohes Ei zu behandeln oder f&uuml;r ihn, emotional ausfallend zu reagieren. Wenn du bemerkst, dass dein Partner in bestimmten Situationen ungew&ouml;hnlich emotional und vielleicht sogar verletzend reagiert, solltet ihr die Situation in einer ruhigen Minute kl&auml;ren&nbsp;</p><p>In unserer Ehe kennt mein Mann die Trigger aus meiner Herkunftsfamilie und k&uuml;ndigt an, wenn er etwas tut, was mich potenziell triggert. Das f&uuml;hrt nicht automatisch dazu, dass mein Stresslevel in diesen Situationen normal bleibt, aber mein Mann signalisiert mir: &bdquo;Wenn ich das tue, hat es eine andere Bedeutung als bei deinen Eltern.&ldquo; So lerne ich langsam, anders darauf zu reagieren und es nicht als Gefahr wahrzunehmen.&nbsp;</p><h2><strong>4. Trage dem anderen nichts nach!</strong>&nbsp;</h2><p>Nicht jede Verletzung ist nach einer Aussprache direkt vergessen. Manchmal geht eine Kr&auml;nkung so tief, dass eine gef&uuml;hlt lapidare Entschuldigung im Anschluss dem nicht gerecht wurde, was in uns kaputt gegangen ist. Dann rechnen wir die Verletzung dem anderen weiter an, obwohl wir sie besprochen und vergeben haben.&nbsp;</p><p>Manchmal kommen Kr&auml;nkungen h&auml;ufiger vor und wir m&uuml;ssen immer wieder von Neuem vergeben. Dann f&auml;llt es schwer, die Kr&auml;nkungen der Vergangenheit beim aktuellen Streit au&szlig;er Acht zu lassen.&nbsp;</p><p>So oder so &ndash; etliche Menschen neigen dazu, trotz ausgesprochener Vergebung Buch &uuml;ber die Verfehlungen des Partners zu f&uuml;hren. Diese &bdquo;S&uuml;ndenkonten&ldquo; kramen sie dann hervor, sobald der Haussegen mal wieder schief h&auml;ngt. Das ist einer Ehe aber nicht zutr&auml;glich &ndash; erst recht nicht, wenn sie lange halten soll.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p><em>Besser ist es nach einer Kr&auml;nkung oder einem Streit den anderen wirklich von seiner Schuld freizusprechen und die Angelegenheit dann auch endg&uuml;ltig abzuhaken.</em></p></blockquote><p>Mein Mann ist mir hier ein Vorbild, denn er ist in Bezug auf vergangene Konflikte extrem vergesslich. Wenn ich sage: &bdquo;Ach, das war, als wir uns so krass gefetzt haben&ldquo;, erinnert er sich oft nicht einmal mehr daran. Ich selbst habe eher das Ged&auml;chtnis eines Elefanten und muss mich zwingen, alte Konfliktakten wirklich geschlossen zu halten.&nbsp;</p><p>Wenn auch in deiner Ehe einer von euch besser darin ist, Vergangenes vergangen sein zu lassen, kann er den anderen liebevoll daran erinnern, alte Konflikte und Verletzungen nicht wieder aufzuw&auml;rmen.&nbsp;</p><p>Noch ein letzter Tipp dazu: Wenn dir bestimmte alte Verletzungen immer wieder in den Sinn kommen, geh&ouml;rt diese Verletzung zwar nicht in den aktuellen Streit, du solltest sie aber in einem ruhigen Moment mit deinem Partner ansprechen. Es kommt vor, dass wir &uuml;ber Kr&auml;nkungen zu schnell hinweggehen und sie deshalb nicht loslassen k&ouml;nnen. Dann hilft eine ehrliche erneute Aussprache.&nbsp;</p><h2><strong>5. Vergebungs- und Ver&auml;nderungsbereitschaft geh&ouml;ren zusammen</strong>&nbsp;</h2><p>Gerade christlich sozialisierte Paare haben oft verinnerlicht, dass sie auch dann vergeben sollen, wenn der andere seinen Fehler nicht einsieht oder nichts daran &auml;ndert. Dazu rufen scheinbar auch viele Bibelstellen auf. So steht etwa in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Kolosser3%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">Kolosser 3,13</a>: <em>&bdquo;Ertragt</em><em>einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat.&ldquo;</em>&nbsp;</p><p>Tats&auml;chlich sind wir zur Nachsicht aufgerufen. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen wir unseren Partner nicht &auml;ndern. Mit manchen Eigenarten und Charakterfehlern werden wir uns ein Leben lang herumschlagen. Aber die Vergebungsbereitschaft des einen ist keine Entschuldigung f&uuml;r den anderen, einfach so weiterzumachen wie bisher.&nbsp;&nbsp;</p><blockquote><p><em>Gutm&uuml;tigkeit ist eine tolle Eigenschaft, aber sie schadet der Beziehung, wenn verletzendes Verhalten weder erkannt noch ver&auml;ndert wird.</em></p></blockquote><p>F&uuml;r eine gute Ehe braucht es auch gegenseitiges Vertrauen. Dieses nimmt nachhaltig Schaden, wenn der andere mich nach Belieben kr&auml;nken und verletzen darf und ich dies schlicht vergeben muss.&nbsp;</p><p>Zur Vergebung kann daher auch geh&ouml;ren, Grenzen zu ziehen. Ich kann dem anderen vergeben, dass er immer wieder Absprachen nicht einh&auml;lt oder mich anschreit, aber ich muss es nicht stumm dulden. Ich darf und ich sollte in bestimmten Situationen Konsequenzen ziehen &ndash; um meiner selbst und auch um unserer Beziehung willen. Das entbindet mich aber nicht davon, dem anderen zu vergeben.&nbsp;</p><h2><strong>6. Vergebung ist ein Prozess</strong>&nbsp;</h2><p>Es lohnt sich, Kr&auml;nkungen und Verletzungen in einer Beziehung schnell auszur&auml;umen. Dazu r&auml;t auch der Apostel Paulus in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser4%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">Epheser 4,26</a>: <em>&bdquo;Vers&ouml;hnt euch wieder und lasst die Sonne nicht &uuml;ber eurem Zorn untergehen.&ldquo;</em>&nbsp;</p><p>Doch nicht jeder Streit l&auml;sst sich &uuml;ber Nacht beilegen. Manche Verletzung brauchen Zeit, um zu heilen. Gerade wenn ihr schon viele Jahre als Paar zusammen unterwegs seid, bleiben Verletzungen nicht aus. Dann ist es gut, wenn ihr euch gegenseitig gen&uuml;gend Zeit gebt, um zu echter Vergebung f&auml;hig zu werden.&nbsp;</p><p>Hierbei kann es helfen, sich gegenseitig zuzusagen: &bdquo;Ich bin dir gut&ldquo; oder &bdquo;Ich will dir vergeben&ldquo;, selbst wenn ihr eine Verletzung noch nicht vergeben oder einen Streit noch nicht ausr&auml;umen k&ouml;nnt. Damit signalisiert ihr einander, dass ihr die Sache, die zwischen euch steht, kl&auml;ren und ausr&auml;umen wollt. Du sagst deinem Partner damit: &bdquo;Ich will Vergebung und ich will diese Beziehung&ldquo;, aber du sprichst nichts aus, was du noch nicht aus tiefstem Herzen sagen kannst.&nbsp;</p><p>Nat&uuml;rlich ist es f&uuml;r beide Partner schwer, solche Vergebungsprozesse auszuhalten, aber eine ehrliche Vergebung nach einer Woche oder vielleicht auch mal einem Monat z&auml;hlt mehr als ein lapidares &bdquo;Ich vergebe dir&ldquo;. Vergebung ist n&auml;mlich nichts, was einfach nur ausgesprochen wird, sie muss auch gelebt werden! Dazu braucht es manchmal Zeit.&nbsp;</p><blockquote><p><em>Wichtig ist aber auch: Jede Verletzung, die du dem anderen weiter nachtr&auml;gst, lastet letztlich auf dir selbst.</em></p></blockquote><p>Daher sollte das Ziel jedes Vergebungsprozesses sein, zur Vergebung f&auml;hig zu werden.&nbsp;</p><p>Manchmal ist dies ein langer Weg und oft braucht es von der ausgesprochenen Vergebung bis hin zur Vers&ouml;hnung etwas Zeit. Dies gilt besonders bei gro&szlig;en Verletzungen wie einem tiefen Vertrauensbruch oder einer Aff&auml;re. Doch wenn euch an einer langfristigen gl&uuml;cklichen Ehe liegt, w&auml;hlt lieber den langen steinigen Weg statt halbherziger Abk&uuml;rzungen.&nbsp;</p><h2><strong>7. Erkenne Vers&auml;umnisse an und sei bereit zur Ver&auml;nderung!</strong>&nbsp;</h2><p>Langj&auml;hrigen Paaren stehen statt aktiver Kr&auml;nkungen manchmal auch langj&auml;hrige Vers&auml;umnisse im Weg. Vielleicht war er viel beruflich unterwegs, sodass sie ihn daheim eher wie einen Gast behandelte. Eventuell hat sie bei der Karriere zur&uuml;ckgesteckt, w&auml;hrend er unter dem Druck stand, allein f&uuml;r die Familie zu sorgen.&nbsp;</p><p>Jeder von beiden hat ein Opfer gebracht, blieb aber auch dem anderen etwas schuldig &ndash; und am Ende herrscht auf beiden Seiten Bitterkeit.&nbsp;&nbsp;</p><p>In solchen F&auml;llen ist es wichtig, dar&uuml;ber zu sprechen, was ihr euch eigentlich vom anderen gew&uuml;nscht h&auml;ttet. Dazu geh&ouml;rt, zu erkennen: &bdquo;Ja, der andere ist mir etwas schuldig geblieben und das tat weh.&ldquo; Man sollte sich aber auch ehrlich eingestehen: &bdquo;Auch ich bin dem anderen etwas schuldig geblieben, selbst wenn ich nicht aktiv gegen ihn gehandelt habe, sondern vielleicht sogar glaubte, etwas f&uuml;r ihn zu tun.&ldquo;&nbsp;</p><p>Wie kann es jetzt anders werden? Kann es &uuml;berhaupt anders weitergehen? Nicht jedes Vers&auml;umnis kann nachgeholt werden. F&uuml;r manche verpasste Lebenschance ist der Zug abgefahren. Zu einer guten Ehe geh&ouml;rt dazu, dass ihr einander um Ent-Schuldigung bittet und das Verpasste gemeinsam betrauert.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p><em>Gleichzeitig steht oft noch eine Menge gemeinsamer Zukunft an. Ihr habt erkannt, was euch beiden gefehlt hat, also werdet kreativ und &uuml;berlegt, wie ihr einander in Zukunft bessere Partner sein k&ouml;nnt.</em></p></blockquote><p>Wie k&ouml;nnt ihr pr&auml;senter f&uuml;r den anderen sein, ihn mehr unterst&uuml;tzen, seinen Lebenstraum f&ouml;rdern? Tauscht euch ehrlich dar&uuml;ber aus, was ihr euch voneinander in der aktuellen Lebensphase w&uuml;nscht, und geht Schritte der Ver&auml;nderung.&nbsp;</p><p>Denn, um mit dem Titel des Buches von Susanne und Marcus Mockler zu sprechen: Da geht noch was!&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17302955.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 21 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auf der Suche nach Glück]]></title>
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      <description><![CDATA[Die tiefsten Momente ihres Lebens lehren Susanne Ospelkaus: Glücklichsein ist ein Geschenk.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1028450.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Susanne Ospelkaus</figcaption></figure><p>&bdquo;Gl&uuml;ck gehabt&ldquo;, sagt der Arzt, als er bei einer Untersuchung einen Tumor fr&uuml;hzeitig entdeckt. &bdquo;So ein Gl&uuml;ck&ldquo;, ruft die Frau, als sie gerade noch bremsen kann. &bdquo;Gl&uuml;ckspilz!&ldquo;, gratuliert man dem werdenden Vater. &bdquo;Gl&uuml;cklich ist jeder, der sich auf Gott verl&auml;sst&ldquo;, fl&uuml;stern die Psalmen.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die Gef&uuml;hle</h2><p>&bdquo;So ein Ungl&uuml;ck&ldquo;, sagt der Bestatter, als ich die Beerdigung plane. Mein erster Ehemann ist gestorben und ich frage mich: Hat uns das Gl&uuml;ck verlassen? Hat uns Gott verlassen? Gl&uuml;ck und Gott, geh&ouml;rt das zusammen?</p><p>Von einem Moment auf den n&auml;chsten werde ich in die Tiefen von Schmerz und Abschied geworfen. Neben der Trauer um meinen besten Freund, Geliebten und Vater meiner S&ouml;hne dr&auml;ngen sich ganz praktische Fragen in mein Leben: Wovon leben wir? Wie schaffe ich das als Alleinerziehende? K&ouml;nnen wir irgendwann wieder gl&uuml;cklich sein?</p><blockquote class="noshare"><p>Gl&uuml;ck ist ein gro&szlig;es Wort und meine eigentliche Frage lautet: Kann ich zufrieden sein, mit dem, was ich habe?</p></blockquote><p>&bdquo;Nein! Ich will mein altes Leben zur&uuml;ck&ldquo;, weine ich.</p><p>Ich kann ahnen, wie viele Menschen auf der Welt ein anderes Leben wollen. Ukrainer und Israelis w&uuml;nschen sich ihr altes Leben zur&uuml;ck. Iranerinnen w&uuml;nschen sich ein neues Leben und Vertriebene ein besseres Leben. In Deutschland sind wir privilegiert, auch wenn es sich trotz Krisen nicht so anf&uuml;hlt. Wir geh&ouml;ren zu den zwei Prozent der wohlhabendsten Menschen der Welt.</p><p>&bdquo;Mir doch egal&ldquo;, ruft der Ungl&uuml;ckliche. Fakten tr&ouml;sten nicht, auch wenn sie berechtigt sind. Objektiv betrachtet habe ich Gr&uuml;nde, um gl&uuml;cklich zu sein. Sie sind vern&uuml;nftig und logisch, aber meine Gef&uuml;hle kommen einfach nicht hinterher. W&auml;re es m&ouml;glich, den Emotionen nicht so viel Raum zu geben und zu glauben, dass ich gl&uuml;cklich sein kann, wenn ich mein Gl&uuml;ck in Vertrauen auf Gott ergreife?</p><p>Das scheint mir eine Abk&uuml;rzung zu sein, denn schlie&szlig;lich wurde ich mit Gef&uuml;hlen erschaffen &ndash; mit komplizierten, ambivalenten und anstrengenden Gef&uuml;hlen.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die Empathie</h2><p>In meinem gr&ouml;&szlig;ten Ungl&uuml;ck beginne ich, meine Gef&uuml;hle zu sortieren. Das st&auml;rkste Gef&uuml;hl ist die Trauer, und die l&auml;sst sich nicht vertreiben. Trotzig breitet sie sich in meiner Seele aus. Sie wird erst sanfter, als ich mich um sie k&uuml;mmere.</p><p>Weinen tut gut. Was f&uuml;r ein Gl&uuml;ck, dass Schmerz durch Tr&auml;nen leichter wird.&nbsp;Die Psalmen zu lesen, tut gut. Welch ein Gl&uuml;ck, dass ich mir die Worte von anderen leihen kann, dass ich klagen und sogar Gott anklagen darf.</p><p>Ich h&ouml;re fromme Spr&uuml;che: &bdquo;Gott mutet dir nicht mehr zu, als du tragen kannst. Gott wei&szlig;, wozu das gut ist.&ldquo; Ich erwidere: &bdquo;Ihr habt keine Ahnung!&ldquo;</p><blockquote><p>Ungl&uuml;ckliche Menschen brauchen keine Ratschl&auml;ge, um den tieferen Sinn f&uuml;r ihr Schicksal zu verstehen. Sie brauchen Mitgef&uuml;hl und die Erinnerung, dass wir uns bei Gott bergen k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Wir k&ouml;nnen unter seine Fl&uuml;gel schl&uuml;pfen oder uns in seine Gewandfalten kuscheln. Was f&uuml;r ein Gl&uuml;ck, dass es diese Bibelstellen gibt, die Sicherheit und W&auml;rme ausdr&uuml;cken.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die Tat</h2><p>Ein Ungl&uuml;cklicher braucht Geborgenheit. Erst dann sortieren sich die komplizierten Gef&uuml;hle wie Scham, Einsamkeit oder Verzweiflung. Das Leben ist anstrengend und mutet uns eine Menge zu. St&auml;ndig wird unser Gl&uuml;cklichsein torpediert: Unsicherheit, Sorgen und &Auml;ngste. W&auml;re dies &hellip; oder h&auml;tte das &hellip; oder k&ouml;nnte man doch jenes.&nbsp;Pl&ouml;tzlich marschieren unsere Gedanken im Konjunktiv. W&auml;re. H&auml;tte. K&ouml;nnte.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich lebe nicht im Moment, wenn ich mir &uuml;berlege, was m&ouml;glich sein k&ouml;nnte, wenn mein Mann noch leben w&uuml;rde oder wir mehr Geld h&auml;tten.</p></blockquote><p>Ein Sprichwort sagt: &bdquo;Das Gl&uuml;ck ist ein fl&uuml;chtiger Vogel.&ldquo; Man k&ouml;nne das Gl&uuml;ck nicht fangen oder festhalten, man kann es nur willkommen hei&szlig;en.</p><p>Flatterhaftes Gl&uuml;ck? Das passt nicht zu meiner Theologie und dem Gottesverst&auml;ndnis, dass Gott uns sieht, versteht und mitf&uuml;hlt. Bibelverse verk&uuml;nden: <em>&bdquo;Gl&uuml;cklich der Mensch, der sich auf Gott verl&auml;sst&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm84%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 84,13</a>) und <em>&bdquo;Ich darf Gott nahe sein. Das ist mein ganzes Gl&uuml;ck&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm73%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 73,28</a>).</p><p>Hier ist das Gl&uuml;ck etwas, das man macht und tut. Das Gl&uuml;cklichsein wird mit Verben beschrieben und nicht als fl&uuml;chtiger Vogel. Ich verlasse mich auf Gott oder ich bin in seiner N&auml;he &ndash; unabh&auml;ngig von den Umst&auml;nden.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und das Paradox</h2><p>Mein Leben verl&auml;uft anders als gedacht. Pl&ouml;tzlich ist nichts mehr so, wie es war. Der Lebensweg meiner Kinder wird ohne ihren Papa ein anderer sein. Meine Kinder werden ohne ihren Papa andere Dinge erleben als mit ihm.</p><p>Wenn mir das bewusst wird, trauere ich vorw&auml;rts. Ich beweine nicht nur das, was wir nicht mehr haben, sondern auch das, was nicht werden darf &ndash; weil der eine Mensch fehlt. Vergangenheit und Zukunft, Lachen und Weinen, Trauer und Freude, Zweifel und Glauben. Wir leben in einem Spannungsfeld. St&auml;ndig m&uuml;ssen wir unsere Umst&auml;nde und damit verbundenen Gedanken und Gef&uuml;hle ausbalancieren.</p><blockquote><p>Es ist paradox, dass wir tiefe Trauer und gro&szlig;es Gl&uuml;ck sogar zeitgleich empfinden k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Da ist dieses gro&szlig;e Gl&uuml;ck, dass ich zwei S&ouml;hne habe, die mich das Leben sp&uuml;ren lassen. Sie lachen, kuscheln, entdecken die Welt, formulieren erste S&auml;tze und malen Krickelkrakel. Da ist diese tiefe Trauer, die mein Leben verlangsamt und es zusammenzurrt.</p><p>Das Schwere und das Leichte, Gl&uuml;ck und Kummer existieren nebeneinander. Nur schwer sind die Verse auszuhalten: <em>&bdquo;Gl&uuml;cklich sind die Trauernden, denn sie werden getr&ouml;stet werden. (&hellip;) Gl&uuml;cklich sind die Hungernden, denn sie sollen satt werden. (&hellip;) Gl&uuml;cklich sind die Friedfertigen, denn sie werden die Erde besitzen&ldquo;</em> (nach <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us5%2C4-7" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,4-7</a>).</p><p>Da sind sie wieder, diese Gegens&auml;tze. Momentan herrschen mehr Autokraten als Friedfertige. Sie scheinen alles zu besitzen. Friedliche Demonstrationen f&uuml;r Menschenrechte werden niedergepr&uuml;gelt. Wo sind denn Gl&uuml;ck und Frieden?</p><h2>Das Gl&uuml;ck und der Sinn</h2><p>Viktor Frankl sagte: &bdquo;Wer ein Warum zum Leben hat, ertr&auml;gt fast jedes Wie.&ldquo; Je sinnhafter unser Leben ist, umso gl&uuml;cklicher k&ouml;nnen wir sein. In meinem tiefsten Kummer bin ich vor allem eins: eine Mutter. Ich entdecke meine neuen Rollen als Freundin, Schwester und Autorin.</p><p>Ich werde nie einen Sinn darin sehen, dass mein Mann verstarb. Ich glaube nicht, dass es Gottes Plan war. Wenn andere Geschwister in einer gro&szlig;en Not einen Sinn entdecken, dann ist es ein ganz pers&ouml;nlicher Prozess. Man kann ihn nicht auf ein anderes Leben &uuml;bertragen.</p><blockquote class="noshare"><p>Mein neuer Lebensweg f&uuml;hrt mich zu Menschen und M&ouml;glichkeiten. Eine Reise, ein Auftrag, eine Begegnung. Es schleicht sich ein Trotz in mein Leben &ndash; ein Lebenstrotz.</p></blockquote><p>Ich gebe auf, mich mit Familien zu vergleichen, die zwei gute Einkommen haben, sich Urlaube, Haus und Ausfl&uuml;ge leisten k&ouml;nnen.</p><p>Trotzig f&uuml;hre ich eine Patenschaft in Albanien weiter f&uuml;r eine Witwe mit vier Kindern. Sie haben noch weniger als ich. Ich habe Witwenrente, Kindergeld und Wohngeld. Pl&ouml;tzlich d&auml;mmert mir: Ich habe viel. Ich habe genug. Ich werde gen&uuml;gsam. Nein, ich werde nicht geizig, sondern freue mich aufrichtig an gebrauchten Dingen, Schn&auml;ppchen und Leihgaben.</p><h2>Das Gl&uuml;ck und die einfachen Dinge</h2><p>Alte Menschen f&uuml;hlen sich trotz Einschr&auml;nkungen gl&uuml;cklicher als junge, denn sie m&uuml;ssen sich nicht mehr beweisen. Sie haben gelernt, den Moment wahrzunehmen: die Sonne auf dem Balkon, den Duft von Blumen, die Wolkenformationen am Himmel, die kleine Plauderei mit dem Postboten, den Gru&szlig; der Nachbarin, den leckere Eintopf. Das Gl&uuml;ck sucht die Langsamkeit und den Moment.</p><p>Letztendlich schenken uns die allt&auml;glichen Dinge einen Gl&uuml;cksmoment. Guter Schlaf oder genussvolles Essen machen gl&uuml;cklich. Auch das empfiehlt die Bibel. <em>&bdquo;Kauft euch alles, was ihr gern h&auml;ttet &hellip; und was ihr euch sonst noch w&uuml;nscht &hellip; feiert ein fr&ouml;hliches Fest, esst und trinkt!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/5.Mose14%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank">5. Mose 14,26</a>).</p><blockquote><p>Vielleicht ist das die eigentliche Lebenskunst: Gute Momente wahrnehmen und die kleinen Allt&auml;glichkeiten genie&szlig;en.</p></blockquote><p>&nbsp;Es gibt Zeiten, da tanzt das Gl&uuml;ck durch unser Leben und dann gibt es Wochen und Monate voller Kummer. Zu wissen, dass beides sein kann und sich beidem zu stellen, ist glaubensmutig, hoffnungsstark und zweifeltrotzig. Tiefer Kummer und gro&szlig;es Gl&uuml;ck. Sie wechseln sich ab &ndash; so war es schon immer gewesen, denn alles hat seine Zeit (vgl.&nbsp;<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger3%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 3,1</a>).<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Susanne Ospelkaus</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16518746.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Susanne Ospelkaus]]></author>
      <pubDate>Fri, 20 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hilfe, ich bin nachtragend!]]></title>
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      <description><![CDATA[Was kennzeichnet dieses Gefühl und wie bringe ich es vor Gott? Auszug aus dem Buch „Feel“ von Anjuli Paschall.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1123856.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Gef&uuml;hle sind nicht immer angenehm und stehen uns manchmal im Weg. Gerade Bitterkeit kann unser Herz schwermachen und ein echtes Hindernis f&uuml;r Vers&ouml;hnung sein. Wie k&ouml;nnen wir damit umgehen, wenn wir anderen etwas nachtragen?</em></p><p><em>Anjuli Paschall ist Autorin, Pastorenfrau und Mama von f&uuml;nf Kindern. In ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/148461" target="_blank">&bdquo;Feel &ndash; Gebete und Gedanken f&uuml;r jede Emotion&ldquo; </a>gibt sie Hilfen an die Hand, um mit den unterschiedlichen Gef&uuml;hlen umzugehen. Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des&nbsp;</em><a href="https://www.scm-verlagsgruppe.de/verlagsgruppe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank"><em>SCM Verlages</em></a><em> einen Auszug aus dem Buch zur Emotion &bdquo;Nachtragend&ldquo;.</em></p><h2><strong>Die Sprache f&uuml;r das Gef&uuml;hl: Ich trage anderen etwas nach</strong></h2><p>Als mein Mann neulich auf Reisen war und mein Terminkalender bereits zu platzen drohte, gab zu allem &Uuml;berfluss noch jemand seine Kinder bei mir ab, damit ich auf sie aufpasste. Ich war schon am Ertrinken und f&uuml;hlte mich absolut nicht ernst genommen.</p><p>Ich bin immer der Notnagel. Ich binde die losen Enden zusammen. Ich bereite das Essen vor, plane die Veranstaltung, denke daran, noch das Eis zu holen. Die Leute wissen, dass ich Ja sagen werde, und ich tue es.</p><p>Ich m&ouml;chte lieben, aber ich bin verletzt worden. Der Groll g&auml;rt in mir. Ich sp&uuml;re, wie sich etwas in mir zusammenbraut. Es brodelt. Irgendwie gibt meine Wut mir Kraft. Ich probiere meine Bitterkeit, sie schmeckt s&uuml;&szlig;. Manchmal ist es sehr befriedigend, meinen Unmut zu n&auml;hren. Ich nicht so eine Art Mensch sein, So w&uuml;tend und verletzt ich auch bin, ich will nicht, dass mein Schmerz mich vergiftet.</p><blockquote><p>Ich gestehe, dass meine Gedanken mich auf einen dunklen Pfad der Rache f&uuml;hren. In meinem Leid will ich, dass auch andere leiden, und ich werde zum rachs&uuml;chtigen Opfer.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich gestehe, dass ich auch versucht bin, mein Leid nach innen zu lenken. Ich neige zu Selbsthass oder dazu, meine wahren Gef&uuml;hle zu verdr&auml;ngen. Ich bin frustriert, weil ich in der Lage sein sollte, mein Leben in den Griff zu bekommen. Etwas stimmt doch nicht mit mir, wenn ich so empfinde. Mein Groll wird zu Bitterkeit und sogar zu einem gewissen Anspruchsdenken.</p><p>Einen Moment lang lasse ich meinen Groll zu. Ich will nicht in Aktionismus verfallen oder meine Gef&uuml;hle herunterspielen. Ich lasse den Groll in mir zu und versuche nicht direkt, ihn aufzul&ouml;sen. Ich f&uuml;hle ihn und mein K&ouml;rper spannt sich an. Ich lasse alles, wie es ist. Mir ist bewusst, dass ich Schmerzen habe.</p><blockquote class="noshare"><p>Etwas zu erzwingen oder mich ohnm&auml;chtig zu f&uuml;hlen, hat meine Wunden nicht beseitigt, sondern eher noch vergr&ouml;&szlig;ert. Es muss einen anderen Weg geben.</p></blockquote><h2><strong>Eine Andacht f&uuml;r Zeiten des Grolls</strong></h2><p>Atme ein &ndash; <em>Jesus, Jesus, Jesus &hellip;</em><br />
Atme aus &ndash; <em>&hellip;hilf mir, zu segnen.</em></p><p>Gott, ich &ouml;ffne mein Herz f&uuml;r dich.</p><p>Ich empfinde Groll.</p><p>Ich sp&uuml;re ihn in meinem K&ouml;rper und er nagt an mir.</p><p>Erforsche mein Herz, o Gott, damit ich erkenne, wie der Groll meine Geschichte gepr&auml;gt hat.<br />
Woher kommt er?</p><p>Gott, mir wurde Unrecht angetan.<br />
Ich bin verletzt worden, und das ist nicht in Ordnung.<br />
Man hat sich nicht um mich gek&uuml;mmert, mich nicht beachtet und mich nicht ber&uuml;cksichtigt.<br />
Mein Zorn ist in meiner Seele bitter geworden.</p><p>Gott, du l&auml;dst mich ein, meinen Groll zu sp&uuml;ren, aber nicht, ihm nachzugeben.<br />
Du l&auml;dst mich ein, durch ihn hindurchzugehen, aber nicht, in ihm h&auml;ngen zu bleiben.</p><p>Ich bin hin- und hergerissen zwischen dem, was ich bin, und dem, was ich sein m&ouml;chte.</p><p>Erlaube mir, falsche Scham abzulegen, damit ich dir Wurzeln meines Grolls und den Schmerz, der darin steckt, erkennen kann.</p><p>Dieser Schmerz ist echt.</p><p>Ich erlaube mir jetzt, ihn zu f&uuml;hlen.</p><p>Manchmal ist er schwer zu f&uuml;hlen, zu sehen und zu benennen.</p><p>Aber du, Herr, siehst mein Herz. Du siehst meinen Schmerz. Du siehst, wie ich mich abgem&uuml;ht habe.<br />
Du siehst, was andere nicht sehen k&ouml;nnen.</p><p>Du, Herr, wei&szlig;t, wie es ist, wenn man zu k&auml;mpfen hat.<br />
Du wurdest verletzt.<br />
Du wurdest ausgenutzt.<br />
Du wurdest misshandelt.</p><p>Ich komme in deine Liebe und bin getr&ouml;stet in dem Wissen, dass ich nicht allein bin.</p><p>Hilf mir, neugierig auf mein eigenes Herz und meine eigene Geschichte zu sein.<br />
Hilf mir, g&uuml;tig und barmherzig zu sein gegen&uuml;ber meiner brennenden Seele.<br />
Hilf mir, mich von dem Groll zu befreien, der mich umtreibt.</p><p>Und wenn ich keine Erleichterung finden kann, Herr, bete ich um deine Gnade f&uuml;r die Dinge, ich nicht &auml;ndern kann. Ich brauche dich hier. Du siehst mich und alles, was ich getan habe.</p><p>Ich vertraue darauf, dass du mich auch durch diesen Schmerz hindurch heilst.<br />
Ich vertraue darauf, dass dein Geist in meinem Herzen arbeitet.<br />
Ich vertraue darauf, dass du meine Lebensgeschichte vom Groll zur Freiheit weiterschreibst.</p><p>Hilf mir, mit deiner Gnade die zu segnen, die mich verletzt haben.<br />
Gott, hilf mir, meinen Groll nicht mit noch mehr Groll zu n&auml;hren, sondern bitte f&uuml;ttere meinen Groll mit deiner Liebe.</p><p>Ich &ouml;ffne meine nachtragenden Gedanken f&uuml;r dich.</p><p>Ich &ouml;ffne mein Herz f&uuml;r das Kreuz.</p><p>Ich atme.<br />
Hier finde ich Trost.</p><p>Ich mache mir jetzt dein Gebet zu eigen: &bdquo;<em>Vater, vergib diesen Menschen, denn sie wissen nicht, was sie tun&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Lukas23%2C34" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 23,34</a>).</p><p>Herr, erh&ouml;re mein Gebet.</p><h2><strong>Lebendiges Wort</strong></h2><p>Ich m&ouml;chte von dir h&ouml;ren.</p><p><em>Vergeltet anderen Menschen nicht B&ouml;ses mit B&ouml;sem, sondern bem&uuml;ht euch allen gegen&uuml;ber um das Gute. Tragt euren Teil dazu bei, mit anderen in Frieden zu leben, soweit es m&ouml;glich ist! Liebe Freunde, r&auml;cht euch niemals selbst, sondern&nbsp;&uuml;berlasst die Rache dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben:&nbsp;&bdquo;Ich allein will Rache nehmen; ich will das Unrecht vergelten&ldquo;, spricht der Herr. Handelt stattdessen so, wie es in der Schrift hei&szlig;t:&nbsp;&bdquo;Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen. Wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken, und er wird besch&auml;mt dar&uuml;ber sein, was er dir angetan hat.&ldquo; Lass dich nicht vom B&ouml;sen&nbsp;&uuml;berwinden, sondern&nbsp;&uuml;berwinde das B&ouml;se durch das Gute!</em></p><p><a href="https://www.bibleserver.com/NLB/R%C3%B6mer12%2C17-21" class="bibleserver extern" target="_blank">R&ouml;mer 12,17-21</a><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Anjuli Paschall</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17301182.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Anjuli Paschall]]></author>
      <pubDate>Wed, 18 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Bitte recht freundlich!]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum Christen im Konfliktfall öfters mal nachgeben sollten. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/851436.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© raychan /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Niemand wird gerne &uuml;bers Ohr gehauen und doch passiert es leider manchmal. Als Familie haben wir das vor einigen Jahren erlebt, als wir f&uuml;r unseren Sohn einen hochwertigen Kinderschreibtisch samt Stuhl gebraucht gekauft hatten. Der Verk&auml;ufer wollte auf Ebay noch eine ordentliche Stange Geld daf&uuml;r haben. Der Preis war f&uuml;r uns in Ordnung, weil wir &uuml;berzeugt davon waren, ein gutes Produkt zu erhalten. Nachdem wir die Ware abgeholt und bezahlt hatten, entdeckten wir daran&nbsp;allerdings M&auml;ngel, auf die der Verk&auml;ufer nicht hingewiesen hatte.</p><p>Pech gehabt, k&ouml;nnte man sagen &ndash; es stand ja schlie&szlig;lich in der Anzeige &bdquo;gekauft wie gesehen&ldquo;. Trotzdem hat mich das Verhalten des Verk&auml;ufers ver&auml;rgert. Sein freundliches Verhalten hat im Nachhinein einen schalen Beigeschmack bekommen.</p><blockquote><p>Zerst&ouml;rtes Vertrauen schadet, und das nicht nur in Gesch&auml;ftsbeziehungen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich nehme ich eine Habachtstellung ein, wenn ich das Gef&uuml;hl habe, dass der andere nicht vertrauensw&uuml;rdig ist.</p></blockquote><p>Auf eine engere Beziehung mit einer solchen Person lasse ich mich nicht mehr ein. Schlie&szlig;lich will ich nicht &uuml;bervorteilt werden, weder emotional noch finanziell.</p><h2>Recht bekommen &ndash; um jeden Preis?</h2><p>Ganz im Gegensatz zu dieser Selbstschutzreaktion steht eine Anweisung, die der Apostel Paulus den Christen in Korinth gegeben hat. Zwischen einzelnen Gemeindemitgliedern war es zu einem Rechtsstreit gekommen, weil einer den anderen betrogen hatte.</p><p>In diese angespannte Situation hinein schreibt Paulus folgendes: &bdquo;<em>Dass ihr &uuml;berhaupt gegeneinander vor Gericht zieht, ist schon eine Niederlage f&uuml;r euch alle. Warum seid ihr nicht bereit, euch Unrecht zuf&uuml;gen zu lassen? Warum k&ouml;nnt ihr es nicht ertragen, wenn jemand sich auf eure Kosten bereichert?&ldquo; </em>(1. Korintner 6,7).</p><p>Wenn ich das lese, muss ich schlucken. Und ich fange an, mit Paulus zu diskutieren: &bdquo;Das kannst du nicht ernst meinen, Paulus! Wir sollen es ertragen, wenn sich jemand auf unsere Kosten bereichert? Das ist ein schlechter Witz, eine unm&ouml;gliche Forderung! Wo k&auml;men wir hin, wenn Betr&uuml;ger nicht zur Rechenschaft gezogen werden! Soll ich denn alles mit mir machen lassen?&ldquo;</p><p>Die letzte Frage w&uuml;rde Paulus wahrscheinlich mit Nein beantworten. Er ist selbst f&uuml;r sein Recht als r&ouml;mischer Staatsb&uuml;rger eingestanden, wenn ihm - etwa von Seiten der Beh&ouml;rden - Unrecht getan wurde. In anderen Situationen hat der Apostel aber auch darauf verzichtet, Recht zu bekommen oder mit der ihm zustehenden W&uuml;rde behandelt zu werden.</p><blockquote class="noshare"><p>Dass Menschen von Jesus h&ouml;ren und dass Gott geehrt wird, war Paulus im Einzelfall wichtiger als sein Ruf oder sein Gerechtigkeitsempfinden.</p></blockquote><p>Beim Lesen des Textes in seinem Zusammenhang stolpere ich &uuml;ber eine weitere Aussage des Apostels. Kurz bevor er die oben zitiere Anweisung gibt, schreibt er folgendes: &bdquo;<em>Wisst ihr denn nicht, dass die, die zu Gottes Volk geh&ouml;ren, einmal die Welt richten werden? Die ganze Welt muss im Gericht vor euch erscheinen! Und da gebt ihr solch ein unw&uuml;rdiges Bild ab und seid nicht einmal imstande, &uuml;ber die kleinsten Kleinigkeiten zu urteilen?&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/1.Korinther6%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Korinther 6,2</a>).</p><p>Wow! Was f&uuml;r eine Perspektive! Selbst Engel geh&ouml;ren laut Paulus zu denen, die von der christlichen Gemeinde eines Tages gerichtet werden sollen. Kein Wunder, wenn der Apostel kein Verst&auml;ndnis daf&uuml;r hat, wenn sich Christen wegen geringf&uuml;giger Sachverhalte in die Haare geraten.</p><h2>Unrecht ertragen lernen</h2><blockquote><p>Paulus stellt das Leben eines Christen in einen gr&ouml;&szlig;eren Zusammenhang als das, was menschlich sichtbar ist. Er vertraut darauf, dass Gott sein Leben in der Hand h&auml;lt und f&uuml;r ihn sorgt.</p></blockquote><p>Der einflussreiche Verk&uuml;ndiger des christlichen Glaubens wei&szlig;: &bdquo;Mein Leben hier auf dieser Erde ist nicht alles. Was ich jetzt erlebe und durchleide, muss zu meinem Besten dienen. Und nach dem Tod geht es weiter &ndash; in einer Welt, in der ich nicht mehr unter Ungerechtigkeit leiden muss und in der Gott mich rechtfertigen wird.&ldquo;</p><p>Das gibt dem Apostel die Kraft es auszuhalten, wenn andere ihn unfair behandeln oder wenn er den K&uuml;rzeren zieht.</p><p>Auch Jesus hat so gelebt. In der ber&uuml;hmt gewordenen Bergpredigt fordert er seine Nachfolger zu folgendem Verhalten auf: <em>&bdquo;Setzt euch nicht zur Wehr gegen den, der euch etwas B&ouml;ses antut. Im Gegenteil: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schl&auml;gt, dann halt ihm auch die linke hin</em>&nbsp;(<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Matth%C3%A4us5%2C39" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,39</a>).</p><p>Ob Paulus diese Worte im Hinterkopf hatte, als er den Christen in Korinth den Rat gab, sich lieber betr&uuml;gen zu lassen, als Streitigkeiten juristisch auszutragen?</p><h2>Verzicht als L&ouml;sung</h2><p>Beide Aufforderungen stellen mein Gerechtigkeitsempfinden und mein Bed&uuml;rfnis, mich zu wehren und mich zu sch&uuml;tzen aufs &Auml;u&szlig;erste in Frage. Mir f&auml;llt es manchmal schon nicht leicht, anderen zu vergeben, wenn sie mich mit Kleinigkeiten verletzt haben. Und sp&auml;testens beim Geld h&ouml;rt die Freundschaft bekannterma&szlig;en sowieso auf.&nbsp;Aussagen wie diese machen mir neu klar, dass es im Alltag eine ganze Menge von mir fordern kann, wenn ich Jesus nachfolgen m&ouml;chte:</p><blockquote class="noshare"><p>Kann ich zur&uuml;ckstecken, wenn mir Unrecht getan wird? Im Vertrauen darauf, dass Gott die Dinge in Ordnung bringt?</p></blockquote><p>Wie das praktisch aussehen kann, zeigt eine alte biblische Geschichte, die sich lange vor Jesus und Paulus abgespielt hat: Die beiden Patriarchen Lot und Abraham besitzen im landwirtschaftlich gepr&auml;gten Kanaan jeweils gro&szlig;e Viehherden. Als die vorhandenen Weidepl&auml;tze deswegen knapp werden, kommt es unter ihren Hirten zum Streit. Abraham ist der &auml;ltere der beiden und h&auml;tte nach damaligem Brauch den Vortritt gehabt. Lot h&auml;tte umgekehrt nachgeben und sich mit den schlechteren Weidefl&auml;chen begn&uuml;gen m&uuml;ssen.</p><p>Aber Abraham handelt anders. Die Beziehung zu seinem Neffen ist ihm wichtiger als der wirtschaftliche Gewinn. Aus diesem Grund l&auml;sst er dem J&uuml;ngeren den Vortritt und nimmt die schlechteren Bedingungen f&uuml;r sich und seine Angestellten in Kauf (nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/1.Mose13%2C1-12" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Mose 13,1-12</a>).</p><p>Die Pastorin und Seelsorgerin Astrid Eichler leitet aus dieser Erz&auml;hlung in ihrem Buch <a href="https://www.amazon.de/Friede-Freude-Pustekuchen-Konflikte-bew%C3%A4ltigen/dp/3417266602" target="_blank">&bdquo;Friede, Freude, Pustekuchen!&ldquo;</a> einige Denkanst&ouml;&szlig;e und Handlungsanweisungen ab, die ich beeindruckend finde. Deswegen m&ouml;chte ich sie zum Schluss hier in Ausschnitten zu Wort kommen lassen.</p><p>Eichler schreibt: &bdquo;Haben wir Angst, zu kurz zu kommen? Was ist, wenn wir verzichten? Gro&szlig;mut und Verzicht sind &uuml;berraschende, aber sehr wirksame Wege der Konfliktl&ouml;sung. Die Frage &bdquo;Was ist besser?&ldquo; kann sehr hilfreich sein, wenn es um Verzicht geht. Lohnt es sich wirklich weiter zu k&auml;mpfen? Was verliere ich, wenn ich verzichte? Ist der Gewinn beim Verzicht nicht doch gr&ouml;&szlig;er? Diese Art von Konfliktl&ouml;sung braucht Gottvertrauen als Basis. Sonst ist es verr&uuml;ckt. Aber wie gut, wenn wir ver-r&uuml;ckt werden. Da werden Konflikte anders l&ouml;sbar.&ldquo;<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Hanna Willhelm</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14565488.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Hanna Willhelm]]></author>
      <pubDate>Mon, 16 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Grautöne statt Extremdenken]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/grautoene-statt-extremdenken/2270-542-8032</guid>
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      <description><![CDATA[Wer Schwarz-Weiß-Denken überwindet, denkt menschlicher. Wie du klar bleibst, ohne hart zu werden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1123207.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Warren /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Neulich stand ich vor dem Regal mit <em>50 Shades of Grey.</em> Ich wollte mein Gartenh&auml;uschen streichen, aber die Farbauswahl im Baumarkt stellte mich vor ein Problem: Es gab nicht blo&szlig; Grau. Es gab <em>Steingrau</em>, <em>Nebelgrau</em>, <em>Taubengrau</em>, <em>Aschegrau</em>, <em>Montagmorgengrau</em>, <em>Aktendeckelgrau</em>, <em>Innenstadtgrau</em>. Diese Vielfalt &uuml;berforderte mich. Ich wollte keine Flut an Schattierungen. Ich wollte einfach nur Grau!</p><p>Nat&uuml;rlich ist es sch&ouml;n, eine reichhaltige Auswahl zu haben. Zugleich zwingen mich unz&auml;hlige Optionen st&auml;ndig dazu, irgendetwas abzuw&auml;gen. Egal, ob es um Farbt&ouml;pfe, K&auml;sesorten oder Parteiprogramme geht &ndash; jede Entscheidung kostet Reserven.</p><p>Dazu kommt eine Flut an Informationen, die st&auml;ndig auf mich einstr&ouml;men: Nachrichten, Push-Meldungen, Werbebanner, Kalender-Erinnerungen. Oder die neueste Unsitte: &bdquo;Aus Umweltschutzgr&uuml;nden schicken wir Ihnen keine Rechnungen mehr per Post zu. Bitte registrieren Sie sich in unserer Cloud und laden Sie sich Ihren Kram gef&auml;lligst selbst runter!&ldquo;</p><p>Ich habe l&auml;ngst den &Uuml;berblick verloren, wo ich mich zu welchem Zweck registrieren musste &ndash; und wann ich was downloaden soll, damit Firmen auf Kosten meiner Kapazit&auml;t nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch gleich noch ihre Portokasse.</p><blockquote><p>Das ist das Paradoxe an unserer &Uuml;berflussgesellschaft: Wir sind reich an M&ouml;glichkeiten und zugleich arm an Reserven.</p></blockquote><h2><strong>Wenn Mental Load zu Schnellurteilen f&uuml;hrt</strong></h2><p>Mein Hirn ist m&uuml;de. Ich erlebe mich selbst als zunehmend denkfaul &ndash; oder besser gesagt denkersch&ouml;pft. Mental Load betrifft nicht nur M&uuml;tter; ich nehme ihn als gesamtgesellschaftliches Problem wahr, das Gefahren birgt.</p><p>Je begrenzter die Ressourcen, aus denen sich mein Denken speist, desto st&auml;rker sehne ich mich nach Eindeutigkeit. Oft bringe ich nicht mehr die Kraft auf, mich gedanklich tiefer auf Dinge einzulassen. Und dann ertappe ich mich dabei, zu Schnellurteilen zu greifen &ndash; schlicht, weil sie meine Akkus schonen.</p><h2><strong>Pointe schl&auml;gt Tiefgang</strong></h2><p>Auf Social Media wird diese Dynamik besonders sichtbar. Diese Plattformen belohnen selten tiefergehende Diskurse. Durch die immense Flut an Inhalten werden Informationen h&auml;ufig nicht <em>fundiert </em>pr&auml;sentiert, sondern <em>pointiert.</em> Kontext und Hintergr&uuml;nde fehlen oft.</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich durch Social-Media-Feeds scrolle, bekomme ich nicht einfach Nachrichten pr&auml;sentiert, sondern eine Punchline nach der anderen, in einer Geschwindigkeit, die mein Nervensystem im Alarmmodus h&auml;lt.</p></blockquote><p>Pointen erzeugen Emotionen und diese f&auml;rben auf mein Urteil ab.&nbsp;</p><p>Wenn ich nicht aufpasse, springe ich auf den Zug auf, mache mir eine Sicht zu eigen und denke kaum noch dar&uuml;ber nach, wie man die Dinge auch anders sehen k&ouml;nnte. Ich glaube dann an <em>Schwarz</em> oder <em>Wei&szlig;</em>. Auf die Nuancen dazwischen &ndash; die Graut&ouml;ne &ndash; verwende ich keine Energie, weil gef&uuml;hlt kaum welche da ist.</p><h2><strong>Schwarz-Wei&szlig;-Denken aus Ersch&ouml;pfung</strong></h2><p>Nat&uuml;rlich gibt es Menschen, die sich mit gro&szlig;er &Uuml;berzeugung entweder <em>Schwarz</em> oder <em>Wei&szlig;</em> zuordnen und diese Sicht vehement verteidigen. Aber ich glaube, dass viele Menschen aus Ersch&ouml;pfung in Extreme rutschen &ndash; und dass niemand davor komplett gefeit ist. Denn Schwarz-Wei&szlig;-Denken verspricht Entlastung.</p><p>Es suggeriert Zugeh&ouml;rigkeit: Wir gegen die. Das macht populistische Erz&auml;hlmuster so attraktiv, die behaupten: &bdquo;Du bist das Opfer von diesen oder jenen (f&uuml;ge hier einen beliebigen S&uuml;ndenbock ein) &ndash; und wir verteidigen dich dagegen!&ldquo;</p><p>Dieses &bdquo;Wir k&uuml;mmern uns um dich&ldquo; klingt verlockend, wenn ich mich in meinem Leben schon um so vieles andere k&uuml;mmern muss. Zudem f&uuml;hlt es sich moralisch klar an &ndash; wie ein St&uuml;ck Eindeutigkeit in einer viel zu komplexen Welt. Es erinnert mich an den Baumarkt: Ich will doch einfach nur Grau!</p><h2><strong>Was mich Eindeutigkeit kostet</strong></h2><p>Wenn ich gut gemachte Pro-und-Contra-Formate zu politischen Themen im Radio h&ouml;re, bin ich oft erleichtert. Nicht selten kann ich n&auml;mlich beiden Seiten etwas abgewinnen und stimme keiner vollst&auml;ndig zu. Ich bin froh, wenn Journalistinnen und Journalisten zu einem strittigen Thema unterschiedliche Nuancen aufzeigen, die &ndash; jeweils in ihrem Kontext &ndash; eine gewisse Berechtigung haben. Wenn ich nur <em>Pro</em> oder nur <em>Contra</em> zustimmen will, sollte ich mich fragen, ob ich nicht etwas &uuml;bersehe.</p><p>Denn Eindeutigkeit hat einen Haken: Sie klebt wie ein Etikett auf Dingen oder Menschen. Wenn ich nur noch pro oder contra &uuml;ber jemanden denke, verkenne ich die F&uuml;lle an Gr&uuml;nden, Motiven und die jeweilige Biografie, die hinter einer Position stehen kann.</p><blockquote><p>Ich kann Politikerinnen und Politiker von den extremen R&auml;ndern f&uuml;r ihre Meinung ablehnen &ndash; und trotzdem versuchen, zu verstehen, warum sie so ticken, statt ihnen pauschal die Menschenw&uuml;rde abzusprechen.</p></blockquote><h2><strong>Jeder Mensch hat W&uuml;rde &ndash; unabh&auml;ngig von seiner Meinung</strong></h2><p>Das f&auml;llt mir bei gewissen r&uuml;cksichtslos agierenden Machthabern oder bei Menschen, die in meinem Umfeld immer wieder Grenzen &uuml;berschreiten, schwer. Trotzdem versuche ich zu differenzieren: Was lehne ich an diesem Menschen ab &ndash; und warum? Wie kommt er oder sie zu dieser Denkweise oder diesem Verhalten? Welchen Wert hat dieser Mensch unabh&auml;ngig davon, was ich &uuml;ber ihn denke?</p><p>Allein die Tatsache, dass Gott jedem Menschen von Geburt an W&uuml;rde verliehen hat, verbietet es mir, sie ihm abzusprechen &ndash; ganz gleich, ob mir jemand nur schr&auml;g vorkommt oder ob Menschenw&uuml;rde f&uuml;r ihn selbst ein Fremdwort ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn ich Menschen auf etwas Eindeutiges reduziere, muss ich mir bewusst sein: Das steht nicht in Einklang mit ihrer Menschenw&uuml;rde.</p></blockquote><h2><strong>Reife statt Relativismus</strong></h2><p>Nun k&ouml;nnte man mir vorwerfen, dass ich relativiere: Weil ich mich nicht klar positionieren will, sondern auf Zwischent&ouml;ne verweise. Aber Nuancen zu erkennen, bedeutet nicht, dass alles gleichg&uuml;ltig w&auml;re. Nuancen sehen hei&szlig;t: besser hinschauen, pr&auml;ziser urteilen und gerechter &uuml;ber andere reden.</p><p>Die Forderung nach Eindeutigkeit wird oft mit Emp&ouml;rung vorgetragen. Doch Emp&ouml;rung ist kein guter Ratgeber. Sie kann mein Denken vernebeln und einseitig machen.</p><p>Wenn ich Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Gegenposition aufbringe, bedeutet das nicht, dass ich sie teile oder guthei&szlig;e. Ich versuche lediglich, hinter diese Position zu blicken: Wie ist sie entstanden? Welche Emotionen und Bed&uuml;rfnisse speisen sie? Welche Not steckt eventuell dahinter? Gr&ouml;&szlig;eres Verst&auml;ndnis f&uuml;r die andere Seite kann Barmherzigkeit statt Ablehnung wecken &ndash; und Verantwortung f&ouml;rdern.</p><blockquote><p>Denn wenn ich Dinge oder Menschen nicht pauschal ablehne, bin ich gezwungen, mein Verh&auml;ltnis zu ihnen auszuloten.</p></blockquote><p>Vielleicht sehe ich mich moralisch dann sogar zum Handeln verpflichtet. Beides ist anstrengend &ndash; besonders, wenn mein Denken m&uuml;de geworden ist. Aber generell ist es eine gute &Uuml;bung f&uuml;r den eigenen Horizont, auch mal andere Perspektiven einzunehmen als die gewohnte.&nbsp;</p><h2><strong>Wie entdecke ich Graut&ouml;ne?</strong></h2><p>Ganz ehrlich: Ich sehe auch nicht &uuml;berall sofort jede Nuance. Mein Denken ist oft genauso ersch&ouml;pft wie das vieler anderer Menschen. Wenn ich merke, dass ich in Mental Load versinke, muss ich zuerst Entlastung schaffen. Das hei&szlig;t f&uuml;r mich: weniger Nachrichten, weniger Scrollen, daf&uuml;r lieber ein Spaziergang an der frischen Luft mehr, bei dem meine medial verfetteten Gedanken wieder in Trab kommen.</p><p>Und dann gilt es:</p><h3><strong>1. Hinterfrage, was du zu wissen glaubst</strong></h3><p>Was wei&szlig; ich wirklich &uuml;ber das Thema, das mich gerade aufregt, und was glaube ich nur zu wissen? K&ouml;nnte es sein, dass ich mich irre? Wer erz&auml;hlt mir da eigentlich was? Gibt es M&ouml;glichkeiten, selbst Erfahrungen dazu zu machen?</p><p>Ich h&auml;tte &uuml;ber die Gefl&uuml;chteten in unserer Stadt pauschal sagen k&ouml;nnen: &bdquo;Die geh&ouml;ren hier alle nicht her!&ldquo; Stattdessen habe ich einige im Asylbewerberheim gegen&uuml;ber besucht und dabei ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt.&nbsp;</p><p>Manche Begegnungen haben das Klischee bedient, weil ich bei diesen Leuten kaum Bereitschaft wahrnahm, sich einzuleben, unsere Sprache zu lernen oder zu arbeiten. Andere Gefl&uuml;chtete hingegen haben mich mit ihrem Willen tief beeindruckt, ihr Leben trotz aller Widerst&auml;nde in diesem Land neu aufzubauen. Einer davon sprach vor einigen Jahren noch kein Wort Deutsch. Inzwischen ist er stellvertretender Leiter eines Kindergartens und schreibt demn&auml;chst seine Doktorarbeit in unserer Sprache.</p><p>Zwischen diesen Polen gibt es alles an Menschen &ndash; und genau das gilt es zu unterscheiden, statt pauschale Urteile zu f&auml;llen. Das ist meine pers&ouml;nliche Erfahrung.</p><h3><strong>2. Denk dich in die Gegenposition hinein!</strong></h3><p>Ich muss eine Gegenposition nicht annehmen, aber ich kann versuchen, sie nachzuvollziehen. Das hilft nicht nur, meine eigenen Argumente zu sch&auml;rfen, sondern kann mich unter Umst&auml;nden sogar &uuml;berraschen. Vielleicht ist die Position, die ich ablehne, gar nicht so abwegig, wie ich zuerst dachte. Und die Menschen, die ich nicht verstehen konnte, sind gar nicht die B&ouml;sewichte, f&uuml;r die ich sie gehalten habe.</p><p>Erneut: Hierbei geht es nicht ums Relativieren. Unrecht bleibt Unrecht. Die interessante Frage lautet eher, was Menschen dazu bewegt, Unrecht zu tun &ndash; und wie ich ihnen trotzdem mit einem angemessenen Ma&szlig; an Respekt begegnen kann, ohne die Tat kleinzureden.</p><blockquote class="noshare"><p>Der Schl&uuml;ssel lautet: Trenne Person und Position. Ich kann Aussagen und Taten kritisieren, ohne den Menschen dahinter abzuwerten.</p></blockquote><p>Das entsch&auml;rft &uuml;brigens auch den Satz, den man in letzter Zeit h&auml;ufiger h&ouml;rt, wenn es um verfeindete politische Lager geht: &bdquo;Mit solchen Menschen redet man nicht!&ldquo;</p><h3><strong>3. Erweitere dein Vokabular</strong></h3><p>Schwarz-Wei&szlig;-Denken ist energieeffizient, f&uuml;hrt aber leider auch zu einer gewissen geistigen Starre, die &Auml;ngste verst&auml;rken kann. Hier hilft es, verallgemeinernde Reizw&ouml;rter zu identifizieren. Solche sind unter anderem: immer, jeder, alle, nie, st&auml;ndig, man, keiner, niemand, einzig, nichts, nur.</p><p>W&ouml;rter wie diese zeigen mir eine Extremposition meines Denkens an. Hier einige Beispiele:</p><ul><li><em>Alle</em> Politiker l&uuml;gen uns an!</li><li><em>Jeder</em> wei&szlig; doch, dass die Presse <em>nur</em> Mist schreibt!</li><li>Die Partei XY ist die <em>Einzige</em>, die man als Christ noch w&auml;hlen kann!</li><li><em>Die</em> haben doch <em>keine Ahnung</em>!</li></ul><p>Zu vielem, was hier kursiv gesetzt ist, gibt es ein Gegenteil. Und nicht nur das: Dazwischen finden sich viele Nuancen, die sich unterschiedlich ausdr&uuml;cken lassen. Unter anderem so:</p><ul><li><em>Manche</em> Politiker l&uuml;gen uns an. Aber es gibt auch solche, die gewissenhaft handeln und nicht nur das eigene Wohl im Blick haben.</li><li>In der Presse wird <em>viel</em> Mist geschrieben, aber nicht ausschlie&szlig;lich.</li><li>Die Partei XY ist <em>eine</em>, in deren Programm ich meine Auffassung vom christlichen Glauben wiederfinde. Andere Parteien vertreten <em>zum Teil</em> aber auch Positionen, die ich teile.</li><li>Ich unterstelle &bdquo;denen&ldquo;, dass sie &uuml;ber <em>weniger</em> Wissen hinsichtlich eines bestimmten Themas verf&uuml;gen, als ich es f&uuml;r angemessen halte. Ich &ouml;ffne mich jedoch f&uuml;r die M&ouml;glichkeit, dass ich mich irre.</li></ul><p>Zu behaupten, Verallgemeinerungen seien nie gut, w&auml;re wiederum eine Verallgemeinerung. Aber in vielen F&auml;llen sind sie tats&auml;chlich nicht hilfreich.</p><h2><strong>Auf welcher Seite steht eigentlich Gott?</strong></h2><p>Leider finden wir verallgemeinerndes Lagerdenken auch unter Christen. Es beginnt dort, wo ich meine Auffassung des christlichen Glaubens absolut setze und das, was ich f&uuml;r die Wahrheit halte, als allgemeing&uuml;ltig erkl&auml;re. Dann sage ich etwa: Die Wahrheit, an die ich glaube, steht so in der Bibel. Das sei also gar nicht meine Auffassung, sondern die von Gott. Dieses Beharren kann mir die Unbequemlichkeit ersparen, mich mit anderen theologischen Positionen auseinanderzusetzen oder Zweifel an der eigenen Rechtgl&auml;ubigkeit zuzulassen.&nbsp;</p><p>Wenn ich mir versichere, Gott auf meiner Seite zu haben, kann er ja nicht auf der anderen Seite stehen, oder?</p><h2><strong>Spannungen aushalten, statt absolute Wahrheiten verk&uuml;nden</strong></h2><p>Gestattet mir diese pers&ouml;nliche Ansicht: Ein reifer Glaube ist meines Erachtens keiner, der auf seiner Position beharrt und alles davon Abweichende ablehnt.</p><blockquote><p>Glaube ist kein Standpunkt, sondern ein stetiges Weiterentwickeln. Er lebt von der pers&ouml;nlichen Beziehung eines Menschen zu Gott, die jeder auf seine eigene Weise lebt.</p></blockquote><p>Und ganz besonders lebt Glaube von Fragen, Spannungen und Ambivalenz. Kein Mensch kann nachvollziehbar erkl&auml;ren, wie Jesus zugleich Mensch und Gott sein kann. Das sprengt unsere Logik.</p><p>Mit dieser Spannung leben wir als Christen. Daher denke ich, dass wir auch weitaus geringere Ambivalenzen aushalten k&ouml;nnen, ohne uns gegenseitig den Glauben abzusprechen.</p><p>Die Bibel ist ein Buch voller vordergr&uuml;ndig klarer Aussagen, die nach einigem Nachdenken tiefer und manchmal r&auml;tselhaft erscheinen. Daraus k&ouml;nnen wir Positionen herauslesen, die sich gemeinschaftlich teilen lassen. Aber die Wahrheit dahinter k&ouml;nnen wir nicht besitzen &ndash; sie geh&ouml;rt uns nicht.</p><p>Inmitten all dieser Nuancen und Graut&ouml;ne bleibt uns am Ende eine Zusage: Gott ist gn&auml;dig. Und Jesus ist uns als Weg, Wahrheit und Leben R&auml;tsel und Antwort zugleich.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17299135.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Sat, 14 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Fotograf bringt Licht ins Dunkel]]></title>
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      <description><![CDATA[Die Ausstellung „Aus allen Schatten“ von Dietmar Roller gibt erschreckende Einblicke in moderne Sklaverei. ERF-Reporterin Johanna Hörnle hat sie besucht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122966.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Dietmar Roller</figcaption></figure><p>Fotografieren Sie gerne? Mit einer Kamera oder mit dem Smartphone kann man Momente f&uuml;r immer festhalten. Fotos bilden die Realit&auml;t ab &ndash; wir sehen das, was wirklich da ist.</p><figure class="image round erf-imagezoom right"><img alt="Dietmar Rolle, Copyright: Helge Eisenberg" height="666" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122973.jpg" width="1000" /><figcaption><a href="https://www.dietmarroller.de/about">Dietmar Roller</a> ist Fotograf und leitete als Menschenrechtsexperte zw&ouml;lf Jahre <a href="https://ijm-deutschland.de/">IJM Deutschland</a>. (Copyright: Helge Eisenberg)</figcaption></figure><p>F&uuml;r den Menschenrechtsexperten Dietmar Roller ist Fotografieren &bdquo;Malen mit Licht&ldquo;. Er war langj&auml;hriger Vorstandsvorsitzender der <a href="https://ijm-deutschland.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">International Justice Mission (IJM)</a> in Deutschland. Au&szlig;erdem ist Roller seit mehr als 30 Jahren mit seiner Kamera auf der ganzen Welt unterwegs und bringt Licht ins Dunkel.</p><p>Egal ob in Ghana, &Auml;thiopien oder Bangladesch: Dietmar Roller kennt die Orte moderner Ausbeutung, Armut und Sklaverei. Bei seiner Arbeit ist ihm wichtig:&nbsp;</p><blockquote><p>&bdquo;Ich fotografiere nicht, um Elend zu zeigen, sondern um Wahrheit sichtbarer zu machen.&ldquo;&nbsp;</p></blockquote><p>Zurzeit stellt er seine Fotos in der <a href="https://leica-camera.com/de-DE/Leica-Galerien/Leica-Galerie-Wetzlar?srsltid=AfmBOooxuMq-5GOv5UqTZPIp1DobIXDfBXZoqiHyT_MQl5ByyBqoXbN9" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Leica Galerie Wetzlar</a> aus. Ich habe die Ausstellung f&uuml;r den ERF besucht und m&ouml;chte einen kurzen Einblick in meine Eindr&uuml;cke geben.</p><h2><strong>Hinter jedem Gesicht steht eine Geschichte</strong></h2><p>An einem verregneten Nachmittag betrete ich die Leica Galerie. Es ist ein gro&szlig;er, heller Raum mit wei&szlig;em Marmorboden. Ich denke an Wohlstand, Sicherheit und Freiheit. Rollers Fotos hingegen erz&auml;hlen Geschichten von Menschen, die unter unw&uuml;rdigen Bedingungen leben und arbeiten m&uuml;ssen. Jeden Tag aufs Neue schuften sie hart und sind teilweise Lebensgefahr ausgesetzt, um sich ihr t&auml;gliches Brot zu verdienen.&nbsp;</p><p>Der Name der Ausstellung &bdquo;Aus allen Schatten&ldquo; ist Programm: Mit seinen Fotos zeigt Dietmar Roller eindr&uuml;cklich Menschen und ihre Schicksale. Hinter jedem Gesicht, das ich auf den Bildern sehe, steckt eine eigene Geschichte. Ich bin beeindruckt, wie die Menschen trotz schwieriger Umst&auml;nde ihren Alltag meistern.</p><p>Die Ausstellung von Roller ist vielf&auml;ltig. Ich sehe viele Orte, viele Menschen und viel Leid. Tiefere Einblicke liefern Informationen neben den Fotos und ein Audio-Guide auf Spotify. Einige Arbeiter starren mich aus m&uuml;den Augen an, doch viele schauen auch aufgeweckt in Rollers Kamera.</p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><h2><strong>In unserem Gold stecken Kinderarbeit und Tr&auml;nen&nbsp;</strong></h2><p>Ich stehe einem jungen M&auml;dchen gegen&uuml;ber, sie schaut mich direkt an. Ihre H&auml;nde sind voller Lehm, ihre Kleidung schmutzig von der harten Arbeit. Ihr Blick ist bestimmt, nicht &auml;ngstlich. Sie steht vor einem dreckigen Wasserloch. Im Hintergrund arbeiten M&auml;nner und Frauen. In geb&uuml;ckter Haltung sind sie auf der Suche nach Gold in der braunen Br&uuml;he. Dietmar Roller hat sie in &Auml;thiopien getroffen und erz&auml;hlt im Audioguide:</p><p><em>Dieses M&auml;dchen ist erst 12 Jahre alt. Sie ist mir aufgefallen, weil sie Schwerstarbeit verrichtet hat, indem sie den vollen Eimer hin und her getragen hat. Interessant und vor allen Dingen schlimm ist, dass es sich hier nicht um voll mit Gold angereichertes Material handelt, sondern dieses Material schon drei Waschungen hinter sich hat. Das hei&szlig;t, andere haben dieses Material schon benutzt, haben Gold herausgewaschen und es wurde immer billiger weiterverkauft.&nbsp;</em></p><p><em>Am Ende sind es die &Auml;rmsten der Armen, die zum letzten Mal diesen ausgewaschenen Sand kaufen, um das letzte Qu&auml;ntchen an Gold herauszuwaschen. Wir k&ouml;nnen nicht sicher sein, ob in unseren Eheringen und in unserem Schmuck nicht die Tr&auml;nen und die Hoffnungslosigkeit dieses M&auml;dchens mit drin ist. Denn das Gold wird ganz stark vermischt und man kann in den Lieferketten gar nicht sagen, woher es am Ende kommt.</em></p><blockquote><p><em>Das ist schlimm, weil in vielem von diesem Gold Kinderarbeit und Ausbeutung mit drin ist, die an die Grenzen des Machbaren und Belastbaren gehen.</em></p></blockquote><h2><strong>Arbeit im M&uuml;ll: Lebensgefahr oder &Uuml;berlebenschance?</strong></h2><p>Die verborgene Realit&auml;t hinter Rollers Fotos ist oft erschreckend. In Ghana besuchte er eine M&uuml;llhalde. Das h&ouml;rt sich erstmal nicht spektakul&auml;r an, doch es gelang ihm nur durch Beziehungsarbeit, &uuml;berhaupt auf das gef&auml;hrliche Gel&auml;nde zu kommen.</p><p>Vor einem Foto von dort bleibe ich h&auml;ngen. Eine Wolke aus Feuer und Qualm kommt mir entgegen. Ein junger Mann schaut angestrengt auf seine Arbeit. Er st&ouml;&szlig;t ein Kn&auml;uel aus Elektroschrott und Kabeln in die hei&szlig;e Glut. Diese entz&uuml;nden sich. Die Flammen lodern und Funken spritzen. Die Momentaufnahme wirkt bedrohlich. Ich kann die Gefahr, den bei&szlig;enden Qualm fast schon riechen.</p><p>Im Hintergrund arbeiten geb&uuml;ckt weitere M&auml;nner, die mit ihren H&auml;nden in der Asche nach etwas Verwertbaren suchen. Rundherum liegt M&uuml;ll, ein paar K&uuml;he stehen Hintergrund. Dietmar Roller ist mit den Arbeitern ins Gespr&auml;ch gekommen. Er berichtet im Audioguide:&nbsp;</p><p><em>4&nbsp;000 Menschen arbeiten da und sie leben von dem, was wir an Schrott produzieren.&nbsp;</em></p><blockquote><p><em>Jetzt k&ouml;nnte man sagen, die leben davon und das ist gut, aber sie leben eben nicht nur davon, sie sterben auch daran.</em></p></blockquote><p><em>&nbsp;Blei schmilzt, Quecksilber und Cadmium werden frei und am Ende hat man junge M&auml;nner und Frauen, die vergiftet sind und krank werden und nur, um ihr &Uuml;berleben zu sichern.</em></p><p><em>Dieses eine Bild ist exemplarisch und steht f&uuml;r viele, viele andere. Es steht f&uuml;r verzweifelte Menschen, f&uuml;r Gesichter. Es steht aber auch f&uuml;r Hoffnung. Insofern, dass sie sagen: &bdquo;Wir m&uuml;ssen unsere Kinder zur Schule schicken. Wir haben hier ein Brot und ein &Uuml;berleben.&ldquo; Aber es ist ein teuer erkauftes.</em></p><h2><strong>Ungerechtigkeit wird sichtbar</strong></h2><p>Rollers Fotos machen auf die Schattenseiten unserer globalisierten Welt aufmerksam. Sie zeigen, dass Sklaverei kein Relikt aus der Vergangenheit ist. Laut der IJM leben heutzutage 50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Weltweit werden Menschen festgehalten, ausgebeutet und missbraucht. Sie m&uuml;ssen f&uuml;r einen Hungerlohn stundenlang schuften, zum Beispiel in Bekleidungsfabriken, im Bauwesen oder der Landwirtschaft. Moderne Arbeitssklaven schrauben unsere Handys zusammen, n&auml;hen unsere T-Shirts, fertigen Spielzeug an und arbeiten in Zwangsprostitution.&nbsp;</p><p>Neben der wertvollen Arbeit von Organisationen wie der IJM, die Betroffene befreien, T&auml;ter &uuml;berf&uuml;hren und Rechtssysteme st&auml;rken, tragen auch Fotoausstellungen wie die von Dietmar Roller dazu bei, Ungerechtigkeit sichtbar zu machen.&nbsp;</p><p>Obwohl seine Fotos oft Gesichter des Leids zeigen, bin ich beeindruckt von der St&auml;rke und dem Lebenswillen, den diese Menschen ausstrahlen.&nbsp;</p><blockquote><p>Seine Momentaufnahmen stehen im Letzten nicht f&uuml;r Schw&auml;che, sondern erz&auml;hlen von W&uuml;rde, Gerechtigkeit und Hoffnung auf ein besseres Leben.&nbsp;</p></blockquote><p>Der Besuch der Fotoausstellung hat mich pers&ouml;nlich sehr bewegt und mir die Augen ge&ouml;ffnet f&uuml;r moderne Sklaverei weltweit. Die Ausstellung kann noch bis zum 15. April in der Leica Galerie Wetzlar besucht werden.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Johanna Hörnle</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17297093.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Johanna Hörnle]]></author>
      <pubDate>Wed, 11 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Liebst du schon deinen Feind?]]></title>
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      <description><![CDATA[Wenn aus Feinden Liebende werden, sieht das in der Bibel ganz anders aus als im Liebesroman. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122318.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Keira Burton /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>&bdquo;Ich hasse dich!&ldquo; Wenn die h&uuml;bsche Heldin diesen Satz w&uuml;tend dem unnahbaren Mr. Right zuwirft, schl&auml;gt mein Herz h&ouml;her. Sobald es um Liebesgeschichten geht, fahre ich voll auf &bdquo;Enemies to Lovers&ldquo; ab. So nennt man es im Fachjargon, wenn zwei Menschen, die sich zu Beginn spinnefeind sind, am Ende verliebt in den Sonnenuntergang reiten.</p><h2><strong>K&ouml;nnen aus Feinden Liebende werden?</strong></h2><p>Ob Klassiker wie &bdquo;Der Widerspenstigen Z&auml;hmung&ldquo; und &bdquo;Stolz und Vorurteil&ldquo; oder moderne Adaptionen wie &bdquo;10 Dinge, die ich an dir hasse&ldquo; oder &bdquo;Bridget Jones&ldquo;, der Reiz liegt in der Idee, dass aus Feinden Liebende werden. Eine sch&ouml;ne und irgendwie sogar biblische Idee, die im realen Leben jedoch oft keinerlei Substanz hat.</p><p>Schon in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stolz_und_Vorurteil" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Stolz und Vorurteil&ldquo;</a> braucht die taffe Miss Bennet lange, um Mr. Darcys abf&auml;llige Worte &uuml;ber sich und ihre Familie zu verzeihen. Viele Monate n&auml;hrt sie diese Kr&auml;nkung und glaubt sogar den L&uuml;gen anderer &uuml;ber den verhassten Mann.</p><h2><strong>Erste Eindr&uuml;cke hallen nach</strong></h2><p>Das verstehe ich nur zu gut. Auch mir f&auml;llt es leicht, Schlechtes &uuml;ber jemanden anzunehmen, der mich gekr&auml;nkt, verletzt oder sogar beleidigt hat. Nach dieser Verletzung lasse ich selbst Freundlichkeit nicht mehr an mich heran, weil ich sie f&uuml;r aufgesetzt oder manipulativ halte. Nicht grundlos war der Originaltitel des Romans &bdquo;First Impressions&ldquo; (Erste Eindr&uuml;cke).</p><blockquote class="noshare"><p>Denn letztlich geht es in Enemies-to-Lovers-Stories immer darum: Die beiden Figuren haben eine vorgefasste Meinung vom anderen, meist in Zusammenhang mit einer erlebten Verletzung.&nbsp;</p></blockquote><p>Erst St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck erleben sie, dass der andere in Wahrheit eben doch kein Monster, sondern eigentlich ganz nett, vielleicht sogar liebenswert ist. Der Blick ver&auml;ndert sich und der Weg wird frei f&uuml;rs Liebesgl&uuml;ck.</p><h2><strong>Wenn aus Feinden keine Liebenden werden</strong></h2><p>Im wahren Leben kommen wir oft nicht so weit. Da bleiben erste Eindr&uuml;cke, Kr&auml;nkungen und Verletzungen einzementiert. Ein Perspektivwechsel? Fehlanzeige! Ist etwa aus der Klassenkameradin, die &uuml;ber dich gel&auml;stert hat, deine beste Freundin geworden? Oder aus dem Dozenten, der dich vor dem ganzen Kurs blo&szlig;gestellt hat, dein Lieblingsprofessor? Wahrscheinlich nicht.</p><p>Vermutlich hast du viel eher wie ich deine Abneigung gehegt und gepflegt. Gestichelt, gel&auml;stert und &uuml;ber deinen &bdquo;Feind&ldquo; geklagt. Eine menschliche, aber keine sehr christliche Reaktion. Denn in der Bibel fordert Jesus uns zur &bdquo;Feindesliebe&ldquo; auf.</p><h2><strong>Ein 1. Schritt zur Feindesliebe: Einander ertragen</strong></h2><p>Das bedeutet nicht, dass ich mit der Person, die mir Schaden zugef&uuml;gt hat, am Ende vor dem Traualtar lande. Und es geht auch nicht gleich darum, sich um einer h&ouml;heren Sache willen irgendwie zusammenzuraufen &ndash; wie man es aus anderen Genres wie Krimis oder Actionfilmen kennt. Das w&auml;re sch&ouml;n, gelingt aber nicht immer.</p><p>Erstmal geht es Jesus um etwas viel Grundlegenderes. Der Apostel Paulus bringt das im Kolosserbrief sch&ouml;n auf den Punkt: <em>&bdquo;Ertragt einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Kolosser3%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank">Kolosser 3,13</a>).</p><blockquote><p>Ein erster Schritt hin zu biblischer Feindesliebe ist nicht, den anderen pl&ouml;tzlich doch ganz nett zu finden, sondern ihn zu &bdquo;ertragen&ldquo;, wie er ist, und ihm sein Fehlverhalten zu vergeben.</p></blockquote><p>Das ist schon eine immens hohe Forderung, die sich oft viel zu hoch anf&uuml;hlt.</p><h2><strong>Bitterkeit loslassen &ndash; so wird es m&ouml;glich</strong></h2><p>Denn wir Menschen verletzen einander am laufenden Band. Es ist kein Zufall, dass Paulus seine ermahnenden Worte nicht an zwei Kriegsparteien richtet. Er schreibt sie bewusst an eine Gemeinde und damit an eine Gemeinschaft, in der man eigentlich erwartet, auf derselben Seite zu stehen.</p><p>Mein Feind &ndash; das ist nicht nur der arrogante Professor oder die fiese Schulkameradin. Zu meinem Feind kann auch mein Bruder im Glauben werden, mein Vater, meine Mutter oder sogar mein Ehepartner. &Uuml;berall, wo ich mit Menschen zusammen bin, erlebe ich Verletzungen. Dann kann es passieren, dass diese Kr&auml;nkungen mir komplett den Blick auf die andere Person verstellen. So wie es in Enemies-to-Lovers-Geschichten der Fall ist.</p><blockquote class="noshare"><p>Dann brauche ich kein T&ecirc;te-&agrave;-T&ecirc;te im Regen mit Fastkuss &ndash; so toll das auf gro&szlig;er Leinwand auch wirkt. Ich brauche eine Herzensver&auml;nderung.</p></blockquote><p>Ich brauche die Gewissheit, dass die erlebte Abwertung nichts an meinem Wert als Mensch &auml;ndert. Ich brauche die Erkenntnis, dass ich selbst genauso verletzend sein kann und oft auch bin. Und ich brauche Gottes Kraft, um meine Bitterkeit loszulassen und dazu bereit zu werden, den anderen zu ertragen und ihm irgendwann zu vergeben. &Uuml;brigens selbst dann, wenn er sich am Ende nicht als strahlender Mr. Right herausstellt, sondern ein Mistkerl bleibt.</p><h2><strong>Ein Happy End der anderen Art</strong></h2><p>Bist du bereit, dich auf diese gottgewollte Version von Enemies-to-Lovers einzulassen? Vielleicht &uuml;berrascht Gott dich und aus deinem Feind wird ein Mensch, den du von Herzen lieben kannst. Denn wenn wir anderen mit Freundlichkeit begegnen, ver&auml;ndert das oft auch ihre Haltung uns gegen&uuml;ber.</p><p>Vielleicht bleibt dein pers&ouml;nlicher Feind aber auch verletzend, doch du erlebst, wie Gott es segnet, dass du den Weg der Vergebung&nbsp;einschl&auml;gst.&nbsp;Eventuell tr&ouml;stet&nbsp;und ermutigt&nbsp;er dich auf besondere Weise, wenn du&nbsp;Kr&auml;nkungen durchlebst. Oder er&nbsp;schenkt&nbsp;dir Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, warum der andere sich so verletzend verh&auml;lt schenkt.</p><blockquote><p>Ganz gleich, wie deine Geschichte am Ende ausgeht, du wirst sehen: Deine Bitterkeit loszulassen, bereichert nicht nur&nbsp;dein Leben, sondern gibt anderen&nbsp;auch&nbsp;eine Ahnung davon, wie&nbsp;gn&auml;dig Gott ist.</p></blockquote><p>Und zwar&nbsp;selbst dann,&nbsp;wenn das Happy End im Sonnenuntergang ausbleibt.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17295888.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Wenn Filme nachwirken]]></title>
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      <description><![CDATA[Bewusster schauen: Welche Bilder dürfen in uns wohnen, welche nicht? Tipps für gesünderen Medienkonsum]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122728.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gorodenkoff /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>In meiner Kindheit haben meine Eltern bei manchen Filmen gespult. Nicht oft, aber bei bestimmten Szenen. Als Kind fand ich das nervig. Ich wollte ja wissen, was da passiert. Damals f&uuml;hlte es sich nach Einschr&auml;nkung an. Heute wei&szlig; ich: Meine Eltern wollten nicht meine Neugier bremsen, sondern mein Inneres sch&uuml;tzen.&nbsp;</p><p>Sp&auml;ter habe ich vieles selbst geschaut: Filme, Serien, Geschichten aller Art. Erst mit etwas Abstand habe ich gemerkt: Manche Bilder gehen nicht einfach vorbei, wenn der Film endet. Sie bleiben &ndash; manchmal l&auml;nger, als mir lieb ist.&nbsp;</p><h2>Wenn Bilder bleiben&nbsp;</h2><p>Eine Szene aus einem Film hat sich mir besonders eingepr&auml;gt &ndash; eine Szene, in der eine Gestalt erst beherrscht wirkt und dann in eindringlichen Bildern ihre ganze Dunkelheit entfaltet. Nachdem ich sie gesehen hatte, ist erst einmal nichts passiert. Doch irgendwann kam sie nachts wieder &ndash; nicht im Film, sondern in Albtr&auml;umen. Und ich wusste nicht, wie ich diese Bilder wieder loswerden konnte.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Heute w&uuml;rde ich sagen: Diese Bilder waren st&auml;rker, als ich dachte.</p></blockquote><p>Diese und weitere Erfahrungen besch&auml;ftigen mich bis heute. Deswegen m&ouml;chte ich einmal kritisch die Frage stellen: Was machen Filme und Serien eigentlich mit uns &ndash; innerlich, leise, vielleicht unbemerkt?&nbsp;&nbsp;</p><p>Pers&ouml;nlich versuche ich seit dieser Erfahrung genauer hinzuschauen, was bestimmte Inhalte mit mir machen. Mir helfen dabei ein paar Fragen, um bewusster mit Filmen und Serien umzugehen &ndash; vor, w&auml;hrend und nach dem Schauen.&nbsp;</p><h2><strong>Vor dem Film: Was lasse ich an mich heran?</strong>&nbsp;</h2><p>Bevor ich einen Film starte, frage ich mich heute bewusster: Ist das etwas, das ich wirklich sehen will &ndash; oder schaue ich es nur, weil es gerade alle sehen und jeder dar&uuml;ber spricht? Ganz praktisch hilft mir dabei Folgendes:&nbsp;</p><h3><strong>Trailer und Inhaltsangaben ernst nehmen</strong>&nbsp;</h3><p>Ein Trailer ist mehr als nur Werbung; er gibt mir einen ersten Hinweis darauf, welche Stimmung und welche Bilder mich im Film erwarten. Merke ich schon beim Trailer, dass mich bestimmte Szenen oder die Handlung belasten, schaue ich mir den Film erst gar nicht an. &nbsp;</p><p>Auch wenn ich manchmal bef&uuml;rchte, zu viel vorab verraten zu bekommen: Es lohnt sich, diesen kurzen Vorgeschmack bewusst zu nutzen, um Atmosph&auml;re und Bildsprache eines Films schon vorab zu pr&uuml;fen.&nbsp;</p><h3><strong>Die Altersfreigabe nicht abtun</strong>&nbsp;</h3><p>Es gibt Menschen, die die Pr&uuml;farbeit f&uuml;r uns bereits &uuml;bernommen haben &ndash; und die stehen hinter der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft.&nbsp;</p><blockquote><p>Auch wenn FSK-Angaben nicht immer perfekt sind und einzelne Einstufungen durchaus umstritten sein k&ouml;nnen, steckt dort echte Arbeit drin, die uns wertvolle Orientierung geben kann.</p></blockquote><p>Ich muss gestehen, dass ich lange selbst nicht genau wusste, was dort eigentlich gepr&uuml;ft wird. Die FSK entscheidet, f&uuml;r welche Altersgruppen bestimmte Filme geeignet sind. Dabei diskutieren die Pr&uuml;fer unter anderem den Umgang mit Gewalt, die Darstellung von Nacktheit und sogar die Musikauswahl im Film. &nbsp;</p><p>Als Jugendlicher fand ich, dass das rote FSK-18-Zeichen auf einem Cover immer besonders gef&auml;hrlich und geheimnisvoll wirkte. Vielleicht sieht es auch nicht ohne Grund wie ein Warnschild aus.&nbsp;</p><p>Im &ouml;ffentlichen Raum sind die FSK-Vorgaben bindend. Wer noch nicht 18 ist, darf keine FSK-18-Kinofilme besuchen. Interessant ist dabei eine Ausnahme bei der FSK-12-Einstufung: In Begleitung eines Erwachsenen d&uuml;rfen auch Kinder ab sechs Jahren eingelassen werden. Das zeigt, dass die Anwesenheit einer &auml;lteren, erfahreneren Person einen echten Unterschied machen kann.&nbsp;</p><p>Nun bin ich selbst &uuml;ber 18 Jahre. Kann mir das also egal sein? Vielleicht br&auml;uchten wir noch weitere Kategorien, etwa &bdquo;Nur geeignet f&uuml;r emotional stabile Erwachsene&ldquo;. Denn was ich konsumiere, formt mich. Bestimmte Bilder und Weltanschauungen dringen durch Filme in mein Inneres &ndash; unabh&auml;ngig davon, ob ich 17 oder 35 bin. Doch dass die FSK bei 18 aufh&ouml;rt, ist konsequent: Ab da sind wir rechtlich selbst verantwortlich. &nbsp;</p><h3><strong>Auf Beteiligte und Genres achten</strong>&nbsp;</h3><p>Manche Schauspieler oder Regisseure stehen f&uuml;r leidenschaftliche, stark aufgeladene Geschichten. Oft ahne ich schon beim Lesen der Namen, dass mich ein Film herausfordern wird, noch bevor ich eine einzige Szene gesehen habe.&nbsp;</p><p>Auch Genreangaben sind ein hilfreicher Anhaltspunkt. Ob Krimi, Psychothriller oder Mysteryfilm &ndash; bei Unsicherheit gibt das Genre eine schnelle erste Orientierung. Auch eine Filmrezension kann helfen, wenn Filme oder Serien scheinbar mehrere Genres bedienen. Denn meist &uuml;berwiegt doch ein Genre und da ist entscheidend, dass ich mit diesem Genre emotional klarkomme.&nbsp;</p><p>All diese Informationen vor dem Schauen einzuholen und abzuw&auml;gen, ist f&uuml;r mich Teil eines bewussten Umgangs mit Filmen. Es sind keine gro&szlig;en Entscheidungen &ndash; eher kleine Schritte. Aber sie helfen mir, auf mein Inneres zu h&ouml;ren, bevor bewegte Bilder es ungefragt pr&auml;gen.&nbsp;</p><h2><strong>W&auml;hrenddessen: Dranbleiben oder aussteigen?</strong>&nbsp;</h2><p>Heute merke ich oft schneller als fr&uuml;her: Das tut mir gerade nicht gut. Manchmal ist dieses Gef&uuml;hl sofort da, manchmal erst nach ein paar Minuten, bei einer Serie manchmal auch erst nach der ersten Folge. Dann stellt sich die Frage: Schalte ich jetzt ab?&nbsp;</p><p>Ja. Auch mitten im Film. Auch ohne gro&szlig;e Erkl&auml;rung, wenn andere dabei sind. Das ist leichter gesagt als getan &ndash; gerade wenn die Gruppe weiterschaut und niemand sonst ein Problem mit dem Film zu haben scheint.&nbsp;</p><p>Aber der soziale Druck, durchzuhalten, ist kein gutes Argument.&nbsp;</p><blockquote><p>Was andere verkraften, muss ich nicht auch verkraften. Und was mich belastet, darf ich benennen, ohne es ausf&uuml;hrlich begr&uuml;nden zu m&uuml;ssen.</p></blockquote><p>Manchmal hilft ein einfacher Satz: &bdquo;Das ist nicht so meins&ldquo; oder &bdquo;Ich steig hier kurz aus.&ldquo; Keine Entschuldigung, keine lange Erkl&auml;rung. Wer das respektiert, ist ein guter Filmabend-Begleiter. Und wer nicht &ndash; nun, der enth&uuml;llt damit vielleicht mehr &uuml;ber sich selbst als &uuml;ber mich.&nbsp;</p><p>Genauso wenig muss ich mich daf&uuml;r sch&auml;men, bei bestimmten Szenen wegzuschauen oder kurz in die K&uuml;che zu gehen. Nicht alles muss ich mir ansehen. Weiterschauen ist keine Pflicht.&nbsp;</p><h2><strong>Danach: Was hilft, wenn Bilder bleiben?</strong>&nbsp;</h2><p>Manche Szenen lassen mich nicht los &ndash; besonders die dunklen oder beunruhigenden. Was hilft, wenn sich solche Bilder in mir festgesetzt haben? Mir helfen hier 5 Schritte:&nbsp;</p><h3><strong>1. Nicht verdr&auml;ngen</strong>&nbsp;</h3><p>Mir selbst zu versichern &bdquo;Ist doch nur ein Film&ldquo; hilft oft nicht. Besser ist es, ehrlich f&uuml;r mich zu benennen, was da noch in mir nachwirkt und warum eventuell genau diese Bilder mich so belasten.&nbsp;</p><h3><strong>2. Dar&uuml;ber sprechen</strong>&nbsp;</h3><p>Ein Gespr&auml;ch kann Bilder entmachten. Laut ausgesprochen verlieren sie oft an Gr&ouml;&szlig;e. Dazu kannst du das Gespr&auml;ch mit einem Freund, einer Freundin oder auch einer Seelsorgerin suchen. Wichtig ist nur, dass du Vertrauen zu der Person hast und dich von ihr ernst genommen f&uuml;hlst.&nbsp;</p><h3><strong>3. Gegenbilder suchen</strong>&nbsp;</h3><blockquote class="noshare"><p>Wenn &auml;ngstigende Bilder sich in mir festgesetzt haben, hilft es mir, mir bewusst etwas anderes anzuschauen oder anzuh&ouml;ren. Dies sollte etwas sein, das Hoffnung, Licht oder Ruhe st&auml;rkt.</p></blockquote><p>Mir hilft dabei sehr die Natur. Wenn ich nachts von gr&uuml;nen Wiesen und friedlichen Waldlichtungen tr&auml;ume, sind auf jeden Fall Bilder, die ich gerne in mir wohnen lasse.&nbsp;</p><h3><strong>4. Beten &ndash; konkret</strong>&nbsp;</h3><p>Wenn Filme negativ in mir nachwirken, sage ich Gott ganz ehrlich, was mich daran noch besch&auml;ftigt, &auml;ngstigt oder entsetzt. Im Gebet bitte ich ihn, mein Inneres zu sch&uuml;tzen und zu reinigen.&nbsp;</p><h3><strong>5. Grenzen neu setzen</strong>&nbsp;</h3><p>Wenn ich merke, dass mich etwas in einem Film oder einer Serie &uuml;berfordert hat, ziehe ich beim n&auml;chsten Mal fr&uuml;her eine Grenze.&nbsp;</p><p>Eventuell &uuml;berlege ich noch einmal, welche Warnhinweise ich im Vorfeld oder beim Schauen &uuml;bersehen habe, und achte in Zukunft gezielter darauf. Eventuell merke ich auch, dass bestimmte Genres oder FSK-Angaben nichts f&uuml;r mich sind. Dann ber&uuml;cksichtige ich auch das in Zukunft.&nbsp;</p><h2><strong>Warum Filme sich trotzdem lohnen</strong>&nbsp;</h2><p>All das klingt nach viel Vorsicht, aber dahinter steckt keine Angst vor Filmen, sondern das Gegenteil. Denn es gibt Bilder, die nachwirken &ndash; nicht, weil sie st&ouml;ren, sondern weil sie etwas Sch&ouml;nes hinterlassen. Ein Surfer, der eine riesige Welle reitet und dabei aussieht, als w&auml;re er f&uuml;r genau diesen Moment geschaffen worden. Eine alte Frau, die alleine tanzt. Eine Landschaft im Morgengrauen, so still, dass man den Atem anh&auml;lt. Ein Blick zwischen zwei Menschen, der keine Worte braucht.&nbsp;</p><p>Solche Bilder bleiben. Sie machen etwas mit uns &ndash; und das ist gut so.&nbsp;</p><blockquote><p>Genau das ist die Kraft eines guten Films: Er hinterl&auml;sst etwas. Und weil Filme so viel k&ouml;nnen, lohnt es sich, bewusst zu w&auml;hlen, was wir schauen und was nicht. Nicht aus Angst vor dem Medium, sondern aus Respekt vor seiner Wirkung.</p></blockquote><p>Bewusstes Schauen ist kein Misstrauen gegen&uuml;ber Filmen. Es ist die Voraussetzung daf&uuml;r, sie wirklich genie&szlig;en zu k&ouml;nnen.&nbsp;</p><p>Wie gehst du mit belastenden oder stark aufgeladenen Bildern in Filmen oder Serien um? Was hilft dir? Schreib uns gern deine Gedanken in die Kommentare.&nbsp;<br />
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<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17294934.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Sat, 07 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Keiner will freiwillig Krieg!“]]></title>
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      <description><![CDATA[Benjamin Funk erzählt, welche Hoffnungen und Sorgen der Angriff auf den Iran in Israel weckt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122952.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Timon Studler /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Seit Ende Februar h&auml;lt die Welt den Atem an. Der neu ausgebrochene Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran beherrscht die Nachrichten. Einige Menschen erhoffen sich durch den Angriff auf das Mullah-Regime eine politische Ver&auml;nderung im Iran. Andere m&uuml;ssen in Bunker fliehen, so etwa die Menschen in Israel.</p><figure class="image right"><img alt="Benjamin Funk, Copyright ERF" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122963.jpg" width="1120" /><figcaption>Benjamin Funk, Korrespondent f&uuml;r Fokus Israel (Copyright ERF).</figcaption></figure><p>Zu ihnen z&auml;hlt Benjamin Funk mit seiner Familie. Er lebt im Norden Israels in der N&auml;he vom See Genezareth und ist unter anderem Korrespondent f&uuml;r&nbsp;<a href="https://www.fokus-jerusalem.tv/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Fokus Jerusalem</a>. Er berichtet von der Lage vor Ort und davon, was ihm pers&ouml;nlich Zuversicht gibt.</p><p><strong>ERF: Was bedeutet der Angriff auf den Iran f&uuml;r die Menschen in Israel?&nbsp;</strong></p><p style="font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</p><p>Benjamin Funk: Konkret bedeutet das wirklich ein Leben im Ausnahmezustand und das &uuml;ber Wochen. Die Raketen, die aus dem Iran auf Israel abgeschossen werden, zielen nicht nur auf milit&auml;rische oder andere offizielle Ziele ab, sondern sollen bewusst auch Angst streuen und Menschen in Panik versetzen.</p><p>Es wird in diesem Fall auch Cluster-Munition eingesetzt, die weitr&auml;umig streut. Diese Arten von Raketen sind massiv. Wir haben es am Sonntag in Jerusalem erlebt, wo durch einen Einschlag bis zu 20 Menschen ums Leben gekommen sind&nbsp;&ndash; trotz Bunker. Da kann man sich vorstellen, welche Dimension diese Raketen haben.&nbsp;</p><p>Das hei&szlig;t f&uuml;r uns immer &uuml;ber Wochen ein Leben im Daueralarmzustand. Wenn die Raketen aus dem Iran kommen, haben wir eine Vorlaufzeit von ungef&auml;hr acht Minuten. Am Sonntag waren es auch mal nur drei, bis wir im Bunker sein mussten. Und in anderen F&auml;llen &ndash; bei Angriffen der Hisbollah etwa &ndash; haben wir hier bei uns im Norden in der Regel nur 30 Sekunden, um irgendwie Schutz zu suchen.&nbsp;</p><h2><strong>Lieber einmal durchs Feuer gehen als st&auml;ndige Bedrohung erleben</strong></h2><p><strong>ERF: Wir haben Bilder aus dem Iran gesehen, auf denen sich Menschen freuen. Sie hoffen, jetzt kommt endlich eine Ver&auml;nderung. Wie sehen denn die Menschen in Israel den Angriff auf den Iran?&nbsp;</strong></p><p>Benjamin Funk: W&auml;hrend der Angriff im Ausland in vielen Bereichen abgelehnt wird, herrscht hier trotzdem Zustimmung. Viele, mit denen ich auch schon vor dem Angriff gesprochen habe, bef&uuml;rworten den Angriff.&nbsp;</p><p>Um das zu verstehen, muss man in die Vergangenheit zur&uuml;ckschauen. Das Regime im Iran herrscht seit 47 Jahren und seit 47 Jahren rufen sie die Doktrin aus: &bdquo;Wir zerst&ouml;ren Israel. Wir m&ouml;chten Israel vernichten. Wir m&ouml;chten die Juden vernichten.&ldquo; Darauf haben sie auch hingearbeitet. Das Regime, also Ajatollah Ali Chamenei, der jetzt eliminiert wurde, war der Mastermind und Architekt des 7. Oktobers.&nbsp;</p><p>Das Regime in Teheran ist der Hauptsponsor f&uuml;r islamischen Terror weltweit. Die Hisbollah, die Hamas, die Huthi und die Milizen im Irak werden mit Waffen und Geld vom iranischen Regime ausgestattet.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Die Stimmung ist hier: Wir m&ouml;chten lieber einmal noch durchs Feuer gehen, um dann nicht mehr st&auml;ndig in der Bedrohungssituation zu leben, dass ein Regime unseren Staat und das Volk ausl&ouml;schen m&ouml;chte.</p></blockquote><p>Das muss man ganz klar benennen. Denn viele haben vergessen, dass der Strippenzieher hinter diesem Konflikt, den wir jetzt auch auf internationaler Ebene erleben, nicht Israel, sondern das Regime in Teheran ist.</p><h2><strong>Nicht Armeen haben die Lage in der Hand, sondern Gott</strong></h2><p><strong>ERF: In Israel hofft man also, dass sich die Dinge durch diesen Konflikt zum Guten wenden. Was denken Sie: Wie geht es jetzt in den kommenden Wochen weiter? Sie haben selbst gesagt, das ist ein Ausnahmezustand, der sich &uuml;ber Wochen hinziehen kann. Auch US-Pr&auml;sident Donald Trump sprach das an. Worauf hoffen Sie f&uuml;r diese Zeit, die jetzt kommt?</strong>&nbsp;</p><p>Benjamin Funk: Auf der einen Seite haben wir einen starken Glauben, dass wir die Zukunft nicht allein bestimmen m&uuml;ssen &ndash; und dar&uuml;ber bin ich froh. Wir m&uuml;ssen uns als Familie und Menschen in unserer Gemeinschaft nicht darauf verlassen, dass Armeen das in der Hand haben, sondern wir wissen, dass da noch jemand dar&uuml;ber ist.&nbsp;</p><p>Auf der anderen Seite hoffen wir nat&uuml;rlich, dass unsere Bef&uuml;rchtungen nicht eintreffen. Das bedeutet, dass die Intensit&auml;t der Angriffe abnimmt. Wir hoffen, dass die Hisbollah, die man ja bereits 2024 im Krieg zur&uuml;ckgedr&auml;ngt und massiv reduziert hat, nicht die M&ouml;glichkeiten hat, um gro&szlig;en Schaden anzurichten.</p><blockquote><p>Keiner in Israel will freiwillig Krieg. Und ich erg&auml;nze: Niemand, der schon einen Krieg erlebt hat, w&uuml;nscht sich das.</p></blockquote><p>Aber es gibt die Hoffnung, dass es nicht so massiv ausf&auml;llt und dass die zivilen Opfer auf allen Seiten m&ouml;glichst gering bleiben. Wir hoffen darauf, dass sich schnell wieder Ruhe einstellt. Man muss aber dazu sagen: Eine Ruhe, die keine Ruhe ist &ndash; etwa ein reiner Waffenstillstand &ndash; z&ouml;gert Dinge nur nach hinten hinaus. Hier braucht es am besten die Kapitulation vom Regime im Iran. Dann w&uuml;rde sich die ganze Situation schnell anders darstellen.&nbsp;</p><h2><strong>&bdquo;Das Einzige, was wir in unserer Angst haben, ist unser Glaube&ldquo;</strong></h2><p><strong>ERF: Sie haben von Ihrem Glauben gesprochen. Sie versuchen als Christ konkret vor Ort, Hoffnung und Trost zu spenden. Wie k&ouml;nnen Sie das konkret in der gegenw&auml;rtigen Lage tun?</strong></p><p>Benjamin Funk: Eine der Besonderheiten im Glauben ist &ndash; und da werden wir in Europa oft nicht gefordert: In extremen Situationen sp&uuml;rt man die Gebete von Menschen. Man umbetet etwas und man sp&uuml;rt den Glauben, den Halt.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Gott ist sehr direkt sp&uuml;rbar, wenn die Katastrophe da ist.&nbsp;</p></blockquote><p>Und es sind oft nicht tiefgehende Gespr&auml;che, sondern kleine Gesten, in denen wir hier im Alltag mit den Menschen Ruhe und Hoffnung ausstrahlen. Eine freundliche Geste bewirkt so viel. Aber die Ursache dieser Geste ist nicht, dass ich mich anstrenge, sondern dass etwas durch mich hindurchstrahlt.</p><p>Licht und Salz sollen wir als Christen sein und das sind wir hier. Es spendet Menschen Hoffnung, wenn sie sehen, dass zum Beispiel deutsche Christen nicht fliehen, nicht weggehen, sondern mitten durchs Feuer mit ihnen hindurchgehen. Das hat einen gro&szlig;en Einfluss auf die Menschen. Und wir merken, dass viele, die mit dem Glauben nicht so viel zu tun haben, die N&auml;he suchen und immer wieder mit uns ins Gespr&auml;ch kommen.</p><blockquote><p>Ich glaube, Krisen und Kriege sind nicht nur Katastrophe, sondern ganz oft auch T&uuml;r&ouml;ffner, den Glauben lebendig zu leben &ndash; fernab von irgendwelcher Phrasendrescherei.&nbsp;</p></blockquote><p>Denn an uns, an unserer Familie, sieht man, was der Glaube ist. Und das ist kein Schauspiel, denn Schauspiel funktioniert nur, wenn es gut l&auml;uft. Im Konflikt, in der Zeit, die wir aktuell haben, da kommt vieles hervor. Und am besten ist es, wenn der Glaube da hervorkommt, weil man ein festes Fundament hat.&nbsp;</p><p>Aber auch unsere Gemeinschaften hier &ndash; die christlichen und die der messianischen Juden &ndash; brauchen Gebete. Denn wir sind ja nicht ausgenommen von dem Konflikt. Das Einzige, was wir in unserer Angst haben und was uns von anderen unterscheidet, ist unser Glaube und unser Gott. Deshalb braucht es Gebete f&uuml;r die Gl&auml;ubigen hier, f&uuml;r die Menschen, die hier Nachfolger Christi sind.&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r das Gespr&auml;ch!</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi / Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17294287.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi / Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 06 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ich war das Kind und doch die Erwachsene“]]></title>
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      <description><![CDATA[Kann Versöhnung Wunden heilen? Nora erlebt die Depression ihres Vaters – und findet Frieden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120746.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://gettyimages.com/Image' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Image</a> Source, Larysa Pashkevich, Povareshka, Beate Bartsch/privat, Stuke/ERF Medien e.V.</figcaption></figure><p>Es ist ein&#8239;ganz normaler&#8239;Mittwoch. Ich bin&#8239;zehn&#8239;Jahre alt und komme gerade aus der Schule nach Hause. Ich stecke den Schl&uuml;ssel in die Haust&uuml;r und ohrenbet&auml;ubende Stille schl&auml;gt mir entgegen.&#8239;Mein Herz schl&auml;gt&#8239;schneller.&#8239;Heute ist also wieder ein schlechter Tag,&#8239;denke ich.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Ich&#8239;koche&#8239;etwas,&#8239;r&auml;ume&#8239;das Haus auf&#8239;und&#8239;wasche&#8239;die&#8239;W&auml;sche.&#8239;Ein paar&#8239;Stunden&#8239;sp&auml;ter&#8239;kommt er hoch. Er schaut mich mit&#8239;seinem&#8239;traurigen&#8239;Blick an. Nach einigen&#8239;stillen Sekunden&#8239;dreht er sich um und geht die Stufen der Treppe wieder hinunter, als g&auml;be es mich und die&#8239;Verantwortung,&#8239;die er hier&#8239;eigentlich&#8239;tr&auml;gt,&#8239;nicht.&#8239;&nbsp;</p><p>Mein Vater hat sich nicht um mich gek&uuml;mmert, sondern ich mich um ihn.&#8239;In meinem Leben gab es schon fr&uuml;h&#8239;diesen&#8239;Rollenwechsel.&#8239;Ich konnte nicht einfach Kind sein, sondern&#8239;trug viel&#8239;Verantwortung. Verantwortung,&#8239;die mein Vater&#8239;nicht&#8239;tragen&#8239;konnte.&#8239;Das&#8239;&uuml;berschattete&#8239;nicht nur meine Kindheit, sondern&#8239;pr&auml;gt&#8239;meine ganze&#8239;Lebensgeschichte.&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Wenn die&#8239;Traurigtage&#8239;&uuml;berwiegen</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>Mein Vater hatte 30 Jahre lang Depressionen.&#8239;Lange bevor ich auf die Welt kam,&#8239;k&auml;mpfte er schon mit dieser Krankheit. Mal&#8239;gab es gute, mal schlechte Tage.&#8239;</p><blockquote class="noshare"><p>Die guten Tage nannten wir die Sonnentage und die schlechten die&#8239;Traurigtage.&#8239;Irgendwann &uuml;berwogen die&#8239;Traurigtage.</p></blockquote><p>Als ich im Grundschulalter&#8239;war, haben&#8239;wir&#8239;ihn&#8239;oft im&#8239;&bdquo;Krankenhaus&ldquo;&#8239;besucht, was&#8239;in Wirklichkeit&#8239;eine Psychiatrie war. F&uuml;r mich war es schrecklich,&#8239;meinen&#8239;Papa&#8239;nach der Verabschiedung&#8239;dort zu&#8239;lassen.&#8239;Die Klinik wirkte&#8239;dunkel und be&auml;ngstigend&#8239;auf&#8239;mich als Kind.&#8239;In all den Jahren&#8239;haben wir ihn in&#8239;mindestens&#8239;sieben Psychiatrien&#8239;besucht.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Mit&#8239;ungef&auml;hr&#8239;zehn&#8239;Jahren wurde mir bewusst, dass meine Familie anders&#8239;ist&#8239;als andere&#8239;Familien. Meine Mama&#8239;arbeitete&#8239;unglaublich&#8239;viel&#8239;und war kaum zu Hause,&#8239;schlie&szlig;lich musste&#8239;sie als Alleinverdienerin&#8239;unsere Familie&#8239;versorgen. F&uuml;r mich ist sie&#8239;heute noch&#8239;die st&auml;rkste Frau der Welt.&#8239;Das bedeutete aber auch:&#8239;Neben&#8239;den Hausaufgaben&#8239;musste ich&#8239;allt&auml;gliche Aufgaben&#8239;im Haushalt erledigen wie&#8239;kochen, waschen, putzen und einkaufen.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Ich&#8239;bin&#8239;Einzelkind und&#8239;war&#8239;deshalb&#8239;mit allem&#8239;immer allein. Allein mit&#8239;einem&#8239;depressiven&#8239;Vater, der oft nur passiv&#8239;anwesend&#8239;war.&#8239;Da war niemand,&#8239;der mich und meine Situation wirklich verstehen konnte.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Es&#8239;gab besonders schlimme Tage, an denen&#8239;mein Vater von Suizid&#8239;sprach.&#8239;In den&#8239;Tagen&#8239;darauf kam&#8239;ich immer mit einem mulmigen Gef&uuml;hl nach Hause. Ich wusste dann nicht,&#8239;wie&#8239;ich meinen Papa&#8239;vorfinde.&#8239;Er hat zum Gl&uuml;ck nie versucht,&#8239;sich das Leben zu nehmen,&#8239;daf&uuml;r hat er uns zu sehr geliebt.&#8239;</p><p>Trotzdem&#8239;war&#8239;die Angst&#8239;mein t&auml;glicher Begleiter.&#8239;Es f&uuml;hlte sich f&uuml;r mich an, als w&auml;re die Depression meines Vaters wie eine gro&szlig;e, dunkle Gestalt, die alle Leichtigkeit und Freude aus unserem Haus vertrieb. Stattdessen zogen Stille und Dunkelheit ein.&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Die Last war weg &ndash; die&#8239;Wut bleibt</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>Nach Jahren des Leidens und viel Gebet&#8239;haben wir uns&#8239;als Familie dazu entschieden, dass es besser ist, wenn Papa auszieht und meine Eltern sich trennen.&#8239;Das war f&uuml;r uns&#8239;alle&#8239;die Rettung,&#8239;vor allem f&uuml;r mich. Ich&#8239;hielt&#8239;es&#8239;einfach nicht&#8239;mehr aus.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Nachdem&#8239;mein Vater ausgezogen&#8239;war,&#8239;f&uuml;hlte ich mich befreit.&#8239;Die&#8239;gro&szlig;e&#8239;Last der&#8239;Verantwortung&#8239;war weg.&#8239;</p><blockquote class="noshare"><p>Ich konnte endlich wieder Dinge tun, die f&uuml;r andere Kinder selbstverst&auml;ndlich waren.&#8239;Unbeschwert&#8239;traf ich mich&#8239;mit Freunden und hatte wieder Zeit f&uuml;r die Schule&#8239;und&#8239;f&uuml;r Hobbys.</p></blockquote><p>Neben der Erleichterung sp&uuml;rte ich aber auch,&#8239;wie&#8239;andere&#8239;Emotionen&#8239;in mir&#8239;hochkamen. Einerseits&#8239;war da&#8239;Neid:&#8239;Wieso hatten andere&#8239;Kinder&#8239;gesunde V&auml;ter,&#8239;die gerne f&uuml;r&#8239;sie&#8239;kochten und sich&#8239;liebevoll&#8239;um sie sorgten?&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Andererseits sp&uuml;rte ich&#8239;auch Wut:&#8239;Warum ist mein Vater nicht einfach normal?&#8239;Will&#8239;er &uuml;berhaupt&#8239;gesund werden? Warum kann er sich nicht zusammenrei&szlig;en?&#8239;Mein Vater&#8239;nahm&#8239;meine Wut&#8239;wahr&#8239;und&#8239;ermutigte mich,&#8239;sie&#8239;rauszulassen, damit ich&#8239;sie&#8239;nicht in mich hineinfresse.&#8239;Ich&#8239;durfte&#8239;meinen Gef&uuml;hlen freien Lauf lassen, weil er mir Platz daf&uuml;r gab.&#8239;Das tat mir gut.&#8239;&nbsp;</p><p>Vor allem galt meine Wut aber Gott. Wieso hatte er zugelassen, dass mein Papa so krank&#8239;wurde?&#8239;Wieso hat er ihn nicht geheilt,&#8239;obwohl&#8239;wir&#8239;immer wieder&#8239;daf&uuml;r gebetet haben?&#8239;Wieso&#8239;l&auml;sst er mich&#8239;dieses Leid durchleben?&#8239;Ich verstand&#8239;nicht, warum Gott nicht eingriff.&#8239;Die&#8239;verzweifelte Wut&#8239;dar&uuml;ber&#8239;lie&szlig; mich dumpf und leer&#8239;zur&uuml;ck.&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Getragen, auch wenn ich es nicht f&uuml;hlte</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>In meiner Familie haben wir&#8239;einen tiefen Glauben an Jesus, auch damals schon. Mein Vater hat Theologie studiert&#8239;und&#8239;meine Eltern waren mehrere Jahre&#8239;in&#8239;Amerika missionarisch&#8239;aktiv &ndash;&#8239;und trotzdem hat er diese Krankheit bekommen.&#8239;Ich musste lernen, dass&#8239;auch&#8239;Christen&#8239;Leid erleben&#8239;und Jesus nicht immer so handelt,&#8239;wie wir uns&#8239;das w&uuml;nschen.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Als ich noch klein war, haben wir als Familie oft das Gedicht &bdquo;Spuren im Sand&ldquo; von Margaret Fishback Powers<em></em>gelesen. Darin wird beschrieben, dass Gott Menschen in den schwersten Zeiten ihres Lebens nicht verl&auml;sst, sondern hindurchtr&auml;gt. Die Autorin malt hier das Bild, dass man an diesen Stellen statt zweier nur eine Fu&szlig;spur im Sand sieht.&nbsp;</p><p>Dieses Bild hat mir in meiner schwersten Zeit sehr viel Kraft gegeben. Auch wenn ich&#8239;dieses Leid durchleben musste und&#8239;Gottes Handeln oft nicht verstehen konnte,&#8239;wusste ich:&nbsp;</p><blockquote><p>Er tr&auml;gt&#8239;mich,&#8239;&ndash;&#8239;auch wenn es sich nicht immer&#8239;so anf&uuml;hlt und&#8239;meine&#8239;Gebete scheinbar unerh&ouml;rt bleiben.&#8239;Bis&#8239;diese Wahrheit wirklich&#8239;in&#8239;mein&#8239;Herz&#8239;gesunken ist&#8239;und&#8239;ich&#8239;mich&#8239;Schritt f&uuml;r Schritt mit meiner&#8239;eigenen Geschichte&#8239;vers&ouml;hnt habe,&#8239;dauerte&#8239;es&#8239;aber&#8239;viele Jahre.</p></blockquote><h2><strong>Als ich lernte, Gott&#8239;wie einen&#8239;Vater zu sehen</strong>&#8239;&nbsp;</h2><p>In den ersten Jahren nach Papas Auszug&#8239;fiel es mir sehr schwer,&#8239;Gott&#8239;als meinen himmlischen Vater&#8239;zu&#8239;sehen. Mein irdischer Vater hatte&#8239;mich entt&auml;uscht und so oft allein gelassen. Wieso sollte es bei Gott anders sein?&#8239;&nbsp;</p><p>Dennoch wollte ich Gott eine Chance geben.&#8239;In der Bibel&#8239;entdeckte&#8239;ich,&#8239;dass&#8239;Gott&#8239;dort&#8239;als&#8239;liebevoller, f&uuml;rsorglicher&#8239;Vater&#8239;beschrieben wird, der&#8239;seinen Kindern&#8239;treu zur Seite steht.&#8239;&bdquo;Ich&#8239;werde euer&#8239;Vater sein, und ihr&#8239;werdet&#8239;meine S&ouml;hne und T&ouml;chter sein&ldquo;, hei&szlig;t es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther6%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 6,18</a>.</p><blockquote class="noshare"><p>Z&ouml;gerlich&#8239;ging&#8239;ich&#8239;kleine Schritte auf Gott zu und er&#8239;versorgte&#8239;behutsam&#8239;und geduldig&#8239;mein&#8239;hartes, entt&auml;uschtes&#8239;Herz.&#8239;&#8239;&nbsp;</p></blockquote><figure class="image erf-imagezoom round right"><img alt="KI-generierte Collage: Nora Freudenthaler hält symbolisch sich selbst als Kleinkind auf dem Arm." height="800" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122311.jpg" width="533" /><figcaption>KI-generierte Collage: Nora Freudenthaler h&auml;lt symbolisch sich selbst als Kleinkind auf dem Arm.&nbsp;</figcaption></figure><p>Meine Kindheit&#8239;hatte&#8239;tiefe Wunden hinterlassen, die&#8239;Zeit brauchten, um zu heilen. Ich&#8239;stellte&#8239;mich diesen Verletzungen&#8239;und nahm mehrere Jahre&#8239;lang&#8239;Seelsorge in Anspruch.&#8239;Dort&#8239;durfte&#8239;ich&#8239;meine&#8239;Gef&uuml;hle und&#8239;meinen&#8239;Schmerz&#8239;offenbaren.&#8239;Ich bekam Unterst&uuml;tzung&#8239;bei dem, womit&#8239;ich mich fr&uuml;her&#8239;so&#8239;allein gef&uuml;hlt habe.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Zum ersten Mal konnte ich meine Vergangenheit nicht nur erz&auml;hlen, sondern&#8239;lernte&#8239;auch, sie&#8239;anzunehmen &ndash; mit all dem, was sie in mir geformt hat.&#8239;Das&#8239;half mir sehr&#8239;dabei,&#8239;Frieden zu schlie&szlig;en:&#8239;Mit&#8239;meiner Geschichte&#8239;und mit meinem Vater.&#8239;&nbsp;</p><p>Das&#8239;war f&uuml;r mich ein sehr gro&szlig;er und bedeutender Schritt.&#8239;Ich konnte die Wut auf&#8239;Gott,&#8239;meinen Vater&#8239;und die&#8239;Vergangenheit&#8239;loslassen&#8239;&ndash;&#8239;und wir konnten von&#8239;Neuem&#8239;anfangen.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><h2><strong>Getragen, geheilt, vers&ouml;hnt</strong>&#8239;&nbsp;</h2><blockquote><p>Die verpassten Jahre meiner Kindheit kann mir niemand zur&uuml;ckgeben.&#8239;Aber ich&#8239;schaue&#8239;heute&#8239;liebevoll auf&#8239;meine Geschichte&#8239;zur&uuml;ck.</p></blockquote><p>Mein Vater hat die Depression &uuml;berwunden.&#8239;Meine Eltern&#8239;konnten&#8239;einander&#8239;vergeben&#8239;und&#8239;unterst&uuml;tzen mich&#8239;heute.</p><p>Mit der Zeit konnte ich auch das Gute sehen, das Gott in all dem Schweren&#8239;in mir&#8239;wachsen lie&szlig;.&#8239;Diese Jahre&#8239;haben&#8239;eine St&auml;rke in mir&#8239;hervorgebracht, die ich sonst nie entwickelt h&auml;tte. Eine St&auml;rke, die&#8239;mich&#8239;nicht&#8239;h&auml;rter, sondern weicher gemacht hat.&#8239;&#8239;&nbsp;</p><p>Ich habe gelernt, mit&#8239;den&#8239;Bruchstellen&#8239;in meiner Biografie&#8239;zu leben, ohne dass sie mich bestimmen.&#8239;Heute wei&szlig; ich: Meine Geschichte hat mich gepr&auml;gt, aber sie definiert mich nicht&#8239;l&auml;nger&#8239;&ndash;&#8239;und ich darf vers&ouml;hnt leben.&#8239;&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Nora Freudenthaler</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17289076.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nora Freudenthaler]]></author>
      <pubDate>Wed, 04 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Unerwartet den Halt verloren?]]></title>
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      <description><![CDATA[Woran halte ich fest, wenn ich im Leben abrutsche? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122267.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Lukas Mann /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>2022 fuhr ich f&uuml;r einige Tage allein zum Wandern in den fr&auml;nkischen Teil der Rh&ouml;n. Am ersten Tag meines Aufenthalts schn&uuml;rte ich die Wanderschuhe, verteilte die Sonnencreme gro&szlig;z&uuml;gig und packte Wasser in meinen Rucksack. Online hatte ich mir schon eine Route ausgesucht &ndash; knappe 20 Kilometer mit etwa 300 H&ouml;henmetern. Ich freute mich darauf, etwas von der Landschaft zu sehen und mit Musik im Ohr durch die Gegend zu streifen. Doch es kam anders.</p><p>Schon bei der Anfahrt auf den angegebenen Parkplatz stellte ich fest, dass sich hier etwas ver&auml;ndert haben musste. Auf dem ersten Teil meines Wanderpfades stand eine gro&szlig;e Hotelanlage. Ich machte also erstmal einen Bogen drumherum, doch danach wurde meine Wanderlaune gleich noch einmal ged&auml;mpft: Meine Route f&uuml;hrte mich direkt vor einen Zaun. Ich beschloss, am Zaun entlangzugehen, um wom&ouml;glich einen Eingang zu finden.&nbsp;</p><p>Doch je l&auml;nger ich am Zaun entlangging, umso steiler wurde der Weg, bis sich neben mir eine kleine Schlucht mit steilen Abh&auml;ngen &ouml;ffnete. Der Weg am Zaun entlang wurde immer enger und stieg immer weiter an. Links von mir lag der Zaun, rechts ein steiler Hang, der mindestens 25 Meter in die Tiefe f&uuml;hrte.</p><p>Nach etwa 10 Minuten langsamen Vorankommens hangelte ich mich an Wurzeln und kleinen Pflanzen einen letzten Hang hinauf und erreichte eine Stra&szlig;e. Ich beschloss, zum Wanderparkplatz zur&uuml;ckzukehren und mir eine andere Route zu suchen.</p><h2><strong>Wenn ich im Leben drohe abzurutschen</strong></h2><p>Manchmal geht es sehr schnell und ich befinde mich in einer bedrohlichen Lage, obwohl ich gar kein Risiko eingehen wollte. Dies kann nicht nur meinem K&ouml;rper passieren, sondern auch meiner Seele.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wie oft fordern mich Gedanken heraus oder verfalle ich in alte, nicht mehr gewollte Verhaltensmuster? Und wie oft entfesseln unvorhergesehene Situationen gef&auml;hrliche Gef&uuml;hle in mir?</p></blockquote><p>Binnen Bruchteilen von Sekunden schie&szlig;en mir dann Gedanken in den Kopf, die mich verunsichern oder Zweifel und Sorgen heraufbeschw&ouml;ren. Schon beginnt das Wanken und die Ausfahrt zur Katastrophe liegt auf einmal n&auml;her, als ich dachte.</p><p>In solchen Momenten kann es helfen, ein passendes Mittel gegen diese aufkommenden sch&auml;dlichen Ged anken parat zu haben. Dazu bietet sich in meinen Augen das Auswendiglernen eines Bibelverses an. <a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/Psalm42%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 42,12</a>&nbsp;ist f&uuml;r mich ein solcher Ermutigungsvers: <em>&bdquo;Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch daf&uuml;r danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft.&ldquo;</em></p><h2><strong>Eine Zusage, die mich tr&auml;gt</strong></h2><p>Der Vers bietet mir zwar vielleicht keine L&ouml;sung f&uuml;r meine konkrete Bedr&auml;ngnis, aber ich empfinde seine Worte als durchaus mutmachend. Vor allem, wenn man bedenkt, wer sie spricht. Der Autor K&ouml;nig David ist einer der bekanntesten Namen der Bibel und hat von Verfolgung &uuml;ber Duelle um Leben und Tod bis hin zu eigener schwerer Schuld alles erlebt, was man so an Leid durchmachen kann.</p><p>Dennoch oder gerade deshalb spricht er Gott sein Vertrauen aus.&nbsp;</p><blockquote><p>Egal wie aussichtslos die Situation scheinen mag, David ist sich der Hilfe Gottes sicher.</p></blockquote><p>Daran darf auch ich mir ein Beispiel nehmen: In Momenten, in denen ich kurz davor stehe, innerlich zu zerbrechen; in Phasen, in denen ich keinen Boden mehr unter meinen F&uuml;&szlig;en sp&uuml;re, und im Alltag morgens vor der Arbeit, wenn ich wei&szlig;, dass ein unangenehmes Gespr&auml;ch ansteht. Gott ist bei mir und wird mich f&uuml;r und in diesen Phasen st&auml;rken.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17287409.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 02 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Verzeihen Sie bitte!]]></title>
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      <description><![CDATA[Vor der Versöhnung kommt die Vergebung. Wie wir lernen, mit uns und anderen gnädiger zu sein.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120744.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Pietro Sutera; <a href='http://gettyimages.com/Image' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Image</a> Source, Larysa Pashkevich</figcaption></figure><p>Wenn das mit dem Vers&ouml;hnen doch nur einfacher w&auml;re. Ist es aber nicht! Denn: Wer vers&ouml;hnt sein m&ouml;chte, muss normalerweise erst einmal vergeben. Und gerade das f&auml;llt vielen zurzeit unglaublich schwer.</p><p>Studien zumindest zeigen, dass unser Miteinander immer unvers&ouml;hnlicher und gnadenloser wird. Und dass wir unsch&ouml;nes Verhalten anderer immer schneller als pers&ouml;nliche Kr&auml;nkung erleben. Statt &uuml;ber manche Unvollkommenheiten, Ausrutscher und Fehltritte liebevoll hinwegzusehen, kreiden wir sie einander an. Das geht so weit, dass wir Menschen pauschal verurteilen; manchmal bewusst, manchmal eher unbewusst.&nbsp;</p><blockquote><p>Tats&auml;chlich war die ,<em>Angst vor zunehmendem Hass und Feindseligkeit in der Gesellschaft&lsquo;</em>&nbsp;gerade auf Platz 1 des Sorgenbarometers der Deutschen.</p></blockquote><p>Mehr noch: Es f&auml;llt uns auch zusehends schwerer, uns selbst zu vergeben. Woher kommt das?&nbsp;</p><h2><strong>Vergeben oder Vergelten?</strong>&nbsp;</h2><p>Ganz sicher hat die wachsende Verrohung damit zu tun, dass das Prinzip der Vergeltung f&uuml;r viele inzwischen pr&auml;gender ist als das Prinzip der Vergebung: Wenn mir jemand etwas B&ouml;ses tut, anderer Meinung ist als ich oder ich mich ungerecht behandelt f&uuml;hle, dann verurteile ich oft nicht nur diese eine Tat an sich, sondern erkl&auml;re den anderen insgesamt zum &Uuml;belt&auml;ter. In der Vergeltungslogik teile ich die Welt in Freund und Feind auf.&nbsp;&nbsp;</p><p>Und wenn ich gar nicht genau wei&szlig;, warum es mir eigentlich schlecht geht, dann suche ich mir jemanden, der angeblich an allem schuld ist: die Linken, die Rechten, die da oben, die da unten, die Liberalen oder die Fundamentalisten. Dazu kommt:</p><blockquote><p>Der anderen Seite wird in so einem Denkmuster oftmals die Menschenw&uuml;rde abgesprochen. Denn einem ,Monster&lsquo;&nbsp;kann oder muss ich nat&uuml;rlich nicht verzeihen. Von Vers&ouml;hnung ganz zu schweigen.&nbsp;</p></blockquote><p>Doch diese polarisierende Einstellung hat etwas zutiefst Tragisches. Denn wenn wir uns st&auml;ndig auf diejenigen fokussieren, die uns angeblich Schlechtes wollen, dann betrachten wir uns ja grunds&auml;tzlich als Opfer und f&uuml;hren kein selbstbestimmtes Leben mehr &ndash; und auch kein gl&uuml;ckliches.</p><p>Im Gegenteil: Wir definieren uns &uuml;ber unsere Verletzungen, unsere Unzufriedenheit und unsere Feindbilder &ndash; und weisen damit zugleich jegliche Verantwortung f&uuml;r unsere Unzufriedenheit von uns.&nbsp;</p><p>Und: Die Unbarmherzigkeit gegen&uuml;ber anderen f&uuml;hrt oft auch dazu, dass wir mit uns selbst hart ins Gericht gehen und uns nicht verzeihen k&ouml;nnen. So nimmt die Zahl der Menschen, die am Impostor-Syndrom leiden (der Angst, nicht gut genug zu sein), gerade massiv zu.&nbsp;</p><h2><strong>Vergebung: ein Gamechanger</strong>&nbsp;</h2><p>Das hei&szlig;t aber auch:&nbsp;</p><blockquote><p>Die befreiende Idee der Vergebung k&ouml;nnte ganz neu zu einem Gamechanger in unserer inzwischen so rauen Gesellschaft werden, wenn wir neu lernen, mit uns und anderen gn&auml;diger zu sein.</p></blockquote><p>Denn Vergebung durchbricht die destruktiven Strukturen von Kr&auml;nkung und Rache, zeigt Wege f&uuml;r einen gemeinsamen Neuanfang auf und f&uuml;hrt dazu, dass wir uns die Zukunft und die Gegenwart nicht mehr von den Verletzungen aus der Vergangenheit versauen lassen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Zu vergeben erfordert allerdings einiges an Mut. Vermutlich hat Mahatma Gandhi deshalb gesagt: &bdquo;Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.&ldquo; Denn Vergebung untergr&auml;bt unser tiefsitzendes Gerechtigkeitsempfinden: Schuld muss ges&uuml;hnt, Unrecht bestraft werden. Die Philosophin Svenja Flassp&ouml;hler meint sogar: &bdquo;Wer verzeiht, handelt weder gerecht noch &ouml;konomisch noch logisch.&ldquo; Stimmt! Wer vergeben will, muss an vielen Stellen &uuml;ber seinen Schatten springen.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Vergebung verstehen</strong>&nbsp;</h2><p>Wenn ich lernen will zu verzeihen, ist es hilfreich, mir dar&uuml;ber klar zu werden, was Vergebung genau meint. Viele denken n&auml;mlich: Wenn ich jemandem verzeihe, gebe ich ihm gef&uuml;hlt irgendwie recht. Oder ich gebe klein bei, stehe als Verlierer da. Oder muss das Unrecht vergessen. Das stimmt aber nicht.</p><p>Denn Vergeben meint weder, den T&auml;ter zu verschonen, noch die Tat und den Schmerz dar&uuml;ber zu leugnen oder das Unrecht zu vergessen. Nicht die Tat wird ver&auml;ndert, sondern mein Umgang mit ihr.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Deshalb kann ich auch einem Menschen vergeben, der mich betrogen hat &ndash; und ihm trotzdem die Freundschaft k&uuml;ndigen. Ich kann jemandem vergeben, der mich missbraucht hat &ndash; und ihn trotzdem anzeigen. Ja, ich kann sogar jemandem seine Taten vergeben, der l&auml;ngst tot ist.</p></blockquote><p>Denn Vergeben meint nicht automatisch Vers&ouml;hnung. Nat&uuml;rlich ist es gro&szlig;artig, wenn es nach der Vergebung irgendwann auch zur Vers&ouml;hnung kommt &ndash; muss es aber nicht.&nbsp;</p><h2><strong>Gesunde Selbstliebe statt Groll</strong>&nbsp;</h2><p>Doch was ist Vergebung dann? Vergeben hei&szlig;t zuallererst: Ich befreie mich selbst von meinem Groll und meiner Wut und lerne, mit meinen Verletzungen anders umzugehen.&nbsp;</p><p>Stellt sich die Frage: Kann man das wirklich lernen? Der renommierte Vergebungsforscher Robert Enright ist &uuml;berzeugt: Ja, das kann man. Konkret l&auml;dt Robert Enright dazu ein, die Perspektive zu wechseln: Nicht mehr auf diejenigen zu schauen, die mich verletzt haben, sondern auf mich selbst.</p><p>Was l&ouml;st die Tat des anderen in mir aus? Warum kr&auml;nkt sie mich so? Und wieviel Zeit habe ich schon verloren, weil ich mich dar&uuml;ber ge&auml;rgert habe? Denn nur wenn ich das mir widerfahrene Unrecht und den Schmerz anerkenne, kann ich ihn verwandeln und den Weg zur inneren Selbstheilung betreten.&nbsp;</p><p>Das hei&szlig;t: Wenn ich mein Leben statt mit Wut und Hass auf den anderen mit gesunder Selbstliebe betrachte, schaffe ich die Grundlage daf&uuml;r, dass ich den Groll hinter mir lassen und mich aus dem Gef&auml;ngnis meiner negativen Emotionen befreien kann. Ich werde vom passiven Opfer meines Ungl&uuml;cks zu einer aktiv handelnden Person, die nicht mehr in ihrer Emp&ouml;rung feststeckt.&nbsp;</p><p>Mehr noch: Indem ich dem anderen seine Schuld nicht mehr hinterhertrage, kann ich wieder meinen eigenen Weg gehen. Indem ich meinen Schmerz ziehen lasse, ist wieder mehr Platz f&uuml;r das Sch&ouml;ne und Gute in meinem Leben.</p><h2><strong>Gottes Gnade gibt es gratis</strong>&nbsp;</h2><p>Spannend ist, dass wir uns oft gar nicht bewusst machen, wie sehr das christliche Weltbild von genau diesem Gedanken der Vergebung gepr&auml;gt ist. Immerhin beten Glaubende seit 2&#8239;000 Jahren im Vaterunser regelm&auml;&szlig;ig: &bdquo;Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.&ldquo; Oder wie es im Epheserbrief (4,32) hei&szlig;t: &bdquo;Seid freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat&ldquo;.&nbsp;</p><p>Hier blitzt ein Kerngedanke der biblischen Botschaft auf: Wenn der Mensch von Gott das bek&auml;me, was er verdient, wenn Gott also wie wir nach dem Prinzip Vergeltung handeln w&uuml;rde, dann s&auml;he es nicht gut f&uuml;r uns aus. Aber die Bibel macht klar:</p><blockquote><p>Gnade ist eine Charaktereigenschaft Gottes. Ein Geschenk an die Menschen &ndash; und absolut kostenlos.&nbsp;</p></blockquote><p>Deshalb stammt unser Wort &bdquo;gratis&ldquo; von dem lateinischen Wort f&uuml;r Gnade ab: Gratia. Weil Gnade eben nichts kostet. Und weil man sie auch gar nicht bezahlen k&ouml;nnte. Wir k&ouml;nnen und brauchen nichts tun, um Gott gn&auml;dig zu stimmen. Die Botschaft dahinter ist atemberaubend: Gott liebt die Menschen und vergibt ihnen gern.&nbsp;&nbsp;</p><h2><strong>Aus der Gnade Gottes lebt es sich leichter</strong>&nbsp;</h2><blockquote><p>Wer dieses grunds&auml;tzliche Ja Gottes zu seinem Leben annimmt, den k&ouml;nnen die Neins dieser Welt nicht mehr aus der Bahn werfen.</p></blockquote><p>Ja, wer glauben kann, dass Gott ihn bedingungslos liebt, der hat es gar nicht mehr n&ouml;tig, sich und anderen etwas zu beweisen.</p><p>Das bedeutet auch:<em></em>Endlich weg mit dem Leistungsdruck, der ewigen Suche nach Selbstbest&auml;tigung und der Versagensangst. Mit anderen Worten: Einen Menschen mit einem gesunden, vom Himmel geschenkten Selbstwertgef&uuml;hl, den kann man nur schwer kr&auml;nken. Und unser Gekr&auml;nkt-Sein ist ja ein entscheidender Ausl&ouml;ser f&uuml;r den Geist der Vergeltung.</p><p>Ein Mensch dagegen, der in sich ruht, kommt gar nicht erst auf die Idee, dass ein anderer Mensch grunds&auml;tzlich ein Irrtum der Sch&ouml;pfung sein k&ouml;nnte &ndash; selbst, wenn derjenige sich in einer Weise verhalten hat, die er als Angriff empfindet.&nbsp;</p><h2><strong>Vergebung als Lebensstil</strong>&nbsp;</h2><p>Insofern ist es eines, zu lernen, wie wir Verletzungen hinter uns lassen und vergeben k&ouml;nnen; viel wichtiger ist aber die Frage, wie es uns gelingt, ein Lebensfundament zu entwickeln, bei dem uns die St&uuml;rme des Daseins &nbsp;&ndash; und die damit zusammenh&auml;ngenden Verletzungen &ndash; gar nicht erst aus der Bahn werfen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Martin Luther King war sich deshalb sicher: &bdquo;Vergebung ist keine einmalige Sache. Vergebung ist ein Lebensstil.&ldquo; Wer glauben kann, dass er bedingungslos geliebt wird und dass ihm seine Fehler vergeben werden, der kann auch selbst vergeben und gn&auml;dig sein. Und wird dadurch f&auml;hig zur Vers&ouml;hnung.&nbsp;</p><p>Was das bedeutet, macht Jesus eindr&uuml;cklich im Gleichnis vom Hausbau deutlich:</p><p>&bdquo;Wer auf das h&ouml;rt, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug &ndash; wie ein Mensch, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser kommt und der Sturm am Haus r&uuml;ttelt, wird es nicht einst&uuml;rzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. Wer sich meine Worte nur anh&ouml;rt, aber nicht danach lebt, der ist wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Wenn ein Wolkenbruch kommt, die Fl&uuml;sse &uuml;ber ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einst&uuml;rzen&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us7%2C24-27" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 7,24-27</a>).&nbsp;</p><p>Spannend ist hier: Die St&uuml;rme des Lebens treffen beide &ndash; die Klugen und die T&ouml;richten. Das hei&szlig;t auch: Beide erleben Verletzungen, Kr&auml;nkungen, Ungerechtigkeiten und Anfeindungen. Beide leiden darunter, dass sie von anderen schlecht behandelt werden.</p><p>Aber die einen werden von diesen Erfahrungen umgehauen, sie versinken in den Fluten aus Groll, Wut und Schmerz und sehen &uuml;berall nur noch das B&ouml;se, das um sie herum tobt.</p><blockquote><p>Die anderen hingegen bleiben aufrecht stehen, weil sie gelernt haben, wie Jesus zu verzeihen und zur Vers&ouml;hnung bereit zu sein. Das ist ein wahrer Segen!</p></blockquote><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Fabian Vogt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17285415.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Fabian Vogt]]></author>
      <pubDate>Sat, 28 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
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      <title><![CDATA[Wenn die Gefühle Achterbahn fahren]]></title>
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      <description><![CDATA[Ambivalente Gefühle können blockieren. 3 Schritte, um deine Emotionen zu verstehen und handlungsfähig zu werden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122278.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© LIGHTFIELD STUDIOS /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal sind meine Gef&uuml;hle wie eine Achterbahn: Sie pressen mich mal in diese, mal in jene Kurve &ndash; und auf einmal geht es steil bergab. Wenn ich zeitgleich widerspr&uuml;chliche Gef&uuml;hle habe, bin ich ihnen oft hilflos ausgeliefert. Es ergeht mir dann wie dem Bonbonmann auf unseren Gemeindefesten.</p><p>Der lief fr&uuml;her mit Bonbons beklebt &uuml;ber unsere Gemeindewiese und alle Kinder ihm nach. Bald zerrten rechts, links, vorne und hinten Kinder an ihm, bis er zu Boden fiel und seine s&uuml;&szlig;e Last preisgab.</p><p>Genauso ist es bei meinen Gef&uuml;hlen. Da zerrt rechts die Wut an mir, links die Liebe zum anderen und von hinten springt mich die Angst an. Oft gehe ich dabei zu Boden &ndash; wie der Bonbonmann beim Gemeindefest. Woher wei&szlig; ich, wie ich mich verhalten soll? Welchem meiner Gef&uuml;hle kann ich trauen? Und warum f&uuml;hle ich &uuml;berhaupt so?</p><p>Diese Fragen stelle ich mir in solchen Situationen. Vielleicht geht es dir &auml;hnlich.</p><blockquote><p>Die schlechte Nachricht ist: Widerspr&uuml;chliche Gef&uuml;hle l&ouml;sen sich nicht einfach auf, auch ignorieren hilft nicht. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wir k&ouml;nnen lernen, mit unseren widerspr&uuml;chlichen Gef&uuml;hlen gut umzugehen.&nbsp;</p></blockquote><p>In dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/01/145078/Warum_fuehl_ich_mich_jetzt_so.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Warum f&uuml;hl ich mich jetzt so?&ldquo;</a> benennt die Autorin Alison Cook 3 Schritte, die dabei helfen k&ouml;nnen.</p><h2><strong>1. Die eigenen Gef&uuml;hle benennen</strong></h2><p>Wenn meine Gef&uuml;hle mal wieder mit mir Achterbahn fahren, will ich oft nur eins: Sofort aussteigen. H&auml;ufig tue ich dann das, was man auch bei einer wilden Achterbahnfahrt tut &ndash; ich presse meine Augen fest zusammen und hoffe, es ist bald vorbei.</p><p>Diese Reaktion ist nachvollziehbar, aber wenig hilfreich. Denn meine Gef&uuml;hle verschwinden nicht, nur weil ich die Augen davor verschlie&szlig;e. Tats&auml;chlich wird ein guter Umgang mit meinen Gef&uuml;hlen dadurch noch schwerer. Wenn ich mir sie nicht anschaue, wei&szlig; ich gar nicht so genau: Was f&uuml;hle ich hier eigentlich und wieso?</p><h3><strong>Pseudol&ouml;sungen widerstehen</strong></h3><p>Dann neige ich dazu, aus Angst vor dem Gef&uuml;hlswirrwarr mitten an der h&ouml;chsten Stelle der Achterbahn auszusteigen &ndash; die schlechteste Option &uuml;berhaupt.</p><p>Doch wenn es um ambivalente Gef&uuml;hle geht, verhalte ich mich manchmal so. Ich bin &uuml;berfordert und suche den schnellstm&ouml;glichen Ausweg. Alison Cook bezeichnet dies als Pseudol&ouml;sungen. Diese schaffen eher neue Probleme als welche zu l&ouml;sen. Doch wie widerstehen ich ihnen?</p><h3><strong>Die Notbremse ziehen</strong></h3><p>Ein hilfreicher erster Schritt erscheint zun&auml;chst widersinnig: Ich muss meine Gef&uuml;hle anschauen und benennen. Alison Cook beschreibt es so: &bdquo;Das Benennen ist ein tiefgr&uuml;ndiger Akt, bei dem wir die Realit&auml;t unserer Gef&uuml;hle und Gedanken in einem bestimmten Moment wahrnehmen, anerkennen und einsch&auml;tzen.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Damit das m&ouml;glich wird, muss ich zun&auml;chst das Tempo drosseln. Ich ziehe also quasi die Notbremse.</p></blockquote><p>Das kann verschieden aussehen. Vielleicht steige ich aus einem Konflikt erstmal aus oder g&ouml;nne mir eine Auszeit, selbst wenn es nur eine halbe Stunde ist. Oder ich konzentriere mich auf den n&auml;chstm&ouml;glichen Schritt statt auf eine finale L&ouml;sung.</p><h3><strong>Ordnung ins Gef&uuml;hlswirrwarr bringen</strong></h3><p>Um Gef&uuml;hle wirklich zu reflektieren, braucht es zudem gutes Werkzeug. Vielen Menschen hilft es, Tagebuch zu schreiben. Das muss nicht das klassische Tagebuch-Schreiben sein, sondern du kannst dich f&uuml;r eine bestimmte Zeit hinsetzen und dar&uuml;ber schreiben, wie es dir mit deinen Emotionen geht. Dann liest du dir das Geschriebene durch. Was daran ist neu f&uuml;r dich? Was &uuml;berrascht dich?</p><p>Genauso kann es helfen, sich zu &uuml;berlegen, welches Ereignis dein Gef&uuml;hlswirrwarr ausgel&ouml;st hat. Was ist vorher passiert? Hast du eine solche Situation schon einmal erlebt? Kamen alte Verletzungen und &Auml;ngste in dir hoch?</p><p>Zuletzt ist es wichtig, deine Gef&uuml;hle zu benennen. Bist du w&uuml;tend oder eher entt&auml;uscht? Traurig oder resigniert &ndash; oder gar hoffnungslos? Dadurch kannst du deine Bed&uuml;rfnisse klarer erkennen.</p><blockquote class="noshare"><p>Um die verschiedenen Gef&uuml;hlsebenen zu trennen, stelle dir folgende Fragen: Welche Emotionen f&uuml;hlst du? Welche k&ouml;rperlichen und mentalen Effekte bemerkst du? Wie wirken sie sich auf deinen Glauben aus?</p></blockquote><h2><strong>2. Wunsch und Wirklichkeit abgleichen</strong></h2><p>Hast du deine Gef&uuml;hle sortiert, kannst du als N&auml;chstes deine Lebensrealit&auml;t unter die Lupe nehmen. Ich finde mich oft genau dann in einer Achterbahn widerstreitender Gef&uuml;hle wieder, wenn die Realit&auml;t anders ist, als ich sie mir w&uuml;nsche.</p><p>Vielleicht suche ich Hilfe bei anderen, aber alle Menschen um mich herum sind ebenso im Stress wie ich. W&auml;re ich eine gute Ehefrau, Freundin oder Tochter m&uuml;sste ich jetzt meine Bed&uuml;rfnisse zur&uuml;ckstellen. M&uuml;sste zuh&ouml;ren, tr&ouml;sten und helfen. Doch dazu fehlt mir die Kraft. Mein gr&ouml;&szlig;tes Problem sind dann nicht meine ambivalenten Gef&uuml;hle, sondern die Ohnmacht, zeitnah eine f&uuml;r alle Parteien gute L&ouml;sung zu finden.&nbsp;</p><h3><strong>Einen Zwischenraum schaffen und gestalten</strong></h3><p>Falls auch du an der Unvereinbarkeit von Wunsch und Wirklichkeit verzweifelst, schaffe dir einen bewussten Zwischenraum. Das kann ein Zeitfenster sein, in dem du etwas nur f&uuml;r dich machst; ein Feierabendritual, mit dem du den Stress des Arbeitstages abstreifst, oder auch eine richtige Auszeit.</p><blockquote class="noshare"><p>Wichtig ist allein: Du schaffst eine Schwelle zwischen dem Problem mitsamt all deinen aufgew&uuml;hlten Gef&uuml;hlen und dem n&auml;chsten Schritt.&nbsp;</p></blockquote><p>Du h&auml;ltst aus, dass etwas &bdquo;nicht mehr&ldquo; und etwas anderes &bdquo;noch nicht&ldquo; ist. Es ist mitunter unheimlich schwer, diesen Raum nicht nur zu schaffen, sondern auch zu halten, aber es ist entscheidend.</p><p>Denn dieser Zwischenraum bietet dir eine vor&uuml;bergehende Sicherheit, um deine Lebensrealit&auml;t in Ruhe zu betrachten. Er ist dein Anker, bevor du auf st&uuml;rmischer See deine Segel neu setzt. Alison Cook beschreibt dies so: &bdquo;Das Ziel besteht darin, in deinem Zwischenraum die richtigen Bedingungen herzustellen, damit du deine Kreativit&auml;t und dein tieferes Verst&auml;ndnis der Situation entfalten kannst.&ldquo;</p><p>Vielen Menschen helfen kreative oder k&ouml;rperliche T&auml;tigkeiten wie Joggen, Wandern, Basteln, Stricken oder G&auml;rtnern. Denn wenn K&ouml;rper und H&auml;nde in Bewegung sind, wagt unser Verstand es, aus eingefahrenen Denkschleifen auszubrechen und neue L&ouml;sungsans&auml;tze zu finden.</p><h3><strong>Einen &Uuml;berblick gewinnen</strong></h3><p>Danach nimmst du die Realit&auml;t in Augenschein. Dabei k&ouml;nnen dir die &bdquo;5 Gs&ldquo; helfen, wie Alison Cook sie auf Seite 52 ihres Buches beschreibt.</p><ul><li><strong>Grundlagen finden</strong><br />
Wie sieht deine Situation konkret aus? Bem&uuml;he dich um h&ouml;chstm&ouml;gliche Objektivit&auml;t ohne Besch&ouml;nigen oder Dramatisieren.</li><li><strong>Gr&uuml;nde bedenken:</strong><br />
Warum w&uuml;nschst du dir eine Ver&auml;nderung? Welche tieferen Ursachen &ndash;Kindheitserfahrungen/vergangene Ereignisse &ndash; k&ouml;nnte deine Situation haben?</li><li><strong>Gewohnte Wege hinterfragen:</strong><br />
Welche Strategien hast du in der Vergangenheit angewandt? Haben sie funktioniert? Wenn nein, wieso nicht?</li><li><strong>Gedanken kl&auml;ren:</strong><br />
Welche mentalen Botschaften (Gedanken, Gef&uuml;hle, Einstellungen, Erwartungen) hast du zu der Situation verinnerlicht? K&ouml;nntest du anders dar&uuml;ber denken?</li><li><strong>Gebiet erweitern:</strong><br />
Wo brauchst du weitere Informationen, Rat oder Hilfe? An wen kannst du dich wenden? Welche Chancen bietet dir die Situation, um dich weiterzuentwickeln?</li></ul><p>Die 5 Gs kannst du damit erg&auml;nzen, deinen Blick einmal bewusst auf deine Vergangenheit, einmal auf deine jetzige Situation und einmal auf deine m&ouml;gliche Zukunft auszurichten. Wenn du dir deine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anschaust, welchen Weg m&ouml;chtest du gehen? Was m&ouml;chtest du &auml;ndern und wieso?</p><h3><strong>Das Widerspr&uuml;chliche anerkennen</strong></h3><p>Du hast jetzt einen guten &Uuml;berblick &uuml;ber die Situation und deine W&uuml;nsche. Jetzt geht es darum, das Gegens&auml;tzliche anzuerkennen. Dies ist oft der schwerste Teil, denn es bedeutet, deinen Blick auf das Widerspr&uuml;chliche in dir zu richten.</p><p>Vielleicht f&uuml;hlst du dich in deinem Job unterbezahlt, aber du magst deine Kollegen und scheust dich davor, f&uuml;r eine bessere Stelle umzuziehen. Dann gibt es f&uuml;r dich gleich viele gute Gr&uuml;nde zu gehen wie zu bleiben.</p><p>Es ist in dieser Situation normal, hin und hergerissen zu sein. Bedenke aber, bevor du aus &Uuml;berforderung eine Entscheidung triffst, dass beides gleichzeitig wahr sein kann: <em>Mein Job &uuml;berfordert mich</em> und <em>Ich habe eine tolle Arbeitsstelle</em>.</p><blockquote><p>Das Widerspr&uuml;chliche in seiner Gleichzeitigkeit anzuerkennen, entbindet dich nicht der Verantwortung, etwas zu ver&auml;ndern. Es l&ouml;st auch nicht deine widerstreitenden Gef&uuml;hle auf. Aber du lernst anzunehmen, dass nicht nur zwei gegens&auml;tzliche Gef&uuml;hle, sondern auch zwei scheinbar gegens&auml;tzliche Fakten wahr sein k&ouml;nnen.</p></blockquote><p>Diese Erkenntnis bef&auml;higt dich dazu, reflektiert neue Wege zu wagen.</p><h2><strong>3. Optionen pr&uuml;fen und losgehen</strong></h2><p>Bei ambivalenten Gef&uuml;hlen hast du meist drei Handlungsoptionen: K&auml;mpfen, gehen oder weise ertragen.&nbsp;</p><p>Bei der ersten Option k&auml;mpfst du um Ver&auml;nderung. Im Beispiel k&ouml;nnte das sein: Du sprichst deine Unzufriedenheit offen an und bittest um Abhilfe. Die zweite Option w&auml;re, dir allen Unsicherheiten zum Trotz einen anderen Job zu suchen. Bei der dritten Option akzeptierst du die Umst&auml;nde, die du nicht &auml;ndern kannst, und richtest den Blick auf die Ressourcen, die du trotz allem hast.</p><p>Bevor du konkrete Schritte machst, solltest du dir &uuml;berlegen, welche dieser drei Optionen dir am meisten entgegenkommt. Erst dann gehst du erste Schritte hin zu einer passenden L&ouml;sung. Wie aber triffst du die Entscheidung f&uuml;r eine Option?</p><h3><strong>Pro-und-Kontra-Listen als Entscheidungshilfe</strong></h3><p>Hierbei kann dir eine klassische Pro-und-Kontra-Liste helfen. Schreib alle deine Optionen auf und notiere, was f&uuml;r oder gegen die jeweilige Option spricht. Bedenke bewusst auch Teiloptionen. Eine solche k&ouml;nnte sein, in eine andere Abteilung zu wechseln, statt zu k&uuml;ndigen, oder deine Stundenzahl zu reduzieren.</p><p>Mir selbst hat diese Methode schon sehr bei Entscheidungen geholfen. Ich erkannte pl&ouml;tzlich gute Gr&uuml;nde gegen eine Option, sodass es mir automatisch leichter fiel, mich f&uuml;r eine andere zu entscheiden.</p><p>Vor allem bringst du damit unbewusst ablaufende Prozesse auf Papier.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Oft diskutieren Kopf und Herz schon lange dar&uuml;ber, was zu tun ist. Indem du mal alle Optionen niederschreibst und pr&uuml;fst, sortierst du dein Inneres.</p></blockquote><h3><strong>MUTIG den ersten Schritt wagen</strong></h3><p>Du hast eine Entscheidung getroffen? Gro&szlig;artig. Nun hei&szlig;t es: Mutig losgehen! Aber halt, du musst nicht gleich die ganze Strecke bew&auml;ltigen. Ein Schritt reicht. Dabei kann dir die MUTIG-Methode von Alison Cook helfen. Cook definiert folgende 5 Punkte, um aus einer widerspr&uuml;chlichen Gef&uuml;hlslage heraus gute erste Schritte zu gehen:</p><ul><li><strong>Markiere Grenzen:</strong><br />
Setze klare Grenzen! Sch&uuml;tze dich gegen problematisches Verhalten von au&szlig;en und widerstehe genauso bewusst wiederkehrenden negativen Gedanken.</li><li><strong>Umfang erweitern:</strong><br />
Erweitere deine Bew&auml;ltigungsstrategien. Wie kannst du dein Nervensystem beruhigen? Welche Kontakte tun dir jetzt gut?</li><li><strong>Trainiere dein Selbstbewusstsein:</strong><br />
&Uuml;be ein,<strong>&nbsp;</strong>deine W&uuml;nsche und Bitten klar zu &auml;u&szlig;ern. Tritt dabei selbstbewusst auf und mach dich nicht kleiner als du bist. Nutze passende Hilfsangebote wie Seelsorge, Coaching, Sprechtraining, Selbstverteidigungskurs, etc.</li><li><strong>Investiere in Belebendes:</strong><br />
Tu Dinge, die dir Energie spenden. Welches Hobby wolltest du immer schon mal ausprobieren?<strong>&nbsp;</strong>Was kannst du allem zum Trotz feiern?</li><li><strong>Gehe aus deiner alten Umgebung heraus:</strong><br />
&Auml;ndere deine Umgebung! Dies muss nicht das Verlassen der Gesamtsituation hei&szlig;en. Auch der Wechsel des Fitnessstudios oder kleine Alltagsanpassungen k&ouml;nnen neue Impulse geben.</li></ul><p>Mit diesen 5 Schritten hast du jetzt ein gutes Repertoire an der Hand, um deinen neuen Weg gut zu gestalten. Doch eine Frage bleibt noch offen.</p><h3><strong>Was mache ich mit Reue- und Schuldgef&uuml;hlen?</strong></h3><p>Oft wei&szlig;t du genau, was du tun solltest. Oder du hast bereits einen neuen Weg beschritten, aber etwas h&auml;lt dich noch zur&uuml;ck. Meist sind dies Reue- oder Schuldgef&uuml;hle. Vielleicht bereust du, etwas nicht schon fr&uuml;her angegangen zu haben. Doch davon solltest du dich l&ouml;sen, denn du kannst das Vergangene nicht &auml;ndern.</p><p>Auch Schuldgef&uuml;hle gegen&uuml;ber anderen k&ouml;nnen dich blockieren. Hier hilft dir wieder die Gleichzeitigkeit des Widerspr&uuml;chlichen. Du kannst eine zuverl&auml;ssige Mitarbeiterin sein UND bessere Jobbedingungen verlangen. Du kannst eine gute Tochter sein UND Grenzen setzen, wenn deine Eltern sich &uuml;bergriffig verhalten.</p><blockquote><p>Schuldgef&uuml;hle zu haben hei&szlig;t nicht, schuldig geworden zu sein. Pr&uuml;fe, ob du wirklich Dinge vers&auml;umt hast oder deine Gef&uuml;hle dir das nur einreden.</p></blockquote><p>Hierbei kann auch der Glaube helfen. Gott verlangt nicht von dir, perfekt zu sein. Da er deine menschliche Begrenztheit kennt, darfst auch du sie annehmen und deine Schuldgef&uuml;hle dar&uuml;ber bei ihm abgeben. So kannst du in allen widerspr&uuml;chlichen Gef&uuml;hlen einen guten Weg f&uuml;r dich zu finden.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17283168.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 25 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Aller Anfang ist schwer?]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum fühlen sich Neuanfänge oft so schwer an? Was macht den Start in eine neue Lebensphase so schwierig?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121144.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Derek Thomson /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Wenn ich auf meinen Lebensweg bis heute zur&uuml;ckschaue, dann hatte ich so einige Neuanf&auml;nge. Ich bin etwas mehr als zehnmal umgezogen, habe dadurch vier verschiedene Schulen besucht und mindestens vier verschiedene Arbeitgeber gehabt.&nbsp;</p><p>Bei all diesen Neuanf&auml;ngen hatte ich das Gef&uuml;hl, dass sie mir nicht so leicht von der Hand gingen. Ebenso war ich kaum in &bdquo;Juhu, endlich was Neues&ldquo;-Stimmung, obwohl ich mich auf so manchen Wechsel gefreut habe. Gerade in jungen Jahren war vielmehr jeder neue Anfang mit einer gewissen Furcht verbunden. Die Sorge, ob es diesmal funktioniert. Wie die Menschen sind, die ich neu kennenlerne? Ob die neue Lebensstation den Wechsel wert war?</p><h2><strong>Neuanf&auml;nge k&ouml;nnen Freude machen</strong></h2><p>Im Laufe der Zeit wurde es dennoch einfacher. Ich habe Mechanismen erlernt, die mir helfen, mich auf das Neue einzustellen.</p><blockquote><p>Aus der Last, immer wieder neue Leute zu treffen, ist die Freude gewachsen, neue Kontakte zu schlie&szlig;en und neue Menschen kennenzulernen.</p></blockquote><p>Manchmal sage ich salopp und ungefiltert: &bdquo;Ich mag keine neuen Menschen, bis ich sie kennenlerne&ldquo;. Denn ich bin nicht gegen&uuml;ber jedem neuen Menschen automatisch positiv eingestellt. Das gebe ich offen zu. Nicht jeder erste Eindruck verl&auml;uft gut und manchmal gehe ich auch Vorurteilen auf den Leim. Vielleicht habe ich etwas &uuml;ber einen Menschen geh&ouml;rt, wodurch ich ihm oder ihr gegen&uuml;ber schon voreingenommen bin.</p><p>Gleichzeitig stelle ich fest, dass &ndash; wenn ich offen bin, neuen Menschen zu begegnen &ndash; es h&auml;ufig ein Mensch ist, den ich gerne kennenlernen will. Mittlerweile machen mir Neuanf&auml;nge sogar Freude und der Satz &bdquo;Aller Anfang ist schwer&ldquo; beh&auml;lt zwar seine Berechtigung, kommt aber seltener zum Tragen.</p><h2><strong>Die eigene Haltung ist entscheidend</strong></h2><p>So oder so: Neuanf&auml;nge bleiben schwer. Etwas neu lernen zu m&uuml;ssen oder zu wollen, ist selten einfach. Dennoch liegt darin eine gro&szlig;e Chance. Ich habe f&uuml;r mich festgestellt, dass sich erste Schritte nicht immer schwer anf&uuml;hlen m&uuml;ssen, sondern dass sie auch leicht sein k&ouml;nnen. Das hat viel mit meiner eigenen Einstellung oder inneren Haltung zu tun.</p><p>Halte ich das, was auf mich zukommt, f&uuml;r etwas Gutes? Auch das muss ich lernen. Es f&auml;ngt damit an, dass ich innerlich offen f&uuml;r das werde, was da auf mich zukommt. Ich &auml;ndere eventuell sogar meine &auml;u&szlig;erliche Haltung, habe offene statt verschr&auml;nkter Arme.</p><blockquote class="noshare"><p>So kann auch mein K&ouml;rper lernen, Neuem offener entgegenzutreten, statt sich schon &auml;u&szlig;erlich dagegen zu wehren.</p></blockquote><h2><strong>Willkommenskultur leben</strong></h2><p>Gleichzeitig gibt es auch Umst&auml;nde, die den Neuanfang einfacher oder schwerer machen. Wenn ich an meinen Start im ERF denke, bin ich immer noch fasziniert. Ich habe immer noch die Fotos von einem Willkommenstisch, der &uuml;berreich mit vielen kleinen Giveaway, S&uuml;&szlig;igkeiten und Willkommensnachrichten gedeckt ist.&nbsp;</p><p>Das ist f&uuml;r mich &bdquo;Willkommenskultur&ldquo;. Und ich erlebe, dass viele meiner neuen Kolleginnen und Kollegen genauso wie ich vor einigen Jahren begr&uuml;&szlig;t werden: &Uuml;berschw&auml;nglich, fr&ouml;hlich, freudig.</p><p>Auch ihre Anf&auml;nge sind manchmal schwer: neue Umgebung, neuer Kollegenkreis neue Arbeitsstelle vielleicht sogar eine neue Wohnung an einem neuen Wohnort. Auch f&uuml;r sie ist aller Anfang schwer, aber nicht immer bleibt er schwer. Oder wird nicht als schwer empfunden, weil da Menschen sind, die schon da sind und sie willkommen hei&szlig;en.&nbsp;</p><h2><strong>Neuanf&auml;nge lieben lernen</strong></h2><p>Pers&ouml;nlich freue ich mich schon auf meinen n&auml;chsten Neuanfang. Vielleicht lerne ich neue Menschen an meinem Wohnort, in der Gemeindearbeit oder in meinem politischen Engagement kennen. Ob in meiner Region, irgendwann bei einem neuen Arbeitgeber oder ganz woanders, ich bleibe gespannt.</p><p>Denn ich mag Neuanf&auml;nge, auch wenn sie mir am Anfang schwer erscheinen.</p><blockquote><p>Ich habe den Gewinn erkannt, der in jeder neuen Erfahrung, jedem neuen Menschen, jeder neuen Umgebung liegt.</p></blockquote><p>Wie geht es dir mit Neuanf&auml;ngen? L&auml;ufst du fr&ouml;hlich darauf zu oder bist du eher der gesunde Skeptiker? Ich w&uuml;nsche dir, dass du allem Neuem mit einer gewissen Neugier begegnen lernst.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17281581.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Mon, 23 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Alles neu! Muss das sein?]]></title>
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      <description><![CDATA[5 Impulse, um der Angst vor dem Neuen zu begegnen und Veränderungen gut zu bewältigen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121124.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Maksym Kaharlytskyi /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Da steht er nun &ndash; mein neuer Router. Und da steht er schon lange. &Uuml;ber ein halbes Jahr, um genau zu sein. Im Sommer habe ich ihn gekauft, um die Datengeschwindigkeit meines neuen Telefontarifs voll auszunutzen. Erst fehlte die Zeit, ihn einzurichten, und dann beschlich mich die Angst: Was, wenn die Einrichtung nicht klappt? Wenn meine unz&auml;hligen digitalen Ger&auml;te keine Verbindung zu ihm aufbauen?&nbsp;</p><p>Durch meine Teil-Selbstst&auml;ndigkeit bin ich auf stabiles Internet angewiesen. Also blieb erstmal alles beim Alten und der neue Router verstaubt in der Ecke.</p><p>Vielleicht verstaubt bei dir kein Router in der Ecke, aber vielleicht erlebst auch du, dass Neues dir eher Angst macht als dich begeistert. Eventuell schiebst du diese eine gro&szlig;e Entscheidung seit Wochen vor dir her, weil du Angst davor hast, wie sehr dein Leben sich dadurch ver&auml;ndern k&ouml;nnte. Oder eine Neuerung im Job raubt dir nachts den Schlaf.</p><h2><strong>Vertrautes gibt uns Sicherheit</strong></h2><p>Damit bist du nicht allein. Denn wir Menschen lieben Routinen. Wir lieben das Vertraute &ndash; selbst in den neuen Dingen. Daher kaufen wir das neuste Buch vom immergleichen Autor oder entscheiden uns bei einem neuen Wagen bewusst wieder f&uuml;r die gleiche Marke. Ver&auml;nderungen machen uns Menschen Angst, sehr h&auml;ufig auch dann, wenn wir uns bewusst f&uuml;r sie entschieden haben.</p><p>Zu diesem Thema habe ich vor Jahren schon den Artikel <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/willkommen-veraenderung/6866-542-5647" rel="noopener noreferrer">&bdquo;Willkommen Ver&auml;nderung!&ldquo;</a> geschrieben, in dem du viele wertvolle Tipps zum Umgang mit Ver&auml;nderungen findest. Dieses Thema erg&auml;nze ich heute, indem ich dir f&uuml;nf Impulse an die Hand gebe, um deiner Angst vor dem Neuen zu begegnen und sie zu bew&auml;ltigen.</p><h2><strong>1. Was ver&auml;ndert sich wirklich?</strong></h2><p>Wenn sich bei mir eine Ver&auml;nderung ank&uuml;ndigt, richtet sich mein Blick stark darauf, was dadurch anders in meinem Leben wird. Da wird eine neue Strategie auf der Arbeit verk&uuml;ndet und ich frage mich: Mache ich ab morgen etwas ganz anderes? Da steht ein Umzug an und ich sorge mich, ob ich meine alten Freunde verliere.</p><p>Diese &Auml;ngste zu haben, ist normal. Aber es hilft, sich bei Neuerungen zu fragen, was sich dadurch wirklich ver&auml;ndert. Eine Ver&auml;nderung auf der Arbeit ist etwas Gro&szlig;es, aber trotzdem bleiben mein Partner und mein soziales Umfeld stabil. Selbst ein Umzug bedeutet nicht, dass jeder fr&uuml;here Kontakt abbricht.</p><blockquote><p>H&auml;ufig beherrscht uns trotzdem die Angst, dass sich ALLES ver&auml;ndern wird. Wieso? Weil wir nicht &uuml;berblicken k&ouml;nnen, wie gro&szlig; die Ver&auml;nderung sein wird.</p></blockquote><p>Hier kann es helfen, bei Ver&auml;nderungen von au&szlig;en zu kl&auml;ren, was tats&auml;chlich anders werden soll. Bei Ver&auml;nderungen, die ich selbst aktiv suche, kann ich mich bewusst fragen: F&uuml;r wie viel Ver&auml;nderung bin ich bereit? Und was ist zu viel an Neuem?</p><p>Auch hilft es sich zu fragen: Was an dem Neuen macht mir eigentlich Angst? Habe ich bei einer beruflichen Ver&auml;nderung Angst vor Jobverlust oder eher Angst, meiner neuen Rolle nicht gerecht zu werden? Sorge ich mich bei einem Umzug darum, dass ich keinen Anschluss finde oder um die neue Schule der Kinder?</p><p>Mir konkret anzuschauen, wie gro&szlig; die Ver&auml;nderung voraussichtlich sein wird und was mir am meisten Angst macht, kann helfen, mich dieser Angst besser zu stellen.</p><h2><strong>2. Ankerpunkte setzen</strong></h2><p>Gerade in Zeiten, in denen sich bei mir viel ver&auml;ndert hat, hat es mir geholfen, bewusste Ankerpunkte in meinem Leben zu haben. Als ich nach der Schule ein Praktikum weiter weg machte und danach f&uuml;rs Studium erneut umzog, haben mir zwei Dinge Halt gegeben.</p><p>Zum einen bin ich anfangs so h&auml;ufig, wie es mir m&ouml;glich war, nach Hause gefahren und hatte dort immer wieder kurze Auszeiten, in denen alles wie fr&uuml;her war. Zum anderen war ich Teil einer Online-Community und hatte dort intensive Kontakte, die mir dar&uuml;ber hinweggeholfen haben, dass ich mir am neuen Wohnort erst m&uuml;hsam neue Freundschaften aufbauen musste.</p><p>Des Weiteren habe ich mir Ankerpunkte am neuen Wohnort gesucht. Ich habe mich direkt einem Hauskreis angeschlossen. Dort traf ich Menschen, mit denen ich schon mal den Glauben an Jesus gemein hatte. Langfristig entstanden Freundschaften, sodass die Heimatbesuche seltener wurden.</p><p>Auch heute noch setze ich bewusst auf Routinen und Vertrautes, wenn Neues in mein Leben kommt. Das k&ouml;nnen feste Feierabendrituale sein, Kontakte zu langj&auml;hrigen Freunden oder der Ausblick auf den Jahresurlaub am vertrauten Lieblingsort.</p><blockquote class="noshare"><p>Was sind deine Ankerpunkte, die dir in unsicheren Zeiten Halt geben? Welche neuen Anker kannst du in dem Neuen setzen, die dir in Zukunft Halt geben k&ouml;nnen?</p></blockquote><h2><strong>3. Das Positive sehen und entdecken</strong></h2><p>Nicht alle neuen Dinge, aber doch viele neue Dinge haben auch eine positive Seite. So wird mein neuer Router mir etwa schnelleres und sicheres Internet bescheren, sobald er eingerichtet ist. Auch manche erstmal unerw&uuml;nschte Ver&auml;nderungen auf der Arbeit oder im privaten Umfeld k&ouml;nnen langfristig positive Effekte haben.</p><p>Ich habe meinen Traumjob nach dem Studium nicht bekommen, aber durch ein Praktikum in meiner Heimat meinen Mann kennengelernt. Ich habe mir aus beruflicher Unzufriedenheit heraus meine Teilselbst&auml;ndigkeit aufgebaut und bin heute megadankbar daf&uuml;r, diesen zweiten Arbeitsbereich zu haben.</p><p>Oft richten wir unseren Blick allerdings zuerst auf das Negative und auf das, was schiefgehen k&ouml;nnte. Das ist verst&auml;ndlich, denn wir k&ouml;nnen die Ver&auml;nderung nicht &uuml;berblicken und unser auf Probleme trainiertes Gehirn spielt erstmal alle Worst-Case-Szenarien durch. Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz gemobbt werde? Was, wenn ich am neuen Wohnort keine Freunde finde?</p><p>Dabei kann man den Spie&szlig; auch mal rumdrehen und fragen: Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz endlich mehr Urlaubstage habe? Was, wenn ich am neuen Wohnort endlich am Waldrand statt zwischen Hochh&auml;usern wohne?</p><blockquote class="noshare"><p>&nbsp;Tats&auml;chlich kommt es oft besser, als wir es erwarten, und weniger schlimm, als wir es bef&uuml;rchten.</p></blockquote><p>Daher suche das Gute in der Ver&auml;nderung, die bei dir ansteht.</p><h2><strong>4. Nein sagen ist auch eine L&ouml;sung</strong></h2><p>Oft halte ich mich Neuem gegen&uuml;ber f&uuml;r machtlos und denke: Ich muss da ja mitmachen. Das stimmt zum Teil. Wenn eine neue Software auf meiner Arbeitsstelle eingef&uuml;hrt wird, kann ich mich schwerlich dagegen str&auml;uben. Gleichzeitig haben du und ich oft viel mehr Einfluss auf Ver&auml;nderungen, als wir gemeinhin glauben.</p><blockquote><p>Vielleicht kannst du dich nicht dagegen wehren, dass etwas Neues in dein Leben kommt, aber du kannst meist mitentscheiden, in welcher Form das geschieht.</p></blockquote><p>Wenn sich dein Arbeitsumfeld ver&auml;ndert, kannst du entscheiden, ob du die Ver&auml;nderung stumm mittr&auml;gst, mit deinem Vorgesetzten deine neuen Aufgaben verhandelst oder ob du gar deine eigene Ver&auml;nderung suchst und gehst. Genauso kannst du bei einem Umzug entscheiden, wo es hingeht &ndash; und zwar oft selbst dann noch, wenn es um den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim geht.</p><p>Zudem gilt: Nicht alles wird so hei&szlig; gegessen, wie es gekocht wird. Manche angek&uuml;ndigte Neuerung l&auml;sst lange auf sich warten oder kommt nie. Erstmal in Ruhe abwarten kann daher eine gute L&ouml;sung sein.</p><p>Hier und da kannst du auch einfach Nein sagen. Du musst nicht Social Media nutzen, nur weil alle es tun. Gerade wenn es um technische Neuerungen im privaten Umfeld geht, kannst du meist frei entscheiden, ob du mitmachen willst. Frage dich mal einen Monat lang bei jeder Neuerung: Brauche ich das wirklich? Und wenn nicht, will ich es &uuml;berhaupt?</p><h2><strong>5. Ein unwandelbarer Gott</strong></h2><p>In allem Neuen bleibt zudem eine Konstante: Gott. Dieser stellt sich Mose bewusst als Jahwe vor (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Mose3%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">2.Mose 3,14</a>). In Bibel&uuml;bersetzungen wird dies abwechselnd mit <em>&bdquo;Ich bin, der ich bin&ldquo;&nbsp;</em>(ELB), <em>&bdquo;Ich werde sein, der ich sein werde&ldquo;&nbsp;</em>(LUT) oder schlicht mit <em>&bdquo;Ich bin da&ldquo;&nbsp;</em>(GNB) &uuml;bersetzt.&nbsp;</p><p>Letztlich umfasst der Gottesname Jahwe all diese &Uuml;bersetzungen. Gott sagt hier Mose und dem Volk Israel zu: &bdquo;Ich bin da und ich bin derselbe &ndash; gestern, heute und morgen. Ich ver&auml;ndere mich nicht.&ldquo;</p><p>Gott ist damit selbst unwandelbar und gleichzeitig Impulsgeber f&uuml;r Neues in unserem Leben. In der Jahreslosung 2026 hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Siehe, ich mache alles neu&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>). Diese Worte k&ouml;nnen &uuml;berw&auml;ltigend klingen. Doch an anderen Stellen der Bibel wird deutlich, dass das Neue, das Gott schafft, langsam w&auml;chst. Jesus vergleicht etwa das Reich Gottes mit einem Senfkorn (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus4%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 4,31</a>).</p><p>Auch gilt &uuml;ber allem diese Zusage Gottes aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja46%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 46,4</a>: <em>&bdquo;Und ich bleibe derselbe in alle Zukunft! Bis ihr alt und grau werdet, bin ich es, der euch schleppt. Ich habe es bisher getan und ich werde es auch k&uuml;nftig tun. Ich bin es, der euch tr&auml;gt und schleppt und rettet!&ldquo;</em></p><p>Daraus nehme ich mit: Gott bleibt derselbe in allem Neuen. Er ist mein fester Ankerpunkt, selbst wenn andere Ankerpunkte wegbrechen. Er tr&auml;gt mich durch Ver&auml;nderungen hindurch &ndash; gerade durch Ver&auml;nderungen wie Krankheit und Altern, die mich Kraft kosten. Gleichzeitig schenkt er Neues, wo ich es brauche, und l&auml;sst dieses Neue schrittweise wachsen, sodass ich damit umgehen kann.</p><blockquote class="noshare"><p>Diesem Gott kann ich alle meine &Auml;ngste vor dem Neuen anvertrauen und getrost loslassen.</p></blockquote><p>Vielleicht m&ouml;chtest auch du diesen Schritt wagen. Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du uns gerne unter diesem Artikel einen Kommentar hinterlassen.<br />
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<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17280458.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 21 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Gottesdienste zu Ostern]]></title>
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      <description><![CDATA[Hier finden Sie unsere ERF Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostermontag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/955288.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Biewer Jürgen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Der ERF hat ein besonderes Angebot vorbereitet. W&auml;hrend der Osterfeirtage finden Sie bei uns besondere Gottesdienste im Programm. Wir bieten fast alle Sendungen nicht nur im Radio oder Fernsehen an, sondern machen sie auch im Internet abrufbar. Sie k&ouml;nnen also zu einer f&uuml;r Sie g&uuml;nstigen Zeit die Angebote in Anspruch nehmen.</p><h3>So geht&rsquo;s:</h3><p>Treffen Sie Ihre Wahl, indem Sie in der Auflistung unten auf den entsprechenden Link klicken. Mit Klick auf&nbsp;&bdquo;ERF Plus Audiothek&ldquo; gelangen Sie direkt zu der entsprechenden Radiosendung und k&ouml;nnen sich diese anh&ouml;ren. Wenn Sie auf &bdquo;ERF Mediathek&ldquo; klicken, k&ouml;nnen Sie sich den jeweiligen Gottesdienst in Videoform anschauen.&nbsp;</p><p>Hinweis: das Abspielen ist erst ab dem Tag der Ver&ouml;ffentlichung m&ouml;glich!</p><h2><strong>Gr&uuml;ndonnerstag</strong></h2><p><strong>&bdquo;Traditionelles Fest mit Beigeschmack&ldquo;:&nbsp;</strong>Vertraut und doch anders. So feiert Jesus mit seinen J&uuml;ngern&nbsp;das Passahfest. Rahmen und Inhalt der Festtradition findet&nbsp;sich im <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose12%2C1-14" target="_blank">2. Buch Mose, Kapitel 12, 1-14</a>. Elke Drossmann l&auml;dt Sie ein, dieses Fest im Gr&uuml;ndonnerstag zu entdecken.</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 2. April 2026 um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus und in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/traditionelles-fest-mit-beigeschmack/8312-691?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>.</strong></p><h2><strong>Karfreitag</strong></h2><p><strong>&bdquo;Spott und Hoffnung&ldquo;:&nbsp;</strong>Im Gottesdienst zu Karfreitag aus dem&nbsp;ERF Medienhaus&nbsp;in Wetzlar mit Susanne Thyroff stehen die Reaktionen auf Jesus am Kreuz im Mittelpunkt: Spott, Zweifel und Gleichg&uuml;ltigkeit treffen auf ehrliche Reue und Vertrauen &ndash; nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas23%2C32-43" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 23, 32-43</a>.&#8239; Eine Predigt &uuml;ber Schuld, Vergebung und Hoffnung, die tr&auml;gt.</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 3. April 2026&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/spott-und-hoffnung/8312-692?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>&nbsp;und&nbsp;als Videomitschnitt in der&nbsp;<a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/spott-und-hoffnung/4929-862?reset=1" target="_blank">ERF Mediathek</a>.</strong></p><h2>Ostersonntag</h2><p><strong>&bdquo;Der Stein ist weg&ldquo;:&nbsp;</strong>Wenn Gott das Unbewegliche bewegt, ver&auml;ndert sich alles. Im Ostergottesdienst aus dem&nbsp;ERF Medienhaus&nbsp;in Wetzlar nimmt Ellen H&ouml;rder-Knop Sie mit auf die Spur der Ostergeschichte &ndash; nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus16%2C1-8" class="bibleserver extern" target="_blank">Markus 16,1-8</a>. Sie&nbsp;zeigt, wie Jesu Auferstehung heute Hoffnung schenkt.</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 5. April 2026&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/der-stein-ist-weg/8312-693?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>&nbsp;und&nbsp;als Videomitschnitt in der&nbsp;<a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/der-stein-ist-weg/4929-863?reset=1" target="_blank">ERF Mediathek</a>.</strong></p><h2><strong>Ostermontag</strong></h2><p><strong>&bdquo;Wahrhaftig auferstanden!&ldquo;:&nbsp;</strong>Diesen&nbsp;Osterruf&nbsp;bringt Jochen Eber im Ostermontagsgottesdienst zum Klingen.&nbsp;Er richtet den Blick auf die Zeugen der Auferstehung Jesu, von denen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas24%2C36-49" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 24, 36-49</a> berichtet wird.&nbsp;</p><p><strong>Zu H&ouml;ren am 6. April 2026&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf&nbsp;ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/wahrhaftig-auferstanden/8312-694?reset=1" target="_blank">ERF Plus Audiothek</a>.</strong></p><p>&nbsp;</p><p><strong>Wir freuen uns, wenn Sie mit uns zusammen Gottesdienst&nbsp;feiern!</strong></p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/15199745.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Fri, 20 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie wir lernen, gnädiger zu sein!]]></title>
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      <description><![CDATA[Was passiert, wenn Menschen einander nicht vergeben – und was verändert sich, wenn sie es doch tun? Interview mit Fabian Vogt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120464.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Colin Lloyd /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Viele Konflikte sind l&auml;ngst vorbei &ndash; und wirken trotzdem nach. Was gesagt oder getan wurde, verschwindet nicht einfach. Verletzungen werden mitgenommen, im Privaten ebenso wie in &ouml;ffentlichen Debatten. Fronten verh&auml;rten sich, Positionen werden sch&auml;rfer. Statt aus Fehlern zu lernen und einander zu vergeben, verengen sich Gespr&auml;che immer h&auml;ufiger auf die Suche nach Schuldigen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Fabian Vogt ist Theologe, Schriftsteller und K&uuml;nstler. Er schaut gerne genau hin, wenn es zwischen Menschen kompliziert wird. Und er beobachtet: Unsere Gesellschaft wird sp&uuml;rbar gnadenloser. In seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/147723" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Verzeihen Sie bitte!&ldquo;</a> erkl&auml;rt er, warum uns Vergebung so schwerf&auml;llt &ndash; und wie wir sie dennoch erlernen k&ouml;nnen.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Hast du selbst einmal erlebt, wie sehr Vergebung &ndash; oder fehlende Vergebung &ndash; ein Leben pr&auml;gen kann?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt:<strong></strong>Mir hat zum Beispiel mal eine Frau erz&auml;hlt, dass sie sich vor 20 Jahren mit ihrer Tochter zerstritten habe. Seitdem h&auml;tten die beiden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Das Ergebnis: Sie hat ihre drei Enkel nie kennengelernt &ndash; nicht, weil sie das nicht wollte, sondern weil sie ihrer Tochter bis heute nicht vergeben konnte.&nbsp;</p><p>Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, weil es zeigt, wie weit die Folgen von Unvers&ouml;hnlichkeit reichen k&ouml;nnen.&nbsp;</p><h2>Unsere Gesellschaft denkt in Feindbildern&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Du schreibst in deinem Buch &bdquo;Verzeihen Sie bitte&ldquo;, dass unsere Gesellschaft immer gnadenloser wird. Woran machst du das fest?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Das l&auml;sst sich auf vielen Ebenen beobachten. Unsere Gesellschaft ist stark polarisiert, Menschen denken zunehmend in Feindbildern. Besonders sichtbar wird das in politischen Debatten. Je nach Perspektive sind &bdquo;die Gr&uuml;nen&ldquo;, &bdquo;die CSU&ldquo;, &bdquo;die AfD&ldquo; oder andere Gruppen angeblich an allem schuld. Es wird schnell nach Verantwortlichen gesucht, denen man die eigene Unzufriedenheit zuschreiben kann.&nbsp;</p><p>Dieses Denken folgt dann oft einer einfachen T&auml;ter-Opfer-Logik:&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn es mir schlecht geht, muss jemand daran schuld sein. Also suche ich mir einen Verantwortlichen. Diese Haltung pr&auml;gt aber nicht nur politische Debatten, sondern auch unseren Alltag.</p></blockquote><p>Gleichzeitig zeigen Studien, dass wir auch mit uns selbst immer gnadenloser umgehen. Viele Menschen haben gro&szlig;e Angst davor, Fehler zu machen oder nicht zu gen&uuml;gen. Statt einer Midlife-Krise erleben immer mehr Menschen eine Art Dauerkrise &ndash; oft seit der Jugend. Das Gef&uuml;hl, Opfer der Umst&auml;nde zu sein, ist f&uuml;r viele normal geworden.&nbsp;</p><h2>Wir haben die Gnade verlernt&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Was fehlt uns heute, um mit Schuld, Scheitern und Verletzungen anders umzugehen?</strong>&nbsp;</p><figure class="image right"><img alt="Foto Buchautor Fabian Vogt, Copyright: Pietro Sutera" height="982" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120877.jpg" width="1000" /><figcaption>Dr. Fabian Vogt ist Theologe, Autor und K&uuml;nstler. Er arbeitet unter anderem bei midi, der Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie in Berlin. (Copyright: Pietro Sutera)</figcaption></figure><p>Fabian Vogt: Der Begriff der Gnade war fr&uuml;her viel pr&auml;senter. Vor Jahrhunderten sprach man Menschen noch mit &bdquo;Gn&auml;dige Frau&ldquo; oder &bdquo;Gn&auml;diger Herr&ldquo; an. Man sprach von begnadeten K&uuml;nstlern oder davon, dass jemand sein Gnadenbrot bekam. Gnade war ein vertrauter Begriff im Alltag und in der Sprache.&nbsp;</p><p>Heute ist davon wenig &uuml;brig. Selbst gesellschaftliche Rituale, die Raum f&uuml;r Selbstreflexion bieten, sind verschwunden &ndash; etwa der Bu&szlig;- und Bettag. Einmal im Jahr bewusst innehalten und sich fragen: Was ist in meinem Leben schiefgelaufen? Wo brauche ich Vergebung? Diese Haltung haben wir St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck verloren. Damit haben wir die Gnade aus dem &ouml;ffentlichen Bewusstsein verdr&auml;ngt.&nbsp;<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Welche Folgen hat es denn, wenn Menschen nicht vergeben k&ouml;nnen?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Wer sich selbst oder anderen nicht vergeben kann, schleppt alte Verletzungen dauerhaft mit sich herum. Ein Satz bringt das gut auf den Punkt: &bdquo;Wer anderen etwas nachtr&auml;gt, geht nie den eigenen Weg.&ldquo;&nbsp;</p><blockquote><p>Solange ich festhalte, was mir jemand angetan hat, bestimme nicht ich mein Leben &ndash; sondern das vergangene Unrecht. Das macht unfrei.</p></blockquote><p>Menschen, die sich als unfrei erleben, rutschen deshalb leicht in die Opferrolle. Sie suchen nach Verantwortlichen f&uuml;r ihre Unzufriedenheit und richten ihren &Auml;rger nach au&szlig;en. Vergebung hat hier eine gro&szlig;e Kraft, weil sie hilft, aus diesem Muster auszusteigen. Sie ist zun&auml;chst ein innerer Schritt: die eigenen Altlasten loszulassen, um wieder handlungsf&auml;hig und innerlich freier zu werden.&nbsp;</p><h2>Vergeben hei&szlig;t nicht verharmlosen&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Viele Menschen missverstehen Vergebung. Sie denken, Vergebung hei&szlig;t &bdquo;Schwamm dr&uuml;ber&ldquo;, ganz gleich wie gro&szlig; das erlebte Unrecht war. Was bedeutet Vergebung in deinem Verst&auml;ndnis ganz bewusst nicht?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Genau, viele Menschen f&uuml;rchten sich vor dem Gedanken der Vergebung, weil sie glauben, damit w&uuml;rde das Unrecht verharmlost. Als w&uuml;rde man sagen: So schlimm war es ja gar nicht. Genau das ist Vergebung aber nicht.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Vergeben hei&szlig;t nicht vergessen. B&ouml;se bleibt b&ouml;se, Unrecht bleibt Unrecht. Es wird weder entschuldigt noch relativiert. Vergebung bedeutet auch nicht, dass ich das Verhalten des anderen verstehen oder guthei&szlig;en muss.</p></blockquote><p>Und Vergebung hei&szlig;t auch nicht automatisch Vers&ouml;hnung. Zwei Menschen k&ouml;nnen sich zerstreiten, einer kann vergeben &ndash; und sich trotzdem trennen. Auch bei schweren Erfahrungen wie Missbrauch kann jemand vergeben und dennoch Anzeige erstatten. Das eine ist eine rechtliche oder &auml;u&szlig;ere Konsequenz, das andere ist der innere Prozess.&nbsp;</p><p>Entscheidend ist: Echtes Vergeben setzt voraus, dass Unrecht klar benannt wird. Wenn ich versuche, meinen Schmerz kleinzureden oder so tue, als w&auml;re nichts passiert, ist das keine Vergebung. Erst wenn ich anerkenne, dass mich der andere wirklich verletzt hat, kann ich lernen, anders mit diesem Schmerz zu leben und ihn loszulassen.&nbsp;</p><h2>Schritte auf dem Weg zur Vergebung&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Viele merken: Da ist etwas, das mich seit Jahren belastet. Ich m&ouml;chte vergeben, wei&szlig; aber nicht, wie ich anfangen soll. Was r&auml;tst du solchen Menschen ganz konkret?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Wichtig ist ein Perspektivwechsel. Solange ich von meiner Verletzung bestimmt bin, schaue ich fast nur auf den anderen: &bdquo;Was hat er getan? Was h&auml;tte er anders machen m&uuml;ssen?&ldquo; Vergebung beginnt dort, wo ich den Blick zur&uuml;ck auf mich selbst richte und wahrnehme, was diese Verletzung mit mir gemacht hat. Dazu geh&ouml;rt auch, dar&uuml;ber weinen zu d&uuml;rfen. Wut ist oft ein Versuch, die eigene Trauer zu &uuml;bert&uuml;nchen und nicht wahrzunehmen. Wichtig ist, sich den eigenen Schmerz einzugestehen.&nbsp;&nbsp;</p><p>Mit dieser neuen Perspektive entsteht Abstand. Statt im Groll auf den anderen gefangen zu bleiben, frage ich mich: Was brauche ich jetzt? Was hilft mir, wieder freier zu werden? Vergebung ist ein Prozess, aber genau hier beginnt er.&nbsp;&nbsp;</p><p>Dabei muss ich diesen Weg nicht allein gehen. Gespr&auml;che mit vertrauten Menschen, seelsorgerliche oder therapeutische Begleitung oder auch das Aufschreiben der eigenen Gedanken k&ouml;nnen helfen, innere Schleifen zu durchbrechen.&nbsp;</p><h2><strong>Hass gewinnt nur, wenn wir mitspielen</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Der christliche Glaube spielt in deinem Buch eine wichtige Rolle. Welche zus&auml;tzliche Perspektive bietet er f&uuml;r das Thema Vergebung?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Ich habe gemerkt, dass aus einem gesellschaftspolitischen Thema am Ende ein zutiefst christliches geworden ist. Denn &uuml;ber Vergebung und Gnade k&ouml;nnen wir in unserer Kultur kaum sprechen, ohne den christlichen Hintergrund mitzudenken.&nbsp;</p><p>Jesus wird einmal gefragt: &bdquo;Wie oft soll ich vergeben? Reicht siebenmal?&ldquo; Seine Antwort lautet: &bdquo;77 Mal.&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 18,21+22</a>) Gemeint ist: Es gibt keine Grenze. Vergebung ist keine einmalige Handlung, sondern eine Haltung &ndash; eine Art, durchs Leben zu gehen.&nbsp;</p><p>Diese Haltung hat ihren Ursprung in Gottes Gnade. F&uuml;r Gott bin ich wertvoll und geliebt &ndash; unabh&auml;ngig von Leistung, Schuld oder Scheitern.&nbsp;</p><blockquote><p>&Uuml;ber meinem Leben steht ein gro&szlig;es Ja. Und genau dieses Ja macht Vergebung m&ouml;glich: Weil ich selbst von Gnade lebe, muss ich mich nicht vom Hass bestimmen lassen.</p></blockquote><p><strong>ERF: Wie kann das konkret aussehen?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Ein sehr eindr&uuml;ckliches Beispiel daf&uuml;r ist der franz&ouml;sische Journalist Antoine Leiris. Er verlor seine Frau beim Attentat 2015 in Paris. Kurz danach schrieb er einen offenen Brief an die T&auml;ter mit dem Satz: <em>&bdquo;</em>Meinen Hass bekommt ihr nicht.&ldquo; Er sagt sinngem&auml;&szlig;: Wenn ich euch jetzt hasse, dann habt ihr gewonnen. Dann werde ich wie ihr. Diesen Kreislauf wollte er durchbrechen.&nbsp;</p><p>Darum geht es auch bei den Worten Jesu, &bdquo;die andere Wange hinzuhalten&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us5%2C29" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 5,29</a>). Es ist kein Aufruf zur Passivit&auml;t oder dazu, sich alles gefallen zu lassen. Es geht darum, der Gewalt und dem Hass die Macht zu nehmen. Wer so handelt, bleibt innerlich frei &ndash; und l&auml;sst sich nicht auf das gleiche zerst&ouml;rerische Muster ein.&nbsp;</p><h2><strong>Eine gn&auml;digere Gesellschaft ist m&ouml;glich</strong>&nbsp;</h2><p><strong>ERF: Zum Schluss ein Blick nach vorn: Wenn du tr&auml;umen d&uuml;rftest &ndash; wie s&auml;he eine Gesellschaft aus, in der Menschen gn&auml;diger mit sich selbst und miteinander umgehen?</strong>&nbsp;</p><p>Fabian Vogt: Ich glaube, unsere Gesellschaft w&uuml;rde sich deutlich ver&auml;ndern, wenn Menschen lernen w&uuml;rden, gn&auml;diger mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Wer sich nicht st&auml;ndig angegriffen f&uuml;hlt und nicht dauernd in die Opferrolle rutscht, hat es gar nicht mehr n&ouml;tig, andere niederzumachen oder als Feinde zu sehen.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Wenn Menschen selbst etwas von dieser Gnade erfahren, von der der christliche Glaube spricht, dann k&ouml;nnen sie innerlich mehr zur Ruhe kommen.</p></blockquote><p>Sie leben ein St&uuml;ck liebevoller, friedfertiger und freundlicher. Das w&auml;re sch&ouml;n.&nbsp;&nbsp;</p><p><strong>ERF: Vielen Dank f&uuml;r diesen Ausblick und das spannende Gespr&auml;ch.</strong>&nbsp;<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff, Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17278203.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff, Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 18 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Warum Neues zuerst skeptisch macht]]></title>
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      <description><![CDATA[Das Neue, das Gott schafft, ist gut – auch wenn es sich erst ungewohnt anfühlt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119812.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Mein Navi schl&auml;gt mir eine neue Route vor. &bdquo;Schneller als die bisherige&ldquo;, sagt es. Doch ich kenne den alten Weg. Ich wei&szlig;, wo ich abbiegen muss. Ich wei&szlig;, was mich erwartet. Der neue Weg mag besser sein, aber ich m&uuml;sste mich auf fremde Wege einlassen &ndash; ohne zu wissen, wie es weitergeht. Vielleicht mag ich Neues doch weniger, als ich dachte.</p><h2><strong>Ich sehne mich nach Neuem, bis es mir begegnet</strong></h2><p>&Auml;hnlich ist es in unserer Gesellschaft. Einerseits wird Neues gehyped, ob es um ein Auto oder den neusten Kinofilm geht.&nbsp;Andererseits fordert uns Neues heraus. Unsere von der Aufkl&auml;rung gepr&auml;gte Denkweise will erkl&auml;ren, verstehen, kontrollieren.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Aber wenn etwas wirklich neu ist, kann ich es erstmal nicht erkl&auml;ren. Mein Verstand kann es nicht einordnen &ndash; und wird skeptisch.</p></blockquote><p>Und da merke ich einen Widerspruch in mir selbst:&nbsp;Ich will Neues, aber bitte so, dass es sich vertraut anf&uuml;hlt. F&uuml;r meinen Kopf. F&uuml;r mein Gef&uuml;hl. Dabei sagt das Wort selbst schon etwas anderes. Der Duden beschreibt &bdquo;neu&ldquo; unteranderem so: <em>&bdquo;</em>bisher noch nicht bekannt gewesen.&rdquo;&nbsp; &nbsp;</p><h2><strong>Gott meint wirklich NEU</strong></h2><p>Wenn man sich auf Gott einl&auml;sst, kommt man um Neues nicht rum. Als Christ bete ich sogar f&uuml;r Neues. Doch wenn es mir dann begegnet, merke ich: Oh, ach so &ndash; Gott meint wirklich NEU.&nbsp;</p><p>Das kann sich dann auch erstmal ungewohnt anf&uuml;hlen. Denn Gott ist ein Experte darin, Neues zu schaffen. Er schenkt ein neues Herz, einen neuen Geist, eine neue Identit&auml;t. Neue Gedanken, neue Gef&uuml;hle. Und am Ende der Zeiten sogar einen neuen Himmel und eine neue Erde.</p><blockquote class="noshare"><p>Das ist nicht wenig Neues &ndash; und es ist kein vorsichtiges Neues. Es ist radikal. Und innerlich denke ich: So neu meinte ich es auch wieder nicht.</p></blockquote><h2><strong>Neues von Gott ist anders &ndash; und trotzdem gut</strong></h2><p>Wie kann ich mich auf all das Neue, Unbekannte, meine Schubladen &Uuml;bersteigende einlassen? Gott wei&szlig; darum, dass mir sein Neues fremd ist. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia33%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 33,3</a> sagt er dem Propheten Jeremia zu:&nbsp;<em>&bdquo;Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun gro&szlig;e und unfassbare Dinge, von denen du nichts wei&szlig;t.&rdquo;&nbsp;</em></p><p>Gott verspricht hier Gro&szlig;es, aber er sagt auch klar: Diese Dinge werden neu sein &ndash; unbekannt, nicht sofort erkl&auml;rbar. Das hei&szlig;t: Mein Verstand wird sehr wahrscheinlich nicht gleich mitkommen. Es wird nicht gleich in meine gewohnten Schubladen passen. Und das ist okay. Zumindest ist es f&uuml;r Gott okay. Er traut mir das zu.&nbsp;</p><p>Gott erkl&auml;rt das Neue nicht weg, auch wenn ich mir das manchmal w&uuml;nschen w&uuml;rde. Aber &ndash; und das ist entscheidend &ndash; das Neue, das Gott schafft, ist gut.&nbsp;Wenige Verse sp&auml;ter macht er klar, dass das Neue, was er schaffen will, nur gute Dinge sind: Heilung, Frieden und Vergebung (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia33%2C6-9" class="bibleserver extern" target="_blank">Jeremia 33,6-9</a>). Dies sind die Bereiche, in denen Gott Neues in meinem Leben schaffen will.&nbsp;</p><blockquote><p>Vielleicht ist es am Ende &auml;hnlich wie mit dem Navi. Ich lasse mich f&uuml;hren &ndash; nicht, weil ich den Weg kenne, sondern weil ich Gott zutraue, dass er mich zu einem guten Ziel f&uuml;hrt.</p></blockquote><h2><strong>Neues umarmen lernen</strong></h2><p>Das hilft mir, anders mit Neuem umzugehen &ndash; es vielleicht sogar zu umarmen. Auch dann, wenn es sich nicht sofort vertraut anf&uuml;hlt. Denn Gott sagt: Das Ergebnis wird gut sein.</p><p>Vielleicht ist f&uuml;r dich heute diese Frage dran: Lasse ich mich darauf ein, dass Gott auch durch Erfahrungen wirkt, die sich meiner Kontrolle entziehen? Wenn ja, kannst du ihm das so sagen: <em>&bdquo;</em>Gott, ich bin bereit f&uuml;r Neues. Und wenn du mir mit Unbekanntem antwortest, will ich lernen zu sagen: Ich vertraue, dass es gut ist &ndash; auch wenn ich es noch nicht verstehe.&rdquo;</p><p>Wo hast du Gott ganz neu oder anders erlebt? Erz&auml;hl uns gerne davon in den Kommentaren.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17276951.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Mon, 16 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[In Ruhe lieben]]></title>
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      <description><![CDATA[Wenn Liebe nicht fordert, sondern ruhen darf, entsteht neue Nähe. Eine Einladung, Druck loszulassen und der Liebe wieder Raum zu geben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120685.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Khamkéo /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p><em>Zum Valentinstag denken viele an gro&szlig;e Gef&uuml;hle und besondere Gesten. Doch Liebe lebt nicht vom Dauerfeuer der Erwartungen, sondern von Atempausen. Der folgende Text ist ein Auszug aus <a href="https://shop.erf.de/products/00/148463?searchtext=Tr%C3%A4ume%20sind%20wie%20Segel,%20Erinnerungen" rel="noopener noreferrer" target="_blank">&bdquo;Tr&auml;ume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder&ldquo;</a> von Tomas Sj&ouml;din &ndash; ein leiser Gedanke dar&uuml;ber, warum N&auml;he w&auml;chst, wenn man einander nicht festh&auml;lt, sondern ruhen l&auml;sst.&nbsp;Wir ver&ouml;ffentlichen mit freundlicher Genehmigung des <a href="https://www.scm-verlagsgruppe.de/verlagsgruppe/">SCM Verlages</a> einen Auszug aus dem Buch.</em></p><p>Im Laufe der Jahre ist in mir die &Uuml;berzeugung immer st&auml;rker geworden, dass die Kunst, jemanden zu lieben&nbsp;&ndash; und das nicht nur heute, sondern auch morgen und &uuml;bermorgen&nbsp;&ndash;, die Kunst ist, sich nicht zu sehr aneinander zu klammern. Es ist etwas Vertracktes mit der Liebe; sobald man versucht, sie zu erzwingen, wirkt man ihrem Wesen entgegen und versperrt ihr damit den Weg.&nbsp;</p><h2><strong>Im freien Fall der Liebe</strong></h2><p>Im Englischen gibt es den Ausdruck falling in love.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Sich verlieben ist etwas ungemein Sch&ouml;nes, aber das Wort fall (&raquo;fallen&laquo;) zeigt, dass es auch lebensgef&auml;hrlich ist.</p></blockquote><p>Jemand, der liebt und diese Liebe &auml;u&szlig;ert, l&ouml;st in diesem Augenblick den Sicherheitsgurt seines Lebens und st&uuml;rzt im freien Fall auf den geliebten Menschen zu, und das Einzige, was ihn retten kann, ist, dass seine Liebe erwidert wird. Das ist das Risiko der Liebe. Und ihre Chance.</p><h2><strong>So, wie es ist, ist es gut</strong></h2><p>Einer der sch&ouml;nsten Texte der Weltliteratur &uuml;ber die Liebe ist das fast dreitausend Jahre alte Hohelied von Salomo in der Bibel. In ihm findet sich eine unglaublich wunderbare Szene. Die beiden Liebenden sind in ihrem Liebesnest und die Braut ist im Arm des Br&auml;utigams eingeschlafen. Sie begehren nichts voneinander, erwarten nichts weiter. So, wie es ist, hier und jetzt, ist es gut; sie sind beieinander, und das gen&uuml;gt.&nbsp;</p><p>In dieser Liebesbegegnung der Ruhe offenbart sich ein Bild, das zeigt, wie Liebe w&auml;chst&nbsp;&ndash; hier formuliert mit den Worten: &bdquo;Weckt nicht, st&ouml;rt nicht auf die Liebe, bevor es ihr &lang;selber&rang; gef&auml;llt!&ldquo;</p><blockquote><p>Ich glaube, eins der gr&ouml;&szlig;ten Geschenke, die man dem Menschen machen kann, den man liebt, ist die Ruhe. Das Recht, einen Gang zur&uuml;ckzuschalten und nicht &uuml;berall pr&auml;sent sein zu m&uuml;ssen, Stunden oder Tage frei von Forderungen und Anspr&uuml;chen.</p></blockquote><h2><strong>Wo Druck w&auml;chst, verliert die Liebe</strong></h2><p>In einer engen Beziehung kann eine kleine, unerwartete Entlastung f&uuml;r den anderen auf deutlich mehr Dankbarkeit sto&szlig;en als ein gro&szlig;er Blumenstrau&szlig;. Stress und Druck sind Feinde der Liebe, und wenn man das Leben zu schnell werden l&auml;sst, w&auml;chst die Gefahr, dass man Unkraut in den Liebesacker s&auml;t, ohne es zu merken. Wer erwartet, dass eine Beziehung pausenlos von einem H&ouml;hepunkt zum anderen springt, wird bald die gro&szlig;e Ersch&ouml;pfung ernten. Statt sich &uuml;ber die Blumen am Wegrand zu freuen, trampelt man auf ihnen herum.&nbsp;</p><p>Wenn uns das Leben m&uuml;de gemacht hat, kann es das Richtige sein, einander anzuschauen und zu sagen: &bdquo;Du und ich, wir k&ouml;nnten es vielleicht spannender haben im Leben, aber es ist in Ordnung, wie es ist.&ldquo; Das mag nach Resignation klingen, aber wo solch ein Ausruhen geschehen darf, kommt es nicht selten zu einer Art Sch&ouml;pfungswunder:&nbsp;</p><blockquote><p>Die Liebe erwacht wieder zum Leben&nbsp;&ndash; die Liebe, die die ganze Zeit da gewesen war, aber begraben unter einem Berg der Ersch&ouml;pfung.</p></blockquote><h2><strong>Der Ruheort der Liebe</strong></h2><p>Ich glaube, die Ruhe ist der R&uuml;ckzugsort der Liebe, aber auch ihre Kraftquelle. Wo ich unrealistische Erwartungen fahren lasse, k&ouml;nnen auf einmal viele andere Dinge wachsen. Zum Beispiel Z&auml;rtlichkeit, Kreativit&auml;t und Verspieltheit.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Lieben ist Fallen, aber es gen&uuml;gt nicht, dass man damals&nbsp;&ndash; lang ist es her&nbsp;&ndash; einander zu F&uuml;&szlig;en fiel, sondern wir m&uuml;ssen das immer wieder neu tun.</p></blockquote><p>Seite an Seite weiter durch das Leben wandern, mit ma&szlig;vollen Erwartungen und viel Luft zum Atmen. Im ganz normalen Alltag stressfreie Oasen schaffen und der Liebe die Chance geben zu erwachen, einfach weil es ihr selbst gef&auml;llt.</p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tomas Sjödin</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17276091.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tomas Sjödin]]></author>
      <pubDate>Sat, 14 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Willkommen Veränderung!]]></title>
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      <description><![CDATA[6 Tipps, um Veränderungen positiv anzugehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/719496.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mario Gogh /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Magst du&nbsp;Ver&auml;nderungen? Ich nicht besonders. Ich bin ein Mensch, der Routinen mag und dem es schwerf&auml;llt, sich auf Neues einzustellen. Gleichzeitig aber finde ich mich manchmal in Wunschtr&auml;umen wieder, in denen mein Leben ganz anders ist als jetzt und auch ich eine ganz andere bin: Entspannter, geduldiger, sportlicher.</p><p>Vielleicht geht es dir &auml;hnlich. Eventuell hast du Vors&auml;tze f&uuml;r das Jahr gefasst, um endlich den einen oder anderen Wunschtraum umzusetzen. Oder aber du bist&nbsp;eher ein Gewohnheitstier und hoffst insgeheim, dass sich&nbsp;m&ouml;glichst wenig in deinem Leben &auml;ndert. So oder so, eines kann ich dir garantieren:</p><blockquote><p>Es&nbsp;wird immer wieder Ver&auml;nderungen geben und nicht jede dieser Ver&auml;nderung wird dir gefallen. Woher ich das wei&szlig;?</p></blockquote><p>Genau diese Erfahrung habe ich in den letzten Jahren immer wieder machen m&uuml;ssen. Doch wenn nichts so sicher ist wie die Ver&auml;nderung, wie soll ich dann mit ihr umgehen? Dazu m&ouml;chte ich sechs Impulse weitergeben, die mir in meinem eigenen Leben geholfen haben:</p><h2>1. Nimm&nbsp;Abschied von &uuml;berzogenen Erwartungen oder Bef&uuml;rchtungen</h2><p>Die erste, wichtigste Erkenntnis, wenn es um Ver&auml;nderungen geht, ist die: Es mag sich viel &auml;ndern, aber nur selten ver&auml;ndert sich auf einen Schlag alles. Das ist eine Erleichterung, wenn man mit Zukunfts&auml;ngsten zu k&auml;mpfen hat. Denn die meisten Zukunfts&auml;ngste treten nie ein.</p><p>Gleichzeitig hilft dieser Realismus aber auch gegen &uuml;berzogene&nbsp;positive&nbsp;Erwartungen. Auch in diesem Jahr wirst du&nbsp;vermutlich nicht zum Marathonl&auml;ufer, wenn du bislang jede Erledigung mit dem Auto get&auml;tigt hast.</p><blockquote class="noshare"><p>Falls du dir etwas zu ehrgeizige Ziele&nbsp;gesetzt hast, lohnt es sich, diese noch einmal einem Realit&auml;tscheck zu unterziehen.</p></blockquote><p>Ein t&auml;glicher Spaziergang kann f&uuml;r den Anfang die bessere Option sein als der Versuch, dreimal w&ouml;chentlich mindestens eine Stunde zu joggen.</p><h2>2. Erkenne&nbsp;die Macht der &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde an</h2><p>Unsere &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde nehmen mehr Einfluss auf unser Handeln als wir glauben.&nbsp;Verhaltens&auml;nderungen fallen uns leichter, wenn wir sie innerhalb eines neuen Lebensabschnitts angehen. Denn wer gerade umgezogen ist oder wessen Arbeitsstelle sich ge&auml;ndert hat, muss sowieso eine neue Lebensroutine aufbauen. Da kann der Spaziergang w&auml;hrend der Mittagspause gleich mit in die neue Routine &uuml;bernommen werden.</p><p>Gleichzeitig sollten wir diesen positiven Effekt nicht &uuml;berreizen, denn zu viele Ver&auml;nderungen auf einmal &uuml;berfordern unser Gehirn.</p><p>Nun musst du nicht gleich den Job wechseln, um die neue Di&auml;t einzuhalten. Aber mach dir&nbsp;bewusst, dass verschiedene Gewohnheiten zusammenh&auml;ngen und aufeinander Einfluss nehmen. Wer jeden Abend mit Chips vor dem Fernseher verbringt, wird schnell merken, dass die R&uuml;ckfallquote deutlich h&ouml;her ist, wenn er nur die Chips wegl&auml;sst, aber ansonsten die Gestaltung seines Abendprogramms nicht ver&auml;ndert.</p><h2>3. &Uuml;berst&uuml;rze&nbsp;nichts</h2><p>Ver&auml;nderungen brauchen Zeit, ganz gleich, ob sie selbst gew&auml;hlt sind oder nicht. Es dauert im Schnitt zwei Monate, bis sich neue Gewohnheiten etabliert oder wir uns an neue Umst&auml;nde gew&ouml;hnt haben.&nbsp;Bis dahin hei&szlig;t es: Nicht aufgeben!</p><p>Vielleicht hilft es dir zudem, deine Ziele in kleinere Schritte einzuteilen und dir Teilziele zu setzen. Bei kleineren Zielen siehst du den Erfolg n&auml;mlich oft viel schneller. Und lass dich nicht entmutigen!</p><blockquote><p>Nicht alles klappt von heute auf morgen, aber du kannst dich bewusst daf&uuml;r entscheiden, an deinen Gewohnheiten zu arbeiten statt entmutigt wieder aufzugeben.</p></blockquote><h2>4. Mache es konkret</h2><p>Wenn es dir darum geht, sportlicher zu werden, abzunehmen oder eine schlechte Gewohnheit loszuwerden, steht dir vermutlich klar vor Augen, wieso du eine Ver&auml;nderung anstrebst. Trotzdem hilft es enorm, sich dies noch mal ganz konkret aufzuschreiben. Denn dann ger&auml;tst du&nbsp;nicht in Gefahr, dein Ziel aus dem Blick zu verlieren.</p><blockquote class="noshare"><p>Forscher haben herausgefunden, dass Ver&auml;nderungen viel leichter durchzusetzen sind, je konkreter jemand formulieren kann, wieso er sie durchf&uuml;hren m&ouml;chte.</p></blockquote><p>Besser als ein lapidares &bdquo;Ich m&ouml;chte abnehmen&ldquo; ist konkret zu benennen, wie viel und weshalb ich abnehmen m&ouml;chte. Beispiel: &bdquo;Ich m&ouml;chte f&uuml;nf Kilo abnehmen, damit ich wieder in meine Jeans passe und mich rundum fitter f&uuml;hle.&ldquo;</p><h2>5. Suche dir Hilfe, falls n&ouml;tig</h2><p>Einen guten Vorsatz im Leben durchzusetzen, kann eventuell genauso schwierig sein, wie mit einer &uuml;berraschenden Ver&auml;nderung klarzukommen. Denn in beiden F&auml;llen wird unsere bisherige Routine unterbrochen.&nbsp;Daher kann es sehr hilfreich sein, sich Unterst&uuml;tzung zu suchen, wenn wir alleine nicht weiterkommen.</p><p>Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Wenn du mehr Sport treiben willst, hilft dir vielleicht ein&nbsp;Trainingspartner.&nbsp;Wenn eine be&auml;ngstigende Lebensver&auml;nderung ansteht oder bereits &uuml;ber dir hereingebrochen ist, kann dir das Gespr&auml;ch mit einem Seelsorger helfen. Mit ihm kannst du refektieren, wieso die betreffende Ver&auml;nderung in dir so gro&szlig;e &Auml;ngste ausl&ouml;st</p><p>Und wenn du an deinem Verhalten arbeiten m&ouml;chte, aber immer wieder in die gleichen Fallen tappt, dann hilft eventuell das Gespr&auml;ch mit einem guten Freund. Dieser kann dich&nbsp;immer wieder darauf ansprechen, wenn du wieder in alte Muster zur&uuml;ckf&auml;llst.</p><h2>6. Beziehe Gott mit ein</h2><p>Auch Gebet wirkt oft wahre Wunder. Es ist nicht nur beruhigend, dass wir mit Gott einen Ansprechpartner haben, der uns immer versteht. Gott kann uns auch besser als jeder Mensch bei Ver&auml;nderungen unterst&uuml;tzen. Er kann uns die Kraft geben, Ver&auml;nderungen anzugehen, die f&uuml;r uns selbst zun&auml;chst un&uuml;berwindlich scheinen.</p><p>Er kann uns zudem das Durchhalteverm&ouml;gen und die Motivation geben, unsere Vorhaben nicht nach einem Monat wieder aufzugeben. Und zuletzt kann Gott auch in Lebenssituationen eingreifen und Ver&auml;nderungen herbeif&uuml;hren, auf die wir selbst keinen Einfluss haben.</p><blockquote><p>Darum: Lass an Gott an allen Ver&auml;nderungen teilhaben, die du erlebst. Er freut sich &uuml;ber dein Vertrauen und du wirst es nicht bereuen.</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14624150.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 12 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine Freundschaft, die alles verändert]]></title>
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      <description><![CDATA[Bist du bereit für eine Einladung zu einem ganz neuen Leben? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119804.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Rido /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>Kalt war es an diesem Wintertag, aber die Sonne stand hell &uuml;ber den D&auml;chern. Ich fuhr auf meinem klapprigen Fahrrad durch eine italienische Kleinstadt und zum ersten Mal seit Langem f&uuml;hlte sich mein Inneres nicht mehr leer an. Ich war beschwingt und frei, weil ich neue Hoffnung gefunden hatte. Ich musste mein Leben nicht l&auml;nger allein tragen, denn ich hatte es Jesus anvertraut.</p><blockquote class="noshare"><p>Damit begann an diesem Tag etwas ganz Neues f&uuml;r mich: Eine Freundschaft mit Gott.</p></blockquote><p>Eine gute Freundin hatte kurz zuvor ein Gebet mit mir gesprochen, in dem ich Gott mein Vertrauen aussprach. Zu diesem Zeitpunkt lagen mehr als 5&nbsp;000 Kilometer zwischen ihr und mir, weil wir beide im Ausland studierten. Doch Gott hat keine Begrenzungen und muss keine langen Flugreisen zur&uuml;cklegen. Er erreichte mein Herz in dem Moment, als meine Freundin mich einlud, ihn n&auml;her kennenzulernen und mich auf etwas Neues einzulassen.</p><h2><strong>Wenn Jesus alles neu macht</strong></h2><p>Seitdem ziehen sich Neuanf&auml;nge wie ein roter Faden durch mein Leben. Seit diesem ersten Gebet mit meiner Freundin habe ich immer wieder erlebt, wie Jesus mich zu neuen Schritten einl&auml;dt. Manchmal waren es gro&szlig;e Entscheidungen wie ein Umzug oder Jobwechsel, manchmal kleine Kurswechsel in meinem Alltag.</p><blockquote class="noshare"><p>Nicht immer wusste ich vorher genau, auf was ich mich einlasse. Nicht immer verlief alles nach meinem Plan. Aber jedes Mal durfte ich sp&uuml;ren: Ich bin nicht allein.</p></blockquote><p>Jesus ist bei mir und l&auml;sst Neues entstehen, das ich mir vorher nicht ausmalen konnte.</p><p>Heute w&uuml;rde ich sagen, dass mein Neuanfang mit Jesus der entscheidendste Neuanfang in meinem Leben war. Ich habe mein altes Leben damals wirklich hinter mir gelassen, wie es im <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korintherbrief 5,17</a> hei&szlig;t: &bdquo;Wenn also ein Mensch zu Christus geh&ouml;rt, ist er schon &sbquo;neue Sch&ouml;pfung&lsquo;. Was er fr&uuml;her war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.&ldquo;</p><h2><strong>Von Einsamkeit zu Verbundenheit</strong></h2><p>In diesem Prozess lie&szlig; ich Dinge los, insbesondere mein Leben ohne Gott. Ich hatte fr&uuml;her eine tiefe Sehnsucht danach, angenommen und gesehen zu werden. Lange suchte ich diese Erf&uuml;llung bei anderen Menschen. Doch selbst inmitten einer Gruppe f&uuml;hlte ich mich manchmal einsam. Ich dachte, die richtige Beziehung w&uuml;rde mich komplett machen.</p><blockquote><p>Erst durch Jesus entdeckte ich, dass nur er diese tiefe Sehnsucht in mir stillen kann. Dadurch hat sich die Einsamkeit in etwas Neues verwandelt: in eine tiefe Verbundenheit mit Gott.</p></blockquote><p>Seitdem richte ich meine Entscheidungen nicht mehr nur an mir selbst aus, sondern treffe sie gemeinsam mit ihm. Das hat in meinem Leben alles ver&auml;ndert: Ich habe erkannt, dass ich geliebt, gesehen und geborgen bin &ndash; auch in schwierigen Zeiten. Gott schenkt mir jeden Tag neu Hoffnung und Mut.&nbsp;</p><h2><strong>Deine Einladung zu einem Neuanfang</strong></h2><p>M&ouml;chtest du auch erleben, wie Gott dein Leben umkrempelt und alles neu macht? Vielleicht ist heute der Tag, an dem du &ndash; so wie ich damals auf dem Fahrrad &ndash; zum ersten Mal sp&uuml;rst: &bdquo;Ich bin nicht allein. Ich darf Gott vertrauen und mit ihm neu anfangen.&ldquo; M&ouml;glicherweise kannst du heute einen ersten Schritt gehen und Gott sagen, was dir auf dem Herzen liegt.</p><p>Vielleicht bist du heute noch nicht so weit. Dann hab Geduld mit dir: Wenn du dich danach sehnst, wird Gott dir den Mut dazu geben. Sein Angebot f&uuml;r eine Freundschaft gilt jeden Tag neu.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sandra Steingrube</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17272475.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sandra Steingrube]]></author>
      <pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hochfunktional und trotzdem ausgebrannt?]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum Leistung kein Beweis für mentale Gesundheit ist. Ein Artikel über hochfunktionale Depression.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119348.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Elisa Ventur /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure><p>Ein gebrochenes Bein erkennt man daran, dass jemand mit Kr&uuml;cken geht, eine Erk&auml;ltung an einer ger&ouml;teten Nase. Viele andere Krankheiten wie etwa psychische Erkrankungen oder auch chronische Einschr&auml;nkungen sind schwerer zu erkennen.</p><p>Doch auch hier gibt es beobachtbare Merkmale. Gerade die Depression hat in den vergangenen Jahrzehnten an Bekanntheit gewonnen. Viele Menschen wissen, dass Ersch&ouml;pfung, Antriebslosigkeit oder tiefe Traurigkeit auf eine psychische Erkrankung hindeuten k&ouml;nnen und erkennen die Signale.</p><p>Trotzdem bleiben Depressionen h&auml;ufig unbemerkt f&uuml;r das Umfeld, wenn der Betroffene es schafft, seinen Alltag weiterhin zu managen, und nicht &uuml;ber seine Probleme spricht.</p><blockquote><p>Nahezu unm&ouml;glich wird es, eine Depression zu erkennen, wenn nicht einmal die erkrankte Person darauf kommt, dass ihr etwas fehlt.</p></blockquote><p>So verh&auml;lt es sich oft mit der hochfunktionalen Depression. Was versteht man unter diesem Begriff? Wie sieht diese Form der Depression konkret im Leben eines Menschen aus &ndash; und wie kann man sie erkennen und behandeln?&nbsp;</p><h2><strong>Was ist hochfunktionale Depression?</strong></h2><p>Bei der klassischen Depression erleben Menschen innere Leere und haben mit einem tiefen und anhaltenden Gef&uuml;hl von Traurigkeit zu k&auml;mpfen. Es f&auml;llt ihnen schwer, Freude an Dingen zu empfinden, die ihnen fr&uuml;her Spa&szlig; gemacht haben.&nbsp;</p><p>All diese Symptome f&uuml;hren bei einer Depression meist dazu, dass sich die betreffende Person zur&uuml;ckzieht, nicht mehr leistungsf&auml;hig und st&auml;ndig am Rand ihrer Kr&auml;fte ist. Das macht es leichter, sie zu identifizieren. Denn viele Menschen wissen mittlerweile um diese Zusammenh&auml;nge.</p><p>Ganz anders verh&auml;lt es sich bei einer hochfunktionalen Depression. W&auml;hrend Betroffene sehr &auml;hnliche innerliche Symptome wie bei einer klassischen Depression beschreiben, wirken sie sich ganz anders auf ihr Verhalten aus.&nbsp;</p><p>Eine Person mit einer hochfunktionalen Depression kann von au&szlig;en einen sehr erfolgreichen Anschein erwecken.<sup>1</sup> Sie erbringt weiterhin Leistung, kommt p&uuml;nktlich zu vereinbarten Terminen, erledigt ihre Aufgaben verl&auml;sslich und bietet eventuell sogar noch anderen ihre Hilfe an.<sup>2</sup></p><blockquote class="noshare"><p>Meist ist Menschen, die unter dieser besonderen Form der Depression leiden, selbst gar nicht bewusst, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen sollten.</p></blockquote><p>Die Angst davor, bed&uuml;rftig oder schwach zu sein, sorgt n&auml;mlich genau daf&uuml;r, dass sie ihre eigenen Grenzen &uuml;bergehen.<sup>3</sup></p><h2><strong>Sabrinas Hochleistung und der tiefe Fall</strong></h2><p>Auch bei Sabrina Paul war genau diese Angst der Treiber. Da ihr Vater lange an Depressionen litt, schwor sich Sabrina, niemals wie ihr Vater zu &bdquo;enden&ldquo;. Davon berichtet sie ausf&uuml;hrlich <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" rel="noopener noreferrer">in unserer Sendung ERF Jess Talkwerk</a> und erz&auml;hlt dort: &bdquo;Lange Zeit habe ich alles mit mir selbst ausgemacht, versucht keine Probleme und Schw&auml;chen zu haben.&ldquo;</p><p>Sabrina st&uuml;rzt sich in den Job, ist sportlich sehr aktiv und taktet jede Minute ihres Tages durch. Von au&szlig;en hat sie ein Traumleben: Sie hat eine hohe Stellung im Job, ist k&ouml;rperlich topfit und ern&auml;hrt sich gesund.</p><p>Doch dann f&uuml;hrt der hohe Druck auf allen Ebenen ihres Lebens zu k&ouml;rperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Schmerzen im R&uuml;cken. Sabrina geht zum Arzt. Sie vermutet einen Bandscheibenvorfall. Aber der Arzt stellt schnell fest, dass Sabrinas Leiden nicht k&ouml;rperlicher, sondern seelischer Natur ist.&nbsp;</p><p>Sabrina ist geschockt. Niemals h&auml;tte sie gedacht, dass ihr Lebensstil sie in eine Depression f&uuml;hren k&ouml;nnte. Genau dorthin, wovor sie so gro&szlig;e Angst hatte.</p><p>Als ihr Hausarzt sie zum Psychologen &uuml;berweist, gesteht sie sich und einer anderen Person zum ersten Mal ein, welcher Belastung sie ausgesetzt ist. Dabei flie&szlig;en viele Tr&auml;nen und Sabrina wird klar: Es war h&ouml;chste Zeit, ihrer hochfunktionalen Depression auf die Schliche zu kommen.</p><section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" title="Ihr Erbe: Depression?">Ihr Erbe: Depression?</a></section><h2><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>Hilfe suchen, ehe es zu sp&auml;t ist&nbsp;</strong></a></h2><p>Sabrinas Beispiel ist kein Einzelfall. Typisch f&uuml;r die hochfunktionale Depression ist, dass Betroffene dabei sehr langsam ausbrennen. Das passiert so schleichend, dass weder sie selbst noch ihr Umfeld bemerken, dass sie schon Monate oder sogar Jahre in der &Uuml;berforderung leben.</p><p>Die besten Chancen f&uuml;r eine Diagnose besteht in der Selbstreflexion. F&uuml;hlt sich mein Leben mehr nach &Uuml;berleben an? Tue ich Dinge, weil ich sie will, oder nur, weil ich muss? Wann habe ich das letzte Mal echte Freude gesp&uuml;rt?</p><p>Solche Fragen k&ouml;nnen erste Hinweise darauf geben, wie es wirklich um die eigene Seele steht. Stelle ich hier fest, dass etwas im Argen liegt, auch wenn nach au&szlig;en alles perfekt scheint, sollte ich mir Hilfe suchen. Ich kann dazu etwa mit einer vertrauten Person &uuml;ber meine Herausforderungen sprechen. Oft lohnt es sich aber auch, sich direkt professionelle Hilfe bei einem Psychologen oder einer Seelsorgerin zu suchen.</p><blockquote class="noshare"><p>Nur weil ich gelernt habe, st&auml;ndig meine Grenzen zu &uuml;berschreiten und den Schmerz zu verbergen, hei&szlig;t das nicht, dass ich so weiterleben sollte.</p></blockquote><p>Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem der K&ouml;rper &ndash; &auml;hnlich wie bei Sabrina Paul &ndash; streiken wird. Dann kann der Weg zur&uuml;ck in ein normales Leben sehr m&uuml;hsam werden.</p><h2><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>Erste Hilfe, wenn es brennt</strong></a></h2><p>Sich einen Therapieplatz zu suchen ist die beste Option, wenn das Leben zu einem einzigen Hamsterrad geworden ist. Doch das ist das leichter gesagt als getan, denn Therapiepl&auml;tze sind rar ges&auml;t. Viele Menschen warten lange, bis sie professionelle Hilfe erhalten.</p><p>Deshalb nennen wir dir hier einige Erste-Hilfe-Tipps, falls du merkst, dass eine hochfunktionale Depression ein Problem f&uuml;r dich sein k&ouml;nnte und gegensteuern willst. Diese Tipps ersetzen keine Therapie, aber sie k&ouml;nnen dir helfen, die Zeit bis dahin zu &uuml;berbr&uuml;cken oder in einem fr&uuml;hen Stadium das Steuer selbst noch rumzurei&szlig;en.</p><h3><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>1. Innere Glaubenss&auml;tze entlarven</strong></a></h3><p>Die hochfunktionale Depression lebt von inneren Antreibern in Form von ungesunden Glaubenss&auml;tzen wie etwa &bdquo;Rei&szlig; dich zusammen&ldquo; oder &bdquo;Ich darf nicht ausfallen&ldquo;. Diese S&auml;tze halten den Alltag am Laufen, versch&auml;rfen aber oft die innere Ersch&ouml;pfung.&nbsp;</p><p>Ein erster Schritt kann sein, deine problematischen Glaubenss&auml;tze bewusst wahrzunehmen. Wer seine Glaubenss&auml;tze aufschreibt und sich ehrlich fragt &bdquo;Hilft mir das oder h&auml;lt es mich nur funktionsf&auml;hig?&ldquo;, gewinnt Abstand. Ver&auml;nderung beginnt mit Selbsterkenntnis.</p><h3><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>2. Regelm&auml;&szlig;ige Check-ins und Pausen</strong></a></h3><p>Ver&auml;nderung und Pr&auml;vention sollte vor allem nicht Selbstoptimierung bedeuten. Damit das gelingt, helfen regelm&auml;&szlig;ige Check-ins mit sich selbst: Schlafe ich genug? Wie ist mein Energielevel? Bin ich reizbar oder fr&ouml;hlich? Dadurch bekomme ich eine erste Einsch&auml;tzung meines pers&ouml;nlichen Stresslevels.</p><p>Ebenso hilfreich sind feste Pausen, k&ouml;rperliche Bewegung ohne Leistungsziel und soziale Kontakte, bei denen du nicht stark sein oder funktionieren musst. Wichtig ist, hier bei problematischen Entwicklungen schon fr&uuml;hzeitig gegenzusteuern. Wer wartet, bis nichts mehr geht, ist meist zu sp&auml;t dran.</p><h3><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529"><strong>3. Der christliche Glaube als Ressource</strong></a></h3><p>Auch der christliche Glaube ist eine wichtige Ressource f&uuml;r eine gute mentale Gesundheit. Wenn die Bibel von &bdquo;Leben in F&uuml;lle&ldquo; (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes10%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 10,10</a>) spricht, ist das kein Versprechen auf Dauer-Gl&uuml;ck oder unbegrenzte Leistungsf&auml;higkeit. F&uuml;r Menschen mit hochfunktionaler Depression kann das vielmehr bedeuten: Das Leben darf begrenzt und trotzdem wertvoll sein.&nbsp;</p><blockquote><p>F&uuml;lle zeigt sich nicht im &bdquo;Mehr an Leben&ldquo;, sondern im &bdquo;Echter leben&ldquo;, auch und gerade im Glauben.</p></blockquote><p>Wenn du ehrlich vor Gott wirst, Klage zul&auml;sst und deine Schw&auml;che vor ihm nicht versteckst, ist dein Glaube nicht mehr ein zus&auml;tzlicher Anspruch, sondern wird zu einem Raum, in dem du auftanken kannst, weil du vor Gott nicht funktionieren musst.</p><h3><strong>4. Verschiedene Lebensbereiche anschauen</strong></h3><p>Ein weiteres Hilfsmittel kann das sogenannte Lebensrad sein. Es teilt das Leben in Bereiche wie Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, Sinn, Freizeit und Spiritualit&auml;t ein. Jeder Bereich wird auf einer Skala bewertet. Ziel ist, sich damit einen &Uuml;berblick &uuml;ber das ganze Leben zu verschaffen und zu erkennen: Wo zehre ich mich auf? Wo herrscht seit Monaten Leere?</p><p>Gerade bei einer hochfunktionalen Depression hilft dieses Tool, weil es das diffuse Gef&uuml;hl von &bdquo;alles ist zu viel&ldquo; konkret macht. Es f&uuml;hrt plastisch vor Augen, wo Unausgeglichenheit herrscht und zu Unzufriedenheit f&uuml;hrt, und liefert damit Ansatzpunkte f&uuml;r kleine, realistische Ver&auml;nderungen.</p><p>Auch zeigt das Lebensrad auf, welche Bereiche richtig gut laufen und eine Kraftquelle sein k&ouml;nnen. Wenn man etwa bei negativen Werten in puncto Gesundheit oder Arbeit erkennt, dass man trotz allem tragf&auml;hige und gute Beziehungen in seinem Leben hat.</p><h3><strong>5. Hilfsangebote in Anspruch nehmen</strong></h3><p>Auch ohne Therapieplatz kann man Unterst&uuml;tzung finden. Dies kann &uuml;ber psychosoziale Beratungsstellen, Telefon- und Onlineberatung, Selbsthilfegruppen, Seelsorgeangebote oder &auml;rztliche Gespr&auml;che mit dem Hausarzt geschehen. Diese Angebote ersetzen meist keine Therapie, k&ouml;nnen aber stabilisieren, entlasten und Orientierung geben, ob und welche Therapie die geeignete sein k&ouml;nnte.&nbsp;</p><p>Besonders leistungsorientierte Menschen, die eine Sache gerne ganz oder gar nicht machen, empfinden diese &bdquo;kleinen&ldquo; Hilfen manchmal als unzureichend. Aber Hilfe funktioniert nicht nach dem Prinzip &bdquo;ganz oder gar nicht&ldquo;.</p><blockquote class="noshare"><p>Auch mehrere kleine Unterst&uuml;tzungen k&ouml;nnen f&uuml;r den Moment Halt geben und einen vor Schlimmerem bewahren.</p></blockquote><p>Wichtig ist, dass man nicht zu stolz ist, sie in Anspruch zu nehmen. Je fr&uuml;her man dies tut, desto eher kann einem gesundheitlichen Ausfall und einer l&auml;ngeren Therapie vorgebeugt werden.</p><p>Genauso wichtig ist aber, mit dem jeweiligen Berater zu erkennen, wenn Grenzen der Hilfe und Betreuung erreicht werden und eine ambulante oder station&auml;re Psychotherapie notwendig wird.&nbsp;</p><h2><strong>Schau nicht weg!</strong></h2><p>Wer jahrelang funktioniert hat, &uuml;bersieht leicht die eigenen Warnsignale. Das hei&szlig;t nicht, dass jede Person, die sich in diesen Beschreibungen wiedererkennt, automatisch bereits an einer hochfunktionalen Depression leidet. Aber es schadet nicht, sich diese Frage ehrlich zu stellen.&nbsp;</p><p>Viele Menschen kennen das Gef&uuml;hl, nach au&szlig;en stabil zu wirken und innerlich immer m&uuml;der zu werden. Das wahrzunehmen ist keine Schw&auml;che, sondern ein erster, wichtiger Schritt in Richtung Selbstf&uuml;rsorge &ndash; und dieser Artikel m&ouml;chte dich ermutigen, diesen Schritt zu gehen.</p><blockquote><p>Du musst nicht erst zusammenbrechen, um ernst genommen zu werden.</p></blockquote><p>Wenn du jetzt hinschaust auf das, was dein Leben zu einem unerm&uuml;dlichen Hamsterrad macht, sch&uuml;tzt du dich selbst und das, was dir wichtig ist. Denn du bist mehr als das, was du leistest!<br />
&nbsp;</p><p><span class="small"><sup>1</sup><a href="https://www.online-psychotherapie.de/wissen/hochfunktionale-depression-erkennen-ursachen-und-bewltigungsstrategien" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Blogartikel von Online-Psychotherapie.de: Hochfunktionale Depression: Erkennen, Ursachen und Bew&auml;ltigungsstrategien</a><br /><sup>2</sup><a href="https://psychologie-heute.info/stress-ueberlastung/hochfunktionale-depression-symptome-erkennen-hilfe-finden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Onlineartikel von Psychologie Heute: Hochfunktionale Depression: Symptome erkennen &amp; Hilfe finden</a><br /><sup>3</sup><a href="https://psychologie-heute.info/stress-ueberlastung/hochfunktionale-depression-symptome-erkennen-hilfe-finden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Onlineartikel von Psychologie Heute: Hochfunktionale Depression: Symptome erkennen &amp; Hilfe finden</a></span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Maria Dietz</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17270175.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Maria Dietz]]></author>
      <pubDate>Thu, 05 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit Gott im Skilift]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/mit-gott-im-skilift/2803-542-8016</guid>
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      <description><![CDATA[Was, wenn ich mich meiner Angst nicht allein stellen muss? Andacht über die Kraft einer starken Begleitung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119034.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Lumixera /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure><p>Manchmal f&uuml;hlt sich das Leben an wie ein Skilift. Man wei&szlig; nie, wann man als N&auml;chstes rausfliegt.</p><p>Ich spreche da aus Erfahrung. W&auml;hrend einer Schulskifreizeit hat es mich an der steilsten Stelle aus dem Schlepplift gehauen. Wie eine Bowlingkugel rutschte ich die eisige Liftspur hinunter und r&auml;umte mehrere Skifahrer aus den B&uuml;geln. Es war das totale Chaos aus K&ouml;rpern, Skiern, St&ouml;cken!</p><p>Es gab eine Menge Geschrei und sogar Verletzte. Vor Schreck und Scham w&auml;re ich am liebsten im n&auml;chsten Schneehaufen versunken und wusste eines ganz sicher: <em>Nie wieder fahre ich Schlepplift!</em></p><h2><strong>Angst sagt: Du bist ganz allein!</strong></h2><p>Angst speichert solche Erlebnisse zuverl&auml;ssig ab. Sie merkt sich nicht nur, <em>was</em> passiert ist, sondern vor allem, <em>wie</em> es sich angef&uuml;hlt hat &ndash; hilflos und ausgeliefert. Fast jeder macht im Laufe seines Lebens erschreckende oder besch&auml;mende Erfahrungen, die er k&uuml;nftig um jeden Preis zu vermeiden versucht.&nbsp;</p><p>Oft geht das &uuml;ber lange Zeit gut. Ich bin jedenfalls auf dem Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen noch nie in die Verlegenheit geraten, einen Schlepplift benutzen zu m&uuml;ssen. In meinem Alltag kommen Schlepplifte einfach nicht vor und dar&uuml;ber war ich bisher wirklich froh.</p><p>Irgendwann aber geraten die meisten Menschen an den Punkt, an dem sich ihre Angst nicht mehr vermeiden l&auml;sst: Die Pr&auml;sentation, vor der man sich dr&uuml;ckt, muss gehalten werden. Die gef&uuml;rchtete Flugreise l&auml;sst sich nicht l&auml;nger verschieben. Eine Beziehung endet und pl&ouml;tzlich steht man allein da, obwohl man sich daf&uuml;r nicht bereit f&uuml;hlt. Jeder kennt seine eigene Version davon.</p><blockquote><p>Das Fiese an der Angst ist: Sie redet uns ein, dass wir in der gef&uuml;rchteten Situation ganz auf uns selbst gestellt sind und keine echten Handlungsoptionen haben.&nbsp;</p></blockquote><p>Sie unterscheidet nicht zwischen realer Gefahr und eingebildeter Bedrohung. Sie fl&uuml;stert: &bdquo;Du bist ausgeliefert. Es k&ouml;nnte schlimm enden. Bereite dich lieber schon mal vor.&ldquo;</p><h2><strong>Mit der richtigen Begleitung hat die Angst keine Chance</strong></h2><p>Vor ein paar Wochen war es dann vorbei mit dem Vermeiden. Mein Mann schlug vor, als Familie auf die Gemeinde-Skifreizeit zu fahren, damit die Kinder Ski fahren lernen. Die Begeisterung unserer Kinder war so gro&szlig;, dass ich kein Spielverderber sein wollte. Also fuhren wir. Nicht nur die Kinder bekamen einen Skikurs, auch ich meldete mich an &ndash; zur Auffrischung. So stand ich nach &uuml;ber zwanzig Jahren wieder auf Skiern und ziemlich schnell auch vor einem Schlepplift. In solchen Momenten kommt man gut ins Beten.</p><p>Doch ich war nicht allein. Zwischen dem Schlepplift und mir stand Herman, unser holl&auml;ndischer Skilehrer. Mit seinem Rauschebart, dem roten Anorak &uuml;ber dem Kugelbauch und seinem freundlichen Blick erinnerte er frappierend an den Weihnachtsmann. &bdquo;Wer hat am meisten Angst?&ldquo;, fragte er in die Runde. Sein Blick blieb an mir h&auml;ngen. &bdquo;Du?&ldquo;</p><p>Verflixt, woher wusste er das? Offenbar stand mir der Bammel deutlich auf die Skibrille geschrieben. Ich nickte. &bdquo;Dann f&auml;hrst du mit mir&ldquo;, bestimmte Herman und lotste mich zum Lift.</p><p>Wir stiegen gemeinsam ein. Sofort verwickelte Herman mich in ein Gespr&auml;ch. Zwischendurch tippte er auf meine Hand, die sich um den Liftb&uuml;gel krampfte. &bdquo;Muss du nich so fest halte&ldquo;, brummte er in seinem drolligen Akzent. &bdquo;Kanns du ganz locker lasse die Hand!&ldquo; Wir kamen ohne Zwischenfall oben an. Die Fahrt war &uuml;berraschend unspektakul&auml;r verlaufen.</p><p>Nach der Abfahrt fuhr Herman noch einmal mit mir im Lift, dann eine andere Teilnehmerin aus dem Kurs. Sp&auml;ter traute ich mich allein. Am Ende der Einheit schnappte ich mir routiniert den B&uuml;gel und lie&szlig; ich mich entspannt den Hang hochziehen.</p><p>Ein paar Tage sp&auml;ter fuhr ich mit jemand anderem einen schlechter pr&auml;parierten Schlepplift. Wir kamen geh&ouml;rig ins Schlingern, w&auml;ren mehrfach fast rausgefallen und lachten, als wir oben ankamen. Es war eine lustige Fahrt gewesen. Keine Spur mehr von der alten Angst. Ich darf mit Fug und Recht behaupten, dass ich in dieser Skiwoche weder mir noch jemand anderem irgendeinen Schaden zugef&uuml;gt habe.</p><h2><strong>Gott geht mit uns durch die Angst</strong></h2><p>Angst redet uns ein, wir w&auml;ren allein, aber das stimmt nicht. Genau genommen sind wir es nie. Wenn wir auf die Schlepplifte unseres Lebens treffen, stehen wir ihnen nicht allein gegen&uuml;ber. Zwischen uns und der Angst steht Gott mit seiner Zusage: <em>&bdquo;Ich selbst werde mit dir gehen &ndash; und dir Ruhe verschaffen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose33%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 33,14</a> NLB).</p><p>Diesen Satz sagt Gott zu Mose in einer Situation, in der vieles schiefgelaufen ist. Das Volk Israel hat Mist gebaut, das Vertrauen ist besch&auml;digt. Mose ist verunsichert, wie es weitergehen wird. Vielleicht hat er auch Angst, dass Gott sich von dem Volk Israel abwenden wird, wenn es das n&auml;chste Mal etwas anstellt.</p><blockquote class="noshare"><p>Gott verspricht Mose nicht, dass alles einfach wird. Er verspricht auch keinen angstfreien Weg. Eines aber verspricht er: <em>Ich gehe mit.</em></p></blockquote><p>&Auml;hnlich spricht Jesus zu seinen J&uuml;ngern, als er sich von ihnen verabschiedet und sie auf eine Zeit ohne seine sichtbare N&auml;he vorbereitet: <em>&bdquo;Ich lasse euch ein Geschenk zur&uuml;ck &ndash; meinen Frieden. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes14%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,27</a> NLB)&nbsp;</p><h2><strong>Kein Rundumsorglospaket, aber ein starker Begleiter</strong></h2><p>Was Gott und Jesus nicht sagen, ist hier genauso wichtig wie das, was sie sagen. Sie versprechen kein Leben ohne Herausforderungen, in dem sie uns alle Schwierigkeiten aus dem Weg r&auml;umen. Sie versichern ihren Beistand und Frieden in unruhigen Zeiten.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Gott ist &auml;hnlich unterwegs wie Herman, mein Skilehrer. Weder nimmt er uns die Strecke ab noch zieht er uns pers&ouml;nlich den Hang hinauf. Aber er steigt mit in den Lift ein.</p></blockquote><p>Er f&auml;hrt neben uns her, redet mit uns, erinnert uns daran, zwischendurch auch mal lockerzulassen und zu vertrauen. Und er steigt am Ende gemeinsam mit uns wieder aus.</p><p>Mit der richtigen Begleitung verlieren angsteinfl&ouml;&szlig;ende Situationen ihre Macht. Nicht sofort, aber Schritt f&uuml;r Schritt. So k&ouml;nnen wir lernen, sie zu bew&auml;ltigen. Die Angst mag noch so intensiv fl&uuml;stern: <em>Du bist allein.&nbsp;</em>Aber wir wissen es jetzt besser.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17268024.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Endlich raus aus der Sexarbeit]]></title>
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      <description><![CDATA[Der STINA-Notruf hilft Frauen deutschlandweit aus der Prostitution auszusteigen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119652.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://Photographee.eu' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Photographee.eu</a> /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure><p>&bdquo;Hier steht eine ver&auml;ngstigte Prostituierte in meiner Praxis, der Zuh&auml;lter ist im Wartezimmer. Was mache ich jetzt?&ldquo; Solche Anfragen erreichen die&nbsp;<a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> immer wieder. Deshalb bietet die gemeinn&uuml;tzige Organisation eine kostenlose Notrufnummer f&uuml;r Menschen in (Zwangs-)Prostitution, die bald 24/7 erreichbar sein soll &ndash; kurz STINA-Notruf.</p><p>Dar&uuml;ber soll jede Frau, die das w&uuml;nscht, niederschwellige Hilfe beim Ausstieg bekommen. Sabine arbeitet f&uuml;r die Hilfsorganisation und hat das Angebot mitaufgebaut. Sie erz&auml;hlt, welche N&ouml;te Frauen in Prostitution haben, warum der Ausstieg f&uuml;r viele so schwer ist und wie er dennoch gelingen kann.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Sie engagieren sich seit Jahren f&uuml;r Frauen, die in der Prostitution t&auml;tig sind. Gab es eine Begebenheit, wo Sie gesp&uuml;rt haben: &bdquo;Darum mache ich das&ldquo;?</strong></p><p>Sabine: Es gab mehrere solcher Momente, und zwar immer, wenn ich auf Frauen und ihre Geschichten gesto&szlig;en bin. Oft wussten die &uuml;berhaupt keinen Ausweg mehr. Ich habe viele Frauen getroffen, die sich extrem ausgeliefert gef&uuml;hlt haben. &nbsp;Sie waren schon erstaunt, wenn man sie ernst genommen hat, und haben gesagt: &bdquo;Mir glaubt eh niemand. Ich wei&szlig; nicht, wo ich Hilfe herkriege in diesem System.&ldquo;</p><blockquote class="noshare"><p>Ich m&ouml;chte die Hand sein, die dieser Person gereicht wird.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich m&ouml;chte f&uuml;r andere da sein, die nicht mehr selbst einen Ausstieg schaffen oder nicht mehr selbst aus dieser Situation rauskommen k&ouml;nnen.</p><p>Uns bei der <a href="https://hilfswerk.gmbh/" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> verbindet der Wunsch, dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Wir wollen diesen Menschen unabh&auml;ngig von ihrer Geschichte, ihrer Religion oder sexuellen Orientierung helfen und sie zur Selbsthilfe bef&auml;higen.</p><p><strong>ERF: In unserer Gesellschaft wird oft hei&szlig; &uuml;ber Prostitution diskutiert. Schutzorganisationen r&uuml;cken den Aspekt der Zwangsprostitution in den Fokus. Zugleich betonen Berufsverb&auml;nde den Aspekt der Freiwilligkeit und fordern die Anerkennung von Sexarbeit als Beruf. Wie geht es Ihnen damit?</strong></p><p>Sabine: Das Thema Prostitution ist hoch emotionalisiert und schwankt irgendwo zwischen Idealisierung und Stigmatisierung. Der Fokus unserer Arbeit liegt ganz klar bei denen, die keine Wahl haben.&nbsp;</p><blockquote><p>Uns geht es nicht darum, &uuml;ber Menschen zu urteilen, sondern Strukturen zu erkennen, die Missbrauch erm&ouml;glichen. Unser Ziel ist es, daf&uuml;r Bewusstsein und Empathie zu schaffen.</p></blockquote><p>Deshalb &auml;u&szlig;ern wir uns auch zu manchen Themen erst gar nicht, die extrem polarisieren.</p><p>Generell finde ich es immer wichtig, dass man den Menschen sieht. Wenn eine Frau sich entschieden hat, freiwillig in die Prostitution zu gehen, verurteile ich sie nicht daf&uuml;r. Wenn sie aber Hilfe beim Ausstieg m&ouml;chte &ndash; vielleicht Jahre nach einem freiwilligen Einstieg in dieses Milieu &ndash;, dann helfen wir.</p><h2><strong>STINA </strong>&ndash; <strong>immer erreichbar, &ouml;rtlich flexibel</strong></h2><p><strong>ERF: Es gibt bereits viele Angebote, um Frauen in Prostitution zu helfen: Zum Beispiel Caf&eacute;s, in die sie kommen k&ouml;nnen, oder Ehrenamtliche, die Frauen in Bordellen oder Stripclubs besuchen. Ihre Organisation bietet erg&auml;nzend zu dem, was andere Vereine leisten, nun eine Online-Anlaufstelle und eine Notrufnummer rund um die Uhr an. Welche L&uuml;cke schlie&szlig;t dieses Angebot?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Unser Projekt STINA-Notruf ist die erste deutschlandweite Hotline gegen Menschenhandel. Das Ziel ist eine niedrigschwellige erste Anlaufstelle, die Betroffenen sofort zuh&ouml;rt und konkrete Schritte einleitet. Das Ganze ist digital, zun&auml;chst anonym, aber permanent erreichbar.</p><p>Unser Angebot erg&auml;nzt die Streetwork-Arbeit. Streetworker k&ouml;nnen sich auf den Beziehungsaufbau konzentrieren und unser Hilfsangebot bekannt machen. So haben die Frauen eine kostenlose Telefonnummer, die sie anrufen k&ouml;nnen. Und zwar auch dann, wenn Anlaufstellen oder Caf&eacute;s geschlossen sind.&nbsp;</p><p>Das hilft besonders Frauen, die regelm&auml;&szlig;ig den Ort wechseln m&uuml;ssen. Manche Frauen werden jede Woche oder alle zwei Wochen in eine andere Stadt gebracht, gerade wenn organisierte Kriminalit&auml;t dahintersteht. Diese Frauen werden von Streetworkern nur schwer erreicht.</p><blockquote class="noshare"><p>Wir sind hingegen dann erreichbar, wenn die Frau die Zeit hat und wei&szlig; &bdquo;Jetzt habe ich Ruhe zum Telefonieren&ldquo;. Unser Angebot ist an die Lebenswelt der Menschen im Rotlichtmilieu angepasst.</p></blockquote><p>&nbsp;</p><p><strong>ERF: Ist die Notrufnummer ausschlie&szlig;lich f&uuml;r betroffene Frauen gedacht? Oder k&ouml;nnen sich auch Menschen aus dem Umfeld der Frauen an Sie wenden, wenn sie den Eindruck haben, dass eine Frau akut Hilfe ben&ouml;tigt?</strong></p><p>Sabine: Diese M&ouml;glichkeit gibt es. Unsere Zielgruppe sind in erster Linie Betroffene von Zwangsprostitution und Ausbeutung, aber auch Hinweisgeber. Das sind oftmals Nachbarn, die Polizei oder auch &Auml;rzte.</p>

Die <a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> ist eine gemeinn&uuml;tzige Organisation und engagiert sich gegen Menschenhandel. Eine niedrigschwellige Online-Anlaufstelle bietet Informationen und Reflexionsfragen in &uuml;ber 40 Sprachen. Der STINA-Notruf (kurz f&uuml;r <em>Sex Trafficking Intervention Alliance</em> &ndash; B&uuml;ndnis gegen sexuellen Menschenhandel) bietet eine 24/7-Notrufnummer. Au&szlig;erdem schult die Organisation Interessierte &uuml;ber eine E-Learning-Plattform.

<p>Wir h&ouml;ren immer wieder von Gyn&auml;kologen: &bdquo;Hier ist eine Frau, die eindeutig in der Prostitution arbeitet. Im Wartezimmer wartet der Zuh&auml;lter, der holt sie gleich ab und stellt sie wieder ans n&auml;chste Eck. Was mache ich jetzt? Ich bin total hilflos.&ldquo;&nbsp;</p><p>Diesen Gyn&auml;kologen wollen wir Hilfestellung geben, wie sie mit so einer Situation umgehen k&ouml;nnen, indem wir Ihnen Material an die Hand geben, wie unser Notruf funktioniert und wie sie den Frauen unauff&auml;llig den Hinweis daf&uuml;r zukommen lassen k&ouml;nnen. Denn oft sind das die einzigen f&uuml;nf Minuten am Tag, in denen die Frau unbeobachtet ist.</p><h2><strong>Schutz vor Loverboys</strong></h2><p><strong>ERF: Besonders schwierig stelle ich es mir vor, wenn Minderj&auml;hrige involviert sind. Man h&ouml;rt immer wieder von sogenannten Loverboys, die junge M&auml;dchen mit falschen Liebesversprechen in die Prostitution dr&auml;ngen. Wie gehen Sie vor, wenn sich solch ein M&auml;dchen bei Ihnen meldet?</strong></p><p>Sabine: Wenn ein junges M&auml;dchen anruft und sagt, sie wird zur Prostitution gezwungen, schauen wir: Wei&szlig; jemand, wo sie ist? Geht sie noch zur Schule? Oder ist sie ganz weg aus ihrem Umfeld? Da gibt es unterschiedliche Szenarien. Handelt es sich um eine Minderj&auml;hrige, liegt eindeutig eine Straftat vor. Denn in Deutschland ist Prostitution erst ab Vollj&auml;hrigkeit zugelassen.</p><p>Es ist wichtig zu wissen: Manche M&auml;dchen sind nach au&szlig;en noch in einem scheinbar &bdquo;normalen&ldquo; Alltag, aber sind dennoch bereits in Abh&auml;ngigkeiten und Ausbeutung geraten. Oft werden sie von den Loverboys manipuliert und lassen sich von den ausweichenden Erkl&auml;rungen ihres angeblichen Freundes schnell wieder um den Finger wickeln.</p><blockquote class="noshare"><p>Hier ermutigen wir die Betroffene dazu, jemanden aus ihrem Umfeld zu erz&auml;hlen, was dieser angebliche Freund mit ihr macht.</p></blockquote><p>Wir &uuml;berlegen gemeinsam: An wen kann sie sich wenden? Ist da eine Lehrerin, der sie sich an anvertrauen kann, eine Nachbarin oder &Auml;rztin? Und wir ermutigen sie, eine Fachberatungsstelle vor Ort aufzusuchen, und helfen dabei, eine geeignete Stelle zu finden.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF Warum ist es so wichtig, dass die jungen Frauen &uuml;ber das reden, was sie da erleben?</strong></p><p>Sabine: Je mehr sie dar&uuml;ber reden, desto leichter wird es f&uuml;r sie, Abstand zu suchen. Loverboys l&ouml;sen diese M&auml;dchen nach und nach aus ihrem sozialen Umfeld heraus. Oft suchen sie sich gezielt labile M&auml;dchen aus, die wenige Freunde haben. Wir zeigen dem M&auml;dchen: Du bist nicht allein.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Was ist, wenn das M&auml;dchen sich bereits allein in einer fremden Stadt befindet, gelockt von den falschen Versprechungen des Loverboys? Wo findet sie dann Schutz?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Sobald ein M&auml;dchen raus m&ouml;chte, finden sich Wege. Sie kann selbst die Polizei einbeziehen oder bei uns oder anderen Fachberatungsstellen Hilfe suchen.</p><p>Manchmal melden sich auch besorgte Eltern. Wir verweisen sie an ein Netzwerk f&uuml;r Eltern, deren Kinder Opfer von einem Loverboy geworden sind. In diesen spezialisierten Hilfsgruppen geben betroffene Eltern einander Tipps, wie man dem jeweiligen M&auml;dchen helfen kann.</p><h2><strong>Ausstieg aus Zwangsprostitution &ndash; wie gelingt&rsquo;s?&nbsp;</strong></h2><p><strong>ERF: Es gibt verschiedene Formen von Zwangsprostitution. Darunter fallen auch Frauen, die aus anderen L&auml;ndern mit dem Versprechen nach Deutschland gelockt werden, hier Arbeit zu finden. Sie haben noch weniger Handlungsspielraum, da sie fremd im Land sind und oft die Sprache nicht verstehen. Vielfach wurden ihnen sogar ihre Papiere abgenommen. Wie k&ouml;nnen Sie einer Frau helfen, die davon berichtet?</strong></p><p>Sabine: In diesem Fall helfen wir erst einmal mit einer Notunterkunft. Diese ist f&uuml;r eine kurzfristige Unterbringung gedacht. Wir rechnen da mit einem Zeitraum von zwei Tagen bis sechs Wochen.</p><p>In dieser Zeit ber&auml;t sich unser Fachpersonal und erfragt die Lage der Frau: Wird jemand in ihrer Familie bedroht? M&ouml;chte sie Anzeige erstatten? M&ouml;chte sie eine R&uuml;ckf&uuml;hrung ins Heimatland oder braucht sie Schutz in Deutschland? Au&szlig;erdem kl&auml;ren wir: Darf sie rechtlich &uuml;berhaupt in Deutschland bleiben oder muss sie zur&uuml;ck in ihr Heimatland?</p><p>Erst danach schauen wir nach einem Schutzhaus in Deutschland oder ihrem Herkunftsland, in dem die betroffene Frau sicher ist und bestm&ouml;glich betreut werden kann. Es gibt viele unterschiedliche Schutzh&auml;user in Deutschland. Einige sind besonders geeignet f&uuml;r Frauen aus afrikanischen L&auml;ndern, andere f&uuml;r Rum&auml;ninnen. Da muss man &uuml;berlegen: Wo kann man sich optimal um diese Frau k&uuml;mmern?<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das klingt nach einem erheblichen organisatorischen Aufwand. Vermutlich kann Ihre Organisation das nicht allein leisten, sondern ist auf ein Netzwerk von Partnern angewiesen. Mit welchen Stellen arbeiten Sie zusammen &ndash; und wer wird in welchem Schritt des Prozesses eingebunden?&nbsp;</strong></p><figure class="image left"><a href="https://stina-notruf.de/" target="_blank"><img alt="Frau mit Handschellen Copyright: STINA-Notruf" height="667" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119064.jpg" width="1000" /></a><figcaption><a href="https://stina-notruf.de/">Zur Webseite von STINA-Notruf</a><br />
Copyright: Hilfswerk gGmbH)</figcaption></figure><p>Sabine: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnern zusammen: mit Vereinen, die Schutzwohnungen oder Schutzh&auml;user betreiben, sowie mit weiteren Hilfsorganisationen und Fachberatungsstellen &ndash; viele davon mit jahrzehntelanger Erfahrung. Mit diesen Einrichtungen kooperieren wir bundesweit.</p><p>Gerade sind wir dabei, Kooperationen im Ausland aufzubauen, etwa mit Schutzh&auml;usern und Schutzwohnungen. Denn oft wollen die Frauen schnell wieder in ihr Herkunftsland zur&uuml;ckkehren.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Ich sch&auml;tze, dass auch Beh&ouml;rden und die Polizei eine wichtige Rolle als Kooperationspartner spielen. Wann und wie sind die denn eingebunden?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Da wir unser Angebot gerade erst gestartet haben, kann ich da noch nicht auf einen jahrelangen Erfahrungsschatz zur&uuml;ckgreifen. Aber generell wird die Polizei nur hinzugerufen, wenn es wirklich gef&auml;hrlich wird oder die Person es w&uuml;nscht. Denn oft kommen die Betroffenen aus L&auml;ndern, in denen die Polizei korrupt ist, und haben dementsprechend Angst vor ihr.&nbsp;</p><p>Mit Beh&ouml;rden arbeiten wir &ouml;fter zusammen, aber auch da schauen wir: Wann ist es notwendig? Meist kommen beh&ouml;rdliche Einrichtungen erst ins Spiel, wenn die Person schon in einer Schutzeinrichtung ist. Wir sind wie eine Schnittstelle zwischen der Betroffenen und dem Hilfesystem, quasi die Leistelle. Wir vermitteln betroffene Frauen zu Ersthilfestellen wie Schutzh&auml;usern und Fachberatungsstellen. Oft sind die Beh&ouml;rden erst danach involviert.</p><h2><strong>Gelebte Wertsch&auml;tzung macht den Unterschied</strong></h2><p><strong>ERF: Ich kann mir vorstellen, dass viele Frauen sich den Ausstieg w&uuml;nschen, aber davor zur&uuml;ckschrecken. Denn sie m&uuml;ssen dazu ihr gewohntes Umfeld verlassen. Das f&auml;llt schwer, selbst wenn sie darin ausgebeutet werden. Wie viele schaffen es wirklich, aus dem Milieu rauszukommen?</strong></p><p>Sabine: Der Ausstieg ist deutlich schwieriger, als man es sich w&uuml;nscht.&nbsp;</p><blockquote><p>Der Zwang der Zwangsprostitution besteht nicht in Handschellen, oft spielen emotionale Abh&auml;ngigkeit und Manipulation eine zentrale Rolle, in Kombination mit k&ouml;rperlicher Gewalt.&nbsp;</p></blockquote><p>Hinzu kommen finanzielle Zw&auml;nge. Oft haben die Frauen Schulden &ndash; oder ihnen wird vorgegaukelt, sie h&auml;tten welche. Die T&auml;ter machen sie also gezielt von sich abh&auml;ngig. H&auml;ufig werden die Frauen sogar bewusst unter Drogen gesetzt und sind dann davon abh&auml;ngig, dass der T&auml;ter sie mit Stoff versorgt.</p><p>Weiterhin haben viele Angst vor Rache und kennen ihre Rechte nicht. Sprachbarrieren verst&auml;rken die Unsicherheit, weil sie sich kaum ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen.</p><p>Genau deshalb ist ein behutsamer, traumasensibler Ansatz wie der unsrige so entscheidend. Ein Ausstieg ist kein kurzer Moment, sondern ein langer Prozess, der Monate bis Jahre dauern kann.&nbsp;</p><p>Meine Erfahrung ist, dass viele &ndash; selbst wenn sie mal raus aus dem Milieu waren &ndash; wieder zur&uuml;ckgehen. Der Ausstieg bedeutet einen tiefen Einschnitt und eine enorme Ver&auml;nderung im Leben dieser Frauen. Oft finden sie sich in der Welt drau&szlig;en nicht mehr zurecht, da sie so komplett anders ist als alles, was sie aus dem Rotlichtmilieu kennen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Sie pers&ouml;nlich haben einen christlichen Hintergrund. Inwieweit spielt das bei Ihrer Arbeit eine Rolle?</strong></p><p>Sabine: Das zeigt sich vor allem in der Art, wie ich den Frauen begegne. Darin spiegeln sich die christlichen Werte wider, die ich vertrete. Es geht um die W&uuml;rde, die ich in jeder Frau sehe. Und um die N&auml;chstenliebe, aus der heraus ich handle und mit der ich ihr begegne.</p><blockquote><p>Als Christin habe ich eine immerw&auml;hrende Hoffnung und glaube daran, dass innere Heilung und positive &auml;u&szlig;ere Ver&auml;nderungen immer m&ouml;glich sind.&nbsp;</p></blockquote><p>Ich will jeder Frau so begegnen, dass sie merkt: &bdquo;Es lohnt sich, den Ausstieg zu wagen&ldquo;. Wir als Mitarbeitende der&nbsp;<a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Hilfswerk gGmbH</a> hoffen und glauben mit ihr, dass ein Neustart m&ouml;glich ist, und wir ihr zutrauen, dass sie das schaffen kann, auch wenn wir nicht alles Christinnen und Christen sind, aber dieser wertsch&auml;tzende Umgang vereint uns. Dabei ist f&uuml;r uns ganz wichtig, auf Augenh&ouml;he mit der Frau zu arbeiten und keinen Druck auszu&uuml;ben.&nbsp;</p><h2><strong>Sich selbst zu engagieren ist einfach</strong></h2><p><strong>ERF: Wie kann man sich f&uuml;r Ihre Organisation einsetzen?&nbsp;</strong></p><p>Sabine: Wenn jemand schon aktiv im Rotlichtmilieu ist und mit STINA kooperieren m&ouml;chte, um den Frauen noch effektiver zu helfen, dann findet er Materialien und ausf&uuml;hrliche, kostenlose Schulungen auf unserer E-Learning-Plattform.&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Auch wenn sich jemand noch gar nicht auskennt und plant, im Rotlichtmilieu aktiv zu werden, kann er kostenlos diese Schulungsangebote annehmen.&nbsp;</p></blockquote><p>Auch Streetworker mit Erfahrung k&ouml;nnen mit uns kooperieren und unser Hilfsangebot bekannt machen. Mehrmals im Jahr erhalten sie von uns eine Kiste mit Materialien zum Weitergeben &ndash; etwa S&uuml;&szlig;igkeiten oder Kosmetikartikel. Diese kleinen Geschenke k&ouml;nnen sie im Rotlichtmilieu verteilen und dabei auf unsere Anlaufstelle und die Notrufnummer hinweisen.</p><p>Au&szlig;erdem starten wir demn&auml;chst ein Multiplikatoren-Programm. Es richtet sich an Personen, die sich engagieren wollen, aber nicht direkt ins Rotlichtmen&uuml; gehen k&ouml;nnen oder m&ouml;chten. Sie k&ouml;nnen in ihrem Umfeld &uuml;ber das Thema informieren. Das kann im kirchlichen Kontext sein, bei einem Frauenfr&uuml;hst&uuml;ck oder im Altenheim. Zudem freuen wir uns &uuml;ber finanzielle Unterst&uuml;tzung. Als gemeinn&uuml;tzige Organisation sind wir auf Spenden angewiesen.<br />
&nbsp;</p><p><strong>ERF: Das klingt gut. Noch ein letzter Tipp f&uuml;r alle, die bereits Kontakte zu Frauen im Rotlichtmilieu haben: Was w&auml;re ein erster Schritt, um diesen Frauen Wertsch&auml;tzung zu zeigen?</strong></p><p>Sabine: Generell tut man den Frauen etwas Gutes, indem man ihnen zuh&ouml;rt &ndash; ohne sie zu verurteilen und vorschnelle Annahmen zu treffen. Wenn man auf Angebote hinweist, ohne sie zu dr&auml;ngen, dann wei&szlig; die Frau, wo sie im Bedarfsfall Hilfe findet.</p><p><strong>ERF: Danke f&uuml;r das Interview und Gottes Segen f&uuml;r Ihre Arbeit.&nbsp;</strong><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17266356.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Heute fange ich an]]></title>
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      <description><![CDATA[6 Tipps, um lästige Alltagspflichten anzugehen und neue Gewohnheiten zu etablieren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1041197.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mary Tayler /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Schon wieder ist der erste Monat des Jahres rum. Ruckzuck, vorbei. Meine kleine pers&ouml;nliche Bestandsaufnahme ist gleichsam ern&uuml;chternd wie &uuml;berraschend. An der ein oder anderen Stelle bin ich &uuml;berw&auml;ltigt, was ich alles in diesem ersten Monat&nbsp;vorangebracht habe, bei etlichen gr&ouml;&szlig;eren To-Dos bin ich dagegen schon jetzt nicht mehr im Zeitplan oder habe sie noch gar nicht angegangen.</p><p>Und irgendwie klappt es mit dem &bdquo;Fr&uuml;h ins Bett gehen&ldquo; und der regelm&auml;&szlig;igen Bewegung&nbsp;immer noch nicht so wie erhofft. Wenn auch bei dir ein gewisser Frust nach dem ersten Monat herrscht und du jetzt so richtig durchstarten willst, habe ich einige Tipps f&uuml;r dich parat, die Alissa Levy in ihrem Buch <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/heute_fange_ich_an/t-1/1227" target="_blank">&bdquo;Heute fange ich an&ldquo;</a> auf knackig-kurze wie humorvolle Art zusammengetragen hat.</p><h2>1. Zum Start: Mach eine Bestandsaufnahme!</h2><p>Was will ich eigentlich und wo stehe ich jetzt? Wenn du merkst, dass du die Weichen in deinem Alltag gerne anders stellen m&ouml;chtest, ist dies die erste und wichtigste Frage. Oft &uuml;berspringen wir diesen Part. Denn wir wissen ja schon, was anders werden soll. Ja, das stimmt. Aber wissen wir es wirklich?</p><p>Ich habe zwar eine Vorstellung von meinem Zukunfts-Ich, aber oft nicht davon, welche Auswirkungen die n&ouml;tigen Anpassungen auf meine heutigen Routinen haben. Fr&uuml;her ins Bett gehen w&uuml;rde bei mir bedeuten, meine einzige wirkliche Me-Time zu beschneiden. Daher mache ich es nicht. Erst wenn ich es schaffe, mir Me-Time zu einer vern&uuml;nftigen Uhrzeit freizur&auml;umen, werde ich freiwillig fr&uuml;her ins Bett gehen.</p><p>Daher lohnt es sich vor einem ersten Handlungsschritt alle Lebensbereiche anzuschauen:</p><ul><li>Wie sieht meine Morgenroutine aus? Habe ich &uuml;berhaupt eine?</li><li>Welchen Anteil haben Arbeit und Care-Arbeit in meinem Alltag?</li><li>Wie sieht mein Arbeitsweg aus und wie lange brauche ich daf&uuml;r?</li><li>Wie organisiere ich meinen Haushalt und die Essenszubereitung?</li><li>Wie viel Zeit nehme ich mir f&uuml;r Sport und Freizeit?</li><li>Habe ich eine Abendroutine und hilft diese mir dabei abzuschalten?</li></ul><p>Alle diese Fragen k&ouml;nnen mir helfen, ein rundes Bild meines jetzigen Alltags zu bekommen und dann kann ich weiter&uuml;berlegen: Wo besteht Optimierungsbedarf und womit bin ich zufrieden und m&ouml;chte daher auch nichts &auml;ndern?</p><h2>2. Kopf voller To-Dos? Halte das Wichtige fest!</h2><p>Oft sind wir &uuml;berfordert von den vielen Dingen, die wir angehen m&ouml;chten. Da steht der gro&szlig;e Fr&uuml;hjahrsputz an, der Jahresurlaub will gebucht werden und da war auch noch die Steuererkl&auml;rung. Hier hilft es die &bdquo;Brain-Dump-Methode&ldquo; anzuwenden, wie Levy sie nennt. Eine sehr &auml;hnliche Methode kenne ich von Annika B&uuml;hnemann als <a href="https://annikabuehnemann.de/alles-aus-dem-kopf/">&bdquo;Alles-aus-dem-Kopf-Methode&ldquo;</a>&nbsp;und auch Jordan Raynor empfiehlt in seinem Buch <a href="https://www.permissionverlag.de/products/raynor-kaufe-deine-zeit-aus-softcover?srsltid=AfmBOopW6dJn8ZuA_uw-Z0JbQN2kwtdqGCs5VEPS9cjOJF0HcVMzxU1F" target="_blank">&bdquo;Kaufe deine Zeit aus&ldquo;</a>, erstmal alle To-Dos zu notieren.</p><p>Die Methode ist einfach und effektiv. Alles, was bedacht oder getan werden muss, wird festgehalten, und zwar in dem Moment, in dem es dir einf&auml;llt. Denn aus dem Kopf hei&szlig;t Entspannung f&uuml;rs Gehirn. Ob du daf&uuml;r die Notizen-App nutzt, wie Levy es vorschl&auml;gt, oder die To-Do-App, was mein eigener Favorit daf&uuml;r ist, oder klassisch zum Notizbuch, Kalender oder Journal greifst, das ist egal.</p><blockquote class="noshare"><p>Wichtig ist nur: Den ganzen Wust aus dem Kopf aufs Papier oder in eine App zu bringen. Ob und nach welchem Muster du dann deine To-Dos sortierst, ist Typsache.</p></blockquote><p>Levy empfiehlt, regelm&auml;&szlig;ig (im Idealfall w&ouml;chentlich) die Liste durchzugehen und die n&auml;chste Woche zu planen. Ich selbst schiebe eine Aufgabe oft schon direkt beim Erstellen in den richtigen Ordner.</p><p>In Notizen-Apps wie OneNote oder EverNote kann man l&auml;ngere Infos besser festhalten; in Aufgaben-Apps wie To-Do oder Trello wird Erledigtes durchs Abhaken automatisch unsichtbar. Bei einem haptischen Notizbuch oder einem Kalender ist der Brain-Dumping-Effekt durch das Schreiben mit Hand am gr&ouml;&szlig;ten. Es lohnt sich hier auszuprobieren, was einem selbst am meisten zusagt.</p><h2>3. Neue Gewohnheiten: Tracke deinen Erfolg und belohne dich!</h2><p>Neue Gewohnheiten zu etablieren ist schwer. Denn eine Gewohnheit ist quasi eine Autobahn aus bereits geebneten Nervenbahnen im Gehirn. Man muss keine gro&szlig;en Entscheidungen mehr treffen, sondern folgt einfach der bereits vorgebenden Stra&szlig;e.</p><p>Daran scheitern auch oft unsere Vors&auml;tze. Denn wir m&uuml;ssen f&uuml;r neue Gewohnheiten quasi einen Trampelpfad durch den Dschungel unseres Gehirns bahnen, bis dieses versteht: Das ist der neue Weg. Erst ab diesem Punkt ist es f&uuml;r uns normal, dass wir abends zehn Minuten Sport&uuml;bungen machen oder in der Bibel lesen, anstatt eine Serie zu gucken. Bis dahin ist es ein Kampf!</p><blockquote><p>Um unserem Gehirn diesen Umlernprozess zu erleichtern, gibt es einige Tricks. Das Entscheidendste ist, die neue Gewohnheit mit positiven Gedanken zu verbinden.</p></blockquote><p>Wenn ich abends denke: &bdquo;Jetzt muss ich noch Bibel lesen&ldquo;, sind meine Erfolgsaussichten gering. Wenn ich es aber mit einem positiven Gedanken verbinde wie &bdquo;Wenn ich jetzt noch in der Bibel lese, erfahre ich Neues &uuml;ber Jesus&ldquo;, steigen meine Erfolgschancen, die neue Routine zu etablieren, enorm.</p><p>Unser Gehirn reagiert positiv auf Belohnungen. Als ich mir 2020 eine Schreibroutine f&uuml;r meine Romanprojekte aufbauen wollte, habe ich mich belohnt, wenn ich ein gewisses Zeitpensum oder Ziel erreicht hatte. Damals war das der Kick, den ich brauchte, um ins Tun zu kommen. Heute schaue ich kaum noch auf meinen Belohnungszettel, das Vorankommen ist meine Belohnung.</p><p>Das Tracken einer neuen Gewohnheit funktioniert in vielen F&auml;llen aber auch ohne Belohnung. Schon das regelm&auml;&szlig;ige Festhalten, ob ich eine Gewohnheit erf&uuml;llt habe oder nicht, schafft einen Anreiz, sich nicht zu dr&uuml;cken. Auf der Webseite des Knesebeck Verlags kann man sich eine <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/download/file/260/ausmalseite.pdf">Vorlage f&uuml;r einen Habit-Trackers herunterladen</a>, auch in vielen Kalendern findet man mittlerweile Gewohnheitstracker.</p><p>Hilfreich ist auch, mit dem Etablieren einer neuen Gewohnheit nicht zu warten, bis mal weniger los ist. Erstens passiert das selten und ist oft nur eine Ausrede zum Prokrastinieren, zweitens sind die Erfolgsaussichten f&uuml;r Gewohnheiten, die man in stressigen Zeiten etabliert, h&ouml;her. Denn eine Gewohnheit muss sich ja im normalen Alltag mit all seinen Stressmomenten bew&auml;hren.</p><blockquote class="noshare"><p>Es ist ratsam, f&uuml;r neue Gewohnheiten erstmal einen Plan zu erstellen, die Gewohnheit zwei Wochen zu testen und dann noch einmal nachzujustieren.</p></blockquote><p>Vielleicht eignen sich jeden Tag f&uuml;nf Minuten Sport besser als dreimal die Woche 30 Minuten oder vielleicht ist der Morgen ein besserer Zeitpunkt zum Bibellesen als der Abend. Das kann man mit einem solchen Testlauf herausfinden.</p><h2>4. Entscheidungen: Z&ouml;gere nicht mehr mit der 10-10-10-Methode!</h2><p>Entscheidungen fallen mir seit jeher schwer. Als kreativer Mensch gehe ich oft alle M&ouml;glichkeiten im Kopf durch und irgendwie hat jede Option ihre Vor- und Nachteile. Soll ich im Sommer nach England oder in die Berge fahren? Schaue ich eine Actionserie oder einen Liebesfilm? Es gab Abende, wo die Auswahl eines Films fast so lange wie der Film dauerte. Was f&uuml;r eine Lebenszeit-Verschwendung!</p><p>F&uuml;r alle Entscheidungs-Muffel wie mich hat Alissa Levy einen Tipp parat, um schneller gute Entscheidungen zu treffen &ndash; und zwar die 10-10-10-Methode. Bei dieser Methode stelle ich mir nacheinander vor: Wie f&uuml;hle ich mich mit dieser Entscheidung in zehn Minuten, in zehn Monaten und in zehn Jahren?</p><p>Hier wird deutlich: Mein Filmdilemma wird in zehn Monaten keine Relevanz mehr haben. Dar&uuml;ber lange nachzudenken, ist v&ouml;llig sinnlos. Das mit dem Urlaub wird mich vielleicht noch in zehn Monaten besch&auml;ftigen und eventuell werde ich sogar in zehn Jahren noch von dem gro&szlig;artigen Urlaub schw&auml;rmen, aber ob daf&uuml;r entscheidend ist, an welchen Ort ich fahre, wage ich zu bezweifeln.</p><blockquote><p>Die 10-10-10-Methode kann helfen, zu unterscheiden, welche Relevanz eine Entscheidung f&uuml;r mein zuk&uuml;nftiges Leben hat, und mich freisetzen, kleine Entscheidungen z&uuml;giger zu treffen.</p></blockquote><p>F&uuml;r die gro&szlig;en Entscheidungen hilft dann die ber&uuml;hmte Pro- und Kontra-Liste mit den Fakten, die f&uuml;r oder gegen eine Sache sprechen.</p><p>Hier hilft es &uuml;brigens sehr, auch das eigene Bauchgef&uuml;hl abzuchecken. Denn meist trifft mein Bauch lange vor meinem Verstand eine Entscheidung. Mein Kopf ist dann nur noch damit besch&auml;ftigt, diese rational zu begr&uuml;nden. Wenn ich das einmal verstanden habe, lerne ich schneller und selbstbewusster zu entscheiden. Denn dann beginne ich meinem Bauch zu vertrauen und erspare mir den Umweg, meinen Verstand noch zwei Wochen alle Optionen gegeneinander abw&auml;gen zu lassen.</p><h2>5. Haushalt: Bestimme deinen Standard und setze dir Regelaufgaben!</h2><p>Wir alle kennen sie: Die l&auml;stigen Pflichten des Alltags, auf die niemand Bock hat, aber um die man auch nicht herumkommt. Dazu geh&ouml;ren Regelaufgaben im Haushalt ebenso wie die t&auml;gliche Frage, was es zum Essen geben soll.</p><p>Alissa Levy r&auml;t die Haushaltspflichten beherzt anzugehen. Auch hier schl&auml;gt sie erstmal eine Bestandsaufnahme vor. Statt dar&uuml;ber zu verzweifeln, wie unordentlich es bei mir im Gegensatz zu meiner besten Freundin aussieht, hilft es einmal kurz die Stopptaste zu dr&uuml;cken und mich zu fragen: Was ist mir genug? Wie ordentlich will ich es haben, damit ich mich wohlf&uuml;hle?</p><p>Denn seien wir mal ehrlich: Jeder von uns hat bessere Dinge zu tun, als zu saugen, zu putzen oder W&auml;sche zu waschen. Die Frage ist aber hier nicht: Mache ich es oder mache ich es nicht? Diese Frage erledigt sich von selbst. Sondern die Frage sollte lauten: Wie viel, wie oft und wann mache ich es?</p><p>Levy r&auml;t dazu, erstmal den eigenen Standard festzulegen, und zwar nicht den Idealstandard (&bdquo;So war es immer bei Mama&ldquo;), sondern einen Standard, den ich halten kann und will. Als zweiten Schritt lohnt es sich, die einzelnen Aufgaben in t&auml;gliche, w&ouml;chentliche und monatliche To-Dos einzuteilen.</p><p>Hier hilft es, bestimmte Aufgaben immer am selben Tag zu machen. Meine W&auml;sche erledige ich immer am Freitag. So vergesse ich das nicht und plane bewusst an diesem Tag Zeit daf&uuml;r ein. Wie automatisch das mittlerweile funktioniert, merke ich immer dann, wenn ich spontan auf einen anderen Tag wechseln muss.</p><blockquote class="noshare"><p>Auch ein t&auml;glicher kleiner Ordnungs-Reset von 10 bis 15 Minuten hilft, damit sich Aufgaben nicht aufstauen und am Wochenende wie ein Berg vor einem stehen.</p></blockquote><p>Unregelm&auml;&szlig;igere To-Dos wie Fr&uuml;hjahrsputz, Fensterputzen oder Rasenm&auml;hen kann man sich als Termin im Kalender notieren. So wird es nicht vergessen, ohne dass ich noch extra daran denken muss.</p><p>In puncto Essensvorbereitung r&auml;t Levy, einmal w&ouml;chentlich die Gerichte der n&auml;chsten Tage festzulegen und die Zutaten daf&uuml;r einzukaufen. Auch hierf&uuml;r kann man sich einen festen Wochentag setzen. In einer Rezeptbox oder einem Notizbuch kann man sich leckere Gerichte notieren, die man &ouml;fter machen will. Dann hat man eine Auswahl, wenn wieder die Frage ansteht: Was essen wir n&auml;chste Woche?</p><h2>6. Finanzen: Verschaff dir einen genauen &Uuml;berblick!</h2><p>Finanzen sind f&uuml;r viele Menschen ein heikles Thema. Die einen geben nur das N&ouml;tigste aus und sparen f&uuml;r schlechte Zeiten&ldquo;, andere denken sich eher &bdquo;Hauptsache, es ist genug zum Leben da&ldquo;. Das ist in Zeiten, wo man nahezu alles per App oder Karte zahlen kann und leicht den &Uuml;berblick &uuml;ber die eigenen Finanzen verliert, umso wichtiger. Wie also sieht ein bedachtsamer Umgang mit Geld aus?</p><p>Levy r&auml;t dazu, die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegen&uuml;berzustellen, am besten in einer &Uuml;bersicht f&uuml;r das ganze Jahr. Ein weiterer Tipp von ihr ist, die Ausgaben zu unterteilen, damit man sieht, welche Fixkosten man hat. Sinnvoll ist es, 50 Prozent des Einkommens von vorneherein f&uuml;r Fixkosten und notwendige Ausgaben zu veranschlagen. Die anderen 50 Prozent kann man in R&uuml;cklagen (20 Prozent) und Ausgaben f&uuml;r das eigene Gl&uuml;ck (Ausfl&uuml;ge, Hobbies, etc.) investieren.</p><p>Nat&uuml;rlich muss man anmerken, dass es etliche Haushalte gibt, in denen die Fixkosten mehr als die veranschlagten 50 Prozent ausmachen. Dann bleibt weniger zum Ansparen oder f&uuml;r pers&ouml;nliche Ausgaben. Aber auch das sieht man erst dann genau, wenn man sich einmal eine &Uuml;bersicht zum Beispiel in Excel erstellt, und kann dann &uuml;berlegen, wie man damit umgehen will.</p><blockquote class="noshare"><p>Au&szlig;erdem sch&uuml;tzt keine noch so gute Finanzplanung vor Armut und die Auflistung der eigenen Finanzen vermehrt auch nicht mein Geld.</p></blockquote><p>Aber es kann helfen, sich mit diesem leidlichen Thema zu befassen, um herauszufinden, wo ich mehr sparen sollte oder beherzt einen gr&ouml;&szlig;eren Kauf wagen kann.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16643249.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 28 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer wagt, gewinnt!]]></title>
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      <description><![CDATA[Bin ich zufrieden mit meinem gewohnten Unglück oder wird es endlich Zeit für das ungewohnte Glück? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117771.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© cottonbro studio /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Auf dem Fu&szlig;boden meines Wohnzimmers liegen Bl&auml;tter. Dunkelgr&uuml;ne und gr&uuml;n-wei&szlig;-gestreifte. Normalerweise verlieren mein Benjamini und mein Bonsaib&auml;umchen immer mal wieder Bl&auml;tter. Dieses Mal ist es aber irgendwie anders, denn bei beiden geschieht das zur gleichen Zeit.</p><p>Die beiden haben eine schwere Zeit hinter sich. Im letzten Jahr hatten sich Blattl&auml;use &uuml;ber sie hergemacht und der Kampf gegen dieses Ungeziefer war kaum in den Griff zu bekommen. Ob Sch&auml;dlingsbek&auml;mpfungsmittel oder Schmierseife, nichts brachte den gew&uuml;nschten Erfolg. Letztendlich halfen nur noch Pflanzenst&auml;bchen f&uuml;r die Erde. Das Gift, das die L&auml;use bek&auml;mpfte, schien meinen Beiden zwar nichts auszumachen, aber es war in ihrer Erde.&nbsp;</p><p>Und nun &ndash; ein Jahr sp&auml;ter &ndash; machte sich das Ganze doch bemerkbar. So fuhr ich in den Baumarkt und lie&szlig; mich beraten, welches die beste Erde f&uuml;r meine beiden Sch&uuml;tzlinge w&auml;re. Zus&auml;tzlich kaufte ich f&uuml;r den Benjamini einen gr&ouml;&szlig;eren Topf, da sein Wurzelwerk nicht mehr genug Platz im Bisherigen fand.</p><p>Ich bereitete im Garten alles vor. Zuerst bekamen die beiden eine Dusche. Ich konnte richtig sp&uuml;ren, wie befreit sie sich f&uuml;hlten. Die Sonne schien warm auf ihre Bl&auml;tter. Herrlich! Nachdem ich die Wurzeln von der alten Erde befreit hatte, f&uuml;llte ich die beiden T&ouml;pfe mit frischer Erde und setzte meine Sch&uuml;tzlinge hinein. Gut getr&auml;nkt mit Wasser umh&uuml;llte nun die frische Erde ihre angeschlagenen Wurzeln. W&uuml;rden sie die neue Erde akzeptieren? Ich wusste es nicht, hoffte es aber.</p><p>&nbsp;Kaum eine Woche sp&auml;ter erblickten kleine zarte gr&uuml;ne Bl&auml;ttchen das Licht der Welt. Mein Herz h&uuml;pfte vor Freude! Und dann ging es Schlag auf Schlag. Ein neues Blatt nach dem anderen f&uuml;llte die kahl gewordenen Stellen. So erwachten meine beiden Sorgenkinder zu neuem Leben und wurden am Ende wundersch&ouml;ne und gesunde Pflanzen.&nbsp;</p><h2><strong>Alles wird neu</strong></h2><p>Ich musste bei diesem Erlebnis an den Bibelvers aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 5, 17</a> denken. Dort hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Wenn also ein Mensch zu Christus geh&ouml;rt, ist er schon &sbquo;neue Sch&ouml;pfung&lsquo;. Was er fr&uuml;her war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.&ldquo;</em></p><p>Paulus, der Autor des Korintherbriefes, verdeutlicht hier, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi eine v&ouml;llig neue Identit&auml;t f&uuml;r alle entsteht, die sich Jesus anvertrauen und ihm nachfolgen. Denn Gott ist so heilig, dass wir Menschen aufgrund unserer Schuld von ihm getrennt sind. Deshalb hat er seinen Sohn auf die Welt geschickt. Stellvertretend f&uuml;r unsere Verfehlungen nimmt Jesus den Tod auf sich, sodass f&uuml;r jeden Menschen der Weg zu Gott frei wird. &nbsp;&nbsp;</p><p>Vergleichen kann man das mit meinen beiden Pflanzen: Sie waren in zwei T&ouml;pfen untergebracht, deren vergiftete Erde ihnen schadete. Eine Weile ging das gut, doch dann bekamen sie nicht mehr die N&auml;hstoffe, die sie zum gesunden Wachstum ben&ouml;tigten und verloren Bl&auml;tter. Erst, als die Umgebung neu und frisch war, bekamen sie wieder das, was sie brauchten, um gesund zu gedeihen.&nbsp;</p><h2><strong>Aus toxischem Lebensraum in neue Erde</strong></h2><p>Vielleicht lebst du auch in einem Umfeld, das dir schadet und in dem du dich nicht gesund entwickeln und entfalten kannst. Oder du hattest eine Kindheit, in der man dich tief verletzt hat, und sp&uuml;rst diese Auswirkungen bis heute.</p><p>Auch ich kenne das. Obwohl ich schon lange an Jesus glaube und mit ihm lebe, hatte ich trotzdem &uuml;ber weite Strecken das Gef&uuml;hl, dass mich meine verletzende Vergangenheit bis in die Gegenwart negativ beeinflusste.</p><blockquote class="noshare"><p>Als Christin wusste ich, dass ich durch meinen Glauben an Jesus frei sein kann von allen Verletzungen meiner Vergangenheit. Doch ich habe es nicht erlebt. Denn mein Herz hat es nicht geglaubt!</p></blockquote><p>Bis ich eines Tages zu mir selbst gesagt habe: Wenn das wirklich stimmt, was in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Korinther 5, 17</a> steht, werde ich das jetzt wortw&ouml;rtlich f&uuml;r mich in Anspruch nehmen. Und so habe ich diesen Bibelvers konkret &uuml;ber mir proklamiert: &bdquo;Ich geh&ouml;re zu Christus und bin eine neue Sch&ouml;pfung. Was fr&uuml;her war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.&ldquo;</p><h2><strong>Frieden mit der Vergangenheit schlie&szlig;en</strong></h2><p>Am Anfang merkte ich keine Ver&auml;nderung, doch nach kurzer Zeit und stetiger Wiederholung hatte ich auf einmal das Gef&uuml;hl, dass ich die Verletzungen der Vergangenheit nicht mehr sp&uuml;re. Sie waren wie weggeblasen. Daran hat sich nichts mehr ge&auml;ndert. Im Laufe der Zeit wurde ich sogar dazu f&auml;hig, Liebe f&uuml;r den Menschen zu empfinden, der mir damals Schaden zugef&uuml;gt hatte, und konnte dieser Person vergeben.</p><blockquote><p>&nbsp;Ich habe eine solche Freiheit erlebt, die ich niemals mehr missen m&ouml;chte.&nbsp;</p></blockquote><p>Wie gut, dass Jesus mich aus der alten Situation herausgeholt und in etwas ganz Neues und Heilsames hineinversetzt hat. Genauso wie meine beiden Pflanzen, die heute in neuer und gesunder Erde wachsen und gedeihen. Was ich erlebt habe, kannst auch du erleben. Dazu m&ouml;chte ich dich ermutigen, denn: Wer wagt, gewinnt!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ruth Schneider</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17263211.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ruth Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 26 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mir ist das zu viel!]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie ich damit umgehen kann, wenn mir meine To-do-Liste über den Kopf wächst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1118324.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nataliya Vaitkevich /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Monatelang qu&auml;lte mich das schlechte Gewissen: Ich hatte zugesagt, ein kleines Anspiel f&uuml;r einen guten Zweck zu schreiben. Eine Organisation, die sich f&uuml;r Gewaltpr&auml;vention einsetzt, w&uuml;nschte sich Theaterszenen, um das Thema f&uuml;r Kinder nachvollziehbarer zu machen. Super Sache! Ich habe mich richtig geehrt gef&uuml;hlt, dass man mich als unerfahrene Autorin darum bittet.&nbsp;</p><p>Aber ich steckte mitten in den Uni-Pr&uuml;fungen, hatte privat viel um die Ohren und faktisch keine Kapazit&auml;ten f&uuml;r das umfangreiche ehrenamtliche Projekt. Nun sch&auml;mte ich mich in Grund und Boden, weil ich nach Monaten kein einziges Wort getippt hatte. Es war mir einfach zu viel. Warum hatte ich &uuml;berhaupt zugesagt? Nun, da war nat&uuml;rlich der gute Zweck, den ich gerne unterst&uuml;tzen wollte. Aber war das wirklich der Hauptgrund?</p><p>In der Werkstatt-Folge aus dem <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer">Podcast &bdquo;Homemade Stress&ldquo;</a> erkl&auml;rt Burnout-Pr&auml;ventionscoach Stephan Menzel, warum sich To-do-Listen manchmal unendlich lang anf&uuml;hlen und woher das Gef&uuml;hl des &bdquo;zu viel&ldquo; kommt.&nbsp;</p><p>Er stellt fest: &bdquo;<em>Grunds&auml;tzlich ist die Arbeitslast nicht unbedingt der Hauptantreiber f&uuml;r Stress. Aber wenn die Themen, die ich auf dem Tisch habe, zu viel werden, bekomme ich sie &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum nicht aus dem Kopf. Dann denke ich immer wieder daran, dass ich dieses und jenes noch machen muss. Das verursacht Stress.&ldquo;</em></p><h2><strong>Wieder zu oft &bdquo;Ja&ldquo; gesagt?</strong></h2><p>Ein Grund, warum es mir &bdquo;zu viel&ldquo; wird, ist also tats&auml;chlich die schiere Menge an Aufgaben, die ich tun muss &ndash; oder die ich mir selbst vorgenommen habe. Allerdings lohnt es sich genauer hinzuschauen, woher diese F&uuml;lle an Aufgaben kommt.&nbsp;</p><p>Selbstverst&auml;ndlich gibt es To-dos, die ich machen muss: Die Steuererkl&auml;rung ist Pflicht, der Hund braucht jeden Morgen seine Gassirunde und mein Chef w&uuml;rde zu Recht verdutzt reagieren, wenn ich ihm sagte, dass ich heute Wichtigeres als meine Arbeit zu tun habe.</p><p>Aber nicht alles, was sich nach einem &bdquo;Muss&ldquo; anf&uuml;hlt, ist zwingend erforderlich. Bin ich wirklich die Einzige, die in der Firma an Projektgruppe X teilnehmen kann, obwohl ich schon ein volles &Uuml;berstundenkonto habe? Sollte ich in meiner Kirche noch eine Aufgabe &uuml;bernehmen, obwohl ich mich schon an drei anderen Stellen engagiere? Und kennt meine Freundin niemand anderen, der ihre Blumen im Urlaub gie&szlig;en kann, wenn ich daf&uuml;r quer durch die Stadt fahren muss?</p><blockquote><p>Bevor ich &bdquo;Ja&ldquo; sage, lohnt es sich daher immer, kurz innezuhalten und zu reflektieren, warum ich f&uuml;r diese Aufgabe Verantwortung &uuml;bernehmen will oder soll.</p></blockquote><p>Wie sieht es &ndash; ganz realistisch &ndash; mit meinen Zeitressourcen aus? Stehe ich hier tats&auml;chlich in der Pflicht oder geht es mir nur darum, niemanden zu entt&auml;uschen? F&uuml;hle ich mich gebauchpinselt, weil man mich anfragt? Oder bin ich einfach ein spontaner und begeisterungsf&auml;higer Typ, der schnell zusagt und es dann bereut?</p><h2><strong>Zu viel zu tun oder schlicht &uuml;berfordert?</strong></h2><p>Das Gef&uuml;hl, dass mir alles zu viel ist, kann sich auch dann einschleichen, wenn es gar nicht zu viele Aufgaben sind, die ich auf dem Tisch habe, sondern ich mich von einer bestimmten Aufgabe &uuml;berfordert f&uuml;hle.</p><p>Vielleicht fehlen mir Fachwissen und Informationen, um die Aufgabe zu l&ouml;sen, oder das To-do entspricht mir nicht und geht mir deshalb schwer von der Hand. M&ouml;glicherweise bin ich auch gesundheitlich angeschlagen und dadurch blockiert. Oder es gibt im Augenblick einfach keine gute L&ouml;sung f&uuml;r mein Problem.&nbsp;</p><p>F&uuml;r Coach Stephan Menzel ist solch eine &Uuml;berforderungssituation ein typischer Ausl&ouml;ser f&uuml;r Stress: <em>&bdquo;Wenn ich mich in einer &Uuml;berforderungssituation f&uuml;hle, ist meistens unsere Ressource versperrt, Aufgaben gut l&ouml;sen zu k&ouml;nnen. Das verursacht ein Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgef&uuml;hl.&ldquo;</em></p><h2><strong>Wie das &bdquo;Zu viel&ldquo;-Gef&uuml;hl zum Burnout f&uuml;hrt</strong></h2><p>Im schlimmsten Fall k&ouml;nnen sowohl eine zu hohe Arbeitslast als auch die &Uuml;berforderung durch einzelne Aufgaben einen Burnout beg&uuml;nstigen. Stephan Menzel hat selbst einen solchen erlebt. Vor dem Zusammenbruch hat er jede Woche dutzende &Uuml;berstunden geschoben, um sein Arbeitspensum zu schaffen.&nbsp;</p><p>Der Grund daf&uuml;r war aber nicht die Menge an Aufgaben: <em>&bdquo;In der letzten Phase vor dem Kipppunkt war ich &uuml;berhaupt nicht mehr effektiv, da ich unter Schlaflosigkeit litt und Konzentrationsschwierigkeiten hatte. Dadurch haben meine normalen Arbeitszeiten gar nicht ausgereicht, um alles zu bew&auml;ltigen, was aus meiner Sicht zu erledigen war. Es ging nur noch mit Priorisieren: Wo brennt es am meisten? Wissend, dass noch 20 andere To-dos auf mich warten.&ldquo;</em></p><p>So kann das Dauergef&uuml;hl des &bdquo;Zu viel&ldquo; in einen Teufelskreis f&uuml;hren: Weil ich mich &uuml;berfordert f&uuml;hle, nehme ich den Stress mit in die Nacht und schlafe schlechter. Dadurch fehlt mir am n&auml;chsten Tag die Energie, die Aufgabe anzugehen &ndash; und ich bekomme wieder nicht alles hin. Die Stressgef&uuml;hle bleiben und rauben mir weiter Nacht f&uuml;r Nacht den Schlaf.</p><blockquote class="noshare"><p>In der Regel ist es daher nicht die Menge an Arbeit, die den Burnout letztlich verursacht, sondern die hohe Arbeitslast wirkt als Verst&auml;rker eines ohnehin vorhandenen Drucks.&nbsp;</p></blockquote><h2><strong>Selbstwirksamkeit als Schl&uuml;ssel</strong></h2><p>Doch es gibt M&ouml;glichkeiten, einer hohen Arbeitslast, dem damit einhergehenden inneren Druck und dem Gef&uuml;hl der &Uuml;berforderung zu begegnen. Einen Schl&uuml;ssel bietet unter anderem ein Fachbegriff aus der Psychologie, der den Umgang mit Herausforderungen benennt: die &bdquo;Selbstwirksamkeit&ldquo;. Der Psychologe Albert Bandura hat das Konzept beschrieben<sup>1</sup>.</p><p>Unter Selbstwirksamkeit versteht man die &Uuml;berzeugung eines Menschen, dass er oder sie eine Aufgabe meistern kann. Nach der Beobachtung Banduras ist es so, dass Menschen Aufgaben &uuml;berhaupt nur dann aktiv angehen, wenn sie selbst davon &uuml;berzeugt sind, dass sie diese Herausforderung auch erfolgreich abschlie&szlig;en k&ouml;nnen.</p><p>Ich muss dabei die L&ouml;sung noch nicht kennen, aber es braucht das Vertrauen, dass ich einen Weg finden kann, die Aufgabe zu meistern.&nbsp;</p><blockquote><p>Erlebe ich mich also als selbstwirksam, l&ouml;sen selbst hochkomplexe Aufgaben kaum negativen Stress aus, sondern spornen mich vielmehr zu Hochleistungen an.&nbsp;</p></blockquote><p>Der erste Schritt daf&uuml;r ist laut Stephan Menzel die Selbstreflektion:<strong>&nbsp;</strong><em>&bdquo;Hier hilft es die Adlerperspektive einzunehmen: Was ist genau zu tun und was k&ouml;nnte mir dabei helfen, das Thema zu l&ouml;sen? Vielleicht gibt es jemand, der mir behilflich sein kann.&ldquo;</em></p><h2><strong>Zur Selbstwirksamkeit braucht es die anderen</strong></h2><p>So naheliegend es erscheint: Tats&auml;chlich vergesse ich oft, dass ich mir bei einer Herausforderung einfach Hilfe holen kann. Menschen mit einer ausgepr&auml;gten Selbstwirksamkeit vertrauen nicht nur auf ihre eigenen Ressourcen, sondern fragen andere um Rat und Unterst&uuml;tzung.&nbsp;</p><p>Das hei&szlig;t allerdings auch, dass ich mir selbst und anderen eingestehen muss, dass ich eine Aufgabe nicht allein schaffe. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum es mir schwerf&auml;llt, To-dos abzutreten, die mich &uuml;berfordern. Es kratzt an meinem Image als Allesk&ouml;nnerin und das gef&auml;llt mir nicht. Dabei ist gerade die Zusammenarbeit mit anderen der Faktor, die mir helfen kann, meine To-do-Liste in den Griff zu bekommen.</p><p>Ein weiterer Schritt f&uuml;r die Selbstwirksamkeit ist es, Erfahrungen zu sammeln &ndash; und zwar auch Frusterfahrungen und Misserfolge. Das klingt erst einmal seltsam, aber laut Stephan Menzel entwickelt sich Selbstwirksamkeit schon in der Kindheit:</p><p><em>&bdquo;Wenn mir als Kind alle Steine aus dem Weg ger&auml;umt werden, kann ich nicht lernen, nach einem Misserfolg neu zu beginnen. Kinder, die selbstst&auml;ndiger aufwachsen und in einem &uuml;berschaubaren Rahmen Schwierigkeiten bew&auml;ltigen m&uuml;ssen, lernen eher, selbstwirksam zu werden. Wenn sie erleben, dass sie nach einem R&uuml;ckschlag etwas Neues probieren und dies gelingt, empfinden sie das als inneren Erfolg. Das ist Selbstwirksamkeit: Hindernisse, Entt&auml;uschungen, Entmutigungen zu &uuml;berwinden und einzuordnen.&ldquo;</em></p><h2><strong>Selbstwirksamkeitsfaktor Vertrauen</strong></h2><p>Letztes Jahr habe ich mich intensiv mit dem <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 37</a>aus der Bibel besch&auml;ftigt. Da steht unter anderem: <em>&bdquo;Du aber vertrau auf den Herrn und tu Gutes. Bleib im Land, sei zuverl&auml;ssig und treu. Lass den Herrn deinen Weg bestimmen, vertrau auf ihn, und er wird handeln&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37%2C3.5" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 37, 3.5</a>).</p><p>Mich fordern diese Verse heraus &ndash; gerade im Hinblick auf meine langen To-do-Listen. Zuverl&auml;ssig und treu sein bei den Aufgaben, die ich machen muss oder die ich zugesagt habe &ndash; wie soll das gelingen, wenn es mir zu viel wird?&nbsp;</p><blockquote class="noshare"><p>Mir hilft die Erkenntnis, dass Zuverl&auml;ssigkeit damit beginnt, dass ich realistisch einsch&auml;tze, was ich wirklich leisten kann. Zuverl&auml;ssige Menschen sagen nicht immer Ja, sondern sie sagen zu den richtigen Dingen Ja.</p></blockquote><p>Zuverl&auml;ssig sein hei&szlig;t auch nicht, dass mir alles gelingen muss, sondern dass ich offen kommuniziere, was ich tun kann und wo ich an meine Grenzen sto&szlig;e.</p><p>Entlastung von Stress finde ich vor allem im zweiten Vers. Da hei&szlig;t es: <em>&bdquo;Vertrau auf ihn, und er wird handeln.&ldquo;</em> Bei allen guten Vors&auml;tzen und meinem Wunsch nach Zuverl&auml;ssigkeit habe ich doch nicht immer die richtige L&ouml;sung parat. Ja, selbst der selbstwirksamste Mensch hat nicht alles in der Hand.</p><p>Gott aber ist immer handlungsf&auml;hig und ich kann ihn darum bitten, mit mir und f&uuml;r mich zu handeln. Gebet ist eine wunderbare Form der Selbstwirksamkeit: Ich gestehe mir ein, dass ich abh&auml;ngig von Gott bin und kann daraus die Kraft sch&ouml;pfen, um meine Herausforderungen zu meistern.</p><h2><strong>F&uuml;rs Leben gelernt</strong></h2><p>Das Theaterst&uuml;ck, das ich damals schreiben musste, ist &uuml;brigens fertig geworden, mit viel H&auml;ngen und W&uuml;rgen, einigen durchwachten N&auml;chten und einem Haufen Gewissensbisse Zu meinem Gl&uuml;ck hat es mir damals Lob eingebracht, aber vor allem Selbsterkenntnis. Durch diese Erfahrung habe ich gelernt, in Zukunft kl&uuml;ger mit meinen Zeitressourcen umzugehen und mir auch mal auf die Zunge zu bei&szlig;en, bevor ich zu schnell Ja sage.&nbsp;</p><p>Wie Stephan Menzel sagt: Es sind nicht unbedingt die einfachen Erfolge, die mich Selbstwirksamkeit lehren. Und zu meinem Gl&uuml;ck habe ich noch eine weitere Erkenntnis, die mich stark macht: Ich muss die Herausforderungen, die mir das Leben stellt, nicht allein meistern, sondern habe andere Menschen &ndash; und Gott immer an meiner Seite.</p><p><sup>1</sup><span class="small"><a href="https://wpgs.de/fachtexte/selbstwirksamkeit/" rel="noopener noreferrer" target="_blank">Selbstwirksamkeit st&auml;rken und f&ouml;rdern &ndash; Wirtschaftspsychologische Gesellschaft</a></span><br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17259576.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Thu, 22 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Gott „Jetzt!“ sagt]]></title>
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      <description><![CDATA[Warum du deinem nächsten Anfang nicht allein gegenüberstehst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117799.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Victor Freitas /&nbsp;unsplash</figcaption></figure><p>Wer in diesen Tagen das Fitnessstudio betritt, sollte Wartezeit an den Ger&auml;ten einplanen. In den ersten Monaten des Jahres erfolgen in den Muckibuden dieses Landes etwa 50 Prozent mehr Neuanmeldungen als in den &uuml;brigen 11 Monaten. Und auch in den Einkaufsw&auml;gen l&auml;sst sich ein Trend erkennen. Die Nachfrage nach Gem&uuml;se und eiwei&szlig;haltigen Lebensmitteln steigt, w&auml;hrend die Nachfrage nach Alkohol deutlich abnimmt.</p><p>Doch dann schreitet das Jahr voran und die Zahlen gleichen sich dem Niveau der letzten Monate des Vorjahres an &ndash; und das schneller als gedacht. Bereits Mitte Januar erkl&auml;ren 80 Prozent der Deutschen ihre Neujahrsvors&auml;tze als gescheitert. Das ist mehr als schade: Denn ein Neustart ist nicht nur oft w&uuml;nschenswert, sondern manchmal unumg&auml;nglich.</p><h2><strong>(Zu) ambitionierte Ziele?</strong></h2><p>Aber wieso scheitern diese Neuanf&auml;nge so h&auml;ufig? Ich denke, weil wir dazu neigen, uns zu &uuml;bersch&auml;tzen. Wer noch nie joggen war, wird bereits beim ersten Kilometer ordentlich au&szlig;er Puste sein. Und wer sich im alten Jahr schwer damit getan hat, regelm&auml;&szlig;ig Bibel zu lesen, k&ouml;nnte nach 2 Wochen davon entmutigt werden, dass das Lesezeichen bisher kaum nach hinten gewandert ist.</p><blockquote><p>Genau diese Bibel berichtet immer wieder von Neuanf&auml;ngen. Allerdings mit dem Unterschied, dass Gott die Idee des Neustarts schenkt.</p></blockquote><p>Relativ zu Beginn der Bibel spricht Gott zu Mose. Er schickt ihn zum Herrscher &uuml;ber die Weltmacht &Auml;gypten, um diesem die Freilassung vieler tausender Sklaven zu befehlen. Mose ergreift die Angst und er versucht Gott weiszumachen, dass er der Falsche f&uuml;r diesen Auftrag ist, da er ein schlechter Redner ist.</p><p>Doch Gott hat eine passende Antwort parat: <em>&bdquo;Ich habe dich dazu bevollm&auml;chtigt, mit g&ouml;ttlicher Autorit&auml;t vor den Pharao zu treten. Dein Bruder Aaron wird dein Prophet sein, der f&uuml;r dich spricht.&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/NGÜ/2.Mose7%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">2. Mose 7,1</a>)</em></p><h2><strong>Neuanf&auml;nge gelingen &ndash; mit Gottes Hilfe</strong></h2><p>Wer die Geschichte Moses kennt, der wei&szlig;: Gottes Plan geht auf und Mose f&uuml;hrt das Volk Israel aus der &auml;gyptischen Gefangenschaft. Dieser Neustart gelingt auch deswegen, weil Gott die Lage einsch&auml;tzt und nicht Mose selbst. So l&auml;sst sich aus dieser Geschichte einiges f&uuml;r meine Neustarts ableiten:</p><ol><li>Neuanf&auml;nge gehen nicht immer von uns aus. Als Christ glaube ich daran, dass Gottes Plan f&uuml;r mein Leben seinem gro&szlig;en Ziel dient. Das deckt sich nicht immer mit meinen Pl&auml;nen. Ein Neuanfang kann also unverhofft, aber nicht ohne Grund ins Haus stehen.<br />
&nbsp;</li><li>Gott w&auml;hlt seine Leute weise aus. Moses Beispiel zeigt, dass Gott seine Diener nach Kriterien ausw&auml;hlt, die wir nicht verstehen. Mose selbst ist alles andere als fehlerlos und trotzdem w&auml;hlt Gott genau ihn. Die Geschichte lehrt uns, dass es die richtige Entscheidung war.<br />
&nbsp;</li><li>Gott unterst&uuml;tzt! Verst&auml;ndlicherweise hat Mose Bedenken und Sorgen &ndash; und Gott nimmt diese ernst. Genauso wie Gott Mose mit einem guten Redner, m&auml;chtigen Zeichen und Schutz r&uuml;stet, darf ich ebenfalls mit seiner Hilfe rechnen.</li></ol><p>Gott wird auch in diesem Jahr Neustarts ansto&szlig;en &ndash; bei mir und vielleicht auch bei dir.</p><blockquote class="noshare"><p>Die Geschichte von Mose zeigt mir: Das kann hart werden, aber Gott ist an meiner Seite und erw&auml;hlt mich nur f&uuml;r diesen Neustart, weil er wei&szlig;, dass ich der Aufgabe gewachsen bin.&nbsp;</p></blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17256048.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Traumasensibel vom Glauben reden]]></title>
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      <description><![CDATA[Wie sollten Gottesdienste und christliche Angebote gestaltet sein, damit sie auch verletzte Menschen erreichen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117764.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jon Tyson /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Ein Gedankenspiel am Anfang. Eine liebe und herzensgute Dame aus der Gemeinde liebt es, am Samstag Traktate in der Fu&szlig;g&auml;ngerzone zu verteilen. Diese benennen die Wahrheit &ndash; so sagt sie &ndash; &bdquo;klar und deutlich&ldquo;: &bdquo;Kehre um zum Herrn Jesus, der dich liebt und alles f&uuml;r dich getan hat. Du bist sonst ewig getrennt von Gott, wenn du dieses Angebot nicht annimmst, wirst du auf ewig Qualen erleiden.&ldquo;</p><p>Wie wirken solche S&auml;tze auf einen Menschen, der in seinem Leben Schweres, ja Traumatisierendes erlebt hat? Der emotionale, k&ouml;rperliche oder sexuelle Gewalt erfahren hat? Als Christen haben wir die beste Botschaft der Welt. Davon bin ich &uuml;berzeugt. Doch wie k&ouml;nnen wir so davon reden und auch Gottesdienst feiern, dass die frohe Botschaft auch f&uuml;r traumatisierte Menschen wirklich froh machend ist?</p><blockquote class="noshare"><p>Als Christen haben wir die beste Botschaft der Welt. Doch wie k&ouml;nnen wir so davon reden, dass die frohe Botschaft auch f&uuml;r traumatisierte Menschen froh machend ist?</p></blockquote><p>Knapp die H&auml;lfte der Menschen gibt in Umfragen an, in ihrem Leben mindestens eine traumatisierende Erfahrung erlebt zu haben. Da der Trauma-Begriff oft unklar definiert ist, sind solche Zahlen mit Vorsicht zu genie&szlig;en. Ich pers&ouml;nlich gehe von h&ouml;heren Zahlen aus. Denn wir leben nun einmal in einer verletzlichen, gebrochenen Welt.&nbsp;</p><p>Nat&uuml;rlich sind nicht alle deswegen traumatisiert, auch das ist klar. Aber da wir Traumatisierungen, die im Inneren unseres Gegen&uuml;bers oft unbemerkt und abgespalten schlummern, von au&szlig;en nicht sehen, brauchen wir eine grunds&auml;tzliche Disziplin in Worten und Taten. Dazu m&ouml;chte ich in diesem Artikel 10 Grundpfeiler benennen, die mir hilfreich erscheinen.</p><h2><strong>1. Verletzte Menschen brauchen ein heilsames Gottesbild</strong></h2><p>Gesunde geistliche Entwicklung setzt innere Sicherheit voraus. Menschen mit traumatischen Erfahrungen brauchen ein Gottesbild, das Schutz, Verl&auml;sslichkeit und Annahme vermittelt &ndash; nicht Druck oder Angst. Sichere Bindung ist ein Schl&uuml;ssel daf&uuml;r, dass Menschen wachsen und heilen k&ouml;nnen.</p><p>Das Gottesbild, von dem wir erz&auml;hlen und das wir in unserem Leben, aber auch im Gottesdienst verk&ouml;rpern, muss sicher sein!&nbsp;</p><blockquote><p>Gott ist ein sicherer Ort, ein Safe Space. Davon bin ich &uuml;berzeugt, weil Jesus uns Gott so zeigt.&nbsp;</p></blockquote><p>Ist es dann sinnvoll, wenn wir als Christen &ndash; wie in dem Beispiel oben &ndash; von einem Gott erz&auml;hlen, der seine Menschen unendlich liebt und gleichzeitig Ablehnung mit ewiger Folter bestraft? Ist dies ein passender Gespr&auml;chseinstieg f&uuml;r einen m&ouml;glicherweise traumatisierten Menschen? Meiner Ansicht nach nicht. Vielmehr sollten wir Gottes Liebe in den Fokus r&uuml;cken. Herausstellen, dass er alles getan hat, um mit uns Menschen vers&ouml;hnt zu sein.</p><h2><strong>2. Das Kreuz ohne Gewalt denken</strong></h2><p>So manche Gewalt- und Opfermetaphorik, die bis ins Detail die Folter Jesu am Kreuz ausmalt und mit unserer Schuld verbindet, kann belastend wirken. Ich bin der &Uuml;berzeugung: Wir k&ouml;nnen theologisch verantwortlich vom Kreuz sprechen, ohne Drohkulissen aufzubauen, und dabei auf Gottes Solidarisierung mit Leidenden und Ausgegrenzten hinweisen.</p><p>In der Seelsorge erlebe ich immer wieder, dass Gottes N&auml;he zu allen Geschlagenen und Gedem&uuml;tigten dieser Welt durch die Leidenserfahrung am Kreuz eine enorme Heilkraft besitzt. Gott bewahrt uns nicht vor allem &ndash; aber er leidet mit in allem. Wenn wir darauf bei der Botschaft vom Kreuz eingehen, sprechen wir traumatisierte Menschen direkt in ihrer Not an.</p><h2><strong>3. Ein Gottesbild vermitteln, das Br&uuml;chigkeit w&uuml;rdigt</strong></h2><p>Traumasensible Theologie und Praxis nimmt die Zerbrechlichkeit des Lebens ernst. Sie zeigt, dass Gott Menschen in ihrer Schwachheit begleitet, statt St&auml;rke oder vollst&auml;ndige Heilung einzufordern.</p><p>Das bedeutet im Alltag, dass es nicht hilfreich ist, wenn wir als Christen in einem permanenttriumphalen &bdquo;Gut-drauf&ldquo;-Glauben unterwegs sind. Besser ist es, auch die Graut&ouml;ne des Lebens zur Sprache zu bringen: die Highlights des Glaubens, aber eben auch unsere Zweifel, Fragen und das Gef&uuml;hl der Gottesferne.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich glaube zuerst daran, dass die frohe Botschaft von Jesus enorm heilsam und heilbringend ist! Aber ich darf ihr keine Versprechen hinzuf&uuml;gen, die sie nicht einhalten kann.</p></blockquote><p>Sonst immunisiere ich verletzte Menschen dagegen. Sobald der Glaube dann Versprechen, die er scheinbar gegeben hat, nicht einh&auml;lt, wenden sich diese Menschen von Gott ab.</p><h2><strong>4. Machtverh&auml;ltnisse ernst nehmen und behutsam gestalten</strong></h2><p>Geistliche Rollen &ndash; nicht nur die von Hauptamtlichen, sondern genauso von Hauskreisleitenden oder Musikteamleitenden &ndash; bringen zwangsl&auml;ufig Macht mit sich. Denn gerade der geistliche Raum kann so tiefgehend sein wie kaum ein anderer. Eine reflektierte Haltung sch&uuml;tzt uns davor, mit unserer Autorit&auml;t andere ungewollt zu verletzen, und er&ouml;ffnet R&auml;ume, in denen Menschen sich sicher &auml;u&szlig;ern k&ouml;nnen.</p><p>Macht in Worten und Taten kann heilsam sein &ndash; oder zerst&ouml;ren. Einen sicheren Raum zu bieten bedeutet, dass wir &uuml;berlegen, wie wir einladend vom Glauben sprechen und in unserem Reden und Handeln keine Grenzen &uuml;berschreiten. Das kann enorm anstrengend sein, weil wir uns im Aushalten von Spannungen &uuml;ben m&uuml;ssen. Daraus folgt der n&auml;chste Punkt:</p><h2><strong>5. Freiwilligkeit als theologisches Prinzip&nbsp;</strong></h2><p>Traumasensible Verk&uuml;ndigung und auch Weitergabe des Glaubens respektiert Grenzen. Sie l&auml;dt ein, ohne zu dr&auml;ngen, und macht klar: Beziehung zu Gott entsteht aus Freiheit, nicht aus Angst oder sozialem Zwang.</p><blockquote><p>Gott geht es um echte Liebe und eine sichere Beziehung zu jedem Menschen. Diese w&auml;chst niemals aus Angst und Zwang.</p></blockquote><p>Unsere Worte und Taten m&uuml;ssen das widerspiegeln, wenn wir jesusm&auml;&szlig;ig sein wollen. Gott ist niemals grenz&uuml;berschreitend; das ist auch der Ma&szlig;stab f&uuml;r uns. Nat&uuml;rlich w&uuml;nschen viele Christen sich, dass auch andere Gott und seine Liebe kennenlernen, aber wir k&ouml;nnen und d&uuml;rfen niemanden zum Glauben &uuml;berreden.</p><h2><strong>6. Gottesdienste bewusst traumasensibel gestalten</strong></h2><p>Atmosph&auml;re, Rituale und Abl&auml;ufe k&ouml;nnen Sicherheit stiften oder aber &uuml;berfordern. Kleine Anpassungen in unseren Gottesdiensten k&ouml;nnen dabei helfen, dass sich alle gut aufgehoben f&uuml;hlen. Dazu z&auml;hlen transparente Abl&auml;ufe, Wahlfreiheit und klare Signale.</p><p>Manche Gemeinden richten sich mit ihren Gottesdiensten an bestimmte Milieus. Das kann man so machen, aber alle Milieus durchzieht die Realit&auml;t der Traumatisierung. Da verletzte und traumatisierte Menschen h&auml;ufig sehr sensible Antennen haben, ist es notwendig, dass auch wir unsere Gottesdienste sensibel reflektieren. Einige Fragen k&ouml;nnen helfen:&nbsp;</p><ul><li>&Uuml;ben wir irgendwo Druck aus?</li><li>Dr&auml;ngt die Musik in Wort und Stil in bestimmte Stimmungen oder Aussagen hinein?</li><li>Wie wirkt ein ausf&uuml;hrlicher Kollektenaufruf?</li><li>Erm&ouml;glicht das Abendmahl Begegnung ohne Zwang?</li><li>Gibt es Elemente der Stille und des Ankommens?</li><li>Kommen verschiedene Themen des Lebens vor &ndash; oder ist alles immer happy und gut gelaunt?&nbsp;</li></ul><p>Oft hilft es, wenn wir bei der Gestaltung von Gottesdiensten verletzte Menschen im Hinterkopf haben und uns fragen: Wie k&ouml;nnte ein solches Element bei einem traumatisierten Menschen ankommen?</p><h2><strong>7. Gemeinschaft, die nicht &uuml;berfordert</strong></h2><p>Gemeinde kann ein Ort der Stabilisierung sein, wenn sie Grenzen respektiert, Verl&auml;sslichkeit bietet und Menschen nicht mit Erwartungen &uuml;berh&auml;uft. Gerade freikirchliche Gemeinden haben oft einen hohen Anspruch an das Miteinander. Nicht selten schauen wir etwas sp&ouml;ttisch auf die Volkskirchen, wo alle direkt nach dem Gottesdienst verschwinden.&nbsp;</p><p>Genau das kann aber f&uuml;r verletzte Menschen wohltuend sein. Deswegen sollte das m&ouml;glich sein &ndash; ohne direkt in lange Begr&uuml;&szlig;ungsgespr&auml;che hineingezogen zu werden. Angebote zum Miteinander bieten? Ja, aber mit Wahlm&ouml;glichkeiten.</p><p>Auch eine schnelle Vereinnahmung f&uuml;r Dienste in der Gemeinde ist kontraproduktiv. Verletzte Menschen m&uuml;ssen sich sicher f&uuml;hlen lernen. Gesunde Bindung an einem sicheren Ort und die F&auml;higkeit, Neues auszuprobieren, bedingen einander. Das braucht Zeit und Geduld.</p><p>Auch das erw&uuml;nschte Ma&szlig; an sogenannter Authentizit&auml;t kann &uuml;berfordern. F&uuml;r einen Menschen mit Lebenswunden kann es eben auch sehr authentisch sein, sich nicht mitzuteilen &ndash; erst einmal. Respektieren wir das?</p><h2><strong>8. Geduld als geistliche Haltung&nbsp;</strong></h2><p>Trauma braucht einen langsamen Rhythmus. Es braucht geistliche Begleitung, die Zeit l&auml;sst und signalisiert: Wachstum passiert im eigenen Tempo und Gott dr&auml;ngt nicht zur schnellen &bdquo;L&ouml;sung&ldquo; &nbsp;&ndash; wenn L&ouml;sung hier &uuml;berhaupt das passende Wort ist.</p><p>Da wir in einem Instant-Zeitalter leben, m&uuml;ssen wir lernen, dem Sog nach geistlichen Abk&uuml;rzungen zu widerstehen. In der seelsorgerlichen Begleitung anderer Menschen, aber auch in unserem eigenen Leben.&nbsp;</p><blockquote><p>Alles hat seine Zeit. Und Heilung von Traumata ist ein Marathon, kein Sprint.</p></blockquote><h2><strong>9. Eine Theologie der Einladung statt der Angst</strong></h2><p>Ein einladendes Gottesbild l&ouml;st Angstspiralen auf. Im Zentrum steht Gottes Wunsch, Menschen aufzunehmen, nicht zu bedrohen oder auszugrenzen. Hier beginnt sich der Kreis langsam zu schlie&szlig;en. So wie Jesus die Emmaus-J&uuml;nger einl&auml;dt, mit ihnen zu essen &ndash; und sie erst dann erkennen, wer er wirklich ist &ndash;, so d&uuml;rfen wir uns Gott als Gastgeber f&uuml;r die Menschen vorstellen, denen wir begegnen.</p><p>Jesus zeigt uns einen Gott, der genau die nicht ausgrenzt, an die wir vielleicht zuerst denken, dass er sie ausgrenzen w&uuml;rde: Au&szlig;enseiter, Kaputte, Randfiguren, S&uuml;nder. Die frohe Botschaft ist eine Inklusions-Botschaft.</p><blockquote class="noshare"><p>Selbst am Kreuz h&ouml;rt Jesus nicht auf, Menschen miteinander zu verbinden und T&auml;tern zu vergeben. Bei so einem Gott darf sich jeder bedingungslos eingeladen f&uuml;hlen.</p></blockquote><p>Ein Gott der Gewalt, des erhobenen Zeigefingers, der Drohungen &ndash; all das bewirkt bei verletzten Menschen das Gegenteil. Bleiben wir bei der frohen Botschaft. Angst kann kurzfristig vermeintliche Erfolge erzielen, langfristig bleiben toxische Beziehungen, die weiter verletzen. Es ist Gottes Liebe, die traumatisierte Menschen wirklich zu ihm ziehen kann, nicht die Angst vor Strafe.</p><h2><strong>10. Segen statt Soll: Glaube als Ressource</strong></h2><p>Eine segensorientierte Spiritualit&auml;t st&auml;rkt Selbstwirksamkeit und vermittelt Zuspruch. Gottes Segen erinnert uns daran, dass Glaube nicht Last ist, sondern Kraftquelle.</p><p>Viele Christinnen und Christen setzen sich aktiv und mit viel Herzblut f&uuml;r Gottes Sache ein. Oft geht dabei die Gelassenheit und das Vertrauen darin verloren, dass es ja Gottes Werk ist. Es entsteht &ndash; gem&auml;&szlig; unserer gesellschaftlichen Pr&auml;gung &ndash; ein Leistungsglaube.</p><p>Ja, sich einzusetzen ist gro&szlig;artig, aber es ist eine Folge unseres eigenen Glaubens, keine Voraussetzung daf&uuml;r.</p><blockquote><p>Die Zusage kommt grunds&auml;tzlich vor der Aufforderung. Gottes Gnade geht voran und schaut nicht auf unsere Leistung.</p></blockquote><p>Beim Umgang mit Verletzten (und wer ist das am Ende nicht?) entfaltet das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg Wirksamkeit. Hier erh&auml;lt jeder Arbeiter am Ende des Tages den gleichen Lohn, ob er nun fr&uuml;h oder sp&auml;t begonnen, viel oder wenig geschafft hat. Darin zeigt sich Gottes Zuspruch: Es ist okay. Sei einfach da. Tu das Deine nach deiner Kraft. Das reicht.</p><p>So wird der Glaube nicht zu einer weiteren Zutat im Anforderungscocktail des Alltags.</p><p>Das Evangelium ist heilsam. Wir sind es nicht immer. Deswegen lasst uns achtsam werden &ndash; und dem Evangelium nicht im Weg herumstehen. Besonders f&uuml;r all die verletzten und traumatisierten Menschen, die es so sehr brauchen.<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Christof Lenzen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17255054.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Christof Lenzen]]></author>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[140 Kilometer Vertrauen]]></title>
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      <description><![CDATA[Gott geht auch auf unbekannten Wegen mit. Darum lohnt es sich, mutig Schritte ins Neuland zu wagen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114709.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Peyman Shojaei /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Eigentlich bin ich ein best&auml;ndiger Typ. Ich mag es, wenn mein Leben in gewohnten Bahnen verl&auml;uft. Abenteuer abseits der Wegstrecke &ndash; ja, aber bitte mit &uuml;berschaubarem Risiko. Doch einmal war ich wagemutig, nahezu verwegen, und habe einen v&ouml;llig neuen Pfad gew&auml;hlt.</p><p>Mein Mann und ich standen nach unseren ersten zwei Ehejahren an einer entscheidenden Weggabelung in unserem Berufsleben. Ich war fertig mit dem Studium und auf der Suche nach einer Stelle. Mein Mann hatte seine erste befristete Stelle beendet und w&uuml;nschte sich eine Ver&auml;nderung im Job. Wir bewarben uns und bekamen je eine Zusage: Er f&uuml;r eine Weiterbildung in K&ouml;ln, ich f&uuml;r ein redaktionelles Volontariat im ERF in Wetzlar. Der einzige Haken an der Sache: Zwischen K&ouml;ln und Wetzlar liegen rund 140 Kilometer.</p><h2>Ein weiter, langer Weg&nbsp;</h2><p>Was nun? Der Weg w&uuml;rde nicht nur weit, sondern auch lang werden. Wir &uuml;berlegten hin und her, wo wir f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Jahre wohnen und wie wir pendeln k&ouml;nnten. Es war kompliziert und alles lief auf eines hinaus: &bdquo;Wochenend-Ehe&ldquo;. Ein be&auml;ngstigendes Wort, das uns eine unbequeme Zukunft verhie&szlig;. Zwei Jahre Fernehe &ndash; wie sollten wir das nur schaffen?</p><p>In unsere &Uuml;berlegungen mischten sich ernsthafte Sorgen und &Auml;ngste. Wir waren uns bewusst, dass nicht nur eine geografische, sondern auch eine emotionale Distanz zwischen uns entstehen k&ouml;nnte. Wir fragten uns, was diese Entscheidung f&uuml;r unsere Ehe bedeutete, aber auch f&uuml;r jeden von uns pers&ouml;nlich und beruflich.&nbsp;</p><p>Sollte besser doch nur einer von uns die Chance f&uuml;r einen beruflichen Neuanfang wahrnehmen, damit wir weiterhin zusammen wohnen konnten? Dieser Weg w&auml;re sicherlich einfacher gewesen. Doch w&uuml;rden wir es fr&uuml;her oder sp&auml;ter bereuen, die Jobs abzulehnen?</p><blockquote><p>Trotz aller Unsicherheiten und offenen Fragen wussten wir: Gott traut uns zu, unseren Weg zu finden. Egal, wie wir uns entscheiden &ndash; er wird mitgehen.&nbsp;</p></blockquote><p>Also wagten wir den Schritt und sagten beide zu. Wir vertrauten auf Gottes Zusage aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23,4</a>: <em>&bdquo;Auch wenn ich wandere im finsteren Tal, f&uuml;rchte ich kein Ungl&uuml;ck; denn du bist bei mir&ldquo;</em>. Gott wird uns durch das unbekannte Terrain navigieren und uns sicher ans Ziel f&uuml;hren. An diese Hoffnung klammerten wir uns.&nbsp;</p><h2>Der Weg ebnet sich</h2><p>Mit gemischten Gef&uuml;hlen teilten wir also unseren gemeinsamen Haushalt auf und verlie&szlig;en die kuschelige Zweisamkeit. Leben in zwei St&auml;dten, Liebe auf Distanz. Vor allem bei mir flossen am Sonntagabend oft die Tr&auml;nen. Die neue Wohnsituation, die fremde Stadt, der anspruchsvolle Job &ndash; an manchen Tagen wurde mir all das Neue zu viel. Dienstreisen, Lehrg&auml;nge, Pr&uuml;fungen und das Pendeln am Wochenende forderten uns zus&auml;tzlich.&nbsp;</p><p>Doch wir erlebten, dass Gott uns f&uuml;hrte und versorgte. Organisatorische Dinge, die zun&auml;chst noch unklar oder schwierig waren, regelten sich. Unsere neuen Jobs und die Aufgaben machten uns Spa&szlig;. Wir lernten Menschen kennen, die uns guttaten, uns ermutigten und unterst&uuml;tzten. So kamen wir dem Ziel n&auml;her &ndash; Schritt f&uuml;r Schritt, Woche f&uuml;r Woche.&nbsp;</p><h2>Vertrauen, das sich auszahlt</h2><p>Ja, unser Weg war lang, manchmal steinig und viele Etappen entstanden erst beim Gehen unter unseren F&uuml;&szlig;en. Doch Gott ging die ganze Zeit mit, hat uns &uuml;ber Hindernisse geholfen und manche Wegstrecke sogar getragen. Wir gingen nicht nur einen unbekannten Weg mit Gott, sondern es war auch Gottes Weg mit uns, an dessen Ende sich ein weiter Horizont auftat.</p><p>Wir wurden gesegnet mit neuen Erfahrungen, Erlebnissen und guten Freundschaften, die bis heute andauern. Es war gut, dass wir diesen Weg gegangen sind. Das hat unsere Beziehung zueinander gest&auml;rkt, aber vor allem hat es mein Vertrauen in Gott best&auml;tigt. Ich kann von ganzem Herzen sagen: <em>&bdquo;Was f&uuml;r ein wunderbarer Gott! Vollkommen ist sein Weg&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm18%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 18,31</a>).&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17252774.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Noch mal ein halbes Leben „on top“]]></title>
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      <description><![CDATA[Andreas Odrich hat den Sprung in den Ruhestand geschafft. Den neuen Lebensabschnitt hat er aber schon lange vorher geplant.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115427.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Stuke /&nbsp;ERF Medien e.V., privat</figcaption></figure><p>&bdquo;Gratulation oder Beileid?&ldquo; Diese Frage ereilt mich in den letzten Monaten &ouml;fter. Dankenswerterweise meist mit einem Augenzwinkern. Denn im August 2025 bin ich systembedingt in die &bdquo;Regelaltersrente&ldquo; gerutscht, ganz automatisch.&nbsp;</p><p>Die meisten, die ich treffe, assoziieren damit immerhin noch den Begriff &bdquo;Ruhestand&ldquo;. Das klingt freundlicher und souver&auml;ner. Das Wort &bdquo;Rentner&ldquo; m&uuml;ffelt f&uuml;r mich immer ein bisschen. F&uuml;r andere ist das anders: Ich erinnere mich noch gut an eine pfiffige Ex-Kollegin, die mir schon vor Jahren wie ein Verk&uuml;ndigungsengel zurief: &bdquo;Andreas, werde Rentner! Ich genie&szlig;e das richtig.&ldquo;&nbsp;</p><p>In diesem Moment wollte ich genau das, was sie hatte &ndash; endlich raus aus dem Hamsterrad. Denn neben Spa&szlig; und sinnstiftender Erf&uuml;llung war im Beruf nat&uuml;rlich auch ganz viel Zwang und Druck dabei.</p><h2>Ehrliche Debatte &uuml;ber das Alter gefragt</h2><p>Das h&ouml;rt derzeit mit dem Eintritt in die Regelaltersrente bedauerlicherweise aber nicht auf, sondern wird von au&szlig;en an uns &bdquo;Boomer&ldquo; un&uuml;berh&ouml;rbar herangetragen. Einerseits sollen wir in der Arbeitswelt endlich Platz machen f&uuml;r die J&uuml;ngeren. Andererseits sollen wir aber bitte weiterarbeiten, um die nachfolgenden Generationen finanziell nicht zu belasten. Nicht wenige Rentner m&uuml;ssen sogar weiterarbeiten, selbst wenn sie eigentlich nicht mehr k&ouml;nnen. Weil die Rente auf die Dauer nicht reicht.</p><blockquote><p>Wer heute 60 ist, muss damit rechnen, 90 zu werden. Das ist eine lange Zeit, quasi noch mal ein halbes Leben &bdquo;on top&ldquo;.&nbsp;</p></blockquote><p>Ein riesiges Dilemma, eine riesige Herausforderung, die auf alle Generationen zurollt. Auch als Betroffener sage ich: Das muss diskutiert werden. Gerne in einer leidenschaftlichen Debatte, aber bitte ohne Stigmatisierung und verh&auml;rtete Fronten. Fakt ist: Wer heute 60 ist, muss damit rechnen, 90 zu werden. Das ist eine lange Zeit, quasi noch mal ein halbes Leben &bdquo;on top&ldquo;.&nbsp;</p><h2>Eine bewusste Planung ist unerl&auml;sslich</h2><p>Mir schwante schon vor Jahren, dass dieses weitere St&uuml;ck Leben bewusst geplant werden will. &bdquo;Mir wird schon nicht langweilig werden&ldquo; &ndash; das erschien mir als Basis f&uuml;r weitere 30 Jahre gedeihliche Lebensplanung zu d&uuml;nn. So habe ich mich daher schon vor einigen Jahren gefragt: Wer und was will ich zuk&uuml;nftig sein? Was ist k&uuml;nftig meine Berufung? Was kann ich, was geht noch, was mag ich noch mal neu dazulernen, was kann ich weiterhin beitragen, aber was auch nicht? Ein Frageprozess, der sich mit schwindenden Kr&auml;ften in dieser Lebensphase &ouml;fter wiederholen wird. Da bin ich ganz realistisch.</p><blockquote><p>Wer und was will ich zuk&uuml;nftig sein? Was ist k&uuml;nftig meine Berufung? Was kann ich, was mag ich noch mal neu dazulernen, was kann ich weiterhin beitragen, aber was auch nicht?</p></blockquote><p>Als Christ sehe ich das Leben als Geschenk Gottes. Dar&uuml;ber freue ich mich. Ich will aber auch angemessen damit umgehen &ndash; nicht durch hektische Aktivit&auml;t und verkrampfte Plan&uuml;bererf&uuml;llung, sondern ganz entspannt.</p><p>Dazu gibt es ein wunderbares Bild in der Bibel. Ich habe es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23</a> gefunden, mit dem ich mich in letzter Zeit &ouml;fter besch&auml;ftigt habe. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank">Psalm 23</a> beginnt mit einer Pause: Gott n&auml;hrt mich auf einer gr&uuml;nen Aue und tr&auml;nkt mich mit frischem Wasser. Erst dann geht es im Psalmtext durch dunkle T&auml;ler und die Konfrontation mit Feinden; in meine Situation &uuml;bersetzt sind das die unangenehmen Herausforderungen des Lebens.</p><h2>An vorhandene Gaben ankn&uuml;pfen</h2><p>Das Sch&ouml;ne f&uuml;r mich ist, dass ich mein Leben mit dem Eintritt in die Rente gar nicht neu erfinden musste, sondern &auml;hnlich wie ein Selbstst&auml;ndiger einfach weitermachen kann &ndash; als Journalist, Sprecher und Autor. Nicht mehr im Angestelltenverh&auml;ltnis, aber daf&uuml;r als &bdquo;Frei&ldquo;-Berufler.&nbsp;</p><p>So moderiere weiterhin ab und an auf ERF Plus Sendungen in der Reihe &bdquo;Das Gespr&auml;ch&ldquo;, in H&ouml;rspielen leihe ich verschiedenen Figuren meine Stimme. Als Autor mit eigenen Beitr&auml;gen und mit Auftragstexten gibt es immer etwas zu tun und im &bdquo;Netzwerk Journalismus&ldquo; zur Ausbildungsf&ouml;rderung junger Nachwuchskr&auml;fte bin ich weiterhin gerne dabei.</p><blockquote><p>Gleichzeitig ist aber tats&auml;chlich endlich mehr Zeit f&uuml;r Mu&szlig;e.&nbsp;</p></blockquote><p>Einfach mal gemeinsam mit der Katze meines Enkels den Regen am ge&ouml;ffneten Fenster erschnuppern, mich auf den Feldern bewusst in das Rauschen des Windes stellen, die Jahreszeiten intensiv erleben &ndash; daf&uuml;r habe ich mir fr&uuml;her oft zu wenig Zeit genommen.</p><p>T&auml;gliches Training f&uuml;r Kopf, K&ouml;rper und Geist geh&ouml;ren aber auch dazu. Daher habe ich mir ein Brasilien Jiu Jitsu-Training verordnet. Hier stehe ich als &bdquo;Grandpa&ldquo; bewusst als Anf&auml;nger auf der Matte. Das macht frisch und bescheiden.</p><h2>Die Herausforderung bleibt</h2><p>Also alles &bdquo;easy&ldquo; und l&auml;ssig auf meinem Weg durch die dritte Lebensphase? Nein. Geistlich bleibt f&uuml;r mich die Endlichkeit &ndash; die Spanne zwischen Werden und Vergehen &ndash; eine Herausforderung. Am Schluss k&ouml;nnten Tage kommen, die mir nicht gefallen, wie es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger12%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank">Prediger 12,1</a> hei&szlig;t.</p><blockquote><p>Als Spross einer ewig jungen Leistungsgesellschaft muss ich hart daran kauen, dass irgendwann meine k&ouml;rperlichen und geistigen Kr&auml;fte schwinden werden.&nbsp;</p></blockquote><p>Als gl&auml;ubiger Mensch bin ich froh, dass ich nicht unter dem Druck eines vergeblichen Selbsterl&ouml;sungszwangs stehe. Ich kann Werden und Vergehen aus Gottes Hand nehmen und wei&szlig;, dass das irdische Leben nur die Vorstufe zum ewigen Leben darstellt.&nbsp;</p><p>Bis dahin hat Gott mir aber noch Erlebnis- und Gestaltungsspielraum geschenkt; er allein wei&szlig;, wieviel und wie lange. Diesen Spielraum m&ouml;chte ich gerne aus seiner Hand nehmen. Ich will die kommenden Jahre mit meiner Frau, meiner Familie und mit Freunden teilen und genie&szlig;en&nbsp;&ndash; und mich zudem gerne dort einbringen, wo es mir Spa&szlig; macht, wo ich gebraucht werde, wo ich meine Berufung sehe und wo es meine jeweils aktuellen M&ouml;glichkeiten zulassen.</p>
<p style="font-size: 85%;">Andreas Odrich</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17249707.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Andreas Odrich]]></author>
      <pubDate>Fri, 09 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zielgerichtet leben]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/zielgerichtet-leben/6866-542-7626</guid>
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      <description><![CDATA[Warum gute Vorsätze nichts bringen und was stattdessen hilft. 7 Praxistipps für dein Jahresziel 2026.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030566.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Yosef Futsum /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Vielleicht &uuml;berlegst du, ob du dir gute Vors&auml;tze f&uuml;r dieses&nbsp;Jahr setzen sollst oder hast es bereits getan. Wenn du es noch nicht getan hast, lass es lieber. Denn gute Vors&auml;tze bringen nichts. In den meisten F&auml;llen sind sie nur Absichtserkl&auml;rungen, die nach einer Woche, einem Monat oder sp&auml;testens dem ersten Quartal wieder vergessen sind.</p><p>Wenn du wirklich etwas auf dem Herzen hast, was du 2026&nbsp;umsetzen m&ouml;chtest, setze dir Ziele. Und wenn du schon einen guten Vorsatz hast, verwandle ihn in ein Ziel.&nbsp;Ein Ziel unterscheidet sich von einem &bdquo;guten Vorsatz&ldquo; darin, dass es klar definiert ist und du einen konkreten Plan hast, um es zu erreichen.</p><p>Ein guter Vorsatz w&auml;re: &bdquo;Ich nehme in 2026&nbsp;ab und mache mehr Sport&ldquo;. Ein Ziel ist: &bdquo;Ich nehme 2026&nbsp;10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio.&ldquo; Sp&uuml;rst du den Unterschied? Wenn ja, bist du schon einen Schritt weiter.</p><p>Wie machst du jetzt aus deinem Vorsatz f&uuml;r 2026&nbsp;ein konkretes Ziel? Und was hilft dir, dieses Ziel auch wirklich zu erreichen? Dazu bietet dieser Artikel dir sieben Tipps</p><h2>1. Finde deine Motivation!</h2><p>Um aus deinem Vorsatz ein konkretes Ziel zu machen, braucht es nicht viel. Eigentlich geht es nur darum, dein Ziel zu konkretisieren. Das f&auml;llt oft schon schwer.</p><p>Was genau bedeutet f&uuml;r dich etwa der Vorsatz &bdquo;Ich m&ouml;chte abnehmen&ldquo;? Geht es dir vor allem darum, weniger Kilos auf die Waage zu bringen, m&ouml;chtest du fitter werden oder willst du wieder einen strafferen Bauch haben?</p><p>Wahrscheinlich sagst du jetzt &bdquo;am liebsten alles drei&ldquo;, aber was f&uuml;r dich im Fokus steht, ist entscheidend. Weniger Kilos hei&szlig;t Di&auml;t, einen strafferen Bauch bekommst du durch Sport und fitter wirst du mit einer ges&uuml;nderen Lebensweise. Daf&uuml;r musst du eventuell nicht einmal abnehmen.</p><p>Daher definiere nicht nur m&ouml;glichst klar, was du erreichen willst, sondern auch wieso. Das wird dir auch helfen dranzubleiben, wenn du keinen Bock mehr hast.</p><blockquote><p>Finde eine starke Motivation, warum du deinen Vorsatz erreichen m&ouml;chtest, und schreibe diese am besten nieder.</p></blockquote><h2>2. Konkretisiere dein Ziel so weit wie m&ouml;glich!</h2><p>Ein Vorsatz wird zum Ziel durch Konkretisierung, aber auch ein Ziel kannst du schwammig formulieren oder sehr konkret. Gehen wir zur&uuml;ck zu dem Ziel vom Einstieg: &bdquo;Ich nehme 2026 10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio&ldquo;. Dieses Ziel ist schon recht klar, aber es geht noch klarer.</p><p>Du k&ouml;nntest die Tage definieren, wann du ins Fitnessstudio gehst: &bdquo;Ich nehme 2026&nbsp;10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich jede Woche montags, mittwochs und freitags ins Fitnessstudio&ldquo;. Wenn du das Ziel so umformulierst, wird aus der unkonkreten Angabe &bdquo;dreimal die Woche&ldquo; ein fester Termin.</p><p>Dann ist f&uuml;r dich klar: Montags machst du keinen Filmabend mit der besten Freundin, freitags geht es nach der Arbeit nicht direkt in die Sauna, sondern erst zum Sport. Nat&uuml;rlich wirst du es nicht immer schaffen, an genau diesen Tagen ins Fitnessstudio zu gehen, aber durch die Festlegung auf konkrete Tage verpflichtest du dich auf dein Ziel.</p><p>Eine M&ouml;glichkeit, um dein Ziel zu konkretisieren, sind feste Zeitr&auml;ume, aber nicht bei jedem Ziel ist das sinnvoll oder m&ouml;glich. Daher schauen wir uns weitere Wege an, dein Ziel konkreter zu machen.</p><h2>3. Entwickle Routinen!</h2><p>Auch Routinen helfen dir, dein Ziel zu erreichen. Denn wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wenn wir einmal eine Gewohnheit etabliert haben, ist es schwer, diese wieder zu &auml;ndern. Daher f&auml;llt es uns auch so schwer von negativen Verhaltensweisen wie Frustessen oder Rauchen loszukommen.</p><p>Gewohnheiten k&ouml;nnen aber auch Verb&uuml;ndete sein, wenn es um das Erreichen von Zielen geht. Dabei kannst du ganz klein starten und solltest es auch.</p><blockquote><p>Setze dir f&uuml;r die neue Gewohnheit, die du ein&uuml;ben m&ouml;chtest, einen Zeitraum oder eine Aufgabe, die so klein ist, dass du sie JEDEN Tag erf&uuml;llen kannst. Sie sollte wirklich winzig sein.</p></blockquote><p>Man spricht dabei von &bdquo;too easy to fail&ldquo; (zu leicht, um zu versagen). Dadurch dass die Aufgabe so leicht und klein ist, machst du sie wirklich t&auml;glich und findest keine Ausreden, warum du sie nicht machen kannst. Dadurch entwickelst du eine Routine und kannst dich mit der Zeit steigern.</p><p>Wenn du etwa ein Buch schreiben willst, starte damit, jeden Tag einen Satz oder f&uuml;nf bis zehn Minuten zu schreiben. Willst du mehr Sport machen, stelle dir t&auml;glich den Timer und mache f&uuml;nf Minuten Sport&uuml;bungen. W&uuml;nschst du dir mehr Ordnung, r&auml;ume t&auml;glich zehn Minuten ein Zimmer auf.</p><p>Wichtig: Bleibe am Anfang m&ouml;glichst bei der kleinen Zeiteinheit/Aufgabe, selbst wenn du hochmotiviert bist. Sp&auml;testens ab Woche 2 oder 3 flacht die Anfangsmotivation ab und du willst auch dann noch dranbleiben. Und lasse keine Ausreden gelten! Wenn du einmal eine Routine entwickelt hast, kannst du sie immer noch f&uuml;r dich anpassen.</p><p>&Uuml;brigens helfen auch Belohnungen dabei, Gewohnheiten aufzubauen. Wenn du also dein Mini-Ziel an einer gewissen Anzahl an Tagen im Monat erreicht hast, kannst du dir eine kleine Belohnung g&ouml;nnen. Am besten legst du diese vorher fest. Das steigert die Motivation.</p><p>Routinen allein bringen dich aber nicht ans Ziel. Du solltest immer wieder abgleichen, ob du 1. deine Routinen auch einh&auml;ltst und 2. deine Routinen dich deinem Ziel n&auml;herbringen. Deshalb kann es dir helfen, zus&auml;tzlich Zwischenziele zu setzen.</p><h2>4. Setze dir Zwischenziele!</h2><p>Ein Jahr kann ziemlich lang werden und es kann viel passieren. Eventuell &auml;ndert sich deine Lebenssituation oder der Alltag &uuml;berrollt dich schlicht und du verlierst dein Jahresziel aus den Augen. Wenn dir das auch schon einmal so gegangen ist, rate ich dir, Zwischenziele zu setzen.</p><blockquote><p>Wir Menschen planen zwar in Kalendern auf Monate im Voraus, aber in den t&auml;glichen Entscheidungen orientieren wir uns mehr an aktuellen als langfristigen Zielen.</p></blockquote><p>Du k&ouml;nntest dir zum Beispiel Quartals-, Monats-, Wochen- oder Tagesziele setzen.&nbsp;Wenn es dein Ziel ist abzunehmen und der Weg dahin Sport ist, dann definiere f&uuml;r dich, wieviel du dadurch in einem Monat abnehmen m&ouml;chtest. Falls du zwei Kilo pro Monat abnehmen willst, aber trotz viel Sport in zwei Monaten nichts passiert, kannst du nachjustieren.</p><p>Entweder definierst du dein Ziel um oder du erweiterst deine Routinen oder entwickelst neue, um es zu erreichen. Welche Form von Zwischenzielen dir hilft, wirst du wahrscheinlich ausprobieren m&uuml;ssen. Wochenziele k&ouml;nnen unter Druck setzen, Monats- und Quartalsziele geraten leicht aus dem Blick.</p><p>Ich empfehle Zwischenziele, die einerseits zu deinem Ziel passen, dich aber andererseits nicht zu sehr unter Druck setzen. Vor allem solltest du Zwischenziele nie zu hoch ansetzen. Sonst demotivierst du dich und wirst dein Ziel eventuell ganz aufgeben.</p><h2>5. Entlarve deine Ausreden!</h2><p>Was haben Ausreden mit Zielerreichung zu tun? Ganz viel und deshalb geh&ouml;ren sie eigentlich an den Anfang dieses Artikels. Dass wir gesteckte Ziele nicht erreichen, ist nicht einfach nur unserem inneren Schweinehund geschuldet, sondern meist stecken unbewusste Glaubenss&auml;tze dahinter.</p><p>Wenn du etwa abnehmen m&ouml;chtest und immer wieder daran scheiterst, denkst du eventuell : &bdquo;Wenn ich Schokolade esse, f&uuml;hle ich mich besser&ldquo;, &bdquo;Gesundes Essen braucht viel Vorbereitung und schmeckt nicht&ldquo; oder &bdquo;Sport macht keinen Spa&szlig;&ldquo;.</p><p>Vermutlich sind dir diese &Uuml;berzeugungen gar nicht bewusst. Aber wenn du ein Ziel hast und immer wieder daran scheiterst, liegt das garantiert nicht nur an fehlender Zeit und deinem stressigen Alltag, sondern auch daran, dass es unbewusste Gedanken gibt, die dein Ziel sabotieren.</p><p>Wie kannst du diese Selbstsabotage beenden? Komme dir selbst auf die Spur. Erkenne, was die Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind, dass du an einem Ziel immer wieder scheiterst. Eventuell merkst du, dass du dir dieses Ziel nur gesetzt hast, weil andere es wichtig finden. Dann kannst du es getrost loslassen.</p><p>Wahrscheinlich aber m&ouml;chtest du dieses Ziel wirklich erreichen, hast jedoch Bedenken &uuml;ber das Ziel oder den Weg, wie du es erreichen kannst. Dann versuche neue Gedanken einzu&uuml;ben. Oft gelingt dies nur &uuml;ber Zwischenschritte.</p><p>Wenn du etwa Schokolade nutzt, um dich an schlechten Tagen besser zu f&uuml;hlen, kannst du zum einen Gewohnheiten finden, die ges&uuml;nder sind und dir auch guttun, zum anderen k&ouml;nntest du dir auch nur ein St&uuml;ck g&ouml;nnen statt einem Riegel oder gar der ganzen Tafel oder bewusst zu Schokolade mit einem h&ouml;heren Kakaogehalt greifen, die weniger Zucker und Fett enth&auml;lt.</p><blockquote><p>Es braucht oft nicht viel, um die eigene Selbstsabotage auszuhebeln, aber wichtig ist sie zu erkennen. Denn ansonsten wirst du dir selbst immer wieder Kn&uuml;ppel zwischen die Beine werfen.</p></blockquote><h2>6. Denke gro&szlig; und langfristig!</h2><p>Es gibt sie, die Ziele und Vors&auml;tze, die zu gro&szlig; f&uuml;r ein Jahr sind. Vielleicht hast du dir schon mal so ein Ziel gesetzt und bist kolossal gescheitert. Du wolltest in einem Jahr ein Unternehmen gr&uuml;nden, alle Schulden abbezahlen oder ein Buch schreiben und musstest zur Jahresmitte feststellen: Das schaffe ich nicht! In solchen F&auml;llen ist die Entt&auml;uschung gro&szlig;, gerade wenn du schon ein halbes Jahr auf dein Ziel hingearbeitet hast.</p><p>Gerade wenn du gro&szlig;e Tr&auml;ume und Ziele hast, ist es sinnvoll neben einem Jahresziel auch die Richtung zu definieren, in die du unterwegs sein m&ouml;chtest. Ein Zitat, das Bill Gates zugeschrieben wird, lautet: &bdquo;Die meisten Menschen &uuml;bersch&auml;tzen, was sie in einem Jahr erreichen k&ouml;nnen, aber untersch&auml;tzen, was sie in f&uuml;nf Jahren erreichen k&ouml;nnen.&ldquo;</p><p>Ich habe mir neben meinen Zielen f&uuml;r das letzte Jahr auch Ziele f&uuml;r die kommenden Jahre&nbsp;definiert. Und w&auml;hrend ich bei meinen Zielen f&uuml;r dieses Jahr feststellen musste, dass ich manches verschieben und Ziele ab&auml;ndern musste, zeigte mir mein Blick auf die &Uuml;bersicht, dass ich trotz allem weiterhin konsequent auf mein 5-Jahresziel zusteuere. Das war eine gro&szlig;e Erleichterung.</p><blockquote><p>Wenn du ein wirklich gro&szlig;es Ziel hast, definiere nicht nur ein Jahresziel, sondern eine Richtung.</p></blockquote><p>Selbst wenn dir dann der Alltag dazwischen gr&auml;tscht und du Ziele anpassen musst, hast du immer noch einen Kompass, der dich fr&uuml;her oder sp&auml;ter an dein Ziel bringt.</p><h2>7. Fokussiere dich auf EIN Ziel!</h2><p>Vermutlich bist du jetzt hochmotiviert und dir fallen gleich f&uuml;nf verschiedene Ziele ein, die du in 2026 mit diesen Tipps im Gep&auml;ck angehen willst. Tue das bitte nicht! Ich selbst bin h&auml;ufig auf die Nase gefallen, wenn ich mir viele verschiedene Ziele f&uuml;r einen Zeitraum vorgenommen habe.</p><p>Auch hier erinnere dich an den Spruch von Bill Gates. Das kommende Jahr mag dir jetzt lang erscheinen, aber letztlich ist es doch recht kurz. Daher nimm dir nicht zu viel vor!</p><p>Falls du verschiedene Ziele erreichen m&ouml;chtest oder auch musst, lege Zeitr&auml;ume fest, in denen du einzelne Ziele priorisierst. Du kannst dir etwa einen Jahresplan ausdrucken und dir f&uuml;r jeden Monat einen Fokus &uuml;berlegen.</p><p>&Auml;hnlich kannst du es auch machen, wenn du Gewohnheiten etablieren willst. Fange hier mit einer neuen Gewohnheit an und nimm erst nach fr&uuml;hestens anderthalb bis zwei Monaten die n&auml;chste dazu. Und nun ganz viel Erfolg beim Setzen und Verfolgen deiner Ziele f&uuml;r 2026!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16513036.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 07 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Endlich Vollkommenheit?!]]></title>
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      <description><![CDATA[Von der Sehnsucht nach dem Happy End und wie Gott schon heute Erneuerung schenkt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117255.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Andreea Pop /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Manchmal kriege ich einen Rappel. Dann brauche ich einen Tapetenwechsel in meiner Wohnung. Mein Mann muss dann nicht gleich den Tapeziertisch aus dem Keller holen, meist reichen schon kleine Ver&auml;nderungen: Ich wechsle die Kissenbez&uuml;ge, tausche die Bilder in den Rahmen aus, stelle ein M&ouml;belst&uuml;ck um. Aber manchmal muss es doch etwas ganz Neues sein.</p><p>Bl&ouml;d nur: Irgendwann nutzt sich auch das Neue ab und verliert an Glanz. Am Pullover l&ouml;st sich eine Naht, das Sofa wetzt sich ab, &uuml;ber das Handydisplay zieht sich ein Riss. Auch die neue Wohnung, die neue Stadt, der neue Job, vielleicht sogar die neue Liebe &ndash; alles Neue wird irgendwann zur Gewohnheit und bekommt Macken. So f&uuml;hle ich mich manchmal gefangen in einem Kreislauf von Neuem und Abnutzung.&nbsp;</p><p>Genau das nutzt die Werbung unserer Konsumgesellschaft aus. Sie feuert uns an, immer Neues zu kaufen. Ganz gezielt bespielt sie unsere Sehnsucht nach makelloser Sch&ouml;nheit und ewiger Frische.&nbsp;</p><blockquote><p>Auch ich sp&uuml;re diese Sehnsucht nach Vollkommenheit. Die Sehnsucht nach einem Happy End. Dass irgendwann, irgendwo endlich alles gut wird &ndash; und bleibt.&nbsp;</p></blockquote><p>Diese Sehnsucht dr&uuml;ckt den Wunsch nach einem Leben aus, das vollst&auml;ndig und ganz ist. Kennst du das auch?</p><h2>Vertr&ouml;stung auf die Zukunft?&nbsp;</h2><p>Die Jahreslosung verspricht genau das: &bdquo;<em>Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>) In dieser Zukunft wird alles neu sein, niemals altern oder sich abnutzen. Es wird sch&ouml;ner, besser und glanzvoller werden, als wir uns das jemals vorstellen k&ouml;nnen. Eine neue und heile Welt. Was f&uuml;r eine Hoffnung!</p><p>Klingt wie im M&auml;rchen? Wahre Vollkommenheit und ungetr&uuml;btes Gl&uuml;ck werden wir wohl erst am Ende der Zeiten in dieser neuen Welt bei Gott erleben. Da, wo es keinen Tod, kein Leid, kein Geschrei mehr geben wird. Ist die Jahreslosung dann nur eine Vertr&ouml;stung auf eine ferne Zukunft?&nbsp;</p><p>Ich denke nein, wie ein kleiner Ausflug in die Grammatik zeigt. Gott spricht hier nicht im Futur &bdquo;Ich werde alles neu machen&ldquo;, sondern im Pr&auml;sens &bdquo;Ich mache alles neu&ldquo;. Also schon in der Gegenwart, heute, jetzt d&uuml;rfen wir etwas von dieser Erneuerung erwarten. An anderer Stelle sagt er: &bdquo;Ich schaffe jetzt etwas Neues! Es k&uuml;ndigt sich schon an, merkt ihr das nicht? Ich werde eine Stra&szlig;e durch die W&uuml;ste legen und lasse dort Str&ouml;me flie&szlig;en&ldquo; (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja43%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 43,19</a>).</p><h2>Erneuerung k&uuml;ndigt sich an&nbsp;</h2><p>Gott ist unerm&uuml;dlich am Werk. Besonders eindr&uuml;cklich zeigt sich das in der Natur. Jedes Jahr folgt auf den Winter der Fr&uuml;hling. Die schlafende, triste Landschaft bl&uuml;ht wieder auf. Heute noch kaum vorstellbar, aber in nur wenigen Monaten werden die kahlen B&auml;ume wieder in dichtem, sattgr&uuml;nem Laub stehen.&nbsp;</p><p>Wer genau hinschaut, kann schon im Winter die zarten Ans&auml;tze der Knospen entdecken. Gott hat bereits alles vorbereitet, sodass im Fr&uuml;hling das frische Gr&uuml;n, die neuen Bl&uuml;ten hervorsprie&szlig;en werden.&nbsp;</p><p>Auch wir k&ouml;nnen schon heute Erneuerung in unserem Leben erleben. Auch in uns hat Gott diese F&auml;higkeiten bereits angelegt: Selbsterkenntnis und den Willen zur Ver&auml;nderung, Mut, den ersten Schritt zu wagen oder andere Menschen dabei um Unterst&uuml;tzung zu bitten.&nbsp;</p><blockquote><p>Mit Gottes Kraft und seiner Hilfe sind Neuanf&auml;nge m&ouml;glich!&nbsp;</p></blockquote><p>Ein suchtkranker Mensch findet einen Weg aus seiner Abh&auml;ngigkeit. Ein Paar, deren Ehe am Ende scheint, findet wieder zusammen. Jemand, der tiefe Verletzungen und Entt&auml;uschung erlebt hat, kann vergeben und erlebt wieder Leichtigkeit.&nbsp;</p><h2>Alles ist m&ouml;glich!</h2><p>Neben dem W&ouml;rtchen &bdquo;neu&ldquo; ist mir in diesem Vers auch das Wort &bdquo;alles&ldquo; aufgefallen. Gott macht nicht nur ein bisschen was neu &ndash; nein, alles wird neu sein. Hier wird deutlich, dass f&uuml;r Gott alles m&ouml;glich ist &ndash; weit mehr, als wir uns &uuml;berhaupt vorstellen k&ouml;nnen.</p><p>In welchem Bereich deines Lebens w&uuml;nschst du dir Ver&auml;nderung oder einen Neuanfang? Vertraust du darauf, dass Gott schon heute tun kann, was f&uuml;r dich unm&ouml;glich oder gar unvorstellbar ist?&nbsp;</p><p>In dieser Jahreslosung steckt so viel Hoffnung und Zuversicht &ndash; f&uuml;r die ferne Zukunft in Gottes neuer Welt, aber auch f&uuml;r unser Leben im Hier und Heute. Ich w&uuml;nsche dir, dass der Vers in diesem Jahr zu einer wahren Ermutigung f&uuml;r dich wird. Dass du Ver&auml;nderung und Durchbr&uuml;che erlebst, wo du sie dir w&uuml;nschst. Vielleicht entdeckst du schon die ersten, zarten Knospen eines Neuanfangs.</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17243920.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Mon, 05 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Es riecht nach Zukunft]]></title>
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      <description><![CDATA[Was trägt bei Veränderungen und in unsicheren Zeiten? Mit Jesus dürfen wir zuversichtlich in eine neue Zukunft gehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115419.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Bo Feng, Viktoriia Fokina /&nbsp;<a href='http://gettyimages.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com</a></figcaption></figure><p>Wenn ein neues Haus entsteht, liegt etwas Besonderes in der Luft: Frischer Putz, ein Hauch Farbe, vielleicht der warme Geruch von Holz. Es riecht nach Zukunft. Alles ist neu und voller M&ouml;glichkeiten. Ich erinnere mich noch gut an unseren Einzug. Der Schl&uuml;ssel zu unserem neuen Zuhause lag in meiner Hand. Ein kurzer Dreh und die T&uuml;r ging auf &ndash; und mit ihr ein neues Kapitel unseres Lebens. Unser Sohn lief in sein neues Zimmer, blieb stehen, schaute sich um. Seine Augen leuchteten. Dann sagte er: &bdquo;So sch&ouml;n hatte ich es mir nicht vorgestellt.&ldquo;</p><p>Mit dem Einzug mussten wir auch Entscheidungen treffen: Was aus unserem alten Zuhause darf bleiben, was kann gehen? Der alte Sessel &ndash; durchgesessen. Weg damit! Die Kommode &ndash; voller Kratzer und Macken. Ab in den Keller! Der Teppich abgetreten, die Vorh&auml;nge zu schwer. Also tsch&uuml;ss.&nbsp;Nicht alles Alte passt ins Neue.&nbsp;Und genau das ist das Gute: Beim Aussortieren entsteht Raum f&uuml;r Neues.</p><h2>Jesus klopft an</h2><p>Wenn Jesus ins Leben tritt, bleibt nichts einfach beim Alten. So erging es zum Beispiel Zach&auml;us. Er hatte das, wovon viele tr&auml;umen: Geld, Einfluss, Macht. Doch als Z&ouml;llner war er auf Kosten anderer reich geworden. Deshalb wurde er verachtet und gemieden. Nach au&szlig;en hin war er reich &ndash; innen leer.</p><p>Dann h&ouml;rt er:&nbsp;Jesus kommt in die Stadt. Zach&auml;us will ihn unbedingt sehen. Aus&nbsp;Neugier oder aus Sehnsucht nach Ver&auml;nderung? Vielleicht beides. Doch Zach&auml;us ist klein und die Menge gro&szlig;. Aber er gibt nicht auf, sondern klettert auf einen Baum. Wer Neues sehen will, muss manchmal die gewohnte Perspektive verlassen.</p><p>Und dann geschieht das Unerwartete: Jesus bleibt stehen, blickt hinauf, schaut ihn an und ruft: <em>&bdquo;Zach&auml;us, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas19%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 19,5</a>). Jesus macht Zach&auml;us keinen Vorwurf und stellt keine Forderungen. Er sagt einfach nur: &bdquo;Ich komme in dein Haus &ndash; jetzt gleich, genau so, wie&rsquo;s gerade ist.&ldquo;</p><p>Zach&auml;us z&ouml;gert nicht. Er klettert hinunter, &ouml;ffnet die T&uuml;r &ndash; und sein Herz gleich mit. Als Jesus &uuml;ber seine T&uuml;rschwelle tritt, kommt etwas in ihm in Bewegung. Zach&auml;us beginnt, sein Leben in Ordnung zu bringen, gibt zur&uuml;ck, was er sich von anderen erschwindelt hat, f&auml;ngt neu an. Nicht, weil er muss, sondern weil er will. Denn die Begegnung mit Jesus ver&auml;ndert alles.&nbsp;</p><h2>Sanieren statt renovieren</h2><p>Unser Haus war einmal neu. Heute, nach zwanzig Jahren sieht man die Spuren unseres Lebens: Macken im Parkett, kleine Risse in den W&auml;nden, die Heizung m&uuml;sste ausgetauscht werden und der n&auml;chste Anstrich ist f&auml;llig. Nichts bleibt ewig frisch und makellos.</p><p>So ist es auch im Leben. Unsere Erfahrungen hinterlassen Spuren, &Uuml;berzeugungen br&ouml;ckeln und in manchen Beziehungen zeigen sich Risse. Vieles funktioniert nicht ganz einwandfrei. Die Versuchung ist gro&szlig;, einfach dr&uuml;berzupinseln. Ein bisschen Spachtelmasse, ein bisschen Farbe und schon wirkt die Fassade wieder glatt.&nbsp;</p><blockquote><p>Aber Jesus macht keine Sch&ouml;nheitsreparaturen. Er erneuert. Er saniert mein Lebenshaus von Grund auf. Er will nicht, dass ich nur nach au&szlig;en hin gl&auml;nze, sondern dass ich innen drin heil werde.</p></blockquote><p>Solch ein umfassender Neuanfang l&auml;dt dazu ein, innezuhalten und Bilanz zu ziehen: Will ich weitermachen wie bisher oder mutig Platz schaffen f&uuml;r Neues? Wie beim Umzug in ein neues Haus gilt: Was nicht mehr passt, darf aussortiert werden. Alte Verletzungen wie die zerkratzte Kommode. Wackelige Sicherheiten wie der durchgesessene Sessel. Festgefahrene Gedanken wie der abgetretene Teppich. Lebensmuster, die das Licht verschlucken, wie schwere Vorh&auml;nge. Wenn ich loslasse, f&auml;llt Licht durch die Fenster. Es entsteht Raum f&uuml;r Neues, f&uuml;r das, was Jesus mir schenken will.</p><p>So geht es auch Zach&auml;us. Er beschlie&szlig;t, sein Leben neu auszurichten. Jesus sagt dazu: <em>&bdquo;Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.&ldquo;</em> Nicht morgen. Nicht erst, wenn alles perfekt ist.&nbsp;Sondern <em>heute</em>, mitten im Umbruch.</p><h2>Mit Jesus den Neuanfang meistern</h2><p>F&uuml;r Zach&auml;us war dieser Neuanfang das Beste, was ihm im Leben passieren konnte. Es gibt aber auch Ver&auml;nderungen, die wir gar nicht haben wollen. Wie ungebetene G&auml;ste klopfen sie an unsere T&uuml;r. Manche schleichen sich fast unbemerkt durch die Hintert&uuml;r rein. Andere treffen uns frontal mit voller Wucht und wirbeln alles durcheinander.</p><p>Der Arbeitsplatz f&auml;llt weg. Eine Beziehung zerbricht. Eine Diagnose ersch&uuml;ttert. Oder ein nahestehender Mensch stirbt. Pl&ouml;tzlich ger&auml;t alles ins Wanken, was eben noch so selbstverst&auml;ndlich schien. Ver&auml;nderungen geh&ouml;ren unweigerlich zum Leben dazu &ndash; gro&szlig;e und kleine, sch&ouml;ne und schmerzliche, willkommene und ungebetene. Die Welt dreht sich weiter, ob wir daf&uuml;r bereit sind oder nicht. Leben geht nur nach vorn. &nbsp;</p><blockquote><p>Doch in allem Wandel bleibt einer treu: Jesus Christus.&nbsp;</p></blockquote><p>Er geht mit, wenn Wege holprig werden. Er h&auml;lt mich, wenn mir der Boden unter den F&uuml;&szlig;en wegzurutschen droht. Und er l&auml;sst mich nicht allein &ndash; auch dann nicht, wenn sich alles ver&auml;ndert.&nbsp;</p><p>Er sagt nicht: Rei&szlig; dich zusammen. Sondern: <em>&bdquo;Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdr&uuml;ckt werdet; ich werde sie euch abnehmen&ldquo; </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 11,28</a>)<em>.</em> Das sagt er nicht zu denen, die ihr Leben scheinbar m&uuml;helos meistern. Nicht zu denen, die sich selbst optimieren wollen, sondern zu denen, die zugeben: Ich schaffe es nicht allein.</p><p>Bei Jesus kann ich alles ablegen, was mich belastet: Schuld und Scham, Angst und Sorgen, Trauer und Schmerz. Sein Kreuz ist der Ort, wo alles seinen Platz findet, was ich selbst nicht tragen kann. Jesus l&auml;dt mich ein: Komm mit ehrlichem Herzen, bei mir darfst du durchatmen.</p><p>Die Geschichte von Zach&auml;us ist kein Einzelfall. Die Bibel ist voll von Menschen, die Altes zur&uuml;cklassen, aufbrechen, neu anfangen. Abraham macht sich ohne Navi auf den Weg &ndash; im Vertrauen, dass Gott den Weg kennt. Petrus verl&auml;sst sein Fischerboot und folgt Jesus &ndash; ins Ungewisse, aber nicht ins Leere.&nbsp;</p><blockquote><p>Das macht auch mir Mut, Jesus zu folgen und trotz aller Umbr&uuml;che mit Gottvertrauen in die Zukunft zu gehen.</p></blockquote><h2>Bauprojekt Zukunft</h2><p>Wer Jesus vertraut, f&uuml;r den endet die Zukunft nicht am Grab &ndash; sie f&uuml;hrt weit &uuml;ber den Tod hinaus. Jesus selbst sagt: <em>&bdquo;Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so w&auml;re, h&auml;tte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe, um einen Platz f&uuml;r euch vorzubereiten?&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,2</a>)</p><p>Am Ende der Bibel wird diese Zusage Gewissheit: Uns erwartet ein wahres Zuhause. Kein menschlicher Plan, kein &bdquo;Do-it-yourself-Projekt&ldquo;, keine Erfindung k&uuml;nstlicher Intelligenz, sondern Gottes Entwurf einer perfekten Welt: liebevoll durchdacht und erf&uuml;llt von seiner g&ouml;ttlichen Weisheit. Er selbst ist der Architekt und Baumeister (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er11%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank">Hebr&auml;er 11,10</a>). An diese Hoffnung auf eine neue Welt erinnert mich die Jahreslosung 2026 aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>: <em>&bdquo;Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!&ldquo;</em></p><p>Was diesen neuen Ort besonders macht? Nicht Gold und Glanz, sondern Gottes N&auml;he &ndash; Gott selbst zum Greifen nah. Er wird bei uns wohnen (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,3</a>). Diese Zukunft ist kein fl&uuml;chtiger &bdquo;Alles neu macht der Mai&ldquo;-Moment, der verbl&uuml;ht, bevor man ihn richtig genie&szlig;en konnte.</p><p>Nein, das Neue, das Gott schafft, bleibt. Alle Ungerechtigkeit, alles Zerst&ouml;rerische hat dann ausgedient. Aber Gott &uuml;bert&uuml;ncht das Vergangene nicht einfach, er verwandelt es. Er &uuml;berwindet Schmerz, Schuld und Tod und wischt jede Tr&auml;ne ab, keine geht verloren, keine wird vergessen.&nbsp;</p><blockquote><p>Seine Zusage ist kein Schlusskapitel, sondern der Beginn von etwas Vollkommenem. Ein Leben, das nicht auf Verschlei&szlig; l&auml;uft, sondern auf Vollendung zielt.&nbsp;</p></blockquote><p>Wer diese Zukunft im Blick hat, kann jetzt schon anders leben: nicht getrieben von Sorge und Angst, sondern getragen und befl&uuml;gelt von Hoffnung. Eine Zukunft, f&uuml;r die es sich schon heute zu leben lohnt.&nbsp;</p><h2>Der Himmel blitzt auf</h2><p>Bis dahin lebe ich im Dazwischen. Zwischen Umbr&uuml;chen und Neuanf&auml;ngen, zwischen &bdquo;noch nicht fertig&ldquo; und &bdquo;schon verwandelt&ldquo;. Schmerz und Tr&auml;nen gibt es noch. Aber wer sich nach Gottes neuer Welt sehnt, beginnt heute schon, sie zu leben und zu gestalten. Der wartet nicht einfach auf der Baustelle, r&uuml;hrt im Kaffee und hofft, dass sich die W&auml;nde von selbst hochziehen. Er packt mit an &ndash; mitten im Unfertigen: trocknet Tr&auml;nen, s&auml;t Frieden, wagt Schritte der Vers&ouml;hnung.&nbsp;</p><p>Und dann &ndash; mitten im Alltag &ndash; blitzt der Himmel auf. Kein Donner, kein Feuerwerk. Nur dieses leise Aufleuchten, das zeigt: Da tut sich was. St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck w&auml;chst etwas Neues. Gottes Reich entfaltet sich &ndash; still, unaufhaltsam, ohne Z&auml;une, ohne Grenzen. Man kann es nicht vermessen oder verorten, aber man kann es entdecken. &Uuml;berall dort, wo Menschen Jesus Raum geben in ihrem Denken, Reden und Handeln, beginnt Gottes Zukunft zu keimen.</p><p>Wo Jesus herrscht, bricht Licht hervor &ndash; noch verborgen, aber kraftvoll. Der Tag wird kommen, an dem seine Herrschaft f&uuml;r alle sichtbar wird. Dann wird die Welt erkennen, wer er ist: Herr &uuml;ber alles Leben. Und jede Zunge wird bekennen:&nbsp;Jesus Christus ist der Herr (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank">Philipper 2,11</a>)<em>.&nbsp;</em>Was heute still w&auml;chst, h&auml;lt ewig: Ein Reich ohne Ende. Kein Lichtblitz, sondern ein ewiges Strahlen.</p><h2>Endlich ankommen</h2><p>An Gottes Zukunft glauben hei&szlig;t, mit Jesus unterwegs zu sein: &Uuml;ber manche Kreuzungen und Umwege. An klaren Tagen und solchen, an denen alles im Nebel liegt. Jesus geht mit, auch wenn ich zweifle, falle oder einfach mal ratlos stehenbleibe. Ich muss nicht alles verstehen &ndash; vertrauen reicht. Jesus st&uuml;tzt mich, f&auml;ngt mich auf, tr&auml;gt meine Lasten. Er tr&auml;gt mich durch.</p><blockquote><p>An Gottes Zukunft glauben hei&szlig;t, mit Jesus unterwegs zu sein: &Uuml;ber manche Kreuzungen und Umwege.&nbsp;</p></blockquote><p>Und wenn ich eines Tages ankomme &ndash; nicht im Nirgendwo, sondern zu Hause &ndash; steht Jesus schon an der T&uuml;r. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit offenen Armen. Nicht als Fremder, sondern als Freund. Dann sagt er: &bdquo;Willkommen daheim.&ldquo; Und ich? Vielleicht sage ich nur ehrf&uuml;rchtig, staunend, dankbar: &bdquo;So sch&ouml;n hatte ich&rsquo;s mir nicht vorgestellt.&ldquo;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17245766.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Sat, 03 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Durchstarten? Zurückschauen!]]></title>
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      <description><![CDATA[Neujahr ist ein guter Zeitpunkt, das alte Jahr zu reflektieren. Impulse für den persönlichen Rückblick.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030879.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Obwohl nur ein Kalenderblatt umgeschlagen wird und sich die Welt weiterdreht wie zuvor, f&uuml;hlt sich der 1. Januar doch irgendwie anders an. Nach Neuanfang, nach Aufbruch. Wahrscheinlich ist der Jahreswechsel deswegen so beliebt, um sich Vors&auml;tze zu machen.</p><h2>Neues Jahr, neues Gl&uuml;ck?</h2><p>Vielleicht hast du auch hoch motiviert den einen oder anderen Vorsatz f&uuml;r das neue Jahr gefasst? Ich nehme mir immer wieder aufs Neue vor, die &uuml;bersch&uuml;ssigen f&uuml;nf Kilo abzunehmen, unter der Woche fr&uuml;her schlafen zu gehen und mir regelm&auml;&szlig;ige Jesus-Zeiten mit Bibellesen und Gebet im Alltag einzubauen &ndash; und jedes Jahr scheitere ich aufs Neue daran.</p><p>Nach zw&ouml;lf Monaten muss ich entt&auml;uscht feststellen, dass ich es wieder nicht geschafft habe. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es daran liegt, dass meine Vors&auml;tze unrealistische Ziele sind, oder ob es am Konzept der Neujahrsvors&auml;tze an sich liegt. So oder so &ndash; das ist entmutigend und deprimierend.</p><p>Deshalb habe ich vor ein paar Jahren damit aufgeh&ouml;rt, um den Jahreswechsel herum Neujahrsvors&auml;tze zu fassen und mich damit gleich am Jahresanfang unter Druck zu setzen. Pl&auml;ne schmieden und Ziele setzen kann ich genauso gut an den restlichen 364 Tagen des Jahres.</p><h2>Der Blick zur&uuml;ck</h2><p>Stattdessen halte ich in den ersten Tagen des neuen Jahres inne, bevor der Alltagstrott wieder beginnt. Der Jahresanfang ist f&uuml;r mich ein guter Zeitpunkt, um meine Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahres zu sortieren. Die Tage &bdquo;zwischen den Jahren&ldquo; hingegen sind f&uuml;r mich daf&uuml;r zu voll: Da stehe ich gedanklich noch mit einem Bein in den Weihnachtsfeierlichkeiten und tanze mit dem anderen schon auf der Silvesterparty.</p><p>Nach Neujahr, wenn ich das Konfetti aus den Haaren gezupft und den Glitternagellack wieder abgewischt habe, nehme ich mir ein bis zwei Stunden Zeit, schnappe mir meinen alten Kalender und setze mich gem&uuml;tlich auf das Sofa. Ich bl&auml;ttere durch die Seiten und erinnere mich, was ich im letzten Jahr alles erlebt habe. Manches habe ich schon wieder vergessen, anderes ist noch ganz pr&auml;sent.</p><p>Falls du keinen Kalender f&uuml;hrst, k&ouml;nntest du dich auch durch die Fotogalerie des letzten Jahres auf deinem Smartphone scrollen. Hier ein paar Fragen, an denen ich mich bei meinem R&uuml;ckblick entlanghangele und die auch du f&uuml;r einen R&uuml;ckblick nutzen kannst:</p><ul><li>Was waren Highlights im vergangenen Jahr?</li><li>Wer oder was hat mich inspiriert?</li><li>In welchem Bereich bin ich gewachsen?</li><li>Was hat mich herausgefordert oder belastet?</li><li>Was habe ich vers&auml;umt?</li><li>F&uuml;r wen oder was hatte ich zu wenig Zeit?</li><li>Wof&uuml;r bin ich dankbar?</li><li>Wo ist mir Gott begegnet?<br />
&nbsp;</li></ul><h2>Auf dem Pr&uuml;fstand</h2><p>Ich erkenne dabei: Wieder ist ein Jahr voller Leben vor&uuml;bergegangen.</p><blockquote><p>Der Blick zur&uuml;ck hilft mir, mich vom alten Jahr und allem, was war, zu verabschieden. Von den guten Erfahrungen und den schlechten.</p></blockquote><p>Beides, das Gute und das Schlechte, hat mich gepr&auml;gt und auf mich eingewirkt, ob ich das will oder nicht. Aber ich kann entscheiden, wie viel Einfluss es in der Zukunft auf mich haben soll. Der Apostel Paulus r&auml;t: <em>&bdquo;Pr&uuml;ft alles und das Gute behaltet&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C21" class="bibleserver extern" target="_blank">1.Thessalonicher 5,21</a>).</p><p>Das, was mich belastet, verletzt und Kraft gekostet hat, lege ich Gott hin und schaue es mir mit ihm gemeinsam noch einmal an. Zwar kann ich nicht mehr &auml;ndern, was geschehen ist, aber es hilft mir, den Groll und den Schmerz loszulassen, der diesen Erlebnissen vielleicht noch anhaftet.</p><p>Es ist ein Schritt, um mich mit den schlechten Erlebnissen auszus&ouml;hnen und das eine oder andere davon getrost auszusortieren. Dadurch mache ich in meinem Herzen wieder Platz f&uuml;r neue, sch&ouml;ne und gute Erfahrungen.</p><h2>Gute Erinnerungen konservieren</h2><p>Genauso w&uuml;rdige ich das Gute, das mich gl&uuml;cklich gemacht hat, mich weitergebracht oder zum Staunen gebracht hat und mein Leben bereichert. Ich danke Gott f&uuml;r die Freude und Liebe, die ich erleben durfte.</p><p>Bei diesem inneren Sortier- und Aufr&auml;umprozess finde ich den ein oder anderen Schatz, der in dem ganzen Alltagschaos untergegangen ist: ermutigende Begegnungen, kostbare Gespr&auml;che, Hindernisse und Herausforderungen, die ich &uuml;berwunden und gemeistert habe.</p><p>Ich poliere diese Erfahrungen und gebe ihnen einen besonderen Platz, indem ich sie mir gesondert aufschreibe oder den entsprechenden Kalendereintrag mit einem Textmarker highlighte. Falls du dich ausschlie&szlig;lich mit einem digitalen Kalender organisierst, k&ouml;nntest du dir stattdessen zum Beispiel Fotos von besonders sch&ouml;nen Erlebnissen ausdrucken, sie auf der R&uuml;ckseite mit Datum und ein paar Stichworten versehen und einrahmen.</p><h2>Der Blick nach vorn</h2><p>Gleichzeitig liegt das neue Jahr vor mir. Es ist noch ganz jung und will gestaltet und erlebt werden. Mit dem neuen Kalender in der Hand sp&uuml;re ich: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Zwar stehen schon ein paar Termine darin, aber die allermeisten Seiten sind noch wei&szlig;, ohne Eselsohren oder Kaffeeflecken. Alles ist m&ouml;glich.</p><p>Wer wei&szlig;, welche &Uuml;berraschungen auf mich warten, welche W&uuml;nsche und Tr&auml;ume sich erf&uuml;llen, welche Ver&auml;nderungen mir bevorstehen?</p><p>Hier ein paar Fragen, mit denen ich auf das neue Jahr schaue und die auch du dir stellen kannst:</p><ul><li>Was m&ouml;chte ich privat und beruflich erreichen?</li><li>Was m&ouml;chte ich erleben?</li><li>Welche Orte m&ouml;chte ich besuchen?</li><li>Was habe ich schon l&auml;nger aufgeschoben und m&ouml;chte ich in diesem Jahr endlich anpacken?</li><li>Gibt es etwas, das ich ver&auml;ndern muss?</li><li>Was oder wem will ich mehr Zeit widmen?</li><li>Was will ich mir und anderen Gutes tun?</li></ul><p>Ich nutze diese Fragen nicht, um schon konkrete Pl&auml;ne zu machen oder To Do-Listen zu schreiben. Vielmehr helfen sie mir, mich neu auszurichten und zu schauen, ob die Richtung in meinem Leben noch stimmt. Habe ich den richtigen Fokus oder sollte ich nachjustieren?</p><p>Auch das neue Jahr lege ich Gott im Gebet hin. Ich teile mit ihm meine Pl&auml;ne und vertraue ihm meine W&uuml;nsche und Tr&auml;ume an.</p><blockquote><p>Egal, was das neue Jahr bringt, ich wei&szlig; und vertraue darauf, dass Gott mit mir geht.</p></blockquote><p>Ganz egal, wie du deinen Jahreswechsel begehst: Ich w&uuml;nsche dir, dass du Zeit und Ruhe findest, um einmal in dich hineinzuhorchen und mit Gott &uuml;ber dein Gestern und dein Morgen ins Gespr&auml;ch zu kommen. Frohes und gesegnetes neues Jahr!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16514295.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Die Kraft der Neugier]]></title>
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      <description><![CDATA[Staunen, fragen, wachsen: Wie Neugier dich Gott, dem Leben und dir selbst näherbringt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115263.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jordan Whitt /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Frisch verliebt, neu im Job, auf Reisen in ferne L&auml;nder. In solchen Zeiten sauge ich alle Eindr&uuml;cke um mich herum auf wie ein Schwamm. Das sind Situationen, in denen jeder Mensch seine eigene Neugier hautnah erlebt. Es ist, als ob dieser neugierige Wesenszug tief mit der menschlichen DNA verwoben ist, als h&auml;tte sie der Sch&ouml;pfer selbst seinem Gesch&ouml;pf in die Wiege gelegt.</p><h2><strong>Die Schattenseiten der Neugier</strong></h2><p>Allerdings ist einer der ersten Momente, in denen die Neugier in der Bibel eine Rolle spielt, eher negativ besetzt. Ich denke da an Adam und Eva. Gott setzte die beiden in den Garten Eden, wo sie sich frei bewegen konnten und jede Frucht an jedem Baum essen durften, bis auf eine. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis war ihnen verboten. Trotzdem a&szlig;en sie davon. Wegen dieser Fehlentscheidung warf Gott sie aus dem Garten und lebten daraufhin von ihm getrennt.&nbsp;</p><p>Diese Geschichte sorgte daf&uuml;r, dass Neugier in der christlichen Welt lange als etwas Schlechtes angesehen wurde.</p><blockquote class="noshare"><p>Ich frage mich: War das eine gute Idee Gottes, als er den Menschen die Neugier gab?</p></blockquote><p>Tats&auml;chlich erlebe ich mich selbst in meinem Alltag eher selten als neugierig. Wo ist die Neugier im Trott am Arbeitsplatz? Wenn ich unter Zeitdruck Herausforderungen zu meistern versuche, kommt mir die Neugier leicht abhanden. Sicher ist Routine wichtig, aber sie sollte nicht dazu f&uuml;hren, dass ich meine Offenheit ablege, nur um alles erledigt zu bekommen. Das gilt nicht nur f&uuml;r den Arbeitsplatz, sondern genauso f&uuml;r alle anderen Lebensumfelder.</p><h2><strong>Neugier zahlt sich aus</strong></h2><p>Stopp! Was ist mit all den positiven Beispielen aus der Bibel? Eines m&ouml;chte ich hier beispielhaft nennen. Da gibt es den Z&ouml;llner Zach&auml;us, der aus Neugier auf einen Baum steigt, um Jesus zu sehen. Seine Neugier zahlt sich aus: Jesus l&auml;dt sich bei ihm zum Essen ein, Zach&auml;us krempelt sein Leben um und erf&auml;hrt eine charakterliche Erneuerung, die er dringend n&ouml;tig hat (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas19%2C1-10" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 19,1-10</a>).</p><blockquote><p>Neugier ist notwendig, weil sie mich voranbringt. Sie hilft mir, mich auf Unbekanntes einzulassen und Neues auszuprobieren.&nbsp;</p></blockquote><p>Neugier ist der Motor f&uuml;r Innovationen, sie sorgt f&uuml;r Verbesserungen und Weiterentwicklungen. Dank der Neugier von Menschen nutzen wir heute die Windkraft zur Energiegewinnung, fahren mit Autos statt mit Kutschen und dr&uuml;cken auf einen Schalter, damit es hell wird, anstatt den Docht einer Kerze zu entz&uuml;nden.</p><p>Und: Keine Achtsamkeit ohne Neugier. Wenn ich neugierig bin, nehme mich selbst in der Welt, im Hier und Jetzt wahr. Ich urteile dann nicht vorschnell, sondern beobachte interessiert, ohne gleich an L&ouml;sungen, Konsequenzen oder weitere Schritte zu denken. Erst die Neugier macht den Augenblick erlebbar.</p><p>Zu guter Letzt h&auml;lt Neugier jung. Hier mal ein paar Zahlen: Kleinkinder feuern pro Stunde schon mal bis zu 50 Fragen auf ihre Mitmenschen ab. Ein Erwachsener stellt durchschnittlich nur noch 6 Fragen pro Stunde.</p><h2><strong>Zur&uuml;ck zur Neugier</strong></h2><p>Wenn du dir Fragen stellst, statt Antworten zu sammeln, wirst du deine verschollene Neugier wiederentdecken. Denk doch einmal bewusst &uuml;ber allt&auml;gliche Dinge nach und entdecke dabei eine neue Perspektive auf die Welt! Denn die kindliche Neugier &ouml;ffnet dir unterschiedlichste T&uuml;ren. Unter anderem vielleicht auch die zum Himmelreich.</p><p>In der Bibel lese ich dazu: <em>&bdquo;Wenn ihr euch nicht &auml;ndert und den Kindern gleich werdet, dann k&ouml;nnt ihr in Gottes neue Welt &uuml;berhaupt nicht hineinkommen&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 18,3</a>). Das gilt auch f&uuml;r die Beziehung zu Gott.</p><blockquote><p>Egal, ob du am Anfang stehst oder schon seit Jahren mit Gott gehst, mach dich auf die Suche nach ihm, frage nach und h&ouml;re hin. Rechne mit Gottes Eingreifen und seinem Reden.</p></blockquote><p>Gott ist real und mit Neugier wirst du ihn jeden Tag besser kennenlernen und neu entdecken.</p><p>Denn das Staunen kommt immer noch vor dem Erkl&auml;ren und das Erkunden vor dem Verstehen. Werde wieder neugierig!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Tobias Schier</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17243015.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tobias Schier]]></author>
      <pubDate>Mon, 29 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
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      <title><![CDATA[Ein echter Grund zum Feiern]]></title>
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      <description><![CDATA[Mehr als Geschenke und gemütliche Familienzeit – warum ich wirklich Weihnachten feiere. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1068678.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gavin Tyte /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure><p>Weihnachten, das Fest der Liebe. Vielleicht sogar der richtig wohligen Romantik, des Kerzenscheins, der blinkenden Lichter und der gem&uuml;tlichen Atmosph&auml;re. Wer spricht an diesen Tagen schon &uuml;ber Fehltritte, L&uuml;gen und Betrug?</p><p>Es ist doch so, dass wir Menschen uns zwar gern von unserer guten Seite zeigen, aber so sehr wir uns auch bem&uuml;hen, es gelingt uns nur phasenweise. Es ist ganz nat&uuml;rlich, dass wir nicht perfekt sind und nicht immer fehlerlos agieren. So sind wir nun mal, das geh&ouml;rt zum Menschsein leider dazu.</p><h2>Der wahre Grund der Festlichkeiten</h2><p>Genau das ist aber der wahre Grund, warum es Weihnachten wurde. Denn so romantisiert unser westlich gepr&auml;gtes Weihnachtsfest auch ist, im Kern geht es um die Fehler, die Schmerzen, die Delikte, die Verbrechen, ja man k&ouml;nnte auch sagen: um den dunklen Teil des Menschseins!</p><p>Die Geburt von Jesus Christus ist der Anfang, dieser fehlerhaften Menschlichkeit etwas entgegenzusetzen. Das gr&ouml;&szlig;te Ereignis fand damals seinen Anfang und das ist es, woran wir uns in diesen Tagen erinnern: Der Sohn Gottes, der Sch&ouml;pfer dieser Welt, ja des ganzen Universums, kommt uns zur Hilfe und l&auml;sst sich auf ganz nat&uuml;rliche, auf ganz menschliche, Weise als Kind von einer Frau zur Welt bringen.</p><p>Gott wird Mensch &ndash; eine wirklich verr&uuml;ckte, einzigartige Sache! So etwas gab und gibt es kein zweites Mal. In keiner anderen Religion oder spirituellen Gemeinschaft wird Gott den Menschen gleich.</p><p>Der Herrscher des Alls ist sich nicht zu schade, ein Mensch wie ich zu werden! Er kommt nicht einfach, weil ihm langweilig ist, sondern weil ich Erl&ouml;sung von meiner Dunkelheit brauche.</p><p>Immer wieder mache ich Fehler, die f&uuml;r mich und andere negative Konsequenzen haben. Es kommt vor, dass ich l&uuml;ge, schlecht &uuml;ber andere rede, meine Mitmenschen verletze, ungerecht und selbsts&uuml;chtig bin.</p><blockquote><p>Das ist der Grund, warum Jesus in die Welt kam, das ist die Mission des Babys in der Krippe: uns von unserer Schuld zu retten und uns einen Weg aus der Dunkelheit zu bahnen.</p></blockquote><p>Sie findet ihr Finale im Osterfest, wo nach brutalem Tod am Kreuz die Auferstehung folgt und dadurch die Menschheit gerettet ist. In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes1%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 1,9</a> steht: &bdquo;<em>Wenn wir unsre S&uuml;nden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die S&uuml;nden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.&ldquo;</em></p><h2>Feiern, lasst uns feiern!</h2><p>Was w&auml;re Weihnachten denn wert, wenn es nur um die Feierlichkeit an sich ginge? Und wann &uuml;berhaupt wird gefeiert, wenn es nicht einen echten Grund dazu geben w&uuml;rde? Den gibt es! Und dieser Grund l&auml;sst mich unglaublich gern dieses Fest feiern.</p><p>Die festliche Stimmung, die Zeit mit der Familie, das leckere Essen, die tollen Geschenke, die unter unseren geschm&uuml;ckten, funkelnden und leuchtenden Weihnachtsb&auml;umen liegen &ndash; all das w&auml;re nur halb so sch&ouml;n, ohne die Freude &uuml;ber die Geburt von Jesus Christus. Denn damit hat die Befreiung von all der Finsternis in uns und durch uns begonnen.</p><blockquote class="noshare"><p>Das Weihnachtsfest zu feiern, ist daher mehr als nur ein frommer Ritus. Es ist f&uuml;r jeden Menschen die j&auml;hrlich wiederkehrende Erinnerung, dass wir nicht allein gelassen sind.</p></blockquote><p>Das Weihnachtsfest zu feiern, ist daher mehr als nur ein frommer Ritus oder ein festliches, aber grundloses Familientreffen. Es ist f&uuml;r jeden Menschen die j&auml;hrlich wiederkehrende Erinnerung, dass wir mit unseren Fehlern, unserem Versagen, unserem Schmerz und unserer (ungewollten) B&ouml;swilligkeit nicht allein gelassen sind. Was f&uuml;r eine Hoffnung, welch ein Grund zur Freude!</p><h2>Meine pers&ouml;nliche Weihnachtsfreude</h2><p>F&uuml;r mich war es in der Vorweihnachtszeit eine besondere Erfahrung, mir &uuml;ber dieses Fest ganz bewusst Gedanken zu machen. Ich feiere Weihnachten, weil ich dankbar f&uuml;r alles bin, was Jesus Christus mir abgenommen hat. Weil er mein Leben hell macht und die Dunkelheit darin vertreibt. Weil Gott mir mit seiner Menschwerdung so unfassbar nahegekommen ist und mir in meinem Menschsein beisteht, das manchmal so schwierig und schmerzhaft ist.</p><blockquote><p>Ich feiere Weihnachten, weil Jesus Christus&nbsp;mein Leben hell macht und die Dunkelheit darin vertreibt.&nbsp;</p></blockquote><p>Warum feierst du Weihnachten? Liegt f&uuml;r dich die Freude an Weihnachten auch an der Tatsache, dass es einen Gott gibt, der alles f&uuml;r dich getan hat? Und das, obwohl er genau wei&szlig;, was du verbockst, was schief l&auml;uft in deinem Leben und wie schlimm du manchmal drauf sein kannst?</p><p>Mir ist es ein Anliegen, dir ein St&uuml;ck meiner Sicht auf das Weihnachtsfest mitzugeben. Vielleicht fordern dich meine Gedanken ja heraus und du hast ganz andere Gr&uuml;nde, warum Weihnachten f&uuml;r dich ein echter Grund zum Feiern ist. Vielleicht inspirieren dich meine Gedanken aber auch, einmal ganz neu &uuml;ber den Grund von Weihnachten nachzudenken.</p><p>So oder so: Ich w&uuml;nsche dir eine gesegnete, erholsame und friedliche Weihnacht!<br />
&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/16926258.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Wed, 24 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gottesdienste in der Weihnachtszeit]]></title>
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      <description><![CDATA[Unsere ERF Gottesdienst-Angebote in der Advents- und Weihnachtszeit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113086.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Biewer Jürgen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure><p>W&auml;hrend der Weihnachtstage finden Sie beim ERF besonders viele Gottesdienste im Programm. Wir bieten fast alle Sendungen nicht nur im Radio und der ERF Plus Audiothek, sondern auch als TV-Version in der ERF Mediathek an. Sie k&ouml;nnen also zu einer f&uuml;r Sie g&uuml;nstigen Zeit die Angebote in Anspruch nehmen.</p><h2>So geht&rsquo;s:</h2><p>Treffen Sie Ihre Wahl, indem Sie in der Auflistung unten auf den entsprechenden Link klicken. Mit Klick auf&nbsp;&bdquo;ERF Plus&ldquo; gelangen Sie direkt zu der entsprechenden Radiosendung in der Audiothek und k&ouml;nnen sich diese anh&ouml;ren. Wenn Sie auf &bdquo;ERF Mediathek&ldquo; klicken, k&ouml;nnen Sie sich den jeweiligen Gottesdienst in Videoform anschauen.&nbsp;</p><p>Hinweis: das Abspielen ist erst ab dem Tag der Ver&ouml;ffentlichung m&ouml;glich!</p><ul><li><strong>1. Advent: </strong>Anhand von <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas1%2C24-25" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 1,24-25</a>&nbsp;l&auml;dt ERF Vorstandsvorsitzende Susanne Thyroff im Adventsgottesdienst aus dem Medienhaus in Wetzlar ein, die besondere Spannung der Adventszeit zu entdecken &ndash; zwischen verborgenem Leid und dem Wunder von Gottes N&auml;he &ndash; um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/zwischen-schmerz-und-staunen/8312-673">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/zwischen-schmerz-und-staunen/4929-846">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>2. Advent:</strong> Im Gottesdienst aus der ev.-luth. Stadtkirche St. Margaretha in Windsbach l&auml;dt Dekan Klaus Schlicker dazu ein, im Licht der biblischen Verhei&szlig;ung aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas21%2C25-33" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 21,25-33</a>&nbsp;der Wiederkunft Christi hoffnungsvoll entgegenzusehen.&nbsp;um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/miteinander-jesus-entgegensehen/8312-674">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/miteinander-jesus-entgegensehen/4929-847">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>3. Advent: </strong>Gottesdienst aus der ev.-meth. Friedenskirche Lauter mit dem Pastorenehepaar Andreas und Heidrun Hertig. Die Predigt zu <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja8%2C23" class="bibleserver extern" target="_blank">Jesaja 8,23</a>&nbsp;deutet den Schwibbogen als Hoffnungszeichen im Advent &ndash; ein Licht, das Trost und Orientierung schenkt - um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/hoffnungszeichen-licht/8312-675">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/hoffnungszeichen-licht/4929-848">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>4. Advent:</strong> &bdquo;Komm und ruh&lsquo; dich aus!&ldquo; &ndash; ist der Tipp und das Thema der Predigt von Pastor Johannes B&ouml;rnert im Christlichen G&auml;stezentrum&nbsp;Sch&ouml;nblick. Hintergrund seiner Predigt ist der Bibeltext aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28-30" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 11,28-30</a>&nbsp;- um 10 und 14 auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/froehliche-weihnacht-ueberall/8312-342">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/komm-und-ruh-dich-aus/4929-716">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>Heiligabend:</strong>&nbsp;&bdquo;Im Heiligabendgottesdienst aus der ev.-luth. Stadtkirche St. Margareta in Windsbach steht das Wunder der Menschwerdung Gottes im Mittelpunkt. Dekan Klaus Schlicker predigt &uuml;ber <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas2%2C1-20" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 2,1-20</a>&nbsp;&ndash; die Weihnachtsgeschichte, die von der Geburt Jesu erz&auml;hlt und die Hoffnung und Verhei&szlig;ung von Weihnachten lebendig werden l&auml;sst.. Jeweils um 18 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/jetzt-kann-s-weihnachten-werden/8312-586">ERF Plus</a>&nbsp;</strong>und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/miteinander-gott-will-mit-uns-sein/4929-849">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>1. Weihnachtstag:</strong>&nbsp;Im Weihnachtsgeschehen l&auml;sst Gott einen Blick in die himmlische Wirklichkeit zu. Er durchbricht das Sichtbare. Bleibt der offene Himmel nur den Hirten in der Heiligen Nacht vorbehalten? &ndash; Mit dieser Frage besch&auml;ftigt sich <strong>Gudrun Weber</strong>&nbsp;im Feiertagsgottesdienst. Und w&uuml;nscht sich, dass die Botschaft aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas2%2C8-15" class="bibleserver extern" target="_blank">Lukas 2,8-15</a>&nbsp;bei jedem H&ouml;rer neue Freude und Zuversicht ausl&ouml;sen wird - um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/der-offene-himmel/8312-677">ERF Plus</a></strong>.<br />
&nbsp;</li><li><strong>2. Weihnachtstag: </strong>Pfarrer Eberhard Hoppe l&auml;dt im Feiertagsgottesdienst ein, anhand vom Predigttext (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us1%2C18-25" class="bibleserver extern" target="_blank">Matth&auml;us 1,18-25</a>) dar&uuml;ber nachzudenken, welche ungew&ouml;hnlichen Wege Gott geht, um Frieden auf Erden zu schenken - um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/weihnachten-gottes-zumutung/8312-678">ERF Plus</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>28. Dezember: </strong>Ist&nbsp;Glaube &ndash; mehr als Theorie? Im Gottesdienst aus dem ERF Medienhaus nimmt Ellen H&ouml;rder-Knop <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes1%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank">1. Johannes 1,1-4</a> in den Blick und entdeckt, was Glauben im Alltag lebendig macht.&nbsp;Um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/da-steckt-leben-drin/8312-679" target="_blank">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/da-steckt-leben-drin/4929-850" target="_blank">ERF Mediathek</a>.</strong><br />
&nbsp;</li><li><strong>Silvester:</strong>&nbsp;Wer hat mich 2025 am meisten gepr&auml;gt? Mit wem rechne ich 2026? Elke Drossmann macht sich auf die Suche. Der <a data-auth="NotApplicable" href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er13%2C8-9">Hebr&auml;erbrief (13,8-9)</a>&nbsp;unterst&uuml;tzt sie dabei. Jeweils&nbsp;um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/trotz-jahreswechsel-wer-bleibt/8312-680">ERF Plus</a></strong>.<br />
&nbsp;</li><li><strong>Neujahr </strong>&bdquo;Siehe, ich mache alles neu&ldquo; &ndash; diese Verhei&szlig;ung aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank">Offenbarung 21,5</a>&nbsp;steht im Mittelpunkt der Predigt aus dem ERF Medienhaus in Wetzlar. Wolf-Dieter Kretschmer spricht &uuml;ber die Hoffnung, die Gottes Zusage in einer unsicheren Welt schenkt<strong>&nbsp;</strong>- um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/alles-neu/8312-681">ERF Plus</a></strong>&nbsp;und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/irgendwie-dazwischen/4929-766">ERF Mediathek</a></strong><strong>.</strong><br />
&nbsp;</li></ul><p><strong>Wir freuen uns, wenn Sie mit uns zusammen Gottesdienst&nbsp;feiern!</strong></p><p>&nbsp;</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/14905572.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Tue, 23 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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      <title><![CDATA[Weihnachten, du stehst im Weg!]]></title>
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      <description><![CDATA[Das Kind in der Krippe kommt den Menschen in die Quere – und bahnt einen neuen Weg. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114727.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gustavo Fring /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure><p>Wir hatten letztes Jahr zu Weihnachten Besuch vom Sohn meines Mannes, einem freundlichen Mittzwanziger. Sein erster Satz nach der Begr&uuml;&szlig;ung lautete: &bdquo;Der Weihnachtsbaum steht ja voll im Weg!&ldquo; Damit hatte er recht. Denn der k&uuml;rzere der beiden m&ouml;glichen Pfade zum Sofa war aus Gr&uuml;nden der dekorativen Wissenschaft vom Weihnachtsbaum belegt. Alle mussten den etwas umst&auml;ndlichen Weg durch die K&uuml;che nehmen. Eigentlich kein Problem.&nbsp;</p><p>Doch dieser Umstand bewegte ihn so sehr, dass er kurze Zeit sp&auml;ter wieder sagte: &bdquo;Der Baum steht im Weg.&ldquo; Und als er am n&auml;chsten Tag im Wohnzimmer telefonierte, h&ouml;rten wir den Satz: &bdquo;&hellip; und der Weihnachtsbaum steht hier voll im Weg.&ldquo; Sp&auml;testens in diesem Moment dachte ich ein bisschen trotzig: Das soll er auch!&nbsp;</p><blockquote><p>Ein Weihnachtsbaum darf im Weg stehen. Weihnachten darf im Weg stehen. Jesus darf im Weg stehen.</p></blockquote><h2>Wie das Weihnachtsgeschehen Pl&auml;ne durchkreuzte</h2><p>Ich dachte dar&uuml;ber nach, dass die Weihnachtsgeschichte voller Menschen ist, denen in der Heiligen Nacht etwas in die Quere kam.</p><p>Maria hatte sich sicher einen anderen Ort f&uuml;r ihre erste und so besondere Geburt gew&uuml;nscht. Aber dann kam ihr die Volksz&auml;hlung dazwischen. Statt alles f&uuml;r eine ruhige Hausgeburt vorzubereiten, musste sie hochschwanger nach Bethlehem aufbrechen &ndash; eine beschwerliche 150 Kilometer lange Reise.&nbsp;</p><p>Die Hirten hatten in dieser Nacht h&ouml;chstens damit gerechnet, von Raubtieren &uuml;berrascht zu werden, aber nicht von Engeln. Ihre To-do-Liste lautete urspr&uuml;nglich: Lagerfeuer in Gang halten, abwechselnd die Herde bewachen und in Ruhe schlafen. Und dann dieser Tumult, das Licht, die Engel. Schlie&szlig;lich der Aufbruch, um das Kind zu suchen.&nbsp;</p><p>Und die Weisen? Die hatten sicher anderes vor. Bis pl&ouml;tzlich im Kalender stand: Kamele satteln und dem Stern in die Fremde folgen.&nbsp;</p><p>K&ouml;nig Herodes, der zu dieser Zeit regierte, h&ouml;rte die Nachricht, dass ein neuer j&uuml;discher K&ouml;nig geboren worden war. Diese Information brachte eine geh&ouml;rige Portion Unruhe in sein luxuri&ouml;ses, bequemes Leben. Das neugeborene Kind stand Herodes&rsquo; Herrschaft im Weg. Er setzte alle Hebel in Bewegung, um den neuen K&ouml;nig zu beseitigen.</p><h2>Das Kind, das den Weg frei macht</h2><p>Das erste Weihnachten stand im Weg. Und das Kind in der Krippe, Jesus Christus, stellt sich bis heute der Menschheit in den Weg &ndash; im allerbesten Sinne. Aber nicht nur das, er selbst <em>ist</em> auch der Weg, wie er von sich sagt. <em>&bdquo;Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich&ldquo;</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank">Johannes 14,6</a>).</p><p>Doch was bedeutet dieser Bibelvers? Ich glaube, dass er eine Antwort auf Lebensfragen ist, die Menschen schon immer mit sich herumgetragen haben: Wie finde ich den wahren Gott? Worauf kann ich mich im Tiefsten verlassen und was ist der Sinn meines Lebens? Geht mein Leben nach dem Tod weiter? Jesus ist die Antwort auf alle diese Fragen. Er kam in diese Welt, um den Weg zu Gott, dem Vater, freizumachen und all das aus dem Weg zu r&auml;umen, was uns von ihm trennt. Das war seine Mission. Sie begann an Weihnachten mit seiner Geburt und endete an Ostern mit seinem Tod am Kreuz und der Auferstehung aus dem Grab.&nbsp;</p><p>Jesus ist der Weg, auf dem ich den lebendigen Gott und damit inneren Frieden, Heil und Sinn finde. Er zeigt mir die Wahrheit, die mich innerlich frei macht und auf die ich mich verlassen kann. Und er ist der Weg zum Leben auch &uuml;ber den eigenen Tod hinaus &ndash; was f&uuml;r eine Hoffnung!&nbsp;</p><blockquote><p>Jesus darf meine altbekannten Pfade durchkreuzen. Ich m&ouml;chte mir von ihm den Weg zum Leben zeigen lassen. Immer wieder neu, nicht nur an Weihnachten.&nbsp;</p></blockquote><h2>Sich unterbrechen lassen</h2><p>F&uuml;r dieses Weihnachtsfest nehme ich mir vor, auf Plan&auml;nderungen entspannt zu reagieren. Ja, sie willkommen zu hei&szlig;en, weil sie mich an das erste Weihnachten erinnern. Darum bitte ich: Liebes Weihnachten, stell dich mir in den Weg!</p><p>Hast du schon einmal ein Weihnachtsfest erlebt, das so ganz anders wurde, als du es geplant hattest? Wie war das f&uuml;r dich? Wie w&auml;re es, wenn du Jesus dieses Jahr um eine Weihnachts&uuml;berraschung bitten w&uuml;rdest?</p>
<p style="font-size: 85%;">Susanne Pommerien-Weidner</p><hr/><p>Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Arbeit von ERF mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&projekt=0" target="_blank">Jetzt spenden</a></p><img src="https://feedpress.me/link/19277/17239363.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Susanne Pommerien-Weidner]]></author>
      <pubDate>Mon, 22 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
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