<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" media="screen" href="/~files/feed-premium.xsl"?>
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             
<rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:feedpress="https://feed.press/xmlns" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" xmlns:podcast="https://podcastindex.org/namespace/1.0" version="2.0" xml:lang="de-DE">
  <channel>
    <feedpress:locale>de</feedpress:locale>
    <atom:link rel="hub" href="https://feedpress.superfeedr.com/"/>
    <title>ERF.de Topthema</title>
    <link>https://www.erf.de</link>
    <atom:link href="https://feedpress.me/erf-topthema" rel="self" type="application/rss+xml"/>
    <description>Relevante Themen auf ERF.de</description>
    <language>de-DE</language>
    <copyright>© 2026 by erf.de</copyright>
    <managingEditor>online@erf.de (erf.de)</managingEditor>
    <webMaster>online@erf.de (erf.de)</webMaster>
    <pubDate>Wed, 22 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    <lastBuildDate>Wed, 22 Apr 2026 10:24:13 +0200</lastBuildDate>
    <ttl>60</ttl>
    <feedpress:cssFile>https://www.erf.de/css/release/1.1.1268/feed-erf.css</feedpress:cssFile>
    <category><![CDATA[erf.de]]></category>
    <image>
      <url>https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.rss/909567.png</url>
      <title><![CDATA[ERF.de - Topthema]]></title>
      <link>https://www.erf.de/lesen/themen/8008?reset=1</link>
    </image>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn mein Lösungsvorschlag Starthilfe benötigt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wenn-mein-loesungsvorschlag-starthilfe-benoetigt/2803-542-8061</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17321953/2803-542-8061</link>
      <description><![CDATA[Gott kann auch aus meinen kleinen Gaben Großes bewirken, wenn ich sie ihm überlasse. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126502.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal fühle ich mich als Versager! Auch wenn ich das über mich sage, denke ich: Dieses unangenehme Gefühl hat jeder Mensch hin und wieder. Einmal falsch abgebogen, eine Deadline verschlafen oder Erwartungen enttäuscht und schon fühlt es sich an, als hätte ich auf ganzer Ebene versagt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist bei weitem kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. 1968 beginnt der Chemiker Spencer Silver seine Tätigkeit beim amerikanischen Technologie-Unternehmen 3M in Minnesota. Schon sein erstes Projekt hat es in sich: Die Entwicklung eines Superklebstoffes, oder kurz: Spencer soll den stärksten Klebstoff der Welt entwickeln.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Spencer macht sich an die Arbeit: Er experimentiert, probiert aus und tüftelt wochenlang. Und er entwickelt tatsächlich einen Klebstoff … Allerdings ist der das Gegenteil des Arbeitsauftrages. Der Klebstoff hält kaum und löst sich einfach.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man könnte also sagen: Thema verfehlt und damit eine glatte 6.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso fühlt es sich für Spencer Silver auch an – direkt beim ersten Projekt ein wahres Komplettversagen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie aus Versagen ein Millionenumsatz wird</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende! Das Leben geht weiter und Spencer bleibt trotz seines Versagens bei 3M. Sein Kollege Arthur Frey hat die Entwicklung des schwachen Superklebers mitbegleitet und singt in seiner Freizeit im Kirchenchor. Dabei stößt er auf ein Problem: Die Zettel, die er zum schnelleren Finden der Notenblätter in den Chorsatz legt, rutschen immer wieder heraus. Da kommt Spencers Projekt des Versagens wieder ins Spiel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gemeinsam forschen Spencer und Arthur an dem Projekt weiter und im April 1980 entsteht daraus der größte Markterfolg des Unternehmens: Die Haftnotiz „Post It!“. Knapp 50 Jahre später wird diese Haftnotiz jährlich über 50 Milliarden Mal produziert und weltweit vertrieben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie aus kleinen Gaben Großes entstehen kann</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seit ich diese Geschichte kenne, fasziniert und motiviert sie mich! Wie oft denke ich nach Scheitern oder Versagen, das sei das Ende des Weges. Ich denke dann, ich kann nichts leisten, was Erfolg liefert, und enttäusche immer wieder Menschen, die mir lieb und teuer sind. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie es dann weitergehen kann, zeigt mir nicht nur diese Begebenheit, sondern auch eine Geschichte aus der Bibel. Im Johannes-Evangelium wird berichtet, dass Jesus durch sein Handeln große Aufmerksamkeit erregt und ihm eine große Menschenmenge folgt. Als es dunkel wird, fragt Jesus seine Jünger: „Wo bekommen wir jetzt genug Essen her, damit diese Menschen nicht hungern müssen?“(vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Johannes6%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 6,5</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor Jesu Freunden liegt eine gigantische Aufgabe: Abseits der Märkte des Landes und ohne grenzenlosen Reichtum sollen sie Essen für weit über 5 000 Menschen heranschaffen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sein Freund Andreas sagt deshalb zu Jesus: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon für so viele Menschen?“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Johannes6%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 6,9</a>). Ich kann mir vorstellen, dass er sich in dieser Situation ähnlich fühlt wie Spencer nach der Entwicklung seines Klebstoffes. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er hatte einen klaren Arbeitsauftrag erhalten und nach einer Lösung gesucht, doch diese erscheint schlicht nicht gut genug.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber Jesus nimmt die Brote und die Fische, dankt Gott dafür und bittet seine Freunde das Essen auszuteilen. Und obwohl das verrückt klingt, beginnen die Freunde damit. Sie teilen das Essen aus und es reicht. Tatsächlich bleibt sogar Essen übrig.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vertrauen ist das Einzige, was zählt</strong></h2>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus zeigt in diesem Fall ganz klar: Bei ihm zählt nicht, wie viel ich ihm geben kann oder wie toll meine Lösungen sind – er nutzt sie, um damit Großes zu tun. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist dabei lediglich, dass ich ihm die Kontrolle überlasse und vertraue. Dann kann aus fünf Broten und zwei Fischen eine gigantische Menge Essen werden. Oder aus einem schwachen Kleber ein absoluter Kassenschlager.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17321953.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 20 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer nicht vergibt, verbaut sich seine Zukunft]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wer-nicht-vergibt-verbaut-sich-seine-zukunft/6866-542-4701</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17310070/6866-542-4701</link>
      <description><![CDATA[Dr. Klaus Hettmer verrät im Interview das Geheimnis eines glücklichen Lebens.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125535.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Prostock-studio /<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"><a href="http://dr-klaus-hettmer.de/" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0); line-height: 1.385;" target="_blank">Dr. Klaus Hettmer</a> ist Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. In seiner psychotherapeutischen Praxis hat er erstaunliche Veränderungen erlebt, wenn Menschen sich und anderen vergeben konnten. Im Interview erklärt er, wie das praktisch aussehen kann.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Jemandem zu vergeben, der mich verletzt hat, fällt nicht leicht. Welche Vorteile hat es für mich  zu vergeben?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Der wichtigste Vorteil ist, dass die Verletzung dadurch heilen kann. Das heißt, die Verletzung schreitet nicht weiter voran. Andernfalls kann das dazu führen, dass ich durch meine Verletzung andere oder mich selbst verletze.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und das entwickelt sich dann zu einem Teufelskreis der gegenseitigen Schuld. Es gibt diesen Satz: Wenn man nicht vergibt, ist das wie wenn man durch den Stich einer Biene getötet wird. Das Gift arbeitet immer weiter.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele medizinische Studien deuten darauf hin, dass vergeben gesund ist.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergebung hat keinerlei negative Folgen, dafür aber sehr viele positive Auswirkungen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beispielsweise sinkt der Blutdruck und Entzündungen heilen schneller. Wenn man nicht vergeben kann, ist es dagegen genau gegensätzlich. Schmerzen halten länger an, Entzündungen und Wunden heilen nicht so gut. Das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten steigt.</p>

<figure class="image right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Facharzt für Psychotherapeutische Medizin" height="146" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/400985.jpg" width="260" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Dr. Klaus Hettmer (Bild: privat)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergebung ist also einer der Schlüssel zu einem glücklichen Leben und zu gelingenden Beziehungen. Es gibt aber noch weitere Schlüssel. Dankbarkeit zum Beispiel oder Demut. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Vergebung etwas ganz Großartiges ist, um selbst heil zu werden und Beziehungen zu heilen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade heute früh habe ich meiner Frau vergeben. Es gibt Themen, die immer wiederkehren. Zum Beispiel das Gefühl, zu kurz zu kommen. Da muss man immer wieder ran. Gerade in Beziehungen muss man sich immer wieder gegenseitig vergeben und Vergebung auch empfangen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergeben heißt nicht gutheißen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Verbaue ich mir möglicherweise meine eigene Zukunft, wenn ich nicht bereit bin, zu vergeben?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Ganz kleine Dinge kann man vielleicht noch wegstecken. Bei größeren Geschichten ist das aber definitiv der Fall.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich erzähle meinen Patienten folgendes Beispiel: Eine Frau ist verärgert über ihren Ex-Mann und schaut immer zu ihm zurück und sagt: „Ich habe noch etwas zu bekommen. Ich bin noch sauer.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann schaut sie aber nur in die Vergangenheit und ist unfähig, die Gegenwart oder Zukunft zu gestalten. Das Unrecht, das ihr passiert ist, verschwindet dadurch ja nicht. Wenn ich wirklich loslasse, bekomme ich es von anderer Seite vielleicht sogar erstattet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: In einem Sprichwort heißt es: „Vergeben heißt nicht vergessen." Inwiefern hilft Vergebung mir, selbst wenn ich noch unter den Auswirkungen der Verletzung leide?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Vergebung beginnt mit einer Entscheidung. Dabei hilft es, wenn man weiß, warum der andere mich verletzt hat. Manche sprechen aber auch vorschnell eine Entschuldigung aus. Das ist eigentlich nicht richtig. Wenn die Verletzung noch weh tut, muss man sich das auch zugestehen. Da helfen praktische Schritte zur Vergebung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Schritt lautet: „Die Verletzung, die eigenen Gefühle zulassen". Man muss den Schmerz und die Bitterkeit zwar zulassen und sich darum kümmern, aber man darf nicht dauerhaft daran festhalten. Dadurch nimmt man der Vergangenheit den schädlichen Einfluss.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es geht auch nicht darum, das zu vergessen, was war.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergeben heißt nicht gutheißen, sondern loslassen, um selbst in die Freiheit zu kommen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es kann sogar bedeuten, mal Abstand vom anderen zu nehmen. In der Bibel heißt es, man solle wegen der gleichen Sache <a href="http://www.bibleserver.com/text/NLB/Matth%C3%A4us18" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">sieben Mal siebzig Mal</a> an einem Tag vergeben. Es geht also um eine Lebenshaltung, einen Lebensstil. Wenn ich wirklich vergebe, hole ich es nicht mehr hervor.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wer kann mir helfen, damit ich vergeben kann?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Viele gehen zu Menschen, die ähnliches erlebt und bewältigt haben. Es ist also wichtig, Freunde oder Menschen zu finden, die einen verstehen und einem sagen: „Ich verstehe deine Verletzung und du darfst deine Gefühle diesbezüglich zeigen, aber du kannst darüber hinwegkommen. Einer der Schritte wird irgendwann sein, zu vergeben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht nicht sofort, aber stell dir vor, du kannst nie vergeben. Wie würde Dein Leben dann ausschauen? Und stell dir vor, wie es ausschaut, wenn du irgendwann vergeben kannst."</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich können auch Therapeuten oder Seelsorger auf dem Weg helfen. Ich bin ja auch ein gläubiger Mensch und in der Bibel findet man viele Beispiele, was Vergebung bewirken kann. Und auch in meiner Praxis habe ich schon erstaunliche „Wunder“ durch die Macht der Vergebung erlebt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergeben kann man lernen</h2>

<div style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Fühlt man sich auch befreit, wenn man jemand anderem Vergebung zuspricht?</strong></div>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Auf jeden Fall. Ein Beispiel: Wenn man jemandem Geld leiht und bekommt es nicht zurück, wird man sauer. Es beschäftigt einen immer wieder und kann einem richtig zur Last werden. Aber wenn ich dann dem anderen sage „Ich schenke Dir das Geld. Ich erlasse Dir die Schuld.“ – dann ist das nichts anderes als Vergebung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man erlässt jemandem die berechtigte Schuld, um selber frei zu werden. Man kann sich nur in Liebe voneinander lösen. Sonst ist man wie über eine Energie noch an den anderen gebunden. Das ist wie in der Quantenphysik. Da hat man festgestellt, dass Teilchen auch nach einer Trennung noch durch eine Energie verbunden sind. Nur durch Liebe kann ich diese negative Energie lösen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von Lewis Smedes stammt der Satz: „Wenn man vergibt, ist es, wie einen Gefangenen frei zu lassen, um zu entdecken, dass man selbst der Gefangene war.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was ist aus psychologischer Sicht schwerer: Sich selbst oder anderen zu vergeben?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Das kann man nicht generell sagen. Aber den meisten Menschen scheint es am schwersten zu fallen, sich selbst zu vergeben. Gerade, wenn man selber schuldig geworden ist. Aber auch da gibt es ein paar Schritte, die man gehen sollte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man muss die eigene Schuld anerkennen, dazu stehen. Man sollte daraus lernen, vielleicht Wiedergutmachung leisten und zuletzt auch sich selber vergeben. Der vierte Schritt ist, von Gott Vergebung annehmen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergebung heißt Verantwortung für sich übernehmen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><img alt="" class="erf-imagezoom posRight right" height="750" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/404398.png" width="250" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Inwiefern spielt es eine Rolle, ob meine Bitte um Vergebung angenommen wird?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Ich denke, es spielt keine so große Rolle. Es ist gut, wenn das passiert, weil dann die Beziehung weiter gehen kann oder wieder möglich ist. Aber es ist nicht notwendig. Sich entschuldigen bedeutet, sich selbst die Schuld zu nehmen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn der andere sagt „Ich verzeihe Dir aber nicht“, kann ich nichts weiter tun. Aber ich stehe zu meiner Schuld und dadurch werde ich sie los. Vielleicht braucht der andere auch noch Zeit. Wenn der Mann fremdgeht und die Frau kann ihm nicht sofort verzeihen — das darf auch sein. Aber wenn man auf Dauer nicht verzeihen kann, wird die Beziehung meistens auseinanderbrechen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wenn man das hört, dann muss man sich fragen: Warum fällt es uns Menschen so schwer zu vergeben?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dr. Klaus Hettmer: Das habe ich mich auch gefragt. Es ist irgendwie ein gut gehütetes Geheimnis. Vergebung wird nicht wirklich gelehrt oder weitergegeben. Wenn Menschen Fehler machen, müssen sie sofort zurücktreten. Egal ob in der Wirtschaft oder Politik — man bekommt selten die Chance, es besser zu machen. Zu vergeben ist nicht modern oder wird fast bekämpft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Etwas anderes erlebe ich oft bei Patienten, die auch so schlimme Dinge vergeben können wie Missbrauch. Da spielt Gott oft eine wichtige Rolle. Ohne Gott wird es sehr schwer fallen, mir selbst oder anderen zu vergeben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergebung heißt übrigens auch, die Wahrheit zu finden. Der andere hat einen Grund für sein Handeln. Diese Erkenntnis kann dabei helfen, nächste Schritte zu gehen. Vergebung ist ein schmaler Pfad. Die breite Straße heißt: „Ich bin wütend und zornig und voller Selbstmitleid.“</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu vergeben bedeutet, für sich selbst und seine Heilung die Verantwortung zu übernehmen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen wollen oder können aber leider die Verantwortung nicht für sich übernehmen, nach dem Motto: „Leiden ist leichter als lösen.“</p>
<p style="font-size: 85%;">Claas Kaeseler</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17310070.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Claas Kaeseler]]></author>
      <pubDate>Sat, 18 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Frauen, schämt euch nicht länger!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/frauen-schaemt-euch-nicht-laenger/2270-542-8057</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17319161/2270-542-8057</link>
      <description><![CDATA[Warum die Verantwortung für männliches Verhalten in Bezug auf sexuelle Gewalt nicht bei den Opfern liegt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1126349.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jürgen Fälchle /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Die Scham muss die Seite wechseln.“ Diesen denkwürdigen Satz hat Gisèle Pelicot im Kontext der sexualisierten Gewalt gesagt, die ihr selbst widerfahren ist, und damit eine Bugwelle ausgelöst. Denn ja, genau eine solche Welle brauchen wir – alle Opfer, aber auch wir als Gesamtgesellschaft. Besonders, wenn wir über die zuletzt öffentlich gewordenen Anschuldigungen im Kontext mit Deep Fake-Pornografie sprechen, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch warum wechselt die Scham so selten die Seite? Warum trauen sich Opfer von sexualisierter Gewalt nicht, die Täter anzuzeigen? Warum scheint es im Nachhinein oft so, als habe das Opfer eine ganze Weile – vielleicht gar bereitwillig – mitgemacht?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es erschüttert uns, wenn nach vielen Jahren ein Missbrauchsvorwurf erhoben wird. Und ja, es irritiert auch. Wir zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Opfer, weil sie sich <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">erst jetzt</em> äußern. Dabei entspricht genau das dem Denk- und Verhaltensmuster eines Opfers von sexueller Gewalt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In <a href="https://www.tagblatt.ch/leben/warum-opfer-von-sexueller-gewalt-so-oft-schweigen-eine-trauma-expertin-im-gesprach-ld.1336318" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">einem Interview</a> erläutert die Trauma-Expertin Rosmarie Barwinski, warum viele Opfer sich nach der Tat so sehr schämen, dass sie nicht einmal engen Bezugspersonen davon erzählen. Bis der Weg in die Öffentlichkeit gesucht wird, dauert es lange. Doch nach dieser langen Zeit fällt es oft umso schwerer, den Opfern zu glauben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schuld an der eigenen Vergewaltigung?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um nun zu verstehen, warum so viele Frauen über sexuelle Übergriffe schweigen, muss man tiefer in die Denkmuster einsteigen, die uns Frauen in der Regel von klein auf beigebracht wurden. Schon früh wurde uns gesagt: „Die Welt da draußen ist ein gefährlicher Ort für dich. Du musst aufpassen, dass dir nichts passiert.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann sich auf unterschiedliche Weise geäußert haben. Vielleicht hat deine Mutter dir von gewissen Kleidungsstücken abgeraten und du hast nicht verstanden, warum du etwas, was du schön fandest, nicht tragen solltest. Oder du durftest als Teenie abends nicht allein von einer Veranstaltung heimlaufen, selbst wenn der Weg kurz war. In jedem Fall hast du gemerkt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Regeln, die für Jungs gelten, gelten für mich als Mädchen nicht. Ich bin angreifbarer. Ich muss aufpassen.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Generell ist es gut und wichtig, dass wir unseren Töchtern beibringen, mit einer gewissen Vorsicht durchs Leben zu gehen, aber es hat im schlimmsten Fall eine üble Kehrseite. Nämlich dann, wenn wir ihnen dabei indirekt vermitteln: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Du bist selbst dafür verantwortlich, dass dir nichts passiert. </em></p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wenn ich als Frau dann doch sexuell belästigt oder gar angetatscht oder vergewaltigt werde, bleibt die nagende Frage: Habe ich wirklich alles dafür getan, um nicht zum Opfer zu werden?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hätte ich doch nicht allein nach Hause laufen dürfen? Nicht das Kleid mit dem tiefen Ausschnitt tragen sollen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uc0P2k7zIb4" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Reportage „Männerwelten“</a> wurden Opfer von Vergewaltigung gefragt, was sie bei ihrer Vergewaltigung anhatten. Dabei stellte sich heraus: Die meisten Opfer sexueller Gewalt trugen normale Alltagskleidung und nicht den aufreizenden Minirock. Wenn du also Opfer von sexualisierter Gewalt in irgendeiner Form geworden bist, hast du wahrscheinlich nicht schlecht auf dich aufgepasst, sondern schlicht Pech gehabt. Dieses Pech haben jeden Tag viel zu viele Frauen in Deutschland und weltweit.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Warum Pauschalisierungen nicht weiterhelfen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wie kommen wir Frauen aus dem Denkmuster raus, eine Mitverantwortung an sexualisierter Gewalt zu tragen? Und wie können wir langfristig unsere Gesellschaft so umformen, dass Gewalt gegen Frauen nicht weiterhin einfach so „passiert“?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich muss ehrlich sagen: Ich habe keine zündende Idee, die alle Probleme auf einmal löst. Ich glaube aber, es gibt einige falsche Lösungsansätze, die uns nur weiter in die Sackgasse führen. Dazu gehört ein pauschales Täter-Opfer-Denken. Dies meine ich bewusst nicht in Bezug auf konkrete Fälle missbräuchlichen Verhaltens, sondern in Bezug auf unseren allgemeinen Umgang als Männer und Frauen. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich mich selbst immer als potenzielles Opfer und die Männer, denen ich begegne, als potenzielle Täter sehe, mache ich mich kleiner und hilfloser, als ich es wirklich bin.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Anstatt so meine gesunde Vorsicht zu fördern, zementiere ich nur das Rollenbild von mir als schwachem weiblichen Opfer. Damit gebe ich Männern indirekt Macht über mich. Macht darüber, wo ich abends langlaufe. Macht über meine eigenen angstbehafteten Gedanken und Gefühle.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich ist Vorsicht gut. Denn dass wir es zeitnah schaffen werden, dass Frauen in allen Räumen – den öffentlichen und privaten – per se sicher und geschützt sind, erscheint im Augenblick leider schlicht utopisch. Aber eine pauschale Rollenzuschreibung, in der Männer zu Tätern und Frauen zu Opfern werden, macht ein gutes Miteinander von Mann und Frau in persönlichen Beziehungen und in der Gesellschaft unmöglich. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es mag statistisch belegt sein, denn jede zweite Frau erlebt in ihrem Leben sexuelle Belästigung – meist durch Männer. Aber es fördert ein Klima der Angst, ein „Wir gegen die“.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Männer als Verbündete gewinnen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zudem verkennt es, dass es genug andere Männer gibt – und wir deren Unterstützung gegen sexualisierte Gewalt als Frauen dringend brauchen. Auch haben wir als Frauen die Opferrolle nicht gepachtet und Männer werden ebenfalls Opfer von sexuellen Übergriffen und Partnerschaftsgewalt. Außerdem verkennt es die vielen Grautöne in Bezug auf sexuell übergriffiges Verhalten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Mann, der frauenverachtende Witze reißt, kann ein liebevoller Vater und Ehemann sein, der im eigenen Leben respektvoll mit den Frauen in seinem Leben umgeht. Wir brauchen hier daher eine Unterscheidung: Wo bedient sich jemand nur angelernter sexistischer Sprach- und zum Teil auch Verhaltensmuster, die gar nicht der eigenen Überzeugung und Lebenswirklichkeit entsprechen? Und wo zeigt sich eine tiefersitzende Frauenverachtung?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letzterer werden wir mit Argumenten allein nicht Herr werden. Da sollten wir uns keinen Illusionen hingeben. Aber die meisten Männer, die ich in meinem Leben getroffen habe, fallen in die erste Kategorie und reproduzieren nur, was sie in unserer patriarchal geprägten Kultur vorgelebt bekommen haben. Etliche sind auch schon für das Thema sensibilisiert und zeigen sich respektvoll uns Frauen gegenüber.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Männer als Verbündete gewinnen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese beiden Gruppen sind potenziell unsere Verbündeten für ein besseres Miteinander von Mann und Frau. Sie leben es häufig bereits in ihrem eigenen Leben und doch schweigen sie oft noch, wenn es drauf ankommt. Wiederholen am Stammtisch althergebrachte frauenfeindliche Parolen. Dabei hat daheim längst die Frau die Hosen an.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum tun sie das? Meines Erachtens aus einem einzigen Grund: Der Angst, andernfalls aus der Gruppe der „echten Kerle“ ausgeschlossen zu werden. Wenn genug Männer nicht mehr über jede anzügliche Bemerkung lachen, sondern das Entwürdigende darin erkennen und ansprechen, wird ein respektvolleres Miteinander möglich. Doch das erfordert Mut – und den wünschen wir Frauen uns von Männern.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn genug Männer es von vornherein ernst nehmen, sobald eine Frau von sexueller Übergriffigkeit berichtet, werden sich endlich mehr Opfer trauen, darüber zu sprechen, was ihnen angetan wurde. Relativieren, Gefühle absprechen oder gar abwerten hingegen macht Opfer stumm.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diesen Männern ist nicht bewusst, welche Auswirkung ihr Schweigen auf ihre eigenen Frauen und Töchter hat. Sie wissen nicht um die Lebenswirklichkeit, der wir Frauen tagtäglich ausgesetzt sind. Um den Spießrutenlauf beim Abendspaziergang, um bloß nicht zu nah an einer Männergruppe vorbeizugehen. Das Unwohlsein, wenn ein Mann in unserem Beisein einen sexistischen Spruch bringt – oft als „Scherz“ getarnt, den wir Frauen doch bitte mit „Humor“ nehmen sollen. Und sie werden es auch nicht verstehen, bis wir unser Schweigen brechen und es ihnen sagen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was passiert, wenn Opfer schweigen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit wir als Frauen endlich gehört werden und damit das Denkmuster „Sie hat es ja selbst provoziert“ ein für alle Mal demontiert wird, müssen wir leider in Vorleistung gehen. Dazu müssen wir endlich damit aufhören, das Verhalten von Männern uns gegenüber immer und zuallererst als Folge unseres eigenen Verhaltens zu deuten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier merke ich, wie schwer mir selbst dieses Umdenken fällt, weil ich es von klein auf antrainiert habe. Um das zu verdeutlichen, möchte ich ein persönliches Beispiel teilen: In der Mittelstufe habe ich das erlebt, was man heute als <a href="https://gemeinsam-gegen-sexismus.de/glossar-posts/catcalling/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Cat Calling</a> bezeichnen würde. Ein Junge und seine Freunde riefen mir anzügliche Begriffe hinterher – immer wieder, über Jahre.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe es damals als typisches Jungengehabe abgehakt und sogar eine Zeitlang geglaubt, der Typ sei ernsthaft an mir interessiert. Gesprochen habe ich weder mit meinen Eltern noch meinen Lehrern. Ich lebte in einem Gedankengemisch aus „Ich habe das selbst provoziert“, „So zeigen Jungs nun mal ihr Interesse“ und „Wenigstens einer in der Klasse schenkt mir Aufmerksamkeit“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wenn ich ehrlich zu mir bin, war mir immer unangenehm, was da passierte. Ich war zwar in den Kerl verschossen, aber insgeheim war ich tief beschämt. Denn es war nicht die Annäherung, die ich mir als Teeniemädchen von einem Jungen erhoffte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rückblickend weiß ich, dass ich meine damalige Situation durch meine Passivität verschlimmert habe. Weil ich meine eigenen Grenzen nicht kannte und nicht gelernt hatte, sie zu verteidigen. Weil ich glaubte, dass Jungs eben so seien und ich als Mädchen irgendwie mitverantwortlich für das Verhalten der Jungs sei.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Angst, eine Mitschuld zugewiesen zu bekommen und noch weiter beschämt zu werden, ließ mich schweigen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Verhalten damals war nicht die Ursache für die Tat, aber es ermöglichte es dem Täter, weiterzumachen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Lieber schwierig sein als still</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ähnlich geht es vielen Opfern sexueller Übergriffe, ob diese im Kleinen wie bei mir stattfinden oder im Großen. Sie leben in der Lüge, mitverantwortlich für das Verhalten der Täter zu sein. Deshalb schweigen sie. Aber damit zementieren sie ihre Opferrolle nur immer weiter. Sie behalten die Scham bei sich und übernehmen insgeheim und oft, ohne es selbst zu realisieren, die Verantwortung für das Verhalten der Täter.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei wäre es gerade bei kleineren Übergriffen so einfach, etwas zu sagen – oder eine deutliche Grenze zu setzen, bevor die Situation eskaliert. Vielleicht nicht als unsicherer Teenie, aber als erwachsene Frau. Heute jedenfalls würde ich einen derartigen Vorfall direkt meinem Vorgesetzten melden. Und wenn jemand einen entwürdigenden Kommentar macht, kann ich frei heraus sagen, dass ich das nicht möchte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum sehe ich mich trotzdem oft als Spielverderberin, wenn ich das tue? Etwa, weil es dann heißt, ich würde keinen Spaß verstehen? Weil ich dann das Label „schwierig“ verpasst bekomme?</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Liebe Frauen, lasst uns doch lieber „schwierig“ sein, als Übergriffe – selbst im Kleinen – hinzunehmen. Denn damit schützen wir nicht nur uns, sondern auch andere.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir zeigen damit deutlich: Die Verantwortung für männliches Verhalten liegt in deren Spielfeld, nicht oder zumindest nicht zuallererst in unserem.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und, liebe Männer, überlegt demnächst, ob eine Frau mit ihrer Meinung nicht doch recht hat, wenn sie sich mal wieder „schwierig“ verhält oder partout keinen Spaß verstehen will. Es könnte sein, dass euer Verhalten das Problem ist, nicht ihres.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Unsere Kultur spielt eine entscheidende Rolle</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als letzte Fußnote will ich noch einmal auf unsere Kultur eingehen. Denn eines weiß ich heute besser als damals: Geschichten prägen. Sprichwörter prägen. Lieder prägen. Vorbilder prägen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Zeit der späten 90er und frühen 2000er, in der ich meine Pubertät durchlief, war geprägt von bestimmten gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmustern, die unterbewusst meine damalige Wahrnehmung prägten. Hätte ich nicht so oft den Spruch „Was sich neckt, das liebt sich“ gehört und entsprechende Bücher und Filme dazu gelesen und gesehen, wäre mir das übergriffige Verhalten meines Klassenkameraden vielleicht früher aufgefallen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bis heute liebe ich „Enemies to Lovers“-Geschichten, bin aber skeptischer, was die Ausgestaltung dieses Motivs angeht und wie Männer- und Frauenrollen in Büchern, Filmen, Serien und Liedern generell dargestellt werden. Wie wir über Mann- und Frausein reden, welche Witze wir reißen und welche Geschichten wir einander erzählen, prägt nachfolgende Generationen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Erwachsene erkenne ich heute bestimmte Dinge als Klischees und lache allenfalls darüber. Als Heranwachsende fehlte mir dieser Durchblick vielfach noch. Umso besser, dass wir jetzt endlich darüber reden und Frauen offen ihre Erfahrungen teilen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn jede Frau, die Opfer geworden ist, merkt durch mutige Erfahrungsberichte wie den von Gisèle Pelicot: Ich bin kein Einzelfall! </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir über sexuelle Übergriffe sprechen, müssen wir als Gesellschaft daher nicht nur ehrlich darüber reden, wie wir im Alltag miteinander umgehen wollen, sondern auch darüber, welche Geschichten wir einander erzählen wollen und welche Rollenbilder von Männern und Frauen Liedtexte, Bücher, Serien und Filme vermitteln.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich hoffe, dass dies in Zukunft immer mehr Geschichten von gegenseitigem Respekt sein werden. Denn auch damit prägen wir eine frauenfreundlichere und damit letztlich respektvollere Zukunft für uns alle.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17319161.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 15 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Muss ich jedes Stoppschild mitnehmen?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/muss-ich-jedes-stoppschild-mitnehmen/2803-542-8040</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17318043/2803-542-8040</link>
      <description><![CDATA[Oder: Wie du dir unnötig das Leben schwermachst, indem du alles auf dich beziehst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125557.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Alexey (KI-generiert) /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich komme gut durch heute. Noch zweieinhalb Stunden auf Autobahn und Landstraßen, dann bin ich bei meinen Eltern. Zweimal im Jahr nehme ich mir diese Auszeit – ohne Mann und Kinder. Der Morgen lief erstaunlich rund: Die Hasen sind nicht verhungert, die Mädels angezogen (über modische Details sprechen wir ein anderes Mal), und ich sitze halbwegs pünktlich im Auto. Läuft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Während ich so vor mich hinfahre, rolle ich in einen einspurigen Baustellenbereich – und sehe es schon von weitem: ein großes, rotes Stoppschild. Mitten auf der Autobahn.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin irritiert. Soll ich jetzt ernsthaft eine Vollbremsung hinlegen? Ich fahre vorsichtig weiter und beobachte die anderen Wagen vor mir. Keine Bremslichter. Keine Panik. Und dann dämmert es mir: Das Schild gehört zur Baustellenausfahrt rechts von uns. Es hat rein gar nichts mit mir zu tun.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich atme durch und denke mir: Wie oft in meinem Leben zucke ich innerlich zusammen, obwohl die Aufforderung gar nicht an mich gerichtet war?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Sache mit den inneren Vollbremsungen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Satz, ein Blick, ein Kommentar – und schon rattern in meinem Kopf die Zahnräder: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was habe ich falsch gemacht? Warum meint er das jetzt gerade so? Was muss ich ändern?</em> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und es gibt ja nicht nur Stoppschilder, sondern auch noch „Vorfahrt gewähren“, „Schleudergefahr“, „Überholverbot“ oder „Einbahnstraße“. Und, ganz wichtig: die Sackgasse.  </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist, als würde mein System ständig davon ausgehen: Wenn irgendwo ein Schild steht, dann gilt es wahrscheinlich mir. Sicherheitshalber.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum Beispiel im Gottesdienst: Ich höre eine Predigt und komme mit einer To-do-Liste wieder raus: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Mehr beten. Mehr vertrauen. Mehr loslassen. Mehr von allem.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oder im Büro:. Der Chef sagt im Meeting: „Ich hätte mir gewünscht, dass ihr euch besser in die Thematik einarbeitet.“ Ich sitze da mit meinen 75 Prozent an Wissen und fühle mich ertappt. Dann gehe ich nach Hause, wo mein Mann die Bemerkung macht: „Der Flur müsste mal wieder geputzt werden.“ In meinem Kopf wird daraus: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Warum hast DU das nicht längst gemacht?“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade sensible Menschen haben eine besondere Antenne für Zwischentöne. Sie hören mehr als andere und fühlen sich schnell verantwortlich für Stimmungen, Erwartungen und Worte. Sie sind innerlich ständig auf Empfang. Das Problem ist: So fährt es sich anstrengend durchs Leben. Kein Wunder, dass das müde macht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Nicht jeder Impuls ist eine persönliche Lebensaufgabe</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Satz aus der Bibel ist für mich in diesem Zusammenhang sehr entlastend. Der Apostel Paulus schreibt:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen</em>.“ <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Galater5%2C1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Galater 5,1</a>)</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eigentlich meint Paulus hier die Last des Alten Bundes – das waren all die Gesetze, an die sich die Juden halten mussten. Durch Jesus wurden diese Gesetze aufgehoben – oder wie er es nannte: erfüllt. Aber ich kann diesen Satz von Paulus auch auf vieles beziehen, was sich in meinem Leben wie eine Last anfühlt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zur Freiheit befreit heißt für mich: Ich muss nicht jeden Impuls sofort in eine persönliche Lebensaufgabe verwandeln. Ich bin auch nicht dafür zuständig, jede Erwartung zu erfüllen, die irgendwo im Raum steht. Ich darf auswählen, worauf ich reagiere. Und selbst, wenn etwas ein bisschen auf mich zutrifft, dann muss ich gedanklich nicht gleich 100% daraus machen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich kann mir mein Leben zuverlässig verkomplizieren, indem ich alles persönlich nehme. Oder ich probiere es anders.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Freiheit, nicht überall anzuhalten</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Chef meinte vor allem die, die komplett unvorbereitet waren.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Die Predigt hatte einen Gedanken für mich, aber nicht gleich einen Fünfjahresplan.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und der Satz über den Flur war vielleicht einfach… ein Satz über den Flur. Und wenn nicht: Mein Mann weiß auch, wie der Staubsauger funktioniert!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn dieses diffuse schlechte Gewissen auftaucht – dieses „Du müsstest eigentlich…“ –, dann hilft es zu fragen: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Warum denn?</em> Wenn darauf keine klare Antwort kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich gerade auf ein Schild reagiere, das mir gar nichts zu sagen hat.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Drei Ideen zum Üben:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="e6bf7053b4e322ba1f800777ec8043e3a" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Beobachte.</strong> Wenn dich etwas triggert, stell dir innerlich vor: Da steht ein Verkehrsschild. Frag dich zuerst: Auf welcher Spur steht es – auf meiner oder nebenan? Nicht alles gilt dir. Und das ist herrlich befreiend.</li>
<li data-list-item-id="ee4bc11ed18175bd39bf07445d78d5be1" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Bewerte.  </strong>Welche Legitimation hat der andere, dir ein Schild aufzustellen?  Selbst wenn dir jemand ein „Durchfahrt verboten“ vor die Nase setzt, kannst du fragen: Ist derjenige vom Straßenverkehrsamt – oder stellt er das Schild einfach auf, in der Hoffnung, dass du reagierst?</li>
<li data-list-item-id="e986c6cc9cdea2be32653fb0c666d28f7" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Entscheide.  </strong>Wenn du dich darauf einlässt, dann nur, weil du es auch willst und nicht ausschließlich, weil du irgendeine Erwartung erfüllen musst. So ersetzt du Pflichtgefühl durch Freiwilligkeit und gehst die Sache aktiv an.</li>
</ul>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Erinnerungsbild</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Noch eine Stunde Fahrt zu meinen Eltern. Vor mir taucht ein Tempo-70-Schild auf. „Ist für mich gerade nicht relevant“, denke ich und lächle. Wie als Zeichen vom Himmel sehe ich einen Blitz. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wochen später habe ich Post bekommen. Das Blitzerfoto ist erstaunlich gut geworden. Ich klebe es mir zu Hause neben den Spiegel, als Erinnerung: Nicht alle Schilder gelten mir. Aber manche eben doch. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17318043.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 13 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vom Freund zum Feind: Israel und der Iran]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/vom-freund-zum-feind-israel-und-der-iran/2270-542-8051</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17316698/2270-542-8051</link>
      <description><![CDATA[Persiens lange Geschichte mit den Juden und wie sie mit dem aktuellen Konflikt zusammenhängt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125454.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Yasmin Peyman /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ende Februar starteten Israel und die USA einen Militärschlag gegen das iranische Regime. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer jahrzehntelangen Feindschaft. Seit der Islamischen Revolution 1979 verfolgt das iranische Mullah-Regime ein erklärtes Ziel: die Vernichtung des Staates Israel. Es finanziert Terrororganisationen, baut sein Raketenprogramm aus und arbeitet an der Atombombe – stets mit Israel im Visier. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun zogen Israel und die USA Konsequenzen: Es ist zum Krieg gekommen. Doch hinter diesem modernen Konflikt verbirgt sich eine Geschichte, die weit älter ist – eine Geschichte, in der Perser und Juden nicht immer Feinde waren. Ausgerechnet jetzt – inmitten des Krieges – wird diese jahrtausendealte Beziehung wieder lebendig. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Khamenei: Tod eines Tyrannen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die ersten Angriffe erfolgen am Morgen des 28. Februar 2026. Zuvor waren die Verhandlungen über das Atomprogramm des Irans erneut gescheitert. Die ersten Luftangriffe gelten dem Regime, allen voran dem „obersten Führer“ Ayatollah Ali Khamenei. Am Abend folgt die Bestätigung: Khamenei ist tot.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seit dem Tod des Regime-Gründers Ayatollah Ruhollah Khomeini 1989 hatte Khamenei mit eiserner Hand geherrscht. Im eigenen Volk galt er vielen als das menschgewordene Gesicht des Bösen. Er ließ Frauen unterdrücken und Andersdenkende foltern und hinrichten. Bei den landesweiten Anti-Regierungs-Protesten sollen im Januar 2026 zehntausende Demonstranten brutal ermordet worden sein. Und wie kein anderer verkörperte Khamenei den fanatischen, religiös motivierten Hass auf Israel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Iran antwortete auf den Angriff der USA und Israels mit hunderten ballistischen Raketen, gerichtet auf die israelische Zivilbevölkerung. Dabei setzt er vermehrt Streumunition ein. Dank modernster Luftabwehr und eines ausgeklügelten Frühwarnsystems ist der Schaden auf israelischer Seite bislang gering, dennoch kommen Menschen ums Leben, tausende wurden bereits verletzt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Verbündete im Schatten des Regimes: Israelis und Iraner</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch die Resilienz der Israelis ist ungebrochen. Sie hoffen, dass dieser Militärschlag endlich zum Niedergang eines Regimes führt, das sie seit Jahrzehnten terrorisiert. Zudem empfinden sie tiefe Sympathie mit den Menschen im Iran. Aus ihren Schutzbunkern posten viele auf Social Media Botschaften an die Iraner: „Haltet durch, Hilfe ist unterwegs.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch viele Iraner sehen in den Israelis Verbündete. In den Wochen, die dem Krieg vorangingen, forderten Demonstranten und Aktivisten im Iran und im Ausland, einen Militärschlag gegen das Mullah-Regime. Dabei wurde ein Appell in Israel besonders wahrgenommen: Einst schenkte der Perserkönig Kyros den Juden die Freiheit – nun möge Israel dem iranischen Volk zur Freiheit verhelfen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dem Tod Khameneis scheint dieser Moment nähergekommen: Auf den Straßen westlicher Großstädte versammeln sich im Anschluss hunderte Exil-Iraner, jubeln und schwenken die Löwen-und-Sonnen-Flagge neben der Fahne Israels. In London tanzen Iraner und Juden gemeinsam zu israelischer Musik. In Paris, Athen und Baku werden vor den israelischen Botschaftsgebäuden Blumen niedergelegt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dass Iraner und Israelis sich in diesem Moment so nah sind, wirkt auf den ersten Blick paradox. Doch ihre Beziehung ist weitaus älter als das Mullah-Regime und reicht bis in biblische Zeiten zurück.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Persien in der Bibel</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das antike Persien wird in der Bibel als eines der wenigen Reiche beschrieben, das den Juden gegenüber wohlwollend handelte. Es waren die Perser, die die Juden aus der Gefangenschaft der Babylonier befreiten. Der Perserkönig Kyros der Große entließ sie in die Freiheit und ordnete den Wiederaufbau des jüdischen Tempels in Jerusalem an. Kyros ist auch der einzige Nichtjude, den Gott in der Bibel als „mein Gesalbter“ bezeichnet. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Außerdem bekleideten Juden im Perserreich hohe Ämter. Daniel wurde vom Mederkönig Darius hochgeschätzt. Nehemia genoss als Mundschenk das besondere Vertrauen des Königs Artaxerxes. Mit königlicher Eskorte kehrte er als Statthalter nach Jerusalem zurück, um den Wiederaufbau der zerstörten Stadtmauern zu leiten. Und als der Amalekiter Haman die Juden Persiens vernichten wollte und letztlich scheiterte, wurde der Jude Mordechai ins zweithöchste Amt des Reiches befördert.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Perserkönige ermöglichten den Juden die Rückkehr ins Land Israel. Doch die meisten zogen das Leben in den wirtschaftlichen Zentren des Reiches vor – und über Jahrhunderte wuchs dort eine bedeutende jüdische Gemeinde heran. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Juden in Persien: Wie die Islamisierung alles veränderte</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit der arabisch-muslimischen Eroberung Persiens im 7. Jahrhundert und besonders nach der Einführung des schiitischen Islams als Staatsreligion im 16. Jahrhundert verschlechterte sich die Situation der Juden in der Region drastisch. Immer wieder kam es zu Massakern und auch zu Zwangskonvertierungen ganzer Gemeinden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erst die Modernisierung und Säkularisierung durch die Pahlavi-Dynastie, die von 1925 bis 1979 herrschte, setzte dem ein Ende. Diskriminierende Gesetze wurden aufgehoben und Zwangskonversionen verboten. Jüdische Schulen durften Hebräisch unterrichten und Juden konnten in den Staatsdienst eintreten. Dennoch blieb Antisemitismus in Teilen der Gesellschaft lebendig. Dies war einer der Gründe, warum bereits vor der Islamischen Revolution rund 70 000 iranische Juden nach Israel auswanderten.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unter den Pahlavi-Schahs blühten die iranisch-israelischen Beziehungen auf. Der Iran war eines der ersten muslimischen Länder, die den modernen Staat Israel anerkannten. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die beiden Länder kooperierten in der Landwirtschaft, bei Bewässerungstechnologien sowie auf Militär- und Geheimdienstebene. Iranisches Öl deckte 90 Prozent des israelischen Bedarfs ab, Israel diente dem Iran als Durchgangsland für seine Ölexporte nach Europa. Kurz vor der Islamischen Revolution arbeiteten israelische und iranische Forscher gemeinsam an der Entwicklung von Raketentechnologie.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vom Verbündeten zum Erzfeind</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dies änderte sich mit der Islamischen Revolution 1979. Die Mullahs übernahmen als strenggläubige schiitische Geistliche die Macht und setzen sich an die Spitze des neuen Regimes. Die Folge: Israelhass wurde zur Staatsdoktrin. Geleitet von einer gefährlichen Endzeit-Ideologie sind die Mullahs überzeugt, dass der Mahdi, der Zwölfte Imam, am Ende der Tage erscheinen wird. Doch dem muss die Vernichtung des jüdischen Staats und die Befreiung Jerusalems aus der Hand der Juden vorausgehen. Die Auslöschung Israels ist für das Regime also eine religiöse Pflicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bis heute sind die Auswirkungen davon spürbar: Die jüdische Gemeinde schrumpfte von rund 80 000 im Jahr 1979 auf heute knapp 8 000 Mitglieder. In der Führungsriege des Landes sind antisemitische Verschwörungsmythen sowie Holocaustleugnung Programm. Der Judenstaat gilt als illegitimes Symbol des westlichen „Imperialismus“ im muslimischen Nahen Osten, das es zu vernichten gilt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese religiösen Vernichtungsfantasien erklären, warum weder diplomatische Verhandlungen noch wirtschaftliche Sanktionen Teheran von seinem Kurs abbringen. Sie sind auch der Grund, warum der Iran Milliardensummen in die Auslöschung Israels investiert, während seine Bevölkerung verarmt. Dabei verfügt der Iran über eine der größten Erdöl- und Erdgasreserven der Welt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtigste Stütze des Regimes und wichtigstes Instrument seiner Ideologie sind die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Ihre Loyalität gilt nicht dem iranischen Volk, sondern dem Regime. Ihr Auftrag ist, die „Islamische Revolution“ ins Ausland zu exportieren. Seit Jahrzehnten rüsten sie dafür im gesamten Nahen Osten Terrororganisationen auf: die Hisbollah im Libanon, Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen, pro-iranische Milizen in Syrien und im Irak sowie die Huthi im Jemen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Terrornetzwerk, das Israel von allen Seiten umzingelt, hat ein Ziel: Den jüdischen Staat durch koordinierte Angriffe an mehreren Fronten zu zermürben und letztlich zu vernichten.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In den 2000er Jahren spitzte sich der Konflikt zwischen Israel und dem Regime in Teheran zu, als geheime iranische Atomanlagen aufgedeckt wurden. Äußerungen wie die des damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad, Israel müsse „von der Landkarte getilgt“ werden, ließen keinen Zweifel daran, welchem Zweck diese Anlagen dienen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Westen, angeführt vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama, versuchte mit dem Regime zu verhandeln. Die Israelis zogen einen Vergleich zur Appeasement-Politik der 1930er Jahre. Das 2015 unterzeichnete Atom-Abkommen bestätigte ihre Bedenken: es legte nicht die Beendigung des Atomprogramms fest, sondern lediglich seine vorübergehende, zeitlich begrenzte Einschränkung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Durch Cyberangriffe und Sabotageakte konnten Israel und seine Verbündeten das Atomprogramm immer wieder zurückzuwerfen. Dann wurde 2021 bekannt, dass der Iran bereits Uran auf einen Reinheitsgrad von 60 Prozent anreicherte. Von 60-prozentigem Uran ist es nur ein kleiner technischer Schritt zu atomwaffenfähigem 90-prozentigem Uran.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der 7. Oktober 2023: Zäsur für Nahost</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 markierte eine Zäsur. Einen Tag lang schien es, als läge Israel am Boden. Heute, zweieinhalb Jahren später, ist der jüdische Staat die regionale Supermacht im Nahen Osten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach zwei Jahren Krieg sind die Hamas im Gazastreifen und Hisbollah im Libanon schwer dezimiert, ihre gesamte Führung wurde ausgeschaltet. Der syrische Diktator Baschar al Assad, ein Verbündeter der iranischen Mullahs, ist nach Moskau geflohen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und nachdem der Iran im April 2024 seinen Stellvertreterkrieg eskalierte und Israel erstmals direkt angriff, folgte im Juni 2025 der israelische Gegenschlag. Zwölf Tage lang flogen israelische Kampfjets ungehindert am Himmel über Teheran und mit Unterstützung der USA wurden die lange gefürchteten Atomanlagen umfassend beschädigt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der aktuelle Militärschlag Israels und der USA könnte einen Systemwechsel in Teheran bewirken, womit der Kopf des Terrornetzwerks im Nahen Osten endgültig ausgeschaltet würde.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben der Führung des Regimes und der IRGC-Infrastruktur steht das ballistische Raketenarsenal im Visier, das auf mehr als 3 000 Geschosse geschätzt wird. Hinzu kommen die in Entwicklung befindlichen ballistischen Interkontinentalraketen, die auch Europa und die USA bedrohen könnten. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein neuer Naher Osten?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ob dieser Krieg den Beginn eines neuen Iran markiert, bleibt offen. Auch ob dieser neue Iran wieder wie zu Zeiten des Schahs ein Partner Israels und des Westens werden würde. Und obwohl ein Regime-Wechsel noch nie so greifbar war wie jetzt, bezweifeln viele Experten, dass dieser allein durch Luftschläge herbeigeführt werden kann. Zu tief reicht die Loyalität der IRGC, zu weitreichend sind ihre Machtstrukturen in Politik und Gesellschaft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Andere Experten warnen vor einem Machtvakuum, das ein geschwächter Iran hinterlassen könnte. Die Türkei, die offen den Anspruch verfolgt, zur führenden Macht der islamischen Welt aufzusteigen, würde diese Lücke nur zu gerne füllen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zumindest scheint die unmittelbare Bedrohung zurückgedrängt. Mit der Zerstörung des ballistischen Raketenarsenals sowie der Atom- und Militäranlagen ist eine Gefahr beseitigt, die nicht nur Israel, sondern die gesamte Region in Atem gehalten hat. Den sunnitischen Golfstaaten, allen voran den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, könnte dies den Weg freimachen für einen Nahen Osten, den sie seit Jahren anstreben: politisch stabil, wirtschaftlich vernetzt und im Frieden mit Israel.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Israelis und Iraner: gemeinsame Hoffnung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Londoner Stadtteil Golders Green haben Anwohner entlang einer Mauer tausende Poster aufgehängt. Sie zeigen lächelnde, vor allem junge Menschen. Es sind die Gesichter von Demonstranten, die im Januar bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste im Iran ermordet wurden. Exil-Iraner besuchen die Mauer, legen Blumen und Teddybären nieder, zünden Kerzen an. Der Ort der Gedenkmauer ist bezeichnend: sie markiert das Grundstück einer Synagoge. Etwa die Hälfte der Einwohner von Golders Green sind Juden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach dem 7. Oktober 2023 hingen an dieser Mauer Poster der 251 in den Gazastreifen verschleppten Israelis. Seitdem im Januar 2026 der Leichnam der letzten Geisel nach Israel zurückgebracht wurde, ist die einzige Erinnerung an jenen furchtbaren Tag eine Collage der Israelis, die auf dem Nova-Festival ermordet wurden. Sie hängt nun Seite an Seite mit den Bildern iranischer Todesopfer.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dass Iraner inmitten einer jüdischen Nachbarschaft ihrer Toten gedenken, spiegelt wider, was der aktuelle Krieg auf menschlicher Ebene bewegt. Israelis und Iraner, Juden und Perser, kommen einander näher. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie verbindet die Sehnsucht danach, endlich in Frieden zu leben, frei von einem Regime, das den jüdischen Staat, aber auch die eigene Bevölkerung seit Jahrzehnten terrorisiert.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet – durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf: </strong><a href="http://www.sareltours.com/de" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">www.sareltours.com/de</strong></a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17316698.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Versöhnung im Schatten des Krieges]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/versoehnung-im-schatten-des-krieges/2270-542-8049</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17309418/2270-542-8049</link>
      <description><![CDATA[Der Ukraine Krieg hat tiefe Traumata hinterlassen. Mit speziellen Trauma-Programmen will TWR dazu beitragen, dass seelische Wunden heilen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125320.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Juri Figueiredo /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Stimmung im Raum ist angespannt. Bei einer internationalen Frauenkonferenz sitzen sich Frauen gegenüber, deren Herkunftsländer seit Jahren von Krieg, Gewalt und Verlust gezeichnet sind. Die Konferenz wurde für Mitarbeiterinnen von TWR veranstaltet, die Frauen weltweit über christliche Medienangebote erreichen, stärken und begleiten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Teilnehmerinnen aus der Ukraine, Russland und Israel sind zurückhaltend. Wie spricht man miteinander, wenn das eigene Land bombardiert wird? Wenn Freunde an der Front sind? Wenn Familien auseinandergerissen wurden? Und wie hört man zu, wenn man weiß, dass die andere Seite ebenfalls leidet? Sie sitzen sich gegenüber und spüren, dass Aussprache notwendig ist.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ein Raum zum Zuhören</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Elmira* und Daniela* aus der Ukraine fangen zögerlich an zu erzählen. Von Nächten ohne Schlaf, weil die Warnsirenen stundenlang heulen. Von der Angst um ihre Väter, die jederzeit in den Krieg eingezogen werden können. Elmira erzählt von ihrem Bruder, der an vorderster Front verwundet wurde. Und den Tagen ohne Strom und Heizung, wenn sie mit ihrer Tochter einen Unterschlupf suchen muss.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann spricht Miryam* aus Israel über das Leben mit permanenter Bedrohung, über Trauer und das Gefühl, dass Sicherheit jederzeit zerbrechen kann. Schließlich erzählt auch Anna* aus Russland, wie es ihr und ihren Angehörigen in den letzten Jahren ergangen ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum ersten Mal hören die fünf Frauen nicht nur übereinander - sie hören einander zu. Wut bekommt Raum und Angst Worte. Sorgen und Gedanken dürfen ausgesprochen werden, ohne unterbrochen zu werden. Es ist ein intensives Gespräch, eines, das notwendig ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie verstehen, dass sie alle Betroffene sind. Tränen fließen und sie umarmen einander. Der Krieg hat unterschiedliche Gesichter, aber eine Last, die alle Beteiligten tragen: Trauma.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schritte Richtung Versöhnung</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es war ein unerwartetes Gespräch, das keine schnellen Lösungen oder einfache Antworten erforderte. Ein Gespräch, in dem Schmerz ausgesprochen wurde, Zuhören möglich war und erste Schritte in Richtung Versöhnung entstanden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mitten aus Begegnungen wie diesen entstand der Impuls für ein Trauma-Programm. Soldaten an der Front sowie Rückkehrer aus dem Krieg tragen tiefe seelische Verletzungen davon. Auch ihre Familien sowie die TWR Teams selbst sehen sich mit Fragen konfrontiert, für die es kaum Antworten gibt.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ein Programm für Heilung</strong></h3>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Im Krieg entstehen im Herzen der Menschen tiefe, seelische Verletzungen. Umso wichtiger ist es, traumatisierende Erfahrungen frühzeitig aufzuarbeiten, bevor sie krank machen.</h3>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Maria, TWR Leiterin für Russland, Belarus und Ukraine, sieht die Not. Auf einer Konferenz lernte sie vor einigen Monaten die Traumatherapeutin Kristina Raschen kennen und stieß eine Zusammenarbeit an. Gemeinsam entwickeln sie zurzeit ein Trauma-Programm für Soldaten, Therapeuten und Seelsorger sowie für Familien. Es setzt bewusst früh an und ermutigt Menschen, sich mit den Folgen von Krieg und erlebtem Trauma auseinanderzusetzen, bevor sich Ohnmacht und Verbitterung festigen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Videos mit persönlicher Ansprache</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kern des Programms sind kurze Videos, in denen Traumatherapeutin Raschen den Umgang mit Trauma, Trauer, Wut und Versöhnung im christlichen Kontext anspricht. Geplant sind 15 Videos für Soldaten, rund 12 für Therapeuten und Seelsorger sowie eine weitere Reihe für Familien.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Programme sollen über verschiedene Medienplattformen der TWR Teams veröffentlicht werden. Sie können auch in Gemeinden und der Seelsorge eingesetzt werden. Um möglichst vielen Betroffenen zu helfen, wird das Trauma-Programm mit einem KI-Programm in sechs Sprachen übersetzt: Deutsch, Englisch, Russisch, Ukrainisch, Hebräisch und Arabisch.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Stimmen von der Front</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was all das notwendig macht, zeigt sich in den Stimmen direkt aus dem Krieg. Immer wieder erhalten die TWR Teams in Russland und der Ukraine Berichte von der Front. Kurze Nachrichten, letzte Briefe, Sätze aus Extremsituationen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einer davon stammt von einem russischen Soldaten. In einem Brief an seine Angehörigen schreibt er: „Es gibt hier keinen mehr, der nicht an Gott glaubt.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Satz, der deutlich macht, wie sehr der Krieg Menschen an ihre inneren Grenzen führt unabhängig von Herkunft oder Seite. Fragen nach Sinn, Schuld und Hoffnung drängen sich auf in einem Konflikt zwischen Ländern, die sich einst nahe standen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Machen Sie einen Unterschied! </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=4575&amp;restrict=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Ihre Spende</a> ermöglicht die Umsetzung des Programms. Damit Menschen in Kriegsgebieten ihr Trauma aufarbeiten können und Hoffnung und Heilung in Jesus finden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;">*Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.</span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17309418.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Wed, 08 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ostern ist vorbei – die Auferstehung bleibt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/ostern-ist-vorbei-die-auferstehung-bleibt/2803-542-6970</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/14565646/2803-542-6970</link>
      <description><![CDATA[Mehr als ein Datum im Kalender; Wie die Hoffnung auf Ewigkeit unseren Alltag bereichert.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/844952.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Thomas Schutze /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im ersten Brief an die Korinther, Kapitel 15, erinnert Paulus die Christen in der Gemeinde in Korinth an das, was er sie gelehrt hat. Offensichtlich weichen sie – oder zumindest einige von ihnen – allmählich davon ab, haben mittlerweile ihre Überzeugung verloren oder verwässern lassen, dass es eine Auferstehung gibt, also dass es nach dem irdischen Leben, das irgendwann endet, weitergehen wird.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Erinnerung an die frühere Überzeugung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus stellt im ersten Satz schon klar, dass die Christen in Korinth eigentlich wissen, um was es im Glauben geht. Er selbst hat ihnen das Evangelium, die Botschaft von Jesus Christus, verkündigt, die Korinther haben es angenommen und jetzt sagt Paulus, dass sie selig werden: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> […] wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Korinther 15,2</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit anderen Worten: Alles ist klar, wenn sie sich an das halten, was ihnen durch Paulus gesagt wurde: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift […]“</em><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C3-4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Korinther 15,3b-4</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus zählt etliche Zeugen auf, die Jesus nach seiner Auferstehung gesehen haben, die ihm begegnet sind, die gesehen haben, dass er lebt. Die Korinther scheinen diese Erinnerung nötig zu haben, denn es war damals so wie heute: Dass Jesus auf der Erde gelebt hat, ist erwiesen. Das lässt man so stehen. Aber dass er gestorben ist, tot war und dann wieder lebendig wurde – das ist dann doch manchem zu viel. Da hört ihr Glaube auf. Und das ist gerade so, als ob man gar nicht erst den Glauben angenommen hätte.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn man Jesus zwar als guten, gar vorbildlichen Menschen anerkennt, ihm vielleicht sogar das eine oder andere Wunder zutraut, das er zu Lebzeiten vollbracht hat, dann aber seinen Tod und seine Auferstehung leugnet, ist das kein Glaube, der zur Rettung führt.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Was wäre, wenn….</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau diese Überlegung greift Paulus auf und spinnt den Gedanken weiter, was wäre, wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden wäre:</p>

<ol style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Alles, was über den Glauben gesagt wird, könnte man dann vergessen</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jeglicher Glaube wäre null und nichtig</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Verkündigung wäre eine glatte Lüge</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Es gäbe keine Vergebung der Sünden</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Auch die, die bereits im Glauben verstorben sind, wären verloren</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Alle die, die auf Jesus Christus nur in diesem Leben hoffen, wären „angeschmiert“.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ol>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus sagt, sie wären dann <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„die elendesten unter allen Menschen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Korinther15%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Korinther 15,19</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein schreckliches Szenario. Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, wenn es also keine Auferstehung von den Toten gäbe – dann gäbe es für niemanden Hoffnung. Dann wäre das Leben auf wenige Jahre auf der Erde beschränkt und man müsste alles hineinpressen, was man nicht verpassen zu dürfen glaubt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Doch Jesus ist auferstanden und lebt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus betont: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ </em>(Vers 20) </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und damit gibt es für alle, die ihn angenommen haben, Hoffnung auf ewiges Leben – nach dem irdischen, dem endlichen Leben hier auf dieser Erde.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Nur eine Vertröstung auf das Jenseits?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ist das nun eine Vertröstung – gar eine billige Vertröstung – auf das Jenseits, mit der man die abspeisen kann, die im Diesseits benachteiligt, unterdrückt, entrechtet werden?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Ich fasse kurz zusammen:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jesus Christus ist am Kreuz gestorben, weil er die Sünden der Menschen auf sich nehmen wollte, damit wir gerettet werden können.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Also steht jeder Mensch vor der Entscheidung: Sage ich ja zu Jesus und nehme ihn als meinen Herrn an, bringe ihm meine Sünde und nehme seine Vergebung an – oder lehne ich ihn ab und bleibe mit meiner Schuld allein?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Er ist auferstanden und lebt.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Menschen, die an ihn glauben und ihm ihr Leben anvertrauen, werden ebenso auferstehen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod macht den Unterschied, wie ich hier auf dieser Erde lebe. Es ist nicht vergeblich, was ich hier tue. Es ist nicht unbedeutend, wie ich es tue.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gott schenkt den Sieg – heute und in Ewigkeit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und dass ich etwas tun kann, dass ich im Glauben an Jesus Christus mein Leben gestalten kann, das ist ein Geschenk. Hier nochmals Worte von Paulus an die Christen in Korinth: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn“</em> (Verse 57-58).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist kein Aufruf zum passiven Abwarten, was geschehen wird – es ist ein Appell, dieses endliche Leben in der Verantwortung vor Gott so zu leben, dass es Auswirkungen bis in die Ewigkeit hat.</p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/14565646.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 06 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auferstehung ins Leben]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/auferstehung-ins-leben/2803-542-8038</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17313665/2803-542-8038</link>
      <description><![CDATA[Was bedeutet Auferstehung? Auszug aus dem Gedichtband „Und dann stirbt Gott“ von Matthias Drodofsky.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125449.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francesco Ungaro /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Auferstehung – das passiert doch erst am Ende aller Zeiten, könnte man meinen. Wenn alles vorbei ist. Doch die Auferstehung ist mehr als das: Sie geschieht im Hier und Jetzt und bewirkt Neuanfänge mitten im Leben. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Matthias Drodofsky, geb. 1988, ist Pastor in Berlin und promoviert derzeit an der Universität Oldenburg. In seinem Gedichtband </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/148887" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Und dann stirbt Gott“</em></a><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> nähert er sich literarisch dem Herz des christlichen Glaubens an: Passion, Kreuz und Auferstehung. Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung der </em><a href="https://neukirchener-verlage.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Neukirchener Verlage</em></a><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> ein Gedicht aus seinem Buch. </em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Auferstehung ins Leben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Erde bebte, Felsen zerbarsten, Gräber öffneten sich</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">und die Leiber vieler gottesfürchtiger Männer und Frauen,</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">die schon längst verstorben waren, wurden von den</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Toten auferweckt. (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Matth%C3%A4us27%2C52" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 27,52</a>)</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
In der Ostergeschichte<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Heißt es vollmundig: <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Die Gräber wurden leer.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Auferstehung<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ist eine Auferstehung der Vielen:<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Der Jüngerinnen und Jünger.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Der Menschen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber, mag man einwenden,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Die Jüngerinnen und Jünger,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Waren doch gar nicht tot?!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Zumindest wie tot<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Zerbrochene Leben, Träume, Gottesbilder, Selbstbilder, Weltbilder<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Alles begraben.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Alles zerstört.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Alles tot. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Vor ihren Augen gestorben,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Als Jesus starb. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und manche von ihnen<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Trugen ihren Anteil daran.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Durch Feigheit oder Verrat. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Durch Ostern werden diese<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Deprimierten Gestalten<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Neu zum Leben erweckt. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Aus ihnen war das Leben gewichen<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und dann kommen sie neu zum Leben.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Das Leben kommt zu ihnen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Gott reißt heraus aus der Todesnacht.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Begegnung mit Jesus<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Findet für die Jüngerinnen und Jünger<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Eine eigene Auferstehung statt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ihr Leben beginnt neu<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Wird anders.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Auferstehung meint:<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Neu ins Leben finden.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da, wo im Leben Todesnacht<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und Dunkelheit<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und Hoffnungslosigkeit<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Raum eingenommen hat.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Da braucht es eine rettende Kraft.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Da, wo das Leben vor sich hindümpelt,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Perspektivlos geworden ist,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Kraftlos, <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Mutlos,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Da braucht es eine auferweckende Kraft:<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Auferstehung.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Auferstehung heißt:<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Das Leben finden.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Mit Gott.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und gefunden werden,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Wo man verloren war.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auferstehung ist nicht etwas,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Was am Ende aller Zeiten geschieht,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Sondern mittendrin<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Zum Neuanfang wird.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ostern beschreibt einen Weg<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Aus der Dunkelheit der Nacht<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
In das Licht des Ostermorgens.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ohne Ostern<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Wäre Jesu Tod<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Nur eine tragische Geschichte,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ein Getöteter mehr oder weniger.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Karfreitag ist,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Einmal mehr,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ein Schauspiel der Dunkelheit dieser Welt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Traurig und tragisch.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Dann aber,<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ändert sich alles:<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ein Neubeginn.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Totes wird auferweckt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Und nichts ist wie zuvor.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;">Aus: Matthias Drodofsky, Und dann stirbt Gott. Auf der Spur von Passion und Ostern. © 2026 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, S. 111-113.</span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Matthias Drodosfky</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17313665.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Matthias Drodosfky]]></author>
      <pubDate>Sun, 05 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Am Kreuz zeigt sich Gottes Liebe]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/am-kreuz-zeigt-sich-gottes-liebe/2803-542-8052</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17312679/2803-542-8052</link>
      <description><![CDATA[Was ist der größte Liebesbeweis? Nicht Romantik, sondern das Kreuz: Jesus stirbt für dich. Gedanken zu Karfreitag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125467.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Patrick Tomasso /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was ist der größte Liebesbeweis, den es gibt? Vielleicht ein Soldat, der für seine Kameraden sein Leben lässt? Oder eine Mutter, die alles aufgibt, um ihr Kind zu retten? Oder auch Jack und Rose auf der Titanic? Das alles sind beeindruckende Beweise von tiefer Liebe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Liebesbeweise können sehr tragisch sein wie auf der Titanic – ich bin mir sicher auf der Tür wäre Platz für zwei gewesen! Aber auch recht unspektakulär, wenn man einen wichtigen Termin absagt, um für den kranken Ehepartner da zu sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch all diese Geschichten kommen niemals an das heran, was an Karfreitag passiert ist. Da kommt jemand auf die Welt, der behauptet Gott zu sein, und dann stirbt er. Aber er stirbt nicht einfach so. Er stirbt auf eine der brutalsten Art und Weisen, wie Menschen umgebracht werden können – durch eine Kreuzigung. Wieso ist das so ein großer Liebesbeweis und warum ist sein Tod überhaupt notwendig?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was ist die Kreuzigung?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zuerst schauen wir uns aber den Tod von diesem Menschen genauer an. Jesus wurde gekreuzigt. Diese Hinrichtungsart war vor allem bei den Römern sehr beliebt, da sie öffentlichkeitswirksam war. Das bedeutet: Sie fand immer an Orten statt, an denen jeder gut sehen konnte, wie schmerzhaft es ist, am Kreuz zu sterben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meist wird der Gekreuzigte dabei nackt an das Kreuz gebunden oder durch das Fersenbein und Unterarm ans Kreuz genagelt. Die Folge war eine lange Leidenszeit, bei der am Ende die Lunge kollabiert, was zum Ersticken führt. Hin und wieder wurde die Leidenszeit verkürzt, indem die Beine gebrochen wurden. So zerreißt die Lunge schneller.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Warum Jesus am Kreuz stirbt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Laut der Bibel hat Jesus diesen Tod freiwillig gewählt. Die Bedeutung seiner Kreuzigung für uns Menschen wird in der Theologie bis heute diskutiert. Das ist verständlich, denn wieso sollte Gott das sich selbst, beziehungsweise seiner menschlichen Gestalt antun? Warum sollte Gott sich auf den Weg zur Erde machen, nur um dort so zu sterben? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Johannes und Matthäus berichten an mehreren Stellen in ihren Evangelien davon, warum Jesus stirbt: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes12%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 12,24</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes1%2C29" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 1,29</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us26%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 26,27</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All diese Verse arbeiten mit Allegorien und Bildern und wir sollten sie heute unter Bezugnahme auf die damalige jüdische Kultur deuten. Tun wir das, ist die dahinterstehende Kernaussage klar: Jesus ist gestorben, damit Schuld vergeben wird – meine und deine.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jetzt kenne ich dich und deine Situation nicht, aber vielleicht fragst du dich: Was habe ich denn so Schlimmes getan, dass dieser Jesus glaubt, für mich sterben zu müssen? Dies ist eine berechtigte Frage! Immerhin gibt es deutlich schlimmere Menschen als mich oder dich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch generell sind wir als Menschheit über das Denken hinausgekommen, dass Blut vergossen werden muss, um eine böse Tat zu sühnen. Für tausende von Jahren war es üblich, nach dem Motto „Auge um Auge – Zahn um Zahn“ zu leben. Also dem Täter das zuzufügen, was er dem Opfer angetan hat. Doch für uns heute ist klar: Das ist eine veraltete Vorstellung! So wurde die letzte Todesstrafe in der Bundesrepublik 1949 durchgeführt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Insgesamt werden rechtliche Strafmaßnahmen in der heutigen Zeit eher als Abschreckung, Anreiz zur Besserung oder Schutz der Bevölkerung gesehen. Dass dadurch wirklich Schuld abgegolten wird wie etwa nach Denkweise der Bibel, steht heute nicht mehr so im Fokus – und wird zum Teil auch kritisiert, wenn nach schweren Straftaten härtere Strafen von der Öffentlichkeit gefordert werden?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum also braucht Gott unbedingt das menschliche Opfer? Wieso kann er nicht einfach so Schuld vergeben? Es ist doch allmächtig.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht haben wir aber auch eine falsche Vorstellung davon, in welche Kategorie unsere eigene Schuld fällt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Mehr als ein Strafzettel</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um das zu erklären, möchte ich dir ein Beispiel erzählen. Stell dir vor, ich fahre mit meinem Auto nachts nach Hause, das letzte andere Auto habe ich vor 5 Minuten gesehen, da ich auf der Landstraße in der letzten Ecke Deutschlands lebe. Nun kommt eine Kreuzung auf der Landstraße und die Ampel ist rot. Weit und breit ist kein Auto in Sicht. Da ich müde bin, fahre ich trotzdem über die Ampel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch den Polizisten am Straßenrand habe ich übersehen. Jetzt müsste ich eine Strafe zahlen. Das wäre gerecht, doch der Polizist macht sein privates Portemonnaie auf und bezahlt für mich mein Knöllchen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen haben die Vorstellung, dass Jesus am Kreuz so gehandelt hat, wie dieser Polizist. Doch wie dramatisch wäre es, wenn das wahr wäre!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann hätten wir einen bestialischen Gott, wenn man sich die Schmerzen von Jesus am Kreuz anschaut. Denn was für ein schwacher Gott wäre das? Ein Gott, der sich Regeln unterwerfen muss und wegen einer kleinen Gesetzesübertretung einen Menschen ans Kreuz nageln lässt, selbst wenn es sein eigener Sohn ist? Ein Gott, der nicht ohne Sühne vergeben kann?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Jesu Tod war kein Versehen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch schauen wir uns noch einmal genauer an, was Jesus in den obengenannten Versen gesagt hat. Sie alle verdeutlichen: Der Tod Jesu war kein Versehen, keine unerwartete Wendung und auch kein Versagen politischer Anführer<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">.</em></p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Tod Jesu war von Anfang an der Plan! Er ist auf die Erde gekommen, um zu sterben. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei seinem Tod macht Jesus das auch klar: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Danach, da Jesus wusste, dass alles schon vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! Es stand da ein Gefäß voll Essig. Sie legten nun einen Schwamm voller Essig um einen Ysop und brachten ihn an seinen Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: ‚Es ist vollbracht!‘ Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Johannes19%2C28-30" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 19,28-30</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus wusste, dass sein Auftrag vollbracht ist. Der Begriff, der hier im Griechischen verwendet wird, kann mit verschiedenen Bedeutungen gefüllt werden:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="e7ed26b298e7942deba79d9ba09c0b5d7" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Einmal kann er bedeuten, dass ein Plan ausgeführt und zu Ende gebracht wurde. Damit unterstreicht er, dass es kein Versehen, sondern geplant war, dass Jesus stirbt. </li>
<li data-list-item-id="eda904f30838c99fabf54a52654ae3079" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dann bedeutet der Begriff auch, dass eine „Verpflichtung erfüllt ist“, sprich dass die Schulden abbezahlt sind. Oft wurde er auch dafür verwendet, dass ein Sklave die Schuld für sein Leben an seinen Herren gezahlt hat und sich damit freigekauft hat.</li>
<li data-list-item-id="e25f691dac036a2192be7d9e6aaea06c4" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Zudem wurde der Begriff von Priestern verwendet, wenn sie ein Opfer dargebracht haben, oder wenn neue Priester eigesetzt wurden.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup>
</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus nimmt ganz bewusst die Opferrolle an, jedoch nicht in passiver Weise, sondern ganz aktiv. Er antwortet nicht mit mehr Gewalt auf die Gewalt anderer, sondern hält auch die andere Wange hin. Das typische Verständnis damals war es, mit Gewalt auf Gewalt zu antworten. Doch Jesus lässt sich nicht nur schlagen, sondern auch töten für den Schmerz, den wir Menschen ihm und einander angetan haben.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit durchbricht er den Kreislauf der Gewalt, in dem sich die Menschen damals befunden haben und in den auch wir heute noch oft geraten.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die wahre Tragik unserer Schuld</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jetzt fragst du dich vielleicht: Aber was hat das jetzt mit mir zu tun? Ist schön und gut, dass Jesus seinen Plan durchgezogen und den Kreislauf der Gewalt durchbrochen hat, aber welche Bedeutung hat das für mein Leben?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier kommen wir noch einmal auf die Ampel zurück. Stell dir vor: Es ist wieder Nacht und ich fahre in meinem Auto über die Landstraße. Ich komme an die Ampel ran, schaue mich um. Dieses Mal ist dort kein Polizist und ich fahre über die rote Ampel. Doch ich habe nicht gesehen, dass von links ein 40 Tonnen schwerer LKW mit 80 Sachen auf mich zurast. Die Chance, dass ich überlebe, wenn er mich trifft, ist null. Das ist der Preis meines Fehlverhaltens. Das ist das, was mir zusteht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch was der LKW-Fahrer macht, ist dies: Er lenkt mit voller Absicht nach rechts, so dass er knapp mein Auto verfehlt, in dem Wissen, dass er so gegen einen gigantischen Baum fährt und dabei selbst sicher stirbt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja, auch dieses Bild hat seine Schwierigkeiten, doch es zeigt eines: Gott ist nicht ein unbeteiligter Richter, der irgendein Gesetz erfüllen muss. Und es zeigt, dass mein Handeln zur Folge hat, dass jemand sterben muss.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deswegen ein weiteres Beispiel: Stell dir vor, ich lüge einen guten Freund an. Im ersten Moment wirkt es nicht bedeutsam. Doch diese Lüge zerstört Vertrauen und damit unsere Beziehung. Selbst wenn mein Freund mir vergibt, bleibt es im Hinterkopf. Ich merke daran, dass selbst ein kleines Vergehen wie eine Lüge oder das Fahren über eine rote Ampel Folgen hat, die ich nicht direkt sehe. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Fehlverhalten hat immer Folgen – oft solche, die ich nicht kontrollieren oder vorhersehen kann. Und im Extremfall kostet es Leben.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie Beziehung wieder möglich wird</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott wünscht sich für uns ein Leben in guten Beziehungen voller Liebe, Freude und Hoffnung. Doch dem steht unsere Schuld im Weg. Der Tod von Jesus am Kreuz zeigt deswegen: Schuld ist nicht harmlos. Schuld zerstört Beziehungen. Schuld richtet sich gegen das, was Gott sich für uns gedacht hat. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesu Ausspruch „Es ist vollbracht“ heißt in diesem Kontext: Die Last der Schuld ist getragen. Nicht durch mich, sondern Jesus hat sie getragen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da Schuld reale Beziehungen und Leben zerstört, kann sie nicht einfach ignoriert werden. Ein nett gemeintes „Passt schon“ reicht eben nicht. Es braucht jemanden, der den Schaden auf sich nimmt. Das tut Jesus mit seinem Tod am Kreuz – und zwar aus Liebe zu dir und mir (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Galater2%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Galater 2,20</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesu Ausruf „Es ist vollbracht“ wurde so zum größten Liebesbeweis der Menschheitsgeschichte. Und er kann auch für dich zur Realität werden. Nicht als Druck, sondern als Angebot. Du kannst frei zu Gott kommen und ihm deine Schuld hinlegen. Er hat sie am Kreuz getragen. Eine geheilte Beziehung zu Gott ist möglich.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> vgl. Bd.4, S.1745; Sundermeier, T. u. a. (2001) „Kreuz/Kreuz Christi“, Religion in Geschichte und Gegenwart. 4., vollständig neubearbeitete Auflage. Herausgegeben von H.D. Betz u. a. Tübingen: Mohr Siebeck.</span></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup> vgl. Bd.8, S.58ff: Delling, G. (1969) „τελέω“, Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament. Herausgegeben von G. Kittel und G. Friedrich. Stuttgart; Berlin; Köln; Mainz: Verlag W. Kohlhammer.</span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Julian Thyroff</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17312679.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Julian Thyroff]]></author>
      <pubDate>Fri, 03 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wir sind zu leise!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wir-sind-zu-leise/2270-542-8050</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17310788/2270-542-8050</link>
      <description><![CDATA[Sexismus in christlichen Kreisen: Lasst uns über Machtmissbrauch und Gewalt reden, statt Dinge unter den frommen Teppich zu kehren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125419.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als ich 17 war, fuhr ich mit meinem Jugendkreis an einem heißen Sommertag zu einem Event in einer Gemeinde in der Umgebung. Dort predigten junge Menschen über sexuelle Reinheit. Ein Mädchen auf der Bühne flehte uns „von Frau zu Frau“ an: „Mädchen, ich bitte euch: Bedeckt eure Schultern!“  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine andere Frau erklärte uns, es sei nicht in Ordnung, den künftigen Ehemann vor der Hochzeit zu küssen. Den Vogel aber schoss ein junger Mann ab. Er schleuderte uns Mädchen im Publikum entgegen: „Ich habe schon Prostituierte gesehen, die waren besser angezogen als ihr! Und ich sage euch das, weil ich euch liebe!“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Freundinnen und ich begannen nervös, an unseren Tanktops herumzuzupfen. Beschämt sahen wir einander an. Wir waren gerade mit Huren verglichen worden. In den Augen dieses Mannes, der kaum älter war als wir, standen wir schlimmer da als diese „Sünderinnen“. Oder sagen wir lieber: als Frauen, die sehr häufig aus wirtschaftlicher Not oder Zwang heraus in der Prostitution landen und dabei in vielen Fällen Gewalt erfahren. Der Vergleich war jedenfalls nicht freundlich gemeint. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Unterordnung, Machtgefälle und die Gefahr von Gewalt</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damals fehlten mir die Worte dafür, doch heute erkenne ich: Solche Botschaften beschämen und prägen ein Klima, das Übergriffe ermöglicht. Was in dieser Gemeinde gepredigt wurde, war geistliche Gewalt – unter dem Deckmäntelchen der Sorge um unsere körperliche und seelische Unversehrtheit, angewärmt mit dem Begriff „Liebe“. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit geistlicher Gewalt meine ich: Wenn Glaube, Bibel oder „Liebe“ benutzt werden, um Menschen kleinzumachen, zu beschämen, zu kontrollieren oder sie vom Widerspruch abzuhalten. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Ziel der Ansprache damals war, uns Mädchen in unsere Schranken zu weisen, denn freie Entfaltung birgt die Gefahr von “Fehltritten”. Wir sollten lernen, wie sich eine anständige Frau verhält. Wir sollten lernen, dass unser Körper unserem späteren Ehemann „gehört“ und es in unserer Verantwortung liegt, unseren „Wert“ für ihn zu erhalten.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Uns wurde erzählt, es würde uns innerlich befreien, wenn wir gemäß unserer Stellung leben: dem Mann untergeordnet, seiner Weisung folgend. Ist es nicht erleichternd, wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen zu müssen? Der Mann übernimmt als „Haupt“ die Verantwortung und wir Ehefrauen sind dadurch „befreit“, unseren uns zugewiesenen Dienst zu erfüllen: Kinder, Küche, Kirche.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schöpfungsordnung oder Schutz im Patriarchat?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man kann so leben, wenn man das aus freien Stücken entscheidet, aber es ist kein Muss. Viele Frauen – mich eingeschlossen – finden keine Erfüllung darin, auf Heim und Herd reduziert zu leben und bei wichtigen Entscheidungen in der Partnerschaft aufgrund unseres Geschlechts nie das letzte Wort haben zu dürfen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Beziehungsmodell „Mann führt, Frau ordnet sich unter“ mag biblisch begründbar sein, doch es hat einen Haken: Wo der eine entscheidet und die andere gehorcht, entsteht ein Machtgefälle. Wenn dann zusätzlich „Gott will das so“ als Schutzschild dient, wird Widerspruch geistlich entwertet. Das senkt die Hemmschwelle für Übergriffe und bereitet einen Nährboden, auf dem Gewalt gedeihen kann. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt mehrere sehr bekannte Bibelstellen, in denen erläutert wird, wie sich Frauen und Männer in ihren Partnerschaften zueinander zu verhalten haben. Die folgende Liste ist nur beispielhaft, nicht vollständig. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine sehr häufig zitierte Stelle stammt vom Apostel Paulus:  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ordnet euch aus Achtung vor Christus bereitwillig einander unter. Ihr Ehefrauen sollt euch euren Männern unterordnen, so wie ihr euch dem Herrn unterordnet“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Epheser 5,21-22</a>).  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch der Apostel Petrus spricht als Mann seiner Zeit aus der patriarchal geprägten Perspektive:  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ebenso gilt für euch Männer: Euer Verhalten gegenüber euren Frauen soll von Achtung geprägt sein. Begegnet ihnen verständnisvoll, denn sie sind die Schwächeren“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Petrus3%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Petrus 3,7</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ansonsten wird zur Erklärung der Geschlechterverhältnisse noch gerne der Schöpfungsbericht zu Rate gezogen:  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose2%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 2,18</a>).  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Wort im Urtext, das hier mit „Hilfe“ übersetzt wird, lässt sich mehrdimensional deuten: Es könnte sowohl der hebräischen Wortwurzel für „Stärke“ als auch der für „helfen/retten“ entstammen. Eins ist aber bedeutsam: Das gleiche Wort wird immer wieder im Kontext mit Gott verwendet. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch der Sündenfall bietet einen Erklärungsansatz:  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„… und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose3%2C16" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 3,16</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All diese Verse stehen hier ohne ihren Kontext, der jeweils einen eigenen Artikel wert wäre.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ist die Unterordnung der Frau gottgewollt oder nicht?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt zwei Interpretationswege, um diese Frage biblisch zu deuten:  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">1. Die Unterordnung der Frau ist gottgewollt und Teil seiner guten Ordnung: Gott hat Mann und Frau gleichwertig geschaffen, aber mit unterschiedlichen, sich ergänzenden Rollen, in denen der Mann eine dienende Leitungsverantwortung übernimmt. Die Anweisungen der Apostel zu Unterordnung und Leitung werden als zeitlose Rückbindung an diese Schöpfungsordnung verstanden, nicht nur als Anpassung an die damalige Kultur.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">2. Die Unterordnung dient der Frau als Schutz in einem patriarchalischen System: Gottes ursprüngliche Idee ist partnerschaftliche Gleichwertigkeit ohne Hierarchie. Die Unterordnung der Frau nach dem Sündenfall beschreibt die gefallene Realität, nicht Gottes Ideal. Die neutestamentlichen Anweisungen zur Unterordnung werden als seelsorgerliche Weisungen in eine patriarchale Kultur hinein verstanden, die im Licht von Jesus und Versen wie z.B. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Epheser5%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Epheser 5,21-22</a> hin zu gegenseitiger Unterordnung und voller Gleichberechtigung weitergeführt werden.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">(Quelle: <a href="https://www.bibleserver.com" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Nikodemus/Bibleserver.com</a>) </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für beide Interpretationswege gibt es hinreichende Argumente. Persönlich favorisiere ich Variante 2: Ich erkenne keine Logik darin, wie wir einerseits als Mann und Frau als Gottes Ebenbilder geschaffen sind, die Frau dann aber hierarchisch unter dem Mann stehen soll – als wäre dieser Teil der Ebenbildlichkeit Gottes eben nicht ganz so „gelungen“ wie der andere.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich glaube, dass diese Form der Hierarchie ein Erbe jahrtausendealter patriarchaler Strukturen ist und keine göttliche Absicht. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hätte Gott Frauen per se als untergeordnet angesehen, warum hat er dann nicht an unserem Intellekt und an der Leitungs- und Lehrbegabung gespart, die viele Frauen mitbringen? </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir hätten all das und noch einiges mehr sonst ja gar nicht nötig gehabt.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nein, ich glaube, dass Gott Frauen nicht in Hierarchien und Rollenbilder zwingt. Jesus hat es jedenfalls nicht getan, sondern Frauen zu Begleiterinnen, Gesprächspartnerinnen, Multiplikatorinnen und sogar Zeuginnen seiner Auferstehung gemacht. Er hat mit den etablierten Regeln des Patriarchats an mehreren Stellen gebrochen. Offenbar waren sie nicht in seinem Sinne.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber nach dieser Sprungschanze nun zum eigentlichen Anliegen: </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn Sexismen unter den frommen Teppich gekehrt werden</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dem Prinzip der „dienenden Leitungsverantwortung“ (Variante 1) sehe ich einen Widerspruch in sich: Denn auch, wenn in der Argumentation von sich ergänzender Gleichwertigkeit gesprochen wird, ist der Mann faktisch der „Chef“ und wir haben eine geschlechterbasierte Hierarchie, keine Ebenbürtigkeit.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bedeutet nicht, dass jede Ehe, die nach diesem Prinzip gelebt wird, automatisch „toxisch“ sein muss, so wie auch nicht jede egalitäre Ehe einen sicheren Raum garantiert. Der Frömmigkeitsstil ist nicht das Problem. Problematisch wird es, wenn es durch Ungleichbehandlung zu einem Machtgefälle kommt. Dieses kann für Frauen in solchen Beziehungen in Kombination mit Tabus, fehlender Transparenz und eingefordertem Gehorsam zu Benachteiligung und schlimmstenfalls zu Unterdrückung und Gewalt führen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tabus scheinen der Knackpunkt zu sein. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Eindruck ist, dass die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern in konservativ-christlichen Kreisen zu Schwierigkeiten führt, die allzu oft unter den frommen Teppich gekehrt werden. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach dem Prinzip: Was nicht sein darf, existiert bei uns auch nicht! </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die „dienende Leitungsverantwortung“ erfordert eine große persönliche und geistliche Reife des Übergeordneten, damit er sie nicht für Machtgelüste oder seine Bequemlichkeit ausnutzt. Jesus hätte das hinbekommen. Als Teil der göttlichen Dreieinigkeit kann man so etwas. Ein normalsterblicher Mann aber muss Jesus schon sehr ähnlich geworden sein, um das konsequent und fehlerfrei durchzuziehen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Machtgefälle machen anfällig für Sexismen, Machtmissbrauch und Gewalt, doch in Teilen der frommen Szene wird offenbar so getan, als sei man immun dagegen. Dieses Selbstbild verhindert, dass Betroffene gehört werden. Oder sind diese Dinge so verinnerlicht, dass sie gar nicht erst auffallen?  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was Frauen in konservativ-christlichen Kreisen erleben</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe mich kürzlich unter Frauen in dieser Community zum Thema Alltagssexismus und männliche Gewalt umgehört: So gut wie alle hatten „Geschichten“ zu erzählen, sowohl „aus der Welt“ als auch aus ihren Gemeinde- und Familienkontexten.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die folgenden Beispiele aus dem frommen Milieu habe ich entweder selbst beobachtet oder sie wurden mir im Bekanntenkreis berichtet. Zum Schutz der Betroffenen teile ich sie anonymisiert: </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Verbale Abwertung:</strong> </h3>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="e5f500d14d5ef0157cc9189e75acc5367" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Auf einer Hochzeit heißt es in einer Rede: „Der Mann ist die 1 und die Frau die 0. Aber gemeinsam ergeben sie eine 10!“  </li>
<li data-list-item-id="e1a354d0484e12194b1f091b3590789fa" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Während eines Filmabends in der Gemeinde sagt der Pastor über die eigenwillige Leinwandheldin: „Der gehört einfach mal ordentlich der Hintern versohlt!“<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Sätze entwürdigen Frauen, insbesondere wenn sie nicht dem persönlichen oder gar gemeindlichen Rollenverständnis entsprechen. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Kontrolle und geistlicher Druck:</strong> </h3>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="e600e70c5fe10caf589484277974723e4" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein Vater rät dem frisch angetrauten Ehemann seiner Tochter, sie klein zu halten, so wie er selbst es bei der eigenen Frau täte, weil es „besser so“ wäre.  </li>
<li data-list-item-id="e5c9ab708d426e149b52f89d8c4cf15ab" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jugendkreisleiter verfolgen eine junge Frau nach dem wöchentlichen Treffen heimlich bis nach Hause, um sicherzugehen, dass sie nicht bei ihrem Freund übernachtet.  </li>
<li data-list-item-id="eea64d0ab3baac55afc176e7f83cf81a3" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein Elternpaar nötigt seine transsexuelle Tochter per Vertrag, feminine Kleidung in Pastelltönen zu tragen, damit sie zu ihrer Weiblichkeit zurückfindet.  </li>
<li data-list-item-id="e9a36090ab75bd5724f9e72e8d527da2c" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Eine junge Mutter muss ihren Ehemann um Erlaubnis bitten, bevor sie das Baby wickelt, weil sie keine Entscheidungen treffen darf.  <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All diese Beispiele demonstrieren, dass den Frauen und Mädchen keine Autonomie über ihre Lebensgestaltung und ihren Körper zugestanden wird. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Machtmissbrauch im Leitungskontext: </strong> </h3>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="e9056c743bab15e6c213c8b13beb75080" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein Vorgesetzter in einem christlichen Unternehmen tätschelt einer jungen Kollegin „väterlich“ den Kopf, während sie ihm von einer Veranstaltung berichtet.  <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was freundlich gemeint scheint, ist tatsächlich ein körperlicher Übergriff aus einer Machtposition heraus. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Häusliche/psychische Gewalt:</strong> </h3>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="e516d707d581d4dd150ac201b5b0786db" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein narzisstischer Ehemann zermürbt seine Frau mit jahrelangem Psychoterror und wirft ihr nach der folgerichtigen Trennung vor, sie habe die Ehe gebrochen.  <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach dem Rollenverständnis des Ex-Mannes ist die Frau schuld an der Trennung, nicht sein falsches Handeln. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Sexualisierte Gewalt: </strong> </h3>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="efe5b582b9ca739de85189dd7de86eb2d" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Eine Gynäkologin wird von einer Frau aus einer konservativen Gemeinde um Rat gebeten, weil die Tochter vom eigenen Vater schwanger sei.  <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dies ist ein Extrembeispiel, das mir zugetragen wurde. Obwohl unbelegt, möchte ich es an dieser Stelle dennoch erwähnen, weil auch solche Fälle leider nicht im Bereich des Unmöglichen liegen. Hier geht es um knallharte strafrechtlich relevante Gewalt, die professionelle Hilfe und rechtliche Schritte erfordert. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Illusion der heilen christlichen Welt</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Anekdotische Beweisführung? Absolut. Denn statistische Erhebungen zu solchen Geschehnissen sind mir nicht bekannt, zumal das Spektrum der christlichen Gemeinschaften sehr groß ist. In der säkularen Öffentlichkeit lassen sich Berichte über Sexismus und Gewalt an Frauen auf kein Milieu festlegen, sie sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Ich gehe daher davon aus, dass es in der „frommen Szene“ nicht grundsätzlich anders ist.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin mir sicher, nicht wenigen von euch Leserinnen und Lesern werden ähnliche „Geschichten“ wie in den Beispielen einfallen. Fast wie jede Frau, mit der ich zu dem Thema in Kontakt war, hat im Wesentlichen so reagiert: „Ja, kenn ich!“ Berichtet uns in den Kommentaren gerne von eigenen Erfahrungen.  </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch in der scheinbar heilen christlichen Welt passieren Dinge, die nicht sein dürfen. Gesprochen wird darüber jedoch höchstens hinter vorgehaltener Hand, wenn überhaupt, und oft werden sie selbst dann sofort relativiert.  </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist bequem, den Frauen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Außerdem kratzt mögliches männliches Fehlverhalten am rechtschaffenen Image. Leider wird es zuweilen schlicht und einfach auch nicht als das erkannt, was es ist: ein Übergriff auf die Selbstbestimmung und die Körper von Frauen und Mädchen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Schweigen über Sexismus im Gemeindekontext ist falsch. Weil es die Scham hochhält, die die betroffenen Frauen in die Isolation treibt.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Hören wir endlich auf, Probleme wegzulächeln!</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht liegt es an der Erziehung, die viele Frauen und Mädchen – häufig im freikirchlichen Kontext, aber nicht nur dort – „genossen“ haben. Sie sollen bescheiden sein und sanftmütig, nicht laut und fordernd. Sie sollen sich zurücknehmen und dafür sorgen, dass es allen anderen gut geht – auch auf Kosten des eigenen Wohlbefindens. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie sollen „Jesus ähnlicher werden“, was in Bezug auf Frauen in der Regel so verdreht wird, dass sie keine eigenen Wünsche haben sollen. Zudem ziemt es sich für eine Frau nicht, andere zu kritisieren. Man könnte ja die gute Stimmung ruinieren und dann ist man kein attraktives Werbeschild mehr für den Glauben. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Frau, die für den christlichen Glauben steht, lächelt stets und hat keine Probleme – schon gar nicht mit ihrem Mann. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Gegenteil: Ihre Ehe ist selbstverständlich erfüllt, denn alles andere könnte den Anschein erwecken, dass das Glaubensleben in Schieflage geraten ist. Immer schön den Schein wahren! </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hören wir doch bitte auf mit dem Theater und seien wir ehrlich miteinander. Dann kommt es vielleicht doch nicht so überraschend, wenn sich eine Frau nach vielen Jahren scheinbar glücklicher Ehe plötzlich trennt. Wenn die erwachsene Tochter nichts mehr vom Glauben wissen will, weil sie die Bigotterie in der Gemeinde nicht mehr ertragen hat. Wenn Menschen außerhalb der christlichen Bubble argwöhnen, dass wir uns für etwas Besseres halten, weil bei uns scheinbar alles perfekt läuft. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wo werden wir laut?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Text entsteht nicht im luftleeren Raum. Er ist inspiriert von dem Fall Harvey Weinstein, der #metoo-Bewegung, den Epstein-Files und Gisèle Pelicot. Er erscheint kurz nach den Medienberichten über den Schauspieler Christian Ulmen, dem nach Recherchen des SPIEGELS vorgeworfen wird, 10 Jahre lang pornografisches Bildmaterial über seine Frau Collien Fernandes verbreitet zu haben.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er erscheint deshalb, weil in unserem Land endlich laut über das erschreckende Ausmaß an Gewalt an Frauen gesprochen wird. Aber er erscheint vor allem, weil sich aus der „frommen Ecke“ nur sehr wenige Stimmen dazu erheben. Als wären all diese Vorkommnisse nichts, was in unserer kleinen, liebenswürdigen Welt eine Rolle spielen würde.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das tut es aber. Und es wird Zeit, dass wir aufhören, verschämt zu lächeln und endlich beginnen, über das zu sprechen, was wir erlebt haben und noch immer erleben. Wir müssen endlich zugeben, dass nicht alles rund läuft. Dass es auch Fehlverhalten durch Männer in unseren Kreisen gibt, das zum Teil von entsprechend geprägten Frauen mitgetragen oder sogar aktiv unterstützt wird.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir Frauen sollten uns gegenseitig wahr- und ernstnehmen, uns unterstützen, zuhören und einander trösten. Einander beistehen, wo Ungerechtigkeiten leise und laut werden. Dasselbe gilt für Männer. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Es geht um Würde</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es wird Zeit, Hilfsangebote wie kirchliche Frauenberatungsstellen oder Psychotherapien in Anspruch zu nehmen, die es bereits gibt – und neue zu schaffen, wo es nötig ist.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So hat beispielsweise der Bund der FeGs in Deutschland 2024 einen Leitfaden für <a href="https://feg.de/feg-bundestag-2024-schutzkonzept/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Schutzkonzepte gegen Gewalt und Missbrauch</a> vorgestellt. Auch andere Gemeindebünde haben ähnliche Konzepte entwickelt und bieten Schulungen dazu an. Jede christliche Gemeinschaft sollte sich mit dem Thema auseinandersetzen und Anlaufstellen für Betroffene schaffen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor allem aber wird es Zeit, die Scham abzulegen und der Würde neuen Raum zu geben: indem wir Betroffenen glauben, Hilfe anbieten und vor allem Täter-Opfer-Umkehr konsequent widersprechen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch bei uns ist es nötig, dass die Scham die Seiten wechselt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gisèle Pelicot hat mit diesem Satz eine der Wahrheiten dieses Jahrhunderts geprägt. Ihr Mut und ihre Weisheit verdienen höchsten Respekt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich schreibe diesen Text nicht, um Männer pauschal zu verurteilen oder Gemeinden zu beschämen. Ich schreibe ihn, weil ich glaube: Wo wir als Christen von Würde reden, müssen wir bei uns selbst damit anfangen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir wurden geschaffen in Gottes Ebenbild als Männer und Frauen. Auf Augenhöhe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17310788.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Wed, 01 Apr 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vergeben und vergessen?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/vergeben-und-vergessen/2803-542-5205</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17309064/2803-542-5205</link>
      <description><![CDATA[Wie kann ich mit Schuld und Fehlern besser umgehen? Gott macht es vor. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122111.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© metamorworks /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Immer wieder klingen Filme in mir nach. Ein Film, der mich beeindruckt hat, ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flatliners_%E2%80%93_Heute_ist_ein_sch%C3%B6ner_Tag_zum_Sterben" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Flatliners“</a>. Die Story ist etwas abwegig. Es geht um Medizinstudenten, die zu Forschungszwecken bewusst einen Herzstillstand herbeiführen, um sich danach wiederzubeleben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alle Betroffenen werden durch die Nahtoderfahrung mit Lebensereignissen konfrontiert, für die sie sich schuldig fühlen. Einer der Studenten wird darüber sogar richtiggehend wahnsinnig, weil er sich für den Tod eines früheren Spielkameraden verantwortlich fühlt.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Film stellte mich neu vor die Frage: Welche Rolle spielt Schuld in meinem Leben?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eigentlich ist die Antwort einfach. Ich habe meine Schuld bei Jesus gelassen. Sie ist vergeben und vergessen. Aber ist das wirklich so?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gott ist nicht nachtragend</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn andere an mir schuldig werden, sage ich schnell: „Ist schon ok.“ Doch in meinem Herzen brodelt es weiter. Ich mag vielleicht vergebungsbereit sein, aber vergessen ist es damit noch nicht. Oft hole ich alte Fehler wieder hervor und reite darauf herum, wenn der andere mich erneut enttäuscht.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso mache ich es bei mir selbst. Da läuft etwas schief und ich denke noch Wochen später: Wie konnte mir dieser Fehler nur unterlaufen?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Besonders schlimm wird es, wenn eine Versöhnung nicht möglich ist. Was tue ich, wenn durch meine Schuld – wie in dem Beispiel aus dem Film – jemand ernsthaft Schaden nimmt und ich es nicht wiedergutmachen kann? Muss ich dann bis an mein Lebensende diese Last mit mir herumtragen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nein, keineswegs. Denn Jesus ist nicht nur für die Fehler gestorben, die ich mit etwas Bemühen wiedergutmachen kann, sondern auch für Worte, die ich nie mehr zurücknehmen kann; für Taten, die anderen oder mir selbst ernsten Schaden zufügen. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Micha7%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Micha 7,19</a> sagt der Prophet Micha über Gott: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Du wirst mit uns Erbarmen haben und alle unsere Schuld wegschaffen; du wirst sie in das Meer werfen, dort, wo es am tiefsten ist.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Reue – mehr als ein</strong> einfaches Sorry</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit garantiert Gott mir mehr, als ich je von einem Menschen erwarten oder einem anderen gewähren könnte. Wenn wir unsere Schuld bei Gott ablegen, ist sie weg. Da gibt es kein „Ich habe dir vergeben, aber in Ordnung ist unsere Beziehung nicht mehr“. Nein, Jesus vergibt ohne Wenn und Aber.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Obwohl – eine Bedingung gibt es: Mir muss leidtun, was ich getan habe. Ich muss verstehen, dass mein Handeln falsch war.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Gott will, dass wir uns unserer Schuld stellen und bereit sind, daraus zu lernen. Dann vergibt Gott gerne und hilft mir auch dabei, mir selbst und anderen zu vergeben.</p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17309064.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Sind wir hier bei „Wünsch dir was“?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/sind-wir-hier-bei-wuensch-dir-was/6866-542-8039</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17307062/6866-542-8039</link>
      <description><![CDATA[Hinter Wünschen steckt oft ein tieferes Bedürfnis. Mit diesem Wissen tun sich neue Möglichkeiten auf – auch ohne perfekte Lösung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1125065.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Оксана Рязанова /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Mama, ich wünsche mir unbedingt eine goldene Schlaghose zum Geburtstag!“ Meine achtjährige Tochter sprudelt über, wenn sie an das wichtigste Ereignis des Jahres denkt. Monate vorher füllt sich ihre Wunschliste mit den ungewöhnlichsten Ideen – die meisten versehen mit drei Ausrufezeichen oder fetten Unterstreichungen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Früher habe ich Geschenke früh besorgt. Zu früh. Beim Auspacken kam dann manchmal die irritierte Frage: „Wieso schenkst du mir denn SO WAS?“ <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Heute warte ich länger. Und siehe da: Die lebenswichtige goldene Schlaghose ist inzwischen durch einen schwarzen Rock ersetzt worden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vier Kategorien von Wünschen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jeder Mensch hat Wünsche. Für mich lassen sie sich grob in vier Kategorien einteilen:</p>

<ol style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li data-list-item-id="ef9110fe0aeebe4747ffce04e96e88789" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wünsche, die sich mit der Zeit von selbst erledigen. </li>
<li data-list-item-id="e7e9fe1cf2f06b6ec24ff2888f9b1dcd9" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wünsche, die einfach nur geträumt werden wollen. </li>
<li data-list-item-id="ee46bd0da829d539d69c59cec549b6917" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wünsche, die in Erfüllung gehen. </li>
<li data-list-item-id="ef0c2532dc3956f71c84722668ff5d5a7" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wünsche, die dauerhaft unerfüllt bleiben.</li>
</ol>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ich habe meine Wunschliste. Eine Trittschalldämmung für unser Obergeschoss, damit sich unser Haus nicht ständig nach Erdbeben anfühlt. Oder dieses viel zu teure Geschirr von Ikea, das ich definitiv nicht brauche, aber schon seit zwei Jahren regelmäßig in der Hand halte. Diese Wünsche sortiere ich in Kategorie 1 bis 3 ein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wirklich herausfordernd ist Kategorie 4: Wünsche, die mir wichtig sind, aber unerfüllt bleiben. Das können materielle Wünsche sein wie eine Gehaltserhöhung, aber auch immaterielle wie die Hoffnung, dass sich langjährige gesundheitliche Baustellen endlich bessern. Und manchmal gehören auch Themen dazu, über die man nicht gerne spricht: zum Beispiel der Wunsch nach einem Kind, der sich nicht erfüllt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unerfüllte Wünsche können zur Last werden. Sie frustrieren nicht nur, sondern können richtiggehend lähmen, weil sie sich anfühlen wie eine innere Sollbruchstelle: Wenn das nicht geschieht, wie soll ich mein Leben dann genießen können?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Hinter jedem Wunsch steckt ein Bedürfnis</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor kurzem bin ich über eine provokante These gestolpert. Sie lautet: Unsere Wünsche sind eigentlich gar nicht das Wichtigste. Sie sind oft Lösungsversuche, um ein tieferes Bedürfnis zu erfüllen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Mutter zweier Kinder bin ich etwas erziehungsratgebergeschädigt und rolle beim Wort „Bedürfnis“ intuitiv mit den Augen. Trotzdem habe ich mich auf dieses Gedankenspiel eingelassen. Denn wenn mir klar wird, welches Bedürfnis hinter meinem Wunsch steht, verändert sich mein Spielraum. Und nicht immer ist der Weg, den ich mir im Augenblick vorstelle, der einzig mögliche.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Wünsche kreisen um seelische Grundbedürfnisse – zum Beispiel Bindung, Sicherheit, Anerkennung, Gestaltbarkeit und Wachstum. Gleichzeitig gibt es auch körperliche Grundbedürfnisse, die nicht weniger wichtig sind: weniger Schmerzen, genug Kraft, Schlaf, ein Körper, der „mitmacht“. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade bei chronischer Krankheit oder schweren Diagnosen geraten diese Grundlagen schnell ins Wanken – und genau das macht die Not so groß.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Kein „Denk positiv“-Programm</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bevor es um Alternativen geht, muss klar gesagt werden: Das hier ist kein „Denk positiv und dann wird alles gut“-Programm. Manche Wünsche lassen sich nicht einfach in eine andere Richtung lenken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du dir wünschst, jemand wäre nicht gestorben, kannst du den Verlust nicht einfach aufwiegen. Und wenn du dir Frieden in der Welt wünschst, hast du darauf ebenfalls keinen Einfluss. Auch beim Thema Gesundheit gilt: Bei schweren chronischen Krankheiten reicht es nicht, sich „einfach eine andere Lösung“ zu überlegen. Manche Grenzen bleiben. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotzdem glaube ich: Selbst in scheinbar aussichtslosen Situationen gibt es oft mehr Spielraum, als wir im ersten Moment sehen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht unbedingt den Spielraum, der alles löst. Aber einer, den nächsten Schritt möglich macht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vom Bedürfnis zur Alternativlösung</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Folgende zwei Fragen können helfen, die eigene Situation besser zu verstehen:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">1. Welches Bedürfnis steckt hinter meinem Wunsch? <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
2. Wie kann ich diesem Bedürfnis auf andere Weise begegnen? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn das Bedürfnis klarer wird, wird auch eine mögliche Antwort konkreter – vielleicht kleiner als ursprünglich gedacht, aber greifbar.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung kann mit dem Bedürfnis nach Anerkennung zusammenhängen. Dann kann ein nächster Schritt sein, nach einem Aufgabenbereich mit mehr Verantwortung zu suchen – innerhalb oder außerhalb der Firma. Oft geht die Gehaltserhöhung direkt damit einher.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Wunsch kann aber auch Ausdruck meines Bedürfnisses nach Sicherheit sein. Ist eine berufliche Weiterentwicklung nicht möglich, so kann vielleicht ein Haushaltsplan weiterhelfen: Vor allem bei regelmäßigen Ausgaben wie Strom- und Gastarifen, Telefonanschluss, Handyvertrag oder Abos gibt es in der Regel Sparpotenzial.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Wunsch nach einem Kind kann ein tiefes Bedürfnis nach Bindung sein, nach Familie, nach einem Sich-kümmern-können. Und manchmal steckt dahinter auch das Bedürfnis, das eigene Leben als stimmig und sinnvoll zu erleben. Nichts kann diesen Wunsch so einfach „ersetzen“. Trotzdem kann es Schritte geben, die den tieferen Bedürfnissen zumindest teilweise begegnen: darüber sprechen, Begleitung suchen, Beziehungen bewusst pflegen oder sich an anderer Stelle für Kinder engagieren. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch beim Thema Gesundheit kann ein nächster Schritt ganz unterschiedlich aussehen: von Routinen anpassen über Grenzen setzen bis hin zu „zweite ärztliche Meinung einholen“ oder kleine Inseln der Entlastung schaffen. Nicht als Ersatz für die Heilung, sondern als Atemholen im Gegenwind.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Frieden finden trotz unerfüllter Wünsche</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel gibt es einen Vers, der mich in diesem Zusammenhang immer wieder anspricht: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Er [Gott] schafft deinen Grenzen Frieden“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm147%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 147,14</a>). Das ist kein triumphaler Instagram-Vers. Eher ein Satz für Dienstagabend, wenn du merkst: Die Dinge sind, wie sie sind.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn da steht weder, dass alle Grenzen verschwinden, noch, dass sich alles fügt. Trotzdem nehme ich diesen Vers als Versprechen: Gott kann Frieden in all meinen Begrenzungen schaffen. Frieden heißt nicht: „Alles ist okay.“ Sondern: Ich kann auch in meiner aktuellen Situation einen tragfähigen Boden finden.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich das glaube, wird Gebet weniger zur Wunschbestellung und mehr zu einem Ort, an dem ich mit Gott sortieren darf, was für mich wirklich wichtig ist.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein anderer biblischer Gedanke ergänzt das: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Er [Gott] hat die Macht, euch so reich zu beschenken, dass ihr nicht nur jederzeit genug habt für euch selbst, sondern auch noch anderen reichlich Gutes tun könnt“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther9%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Korinther 9,8</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beschenkt werden heißt nicht, alles zu bekommen, was ich mir wünsche. Aber es heißt, versorgt zu sein.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Welchen Schritt möchtest du gehen?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Welcher Wunsch beschäftigt dich gerade – und welches Bedürfnis steckt dahinter? Und gibt es einen nächsten Schritt, der für dich machbar und greifbar ist?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht alles wird durch diesen Ansatz gut. Manche Wünsche bleiben offen, manche Sehnsucht auch. Aber manchmal liegt auch etwas Unverhofftes auf dem Gabentisch des Lebens.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und was meine Tochter angeht: Ich stehe gerade vor der großen Frage, ob ich den schwarzen Rock schon besorge. Oder ob ich noch ein bisschen warte, was in den nächsten drei Wochen auf einmal lebenswichtig wird. Man weiß ja nie.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17307062.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie kann ich vergeben?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wie-kann-ich-vergeben/6866-542-5700</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/15344433/6866-542-5700</link>
      <description><![CDATA[Tipps zum Umgang mit Kränkungen und Bitterkeit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/752156.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Analise Benevides /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Immer wieder erleben wir Kränkungen oder fühlen uns von anderen verletzt. Dabei merken wir, dass es oft gar nicht so leicht ist, zu vergeben. Wenn wir eine Kränkung nicht loslassen, dann gärt es in unserem Inneren. Negative Gefühle wie Wut, Angst oder Schmerz führen schließlich zu Bitterkeit, und das macht Körper und Seele krank.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In den letzten Jahren sind diese schädigenden Folgen immer mehr ins Bewusstsein gekommen, sodass dutzende von wissenschaftlichen Studien durchgeführt wurden.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Medizinische Untersuchungen belegen, wie gesundheitsfördernd es ist, wenn jemand verzeihen und Schuld loslassen kann.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergeben wirkt heilsam</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Frederic Luskin von der Stanford University hat im Rahmen eines Forschungsprojekts ein psychologisches Training entwickelt, bei dem verbitterte Menschen lernen, ihren Tätern zu verzeihen. Es geht ihm dabei nicht darum, die verletzende Erfahrung aus dem Gedächtnis zu löschen, sondern die zerstörerische Wirkung der Verbitterung zu stoppen. Luskin setzt dabei auf die Kraft der Vergebung und hat folgende Ergebnisse:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Verzeihen senkt den Blutdruck und das Kortisol im Blut;</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Verzeihen wirkt gegen Rückschmerzen, Depressionen und chronischen Schmerzen;</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Verzeihen unterstützt dabei, angefressene Pfunde loszuwerden;</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Verzeihen hilft gegen Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel und weitere psychosomatische Beschwerden.</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich jemandem etwas nachtrage, bestrafe ich mich nur selbst. Wenn mir das bildlich bewusst wird, dass ich einem anderen eine Schuld und damit eine Last sinnlos hinterher trage, dann kann mir das die nötige Motivation geben, endlich aus meinem selbstschädigenden Verhalten auszusteigen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergeben wird blockiert</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was hält uns davon ab, vergeben zu können oder zu wollen?</strong></p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Der Schmerz ist zu groß und dadurch vergessen wir die guten und positiven Erfahrungen, die wir mit einer Person gemacht haben.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wir möchten es dem anderen heimzahlen, doch der Moment der Genugtuung ist kurz, danach geht es uns häufig nur noch schlechter.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wir haben Angst davor, unser Gesicht zu verlieren und glauben, dem anderen einen Freibrief für weitere Verletzungen zu geben.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wir wollen Recht behalten, in dem wir einen Schuldigen brauchen, der Strafe verdient hat. Aber wir vergessen dabei, dass wir selbst auch schon schuldig oder ungerecht gewesen sind.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Selbst wenn wir vergeben wollen, wissen wir nicht wohin mit unserer Kränkung. Pauschales Verzeihen ist oberflächlich und hat keine stabile Grundlage. Schmerzende Gefühle kommen dann häufig wieder zurück.</li>
</ul>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergebung hat etwas mit Schuld zu tun, die bezahlt werden muss. Wenn sie nicht beglichen wird, tragen wir offene Rechnungen mit uns herum und eine dauernde Last bleibt bestehen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergeben ist möglich</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es hilft nur eines: sich den eigenen Gefühlen stellen: Der Zorn muss verarbeitet werden, die Angst will verstanden werden und die Trauer braucht Zeit. Es hilft, herauszufinden, warum dich etwas so verletzt hat – wenn nötig mit fachlicher Hilfe. Oft ist ein Vergebungsprozess notwendig, damit du nicht fremde Schuld weiter in dir trägst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt nicht, mal schnell alles zu markieren und auf „Entfernen“ drücken, sondern einzeln „abzurechnen“, indem du jeden Punkt aufschreibst, würdigst und dann löscht beziehungsweise vergibst. Das darf dauern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Überlege dir auch, was dein eigener Anteil daran war. Wie hast du dazu beigetragen, dass dies passieren konnte? Versetz dich in die Lage des anderen und finde heraus, was dazu geführt haben könnte, dass er/sie sich so verhalten hat.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn es allerdings um Missbrauch oder Ähnliches geht, ist diese Überlegung nicht angebracht und eine Schuldzuweisung durch den Täter musst du abweisen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergeben heißt nicht gutheißen, sondern loslassen, überlassen und frei werden. Das ist ein zentrales Thema in der Bibel. So ermöglicht der christliche Glaube noch eine ganz andere Perspektive als ein rein psychologisches Training, das nützliche Erkenntnisse vermittelt und auch die Wichtigkeit der Vergebung bestätigt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus hat das Schuldproblem radikal gelöst, indem er alle Schuld(en) auf sich genommen und mit seinem Leben bezahlt hat. Er ist also der, mit dem wir alles abrechnen können. Mit vielen Tätern ist das nicht möglich, weil sie zu mächtig, uneinsichtig oder schon tot sind.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus lädt jeden Menschen ein, mit fremder und eigener Schuld zu ihm zu kommen, um die Sache zu klären, loszulassen, ganz zu überlassen und wirklich frei zu werden.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Eigenverantwortung erkennen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du es schaffst, dich für die eigene Verbitterung verantwortlich zu fühlen, anstatt ihr zum Opfer zu fallen, gelingt dir der Ausstieg, denn es gibt ihn. Du bist nicht gezwungen, die Bitterkeit weiter zerstörerisch wirken zu lassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich denke da konkret an eine Frau aus meinem Bekanntenkreis, die als Kind jahrelangen schwersten sexuellen Missbrauch erlebte. Sie hat sich als Erwachsene entschieden, sich nicht weitere Lebensjahre zerstören zu lassen. Und sie wollte keine Kraft verschwenden, um eine (in ihrem Fall aussichtslose, weil „verjährte“) Bestrafung der Täter zu erreichen. Sie hat damit auch die Illusion von ein wenig Wiedergutmachung aufgegeben. So setzt sie nun ihre Energie, Kreativität und Zeit konstruktiv für sich und Mitmenschen ein, damit die Täter sie nicht weiter berauben können.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergeben heißt nicht, dass Versöhnung stattfinden kann oder muss. Genauso wie es unlösbare Konflikte gibt, ist es eine Einbildung, dass mit jedem Menschen oder Täter eine Versöhnung erreicht werden kann.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber möglicherweise gelingt es dir, der ursprünglichen Kränkung oder Verletzung irgendwann eine positive Seite abzugewinnen. Wenn du zum Beispiel nicht befördert wurdest, kann dein Fazit so lauten: „Wie gut, dass ich nicht weiter im Hamsterrad der Karriere laufen muss.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In Bitterkeit liegt eine enorme Wirkung, aber ebenso in der Vergebung. Die Entscheidung sollte eigentlich klar sein, wenn du dir selbst etwas Gutes tun willst.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Jörg Kuhn</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/15344433.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Jörg Kuhn]]></author>
      <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zoff oder Frieden?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/zoff-oder-frieden/2803-542-8027</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17303688/2803-542-8027</link>
      <description><![CDATA[Katastrophe oder reinigendes Gewitter – wie man sich streiten und wieder versöhnen kann. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121156.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ronstik /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Geschwister streitet man sich manchmal, oder? Wir haben uns als Kinder hin und wieder ganz schön gezofft. Das hat unserem Zusammenhalt aber keinen Schaden zugefügt. Heute, im Erwachsenenalter, stehen wir in Freud und Leid fest zusammen. Gott sei Dank! </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schon in der Bibel finde ich Geschichten von Geschwistern, die heftig aneinandergeraten und sich dann jahrelang spinnefeind gewesen sind. Das war bei uns zum Glück anders, denn wenn wir Kinder mal wieder gestritten hatten, wurden wir dazu angehalten, uns auch gefälligst wieder zu vertragen. Haben wir dann auch gemacht. Und das war gut so. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Hanni und Nanni oder Jakob und Esau</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe als Kind „Hanni und Nanni“ verschlungen. Die quirligen Zwillinge hatten es mir angetan. Interessant, wenn man seiner Schwester so ähnlich sieht, dass man den einen oder die andere an der Nase herumführen kann, weil die einen partout nicht unterscheiden können. Geniale Sache, ganz schön lustig. Und die Geschichten von Hanni und Nanni gehen ja durch die Bank weg gut aus.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz anders verhält es sich mit einem Zwillingspaar aus dem Alten Testament. Erstens handelt es sich hier um zwei Jungs und dann sind sie sich auch überhaupt nicht ähnlich. Äußerlich nicht und auch vom Wesen her nicht. Alles anders – das Aussehen, die Interessen, die Begabungen. Trotzdem schafft es einer, sich für den anderen auszugeben und damit den Vater nach Strich und Faden zu betrügen. Üble Sache, gar nicht lustig. Und wenn nicht Gott selbst eingegriffen hätte, wäre die Geschichte alles andere als gut ausgegangen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn der Magen über den Verstand siegt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber der Reihe nach. Eines Tages kommt Esau, der ältere der beiden Brüder, von der Jagd zurück. Müde und hungrig. Schlechte Ausgangslage für gute Entscheidungen. Sein Zwillingsbruder Jakob hat Linsen gekocht. Offenbar so lecker, dass Esau unbedingt davon essen möchte. Jakob erkennt seine Chance und macht seinem Bruder ein ungeheuerliches Angebot: Dein Erstgeburtsrecht für meine Linsen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Esau geht darauf ein. Sein Hunger muss riesig gewesen sein. Denn in dem Augenblick, in dem er sein Erstgeburtsrecht abgibt, verzichtet er auf alle Privilegien, die ihm als Erstgeborenem zustehen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch damit nicht genug. Irgendwann kommt der Vater Isaak in ein Alter, in dem er mit seinem baldigen Ende rechnet. Deswegen bestellt er Esau zu sich. Er will ihm den Erstgeburtssegen zusprechen. Vorher soll Esau ihm ein Wild jagen und es zum Essen zubereiten. Als Esau loszieht, um den Wunsch des Vaters zu erfüllen, werden Jakob und die Mutter Rebekka aktiv. Mit der tatkräftigen Hilfe seiner Mutter serviert Jakob dem Vater ein – heute würde man sagen gefaktes – Wildgericht und gibt sich für seinen Bruder aus. Durch Verkleidung und eine Reihe handfester Lügen schafft er es, seinen fast erblindeten Vater zu überlisten und erschleicht sich dessen Segen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Dir werde ich es zeigen!</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Esau nichtsahnend zu seinem Vater zurückkommt, ist das Entsetzen groß und der Schaden nicht mehr rückgängig zu machen. Da schwört der Betrogene Rache. Er beschließt, seinen Bruder umzubringen, sobald der Vater gestorben ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wieder hilft Rebekka ihrem zweitgeborenen Sohn. Sie sorgt dafür, dass Jakob rechtzeitig fliehen kann und den Mordplänen seines Bruders entkommt. Mit dem neuerlichen Segen seines Vaters Isaak, man höre und staune. Als der nämlich von den Fluchtplänen hört, segnet er seinen Sohn Jakob noch einmal und gibt ihm Weisungen für sein Leben in der Fremde mit. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Und dann spricht Gott</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf seiner Reise ins Ungewisse begegnet Jakob in einem Traum dem lebendigen Gott, der ihm zusagt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich bin der HERR, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Und dein Geschlecht soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Westen und Osten, Norden und Süden, und durch dich und deine Nachkommen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose28%2C13-15" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 28,13-15</a>) </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Jakob folgen viele Jahre, die er weit entfernt von seinen Eltern, dem Zwillingsbruder und seiner Heimat lebt. Dort bringt er es mit Gottes Hilfe nach und nach zu großem Wohlstand, im Lauf der Jahre gründet er eine weitverzweigte Familie, seine Viehherden sind gewaltig, sein Besitz Gesprächsthema.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das zieht Neider auf den Plan, sodass Jakob wieder seine Koffer packen und sich aus dem Staub machen muss. Dieses Mal wieder zurück in die Heimat – geradewegs in die Arme seines Bruders, von dem er nicht weiß, wie er inzwischen zu ihm steht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jakob hat genügend Gründe, sich vor dieser Begegnung mit Esau zu fürchten. Aber er geht. Vielleicht erinnert er sich an die Zusage des lebendigen Gottes, die er auf seiner ersten Flucht erhalten hat. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vermutlich aber verleiht ihm eine erneute Zusage Gottes den nötigen Mut zum Aufbruch. Die bekommt er nämlich – wie den väterlichen Segen – gleich zweimal, wenn auch mit zeitlichem Abstand.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf der Flucht aus der Heimat hatte Gott Jakob zugesagt, dass er ihn nicht verlassen wird, und als er nun in der Fremde nicht mehr bleiben kann, sagt Gott zu Jakob: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Zieh wieder in deiner Väter Land und zu deiner Verwandtschaft“ </em>und versichert ihm erneut: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich will mit dir sein“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose31%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 31,3</a>). Das genügt für Jakob. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Angst geht mit</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber die Angst geht mit. Jakob trifft Vorbereitungen für den Fall, dass es zum Schlimmsten kommt. Er schickt Boten voraus, die Esau Bescheid geben sollen, dass er, Jakob, auf dem Weg zu ihm ist. Nicht nur das, er bezeichnet sich selbst als Esaus Knecht und bittet ihn um Gnade.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als die Boten zurückkommen, teilen sie ihm nur mit: „Wir kamen zu deinem Bruder Esau, und er zieht dir auch entgegen mit vierhundert Mann“ (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose32%2C7" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 32,7</a>). Jakob schwant nichts Gutes. Er teilt alles, was er hat – Familie, Angestellte und Viehherden – in zwei Hälften. Damit versucht er, wenigstens einen Teil zu retten, falls Esau den anderen Teil vernichten sollte. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wichtiger als dieser Schachzug ist es, dass Jakob sich mit seiner Furcht an Gott wendet und ihn an seine Zusagen erinnert.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass er die Wohltaten Gottes nicht verdient hat, sondern dass es allein an Gottes Gnade und Treue liegt, wenn er heil davonkommt. Er sagt zu Gott: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„HERR, der du zu mir gesagt hast: Zieh wieder in dein Land und zu deiner Verwandtschaft, ich will dir wohltun –, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an deinem Knechte getan hast; denn ich hatte nicht mehr als diesen Stab, als ich hier über den Jordan ging, und nun sind aus mir zwei Lager geworden. Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus.“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose32%2C10-12" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 32,10-12</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann schickt Jakob mehrere Gruppen von Knechten samt Tieren voraus. Ein großzügiges Versöhnungsangebot auf vier Beinen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Eine andere Konfrontation als erwartet</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zunächst allerdings findet ein nächtlicher Ringkampf statt. Doch nicht etwa mit Esau, sondern mit Gott. Dieser steht Jakob als Unbekannter gegenüber und fordert ihn zum Kampf auf. Die ganze Nacht ringen sie miteinander. Erst im Morgengrauen wird Jakob klar, dass ihm Gott selbst gegenübersteht, und bittet ihn erneut um dessen Segen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott segnet Jakob und gibt ihm im Anschluss sogar einen neuen Namen.  Trotz seiner Vergangenheit mit so manchem selbstverschuldetem Durcheinander bekommt er nun den göttlichen Segen für seine Zukunft.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ob er das selbst begreifen kann? Offensichtlich ist dieses Ringen mit Gott und der erneute Segen die Voraussetzung dafür, dass Jakob endgültig die Vergangenheit hinter sich lassen und in eine neue Zukunft starten kann. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kaum, dass er diesen Segen erhalten hat, rückt Esau näher. Mit 400 Männern im Gefolge. Jakob stellt die Seinen auf, seine Liebsten ganz nach hinten und er geht voraus – seinem Bruder entgegen. Ziemlich demütig sogar, denn es wird berichtet, dass Jakob sich siebenmal vor Esau verneigt. Vielleicht zittert er sogar innerlich, ob der Bruder seine zum Frieden ausgestreckte Hand entgegennehmen wird. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Versöhnung durch Gottes Gnade</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Esau kommt auf Jakob zugerannt – und siehe da: Nichts von Rache, Wut, altem Zorn oder Bitterkeit. Keine Vorwürfe, nur Freude über das Wiedersehen. Nicht einmal Jakobs Geschenke will Esau annehmen. Die sind ihm nicht wichtig. Hauptsache, er hat den Bruder wieder.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und Jakob? Er, der dem Bruder alles genommen hat – die Erstgeburt und den Segen – drängt nun darauf, dass Esau etwas von den Segnungen annimmt, mit denen Gott ihn im Lauf der Jahre beschenkt hat. Was für eine Geschichte!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Annegret Schneider</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17303688.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Annegret Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 23 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Partner oder Gegner?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/partner-oder-gegner/6866-542-8037</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17302955/6866-542-8037</link>
      <description><![CDATA[Wie können Langzeitpaare gegenseitige Verletzungen überwinden? 7 Tipps, um vergebungsbereit zu bleiben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1124285.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Esther Ann /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein falscher Blick, ein genervter Tonfall oder eine erneut vergessene Bitte – es gibt viel, womit wir einander in Partnerschaften verletzen. Und das tagtäglich zwischen Büro und Alltagspflichten. Langjährige Paare haben meist gelernt, über kleine Verletzungen hinwegzusehen. Das ist gut so, denn im Alltag kostet es zu viel Energie, wenn man darüber diskutiert, warum der andere gerade so kritisch geguckt hat. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig kann sich so aber auch ein Berg an Verletzungen anhäufen, der zwischen uns und unserem Ehepartner steht. Plötzlich braucht es nur noch eine Kränkung und man befindet sich in einer handfesten Ehekrise. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade an den Wendepunkten des Lebens erleben Langzeitpaare, dass alte Verletzungen oder Versäumnisse wieder hochkommen. Ob nach der stressigen Kleinkindphase, in der Midlife-Krise, beim Auszug der Kinder oder dem Renteneinstieg – mit einem Mal merkt man: So habe ich mir unser gemeinsames Leben nicht vorgestellt. Aber wie geht es nun weiter? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Susanne und Marcus Mockler sind seit über 30 Jahren verheiratet und überzeugt: Bessere Ehen sind möglich. Mit Vorträgen, Büchern und dem Ehepodcast <a href="https://geliebtes-leben.podigee.io/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Geliebtes Leben“</a> wollen sie Paaren dabei helfen. In ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/142812" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Da geht noch was! 7 Liebes-Booster für Langzeitpaare“</a> berichten sie, was es braucht, um als Paar Verletzungen aufzuarbeiten und vergebungsbereit zu bleiben. Hier kommen 7 Erkenntnisse: </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Sprich Verletzungen an!</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade bei kleinen Kränkungen stellt sich in einer Partnerschaft häufig die Frage: Spreche ich das jetzt an oder schweige ich? Einerseits ist es löblich, wenn nicht jede kleine Kränkung durchdiskutiert wird. Andererseits bietet das im schlimmsten Fall Sprengstoff für spätere Konflikte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn oft wächst nicht automatisch Gras darüber. Wenn dich also etwas länger beschäftigt, was dein Ehepartner gesagt oder getan hat, sprich es am besten in einem ruhigen Moment an. Bedenke, dass der andere dir nur bis vor die Stirn gucken kann. Manches, was dich verletzt, wird er vielleicht gar nicht wahrgenommen haben. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Sinnvoll ist, nicht nur den Auslöser deiner Verletzung zu benennen, sondern auch den Grund dafür.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn dein Mann später heimkommt, kannst du sagen: „Es hat mich verletzt, dass du spät heimgekommen bist.“ Das ist aber nur eine Feststellung. Besser ist es, wenn du sagst, was sein Verhalten bei dir ausgelöst hat: „Es hat mich verletzt, dass du spät heimgekommen bist und ich dadurch eine Verabredung absagen musste.“ </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Schluss mit Verteidigen, Rechtfertigen oder Nachtreten!</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei Alltagsverletzungen in Partnerschaften ist meist keiner völlig im Recht oder Unrecht. Vielleicht hast du deinen Partner angeschnauzt, aber er hat dich vorher von oben herab behandelt. In solchen Situationen neigen wir dazu, unsere jeweiligen Fehler und Versäumnisse gegeneinander aufzuwiegen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Diese Dynamik aus Vorwürfen und Rechtfertigungen trägt selten zur Lösung eines Konflikts bei und erst recht nicht zu Vergebung und Versöhnung.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich ist es wichtig, dass beide Seiten zu Wort kommen. Aber der Moment, in dem der andere dir sagt, wie sehr ihn dein Verhalten gekränkt hat, ist nicht der richtige, um ihm auch all seine Fehler aufzuzählen. Genauso wenig solltest du dich lange erklären oder rechtfertigen, warum du dieses oder jenes getan oder auch versäumt hast. Besser ist eine schlichte, ehrliche Entschuldigung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daran anschließend kannst du immer noch sagen, wo der andere wiederum dich verletzt hat. Hier und da ist das aber besser ein Thema für ein nächstes Gespräch. Das gilt besonders, wenn es um größere Verletzungen geht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist zudem, dass der verletzte Partner nicht „nachtritt“, indem er Bemerkungen fallen lässt wie: „Wurde auch Zeit, dass du das einsiehst.“ Erkenne daher an, dass dein Partner dich um Entschuldigung bittet – selbst, wenn du noch wütend bist. Am besten ist, schlicht zu antworten: „Ich verzeihe dir.“ Wenn dir das noch nicht über die Lippen kommt, versuche zumindest, den Konflikt nicht durch zynische Bemerkungen wieder anzuheizen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Meide die Trigger des anderen!</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer lange zusammenlebt, weiß, womit er den Partner so richtig schön auf 180 bringt oder welche Bemerkung garantiert ins Schwarze trifft. Die Schwachstellen eines anderen Menschen auszumachen, lernen wir schon im Sandkasten mit unseren Geschwistern. Doch diese Waffen sollten wir gegen den Partner nicht zücken. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Triggerpunkte des anderen zu meiden, fördert die Lebensdauer einer Ehe. Diese stammen nämlich oft aus der Herkunftsfamilie oder früheren Beziehungen des Partners und rufen entsprechend starke Emotionen hervor.  </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Glücklicher lebt, wer die Schmerzpunkte des anderen meidet oder zumindest im Streit nicht bewusst ansteuert.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zugleich sind Verletzungen aus der Vergangenheit kein Grund, den anderen wie ein rohes Ei zu behandeln oder für ihn, emotional ausfallend zu reagieren. Wenn du bemerkst, dass dein Partner in bestimmten Situationen ungewöhnlich emotional und vielleicht sogar verletzend reagiert, solltet ihr die Situation in einer ruhigen Minute klären </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In unserer Ehe kennt mein Mann die Trigger aus meiner Herkunftsfamilie und kündigt an, wenn er etwas tut, was mich potenziell triggert. Das führt nicht automatisch dazu, dass mein Stresslevel in diesen Situationen normal bleibt, aber mein Mann signalisiert mir: „Wenn ich das tue, hat es eine andere Bedeutung als bei deinen Eltern.“ So lerne ich langsam, anders darauf zu reagieren und es nicht als Gefahr wahrzunehmen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Trage dem anderen nichts nach!</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht jede Verletzung ist nach einer Aussprache direkt vergessen. Manchmal geht eine Kränkung so tief, dass eine gefühlt lapidare Entschuldigung im Anschluss dem nicht gerecht wurde, was in uns kaputt gegangen ist. Dann rechnen wir die Verletzung dem anderen weiter an, obwohl wir sie besprochen und vergeben haben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal kommen Kränkungen häufiger vor und wir müssen immer wieder von Neuem vergeben. Dann fällt es schwer, die Kränkungen der Vergangenheit beim aktuellen Streit außer Acht zu lassen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So oder so – etliche Menschen neigen dazu, trotz ausgesprochener Vergebung Buch über die Verfehlungen des Partners zu führen. Diese „Sündenkonten“ kramen sie dann hervor, sobald der Haussegen mal wieder schief hängt. Das ist einer Ehe aber nicht zuträglich – erst recht nicht, wenn sie lange halten soll. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Besser ist es nach einer Kränkung oder einem Streit den anderen wirklich von seiner Schuld freizusprechen und die Angelegenheit dann auch endgültig abzuhaken.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Mann ist mir hier ein Vorbild, denn er ist in Bezug auf vergangene Konflikte extrem vergesslich. Wenn ich sage: „Ach, das war, als wir uns so krass gefetzt haben“, erinnert er sich oft nicht einmal mehr daran. Ich selbst habe eher das Gedächtnis eines Elefanten und muss mich zwingen, alte Konfliktakten wirklich geschlossen zu halten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn auch in deiner Ehe einer von euch besser darin ist, Vergangenes vergangen sein zu lassen, kann er den anderen liebevoll daran erinnern, alte Konflikte und Verletzungen nicht wieder aufzuwärmen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Noch ein letzter Tipp dazu: Wenn dir bestimmte alte Verletzungen immer wieder in den Sinn kommen, gehört diese Verletzung zwar nicht in den aktuellen Streit, du solltest sie aber in einem ruhigen Moment mit deinem Partner ansprechen. Es kommt vor, dass wir über Kränkungen zu schnell hinweggehen und sie deshalb nicht loslassen können. Dann hilft eine ehrliche erneute Aussprache. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Vergebungs- und Veränderungsbereitschaft gehören zusammen</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade christlich sozialisierte Paare haben oft verinnerlicht, dass sie auch dann vergeben sollen, wenn der andere seinen Fehler nicht einsieht oder nichts daran ändert. Dazu rufen scheinbar auch viele Bibelstellen auf. So steht etwa in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Kolosser3%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Kolosser 3,13</a>: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ertragt</em> <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat.“</em> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich sind wir zur Nachsicht aufgerufen. Außerdem können wir unseren Partner nicht ändern. Mit manchen Eigenarten und Charakterfehlern werden wir uns ein Leben lang herumschlagen. Aber die Vergebungsbereitschaft des einen ist keine Entschuldigung für den anderen, einfach so weiterzumachen wie bisher.  </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gutmütigkeit ist eine tolle Eigenschaft, aber sie schadet der Beziehung, wenn verletzendes Verhalten weder erkannt noch verändert wird.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für eine gute Ehe braucht es auch gegenseitiges Vertrauen. Dieses nimmt nachhaltig Schaden, wenn der andere mich nach Belieben kränken und verletzen darf und ich dies schlicht vergeben muss. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zur Vergebung kann daher auch gehören, Grenzen zu ziehen. Ich kann dem anderen vergeben, dass er immer wieder Absprachen nicht einhält oder mich anschreit, aber ich muss es nicht stumm dulden. Ich darf und ich sollte in bestimmten Situationen Konsequenzen ziehen – um meiner selbst und auch um unserer Beziehung willen. Das entbindet mich aber nicht davon, dem anderen zu vergeben. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6. Vergebung ist ein Prozess</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es lohnt sich, Kränkungen und Verletzungen in einer Beziehung schnell auszuräumen. Dazu rät auch der Apostel Paulus in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser4%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Epheser 4,26</a>: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“</em> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch nicht jeder Streit lässt sich über Nacht beilegen. Manche Verletzung brauchen Zeit, um zu heilen. Gerade wenn ihr schon viele Jahre als Paar zusammen unterwegs seid, bleiben Verletzungen nicht aus. Dann ist es gut, wenn ihr euch gegenseitig genügend Zeit gebt, um zu echter Vergebung fähig zu werden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hierbei kann es helfen, sich gegenseitig zuzusagen: „Ich bin dir gut“ oder „Ich will dir vergeben“, selbst wenn ihr eine Verletzung noch nicht vergeben oder einen Streit noch nicht ausräumen könnt. Damit signalisiert ihr einander, dass ihr die Sache, die zwischen euch steht, klären und ausräumen wollt. Du sagst deinem Partner damit: „Ich will Vergebung und ich will diese Beziehung“, aber du sprichst nichts aus, was du noch nicht aus tiefstem Herzen sagen kannst. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich ist es für beide Partner schwer, solche Vergebungsprozesse auszuhalten, aber eine ehrliche Vergebung nach einer Woche oder vielleicht auch mal einem Monat zählt mehr als ein lapidares „Ich vergebe dir“. Vergebung ist nämlich nichts, was einfach nur ausgesprochen wird, sie muss auch gelebt werden! Dazu braucht es manchmal Zeit. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wichtig ist aber auch: Jede Verletzung, die du dem anderen weiter nachträgst, lastet letztlich auf dir selbst.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher sollte das Ziel jedes Vergebungsprozesses sein, zur Vergebung fähig zu werden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal ist dies ein langer Weg und oft braucht es von der ausgesprochenen Vergebung bis hin zur Versöhnung etwas Zeit. Dies gilt besonders bei großen Verletzungen wie einem tiefen Vertrauensbruch oder einer Affäre. Doch wenn euch an einer langfristigen glücklichen Ehe liegt, wählt lieber den langen steinigen Weg statt halbherziger Abkürzungen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">7. Erkenne Versäumnisse an und sei bereit zur Veränderung!</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Langjährigen Paaren stehen statt aktiver Kränkungen manchmal auch langjährige Versäumnisse im Weg. Vielleicht war er viel beruflich unterwegs, sodass sie ihn daheim eher wie einen Gast behandelte. Eventuell hat sie bei der Karriere zurückgesteckt, während er unter dem Druck stand, allein für die Familie zu sorgen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jeder von beiden hat ein Opfer gebracht, blieb aber auch dem anderen etwas schuldig – und am Ende herrscht auf beiden Seiten Bitterkeit.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In solchen Fällen ist es wichtig, darüber zu sprechen, was ihr euch eigentlich vom anderen gewünscht hättet. Dazu gehört, zu erkennen: „Ja, der andere ist mir etwas schuldig geblieben und das tat weh.“ Man sollte sich aber auch ehrlich eingestehen: „Auch ich bin dem anderen etwas schuldig geblieben, selbst wenn ich nicht aktiv gegen ihn gehandelt habe, sondern vielleicht sogar glaubte, etwas für ihn zu tun.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie kann es jetzt anders werden? Kann es überhaupt anders weitergehen? Nicht jedes Versäumnis kann nachgeholt werden. Für manche verpasste Lebenschance ist der Zug abgefahren. Zu einer guten Ehe gehört dazu, dass ihr einander um Ent-Schuldigung bittet und das Verpasste gemeinsam betrauert. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gleichzeitig steht oft noch eine Menge gemeinsamer Zukunft an. Ihr habt erkannt, was euch beiden gefehlt hat, also werdet kreativ und überlegt, wie ihr einander in Zukunft bessere Partner sein könnt.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie könnt ihr präsenter für den anderen sein, ihn mehr unterstützen, seinen Lebenstraum fördern? Tauscht euch ehrlich darüber aus, was ihr euch voneinander in der aktuellen Lebensphase wünscht, und geht Schritte der Veränderung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn, um mit dem Titel des Buches von Susanne und Marcus Mockler zu sprechen: Da geht noch was! </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17302955.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 21 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Auf der Suche nach Glück]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/auf-der-suche-nach-glueck/6866-542-7611</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16518746/6866-542-7611</link>
      <description><![CDATA[Die tiefsten Momente ihres Lebens lehren Susanne Ospelkaus: Glücklichsein ist ein Geschenk.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1028450.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Susanne Ospelkaus</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Glück gehabt“, sagt der Arzt, als er bei einer Untersuchung einen Tumor frühzeitig entdeckt. „So ein Glück“, ruft die Frau, als sie gerade noch bremsen kann. „Glückspilz!“, gratuliert man dem werdenden Vater. „Glücklich ist jeder, der sich auf Gott verlässt“, flüstern die Psalmen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Glück und die Gefühle</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„So ein Unglück“, sagt der Bestatter, als ich die Beerdigung plane. Mein erster Ehemann ist gestorben und ich frage mich: Hat uns das Glück verlassen? Hat uns Gott verlassen? Glück und Gott, gehört das zusammen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von einem Moment auf den nächsten werde ich in die Tiefen von Schmerz und Abschied geworfen. Neben der Trauer um meinen besten Freund, Geliebten und Vater meiner Söhne drängen sich ganz praktische Fragen in mein Leben: Wovon leben wir? Wie schaffe ich das als Alleinerziehende? Können wir irgendwann wieder glücklich sein?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Glück ist ein großes Wort und meine eigentliche Frage lautet: Kann ich zufrieden sein, mit dem, was ich habe?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Nein! Ich will mein altes Leben zurück“, weine ich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich kann ahnen, wie viele Menschen auf der Welt ein anderes Leben wollen. Ukrainer und Israelis wünschen sich ihr altes Leben zurück. Iranerinnen wünschen sich ein neues Leben und Vertriebene ein besseres Leben. In Deutschland sind wir privilegiert, auch wenn es sich trotz Krisen nicht so anfühlt. Wir gehören zu den zwei Prozent der wohlhabendsten Menschen der Welt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Mir doch egal“, ruft der Unglückliche. Fakten trösten nicht, auch wenn sie berechtigt sind. Objektiv betrachtet habe ich Gründe, um glücklich zu sein. Sie sind vernünftig und logisch, aber meine Gefühle kommen einfach nicht hinterher. Wäre es möglich, den Emotionen nicht so viel Raum zu geben und zu glauben, dass ich glücklich sein kann, wenn ich mein Glück in Vertrauen auf Gott ergreife?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das scheint mir eine Abkürzung zu sein, denn schließlich wurde ich mit Gefühlen erschaffen – mit komplizierten, ambivalenten und anstrengenden Gefühlen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Glück und die Empathie</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In meinem größten Unglück beginne ich, meine Gefühle zu sortieren. Das stärkste Gefühl ist die Trauer, und die lässt sich nicht vertreiben. Trotzig breitet sie sich in meiner Seele aus. Sie wird erst sanfter, als ich mich um sie kümmere.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Weinen tut gut. Was für ein Glück, dass Schmerz durch Tränen leichter wird. Die Psalmen zu lesen, tut gut. Welch ein Glück, dass ich mir die Worte von anderen leihen kann, dass ich klagen und sogar Gott anklagen darf.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich höre fromme Sprüche: „Gott mutet dir nicht mehr zu, als du tragen kannst. Gott weiß, wozu das gut ist.“ Ich erwidere: „Ihr habt keine Ahnung!“</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unglückliche Menschen brauchen keine Ratschläge, um den tieferen Sinn für ihr Schicksal zu verstehen. Sie brauchen Mitgefühl und die Erinnerung, dass wir uns bei Gott bergen können.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir können unter seine Flügel schlüpfen oder uns in seine Gewandfalten kuscheln. Was für ein Glück, dass es diese Bibelstellen gibt, die Sicherheit und Wärme ausdrücken.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Glück und die Tat</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Unglücklicher braucht Geborgenheit. Erst dann sortieren sich die komplizierten Gefühle wie Scham, Einsamkeit oder Verzweiflung. Das Leben ist anstrengend und mutet uns eine Menge zu. Ständig wird unser Glücklichsein torpediert: Unsicherheit, Sorgen und Ängste. Wäre dies … oder hätte das … oder könnte man doch jenes. Plötzlich marschieren unsere Gedanken im Konjunktiv. Wäre. Hätte. Könnte.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich lebe nicht im Moment, wenn ich mir überlege, was möglich sein könnte, wenn mein Mann noch leben würde oder wir mehr Geld hätten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Sprichwort sagt: „Das Glück ist ein flüchtiger Vogel.“ Man könne das Glück nicht fangen oder festhalten, man kann es nur willkommen heißen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Flatterhaftes Glück? Das passt nicht zu meiner Theologie und dem Gottesverständnis, dass Gott uns sieht, versteht und mitfühlt. Bibelverse verkünden: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Glücklich der Mensch, der sich auf Gott verlässt“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm84%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 84,13</a>) und <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich darf Gott nahe sein. Das ist mein ganzes Glück“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm73%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 73,28</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier ist das Glück etwas, das man macht und tut. Das Glücklichsein wird mit Verben beschrieben und nicht als flüchtiger Vogel. Ich verlasse mich auf Gott oder ich bin in seiner Nähe – unabhängig von den Umständen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Glück und das Paradox</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Leben verläuft anders als gedacht. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Der Lebensweg meiner Kinder wird ohne ihren Papa ein anderer sein. Meine Kinder werden ohne ihren Papa andere Dinge erleben als mit ihm.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn mir das bewusst wird, trauere ich vorwärts. Ich beweine nicht nur das, was wir nicht mehr haben, sondern auch das, was nicht werden darf – weil der eine Mensch fehlt. Vergangenheit und Zukunft, Lachen und Weinen, Trauer und Freude, Zweifel und Glauben. Wir leben in einem Spannungsfeld. Ständig müssen wir unsere Umstände und damit verbundenen Gedanken und Gefühle ausbalancieren.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist paradox, dass wir tiefe Trauer und großes Glück sogar zeitgleich empfinden können.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da ist dieses große Glück, dass ich zwei Söhne habe, die mich das Leben spüren lassen. Sie lachen, kuscheln, entdecken die Welt, formulieren erste Sätze und malen Krickelkrakel. Da ist diese tiefe Trauer, die mein Leben verlangsamt und es zusammenzurrt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Schwere und das Leichte, Glück und Kummer existieren nebeneinander. Nur schwer sind die Verse auszuhalten: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Glücklich sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. (…) Glücklich sind die Hungernden, denn sie sollen satt werden. (…) Glücklich sind die Friedfertigen, denn sie werden die Erde besitzen“</em> (nach <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us5%2C4-7" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 5,4-7</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da sind sie wieder, diese Gegensätze. Momentan herrschen mehr Autokraten als Friedfertige. Sie scheinen alles zu besitzen. Friedliche Demonstrationen für Menschenrechte werden niedergeprügelt. Wo sind denn Glück und Frieden?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Glück und der Sinn</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viktor Frankl sagte: „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.“ Je sinnhafter unser Leben ist, umso glücklicher können wir sein. In meinem tiefsten Kummer bin ich vor allem eins: eine Mutter. Ich entdecke meine neuen Rollen als Freundin, Schwester und Autorin.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich werde nie einen Sinn darin sehen, dass mein Mann verstarb. Ich glaube nicht, dass es Gottes Plan war. Wenn andere Geschwister in einer großen Not einen Sinn entdecken, dann ist es ein ganz persönlicher Prozess. Man kann ihn nicht auf ein anderes Leben übertragen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein neuer Lebensweg führt mich zu Menschen und Möglichkeiten. Eine Reise, ein Auftrag, eine Begegnung. Es schleicht sich ein Trotz in mein Leben – ein Lebenstrotz.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich gebe auf, mich mit Familien zu vergleichen, die zwei gute Einkommen haben, sich Urlaube, Haus und Ausflüge leisten können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotzig führe ich eine Patenschaft in Albanien weiter für eine Witwe mit vier Kindern. Sie haben noch weniger als ich. Ich habe Witwenrente, Kindergeld und Wohngeld. Plötzlich dämmert mir: Ich habe viel. Ich habe genug. Ich werde genügsam. Nein, ich werde nicht geizig, sondern freue mich aufrichtig an gebrauchten Dingen, Schnäppchen und Leihgaben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Glück und die einfachen Dinge</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alte Menschen fühlen sich trotz Einschränkungen glücklicher als junge, denn sie müssen sich nicht mehr beweisen. Sie haben gelernt, den Moment wahrzunehmen: die Sonne auf dem Balkon, den Duft von Blumen, die Wolkenformationen am Himmel, die kleine Plauderei mit dem Postboten, den Gruß der Nachbarin, den leckere Eintopf. Das Glück sucht die Langsamkeit und den Moment.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letztendlich schenken uns die alltäglichen Dinge einen Glücksmoment. Guter Schlaf oder genussvolles Essen machen glücklich. Auch das empfiehlt die Bibel. <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Kauft euch alles, was ihr gern hättet … und was ihr euch sonst noch wünscht … feiert ein fröhliches Fest, esst und trinkt!“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/5.Mose14%2C26" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">5. Mose 14,26</a>).</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist das die eigentliche Lebenskunst: Gute Momente wahrnehmen und die kleinen Alltäglichkeiten genießen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> Es gibt Zeiten, da tanzt das Glück durch unser Leben und dann gibt es Wochen und Monate voller Kummer. Zu wissen, dass beides sein kann und sich beidem zu stellen, ist glaubensmutig, hoffnungsstark und zweifeltrotzig. Tiefer Kummer und großes Glück. Sie wechseln sich ab – so war es schon immer gewesen, denn alles hat seine Zeit (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger3%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Prediger 3,1</a>).<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Susanne Ospelkaus</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16518746.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Susanne Ospelkaus]]></author>
      <pubDate>Fri, 20 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hilfe, ich bin nachtragend!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/hilfe-ich-bin-nachtragend/6866-542-8036</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17301182/6866-542-8036</link>
      <description><![CDATA[Was kennzeichnet dieses Gefühl und wie bringe ich es vor Gott? Auszug aus dem Buch „Feel“ von Anjuli Paschall.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1123856.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gefühle sind nicht immer angenehm und stehen uns manchmal im Weg. Gerade Bitterkeit kann unser Herz schwermachen und ein echtes Hindernis für Versöhnung sein. Wie können wir damit umgehen, wenn wir anderen etwas nachtragen?</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Anjuli Paschall ist Autorin, Pastorenfrau und Mama von fünf Kindern. In ihrem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/148461" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Feel – Gebete und Gedanken für jede Emotion“ </a>gibt sie Hilfen an die Hand, um mit den unterschiedlichen Gefühlen umzugehen. Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung des </em><a href="https://www.scm-verlagsgruppe.de/verlagsgruppe/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">SCM Verlages</em></a><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> einen Auszug aus dem Buch zur Emotion „Nachtragend“.</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Sprache für das Gefühl: Ich trage anderen etwas nach</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als mein Mann neulich auf Reisen war und mein Terminkalender bereits zu platzen drohte, gab zu allem Überfluss noch jemand seine Kinder bei mir ab, damit ich auf sie aufpasste. Ich war schon am Ertrinken und fühlte mich absolut nicht ernst genommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin immer der Notnagel. Ich binde die losen Enden zusammen. Ich bereite das Essen vor, plane die Veranstaltung, denke daran, noch das Eis zu holen. Die Leute wissen, dass ich Ja sagen werde, und ich tue es.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich möchte lieben, aber ich bin verletzt worden. Der Groll gärt in mir. Ich spüre, wie sich etwas in mir zusammenbraut. Es brodelt. Irgendwie gibt meine Wut mir Kraft. Ich probiere meine Bitterkeit, sie schmeckt süß. Manchmal ist es sehr befriedigend, meinen Unmut zu nähren. Ich nicht so eine Art Mensch sein, So wütend und verletzt ich auch bin, ich will nicht, dass mein Schmerz mich vergiftet.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich gestehe, dass meine Gedanken mich auf einen dunklen Pfad der Rache führen. In meinem Leid will ich, dass auch andere leiden, und ich werde zum rachsüchtigen Opfer. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich gestehe, dass ich auch versucht bin, mein Leid nach innen zu lenken. Ich neige zu Selbsthass oder dazu, meine wahren Gefühle zu verdrängen. Ich bin frustriert, weil ich in der Lage sein sollte, mein Leben in den Griff zu bekommen. Etwas stimmt doch nicht mit mir, wenn ich so empfinde. Mein Groll wird zu Bitterkeit und sogar zu einem gewissen Anspruchsdenken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einen Moment lang lasse ich meinen Groll zu. Ich will nicht in Aktionismus verfallen oder meine Gefühle herunterspielen. Ich lasse den Groll in mir zu und versuche nicht direkt, ihn aufzulösen. Ich fühle ihn und mein Körper spannt sich an. Ich lasse alles, wie es ist. Mir ist bewusst, dass ich Schmerzen habe.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Etwas zu erzwingen oder mich ohnmächtig zu fühlen, hat meine Wunden nicht beseitigt, sondern eher noch vergrößert. Es muss einen anderen Weg geben.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Eine Andacht für Zeiten des Grolls</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Atme ein – <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jesus, Jesus, Jesus …</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Atme aus – <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">…hilf mir, zu segnen.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott, ich öffne mein Herz für dich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich empfinde Groll.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich spüre ihn in meinem Körper und er nagt an mir.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erforsche mein Herz, o Gott, damit ich erkenne, wie der Groll meine Geschichte geprägt hat.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Woher kommt er?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott, mir wurde Unrecht angetan.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ich bin verletzt worden, und das ist nicht in Ordnung.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Man hat sich nicht um mich gekümmert, mich nicht beachtet und mich nicht berücksichtigt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Mein Zorn ist in meiner Seele bitter geworden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott, du lädst mich ein, meinen Groll zu spüren, aber nicht, ihm nachzugeben.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Du lädst mich ein, durch ihn hindurchzugehen, aber nicht, in ihm hängen zu bleiben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin hin- und hergerissen zwischen dem, was ich bin, und dem, was ich sein möchte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erlaube mir, falsche Scham abzulegen, damit ich dir Wurzeln meines Grolls und den Schmerz, der darin steckt, erkennen kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Schmerz ist echt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich erlaube mir jetzt, ihn zu fühlen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal ist er schwer zu fühlen, zu sehen und zu benennen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber du, Herr, siehst mein Herz. Du siehst meinen Schmerz. Du siehst, wie ich mich abgemüht habe.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Du siehst, was andere nicht sehen können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du, Herr, weißt, wie es ist, wenn man zu kämpfen hat.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Du wurdest verletzt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Du wurdest ausgenutzt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Du wurdest misshandelt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich komme in deine Liebe und bin getröstet in dem Wissen, dass ich nicht allein bin.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hilf mir, neugierig auf mein eigenes Herz und meine eigene Geschichte zu sein.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Hilf mir, gütig und barmherzig zu sein gegenüber meiner brennenden Seele.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Hilf mir, mich von dem Groll zu befreien, der mich umtreibt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wenn ich keine Erleichterung finden kann, Herr, bete ich um deine Gnade für die Dinge, ich nicht ändern kann. Ich brauche dich hier. Du siehst mich und alles, was ich getan habe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich vertraue darauf, dass du mich auch durch diesen Schmerz hindurch heilst.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ich vertraue darauf, dass dein Geist in meinem Herzen arbeitet.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ich vertraue darauf, dass du meine Lebensgeschichte vom Groll zur Freiheit weiterschreibst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hilf mir, mit deiner Gnade die zu segnen, die mich verletzt haben.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Gott, hilf mir, meinen Groll nicht mit noch mehr Groll zu nähren, sondern bitte füttere meinen Groll mit deiner Liebe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich öffne meine nachtragenden Gedanken für dich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich öffne mein Herz für das Kreuz.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich atme.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Hier finde ich Trost.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich mache mir jetzt dein Gebet zu eigen: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Vater, vergib diesen Menschen, denn sie wissen nicht, was sie tun“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Lukas23%2C34" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 23,34</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Herr, erhöre mein Gebet.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Lebendiges Wort</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich möchte von dir hören.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Vergeltet anderen Menschen nicht Böses mit Bösem, sondern bemüht euch allen gegenüber um das Gute. Tragt euren Teil dazu bei, mit anderen in Frieden zu leben, soweit es möglich ist! Liebe Freunde, rächt euch niemals selbst, sondern überlasst die Rache dem Zorn Gottes. Denn es steht geschrieben: „Ich allein will Rache nehmen; ich will das Unrecht vergelten“, spricht der Herr. Handelt stattdessen so, wie es in der Schrift heißt: „Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen. Wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken, und er wird beschämt darüber sein, was er dir angetan hat.“ Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute!</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a href="https://www.bibleserver.com/NLB/R%C3%B6mer12%2C17-21" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Römer 12,17-21</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Anjuli Paschall</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17301182.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Anjuli Paschall]]></author>
      <pubDate>Wed, 18 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Bitte recht freundlich!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/bitte-recht-freundlich/2803-542-7020</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/14565488/2803-542-7020</link>
      <description><![CDATA[Warum Christen im Konfliktfall öfters mal nachgeben sollten. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/851436.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© raychan /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Niemand wird gerne übers Ohr gehauen und doch passiert es leider manchmal. Als Familie haben wir das vor einigen Jahren erlebt, als wir für unseren Sohn einen hochwertigen Kinderschreibtisch samt Stuhl gebraucht gekauft hatten. Der Verkäufer wollte auf Ebay noch eine ordentliche Stange Geld dafür haben. Der Preis war für uns in Ordnung, weil wir überzeugt davon waren, ein gutes Produkt zu erhalten. Nachdem wir die Ware abgeholt und bezahlt hatten, entdeckten wir daran allerdings Mängel, auf die der Verkäufer nicht hingewiesen hatte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pech gehabt, könnte man sagen – es stand ja schließlich in der Anzeige „gekauft wie gesehen“. Trotzdem hat mich das Verhalten des Verkäufers verärgert. Sein freundliches Verhalten hat im Nachhinein einen schalen Beigeschmack bekommen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zerstörtes Vertrauen schadet, und das nicht nur in Geschäftsbeziehungen. Auch im zwischenmenschlichen Bereich nehme ich eine Habachtstellung ein, wenn ich das Gefühl habe, dass der andere nicht vertrauenswürdig ist.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf eine engere Beziehung mit einer solchen Person lasse ich mich nicht mehr ein. Schließlich will ich nicht übervorteilt werden, weder emotional noch finanziell.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Recht bekommen – um jeden Preis?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz im Gegensatz zu dieser Selbstschutzreaktion steht eine Anweisung, die der Apostel Paulus den Christen in Korinth gegeben hat. Zwischen einzelnen Gemeindemitgliedern war es zu einem Rechtsstreit gekommen, weil einer den anderen betrogen hatte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diese angespannte Situation hinein schreibt Paulus folgendes: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dass ihr überhaupt gegeneinander vor Gericht zieht, ist schon eine Niederlage für euch alle. Warum seid ihr nicht bereit, euch Unrecht zufügen zu lassen? Warum könnt ihr es nicht ertragen, wenn jemand sich auf eure Kosten bereichert?“ </em>(1. Korintner 6,7).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich das lese, muss ich schlucken. Und ich fange an, mit Paulus zu diskutieren: „Das kannst du nicht ernst meinen, Paulus! Wir sollen es ertragen, wenn sich jemand auf unsere Kosten bereichert? Das ist ein schlechter Witz, eine unmögliche Forderung! Wo kämen wir hin, wenn Betrüger nicht zur Rechenschaft gezogen werden! Soll ich denn alles mit mir machen lassen?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die letzte Frage würde Paulus wahrscheinlich mit Nein beantworten. Er ist selbst für sein Recht als römischer Staatsbürger eingestanden, wenn ihm - etwa von Seiten der Behörden - Unrecht getan wurde. In anderen Situationen hat der Apostel aber auch darauf verzichtet, Recht zu bekommen oder mit der ihm zustehenden Würde behandelt zu werden.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dass Menschen von Jesus hören und dass Gott geehrt wird, war Paulus im Einzelfall wichtiger als sein Ruf oder sein Gerechtigkeitsempfinden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Lesen des Textes in seinem Zusammenhang stolpere ich über eine weitere Aussage des Apostels. Kurz bevor er die oben zitiere Anweisung gibt, schreibt er folgendes: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wisst ihr denn nicht, dass die, die zu Gottes Volk gehören, einmal die Welt richten werden? Die ganze Welt muss im Gericht vor euch erscheinen! Und da gebt ihr solch ein unwürdiges Bild ab und seid nicht einmal imstande, über die kleinsten Kleinigkeiten zu urteilen?“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/1.Korinther6%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Korinther 6,2</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wow! Was für eine Perspektive! Selbst Engel gehören laut Paulus zu denen, die von der christlichen Gemeinde eines Tages gerichtet werden sollen. Kein Wunder, wenn der Apostel kein Verständnis dafür hat, wenn sich Christen wegen geringfügiger Sachverhalte in die Haare geraten.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Unrecht ertragen lernen</h2>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus stellt das Leben eines Christen in einen größeren Zusammenhang als das, was menschlich sichtbar ist. Er vertraut darauf, dass Gott sein Leben in der Hand hält und für ihn sorgt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der einflussreiche Verkündiger des christlichen Glaubens weiß: „Mein Leben hier auf dieser Erde ist nicht alles. Was ich jetzt erlebe und durchleide, muss zu meinem Besten dienen. Und nach dem Tod geht es weiter – in einer Welt, in der ich nicht mehr unter Ungerechtigkeit leiden muss und in der Gott mich rechtfertigen wird.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das gibt dem Apostel die Kraft es auszuhalten, wenn andere ihn unfair behandeln oder wenn er den Kürzeren zieht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Jesus hat so gelebt. In der berühmt gewordenen Bergpredigt fordert er seine Nachfolger zu folgendem Verhalten auf: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Setzt euch nicht zur Wehr gegen den, der euch etwas Böses antut. Im Gegenteil: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halt ihm auch die linke hin</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Matth%C3%A4us5%2C39" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 5,39</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ob Paulus diese Worte im Hinterkopf hatte, als er den Christen in Korinth den Rat gab, sich lieber betrügen zu lassen, als Streitigkeiten juristisch auszutragen?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Verzicht als Lösung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beide Aufforderungen stellen mein Gerechtigkeitsempfinden und mein Bedürfnis, mich zu wehren und mich zu schützen aufs Äußerste in Frage. Mir fällt es manchmal schon nicht leicht, anderen zu vergeben, wenn sie mich mit Kleinigkeiten verletzt haben. Und spätestens beim Geld hört die Freundschaft bekanntermaßen sowieso auf. Aussagen wie diese machen mir neu klar, dass es im Alltag eine ganze Menge von mir fordern kann, wenn ich Jesus nachfolgen möchte:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kann ich zurückstecken, wenn mir Unrecht getan wird? Im Vertrauen darauf, dass Gott die Dinge in Ordnung bringt?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie das praktisch aussehen kann, zeigt eine alte biblische Geschichte, die sich lange vor Jesus und Paulus abgespielt hat: Die beiden Patriarchen Lot und Abraham besitzen im landwirtschaftlich geprägten Kanaan jeweils große Viehherden. Als die vorhandenen Weideplätze deswegen knapp werden, kommt es unter ihren Hirten zum Streit. Abraham ist der ältere der beiden und hätte nach damaligem Brauch den Vortritt gehabt. Lot hätte umgekehrt nachgeben und sich mit den schlechteren Weideflächen begnügen müssen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber Abraham handelt anders. Die Beziehung zu seinem Neffen ist ihm wichtiger als der wirtschaftliche Gewinn. Aus diesem Grund lässt er dem Jüngeren den Vortritt und nimmt die schlechteren Bedingungen für sich und seine Angestellten in Kauf (nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/1.Mose13%2C1-12" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 13,1-12</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Pastorin und Seelsorgerin Astrid Eichler leitet aus dieser Erzählung in ihrem Buch <a href="https://www.amazon.de/Friede-Freude-Pustekuchen-Konflikte-bew%C3%A4ltigen/dp/3417266602" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Friede, Freude, Pustekuchen!“</a> einige Denkanstöße und Handlungsanweisungen ab, die ich beeindruckend finde. Deswegen möchte ich sie zum Schluss hier in Ausschnitten zu Wort kommen lassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eichler schreibt: „Haben wir Angst, zu kurz zu kommen? Was ist, wenn wir verzichten? Großmut und Verzicht sind überraschende, aber sehr wirksame Wege der Konfliktlösung. Die Frage „Was ist besser?“ kann sehr hilfreich sein, wenn es um Verzicht geht. Lohnt es sich wirklich weiter zu kämpfen? Was verliere ich, wenn ich verzichte? Ist der Gewinn beim Verzicht nicht doch größer? Diese Art von Konfliktlösung braucht Gottvertrauen als Basis. Sonst ist es verrückt. Aber wie gut, wenn wir ver-rückt werden. Da werden Konflikte anders lösbar.“<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Hanna Willhelm</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/14565488.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Hanna Willhelm]]></author>
      <pubDate>Mon, 16 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Grautöne statt Extremdenken]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/grautoene-statt-extremdenken/2270-542-8032</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17299135/2270-542-8032</link>
      <description><![CDATA[Wer Schwarz-Weiß-Denken überwindet, denkt menschlicher. Wie du klar bleibst, ohne hart zu werden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1123207.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Warren /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neulich stand ich vor dem Regal mit <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">50 Shades of Grey.</em> Ich wollte mein Gartenhäuschen streichen, aber die Farbauswahl im Baumarkt stellte mich vor ein Problem: Es gab nicht bloß Grau. Es gab <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Steingrau</em>, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Nebelgrau</em>, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Taubengrau</em>, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Aschegrau</em>, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Montagmorgengrau</em>, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Aktendeckelgrau</em>, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Innenstadtgrau</em>. Diese Vielfalt überforderte mich. Ich wollte keine Flut an Schattierungen. Ich wollte einfach nur Grau!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich ist es schön, eine reichhaltige Auswahl zu haben. Zugleich zwingen mich unzählige Optionen ständig dazu, irgendetwas abzuwägen. Egal, ob es um Farbtöpfe, Käsesorten oder Parteiprogramme geht – jede Entscheidung kostet Reserven.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dazu kommt eine Flut an Informationen, die ständig auf mich einströmen: Nachrichten, Push-Meldungen, Werbebanner, Kalender-Erinnerungen. Oder die neueste Unsitte: „Aus Umweltschutzgründen schicken wir Ihnen keine Rechnungen mehr per Post zu. Bitte registrieren Sie sich in unserer Cloud und laden Sie sich Ihren Kram gefälligst selbst runter!“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe längst den Überblick verloren, wo ich mich zu welchem Zweck registrieren musste – und wann ich was downloaden soll, damit Firmen auf Kosten meiner Kapazität nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch gleich noch ihre Portokasse.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist das Paradoxe an unserer Überflussgesellschaft: Wir sind reich an Möglichkeiten und zugleich arm an Reserven.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn Mental Load zu Schnellurteilen führt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Hirn ist müde. Ich erlebe mich selbst als zunehmend denkfaul – oder besser gesagt denkerschöpft. Mental Load betrifft nicht nur Mütter; ich nehme ihn als gesamtgesellschaftliches Problem wahr, das Gefahren birgt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Je begrenzter die Ressourcen, aus denen sich mein Denken speist, desto stärker sehne ich mich nach Eindeutigkeit. Oft bringe ich nicht mehr die Kraft auf, mich gedanklich tiefer auf Dinge einzulassen. Und dann ertappe ich mich dabei, zu Schnellurteilen zu greifen – schlicht, weil sie meine Akkus schonen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Pointe schlägt Tiefgang</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf Social Media wird diese Dynamik besonders sichtbar. Diese Plattformen belohnen selten tiefergehende Diskurse. Durch die immense Flut an Inhalten werden Informationen häufig nicht <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">fundiert </em>präsentiert, sondern <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">pointiert.</em> Kontext und Hintergründe fehlen oft.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich durch Social-Media-Feeds scrolle, bekomme ich nicht einfach Nachrichten präsentiert, sondern eine Punchline nach der anderen, in einer Geschwindigkeit, die mein Nervensystem im Alarmmodus hält.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pointen erzeugen Emotionen und diese färben auf mein Urteil ab. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich nicht aufpasse, springe ich auf den Zug auf, mache mir eine Sicht zu eigen und denke kaum noch darüber nach, wie man die Dinge auch anders sehen könnte. Ich glaube dann an <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Schwarz</em> oder <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Weiß</em>. Auf die Nuancen dazwischen – die Grautöne – verwende ich keine Energie, weil gefühlt kaum welche da ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schwarz-Weiß-Denken aus Erschöpfung</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich gibt es Menschen, die sich mit großer Überzeugung entweder <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Schwarz</em> oder <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Weiß</em> zuordnen und diese Sicht vehement verteidigen. Aber ich glaube, dass viele Menschen aus Erschöpfung in Extreme rutschen – und dass niemand davor komplett gefeit ist. Denn Schwarz-Weiß-Denken verspricht Entlastung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es suggeriert Zugehörigkeit: Wir gegen die. Das macht populistische Erzählmuster so attraktiv, die behaupten: „Du bist das Opfer von diesen oder jenen (füge hier einen beliebigen Sündenbock ein) – und wir verteidigen dich dagegen!“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses „Wir kümmern uns um dich“ klingt verlockend, wenn ich mich in meinem Leben schon um so vieles andere kümmern muss. Zudem fühlt es sich moralisch klar an – wie ein Stück Eindeutigkeit in einer viel zu komplexen Welt. Es erinnert mich an den Baumarkt: Ich will doch einfach nur Grau!</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was mich Eindeutigkeit kostet</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich gut gemachte Pro-und-Contra-Formate zu politischen Themen im Radio höre, bin ich oft erleichtert. Nicht selten kann ich nämlich beiden Seiten etwas abgewinnen und stimme keiner vollständig zu. Ich bin froh, wenn Journalistinnen und Journalisten zu einem strittigen Thema unterschiedliche Nuancen aufzeigen, die – jeweils in ihrem Kontext – eine gewisse Berechtigung haben. Wenn ich nur <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Pro</em> oder nur <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Contra</em> zustimmen will, sollte ich mich fragen, ob ich nicht etwas übersehe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Eindeutigkeit hat einen Haken: Sie klebt wie ein Etikett auf Dingen oder Menschen. Wenn ich nur noch pro oder contra über jemanden denke, verkenne ich die Fülle an Gründen, Motiven und die jeweilige Biografie, die hinter einer Position stehen kann.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich kann Politikerinnen und Politiker von den extremen Rändern für ihre Meinung ablehnen – und trotzdem versuchen, zu verstehen, warum sie so ticken, statt ihnen pauschal die Menschenwürde abzusprechen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Jeder Mensch hat Würde – unabhängig von seiner Meinung</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das fällt mir bei gewissen rücksichtslos agierenden Machthabern oder bei Menschen, die in meinem Umfeld immer wieder Grenzen überschreiten, schwer. Trotzdem versuche ich zu differenzieren: Was lehne ich an diesem Menschen ab – und warum? Wie kommt er oder sie zu dieser Denkweise oder diesem Verhalten? Welchen Wert hat dieser Mensch unabhängig davon, was ich über ihn denke?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Allein die Tatsache, dass Gott jedem Menschen von Geburt an Würde verliehen hat, verbietet es mir, sie ihm abzusprechen – ganz gleich, ob mir jemand nur schräg vorkommt oder ob Menschenwürde für ihn selbst ein Fremdwort ist.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich Menschen auf etwas Eindeutiges reduziere, muss ich mir bewusst sein: Das steht nicht in Einklang mit ihrer Menschenwürde.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Reife statt Relativismus</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun könnte man mir vorwerfen, dass ich relativiere: Weil ich mich nicht klar positionieren will, sondern auf Zwischentöne verweise. Aber Nuancen zu erkennen, bedeutet nicht, dass alles gleichgültig wäre. Nuancen sehen heißt: besser hinschauen, präziser urteilen und gerechter über andere reden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Forderung nach Eindeutigkeit wird oft mit Empörung vorgetragen. Doch Empörung ist kein guter Ratgeber. Sie kann mein Denken vernebeln und einseitig machen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich Verständnis für die Gegenposition aufbringe, bedeutet das nicht, dass ich sie teile oder gutheiße. Ich versuche lediglich, hinter diese Position zu blicken: Wie ist sie entstanden? Welche Emotionen und Bedürfnisse speisen sie? Welche Not steckt eventuell dahinter? Größeres Verständnis für die andere Seite kann Barmherzigkeit statt Ablehnung wecken – und Verantwortung fördern.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wenn ich Dinge oder Menschen nicht pauschal ablehne, bin ich gezwungen, mein Verhältnis zu ihnen auszuloten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht sehe ich mich moralisch dann sogar zum Handeln verpflichtet. Beides ist anstrengend – besonders, wenn mein Denken müde geworden ist. Aber generell ist es eine gute Übung für den eigenen Horizont, auch mal andere Perspektiven einzunehmen als die gewohnte. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie entdecke ich Grautöne?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz ehrlich: Ich sehe auch nicht überall sofort jede Nuance. Mein Denken ist oft genauso erschöpft wie das vieler anderer Menschen. Wenn ich merke, dass ich in Mental Load versinke, muss ich zuerst Entlastung schaffen. Das heißt für mich: weniger Nachrichten, weniger Scrollen, dafür lieber ein Spaziergang an der frischen Luft mehr, bei dem meine medial verfetteten Gedanken wieder in Trab kommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und dann gilt es:</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Hinterfrage, was du zu wissen glaubst</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was weiß ich wirklich über das Thema, das mich gerade aufregt, und was glaube ich nur zu wissen? Könnte es sein, dass ich mich irre? Wer erzählt mir da eigentlich was? Gibt es Möglichkeiten, selbst Erfahrungen dazu zu machen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich hätte über die Geflüchteten in unserer Stadt pauschal sagen können: „Die gehören hier alle nicht her!“ Stattdessen habe ich einige im Asylbewerberheim gegenüber besucht und dabei ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Begegnungen haben das Klischee bedient, weil ich bei diesen Leuten kaum Bereitschaft wahrnahm, sich einzuleben, unsere Sprache zu lernen oder zu arbeiten. Andere Geflüchtete hingegen haben mich mit ihrem Willen tief beeindruckt, ihr Leben trotz aller Widerstände in diesem Land neu aufzubauen. Einer davon sprach vor einigen Jahren noch kein Wort Deutsch. Inzwischen ist er stellvertretender Leiter eines Kindergartens und schreibt demnächst seine Doktorarbeit in unserer Sprache.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zwischen diesen Polen gibt es alles an Menschen – und genau das gilt es zu unterscheiden, statt pauschale Urteile zu fällen. Das ist meine persönliche Erfahrung.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Denk dich in die Gegenposition hinein!</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich muss eine Gegenposition nicht annehmen, aber ich kann versuchen, sie nachzuvollziehen. Das hilft nicht nur, meine eigenen Argumente zu schärfen, sondern kann mich unter Umständen sogar überraschen. Vielleicht ist die Position, die ich ablehne, gar nicht so abwegig, wie ich zuerst dachte. Und die Menschen, die ich nicht verstehen konnte, sind gar nicht die Bösewichte, für die ich sie gehalten habe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erneut: Hierbei geht es nicht ums Relativieren. Unrecht bleibt Unrecht. Die interessante Frage lautet eher, was Menschen dazu bewegt, Unrecht zu tun – und wie ich ihnen trotzdem mit einem angemessenen Maß an Respekt begegnen kann, ohne die Tat kleinzureden.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Schlüssel lautet: Trenne Person und Position. Ich kann Aussagen und Taten kritisieren, ohne den Menschen dahinter abzuwerten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das entschärft übrigens auch den Satz, den man in letzter Zeit häufiger hört, wenn es um verfeindete politische Lager geht: „Mit solchen Menschen redet man nicht!“</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Erweitere dein Vokabular</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schwarz-Weiß-Denken ist energieeffizient, führt aber leider auch zu einer gewissen geistigen Starre, die Ängste verstärken kann. Hier hilft es, verallgemeinernde Reizwörter zu identifizieren. Solche sind unter anderem: immer, jeder, alle, nie, ständig, man, keiner, niemand, einzig, nichts, nur.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wörter wie diese zeigen mir eine Extremposition meines Denkens an. Hier einige Beispiele:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Alle</em> Politiker lügen uns an!</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jeder</em> weiß doch, dass die Presse <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">nur</em> Mist schreibt!</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Partei XY ist die <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Einzige</em>, die man als Christ noch wählen kann!</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die</em> haben doch <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">keine Ahnung</em>!</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu vielem, was hier kursiv gesetzt ist, gibt es ein Gegenteil. Und nicht nur das: Dazwischen finden sich viele Nuancen, die sich unterschiedlich ausdrücken lassen. Unter anderem so:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Manche</em> Politiker lügen uns an. Aber es gibt auch solche, die gewissenhaft handeln und nicht nur das eigene Wohl im Blick haben.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">In der Presse wird <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">viel</em> Mist geschrieben, aber nicht ausschließlich.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Partei XY ist <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">eine</em>, in deren Programm ich meine Auffassung vom christlichen Glauben wiederfinde. Andere Parteien vertreten <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">zum Teil</em> aber auch Positionen, die ich teile.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ich unterstelle „denen“, dass sie über <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">weniger</em> Wissen hinsichtlich eines bestimmten Themas verfügen, als ich es für angemessen halte. Ich öffne mich jedoch für die Möglichkeit, dass ich mich irre.</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu behaupten, Verallgemeinerungen seien nie gut, wäre wiederum eine Verallgemeinerung. Aber in vielen Fällen sind sie tatsächlich nicht hilfreich.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Auf welcher Seite steht eigentlich Gott?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Leider finden wir verallgemeinerndes Lagerdenken auch unter Christen. Es beginnt dort, wo ich meine Auffassung des christlichen Glaubens absolut setze und das, was ich für die Wahrheit halte, als allgemeingültig erkläre. Dann sage ich etwa: Die Wahrheit, an die ich glaube, steht so in der Bibel. Das sei also gar nicht meine Auffassung, sondern die von Gott. Dieses Beharren kann mir die Unbequemlichkeit ersparen, mich mit anderen theologischen Positionen auseinanderzusetzen oder Zweifel an der eigenen Rechtgläubigkeit zuzulassen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich mir versichere, Gott auf meiner Seite zu haben, kann er ja nicht auf der anderen Seite stehen, oder?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Spannungen aushalten, statt absolute Wahrheiten verkünden</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gestattet mir diese persönliche Ansicht: Ein reifer Glaube ist meines Erachtens keiner, der auf seiner Position beharrt und alles davon Abweichende ablehnt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Glaube ist kein Standpunkt, sondern ein stetiges Weiterentwickeln. Er lebt von der persönlichen Beziehung eines Menschen zu Gott, die jeder auf seine eigene Weise lebt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und ganz besonders lebt Glaube von Fragen, Spannungen und Ambivalenz. Kein Mensch kann nachvollziehbar erklären, wie Jesus zugleich Mensch und Gott sein kann. Das sprengt unsere Logik.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dieser Spannung leben wir als Christen. Daher denke ich, dass wir auch weitaus geringere Ambivalenzen aushalten können, ohne uns gegenseitig den Glauben abzusprechen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Bibel ist ein Buch voller vordergründig klarer Aussagen, die nach einigem Nachdenken tiefer und manchmal rätselhaft erscheinen. Daraus können wir Positionen herauslesen, die sich gemeinschaftlich teilen lassen. Aber die Wahrheit dahinter können wir nicht besitzen – sie gehört uns nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Inmitten all dieser Nuancen und Grautöne bleibt uns am Ende eine Zusage: Gott ist gnädig. Und Jesus ist uns als Weg, Wahrheit und Leben Rätsel und Antwort zugleich.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17299135.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Sat, 14 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Fotograf bringt Licht ins Dunkel]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/ein-fotograf-bringt-licht-ins-dunkel/2270-542-8034</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17297093/2270-542-8034</link>
      <description><![CDATA[Die Ausstellung „Aus allen Schatten“ von Dietmar Roller gibt erschreckende Einblicke in moderne Sklaverei. ERF-Reporterin Johanna Hörnle hat sie besucht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122966.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Dietmar Roller</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fotografieren Sie gerne? Mit einer Kamera oder mit dem Smartphone kann man Momente für immer festhalten. Fotos bilden die Realität ab – wir sehen das, was wirklich da ist.</p>

<figure class="image round erf-imagezoom right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Dietmar Rolle, Copyright: Helge Eisenberg" height="666" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122973.jpg" width="1000" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;"><a href="https://www.dietmarroller.de/about" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Dietmar Roller</a> ist Fotograf und leitete als Menschenrechtsexperte zwölf Jahre <a href="https://ijm-deutschland.de/" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">IJM Deutschland</a>. (Copyright: Helge Eisenberg)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für den Menschenrechtsexperten Dietmar Roller ist Fotografieren „Malen mit Licht“. Er war langjähriger Vorstandsvorsitzender der <a href="https://ijm-deutschland.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">International Justice Mission (IJM)</a> in Deutschland. Außerdem ist Roller seit mehr als 30 Jahren mit seiner Kamera auf der ganzen Welt unterwegs und bringt Licht ins Dunkel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Egal ob in Ghana, Äthiopien oder Bangladesch: Dietmar Roller kennt die Orte moderner Ausbeutung, Armut und Sklaverei. Bei seiner Arbeit ist ihm wichtig: </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Ich fotografiere nicht, um Elend zu zeigen, sondern um Wahrheit sichtbarer zu machen.“ </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zurzeit stellt er seine Fotos in der <a href="https://leica-camera.com/de-DE/Leica-Galerien/Leica-Galerie-Wetzlar?srsltid=AfmBOooxuMq-5GOv5UqTZPIp1DobIXDfBXZoqiHyT_MQl5ByyBqoXbN9" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Leica Galerie Wetzlar</a> aus. Ich habe die Ausstellung für den ERF besucht und möchte einen kurzen Einblick in meine Eindrücke geben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Hinter jedem Gesicht steht eine Geschichte</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An einem verregneten Nachmittag betrete ich die Leica Galerie. Es ist ein großer, heller Raum mit weißem Marmorboden. Ich denke an Wohlstand, Sicherheit und Freiheit. Rollers Fotos hingegen erzählen Geschichten von Menschen, die unter unwürdigen Bedingungen leben und arbeiten müssen. Jeden Tag aufs Neue schuften sie hart und sind teilweise Lebensgefahr ausgesetzt, um sich ihr tägliches Brot zu verdienen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Name der Ausstellung „Aus allen Schatten“ ist Programm: Mit seinen Fotos zeigt Dietmar Roller eindrücklich Menschen und ihre Schicksale. Hinter jedem Gesicht, das ich auf den Bildern sehe, steckt eine eigene Geschichte. Ich bin beeindruckt, wie die Menschen trotz schwieriger Umstände ihren Alltag meistern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Ausstellung von Roller ist vielfältig. Ich sehe viele Orte, viele Menschen und viel Leid. Tiefere Einblicke liefern Informationen neben den Fotos und ein Audio-Guide auf Spotify. Einige Arbeiter starren mich aus müden Augen an, doch viele schauen auch aufgeweckt in Rollers Kamera.</p>

<div style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<div style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</div>
</div>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">In unserem Gold stecken Kinderarbeit und Tränen </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich stehe einem jungen Mädchen gegenüber, sie schaut mich direkt an. Ihre Hände sind voller Lehm, ihre Kleidung schmutzig von der harten Arbeit. Ihr Blick ist bestimmt, nicht ängstlich. Sie steht vor einem dreckigen Wasserloch. Im Hintergrund arbeiten Männer und Frauen. In gebückter Haltung sind sie auf der Suche nach Gold in der braunen Brühe. Dietmar Roller hat sie in Äthiopien getroffen und erzählt im Audioguide:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dieses Mädchen ist erst 12 Jahre alt. Sie ist mir aufgefallen, weil sie Schwerstarbeit verrichtet hat, indem sie den vollen Eimer hin und her getragen hat. Interessant und vor allen Dingen schlimm ist, dass es sich hier nicht um voll mit Gold angereichertes Material handelt, sondern dieses Material schon drei Waschungen hinter sich hat. Das heißt, andere haben dieses Material schon benutzt, haben Gold herausgewaschen und es wurde immer billiger weiterverkauft. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Am Ende sind es die Ärmsten der Armen, die zum letzten Mal diesen ausgewaschenen Sand kaufen, um das letzte Quäntchen an Gold herauszuwaschen. Wir können nicht sicher sein, ob in unseren Eheringen und in unserem Schmuck nicht die Tränen und die Hoffnungslosigkeit dieses Mädchens mit drin ist. Denn das Gold wird ganz stark vermischt und man kann in den Lieferketten gar nicht sagen, woher es am Ende kommt.</em></p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Das ist schlimm, weil in vielem von diesem Gold Kinderarbeit und Ausbeutung mit drin ist, die an die Grenzen des Machbaren und Belastbaren gehen.</em></p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Arbeit im Müll: Lebensgefahr oder Überlebenschance?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die verborgene Realität hinter Rollers Fotos ist oft erschreckend. In Ghana besuchte er eine Müllhalde. Das hört sich erstmal nicht spektakulär an, doch es gelang ihm nur durch Beziehungsarbeit, überhaupt auf das gefährliche Gelände zu kommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor einem Foto von dort bleibe ich hängen. Eine Wolke aus Feuer und Qualm kommt mir entgegen. Ein junger Mann schaut angestrengt auf seine Arbeit. Er stößt ein Knäuel aus Elektroschrott und Kabeln in die heiße Glut. Diese entzünden sich. Die Flammen lodern und Funken spritzen. Die Momentaufnahme wirkt bedrohlich. Ich kann die Gefahr, den beißenden Qualm fast schon riechen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Hintergrund arbeiten gebückt weitere Männer, die mit ihren Händen in der Asche nach etwas Verwertbaren suchen. Rundherum liegt Müll, ein paar Kühe stehen Hintergrund. Dietmar Roller ist mit den Arbeitern ins Gespräch gekommen. Er berichtet im Audioguide: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">4 000 Menschen arbeiten da und sie leben von dem, was wir an Schrott produzieren. </em></p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jetzt könnte man sagen, die leben davon und das ist gut, aber sie leben eben nicht nur davon, sie sterben auch daran.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> Blei schmilzt, Quecksilber und Cadmium werden frei und am Ende hat man junge Männer und Frauen, die vergiftet sind und krank werden und nur, um ihr Überleben zu sichern.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dieses eine Bild ist exemplarisch und steht für viele, viele andere. Es steht für verzweifelte Menschen, für Gesichter. Es steht aber auch für Hoffnung. Insofern, dass sie sagen: „Wir müssen unsere Kinder zur Schule schicken. Wir haben hier ein Brot und ein Überleben.“ Aber es ist ein teuer erkauftes.</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ungerechtigkeit wird sichtbar</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rollers Fotos machen auf die Schattenseiten unserer globalisierten Welt aufmerksam. Sie zeigen, dass Sklaverei kein Relikt aus der Vergangenheit ist. Laut der IJM leben heutzutage 50 Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Weltweit werden Menschen festgehalten, ausgebeutet und missbraucht. Sie müssen für einen Hungerlohn stundenlang schuften, zum Beispiel in Bekleidungsfabriken, im Bauwesen oder der Landwirtschaft. Moderne Arbeitssklaven schrauben unsere Handys zusammen, nähen unsere T-Shirts, fertigen Spielzeug an und arbeiten in Zwangsprostitution. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben der wertvollen Arbeit von Organisationen wie der IJM, die Betroffene befreien, Täter überführen und Rechtssysteme stärken, tragen auch Fotoausstellungen wie die von Dietmar Roller dazu bei, Ungerechtigkeit sichtbar zu machen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Obwohl seine Fotos oft Gesichter des Leids zeigen, bin ich beeindruckt von der Stärke und dem Lebenswillen, den diese Menschen ausstrahlen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seine Momentaufnahmen stehen im Letzten nicht für Schwäche, sondern erzählen von Würde, Gerechtigkeit und Hoffnung auf ein besseres Leben. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Besuch der Fotoausstellung hat mich persönlich sehr bewegt und mir die Augen geöffnet für moderne Sklaverei weltweit. Die Ausstellung kann noch bis zum 15. April in der Leica Galerie Wetzlar besucht werden.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Johanna Hörnle</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17297093.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Johanna Hörnle]]></author>
      <pubDate>Wed, 11 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Liebst du schon deinen Feind?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/liebst-du-schon-deinen-feind/2803-542-8030</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17295888/2803-542-8030</link>
      <description><![CDATA[Wenn aus Feinden Liebende werden, sieht das in der Bibel ganz anders aus als im Liebesroman. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122318.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Keira Burton /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Ich hasse dich!“ Wenn die hübsche Heldin diesen Satz wütend dem unnahbaren Mr. Right zuwirft, schlägt mein Herz höher. Sobald es um Liebesgeschichten geht, fahre ich voll auf „Enemies to Lovers“ ab. So nennt man es im Fachjargon, wenn zwei Menschen, die sich zu Beginn spinnefeind sind, am Ende verliebt in den Sonnenuntergang reiten.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Können aus Feinden Liebende werden?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ob Klassiker wie „Der Widerspenstigen Zähmung“ und „Stolz und Vorurteil“ oder moderne Adaptionen wie „10 Dinge, die ich an dir hasse“ oder „Bridget Jones“, der Reiz liegt in der Idee, dass aus Feinden Liebende werden. Eine schöne und irgendwie sogar biblische Idee, die im realen Leben jedoch oft keinerlei Substanz hat.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schon in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stolz_und_Vorurteil" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Stolz und Vorurteil“</a> braucht die taffe Miss Bennet lange, um Mr. Darcys abfällige Worte über sich und ihre Familie zu verzeihen. Viele Monate nährt sie diese Kränkung und glaubt sogar den Lügen anderer über den verhassten Mann.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Erste Eindrücke hallen nach</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das verstehe ich nur zu gut. Auch mir fällt es leicht, Schlechtes über jemanden anzunehmen, der mich gekränkt, verletzt oder sogar beleidigt hat. Nach dieser Verletzung lasse ich selbst Freundlichkeit nicht mehr an mich heran, weil ich sie für aufgesetzt oder manipulativ halte. Nicht grundlos war der Originaltitel des Romans „First Impressions“ (Erste Eindrücke).</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn letztlich geht es in Enemies-to-Lovers-Stories immer darum: Die beiden Figuren haben eine vorgefasste Meinung vom anderen, meist in Zusammenhang mit einer erlebten Verletzung. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erst Stück für Stück erleben sie, dass der andere in Wahrheit eben doch kein Monster, sondern eigentlich ganz nett, vielleicht sogar liebenswert ist. Der Blick verändert sich und der Weg wird frei fürs Liebesglück.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn aus Feinden keine Liebenden werden</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im wahren Leben kommen wir oft nicht so weit. Da bleiben erste Eindrücke, Kränkungen und Verletzungen einzementiert. Ein Perspektivwechsel? Fehlanzeige! Ist etwa aus der Klassenkameradin, die über dich gelästert hat, deine beste Freundin geworden? Oder aus dem Dozenten, der dich vor dem ganzen Kurs bloßgestellt hat, dein Lieblingsprofessor? Wahrscheinlich nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vermutlich hast du viel eher wie ich deine Abneigung gehegt und gepflegt. Gestichelt, gelästert und über deinen „Feind“ geklagt. Eine menschliche, aber keine sehr christliche Reaktion. Denn in der Bibel fordert Jesus uns zur „Feindesliebe“ auf.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ein 1. Schritt zur Feindesliebe: Einander ertragen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bedeutet nicht, dass ich mit der Person, die mir Schaden zugefügt hat, am Ende vor dem Traualtar lande. Und es geht auch nicht gleich darum, sich um einer höheren Sache willen irgendwie zusammenzuraufen – wie man es aus anderen Genres wie Krimis oder Actionfilmen kennt. Das wäre schön, gelingt aber nicht immer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erstmal geht es Jesus um etwas viel Grundlegenderes. Der Apostel Paulus bringt das im Kolosserbrief schön auf den Punkt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ertragt einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Kolosser3%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Kolosser 3,13</a>).</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein erster Schritt hin zu biblischer Feindesliebe ist nicht, den anderen plötzlich doch ganz nett zu finden, sondern ihn zu „ertragen“, wie er ist, und ihm sein Fehlverhalten zu vergeben.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist schon eine immens hohe Forderung, die sich oft viel zu hoch anfühlt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Bitterkeit loslassen – so wird es möglich</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wir Menschen verletzen einander am laufenden Band. Es ist kein Zufall, dass Paulus seine ermahnenden Worte nicht an zwei Kriegsparteien richtet. Er schreibt sie bewusst an eine Gemeinde und damit an eine Gemeinschaft, in der man eigentlich erwartet, auf derselben Seite zu stehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Feind – das ist nicht nur der arrogante Professor oder die fiese Schulkameradin. Zu meinem Feind kann auch mein Bruder im Glauben werden, mein Vater, meine Mutter oder sogar mein Ehepartner. Überall, wo ich mit Menschen zusammen bin, erlebe ich Verletzungen. Dann kann es passieren, dass diese Kränkungen mir komplett den Blick auf die andere Person verstellen. So wie es in Enemies-to-Lovers-Geschichten der Fall ist.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann brauche ich kein Tête-à-Tête im Regen mit Fastkuss – so toll das auf großer Leinwand auch wirkt. Ich brauche eine Herzensveränderung.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich brauche die Gewissheit, dass die erlebte Abwertung nichts an meinem Wert als Mensch ändert. Ich brauche die Erkenntnis, dass ich selbst genauso verletzend sein kann und oft auch bin. Und ich brauche Gottes Kraft, um meine Bitterkeit loszulassen und dazu bereit zu werden, den anderen zu ertragen und ihm irgendwann zu vergeben. Übrigens selbst dann, wenn er sich am Ende nicht als strahlender Mr. Right herausstellt, sondern ein Mistkerl bleibt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ein Happy End der anderen Art</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bist du bereit, dich auf diese gottgewollte Version von Enemies-to-Lovers einzulassen? Vielleicht überrascht Gott dich und aus deinem Feind wird ein Mensch, den du von Herzen lieben kannst. Denn wenn wir anderen mit Freundlichkeit begegnen, verändert das oft auch ihre Haltung uns gegenüber.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht bleibt dein persönlicher Feind aber auch verletzend, doch du erlebst, wie Gott es segnet, dass du den Weg der Vergebung einschlägst. Eventuell tröstet und ermutigt er dich auf besondere Weise, wenn du Kränkungen durchlebst. Oder er schenkt dir Verständnis dafür, warum der andere sich so verletzend verhält schenkt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz gleich, wie deine Geschichte am Ende ausgeht, du wirst sehen: Deine Bitterkeit loszulassen, bereichert nicht nur dein Leben, sondern gibt anderen auch eine Ahnung davon, wie gnädig Gott ist.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und zwar selbst dann, wenn das Happy End im Sonnenuntergang ausbleibt.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17295888.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 09 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Filme nachwirken]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wenn-filme-nachwirken/6866-542-8031</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17294934/6866-542-8031</link>
      <description><![CDATA[Bewusster schauen: Welche Bilder dürfen in uns wohnen, welche nicht? Tipps für gesünderen Medienkonsum]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122728.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gorodenkoff /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In meiner Kindheit haben meine Eltern bei manchen Filmen gespult. Nicht oft, aber bei bestimmten Szenen. Als Kind fand ich das nervig. Ich wollte ja wissen, was da passiert. Damals fühlte es sich nach Einschränkung an. Heute weiß ich: Meine Eltern wollten nicht meine Neugier bremsen, sondern mein Inneres schützen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Später habe ich vieles selbst geschaut: Filme, Serien, Geschichten aller Art. Erst mit etwas Abstand habe ich gemerkt: Manche Bilder gehen nicht einfach vorbei, wenn der Film endet. Sie bleiben – manchmal länger, als mir lieb ist. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wenn Bilder bleiben </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Szene aus einem Film hat sich mir besonders eingeprägt – eine Szene, in der eine Gestalt erst beherrscht wirkt und dann in eindringlichen Bildern ihre ganze Dunkelheit entfaltet. Nachdem ich sie gesehen hatte, ist erst einmal nichts passiert. Doch irgendwann kam sie nachts wieder – nicht im Film, sondern in Albträumen. Und ich wusste nicht, wie ich diese Bilder wieder loswerden konnte. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute würde ich sagen: Diese Bilder waren stärker, als ich dachte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese und weitere Erfahrungen beschäftigen mich bis heute. Deswegen möchte ich einmal kritisch die Frage stellen: Was machen Filme und Serien eigentlich mit uns – innerlich, leise, vielleicht unbemerkt?  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Persönlich versuche ich seit dieser Erfahrung genauer hinzuschauen, was bestimmte Inhalte mit mir machen. Mir helfen dabei ein paar Fragen, um bewusster mit Filmen und Serien umzugehen – vor, während und nach dem Schauen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vor dem Film: Was lasse ich an mich heran?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bevor ich einen Film starte, frage ich mich heute bewusster: Ist das etwas, das ich wirklich sehen will – oder schaue ich es nur, weil es gerade alle sehen und jeder darüber spricht? Ganz praktisch hilft mir dabei Folgendes: </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Trailer und Inhaltsangaben ernst nehmen</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Trailer ist mehr als nur Werbung; er gibt mir einen ersten Hinweis darauf, welche Stimmung und welche Bilder mich im Film erwarten. Merke ich schon beim Trailer, dass mich bestimmte Szenen oder die Handlung belasten, schaue ich mir den Film erst gar nicht an.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wenn ich manchmal befürchte, zu viel vorab verraten zu bekommen: Es lohnt sich, diesen kurzen Vorgeschmack bewusst zu nutzen, um Atmosphäre und Bildsprache eines Films schon vorab zu prüfen. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Altersfreigabe nicht abtun</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt Menschen, die die Prüfarbeit für uns bereits übernommen haben – und die stehen hinter der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wenn FSK-Angaben nicht immer perfekt sind und einzelne Einstufungen durchaus umstritten sein können, steckt dort echte Arbeit drin, die uns wertvolle Orientierung geben kann.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich muss gestehen, dass ich lange selbst nicht genau wusste, was dort eigentlich geprüft wird. Die FSK entscheidet, für welche Altersgruppen bestimmte Filme geeignet sind. Dabei diskutieren die Prüfer unter anderem den Umgang mit Gewalt, die Darstellung von Nacktheit und sogar die Musikauswahl im Film.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Jugendlicher fand ich, dass das rote FSK-18-Zeichen auf einem Cover immer besonders gefährlich und geheimnisvoll wirkte. Vielleicht sieht es auch nicht ohne Grund wie ein Warnschild aus. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im öffentlichen Raum sind die FSK-Vorgaben bindend. Wer noch nicht 18 ist, darf keine FSK-18-Kinofilme besuchen. Interessant ist dabei eine Ausnahme bei der FSK-12-Einstufung: In Begleitung eines Erwachsenen dürfen auch Kinder ab sechs Jahren eingelassen werden. Das zeigt, dass die Anwesenheit einer älteren, erfahreneren Person einen echten Unterschied machen kann. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun bin ich selbst über 18 Jahre. Kann mir das also egal sein? Vielleicht bräuchten wir noch weitere Kategorien, etwa „Nur geeignet für emotional stabile Erwachsene“. Denn was ich konsumiere, formt mich. Bestimmte Bilder und Weltanschauungen dringen durch Filme in mein Inneres – unabhängig davon, ob ich 17 oder 35 bin. Doch dass die FSK bei 18 aufhört, ist konsequent: Ab da sind wir rechtlich selbst verantwortlich.  </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Auf Beteiligte und Genres achten</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Schauspieler oder Regisseure stehen für leidenschaftliche, stark aufgeladene Geschichten. Oft ahne ich schon beim Lesen der Namen, dass mich ein Film herausfordern wird, noch bevor ich eine einzige Szene gesehen habe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Genreangaben sind ein hilfreicher Anhaltspunkt. Ob Krimi, Psychothriller oder Mysteryfilm – bei Unsicherheit gibt das Genre eine schnelle erste Orientierung. Auch eine Filmrezension kann helfen, wenn Filme oder Serien scheinbar mehrere Genres bedienen. Denn meist überwiegt doch ein Genre und da ist entscheidend, dass ich mit diesem Genre emotional klarkomme. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All diese Informationen vor dem Schauen einzuholen und abzuwägen, ist für mich Teil eines bewussten Umgangs mit Filmen. Es sind keine großen Entscheidungen – eher kleine Schritte. Aber sie helfen mir, auf mein Inneres zu hören, bevor bewegte Bilder es ungefragt prägen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Währenddessen: Dranbleiben oder aussteigen?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute merke ich oft schneller als früher: Das tut mir gerade nicht gut. Manchmal ist dieses Gefühl sofort da, manchmal erst nach ein paar Minuten, bei einer Serie manchmal auch erst nach der ersten Folge. Dann stellt sich die Frage: Schalte ich jetzt ab? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja. Auch mitten im Film. Auch ohne große Erklärung, wenn andere dabei sind. Das ist leichter gesagt als getan – gerade wenn die Gruppe weiterschaut und niemand sonst ein Problem mit dem Film zu haben scheint. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber der soziale Druck, durchzuhalten, ist kein gutes Argument. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was andere verkraften, muss ich nicht auch verkraften. Und was mich belastet, darf ich benennen, ohne es ausführlich begründen zu müssen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal hilft ein einfacher Satz: „Das ist nicht so meins“ oder „Ich steig hier kurz aus.“ Keine Entschuldigung, keine lange Erklärung. Wer das respektiert, ist ein guter Filmabend-Begleiter. Und wer nicht – nun, der enthüllt damit vielleicht mehr über sich selbst als über mich. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso wenig muss ich mich dafür schämen, bei bestimmten Szenen wegzuschauen oder kurz in die Küche zu gehen. Nicht alles muss ich mir ansehen. Weiterschauen ist keine Pflicht. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Danach: Was hilft, wenn Bilder bleiben?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Szenen lassen mich nicht los – besonders die dunklen oder beunruhigenden. Was hilft, wenn sich solche Bilder in mir festgesetzt haben? Mir helfen hier 5 Schritte: </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Nicht verdrängen</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir selbst zu versichern „Ist doch nur ein Film“ hilft oft nicht. Besser ist es, ehrlich für mich zu benennen, was da noch in mir nachwirkt und warum eventuell genau diese Bilder mich so belasten. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Darüber sprechen</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Gespräch kann Bilder entmachten. Laut ausgesprochen verlieren sie oft an Größe. Dazu kannst du das Gespräch mit einem Freund, einer Freundin oder auch einer Seelsorgerin suchen. Wichtig ist nur, dass du Vertrauen zu der Person hast und dich von ihr ernst genommen fühlst. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Gegenbilder suchen</strong> </h3>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ängstigende Bilder sich in mir festgesetzt haben, hilft es mir, mir bewusst etwas anderes anzuschauen oder anzuhören. Dies sollte etwas sein, das Hoffnung, Licht oder Ruhe stärkt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir hilft dabei sehr die Natur. Wenn ich nachts von grünen Wiesen und friedlichen Waldlichtungen träume, sind auf jeden Fall Bilder, die ich gerne in mir wohnen lasse. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Beten – konkret</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Filme negativ in mir nachwirken, sage ich Gott ganz ehrlich, was mich daran noch beschäftigt, ängstigt oder entsetzt. Im Gebet bitte ich ihn, mein Inneres zu schützen und zu reinigen. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Grenzen neu setzen</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich merke, dass mich etwas in einem Film oder einer Serie überfordert hat, ziehe ich beim nächsten Mal früher eine Grenze. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eventuell überlege ich noch einmal, welche Warnhinweise ich im Vorfeld oder beim Schauen übersehen habe, und achte in Zukunft gezielter darauf. Eventuell merke ich auch, dass bestimmte Genres oder FSK-Angaben nichts für mich sind. Dann berücksichtige ich auch das in Zukunft. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Warum Filme sich trotzdem lohnen</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All das klingt nach viel Vorsicht, aber dahinter steckt keine Angst vor Filmen, sondern das Gegenteil. Denn es gibt Bilder, die nachwirken – nicht, weil sie stören, sondern weil sie etwas Schönes hinterlassen. Ein Surfer, der eine riesige Welle reitet und dabei aussieht, als wäre er für genau diesen Moment geschaffen worden. Eine alte Frau, die alleine tanzt. Eine Landschaft im Morgengrauen, so still, dass man den Atem anhält. Ein Blick zwischen zwei Menschen, der keine Worte braucht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Bilder bleiben. Sie machen etwas mit uns – und das ist gut so. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau das ist die Kraft eines guten Films: Er hinterlässt etwas. Und weil Filme so viel können, lohnt es sich, bewusst zu wählen, was wir schauen und was nicht. Nicht aus Angst vor dem Medium, sondern aus Respekt vor seiner Wirkung.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bewusstes Schauen ist kein Misstrauen gegenüber Filmen. Es ist die Voraussetzung dafür, sie wirklich genießen zu können. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie gehst du mit belastenden oder stark aufgeladenen Bildern in Filmen oder Serien um? Was hilft dir? Schreib uns gern deine Gedanken in die Kommentare. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17294934.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Sat, 07 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Keiner will freiwillig Krieg!“]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/keiner-will-freiwillig-krieg/2270-542-8033</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17294287/2270-542-8033</link>
      <description><![CDATA[Benjamin Funk erzählt, welche Hoffnungen und Sorgen der Angriff auf den Iran in Israel weckt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122952.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Timon Studler /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seit Ende Februar hält die Welt den Atem an. Der neu ausgebrochene Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran beherrscht die Nachrichten. Einige Menschen erhoffen sich durch den Angriff auf das Mullah-Regime eine politische Veränderung im Iran. Andere müssen in Bunker fliehen, so etwa die Menschen in Israel.</p>

<figure class="image right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Benjamin Funk, Copyright ERF" height="630" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122963.jpg" width="1120" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Benjamin Funk, Korrespondent für Fokus Israel (Copyright ERF).</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu ihnen zählt Benjamin Funk mit seiner Familie. Er lebt im Norden Israels in der Nähe vom See Genezareth und ist unter anderem Korrespondent für <a href="https://www.fokus-jerusalem.tv/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Fokus Jerusalem</a>. Er berichtet von der Lage vor Ort und davon, was ihm persönlich Zuversicht gibt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was bedeutet der Angriff auf den Iran für die Menschen in Israel? </strong></p>

<div style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<div style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: 85%; color: #b8b8b8;">(Der Inhalt kann im RSS-Feed nicht dargestellt werden.)</div>
</div>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Benjamin Funk: Konkret bedeutet das wirklich ein Leben im Ausnahmezustand und das über Wochen. Die Raketen, die aus dem Iran auf Israel abgeschossen werden, zielen nicht nur auf militärische oder andere offizielle Ziele ab, sondern sollen bewusst auch Angst streuen und Menschen in Panik versetzen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es wird in diesem Fall auch Cluster-Munition eingesetzt, die weiträumig streut. Diese Arten von Raketen sind massiv. Wir haben es am Sonntag in Jerusalem erlebt, wo durch einen Einschlag bis zu 20 Menschen ums Leben gekommen sind – trotz Bunker. Da kann man sich vorstellen, welche Dimension diese Raketen haben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt für uns immer über Wochen ein Leben im Daueralarmzustand. Wenn die Raketen aus dem Iran kommen, haben wir eine Vorlaufzeit von ungefähr acht Minuten. Am Sonntag waren es auch mal nur drei, bis wir im Bunker sein mussten. Und in anderen Fällen – bei Angriffen der Hisbollah etwa – haben wir hier bei uns im Norden in der Regel nur 30 Sekunden, um irgendwie Schutz zu suchen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Lieber einmal durchs Feuer gehen als ständige Bedrohung erleben</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wir haben Bilder aus dem Iran gesehen, auf denen sich Menschen freuen. Sie hoffen, jetzt kommt endlich eine Veränderung. Wie sehen denn die Menschen in Israel den Angriff auf den Iran? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Benjamin Funk: Während der Angriff im Ausland in vielen Bereichen abgelehnt wird, herrscht hier trotzdem Zustimmung. Viele, mit denen ich auch schon vor dem Angriff gesprochen habe, befürworten den Angriff. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um das zu verstehen, muss man in die Vergangenheit zurückschauen. Das Regime im Iran herrscht seit 47 Jahren und seit 47 Jahren rufen sie die Doktrin aus: „Wir zerstören Israel. Wir möchten Israel vernichten. Wir möchten die Juden vernichten.“ Darauf haben sie auch hingearbeitet. Das Regime, also Ajatollah Ali Chamenei, der jetzt eliminiert wurde, war der Mastermind und Architekt des 7. Oktobers. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Regime in Teheran ist der Hauptsponsor für islamischen Terror weltweit. Die Hisbollah, die Hamas, die Huthi und die Milizen im Irak werden mit Waffen und Geld vom iranischen Regime ausgestattet. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Stimmung ist hier: Wir möchten lieber einmal noch durchs Feuer gehen, um dann nicht mehr ständig in der Bedrohungssituation zu leben, dass ein Regime unseren Staat und das Volk auslöschen möchte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das muss man ganz klar benennen. Denn viele haben vergessen, dass der Strippenzieher hinter diesem Konflikt, den wir jetzt auch auf internationaler Ebene erleben, nicht Israel, sondern das Regime in Teheran ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Nicht Armeen haben die Lage in der Hand, sondern Gott</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: In Israel hofft man also, dass sich die Dinge durch diesen Konflikt zum Guten wenden. Was denken Sie: Wie geht es jetzt in den kommenden Wochen weiter? Sie haben selbst gesagt, das ist ein Ausnahmezustand, der sich über Wochen hinziehen kann. Auch US-Präsident Donald Trump sprach das an. Worauf hoffen Sie für diese Zeit, die jetzt kommt?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Benjamin Funk: Auf der einen Seite haben wir einen starken Glauben, dass wir die Zukunft nicht allein bestimmen müssen – und darüber bin ich froh. Wir müssen uns als Familie und Menschen in unserer Gemeinschaft nicht darauf verlassen, dass Armeen das in der Hand haben, sondern wir wissen, dass da noch jemand darüber ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf der anderen Seite hoffen wir natürlich, dass unsere Befürchtungen nicht eintreffen. Das bedeutet, dass die Intensität der Angriffe abnimmt. Wir hoffen, dass die Hisbollah, die man ja bereits 2024 im Krieg zurückgedrängt und massiv reduziert hat, nicht die Möglichkeiten hat, um großen Schaden anzurichten.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Keiner in Israel will freiwillig Krieg. Und ich ergänze: Niemand, der schon einen Krieg erlebt hat, wünscht sich das.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber es gibt die Hoffnung, dass es nicht so massiv ausfällt und dass die zivilen Opfer auf allen Seiten möglichst gering bleiben. Wir hoffen darauf, dass sich schnell wieder Ruhe einstellt. Man muss aber dazu sagen: Eine Ruhe, die keine Ruhe ist – etwa ein reiner Waffenstillstand – zögert Dinge nur nach hinten hinaus. Hier braucht es am besten die Kapitulation vom Regime im Iran. Dann würde sich die ganze Situation schnell anders darstellen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Das Einzige, was wir in unserer Angst haben, ist unser Glaube“</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Sie haben von Ihrem Glauben gesprochen. Sie versuchen als Christ konkret vor Ort, Hoffnung und Trost zu spenden. Wie können Sie das konkret in der gegenwärtigen Lage tun?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Benjamin Funk: Eine der Besonderheiten im Glauben ist – und da werden wir in Europa oft nicht gefordert: In extremen Situationen spürt man die Gebete von Menschen. Man umbetet etwas und man spürt den Glauben, den Halt. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott ist sehr direkt spürbar, wenn die Katastrophe da ist. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und es sind oft nicht tiefgehende Gespräche, sondern kleine Gesten, in denen wir hier im Alltag mit den Menschen Ruhe und Hoffnung ausstrahlen. Eine freundliche Geste bewirkt so viel. Aber die Ursache dieser Geste ist nicht, dass ich mich anstrenge, sondern dass etwas durch mich hindurchstrahlt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Licht und Salz sollen wir als Christen sein und das sind wir hier. Es spendet Menschen Hoffnung, wenn sie sehen, dass zum Beispiel deutsche Christen nicht fliehen, nicht weggehen, sondern mitten durchs Feuer mit ihnen hindurchgehen. Das hat einen großen Einfluss auf die Menschen. Und wir merken, dass viele, die mit dem Glauben nicht so viel zu tun haben, die Nähe suchen und immer wieder mit uns ins Gespräch kommen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich glaube, Krisen und Kriege sind nicht nur Katastrophe, sondern ganz oft auch Türöffner, den Glauben lebendig zu leben – fernab von irgendwelcher Phrasendrescherei. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn an uns, an unserer Familie, sieht man, was der Glaube ist. Und das ist kein Schauspiel, denn Schauspiel funktioniert nur, wenn es gut läuft. Im Konflikt, in der Zeit, die wir aktuell haben, da kommt vieles hervor. Und am besten ist es, wenn der Glaube da hervorkommt, weil man ein festes Fundament hat. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber auch unsere Gemeinschaften hier – die christlichen und die der messianischen Juden – brauchen Gebete. Denn wir sind ja nicht ausgenommen von dem Konflikt. Das Einzige, was wir in unserer Angst haben und was uns von anderen unterscheidet, ist unser Glaube und unser Gott. Deshalb braucht es Gebete für die Gläubigen hier, für die Menschen, die hier Nachfolger Christi sind. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Vielen Dank für das Gespräch!</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi / Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17294287.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi / Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 06 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[„Ich war das Kind und doch die Erwachsene“]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/ich-war-das-kind-und-doch-die-erwachsene/3178-542-8023</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17289076/3178-542-8023</link>
      <description><![CDATA[Kann Versöhnung Wunden heilen? Nora erlebt die Depression ihres Vaters – und findet Frieden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120746.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://gettyimages.com/Image' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Image</a> Source, Larysa Pashkevich, Povareshka, Beate Bartsch/privat, Stuke/ERF Medien e.V.</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist ein ganz normaler Mittwoch. Ich bin zehn Jahre alt und komme gerade aus der Schule nach Hause. Ich stecke den Schlüssel in die Haustür und ohrenbetäubende Stille schlägt mir entgegen. Mein Herz schlägt schneller. Heute ist also wieder ein schlechter Tag, denke ich.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich koche etwas, räume das Haus auf und wasche die Wäsche. Ein paar Stunden später kommt er hoch. Er schaut mich mit seinem traurigen Blick an. Nach einigen stillen Sekunden dreht er sich um und geht die Stufen der Treppe wieder hinunter, als gäbe es mich und die Verantwortung, die er hier eigentlich trägt, nicht.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Vater hat sich nicht um mich gekümmert, sondern ich mich um ihn. In meinem Leben gab es schon früh diesen Rollenwechsel. Ich konnte nicht einfach Kind sein, sondern trug viel Verantwortung. Verantwortung, die mein Vater nicht tragen konnte. Das überschattete nicht nur meine Kindheit, sondern prägt meine ganze Lebensgeschichte.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn die Traurigtage überwiegen</strong>  </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Vater hatte 30 Jahre lang Depressionen. Lange bevor ich auf die Welt kam, kämpfte er schon mit dieser Krankheit. Mal gab es gute, mal schlechte Tage. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die guten Tage nannten wir die Sonnentage und die schlechten die Traurigtage. Irgendwann überwogen die Traurigtage.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als ich im Grundschulalter war, haben wir ihn oft im „Krankenhaus“ besucht, was in Wirklichkeit eine Psychiatrie war. Für mich war es schrecklich, meinen Papa nach der Verabschiedung dort zu lassen. Die Klinik wirkte dunkel und beängstigend auf mich als Kind. In all den Jahren haben wir ihn in mindestens sieben Psychiatrien besucht.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit ungefähr zehn Jahren wurde mir bewusst, dass meine Familie anders ist als andere Familien. Meine Mama arbeitete unglaublich viel und war kaum zu Hause, schließlich musste sie als Alleinverdienerin unsere Familie versorgen. Für mich ist sie heute noch die stärkste Frau der Welt. Das bedeutete aber auch: Neben den Hausaufgaben musste ich alltägliche Aufgaben im Haushalt erledigen wie kochen, waschen, putzen und einkaufen.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin Einzelkind und war deshalb mit allem immer allein. Allein mit einem depressiven Vater, der oft nur passiv anwesend war. Da war niemand, der mich und meine Situation wirklich verstehen konnte.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gab besonders schlimme Tage, an denen mein Vater von Suizid sprach. In den Tagen darauf kam ich immer mit einem mulmigen Gefühl nach Hause. Ich wusste dann nicht, wie ich meinen Papa vorfinde. Er hat zum Glück nie versucht, sich das Leben zu nehmen, dafür hat er uns zu sehr geliebt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotzdem war die Angst mein täglicher Begleiter. Es fühlte sich für mich an, als wäre die Depression meines Vaters wie eine große, dunkle Gestalt, die alle Leichtigkeit und Freude aus unserem Haus vertrieb. Stattdessen zogen Stille und Dunkelheit ein.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Last war weg – die Wut bleibt</strong>  </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach Jahren des Leidens und viel Gebet haben wir uns als Familie dazu entschieden, dass es besser ist, wenn Papa auszieht und meine Eltern sich trennen. Das war für uns alle die Rettung, vor allem für mich. Ich hielt es einfach nicht mehr aus.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nachdem mein Vater ausgezogen war, fühlte ich mich befreit. Die große Last der Verantwortung war weg. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich konnte endlich wieder Dinge tun, die für andere Kinder selbstverständlich waren. Unbeschwert traf ich mich mit Freunden und hatte wieder Zeit für die Schule und für Hobbys.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben der Erleichterung spürte ich aber auch, wie andere Emotionen in mir hochkamen. Einerseits war da Neid: Wieso hatten andere Kinder gesunde Väter, die gerne für sie kochten und sich liebevoll um sie sorgten?   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Andererseits spürte ich auch Wut: Warum ist mein Vater nicht einfach normal? Will er überhaupt gesund werden? Warum kann er sich nicht zusammenreißen? Mein Vater nahm meine Wut wahr und ermutigte mich, sie rauszulassen, damit ich sie nicht in mich hineinfresse. Ich durfte meinen Gefühlen freien Lauf lassen, weil er mir Platz dafür gab. Das tat mir gut.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor allem galt meine Wut aber Gott. Wieso hatte er zugelassen, dass mein Papa so krank wurde? Wieso hat er ihn nicht geheilt, obwohl wir immer wieder dafür gebetet haben? Wieso lässt er mich dieses Leid durchleben? Ich verstand nicht, warum Gott nicht eingriff. Die verzweifelte Wut darüber ließ mich dumpf und leer zurück.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Getragen, auch wenn ich es nicht fühlte</strong>  </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In meiner Familie haben wir einen tiefen Glauben an Jesus, auch damals schon. Mein Vater hat Theologie studiert und meine Eltern waren mehrere Jahre in Amerika missionarisch aktiv – und trotzdem hat er diese Krankheit bekommen. Ich musste lernen, dass auch Christen Leid erleben und Jesus nicht immer so handelt, wie wir uns das wünschen.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als ich noch klein war, haben wir als Familie oft das Gedicht „Spuren im Sand“ von Margaret Fishback Powers<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> </em>gelesen. Darin wird beschrieben, dass Gott Menschen in den schwersten Zeiten ihres Lebens nicht verlässt, sondern hindurchträgt. Die Autorin malt hier das Bild, dass man an diesen Stellen statt zweier nur eine Fußspur im Sand sieht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Bild hat mir in meiner schwersten Zeit sehr viel Kraft gegeben. Auch wenn ich dieses Leid durchleben musste und Gottes Handeln oft nicht verstehen konnte, wusste ich: </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er trägt mich, – auch wenn es sich nicht immer so anfühlt und meine Gebete scheinbar unerhört bleiben. Bis diese Wahrheit wirklich in mein Herz gesunken ist und ich mich Schritt für Schritt mit meiner eigenen Geschichte versöhnt habe, dauerte es aber viele Jahre.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Als ich lernte, Gott wie einen Vater zu sehen</strong>  </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In den ersten Jahren nach Papas Auszug fiel es mir sehr schwer, Gott als meinen himmlischen Vater zu sehen. Mein irdischer Vater hatte mich enttäuscht und so oft allein gelassen. Wieso sollte es bei Gott anders sein?  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dennoch wollte ich Gott eine Chance geben. In der Bibel entdeckte ich, dass Gott dort als liebevoller, fürsorglicher Vater beschrieben wird, der seinen Kindern treu zur Seite steht. „Ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein“, heißt es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther6%2C18" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Korinther 6,18</a>.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zögerlich ging ich kleine Schritte auf Gott zu und er versorgte behutsam und geduldig mein hartes, enttäuschtes Herz.   </p>
</blockquote>

<figure class="image erf-imagezoom round right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="KI-generierte Collage: Nora Freudenthaler hält symbolisch sich selbst als Kleinkind auf dem Arm." height="800" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122311.jpg" width="533" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">KI-generierte Collage: Nora Freudenthaler hält symbolisch sich selbst als Kleinkind auf dem Arm. </figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Kindheit hatte tiefe Wunden hinterlassen, die Zeit brauchten, um zu heilen. Ich stellte mich diesen Verletzungen und nahm mehrere Jahre lang Seelsorge in Anspruch. Dort durfte ich meine Gefühle und meinen Schmerz offenbaren. Ich bekam Unterstützung bei dem, womit ich mich früher so allein gefühlt habe.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum ersten Mal konnte ich meine Vergangenheit nicht nur erzählen, sondern lernte auch, sie anzunehmen – mit all dem, was sie in mir geformt hat. Das half mir sehr dabei, Frieden zu schließen: Mit meiner Geschichte und mit meinem Vater.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das war für mich ein sehr großer und bedeutender Schritt. Ich konnte die Wut auf Gott, meinen Vater und die Vergangenheit loslassen – und wir konnten von Neuem anfangen.   </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Getragen, geheilt, versöhnt</strong>  </h2>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die verpassten Jahre meiner Kindheit kann mir niemand zurückgeben. Aber ich schaue heute liebevoll auf meine Geschichte zurück.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Vater hat die Depression überwunden. Meine Eltern konnten einander vergeben und unterstützen mich heute.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit der Zeit konnte ich auch das Gute sehen, das Gott in all dem Schweren in mir wachsen ließ. Diese Jahre haben eine Stärke in mir hervorgebracht, die ich sonst nie entwickelt hätte. Eine Stärke, die mich nicht härter, sondern weicher gemacht hat.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe gelernt, mit den Bruchstellen in meiner Biografie zu leben, ohne dass sie mich bestimmen. Heute weiß ich: Meine Geschichte hat mich geprägt, aber sie definiert mich nicht länger – und ich darf versöhnt leben.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Nora Freudenthaler</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17289076.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nora Freudenthaler]]></author>
      <pubDate>Wed, 04 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Unerwartet den Halt verloren?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/unerwartet-den-halt-verloren/2803-542-8028</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17287409/2803-542-8028</link>
      <description><![CDATA[Woran halte ich fest, wenn ich im Leben abrutsche? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122267.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Lukas Mann /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">2022 fuhr ich für einige Tage allein zum Wandern in den fränkischen Teil der Rhön. Am ersten Tag meines Aufenthalts schnürte ich die Wanderschuhe, verteilte die Sonnencreme großzügig und packte Wasser in meinen Rucksack. Online hatte ich mir schon eine Route ausgesucht – knappe 20 Kilometer mit etwa 300 Höhenmetern. Ich freute mich darauf, etwas von der Landschaft zu sehen und mit Musik im Ohr durch die Gegend zu streifen. Doch es kam anders.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schon bei der Anfahrt auf den angegebenen Parkplatz stellte ich fest, dass sich hier etwas verändert haben musste. Auf dem ersten Teil meines Wanderpfades stand eine große Hotelanlage. Ich machte also erstmal einen Bogen drumherum, doch danach wurde meine Wanderlaune gleich noch einmal gedämpft: Meine Route führte mich direkt vor einen Zaun. Ich beschloss, am Zaun entlangzugehen, um womöglich einen Eingang zu finden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch je länger ich am Zaun entlangging, umso steiler wurde der Weg, bis sich neben mir eine kleine Schlucht mit steilen Abhängen öffnete. Der Weg am Zaun entlang wurde immer enger und stieg immer weiter an. Links von mir lag der Zaun, rechts ein steiler Hang, der mindestens 25 Meter in die Tiefe führte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach etwa 10 Minuten langsamen Vorankommens hangelte ich mich an Wurzeln und kleinen Pflanzen einen letzten Hang hinauf und erreichte eine Straße. Ich beschloss, zum Wanderparkplatz zurückzukehren und mir eine andere Route zu suchen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn ich im Leben drohe abzurutschen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal geht es sehr schnell und ich befinde mich in einer bedrohlichen Lage, obwohl ich gar kein Risiko eingehen wollte. Dies kann nicht nur meinem Körper passieren, sondern auch meiner Seele. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie oft fordern mich Gedanken heraus oder verfalle ich in alte, nicht mehr gewollte Verhaltensmuster? Und wie oft entfesseln unvorhergesehene Situationen gefährliche Gefühle in mir?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Binnen Bruchteilen von Sekunden schießen mir dann Gedanken in den Kopf, die mich verunsichern oder Zweifel und Sorgen heraufbeschwören. Schon beginnt das Wanken und die Ausfahrt zur Katastrophe liegt auf einmal näher, als ich dachte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In solchen Momenten kann es helfen, ein passendes Mittel gegen diese aufkommenden schädlichen Ged anken parat zu haben. Dazu bietet sich in meinen Augen das Auswendiglernen eines Bibelverses an. <a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Psalm42%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 42,12</a> ist für mich ein solcher Ermutigungsvers: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch dafür danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Eine Zusage, die mich trägt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Vers bietet mir zwar vielleicht keine Lösung für meine konkrete Bedrängnis, aber ich empfinde seine Worte als durchaus mutmachend. Vor allem, wenn man bedenkt, wer sie spricht. Der Autor König David ist einer der bekanntesten Namen der Bibel und hat von Verfolgung über Duelle um Leben und Tod bis hin zu eigener schwerer Schuld alles erlebt, was man so an Leid durchmachen kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dennoch oder gerade deshalb spricht er Gott sein Vertrauen aus. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Egal wie aussichtslos die Situation scheinen mag, David ist sich der Hilfe Gottes sicher.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daran darf auch ich mir ein Beispiel nehmen: In Momenten, in denen ich kurz davor stehe, innerlich zu zerbrechen; in Phasen, in denen ich keinen Boden mehr unter meinen Füßen spüre, und im Alltag morgens vor der Arbeit, wenn ich weiß, dass ein unangenehmes Gespräch ansteht. Gott ist bei mir und wird mich für und in diesen Phasen stärken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17287409.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 02 Mar 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Verzeihen Sie bitte!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/verzeihen-sie-bitte/2803-542-8022</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17285415/2803-542-8022</link>
      <description><![CDATA[Vor der Versöhnung kommt die Vergebung. Wie wir lernen, mit uns und anderen gnädiger zu sein.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120744.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Pietro Sutera; <a href='http://gettyimages.com/Image' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Image</a> Source, Larysa Pashkevich</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn das mit dem Versöhnen doch nur einfacher wäre. Ist es aber nicht! Denn: Wer versöhnt sein möchte, muss normalerweise erst einmal vergeben. Und gerade das fällt vielen zurzeit unglaublich schwer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Studien zumindest zeigen, dass unser Miteinander immer unversöhnlicher und gnadenloser wird. Und dass wir unschönes Verhalten anderer immer schneller als persönliche Kränkung erleben. Statt über manche Unvollkommenheiten, Ausrutscher und Fehltritte liebevoll hinwegzusehen, kreiden wir sie einander an. Das geht so weit, dass wir Menschen pauschal verurteilen; manchmal bewusst, manchmal eher unbewusst. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich war die ,<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Angst vor zunehmendem Hass und Feindseligkeit in der Gesellschaft‘</em> gerade auf Platz 1 des Sorgenbarometers der Deutschen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mehr noch: Es fällt uns auch zusehends schwerer, uns selbst zu vergeben. Woher kommt das? </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vergeben oder Vergelten?</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz sicher hat die wachsende Verrohung damit zu tun, dass das Prinzip der Vergeltung für viele inzwischen prägender ist als das Prinzip der Vergebung: Wenn mir jemand etwas Böses tut, anderer Meinung ist als ich oder ich mich ungerecht behandelt fühle, dann verurteile ich oft nicht nur diese eine Tat an sich, sondern erkläre den anderen insgesamt zum Übeltäter. In der Vergeltungslogik teile ich die Welt in Freund und Feind auf.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wenn ich gar nicht genau weiß, warum es mir eigentlich schlecht geht, dann suche ich mir jemanden, der angeblich an allem schuld ist: die Linken, die Rechten, die da oben, die da unten, die Liberalen oder die Fundamentalisten. Dazu kommt:</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der anderen Seite wird in so einem Denkmuster oftmals die Menschenwürde abgesprochen. Denn einem ,Monster‘ kann oder muss ich natürlich nicht verzeihen. Von Versöhnung ganz zu schweigen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch diese polarisierende Einstellung hat etwas zutiefst Tragisches. Denn wenn wir uns ständig auf diejenigen fokussieren, die uns angeblich Schlechtes wollen, dann betrachten wir uns ja grundsätzlich als Opfer und führen kein selbstbestimmtes Leben mehr – und auch kein glückliches.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Gegenteil: Wir definieren uns über unsere Verletzungen, unsere Unzufriedenheit und unsere Feindbilder – und weisen damit zugleich jegliche Verantwortung für unsere Unzufriedenheit von uns. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und: Die Unbarmherzigkeit gegenüber anderen führt oft auch dazu, dass wir mit uns selbst hart ins Gericht gehen und uns nicht verzeihen können. So nimmt die Zahl der Menschen, die am Impostor-Syndrom leiden (der Angst, nicht gut genug zu sein), gerade massiv zu. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vergebung: ein Gamechanger</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt aber auch: </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die befreiende Idee der Vergebung könnte ganz neu zu einem Gamechanger in unserer inzwischen so rauen Gesellschaft werden, wenn wir neu lernen, mit uns und anderen gnädiger zu sein.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Vergebung durchbricht die destruktiven Strukturen von Kränkung und Rache, zeigt Wege für einen gemeinsamen Neuanfang auf und führt dazu, dass wir uns die Zukunft und die Gegenwart nicht mehr von den Verletzungen aus der Vergangenheit versauen lassen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu vergeben erfordert allerdings einiges an Mut. Vermutlich hat Mahatma Gandhi deshalb gesagt: „Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.“ Denn Vergebung untergräbt unser tiefsitzendes Gerechtigkeitsempfinden: Schuld muss gesühnt, Unrecht bestraft werden. Die Philosophin Svenja Flasspöhler meint sogar: „Wer verzeiht, handelt weder gerecht noch ökonomisch noch logisch.“ Stimmt! Wer vergeben will, muss an vielen Stellen über seinen Schatten springen.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vergebung verstehen</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich lernen will zu verzeihen, ist es hilfreich, mir darüber klar zu werden, was Vergebung genau meint. Viele denken nämlich: Wenn ich jemandem verzeihe, gebe ich ihm gefühlt irgendwie recht. Oder ich gebe klein bei, stehe als Verlierer da. Oder muss das Unrecht vergessen. Das stimmt aber nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Vergeben meint weder, den Täter zu verschonen, noch die Tat und den Schmerz darüber zu leugnen oder das Unrecht zu vergessen. Nicht die Tat wird verändert, sondern mein Umgang mit ihr. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deshalb kann ich auch einem Menschen vergeben, der mich betrogen hat – und ihm trotzdem die Freundschaft kündigen. Ich kann jemandem vergeben, der mich missbraucht hat – und ihn trotzdem anzeigen. Ja, ich kann sogar jemandem seine Taten vergeben, der längst tot ist.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Vergeben meint nicht automatisch Versöhnung. Natürlich ist es großartig, wenn es nach der Vergebung irgendwann auch zur Versöhnung kommt – muss es aber nicht. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gesunde Selbstliebe statt Groll</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch was ist Vergebung dann? Vergeben heißt zuallererst: Ich befreie mich selbst von meinem Groll und meiner Wut und lerne, mit meinen Verletzungen anders umzugehen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stellt sich die Frage: Kann man das wirklich lernen? Der renommierte Vergebungsforscher Robert Enright ist überzeugt: Ja, das kann man. Konkret lädt Robert Enright dazu ein, die Perspektive zu wechseln: Nicht mehr auf diejenigen zu schauen, die mich verletzt haben, sondern auf mich selbst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was löst die Tat des anderen in mir aus? Warum kränkt sie mich so? Und wieviel Zeit habe ich schon verloren, weil ich mich darüber geärgert habe? Denn nur wenn ich das mir widerfahrene Unrecht und den Schmerz anerkenne, kann ich ihn verwandeln und den Weg zur inneren Selbstheilung betreten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt: Wenn ich mein Leben statt mit Wut und Hass auf den anderen mit gesunder Selbstliebe betrachte, schaffe ich die Grundlage dafür, dass ich den Groll hinter mir lassen und mich aus dem Gefängnis meiner negativen Emotionen befreien kann. Ich werde vom passiven Opfer meines Unglücks zu einer aktiv handelnden Person, die nicht mehr in ihrer Empörung feststeckt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mehr noch: Indem ich dem anderen seine Schuld nicht mehr hinterhertrage, kann ich wieder meinen eigenen Weg gehen. Indem ich meinen Schmerz ziehen lasse, ist wieder mehr Platz für das Schöne und Gute in meinem Leben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gottes Gnade gibt es gratis</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Spannend ist, dass wir uns oft gar nicht bewusst machen, wie sehr das christliche Weltbild von genau diesem Gedanken der Vergebung geprägt ist. Immerhin beten Glaubende seit 2 000 Jahren im Vaterunser regelmäßig: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Oder wie es im Epheserbrief (4,32) heißt: „Seid freundlich und barmherzig und vergebt einander, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat“. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier blitzt ein Kerngedanke der biblischen Botschaft auf: Wenn der Mensch von Gott das bekäme, was er verdient, wenn Gott also wie wir nach dem Prinzip Vergeltung handeln würde, dann sähe es nicht gut für uns aus. Aber die Bibel macht klar:</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gnade ist eine Charaktereigenschaft Gottes. Ein Geschenk an die Menschen – und absolut kostenlos. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deshalb stammt unser Wort „gratis“ von dem lateinischen Wort für Gnade ab: Gratia. Weil Gnade eben nichts kostet. Und weil man sie auch gar nicht bezahlen könnte. Wir können und brauchen nichts tun, um Gott gnädig zu stimmen. Die Botschaft dahinter ist atemberaubend: Gott liebt die Menschen und vergibt ihnen gern.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Aus der Gnade Gottes lebt es sich leichter</strong> </h2>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer dieses grundsätzliche Ja Gottes zu seinem Leben annimmt, den können die Neins dieser Welt nicht mehr aus der Bahn werfen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja, wer glauben kann, dass Gott ihn bedingungslos liebt, der hat es gar nicht mehr nötig, sich und anderen etwas zu beweisen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bedeutet auch:<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> </em>Endlich weg mit dem Leistungsdruck, der ewigen Suche nach Selbstbestätigung und der Versagensangst. Mit anderen Worten: Einen Menschen mit einem gesunden, vom Himmel geschenkten Selbstwertgefühl, den kann man nur schwer kränken. Und unser Gekränkt-Sein ist ja ein entscheidender Auslöser für den Geist der Vergeltung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Mensch dagegen, der in sich ruht, kommt gar nicht erst auf die Idee, dass ein anderer Mensch grundsätzlich ein Irrtum der Schöpfung sein könnte – selbst, wenn derjenige sich in einer Weise verhalten hat, die er als Angriff empfindet. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vergebung als Lebensstil</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Insofern ist es eines, zu lernen, wie wir Verletzungen hinter uns lassen und vergeben können; viel wichtiger ist aber die Frage, wie es uns gelingt, ein Lebensfundament zu entwickeln, bei dem uns die Stürme des Daseins  – und die damit zusammenhängenden Verletzungen – gar nicht erst aus der Bahn werfen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Martin Luther King war sich deshalb sicher: „Vergebung ist keine einmalige Sache. Vergebung ist ein Lebensstil.“ Wer glauben kann, dass er bedingungslos geliebt wird und dass ihm seine Fehler vergeben werden, der kann auch selbst vergeben und gnädig sein. Und wird dadurch fähig zur Versöhnung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was das bedeutet, macht Jesus eindrücklich im Gleichnis vom Hausbau deutlich:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Wer auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug – wie ein Mensch, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser kommt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen“ (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us7%2C24-27" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 7,24-27</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Spannend ist hier: Die Stürme des Lebens treffen beide – die Klugen und die Törichten. Das heißt auch: Beide erleben Verletzungen, Kränkungen, Ungerechtigkeiten und Anfeindungen. Beide leiden darunter, dass sie von anderen schlecht behandelt werden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber die einen werden von diesen Erfahrungen umgehauen, sie versinken in den Fluten aus Groll, Wut und Schmerz und sehen überall nur noch das Böse, das um sie herum tobt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die anderen hingegen bleiben aufrecht stehen, weil sie gelernt haben, wie Jesus zu verzeihen und zur Versöhnung bereit zu sein. Das ist ein wahrer Segen!</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Fabian Vogt</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17285415.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Fabian Vogt]]></author>
      <pubDate>Sat, 28 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn die Gefühle Achterbahn fahren]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wenn-die-gefuehle-achterbahn-fahren/6866-542-8029</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17283168/6866-542-8029</link>
      <description><![CDATA[Ambivalente Gefühle können blockieren. 3 Schritte, um deine Emotionen zu verstehen und handlungsfähig zu werden.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1122278.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© LIGHTFIELD STUDIOS /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal sind meine Gefühle wie eine Achterbahn: Sie pressen mich mal in diese, mal in jene Kurve – und auf einmal geht es steil bergab. Wenn ich zeitgleich widersprüchliche Gefühle habe, bin ich ihnen oft hilflos ausgeliefert. Es ergeht mir dann wie dem Bonbonmann auf unseren Gemeindefesten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der lief früher mit Bonbons beklebt über unsere Gemeindewiese und alle Kinder ihm nach. Bald zerrten rechts, links, vorne und hinten Kinder an ihm, bis er zu Boden fiel und seine süße Last preisgab.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso ist es bei meinen Gefühlen. Da zerrt rechts die Wut an mir, links die Liebe zum anderen und von hinten springt mich die Angst an. Oft gehe ich dabei zu Boden – wie der Bonbonmann beim Gemeindefest. Woher weiß ich, wie ich mich verhalten soll? Welchem meiner Gefühle kann ich trauen? Und warum fühle ich überhaupt so?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Fragen stelle ich mir in solchen Situationen. Vielleicht geht es dir ähnlich.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die schlechte Nachricht ist: Widersprüchliche Gefühle lösen sich nicht einfach auf, auch ignorieren hilft nicht. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wir können lernen, mit unseren widersprüchlichen Gefühlen gut umzugehen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/01/145078/Warum_fuehl_ich_mich_jetzt_so.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Warum fühl ich mich jetzt so?“</a> benennt die Autorin Alison Cook 3 Schritte, die dabei helfen können.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Die eigenen Gefühle benennen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn meine Gefühle mal wieder mit mir Achterbahn fahren, will ich oft nur eins: Sofort aussteigen. Häufig tue ich dann das, was man auch bei einer wilden Achterbahnfahrt tut – ich presse meine Augen fest zusammen und hoffe, es ist bald vorbei.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Reaktion ist nachvollziehbar, aber wenig hilfreich. Denn meine Gefühle verschwinden nicht, nur weil ich die Augen davor verschließe. Tatsächlich wird ein guter Umgang mit meinen Gefühlen dadurch noch schwerer. Wenn ich mir sie nicht anschaue, weiß ich gar nicht so genau: Was fühle ich hier eigentlich und wieso?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Pseudolösungen widerstehen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann neige ich dazu, aus Angst vor dem Gefühlswirrwarr mitten an der höchsten Stelle der Achterbahn auszusteigen – die schlechteste Option überhaupt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wenn es um ambivalente Gefühle geht, verhalte ich mich manchmal so. Ich bin überfordert und suche den schnellstmöglichen Ausweg. Alison Cook bezeichnet dies als Pseudolösungen. Diese schaffen eher neue Probleme als welche zu lösen. Doch wie widerstehen ich ihnen?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Notbremse ziehen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein hilfreicher erster Schritt erscheint zunächst widersinnig: Ich muss meine Gefühle anschauen und benennen. Alison Cook beschreibt es so: „Das Benennen ist ein tiefgründiger Akt, bei dem wir die Realität unserer Gefühle und Gedanken in einem bestimmten Moment wahrnehmen, anerkennen und einschätzen.“</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit das möglich wird, muss ich zunächst das Tempo drosseln. Ich ziehe also quasi die Notbremse.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann verschieden aussehen. Vielleicht steige ich aus einem Konflikt erstmal aus oder gönne mir eine Auszeit, selbst wenn es nur eine halbe Stunde ist. Oder ich konzentriere mich auf den nächstmöglichen Schritt statt auf eine finale Lösung.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ordnung ins Gefühlswirrwarr bringen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um Gefühle wirklich zu reflektieren, braucht es zudem gutes Werkzeug. Vielen Menschen hilft es, Tagebuch zu schreiben. Das muss nicht das klassische Tagebuch-Schreiben sein, sondern du kannst dich für eine bestimmte Zeit hinsetzen und darüber schreiben, wie es dir mit deinen Emotionen geht. Dann liest du dir das Geschriebene durch. Was daran ist neu für dich? Was überrascht dich?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso kann es helfen, sich zu überlegen, welches Ereignis dein Gefühlswirrwarr ausgelöst hat. Was ist vorher passiert? Hast du eine solche Situation schon einmal erlebt? Kamen alte Verletzungen und Ängste in dir hoch?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zuletzt ist es wichtig, deine Gefühle zu benennen. Bist du wütend oder eher enttäuscht? Traurig oder resigniert – oder gar hoffnungslos? Dadurch kannst du deine Bedürfnisse klarer erkennen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um die verschiedenen Gefühlsebenen zu trennen, stelle dir folgende Fragen: Welche Emotionen fühlst du? Welche körperlichen und mentalen Effekte bemerkst du? Wie wirken sie sich auf deinen Glauben aus?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Wunsch und Wirklichkeit abgleichen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hast du deine Gefühle sortiert, kannst du als Nächstes deine Lebensrealität unter die Lupe nehmen. Ich finde mich oft genau dann in einer Achterbahn widerstreitender Gefühle wieder, wenn die Realität anders ist, als ich sie mir wünsche.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht suche ich Hilfe bei anderen, aber alle Menschen um mich herum sind ebenso im Stress wie ich. Wäre ich eine gute Ehefrau, Freundin oder Tochter müsste ich jetzt meine Bedürfnisse zurückstellen. Müsste zuhören, trösten und helfen. Doch dazu fehlt mir die Kraft. Mein größtes Problem sind dann nicht meine ambivalenten Gefühle, sondern die Ohnmacht, zeitnah eine für alle Parteien gute Lösung zu finden. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Einen Zwischenraum schaffen und gestalten</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Falls auch du an der Unvereinbarkeit von Wunsch und Wirklichkeit verzweifelst, schaffe dir einen bewussten Zwischenraum. Das kann ein Zeitfenster sein, in dem du etwas nur für dich machst; ein Feierabendritual, mit dem du den Stress des Arbeitstages abstreifst, oder auch eine richtige Auszeit.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist allein: Du schaffst eine Schwelle zwischen dem Problem mitsamt all deinen aufgewühlten Gefühlen und dem nächsten Schritt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du hältst aus, dass etwas „nicht mehr“ und etwas anderes „noch nicht“ ist. Es ist mitunter unheimlich schwer, diesen Raum nicht nur zu schaffen, sondern auch zu halten, aber es ist entscheidend.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn dieser Zwischenraum bietet dir eine vorübergehende Sicherheit, um deine Lebensrealität in Ruhe zu betrachten. Er ist dein Anker, bevor du auf stürmischer See deine Segel neu setzt. Alison Cook beschreibt dies so: „Das Ziel besteht darin, in deinem Zwischenraum die richtigen Bedingungen herzustellen, damit du deine Kreativität und dein tieferes Verständnis der Situation entfalten kannst.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielen Menschen helfen kreative oder körperliche Tätigkeiten wie Joggen, Wandern, Basteln, Stricken oder Gärtnern. Denn wenn Körper und Hände in Bewegung sind, wagt unser Verstand es, aus eingefahrenen Denkschleifen auszubrechen und neue Lösungsansätze zu finden.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Einen Überblick gewinnen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Danach nimmst du die Realität in Augenschein. Dabei können dir die „5 Gs“ helfen, wie Alison Cook sie auf Seite 52 ihres Buches beschreibt.</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Grundlagen finden</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Wie sieht deine Situation konkret aus? Bemühe dich um höchstmögliche Objektivität ohne Beschönigen oder Dramatisieren.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gründe bedenken:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Warum wünschst du dir eine Veränderung? Welche tieferen Ursachen –Kindheitserfahrungen/vergangene Ereignisse – könnte deine Situation haben?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gewohnte Wege hinterfragen:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Welche Strategien hast du in der Vergangenheit angewandt? Haben sie funktioniert? Wenn nein, wieso nicht?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gedanken klären:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Welche mentalen Botschaften (Gedanken, Gefühle, Einstellungen, Erwartungen) hast du zu der Situation verinnerlicht? Könntest du anders darüber denken?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gebiet erweitern:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Wo brauchst du weitere Informationen, Rat oder Hilfe? An wen kannst du dich wenden? Welche Chancen bietet dir die Situation, um dich weiterzuentwickeln?</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die 5 Gs kannst du damit ergänzen, deinen Blick einmal bewusst auf deine Vergangenheit, einmal auf deine jetzige Situation und einmal auf deine mögliche Zukunft auszurichten. Wenn du dir deine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anschaust, welchen Weg möchtest du gehen? Was möchtest du ändern und wieso?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Das Widersprüchliche anerkennen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du hast jetzt einen guten Überblick über die Situation und deine Wünsche. Jetzt geht es darum, das Gegensätzliche anzuerkennen. Dies ist oft der schwerste Teil, denn es bedeutet, deinen Blick auf das Widersprüchliche in dir zu richten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht fühlst du dich in deinem Job unterbezahlt, aber du magst deine Kollegen und scheust dich davor, für eine bessere Stelle umzuziehen. Dann gibt es für dich gleich viele gute Gründe zu gehen wie zu bleiben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist in dieser Situation normal, hin und hergerissen zu sein. Bedenke aber, bevor du aus Überforderung eine Entscheidung triffst, dass beides gleichzeitig wahr sein kann: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Mein Job überfordert mich</em> und <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ich habe eine tolle Arbeitsstelle</em>.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Widersprüchliche in seiner Gleichzeitigkeit anzuerkennen, entbindet dich nicht der Verantwortung, etwas zu verändern. Es löst auch nicht deine widerstreitenden Gefühle auf. Aber du lernst anzunehmen, dass nicht nur zwei gegensätzliche Gefühle, sondern auch zwei scheinbar gegensätzliche Fakten wahr sein können.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Erkenntnis befähigt dich dazu, reflektiert neue Wege zu wagen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Optionen prüfen und losgehen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei ambivalenten Gefühlen hast du meist drei Handlungsoptionen: Kämpfen, gehen oder weise ertragen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei der ersten Option kämpfst du um Veränderung. Im Beispiel könnte das sein: Du sprichst deine Unzufriedenheit offen an und bittest um Abhilfe. Die zweite Option wäre, dir allen Unsicherheiten zum Trotz einen anderen Job zu suchen. Bei der dritten Option akzeptierst du die Umstände, die du nicht ändern kannst, und richtest den Blick auf die Ressourcen, die du trotz allem hast.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bevor du konkrete Schritte machst, solltest du dir überlegen, welche dieser drei Optionen dir am meisten entgegenkommt. Erst dann gehst du erste Schritte hin zu einer passenden Lösung. Wie aber triffst du die Entscheidung für eine Option?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Pro-und-Kontra-Listen als Entscheidungshilfe</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hierbei kann dir eine klassische Pro-und-Kontra-Liste helfen. Schreib alle deine Optionen auf und notiere, was für oder gegen die jeweilige Option spricht. Bedenke bewusst auch Teiloptionen. Eine solche könnte sein, in eine andere Abteilung zu wechseln, statt zu kündigen, oder deine Stundenzahl zu reduzieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir selbst hat diese Methode schon sehr bei Entscheidungen geholfen. Ich erkannte plötzlich gute Gründe gegen eine Option, sodass es mir automatisch leichter fiel, mich für eine andere zu entscheiden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor allem bringst du damit unbewusst ablaufende Prozesse auf Papier. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft diskutieren Kopf und Herz schon lange darüber, was zu tun ist. Indem du mal alle Optionen niederschreibst und prüfst, sortierst du dein Inneres.</p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">MUTIG den ersten Schritt wagen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du hast eine Entscheidung getroffen? Großartig. Nun heißt es: Mutig losgehen! Aber halt, du musst nicht gleich die ganze Strecke bewältigen. Ein Schritt reicht. Dabei kann dir die MUTIG-Methode von Alison Cook helfen. Cook definiert folgende 5 Punkte, um aus einer widersprüchlichen Gefühlslage heraus gute erste Schritte zu gehen:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Markiere Grenzen:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Setze klare Grenzen! Schütze dich gegen problematisches Verhalten von außen und widerstehe genauso bewusst wiederkehrenden negativen Gedanken.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Umfang erweitern:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Erweitere deine Bewältigungsstrategien. Wie kannst du dein Nervensystem beruhigen? Welche Kontakte tun dir jetzt gut?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Trainiere dein Selbstbewusstsein:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Übe ein,<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>deine Wünsche und Bitten klar zu äußern. Tritt dabei selbstbewusst auf und mach dich nicht kleiner als du bist. Nutze passende Hilfsangebote wie Seelsorge, Coaching, Sprechtraining, Selbstverteidigungskurs, etc.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Investiere in Belebendes:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Tu Dinge, die dir Energie spenden. Welches Hobby wolltest du immer schon mal ausprobieren?<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>Was kannst du allem zum Trotz feiern?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gehe aus deiner alten Umgebung heraus:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ändere deine Umgebung! Dies muss nicht das Verlassen der Gesamtsituation heißen. Auch der Wechsel des Fitnessstudios oder kleine Alltagsanpassungen können neue Impulse geben.</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit diesen 5 Schritten hast du jetzt ein gutes Repertoire an der Hand, um deinen neuen Weg gut zu gestalten. Doch eine Frage bleibt noch offen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was mache ich mit Reue- und Schuldgefühlen?</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft weißt du genau, was du tun solltest. Oder du hast bereits einen neuen Weg beschritten, aber etwas hält dich noch zurück. Meist sind dies Reue- oder Schuldgefühle. Vielleicht bereust du, etwas nicht schon früher angegangen zu haben. Doch davon solltest du dich lösen, denn du kannst das Vergangene nicht ändern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Schuldgefühle gegenüber anderen können dich blockieren. Hier hilft dir wieder die Gleichzeitigkeit des Widersprüchlichen. Du kannst eine zuverlässige Mitarbeiterin sein UND bessere Jobbedingungen verlangen. Du kannst eine gute Tochter sein UND Grenzen setzen, wenn deine Eltern sich übergriffig verhalten.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schuldgefühle zu haben heißt nicht, schuldig geworden zu sein. Prüfe, ob du wirklich Dinge versäumt hast oder deine Gefühle dir das nur einreden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hierbei kann auch der Glaube helfen. Gott verlangt nicht von dir, perfekt zu sein. Da er deine menschliche Begrenztheit kennt, darfst auch du sie annehmen und deine Schuldgefühle darüber bei ihm abgeben. So kannst du in allen widersprüchlichen Gefühlen einen guten Weg für dich zu finden.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17283168.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 25 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Aller Anfang ist schwer?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/aller-anfang-ist-schwer/6866-542-8026</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17281581/6866-542-8026</link>
      <description><![CDATA[Warum fühlen sich Neuanfänge oft so schwer an? Was macht den Start in eine neue Lebensphase so schwierig?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121144.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Derek Thomson /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich auf meinen Lebensweg bis heute zurückschaue, dann hatte ich so einige Neuanfänge. Ich bin etwas mehr als zehnmal umgezogen, habe dadurch vier verschiedene Schulen besucht und mindestens vier verschiedene Arbeitgeber gehabt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei all diesen Neuanfängen hatte ich das Gefühl, dass sie mir nicht so leicht von der Hand gingen. Ebenso war ich kaum in „Juhu, endlich was Neues“-Stimmung, obwohl ich mich auf so manchen Wechsel gefreut habe. Gerade in jungen Jahren war vielmehr jeder neue Anfang mit einer gewissen Furcht verbunden. Die Sorge, ob es diesmal funktioniert. Wie die Menschen sind, die ich neu kennenlerne? Ob die neue Lebensstation den Wechsel wert war?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neuanfänge können Freude machen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Laufe der Zeit wurde es dennoch einfacher. Ich habe Mechanismen erlernt, die mir helfen, mich auf das Neue einzustellen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aus der Last, immer wieder neue Leute zu treffen, ist die Freude gewachsen, neue Kontakte zu schließen und neue Menschen kennenzulernen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal sage ich salopp und ungefiltert: „Ich mag keine neuen Menschen, bis ich sie kennenlerne“. Denn ich bin nicht gegenüber jedem neuen Menschen automatisch positiv eingestellt. Das gebe ich offen zu. Nicht jeder erste Eindruck verläuft gut und manchmal gehe ich auch Vorurteilen auf den Leim. Vielleicht habe ich etwas über einen Menschen gehört, wodurch ich ihm oder ihr gegenüber schon voreingenommen bin.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig stelle ich fest, dass – wenn ich offen bin, neuen Menschen zu begegnen – es häufig ein Mensch ist, den ich gerne kennenlernen will. Mittlerweile machen mir Neuanfänge sogar Freude und der Satz „Aller Anfang ist schwer“ behält zwar seine Berechtigung, kommt aber seltener zum Tragen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die eigene Haltung ist entscheidend</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So oder so: Neuanfänge bleiben schwer. Etwas neu lernen zu müssen oder zu wollen, ist selten einfach. Dennoch liegt darin eine große Chance. Ich habe für mich festgestellt, dass sich erste Schritte nicht immer schwer anfühlen müssen, sondern dass sie auch leicht sein können. Das hat viel mit meiner eigenen Einstellung oder inneren Haltung zu tun.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Halte ich das, was auf mich zukommt, für etwas Gutes? Auch das muss ich lernen. Es fängt damit an, dass ich innerlich offen für das werde, was da auf mich zukommt. Ich ändere eventuell sogar meine äußerliche Haltung, habe offene statt verschränkter Arme.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So kann auch mein Körper lernen, Neuem offener entgegenzutreten, statt sich schon äußerlich dagegen zu wehren.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Willkommenskultur leben</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig gibt es auch Umstände, die den Neuanfang einfacher oder schwerer machen. Wenn ich an meinen Start im ERF denke, bin ich immer noch fasziniert. Ich habe immer noch die Fotos von einem Willkommenstisch, der überreich mit vielen kleinen Giveaway, Süßigkeiten und Willkommensnachrichten gedeckt ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist für mich „Willkommenskultur“. Und ich erlebe, dass viele meiner neuen Kolleginnen und Kollegen genauso wie ich vor einigen Jahren begrüßt werden: Überschwänglich, fröhlich, freudig.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ihre Anfänge sind manchmal schwer: neue Umgebung, neuer Kollegenkreis neue Arbeitsstelle vielleicht sogar eine neue Wohnung an einem neuen Wohnort. Auch für sie ist aller Anfang schwer, aber nicht immer bleibt er schwer. Oder wird nicht als schwer empfunden, weil da Menschen sind, die schon da sind und sie willkommen heißen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neuanfänge lieben lernen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Persönlich freue ich mich schon auf meinen nächsten Neuanfang. Vielleicht lerne ich neue Menschen an meinem Wohnort, in der Gemeindearbeit oder in meinem politischen Engagement kennen. Ob in meiner Region, irgendwann bei einem neuen Arbeitgeber oder ganz woanders, ich bleibe gespannt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn ich mag Neuanfänge, auch wenn sie mir am Anfang schwer erscheinen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe den Gewinn erkannt, der in jeder neuen Erfahrung, jedem neuen Menschen, jeder neuen Umgebung liegt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie geht es dir mit Neuanfängen? Läufst du fröhlich darauf zu oder bist du eher der gesunde Skeptiker? Ich wünsche dir, dass du allem Neuem mit einer gewissen Neugier begegnen lernst.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17281581.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Mon, 23 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Alles neu! Muss das sein?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/alles-neu-muss-das-sein/6866-542-8025</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17280458/6866-542-8025</link>
      <description><![CDATA[5 Impulse, um der Angst vor dem Neuen zu begegnen und Veränderungen gut zu bewältigen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1121124.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Maksym Kaharlytskyi /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da steht er nun – mein neuer Router. Und da steht er schon lange. Über ein halbes Jahr, um genau zu sein. Im Sommer habe ich ihn gekauft, um die Datengeschwindigkeit meines neuen Telefontarifs voll auszunutzen. Erst fehlte die Zeit, ihn einzurichten, und dann beschlich mich die Angst: Was, wenn die Einrichtung nicht klappt? Wenn meine unzähligen digitalen Geräte keine Verbindung zu ihm aufbauen? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Durch meine Teil-Selbstständigkeit bin ich auf stabiles Internet angewiesen. Also blieb erstmal alles beim Alten und der neue Router verstaubt in der Ecke.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht verstaubt bei dir kein Router in der Ecke, aber vielleicht erlebst auch du, dass Neues dir eher Angst macht als dich begeistert. Eventuell schiebst du diese eine große Entscheidung seit Wochen vor dir her, weil du Angst davor hast, wie sehr dein Leben sich dadurch verändern könnte. Oder eine Neuerung im Job raubt dir nachts den Schlaf.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vertrautes gibt uns Sicherheit</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit bist du nicht allein. Denn wir Menschen lieben Routinen. Wir lieben das Vertraute – selbst in den neuen Dingen. Daher kaufen wir das neuste Buch vom immergleichen Autor oder entscheiden uns bei einem neuen Wagen bewusst wieder für die gleiche Marke. Veränderungen machen uns Menschen Angst, sehr häufig auch dann, wenn wir uns bewusst für sie entschieden haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu diesem Thema habe ich vor Jahren schon den Artikel <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/willkommen-veraenderung/6866-542-5647" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Willkommen Veränderung!“</a> geschrieben, in dem du viele wertvolle Tipps zum Umgang mit Veränderungen findest. Dieses Thema ergänze ich heute, indem ich dir fünf Impulse an die Hand gebe, um deiner Angst vor dem Neuen zu begegnen und sie zu bewältigen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Was verändert sich wirklich?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn sich bei mir eine Veränderung ankündigt, richtet sich mein Blick stark darauf, was dadurch anders in meinem Leben wird. Da wird eine neue Strategie auf der Arbeit verkündet und ich frage mich: Mache ich ab morgen etwas ganz anderes? Da steht ein Umzug an und ich sorge mich, ob ich meine alten Freunde verliere.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Ängste zu haben, ist normal. Aber es hilft, sich bei Neuerungen zu fragen, was sich dadurch wirklich verändert. Eine Veränderung auf der Arbeit ist etwas Großes, aber trotzdem bleiben mein Partner und mein soziales Umfeld stabil. Selbst ein Umzug bedeutet nicht, dass jeder frühere Kontakt abbricht.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Häufig beherrscht uns trotzdem die Angst, dass sich ALLES verändern wird. Wieso? Weil wir nicht überblicken können, wie groß die Veränderung sein wird.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier kann es helfen, bei Veränderungen von außen zu klären, was tatsächlich anders werden soll. Bei Veränderungen, die ich selbst aktiv suche, kann ich mich bewusst fragen: Für wie viel Veränderung bin ich bereit? Und was ist zu viel an Neuem?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch hilft es sich zu fragen: Was an dem Neuen macht mir eigentlich Angst? Habe ich bei einer beruflichen Veränderung Angst vor Jobverlust oder eher Angst, meiner neuen Rolle nicht gerecht zu werden? Sorge ich mich bei einem Umzug darum, dass ich keinen Anschluss finde oder um die neue Schule der Kinder?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir konkret anzuschauen, wie groß die Veränderung voraussichtlich sein wird und was mir am meisten Angst macht, kann helfen, mich dieser Angst besser zu stellen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Ankerpunkte setzen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade in Zeiten, in denen sich bei mir viel verändert hat, hat es mir geholfen, bewusste Ankerpunkte in meinem Leben zu haben. Als ich nach der Schule ein Praktikum weiter weg machte und danach fürs Studium erneut umzog, haben mir zwei Dinge Halt gegeben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum einen bin ich anfangs so häufig, wie es mir möglich war, nach Hause gefahren und hatte dort immer wieder kurze Auszeiten, in denen alles wie früher war. Zum anderen war ich Teil einer Online-Community und hatte dort intensive Kontakte, die mir darüber hinweggeholfen haben, dass ich mir am neuen Wohnort erst mühsam neue Freundschaften aufbauen musste.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Des Weiteren habe ich mir Ankerpunkte am neuen Wohnort gesucht. Ich habe mich direkt einem Hauskreis angeschlossen. Dort traf ich Menschen, mit denen ich schon mal den Glauben an Jesus gemein hatte. Langfristig entstanden Freundschaften, sodass die Heimatbesuche seltener wurden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch heute noch setze ich bewusst auf Routinen und Vertrautes, wenn Neues in mein Leben kommt. Das können feste Feierabendrituale sein, Kontakte zu langjährigen Freunden oder der Ausblick auf den Jahresurlaub am vertrauten Lieblingsort.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was sind deine Ankerpunkte, die dir in unsicheren Zeiten Halt geben? Welche neuen Anker kannst du in dem Neuen setzen, die dir in Zukunft Halt geben können?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Das Positive sehen und entdecken</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht alle neuen Dinge, aber doch viele neue Dinge haben auch eine positive Seite. So wird mein neuer Router mir etwa schnelleres und sicheres Internet bescheren, sobald er eingerichtet ist. Auch manche erstmal unerwünschte Veränderungen auf der Arbeit oder im privaten Umfeld können langfristig positive Effekte haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe meinen Traumjob nach dem Studium nicht bekommen, aber durch ein Praktikum in meiner Heimat meinen Mann kennengelernt. Ich habe mir aus beruflicher Unzufriedenheit heraus meine Teilselbständigkeit aufgebaut und bin heute megadankbar dafür, diesen zweiten Arbeitsbereich zu haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft richten wir unseren Blick allerdings zuerst auf das Negative und auf das, was schiefgehen könnte. Das ist verständlich, denn wir können die Veränderung nicht überblicken und unser auf Probleme trainiertes Gehirn spielt erstmal alle Worst-Case-Szenarien durch. Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz gemobbt werde? Was, wenn ich am neuen Wohnort keine Freunde finde?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei kann man den Spieß auch mal rumdrehen und fragen: Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz endlich mehr Urlaubstage habe? Was, wenn ich am neuen Wohnort endlich am Waldrand statt zwischen Hochhäusern wohne?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> Tatsächlich kommt es oft besser, als wir es erwarten, und weniger schlimm, als wir es befürchten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher suche das Gute in der Veränderung, die bei dir ansteht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Nein sagen ist auch eine Lösung</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft halte ich mich Neuem gegenüber für machtlos und denke: Ich muss da ja mitmachen. Das stimmt zum Teil. Wenn eine neue Software auf meiner Arbeitsstelle eingeführt wird, kann ich mich schwerlich dagegen sträuben. Gleichzeitig haben du und ich oft viel mehr Einfluss auf Veränderungen, als wir gemeinhin glauben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht kannst du dich nicht dagegen wehren, dass etwas Neues in dein Leben kommt, aber du kannst meist mitentscheiden, in welcher Form das geschieht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn sich dein Arbeitsumfeld verändert, kannst du entscheiden, ob du die Veränderung stumm mitträgst, mit deinem Vorgesetzten deine neuen Aufgaben verhandelst oder ob du gar deine eigene Veränderung suchst und gehst. Genauso kannst du bei einem Umzug entscheiden, wo es hingeht – und zwar oft selbst dann noch, wenn es um den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim geht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zudem gilt: Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Manche angekündigte Neuerung lässt lange auf sich warten oder kommt nie. Erstmal in Ruhe abwarten kann daher eine gute Lösung sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier und da kannst du auch einfach Nein sagen. Du musst nicht Social Media nutzen, nur weil alle es tun. Gerade wenn es um technische Neuerungen im privaten Umfeld geht, kannst du meist frei entscheiden, ob du mitmachen willst. Frage dich mal einen Monat lang bei jeder Neuerung: Brauche ich das wirklich? Und wenn nicht, will ich es überhaupt?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Ein unwandelbarer Gott</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In allem Neuen bleibt zudem eine Konstante: Gott. Dieser stellt sich Mose bewusst als Jahwe vor (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Mose3%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2.Mose 3,14</a>). In Bibelübersetzungen wird dies abwechselnd mit <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich bin, der ich bin“ </em>(ELB), <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich werde sein, der ich sein werde“ </em>(LUT) oder schlicht mit <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich bin da“ </em>(GNB) übersetzt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letztlich umfasst der Gottesname Jahwe all diese Übersetzungen. Gott sagt hier Mose und dem Volk Israel zu: „Ich bin da und ich bin derselbe – gestern, heute und morgen. Ich verändere mich nicht.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott ist damit selbst unwandelbar und gleichzeitig Impulsgeber für Neues in unserem Leben. In der Jahreslosung 2026 heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Siehe, ich mache alles neu“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Offenbarung 21,5</a>). Diese Worte können überwältigend klingen. Doch an anderen Stellen der Bibel wird deutlich, dass das Neue, das Gott schafft, langsam wächst. Jesus vergleicht etwa das Reich Gottes mit einem Senfkorn (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus4%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 4,31</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch gilt über allem diese Zusage Gottes aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja46%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jesaja 46,4</a>: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Und ich bleibe derselbe in alle Zukunft! Bis ihr alt und grau werdet, bin ich es, der euch schleppt. Ich habe es bisher getan und ich werde es auch künftig tun. Ich bin es, der euch trägt und schleppt und rettet!“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daraus nehme ich mit: Gott bleibt derselbe in allem Neuen. Er ist mein fester Ankerpunkt, selbst wenn andere Ankerpunkte wegbrechen. Er trägt mich durch Veränderungen hindurch – gerade durch Veränderungen wie Krankheit und Altern, die mich Kraft kosten. Gleichzeitig schenkt er Neues, wo ich es brauche, und lässt dieses Neue schrittweise wachsen, sodass ich damit umgehen kann.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diesem Gott kann ich alle meine Ängste vor dem Neuen anvertrauen und getrost loslassen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht möchtest auch du diesen Schritt wagen. Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du uns gerne unter diesem Artikel einen Kommentar hinterlassen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17280458.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 21 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gottesdienste zu Ostern]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gottesdienste-zu-ostern/2803-542-7264</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/15199745/2803-542-7264</link>
      <description><![CDATA[Hier finden Sie unsere ERF Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostermontag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/955288.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Biewer Jürgen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der ERF hat ein besonderes Angebot vorbereitet. Während der Osterfeirtage finden Sie bei uns besondere Gottesdienste im Programm. Wir bieten fast alle Sendungen nicht nur im Radio oder Fernsehen an, sondern machen sie auch im Internet abrufbar. Sie können also zu einer für Sie günstigen Zeit die Angebote in Anspruch nehmen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">So geht’s:</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Treffen Sie Ihre Wahl, indem Sie in der Auflistung unten auf den entsprechenden Link klicken. Mit Klick auf „ERF Plus Audiothek“ gelangen Sie direkt zu der entsprechenden Radiosendung und können sich diese anhören. Wenn Sie auf „ERF Mediathek“ klicken, können Sie sich den jeweiligen Gottesdienst in Videoform anschauen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hinweis: das Abspielen ist erst ab dem Tag der Veröffentlichung möglich!</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gründonnerstag</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Traditionelles Fest mit Beigeschmack“: </strong>Vertraut und doch anders. So feiert Jesus mit seinen Jüngern das Passahfest. Rahmen und Inhalt der Festtradition findet sich im <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/2.Mose12%2C1-14" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Buch Mose, Kapitel 12, 1-14</a>. Elke Drossmann lädt Sie ein, dieses Fest im Gründonnerstag zu entdecken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zu Hören am 2. April 2026 um 10, 14 und 22 Uhr auf ERF Plus und in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/traditionelles-fest-mit-beigeschmack/8312-691?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus Audiothek</a>.</strong></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Karfreitag</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Spott und Hoffnung“: </strong>Im Gottesdienst zu Karfreitag aus dem ERF Medienhaus in Wetzlar mit Susanne Thyroff stehen die Reaktionen auf Jesus am Kreuz im Mittelpunkt: Spott, Zweifel und Gleichgültigkeit treffen auf ehrliche Reue und Vertrauen – nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas23%2C32-43" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 23, 32-43</a>.  Eine Predigt über Schuld, Vergebung und Hoffnung, die trägt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zu Hören am 3. April 2026 um 10, 14 und 22 Uhr auf ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/spott-und-hoffnung/8312-692?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus Audiothek</a> und als Videomitschnitt in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/spott-und-hoffnung/4929-862?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ostersonntag</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Der Stein ist weg“: </strong>Wenn Gott das Unbewegliche bewegt, verändert sich alles. Im Ostergottesdienst aus dem ERF Medienhaus in Wetzlar nimmt Ellen Hörder-Knop Sie mit auf die Spur der Ostergeschichte – nachzulesen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus16%2C1-8" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 16,1-8</a>. Sie zeigt, wie Jesu Auferstehung heute Hoffnung schenkt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zu Hören am 5. April 2026 um 10, 14 und 22 Uhr auf ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/der-stein-ist-weg/8312-693?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus Audiothek</a> und als Videomitschnitt in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/der-stein-ist-weg/4929-863?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ostermontag</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Wahrhaftig auferstanden!“: </strong>Diesen Osterruf bringt Jochen Eber im Ostermontagsgottesdienst zum Klingen. Er richtet den Blick auf die Zeugen der Auferstehung Jesu, von denen in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas24%2C36-49" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 24, 36-49</a> berichtet wird. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zu Hören am 6. April 2026 um 10, 14 und 22 Uhr auf ERF Plus, in der <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/wahrhaftig-auferstanden/8312-694?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus Audiothek</a>.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wir freuen uns, wenn Sie mit uns zusammen Gottesdienst feiern!</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/15199745.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Fri, 20 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wie wir lernen, gnädiger zu sein!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wie-wir-lernen-gnaediger-zu-sein/2270-542-8021</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17278203/2270-542-8021</link>
      <description><![CDATA[Was passiert, wenn Menschen einander nicht vergeben – und was verändert sich, wenn sie es doch tun? Interview mit Fabian Vogt.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120464.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Colin Lloyd /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Konflikte sind längst vorbei – und wirken trotzdem nach. Was gesagt oder getan wurde, verschwindet nicht einfach. Verletzungen werden mitgenommen, im Privaten ebenso wie in öffentlichen Debatten. Fronten verhärten sich, Positionen werden schärfer. Statt aus Fehlern zu lernen und einander zu vergeben, verengen sich Gespräche immer häufiger auf die Suche nach Schuldigen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt ist Theologe, Schriftsteller und Künstler. Er schaut gerne genau hin, wenn es zwischen Menschen kompliziert wird. Und er beobachtet: Unsere Gesellschaft wird spürbar gnadenloser. In seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/147723" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Verzeihen Sie bitte!“</a> erklärt er, warum uns Vergebung so schwerfällt – und wie wir sie dennoch erlernen können. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Hast du selbst einmal erlebt, wie sehr Vergebung – oder fehlende Vergebung – ein Leben prägen kann?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt:<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>Mir hat zum Beispiel mal eine Frau erzählt, dass sie sich vor 20 Jahren mit ihrer Tochter zerstritten habe. Seitdem hätten die beiden kein Wort mehr miteinander gesprochen. Das Ergebnis: Sie hat ihre drei Enkel nie kennengelernt – nicht, weil sie das nicht wollte, sondern weil sie ihrer Tochter bis heute nicht vergeben konnte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, weil es zeigt, wie weit die Folgen von Unversöhnlichkeit reichen können. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Unsere Gesellschaft denkt in Feindbildern </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du schreibst in deinem Buch „Verzeihen Sie bitte“, dass unsere Gesellschaft immer gnadenloser wird. Woran machst du das fest?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Das lässt sich auf vielen Ebenen beobachten. Unsere Gesellschaft ist stark polarisiert, Menschen denken zunehmend in Feindbildern. Besonders sichtbar wird das in politischen Debatten. Je nach Perspektive sind „die Grünen“, „die CSU“, „die AfD“ oder andere Gruppen angeblich an allem schuld. Es wird schnell nach Verantwortlichen gesucht, denen man die eigene Unzufriedenheit zuschreiben kann. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Denken folgt dann oft einer einfachen Täter-Opfer-Logik: </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn es mir schlecht geht, muss jemand daran schuld sein. Also suche ich mir einen Verantwortlichen. Diese Haltung prägt aber nicht nur politische Debatten, sondern auch unseren Alltag.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig zeigen Studien, dass wir auch mit uns selbst immer gnadenloser umgehen. Viele Menschen haben große Angst davor, Fehler zu machen oder nicht zu genügen. Statt einer Midlife-Krise erleben immer mehr Menschen eine Art Dauerkrise – oft seit der Jugend. Das Gefühl, Opfer der Umstände zu sein, ist für viele normal geworden. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wir haben die Gnade verlernt </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was fehlt uns heute, um mit Schuld, Scheitern und Verletzungen anders umzugehen?</strong> </p>

<figure class="image right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Foto Buchautor Fabian Vogt, Copyright: Pietro Sutera" height="982" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120877.jpg" width="1000" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Dr. Fabian Vogt ist Theologe, Autor und Künstler. Er arbeitet unter anderem bei midi, der Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie in Berlin. (Copyright: Pietro Sutera)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Der Begriff der Gnade war früher viel präsenter. Vor Jahrhunderten sprach man Menschen noch mit „Gnädige Frau“ oder „Gnädiger Herr“ an. Man sprach von begnadeten Künstlern oder davon, dass jemand sein Gnadenbrot bekam. Gnade war ein vertrauter Begriff im Alltag und in der Sprache. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute ist davon wenig übrig. Selbst gesellschaftliche Rituale, die Raum für Selbstreflexion bieten, sind verschwunden – etwa der Buß- und Bettag. Einmal im Jahr bewusst innehalten und sich fragen: Was ist in meinem Leben schiefgelaufen? Wo brauche ich Vergebung? Diese Haltung haben wir Stück für Stück verloren. Damit haben wir die Gnade aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Welche Folgen hat es denn, wenn Menschen nicht vergeben können?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Wer sich selbst oder anderen nicht vergeben kann, schleppt alte Verletzungen dauerhaft mit sich herum. Ein Satz bringt das gut auf den Punkt: „Wer anderen etwas nachträgt, geht nie den eigenen Weg.“ </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solange ich festhalte, was mir jemand angetan hat, bestimme nicht ich mein Leben – sondern das vergangene Unrecht. Das macht unfrei.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Menschen, die sich als unfrei erleben, rutschen deshalb leicht in die Opferrolle. Sie suchen nach Verantwortlichen für ihre Unzufriedenheit und richten ihren Ärger nach außen. Vergebung hat hier eine große Kraft, weil sie hilft, aus diesem Muster auszusteigen. Sie ist zunächst ein innerer Schritt: die eigenen Altlasten loszulassen, um wieder handlungsfähig und innerlich freier zu werden. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vergeben heißt nicht verharmlosen </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Viele Menschen missverstehen Vergebung. Sie denken, Vergebung heißt „Schwamm drüber“, ganz gleich wie groß das erlebte Unrecht war. Was bedeutet Vergebung in deinem Verständnis ganz bewusst nicht?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Genau, viele Menschen fürchten sich vor dem Gedanken der Vergebung, weil sie glauben, damit würde das Unrecht verharmlost. Als würde man sagen: So schlimm war es ja gar nicht. Genau das ist Vergebung aber nicht. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergeben heißt nicht vergessen. Böse bleibt böse, Unrecht bleibt Unrecht. Es wird weder entschuldigt noch relativiert. Vergebung bedeutet auch nicht, dass ich das Verhalten des anderen verstehen oder gutheißen muss.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und Vergebung heißt auch nicht automatisch Versöhnung. Zwei Menschen können sich zerstreiten, einer kann vergeben – und sich trotzdem trennen. Auch bei schweren Erfahrungen wie Missbrauch kann jemand vergeben und dennoch Anzeige erstatten. Das eine ist eine rechtliche oder äußere Konsequenz, das andere ist der innere Prozess. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Entscheidend ist: Echtes Vergeben setzt voraus, dass Unrecht klar benannt wird. Wenn ich versuche, meinen Schmerz kleinzureden oder so tue, als wäre nichts passiert, ist das keine Vergebung. Erst wenn ich anerkenne, dass mich der andere wirklich verletzt hat, kann ich lernen, anders mit diesem Schmerz zu leben und ihn loszulassen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Schritte auf dem Weg zur Vergebung </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Viele merken: Da ist etwas, das mich seit Jahren belastet. Ich möchte vergeben, weiß aber nicht, wie ich anfangen soll. Was rätst du solchen Menschen ganz konkret?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Wichtig ist ein Perspektivwechsel. Solange ich von meiner Verletzung bestimmt bin, schaue ich fast nur auf den anderen: „Was hat er getan? Was hätte er anders machen müssen?“ Vergebung beginnt dort, wo ich den Blick zurück auf mich selbst richte und wahrnehme, was diese Verletzung mit mir gemacht hat. Dazu gehört auch, darüber weinen zu dürfen. Wut ist oft ein Versuch, die eigene Trauer zu übertünchen und nicht wahrzunehmen. Wichtig ist, sich den eigenen Schmerz einzugestehen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dieser neuen Perspektive entsteht Abstand. Statt im Groll auf den anderen gefangen zu bleiben, frage ich mich: Was brauche ich jetzt? Was hilft mir, wieder freier zu werden? Vergebung ist ein Prozess, aber genau hier beginnt er.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei muss ich diesen Weg nicht allein gehen. Gespräche mit vertrauten Menschen, seelsorgerliche oder therapeutische Begleitung oder auch das Aufschreiben der eigenen Gedanken können helfen, innere Schleifen zu durchbrechen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Hass gewinnt nur, wenn wir mitspielen</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Der christliche Glaube spielt in deinem Buch eine wichtige Rolle. Welche zusätzliche Perspektive bietet er für das Thema Vergebung?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Ich habe gemerkt, dass aus einem gesellschaftspolitischen Thema am Ende ein zutiefst christliches geworden ist. Denn über Vergebung und Gnade können wir in unserer Kultur kaum sprechen, ohne den christlichen Hintergrund mitzudenken. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus wird einmal gefragt: „Wie oft soll ich vergeben? Reicht siebenmal?“ Seine Antwort lautet: „77 Mal.“ (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C21-22" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 18,21+22</a>) Gemeint ist: Es gibt keine Grenze. Vergebung ist keine einmalige Handlung, sondern eine Haltung – eine Art, durchs Leben zu gehen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Haltung hat ihren Ursprung in Gottes Gnade. Für Gott bin ich wertvoll und geliebt – unabhängig von Leistung, Schuld oder Scheitern. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Über meinem Leben steht ein großes Ja. Und genau dieses Ja macht Vergebung möglich: Weil ich selbst von Gnade lebe, muss ich mich nicht vom Hass bestimmen lassen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie kann das konkret aussehen?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Ein sehr eindrückliches Beispiel dafür ist der französische Journalist Antoine Leiris. Er verlor seine Frau beim Attentat 2015 in Paris. Kurz danach schrieb er einen offenen Brief an die Täter mit dem Satz: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„</em>Meinen Hass bekommt ihr nicht.“ Er sagt sinngemäß: Wenn ich euch jetzt hasse, dann habt ihr gewonnen. Dann werde ich wie ihr. Diesen Kreislauf wollte er durchbrechen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Darum geht es auch bei den Worten Jesu, „die andere Wange hinzuhalten“ (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us5%2C29" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 5,29</a>). Es ist kein Aufruf zur Passivität oder dazu, sich alles gefallen zu lassen. Es geht darum, der Gewalt und dem Hass die Macht zu nehmen. Wer so handelt, bleibt innerlich frei – und lässt sich nicht auf das gleiche zerstörerische Muster ein. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Eine gnädigere Gesellschaft ist möglich</strong> </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Zum Schluss ein Blick nach vorn: Wenn du träumen dürftest – wie sähe eine Gesellschaft aus, in der Menschen gnädiger mit sich selbst und miteinander umgehen?</strong> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fabian Vogt: Ich glaube, unsere Gesellschaft würde sich deutlich verändern, wenn Menschen lernen würden, gnädiger mit sich selbst und mit anderen umzugehen. Wer sich nicht ständig angegriffen fühlt und nicht dauernd in die Opferrolle rutscht, hat es gar nicht mehr nötig, andere niederzumachen oder als Feinde zu sehen. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Menschen selbst etwas von dieser Gnade erfahren, von der der christliche Glaube spricht, dann können sie innerlich mehr zur Ruhe kommen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie leben ein Stück liebevoller, friedfertiger und freundlicher. Das wäre schön.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Vielen Dank für diesen Ausblick und das spannende Gespräch.</strong> <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff, Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17278203.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff, Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 18 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Warum Neues zuerst skeptisch macht]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/warum-neues-zuerst-skeptisch-macht/2803-542-8019</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17276951/2803-542-8019</link>
      <description><![CDATA[Das Neue, das Gott schafft, ist gut – auch wenn es sich erst ungewohnt anfühlt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119812.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Navi schlägt mir eine neue Route vor. „Schneller als die bisherige“, sagt es. Doch ich kenne den alten Weg. Ich weiß, wo ich abbiegen muss. Ich weiß, was mich erwartet. Der neue Weg mag besser sein, aber ich müsste mich auf fremde Wege einlassen – ohne zu wissen, wie es weitergeht. Vielleicht mag ich Neues doch weniger, als ich dachte.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ich sehne mich nach Neuem, bis es mir begegnet</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ähnlich ist es in unserer Gesellschaft. Einerseits wird Neues gehyped, ob es um ein Auto oder den neusten Kinofilm geht. Andererseits fordert uns Neues heraus. Unsere von der Aufklärung geprägte Denkweise will erklären, verstehen, kontrollieren. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber wenn etwas wirklich neu ist, kann ich es erstmal nicht erklären. Mein Verstand kann es nicht einordnen – und wird skeptisch.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und da merke ich einen Widerspruch in mir selbst: Ich will Neues, aber bitte so, dass es sich vertraut anfühlt. Für meinen Kopf. Für mein Gefühl. Dabei sagt das Wort selbst schon etwas anderes. Der Duden beschreibt „neu“ unteranderem so: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„</em>bisher noch nicht bekannt gewesen.”   </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gott meint wirklich NEU</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn man sich auf Gott einlässt, kommt man um Neues nicht rum. Als Christ bete ich sogar für Neues. Doch wenn es mir dann begegnet, merke ich: Oh, ach so – Gott meint wirklich NEU. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann sich dann auch erstmal ungewohnt anfühlen. Denn Gott ist ein Experte darin, Neues zu schaffen. Er schenkt ein neues Herz, einen neuen Geist, eine neue Identität. Neue Gedanken, neue Gefühle. Und am Ende der Zeiten sogar einen neuen Himmel und eine neue Erde.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist nicht wenig Neues – und es ist kein vorsichtiges Neues. Es ist radikal. Und innerlich denke ich: So neu meinte ich es auch wieder nicht.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neues von Gott ist anders – und trotzdem gut</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie kann ich mich auf all das Neue, Unbekannte, meine Schubladen Übersteigende einlassen? Gott weiß darum, dass mir sein Neues fremd ist. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia33%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jeremia 33,3</a> sagt er dem Propheten Jeremia zu: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du nichts weißt.” </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott verspricht hier Großes, aber er sagt auch klar: Diese Dinge werden neu sein – unbekannt, nicht sofort erklärbar. Das heißt: Mein Verstand wird sehr wahrscheinlich nicht gleich mitkommen. Es wird nicht gleich in meine gewohnten Schubladen passen. Und das ist okay. Zumindest ist es für Gott okay. Er traut mir das zu. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott erklärt das Neue nicht weg, auch wenn ich mir das manchmal wünschen würde. Aber – und das ist entscheidend – das Neue, das Gott schafft, ist gut. Wenige Verse später macht er klar, dass das Neue, was er schaffen will, nur gute Dinge sind: Heilung, Frieden und Vergebung (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia33%2C6-9" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jeremia 33,6-9</a>). Dies sind die Bereiche, in denen Gott Neues in meinem Leben schaffen will. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist es am Ende ähnlich wie mit dem Navi. Ich lasse mich führen – nicht, weil ich den Weg kenne, sondern weil ich Gott zutraue, dass er mich zu einem guten Ziel führt.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neues umarmen lernen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hilft mir, anders mit Neuem umzugehen – es vielleicht sogar zu umarmen. Auch dann, wenn es sich nicht sofort vertraut anfühlt. Denn Gott sagt: Das Ergebnis wird gut sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist für dich heute diese Frage dran: Lasse ich mich darauf ein, dass Gott auch durch Erfahrungen wirkt, die sich meiner Kontrolle entziehen? Wenn ja, kannst du ihm das so sagen: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„</em>Gott, ich bin bereit für Neues. Und wenn du mir mit Unbekanntem antwortest, will ich lernen zu sagen: Ich vertraue, dass es gut ist – auch wenn ich es noch nicht verstehe.”</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wo hast du Gott ganz neu oder anders erlebt? Erzähl uns gerne davon in den Kommentaren.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Samuel Wolff</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17276951.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Samuel Wolff]]></author>
      <pubDate>Mon, 16 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[In Ruhe lieben]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/in-ruhe-lieben/6866-542-8024</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17276091/6866-542-8024</link>
      <description><![CDATA[Wenn Liebe nicht fordert, sondern ruhen darf, entsteht neue Nähe. Eine Einladung, Druck loszulassen und der Liebe wieder Raum zu geben.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1120685.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Khamkéo /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Zum Valentinstag denken viele an große Gefühle und besondere Gesten. Doch Liebe lebt nicht vom Dauerfeuer der Erwartungen, sondern von Atempausen. Der folgende Text ist ein Auszug aus <a href="https://shop.erf.de/products/00/148463?searchtext=Tr%C3%A4ume%20sind%20wie%20Segel,%20Erinnerungen" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder“</a> von Tomas Sjödin – ein leiser Gedanke darüber, warum Nähe wächst, wenn man einander nicht festhält, sondern ruhen lässt. Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung des <a href="https://www.scm-verlagsgruppe.de/verlagsgruppe/" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">SCM Verlages</a> einen Auszug aus dem Buch.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Laufe der Jahre ist in mir die Überzeugung immer stärker geworden, dass die Kunst, jemanden zu lieben – und das nicht nur heute, sondern auch morgen und übermorgen –, die Kunst ist, sich nicht zu sehr aneinander zu klammern. Es ist etwas Vertracktes mit der Liebe; sobald man versucht, sie zu erzwingen, wirkt man ihrem Wesen entgegen und versperrt ihr damit den Weg. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Im freien Fall der Liebe</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Englischen gibt es den Ausdruck falling in love. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sich verlieben ist etwas ungemein Schönes, aber das Wort fall (»fallen«) zeigt, dass es auch lebensgefährlich ist.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jemand, der liebt und diese Liebe äußert, löst in diesem Augenblick den Sicherheitsgurt seines Lebens und stürzt im freien Fall auf den geliebten Menschen zu, und das Einzige, was ihn retten kann, ist, dass seine Liebe erwidert wird. Das ist das Risiko der Liebe. Und ihre Chance.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">So, wie es ist, ist es gut</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einer der schönsten Texte der Weltliteratur über die Liebe ist das fast dreitausend Jahre alte Hohelied von Salomo in der Bibel. In ihm findet sich eine unglaublich wunderbare Szene. Die beiden Liebenden sind in ihrem Liebesnest und die Braut ist im Arm des Bräutigams eingeschlafen. Sie begehren nichts voneinander, erwarten nichts weiter. So, wie es ist, hier und jetzt, ist es gut; sie sind beieinander, und das genügt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Liebesbegegnung der Ruhe offenbart sich ein Bild, das zeigt, wie Liebe wächst – hier formuliert mit den Worten: „Weckt nicht, stört nicht auf die Liebe, bevor es ihr 〈selber〉 gefällt!“</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich glaube, eins der größten Geschenke, die man dem Menschen machen kann, den man liebt, ist die Ruhe. Das Recht, einen Gang zurückzuschalten und nicht überall präsent sein zu müssen, Stunden oder Tage frei von Forderungen und Ansprüchen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wo Druck wächst, verliert die Liebe</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einer engen Beziehung kann eine kleine, unerwartete Entlastung für den anderen auf deutlich mehr Dankbarkeit stoßen als ein großer Blumenstrauß. Stress und Druck sind Feinde der Liebe, und wenn man das Leben zu schnell werden lässt, wächst die Gefahr, dass man Unkraut in den Liebesacker sät, ohne es zu merken. Wer erwartet, dass eine Beziehung pausenlos von einem Höhepunkt zum anderen springt, wird bald die große Erschöpfung ernten. Statt sich über die Blumen am Wegrand zu freuen, trampelt man auf ihnen herum. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn uns das Leben müde gemacht hat, kann es das Richtige sein, einander anzuschauen und zu sagen: „Du und ich, wir könnten es vielleicht spannender haben im Leben, aber es ist in Ordnung, wie es ist.“ Das mag nach Resignation klingen, aber wo solch ein Ausruhen geschehen darf, kommt es nicht selten zu einer Art Schöpfungswunder: </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Liebe erwacht wieder zum Leben – die Liebe, die die ganze Zeit da gewesen war, aber begraben unter einem Berg der Erschöpfung.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Der Ruheort der Liebe</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich glaube, die Ruhe ist der Rückzugsort der Liebe, aber auch ihre Kraftquelle. Wo ich unrealistische Erwartungen fahren lasse, können auf einmal viele andere Dinge wachsen. Zum Beispiel Zärtlichkeit, Kreativität und Verspieltheit. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Lieben ist Fallen, aber es genügt nicht, dass man damals – lang ist es her – einander zu Füßen fiel, sondern wir müssen das immer wieder neu tun.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seite an Seite weiter durch das Leben wandern, mit maßvollen Erwartungen und viel Luft zum Atmen. Im ganz normalen Alltag stressfreie Oasen schaffen und der Liebe die Chance geben zu erwachen, einfach weil es ihr selbst gefällt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Tomas Sjödin</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17276091.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tomas Sjödin]]></author>
      <pubDate>Sat, 14 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Willkommen Veränderung!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/willkommen-veraenderung/6866-542-5647</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/14624150/6866-542-5647</link>
      <description><![CDATA[6 Tipps, um Veränderungen positiv anzugehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/719496.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mario Gogh /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Magst du Veränderungen? Ich nicht besonders. Ich bin ein Mensch, der Routinen mag und dem es schwerfällt, sich auf Neues einzustellen. Gleichzeitig aber finde ich mich manchmal in Wunschträumen wieder, in denen mein Leben ganz anders ist als jetzt und auch ich eine ganz andere bin: Entspannter, geduldiger, sportlicher.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht geht es dir ähnlich. Eventuell hast du Vorsätze für das Jahr gefasst, um endlich den einen oder anderen Wunschtraum umzusetzen. Oder aber du bist eher ein Gewohnheitstier und hoffst insgeheim, dass sich möglichst wenig in deinem Leben ändert. So oder so, eines kann ich dir garantieren:</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es wird immer wieder Veränderungen geben und nicht jede dieser Veränderung wird dir gefallen. Woher ich das weiß?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau diese Erfahrung habe ich in den letzten Jahren immer wieder machen müssen. Doch wenn nichts so sicher ist wie die Veränderung, wie soll ich dann mit ihr umgehen? Dazu möchte ich sechs Impulse weitergeben, die mir in meinem eigenen Leben geholfen haben:</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Nimm Abschied von überzogenen Erwartungen oder Befürchtungen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die erste, wichtigste Erkenntnis, wenn es um Veränderungen geht, ist die: Es mag sich viel ändern, aber nur selten verändert sich auf einen Schlag alles. Das ist eine Erleichterung, wenn man mit Zukunftsängsten zu kämpfen hat. Denn die meisten Zukunftsängste treten nie ein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig hilft dieser Realismus aber auch gegen überzogene positive Erwartungen. Auch in diesem Jahr wirst du vermutlich nicht zum Marathonläufer, wenn du bislang jede Erledigung mit dem Auto getätigt hast.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Falls du dir etwas zu ehrgeizige Ziele gesetzt hast, lohnt es sich, diese noch einmal einem Realitätscheck zu unterziehen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein täglicher Spaziergang kann für den Anfang die bessere Option sein als der Versuch, dreimal wöchentlich mindestens eine Stunde zu joggen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">2. Erkenne die Macht der äußeren Umstände an</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unsere äußeren Umstände nehmen mehr Einfluss auf unser Handeln als wir glauben. Verhaltensänderungen fallen uns leichter, wenn wir sie innerhalb eines neuen Lebensabschnitts angehen. Denn wer gerade umgezogen ist oder wessen Arbeitsstelle sich geändert hat, muss sowieso eine neue Lebensroutine aufbauen. Da kann der Spaziergang während der Mittagspause gleich mit in die neue Routine übernommen werden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig sollten wir diesen positiven Effekt nicht überreizen, denn zu viele Veränderungen auf einmal überfordern unser Gehirn.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun musst du nicht gleich den Job wechseln, um die neue Diät einzuhalten. Aber mach dir bewusst, dass verschiedene Gewohnheiten zusammenhängen und aufeinander Einfluss nehmen. Wer jeden Abend mit Chips vor dem Fernseher verbringt, wird schnell merken, dass die Rückfallquote deutlich höher ist, wenn er nur die Chips weglässt, aber ansonsten die Gestaltung seines Abendprogramms nicht verändert.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. Überstürze nichts</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Veränderungen brauchen Zeit, ganz gleich, ob sie selbst gewählt sind oder nicht. Es dauert im Schnitt zwei Monate, bis sich neue Gewohnheiten etabliert oder wir uns an neue Umstände gewöhnt haben. Bis dahin heißt es: Nicht aufgeben!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht hilft es dir zudem, deine Ziele in kleinere Schritte einzuteilen und dir Teilziele zu setzen. Bei kleineren Zielen siehst du den Erfolg nämlich oft viel schneller. Und lass dich nicht entmutigen!</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht alles klappt von heute auf morgen, aber du kannst dich bewusst dafür entscheiden, an deinen Gewohnheiten zu arbeiten statt entmutigt wieder aufzugeben.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. Mache es konkret</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn es dir darum geht, sportlicher zu werden, abzunehmen oder eine schlechte Gewohnheit loszuwerden, steht dir vermutlich klar vor Augen, wieso du eine Veränderung anstrebst. Trotzdem hilft es enorm, sich dies noch mal ganz konkret aufzuschreiben. Denn dann gerätst du nicht in Gefahr, dein Ziel aus dem Blick zu verlieren.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Forscher haben herausgefunden, dass Veränderungen viel leichter durchzusetzen sind, je konkreter jemand formulieren kann, wieso er sie durchführen möchte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Besser als ein lapidares „Ich möchte abnehmen“ ist konkret zu benennen, wie viel und weshalb ich abnehmen möchte. Beispiel: „Ich möchte fünf Kilo abnehmen, damit ich wieder in meine Jeans passe und mich rundum fitter fühle.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">5. Suche dir Hilfe, falls nötig</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einen guten Vorsatz im Leben durchzusetzen, kann eventuell genauso schwierig sein, wie mit einer überraschenden Veränderung klarzukommen. Denn in beiden Fällen wird unsere bisherige Routine unterbrochen. Daher kann es sehr hilfreich sein, sich Unterstützung zu suchen, wenn wir alleine nicht weiterkommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Wenn du mehr Sport treiben willst, hilft dir vielleicht ein Trainingspartner. Wenn eine beängstigende Lebensveränderung ansteht oder bereits über dir hereingebrochen ist, kann dir das Gespräch mit einem Seelsorger helfen. Mit ihm kannst du refektieren, wieso die betreffende Veränderung in dir so große Ängste auslöst</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wenn du an deinem Verhalten arbeiten möchte, aber immer wieder in die gleichen Fallen tappt, dann hilft eventuell das Gespräch mit einem guten Freund. Dieser kann dich immer wieder darauf ansprechen, wenn du wieder in alte Muster zurückfällst.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">6. Beziehe Gott mit ein</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Gebet wirkt oft wahre Wunder. Es ist nicht nur beruhigend, dass wir mit Gott einen Ansprechpartner haben, der uns immer versteht. Gott kann uns auch besser als jeder Mensch bei Veränderungen unterstützen. Er kann uns die Kraft geben, Veränderungen anzugehen, die für uns selbst zunächst unüberwindlich scheinen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er kann uns zudem das Durchhaltevermögen und die Motivation geben, unsere Vorhaben nicht nach einem Monat wieder aufzugeben. Und zuletzt kann Gott auch in Lebenssituationen eingreifen und Veränderungen herbeiführen, auf die wir selbst keinen Einfluss haben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Darum: Lass an Gott an allen Veränderungen teilhaben, die du erlebst. Er freut sich über dein Vertrauen und du wirst es nicht bereuen.</p>
</blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/14624150.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 12 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Eine Freundschaft, die alles verändert]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/eine-freundschaft-die-alles-veraendert/2803-542-8020</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17272475/2803-542-8020</link>
      <description><![CDATA[Bist du bereit für eine Einladung zu einem ganz neuen Leben? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119804.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Rido /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kalt war es an diesem Wintertag, aber die Sonne stand hell über den Dächern. Ich fuhr auf meinem klapprigen Fahrrad durch eine italienische Kleinstadt und zum ersten Mal seit Langem fühlte sich mein Inneres nicht mehr leer an. Ich war beschwingt und frei, weil ich neue Hoffnung gefunden hatte. Ich musste mein Leben nicht länger allein tragen, denn ich hatte es Jesus anvertraut.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit begann an diesem Tag etwas ganz Neues für mich: Eine Freundschaft mit Gott.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine gute Freundin hatte kurz zuvor ein Gebet mit mir gesprochen, in dem ich Gott mein Vertrauen aussprach. Zu diesem Zeitpunkt lagen mehr als 5 000 Kilometer zwischen ihr und mir, weil wir beide im Ausland studierten. Doch Gott hat keine Begrenzungen und muss keine langen Flugreisen zurücklegen. Er erreichte mein Herz in dem Moment, als meine Freundin mich einlud, ihn näher kennenzulernen und mich auf etwas Neues einzulassen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn Jesus alles neu macht</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seitdem ziehen sich Neuanfänge wie ein roter Faden durch mein Leben. Seit diesem ersten Gebet mit meiner Freundin habe ich immer wieder erlebt, wie Jesus mich zu neuen Schritten einlädt. Manchmal waren es große Entscheidungen wie ein Umzug oder Jobwechsel, manchmal kleine Kurswechsel in meinem Alltag.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht immer wusste ich vorher genau, auf was ich mich einlasse. Nicht immer verlief alles nach meinem Plan. Aber jedes Mal durfte ich spüren: Ich bin nicht allein.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus ist bei mir und lässt Neues entstehen, das ich mir vorher nicht ausmalen konnte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute würde ich sagen, dass mein Neuanfang mit Jesus der entscheidendste Neuanfang in meinem Leben war. Ich habe mein altes Leben damals wirklich hinter mir gelassen, wie es im <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Korintherbrief 5,17</a> heißt: „Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er schon ‚neue Schöpfung‘. Was er früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Von Einsamkeit zu Verbundenheit</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Prozess ließ ich Dinge los, insbesondere mein Leben ohne Gott. Ich hatte früher eine tiefe Sehnsucht danach, angenommen und gesehen zu werden. Lange suchte ich diese Erfüllung bei anderen Menschen. Doch selbst inmitten einer Gruppe fühlte ich mich manchmal einsam. Ich dachte, die richtige Beziehung würde mich komplett machen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erst durch Jesus entdeckte ich, dass nur er diese tiefe Sehnsucht in mir stillen kann. Dadurch hat sich die Einsamkeit in etwas Neues verwandelt: in eine tiefe Verbundenheit mit Gott.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seitdem richte ich meine Entscheidungen nicht mehr nur an mir selbst aus, sondern treffe sie gemeinsam mit ihm. Das hat in meinem Leben alles verändert: Ich habe erkannt, dass ich geliebt, gesehen und geborgen bin – auch in schwierigen Zeiten. Gott schenkt mir jeden Tag neu Hoffnung und Mut. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Deine Einladung zu einem Neuanfang</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Möchtest du auch erleben, wie Gott dein Leben umkrempelt und alles neu macht? Vielleicht ist heute der Tag, an dem du – so wie ich damals auf dem Fahrrad – zum ersten Mal spürst: „Ich bin nicht allein. Ich darf Gott vertrauen und mit ihm neu anfangen.“ Möglicherweise kannst du heute einen ersten Schritt gehen und Gott sagen, was dir auf dem Herzen liegt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht bist du heute noch nicht so weit. Dann hab Geduld mit dir: Wenn du dich danach sehnst, wird Gott dir den Mut dazu geben. Sein Angebot für eine Freundschaft gilt jeden Tag neu.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Sandra Steingrube</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17272475.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sandra Steingrube]]></author>
      <pubDate>Mon, 09 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Hochfunktional und trotzdem ausgebrannt?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/hochfunktional-und-trotzdem-ausgebrannt/6866-542-8018</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17270175/6866-542-8018</link>
      <description><![CDATA[Warum Leistung kein Beweis für mentale Gesundheit ist. Ein Artikel über hochfunktionale Depression.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119348.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Elisa Ventur /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein gebrochenes Bein erkennt man daran, dass jemand mit Krücken geht, eine Erkältung an einer geröteten Nase. Viele andere Krankheiten wie etwa psychische Erkrankungen oder auch chronische Einschränkungen sind schwerer zu erkennen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch auch hier gibt es beobachtbare Merkmale. Gerade die Depression hat in den vergangenen Jahrzehnten an Bekanntheit gewonnen. Viele Menschen wissen, dass Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder tiefe Traurigkeit auf eine psychische Erkrankung hindeuten können und erkennen die Signale.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotzdem bleiben Depressionen häufig unbemerkt für das Umfeld, wenn der Betroffene es schafft, seinen Alltag weiterhin zu managen, und nicht über seine Probleme spricht.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nahezu unmöglich wird es, eine Depression zu erkennen, wenn nicht einmal die erkrankte Person darauf kommt, dass ihr etwas fehlt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So verhält es sich oft mit der hochfunktionalen Depression. Was versteht man unter diesem Begriff? Wie sieht diese Form der Depression konkret im Leben eines Menschen aus – und wie kann man sie erkennen und behandeln? </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was ist hochfunktionale Depression?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei der klassischen Depression erleben Menschen innere Leere und haben mit einem tiefen und anhaltenden Gefühl von Traurigkeit zu kämpfen. Es fällt ihnen schwer, Freude an Dingen zu empfinden, die ihnen früher Spaß gemacht haben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All diese Symptome führen bei einer Depression meist dazu, dass sich die betreffende Person zurückzieht, nicht mehr leistungsfähig und ständig am Rand ihrer Kräfte ist. Das macht es leichter, sie zu identifizieren. Denn viele Menschen wissen mittlerweile um diese Zusammenhänge.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz anders verhält es sich bei einer hochfunktionalen Depression. Während Betroffene sehr ähnliche innerliche Symptome wie bei einer klassischen Depression beschreiben, wirken sie sich ganz anders auf ihr Verhalten aus. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Person mit einer hochfunktionalen Depression kann von außen einen sehr erfolgreichen Anschein erwecken.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> Sie erbringt weiterhin Leistung, kommt pünktlich zu vereinbarten Terminen, erledigt ihre Aufgaben verlässlich und bietet eventuell sogar noch anderen ihre Hilfe an.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup></p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meist ist Menschen, die unter dieser besonderen Form der Depression leiden, selbst gar nicht bewusst, dass sie Hilfe in Anspruch nehmen sollten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Angst davor, bedürftig oder schwach zu sein, sorgt nämlich genau dafür, dass sie ihre eigenen Grenzen übergehen.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">3</sup></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Sabrinas Hochleistung und der tiefe Fall</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch bei Sabrina Paul war genau diese Angst der Treiber. Da ihr Vater lange an Depressionen litt, schwor sich Sabrina, niemals wie ihr Vater zu „enden“. Davon berichtet sie ausführlich <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">in unserer Sendung ERF Jess Talkwerk</a> und erzählt dort: „Lange Zeit habe ich alles mit mir selbst ausgemacht, versucht keine Probleme und Schwächen zu haben.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabrina stürzt sich in den Job, ist sportlich sehr aktiv und taktet jede Minute ihres Tages durch. Von außen hat sie ein Traumleben: Sie hat eine hohe Stellung im Job, ist körperlich topfit und ernährt sich gesund.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch dann führt der hohe Druck auf allen Ebenen ihres Lebens zu körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Schmerzen im Rücken. Sabrina geht zum Arzt. Sie vermutet einen Bandscheibenvorfall. Aber der Arzt stellt schnell fest, dass Sabrinas Leiden nicht körperlicher, sondern seelischer Natur ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabrina ist geschockt. Niemals hätte sie gedacht, dass ihr Lebensstil sie in eine Depression führen könnte. Genau dorthin, wovor sie so große Angst hatte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als ihr Hausarzt sie zum Psychologen überweist, gesteht sie sich und einer anderen Person zum ersten Mal ein, welcher Belastung sie ausgesetzt ist. Dabei fließen viele Tränen und Sabrina wird klar: Es war höchste Zeit, ihrer hochfunktionalen Depression auf die Schliche zu kommen.</p>

<div class="erf-teaser-card-wrapper erf-teaser-card-wrapper--only-media" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<div data-oembed-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" title="Ihr Erbe: Depression?" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Ihr Erbe: Depression?</a></section>
</div>
</div>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Hilfe suchen, ehe es zu spät ist </strong></a></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabrinas Beispiel ist kein Einzelfall. Typisch für die hochfunktionale Depression ist, dass Betroffene dabei sehr langsam ausbrennen. Das passiert so schleichend, dass weder sie selbst noch ihr Umfeld bemerken, dass sie schon Monate oder sogar Jahre in der Überforderung leben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die besten Chancen für eine Diagnose besteht in der Selbstreflexion. Fühlt sich mein Leben mehr nach Überleben an? Tue ich Dinge, weil ich sie will, oder nur, weil ich muss? Wann habe ich das letzte Mal echte Freude gespürt?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Fragen können erste Hinweise darauf geben, wie es wirklich um die eigene Seele steht. Stelle ich hier fest, dass etwas im Argen liegt, auch wenn nach außen alles perfekt scheint, sollte ich mir Hilfe suchen. Ich kann dazu etwa mit einer vertrauten Person über meine Herausforderungen sprechen. Oft lohnt es sich aber auch, sich direkt professionelle Hilfe bei einem Psychologen oder einer Seelsorgerin zu suchen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nur weil ich gelernt habe, ständig meine Grenzen zu überschreiten und den Schmerz zu verbergen, heißt das nicht, dass ich so weiterleben sollte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem der Körper – ähnlich wie bei Sabrina Paul – streiken wird. Dann kann der Weg zurück in ein normales Leben sehr mühsam werden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Erste Hilfe, wenn es brennt</strong></a></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sich einen Therapieplatz zu suchen ist die beste Option, wenn das Leben zu einem einzigen Hamsterrad geworden ist. Doch das ist das leichter gesagt als getan, denn Therapieplätze sind rar gesät. Viele Menschen warten lange, bis sie professionelle Hilfe erhalten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deshalb nennen wir dir hier einige Erste-Hilfe-Tipps, falls du merkst, dass eine hochfunktionale Depression ein Problem für dich sein könnte und gegensteuern willst. Diese Tipps ersetzen keine Therapie, aber sie können dir helfen, die Zeit bis dahin zu überbrücken oder in einem frühen Stadium das Steuer selbst noch rumzureißen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Innere Glaubenssätze entlarven</strong></a></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die hochfunktionale Depression lebt von inneren Antreibern in Form von ungesunden Glaubenssätzen wie etwa „Reiß dich zusammen“ oder „Ich darf nicht ausfallen“. Diese Sätze halten den Alltag am Laufen, verschärfen aber oft die innere Erschöpfung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein erster Schritt kann sein, deine problematischen Glaubenssätze bewusst wahrzunehmen. Wer seine Glaubenssätze aufschreibt und sich ehrlich fragt „Hilft mir das oder hält es mich nur funktionsfähig?“, gewinnt Abstand. Veränderung beginnt mit Selbsterkenntnis.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Regelmäßige Check-ins und Pausen</strong></a></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Veränderung und Prävention sollte vor allem nicht Selbstoptimierung bedeuten. Damit das gelingt, helfen regelmäßige Check-ins mit sich selbst: Schlafe ich genug? Wie ist mein Energielevel? Bin ich reizbar oder fröhlich? Dadurch bekomme ich eine erste Einschätzung meines persönlichen Stresslevels.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ebenso hilfreich sind feste Pausen, körperliche Bewegung ohne Leistungsziel und soziale Kontakte, bei denen du nicht stark sein oder funktionieren musst. Wichtig ist, hier bei problematischen Entwicklungen schon frühzeitig gegenzusteuern. Wer wartet, bis nichts mehr geht, ist meist zu spät dran.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/ihr-erbe-depression/51690-529" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Der christliche Glaube als Ressource</strong></a></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch der christliche Glaube ist eine wichtige Ressource für eine gute mentale Gesundheit. Wenn die Bibel von „Leben in Fülle“ (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes10%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 10,10</a>) spricht, ist das kein Versprechen auf Dauer-Glück oder unbegrenzte Leistungsfähigkeit. Für Menschen mit hochfunktionaler Depression kann das vielmehr bedeuten: Das Leben darf begrenzt und trotzdem wertvoll sein. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fülle zeigt sich nicht im „Mehr an Leben“, sondern im „Echter leben“, auch und gerade im Glauben.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du ehrlich vor Gott wirst, Klage zulässt und deine Schwäche vor ihm nicht versteckst, ist dein Glaube nicht mehr ein zusätzlicher Anspruch, sondern wird zu einem Raum, in dem du auftanken kannst, weil du vor Gott nicht funktionieren musst.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Verschiedene Lebensbereiche anschauen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein weiteres Hilfsmittel kann das sogenannte Lebensrad sein. Es teilt das Leben in Bereiche wie Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, Sinn, Freizeit und Spiritualität ein. Jeder Bereich wird auf einer Skala bewertet. Ziel ist, sich damit einen Überblick über das ganze Leben zu verschaffen und zu erkennen: Wo zehre ich mich auf? Wo herrscht seit Monaten Leere?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade bei einer hochfunktionalen Depression hilft dieses Tool, weil es das diffuse Gefühl von „alles ist zu viel“ konkret macht. Es führt plastisch vor Augen, wo Unausgeglichenheit herrscht und zu Unzufriedenheit führt, und liefert damit Ansatzpunkte für kleine, realistische Veränderungen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch zeigt das Lebensrad auf, welche Bereiche richtig gut laufen und eine Kraftquelle sein können. Wenn man etwa bei negativen Werten in puncto Gesundheit oder Arbeit erkennt, dass man trotz allem tragfähige und gute Beziehungen in seinem Leben hat.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Hilfsangebote in Anspruch nehmen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ohne Therapieplatz kann man Unterstützung finden. Dies kann über psychosoziale Beratungsstellen, Telefon- und Onlineberatung, Selbsthilfegruppen, Seelsorgeangebote oder ärztliche Gespräche mit dem Hausarzt geschehen. Diese Angebote ersetzen meist keine Therapie, können aber stabilisieren, entlasten und Orientierung geben, ob und welche Therapie die geeignete sein könnte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Besonders leistungsorientierte Menschen, die eine Sache gerne ganz oder gar nicht machen, empfinden diese „kleinen“ Hilfen manchmal als unzureichend. Aber Hilfe funktioniert nicht nach dem Prinzip „ganz oder gar nicht“.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch mehrere kleine Unterstützungen können für den Moment Halt geben und einen vor Schlimmerem bewahren.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist, dass man nicht zu stolz ist, sie in Anspruch zu nehmen. Je früher man dies tut, desto eher kann einem gesundheitlichen Ausfall und einer längeren Therapie vorgebeugt werden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso wichtig ist aber, mit dem jeweiligen Berater zu erkennen, wenn Grenzen der Hilfe und Betreuung erreicht werden und eine ambulante oder stationäre Psychotherapie notwendig wird. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schau nicht weg!</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer jahrelang funktioniert hat, übersieht leicht die eigenen Warnsignale. Das heißt nicht, dass jede Person, die sich in diesen Beschreibungen wiedererkennt, automatisch bereits an einer hochfunktionalen Depression leidet. Aber es schadet nicht, sich diese Frage ehrlich zu stellen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen kennen das Gefühl, nach außen stabil zu wirken und innerlich immer müder zu werden. Das wahrzunehmen ist keine Schwäche, sondern ein erster, wichtiger Schritt in Richtung Selbstfürsorge – und dieser Artikel möchte dich ermutigen, diesen Schritt zu gehen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du musst nicht erst zusammenbrechen, um ernst genommen zu werden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du jetzt hinschaust auf das, was dein Leben zu einem unermüdlichen Hamsterrad macht, schützt du dich selbst und das, was dir wichtig ist. Denn du bist mehr als das, was du leistest!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> <a href="https://www.online-psychotherapie.de/wissen/hochfunktionale-depression-erkennen-ursachen-und-bewltigungsstrategien" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Blogartikel von Online-Psychotherapie.de: Hochfunktionale Depression: Erkennen, Ursachen und Bewältigungsstrategien</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup> <a href="https://psychologie-heute.info/stress-ueberlastung/hochfunktionale-depression-symptome-erkennen-hilfe-finden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Onlineartikel von Psychologie Heute: Hochfunktionale Depression: Symptome erkennen &amp; Hilfe finden</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">3</sup> <a href="https://psychologie-heute.info/stress-ueberlastung/hochfunktionale-depression-symptome-erkennen-hilfe-finden/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Onlineartikel von Psychologie Heute: Hochfunktionale Depression: Symptome erkennen &amp; Hilfe finden</a></span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Maria Dietz</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17270175.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Maria Dietz]]></author>
      <pubDate>Thu, 05 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit Gott im Skilift]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/mit-gott-im-skilift/2803-542-8016</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17268024/2803-542-8016</link>
      <description><![CDATA[Was, wenn ich mich meiner Angst nicht allein stellen muss? Andacht über die Kraft einer starken Begleitung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119034.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Lumixera /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Skilift. Man weiß nie, wann man als Nächstes rausfliegt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich spreche da aus Erfahrung. Während einer Schulskifreizeit hat es mich an der steilsten Stelle aus dem Schlepplift gehauen. Wie eine Bowlingkugel rutschte ich die eisige Liftspur hinunter und räumte mehrere Skifahrer aus den Bügeln. Es war das totale Chaos aus Körpern, Skiern, Stöcken!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gab eine Menge Geschrei und sogar Verletzte. Vor Schreck und Scham wäre ich am liebsten im nächsten Schneehaufen versunken und wusste eines ganz sicher: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Nie wieder fahre ich Schlepplift!</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Angst sagt: Du bist ganz allein!</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Angst speichert solche Erlebnisse zuverlässig ab. Sie merkt sich nicht nur, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">was</em> passiert ist, sondern vor allem, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">wie</em> es sich angefühlt hat – hilflos und ausgeliefert. Fast jeder macht im Laufe seines Lebens erschreckende oder beschämende Erfahrungen, die er künftig um jeden Preis zu vermeiden versucht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft geht das über lange Zeit gut. Ich bin jedenfalls auf dem Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen noch nie in die Verlegenheit geraten, einen Schlepplift benutzen zu müssen. In meinem Alltag kommen Schlepplifte einfach nicht vor und darüber war ich bisher wirklich froh.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Irgendwann aber geraten die meisten Menschen an den Punkt, an dem sich ihre Angst nicht mehr vermeiden lässt: Die Präsentation, vor der man sich drückt, muss gehalten werden. Die gefürchtete Flugreise lässt sich nicht länger verschieben. Eine Beziehung endet und plötzlich steht man allein da, obwohl man sich dafür nicht bereit fühlt. Jeder kennt seine eigene Version davon.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Fiese an der Angst ist: Sie redet uns ein, dass wir in der gefürchteten Situation ganz auf uns selbst gestellt sind und keine echten Handlungsoptionen haben. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie unterscheidet nicht zwischen realer Gefahr und eingebildeter Bedrohung. Sie flüstert: „Du bist ausgeliefert. Es könnte schlimm enden. Bereite dich lieber schon mal vor.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Mit der richtigen Begleitung hat die Angst keine Chance</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor ein paar Wochen war es dann vorbei mit dem Vermeiden. Mein Mann schlug vor, als Familie auf die Gemeinde-Skifreizeit zu fahren, damit die Kinder Ski fahren lernen. Die Begeisterung unserer Kinder war so groß, dass ich kein Spielverderber sein wollte. Also fuhren wir. Nicht nur die Kinder bekamen einen Skikurs, auch ich meldete mich an – zur Auffrischung. So stand ich nach über zwanzig Jahren wieder auf Skiern und ziemlich schnell auch vor einem Schlepplift. In solchen Momenten kommt man gut ins Beten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch ich war nicht allein. Zwischen dem Schlepplift und mir stand Herman, unser holländischer Skilehrer. Mit seinem Rauschebart, dem roten Anorak über dem Kugelbauch und seinem freundlichen Blick erinnerte er frappierend an den Weihnachtsmann. „Wer hat am meisten Angst?“, fragte er in die Runde. Sein Blick blieb an mir hängen. „Du?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Verflixt, woher wusste er das? Offenbar stand mir der Bammel deutlich auf die Skibrille geschrieben. Ich nickte. „Dann fährst du mit mir“, bestimmte Herman und lotste mich zum Lift.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir stiegen gemeinsam ein. Sofort verwickelte Herman mich in ein Gespräch. Zwischendurch tippte er auf meine Hand, die sich um den Liftbügel krampfte. „Muss du nich so fest halte“, brummte er in seinem drolligen Akzent. „Kanns du ganz locker lasse die Hand!“ Wir kamen ohne Zwischenfall oben an. Die Fahrt war überraschend unspektakulär verlaufen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach der Abfahrt fuhr Herman noch einmal mit mir im Lift, dann eine andere Teilnehmerin aus dem Kurs. Später traute ich mich allein. Am Ende der Einheit schnappte ich mir routiniert den Bügel und ließ ich mich entspannt den Hang hochziehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein paar Tage später fuhr ich mit jemand anderem einen schlechter präparierten Schlepplift. Wir kamen gehörig ins Schlingern, wären mehrfach fast rausgefallen und lachten, als wir oben ankamen. Es war eine lustige Fahrt gewesen. Keine Spur mehr von der alten Angst. Ich darf mit Fug und Recht behaupten, dass ich in dieser Skiwoche weder mir noch jemand anderem irgendeinen Schaden zugefügt habe.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gott geht mit uns durch die Angst</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Angst redet uns ein, wir wären allein, aber das stimmt nicht. Genau genommen sind wir es nie. Wenn wir auf die Schlepplifte unseres Lebens treffen, stehen wir ihnen nicht allein gegenüber. Zwischen uns und der Angst steht Gott mit seiner Zusage: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich selbst werde mit dir gehen – und dir Ruhe verschaffen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.Mose33%2C14" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Mose 33,14</a> NLB).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diesen Satz sagt Gott zu Mose in einer Situation, in der vieles schiefgelaufen ist. Das Volk Israel hat Mist gebaut, das Vertrauen ist beschädigt. Mose ist verunsichert, wie es weitergehen wird. Vielleicht hat er auch Angst, dass Gott sich von dem Volk Israel abwenden wird, wenn es das nächste Mal etwas anstellt.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott verspricht Mose nicht, dass alles einfach wird. Er verspricht auch keinen angstfreien Weg. Eines aber verspricht er: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ich gehe mit.</em></p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ähnlich spricht Jesus zu seinen Jüngern, als er sich von ihnen verabschiedet und sie auf eine Zeit ohne seine sichtbare Nähe vorbereitet: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NLB/Johannes14%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 14,27</a> NLB) </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Kein Rundumsorglospaket, aber ein starker Begleiter</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was Gott und Jesus nicht sagen, ist hier genauso wichtig wie das, was sie sagen. Sie versprechen kein Leben ohne Herausforderungen, in dem sie uns alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Sie versichern ihren Beistand und Frieden in unruhigen Zeiten. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott ist ähnlich unterwegs wie Herman, mein Skilehrer. Weder nimmt er uns die Strecke ab noch zieht er uns persönlich den Hang hinauf. Aber er steigt mit in den Lift ein.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er fährt neben uns her, redet mit uns, erinnert uns daran, zwischendurch auch mal lockerzulassen und zu vertrauen. Und er steigt am Ende gemeinsam mit uns wieder aus.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit der richtigen Begleitung verlieren angsteinflößende Situationen ihre Macht. Nicht sofort, aber Schritt für Schritt. So können wir lernen, sie zu bewältigen. Die Angst mag noch so intensiv flüstern: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Du bist allein. </em>Aber wir wissen es jetzt besser.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17268024.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Endlich raus aus der Sexarbeit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/endlich-raus-aus-der-sexarbeit/2270-542-8017</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17266356/2270-542-8017</link>
      <description><![CDATA[Der STINA-Notruf hilft Frauen deutschlandweit aus der Prostitution auszusteigen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119652.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://Photographee.eu' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Photographee.eu</a> /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Hier steht eine verängstigte Prostituierte in meiner Praxis, der Zuhälter ist im Wartezimmer. Was mache ich jetzt?“ Solche Anfragen erreichen die <a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hilfswerk gGmbH</a> immer wieder. Deshalb bietet die gemeinnützige Organisation eine kostenlose Notrufnummer für Menschen in (Zwangs-)Prostitution, die bald 24/7 erreichbar sein soll – kurz STINA-Notruf.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Darüber soll jede Frau, die das wünscht, niederschwellige Hilfe beim Ausstieg bekommen. Sabine arbeitet für die Hilfsorganisation und hat das Angebot mitaufgebaut. Sie erzählt, welche Nöte Frauen in Prostitution haben, warum der Ausstieg für viele so schwer ist und wie er dennoch gelingen kann.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Sie engagieren sich seit Jahren für Frauen, die in der Prostitution tätig sind. Gab es eine Begebenheit, wo Sie gespürt haben: „Darum mache ich das“?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Es gab mehrere solcher Momente, und zwar immer, wenn ich auf Frauen und ihre Geschichten gestoßen bin. Oft wussten die überhaupt keinen Ausweg mehr. Ich habe viele Frauen getroffen, die sich extrem ausgeliefert gefühlt haben.  Sie waren schon erstaunt, wenn man sie ernst genommen hat, und haben gesagt: „Mir glaubt eh niemand. Ich weiß nicht, wo ich Hilfe herkriege in diesem System.“</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich möchte die Hand sein, die dieser Person gereicht wird. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich möchte für andere da sein, die nicht mehr selbst einen Ausstieg schaffen oder nicht mehr selbst aus dieser Situation rauskommen können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Uns bei der <a href="https://hilfswerk.gmbh/" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hilfswerk gGmbH</a> verbindet der Wunsch, dieser Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Wir wollen diesen Menschen unabhängig von ihrer Geschichte, ihrer Religion oder sexuellen Orientierung helfen und sie zur Selbsthilfe befähigen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: In unserer Gesellschaft wird oft heiß über Prostitution diskutiert. Schutzorganisationen rücken den Aspekt der Zwangsprostitution in den Fokus. Zugleich betonen Berufsverbände den Aspekt der Freiwilligkeit und fordern die Anerkennung von Sexarbeit als Beruf. Wie geht es Ihnen damit?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Das Thema Prostitution ist hoch emotionalisiert und schwankt irgendwo zwischen Idealisierung und Stigmatisierung. Der Fokus unserer Arbeit liegt ganz klar bei denen, die keine Wahl haben. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Uns geht es nicht darum, über Menschen zu urteilen, sondern Strukturen zu erkennen, die Missbrauch ermöglichen. Unser Ziel ist es, dafür Bewusstsein und Empathie zu schaffen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deshalb äußern wir uns auch zu manchen Themen erst gar nicht, die extrem polarisieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Generell finde ich es immer wichtig, dass man den Menschen sieht. Wenn eine Frau sich entschieden hat, freiwillig in die Prostitution zu gehen, verurteile ich sie nicht dafür. Wenn sie aber Hilfe beim Ausstieg möchte – vielleicht Jahre nach einem freiwilligen Einstieg in dieses Milieu –, dann helfen wir.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">STINA </strong>– <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">immer erreichbar, örtlich flexibel</strong>
</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Es gibt bereits viele Angebote, um Frauen in Prostitution zu helfen: Zum Beispiel Cafés, in die sie kommen können, oder Ehrenamtliche, die Frauen in Bordellen oder Stripclubs besuchen. Ihre Organisation bietet ergänzend zu dem, was andere Vereine leisten, nun eine Online-Anlaufstelle und eine Notrufnummer rund um die Uhr an. Welche Lücke schließt dieses Angebot? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Unser Projekt STINA-Notruf ist die erste deutschlandweite Hotline gegen Menschenhandel. Das Ziel ist eine niedrigschwellige erste Anlaufstelle, die Betroffenen sofort zuhört und konkrete Schritte einleitet. Das Ganze ist digital, zunächst anonym, aber permanent erreichbar.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unser Angebot ergänzt die Streetwork-Arbeit. Streetworker können sich auf den Beziehungsaufbau konzentrieren und unser Hilfsangebot bekannt machen. So haben die Frauen eine kostenlose Telefonnummer, die sie anrufen können. Und zwar auch dann, wenn Anlaufstellen oder Cafés geschlossen sind. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hilft besonders Frauen, die regelmäßig den Ort wechseln müssen. Manche Frauen werden jede Woche oder alle zwei Wochen in eine andere Stadt gebracht, gerade wenn organisierte Kriminalität dahintersteht. Diese Frauen werden von Streetworkern nur schwer erreicht.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir sind hingegen dann erreichbar, wenn die Frau die Zeit hat und weiß „Jetzt habe ich Ruhe zum Telefonieren“. Unser Angebot ist an die Lebenswelt der Menschen im Rotlichtmilieu angepasst.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ist die Notrufnummer ausschließlich für betroffene Frauen gedacht? Oder können sich auch Menschen aus dem Umfeld der Frauen an Sie wenden, wenn sie den Eindruck haben, dass eine Frau akut Hilfe benötigt?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Diese Möglichkeit gibt es. Unsere Zielgruppe sind in erster Linie Betroffene von Zwangsprostitution und Ausbeutung, aber auch Hinweisgeber. Das sind oftmals Nachbarn, die Polizei oder auch Ärzte.</p>

<div class="textBox posRight" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; border-top: 1px solid #dedede; border-bottom: 1px solid #dedede; width: 240px; padding: 10px; float: right; margin: 2px 0 6px 12px; font-size: .8125rem;">Die <a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hilfswerk gGmbH</a> ist eine gemeinnützige Organisation und engagiert sich gegen Menschenhandel. Eine niedrigschwellige Online-Anlaufstelle bietet Informationen und Reflexionsfragen in über 40 Sprachen. Der STINA-Notruf (kurz für <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Sex Trafficking Intervention Alliance</em> – Bündnis gegen sexuellen Menschenhandel) bietet eine 24/7-Notrufnummer. Außerdem schult die Organisation Interessierte über eine E-Learning-Plattform.</div>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir hören immer wieder von Gynäkologen: „Hier ist eine Frau, die eindeutig in der Prostitution arbeitet. Im Wartezimmer wartet der Zuhälter, der holt sie gleich ab und stellt sie wieder ans nächste Eck. Was mache ich jetzt? Ich bin total hilflos.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diesen Gynäkologen wollen wir Hilfestellung geben, wie sie mit so einer Situation umgehen können, indem wir Ihnen Material an die Hand geben, wie unser Notruf funktioniert und wie sie den Frauen unauffällig den Hinweis dafür zukommen lassen können. Denn oft sind das die einzigen fünf Minuten am Tag, in denen die Frau unbeobachtet ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schutz vor Loverboys</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Besonders schwierig stelle ich es mir vor, wenn Minderjährige involviert sind. Man hört immer wieder von sogenannten Loverboys, die junge Mädchen mit falschen Liebesversprechen in die Prostitution drängen. Wie gehen Sie vor, wenn sich solch ein Mädchen bei Ihnen meldet?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Wenn ein junges Mädchen anruft und sagt, sie wird zur Prostitution gezwungen, schauen wir: Weiß jemand, wo sie ist? Geht sie noch zur Schule? Oder ist sie ganz weg aus ihrem Umfeld? Da gibt es unterschiedliche Szenarien. Handelt es sich um eine Minderjährige, liegt eindeutig eine Straftat vor. Denn in Deutschland ist Prostitution erst ab Volljährigkeit zugelassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist wichtig zu wissen: Manche Mädchen sind nach außen noch in einem scheinbar „normalen“ Alltag, aber sind dennoch bereits in Abhängigkeiten und Ausbeutung geraten. Oft werden sie von den Loverboys manipuliert und lassen sich von den ausweichenden Erklärungen ihres angeblichen Freundes schnell wieder um den Finger wickeln.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier ermutigen wir die Betroffene dazu, jemanden aus ihrem Umfeld zu erzählen, was dieser angebliche Freund mit ihr macht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir überlegen gemeinsam: An wen kann sie sich wenden? Ist da eine Lehrerin, der sie sich an anvertrauen kann, eine Nachbarin oder Ärztin? Und wir ermutigen sie, eine Fachberatungsstelle vor Ort aufzusuchen, und helfen dabei, eine geeignete Stelle zu finden.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF Warum ist es so wichtig, dass die jungen Frauen über das reden, was sie da erleben?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Je mehr sie darüber reden, desto leichter wird es für sie, Abstand zu suchen. Loverboys lösen diese Mädchen nach und nach aus ihrem sozialen Umfeld heraus. Oft suchen sie sich gezielt labile Mädchen aus, die wenige Freunde haben. Wir zeigen dem Mädchen: Du bist nicht allein.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was ist, wenn das Mädchen sich bereits allein in einer fremden Stadt befindet, gelockt von den falschen Versprechungen des Loverboys? Wo findet sie dann Schutz? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Sobald ein Mädchen raus möchte, finden sich Wege. Sie kann selbst die Polizei einbeziehen oder bei uns oder anderen Fachberatungsstellen Hilfe suchen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal melden sich auch besorgte Eltern. Wir verweisen sie an ein Netzwerk für Eltern, deren Kinder Opfer von einem Loverboy geworden sind. In diesen spezialisierten Hilfsgruppen geben betroffene Eltern einander Tipps, wie man dem jeweiligen Mädchen helfen kann.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ausstieg aus Zwangsprostitution – wie gelingt’s? </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Es gibt verschiedene Formen von Zwangsprostitution. Darunter fallen auch Frauen, die aus anderen Ländern mit dem Versprechen nach Deutschland gelockt werden, hier Arbeit zu finden. Sie haben noch weniger Handlungsspielraum, da sie fremd im Land sind und oft die Sprache nicht verstehen. Vielfach wurden ihnen sogar ihre Papiere abgenommen. Wie können Sie einer Frau helfen, die davon berichtet?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: In diesem Fall helfen wir erst einmal mit einer Notunterkunft. Diese ist für eine kurzfristige Unterbringung gedacht. Wir rechnen da mit einem Zeitraum von zwei Tagen bis sechs Wochen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Zeit berät sich unser Fachpersonal und erfragt die Lage der Frau: Wird jemand in ihrer Familie bedroht? Möchte sie Anzeige erstatten? Möchte sie eine Rückführung ins Heimatland oder braucht sie Schutz in Deutschland? Außerdem klären wir: Darf sie rechtlich überhaupt in Deutschland bleiben oder muss sie zurück in ihr Heimatland?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erst danach schauen wir nach einem Schutzhaus in Deutschland oder ihrem Herkunftsland, in dem die betroffene Frau sicher ist und bestmöglich betreut werden kann. Es gibt viele unterschiedliche Schutzhäuser in Deutschland. Einige sind besonders geeignet für Frauen aus afrikanischen Ländern, andere für Rumäninnen. Da muss man überlegen: Wo kann man sich optimal um diese Frau kümmern?<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Das klingt nach einem erheblichen organisatorischen Aufwand. Vermutlich kann Ihre Organisation das nicht allein leisten, sondern ist auf ein Netzwerk von Partnern angewiesen. Mit welchen Stellen arbeiten Sie zusammen – und wer wird in welchem Schritt des Prozesses eingebunden? </strong></p>

<figure class="image left" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: left; margin: 2px 12px 6px 0;"><a href="https://stina-notruf.de/" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><img alt="Frau mit Handschellen Copyright: STINA-Notruf" height="667" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1119064.jpg" width="1000" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;"></a>

<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;"><a href="https://stina-notruf.de/" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Zur Webseite von STINA-Notruf</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Copyright: Hilfswerk gGmbH)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnern zusammen: mit Vereinen, die Schutzwohnungen oder Schutzhäuser betreiben, sowie mit weiteren Hilfsorganisationen und Fachberatungsstellen – viele davon mit jahrzehntelanger Erfahrung. Mit diesen Einrichtungen kooperieren wir bundesweit.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade sind wir dabei, Kooperationen im Ausland aufzubauen, etwa mit Schutzhäusern und Schutzwohnungen. Denn oft wollen die Frauen schnell wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ich schätze, dass auch Behörden und die Polizei eine wichtige Rolle als Kooperationspartner spielen. Wann und wie sind die denn eingebunden? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Da wir unser Angebot gerade erst gestartet haben, kann ich da noch nicht auf einen jahrelangen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Aber generell wird die Polizei nur hinzugerufen, wenn es wirklich gefährlich wird oder die Person es wünscht. Denn oft kommen die Betroffenen aus Ländern, in denen die Polizei korrupt ist, und haben dementsprechend Angst vor ihr. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit Behörden arbeiten wir öfter zusammen, aber auch da schauen wir: Wann ist es notwendig? Meist kommen behördliche Einrichtungen erst ins Spiel, wenn die Person schon in einer Schutzeinrichtung ist. Wir sind wie eine Schnittstelle zwischen der Betroffenen und dem Hilfesystem, quasi die Leistelle. Wir vermitteln betroffene Frauen zu Ersthilfestellen wie Schutzhäusern und Fachberatungsstellen. Oft sind die Behörden erst danach involviert.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gelebte Wertschätzung macht den Unterschied</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ich kann mir vorstellen, dass viele Frauen sich den Ausstieg wünschen, aber davor zurückschrecken. Denn sie müssen dazu ihr gewohntes Umfeld verlassen. Das fällt schwer, selbst wenn sie darin ausgebeutet werden. Wie viele schaffen es wirklich, aus dem Milieu rauszukommen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Der Ausstieg ist deutlich schwieriger, als man es sich wünscht. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Zwang der Zwangsprostitution besteht nicht in Handschellen, oft spielen emotionale Abhängigkeit und Manipulation eine zentrale Rolle, in Kombination mit körperlicher Gewalt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hinzu kommen finanzielle Zwänge. Oft haben die Frauen Schulden – oder ihnen wird vorgegaukelt, sie hätten welche. Die Täter machen sie also gezielt von sich abhängig. Häufig werden die Frauen sogar bewusst unter Drogen gesetzt und sind dann davon abhängig, dass der Täter sie mit Stoff versorgt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Weiterhin haben viele Angst vor Rache und kennen ihre Rechte nicht. Sprachbarrieren verstärken die Unsicherheit, weil sie sich kaum ausdrücken können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau deshalb ist ein behutsamer, traumasensibler Ansatz wie der unsrige so entscheidend. Ein Ausstieg ist kein kurzer Moment, sondern ein langer Prozess, der Monate bis Jahre dauern kann. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Erfahrung ist, dass viele – selbst wenn sie mal raus aus dem Milieu waren – wieder zurückgehen. Der Ausstieg bedeutet einen tiefen Einschnitt und eine enorme Veränderung im Leben dieser Frauen. Oft finden sie sich in der Welt draußen nicht mehr zurecht, da sie so komplett anders ist als alles, was sie aus dem Rotlichtmilieu kennen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Sie persönlich haben einen christlichen Hintergrund. Inwieweit spielt das bei Ihrer Arbeit eine Rolle?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Das zeigt sich vor allem in der Art, wie ich den Frauen begegne. Darin spiegeln sich die christlichen Werte wider, die ich vertrete. Es geht um die Würde, die ich in jeder Frau sehe. Und um die Nächstenliebe, aus der heraus ich handle und mit der ich ihr begegne.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christin habe ich eine immerwährende Hoffnung und glaube daran, dass innere Heilung und positive äußere Veränderungen immer möglich sind. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich will jeder Frau so begegnen, dass sie merkt: „Es lohnt sich, den Ausstieg zu wagen“. Wir als Mitarbeitende der <a href="https://hilfswerk.gmbh/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hilfswerk gGmbH</a> hoffen und glauben mit ihr, dass ein Neustart möglich ist, und wir ihr zutrauen, dass sie das schaffen kann, auch wenn wir nicht alles Christinnen und Christen sind, aber dieser wertschätzende Umgang vereint uns. Dabei ist für uns ganz wichtig, auf Augenhöhe mit der Frau zu arbeiten und keinen Druck auszuüben. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Sich selbst zu engagieren ist einfach</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie kann man sich für Ihre Organisation einsetzen? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Wenn jemand schon aktiv im Rotlichtmilieu ist und mit STINA kooperieren möchte, um den Frauen noch effektiver zu helfen, dann findet er Materialien und ausführliche, kostenlose Schulungen auf unserer E-Learning-Plattform. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wenn sich jemand noch gar nicht auskennt und plant, im Rotlichtmilieu aktiv zu werden, kann er kostenlos diese Schulungsangebote annehmen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Streetworker mit Erfahrung können mit uns kooperieren und unser Hilfsangebot bekannt machen. Mehrmals im Jahr erhalten sie von uns eine Kiste mit Materialien zum Weitergeben – etwa Süßigkeiten oder Kosmetikartikel. Diese kleinen Geschenke können sie im Rotlichtmilieu verteilen und dabei auf unsere Anlaufstelle und die Notrufnummer hinweisen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Außerdem starten wir demnächst ein Multiplikatoren-Programm. Es richtet sich an Personen, die sich engagieren wollen, aber nicht direkt ins Rotlichtmenü gehen können oder möchten. Sie können in ihrem Umfeld über das Thema informieren. Das kann im kirchlichen Kontext sein, bei einem Frauenfrühstück oder im Altenheim. Zudem freuen wir uns über finanzielle Unterstützung. Als gemeinnützige Organisation sind wir auf Spenden angewiesen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Das klingt gut. Noch ein letzter Tipp für alle, die bereits Kontakte zu Frauen im Rotlichtmilieu haben: Was wäre ein erster Schritt, um diesen Frauen Wertschätzung zu zeigen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sabine: Generell tut man den Frauen etwas Gutes, indem man ihnen zuhört – ohne sie zu verurteilen und vorschnelle Annahmen zu treffen. Wenn man auf Angebote hinweist, ohne sie zu drängen, dann weiß die Frau, wo sie im Bedarfsfall Hilfe findet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Danke für das Interview und Gottes Segen für Ihre Arbeit. </strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17266356.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Fri, 30 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Heute fange ich an]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/heute-fange-ich-an/6866-542-7694</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16643249/6866-542-7694</link>
      <description><![CDATA[6 Tipps, um lästige Alltagspflichten anzugehen und neue Gewohnheiten zu etablieren.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1041197.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Mary Tayler /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schon wieder ist der erste Monat des Jahres rum. Ruckzuck, vorbei. Meine kleine persönliche Bestandsaufnahme ist gleichsam ernüchternd wie überraschend. An der ein oder anderen Stelle bin ich überwältigt, was ich alles in diesem ersten Monat vorangebracht habe, bei etlichen größeren To-Dos bin ich dagegen schon jetzt nicht mehr im Zeitplan oder habe sie noch gar nicht angegangen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und irgendwie klappt es mit dem „Früh ins Bett gehen“ und der regelmäßigen Bewegung immer noch nicht so wie erhofft. Wenn auch bei dir ein gewisser Frust nach dem ersten Monat herrscht und du jetzt so richtig durchstarten willst, habe ich einige Tipps für dich parat, die Alissa Levy in ihrem Buch <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/heute_fange_ich_an/t-1/1227" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Heute fange ich an“</a> auf knackig-kurze wie humorvolle Art zusammengetragen hat.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Zum Start: Mach eine Bestandsaufnahme!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was will ich eigentlich und wo stehe ich jetzt? Wenn du merkst, dass du die Weichen in deinem Alltag gerne anders stellen möchtest, ist dies die erste und wichtigste Frage. Oft überspringen wir diesen Part. Denn wir wissen ja schon, was anders werden soll. Ja, das stimmt. Aber wissen wir es wirklich?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe zwar eine Vorstellung von meinem Zukunfts-Ich, aber oft nicht davon, welche Auswirkungen die nötigen Anpassungen auf meine heutigen Routinen haben. Früher ins Bett gehen würde bei mir bedeuten, meine einzige wirkliche Me-Time zu beschneiden. Daher mache ich es nicht. Erst wenn ich es schaffe, mir Me-Time zu einer vernünftigen Uhrzeit freizuräumen, werde ich freiwillig früher ins Bett gehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher lohnt es sich vor einem ersten Handlungsschritt alle Lebensbereiche anzuschauen:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wie sieht meine Morgenroutine aus? Habe ich überhaupt eine?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Welchen Anteil haben Arbeit und Care-Arbeit in meinem Alltag?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wie sieht mein Arbeitsweg aus und wie lange brauche ich dafür?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wie organisiere ich meinen Haushalt und die Essenszubereitung?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wie viel Zeit nehme ich mir für Sport und Freizeit?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Habe ich eine Abendroutine und hilft diese mir dabei abzuschalten?</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alle diese Fragen können mir helfen, ein rundes Bild meines jetzigen Alltags zu bekommen und dann kann ich weiterüberlegen: Wo besteht Optimierungsbedarf und womit bin ich zufrieden und möchte daher auch nichts ändern?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">2. Kopf voller To-Dos? Halte das Wichtige fest!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft sind wir überfordert von den vielen Dingen, die wir angehen möchten. Da steht der große Frühjahrsputz an, der Jahresurlaub will gebucht werden und da war auch noch die Steuererklärung. Hier hilft es die „Brain-Dump-Methode“ anzuwenden, wie Levy sie nennt. Eine sehr ähnliche Methode kenne ich von Annika Bühnemann als <a href="https://annikabuehnemann.de/alles-aus-dem-kopf/" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Alles-aus-dem-Kopf-Methode“</a> und auch Jordan Raynor empfiehlt in seinem Buch <a href="https://www.permissionverlag.de/products/raynor-kaufe-deine-zeit-aus-softcover?srsltid=AfmBOopW6dJn8ZuA_uw-Z0JbQN2kwtdqGCs5VEPS9cjOJF0HcVMzxU1F" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Kaufe deine Zeit aus“</a>, erstmal alle To-Dos zu notieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Methode ist einfach und effektiv. Alles, was bedacht oder getan werden muss, wird festgehalten, und zwar in dem Moment, in dem es dir einfällt. Denn aus dem Kopf heißt Entspannung fürs Gehirn. Ob du dafür die Notizen-App nutzt, wie Levy es vorschlägt, oder die To-Do-App, was mein eigener Favorit dafür ist, oder klassisch zum Notizbuch, Kalender oder Journal greifst, das ist egal.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist nur: Den ganzen Wust aus dem Kopf aufs Papier oder in eine App zu bringen. Ob und nach welchem Muster du dann deine To-Dos sortierst, ist Typsache.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Levy empfiehlt, regelmäßig (im Idealfall wöchentlich) die Liste durchzugehen und die nächste Woche zu planen. Ich selbst schiebe eine Aufgabe oft schon direkt beim Erstellen in den richtigen Ordner.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In Notizen-Apps wie OneNote oder EverNote kann man längere Infos besser festhalten; in Aufgaben-Apps wie To-Do oder Trello wird Erledigtes durchs Abhaken automatisch unsichtbar. Bei einem haptischen Notizbuch oder einem Kalender ist der Brain-Dumping-Effekt durch das Schreiben mit Hand am größten. Es lohnt sich hier auszuprobieren, was einem selbst am meisten zusagt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. Neue Gewohnheiten: Tracke deinen Erfolg und belohne dich!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neue Gewohnheiten zu etablieren ist schwer. Denn eine Gewohnheit ist quasi eine Autobahn aus bereits geebneten Nervenbahnen im Gehirn. Man muss keine großen Entscheidungen mehr treffen, sondern folgt einfach der bereits vorgebenden Straße.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daran scheitern auch oft unsere Vorsätze. Denn wir müssen für neue Gewohnheiten quasi einen Trampelpfad durch den Dschungel unseres Gehirns bahnen, bis dieses versteht: Das ist der neue Weg. Erst ab diesem Punkt ist es für uns normal, dass wir abends zehn Minuten Sportübungen machen oder in der Bibel lesen, anstatt eine Serie zu gucken. Bis dahin ist es ein Kampf!</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um unserem Gehirn diesen Umlernprozess zu erleichtern, gibt es einige Tricks. Das Entscheidendste ist, die neue Gewohnheit mit positiven Gedanken zu verbinden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich abends denke: „Jetzt muss ich noch Bibel lesen“, sind meine Erfolgsaussichten gering. Wenn ich es aber mit einem positiven Gedanken verbinde wie „Wenn ich jetzt noch in der Bibel lese, erfahre ich Neues über Jesus“, steigen meine Erfolgschancen, die neue Routine zu etablieren, enorm.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unser Gehirn reagiert positiv auf Belohnungen. Als ich mir 2020 eine Schreibroutine für meine Romanprojekte aufbauen wollte, habe ich mich belohnt, wenn ich ein gewisses Zeitpensum oder Ziel erreicht hatte. Damals war das der Kick, den ich brauchte, um ins Tun zu kommen. Heute schaue ich kaum noch auf meinen Belohnungszettel, das Vorankommen ist meine Belohnung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Tracken einer neuen Gewohnheit funktioniert in vielen Fällen aber auch ohne Belohnung. Schon das regelmäßige Festhalten, ob ich eine Gewohnheit erfüllt habe oder nicht, schafft einen Anreiz, sich nicht zu drücken. Auf der Webseite des Knesebeck Verlags kann man sich eine <a href="https://www.knesebeck-verlag.de/download/file/260/ausmalseite.pdf" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Vorlage für einen Habit-Trackers herunterladen</a>, auch in vielen Kalendern findet man mittlerweile Gewohnheitstracker.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hilfreich ist auch, mit dem Etablieren einer neuen Gewohnheit nicht zu warten, bis mal weniger los ist. Erstens passiert das selten und ist oft nur eine Ausrede zum Prokrastinieren, zweitens sind die Erfolgsaussichten für Gewohnheiten, die man in stressigen Zeiten etabliert, höher. Denn eine Gewohnheit muss sich ja im normalen Alltag mit all seinen Stressmomenten bewähren.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist ratsam, für neue Gewohnheiten erstmal einen Plan zu erstellen, die Gewohnheit zwei Wochen zu testen und dann noch einmal nachzujustieren.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht eignen sich jeden Tag fünf Minuten Sport besser als dreimal die Woche 30 Minuten oder vielleicht ist der Morgen ein besserer Zeitpunkt zum Bibellesen als der Abend. Das kann man mit einem solchen Testlauf herausfinden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. Entscheidungen: Zögere nicht mehr mit der 10-10-10-Methode!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Entscheidungen fallen mir seit jeher schwer. Als kreativer Mensch gehe ich oft alle Möglichkeiten im Kopf durch und irgendwie hat jede Option ihre Vor- und Nachteile. Soll ich im Sommer nach England oder in die Berge fahren? Schaue ich eine Actionserie oder einen Liebesfilm? Es gab Abende, wo die Auswahl eines Films fast so lange wie der Film dauerte. Was für eine Lebenszeit-Verschwendung!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für alle Entscheidungs-Muffel wie mich hat Alissa Levy einen Tipp parat, um schneller gute Entscheidungen zu treffen – und zwar die 10-10-10-Methode. Bei dieser Methode stelle ich mir nacheinander vor: Wie fühle ich mich mit dieser Entscheidung in zehn Minuten, in zehn Monaten und in zehn Jahren?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier wird deutlich: Mein Filmdilemma wird in zehn Monaten keine Relevanz mehr haben. Darüber lange nachzudenken, ist völlig sinnlos. Das mit dem Urlaub wird mich vielleicht noch in zehn Monaten beschäftigen und eventuell werde ich sogar in zehn Jahren noch von dem großartigen Urlaub schwärmen, aber ob dafür entscheidend ist, an welchen Ort ich fahre, wage ich zu bezweifeln.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die 10-10-10-Methode kann helfen, zu unterscheiden, welche Relevanz eine Entscheidung für mein zukünftiges Leben hat, und mich freisetzen, kleine Entscheidungen zügiger zu treffen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für die großen Entscheidungen hilft dann die berühmte Pro- und Kontra-Liste mit den Fakten, die für oder gegen eine Sache sprechen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier hilft es übrigens sehr, auch das eigene Bauchgefühl abzuchecken. Denn meist trifft mein Bauch lange vor meinem Verstand eine Entscheidung. Mein Kopf ist dann nur noch damit beschäftigt, diese rational zu begründen. Wenn ich das einmal verstanden habe, lerne ich schneller und selbstbewusster zu entscheiden. Denn dann beginne ich meinem Bauch zu vertrauen und erspare mir den Umweg, meinen Verstand noch zwei Wochen alle Optionen gegeneinander abwägen zu lassen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">5. Haushalt: Bestimme deinen Standard und setze dir Regelaufgaben!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir alle kennen sie: Die lästigen Pflichten des Alltags, auf die niemand Bock hat, aber um die man auch nicht herumkommt. Dazu gehören Regelaufgaben im Haushalt ebenso wie die tägliche Frage, was es zum Essen geben soll.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alissa Levy rät die Haushaltspflichten beherzt anzugehen. Auch hier schlägt sie erstmal eine Bestandsaufnahme vor. Statt darüber zu verzweifeln, wie unordentlich es bei mir im Gegensatz zu meiner besten Freundin aussieht, hilft es einmal kurz die Stopptaste zu drücken und mich zu fragen: Was ist mir genug? Wie ordentlich will ich es haben, damit ich mich wohlfühle?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn seien wir mal ehrlich: Jeder von uns hat bessere Dinge zu tun, als zu saugen, zu putzen oder Wäsche zu waschen. Die Frage ist aber hier nicht: Mache ich es oder mache ich es nicht? Diese Frage erledigt sich von selbst. Sondern die Frage sollte lauten: Wie viel, wie oft und wann mache ich es?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Levy rät dazu, erstmal den eigenen Standard festzulegen, und zwar nicht den Idealstandard („So war es immer bei Mama“), sondern einen Standard, den ich halten kann und will. Als zweiten Schritt lohnt es sich, die einzelnen Aufgaben in tägliche, wöchentliche und monatliche To-Dos einzuteilen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier hilft es, bestimmte Aufgaben immer am selben Tag zu machen. Meine Wäsche erledige ich immer am Freitag. So vergesse ich das nicht und plane bewusst an diesem Tag Zeit dafür ein. Wie automatisch das mittlerweile funktioniert, merke ich immer dann, wenn ich spontan auf einen anderen Tag wechseln muss.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ein täglicher kleiner Ordnungs-Reset von 10 bis 15 Minuten hilft, damit sich Aufgaben nicht aufstauen und am Wochenende wie ein Berg vor einem stehen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unregelmäßigere To-Dos wie Frühjahrsputz, Fensterputzen oder Rasenmähen kann man sich als Termin im Kalender notieren. So wird es nicht vergessen, ohne dass ich noch extra daran denken muss.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In puncto Essensvorbereitung rät Levy, einmal wöchentlich die Gerichte der nächsten Tage festzulegen und die Zutaten dafür einzukaufen. Auch hierfür kann man sich einen festen Wochentag setzen. In einer Rezeptbox oder einem Notizbuch kann man sich leckere Gerichte notieren, die man öfter machen will. Dann hat man eine Auswahl, wenn wieder die Frage ansteht: Was essen wir nächste Woche?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">6. Finanzen: Verschaff dir einen genauen Überblick!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Finanzen sind für viele Menschen ein heikles Thema. Die einen geben nur das Nötigste aus und sparen für schlechte Zeiten“, andere denken sich eher „Hauptsache, es ist genug zum Leben da“. Das ist in Zeiten, wo man nahezu alles per App oder Karte zahlen kann und leicht den Überblick über die eigenen Finanzen verliert, umso wichtiger. Wie also sieht ein bedachtsamer Umgang mit Geld aus?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Levy rät dazu, die monatlichen Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen, am besten in einer Übersicht für das ganze Jahr. Ein weiterer Tipp von ihr ist, die Ausgaben zu unterteilen, damit man sieht, welche Fixkosten man hat. Sinnvoll ist es, 50 Prozent des Einkommens von vorneherein für Fixkosten und notwendige Ausgaben zu veranschlagen. Die anderen 50 Prozent kann man in Rücklagen (20 Prozent) und Ausgaben für das eigene Glück (Ausflüge, Hobbies, etc.) investieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich muss man anmerken, dass es etliche Haushalte gibt, in denen die Fixkosten mehr als die veranschlagten 50 Prozent ausmachen. Dann bleibt weniger zum Ansparen oder für persönliche Ausgaben. Aber auch das sieht man erst dann genau, wenn man sich einmal eine Übersicht zum Beispiel in Excel erstellt, und kann dann überlegen, wie man damit umgehen will.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Außerdem schützt keine noch so gute Finanzplanung vor Armut und die Auflistung der eigenen Finanzen vermehrt auch nicht mein Geld.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber es kann helfen, sich mit diesem leidlichen Thema zu befassen, um herauszufinden, wo ich mehr sparen sollte oder beherzt einen größeren Kauf wagen kann.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16643249.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 28 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wer wagt, gewinnt!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wer-wagt-gewinnt/2803-542-8012</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17263211/2803-542-8012</link>
      <description><![CDATA[Bin ich zufrieden mit meinem gewohnten Unglück oder wird es endlich Zeit für das ungewohnte Glück? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117771.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© cottonbro studio /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf dem Fußboden meines Wohnzimmers liegen Blätter. Dunkelgrüne und grün-weiß-gestreifte. Normalerweise verlieren mein Benjamini und mein Bonsaibäumchen immer mal wieder Blätter. Dieses Mal ist es aber irgendwie anders, denn bei beiden geschieht das zur gleichen Zeit.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die beiden haben eine schwere Zeit hinter sich. Im letzten Jahr hatten sich Blattläuse über sie hergemacht und der Kampf gegen dieses Ungeziefer war kaum in den Griff zu bekommen. Ob Schädlingsbekämpfungsmittel oder Schmierseife, nichts brachte den gewünschten Erfolg. Letztendlich halfen nur noch Pflanzenstäbchen für die Erde. Das Gift, das die Läuse bekämpfte, schien meinen Beiden zwar nichts auszumachen, aber es war in ihrer Erde. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und nun – ein Jahr später – machte sich das Ganze doch bemerkbar. So fuhr ich in den Baumarkt und ließ mich beraten, welches die beste Erde für meine beiden Schützlinge wäre. Zusätzlich kaufte ich für den Benjamini einen größeren Topf, da sein Wurzelwerk nicht mehr genug Platz im Bisherigen fand.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bereitete im Garten alles vor. Zuerst bekamen die beiden eine Dusche. Ich konnte richtig spüren, wie befreit sie sich fühlten. Die Sonne schien warm auf ihre Blätter. Herrlich! Nachdem ich die Wurzeln von der alten Erde befreit hatte, füllte ich die beiden Töpfe mit frischer Erde und setzte meine Schützlinge hinein. Gut getränkt mit Wasser umhüllte nun die frische Erde ihre angeschlagenen Wurzeln. Würden sie die neue Erde akzeptieren? Ich wusste es nicht, hoffte es aber.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> Kaum eine Woche später erblickten kleine zarte grüne Blättchen das Licht der Welt. Mein Herz hüpfte vor Freude! Und dann ging es Schlag auf Schlag. Ein neues Blatt nach dem anderen füllte die kahl gewordenen Stellen. So erwachten meine beiden Sorgenkinder zu neuem Leben und wurden am Ende wunderschöne und gesunde Pflanzen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Alles wird neu</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich musste bei diesem Erlebnis an den Bibelvers aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Korinther 5, 17</a> denken. Dort heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er schon ‚neue Schöpfung‘. Was er früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus, der Autor des Korintherbriefes, verdeutlicht hier, dass durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi eine völlig neue Identität für alle entsteht, die sich Jesus anvertrauen und ihm nachfolgen. Denn Gott ist so heilig, dass wir Menschen aufgrund unserer Schuld von ihm getrennt sind. Deshalb hat er seinen Sohn auf die Welt geschickt. Stellvertretend für unsere Verfehlungen nimmt Jesus den Tod auf sich, sodass für jeden Menschen der Weg zu Gott frei wird.   </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vergleichen kann man das mit meinen beiden Pflanzen: Sie waren in zwei Töpfen untergebracht, deren vergiftete Erde ihnen schadete. Eine Weile ging das gut, doch dann bekamen sie nicht mehr die Nähstoffe, die sie zum gesunden Wachstum benötigten und verloren Blätter. Erst, als die Umgebung neu und frisch war, bekamen sie wieder das, was sie brauchten, um gesund zu gedeihen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Aus toxischem Lebensraum in neue Erde</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht lebst du auch in einem Umfeld, das dir schadet und in dem du dich nicht gesund entwickeln und entfalten kannst. Oder du hattest eine Kindheit, in der man dich tief verletzt hat, und spürst diese Auswirkungen bis heute.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ich kenne das. Obwohl ich schon lange an Jesus glaube und mit ihm lebe, hatte ich trotzdem über weite Strecken das Gefühl, dass mich meine verletzende Vergangenheit bis in die Gegenwart negativ beeinflusste.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christin wusste ich, dass ich durch meinen Glauben an Jesus frei sein kann von allen Verletzungen meiner Vergangenheit. Doch ich habe es nicht erlebt. Denn mein Herz hat es nicht geglaubt!</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bis ich eines Tages zu mir selbst gesagt habe: Wenn das wirklich stimmt, was in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/2.Korinther5%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Korinther 5, 17</a> steht, werde ich das jetzt wortwörtlich für mich in Anspruch nehmen. Und so habe ich diesen Bibelvers konkret über mir proklamiert: „Ich gehöre zu Christus und bin eine neue Schöpfung. Was früher war, ist vorbei; etwas ganz Neues hat begonnen.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Frieden mit der Vergangenheit schließen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am Anfang merkte ich keine Veränderung, doch nach kurzer Zeit und stetiger Wiederholung hatte ich auf einmal das Gefühl, dass ich die Verletzungen der Vergangenheit nicht mehr spüre. Sie waren wie weggeblasen. Daran hat sich nichts mehr geändert. Im Laufe der Zeit wurde ich sogar dazu fähig, Liebe für den Menschen zu empfinden, der mir damals Schaden zugefügt hatte, und konnte dieser Person vergeben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> Ich habe eine solche Freiheit erlebt, die ich niemals mehr missen möchte. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie gut, dass Jesus mich aus der alten Situation herausgeholt und in etwas ganz Neues und Heilsames hineinversetzt hat. Genauso wie meine beiden Pflanzen, die heute in neuer und gesunder Erde wachsen und gedeihen. Was ich erlebt habe, kannst auch du erleben. Dazu möchte ich dich ermutigen, denn: Wer wagt, gewinnt!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Ruth Schneider</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17263211.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ruth Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 26 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mir ist das zu viel!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/mir-ist-das-zu-viel/6866-542-8015</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17259576/6866-542-8015</link>
      <description><![CDATA[Wie ich damit umgehen kann, wenn mir meine To-do-Liste über den Kopf wächst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1118324.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nataliya Vaitkevich /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Monatelang quälte mich das schlechte Gewissen: Ich hatte zugesagt, ein kleines Anspiel für einen guten Zweck zu schreiben. Eine Organisation, die sich für Gewaltprävention einsetzt, wünschte sich Theaterszenen, um das Thema für Kinder nachvollziehbarer zu machen. Super Sache! Ich habe mich richtig geehrt gefühlt, dass man mich als unerfahrene Autorin darum bittet. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber ich steckte mitten in den Uni-Prüfungen, hatte privat viel um die Ohren und faktisch keine Kapazitäten für das umfangreiche ehrenamtliche Projekt. Nun schämte ich mich in Grund und Boden, weil ich nach Monaten kein einziges Wort getippt hatte. Es war mir einfach zu viel. Warum hatte ich überhaupt zugesagt? Nun, da war natürlich der gute Zweck, den ich gerne unterstützen wollte. Aber war das wirklich der Hauptgrund?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Werkstatt-Folge aus dem <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Podcast „Homemade Stress“</a> erklärt Burnout-Präventionscoach Stephan Menzel, warum sich To-do-Listen manchmal unendlich lang anfühlen und woher das Gefühl des „zu viel“ kommt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er stellt fest: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Grundsätzlich ist die Arbeitslast nicht unbedingt der Hauptantreiber für Stress. Aber wenn die Themen, die ich auf dem Tisch habe, zu viel werden, bekomme ich sie über einen längeren Zeitraum nicht aus dem Kopf. Dann denke ich immer wieder daran, dass ich dieses und jenes noch machen muss. Das verursacht Stress.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wieder zu oft „Ja“ gesagt?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Grund, warum es mir „zu viel“ wird, ist also tatsächlich die schiere Menge an Aufgaben, die ich tun muss – oder die ich mir selbst vorgenommen habe. Allerdings lohnt es sich genauer hinzuschauen, woher diese Fülle an Aufgaben kommt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbstverständlich gibt es To-dos, die ich machen muss: Die Steuererklärung ist Pflicht, der Hund braucht jeden Morgen seine Gassirunde und mein Chef würde zu Recht verdutzt reagieren, wenn ich ihm sagte, dass ich heute Wichtigeres als meine Arbeit zu tun habe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber nicht alles, was sich nach einem „Muss“ anfühlt, ist zwingend erforderlich. Bin ich wirklich die Einzige, die in der Firma an Projektgruppe X teilnehmen kann, obwohl ich schon ein volles Überstundenkonto habe? Sollte ich in meiner Kirche noch eine Aufgabe übernehmen, obwohl ich mich schon an drei anderen Stellen engagiere? Und kennt meine Freundin niemand anderen, der ihre Blumen im Urlaub gießen kann, wenn ich dafür quer durch die Stadt fahren muss?</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bevor ich „Ja“ sage, lohnt es sich daher immer, kurz innezuhalten und zu reflektieren, warum ich für diese Aufgabe Verantwortung übernehmen will oder soll.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie sieht es – ganz realistisch – mit meinen Zeitressourcen aus? Stehe ich hier tatsächlich in der Pflicht oder geht es mir nur darum, niemanden zu enttäuschen? Fühle ich mich gebauchpinselt, weil man mich anfragt? Oder bin ich einfach ein spontaner und begeisterungsfähiger Typ, der schnell zusagt und es dann bereut?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zu viel zu tun oder schlicht überfordert?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Gefühl, dass mir alles zu viel ist, kann sich auch dann einschleichen, wenn es gar nicht zu viele Aufgaben sind, die ich auf dem Tisch habe, sondern ich mich von einer bestimmten Aufgabe überfordert fühle.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht fehlen mir Fachwissen und Informationen, um die Aufgabe zu lösen, oder das To-do entspricht mir nicht und geht mir deshalb schwer von der Hand. Möglicherweise bin ich auch gesundheitlich angeschlagen und dadurch blockiert. Oder es gibt im Augenblick einfach keine gute Lösung für mein Problem. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Coach Stephan Menzel ist solch eine Überforderungssituation ein typischer Auslöser für Stress: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wenn ich mich in einer Überforderungssituation fühle, ist meistens unsere Ressource versperrt, Aufgaben gut lösen zu können. Das verursacht ein Hilflosigkeits- und Ohnmachtsgefühl.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie das „Zu viel“-Gefühl zum Burnout führt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im schlimmsten Fall können sowohl eine zu hohe Arbeitslast als auch die Überforderung durch einzelne Aufgaben einen Burnout begünstigen. Stephan Menzel hat selbst einen solchen erlebt. Vor dem Zusammenbruch hat er jede Woche dutzende Überstunden geschoben, um sein Arbeitspensum zu schaffen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Grund dafür war aber nicht die Menge an Aufgaben: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„In der letzten Phase vor dem Kipppunkt war ich überhaupt nicht mehr effektiv, da ich unter Schlaflosigkeit litt und Konzentrationsschwierigkeiten hatte. Dadurch haben meine normalen Arbeitszeiten gar nicht ausgereicht, um alles zu bewältigen, was aus meiner Sicht zu erledigen war. Es ging nur noch mit Priorisieren: Wo brennt es am meisten? Wissend, dass noch 20 andere To-dos auf mich warten.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So kann das Dauergefühl des „Zu viel“ in einen Teufelskreis führen: Weil ich mich überfordert fühle, nehme ich den Stress mit in die Nacht und schlafe schlechter. Dadurch fehlt mir am nächsten Tag die Energie, die Aufgabe anzugehen – und ich bekomme wieder nicht alles hin. Die Stressgefühle bleiben und rauben mir weiter Nacht für Nacht den Schlaf.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Regel ist es daher nicht die Menge an Arbeit, die den Burnout letztlich verursacht, sondern die hohe Arbeitslast wirkt als Verstärker eines ohnehin vorhandenen Drucks. </p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Selbstwirksamkeit als Schlüssel</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch es gibt Möglichkeiten, einer hohen Arbeitslast, dem damit einhergehenden inneren Druck und dem Gefühl der Überforderung zu begegnen. Einen Schlüssel bietet unter anderem ein Fachbegriff aus der Psychologie, der den Umgang mit Herausforderungen benennt: die „Selbstwirksamkeit“. Der Psychologe Albert Bandura hat das Konzept beschrieben<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unter Selbstwirksamkeit versteht man die Überzeugung eines Menschen, dass er oder sie eine Aufgabe meistern kann. Nach der Beobachtung Banduras ist es so, dass Menschen Aufgaben überhaupt nur dann aktiv angehen, wenn sie selbst davon überzeugt sind, dass sie diese Herausforderung auch erfolgreich abschließen können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich muss dabei die Lösung noch nicht kennen, aber es braucht das Vertrauen, dass ich einen Weg finden kann, die Aufgabe zu meistern. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erlebe ich mich also als selbstwirksam, lösen selbst hochkomplexe Aufgaben kaum negativen Stress aus, sondern spornen mich vielmehr zu Hochleistungen an. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der erste Schritt dafür ist laut Stephan Menzel die Selbstreflektion:<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Hier hilft es die Adlerperspektive einzunehmen: Was ist genau zu tun und was könnte mir dabei helfen, das Thema zu lösen? Vielleicht gibt es jemand, der mir behilflich sein kann.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zur Selbstwirksamkeit braucht es die anderen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So naheliegend es erscheint: Tatsächlich vergesse ich oft, dass ich mir bei einer Herausforderung einfach Hilfe holen kann. Menschen mit einer ausgeprägten Selbstwirksamkeit vertrauen nicht nur auf ihre eigenen Ressourcen, sondern fragen andere um Rat und Unterstützung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt allerdings auch, dass ich mir selbst und anderen eingestehen muss, dass ich eine Aufgabe nicht allein schaffe. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum es mir schwerfällt, To-dos abzutreten, die mich überfordern. Es kratzt an meinem Image als Alleskönnerin und das gefällt mir nicht. Dabei ist gerade die Zusammenarbeit mit anderen der Faktor, die mir helfen kann, meine To-do-Liste in den Griff zu bekommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein weiterer Schritt für die Selbstwirksamkeit ist es, Erfahrungen zu sammeln – und zwar auch Frusterfahrungen und Misserfolge. Das klingt erst einmal seltsam, aber laut Stephan Menzel entwickelt sich Selbstwirksamkeit schon in der Kindheit:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wenn mir als Kind alle Steine aus dem Weg geräumt werden, kann ich nicht lernen, nach einem Misserfolg neu zu beginnen. Kinder, die selbstständiger aufwachsen und in einem überschaubaren Rahmen Schwierigkeiten bewältigen müssen, lernen eher, selbstwirksam zu werden. Wenn sie erleben, dass sie nach einem Rückschlag etwas Neues probieren und dies gelingt, empfinden sie das als inneren Erfolg. Das ist Selbstwirksamkeit: Hindernisse, Enttäuschungen, Entmutigungen zu überwinden und einzuordnen.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Selbstwirksamkeitsfaktor Vertrauen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letztes Jahr habe ich mich intensiv mit dem <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 37</a>aus der Bibel beschäftigt. Da steht unter anderem: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Du aber vertrau auf den Herrn und tu Gutes. Bleib im Land, sei zuverlässig und treu. Lass den Herrn deinen Weg bestimmen, vertrau auf ihn, und er wird handeln“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm37%2C3.5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 37, 3.5</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mich fordern diese Verse heraus – gerade im Hinblick auf meine langen To-do-Listen. Zuverlässig und treu sein bei den Aufgaben, die ich machen muss oder die ich zugesagt habe – wie soll das gelingen, wenn es mir zu viel wird? </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir hilft die Erkenntnis, dass Zuverlässigkeit damit beginnt, dass ich realistisch einschätze, was ich wirklich leisten kann. Zuverlässige Menschen sagen nicht immer Ja, sondern sie sagen zu den richtigen Dingen Ja.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zuverlässig sein heißt auch nicht, dass mir alles gelingen muss, sondern dass ich offen kommuniziere, was ich tun kann und wo ich an meine Grenzen stoße.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Entlastung von Stress finde ich vor allem im zweiten Vers. Da heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Vertrau auf ihn, und er wird handeln.“</em> Bei allen guten Vorsätzen und meinem Wunsch nach Zuverlässigkeit habe ich doch nicht immer die richtige Lösung parat. Ja, selbst der selbstwirksamste Mensch hat nicht alles in der Hand.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott aber ist immer handlungsfähig und ich kann ihn darum bitten, mit mir und für mich zu handeln. Gebet ist eine wunderbare Form der Selbstwirksamkeit: Ich gestehe mir ein, dass ich abhängig von Gott bin und kann daraus die Kraft schöpfen, um meine Herausforderungen zu meistern.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Fürs Leben gelernt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Theaterstück, das ich damals schreiben musste, ist übrigens fertig geworden, mit viel Hängen und Würgen, einigen durchwachten Nächten und einem Haufen Gewissensbisse Zu meinem Glück hat es mir damals Lob eingebracht, aber vor allem Selbsterkenntnis. Durch diese Erfahrung habe ich gelernt, in Zukunft klüger mit meinen Zeitressourcen umzugehen und mir auch mal auf die Zunge zu beißen, bevor ich zu schnell Ja sage. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie Stephan Menzel sagt: Es sind nicht unbedingt die einfachen Erfolge, die mich Selbstwirksamkeit lehren. Und zu meinem Glück habe ich noch eine weitere Erkenntnis, die mich stark macht: Ich muss die Herausforderungen, die mir das Leben stellt, nicht allein meistern, sondern habe andere Menschen – und Gott immer an meiner Seite.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;"><a href="https://wpgs.de/fachtexte/selbstwirksamkeit/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Selbstwirksamkeit stärken und fördern – Wirtschaftspsychologische Gesellschaft</a></span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17259576.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Thu, 22 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Gott „Jetzt!“ sagt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wenn-gott-jetzt-sagt/2803-542-8014</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17256048/2803-542-8014</link>
      <description><![CDATA[Warum du deinem nächsten Anfang nicht allein gegenüberstehst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117799.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Victor Freitas /&nbsp;unsplash</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer in diesen Tagen das Fitnessstudio betritt, sollte Wartezeit an den Geräten einplanen. In den ersten Monaten des Jahres erfolgen in den Muckibuden dieses Landes etwa 50 Prozent mehr Neuanmeldungen als in den übrigen 11 Monaten. Und auch in den Einkaufswägen lässt sich ein Trend erkennen. Die Nachfrage nach Gemüse und eiweißhaltigen Lebensmitteln steigt, während die Nachfrage nach Alkohol deutlich abnimmt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch dann schreitet das Jahr voran und die Zahlen gleichen sich dem Niveau der letzten Monate des Vorjahres an – und das schneller als gedacht. Bereits Mitte Januar erklären 80 Prozent der Deutschen ihre Neujahrsvorsätze als gescheitert. Das ist mehr als schade: Denn ein Neustart ist nicht nur oft wünschenswert, sondern manchmal unumgänglich.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">(Zu) ambitionierte Ziele?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber wieso scheitern diese Neuanfänge so häufig? Ich denke, weil wir dazu neigen, uns zu überschätzen. Wer noch nie joggen war, wird bereits beim ersten Kilometer ordentlich außer Puste sein. Und wer sich im alten Jahr schwer damit getan hat, regelmäßig Bibel zu lesen, könnte nach 2 Wochen davon entmutigt werden, dass das Lesezeichen bisher kaum nach hinten gewandert ist.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau diese Bibel berichtet immer wieder von Neuanfängen. Allerdings mit dem Unterschied, dass Gott die Idee des Neustarts schenkt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Relativ zu Beginn der Bibel spricht Gott zu Mose. Er schickt ihn zum Herrscher über die Weltmacht Ägypten, um diesem die Freilassung vieler tausender Sklaven zu befehlen. Mose ergreift die Angst und er versucht Gott weiszumachen, dass er der Falsche für diesen Auftrag ist, da er ein schlechter Redner ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch Gott hat eine passende Antwort parat: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich habe dich dazu bevollmächtigt, mit göttlicher Autorität vor den Pharao zu treten. Dein Bruder Aaron wird dein Prophet sein, der für dich spricht.“ (<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/2.Mose7%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Mose 7,1</a>)</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neuanfänge gelingen – mit Gottes Hilfe</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer die Geschichte Moses kennt, der weiß: Gottes Plan geht auf und Mose führt das Volk Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft. Dieser Neustart gelingt auch deswegen, weil Gott die Lage einschätzt und nicht Mose selbst. So lässt sich aus dieser Geschichte einiges für meine Neustarts ableiten:</p>

<ol style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Neuanfänge gehen nicht immer von uns aus. Als Christ glaube ich daran, dass Gottes Plan für mein Leben seinem großen Ziel dient. Das deckt sich nicht immer mit meinen Plänen. Ein Neuanfang kann also unverhofft, aber nicht ohne Grund ins Haus stehen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gott wählt seine Leute weise aus. Moses Beispiel zeigt, dass Gott seine Diener nach Kriterien auswählt, die wir nicht verstehen. Mose selbst ist alles andere als fehlerlos und trotzdem wählt Gott genau ihn. Die Geschichte lehrt uns, dass es die richtige Entscheidung war.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gott unterstützt! Verständlicherweise hat Mose Bedenken und Sorgen – und Gott nimmt diese ernst. Genauso wie Gott Mose mit einem guten Redner, mächtigen Zeichen und Schutz rüstet, darf ich ebenfalls mit seiner Hilfe rechnen.</li>
</ol>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott wird auch in diesem Jahr Neustarts anstoßen – bei mir und vielleicht auch bei dir.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Geschichte von Mose zeigt mir: Das kann hart werden, aber Gott ist an meiner Seite und erwählt mich nur für diesen Neustart, weil er weiß, dass ich der Aufgabe gewachsen bin. </p>
</blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Steffen Schmidt</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17256048.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Steffen Schmidt]]></author>
      <pubDate>Mon, 19 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Traumasensibel vom Glauben reden]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/traumasensibel-vom-glauben-reden/2803-542-8013</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17255054/2803-542-8013</link>
      <description><![CDATA[Wie sollten Gottesdienste und christliche Angebote gestaltet sein, damit sie auch verletzte Menschen erreichen?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117764.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jon Tyson /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Gedankenspiel am Anfang. Eine liebe und herzensgute Dame aus der Gemeinde liebt es, am Samstag Traktate in der Fußgängerzone zu verteilen. Diese benennen die Wahrheit – so sagt sie – „klar und deutlich“: „Kehre um zum Herrn Jesus, der dich liebt und alles für dich getan hat. Du bist sonst ewig getrennt von Gott, wenn du dieses Angebot nicht annimmst, wirst du auf ewig Qualen erleiden.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie wirken solche Sätze auf einen Menschen, der in seinem Leben Schweres, ja Traumatisierendes erlebt hat? Der emotionale, körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren hat? Als Christen haben wir die beste Botschaft der Welt. Davon bin ich überzeugt. Doch wie können wir so davon reden und auch Gottesdienst feiern, dass die frohe Botschaft auch für traumatisierte Menschen wirklich froh machend ist?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christen haben wir die beste Botschaft der Welt. Doch wie können wir so davon reden, dass die frohe Botschaft auch für traumatisierte Menschen froh machend ist?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Knapp die Hälfte der Menschen gibt in Umfragen an, in ihrem Leben mindestens eine traumatisierende Erfahrung erlebt zu haben. Da der Trauma-Begriff oft unklar definiert ist, sind solche Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Ich persönlich gehe von höheren Zahlen aus. Denn wir leben nun einmal in einer verletzlichen, gebrochenen Welt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich sind nicht alle deswegen traumatisiert, auch das ist klar. Aber da wir Traumatisierungen, die im Inneren unseres Gegenübers oft unbemerkt und abgespalten schlummern, von außen nicht sehen, brauchen wir eine grundsätzliche Disziplin in Worten und Taten. Dazu möchte ich in diesem Artikel 10 Grundpfeiler benennen, die mir hilfreich erscheinen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Verletzte Menschen brauchen ein heilsames Gottesbild</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gesunde geistliche Entwicklung setzt innere Sicherheit voraus. Menschen mit traumatischen Erfahrungen brauchen ein Gottesbild, das Schutz, Verlässlichkeit und Annahme vermittelt – nicht Druck oder Angst. Sichere Bindung ist ein Schlüssel dafür, dass Menschen wachsen und heilen können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Gottesbild, von dem wir erzählen und das wir in unserem Leben, aber auch im Gottesdienst verkörpern, muss sicher sein! </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott ist ein sicherer Ort, ein Safe Space. Davon bin ich überzeugt, weil Jesus uns Gott so zeigt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ist es dann sinnvoll, wenn wir als Christen – wie in dem Beispiel oben – von einem Gott erzählen, der seine Menschen unendlich liebt und gleichzeitig Ablehnung mit ewiger Folter bestraft? Ist dies ein passender Gesprächseinstieg für einen möglicherweise traumatisierten Menschen? Meiner Ansicht nach nicht. Vielmehr sollten wir Gottes Liebe in den Fokus rücken. Herausstellen, dass er alles getan hat, um mit uns Menschen versöhnt zu sein.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Das Kreuz ohne Gewalt denken</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So manche Gewalt- und Opfermetaphorik, die bis ins Detail die Folter Jesu am Kreuz ausmalt und mit unserer Schuld verbindet, kann belastend wirken. Ich bin der Überzeugung: Wir können theologisch verantwortlich vom Kreuz sprechen, ohne Drohkulissen aufzubauen, und dabei auf Gottes Solidarisierung mit Leidenden und Ausgegrenzten hinweisen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Seelsorge erlebe ich immer wieder, dass Gottes Nähe zu allen Geschlagenen und Gedemütigten dieser Welt durch die Leidenserfahrung am Kreuz eine enorme Heilkraft besitzt. Gott bewahrt uns nicht vor allem – aber er leidet mit in allem. Wenn wir darauf bei der Botschaft vom Kreuz eingehen, sprechen wir traumatisierte Menschen direkt in ihrer Not an.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Ein Gottesbild vermitteln, das Brüchigkeit würdigt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Traumasensible Theologie und Praxis nimmt die Zerbrechlichkeit des Lebens ernst. Sie zeigt, dass Gott Menschen in ihrer Schwachheit begleitet, statt Stärke oder vollständige Heilung einzufordern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bedeutet im Alltag, dass es nicht hilfreich ist, wenn wir als Christen in einem permanenttriumphalen „Gut-drauf“-Glauben unterwegs sind. Besser ist es, auch die Grautöne des Lebens zur Sprache zu bringen: die Highlights des Glaubens, aber eben auch unsere Zweifel, Fragen und das Gefühl der Gottesferne.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich glaube zuerst daran, dass die frohe Botschaft von Jesus enorm heilsam und heilbringend ist! Aber ich darf ihr keine Versprechen hinzufügen, die sie nicht einhalten kann.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sonst immunisiere ich verletzte Menschen dagegen. Sobald der Glaube dann Versprechen, die er scheinbar gegeben hat, nicht einhält, wenden sich diese Menschen von Gott ab.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Machtverhältnisse ernst nehmen und behutsam gestalten</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Geistliche Rollen – nicht nur die von Hauptamtlichen, sondern genauso von Hauskreisleitenden oder Musikteamleitenden – bringen zwangsläufig Macht mit sich. Denn gerade der geistliche Raum kann so tiefgehend sein wie kaum ein anderer. Eine reflektierte Haltung schützt uns davor, mit unserer Autorität andere ungewollt zu verletzen, und eröffnet Räume, in denen Menschen sich sicher äußern können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Macht in Worten und Taten kann heilsam sein – oder zerstören. Einen sicheren Raum zu bieten bedeutet, dass wir überlegen, wie wir einladend vom Glauben sprechen und in unserem Reden und Handeln keine Grenzen überschreiten. Das kann enorm anstrengend sein, weil wir uns im Aushalten von Spannungen üben müssen. Daraus folgt der nächste Punkt:</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Freiwilligkeit als theologisches Prinzip </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Traumasensible Verkündigung und auch Weitergabe des Glaubens respektiert Grenzen. Sie lädt ein, ohne zu drängen, und macht klar: Beziehung zu Gott entsteht aus Freiheit, nicht aus Angst oder sozialem Zwang.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott geht es um echte Liebe und eine sichere Beziehung zu jedem Menschen. Diese wächst niemals aus Angst und Zwang.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unsere Worte und Taten müssen das widerspiegeln, wenn wir jesusmäßig sein wollen. Gott ist niemals grenzüberschreitend; das ist auch der Maßstab für uns. Natürlich wünschen viele Christen sich, dass auch andere Gott und seine Liebe kennenlernen, aber wir können und dürfen niemanden zum Glauben überreden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6. Gottesdienste bewusst traumasensibel gestalten</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Atmosphäre, Rituale und Abläufe können Sicherheit stiften oder aber überfordern. Kleine Anpassungen in unseren Gottesdiensten können dabei helfen, dass sich alle gut aufgehoben fühlen. Dazu zählen transparente Abläufe, Wahlfreiheit und klare Signale.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Gemeinden richten sich mit ihren Gottesdiensten an bestimmte Milieus. Das kann man so machen, aber alle Milieus durchzieht die Realität der Traumatisierung. Da verletzte und traumatisierte Menschen häufig sehr sensible Antennen haben, ist es notwendig, dass auch wir unsere Gottesdienste sensibel reflektieren. Einige Fragen können helfen: </p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Üben wir irgendwo Druck aus?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Drängt die Musik in Wort und Stil in bestimmte Stimmungen oder Aussagen hinein?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wie wirkt ein ausführlicher Kollektenaufruf?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ermöglicht das Abendmahl Begegnung ohne Zwang?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gibt es Elemente der Stille und des Ankommens?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Kommen verschiedene Themen des Lebens vor – oder ist alles immer happy und gut gelaunt? </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft hilft es, wenn wir bei der Gestaltung von Gottesdiensten verletzte Menschen im Hinterkopf haben und uns fragen: Wie könnte ein solches Element bei einem traumatisierten Menschen ankommen?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">7. Gemeinschaft, die nicht überfordert</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gemeinde kann ein Ort der Stabilisierung sein, wenn sie Grenzen respektiert, Verlässlichkeit bietet und Menschen nicht mit Erwartungen überhäuft. Gerade freikirchliche Gemeinden haben oft einen hohen Anspruch an das Miteinander. Nicht selten schauen wir etwas spöttisch auf die Volkskirchen, wo alle direkt nach dem Gottesdienst verschwinden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau das kann aber für verletzte Menschen wohltuend sein. Deswegen sollte das möglich sein – ohne direkt in lange Begrüßungsgespräche hineingezogen zu werden. Angebote zum Miteinander bieten? Ja, aber mit Wahlmöglichkeiten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch eine schnelle Vereinnahmung für Dienste in der Gemeinde ist kontraproduktiv. Verletzte Menschen müssen sich sicher fühlen lernen. Gesunde Bindung an einem sicheren Ort und die Fähigkeit, Neues auszuprobieren, bedingen einander. Das braucht Zeit und Geduld.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch das erwünschte Maß an sogenannter Authentizität kann überfordern. Für einen Menschen mit Lebenswunden kann es eben auch sehr authentisch sein, sich nicht mitzuteilen – erst einmal. Respektieren wir das?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">8. Geduld als geistliche Haltung </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trauma braucht einen langsamen Rhythmus. Es braucht geistliche Begleitung, die Zeit lässt und signalisiert: Wachstum passiert im eigenen Tempo und Gott drängt nicht zur schnellen „Lösung“  – wenn Lösung hier überhaupt das passende Wort ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da wir in einem Instant-Zeitalter leben, müssen wir lernen, dem Sog nach geistlichen Abkürzungen zu widerstehen. In der seelsorgerlichen Begleitung anderer Menschen, aber auch in unserem eigenen Leben. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alles hat seine Zeit. Und Heilung von Traumata ist ein Marathon, kein Sprint.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">9. Eine Theologie der Einladung statt der Angst</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein einladendes Gottesbild löst Angstspiralen auf. Im Zentrum steht Gottes Wunsch, Menschen aufzunehmen, nicht zu bedrohen oder auszugrenzen. Hier beginnt sich der Kreis langsam zu schließen. So wie Jesus die Emmaus-Jünger einlädt, mit ihnen zu essen – und sie erst dann erkennen, wer er wirklich ist –, so dürfen wir uns Gott als Gastgeber für die Menschen vorstellen, denen wir begegnen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus zeigt uns einen Gott, der genau die nicht ausgrenzt, an die wir vielleicht zuerst denken, dass er sie ausgrenzen würde: Außenseiter, Kaputte, Randfiguren, Sünder. Die frohe Botschaft ist eine Inklusions-Botschaft.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst am Kreuz hört Jesus nicht auf, Menschen miteinander zu verbinden und Tätern zu vergeben. Bei so einem Gott darf sich jeder bedingungslos eingeladen fühlen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Gott der Gewalt, des erhobenen Zeigefingers, der Drohungen – all das bewirkt bei verletzten Menschen das Gegenteil. Bleiben wir bei der frohen Botschaft. Angst kann kurzfristig vermeintliche Erfolge erzielen, langfristig bleiben toxische Beziehungen, die weiter verletzen. Es ist Gottes Liebe, die traumatisierte Menschen wirklich zu ihm ziehen kann, nicht die Angst vor Strafe.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">10. Segen statt Soll: Glaube als Ressource</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine segensorientierte Spiritualität stärkt Selbstwirksamkeit und vermittelt Zuspruch. Gottes Segen erinnert uns daran, dass Glaube nicht Last ist, sondern Kraftquelle.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Christinnen und Christen setzen sich aktiv und mit viel Herzblut für Gottes Sache ein. Oft geht dabei die Gelassenheit und das Vertrauen darin verloren, dass es ja Gottes Werk ist. Es entsteht – gemäß unserer gesellschaftlichen Prägung – ein Leistungsglaube.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja, sich einzusetzen ist großartig, aber es ist eine Folge unseres eigenen Glaubens, keine Voraussetzung dafür.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Zusage kommt grundsätzlich vor der Aufforderung. Gottes Gnade geht voran und schaut nicht auf unsere Leistung.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Umgang mit Verletzten (und wer ist das am Ende nicht?) entfaltet das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg Wirksamkeit. Hier erhält jeder Arbeiter am Ende des Tages den gleichen Lohn, ob er nun früh oder spät begonnen, viel oder wenig geschafft hat. Darin zeigt sich Gottes Zuspruch: Es ist okay. Sei einfach da. Tu das Deine nach deiner Kraft. Das reicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So wird der Glaube nicht zu einer weiteren Zutat im Anforderungscocktail des Alltags.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Evangelium ist heilsam. Wir sind es nicht immer. Deswegen lasst uns achtsam werden – und dem Evangelium nicht im Weg herumstehen. Besonders für all die verletzten und traumatisierten Menschen, die es so sehr brauchen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Christof Lenzen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17255054.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Christof Lenzen]]></author>
      <pubDate>Sat, 17 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[140 Kilometer Vertrauen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/140-kilometer-vertrauen/6866-542-8005</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17252774/6866-542-8005</link>
      <description><![CDATA[Gott geht auch auf unbekannten Wegen mit. Darum lohnt es sich, mutig Schritte ins Neuland zu wagen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114709.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Peyman Shojaei /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eigentlich bin ich ein beständiger Typ. Ich mag es, wenn mein Leben in gewohnten Bahnen verläuft. Abenteuer abseits der Wegstrecke – ja, aber bitte mit überschaubarem Risiko. Doch einmal war ich wagemutig, nahezu verwegen, und habe einen völlig neuen Pfad gewählt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Mann und ich standen nach unseren ersten zwei Ehejahren an einer entscheidenden Weggabelung in unserem Berufsleben. Ich war fertig mit dem Studium und auf der Suche nach einer Stelle. Mein Mann hatte seine erste befristete Stelle beendet und wünschte sich eine Veränderung im Job. Wir bewarben uns und bekamen je eine Zusage: Er für eine Weiterbildung in Köln, ich für ein redaktionelles Volontariat im ERF in Wetzlar. Der einzige Haken an der Sache: Zwischen Köln und Wetzlar liegen rund 140 Kilometer.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein weiter, langer Weg </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was nun? Der Weg würde nicht nur weit, sondern auch lang werden. Wir überlegten hin und her, wo wir für die nächsten zwei Jahre wohnen und wie wir pendeln könnten. Es war kompliziert und alles lief auf eines hinaus: „Wochenend-Ehe“. Ein beängstigendes Wort, das uns eine unbequeme Zukunft verhieß. Zwei Jahre Fernehe – wie sollten wir das nur schaffen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In unsere Überlegungen mischten sich ernsthafte Sorgen und Ängste. Wir waren uns bewusst, dass nicht nur eine geografische, sondern auch eine emotionale Distanz zwischen uns entstehen könnte. Wir fragten uns, was diese Entscheidung für unsere Ehe bedeutete, aber auch für jeden von uns persönlich und beruflich. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sollte besser doch nur einer von uns die Chance für einen beruflichen Neuanfang wahrnehmen, damit wir weiterhin zusammen wohnen konnten? Dieser Weg wäre sicherlich einfacher gewesen. Doch würden wir es früher oder später bereuen, die Jobs abzulehnen?</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotz aller Unsicherheiten und offenen Fragen wussten wir: Gott traut uns zu, unseren Weg zu finden. Egal, wie wir uns entscheiden – er wird mitgehen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Also wagten wir den Schritt und sagten beide zu. Wir vertrauten auf Gottes Zusage aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 23,4</a>: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Auch wenn ich wandere im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir“</em>. Gott wird uns durch das unbekannte Terrain navigieren und uns sicher ans Ziel führen. An diese Hoffnung klammerten wir uns. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Weg ebnet sich</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit gemischten Gefühlen teilten wir also unseren gemeinsamen Haushalt auf und verließen die kuschelige Zweisamkeit. Leben in zwei Städten, Liebe auf Distanz. Vor allem bei mir flossen am Sonntagabend oft die Tränen. Die neue Wohnsituation, die fremde Stadt, der anspruchsvolle Job – an manchen Tagen wurde mir all das Neue zu viel. Dienstreisen, Lehrgänge, Prüfungen und das Pendeln am Wochenende forderten uns zusätzlich. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wir erlebten, dass Gott uns führte und versorgte. Organisatorische Dinge, die zunächst noch unklar oder schwierig waren, regelten sich. Unsere neuen Jobs und die Aufgaben machten uns Spaß. Wir lernten Menschen kennen, die uns guttaten, uns ermutigten und unterstützten. So kamen wir dem Ziel näher – Schritt für Schritt, Woche für Woche. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vertrauen, das sich auszahlt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja, unser Weg war lang, manchmal steinig und viele Etappen entstanden erst beim Gehen unter unseren Füßen. Doch Gott ging die ganze Zeit mit, hat uns über Hindernisse geholfen und manche Wegstrecke sogar getragen. Wir gingen nicht nur einen unbekannten Weg mit Gott, sondern es war auch Gottes Weg mit uns, an dessen Ende sich ein weiter Horizont auftat.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir wurden gesegnet mit neuen Erfahrungen, Erlebnissen und guten Freundschaften, die bis heute andauern. Es war gut, dass wir diesen Weg gegangen sind. Das hat unsere Beziehung zueinander gestärkt, aber vor allem hat es mein Vertrauen in Gott bestätigt. Ich kann von ganzem Herzen sagen: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Was für ein wunderbarer Gott! Vollkommen ist sein Weg“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm18%2C31" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 18,31</a>). </p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17252774.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Noch mal ein halbes Leben „on top“]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/noch-mal-ein-halbes-leben-on-top/3178-542-8009</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17249707/3178-542-8009</link>
      <description><![CDATA[Andreas Odrich hat den Sprung in den Ruhestand geschafft. Den neuen Lebensabschnitt hat er aber schon lange vorher geplant.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115427.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Stuke /&nbsp;ERF Medien e.V., privat</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Gratulation oder Beileid?“ Diese Frage ereilt mich in den letzten Monaten öfter. Dankenswerterweise meist mit einem Augenzwinkern. Denn im August 2025 bin ich systembedingt in die „Regelaltersrente“ gerutscht, ganz automatisch. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die meisten, die ich treffe, assoziieren damit immerhin noch den Begriff „Ruhestand“. Das klingt freundlicher und souveräner. Das Wort „Rentner“ müffelt für mich immer ein bisschen. Für andere ist das anders: Ich erinnere mich noch gut an eine pfiffige Ex-Kollegin, die mir schon vor Jahren wie ein Verkündigungsengel zurief: „Andreas, werde Rentner! Ich genieße das richtig.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Moment wollte ich genau das, was sie hatte – endlich raus aus dem Hamsterrad. Denn neben Spaß und sinnstiftender Erfüllung war im Beruf natürlich auch ganz viel Zwang und Druck dabei.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ehrliche Debatte über das Alter gefragt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hört derzeit mit dem Eintritt in die Regelaltersrente bedauerlicherweise aber nicht auf, sondern wird von außen an uns „Boomer“ unüberhörbar herangetragen. Einerseits sollen wir in der Arbeitswelt endlich Platz machen für die Jüngeren. Andererseits sollen wir aber bitte weiterarbeiten, um die nachfolgenden Generationen finanziell nicht zu belasten. Nicht wenige Rentner müssen sogar weiterarbeiten, selbst wenn sie eigentlich nicht mehr können. Weil die Rente auf die Dauer nicht reicht.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer heute 60 ist, muss damit rechnen, 90 zu werden. Das ist eine lange Zeit, quasi noch mal ein halbes Leben „on top“. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein riesiges Dilemma, eine riesige Herausforderung, die auf alle Generationen zurollt. Auch als Betroffener sage ich: Das muss diskutiert werden. Gerne in einer leidenschaftlichen Debatte, aber bitte ohne Stigmatisierung und verhärtete Fronten. Fakt ist: Wer heute 60 ist, muss damit rechnen, 90 zu werden. Das ist eine lange Zeit, quasi noch mal ein halbes Leben „on top“. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Eine bewusste Planung ist unerlässlich</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir schwante schon vor Jahren, dass dieses weitere Stück Leben bewusst geplant werden will. „Mir wird schon nicht langweilig werden“ – das erschien mir als Basis für weitere 30 Jahre gedeihliche Lebensplanung zu dünn. So habe ich mich daher schon vor einigen Jahren gefragt: Wer und was will ich zukünftig sein? Was ist künftig meine Berufung? Was kann ich, was geht noch, was mag ich noch mal neu dazulernen, was kann ich weiterhin beitragen, aber was auch nicht? Ein Frageprozess, der sich mit schwindenden Kräften in dieser Lebensphase öfter wiederholen wird. Da bin ich ganz realistisch.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer und was will ich zukünftig sein? Was ist künftig meine Berufung? Was kann ich, was mag ich noch mal neu dazulernen, was kann ich weiterhin beitragen, aber was auch nicht?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christ sehe ich das Leben als Geschenk Gottes. Darüber freue ich mich. Ich will aber auch angemessen damit umgehen – nicht durch hektische Aktivität und verkrampfte Planübererfüllung, sondern ganz entspannt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dazu gibt es ein wunderbares Bild in der Bibel. Ich habe es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 23</a> gefunden, mit dem ich mich in letzter Zeit öfter beschäftigt habe. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm23" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 23</a> beginnt mit einer Pause: Gott nährt mich auf einer grünen Aue und tränkt mich mit frischem Wasser. Erst dann geht es im Psalmtext durch dunkle Täler und die Konfrontation mit Feinden; in meine Situation übersetzt sind das die unangenehmen Herausforderungen des Lebens.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">An vorhandene Gaben anknüpfen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Schöne für mich ist, dass ich mein Leben mit dem Eintritt in die Rente gar nicht neu erfinden musste, sondern ähnlich wie ein Selbstständiger einfach weitermachen kann – als Journalist, Sprecher und Autor. Nicht mehr im Angestelltenverhältnis, aber dafür als „Frei“-Berufler. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So moderiere weiterhin ab und an auf ERF Plus Sendungen in der Reihe „Das Gespräch“, in Hörspielen leihe ich verschiedenen Figuren meine Stimme. Als Autor mit eigenen Beiträgen und mit Auftragstexten gibt es immer etwas zu tun und im „Netzwerk Journalismus“ zur Ausbildungsförderung junger Nachwuchskräfte bin ich weiterhin gerne dabei.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig ist aber tatsächlich endlich mehr Zeit für Muße. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einfach mal gemeinsam mit der Katze meines Enkels den Regen am geöffneten Fenster erschnuppern, mich auf den Feldern bewusst in das Rauschen des Windes stellen, die Jahreszeiten intensiv erleben – dafür habe ich mir früher oft zu wenig Zeit genommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tägliches Training für Kopf, Körper und Geist gehören aber auch dazu. Daher habe ich mir ein Brasilien Jiu Jitsu-Training verordnet. Hier stehe ich als „Grandpa“ bewusst als Anfänger auf der Matte. Das macht frisch und bescheiden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Herausforderung bleibt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Also alles „easy“ und lässig auf meinem Weg durch die dritte Lebensphase? Nein. Geistlich bleibt für mich die Endlichkeit – die Spanne zwischen Werden und Vergehen – eine Herausforderung. Am Schluss könnten Tage kommen, die mir nicht gefallen, wie es in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger12%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Prediger 12,1</a> heißt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Spross einer ewig jungen Leistungsgesellschaft muss ich hart daran kauen, dass irgendwann meine körperlichen und geistigen Kräfte schwinden werden. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als gläubiger Mensch bin ich froh, dass ich nicht unter dem Druck eines vergeblichen Selbsterlösungszwangs stehe. Ich kann Werden und Vergehen aus Gottes Hand nehmen und weiß, dass das irdische Leben nur die Vorstufe zum ewigen Leben darstellt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bis dahin hat Gott mir aber noch Erlebnis- und Gestaltungsspielraum geschenkt; er allein weiß, wieviel und wie lange. Diesen Spielraum möchte ich gerne aus seiner Hand nehmen. Ich will die kommenden Jahre mit meiner Frau, meiner Familie und mit Freunden teilen und genießen – und mich zudem gerne dort einbringen, wo es mir Spaß macht, wo ich gebraucht werde, wo ich meine Berufung sehe und wo es meine jeweils aktuellen Möglichkeiten zulassen.</p>
<p style="font-size: 85%;">Andreas Odrich</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17249707.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Andreas Odrich]]></author>
      <pubDate>Fri, 09 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zielgerichtet leben]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/zielgerichtet-leben/6866-542-7626</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16513036/6866-542-7626</link>
      <description><![CDATA[Warum gute Vorsätze nichts bringen und was stattdessen hilft. 7 Praxistipps für dein Jahresziel 2026.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030566.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Yosef Futsum /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht überlegst du, ob du dir gute Vorsätze für dieses Jahr setzen sollst oder hast es bereits getan. Wenn du es noch nicht getan hast, lass es lieber. Denn gute Vorsätze bringen nichts. In den meisten Fällen sind sie nur Absichtserklärungen, die nach einer Woche, einem Monat oder spätestens dem ersten Quartal wieder vergessen sind.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du wirklich etwas auf dem Herzen hast, was du 2026 umsetzen möchtest, setze dir Ziele. Und wenn du schon einen guten Vorsatz hast, verwandle ihn in ein Ziel. Ein Ziel unterscheidet sich von einem „guten Vorsatz“ darin, dass es klar definiert ist und du einen konkreten Plan hast, um es zu erreichen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein guter Vorsatz wäre: „Ich nehme in 2026 ab und mache mehr Sport“. Ein Ziel ist: „Ich nehme 2026 10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio.“ Spürst du den Unterschied? Wenn ja, bist du schon einen Schritt weiter.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie machst du jetzt aus deinem Vorsatz für 2026 ein konkretes Ziel? Und was hilft dir, dieses Ziel auch wirklich zu erreichen? Dazu bietet dieser Artikel dir sieben Tipps</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Finde deine Motivation!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um aus deinem Vorsatz ein konkretes Ziel zu machen, braucht es nicht viel. Eigentlich geht es nur darum, dein Ziel zu konkretisieren. Das fällt oft schon schwer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was genau bedeutet für dich etwa der Vorsatz „Ich möchte abnehmen“? Geht es dir vor allem darum, weniger Kilos auf die Waage zu bringen, möchtest du fitter werden oder willst du wieder einen strafferen Bauch haben?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wahrscheinlich sagst du jetzt „am liebsten alles drei“, aber was für dich im Fokus steht, ist entscheidend. Weniger Kilos heißt Diät, einen strafferen Bauch bekommst du durch Sport und fitter wirst du mit einer gesünderen Lebensweise. Dafür musst du eventuell nicht einmal abnehmen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher definiere nicht nur möglichst klar, was du erreichen willst, sondern auch wieso. Das wird dir auch helfen dranzubleiben, wenn du keinen Bock mehr hast.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Finde eine starke Motivation, warum du deinen Vorsatz erreichen möchtest, und schreibe diese am besten nieder.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">2. Konkretisiere dein Ziel so weit wie möglich!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Vorsatz wird zum Ziel durch Konkretisierung, aber auch ein Ziel kannst du schwammig formulieren oder sehr konkret. Gehen wir zurück zu dem Ziel vom Einstieg: „Ich nehme 2026 10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich dreimal die Woche ins Fitnessstudio“. Dieses Ziel ist schon recht klar, aber es geht noch klarer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du könntest die Tage definieren, wann du ins Fitnessstudio gehst: „Ich nehme 2026 10 Kilo ab. Um das zu erreichen, gehe ich jede Woche montags, mittwochs und freitags ins Fitnessstudio“. Wenn du das Ziel so umformulierst, wird aus der unkonkreten Angabe „dreimal die Woche“ ein fester Termin.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann ist für dich klar: Montags machst du keinen Filmabend mit der besten Freundin, freitags geht es nach der Arbeit nicht direkt in die Sauna, sondern erst zum Sport. Natürlich wirst du es nicht immer schaffen, an genau diesen Tagen ins Fitnessstudio zu gehen, aber durch die Festlegung auf konkrete Tage verpflichtest du dich auf dein Ziel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Möglichkeit, um dein Ziel zu konkretisieren, sind feste Zeiträume, aber nicht bei jedem Ziel ist das sinnvoll oder möglich. Daher schauen wir uns weitere Wege an, dein Ziel konkreter zu machen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. Entwickle Routinen!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Routinen helfen dir, dein Ziel zu erreichen. Denn wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wenn wir einmal eine Gewohnheit etabliert haben, ist es schwer, diese wieder zu ändern. Daher fällt es uns auch so schwer von negativen Verhaltensweisen wie Frustessen oder Rauchen loszukommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gewohnheiten können aber auch Verbündete sein, wenn es um das Erreichen von Zielen geht. Dabei kannst du ganz klein starten und solltest es auch.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Setze dir für die neue Gewohnheit, die du einüben möchtest, einen Zeitraum oder eine Aufgabe, die so klein ist, dass du sie JEDEN Tag erfüllen kannst. Sie sollte wirklich winzig sein.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man spricht dabei von „too easy to fail“ (zu leicht, um zu versagen). Dadurch dass die Aufgabe so leicht und klein ist, machst du sie wirklich täglich und findest keine Ausreden, warum du sie nicht machen kannst. Dadurch entwickelst du eine Routine und kannst dich mit der Zeit steigern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du etwa ein Buch schreiben willst, starte damit, jeden Tag einen Satz oder fünf bis zehn Minuten zu schreiben. Willst du mehr Sport machen, stelle dir täglich den Timer und mache fünf Minuten Sportübungen. Wünschst du dir mehr Ordnung, räume täglich zehn Minuten ein Zimmer auf.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig: Bleibe am Anfang möglichst bei der kleinen Zeiteinheit/Aufgabe, selbst wenn du hochmotiviert bist. Spätestens ab Woche 2 oder 3 flacht die Anfangsmotivation ab und du willst auch dann noch dranbleiben. Und lasse keine Ausreden gelten! Wenn du einmal eine Routine entwickelt hast, kannst du sie immer noch für dich anpassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Übrigens helfen auch Belohnungen dabei, Gewohnheiten aufzubauen. Wenn du also dein Mini-Ziel an einer gewissen Anzahl an Tagen im Monat erreicht hast, kannst du dir eine kleine Belohnung gönnen. Am besten legst du diese vorher fest. Das steigert die Motivation.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Routinen allein bringen dich aber nicht ans Ziel. Du solltest immer wieder abgleichen, ob du 1. deine Routinen auch einhältst und 2. deine Routinen dich deinem Ziel näherbringen. Deshalb kann es dir helfen, zusätzlich Zwischenziele zu setzen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. Setze dir Zwischenziele!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Jahr kann ziemlich lang werden und es kann viel passieren. Eventuell ändert sich deine Lebenssituation oder der Alltag überrollt dich schlicht und du verlierst dein Jahresziel aus den Augen. Wenn dir das auch schon einmal so gegangen ist, rate ich dir, Zwischenziele zu setzen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir Menschen planen zwar in Kalendern auf Monate im Voraus, aber in den täglichen Entscheidungen orientieren wir uns mehr an aktuellen als langfristigen Zielen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du könntest dir zum Beispiel Quartals-, Monats-, Wochen- oder Tagesziele setzen. Wenn es dein Ziel ist abzunehmen und der Weg dahin Sport ist, dann definiere für dich, wieviel du dadurch in einem Monat abnehmen möchtest. Falls du zwei Kilo pro Monat abnehmen willst, aber trotz viel Sport in zwei Monaten nichts passiert, kannst du nachjustieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Entweder definierst du dein Ziel um oder du erweiterst deine Routinen oder entwickelst neue, um es zu erreichen. Welche Form von Zwischenzielen dir hilft, wirst du wahrscheinlich ausprobieren müssen. Wochenziele können unter Druck setzen, Monats- und Quartalsziele geraten leicht aus dem Blick.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich empfehle Zwischenziele, die einerseits zu deinem Ziel passen, dich aber andererseits nicht zu sehr unter Druck setzen. Vor allem solltest du Zwischenziele nie zu hoch ansetzen. Sonst demotivierst du dich und wirst dein Ziel eventuell ganz aufgeben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">5. Entlarve deine Ausreden!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was haben Ausreden mit Zielerreichung zu tun? Ganz viel und deshalb gehören sie eigentlich an den Anfang dieses Artikels. Dass wir gesteckte Ziele nicht erreichen, ist nicht einfach nur unserem inneren Schweinehund geschuldet, sondern meist stecken unbewusste Glaubenssätze dahinter.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du etwa abnehmen möchtest und immer wieder daran scheiterst, denkst du eventuell : „Wenn ich Schokolade esse, fühle ich mich besser“, „Gesundes Essen braucht viel Vorbereitung und schmeckt nicht“ oder „Sport macht keinen Spaß“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vermutlich sind dir diese Überzeugungen gar nicht bewusst. Aber wenn du ein Ziel hast und immer wieder daran scheiterst, liegt das garantiert nicht nur an fehlender Zeit und deinem stressigen Alltag, sondern auch daran, dass es unbewusste Gedanken gibt, die dein Ziel sabotieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie kannst du diese Selbstsabotage beenden? Komme dir selbst auf die Spur. Erkenne, was die Gründe dafür sind, dass du an einem Ziel immer wieder scheiterst. Eventuell merkst du, dass du dir dieses Ziel nur gesetzt hast, weil andere es wichtig finden. Dann kannst du es getrost loslassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wahrscheinlich aber möchtest du dieses Ziel wirklich erreichen, hast jedoch Bedenken über das Ziel oder den Weg, wie du es erreichen kannst. Dann versuche neue Gedanken einzuüben. Oft gelingt dies nur über Zwischenschritte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du etwa Schokolade nutzt, um dich an schlechten Tagen besser zu fühlen, kannst du zum einen Gewohnheiten finden, die gesünder sind und dir auch guttun, zum anderen könntest du dir auch nur ein Stück gönnen statt einem Riegel oder gar der ganzen Tafel oder bewusst zu Schokolade mit einem höheren Kakaogehalt greifen, die weniger Zucker und Fett enthält.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es braucht oft nicht viel, um die eigene Selbstsabotage auszuhebeln, aber wichtig ist sie zu erkennen. Denn ansonsten wirst du dir selbst immer wieder Knüppel zwischen die Beine werfen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">6. Denke groß und langfristig!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt sie, die Ziele und Vorsätze, die zu groß für ein Jahr sind. Vielleicht hast du dir schon mal so ein Ziel gesetzt und bist kolossal gescheitert. Du wolltest in einem Jahr ein Unternehmen gründen, alle Schulden abbezahlen oder ein Buch schreiben und musstest zur Jahresmitte feststellen: Das schaffe ich nicht! In solchen Fällen ist die Enttäuschung groß, gerade wenn du schon ein halbes Jahr auf dein Ziel hingearbeitet hast.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerade wenn du große Träume und Ziele hast, ist es sinnvoll neben einem Jahresziel auch die Richtung zu definieren, in die du unterwegs sein möchtest. Ein Zitat, das Bill Gates zugeschrieben wird, lautet: „Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können, aber unterschätzen, was sie in fünf Jahren erreichen können.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe mir neben meinen Zielen für das letzte Jahr auch Ziele für die kommenden Jahre definiert. Und während ich bei meinen Zielen für dieses Jahr feststellen musste, dass ich manches verschieben und Ziele abändern musste, zeigte mir mein Blick auf die Übersicht, dass ich trotz allem weiterhin konsequent auf mein 5-Jahresziel zusteuere. Das war eine große Erleichterung.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du ein wirklich großes Ziel hast, definiere nicht nur ein Jahresziel, sondern eine Richtung.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst wenn dir dann der Alltag dazwischen grätscht und du Ziele anpassen musst, hast du immer noch einen Kompass, der dich früher oder später an dein Ziel bringt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">7. Fokussiere dich auf EIN Ziel!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vermutlich bist du jetzt hochmotiviert und dir fallen gleich fünf verschiedene Ziele ein, die du in 2026 mit diesen Tipps im Gepäck angehen willst. Tue das bitte nicht! Ich selbst bin häufig auf die Nase gefallen, wenn ich mir viele verschiedene Ziele für einen Zeitraum vorgenommen habe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch hier erinnere dich an den Spruch von Bill Gates. Das kommende Jahr mag dir jetzt lang erscheinen, aber letztlich ist es doch recht kurz. Daher nimm dir nicht zu viel vor!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Falls du verschiedene Ziele erreichen möchtest oder auch musst, lege Zeiträume fest, in denen du einzelne Ziele priorisierst. Du kannst dir etwa einen Jahresplan ausdrucken und dir für jeden Monat einen Fokus überlegen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ähnlich kannst du es auch machen, wenn du Gewohnheiten etablieren willst. Fange hier mit einer neuen Gewohnheit an und nimm erst nach frühestens anderthalb bis zwei Monaten die nächste dazu. Und nun ganz viel Erfolg beim Setzen und Verfolgen deiner Ziele für 2026!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16513036.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 07 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Endlich Vollkommenheit?!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/endlich-vollkommenheit/2803-542-8010</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17243920/2803-542-8010</link>
      <description><![CDATA[Von der Sehnsucht nach dem Happy End und wie Gott schon heute Erneuerung schenkt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1117255.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Andreea Pop /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal kriege ich einen Rappel. Dann brauche ich einen Tapetenwechsel in meiner Wohnung. Mein Mann muss dann nicht gleich den Tapeziertisch aus dem Keller holen, meist reichen schon kleine Veränderungen: Ich wechsle die Kissenbezüge, tausche die Bilder in den Rahmen aus, stelle ein Möbelstück um. Aber manchmal muss es doch etwas ganz Neues sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Blöd nur: Irgendwann nutzt sich auch das Neue ab und verliert an Glanz. Am Pullover löst sich eine Naht, das Sofa wetzt sich ab, über das Handydisplay zieht sich ein Riss. Auch die neue Wohnung, die neue Stadt, der neue Job, vielleicht sogar die neue Liebe – alles Neue wird irgendwann zur Gewohnheit und bekommt Macken. So fühle ich mich manchmal gefangen in einem Kreislauf von Neuem und Abnutzung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau das nutzt die Werbung unserer Konsumgesellschaft aus. Sie feuert uns an, immer Neues zu kaufen. Ganz gezielt bespielt sie unsere Sehnsucht nach makelloser Schönheit und ewiger Frische. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ich spüre diese Sehnsucht nach Vollkommenheit. Die Sehnsucht nach einem Happy End. Dass irgendwann, irgendwo endlich alles gut wird – und bleibt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Sehnsucht drückt den Wunsch nach einem Leben aus, das vollständig und ganz ist. Kennst du das auch?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vertröstung auf die Zukunft? </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Jahreslosung verspricht genau das: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Offenbarung 21,5</a>) In dieser Zukunft wird alles neu sein, niemals altern oder sich abnutzen. Es wird schöner, besser und glanzvoller werden, als wir uns das jemals vorstellen können. Eine neue und heile Welt. Was für eine Hoffnung!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Klingt wie im Märchen? Wahre Vollkommenheit und ungetrübtes Glück werden wir wohl erst am Ende der Zeiten in dieser neuen Welt bei Gott erleben. Da, wo es keinen Tod, kein Leid, kein Geschrei mehr geben wird. Ist die Jahreslosung dann nur eine Vertröstung auf eine ferne Zukunft? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich denke nein, wie ein kleiner Ausflug in die Grammatik zeigt. Gott spricht hier nicht im Futur „Ich werde alles neu machen“, sondern im Präsens „Ich mache alles neu“. Also schon in der Gegenwart, heute, jetzt dürfen wir etwas von dieser Erneuerung erwarten. An anderer Stelle sagt er: „Ich schaffe jetzt etwas Neues! Es kündigt sich schon an, merkt ihr das nicht? Ich werde eine Straße durch die Wüste legen und lasse dort Ströme fließen“ (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jesaja43%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jesaja 43,19</a>).</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Erneuerung kündigt sich an </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott ist unermüdlich am Werk. Besonders eindrücklich zeigt sich das in der Natur. Jedes Jahr folgt auf den Winter der Frühling. Die schlafende, triste Landschaft blüht wieder auf. Heute noch kaum vorstellbar, aber in nur wenigen Monaten werden die kahlen Bäume wieder in dichtem, sattgrünem Laub stehen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer genau hinschaut, kann schon im Winter die zarten Ansätze der Knospen entdecken. Gott hat bereits alles vorbereitet, sodass im Frühling das frische Grün, die neuen Blüten hervorsprießen werden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wir können schon heute Erneuerung in unserem Leben erleben. Auch in uns hat Gott diese Fähigkeiten bereits angelegt: Selbsterkenntnis und den Willen zur Veränderung, Mut, den ersten Schritt zu wagen oder andere Menschen dabei um Unterstützung zu bitten. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit Gottes Kraft und seiner Hilfe sind Neuanfänge möglich! </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein suchtkranker Mensch findet einen Weg aus seiner Abhängigkeit. Ein Paar, deren Ehe am Ende scheint, findet wieder zusammen. Jemand, der tiefe Verletzungen und Enttäuschung erlebt hat, kann vergeben und erlebt wieder Leichtigkeit. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Alles ist möglich!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben dem Wörtchen „neu“ ist mir in diesem Vers auch das Wort „alles“ aufgefallen. Gott macht nicht nur ein bisschen was neu – nein, alles wird neu sein. Hier wird deutlich, dass für Gott alles möglich ist – weit mehr, als wir uns überhaupt vorstellen können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In welchem Bereich deines Lebens wünschst du dir Veränderung oder einen Neuanfang? Vertraust du darauf, dass Gott schon heute tun kann, was für dich unmöglich oder gar unvorstellbar ist? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Jahreslosung steckt so viel Hoffnung und Zuversicht – für die ferne Zukunft in Gottes neuer Welt, aber auch für unser Leben im Hier und Heute. Ich wünsche dir, dass der Vers in diesem Jahr zu einer wahren Ermutigung für dich wird. Dass du Veränderung und Durchbrüche erlebst, wo du sie dir wünschst. Vielleicht entdeckst du schon die ersten, zarten Knospen eines Neuanfangs.</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17243920.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Mon, 05 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Es riecht nach Zukunft]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/es-riecht-nach-zukunft/2803-542-8003</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17245766/2803-542-8003</link>
      <description><![CDATA[Was trägt bei Veränderungen und in unsicheren Zeiten? Mit Jesus dürfen wir zuversichtlich in eine neue Zukunft gehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115419.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Bo Feng, Viktoriia Fokina /&nbsp;<a href='http://gettyimages.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ein neues Haus entsteht, liegt etwas Besonderes in der Luft: Frischer Putz, ein Hauch Farbe, vielleicht der warme Geruch von Holz. Es riecht nach Zukunft. Alles ist neu und voller Möglichkeiten. Ich erinnere mich noch gut an unseren Einzug. Der Schlüssel zu unserem neuen Zuhause lag in meiner Hand. Ein kurzer Dreh und die Tür ging auf – und mit ihr ein neues Kapitel unseres Lebens. Unser Sohn lief in sein neues Zimmer, blieb stehen, schaute sich um. Seine Augen leuchteten. Dann sagte er: „So schön hatte ich es mir nicht vorgestellt.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dem Einzug mussten wir auch Entscheidungen treffen: Was aus unserem alten Zuhause darf bleiben, was kann gehen? Der alte Sessel – durchgesessen. Weg damit! Die Kommode – voller Kratzer und Macken. Ab in den Keller! Der Teppich abgetreten, die Vorhänge zu schwer. Also tschüss. Nicht alles Alte passt ins Neue. Und genau das ist das Gute: Beim Aussortieren entsteht Raum für Neues.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Jesus klopft an</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Jesus ins Leben tritt, bleibt nichts einfach beim Alten. So erging es zum Beispiel Zachäus. Er hatte das, wovon viele träumen: Geld, Einfluss, Macht. Doch als Zöllner war er auf Kosten anderer reich geworden. Deshalb wurde er verachtet und gemieden. Nach außen hin war er reich – innen leer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann hört er: Jesus kommt in die Stadt. Zachäus will ihn unbedingt sehen. Aus Neugier oder aus Sehnsucht nach Veränderung? Vielleicht beides. Doch Zachäus ist klein und die Menge groß. Aber er gibt nicht auf, sondern klettert auf einen Baum. Wer Neues sehen will, muss manchmal die gewohnte Perspektive verlassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und dann geschieht das Unerwartete: Jesus bleibt stehen, blickt hinauf, schaut ihn an und ruft: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Zachäus, komm schnell herunter! Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas19%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 19,5</a>). Jesus macht Zachäus keinen Vorwurf und stellt keine Forderungen. Er sagt einfach nur: „Ich komme in dein Haus – jetzt gleich, genau so, wie’s gerade ist.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zachäus zögert nicht. Er klettert hinunter, öffnet die Tür – und sein Herz gleich mit. Als Jesus über seine Türschwelle tritt, kommt etwas in ihm in Bewegung. Zachäus beginnt, sein Leben in Ordnung zu bringen, gibt zurück, was er sich von anderen erschwindelt hat, fängt neu an. Nicht, weil er muss, sondern weil er will. Denn die Begegnung mit Jesus verändert alles. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Sanieren statt renovieren</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unser Haus war einmal neu. Heute, nach zwanzig Jahren sieht man die Spuren unseres Lebens: Macken im Parkett, kleine Risse in den Wänden, die Heizung müsste ausgetauscht werden und der nächste Anstrich ist fällig. Nichts bleibt ewig frisch und makellos.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So ist es auch im Leben. Unsere Erfahrungen hinterlassen Spuren, Überzeugungen bröckeln und in manchen Beziehungen zeigen sich Risse. Vieles funktioniert nicht ganz einwandfrei. Die Versuchung ist groß, einfach drüberzupinseln. Ein bisschen Spachtelmasse, ein bisschen Farbe und schon wirkt die Fassade wieder glatt. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber Jesus macht keine Schönheitsreparaturen. Er erneuert. Er saniert mein Lebenshaus von Grund auf. Er will nicht, dass ich nur nach außen hin glänze, sondern dass ich innen drin heil werde.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solch ein umfassender Neuanfang lädt dazu ein, innezuhalten und Bilanz zu ziehen: Will ich weitermachen wie bisher oder mutig Platz schaffen für Neues? Wie beim Umzug in ein neues Haus gilt: Was nicht mehr passt, darf aussortiert werden. Alte Verletzungen wie die zerkratzte Kommode. Wackelige Sicherheiten wie der durchgesessene Sessel. Festgefahrene Gedanken wie der abgetretene Teppich. Lebensmuster, die das Licht verschlucken, wie schwere Vorhänge. Wenn ich loslasse, fällt Licht durch die Fenster. Es entsteht Raum für Neues, für das, was Jesus mir schenken will.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So geht es auch Zachäus. Er beschließt, sein Leben neu auszurichten. Jesus sagt dazu: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.“</em> Nicht morgen. Nicht erst, wenn alles perfekt ist. Sondern <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">heute</em>, mitten im Umbruch.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Mit Jesus den Neuanfang meistern</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Zachäus war dieser Neuanfang das Beste, was ihm im Leben passieren konnte. Es gibt aber auch Veränderungen, die wir gar nicht haben wollen. Wie ungebetene Gäste klopfen sie an unsere Tür. Manche schleichen sich fast unbemerkt durch die Hintertür rein. Andere treffen uns frontal mit voller Wucht und wirbeln alles durcheinander.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Arbeitsplatz fällt weg. Eine Beziehung zerbricht. Eine Diagnose erschüttert. Oder ein nahestehender Mensch stirbt. Plötzlich gerät alles ins Wanken, was eben noch so selbstverständlich schien. Veränderungen gehören unweigerlich zum Leben dazu – große und kleine, schöne und schmerzliche, willkommene und ungebetene. Die Welt dreht sich weiter, ob wir dafür bereit sind oder nicht. Leben geht nur nach vorn.  </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch in allem Wandel bleibt einer treu: Jesus Christus. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er geht mit, wenn Wege holprig werden. Er hält mich, wenn mir der Boden unter den Füßen wegzurutschen droht. Und er lässt mich nicht allein – auch dann nicht, wenn sich alles verändert. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er sagt nicht: Reiß dich zusammen. Sondern: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 11,28</a>)<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">.</em> Das sagt er nicht zu denen, die ihr Leben scheinbar mühelos meistern. Nicht zu denen, die sich selbst optimieren wollen, sondern zu denen, die zugeben: Ich schaffe es nicht allein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei Jesus kann ich alles ablegen, was mich belastet: Schuld und Scham, Angst und Sorgen, Trauer und Schmerz. Sein Kreuz ist der Ort, wo alles seinen Platz findet, was ich selbst nicht tragen kann. Jesus lädt mich ein: Komm mit ehrlichem Herzen, bei mir darfst du durchatmen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Geschichte von Zachäus ist kein Einzelfall. Die Bibel ist voll von Menschen, die Altes zurücklassen, aufbrechen, neu anfangen. Abraham macht sich ohne Navi auf den Weg – im Vertrauen, dass Gott den Weg kennt. Petrus verlässt sein Fischerboot und folgt Jesus – ins Ungewisse, aber nicht ins Leere. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das macht auch mir Mut, Jesus zu folgen und trotz aller Umbrüche mit Gottvertrauen in die Zukunft zu gehen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Bauprojekt Zukunft</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer Jesus vertraut, für den endet die Zukunft nicht am Grab – sie führt weit über den Tod hinaus. Jesus selbst sagt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann etwa zu euch gesagt, dass ich dorthin gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 14,2</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am Ende der Bibel wird diese Zusage Gewissheit: Uns erwartet ein wahres Zuhause. Kein menschlicher Plan, kein „Do-it-yourself-Projekt“, keine Erfindung künstlicher Intelligenz, sondern Gottes Entwurf einer perfekten Welt: liebevoll durchdacht und erfüllt von seiner göttlichen Weisheit. Er selbst ist der Architekt und Baumeister (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er11%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hebräer 11,10</a>). An diese Hoffnung auf eine neue Welt erinnert mich die Jahreslosung 2026 aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Offenbarung 21,5</a>: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was diesen neuen Ort besonders macht? Nicht Gold und Glanz, sondern Gottes Nähe – Gott selbst zum Greifen nah. Er wird bei uns wohnen (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Offenbarung 21,3</a>). Diese Zukunft ist kein flüchtiger „Alles neu macht der Mai“-Moment, der verblüht, bevor man ihn richtig genießen konnte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nein, das Neue, das Gott schafft, bleibt. Alle Ungerechtigkeit, alles Zerstörerische hat dann ausgedient. Aber Gott übertüncht das Vergangene nicht einfach, er verwandelt es. Er überwindet Schmerz, Schuld und Tod und wischt jede Träne ab, keine geht verloren, keine wird vergessen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seine Zusage ist kein Schlusskapitel, sondern der Beginn von etwas Vollkommenem. Ein Leben, das nicht auf Verschleiß läuft, sondern auf Vollendung zielt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer diese Zukunft im Blick hat, kann jetzt schon anders leben: nicht getrieben von Sorge und Angst, sondern getragen und beflügelt von Hoffnung. Eine Zukunft, für die es sich schon heute zu leben lohnt. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Himmel blitzt auf</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bis dahin lebe ich im Dazwischen. Zwischen Umbrüchen und Neuanfängen, zwischen „noch nicht fertig“ und „schon verwandelt“. Schmerz und Tränen gibt es noch. Aber wer sich nach Gottes neuer Welt sehnt, beginnt heute schon, sie zu leben und zu gestalten. Der wartet nicht einfach auf der Baustelle, rührt im Kaffee und hofft, dass sich die Wände von selbst hochziehen. Er packt mit an – mitten im Unfertigen: trocknet Tränen, sät Frieden, wagt Schritte der Versöhnung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und dann – mitten im Alltag – blitzt der Himmel auf. Kein Donner, kein Feuerwerk. Nur dieses leise Aufleuchten, das zeigt: Da tut sich was. Stück für Stück wächst etwas Neues. Gottes Reich entfaltet sich – still, unaufhaltsam, ohne Zäune, ohne Grenzen. Man kann es nicht vermessen oder verorten, aber man kann es entdecken. Überall dort, wo Menschen Jesus Raum geben in ihrem Denken, Reden und Handeln, beginnt Gottes Zukunft zu keimen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wo Jesus herrscht, bricht Licht hervor – noch verborgen, aber kraftvoll. Der Tag wird kommen, an dem seine Herrschaft für alle sichtbar wird. Dann wird die Welt erkennen, wer er ist: Herr über alles Leben. Und jede Zunge wird bekennen: Jesus Christus ist der Herr (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Philipper 2,11</a>)<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">. </em>Was heute still wächst, hält ewig: Ein Reich ohne Ende. Kein Lichtblitz, sondern ein ewiges Strahlen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Endlich ankommen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An Gottes Zukunft glauben heißt, mit Jesus unterwegs zu sein: Über manche Kreuzungen und Umwege. An klaren Tagen und solchen, an denen alles im Nebel liegt. Jesus geht mit, auch wenn ich zweifle, falle oder einfach mal ratlos stehenbleibe. Ich muss nicht alles verstehen – vertrauen reicht. Jesus stützt mich, fängt mich auf, trägt meine Lasten. Er trägt mich durch.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An Gottes Zukunft glauben heißt, mit Jesus unterwegs zu sein: Über manche Kreuzungen und Umwege. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wenn ich eines Tages ankomme – nicht im Nirgendwo, sondern zu Hause – steht Jesus schon an der Tür. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit offenen Armen. Nicht als Fremder, sondern als Freund. Dann sagt er: „Willkommen daheim.“ Und ich? Vielleicht sage ich nur ehrfürchtig, staunend, dankbar: „So schön hatte ich’s mir nicht vorgestellt.“</p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17245766.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Sat, 03 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Durchstarten? Zurückschauen!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/durchstarten-zurueckschauen/6866-542-7629</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16514295/6866-542-7629</link>
      <description><![CDATA[Neujahr ist ein guter Zeitpunkt, das alte Jahr zu reflektieren. Impulse für den persönlichen Rückblick.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1030879.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Obwohl nur ein Kalenderblatt umgeschlagen wird und sich die Welt weiterdreht wie zuvor, fühlt sich der 1. Januar doch irgendwie anders an. Nach Neuanfang, nach Aufbruch. Wahrscheinlich ist der Jahreswechsel deswegen so beliebt, um sich Vorsätze zu machen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Neues Jahr, neues Glück?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht hast du auch hoch motiviert den einen oder anderen Vorsatz für das neue Jahr gefasst? Ich nehme mir immer wieder aufs Neue vor, die überschüssigen fünf Kilo abzunehmen, unter der Woche früher schlafen zu gehen und mir regelmäßige Jesus-Zeiten mit Bibellesen und Gebet im Alltag einzubauen – und jedes Jahr scheitere ich aufs Neue daran.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach zwölf Monaten muss ich enttäuscht feststellen, dass ich es wieder nicht geschafft habe. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es daran liegt, dass meine Vorsätze unrealistische Ziele sind, oder ob es am Konzept der Neujahrsvorsätze an sich liegt. So oder so – das ist entmutigend und deprimierend.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deshalb habe ich vor ein paar Jahren damit aufgehört, um den Jahreswechsel herum Neujahrsvorsätze zu fassen und mich damit gleich am Jahresanfang unter Druck zu setzen. Pläne schmieden und Ziele setzen kann ich genauso gut an den restlichen 364 Tagen des Jahres.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Blick zurück</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stattdessen halte ich in den ersten Tagen des neuen Jahres inne, bevor der Alltagstrott wieder beginnt. Der Jahresanfang ist für mich ein guter Zeitpunkt, um meine Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahres zu sortieren. Die Tage „zwischen den Jahren“ hingegen sind für mich dafür zu voll: Da stehe ich gedanklich noch mit einem Bein in den Weihnachtsfeierlichkeiten und tanze mit dem anderen schon auf der Silvesterparty.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach Neujahr, wenn ich das Konfetti aus den Haaren gezupft und den Glitternagellack wieder abgewischt habe, nehme ich mir ein bis zwei Stunden Zeit, schnappe mir meinen alten Kalender und setze mich gemütlich auf das Sofa. Ich blättere durch die Seiten und erinnere mich, was ich im letzten Jahr alles erlebt habe. Manches habe ich schon wieder vergessen, anderes ist noch ganz präsent.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Falls du keinen Kalender führst, könntest du dich auch durch die Fotogalerie des letzten Jahres auf deinem Smartphone scrollen. Hier ein paar Fragen, an denen ich mich bei meinem Rückblick entlanghangele und die auch du für einen Rückblick nutzen kannst:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was waren Highlights im vergangenen Jahr?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wer oder was hat mich inspiriert?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">In welchem Bereich bin ich gewachsen?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was hat mich herausgefordert oder belastet?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was habe ich versäumt?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Für wen oder was hatte ich zu wenig Zeit?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wofür bin ich dankbar?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wo ist mir Gott begegnet?<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Auf dem Prüfstand</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich erkenne dabei: Wieder ist ein Jahr voller Leben vorübergegangen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Blick zurück hilft mir, mich vom alten Jahr und allem, was war, zu verabschieden. Von den guten Erfahrungen und den schlechten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beides, das Gute und das Schlechte, hat mich geprägt und auf mich eingewirkt, ob ich das will oder nicht. Aber ich kann entscheiden, wie viel Einfluss es in der Zukunft auf mich haben soll. Der Apostel Paulus rät: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Prüft alles und das Gute behaltet“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Thessalonicher5%2C21" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1.Thessalonicher 5,21</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das, was mich belastet, verletzt und Kraft gekostet hat, lege ich Gott hin und schaue es mir mit ihm gemeinsam noch einmal an. Zwar kann ich nicht mehr ändern, was geschehen ist, aber es hilft mir, den Groll und den Schmerz loszulassen, der diesen Erlebnissen vielleicht noch anhaftet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist ein Schritt, um mich mit den schlechten Erlebnissen auszusöhnen und das eine oder andere davon getrost auszusortieren. Dadurch mache ich in meinem Herzen wieder Platz für neue, schöne und gute Erfahrungen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gute Erinnerungen konservieren</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso würdige ich das Gute, das mich glücklich gemacht hat, mich weitergebracht oder zum Staunen gebracht hat und mein Leben bereichert. Ich danke Gott für die Freude und Liebe, die ich erleben durfte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei diesem inneren Sortier- und Aufräumprozess finde ich den ein oder anderen Schatz, der in dem ganzen Alltagschaos untergegangen ist: ermutigende Begegnungen, kostbare Gespräche, Hindernisse und Herausforderungen, die ich überwunden und gemeistert habe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich poliere diese Erfahrungen und gebe ihnen einen besonderen Platz, indem ich sie mir gesondert aufschreibe oder den entsprechenden Kalendereintrag mit einem Textmarker highlighte. Falls du dich ausschließlich mit einem digitalen Kalender organisierst, könntest du dir stattdessen zum Beispiel Fotos von besonders schönen Erlebnissen ausdrucken, sie auf der Rückseite mit Datum und ein paar Stichworten versehen und einrahmen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Blick nach vorn</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig liegt das neue Jahr vor mir. Es ist noch ganz jung und will gestaltet und erlebt werden. Mit dem neuen Kalender in der Hand spüre ich: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Zwar stehen schon ein paar Termine darin, aber die allermeisten Seiten sind noch weiß, ohne Eselsohren oder Kaffeeflecken. Alles ist möglich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer weiß, welche Überraschungen auf mich warten, welche Wünsche und Träume sich erfüllen, welche Veränderungen mir bevorstehen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier ein paar Fragen, mit denen ich auf das neue Jahr schaue und die auch du dir stellen kannst:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was möchte ich privat und beruflich erreichen?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was möchte ich erleben?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Welche Orte möchte ich besuchen?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was habe ich schon länger aufgeschoben und möchte ich in diesem Jahr endlich anpacken?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gibt es etwas, das ich verändern muss?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was oder wem will ich mehr Zeit widmen?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Was will ich mir und anderen Gutes tun?</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich nutze diese Fragen nicht, um schon konkrete Pläne zu machen oder To Do-Listen zu schreiben. Vielmehr helfen sie mir, mich neu auszurichten und zu schauen, ob die Richtung in meinem Leben noch stimmt. Habe ich den richtigen Fokus oder sollte ich nachjustieren?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch das neue Jahr lege ich Gott im Gebet hin. Ich teile mit ihm meine Pläne und vertraue ihm meine Wünsche und Träume an.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Egal, was das neue Jahr bringt, ich weiß und vertraue darauf, dass Gott mit mir geht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz egal, wie du deinen Jahreswechsel begehst: Ich wünsche dir, dass du Zeit und Ruhe findest, um einmal in dich hineinzuhorchen und mit Gott über dein Gestern und dein Morgen ins Gespräch zu kommen. Frohes und gesegnetes neues Jahr!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16514295.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Thu, 01 Jan 2026 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Kraft der Neugier]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/die-kraft-der-neugier/2803-542-8008</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17243015/2803-542-8008</link>
      <description><![CDATA[Staunen, fragen, wachsen: Wie Neugier dich Gott, dem Leben und dir selbst näherbringt. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115263.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jordan Whitt /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Frisch verliebt, neu im Job, auf Reisen in ferne Länder. In solchen Zeiten sauge ich alle Eindrücke um mich herum auf wie ein Schwamm. Das sind Situationen, in denen jeder Mensch seine eigene Neugier hautnah erlebt. Es ist, als ob dieser neugierige Wesenszug tief mit der menschlichen DNA verwoben ist, als hätte sie der Schöpfer selbst seinem Geschöpf in die Wiege gelegt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Schattenseiten der Neugier</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Allerdings ist einer der ersten Momente, in denen die Neugier in der Bibel eine Rolle spielt, eher negativ besetzt. Ich denke da an Adam und Eva. Gott setzte die beiden in den Garten Eden, wo sie sich frei bewegen konnten und jede Frucht an jedem Baum essen durften, bis auf eine. Die Frucht vom Baum der Erkenntnis war ihnen verboten. Trotzdem aßen sie davon. Wegen dieser Fehlentscheidung warf Gott sie aus dem Garten und lebten daraufhin von ihm getrennt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Geschichte sorgte dafür, dass Neugier in der christlichen Welt lange als etwas Schlechtes angesehen wurde.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich frage mich: War das eine gute Idee Gottes, als er den Menschen die Neugier gab?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich erlebe ich mich selbst in meinem Alltag eher selten als neugierig. Wo ist die Neugier im Trott am Arbeitsplatz? Wenn ich unter Zeitdruck Herausforderungen zu meistern versuche, kommt mir die Neugier leicht abhanden. Sicher ist Routine wichtig, aber sie sollte nicht dazu führen, dass ich meine Offenheit ablege, nur um alles erledigt zu bekommen. Das gilt nicht nur für den Arbeitsplatz, sondern genauso für alle anderen Lebensumfelder.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neugier zahlt sich aus</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stopp! Was ist mit all den positiven Beispielen aus der Bibel? Eines möchte ich hier beispielhaft nennen. Da gibt es den Zöllner Zachäus, der aus Neugier auf einen Baum steigt, um Jesus zu sehen. Seine Neugier zahlt sich aus: Jesus lädt sich bei ihm zum Essen ein, Zachäus krempelt sein Leben um und erfährt eine charakterliche Erneuerung, die er dringend nötig hat (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas19%2C1-10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 19,1-10</a>).</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neugier ist notwendig, weil sie mich voranbringt. Sie hilft mir, mich auf Unbekanntes einzulassen und Neues auszuprobieren. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neugier ist der Motor für Innovationen, sie sorgt für Verbesserungen und Weiterentwicklungen. Dank der Neugier von Menschen nutzen wir heute die Windkraft zur Energiegewinnung, fahren mit Autos statt mit Kutschen und drücken auf einen Schalter, damit es hell wird, anstatt den Docht einer Kerze zu entzünden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und: Keine Achtsamkeit ohne Neugier. Wenn ich neugierig bin, nehme mich selbst in der Welt, im Hier und Jetzt wahr. Ich urteile dann nicht vorschnell, sondern beobachte interessiert, ohne gleich an Lösungen, Konsequenzen oder weitere Schritte zu denken. Erst die Neugier macht den Augenblick erlebbar.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu guter Letzt hält Neugier jung. Hier mal ein paar Zahlen: Kleinkinder feuern pro Stunde schon mal bis zu 50 Fragen auf ihre Mitmenschen ab. Ein Erwachsener stellt durchschnittlich nur noch 6 Fragen pro Stunde.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zurück zur Neugier</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du dir Fragen stellst, statt Antworten zu sammeln, wirst du deine verschollene Neugier wiederentdecken. Denk doch einmal bewusst über alltägliche Dinge nach und entdecke dabei eine neue Perspektive auf die Welt! Denn die kindliche Neugier öffnet dir unterschiedlichste Türen. Unter anderem vielleicht auch die zum Himmelreich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel lese ich dazu: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wenn ihr euch nicht ändert und den Kindern gleich werdet, dann könnt ihr in Gottes neue Welt überhaupt nicht hineinkommen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us18%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 18,3</a>). Das gilt auch für die Beziehung zu Gott.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Egal, ob du am Anfang stehst oder schon seit Jahren mit Gott gehst, mach dich auf die Suche nach ihm, frage nach und höre hin. Rechne mit Gottes Eingreifen und seinem Reden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott ist real und mit Neugier wirst du ihn jeden Tag besser kennenlernen und neu entdecken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn das Staunen kommt immer noch vor dem Erklären und das Erkunden vor dem Verstehen. Werde wieder neugierig!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Tobias Schier</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17243015.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tobias Schier]]></author>
      <pubDate>Mon, 29 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein echter Grund zum Feiern]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/ein-echter-grund-zum-feiern/2803-542-7827</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16926258/2803-542-7827</link>
      <description><![CDATA[Mehr als Geschenke und gemütliche Familienzeit – warum ich wirklich Weihnachten feiere. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1068678.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gavin Tyte /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Weihnachten, das Fest der Liebe. Vielleicht sogar der richtig wohligen Romantik, des Kerzenscheins, der blinkenden Lichter und der gemütlichen Atmosphäre. Wer spricht an diesen Tagen schon über Fehltritte, Lügen und Betrug?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist doch so, dass wir Menschen uns zwar gern von unserer guten Seite zeigen, aber so sehr wir uns auch bemühen, es gelingt uns nur phasenweise. Es ist ganz natürlich, dass wir nicht perfekt sind und nicht immer fehlerlos agieren. So sind wir nun mal, das gehört zum Menschsein leider dazu.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der wahre Grund der Festlichkeiten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau das ist aber der wahre Grund, warum es Weihnachten wurde. Denn so romantisiert unser westlich geprägtes Weihnachtsfest auch ist, im Kern geht es um die Fehler, die Schmerzen, die Delikte, die Verbrechen, ja man könnte auch sagen: um den dunklen Teil des Menschseins!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Geburt von Jesus Christus ist der Anfang, dieser fehlerhaften Menschlichkeit etwas entgegenzusetzen. Das größte Ereignis fand damals seinen Anfang und das ist es, woran wir uns in diesen Tagen erinnern: Der Sohn Gottes, der Schöpfer dieser Welt, ja des ganzen Universums, kommt uns zur Hilfe und lässt sich auf ganz natürliche, auf ganz menschliche, Weise als Kind von einer Frau zur Welt bringen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott wird Mensch – eine wirklich verrückte, einzigartige Sache! So etwas gab und gibt es kein zweites Mal. In keiner anderen Religion oder spirituellen Gemeinschaft wird Gott den Menschen gleich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Herrscher des Alls ist sich nicht zu schade, ein Mensch wie ich zu werden! Er kommt nicht einfach, weil ihm langweilig ist, sondern weil ich Erlösung von meiner Dunkelheit brauche.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Immer wieder mache ich Fehler, die für mich und andere negative Konsequenzen haben. Es kommt vor, dass ich lüge, schlecht über andere rede, meine Mitmenschen verletze, ungerecht und selbstsüchtig bin.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist der Grund, warum Jesus in die Welt kam, das ist die Mission des Babys in der Krippe: uns von unserer Schuld zu retten und uns einen Weg aus der Dunkelheit zu bahnen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie findet ihr Finale im Osterfest, wo nach brutalem Tod am Kreuz die Auferstehung folgt und dadurch die Menschheit gerettet ist. In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes1%2C9" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Johannes 1,9</a> steht: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wenn wir unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Feiern, lasst uns feiern!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was wäre Weihnachten denn wert, wenn es nur um die Feierlichkeit an sich ginge? Und wann überhaupt wird gefeiert, wenn es nicht einen echten Grund dazu geben würde? Den gibt es! Und dieser Grund lässt mich unglaublich gern dieses Fest feiern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die festliche Stimmung, die Zeit mit der Familie, das leckere Essen, die tollen Geschenke, die unter unseren geschmückten, funkelnden und leuchtenden Weihnachtsbäumen liegen – all das wäre nur halb so schön, ohne die Freude über die Geburt von Jesus Christus. Denn damit hat die Befreiung von all der Finsternis in uns und durch uns begonnen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Weihnachtsfest zu feiern, ist daher mehr als nur ein frommer Ritus. Es ist für jeden Menschen die jährlich wiederkehrende Erinnerung, dass wir nicht allein gelassen sind.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Weihnachtsfest zu feiern, ist daher mehr als nur ein frommer Ritus oder ein festliches, aber grundloses Familientreffen. Es ist für jeden Menschen die jährlich wiederkehrende Erinnerung, dass wir mit unseren Fehlern, unserem Versagen, unserem Schmerz und unserer (ungewollten) Böswilligkeit nicht allein gelassen sind. Was für eine Hoffnung, welch ein Grund zur Freude!</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Meine persönliche Weihnachtsfreude</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich war es in der Vorweihnachtszeit eine besondere Erfahrung, mir über dieses Fest ganz bewusst Gedanken zu machen. Ich feiere Weihnachten, weil ich dankbar für alles bin, was Jesus Christus mir abgenommen hat. Weil er mein Leben hell macht und die Dunkelheit darin vertreibt. Weil Gott mir mit seiner Menschwerdung so unfassbar nahegekommen ist und mir in meinem Menschsein beisteht, das manchmal so schwierig und schmerzhaft ist.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich feiere Weihnachten, weil Jesus Christus mein Leben hell macht und die Dunkelheit darin vertreibt. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum feierst du Weihnachten? Liegt für dich die Freude an Weihnachten auch an der Tatsache, dass es einen Gott gibt, der alles für dich getan hat? Und das, obwohl er genau weiß, was du verbockst, was schief läuft in deinem Leben und wie schlimm du manchmal drauf sein kannst?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir ist es ein Anliegen, dir ein Stück meiner Sicht auf das Weihnachtsfest mitzugeben. Vielleicht fordern dich meine Gedanken ja heraus und du hast ganz andere Gründe, warum Weihnachten für dich ein echter Grund zum Feiern ist. Vielleicht inspirieren dich meine Gedanken aber auch, einmal ganz neu über den Grund von Weihnachten nachzudenken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So oder so: Ich wünsche dir eine gesegnete, erholsame und friedliche Weihnacht!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Bernd Kortmann</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16926258.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Bernd Kortmann]]></author>
      <pubDate>Wed, 24 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gottesdienste in der Weihnachtszeit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gottesdienste-in-der-weihnachtszeit/2803-542-7115</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/14905572/2803-542-7115</link>
      <description><![CDATA[Unsere ERF Gottesdienst-Angebote in der Advents- und Weihnachtszeit.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113086.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Biewer Jürgen /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Während der Weihnachtstage finden Sie beim ERF besonders viele Gottesdienste im Programm. Wir bieten fast alle Sendungen nicht nur im Radio und der ERF Plus Audiothek, sondern auch als TV-Version in der ERF Mediathek an. Sie können also zu einer für Sie günstigen Zeit die Angebote in Anspruch nehmen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">So geht’s:</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Treffen Sie Ihre Wahl, indem Sie in der Auflistung unten auf den entsprechenden Link klicken. Mit Klick auf „ERF Plus“ gelangen Sie direkt zu der entsprechenden Radiosendung in der Audiothek und können sich diese anhören. Wenn Sie auf „ERF Mediathek“ klicken, können Sie sich den jeweiligen Gottesdienst in Videoform anschauen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hinweis: das Abspielen ist erst ab dem Tag der Veröffentlichung möglich!</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Advent: </strong>Anhand von <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas1%2C24-25" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 1,24-25</a> lädt ERF Vorstandsvorsitzende Susanne Thyroff im Adventsgottesdienst aus dem Medienhaus in Wetzlar ein, die besondere Spannung der Adventszeit zu entdecken – zwischen verborgenem Leid und dem Wunder von Gottes Nähe – um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/zwischen-schmerz-und-staunen/8312-673" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong> und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/zwischen-schmerz-und-staunen/4929-846" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Advent:</strong> Im Gottesdienst aus der ev.-luth. Stadtkirche St. Margaretha in Windsbach lädt Dekan Klaus Schlicker dazu ein, im Licht der biblischen Verheißung aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas21%2C25-33" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 21,25-33</a> der Wiederkunft Christi hoffnungsvoll entgegenzusehen. um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/miteinander-jesus-entgegensehen/8312-674" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong> und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/miteinander-jesus-entgegensehen/4929-847" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Advent: </strong>Gottesdienst aus der ev.-meth. Friedenskirche Lauter mit dem Pastorenehepaar Andreas und Heidrun Hertig. Die Predigt zu <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja8%2C23" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jesaja 8,23</a> deutet den Schwibbogen als Hoffnungszeichen im Advent – ein Licht, das Trost und Orientierung schenkt - um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/hoffnungszeichen-licht/8312-675" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong> und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/hoffnungszeichen-licht/4929-848" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Advent:</strong> „Komm und ruh‘ dich aus!“ – ist der Tipp und das Thema der Predigt von Pastor Johannes Börnert im Christlichen Gästezentrum Schönblick. Hintergrund seiner Predigt ist der Bibeltext aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us11%2C28-30" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 11,28-30</a> - um 10 und 14 auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/froehliche-weihnacht-ueberall/8312-342" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong> und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/komm-und-ruh-dich-aus/4929-716" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Heiligabend:</strong> „Im Heiligabendgottesdienst aus der ev.-luth. Stadtkirche St. Margareta in Windsbach steht das Wunder der Menschwerdung Gottes im Mittelpunkt. Dekan Klaus Schlicker predigt über <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas2%2C1-20" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 2,1-20</a> – die Weihnachtsgeschichte, die von der Geburt Jesu erzählt und die Hoffnung und Verheißung von Weihnachten lebendig werden lässt.. Jeweils um 18 und 22 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/jetzt-kann-s-weihnachten-werden/8312-586" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a> </strong>und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/miteinander-gott-will-mit-uns-sein/4929-849" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Weihnachtstag:</strong> Im Weihnachtsgeschehen lässt Gott einen Blick in die himmlische Wirklichkeit zu. Er durchbricht das Sichtbare. Bleibt der offene Himmel nur den Hirten in der Heiligen Nacht vorbehalten? – Mit dieser Frage beschäftigt sich <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gudrun Weber</strong> im Feiertagsgottesdienst. Und wünscht sich, dass die Botschaft aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas2%2C8-15" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 2,8-15</a> bei jedem Hörer neue Freude und Zuversicht auslösen wird - um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/der-offene-himmel/8312-677" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong>.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Weihnachtstag: </strong>Pfarrer Eberhard Hoppe lädt im Feiertagsgottesdienst ein, anhand vom Predigttext (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us1%2C18-25" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 1,18-25</a>) darüber nachzudenken, welche ungewöhnlichen Wege Gott geht, um Frieden auf Erden zu schenken - um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/weihnachten-gottes-zumutung/8312-678" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">28. Dezember: </strong>Ist Glaube – mehr als Theorie? Im Gottesdienst aus dem ERF Medienhaus nimmt Ellen Hörder-Knop <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes1%2C1-4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Johannes 1,1-4</a> in den Blick und entdeckt, was Glauben im Alltag lebendig macht. Um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/da-steckt-leben-drin/8312-679" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong> und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/da-steckt-leben-drin/4929-850" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a>.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Silvester:</strong> Wer hat mich 2025 am meisten geprägt? Mit wem rechne ich 2026? Elke Drossmann macht sich auf die Suche. Der <a data-auth="NotApplicable" href="https://www.bibleserver.com/LUT/Hebr%C3%A4er13%2C8-9" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hebräerbrief (13,8-9)</a> unterstützt sie dabei. Jeweils um 10, 14 und 23 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/trotz-jahreswechsel-wer-bleibt/8312-680" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong>.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Neujahr </strong>„Siehe, ich mache alles neu“ – diese Verheißung aus <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung21%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Offenbarung 21,5</a> steht im Mittelpunkt der Predigt aus dem ERF Medienhaus in Wetzlar. Wolf-Dieter Kretschmer spricht über die Hoffnung, die Gottes Zusage in einer unsicheren Welt schenkt<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>- um 10, 14 und 22 Uhr auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/audiothek/erf-gottesdienst/alles-neu/8312-681" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus</a></strong> und rund um die Uhr als Videomitschnitt in der <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"><a data-auth="NotApplicable" href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-mediathek/sendungen-a-z/erf-gottesdienst/irgendwie-dazwischen/4929-766" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Mediathek</a></strong><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wir freuen uns, wenn Sie mit uns zusammen Gottesdienst feiern!</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/14905572.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Tue, 23 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weihnachten, du stehst im Weg!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/weihnachten-du-stehst-im-weg/2803-542-8004</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17239363/2803-542-8004</link>
      <description><![CDATA[Das Kind in der Krippe kommt den Menschen in die Quere – und bahnt einen neuen Weg. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114727.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gustavo Fring /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir hatten letztes Jahr zu Weihnachten Besuch vom Sohn meines Mannes, einem freundlichen Mittzwanziger. Sein erster Satz nach der Begrüßung lautete: „Der Weihnachtsbaum steht ja voll im Weg!“ Damit hatte er recht. Denn der kürzere der beiden möglichen Pfade zum Sofa war aus Gründen der dekorativen Wissenschaft vom Weihnachtsbaum belegt. Alle mussten den etwas umständlichen Weg durch die Küche nehmen. Eigentlich kein Problem. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch dieser Umstand bewegte ihn so sehr, dass er kurze Zeit später wieder sagte: „Der Baum steht im Weg.“ Und als er am nächsten Tag im Wohnzimmer telefonierte, hörten wir den Satz: „… und der Weihnachtsbaum steht hier voll im Weg.“ Spätestens in diesem Moment dachte ich ein bisschen trotzig: Das soll er auch! </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Weihnachtsbaum darf im Weg stehen. Weihnachten darf im Weg stehen. Jesus darf im Weg stehen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie das Weihnachtsgeschehen Pläne durchkreuzte</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich dachte darüber nach, dass die Weihnachtsgeschichte voller Menschen ist, denen in der Heiligen Nacht etwas in die Quere kam.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Maria hatte sich sicher einen anderen Ort für ihre erste und so besondere Geburt gewünscht. Aber dann kam ihr die Volkszählung dazwischen. Statt alles für eine ruhige Hausgeburt vorzubereiten, musste sie hochschwanger nach Bethlehem aufbrechen – eine beschwerliche 150 Kilometer lange Reise. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Hirten hatten in dieser Nacht höchstens damit gerechnet, von Raubtieren überrascht zu werden, aber nicht von Engeln. Ihre To-do-Liste lautete ursprünglich: Lagerfeuer in Gang halten, abwechselnd die Herde bewachen und in Ruhe schlafen. Und dann dieser Tumult, das Licht, die Engel. Schließlich der Aufbruch, um das Kind zu suchen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und die Weisen? Die hatten sicher anderes vor. Bis plötzlich im Kalender stand: Kamele satteln und dem Stern in die Fremde folgen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">König Herodes, der zu dieser Zeit regierte, hörte die Nachricht, dass ein neuer jüdischer König geboren worden war. Diese Information brachte eine gehörige Portion Unruhe in sein luxuriöses, bequemes Leben. Das neugeborene Kind stand Herodes’ Herrschaft im Weg. Er setzte alle Hebel in Bewegung, um den neuen König zu beseitigen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Kind, das den Weg frei macht</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das erste Weihnachten stand im Weg. Und das Kind in der Krippe, Jesus Christus, stellt sich bis heute der Menschheit in den Weg – im allerbesten Sinne. Aber nicht nur das, er selbst <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">ist</em> auch der Weg, wie er von sich sagt. <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 14,6</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch was bedeutet dieser Bibelvers? Ich glaube, dass er eine Antwort auf Lebensfragen ist, die Menschen schon immer mit sich herumgetragen haben: Wie finde ich den wahren Gott? Worauf kann ich mich im Tiefsten verlassen und was ist der Sinn meines Lebens? Geht mein Leben nach dem Tod weiter? Jesus ist die Antwort auf alle diese Fragen. Er kam in diese Welt, um den Weg zu Gott, dem Vater, freizumachen und all das aus dem Weg zu räumen, was uns von ihm trennt. Das war seine Mission. Sie begann an Weihnachten mit seiner Geburt und endete an Ostern mit seinem Tod am Kreuz und der Auferstehung aus dem Grab. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus ist der Weg, auf dem ich den lebendigen Gott und damit inneren Frieden, Heil und Sinn finde. Er zeigt mir die Wahrheit, die mich innerlich frei macht und auf die ich mich verlassen kann. Und er ist der Weg zum Leben auch über den eigenen Tod hinaus – was für eine Hoffnung! </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus darf meine altbekannten Pfade durchkreuzen. Ich möchte mir von ihm den Weg zum Leben zeigen lassen. Immer wieder neu, nicht nur an Weihnachten. </p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Sich unterbrechen lassen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für dieses Weihnachtsfest nehme ich mir vor, auf Planänderungen entspannt zu reagieren. Ja, sie willkommen zu heißen, weil sie mich an das erste Weihnachten erinnern. Darum bitte ich: Liebes Weihnachten, stell dich mir in den Weg!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hast du schon einmal ein Weihnachtsfest erlebt, das so ganz anders wurde, als du es geplant hattest? Wie war das für dich? Wie wäre es, wenn du Jesus dieses Jahr um eine Weihnachtsüberraschung bitten würdest?</p>
<p style="font-size: 85%;">Susanne Pommerien-Weidner</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17239363.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Susanne Pommerien-Weidner]]></author>
      <pubDate>Mon, 22 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wege aus der Einsamkeit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wege-aus-der-einsamkeit/6866-542-8011</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17238193/6866-542-8011</link>
      <description><![CDATA[6 Möglichkeiten für mehr Gemeinschaft im Alltag.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1115965.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Brooke Cagle /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Winterzeit ist eine Zeit der Einkehr. Draußen ist es ungemütlich, da ist es natürlich, dass wir uns in unsere vier Wände zurückziehen. Doch wer unter Einsamkeit leidet, für den sind die dunklen Monate eine besonders harte Zeit. Wer sowieso schon wenige Kontakte hat und zurückgezogen lebt, fühlt sich nun noch stärker isoliert vom Rest der Welt. Vielleicht fühlst auch du dich einsam und glaubst, du bist damit ganz allein? Bist du nicht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit ist weit verbreitet. Weltweit fühlen sich die Menschen so allein, abgeschottet und entfremdet wie nie zuvor. Auch in Deutschland ist die Einsamkeitsbelastung hoch, wie die Ergebnisse des <a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Einsamkeitsbarometers des Bundesfamilienministeriums</a> zeigen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum leiden immer mehr Menschen unter Einsamkeit? Die Gründe sind komplex und vielschichtig. Dabei spielen persönliche Lebensumstände genauso eine Rolle wie gesellschaftliche Entwicklungen. Im <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wenn-die-naehe-fehlt/2270-542-7992" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Artikel „Wenn die Nähe fehlt“</a> gehe ich einigen Ursachen und Folgen von Einsamkeit auf den Grund. Fakt ist: Einsamkeit ist eine der größten Gefahren für unsere Gesundheit und unser Lebensglück.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch es gibt Hoffnung! Wer einsam ist, muss nicht einsam bleiben.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um einen Weg aus der Einsamkeit herauszufinden, braucht es zweierlei. Erstens: Eine ausgestreckte Hand von außen, die hilft, den ersten Schritt zu gehen. Und zweitens: Den Mut, diese Hand zu ergreifen und selbst aktiv zu werden. Einsamkeit kann letztlich nur durch beides überwunden werden: den Wunsch nach Gemeinschaft und das Angebot dazu.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier kommen einige Tipps und Denkanstöße, wie dir das gelingen kann.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Erzähl anderen von deiner Einsamkeit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit sieht man anderen nicht an, doch sie betrifft mehr Menschen, als wir denken. Allerdings spricht niemand gern über seine Einsamkeit, denn sich einsam zu fühlen ist ein zutiefst schambehaftetes Gefühl. Außerdem: Wem solltest du von deiner Einsamkeit erzählen können, wenn da niemand ist, dem du dich anvertrauen kannst? Doch bleibst du mit diesen Gefühlen und Gedanken allein, wird es nur schlimmer. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher lautet die erste und wichtigste Maßnahme gegen Einsamkeit: Reden! Denn wer sich selbst und anderen seine Einsamkeit eingesteht, öffnet die dunklen Vorhänge des Alleinseins einen Spalt breit und lässt den ersten Lichtstrahl hinein. Außerdem erfahren so auch andere Betroffene, dass sie mit ihrem Erleben nicht allein sind, wenn du bereit bist, von deinen eigenen Einsamkeitserfahrungen zu erzählen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Je mehr wir über Einsamkeit wissen und sprechen, desto mehr holen wir das Thema aus der Tabuzone hervor.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich ermutige dich: Sprich mit jemandem über deine Erfahrungen! Einsamkeit ist nichts, wofür du dich schämen brauchst. Hast du in deinem persönlichen Umfeld jemanden, dem du dich anvertrauen kannst – vielleicht einen Freund, eine Nachbarin, ein Familienmitglied oder einen Kollegen? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst wenn du länger keinen Kontakt mehr zu alten Bekannten oder Freunden hattest, es ist nie zu spät, dich mal wieder zu melden und die Verbindung aufzufrischen. Das ist ein wichtiger erster Schritt raus aus der Einsamkeit, auch wenn es viel Mut kostet. </p>

<div class="textBox posRight" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; border-top: 1px solid #dedede; border-bottom: 1px solid #dedede; width: 240px; padding: 10px; float: right; margin: 2px 0 6px 12px; font-size: .8125rem;">Hilfsangebote und Beratung bei Einsamkeit:<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<a href="https://www.telefonseelsorge.de/sorgen-themen/einsamkeit/" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Telefonseelsorge</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<a href="https://silbernetz.org/" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Silbernetz</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<a href="https://www.krisenchat.de/" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Krisenchat</a>
</div>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du niemanden hast oder es dich zu viel Überwindung kostet, kannst du dich auch an eine Beratungsstelle wenden – direkt an deinem Wohnort, per Mail, Telefon oder im Chat. Fachkundige Menschen hören dir zu und bieten dir konkrete Hilfe in deiner Situation an.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">2. Frische deine Beziehungen auf</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft schleicht sich Einsamkeit langsam ein, ohne dass du sie sofort bemerkst. Um etwas dagegen tun zu können, musst du sie überhaupt erst einmal wahrnehmen und anerkennen. Hier gilt es, sich selbst aufmerksam zu beobachten. Habe ich insgesamt wenige Kontakte, obwohl ich mir mehr wünsche? Fällt es mir schwer, Anschluss zu finden, oder ziehe ich mich selbst immer wieder zurück? Was könnten Gründe dafür sein?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um wieder in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen, kannst du dich fragen: Welche bestehenden Kontakte oder Freundschaften habe ich, an die ich wieder anknüpfen kann? Allzu oft sind wir eingespannt in einen geschäftigen Alltag, da kommen unsere Beziehungen oft zu kurz. So lange, bis sie sich still und leise aus unserem Leben verabschiedet haben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber viele dieser Freundschaften sind nur im Winterschlaf. Vielleicht kommt dir jetzt eine Person in den Sinn, bei der du dich mal wieder melden könntest. Vereinbart doch zunächst ein ungezwungenes Treffen, zum Beispiel zu einem Spaziergang, um eure Freundschaft wieder neu zu beleben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit entsteht jedoch nicht nur durch die physische Abwesenheit anderer, sondern auch wenn die Verbindung zueinander fehlt. Auch wenn wir uns in einer Beziehung oder Gruppe nicht gesehen oder verstanden oder uns ihr nicht zugehörig fühlen, empfinden wir Einsamkeit.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hinterfrage doch auch mal deine bestehenden Beziehungen: Erfüllen sie nur einen bestimmten Zweck oder stillen sie dein Bedürfnis nach Verbundenheit, Liebe und Zugehörigkeit? </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gibt es Menschen in deinem Umfeld, zu denen du mehr als eine oberflächliche Verbindung spürst? Denen gegenüber du dich öffnen und zu denen du die Beziehung vertiefen kannst?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. Entdecke, was du zu geben hast</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um einen Weg aus der Einsamkeit zu finden, kommt es jedoch auch auf dich und deine Haltung an. Einsamkeit ist kein unabänderlicher Zustand, sondern kann dich in Bewegung bringen. Du kannst selbst aktiv werden und den ersten Schritt auf andere Menschen zugehen. Doch wer lange unter Einsamkeit leidet, dem fällt dieser Schritt oft sehr schwer. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Möglicherweise denkst du, für deine Einsamkeit gibt es ja einen guten Grund. Beispielsweise bist du alleinstehend und sehnst dich nach einem Partner oder einer Partnerin – und solange sich an dieser Situation nichts ändert, bleibst du in der Einsamkeit gefangen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier hilft möglicherweise ein Perspektivwechsel: Statt nur darauf zu setzen, dass sich dein Bedürfnis nach Zugehörigkeit in einer Partnerschaft erfüllt, kannst du in anderen Beziehungen wie in Freundschaften oder der Familie nach Gemeinschaft suchen. Natürlich kann eine Freundschaft eine Partnerschaft nicht ersetzen und umgekehrt. Aber statt das in den Fokus zu rücken, was dir gerade fehlt, kannst du dir überlegen, was du zu geben hast.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn ja, du hast viel zu geben! Deine Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen sind wertvoll für andere. Wenn du daran zweifelst, kann dich ein Lebensberater, Seelsorger oder eine Psychotherapeutin unterstützen und dir helfen, neues Selbstvertrauen zu finden. Denn ein gestärktes Selbstvertrauen hilft dir dabei, um initiativ auf andere zuzugehen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. Suche Orte auf, an denen Gemeinschaft gelebt wird</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt rein objektive Strukturen, die Einsamkeit begünstigen. Viele Menschen leben heutzutage allein und in unseren Städten gibt es immer weniger öffentliche Orte, die Menschen dazu einladen, dort zusammenzukommen und Zeit miteinander zu verbringen. Daran kannst du als Einzelner wenig ändern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch es gibt Orte in unserer Gesellschaft, in denen Gemeinschaft ein hohes Gut ist. Deutschland hat immer noch eine vielfältige Vereinskultur, wo du mit deinem ehrenamtlichen Einsatz willkommen bist. Ob im Sportverein, im Chor, in einer Theater- oder Musikgruppe, der Freiwilligen Feuerwehr, dem DLRG oder dem Deutschen Rote Kreuz – überall da triffst du auf Menschen, denen Gemeinschaft und gemeinsamer Einsatz für andere am Herzen liegt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch viele christliche Gemeinden haben vielfältige Angebote und schaffen Orte der Begegnung für einsame Menschen. Das können Angebote sein wie zum Beispiel Begegnungscafés, Jugendtreffs, Eltern-Kind-Kreise, Lese- oder Spieletreffen oder auch ein klassischer Bibelkreis. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da, wo Menschen miteinander Zeit verbringen und gemeinsame Ziele verfolgen, wächst Gemeinschaft. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Welche Interessen hast du? Welchen Gruppen oder Vereinen könntest du dich anschließen? Welche Tätigkeiten machen dir Spaß und wo möchtest du dich einbringen? </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">5. Überdenke deine Wohnsituation</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Möglicherweise lohnt es sich auch, einmal darüber nachzudenken, wie du wohnst. Vielleicht lebst du allein in einem großen Haus, weil deine Kinder schon lange ausgezogen sind. Initiativen wie Mehrgenerationenhäuser können dir mehr Miteinander ermöglichen. Hier leben Jung und Alt zusammen, unterstützen sich gegenseitig im Alltag und bilden eine Fürsorgegemeinschaft. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Allerdings ist es gerade im Alter nicht leicht, die vertraute Umgebung zu verlassen. Auch emotional hängen die meisten Menschen an ihrem Zuhause, das sie mit viel Liebe und Arbeit über Jahrzehnte aufgebaut haben. Mit dem eigenen Haus sind viele Erinnerungen verbunden, das kann den Abschied schmerzhaft machen. Aber was wären eventuell neue Möglichkeiten und Vorteile? </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig kann man sich auch in einer kleinen Wohnung in einem Mehrparteienhaus einsam fühlen und in der anonymen Masse untergehen. Überlege, ob und wie du den Kontakt zu deinen Nachbarn ausbauen kannst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht kommt es für dich in Frage, mit jemandem eine Wohngemeinschaft zu gründen oder einen Teil deines Hauses zu vermieten? Das klingt zunächst vielleicht unkonventionell, aber sich eine Wohnung zu teilen ist nicht nur etwas für Studierende. Wer offen, kommunikativ und etwas kompromissbereit ist, für den kann sich daraus eine praktische und tragfähige Gemeinschaft im Alltag ergeben. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">6. Suche Gottes Nähe und Kontakt zu einer christlichen Gemeinschaft</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine persönliche Beziehung zu Gott ersetzt nicht die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Viele gläubige Menschen kennen trotz des tiefen Vertrauens zu Gott das Gefühl der Einsamkeit. Und doch kann der Glaube eine große Ermutigung, Kraft- und Trostquelle sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Christen vertrauen auf einen Gott, der sich Menschen in ihrer Not zuwendet. Schon die Schreiber der biblischen Texte kannten Einsamkeit und klagten Gott ihr Leid. So schreibt beispielsweise der Psalmdichter David: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Herr, wende dich mir zu und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und vom Leid gebeugt</em>. <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Selbst wenn Vater und Mutter mich verließen, der Herr nimmt mich dennoch auf“</em> (<a class="bibleserver extern" href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Psalm25%2C16" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 25,16</a>.<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/Psalm27%2C10" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">27,10</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel finden wir außerdem viele Zusagen, dass Gott bei uns ist, wie zum Beispiel diese: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Denn der Herr, euer Gott, wird selbst mit euch gehen. Er wird euch nie vergessen und euch niemals im Stich lassen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C/5.Mose31%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">5. Mose 31,6</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Perspektive kann dir helfen, wenn du dich einsam fühlst: Denn sie erinnert dich daran, dass Gott nicht distanziert und weit weg ist, sondern dich in deiner Verletzlichkeit sieht und begleitet. Wenn du dich ihm im Gebet anvertraust, darfst du erfahren, dass Einsamkeit nicht das letzte Wort haben muss. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du darfst dir sicher sein: Gott sieht dich, versteht dich und ist dir nahe – auch dann, wenn sonst niemand da ist.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht hilft dir ein tägliches Ritual wie ein Gebet, eine Andacht, ein bestimmtes Lied oder ein Bibeltext, um seine Nähe bewusst wahrzunehmen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso wichtig ist es jedoch, Schritte auf andere Christen zuzugehen. Denn Trost wird besonders greifbar, wo er ein menschliches Gegenüber hat. Viele Gemeinden haben einen Willkommensbereich, in dem du unkompliziert mit anderen ins Gespräch kommen kannst. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gemeinsam gelebter Glaube stiftet Gemeinschaft: Jeder Mensch ist eingeladen, Teil dieser geistlichen Gemeinschaft zu werden. Gott lädt auch dich ein, seine Nähe und die Gemeinschaft zu anderen Christen zu entdecken. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Einfache Soforttipps gegen Einsamkeit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir alle tragen einen Teil der Verantwortung, gegen Einsamkeit aktiv zu werden. Das fängt damit an, dass wir einander aufmerksam wahrnehmen. Wer läuft dir im Alltag über den Weg? Die Nachbarn, der Paketbote, die Kassiererin, die Arzthelferin oder der Kellner im Café. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meist reicht ein einfaches „Hallo, wie geht’s dir?“ schon aus, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Und schon fühlt der andere sich gesehen – und zusammen gestaltet ihr eine weniger anonyme Umgebung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier kommen ein paar Ideen, wie du das ganz einfach im Alltag umsetzen kannst.</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Halte im Treppenhaus oder am Gartenzaun ein Schwätzchen mit dem Nachbarn oder wechsle mit der Kollegin an der Kaffeemaschine im Büro ein paar Worte.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gehe regelmäßig an denselben Orten einkaufen (Bäckerei, Wochenmarkt, Kiosk). Vertrautheit entsteht durch Wiederholung.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Nimm Einladungen zu Anlässen wie Nachbarschaftsfesten, Elternabenden, Vereins- oder Gemeindetreffen an. Präsenz schafft Verbindung.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Mache selbst offene Angebote im Hausflur oder in der Nachbarschaft wie „Wer hat Lust auf eine Runde Karten?“</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Biete deine Hilfe oder Fähigkeiten an, zum Beispiel für Nachhilfe, Fahrdienste, bei der Gartenarbeit oder Reparaturen im Haushalt.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Engagiere dich in Patenschaftsprogrammen für Kinder und Senioren oder übernimm Besuchsdienste in Krankenhäusern, Pflegeheimen und im Hospiz. Informationen und Vermittlung findest du auf den Homepages von Städten und Kommunen.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wenn neue Nachbarn einziehen, klingle an der Tür und stelle dich vor, eventuell mit einem kleinen Geschenk wie selbstgekochter Marmelade. </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So habe ich das getan und damit gute Erfahrungen gemacht. Aus dem Plausch im Waschkeller wurde eine Einladung zu Waffeln und Kaffee am Sonntagnachmittag oder eine Verabredung am Lagerfeuer im Garten. Auf andere Menschen zuzugehen, lohnt sich!</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit ist keine Lappalie, keine Sentimentalität, sondern eine ernste Gefahr für ein erfülltes Leben.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher ermutige ich dich, dich auf den Weg hin zu mehr Gemeinschaft zu machen, solltest du dich einsam fühlen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du dich auf diesen Weg machst, entdeckst du: Die eigene Einsamkeit wird leichter, sobald du sie nicht mehr allein trägst. Du musst dafür keine großen Sprünge machen: Schon ein erster vorsichtiger Kontakt kann den Kreislauf aus Rückzug und Einsamkeit durchbrechen. Was könnte dein erster Schritt sein?</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17238193.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Sat, 20 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Chanukka: Licht in der Dunkelheit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/chanukka-licht-in-der-dunkelheit/2270-542-8007</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17236636/2270-542-8007</link>
      <description><![CDATA[Das jüdische Fest Chanukka ermutigt dazu, in düsteren Zeiten Hoffnung, Licht und die Liebe Jesu zu teilen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114919.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© biotin /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn im Dezember die Tage kürzer und dunkler werden, entzünden Juden weltweit acht Abende lang die Kerzen der <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Chanukkia</em>, der neunarmigen Chanukka-Menora. Das Chanukka-Fest, dessen Name auf Deutsch „Einweihung“ heißt, erzählt eine Geschichte von Glaubensmut und göttlichem Eingreifen – und enthält auch für Christen eine besondere Botschaft.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie es zu Chanukka kam</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Chanukka, auch als Lichterfest oder Fest der Tempelweihe bekannt, hat keinen biblischen Ursprung. Dennoch wurden die historischen Ereignisse, die zu diesem Fest führten, vom Propheten Daniel rund 400 Jahre zuvor detailliert vorhergesagt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Daniel8" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Daniel 8 und 11</a>). Festgehalten wurden sie in den apokryphen Büchern 1. und 2. Makkabäer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Jahr 167 v. Chr. stand das jüdische Volk vor einer existenziellen Krise. Der hellenistische König Antiochus IV. Epiphanes („Antiochus, der erscheinende Gott“) hatte Jerusalem erobert und versuchte, den Glauben an den lebendigen Gott auszulöschen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er verbot das Lesen der Thora (Fünf Bücher Mose), das Halten des Schabbats und die Beschneidung jüdischer Jungen am achten Tag. Jüdische Schriften wurden beschlagnahmt und verbrannt, Juden gezwungen, nicht-koschere Speisen zu essen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Antiochus gelang es, viele aus dem Volk Israel zu einer neuen Religion zu verführen, die jüdische und griechische Riten vermischte. Wer weiterhin an den biblischen Geboten festhielt, riskierte grausamste Folterungen und die Todesstrafe. Antiochus’ Frevel gipfelten in der Entweihung des Tempels, als er auf dem Altar ein Schwein opfern ließ, eines nach der Bibel unreinen Tieres.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Makkabäer-Aufstand</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einer der sich weigerte, Gott die Treue zu brechen, war der in Modi’in lebende Priester Mattathias. Mit dem Ruf <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wer das Gesetz seines Gottes fürchtet und seinen Bund hält – mir nach!“</em> floh er mit seinen fünf Söhnen in die Berge. Mehr und mehr Dissidenten schlossen sich ihnen an, bis eine Armee entstand, die gegen die hellenistischen Besatzer kämpfte. So begann der Makkabäer-Aufstand, angeführt von Mattathias’ Sohn Juda mit dem Beinamen Makkabäus („der Hammer“).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hebräische Wort <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Makkabi</em> ist auch ein Akronym für <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Mi kamocha ba'elim JHWH?“ (Wer ist wie Du unter den Göttern, Herr?).</em> Diese Worte hatten Mose und die Israeliten nach der Befreiung aus Ägypten gesungen. Nun wurden sie zum Schlachtruf gegen die neuen Unterdrücker.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Wunder von Chanukka</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach einem mehrjährigen Krieg eroberten die Makkabäer im Jahr 164 v. Chr. Jerusalem. Sie reinigten den Tempel, rissen den geschändeten Altar ab und ersetzten alle Tempelgeräte. Anschließend wurde der Tempel – das Haus, in dem Gott angebetet werden wollte –, ihm wieder neu geweiht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Späteren jüdischen Schriften zufolge ereignete sich hier das „Wunder von Chanukka“. Gott hatte Mose befohlen, dass der im Tempel stehende siebenarmige Leuchter – die Menora – ewig brennen sollte. Doch mit der Entweihung des Tempels war auch das für die Menora speziell zubereitete, geweihte Öl unrein geworden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es fand sich nur ein einziger kleiner Krug, der noch mit dem Siegel des Hohepriesters verschlossen war. Das war gerade genug, um einen Tag lang zu brennen. Acht Tage würde es dagegen dauern, bis neues geweihtes Öl hergestellt werden konnte.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch dann geschah das Wunder: Der Inhalt des kleinen Kruges brannte acht Tage und acht Nächte und damit exakt so lang, bis neuer Vorrat produziert war.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie Chanukka heute gefeiert wird</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute nimmt beim Feiern von Chanukka die <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Chanukkia</em>, der neunarmige Leuchter, eine zentrale Rolle ein. Am Vorabend des Festes entzündet man eine Kerze (oder ein Öl-Lämpchen), am zweiten Abend zwei Kerzen, bis am achten Abend alle acht Kerzen brennen. Die neunte Kerze, der <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Schamasch</em> („Diener“), steht erhöht oder abgesetzt von den übrigen Kerzen, denn er ist etwas Besonderes. Seine Aufgabe ist es, die anderen Kerzen anzuzünden. Er gibt sein Licht, damit die anderen leuchten können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Chanukkia steht in einem Fenster, das zur Straße hin liegt, und muss dabei für Vorbeigehende sichtbar sein. Sie ist ein öffentliches Zeugnis des Wunders, von dem alle erfahren sollen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach dem Anzünden der Kerzen singen jüdische Familien das Lied <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ma’os Tzur Yeshuati </em>(„Fels meiner Rettung“), das von der Sehnsucht nach dem messianischen Zeitalter spricht und an die historischen Feinde der Juden wie der Pharao und Haman erinnert. Kinder erhalten Geschenke und man spielt mit dem <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dreidel</em>, einem Kreisel mit der Aufschrift „Ein großes Wunder ist geschehen“. Traditionell isst man in Öl gebackene Speisen wie <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Latkes</em> (Kartoffelpuffer) und <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Sufganiyot</em> (Krapfen) – eine Erinnerung an das Ölwunder.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die prophetische Bedeutung von Chanukka</h2>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Jesus, der erwartete Befreier</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hinter dem freudigen Chanukka-Fest verbirgt sich eine tiefe symbolische und prophetische Bedeutung. Einige Traditionen wie der <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dreidel</em> oder das Verspeisen von <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Latkes</em> entstanden zwar erst Jahrhunderte nach den historischen Ereignissen. Doch auch Jesus hat Chanukka bereits gefeiert. In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes10%2C22-23" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 10,22-23</a> heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem, und es war Winter. Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zur Zeit Jesu war die Erinnerung an den Makkabäer-Aufstand noch sehr präsent. Nach dem Sieg über die Hellenisten lebten die Juden rund 100 Jahre lang fast autonom in Judäa, Samaria und Galiläa. Die Römer setzten dieser Zeit relativer Freiheit erst wenige Jahrzehnte vor Jesu Geburt ein Ende. Die römischen Besatzer tolerierten zwar anders als die Hellenisten den jüdischen Gottesdienst im Tempel, doch sie kontrollierten die Priesterschaft, erhoben hohe Steuern und herrschten mit eiserner Faust.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das jüdische Volk sehnte sich nach einem neuen Juda Makkabäus, einem Messias, der die neuen Unterdrücker vertrieb. Darum wurde Jesus während des Chanukka-Festes gefragt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus.“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes10%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 10,24</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesu Antwort überrascht. Er sprach nicht von einem militärischen Sieg oder von politischer Macht, sondern erklärte: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich und der Vater sind eins“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes10%2C30" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 10,30</a>). </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus offenbarte sich nicht als ein Befreier wie Juda Makkabäus, sondern als der Sohn Gottes, der eine noch viel größere Befreiung bringt und seinen Nachfolgern ewiges Leben schenkt.</p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Chanukka-Leuchter</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Chanukkia veranschaulicht die Rolle, die denen zukommt, die Jesus nachfolgen. Jesus hat uns gereinigt von unserer Sünde und uns wie die Chanukkia erfüllt mit dem Heiligen Geist, der durch das reine Öl symbolisiert wird.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie der Schamasch ein Diener ist, der erhöht von den anderen Kerzen steht, erniedrigte Jesus sich selbst und wurde anschließend von Gott erhöht (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Philipper2%2C8-9" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Philipper 2,8-9</a>). Und wie der Schamasch den anderen Kerzen sein Licht gibt, will Jesus, der selbst das Licht der Welt ist (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes8%2C12" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 8,12</a>), uns entzünden, damit wir leuchten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ihr seid das Licht der Welt. … So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“</em> So spricht Jesus in <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us5%2C14-16" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 5,14-16</a> zu seinen Nachfolgern.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christen sollen wir wie die Chanukkia sein, die ins Fenster gestellt wird, damit alle sie sehen und von Gottes Wunder erfahren.</p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Antiochus Epiphanes: Ein Bild des Antichristen</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Bibelausleger sehen in Antiochus Epiphanes ein prophetisches Vorbild des kommenden Antichristen. Antiochus erhob sich selbst zum Gott, entweihte den Tempel, verbot den jüdischen Glauben und verfolgte diejenigen, die standhaft im Glauben blieben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seine Taten spiegeln wider, was in der Endzeit geschehen wird: Der Antichrist wird sich in den Tempel setzen, sich als Gott ausgeben und viele verführen. Doch wie Antiochus letztlich scheiterte, so wird auch der kommende Verführer fallen. Chanukka dient als eine Erinnerung: Gottes Volk mag bedrängt werden und vieles erleiden, aber es wird nicht vollends besiegt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Entschlossene Nachfolge</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Mi kamocha ba'elim JHWH – Wer ist wie Du unter den Göttern, Herr?“ </em>Das ist die Frage, die jede Generation neu beantworten muss. Auch heute steht der Glaube an Gott unter Beschuss und weltweit leiden viele Christen Verfolgung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Gegensatz zu den Makkabäern sind wir nicht dazu berufen, mit dem Schwert zu kämpfen. Unsere Waffen sind andere: Wir halten an der Wahrheit fest und machen Jesus, den wahren Befreier, bekannt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Worte Daniels, mit denen er die Zeit der Makkabäer beschrieb, sind der Schlüssel: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und entsprechend handeln“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Daniel11%2C32" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Daniel 11,32</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir unseren Gott wirklich kennen, sein Herz, seine Gedanken und seinen Willen, können wir in herausfordernden Zeiten standhaft bleiben. Dazu müssen wir die Gemeinschaft mit ihm pflegen und uns Zeit nehmen für sein Wort, die Bibel – sie lesen, studieren und darüber nachdenken.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Licht sein in dunklen Zeiten</h2>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einer Welt, die dunkler zu werden scheint und in der Orientierungslosigkeit und Hoffnungslosigkeit um sich greifen, lautet die Botschaft von Chanukka an uns: Stellt euer Licht ins Fenster!</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie? Indem wir an der Wahrheit der Bibel festhalten und nicht von ihr abweichen, auch wenn wir dafür verspottet oder angefeindet werden. Indem wir uns Zeit nehmen, Gottes Wort zu lesen, und unsere persönliche Beziehung zu Gott vertiefen. Indem wir Jesus erlauben, unsere Herzen zu reinigen, und uns Gott neu weihen. Und indem wir uns vom Heiligen Geist erfüllen lassen und entzündet von der Liebe Jesu sein Licht in die Welt tragen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Sinne: Frohes Chanukka – Chanukka sameach!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet – durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf: </strong><a href="http://www.sareltours.com/de" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">www.sareltours.com/de</strong></a></p>
<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17236636.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Thu, 18 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Frau Sein]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/frau-sein/2270-542-8006</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17235890/2270-542-8006</link>
      <description><![CDATA[Franziska Klein legt in ihrem Buch dar, warum wir gerade als Christen weiter über Gleichberechtigung sprechen müssen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114874.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Fontis Verlag</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit der Gleichberechtigung ist es so eine Sache. Immer wieder begegne ich Leuten, die mir erzählen, dazu sei schon alles gesagt; das Thema sei erledigt. Schließlich kann frau heute gefühlt alles werden: Astronautin, Bundeskanzlerin, Pastorin.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letzteren Beruf übt auch Franziska Klein aus, die in ihrem unglaublich klugen Buch „Frau Sein“ darüber schreibt, dass zum Thema Gleichberechtigung eben noch nicht alles gesagt ist. Sie nennt etliche gute Gründe, warum wir weiter über dieses Thema reden müssen – gerade auch in christlichen Gemeinden und Kirchen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die „Frauenfrage“ in Gemeinden</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aufgewachsen in einem konservativen Gemeindeumfeld war es für Klein lange eine Frage, wie sie mit ihrer Lehrbegabung umgehen soll. Ihr wird offen gesagt, sie habe die Begabungen eines Mannes, doch diese auszuschöpfen bleibt ihr verwehrt. Erst der Bruch mit der eigenen Glaubensprägung sorgt dafür, dass Klein zum einen ihren Glauben an Gott behält und zum anderen ihren Auftrag als Pastorin findet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die ganze erste Hälfte von „Frau Sein“ dreht sich um diese eher binnenchristliche Frage. Klein führt hier viele theologisch gut begründete Argumente ins Feld und legt sehr anschaulich dar, wie eine enge Bibelauslegung in diesem Bereich begabte Frauen kleinhalten kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Persönlich konnte ich ihrer Argumentation gut folgen, empfand diesen Teil des Buches aber als sehr zugespitzt. Denn – so meine Erfahrung – in vielen Gemeinden ist die Frage, ob Frauen Teil des Leitungskreises sein und lehren können, mittlerweile ein alter Hut.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was Frauen wirklich vom Gemeindedienst oder anderen verantwortlichen Ämtern in unserer Gesellschaft abhält, sind mittlerweile andere Punkte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig weiß ich, dass dies je nach Gemeindekontext anders aussieht, und für Frauen, die aus einem ähnlichen Hintergrund wie Franziska Klein kommen, sind ihre Erfahrungen und theologischen Begründungen vermutlich sehr wichtig.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Kernrolle der Frau: Ehefrau und Mutter?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wirklich gut macht das Buch für mich aber, dass Klein im Folgenden auf andere gesamtgesellschaftliche Aspekte des Frauseins zu sprechen kommt. Sie berichtet beispielsweise von der Erfahrung, bei Veranstaltungen als einzige Frau unter Männern mehrfach für jemanden vom Personal gehalten worden zu sein. Ein anschauliches Beispiel dafür, wie sehr das Bild von uns Frauen immer noch von bestimmten Rollen geprägt ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dazu gehört auch die Rolle der Ehefrau und Mutter. Klein spricht über ihren Schmerz, diese selbst (noch) nicht ausfüllen zu können. Gleichzeitig hinterfragt sie kritisch, inwieweit eine Identifikation mit diesen Rollen für Frauen heutzutage sinnvoll ist.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Provokant gefragt: Wenn man nur als Ehefrau und Mutter als vollwertige Frau gilt, was ist dann mit all den Single-Frauen, die ihr Leben erfolgreich und gut meistern?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Klein findet für sich die Antwort: „Ich bin Frau auch ohne Mann. Meine Geschichte hört nicht auf, wenn gesellschaftliche Erwartungen nicht erfüllt werden.“ Und vor allem macht sie klar: Wenn wir unsere Identität als Frau zu sehr von Partner und Familie abhängig machen, beeinflusst das auch unser Gottesbild – und zwar nicht im Guten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ergänzend nennt sie Beispiele von Freundinnen, die unsere Gesellschaft so lange als gleichberechtigt erlebten, bis sie Mütter wurden. Klein arbeitet heraus, wie problematisch es ist, dass Mütter sich in der heutigen Zeit zwar am Arbeitsleben beteiligen können und sollen, aber trotzdem einen Großteil der Care-Arbeit leisten. Hier gibt es ihrer Ansicht nach Diskussionsbedarf.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gesellschaftliche Schönheitsideale fördern Körperhass</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Franziska Klein schreibt auch darüber, mit welchem Schönheitsideal Frauen aufwachsen und wie dies unser weibliches Körpergefühl prägt, wenn jedes zweite Werbeplakat uns einen bestimmten Typ Frau vorhält. Sie selbst entwickelte einen regelrechten Körperhass, weil sie nicht den gesellschaftlichen Schönheitsidealen entsprach. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit ist Klein nicht allein. Ich kenne so gut wie keine Frau, die mit ihrem Körper vollständig zufrieden ist. Das liegt unter anderem daran, dass wir Frauen unseren Wert allzu oft von den Blicken der Männer abhängig machen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch als Christinnen wollen wir von Männern für schön befunden werden, aber gleichzeitig darf frau sich im christlichen Umfeld nicht zu freizügig zeigen. Sonst kommt schnell der Vorwurf, wir würden unangemessene Blicke auf uns ziehen. Dabei liegt die Verantwortung, wo man hinschaut oder eben auch nicht, faktisch zunächst beim Mann.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vom Male Gaze zu God’s Gaze</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einer solch sexualisierten Gesellschaft wie der unsrigen weder als graue Maus noch als Femme fatale verschrien zu werden ist ein Drahtseilakt. Klein plädiert dafür, sich als Frau vom Male Gaze zu lösen und sich auf God’s Gaze auszurichten.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Gott hat unsere weiblichen Körper individuell und mit Liebe geschaffen. Jede von uns ist einzigartig – das gilt übrigens auch für jeden Mann.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein besserer Umgang mit unserem Körper bedeutet dann nicht, ihn einfach als Hülle zu sehen und unser äußeres Erscheinungsbild für unwichtig zu erklären, sondern unseren Körper als uns zugehörig zu begreifen und unsere eigene individuelle Schönheit zu entdecken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Franziska Klein beschreibt dies für sich selbst so: „Freiheit kam, als ich lernte, mich mit den Augen Gottes zu sehen, der mich wollte, liebte, mich für sehr gut befand und mir eine andere Berufung verhieß, als nur um die Erreichung von Idealen zu kreisen.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Struktureller Sexismus und die Frau als gesellschaftliche Ausnahme</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben diesen eher persönlichen Themen widmet Klein sich gesellschaftlichen Themen in puncto Gleichberechtigung. Sie reißt die Problematiken des strukturellen Sexismus an und scheut sich nicht davor, auch über Gewalt gegen Frauen zu schreiben. Sie stellt die Frage: „Können Männer auch aufhören, eine Bedrohung zu sein?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein weiteres Problem sieht Klein darin, dass Frauen in vielen höheren Ämtern und Positionen immer noch als „Ausnahme“ gelten, wie zum Beispiel in der Wirtschaft, der Politik oder im Sport. Auch eine Frau als Pastorin ist selbst heute noch nicht die Norm. Sie kommen vor, aber sie bleiben die Ausnahme. Die Menge der Frauen in diesen Ämtern spiegelt nicht ihren prozentualen Anteil an den Gemeinden oder der Gesellschaft wider.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Klein macht klar, wie sehr dieses Denken von der „Frau als Ausnahme“ den Umgang mit Frauen bestimmt. Dabei stellt sie provokante Fragen wie „Predigen Frauen anders?“ und „Würde ich das auch sagen, wenn es ein Mann wäre?“</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ihr Fazit: Frauen dürften oft faktisch das Gleiche wie Männer, werden aber noch nicht gleichwertig behandelt. </p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Träumen wir denselben Traum?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum Ende des Buches schlägt Franziska Klein noch einmal versöhnlichere Töne an. Sie macht klar, dass sie mit ihrem Buch ins Gespräch kommen und nicht spalten will. Ihr Wunsch ist es, dass wir als Gesellschaft den gleichen Traum von einem guten Miteinander träumen. Doch dazu gehört für Klein auch, auf Missstände hinzuweisen und sie eben nicht unter den Tisch fallen zu lassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichsam erkennt sie an, dass auch viele Männer sich durch geänderte Rollenbilder in einer Krise befinden. Doch sie warnt hier vor allzu einfachen Antworten in Form einer Re-Traditionalisierung. Für sie brauchen Männer vor allem zwei Dinge: gute männliche Freunde und einen gesunden Umgang mit Frauen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Pastorin hofft Franziska Klein, dass besonders Kirchen und Gemeinden zu heilvollen Orten im Miteinander von Mann und Frau werden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn schließlich ist es der Auftrag Jesu an die Christen, dass man sie an ihrer Liebe untereinander erkenne (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes13%2C35" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 13,35</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für sich selbst stellt Klein zum Ende des Buches fest: „Ich möchte eine Frau sein, die voller Zuversicht nach vorne geht, weil Gott die Zukunft hält. Ich möchte eine Frau sein, die sich für mehr Gerechtigkeit einsetzt, weil es Gottes ureigenster Herzschlag ist. Ich möchte eine Frau sein, die nicht aufhört, nach Freiheit zu streben, der Angst nicht den Raum überlässt und ein lernbereites Herz behält.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Fazit: Hier und da zu persönlich</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diesem Wunsch von Franziska Klein kann ich mich nur anschließen. Sie hat mit „Frau sein“ ein Buch geschrieben, das hoffentlich viele Frauen ermutigt und den einen oder anderen Mann ins Nachdenken bringt. Besonders an ihrem Buch ist, dass hier eine Christin und Pastorin ihre sehr persönlichen Erfahrungen zum Thema Gleichberechtigung teilt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Klein deckt nicht nur Missstände auf, sondern zeigt anhand ihrer eigenen Erfahrung, wie destruktiv und traumatisch es für eine Frau sein kann, wenn es ihr verwehrt bleibt, sich frei zu entfalten. Dabei bleibt sie nie nur bei sich stehen, sondern richtet den Blick gezielt auch auf gesellschaftliche und gemeindliche Strukturen, die zu diesen Verletzungen geführt haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das einzige kleine Manko ist aber auch genau diese persönliche Herangehensweise. Für ein eher gesellschaftliches Thema ist das Buch fast schon zu persönlich geschrieben. Das bringt mir als Leserin die Themen zwar besonders nahe, aber birgt die Gefahr, dass mancher Kritiker die genannten gesellschaftliche Probleme fälschlicherweise als persönliche Probleme der Autorin herunterspielen könnte.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichsam führt gerade die persönliche Note des Buches extrem eindrücklich vor Augen, wie sehr Frauen selbst heute noch unter strukturellem Sexismus leiden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Klein gibt dem Erleben vieler Frauen eine Stimme und damit ein Gesicht. Sie macht deutlich, wie nötig es ist, dass wir weiter über Gleichberechtigung sprechen – wertschätzend und auf Augenhöhe. Und das auch und gerade in unseren Gemeinden und Kirchen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17235890.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 17 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/von-einem-maedchen-das-das-schreiben-liebte/3178-542-8002</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17234567/3178-542-8002</link>
      <description><![CDATA[Ein Bilderbuch erzählt Jane Austens Lebensgeschichte, die heute vor 250 Jahren geboren wurde.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114161.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© E. A. Seemann Henschel Verlagsgruppe</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Jane Austen eine der brillantesten Schriftstellerinnen aller Zeiten ist“. Mit diesen Worten beginnt das Bilderbuch „Von einem Mädchen, das das Schreiben liebte – Jane Austen“ von Deborah Hopkinson und Qin Leng.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Buch ist nur eine von vielen Veröffentlichungen anlässlich des 250. Geburtstages der englischen Schriftstellerin, aber eine ganz besonders liebevoll gestaltete und kindgerecht geschriebene. Die Textpassagen sind kurz und eignen sich genauso zum Vorlesen wie zum Selberlesen. Die Illustrationen von Qin Leng kommen in hellen Tönen daher und erinnern an pastellige Wasserfarbenzeichnungen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Kindgerechte Darstellung der Regency Ära</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Großartig ist an dem Buch aber vor allem, dass es die Besonderheit von Jane Austens Leben und Literatur verdeutlicht. Nämlich, dass Austen Geschichten über das reale gesellschaftliche Leben schrieb statt wilder Abenteuergeschichten – wie es damals ansonsten üblich war. Und dass sie als Frau Geschichten verfasste und veröffentlichte, was zu ihrer Zeit mehr als ungewöhnlich war.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Obwohl Deborah Hopkinson bei diesen historischen Fakten nicht in die Tiefe geht, wird kindlichen Lesern altersgerecht vermittelt, wie anders die Zeiten im Großbritannien der Regency Ära waren. Die zum Teil detailreichen Bilder stellen das damalige Leben anschaulich dar. Wer mehr wissen will, findet eine Zeittafel und eine Auflistung aller Romane Austens noch einmal am Ende.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Verfolge deine Träume!</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Über allem aber schwebt die Botschaft: Jane Austen verfolgte ihre Träume trotz Widerstände. Sie wollte Schriftstellerin werden und blieb dabei hartnäckig und zielstrebig. Dadurch verwirklichte sie diesen Traum schließlich, was für eine Frau damals ungewöhnlich, ja beinahe unerreichbar war.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Botschaft kann auch heutzutage junge Mädchen ermutigen, ihre Träume zu verfolgen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Insgesamt sprechen Motive, Farbgestaltung und Sprache des Bilderbuchs eher Mädchen an. Dies scheint mir die explizite Zielgruppe des Buches zu sein. Jane Austen war eine der ersten großen Schriftstellerinnen, die Weltbekanntheit erlangte, und eignet sich damit nun mal eher als Vorbild für Mädchen als für Jungen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zudem brauchen Mädchen nach wie vor starke Vorbilder. Auch die heutige Mädchengeneration sollte hören: „Du darfst du selbst sein und deinen Träumen folgen“. Rollenbilder mögen sich verändert haben, aber sie bestehen immer noch. Gleichzeitig tut der positiver Zuspruch dieses Bilderbuches „Trau dich und stehe zu dir selbst“ jedem Kind gut, sei es Junge oder Mädchen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Eine positive Identifikationsfigur für junge Mädchen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Bilderbuch ist in einem säkularen Verlag erschienen, eignet sich aber trotzdem gut als Weihnachtsgeschenk für junge Mädchen, die Interesse am christlichen Glauben zeigen. Denn die Botschaft ist aufbauend und lässt sich gut mit dem christlichen Glauben verknüpfen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser spielt auch in der Biografie von Jane Austen eine tragende Rolle. Sie wuchs in einer Pfarrersfamilie auf und war selbst gläubige Christin, obwohl man davon in ihren Romanen eher wenig liest.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jane Austen bietet als Frau, Schriftstellerin und Mensch eine positive reale Identifikationsfigur für junge Mädchen und dieses Buch trägt dazu bei, ein kleines Mädchen mit dieser großartigen Frau und Schriftstellerin bekanntzumachen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wem noch ein Weihnachtsgeschenk für Tochter, Enkelin oder Nichte fehlt, der greife also zu! Genauso lohnenswert kann das Bilderbuch übrigens auch als Geschenk für manchen erwachsenen Austen-Fan sein.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Sinne: Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass man von und über Jane Austen nie genug Bücher lesen kann.</p>
</blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17234567.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Tue, 16 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die lange Reise zur Krippe]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/die-lange-reise-zur-krippe/2803-542-8001</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17233828/2803-542-8001</link>
      <description><![CDATA[Was haben Wüstenstaub und Blasen an den Füßen mit Weihnachten zu tun? Eine etwas andere Adventsandacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114130.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vanessa Serpas /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warst du schon mal richtig lange unterwegs? Ich erinnere mich noch gut an Autofahrten, auf denen ich gefühlt jeden Kilometer gefeiert habe, den das Navi weniger anzeigte. Auch gab es die ein oder andere Bergtour, bei der meine Füße nur mit Mühe und Not den Weg zurück ins Tal schafften.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Lange und beschwerliche Reisen ermüden – und auf genau so einer Reise befinden sich Maria und Josef vor der Geburt ihres Kindes. Heutzutage erscheint die Entfernung zwischen Nazareth und Bethlehem nicht weit. 150 Kilometer – das lege ich bei einem Tagesausflug zu einem schönen Weihnachtsmarkt zurück. Aber Maria und Josef gehen diese Strecke zu Fuß und sie ist hochschwanger. Das war sicher kein Spaß, selbst wenn sie hin und wieder auf dem mitgeführten Packesel reiten durfte.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Der Weg zur Krippe führt durch Wüste und Berge</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Evangelist Lukas widmet ihrer vermutlich tagelangen Reise nur wenige Sätze. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas2%2C3-6" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 2,3-6</a> lesen wir dazu bloß</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, jeder in die Heimatstadt seiner Vorfahren. Aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, ging er nach Judäa in die Stadt Davids, nach Betlehem. Denn er stammte aus der Familie von König David. Dorthin ging er, um sich einschreiben zu lassen, zusammen mit Maria, seiner Verlobten; die war schwanger. Während sie dort waren, kam für Maria die Zeit der Entbindung.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kein Wort über Blasen an den Füßen, stramme Anstiege im judäischen Bergland oder kalte Wüstennächte. Die Bibel bleibt hier ganz nüchtern, aber die Reise nach Bethlehem wird das Paar einiges an Kraft gekostet haben. Ich höre Maria in meinem Kopf jammern: „Wieso kommt deine Familie nur aus Bethlehem? Warum ausgerechnet jetzt diese Volkszählung und warum musste Gott ausgerechnet mir dieses Kind schicken?“</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach der ermutigenden Zeit bei der ebenfalls schwangeren Elisabeth geht es für Maria nun wortwörtlich durch die Wüste.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie muss eine große körperliche Herausforderung bewältigen und am Ende wartet auf sie nicht mal ein gemütliches Bett in der Herberge, wie wir aus dem weiteren Verlauf der Weihnachtsgeschichte wissen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Eine letzte Bewährungsprobe vor dem Jubel</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Bibel verrät uns nichts dazu, wie Maria mit dieser Herausforderung umgegangen ist. Ob sie Zweifel hatte, ob sie umdrehen wollte? Ich gehe aber davon aus, dass dieser lange Fußmarsch für sie noch einmal eine letzte große Bewährungsprobe war. Jetzt realisiert sie nicht nur mit dem Kopf, sondern am eigenen Leib, was es bedeutet, Gottes Sohn auszutragen. Schwangerschaftssymptome und Streckenwanderung treffen aufeinander.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir uns in Veränderungsprozessen auf solch einer ermüdenden Reise befinden, schweigen auch wir dazu manchmal lieber. Das Neue tragen wir schon in uns und es erscheint uns fast als Last, während der alte Sack und Pack auf dem Rücken drückt. Noch können wir das Alte nicht loslassen und das Ende der Reise scheint weit weg.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch Gott geht mit. Auch dazu macht die Bibel an dieser Stelle keine extra Worte. Aber als die müden Wanderer dann kein Zimmer in der Herberge finden, hat Gott schon eine andere Lösung parat. Der Stall mag zwar etwas zugig gewesen sein, aber bot den beiden ein Dach über dem Kopf.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Wegstrecke von Maria endet mit der Geburt Jesu und Jubel über Gottes Größe.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Auch die Adventszeit ist eine Reise</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das gibt mir Mut, auch während mancher schwierigen Etappe auf meinem Lebensweg den Blick immer neu zum Himmel zu richten. Ich will daran glauben, dass Gott auch mich immer wieder an einen Ort führt, der gut ist. An dem ich rasten und ausruhen kann. Und an dem ich seine Wunder erlebe – so wie Maria.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Befindest du dich schon lange auf einem mühsamen Weg? Ist dein Ziel bereits in Sicht oder scheint es noch ewig weit weg?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist es heute dran, deine Sorgen darüber bei Gott abzugeben. Er kennt auch deinen Weg – so wie meinen und Marias. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht hilft dir dieser andere Blick auf die Reise nach Bethlehem, auch die Adventszeit in einem neuen Licht zu sehen. Nicht als besinnliche Ruhezeit, sondern als Reise zu Jesus, auf der es hier und da auch Wüsten und eventuell sogar den einen oder anderen Berg zu bewältigen gilt. Wo fordert der Advent dich gerade heraus und wohin könnte Gott dich damit vielleicht führen wollen?<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17233828.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 15 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Die Vergewaltigung hat nicht das letzte Wort]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/die-vergewaltigung-hat-nicht-das-letzte-wort/3178-542-8000</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17231670/3178-542-8000</link>
      <description><![CDATA[Delia Walter hat ihre wahre Identität erkannt – trotz schrecklicher Voraussetzungen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114095.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© ERF</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Wer bin ich?“ Fast alle Menschen suchen irgendwann in ihrem Leben nach der Antwort auf diese Frage. Zu wissen was uns ausmacht, zu wem wir gehören und was uns definiert, hat großen Einfluss darauf, wie wir unser Leben gestalten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Je nach dem, zu welchem Ergebnis wir kommen, führen wir ein Leben voll Sinn, Mut und Resilienz. Oder wir fühlen uns wertlos und verzweifeln daran, uns ohne Aufgabe und Ziel in dieser Welt durchkämpfen zu müssen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Delia Walter hat erlebt, was es heißt, sich über ihre wahre Identität klar zu werden. Dass dieser Weg für sie nicht einfach und langwierig war, hatte auch damit zu tun, dass Delias Mutter nach einer Vergewaltigung mit ihr schwanger wurde.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute kann Delia trotzdem sagen: „Ich bin nicht das Ergebnis einer Vergewaltigung. Ich bin ein Beweis dafür, wer unser Gott ist.“ Wie wurde dieses Wunder möglich?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ungeplant und doch geliebt</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Delia im Alter von acht Jahren ihre Mutter zum ersten Mal fragt, warum sie dunkle Locken und olivfarbene Haut hat, während ihre Mutter strahlendblaue Augen und helles Haar hat, erzählt diese ihr, dass der Mann, den Delia Papa nennt, nicht ihr leiblicher Vater ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ihre Mutter Nelli hat sich professionellen Rat eingeholt, wie sie ihrem Kind bestmöglich die Wahrheit sagen kann, und belässt es zu diesem Zeitpunkt bei dieser Information. Auch Delias Interesse ist zunächst gestillt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einige Jahre später – Delia ist mittlerweile 13 Jahre alt – möchte sie mehr wissen. Jetzt offenbart ihr Nelli die ganze Wahrheit: über die Vergewaltigung, die Schwangerschaft und ihre bewusste Entscheidung, Delia zu bekommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Ich habe mich nicht abgelehnt gefühlt. Weil meine Mama klar gesagt hat: ‚Egal, was passiert ist, ich wollte dich, und du bist das Beste, was mir passiert ist.‘“ Die Liebe ihrer Mutter dämpft Delias Schreck und Schmerz über das, was der Mutter angetan wurde, und die Umstände ihrer Entstehung zunächst. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Am Tiefpunkt die Wahrheit gefunden</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einige Jahre scheint es, als habe das Wissen über ihre Entstehung keine Auswirkung auf Delias Selbstwertgefühl. Doch dann häufen sich Gedanken wie „Dein Leben war ein Unfall. Du warst nicht gewollt. Du hast kein Recht, hier zu sein“. Delia beginnt ihre Identität anzuzweifeln, die sie eigentlich in ihrem christlichen Glauben verankert hatte.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als auch noch körperliche Beschwerden sie schwächen, fällt es Delia immer schwerer, den negativen Gedanken biblische Wahrheiten entgegenzuhalten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit ihrer Kraft verliert sie die Freude am Leben und rutscht in tiefe Depressionen. Delia zieht sich in sich und ihr Zimmer zurück, kann nicht mehr zur Schule gehen und die Stimmen in ihrem Kopf nehmen ihr stückweise jede Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. An diesem Tiefpunkt angelangt, unternimmt sie einen Suizidversuch.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als sie nach dem Suizidversuch im Krankenhaus aufwacht, wird ihr eines klarer als je zuvor: „Gott hat das letzte Wort über mein Leben. Ich lebe immer noch, also muss es einen Sinn für mein Leben geben.“ Zum erneuten Mal wollte Gott, dass Delia lebt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Nachhinein ist sich Delia sicher, die verdammenden Gedanken waren nicht nur negative Glaubenssätze. Als Delias Mutter die Ältesten ihrer Gemeinde um Hilfe in Form von Gebet bittet, verschwinden die dunklen Gedanken.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Unser Ende ist Gottes Anfang</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seit diesen Erlebnissen ist Gott einen Weg mit Delia gegangen, auf dem er ihr Stück für Stück ihre wahre Identität gezeigt hat. Eine große Stütze war ihr dabei ihre Mutter, die im ganzen Haus Bibelverse aufhing, die Delia ihre Identität als Kind Gottes bestätigten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Wahrheiten aus der Bibel in Kombination mit therapeutischer Betreuung führen in Delias Fall dazu, dass sie heute sagen kann: „Wenn ich mein Leben anschaue, sehe ich nicht eine Vergewaltigung, sondern ich sehe die Liebe und die Größe Gottes.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seit Nelli und Delia nicht nur miteinander, sondern auch in der Öffentlichkeit über ihre Geschichte sprechen, haben sie festgestellt, dass es andere mit einer ähnlichen Geschichte gibt. Andere zu ermutigen, wird zu ihrem Herzensanliegen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei wird ihnen selbst umso deutlicher, dass nur ein guter und liebender Gott aus einer Vergewaltigung dennoch etwas Gutes machen kann.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Die Welt kann sich nicht erklären, wie es sein kann, dass eine Frau, die vergewaltigt wurde, ihr Kind austrägt und dieses Kind mit Liebe anschaut. Und Gott hat gesagt, da ist sowas Schlimmes passiert und ich mache ein Wunder daraus“, sagt Delia über ihre Geschichte.</p>

<div class="erf-teaser-card-wrapper erf-teaser-card-wrapper--only-media" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<div data-oembed-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/identitaet-finden-trotz-vergewaltigung/51690-563" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/identitaet-finden-trotz-vergewaltigung/51690-563" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block;"><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/radio/talkwerk/identitaet-finden-trotz-vergewaltigung/51690-563" title="Was bin ich wert?" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Wer bin ich, wenn ich nicht leiste?</a></section>
</div>
</div>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Delia hat erkannt, dass es nicht die Umstände ihrer Geburt sind, die sie definieren. Es ist Gott, der sie geschaffen hat.  Er kennt sie, er wollte sie und hat schon zweimal dafür gesorgt, dass sie lebt. Ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass Gottes Liebe und Treue stärker sind als leidvolle Erfahrungen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schenke auch du Hoffnung!</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau deshalb müssen Geschichten wie die von Delia erzählt werden. Menschen sollen erfahren, dass sie wertvoll sind und es einen Gott gibt, der sie liebt und ins Leben gerufen hat. Dieser Gott möchte jedem Menschen zeigen, dass das Leben lebenswert ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als ERF ist es unser Anliegen, diese Botschaft durch Lebensgeschichten wie der von Delia weiterzugeben: Im Radio, in Artikeln und Bewegtbildsendungen. Mit eurer Spende helft ihr uns dabei, dass Menschen weiterhin Trost, Ermutigung und neue Perspektiven bekommen!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a class="shake-element color btn w-100" href="https://www.erf.de/unterstuetzen/spenden/kampagnen/frieden-senden/4245-340?reset=1&amp;akz=1790&amp;utm_source=erfde-website&amp;utm_medium=artikel&amp;campaign=weihnachtsspende-2025" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Maria Dietz</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17231670.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Maria Dietz]]></author>
      <pubDate>Sat, 13 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Werte krank machen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wenn-werte-krank-machen/6866-542-7999</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17229284/6866-542-7999</link>
      <description><![CDATA[Werte sind grundsätzlich gut. Werden Werte jedoch überbetont, können sie zu Problemen führen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1114000.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Darius Bashar /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich liebe Karamell – in allen Varianten. Als Kaubonbon, als knackige Kruste auf dem Crème brulée, als Füllung in der Tafel Schokolade. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neulich habe ich mir in einem Schnellrestaurant ein Vanilleeis mit Karamellsoße bestellt. Allerdings wurde mir schon beim ersten Löffel klar: „Puh, das ist zu viel des Guten!“ Pappsüßes Softeis und dann noch klebrige Karamellsoße, das ist eher ein Zuckerschock statt Hochgenuss.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie ein Wert zum Problem wird</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Zu viel des Guten“ – eine Redewendung, die ich treffend wie bemerkenswert finde. Übertreibt man es mit dem Guten, wird das Gute ungenießbar.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das gilt nicht nur beim Essen: Ich erinnere mich an eine Feier bei einer Frau, die gastfreundlich sein wollte und uns regelrecht überschüttete mit ihrer Fürsorglichkeit. Ständig drängte sie dazu, sich doch mehr zu nehmen, karrte immer neue Getränke an, riss das Fenster zum Lüften auf oder verteilte Decken. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei aller Geschäftigkeit bemerkte sie gar nicht, dass sie die Unterhaltung ihrer Gäste ständig aus dem Takt brachte. Wahrscheinlich hätten wir uns wohler gefühlt, hätte sich die Gastgeberin nur halb so viel Mühe gemacht. Das Problem: Sie übertrieb es mit der Fürsorglichkeit – einem eigentlich guten Wert – so sehr, dass es sie und andere in eine unangenehme Situation brachte. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Überbetonte Werte werden zu Stressfaktoren</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Podcast <a href="http://www.erfplus.de/stress" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Homemade Stress</a> berichtet Burnout-Präventions-Coach Stephan Menzel von Klienten, die wegen innerer Werte in extreme Stresssituationen geraten sind. Also nicht etwa wegen ihrer Schwächen oder weil sie ethisch unkorrekt gehandelt hatten, sondern wegen grundsätzlich guter Prinzipien. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So berichtet er von einer Ärztin, für die es wichtig war, menschenzugewandt und beliebt zu sein. Eigentlich eine gute Haltung bei jemanden in einem medizinischen Beruf. <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Doch dieser Wert war irgendwann so ausgeprägt, dass sie jedes Mal, wenn ein Patient abgesagt hat, weinen musste. Denn sie hatte den Eindruck, dass sie damit abgelehnt wird. Das hat ihr Leben total eingeengt.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit ihrem problematischen Verhalten meinen es Betroffene nur gut, deswegen sind solche Wertekonflikte für sie schwer zu durchschauen. Und das hat Auswirkungen auf das psychische Stresslevel, wie Stephan Menzel feststellt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Um beim Beispiel des Wertes Beliebtheit zu bleiben: Wer diesen Wert überhöht, tut sich mit Konflikten oft schwer. Doch Konflikte gehören zu den Problemen, die jedem im Leben begegnen. Wenn ich diese Konflikte nicht gelöst bekomme, weil ich Angst vor Ablehnung habe, dann entsteht viel Stress, sowohl emotional als auch im Körper.“ </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Überbetonungen entstehen nicht von einem Tag auf den nächsten. Vielmehr ist es ein schleichender Prozess: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich nehme mal das Beispiel Perfektionismus. Der Wert Sorgfalt verselbstständigt sich dabei, weil ich durch hervorragende Leistungen Anerkennung bekomme. Wenn ich zum Beispiel spüre, dass ich besonders gefragt bin, wenn etwas Schwieriges zu machen ist, präge ich diesen Wert unbewusst mehr und mehr aus. Möglicherweise wird dieses Verhalten regelrecht zwanghaft und schränkt mich ein, weil dieser eine Wert ständig im Vordergrund steht.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Wertequadrat nach Nicolai Hartmann</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aus der Beobachtung, dass Menschen Werte oft überbetonen, entwickelte der Philosoph Nicolai Hartmann schon Anfang des 20. Jahrhunderts das sogenannte <a href="https://www.bing.com/search?q=Wertequadrat+schulz&amp;FORM=AWRE" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Wertequadrat“</a>, das der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun wiederum als Modell für die Beratungspraxis einbrachte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Prinzip lautet, dass jeder Wert – Hartmann redet auch von Tugenden – eine Schwestertugend hat: Sparsamkeit und Großzügigkeit sind zum Beispiel solche Schwestertugenden. Nächstenliebe und Selbstfürsorge. Neugier und Respekt. Unabhängigkeit und Verbindlichkeit. Man könnte diese Liste unendlich weiterführen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun tendieren wir aufgrund von Prägung und Persönlichkeit oft eher zu einem der beiden Werte. Bin ich zum Beispiel eher sparsam, tue ich mich mit dem Spenden möglicherweise schwerer als andere, dafür kaufe ich aber bewusster ein und werfe seltener etwas in den Müll. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dass wir Werte unterschiedlich stark ausleben, ist also zunächst normal und gesund. Problematisch wird es erst dann, wenn wir einen Wert stark überbetonen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum Beispiel wenn ich aus lauter Fürsorglichkeit nicht die Grenzen meines Gegenübers respektiere. Oder nicht nur sparsam, sondern regelrecht geizig bin.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die eigenen Werte in Balance bringen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schulz von Thun nennt diese Übertreibung „Des Guten zu viel“. Werte brauchen ein Korrektiv, damit wir sie in einem gesunden Maß vertreten und einsetzen können. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Korrektiv findet sich in der Schwestertugend: Eine fürsorgliche Gastgeberin wird dann zu einem angenehmen Gegenüber, wenn sie sich auch darin übt, die Grenzen anderer zu respektieren. Ein Sozialarbeiter kann auf Dauer nur dann Nächstenliebe ausstrahlen, wenn er regelmäßig Selbstfürsorge betreibt. Die Predigten einer Pastorin werden die Gemeinde erst dann berühren, wenn sie nicht nur Wahrheiten ausspricht, sondern auch Gnade vermittelt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für diese Balance nutzt der Kommunikationspsychologe von Thun das Bild eines Regenbogens, für den ja auch zwei Schwester-Wetterlagen zusammenkommen müssen: Sonnenschein und Regen. Deswegen spricht er nicht nur von einem Werte- sondern einem Werte- und Entwicklungsquadrat. Wenn ich mich in meiner Persönlichkeit entwickeln möchte, kann ich gute Werte für mich entdecken, denen ich bisher nicht so viel Raum in meinem Leben gegeben habe. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich muss einen Wert, der mir wichtig ist, also nicht aufgeben – sondern ich entdecke einfach neue Tugenden und erweitere damit meine Wertebasis. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Coach Stephan Menzel bezeichnet diese Balance als „lebbare Mitte“ und erklärt es an einem Beispiel: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wenn der Wert Beliebtheit bei mir stark ausgeprägt ist, kann ich eine lebbare Mitte finden, indem ich mich an Schwestertugenden wie Authentizität und Geradlinigkeit orientiere. Wo ist es angebracht, freundlich zu sein, aber auch meine Meinung zu sagen, einen klaren Standpunkt einzunehmen und meine Bedürfnisse zu äußern? Das wäre für mich so eine lebbare Mitte, die ich einüben kann und die mich davor schützt, dass ich in eine Werte- Überhöhung abdrifte.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wertvolle Werte aus der Bibel</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Burnout-Präventionscoach Stephan Menzel schaut gerne in die Bibel, um Inspiration für sein Leben und seine Arbeit als Coach zu finden. Werte sind in der Bibel tief verankert, zum Beispiel durch die Zehn Gebote, die gleich in den ersten Büchern der Bibel aufgelistet sind. Darin ist der Respekt gegenüber den Eltern beschrieben, oder auch die Achtung vor dem Leben anderer. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eines der Gebote ist das sogenannte Sabbatgebot. Da sagt Gott: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Halte den Sabbat, indem du ihn heiligst, wie der HERR, dein Gott, es befohlen hat. Sechs Tage in der Woche sollst du arbeiten und deinen alltäglichen Pflichten nachkommen. Der siebte Tag aber ist ein Ruhetag für den HERRN, deinen Gott“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/5.Mose5%2C12-14" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">5. Mose 5,12-14</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie Stephan Menzel feststellt, findet sich in diesem Gebot ein wichtiger Wert<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">: „Gott verordnet einen Ruhetag und sorgt dafür, dass die Arbeit nicht überhöht wird. Wir Menschen sind keine Maschinen, Gott weiß, dass wir diese Regeneration brauchen. Also ein total guter Wert: Ruhe.</em>“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Selbst biblische Werte kann man überhöhen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Allerdings entwickelten Menschen mit der Zeit zu diesem Sabbatgebot einen ganzen Regelkatalog hinzu. Zur Zeit Jesu, also viele Jahrhunderte nachdem die Zehn Gebote entstanden sind, gab es religiöse Führer, die schon das Zupfen einiger Getreideähren als Arbeit und damit als Bruch des Sabbatgebots verstanden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus führte mit Theologen, die diese extreme Form des Sabbatgebots vertraten, regelmäßig Streitgespräche, zum Beispiel, als er Menschen an einem Sabbat von einer schweren Erkrankung heilte. Selbst diese übernatürlichen Heilungen wurden von ihnen als unrechtmäßige Sabbat-Arbeit verstanden! Für diese Männer war es wichtiger, regelkonform zu leben als das jahrzehntelange Leid eines Menschen zu beenden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Jude war es für Jesus selbstverständlich, die Sabbatgebote aus der Thora zu halten. Für ihn war der Ruhetag ein kostbares Geschenk, und doch plädierte er für eine Balance und sagte: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus2%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 2,27</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie Stephan Menzel feststellt, bringt Jesus damit eine Schieflage wieder ins Gleichgewicht: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Letztendlich wurde dieser eigentlich gute Ruhetag so überhört, dass es gekippt ist. Deshalb hat Jesus Initiative ergriffen und nochmal klar gemacht, wie dieses Gebot zu verstehen ist: dass es ein Tag für den Menschen ist. Gott hat uns diesen Tag anvertraut. Wir sollen diesen einen Ruhetag in der Woche halten und für uns nutzen, unter anderem um Selbstfürsorge zu betreiben. Das ist kein Gott, der richtend vom Himmel schaut, sondern der es gut meint mit uns.“ </em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Im Gleichgewicht der Werte</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An Jesu Umgang mit dem Sabbatgebot wird deutlich: Werte muss man gar nicht gegeneinander ausspielen. Jesus hat den Sabbat nicht etwa abgeschafft, weil andere es mit diesem Wert übertrieben haben, sondern hat ihn durch eine wichtige Schwestertugend ergänzt: die Fürsorge um andere und uns selbst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gibt es Werte, die dir besonders wichtig sind? Wie wunderbar, wie kostbar! Aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen und zu spüren, ob so manche Schwestertugend dabei zu kurz kommt. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit unsere Persönlichkeit reifen kann, gilt es den eigenen Wertehorizont zu erweitern und neue Tugenden zu entdecken. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist wie bei meiner Lieblingsnascherei: Besonders lecker wird es, wenn ich dem süßen Karamell eine Prise Salz hinzufüge. Salz und Zucker können eine herrliche Kombination sein, wenn ich es mit keinem der beiden übertreibe. Genauso ist es mit den Werten in meinem Leben: Nicht zu viel des Guten, sondern ausgewogen – das ist genau die richtige Rezeptur. </p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17229284.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein anderer Advent]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/ein-anderer-advent/2270-542-7998</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17226644/2270-542-7998</link>
      <description><![CDATA[Der Weihnachtsroman „Hoffnungssterne am Adventsbaum“ von Brigitte Liebelt erzählt von einem Neuanfang mit Gott in schweren Zeiten.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113910.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Gerth Medien</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deutschland, 1846. Das Deutsche Kaiserreich befindet sich mitten in einer wirtschaftlichen und sozialen Krise. Wetterbedingte Getreidemissernten und die Kartoffelfäule bedrohen die Existenz vieler Landwirte. Die Ressourcenknappheit lässt die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe schießen. Viele Arbeiter können sich ein Leben im Deutschen Reich nicht mehr leisten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Zeit spielt die historische Weihnachtsgeschichte „Hoffnungssterne am Adventsbaum“ von Brigitte Liebelt. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein Leben ohne Perspektive</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für die 17-jährige Anna Wagner gibt es keine berufliche Zukunft. Sie hilft ihrer Mutter im Haushalt und bei Näharbeiten, während ihr Vater als Tagelöhner auf dem Feld arbeitet. Das Geld der Familie wird immer knapper. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit ihrem Freund Paul schmiedet Anna einen Plan: Sie wollen gemeinsam nach Amerika auswandern. Dort soll das Leben besser sein. Doch Karl Wagner lässt seine Tochter nicht ziehen. Und so macht sich Paul allein auf die beschwerliche Reise über den Atlantik und Anna bleibt perspektivlos zurück.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Situation erhält Annas Vater einen Brief von seiner Schwester aus dem Diakonissenhaus in Kaiserswerth. Die Tante fragt, ob Anna sich vorstellen könne, dort als Kinderpflegerin im Waisenhaus zu arbeiten. Nach langer Überlegung steht die Entscheidung des Vaters: Anna wird nach Kaiserswerth ziehen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Neuanfang in Kaiserswerth</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dort beginnt für Anna ein neues Leben. Ein ganz anderes, als sie erwartet hat. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Im Diakonissenhaus steht der gelebte Glaube an Gott an erster Stelle. Auch die Waisenkinder werden in der Bibel unterrichtet. So etwas kennt Anna von zuhause nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ist sie verwundert, wie ruhig die Diakonieschwestern mit Kindern wie der frechen Helene umgehen. Das würde Anna auch gerne können. Doch Unsicherheit und Selbstzweifel nagen an ihr. Gehört sie hierhin? Macht sie ihre Arbeit gut genug? Als im Waisenhaus eine Krankheitswelle umgeht und auch die leitende Schwester Ruth krank im Bett liegt, ist Anna mit der Betreuung der Kinder auf sich allein gestellt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann beginnt die Adventszeit. Um den Kindern das Warten auf Weihnachten zu verkürzen, führt Pastor Theodor Fliedner, der Leiter des Waisenhauses, eine neue Tradition ein: Den Adventsbaum. Jeden Tag lernen die Kinder einen neuen Bibelvers auswendig. Mit Annas Unterstützung basteln sie Sterne, auf welche die Verse geschrieben werden. An jedem Adventssonntag sagen die Kinder die Bibelverse der letzten Woche auf. Ihre Sterne werden zusammen mit einer Kerze an den Baum gehängt. So wird der Baum bis Weihnachten immer ein bisschen heller.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein Glaube, der heilt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Leser begleiten Anna, wie sie bei ihrer Arbeit im Waisenhaus Gott immer mehr kennenlernt. Während sie mit den Kindern täglich Bibelverse auswendiglernt, beginnt in Anna ein Prozess der inneren Heilung. Dabei stellt sie sich Fragen, die viele Menschen bewegen, die auf der Suche nach Gott sind. Hierbei legt die Autorin großen Wert auf biblisch fundierte Antworten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Anna und die Kinder lernen nicht nur die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium kennen, sondern auch die Verheißungen aus dem Alten Testament, die auf Jesus als Messias hindeuten.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Fokus hat mir sehr gefallen, da ich als christliche Leserin viele theologische Impulse mitnehmen konnte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Buch zeigt zudem, wie wichtig ein Glaube ist, der im Alltag vorgelebt und nicht nur gepredigt wird. Trotz der Kürze von 160 Seiten steckt sehr viel Tiefe in dem kleinen Buch. Daher ist es weniger für eine schnelle Lektüre geeignet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Erzählstil orientiert sich die Autorin an der sprachlichen Ausdrucksweise des 19. Jahrhunderts. Das schließt auch die im Buch verwendete Bibelübersetzung mit ein. Auch der Glaube der Figuren wirkt dadurch etwas altertümlich und sehr fromm.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer noch auf der Suche nach Gott ist oder gerade erst zum Glauben gefunden hat, für den könnte dieser Sprachstil befremdlich sein. Das Buch richtet sich daher eher an traditionell-konservative Christen, denen eine solche Sprache geläufig ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Historisch präzise und authentisch erzählt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir persönlich gefiel besonders die enge historische Orientierung an den sozialen Umständen im 19. Jahrhundert. Es wird nicht nur die Armut thematisiert, von der damals viele Menschen betroffen waren, sondern auch Krankheitswellen von Grippe und Typhus. Die Autorin zeigt auf, wie diese damals aufgrund von fehlendem medizinischem Wissen und schlechter ärztlicher Versorgung das Leben der Kranken bedrohten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Pauls Reise nach Amerika, in die man als Leser zwischendurch immer wieder einen kurzen Einblick bekommt, wird realitätsnah erzählt. Im Anhang des Buches befindet sich zudem eine Einordnung der historischen Hintergründe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Geschichte gibt fiktive Einblicke in das Alltagsgeschehen der Diakonissenanstalt Kaiserswerth, die 1836 vom Pastor Theodor Fliedner gegründet wurde. Es war eine der ersten Einrichtungen im Deutschen Kaiserreich, die jungen unverheirateten Frauen eine Berufsausbildung ermöglichte. Auch die Tradition des Adventsbaumes, wie sie im Buch beschrieben wird, führte Fliedner 1848 in seinen Einrichtungen ein.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Lesenswerte historische Erzählung</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Insgesamt hat mir die weihnachtliche Geschichte von Brigitte Liebelt sehr gut gefallen. Die Hauptfigur Anna erlebt eine persönliche Entwicklung. Sie erfährt, dass sie von Gott geliebt ist. Dadurch kann sie sich selbst annehmen und auch ihrer Familie vergeben. Die Erzählung vermittelt eine hoffnungsvolle Stimmung: Die Not der damaligen Zeit wird mit dem Trost des Glaubens verbunden.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dem Fokus auf die biblischen Verheißungen von Jesus als Messias bietet die Erzählung zur Weihnachtszeit eine erweiterte Perspektive.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit nur 160 Seiten lässt sich das Buch gut in der Adventszeit oder an den Weihnachtstagen lesen. Ich empfehle es jedem, der gerne christliche historische Romane liest.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Judith Regel</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17226644.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Judith Regel]]></author>
      <pubDate>Tue, 09 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Advent: Und worauf wartest du?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/advent-und-worauf-wartest-du/2803-542-7820</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16922591/2803-542-7820</link>
      <description><![CDATA[Wer kommt da eigentlich – und wie kann ich mich vorbereiten? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113340.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Raymond Petrik /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Advent ist eine besondere Zeit. Nicht nur, weil er die hektischste Zeit des Jahres ist und der Einzelhandel seinen größten Umsatz macht. Auch nicht, weil es überall blinkt, bimmelt und glitzert.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Wort Advent stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Ursprünglich wurde dieser Begriff in der römischen Kaiserzeit verwendet, um die feierliche Ankunft eines Herrschers und die damit verbundene Zeremonie zu beschreiben. Im christlichen Kontext steht Advent für die Ankunft von Jesus Christus – sowohl für seine Geburt an Weihnachten als auch für seine Wiederkunft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wie sieht es mit unserer Vorbereitung aus? Erwarten wir Jesus wirklich?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Unerwartete Ankunft</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich wissen wir, dass Weihnachten mehr ist als ein Lichtermeer und Geschenke. Doch manchmal scheint es so, als wäre Jesus im Advent nur eine Randfigur.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wir haben alle Hände voll zu tun, Weihnachten so zu planen, wie wir es gewohnt sind: das Weihnachtsmenü planen, Plätzchen backen, das Haus auf Vordermann bringen – die eine oder andere Familientradition nicht zu vergessen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich merke selbst, wie leicht ich mich von den Weihnachtsvorbereitungen vereinnahmen lasse – und die eigentliche Weihnachtsbotschaft aus dem Blick verliere.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schon vor 2000 Jahren hatte keiner mit Jesu Ankunft gerechnet. Als Maria in den Wehen lag, gab es in Bethlehem keinen Platz für sie. Sie musste in dem Bereich einer Herberge einkehren, wo die Tiere untergebracht waren. Die Menschen hatten zu biblischen Zeiten keinen Raum für Jesus. Und heute?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Jesus wartet darauf, dass wir ihn einlassen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir ehrlich sind, wiederholt sich die Geschichte von damals oft in unseren Herzen. Wie kann ich jemanden willkommen heißen, wenn ich ihn gar nicht erwarte?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Buch der Offenbarung sagt Jesus: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und mir öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden miteinander essen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Offenbarung3%2C20" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Offenbarung 3,20</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus ist bereit, zu uns zu kommen. Er klopft an – aber wir müssen die Tür öffnen. Und das setzt voraus, dass wir uns bewusst Zeit nehmen, uns auf ihn auszurichten und ihn willkommen zu heißen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie können wir Jesus willkommen heißen?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Warten auf Jesus bedeutet nicht, dass wir untätig bleiben. Es ist ein aktives Warten, das unseren Alltag durchzieht. So könnte es aussehen:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein kurzer Moment der Stille am Morgen, in dem wir uns fragen: Jesus, wo bist du heute in meinem Leben?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Eine ehrliche Gebetszeit, in der wir ihm hinlegen, was uns beschäftigt.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Eine bewusste Entscheidung, jemanden in unserem Umfeld mit Liebe zu begegnen und ihn bei uns willkommen zu heißen – vielleicht zum Adventskaffee oder indem wir eine der vielen Weihnachtsvorbereitungen gemeinsam erledigen.</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Advent ist eine Einladung, unser Herz für Jesus zu öffnen. Nicht nur in festlichen Momenten, sondern mitten in unserem oft chaotischen Alltag. Dann kann Advent eine Zeit werden, in der wir Jesus nicht nur Platz in unserer Deko-Krippe machen, sondern auch in unserem Herzen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16922591.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 08 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Innere Landkarten]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/innere-landkarten/6866-542-7996</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17225035/6866-542-7996</link>
      <description><![CDATA[Muster aus der Vergangenheit können das Leben negativ beeinflussen. Wie überwinde ich hinderliche Prägungen aus der Kindheit?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1113000.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Matilda Vistbacka /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal vermisse ich die Zeit, bevor es Navis gab. Was hatten wir damals für abenteuerliche Fahrten quer durch Deutschland, bei denen ich mit dem dicken Straßenatlas auf dem Schoß als Beifahrerin navigiert habe! Aufmerksam haben wir damals jedes Schild studiert und Straßennamen mit der Karte im Atlas abgeglichen. Am Ziel anzukommen war damals jedenfalls aufregender. Und Lametta gabs früher auch mehr.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wohlgemerkt, wahrscheinlich sind diese Old-School-Fahrten in meiner Erinnerung schöner, als sie in der Realität waren. Das Navigieren mit der Karte war damals deutlich stressiger als das Fahren mit dem Navi heute. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotzdem studiere ich immer noch gern Landkarten, denn auf ihnen lässt sich entdecken, was sich links und rechts von meinem Weg befindet: Hier eine schöne Aussicht, da eine historische Ruine! Eben all jenes, an dem mich mein Navi kommentarlos vorbeisausen lässt. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Innere Landkarten – Was ist denn das?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Podcast „Homemade Stress“</a> spricht Burnout-Präventions-Coach Stepan Menzel auch viel über Landkarten. Allerdings nicht über die, auf denen Taunus, Paris oder der Himalaya abgebildet sind. Stephan Menzel spricht von inneren Landkarten:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„</strong>Wir zeichnen in unserem Gehirn Datenautobahnen: Wir lernen sehr früh, als Kinder und Jugendliche, Strategien und Lösungen, wie wir zurechtkommen können in unserem Umfeld. Und zwar, um elementare Grundbedürfnisse zu befriedigen: der Wunsch nach Bedeutung, Sicherheit und Autonomie.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese inneren Landkarten helfen uns, sicher durch unser Leben zu navigieren: Es sind die Grundüberzeugungen und Werte, die mir als Richtlinien dienen, um für mein Leben Entscheidungen zu treffen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie unsere Geschwister uns prägen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Faktor, wie unsere inneren Landkarten entstehen, ist zum Beispiel die Geschwisterkonstellation in der Ursprungsfamilie. Diese ist in jeder Familie einzigartig: nicht immer sind die Ältesten auch die Verantwortungsträger, die Jüngsten die kreativen Chaoten, wie so manch landläufiges Klischee suggeriert. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei Geschwistern stoßen unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, die ihren Platz in der Familie suchen: einen Platz, in dem sie sowohl Bedeutung, Sicherheit als auch ein gewisses Maß an Autonomie erfahren. Stephan Menzel beschreibt diese Erfahrung in seiner eigenen Vita wie folgt: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich habe noch zwei ältere Brüder und sie haben zwei ganz spezielle Positionen in der Familie besetzt. Für mich war klar, dass ich in diesen Positionen nicht mithalten kann, ich habe mir also eine andere Rolle gesucht. Für mich war es das Thema ‚Anerkennung durch Leistungʻ. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ich habe wie ein fleißiges Bienchen immer wieder geleistet, um mir diese Anerkennung zu holen. Diese Muster sind so tief in uns eingegraben und so gut verinnerlicht, dass diese wie im Autopiloten unbewusst und unbemerkt in uns mitlaufen.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Innere Landkarten entstehen unbewusst</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selten sind diese Rollen den Familienmitgliedern bewusst, sondern sie entstehen innerhalb der Familiendynamik. Eltern nehmen ja nicht ihr Neugeborenes auf den Arm und denken dabei „Das wird unser Sorgenkind“ oder „Dieses Kind ist der geborene Streitschlichter“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stattdessen bilden sich die inneren Landkarten aus vielen kleinen Erfahrungen heraus, die den familiären Alltag prägen: Wie reagiert das Umfeld auf schulische Leistungen, wie werden gemeinsame Auszeiten gestaltet, worüber spricht man am Abendtisch? Welche ausgesprochenen und unausgesprochenen Familienregeln („Bei uns Müllers herrscht Ordnung!“) gibt es? </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unsere Persönlichkeit, familiäre und freundschaftliche Beziehungen, schulische Erfahrungen, Interessen, Hobbies und kulturelles Umfeld: All dies prägt uns für unser Leben. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Zeit entwickeln wir unsere Stärken, es festigen sich Interessen, Werte, Grundüberzeugungen und Glaubenssätze.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wenn Trauma die innere Landkarte prägt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt allerdings auch Erfahrungen, die in kürzester Zeit die innere Landkarte umzeichnen können: Wenn Kinder erleben müssen, dass sie ihre Sicherheit verlieren und wenn sie Erfahrungen tiefster Ablehnung machen. Solche traumatischen Erfahrungen graben sich regelrecht ein in die Seele.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Stephan Menzel hat in einer Phase seiner Kindheit so eine negative Prägung erlebt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Mein Vater hat unsere Familie früh verlassen, weil er schwerer Alkoholiker war. Dann hat mein Onkel das Regiment im Haus übernommen, auch er war Alkoholiker. Doch bei ihm kamen noch weitere Eigenschaften dazu: Er war sehr gewalttätig und sehr tyrannisch. Und wir haben sehr viel Gewalt erlitten, das war sehr, sehr einschneidend.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um aus der Schusslinie zu kommen, lernte Stephan als Kind, Konflikte, um jeden Preis zu vermeiden<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">: „Ich habe für mich herausgefunden: Wenn ich mich aus Konflikten heraushalte, bin ich sicher, dann passiert mir nichts. Das habe ich ins Erwachsenenalter übernommen: Immer, wenn es Konflikte gab, war ich der Erste, der weg war.“</em> </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wenn alte Landkarten uns in die Irre führen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was für Stephan Menzel als Kind zu einer wichtigen Überlebensstrategie wurde, hat ihn als Erwachsenen immer wieder ausgebremst, denn gerade im Arbeitskontext stieß er bei Diskussionen immer wieder an seine Grenzen. Sobald eine Spannung als vermeintlicher Konflikt spürbar wurde, ging er auf Rückzug:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich war lange Zeit im Vertrieb tätig und jede härtere Verhandlung hat sich angefühlt wie ein Streit. Das heißt, um das zu vermeiden, habe ich nachgegeben und mich damit unter Wert verkauft. Das hat mich irgendwann so maßlos geärgert, dass ich mich entschlossen habe: Das möchte ich nicht mehr länger.“ </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch es müssen gar nicht so tiefe Verletzungen sein, die im Erwachsenenalter Mühe machen. Auch andere Muster können uns ausbremsen. Solche beobachtet Stephan Menzel in seinen Coachinggesprächen auf ganz unterschiedliche Art und Weise: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Da gab’s eine Person, die sich kurz vor einem großen Karriereschritt plötzlich so einen Klops geleistet hat, dass die Beförderung wieder gekippt wurde. Alle Kollegen waren total perplex und konnten es nicht verstehen. Das Interessante daran war, dass es schon das zweite Mal in seiner beruflichen Laufbahn vorkam.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Im Coaching kam an die Oberfläche, dass es eine Wertebasis gab, ein Familienmotto: ‚Wir sind nichts Besseres.ʻ Die Person kam aus einer Familie aus der Landwirtschaft, die sehr fleißig war, aber sich als ‚nichts Besseresʻ sah. Und dieser Karriereschritt wäre ein Schritt zu ‚etwas Besseresʻ gewesen. Aus Loyalität zur Herkunftsfamilie hat die Person diesen Fehler produziert. Unbewusst als innerer Sabotageakt – wie im Autopilot.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">In den Beratungen nutze ich oft folgenden Satz: Das Symptom ist die Lösung für den inneren Konflikt. Das klingt erst einmal kompliziert, aber damit meine ich folgendes: Wenn ich bei mir selbst ein Verhalten beobachte, dass mir Schwierigkeiten bereitet, dann ist das oft nur ein Symptom für ein tieferliegendes Muster. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Bei mir war es die Konfliktscheue, in dem Beispiel die Selbstsabotage. Ich wende das unbewusste Muster an, um eine innere Spannung oder einen inneren Konflikt aufzulösen und schaffe mir damit zwar kurzfristig Erleichterung, löse aber das eigentliche Problem nicht.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die innere Landkarte umzeichnen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wie schafft man es, neue Muster zu entwickeln oder – um im Bild zu bleiben – neue Wege auf der Landkarte einzuzeichnen? Das Gute: Es ist möglich. Stephan Menzel hat es selbst in seiner eigenen Biografie erfahren, im Rahmen einer Therapie<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">: „Am Anfang stand die Erkenntnis, dass es da ein Muster gibt. Ich war Anfang 30, als ich einen Burnout hatte. Ich konnte mir erst nicht vorstellen, dass die Muster noch so aktiv sind.“ </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Rahmen der Gespräche formulierte Stephan Menzel für sich das Ziel, entspannter mit Konflikten umzugehen:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Als Kind war es für mich existenziell, mich aus Streit herauszuhalten, weil ich Gefahr lief, Gewalt zu erleben. Doch im Erwachsenalter fühlte sich jedes ernstere Gespräch für mich wie ein Konflikt an. Nach dieser Neubewertung habe ich gelernt, Konflikte auszutragen, auszuhalten, mich ihnen zu stellen.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Das hat richtig Kraft gekostet, ich war danach manchmal schweißgebadet. Aber nach jedem dieser Konflikte habe ich gemerkt: Hey, ich bin noch da, ich bin unversehrt, ich lebe noch! Das war lebensverändernd. Heute kann ich jedem Konflikt erstmal angstfrei und offen begegnen.“</em> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel hat sich immer wieder Situationen gestellt, die seinem Muster widersprachen und dadurch gelernt, Konflikten gelassener zu begegnen. Das ist kein bequemes Vorgehen, denn es bedeutet für den Betroffenen, etwas zu tun, dass sich fremd, vielleicht sogar bedrohlich anfühlt. Aber dadurch verliert die Situation an Schrecken, vor allem, wenn diese Erfahrungen mit therapeutischer Hilfe vor- und nachbereitet werden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Prinzip, das auch in der Verhaltenstherapie erfolgreich angewendet wird, zum Beispiel bei Menschen mit einer Angststörung. Gemeinsam mit einer therapeutischen Fachkraft begeben sie sich bewusst in Situationen, die ihnen Angst bereiten. Dann steigt jemand mit Höhenangst auf einen Turm oder wer unter Flugangst leidet, begleitet einen Tag lang ein Pilotenteam. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letztlich geht es – wie so oft – um einen ersten Schritt. Ich kann mich fragen: Welches Muster möchte ich gerne ablegen und wie kann ich dafür sorgen, dass ich in diesem Lernfeld neue Erfahrungen sammle, ohne mich gleich zu überfordern? </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Inspiration aus der Bibel: Veränderung ist möglich</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Stephan Menzel ist die Bibel in solchen Prozessen eine wichtige Inspirationsquelle. Darin ist ihm eine Geschichte begegnet, in der ein Mann seine innere Landkarte umgeschrieben hat. Sie steht in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas19%2C1-10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 19,1-10</a>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Mann hieß Zachäus und war als korrupter Steuerbeamter bekannt. Wir erfahren nicht, warum er sich für diesen Lebensweg entschieden hat, doch offensichtlich wollte Zachäus raus aus den alten Mustern, wie Stephan Menzel beobachtet:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Als Zachäus hörte, dass Jesus in die Stadt kam, hat er sich auf den Weg gemacht. Er hatte nur ein Problem: Zachäus war klein und die Menschenmenge, die Jesus sehen wollte, war groß. Was hat er getan? Er hat sich einen Baum gesucht und ist auf diesen Baum geklettert, damit er Jesus sehen kann.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Den wichtigsten Schritt hatte Zachäus also schon unternommen: aufzubrechen und sich auf den Weg zu machen. Und Jesus? Er sieht den Steuereintreiber auf dem Baum, fordert ihn auf, herunterzuklettern. Dann lädt er sich einfach selbst beim kleinen Mann zum Essen ein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Für die Gläubigen, die um Jesus herumstanden, war das natürlich ein Skandal. Wie kann Jesus sich einladen bei einem der größten Betrüger der Stadt? Tja, so ist Jesus. Er kommt zu den Menschen, weil er sie total liebt. Er sprengt alle Konventionen und jeden Rahmen.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Begegnung mit Jesus gibt Zachäus die Kraft, seine innere Landkarte umzuschreiben. Statt sich weiter an seinen Reichtum zu klammern, entscheidet er sich dafür, einen Großteil zu spenden und das, was er unrechtmäßig erworben hat, zurückzugeben. Er hat seine innere Landkarte umgezeichnet, nachdem ihm Jesus auf Augenhöhe begegnet ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ich muss nicht bleiben, wie ich bin</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von Zachäus kann man folgende Prinzipien lernen beim Thema Selbstveränderung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">1. Wer zuhause sitzen bleibt und in der Haltung „Ich bin halt so“ verharrt, der wird sich bestimmt nicht verändern. Nur wer (aus sich) rausgeht, entdeckt neue Wege.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">2. Zachäus war erst einmal einfach nur neugierig und ist dieser Neugier nachgegangen. Es ist erstaunlich, was der Gedanke „Was wäre eigentlich, wenn ich…“ bewirken kann! Für Stephan Menzel war es die Vorstellung, bei einem Konflikt einfach mal nicht wegzulaufen oder nachzugeben. Welche Vorstellung von dir selbst weckt deine Neugier?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">3. Zachäus hatte offensichtlich keine Angst, sich lächerlich zu machen. Er ist einfach auf diesen Baum gestiegen und hat die Perspektive gewechselt. Manchmal verändern sich Menschen deswegen nicht, weil sie Angst davor haben, was andere über sie sagen – und verpassen dabei die Chance ihres Lebens.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">4. Zachäus hat nicht gekniffen, als sein Leben eine überraschende Wendung nahm. Dass Jesus ihn direkt ansprechen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Doch er hat die Gelegenheit zur Veränderung mit beiden Händen ergriffen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">5. Zachäus hat erlebt, dass Jesus verändert. Durch die Begegnung mit ihm, wollte er nicht mehr die alten Muster leben. Die Erfahrung, wie eine Begegnung mit Jesus verändern kann, hat auch Stephan Menzel 2 000 Jahre später gemacht: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Es gab bei meinen inneren Landkarten einige Abzweigungen, die nicht mehr gepasst haben. Aber diese Karte umzuzeichnen, das ist kein Spaziergang. Ich habe gemerkt, dass ich aus meiner Beziehung zu Jesus Kraft schöpfe, um neue Wege zu gehen. Die alten Wege waren tief verankert in mir und gehörten zu meinem Leben und für mich war es wirklich lebensverändernd, als ich sie loslassen konnte.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Es gibt kein Navi fürs Leben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Autofahren kann ich mich inzwischen von einer angenehmen KI-Stimme navigieren lassen, die mir sagt, wie ich ans Ziel komme. Die digitalen Navis erfahren regelmäßige Updates. Im Leben gibt es kein Navi, sondern da gilt es, selbst zu entscheiden, welchen Straßen ich folge. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Gute dabei: Jesus ist ein exzellenter Beifahrer. Er kennt den Weg („Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes14%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 14,6</a>) und meine inneren Landkarten genau. Er weiß, wo es sich lohnt, mal einen Schlenker zu fahren. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du erste Schritte gehen willst, um deine inneren Landkarten (durch ein „Update“) umzuschreiben und alte Wege zu verlassen: nur Mut! Schnapp dir deinen inneren Kompass und machʻs wie Zachäus: Verlass dein Haus und schau mal, was passiert. Du bist auf dieser Reise nicht allein. Die Bibel kann dir dabei ein kostbarer Reisebegleiter sein.</p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17225035.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Sat, 06 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Weihnachtswunder im Alltag entdecken]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/weihnachtswunder-im-alltag-entdecken/2270-542-7997</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17221865/2270-542-7997</link>
      <description><![CDATA[Das Lesebuch „Wundervolle Weihnachtszeit“ von Delia Holtus lädt zum Staunen und Innehalten ein. Eine Buchrezension.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1112931.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Francke-Buch /&nbsp;stockpics/<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist Anfang Dezember und damit startet der Spagat zwischen vorweihnachtlichem Stress und der Sehnsucht nach Ruhe. Jedes Jahr aufs Neue grüble ich nicht nur über Adventskalender und Geschenkideen, sondern frage mich: Wie möchte ich den Advent verbringen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damals war es in meiner Familie Tradition, dass wir uns an den Adventssonntagen mit Plätzchen und Kakao auf das Sofa gekuschelt haben. Mein Vater hat dann eine Geschichte aus einem Weihnachtsbuch mit vielen kleinen Geschichten vorgelesen. Ich habe es geliebt ihm zuzuhören und oft waren das für mich die schönsten Stunden in der ganzen Weihnachtszeit. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An diese gemütlichen Momente meiner Kindheit habe ich mich zurückerinnert, als ich in dem Buch „Wundervolle Weihnachtszeit. Wahre Geschichten mitten aus dem Leben“ von Delia Holtus geblättert habe. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Weihnachten muss nicht perfekt sein </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Buch ist eine Sammlung persönlicher Weihnachtsgeschichten mehrerer Autorinnen. Ihre Weihnachtserlebnisse sind sehr unterschiedlich und doch geht es im Kern bei allen um dasselbe: Es muss nicht alles perfekt und nach Plan laufen, damit Weihnachten werden kann. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch bei Jesu Geburt, dem allerersten Weihnachten, lief bei weitem nichts perfekt – und trotzdem war es die heiligste und wunder-vollste Nacht, weil Gott selbst anwesend war. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Darum geht es auch in den verschiedenen Weihnachtsgeschichten. Die Autorinnen erzählen davon, wie Jesus ihnen auch heute Freude und Licht bringt – nicht erst, wenn alles schön oder perfekt ist, sondern mitten im unperfekten Alltag. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Momente zum Lächeln und Innehalten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir hat die Vielseitigkeit der Geschichten gefallen. An manchen Stellen musste ich schmunzeln, bei anderen hatte ich vor Rührung Tränen in den Augen. So zum Beispiel bei einer Geschichte über ein Ehepaar, das einsame und ihnen fremde Menschen an Heiligabend aufnimmt. Oder bei der Geschichte über einsame Krankenhausflure, auf denen Weihnachtslieder gesungen werden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die zweiundzwanzig Geschichten sind kurzweilig und lassen sich zwischen acht und zehn Minuten lesen. Zwischen die Geschichten sind Bibelverse, Zitate oder poetische Texte eingestreut, die zum Innehalten und Nachdenken einladen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Schöne ist, dass man dieses Buch nicht am Stück lesen muss, sondern sich einzelne Geschichten rauspicken kann – ganz nach Lust und Laune und den Lücken im Terminkalender. So sind die Texte wie gemacht für kleine Ruheoasen mitten im trubeligen Advent.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Geschichten von Frauen, die jedes Herz erreichen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alle Geschichten in „Wundervolle Weihnachtszeit“ werden von Frauen erzählt – deshalb werden wohl auch eher Frauen zu diesem Buch greifen. Ich selbst habe mich in vielen Situationen wiedergefunden, von denen die Autorinnen schreiben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber natürlich kennen auch Männer die Sehnsucht nach ein paar ruhigen Minuten im Advent, um dem Wirken Gottes in dieser besonderen Zeit nachzuspüren. Als ich mich zum Schmökern mit dem Buch aufs Sofa gesetzt habe, kam mein Mann gern dazu und wir haben gemeinsam eine der Geschichten gelesen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Kleine Weihnachtswunder im Alltag</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Wundervolle Weihnachtszeit“ ist ein stimmungsvolles Buch für die Adventszeit. Die Wunder, die Jesus im Leben der Autorinnen getan hat, sind berührend und inspirierend. Sie ermutigen zu entdecken, wie die Weihnachtsbotschaft auch den eigenen Alltag bereichern kann – auch wenn vieles nicht perfekt ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Dezember werde ich mich wie in meiner Kindheit sonntags aufs Sofa kuscheln und eine Weihnachtsgeschichte lesen – diesmal gemeinsam mit meinem Ehemann. Dabei wollen wir Ausschau halten nach dem Wundervollen, mit dem auch wir in der Weihnachtszeit beschenkt werden. Wenn auch du dich nach kleinen Ruheinseln und Ermutigungen im Advent sehnst, kann ich dir genau dieses Buch dafür empfehlen. </p>
<p style="font-size: 85%;">Nora Freudenthaler</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17221865.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nora Freudenthaler]]></author>
      <pubDate>Thu, 04 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Meine Bedürfnisse, deine Bedürfnisse]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/meine-beduerfnisse-deine-beduerfnisse/6866-542-7993</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17220413/6866-542-7993</link>
      <description><![CDATA[In 4 Schritten Konflikte entschärfen. Wie die Gewaltfreie Kommunikation ein respektvolles Miteinander fördert.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111467.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://Unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Unsplash.com</a></figcaption></figure>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Gewaltfreie Kommunikation fußt auf Empathie, Klarheit und Wertschätzung.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">In der GFK vermeiden wir Anklagen und Vorwürfe und äußern stattdessen Wünsche, Bitten und Bedürfnisse in Ich-Botschaften.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">4 Schritte helfen, die Gewaltfreie Kommunikation umzusetzen: 1. Situation beobachten und Beobachtungen schildern, 2. meine eigenen Gefühle und Gedanken schildern, 3. meine Bedürfnisse in der Situation klären und äußern, 4. eine Bitte an den anderen formulieren, frei von Anklage und Druck.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Gewaltfreie Kommunikation muss man einüben, am besten klappt es, wenn beide Parteien mitmachen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht kennst du das? Schon wieder ist ein Konflikt eskaliert. Ich bin generell ein friedensliebender Mensch, aber wenn andere meine Bedürfnisse wie Bulldozer überrollen, sehe ich schon mal rot. Dann werde ich zur Drama Queen, wie mein Mann es mal scherzhaft, mal eher gequält beschreibt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erst letztens haben wir uns über eine Sache in die Haare gekriegt, bei der wir grundsätzlich gleicher Ansicht waren, uns jedoch über das Vorgehen uneins waren.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Obwohl wir das gleiche Ziel hatten, hatten wir in dem Moment ganz unterschiedliche Bedürfnisse und das erwies sich als regelrechter Sprengstoff.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Psychologe Marshall B. Rosenberg sieht in unseren Bedürfnissen die eigentliche Triebfeder hinter unseren Gefühlen und damit auch hinter Konflikten. Rosenberg entwickelte die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Gewaltfreie Kommunikation</a>. Dies ist eine Form der Konfliktlösung, bei der man den Blick auf die Bedürfnisse der Streitparteien statt nur auf den Streitgegenstand richtet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf diese Weise kann im besten Fall bei Interessenskonflikten Streit ganz vermieden werden. Doch wie genau funktioniert die Gewaltfreie Kommunikation?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ich-Botschaften statt Du-Botschaften</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Gewaltfreie Kommunikation stellt Empathie, Klarheit und Wertschätzung in den Fokus. Das bedeutet: Ich formuliere klar meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse und zeige Verständnis für die Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse des anderen. Gemeinsam ringen wir um eine Lösung, die die Bedürfnisse von uns beiden berücksichtigt, und gehen dabei wertschätzend miteinander um.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das beginnt bei der Sprache. Daher heißt die Gewaltfreie Kommunikation auch Gewaltfreie Kommunikation: Statt Anklagen, Vorwürfen oder gar Beleidigungen äußere ich Wünsche oder Bedürfnisse. Statt Du-Botschaften verpacke ich in Ich-Botschaften, was mir am Herzen liegt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hört sich zum Beispiel so an: „Ich fühle mich einsam, wenn du jeden Abend mit Freunden unterwegs bist. Ich habe dann das Gefühl, dass sie dir wichtiger sind als ich.“ Das klingt ganz anders als „Jeden Abend bist du weg. Ist dir eigentlich egal, wie ich mich dabei fühle?“, nicht wahr?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gewaltfreie Kommunikation einüben – wie gelingt’s?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun wirst du vielleicht einwenden: Das weiß ich alles bereits, aber im Streit denke ich da nie dran. So geht es mir auch. Sonst hätten mein Mann und ich uns letztens nicht in die Haare gekriegt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich muss man die Gewaltfreie Kommunikation erst einüben. Denn sie unterscheidet sich stark davon, wie wir sonst miteinander reden. Am besten tust du das nicht mitten in einem Streit, sondern übst es in „Friedenszeiten“ bei vergleichsweise harmlosen Interessenskonflikten. Dafür suchst du dir jemanden, der sich wie du eine bessere Streitkultur wünscht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zur Unterstützung gibt es in der Gewaltfreien Kommunikation zudem vier Schritte, die du in einem Konflikt nacheinander abarbeiten kannst. Das hilft dir, um wirklich Klarheit und Wertschätzung einzuüben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich beziehe mich hier auf die Beschreibung dieser Schritte aus dem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/144642" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Einander verstehen lernen – Wie uns verbindet, was wir sagen“</a> von Elisabeth Haag. Du findest sie aber auch in anderen Quellen zur GFK, eventuell aber in leicht abgeänderter Form.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schritt 1: Beobachten</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zunächst ist es wichtig, die Situation zu beobachten und vor dem anderen zu benennen. Vielleicht denkst du jetzt: Das ist ja ganz einfach. Oder du fragst dich, warum du das tun sollst. Schließlich kennen du und der andere die Situation zur Genüge. Dann tritt bitte einen Schritt zurück und frage dich: Stimmt das wirklich?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In vielen Fällen beobachten wir das Verhalten einer anderen Person und interpretieren einen nicht unerheblichen Teil hinein. Die Spülmaschine ist noch nicht ausgeräumt, also haben deine Kinder oder dein Partner das mal wieder bewusst dir überlassen. Dein Chef gibt dir am späten Nachmittag noch einen wichtigen Arbeitsauftrag und du denkst: Der gönnt mir auch gar keinen Feierabend.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber ist wahr, was du in diese Situationen hineininterpretierst? Vielleicht ist deinen Kindern nicht aufgefallen, dass die Spülmaschine ausgeräumt werden kann. Und vielleicht gibt dir dein Chef den Auftrag nur, um ihn vor seinem Feierabend aus dem Kopf zu haben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es lohnt sich daher, die Situation, über die du dich gerade ärgerst, genau anzuschauen und im Gespräch mit dem anderen erstmal nur deine Beobachtungen und nicht deine Interpretation zu äußern.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dem Beispiel mit dem Chef kannst du sagen: „Du hast mir noch einen Auftrag gegeben, aber ich will in einer halben Stunde Feierabend machen. In der Zeit werde ich die Aufgabe nicht mehr schaffen.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So formulierst du klar, wie die Dinge stehen. Ob dein Chef dir mit der Aufgabe Überstunden anordnen wollte, lässt du erstmal außen vor. Wenn das seine Intention war, wird er dies nun sagen. Wenn nicht, wird er dir mitteilen, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss, oder er wird sie selbst angehen oder an jemand anderen delegieren. In jedem Fall hast du eine möglicherweise falsche Vorannahme vermieden.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schritt 2: Gefühle und Gedanken schildern</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal klären sich Interessenskonflikte schon, wenn du die Situation so schilderst, wie du sie wahrnimmst. In dem Beispiel mit dem Chef kann es also sein, dass allein deine Beobachtung dazu führt, dass sich die Dinge zum Guten wenden und du pünktlich in den Feierabend kommst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meist ist aber auch der zweite Schritt nötig, um einen Konflikt friedlich aus der Welt zu schaffen. Hier wird es nun komplizierter. Denn jetzt drückst du deine Gedanken und Gefühle aus, solltest dabei aber ganz bewusst bei dir bleiben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das könnte in unserem Spülmaschinen-Beispiel so aussehen: „Wenn ich die Spülmaschine unausgeräumt vorfinde, habe ich den Eindruck, es sei allein meine Aufgabe, unsere Küche ordentlich zu halten. Das betrübt mich. Zudem setzt es mich unter Druck, da ich noch andere Haushaltsaufgaben zu erledigen habe.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie du siehst, verwende ich in meinem Beispiel nicht einmal das Wort „Du“. Das sind die berühmten Ich-Botschaften, mit denen wir vormalige Du-Botschaften in unserer Kommunikation ersetzen. Dennoch ist dem Gegenüber sofort klar, dass sein Verhalten diese Gefühle mitverursacht hat.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Menschen werden daher bereits auf eine solche Äußerung anspringen. Dann ist es sinnvoll, noch einmal klarzumachen: Ich spreche hier von meinen Gefühlen und davon, dass ich mir die Dinge anders wünsche. Das ist erstmal kein Angriff gegen dich.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn dein Gegenüber das kapiert und dann auch real erlebt, dass auf solch eine Selbstoffenbarung kein direkter Angriff folgt, wird er bereit sein, dir zuzuhören.</p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schritt 3: Bedürfnisse erkennen und äußern</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jetzt geht es um die Bedürfnisse und das ist der schwierigste Part. Vielleicht hast du schon beim Äußern deiner Gefühle gemerkt, dass da noch ganz andere Emotionen mit im Spiel sind als Wut oder Empörung. Und eventuell fällt es dir schwer, diese in Worte zu fassen, wenn dich die Situation oder das Verhalten des anderen nicht nur wütend macht, sondern auch betrübt oder Angst in dir weckt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft kaschieren wir Gefühle, die uns verletzlich zeigen, hinter Wut. Aber erst deine unterschwelligen Gefühle helfen dir weiter, um dein eigentliches Bedürfnis zu erkennen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schauen wir hier noch mal auf das Beispiel mit der Spülmaschine. Auf den ersten Blick scheint das Bedürfnis zu sein, die Spülmaschine nicht immer selbst ausräumen zu müssen. Ein sehr verständlicher Wunsch, aber nicht das einzige Bedürfnis im Beispiel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In meiner Ich-Botschaft formuliert die Person auch, dass sie sich allein für die Sauberkeit und Ordnung in der Küche zuständig fühlt. Das zeigt das Bedürfnis, nicht allein die Verantwortung für diese Dinge tragen zu müssen. Dann sagt sie noch, dass es sie unter Druck setzt, neben anderen Aufgaben noch die Spülmaschine ausräumen zu müssen. Sprich: Auch das Bedürfnis, Haushaltsarbeiten ohne Stress zu erledigen, spielt eine Rolle.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese beiden Bedürfnisse sind erfüllbar, selbst wenn das Hauptbedürfnis, die Spülmaschine nicht immer selbst auszuräumen, aus irgendwelchen Gründen nicht erfüllbar sein sollte. Andere Familienmitglieder oder Mitbewohner könnten etwa andere Haushaltstätigkeiten übernehmen, um die Person zu entlasten. Eventuell wäre auch die Anstellung einer Haushaltshilfe eine Option.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was zeigt dieses Beispiel? 1. Oft liegen weitere Bedürfnisse hinter einem scheinbar einfachen Bedürfnis. 2. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Bedürfnisse zu erfüllen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn mein Partner, meine Freundin oder mein Chef mein Bedürfnis nicht so erfüllen kann oder will, wie ich es mir wünsche, lohnt es sich, gemeinsam zu schauen, welche anderen Strategien zur Bedürfniserfüllung mir offenstehen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich einsam bin, muss nicht zwangsläufig mein Partner diese Einsamkeit füllen. Wenn ich Entlastung bei Aufgaben brauche, ist nicht per se der andere in der Pflicht. Das bedeutet aber auch: Ich akzeptiere, dass zuallererst ich für die Erfüllung meiner Bedürfnisse zuständig bin. Wenn ich dabei Hilfe brauche, formuliere ich dies als Bitte an den anderen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schritt 4: Klare Bitten äußern</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Den anderen zu bitten, mir meine Bedürfnisse zu erfüllen oder mir Raum zu schaffen, damit ich mich selbst um meine Bedürfnisse kümmern kann, ist der vierte Schritt in der Gewaltfreien Kommunikation. Hier ist entscheidend, dass ich meine Bitte klar, aber nicht als Forderung formuliere.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sinnvoll ist, wenn ich zu diesem Zeitpunkt bereits meine verschiedenen Bedürfnisse für mich geklärt und im besten Fall dem anderen mitgeteilt habe. Dann formuliere ich daraus eine klare Bitte.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier lohnt es sich, wirklich ehrlich zu sein. Oft neigen wir dazu, tiefzustapeln und nur um den kleinen Finger zu bitten, wenn wir eigentlich die ganze Hand wollen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch dieses Vorgehen birgt neues Konfliktpotenzial. Denn selbst, wenn ich es nicht äußere, spürt der andere, was ich mir unterschwellig von ihm wünsche. Eventuell wird er sich sogar manipuliert fühlen. Besser ist es, ganz frei heraus, aber wertschätzend zu sagen, was ich mir wünsche.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann schweige ich und warte auf die Antwort des anderen. Folgt ein Nein, bringe ich mein Bedürfnis erneut vor und suche einen Kompromiss. Im besten Fall habe ich mir bereits eine zweitbeste Option überlegt, die ich nun vorschlagen kann. Wenn nicht, frage ich den anderen, ob er andere Möglichkeiten sieht, meinem Bedürfnis zu begegnen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich kann auch eine Bedenkzeit vorschlagen, damit der andere und ich über andere Optionen der Bedürfniserfüllung nachdenken können. Im besten Fall findet dann zeitnah ein Anschlussgespräch statt, in dem wir erneut auf unsere jeweiligen Bedürfnisse schauen und einen Umgang damit finden, der für uns beide passt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Bedürfnisse des anderen sehen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bislang habe ich die einzelnen Schritte der GFK vor allem aus Sicht einer Person geschildert, aber natürlich funktioniert die Methode am besten in Wechselwirkung. Sprich: Wenn bei jedem Schritt auch der andere seine Sichtweise äußert.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn die Gewaltfreie Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Es geht eben nicht allein darum, meine Interessen in einem Konflikt zu vertreten. Vielmehr soll diese Methode einen sicheren Raum öffnen, in dem beide Streitparteien ihre Gefühle und Bedürfnisse äußern können und jeder seine Wünsche an den anderen formulieren darf.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bedürfnisse und Bitten zu formulieren, fällt oft einer Partei leichter als der anderen. Wenn du das in deiner Paarbeziehung, Freundschaft oder im Arbeitskontext beobachtest, frage bewusst auch nach den Bedürfnissen des anderen. Genauso darfst du auch mal etwas bestimmter für deine Bedürfnisse einstehen, sollten sie immer wieder übergangen werden.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn die Gewaltfreie Kommunikation lehrt nicht nur ein faireres Streiten, sondern möchte auch Beziehungen auf Augenhöhe ermöglichen.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Stolpersteine aus dem Weg räumen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit das möglich wird, ist es wichtig, ihre Prinzipien wirklich im Kern zu verinnerlichen. Viel zu leicht passiert es, dass wir Bewertungen als Beobachtung tarnen oder unter dem Mantel von Gefühlen Interpretationen äußern. Wenn du einen Satz mit „Ich fühle, dass du …“ oder „Ich beobachte, dass du …“ beginnst, frage dich, ob du nicht indirekt einen Vorwurf formulierst. Wenn dem so ist, halte inne und formuliere den Satz um.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Generell lohnt sich immer die Frage: Ist meine Bitte konkret, positiv formuliert, im Hier und Jetzt und kann der andere sie erfüllen?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier und da passiert es nämlich, dass man seine Bitte mit einer indirekten Drohung verbindet („Wenn, dann …“, „Sonst …“). Auch das ist nicht die feine englische Art. Gleichsam kann es in Einzelfällen legitim und durchaus sinnvoll sein, aufzuzeigen, dass ein Missachten der eigenen Bedürfnisse Konsequenzen haben wird.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn etwa jemand dich ausbeutet oder dir sogar körperliche oder seelische Gewalt antut, solltest du dich aus dieser Situation schnellstmöglich befreien. Sinnvoll ist aber auch hier, in der Kommunikation bei dir zu bleiben. Benenne die Konsequenzen als für dich logische Folge aus dem Verhalten des anderen, nicht als Strafe oder gar Rache.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gott sieht auch ungestillte Bedürfnisse</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht alle meine Bedürfnisse werden erfüllt, nur weil ich freundlich darum bitte. Genauso wenig kann ich mir meine Bedürfnisse immer selbst erfüllen, sollten andere es nicht tun. In dieser Hinsicht bleiben wir alle ein Stückweit von anderen abhängig.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hierzu passt ein Zitat, das Nora Imlau zugeschrieben wird: „Gestillte Bedürfnisse verschwinden. Unerfüllte begleiten uns ein Leben lang.“ Tatsächlich ist es so, dass unerfüllte Bedürfnisse uns manchmal länger begleiten und sich tiefer einprägen als unsere vielen erfüllten Bedürfnisse.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht erlebst auch du in deinem Leben, dass deine Bedürfnisse gerade massiv übergangen werden und Interessenskonflikte fortbestehen. Dann wende dich mit dieser Not an Gott. Schildere ihm, was du brauchst.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In den meisten Fällen wirst du kein sofortiges Wunder erleben. Aber vielleicht begegnet er deiner Sorge durch ein ermutigendes Bibelwort oder ist dir in deiner Einsamkeit nahe, wenn du an anderen Stellen keine erfüllende Gemeinschaft erlebst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott sieht dich und deine Bedürfnisse. Er nimmt sie ernst und deshalb darfst auch du sie ernstnehmen und in deinen Beziehungen für sie eintreten. Aber wo dies nicht gelingt, fängt er erst an. Bist du bereit, darauf zu vertrauen?<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17220413.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Tue, 02 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zeit für Liebe]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/zeit-fuer-liebe/2803-542-7994</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17219726/2803-542-7994</link>
      <description><![CDATA[Neben allen Vorbereitungen im Advent kommt eines oft zu kurz: gemeinsame Zeit. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111801.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Anastasia Shuraeva /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Endlich ist es so weit! Seit Wochen schon habe ich mit den Hufen gescharrt. Ungeduldig stand ich vor meiner DVD-Sammlung. Wann kann ich endlich wieder meine liebsten weihnachtlichen Filme anschauen? Im Kalender hat sich in den letzten Wochen gefühlt gar nichts vorwärtsbewegt. Doch nun ist es so weit. Seit Sonntag, dem ersten Advent, gibt es für mich kein Halten mehr. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sämtliche Wochenenden sind verplant, um all die Filme zu schauen, die nur im Dezember wirklich Freude bereiten und uns als Familie auf das kommende Fest einstimmen. Dazu zählen unter anderem „Der kleine Lord“, „Betty und ihre Schwestern“ und auch „A Christmas Carol“ von Charles Dickens, aber nur in der einzig wahren Version aus dem Jahr 1984 mit George C. Scott.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Eine besondere Zeit der Freundlichkeit und Nächstenliebe</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Dialoge in den Filmen kann ich fast auswendig mitsprechen, denn wir sehen die Filme schon seit Jahrzehnten. Warum alle Jahre wieder immer dieselben Geschichten? Ich weiß es ganz genau: Sie erzeugen ein ganz bestimmtes Gefühl. Ein Gefühl der Vertrautheit und des Wohlbehagens. Und sie haben eine Botschaft. Es geht um die Kraft der Liebe und es geht um Weihnachten. Beides gehört in diesen Geschichten unabdingbar zusammen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So formuliert es Fred Holywell, der Neffe von Ebenezer Scrooge, in „A Christmas Carol“:</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit, in der Menschen ihre Herzen öffnen und Freundlichkeit und Nächstenliebe viel häufiger vorkommen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was sein Onkel nicht versteht, der Weihnachten für eine verlogene und kommerzielle Veranstaltung hält. Solche warmen Gefühle sind ihm fremd. Die Botschaft von Weihnachten, ist eine Botschaft der Liebe. Gemeinsam als Familie schauen wir uns diese traditionellen Filme an, weil sie uns genau daran erinnern. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Frau brachte neulich eine Tasche mit nach Hause, auf der steht: „Die wichtigsten Dinge im Leben sind keine Dinge!“ Genau so ist es! Deshalb ist es uns wichtig, rund um Weihnachten so viel Zeit wie möglich als Familie und mit Freunden zusammen zu verbringen. Denn das Wichtigste sind letztlich die Menschen, mit denen wir gerne zusammen sind. Ob es nun die Familie ist, Freunde, Nachbarn oder wer auch immer. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Wichtigste sind die Menschen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gott geht es ganz genauso. Er liebt uns so sehr und will uns nahe sein! Deswegen sendet er seinen Sohn auf diese Erde. An Weihnachten, die Geburt von Jesus Christus, kommt Gott uns zum Greifen nahe. Indem Gott, der Vater, seinen Sohn auf die Erde schickt, verändert sich dadurch auch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Durch Weihnachten können alle Menschen zur Familie Gottes gehören, können Söhne und Töchter Gottes sein. Ich bin ein Kind Gottes. Jesus selbst sagt es einmal so: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Markus3%2C35" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 3,35</a>). In der Bibel steht weiter dazu: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Seht doch, wie sehr uns der Vater geliebt hat! Seine Liebe ist so groß, dass er uns seine Kinder nennt – und wir sind es wirklich!“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Johannes3%2C1" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Johannes 3,1a</a>) </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist der Kern von allem: Gottes Liebe zu uns Menschen. Ohne diese bedingungslose Liebe gäbe es kein Fest, auf das wir uns vorbereiten könnten. Es gäbe kein wohliges Gefühl der Liebe, in das wir eintauchen und das wir weitergeben könnten. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer diesen Kern von Weihnachten versteht, begreift, dass es nichts Größeres gibt, als diese Art der Liebe. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Liebe zählt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer in der Adventszeit nur daran denkt, welche Geschenke noch zu besorgen sind und was alles noch für das perfekte Fest zu organisieren ist, verpasst das Wesentliche in diesen Wochen. Natürlich kann ich auch durch die Geschenke unterm Baum, das Festessen auf einem schön hergerichteten Tisch oder andere Aufmerksamkeiten meine Liebe zeigen. Aber, dann sollte auch wirklich Liebe drinstecken und nicht einfach nur Pflichterfüllung, Tradition oder schlichte Gewohnheit. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was ist deine Motivation bei all den Vorbereitungen in den Wochen vor Weihnachten? Was sind deine Prioritäten? Was macht die Adventszeit für dich im Wesentlichen aus? Ist neben den Terminen und der Hektik auch Raum für die Begegnung mit anderen Menschen?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Liebe weitergeben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Immer, wenn ich einen der Weihnachtsfilme schaue, erinnert es mich daran, worum es an Weihnachten tatsächlich geht: Gottes Liebe macht es möglich, dass Menschen in den Wochen vor Weihnachten ihre Herzen öffnen und Liebe verschenken – durch kleine oder große Gesten und manchmal auch da, wo man es nicht erwarten würde. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gottes Liebe macht es möglich, dass Menschen in den Wochen vor Weihnachten ihre Herzen öffnen und Liebe verschenken. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht wäre der Besuch bei einem einsamen Menschen eine gute Idee oder eine Weihnachtskarte an jemanden, den man lange nicht gesehen hat. Oder eine kleine Aufmerksamkeit für Menschen, die uns täglich begegnen. Ein kleines Zeichen der Freundlichkeit eben. Ein Zeichen der Liebe, die uns auch Gott erweist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja, die Advents- und Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit, auf die ich mich jedes Jahr aufs Neue freue. Ich kann es kaum erwarten!</p>
<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17219726.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi]]></author>
      <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Schlafkiller Stress]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/schlafkiller-stress/6866-542-7995</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17218574/6866-542-7995</link>
      <description><![CDATA[Viele Menschen leiden unter Schlaflosigkeit, weil sie sich gestresst fühlen. Burnout-Präventionscoach Stephan Menzel gibt Tipps für besseren Schaf.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111816.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie hast du heute geschlafen? Über diese Frage redet nicht jeder gerne. Laut einer <a href="https://www.mylaif.de/schlafbericht" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Umfrage aus dem Jahr 2023</a> leiden 42 Prozent der Deutschen unter Schlafproblemen. Knapp ein Drittel der Schlechtschläfer gibt körperliche Beschwerden an, aber über 50 Prozent der Betroffenen sprechen von seelischen Faktoren, vor allem Stress.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel trifft als zertifizierter Burnout-Präventionscoach in seinen Beratungsgesprächen auf viele Schlechtschläfer. Johannes Kolk hat mit ihm im <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF Plus Podcast „Homemade Stress“</a> darüber gesprochen, wie man wieder zu einem guten Schlaf findet.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Stephan, warum ist Stress ein Schlafkiller?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Weil wir viele Dinge, die wir am Tag nicht gelöst bekommen, einfach mit in den Schlaf nehmen. Der Körper ist dann abends nach wie vor angespannt: Manche klagen über Nacken- oder Rückenschmerzen, obwohl rein körperlich alles okay ist. Das ist oft ein Symptom von innerer Anspannung.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Menschen, die einem körperlich anstrengenden Beruf nachgehen, klagen tendenziell weniger über Stress und Schlafprobleme. Warum eigentlich?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Die Krankenkassen und die Berufsverbände ermitteln ziemlich genau, welche Berufsgruppen von Stresserkrankungen häufiger betroffen sind. Und Menschen, die körperlich arbeiten, sind wesentlich weniger der Gefahr eines Burnouts ausgesetzt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man vermutet, dass diese Menschen es schaffen, die Energie, die durch Stress im Körper erzeugt wird, über den Tag abzubauen. Die Stresshormone werden durch diese körperliche Arbeit direkt wieder abgebaut. Und ja, auch ich begleite im Wesentlichen sogenannte „Kopfarbeiter“, die in der Regel wenig Tagesbewegung haben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn man den Tag nachts nicht loslassen kann</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du hattest selbst schon einen Burnout. Wie sah eigentlich bei dir vor deinem Burnout dein Schlaf aus?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Bescheiden. Zuerst war das unmerklich, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich immer weniger Schlaf bekomme und mein Schlaf von der Qualität her schlechter und schlechter wurde. Ich war nicht mehr regeneriert, hatte aber trotzdem noch diese ganzen Themen im Kopf, die es zu bewältigen galt. Das hat letztlich dazu geführt, dass meine körperliche Verfassung insgesamt schlechter wurde.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist das Gefährliche, dass man es zunächst gar nicht so richtig wahrnimmt: Da wird mal da eine halbe Stunde weniger geschlafen, dann hier noch mal eine halbe Stunde weniger. Man ist nachts länger auf, betäubt sich mit Fernsehen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Stress ist also ein echter Schlafkiller, ohne dass mir der Schlafverlust etwas bringt: Ich kann ja in der Nacht meist nichts mehr an dem ändern, was mich am Tag frustriert oder gestresst hat.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Da sprichst du einen wichtigen Aspekt an. Viktor Frankl hat es mal so ausgedrückt: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum der Entscheidung.“ Entweder du steigerst dich jetzt weiter in die Themen des vergangenen Tages rein. Oder du sagst ganz bewusst: „Vorbei ist vorbei. Ich kümmere mich morgen wieder um diese Themen.“</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt nicht, dass ich es unter den Teppich kehre, aber dass ich bewusst die Entscheidung treffe: „Heute kann ich nichts mehr ändern.“ Ganz nüchtern und sachlich. Das ist ein bewusster Entscheidungsprozess.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gute Schlafroutinen entwickeln</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Werden wir konkret: Was ist ein guter erster Schritt zu einem besseren Schlaf?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Erst einmal wahrzunehmen: „Wie empfinde ich gerade meinen Schlaf?“ Wenn man dabei zum Schluss kommt, dass man zu wenig schläft, sollte man sich dafür aber nicht selbst verurteilen. Möglicherweise gibt es körperliche Ursachen für Schlaflosigkeit, da sollte man also als Erstes den Hausarzt, die Hausärztin aufsuchen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Können körperliche Ursachen ausgeschlossen werden, geht es im nächsten Schritt darum, eine Schlafroutine zu entwickeln. Zum Beispiel eine feste Uhrzeit zum Schlafen festzulegen, das Smartphone auszuschalten und nicht bis zum Einschlafen die Nachrichten checken. Es gibt viele Hilfen, wie eine gesunde Schlafroutine aussehen kann.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Stichwort Smartphone: Ich habe schon mit unterschiedlichen Leuten gesprochen, denen es richtig schwerfällt, abends das Handy wegzulegen. Es fühlt sich für sie nach „Weltflucht“ an, wenn sie nicht die aktuellen Nachrichten im Blick haben.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Das ist ja diese FOMO, „Fear of Missing Out“: Die Angst, dass ich irgendwas verpasse. Dieses Gefühl hat besonders durch soziale Medien Einzug gehalten. Da spüre ich, wie dynamisch unsere Umwelt in den letzten 20 Jahren geworden ist.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich lade da gerne zum Experiment ein: Schau doch einfach mal eine Woche abends keine Nachrichten mehr an und zieh am Ende der Woche das Fazit: Was habe ich denn verpasst? Habe ich überhaupt etwas verpasst?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin immer wieder erstaunt, dass sich die Welt trotzdem weitergedreht hat und ich mein Leben gut gestalten konnte. Natürlich ist es wichtig, sich zu informieren, aber meistens reicht es, am Folgetag die Nachrichten zu lesen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Muss ich immer erreichbar sein? </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Das hat ja früher auch funktioniert: Da hat man morgens die Zeitung gelesen und abends die Tagesschau geschaut. Das war’s. Und die Leute waren trotzdem gut informiert. Ein weiterer Aspekt, warum Menschen abends das Smartphone bei sich haben, ist die Erreichbarkeit. Konkret: für Notfälle auf der Arbeit oder in der Familie.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Auch hier lohnt sich der Blick zurück: Wie war das früher? Da gab es auch schon Telefone im Haus, aber sie waren an einem zentralen Ort und die hat man im Notfall auch nachts gehört. Ein probates Mittel ist aus meiner Sicht, das Handy erst gar nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen. Und ich kann mein Smartphone auch so einstellen, dass nur gewisse Anrufe abends durchkommen, zum Beispiel nur die Kinder und die pflegebedürftigen Eltern. Alles andere kann warten, vor allem die Nachrichten von der Arbeit.</p>

<div class="dividing-line--light onepager-article-wrapper--light no--before" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> </div>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5 Tipps für einen besseren Schlaf</strong></h3>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Das Smartphone rechtzeitig ablegen</strong>
</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Leg dein Smartphone am besten 2 Stunden vor dem Schlafengehen zur Seite. Damit reduziert du Gedanken- und Gefühlsimpulse, die dir den Schlaf rauben könnten. Außerdem wirkt das blaue Licht von Bildschirmen aufputschend und kann selbst bei ausgeglichener Stimmung das Einschlafen verzögern.</p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">2. <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Offline-Zeiten vor dem Zubettgehen bewusst gestalten</strong>
</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Entspannende Offline-Tätigkeiten können helfen, besser einzuschlafen. Es kann sich lohnen, eine Runde spazieren zu gehen, Sauerstoff zu tanken und dabei den Tag Revue passieren zu lassen. Auch ein heißes Bad, das Lesen eines guten Buches oder ruhige Handarbeiten können helfen.</p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Entspannungsübungen oder Meditationen</strong>
</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sehr empfehlenswert ist hier die progressive Muskelentspannung, die eine bewusste An- und Entspannung der Muskelgruppen im Körper fördert. Aber auch ein Stillegebet, eine christliche Meditation oder andere Entspannungsübungen verbessern das Einschlafen.</p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Ein Dankbarkeitstagebuch führen</strong>
</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Notiere dir drei Dinge am Tag, die gut gelaufen sind. Das kannst du in einem Tagebuch oder auf Zetteln tun, die du sammelst und dir später wieder anschaust. Selbst das Notieren von Kleinigkeiten wie einem netten Gespräch oder einem leckeren Essen kann helfen, mit einer positiven Grundstimmung in den Schlaf zu gehen. </p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">5. <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Erinnerungsblock neben dem Bett</strong>
</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn dir mitten in der Nacht To-Dos einfallen, kannst du sie dir so sofort notieren. Du kannst sie dann entspannt wieder das Licht löschen und sie am Folgetag angehen ohne Sorge haben zu müssen, etwas Wichtiges zu vergessen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<div class="dividing-line--light onepager-article-wrapper--light no--before" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> </div>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Konflikte abends loslassen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Routinen und ein guter Umgang mit dem Smartphone sind also hilfreich beim guten Schlafen. Aber was ist mit den psychischen Belastungen, zum Beispiel zwischenmenschliche Konflikte? Ich stelle es mir schwierig vor, so etwas allein durch Schlafroutinen zu lösen. Wie kann ich solche Themen aus dem Weg schaffen, wenn ich besser schlafen will?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Auch da kommt mir wieder der Satz von Viktor Frankl über Reiz und Reaktion in den Sinn. Ich habe zwei Möglichkeiten: Ich drehe mich in dieser Gedankenwaschmaschine und grübele, wie ich jetzt mit dem Konflikt umgehen soll.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Wahrheit ist allerdings: Ich werde den Konflikt in diesem Moment, in dieser Nacht nicht lösen können.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann ich mir bewusst machen und in diesem Raum zwischen Reiz und Reaktion sagen: „Okay, das Thema ist noch da, aber heute kann ich nichts mehr daran ändern.“<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Okay, also mal angenommen, ich liege da und merke, dass all diese trüben Gedanken, die vielen Sorgen da sind. Was kann ich tun, um zur Ruhe zu kommen? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Mit dem Burnout bin ich auch an einer Depression erkrankt. Es war vorher schon so, dass trübe Gedanken in der Nacht kamen, und zum Schluss hat mir die Kraft gefehlt, mich proaktiv dagegenzustellen. Ich habe dann gemerkt, dass ich zwei Abbiegemöglichkeiten habe: Gebe ich den dunklen Gedanken jetzt nach? Gebe ich ihnen Raum? Oder entscheide ich mich ganz bewusst, meinen Fokus auf etwas anderes zu legen. Das ist überhaupt nicht trivial und einfach! Aber mir hat es geholfen, wieder Stück für Stück da rauszukommen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das gibt es heute auch noch, dass mich nachts ein trüber Gedanke einholt. Das ist selten geworden, aber es passiert noch. Dann entscheide ich mich bewusst für eine Dankbarkeitsübung oder ein Gebet: Ich spreche dann im Gebet aus, wofür ich dankbar bin. Es gibt vieles, für das ich dankbar sein kann.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich lenke meinen gedanklichen Fokus also woanders hin und merke, wie mir das hilft, wieder mehr zur Ruhe zu kommen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist diese bewusste Entscheidung, zu sagen: „Wenn das jetzt kommt, gebe ich nicht den negativen Gedanken nach und lasse mich nicht in den Strudel ziehen, sondern ich entscheide mich, meinen Fokus auf etwas anderes zu legen.“ Das hilft mir persönlich sehr gut.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Eine letzte Frage habe ich noch an dich, Stephan: Was kann ich tun, um mit der Situation Frieden zu schließen, wenn sich einfach nichts verändert? Wenn es nicht nur um eine Nacht geht, in der ich schlecht schlafe, sondern wenn die Schlaflosigkeit richtig lang anhält. Wie kann ich damit Frieden schließen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ich glaube, an erster Stelle akzeptiere ich, dass es erst einmal so ist. Warum auch immer es jetzt so ist und was dazu geführt hat, ich muss und sollte mich für Schlaflosigkeit nicht verurteilen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Also erst einmal nicht bewerten, sondern einfach nur wahrnehmen, dass es jetzt so ist. Vielen Dank Stephan für das Interview und deine Impulse.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland / Johannes Kolk</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17218574.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland / Johannes Kolk]]></author>
      <pubDate>Sat, 29 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn die Nähe fehlt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wenn-die-naehe-fehlt/2270-542-7992</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17217639/2270-542-7992</link>
      <description><![CDATA[Viele Menschen leiden unter Einsamkeit. Wie wird man einsam, was sind die Folgen und gibt es Hoffnung?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1111458.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Rooted Studio /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Alleinsein ist nicht dasselbe wie Einsamkeit. Einsamkeit ist ein unfreiwilliger Mangel an Verbundenheit – auch inmitten anderer Menschen.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Einsamkeit kann jeden treffen. Besonders gefährdet: ältere Menschen über 75 und junge Menschen zwischen 18-29 Jahren, Frauen, Alleinerziehende, Erkrankte, Menschen in Lebenskrisen.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Die Ursachen von Einsamkeit sind komplex. Persönliche Lebensumstände und gesellschaftliche Veränderungen wie die Digitalisierung und Individualisierung spielen dabei eine Rolle.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Folgen von Einsamkeit: psychische Belastungen, erhöhtes Stresslevel, erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Der christliche Glaube kann trösten und stärken, ersetzt aber nicht menschliche Nähe und tragfähige Beziehungen.</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Der Advent steht vor der Tür und wie jedes Jahr freue ich mich sehr darauf! Ich treffe mich mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt und bereite alles für Weihnachten vor – das Fest der Liebe und der Familie. Endlich wieder Zeit, um miteinander lecker zu essen, sich gegenseitig zu beschenken und bis in die Nacht Gesellschaftsspiele zu spielen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht geht es dir ähnlich wie mir – oder es graut dir davor. Weil nämlich niemand da ist, mit dem du diese Tage verbringen kannst. Für Menschen, die unter Einsamkeit leiden, ist diese Jahreszeit besonders herausfordernd.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Allein sterben – Wie kommt es so weit?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit ist keine Gefühlsduselei, denn einsame Menschen sind sozial wie emotional auf sich allein gestellt. Was das im schlimmsten Fall bedeuten kann, verdeutlicht eine Pressemeldung, auf die ich bei meiner Recherche gestoßen bin: Eine Frau war in ihrer Wohnung gestorben. Erst, als sich die Mahnungen stapelten, öffnete die Polizei ihre Wohnung – drei Jahre nach ihrem Tod. Ihre Überreste lagen vor dem Fernseher, um sie herum ungeöffnete Weihnachtsgeschenke und Grußkarten. Die Heizung und der Fernseher liefen noch.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Zeilen haben mich schockiert und ich kriege die Szene nur schwer aus dem Kopf. Ich frage mich: Wie kann es so weit kommen, dass ein Mensch stirbt, und lange Zeit nimmt niemand Notiz davon? Es ist sicherlich ein extremes Beispiel, aber es zeigt in aller Deutlichkeit die letzte Konsequenz von Einsamkeit. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Vorstellung, vergessen und in Einsamkeit zu sterben, ist grauenhaft; wenn da niemand ist, der unsere Hand hält und uns auf unserem letzten Weg begleitet. Viele Menschen erleben Einsamkeit aber schon mitten im Leben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mehr Menschen als wir denken, sind von Einsamkeit betroffen und Einsamkeit hat weitreichendere Folgen als uns bewusst ist – für die Betroffenen selbst und für unsere Gesellschaft. Was sind die Ursachen und Folgen von Einsamkeit? Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Denn Einsamkeit hat komplexe Ursachen und ist eine sehr individuelle Erfahrung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Artikel soll einen ersten Zugang ermöglichen. Ich beziehe mich dabei auf das <a href="https://shop.erf.de/products/00/144768" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Buch „Die stille Gefährtin. Einsamkeit verstehen und überwinden“</a> von Stephanie Hecke. Darin geht sie der Frage auf den Grund, warum sich so viele Menschen inmitten unserer Gesellschaft einsam fühlen, und zeigt, wie erfüllende Gemeinschaft gelingen kann.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Alleinsein = Einsamkeit?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Um dem Phänomen der Einsamkeit auf die Spur zu kommen, ist es zunächst hilfreich, einen wichtigen Unterschied zu verstehen: Einsamkeit ist etwas anderes als Alleinsein. Stephanie Hecke schreibt dazu: „Einsamkeit ist sehr viel mehr als die Abwesenheit anderer Menschen. Denn das Alleinsein kann man wollen. Anders ist es mit der Einsamkeit: Einsam wird man.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alleinsein kann ein gewollter Zustand oder eine bewusste Entscheidung sein. Wenn wir spüren, dass wir Zeit für uns selbst brauchen, ziehen wir uns zurück. Das gibt uns Raum für Erholung und Reflexion. Diese Zeit ist temporär und wir spüren dabei innere Zufriedenheit. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich persönlich habe gerade in stressigen Zeiten immer wieder das Bedürfnis, ein paar Minuten ganz für mich zu sein – bei einem Spaziergang, in der Badewanne, bei einem Buch oder still am Fenster im Gespräch mit Gott. Das tut mir in all dem Trubel gut und ich merke, wie ich daraus Kraft schöpfe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Menschen, die unfreiwillig viel allein sind, können trotzdem glücklich sein, weil sie wissen: Obwohl ich gerade allein bin, sind da tragende Beziehungen in meinem Leben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Einsamkeit auf den Grund gehen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit hingegen ist ein unfreiwilliger Zustand, der entsteht, wenn die Verbindung zu anderen fehlt, obwohl wir sie uns wünschen. Dazu muss ich nicht einmal physisch allein sein. Obwohl ich von vielen Menschen umgeben bin, kann ich mich dennoch sehr einsam fühlen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit entsteht nicht durch physische Abwesenheit anderer, sondern durch das Gefühl, nicht gesehen oder verstanden zu werden und sich keiner Beziehung oder Gruppe zugehörig zu fühlen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotz vieler Kontakte gibt es eventuell niemanden, der mich wirklich versteht oder weiß, wie es mir im Inneren geht. Selbst eine Ehe, die Familie oder Freundschaften erfüllen das Bedürfnis nach Verbundenheit nicht automatisch. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit ist ein sehr individuelles, oft schmerzhaftes Gefühl der Isolation und Leere. Stephanie Hecke findet anschauliche Worte für ihre verschiedenen Facetten. Vielleicht hast du es so oder ähnlich auch schon einmal gefühlt: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Manchmal fühlt sich die Einsamkeit an wie ein Wirbelsturm, der alles durcheinanderbringt. Und manchmal lähmt uns dieses schmerzende Gefühl, sodass wir erstarren und der Körper zu gefrieren scheint. Manchmal legt sie einen Schleier der Traurigkeit über uns, der das Herz verdunkelt. (…) An anderen Tagen macht sie uns schal und stumm, weil wir keine Worte finden und die größere und lautere Stimme der Lebensfreude und der Hoffnung in uns verstummt ist.“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Risikofaktoren für Einsamkeit </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit kann jeden treffen. Sie zieht sich durch alle gesellschaftlichen Milieus, durch alle Lebensphasen und Generationen. In jeder Nation und allen Kulturkreisen kennen Menschen Einsamkeit. Allein in Deutschland fühlen sich Millionen Menschen einsam – eine erschreckend große Zahl. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Niemand ist pauschal vor Einsamkeit geschützt, gleichsam gibt es bestimmte Personengruppen, die stärker gefährdet sind als andere. Die Daten des <a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Einsamkeitsbarometers des Bundesfamilienministeriums</a> zeigen, dass Frauen eine stärkere Einsamkeitsbelastung aufweisen als Männer. Vor allem alte Menschen über 75 Jahren sind stark betroffen. Aber auch junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren gehören zu den besonders gefährdeten Personengruppen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben dem Alter gibt es Lebensphasen und -umstände, die Einsamkeit begünstigen. Insbesondere Alleinerziehende, kranke und erwerbslose Menschen sowie Menschen in Lebenskrisen erleben häufig Einsamkeit. Auch wer sich viel um andere kümmert, also Care Arbeit leistet oder Angehörige pflegt, ist gefährdet. Außerdem erhöht Armut oder eine Migrations- und Fluchterfahrung das Risiko, zu vereinsamen.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit verbreitet sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Stephanie Hecke beschreibt Einsamkeit wie eine unsichtbare Welle, die immer Menschen erfasst. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Was macht Menschen einsam?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum leiden immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft an Einsamkeit? Die Antwort auf diese Frage ist vielschichtig. Neben individuellen Faktoren spielen dabei auch kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen eine Rolle. Besonders die Coronapandemie hat Einsamkeit bei vielen Menschen verstärkt. Doch auch zwei weitere Entwicklungen tragen dazu bei, dass wir uns verstärkt einsam fühlen: die Digitalisierung und die Individualisierung.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Digitalisierung: Grenzenlos verbunden?</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Digitalisierung erleichtert es, mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Zum Beispiel können wir durch das Teilen von Fotos und Videos Freunde und Familie an unserem Leben teilhaben lassen. Wie praktisch, dass ich meiner Freundin beim Shoppen mal eben Fotos schicken und nach ihrer Meinung fragen kann. Wie sehr freue ich mich über einen Schnappschuss von meiner Nichte und meinem Neffen mit ihren selbstgebastelten Laternen.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Statt für ein Treffen weit zu reisen, reichen ein paar Klicks. Per Videocall bleibe ich auch mit meiner Freundin, die in den USA lebt, verbunden. Viele von uns haben das Homeoffice und flexiblere Arbeitszeiten schätzen gelernt und wollen darauf nicht mehr verzichten. Indem wir weniger ins Büro pendeln müssen, bleibt mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbys. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Soziale Medien, Blogs und Onlinenetzwerke verbinden Menschen mit ähnlichen Interessen und es entstehen ganz neue Communities. Durch die technischen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation sind wir quasi mit dem gesamten Globus vernetzt, doch gleichzeitig fühlen sich immer mehr Menschen isoliert.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Vernetzt und doch einsam</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen berichten von Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen, Freunde zu finden und Gemeinschaft zu erleben. Die digitalen Verbindungen fühlen sich seltsam leer an. Besonders im Kontext von Social Media fehlt es oft an Resonanz und Intimität. Ein tiefergehendes Interesse aneinander fehlt oft, vielmehr stehen Likes und Followerzahlen im Vordergrund. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beziehungen im digitalen Raum erfüllen unser Grundbedürfnis nach Verbundenheit meist nicht oder nur unzureichend. Es ist eben doch etwas anderes, wenn ich mich mit meiner Freundin aus den USA nur am Bildschirm unterhalte, anstatt tatsächlich mit ihr gemeinsam im Café zu sitzen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Durch Social Media hat sich nicht nur unser Kommunikationsverhalten vollkommen verändert, sondern auch unser Beziehungsverhalten. Stephanie Hecke betont: „Wir müssen uns der Vorteile, aber auch der Gefahren der Vereinzelung und Vereinsamung bewusst sein, um Strategien entwickeln zu können, die Einsamkeit im digitalen Raum verhindern.“</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist paradox: Die digitale Grenzenlosigkeit menschlicher Verbindung fördert Einsamkeit.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Etliche Studien belegen, dass ein exzessiver Medienkonsum vor allem bei Jugendlichen in die Einsamkeit führt. Mehr denn je müssen Kinder und Jugendliche einen gesunden und sicheren Umgang mit diesen Medien lernen. Aber auch ältere Menschen müssen Medienkompetenz erlernen. Denn wer kein digitales Endgerät besitzt oder nicht weiß, wie er es bedienen soll, ist in der heutigen Welt in vielerlei Hinsicht ausgeschlossen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Digitalisierung hat also Effekte in beide Richtungen. Sie kann Verbindung über Distanzen hinweg schaffen und so Einsamkeit entgegenwirken, sie kann sie aber auch auslösen oder sogar verfestigen. Entscheidend ist, wie wir digitale Kommunikationswege nutzen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Individualisierung: Jeder kämpft für sich</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Individualisierung kann Einsamkeit befeuern. In unserem Kulturkreis können wir durch die Individualisierung unser Leben einerseits so gestalten, dass es mit unseren Bedürfnissen und Begabungen in Einklang steht. Es ist ein hohes Gut, dass jede individuelle Lebensform vor dem Gesetz und in der Gesellschaft akzeptiert wird. Dafür lohnt es sich, einzustehen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Andererseits fördert die Individualisierung eine Kultur, in der jeder nur für sich verantwortlich ist. Wir müssen stark und unabhängig sein und für uns selbst sorgen können – denn wer tut es sonst? Diese Vereinzelung prägt viele Bereiche unseres Lebens und formt auch unsere Gesellschaft. Statt Werte wie Solidarität, Fürsorge und Mitgefühl in den Mittelpunkt zu rücken, gelten Eigenschaften wie Konkurrenzdenken und die zielstrebige Verfolgung eigener Interessen als Stärken. Die Folgen: Einzelkämpfertum und Konkurrenz – und damit eine einsame Gesellschaft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephanie Hecke beobachtet, dass unsere Gesellschaft einsamer und anonymer wird, weil wir uns von Bindungen lossagen. Dabei scheinen wir zu vergessen: Jeder von uns ist abhängig von anderen Menschen. Gerade in den sensibelsten Lebensphasen – Geburt und Kindheit, bei Krankheit und im Alter – sind wir auf die Fürsorge und die Zuwendung anderer angewiesen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Jeder lebt für sich </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Individualisierung und die damit verbundene Vereinzelung spiegelt sich auch in der Art wider, wie wir wohnen. Schon lange sind Einpersonenhaushalte der häufigste Haushaltstyp. Allein in einer Wohnung zu leben ist zwar nicht per se ein Risikofaktor für wachsende Einsamkeit. Aber unzählige Menschen leben unfreiwillig allein und vereinsamen, ohne dass jemand es bemerkt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unzählige Menschen leben unfreiwillig allein und vereinsamen, ohne dass jemand es bemerkt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das erleben besonders alte Menschen, vor allem, wenn sie mobil eingeschränkt sind und ihre Wohnung kaum noch verlassen können. Meist sind die Mitarbeiter des Pflegedienstes die einzigen Menschen, die zu ihnen kommen – oft mit wenig Zeit.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben körperlichen Einschränkungen kommt im hohen Alter noch das Gefühl hinzu, nach einem langen Leben allein übrig zu bleiben. Statt Geburtstage zu feiern, überwiegen Einladungen zu Trauerfeiern. Mit der Zeit sterben mehr und mehr langjährige Wegbegleiter, Familienmitglieder und Freunde. Selbst eigene Kinder und Enkel sind keine Absicherung gegen Einsamkeit im Alter.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber auch jungen Menschen, die allein in eine fremde Stadt ziehen, erleben, dass sie keinen Anschluss finden. Niemand nimmt wahr, wenn sie tage- oder gar wochenlang ohne echte Begegnung in ihrer Wohnung verbringen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wenn Einsamkeit sich im Körper manifestiert</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft schleicht sich Einsamkeit langsam ein, ohne dass wir sie sofort bemerken. Einsamkeit ist ein unangenehmes Gefühl, aber wir erleben sie als relativ mild, wenn sie eine vorübergehende Phase bleibt – wie zum Beispiel nach einer Trennung, bei einer Krankheit oder nach einem Umzug. Wenn wir diese Lebensphase gemeistert haben, verschwindet das Einsamkeitsgefühl oft automatisch wieder. Aber Stephanie Hecke warnt: „Einsamkeit ist kein Gefühl, dass wir als sentimentale, schwache Phase belächeln sollten.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wenn Einsamkeit zur dauerhaften Begleiterin des Lebens wird, wird sie gefährlich. Chronische Einsamkeit stellt ein ernsthaftes Risiko für unsere psychische, aber auch physische Gesundheit dar. Wenn uns Einsamkeit schwer auf der Seele liegt, können wir sie sogar körperlich spüren. Unser gesamter Organismus bewertet den Verlust von sozialen Kontakten als lebensbedrohlichen Zustand. Dadurch gerät unser Körper in dauerhafte Alarmbereitschaft, ein erhöhtes Stresslevel ist die Folge. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Menschen, die lange und intensiv an Einsamkeit leiden, haben deswegen dieselben Schmerzen wie sie im Zusammenhang mit Stress aufkommen: Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Verspannungen. Hinzu kommt oft noch schlechter Schlaf, was die körperlichen Beschwerden verstärkt. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz erhöhen sich.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Emotionale Folgen von Einsamkeit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei chronischer Einsamkeit trägt auch die Seele schweren Schaden davon. Denn Einsamkeit bringt unsere emotionale Stabilität ins Wanken. Wer über lange Zeit hinweg einsam ist, verfällt leicht in negative Denkmuster, was ihn noch tiefer in die Einsamkeit zieht. So entsteht eine Abwärtsspirale: Wir fühlen uns einsam, das macht uns traurig oder depressiv. Diese Gefühle lähmen uns und halten uns davon ab, etwas gegen die Einsamkeit zu unternehmen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher ist es umso wichtiger, sich Hilfe zu suchen. Wenn du unter chronischer Einsamkeit leidest, ermutige ich dich, dir professionellen Rat zu holen, wie beispielsweise eine Therapie in Anspruch zu nehmen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge und Verantwortung. Am Ende dieses Artikels findest du Links zu Hilfsangeboten und Beratungsstellen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einsamkeit gehört zu jedem Leben dazu und lässt sich nicht per se verhindern. Es ist aber entscheidend, dass wir darauf achten, dass sie nicht zu einem Dauerzustand wird.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Schützt der Glaube vor Einsamkeit?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun mag man vermuten, dass zumindest gläubige Menschen vor Einsamkeit geschützt sind. Schließlich hat man Gott als Ansprechpartner und im besten Fall noch Kontakte zu anderen Christen in einer Gemeinde. Doch es ist leider so: Auch der Glaube an einen liebenden Gott schützt nicht vor Einsamkeit. Viele Menschen haben einen tiefen Glauben und leiden trotzdem unter Einsamkeit. Allerdings kann der Glaube eine große Ermutigung und Kraftquelle gerade in Krisenzeiten und damit auch bei Einsamkeit sein.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Glaube schützt nicht vor Einsamkeit. Aber er kann eine große Ermutigung und Kraftquelle sein. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn ihm liegt die Vorstellung zugrunde, dass Gott uns auf unserem Lebensweg begleitet. Davon erzählen viele Texte in der Bibel. Schon ganz am Anfang im 1. Buch Mose formuliert Hagar: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Du bist ein Gott, der mich sieht“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose16%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 16,13</a>). Die verstoßene und verzweifelte Sklavin macht in der Einsamkeit der Wüste die wunderbare Erfahrung von Gottes Nähe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch die Psalmdichter beschreiben existenzielle Verlassenheit und Einsamkeit – und bezeugen doch immer wieder Gottes Nähe, seinen Beistand und Trost. Letztendlich berichtet die gesamte Bibel davon, dass Gott jedem Einzelnen von uns nahekommen will und das nicht erst irgendwann in der Ewigkeit, sondern schon im Hier und Heute. Das erleben Christinnen und Christen immer wieder.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Glaube soll laut Stephanie Hecke nicht darauf abzielen, die Einsamkeit zu leugnen oder schönzureden, vielmehr eröffnet er im besten Fall eine andere Sichtweise, um damit umzugehen. Doch die bittere Realität ist und bleibt: Auch die innigste Beziehung zu Gott ersetzt nicht das zwischenmenschliche Miteinander. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir brauchen andere Menschen. Wir sind für Beziehungen und Gemeinschaft geschaffen worden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht umsonst heißt es in der Schöpfungserzählung, dass Gott zwei Menschen schuf und sie beauftragte, sich zu vermehren. Auch Jesus lebte in enger Freundschaft und Gemeinschaft mit anderen Menschen. Gott selbst ist Gemeinschaft: Vater, Sohn und Heiliger Geist bilden in sich eine Einheit und innige Verbundenheit.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Hoffnungsschimmer am Horizont?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Weg raus aus der Einsamkeit ist kein leichter. Wenn du selbst von Einsamkeit betroffen bist, kommt es zuerst darauf an, dass du aktiv wirst. Es ist nie zu spät diesen Schritt zu wagen. Aber wir alle stehen in der Verantwortung, etwas gegen die Einsamkeit in unserer Gesellschaft zu tun. Wir alle können aufmerksam werden für einsame Menschen und im Rahmen unserer Möglichkeiten erste Schritte aufeinander zu gehen. Welche das sein könnten, beschreibe ich im Artikel <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wege-aus-der-einsamkeit/6866-542-8011" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Wege aus der Einsamkeit“</a>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> <a href="https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/leiche-liegt-drei-jahre-vor-dem-fernseher-1323643.html" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/leiche-liegt-drei-jahre-vor-dem-fernseher-1323643.html</a></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup> <a href="https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/240528/5a00706c4e1d60528b4fed062e9debcc/einsamkeitsbarometer-2024-data.pdf</a></p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17217639.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Thu, 27 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Adventskalender: Blättern statt naschen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/adventskalender-blaettern-statt-naschen/6866-542-7991</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17216228/6866-542-7991</link>
      <description><![CDATA[Wer sich im Advent nach Besinnlichkeit sehnt, wird fündig in einem Buchkalender. 3 Empfehlungen aus unserer Redaktion.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1110642.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© adeo /&nbsp;Neukirchener Verlag /&nbsp;Francke-Buch /&nbsp;Subbotina Anna/<a href='http://Stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>Stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Huch, und plötzlich ist es wieder so weit: In wenigen Tagen steht der erste Advent vor der Tür. Worauf Kinder meist lange hin fiebern, von dem fühlt sich manch ein Erwachsener jedes Jahr aufs Neue überrumpelt. Neben dem Adventskranz darf bei vielen ein Adventskalender nicht fehlen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer auf Schokolade lieber verzichten will, dem bieten Adventskalender im Buchformat täglich eine kleine Portion Inspiration und Gelegenheit zur inneren Ausrichtung auf Weihnachten. Auch in diesem Jahr haben die christlichen Verlage ein paar neue Adventskalender auf den Markt gebracht. Hier kommen drei Empfehlungen aus der ERF.de-Redaktion.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Warten. Staunen. Bleiben. Kleine Auszeiten für Advent und darüber hinaus </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Advent – eine Zeit voller Vorfreude und Erwartungen, aber auch voller Hektik, Stress und Trubel. Spürst auch du das alles gleichzeitig? Dann ist der Adventskalender von Heiko Metz vielleicht das Richtige für dich. Er lädt dich dazu ein, zu entschleunigen und der Botschaft von Weihnachten nachzuspüren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei gilt: Alles kann, nichts muss. Das betont der Autor gleich am Anfang. Er ermutigt: Du machst das und so viel dir guttut. Denn ein Adventskalender ist kein weiteres To-Do, das man bis Weihnachten so weit wie möglich abhaken müsste. „Advent ist die Einladung, ein bisschen mehr Raum für Stille, für Licht und für das Wunder von Weihnachten zu schaffen.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jeden Tag gibt es einen kurzen Impuls. Heiko Metz schreibt einfühlsam, aber ohne Kitsch. Hier und da gibt er Einblicke in sein persönliches Adventserleben. Nach jedem Impuls folgt eine kleine Idee zum Ausprobieren. Diese „Mitmachmomente“ sind kurze Achtsamkeitsübungen. Das kann sein: ein Adventslied anhören, eine Kerze anzünden, einen Gedanken aufschreiben oder im Rhythmus des Atems einen Satz beten. „Übung“ ist eigentlich schon ein viel zu großes Wort dafür. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es geht darum, einen Raum der Stille und des Innehaltens zu öffnen, um in sich selbst hineinzuspüren und Gott zu begegnen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Abgerundet wird jeder Impuls mit einem guten Wunsch des Autors für den Tag. Das gefällt mir sehr. Der Untertitel hält, was er verspricht: Die Länge der Impulstexte und die Umsetzung der Mitmachmomente beanspruchen nur wenige Minuten und lassen sich leicht in den Alltag integrieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Anders als andere umfasst dieser Adventskalender die gesamte Advents- und Weihnachtszeit vom 01. Dezember bis zum Dreikönigstag am 06. Januar. Damit begleitet er dich auch über die Feiertage und den Jahreswechsel hinaus.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Büchlein hat ein handliches Querformat mit Lesebändchen und ist großflächig in Rot- und Grüntöne getaucht. Die Seiten sind verziert mit weihnachtlichen Formen und Figuren in einem schablonenhaften geometrischen Stil, der mich an die Weihnachtsmotivik von IKEA erinnert. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Warten. Staunen. Bleiben.“ ist ein Adventskalender für alle, die sich im vorweihnachtlichen Trubel kurze Momente mit Tiefgang wünschen. Jedes Türchen ist wie eine kleine Haltestelle im Advent, um sich mit sich selbst und mit Gott zu verbinden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a class="btn color" href="https://shop.erf.de/products/00/147029" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Adventskalender bestellen</a></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Sarah-Melissa Loewen</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Advent. 24 Momente der Stille, Freude und Hoffnung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von goldglitzerndem Geschenkpapier über quietsche bunte Lichterketten – überall glänzt, blinkt und funkelt es zur Weihnachtszeit. So schön das die dunkle Jahreszeit erhellen mag, es lenkt oft auch ab von dem, was die Adventszeit eigentlich ist: eine Zeit der Besinnung und inneren Einkehr.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Adventskalender kommt sehr dezent daher. Blättert man durch den schmalen Band im DIN A4-Format findet man wenig Farben. Schwarz, Weiß und sanfte Beigetöne dominieren das gesamte Design, von der Gestaltung der Texte bis hin zu den Fotografien. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Ästhetik ist Programm: Der Adventskalender soll den Blick des Lesers auf das Wesentliche lenken – das Kommen von Jesus Christus.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist der Wunsch und Anspruch von Nelly, Stennie und Maggy, dem kreativen Trio hinter Wortdesign Studio: „Während klassische Coffee Table Books oft Kunst, Design oder Fotografie in den Mittelpunkt stellen, schenkt unser Buch Zugang zu etwas Tieferem: dem Evangelium und Gottes Wort.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An jedem Tag steht ein Bibeltext. Die Auswahl geht über die klassischen Weihnachtspassagen in den Evangelien hinaus. Der Adventskalender schlägt den Bogen von den frühen Prophezeiungen zur Ankunft des Messias, über Lobgesänge in den Psalmen bis hin zu Rückbezügen in den neutestamentlichen Briefen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Streifzug durch die gesamte Bibel gefällt mir sehr, weil es den roten Faden der biblischen Botschaft über die Ankunft und das Erlösungswerk von Jesus Christus aufzeigt. Die Texte stehen ganz für sich, werden hier und da flankiert von Zitaten und Liedtexten. So kann der Leser Tag für Tag ein wenig mehr eintauchen in das Geschehen und die Bedeutung von Weihnachten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Den letzten Satz müsste ich eigentlich korrigieren. Statt „der Leser“ müsste es vielmehr heißen „die Leserin“. Denn das Coffee Table Book lässt vermutlich eher Frauenherzen höherschlagen. Liegt es aufgeschlagen auf dem Wohnzimmertisch, wird es zu einem schönen Teil der Weihnachtsdekoration. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alles in allem ist dieser Adventskalender ein stimmungsvoller Begleiter durch die Adventszeit, der zur Ruhe und Besinnung einlädt, um die Schönheit und Tiefe von Weihnachten neu zu entdecken. Diese Einladung gilt nicht nur Frauen, sondern jeder-mann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a class="btn color" href="https://shop.erf.de/products/00/146401" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Adventskalender bestellen</a></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Sarah-Melissa Loewen</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">24 x Nur wir zwei. Ein Adventskalender für Paare</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Adventszeit könnte so schön und romantisch sein: Gemeinsame Weihnachtsmarktbesuche Hand in Hand, Plätzchenbacken in trauter Zweisamkeit oder ein heißes Bad an einem kalten Winterabend. Leider sieht meine Adventszeit selten so aus. Stattdessen stimmen mein Mann und ich uns ab, wer welches Geschenk besorgt, und stecken bis Heiligabend über beide Ohren in Arbeit und Terminen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„24 x Nur wir zwei“ von Ira Schneider möchte Paaren hier neue Anregungen geben. Im Vorwort schreibt die Autorin, dass gerade in der Vorweihnachtszeit oft „genau die Liebe auf der Strecke“ bleibt. Dem will die Paartherapeutin mit ihrem Buch entgegenwirken – jedoch ohne zusätzlichen Stress. Sie lädt Paare ein, den Adventskalender als Angebot zu verstehen und nicht als Liste, die es abzuarbeiten gilt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist ein guter Hinweis, denn auch wenn die Texte selbst kurz sind, haben es manche der Gesprächsimpulse in sich. Hier wird man als Paar vermutlich nicht nach fünf bis zehn Minuten fertig sein. Auch andere praktische Anregungen wie gemeinsame Bastelideen oder eine Partnermassage brauchen etwas Vorbereitung. Man sollte sich also bewusst sein: Wenn man von diesem Adventskalender etwas haben will, sollte man dafür auch Zeit einplanen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig sind wenige der Anregungen speziell auf die Adventszeit gemünzt. Man kann viele Gesprächsimpulse auch ins neue Jahr mitnehmen und weiter daraus schöpfen. Insgesamt hat mir auch die Vielfalt der Gesprächsanregungen und Ideen gefallen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mal sind es eher lockere Fragen, mal geht es in die Tiefe. Aber immer richtet sich der Blick auf das Positive der Beziehung. Das finde ich sehr ermutigend.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht so ganz überzeugt haben mich die Bibelverse am Ende der Impulse. Mal passen sie richtig gut und sind ein Mehrwert, doch oft wirken sie eher bemüht und drangeklatscht. Worte an, über oder von Gott werden indirekt auf den Partner gemünzt und das finde ich theologisch nicht ganz sauber.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Paaradventskalender kommt handlich, elegant und schlicht in hellgrünem Hardcover daher. Die einzelnen Impulse sind von dunkelroten und dunkelgrünen Seiten in Tannenbaum-Muster umschlossen und können für den jeweiligen Tag an einer Schnittkante mit dem Finger oder einem Messer aufgetrennt werden. So fühlt es sich trotz der Buchform so an, als öffne man jeden Tag ein verschlossenes Türchen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Alles in allem bietet „24 x Nur wir zwei“ einen echten Mehrwert für Paarzeiten im Advent. Ich freue mich schon darauf, ihn mit meinem Mann ab dem 1. Dezember auszutesten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a class="btn color" href="https://shop.erf.de/products/00/146741" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Adventskalender bestellen</a></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Rebecca Schneebeli</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">ERF.de Redaktion</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17216228.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[ERF.de Redaktion]]></author>
      <pubDate>Tue, 25 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gesehen statt bloßgestellt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gesehen-statt-blossgestellt/2803-542-7988</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17212157/2803-542-7988</link>
      <description><![CDATA[Jesus begegnet Menschen immer auf Augenhöhe. Auch wir können das in unserem Alltag einüben. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109959.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Chase Clark /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Jesu Blick stellt nicht bloß, sondern gibt Würde zurück. Das kann auch unseren Umgang mit anderen prägen: Menschen wahrnehmen, respektvoll bleiben, einander helfen.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt bestimmte Arztpraxen, da ereignet sich ein erstaunliches Phänomen: Sobald ich durch die Tür trete, scheine ich mich temporär in Luft aufzulösen. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum die Arzthelferin an der Anmeldung minutenlang auf ihrem Computer weitertippt, ohne mich überhaupt nur anzusehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einer anderen Situation hingegen hat mich ein Arzt wegen einer Frage zur Schnecke gemacht. Die Tür stand offen, und im vollen Warteraum konnten alle mithören, für wie blöd er mich hielt. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist ein tiefes menschliches Bedürfnis, von anderen wahrgenommen zu werden. Doch zugleich fürchten wir uns auch davor, öffentlich bloßgestellt zu werden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie kann dieser Spagat in unserem Miteinander gelingen?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Der Schrei nach Aufmerksamkeit</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Markusevangelium wird eine Szene beschrieben, die genau diese Spannung aufgreift: Jesus will die Stadt Jericho verlassen. Er ist von Menschen umringt, alles drängelt und schubst. Zu dieser Zeit war Jericho eine kleine, aber durchaus wohlhabende Stadt und lag an einer Handelsroute. Vielleicht saß Bartimäus deshalb genau dort am Straßenrand. Der blinde Bettler hoffte auf Almosen und war es zugleich gewohnt, wenig beachtet zu werden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch an diesem Tag hat er nur ein Ziel – Jesus auf sich aufmerksam zu machen: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Als er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, der da vorbeikam, fing er an, laut zu rufen: »Jesus, Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!« 48 Viele fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch lauter: »Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!</em>“ (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus10%2C47-48" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 10,47-48</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bartimäus riskiert, sich lächerlich zu machen. Aber es ist ihm egal, dass sein Verhalten den anderen Menschen unangenehm oder sogar peinlich ist – Hauptsache, Jesus sieht ihn. Er lässt sich nicht entmutigen. Seine Verzweiflung ist größer als die Angst vor öffentlicher Bloßstellung. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Heraufgewürdigt“ statt herabgewürdigt </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was tut Jesus? Er bleibt stehen. Er unterbricht seinen Weg und nimmt sich Zeit für Bartimäus. Er ruft ihn zu sich und fragt: „Was möchtest du von mir?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bewundere, wie sehr Jesus mit Bartimäus auf Augenhöhe geht. Andere Rabbis hätten den schreienden, halbnackten Bettler vermutlich ignoriert oder sich über sein aufdringliches Verhalten geärgert und ihn vor aller Ohren zurechtgewiesen. Nicht so Jesus. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus übergeht die Peinlichkeit des Moments. Anstatt Bartimäus zu kritisieren, würdigt er seine Beharrlichkeit. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin sicher, dass Jesus auch mich – und dich – mit derselben Freundlichkeit anschaut wie Bartimäus. Er macht uns nicht lächerlich, wenn wir schwach sind oder Hilfe brauchen. Vielmehr nimmt er uns mit unseren Nöten ernst. Wenn wir uns an ihn wenden, geschieht keine Herabwürdigung, sondern eine „Heraufwürdigung“ – eine Bestätigung unserer menschlichen Würde.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie begegne ich anderen Menschen?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich ist das eine Ermutigung, auch meinen eigenen Blick auf andere zu verändern. Zum einen versuche ich im Alltag, Menschen bewusster wahrzunehmen – und mit kleinen Mikrogesten zu helfen: eine Mülltonne auf dem Gehweg zur Seite schieben, damit die Erstklässler nicht auf der Straße laufen müssen. Im Supermarkt etwas aus einem höheren Regal anreichen. Eine Autofahrerin vor mir im Stadtverkehr einfädeln lassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum anderen versuche ich darauf zu achten, andere Menschen nicht bloßzustellen. Besonders in asiatischen Kulturen ist das ein fundamentales Gebot der Höflichkeit. In Deutschland kommunizieren wir hingegen gerne sehr direkt und weisen andere auch öffentlich auf ihre Schwächen hin. Und in den Sozialen Medien scheinen auch die letzten Hemmungen zu fallen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich muss es möglich sein, über Konflikte zu sprechen oder unterschiedliche Meinungen auszutauschen, doch wie sagt man so schön: Der Ton macht die Musik.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von daher könnte ein wenig mehr „asiatische Höflichkeit“ viele Situationen entschärfen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Kleine Gesten für mehr Würde </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Drei kleine Impulsfragen für heute:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wen habe ich heute übersehen? Gibt es jemanden, bei dem ich morgen bewusst stehen bleiben will?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wen habe ich (vielleicht unabsichtlich) beschämt – und wie kann ich das wieder gutmachen?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wen habe ich heute in seiner Würde bestärkt – und woran habe ich das gemerkt? </li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Mein Vater hatte übrigens auch jahrzehntelang eine Arztpraxis. Bei ihm wurde jeder Hereinkommende von den Arzthelferinnen direkt begrüßt – egal, wie beschäftigt sie gerade waren. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So braucht es auch für uns im Alltag keine großen Gesten, um Menschen zu sehen und ihre Würde zu respektieren. Oft reicht ein kleiner Moment der Aufmerksamkeit. Wer so handelt, macht den Alltag ein Stück menschlicher – für sich selbst und für andere.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17212157.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 24 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Plötzlich Stillstand]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/ploetzlich-stillstand/3178-542-7989</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17214706/3178-542-7989</link>
      <description><![CDATA[Für Reto Kaltbrunner kam das Chronische Fatigue-Syndrom völlig unerwartet. Was ihm hilft, damit umzugehen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109932.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Adrian Swancar /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner ist ein Macher, für den es keine Grenzen zu geben scheint, doch eines Morgens kann er nicht mehr aus dem Bett aufstehen. Die Diagnose: Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kaltbrunner ist Familienvater, sportlich aktiv und steht mitten im Leben. Zusammen mit seiner Frau hat er die Freikirche ICF St. Gallen gegründet. Die Diagnose erwischt ihn eiskalt. Sie stellt sein Leben komplett auf den Kopf und zwingt ihn, kürzer zu treten. Wie ihm das gelungen ist und wie ihm dabei der Glaube an Jesus geholfen hat, erzählt er im Interview.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Schön, dass du die lange Anreise auf dich genommen hast. Das muss anstrengend für dich gewesen sein, denn bei dir wurde das Chronische Fatigue-Syndrom diagnostiziert. Wie äußert sich das?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Das Chronische Fatigue Syndrom ist eine Krankheit, die vielfach unterschätzt wird. Sie betrifft meistens mehrere Teile des Körpers, zum Beispiel Muskeln, Gelenke, Verdauung. Auch das Gehirn, die Konzentration, die Sensibilität auf Licht oder auf Geräusche können beeinträchtigt sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Früher waren das alles keine Themen für mich, aber heute habe ich erheblich weniger Energie. Ich habe chronische Schmerzen, Muskelverspannungen und Krämpfe. Mich über längere Zeit auf unterschiedliche Dinge zu konzentrieren, ist für mich extrem ermüdend und löst Schwindel und Kopfschmerzen aus. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">„Krank sind die anderen“</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du standest mitten im Leben und bist ein vielseitig interessierter und begabter Mensch. Kam deine Kraftlosigkeit schleichend oder ging das sehr schnell?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Meine Einstellung war mehr oder weniger: Krank sind die anderen, ich bin der Gesunde, der Starke. Ich bin derjenige, der sich kümmert um diejenigen, die jemanden brauchen, der sich um sie kümmert. Meinen eigenen Körper habe ich kaum wahrgenommen. Ich war da nicht sehr feinfühlig. Ich denke, dadurch ist es für mich gefühlt sehr schnell gekommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie weit musste die Kraftlosigkeit gehen, bis du zum Arzt gegangen bist?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Ich bin im Herbst 2018 vier Wochen nicht mehr aus dem Bett gekommen. Wenn ich mich um Körperhygiene und vielleicht noch ein, zwei E-Mails kümmern konnte, war das schon ein sehr guter Tag. Nach diesen vier Wochen konnte ich mich wieder ein bisschen aufrappeln.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber ich merkte dann nach einer erneuten dreimonatigen Episode, in der ich nicht mehr aus dem Bett gekommen bin, dass es so nicht weitergehen kann. Ich bin zum Arzt gegangen, um mich einfach krankschreiben zu lassen. Ich habe gehofft, dass er mir irgendeine Pille gibt und ich wieder schnell auf die Beine komme.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Chronisches Fatigue-Syndrom: die unsichtbare Krankheit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ist es schwierig, das Chronische Fatigue-Syndrom zu diagnostizieren?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Sehr schwierig. Bei CFS gibt es keinen fixen Marker, nichts, was man im Blut nachweisen oder gut erkennen kann. Es ist ein sehr diffuses Krankheitsbild und nicht immer genau gleich. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zwischendurch habe ich mich gefragt: Bin ich einfach nur durchgedreht? Bin ich einfach psychisch krank?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber diese körperlichen Symptome, diese Schwäche, das ist die Realität, ob man es nachweisen kann oder nicht. Später hat mein Rheumatologe unabhängig davon auch noch Rheuma bei mir diagnostiziert. Das kann auch Fatigue verursachen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was hilft dir in deiner Situation weiter?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Ich habe eine Methode erlernt, die heißt Pacing. Ich probiere, nur mit 80 Prozent meines Energiehaushaltes auszukommen. Früher habe ich nicht einmal die 100 Prozent respektiert und jetzt von meiner sehr wenigen Energie nur noch 80 Prozent aufzubrauchen und dann noch 20 Prozent quasi als Knautschzone übrig zu haben, war ein schwieriger Prozess.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Minipausen helfen mir sehr. Außerdem ernähre ich mich weitestgehend zucker- und glutenfrei und es gibt gewisse Medikamente, die bei uns im Spital experimentell eingesetzt werden. Aber ich muss leider sagen: Ich werde in absehbarer Zeit nicht wieder vor Energie strotzen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">„Gott sagt: Ich bin in den Schwachen stark.“</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du hast deine Ernährung umgestellt, achtest heute auf deine Belastbarkeit und machst mehr Pausen. Was heißt das für deinen Job, deine Familie und deinen Alltag?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Den Beruf als Pastor musste ich leider vor einem Jahr aufgeben. Ich wollte lange nicht loslassen und die Realität nicht akzeptieren. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich wusste: Jetzt muss ich die Kirche abgeben, weil sonst die Kirche darunter leidet. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin heute viel mehr zu Hause als vorher und nicht nur physisch anwesend, wie ich es früher oft war, weil ich mit dem Kopf immer irgendwo anderweitig beschäftigt war. Meine Frau und meine Söhne wissen, dass sie mich jederzeit ansprechen können, auch wenn ich mich zur Pause in mein Zimmer zurückgezogen habe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dadurch hat sich die Beziehung zu meinen Söhnen vertieft. Ich bekomme eher mit, wo sie gerade im Leben stehen. Wir haben eine bessere Gesprächskultur entwickelt. Und ich habe jetzt einen kleinen Hund, mit dem ich regelmäßig nach draußen gehe. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Sind das Dinge, die du dir vorher schon gewünscht hast, als du noch fit und aktiv warst?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Es klingt vielleicht irrsinnig, aber ich habe jetzt das bessere Leben trotz meiner gesundheitlichen Herausforderungen oder vielleicht gerade deshalb. Vorher habe ich nicht überlegt, ob ich Energie für ein Projekt habe oder es gerade dran war. Wenn es irgendwie Gott gedient hat, habe ich das einfach gemacht. Jetzt lebe ich ruhiger, fokussierter, beziehungsorientierter.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es klingt vielleicht irrsinnig, aber ich habe jetzt das bessere Leben trotz meiner gesundheitlichen Herausforderungen oder vielleicht gerade deshalb.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du sagst, wenn es Gott gedient hat, hast du es gemacht. War das der Motor, der dich angetrieben hat, so viel zu leisten?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Ich leiste einfach gerne. Daran hat sich nichts geändert. Ich glaube auch nicht, dass es schlecht ist, wenn ein Mensch gerne leistet. Es wird aber dann zum Problem, wenn man sich über seine Leistung definiert. Und natürlich habe ich das auch ein Stück weit getan.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es war mir wichtig, als fleißig und produktiv wahrgenommen zu werden. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich auch Gott beeindrucken wollte; dass ich wollte, dass Gott begeistert von mir ist oder von all dem, was ich für ihn tue. Und dann haben auch die Leistungsgesellschaft und mein ADHS ihren Teil zu meinem Getriebensein beigetragen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gottes bedingungsloses Ja hautnah erlebt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie definierst du deine Identität heute? Spielt da Leistung keine so große Rolle mehr?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Im Kopf wusste ich schon immer, dass Gott mich bedingungslos liebt. Punkt. Wir werden nur durch die Gnade von Jesus Teil seiner Familie und dürfen einfach sein bei ihm. Es gibt ja vieles, was wir über Gott wissen, aber irgendwie rutschen diese Dinge nicht ins Herz.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute kann ich nicht mehr einfach lospowern, wie ich das früher gemacht habe. Und ich erlebe wirklich dieses Ja von Gott, das er zu uns hat. Und zwar unabhängig davon, ob wir viel leisten oder nicht. Ich spüre seine Liebe und seine Nähe. Wir erleben viele Wunder, auch was die Versorgung auf finanzieller Ebene betrifft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von daher würde ich sagen: Gott hat diese Situation, das Fatigue, dazu genutzt, mir zu zeigen, wer ich ohne Leistung bin. Ich habe es verstanden, weil ich es erlebt habe. Vorher habe ich es gewusst, aber jetzt erlebe ich es.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Bist du gnädiger anderen gegenüber geworden, die wenig leisten können?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Ja, ich habe heute viel mehr Einfühlungsvermögen als früher. Vorher fehlte mir oft das Verständnis, wenn jemand zu seinen eigenen Grenzen stand. Dabei hätte ich ihm eigentlich dazu gratulieren müssen. Gut, manche Menschen übertreiben es mit der Selbstfürsorge. Aber man kann es – wie man an meinem Beispiel sieht – auch mit dem Gegenteil übertreiben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zu seinen eigenen Grenzen zu stehen, ist der Anfang von ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbstʻ. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich zu meinen eigenen Grenzen stehe, dann ist das ein Zeichen der Liebe für mich selbst. Ich wurde dadurch definitiv gnädiger mit anderen Menschen. Es geht mir nun auch viel näher, wenn Menschen leiden oder eine schwierige Zeit durchmachen, sich in einer Krise befinden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gott ist mitten im Tal des Todesschattens</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du hast ein Buch geschrieben mit dem Titel „Mit ganzer Kraft schwach“. Darin schreibst du über deine eigene Schwäche – warum?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Mir ist es wichtig, dass Leute sich verstanden fühlen. Ich mache gar nicht viel. Aber ich mache vieles anders. Ich bin einfach ich. Ich darf mit meiner ganzen Schwäche hier sein und anderen Menschen und vor allem anderen Christen zugestehen, dass auch sie schwach und krank sein dürfen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hat nichts mit einem Mangel an Glauben zu tun. Wir sind auch wichtig, wenn wir krank und schwach sind. Das hat mir Gott aufs Herz gelegt. Das ist meine Message und dafür stehe ich ein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was gibst du Menschen mit auf den Weg, die – wie du – an einer chronischen Krankheit leiden?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Reto Kaltbrunner: Mir wurde <a href="https://www.bibleserver.com/ELB/Psalm23%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 23,4</a> sehr wichtig. Da heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt: Gott als guter Hirte begleitet mich, er tröstet mich, er ist da für mich. Er wartet nicht am Ende des Tunnels, sondern er ist bei mir mitten im Tal des Totenschattens. Gottes Nähe und sein Segen sind nicht abhängig von Gesundheit und Wohlstand, sondern seine Nähe und sein Segen sind überall da, wo er ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist es auch, Kranken Mitgefühl zu zeigen, sie zu sehen und einfach für sie da zu sein, auch wenn man selbst nicht viel tun kann. Man denkt oft: Ich habe ja gar nichts zu geben, ich kann ja gar nicht helfen. Aber einfach Verständnis ausdrücken, Liebe bezeugen, wie man das auch immer tun will, ist extrem kraftvoll.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Vielen Dank für das Gespräch und die Zeit und Kraft, die du dafür investiert hast.</strong></p>
<p style="font-size: 85%;">Sonja Kilian (interview) / Annegret Schneider (Redaktion)</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17214706.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sonja Kilian (interview) / Annegret Schneider (Redaktion)]]></author>
      <pubDate>Sat, 22 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Kein Bock mehr auf Menschen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/kein-bock-mehr-auf-menschen/6866-542-7990</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17213268/6866-542-7990</link>
      <description><![CDATA[In stressigen Zeiten fallen Freundschaften oft hinten runter. Wie lebt man gute Beziehungen trotz Stress?]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109979.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Karthick Gislen /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kennst du das auch? In stressigen Zeiten kapselst du dich von anderen ab, obwohl du eigentlich gerade jetzt deine Freunde brauchst. Aber es bleibt einfach keine Zeit für ein Telefonat, keine Energie für ein Treffen und so wirst du immer einsamer.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum ist das so und wie schaffst du es, auch in stressigen Zeiten gute Beziehungen zu pflegen? Darüber spricht Johannes Kolk mit Burnout-Präventionscoach Stephan Menzel <a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-plus/podcasts/homemade-stress/58831" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">im Podcast „Homemade Stress“</a>. Ein Auszug aus ihrem Gespräch.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Es ist doch normal, dass ich ab und zu mal keine Lust auf Menschen habe, oder?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ja, du sagst es treffend: ab und zu. Auch bei mir gibt es die Tage, an denen ich Zeit für mich brauche. Die Frage ist: Wie lange hält dieser Zustand an und wie lange oder wie stark kapsele ich mich ab? Hier gilt es darauf zu schauen, dass dieses Verhalten nicht zum Selbstläufer wird, dass ich mich nicht immer mehr und mehr zurückziehe.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<figure class="image right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Stephan Menzel, Burnout-Präventionscoach" height="1029" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109978.jpg" width="1181" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Stephan Menzel ist ausgebildeter Mental Health Business Expert und zertifizierter Burnout-Präventions-Coach. Er hilft Unternehmen und Organisationen dabei, mentale Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu fördern. (Bild: ERF Medien)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du bist Burnout-Präventionscoach. Was hat Stress mit Freundschaft zu tun?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Im ersten Moment denkt man da nicht so dran, aber soziale Kontakte sind extrem wichtig für unsere mentale Gesundheit. Wir brauchen das Gegenüber. Der jüdische Gelehrte Martin Buber hat es so ausgedrückt: „Der Mensch wird am Du zum Ich“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Prinzip ist tief in uns verankert. Wenn ich mit guten Freunden zusammen bin, öffne ich mich und lasse mich auch mal hinterfragen. Wenn ich aber in einem Stresstunnel bin, dann habe ich schon viel im Kopf, das ich innerlich bewege. Deswegen ziehe ich mich zurück, um meine Energiereserven zu schonen. Wenn sich dieses Verhalten verselbstständigt, wird es zum Problem.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Können Männer keinen Deep Talk?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du hast selbst eine Burnout-Geschichte hinter dir. Hattest du zu dem Zeitpunkt gute Freunde, die mitbekommen haben, dass es dir nicht so gut geht? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ich hatte gute Freunde, ja. Allerdings war es so, dass wir miteinander sehr oberflächliche Beziehungen führten. Wir hatten selten Deep Talks, denn ich war damals nicht in der Lage, so tiefe Gespräche zu führen. Deshalb konnte ich ein Stück weit verstecken, wie es mir tatsächlich ging.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Freunde haben schon etwas gemerkt und mir gespiegelt, dass ich oft müde oder auch angespannt wirke. Ich habe das aber verdrängt und kleingeredet. Nach dem Motto: „Ich habe halt eine stressige Phase, beruflich ist gerade viel los.“ <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ist das ein Männerproblem, dass der Deep Talk fehlt?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ja, ich glaube schon. Ich will das jetzt gar nicht so klischeehaft sehen. Aber ich beobachte, dass Männer sich oft schwerer damit tun, sich über Gefühle auszutauschen. Also über Fragen wie: Was fühle ich? Was spüre ich? Was nehme ich wahr? </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Wie geht es dir wirklich?“</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ich habe mal den Satz gehört: „Ein Mann würde sich nie einfach so zum Kaffee trinken mit einem anderen Mann treffen.“ Bei mir kann ich das schon beobachten. In den meisten Fällen treffe ich mich lieber mit meinen Freunden, wenn wir irgendetwas machen. Zusammen Fahrrad fahren, Sport machen oder auch praktisch aushelfen. Wir treffen uns selten „einfach nur so“. Tiefe Gespräche entstehen da eher selten.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ich finde spannend, was du sagst. Ich erlebe das auch immer wieder. Deswegen stelle ich Menschen, die mir nahestehen, bewusst immer mal die Frage „Wie geht es dir?“. Das ist eigentlich eine Floskel. Aber ich mache da eine Ergänzung und sage: „Wie geht es dir <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">wirklich</strong>?“ Ich wünsche mir noch viel mehr, dass wir einander gegenseitig im Blick haben. <br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Eine gute Frage, die ich gleich mal anwende: Wie ging es dir damals wirklich, als du gemerkt hast, dass du dich von den anderen isoliert hast?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Es ging mir echt bescheiden. Ich habe gemerkt, ich habe ein Problem, und fand kein Mittel, da rauszukommen. Ich habe bis zu 80 Wochenstunden gearbeitet und es hat nie gereicht. Und ich habe gemerkt, dass ich mich isoliere, weil es mir nicht gut ging.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Problem bei dieser Isolation war bei mir und ist auch bei anderen, dass keine Reflexion mehr stattfindet. Ich bekomme keinen Spiegel mehr vorgehalten, es gibt keinen Austausch mehr dazu, wie es mir geht. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dadurch bekomme ich auch keinen Anstoß, etwas zu verändern. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es häufig so, dass die Heilungschancen umso höher sind, je früher man interveniert, also etwas gegen die Erkrankung tut. Deswegen ist sozialer Kontakt unglaublich wichtig.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Feedback ohne Abhängigkeit – wie gelingt’s?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Aber ist es nicht so, dass Beziehungen mit ein Grund sein können, warum ich psychisch belastet bin? Oft wäre es doch gut, wenn ich mich von der Meinung anderer freier machen würde, nach dem Motto: „Mir ist es egal, was die anderen über mich denken.“ </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ich denke, das ist immer eine Gratwanderung. Beides hat seine Berechtigung. Eine extreme Abhängigkeit von einem anderen Menschen ist ungesund. Nach dem Motto: „Ohne Person X kann ich nicht leben.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf der anderen Seite sind wir aufeinander angewiesen. Vor allem kann ich mich nicht selbst von außen beobachten. Lass ich Feedback von anderen zu oder bin ich wie eine Teflonpfanne, an der alles abprallt? Reflexion heißt ja nicht, ich nehme das Gesagte sofort an, sondern ich nehme es mit und entscheide, ob ich daraus etwas machen möchte.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> Unabhängig von Fremdmeinungen zu sein kann gut sein. Aber ganz unabhängig von Menschen sind wir eben nicht. Wir sind aufeinander angewiesen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Beim Thema „Teflonpfanne“ denke ich an so Sätze wie „Ich bin halt so“.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Das ist ein Schutzsatz, um sich nicht verändern zu müssen. Das Gute ist: Unser Gehirn ist dauerplastisch. Das heißt, bis ins hohe Alter können wir uns verändern und Neues lernen! Wir Menschen sind nicht so wie wir sind in Stein gemeißelt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Alte Freundschaften neu beleben</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Das macht eine Hoffnungsperspektive auf! Ich muss nicht bleiben, wie ich bin. Jetzt gehen wir nochmal in die Praxis: Wie erkenne ich, ob eine Freundschaft wirklich stabil ist?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Für mich ist ein Maßstab, ob die Freundschaft ein Geben und Nehmen ist. Oder ist es eine Einbahnstraße? Also, wenn jemand immer nur erzählt, wie es ihm geht, und nicht fragt „Wie geht's dir eigentlich?“ So eine Freundschaft kostet mehr Kraft, als dass sie Energie freisetzt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichwohl gibt es Phasen, wo es dem einen schlechter geht und man füreinander da ist. Aber insgesamt ist eine gute Freundschaft daran erkennbar, dass man auf Augenhöhe unterwegs ist, dass beide darin vorkommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir Menschen haben ein sehr feines Gespür, wer uns Kraft zieht und bei wem wir Kraft schöpfen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe zwei sehr gute Freunde, die total anders als ich sind. Das fordert mich heraus. Aber ich ziehe Kraft da raus, weil das Beziehungen auf Augenhöhe sind.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und selbst wenn wir uns mal vier Wochen nicht gehört haben, starten wir von 0 auf 100 in einer Sekunde durch. Das ist etwas sehr Kostbares.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie kann ich alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen, wenn ich sie in einer Krisenzeit vernachlässigt habe.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Unser Leben ist sehr dynamisch. Beziehungen und Menschen verändern sich. Ich habe es mir relativ einfach gemacht. Ich habe zwei Kreise auf ein Blatt Papier gezeichnet, einen inneren und einen äußeren Kreis. Der innere Kreis ist das Beziehungsgeflecht, das mich in den letzten Jahren umgeben hat. Und da habe ich geschaut, wo habe ich schon gute Beziehungen, die ich vertiefen kann?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im äußeren Kreis habe ich notiert, wen ich noch von früher kenne. Alte Schulfreunde, Menschen aus einem Verein. Und die rufe ich einfach an, um wieder in Kontakt zu kommen. Es müssen nicht zehn enge Freundschaften sein, aber wenige gute Beziehungen sind hilfreich und kostbar.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Das klingt so simpel wie genial: Aufschreiben, wen ich kenne, und einfach mal anrufen. Wie war das bei dir bei deinem Burnout? Hast du damals auch Kreise aufgezeichnet? Welche Schritte hast du unternommen, um aus der Isolation wieder herauszukommen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Bei mir ging es erst mal in den Zerbruch. Danach habe ich erst einmal angefangen, auf Ursachenforschung gehen. Warum kam es so weit? Über was habe ich mich erschöpft? Im Nachhinein kann ich sagen, das waren alles innere Motive und innere Antreiber, die mich letztendlich in den Burnout getrieben haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe danach gemerkt, dass ich stabile Kontakte brauche, um regelmäßig in die Reflexion zu gehen, um mich zu spüren. Ich habe also erst einmal diese Ursachen geklärt, bevor ich das Thema Freundschaft angegangen bin.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Freundschaften brauchen zweckfreie Zeit</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was hat sich konkret nach deinem Burnout an deinem Umgang mit Freundschaften verändert?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel:<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>Früher vor meinem Burnout konnte ich nur mit Menschen unterwegs sein, die genauso ticken wie ich. Weil sie mich nicht hinterfragt haben. Heute erlebe ich das völlig anders. Meine engsten Freunde leben total anders als ich. Für mich macht aber genau das die Freundschaft interessant. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie der andere sein Leben gestaltet, entspricht mir vielleicht nicht, aber was könnte daran auch für mich gut sein? Was könnte für mich eine Inspiration sein?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist für mich das Kostbare an Freundschaften, diese Unterschiedlichkeit. Mir hat da das Bild eines Blumenstraußes geholfen. Es gibt unterschiedliche und einzigartige Blumen. Zusammen ergeben sie einen wunderschönen und vielfältigen Strauß.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie machst du das heute? Wie pflegst du deine Freundschaften?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel: Ich plane zweckfreie Zeit ein. Wir setzen uns beispielsweise einfach nur auf die Terrasse und quatschen zwei Stunden, also verbringen zweckfreie Zeit miteinander und kommen einfach so ins Gespräch. Damit meine ich Zeit ohne Agenda. Bei einer gemeinsamen Radtour nicht hunderte Kilometer runterschrubben zu müssen, sondern Pausen einzuplanen. Denn zweckfrei ist nicht sinnlos! </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Vielen Dank für das Interview.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland, Johannes Kolk</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17213268.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland, Johannes Kolk]]></author>
      <pubDate>Thu, 20 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Du betest nicht? Entspann dich!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/du-betest-nicht-entspann-dich/2803-542-7986</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17211159/2803-542-7986</link>
      <description><![CDATA[5 befreiende Wahrheiten, wenn du mit deinem Gebetsleben haderst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109165.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Ümit Bulut /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kommt dir das bekannt vor? Du glaubst an Gott und daran, dass Gebet gut und heilsam ist, aber in deinem Alltag kommen Stille Zeit und Gebet viel zu kurz. Eventuell hast du bereits einiges unternommen, um das zu verändern, aber es hat nichts gebracht. Mittlerweile fühlst du dich als Gebets-Versager und jedes Gebet, was dir über die Lippen kommt, ist von Scham und einem schlechten Gewissen begleitet. Dann ist dieser Artikel für dich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/145233?searchtext=Gesund%20beten%20statt%20gesundbeten" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Gesund beten statt gesundbeten“</a> schreibt Christof Lenzen darüber, wie wir ehrlich und ohne Druck mit Gott ins Gespräch kommen können. Als eine Hemmschwelle sieht er dabei die Erwartungen, die wir an uns selbst in puncto Gebet stellen. Dass uns das Beten – gerade auch in manchen Lebenslagen – schwerfällt, ist nichts, für das wir uns schämen müssten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich verhindern oft genau diese Scham und unser schlechtes Gewissen die ehrliche Begegnung mit Gott. In einem Kapitel benennt Christof Lenzen daher fünf entlastende Wahrheiten zum Gebet, die ich hier mit dir teilen möchte.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Auch wenn du nicht betest, betest du</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Aussage klingt zunächst widersprüchlich, doch sie enthält eine Kernbotschaft. Wenn du an Jesus glaubst oder dich auf die Suche nach ihm machst, streckt sich etwas in dir nach Gott aus.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es mag sein, dass du keine Worte für diese Sehnsucht findest, aber sie ist da. Und über sie bist du mit Gott verbunden und mit ihm im Gespräch.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Christen sprechen hier vom Heiligen Geist, den jeder Mensch geschenkt bekommt, der sich für ein Leben mit Jesus entscheidet. Selbst wenn du gerade eine Schweigezeit im Gebet durchmachst, bist und bleibst du als Christ über den Heiligen Geist mit Gott verbunden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist dein Leben gerade so stressig, dass du nicht ans aktive Beten denkst. Oder du hast etwas Schweres erlebt und findest nicht die richtigen Worte, darüber mit Gott zu reden. Ganz gleich, was deine Gebetsebbe auslöst, Gott hört trotzdem die Worte in deinem Herzen. Er weiß, dass du dich nach Gemeinschaft mit ihm sehnst. Und wenn du es im Augenblick von dir aus nicht schaffst, diese Verbindung zu halten, hält er sie.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Glaube darf und muss sich verändern, um zu reifen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft fallen uns geistliche Routinen wie das Gebet und die Stille Zeit in Phasen schwer, in denen sich etwas in unserem Glauben verändert. Vielleicht passt ein bestimmtes Gottesbild für dich nicht mehr oder du hast plötzlich Zweifel. Dann ist es nur natürlich, dass auch dein Gebetsleben darunter leidet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht musst du neue Worte finden, um Gott gegenüber auszudrücken, was du gerade denkst und fühlst. Das ist ganz normal. Du kannst es dir ein wenig wie die Pubertät vorstellen. Um erwachsen zu werden, distanzieren Jugendliche sich zeitweilig von ihren Eltern. Meist leitet das keinen Kontaktabbruch zu den Eltern ein, sondern eine neue gereifte Beziehung.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch im Glauben gibt es Zeitspannen, in denen wir Dinge für uns neu sortieren müssen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dir selbst in einer solchen Phase Druck zu machen und Glaubensrituale auf Biegen und Brechen aufrechtzuhalten, hilft oft wenig. Es wird sich eventuell sogar so anfühlen, als würdest du dich in zu enge Kleider zwängen. Besser ist es, den Prozess neugierig zu betrachten und Gott gegenüber offen damit umzugehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Gebet, was du in diesen Phasen sprechen kannst, könnte folgendes sein: „Herr, ich merke, in meinem Glauben steht gerade vieles Kopf. Das macht mir Angst und ich weiß nicht, wie ich mit dir darüber reden soll. Bleib du an meiner Seite und führe mich!“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Gebet ist mehr als Worte</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft verbinden wir mit Gebet vor allem Worte. Ob still oder laut, ein „vollwertiges“ Gebet ist für uns nur eines, welches gedacht oder ausgesprochen wird. Christof Lenzen weitet in seinem Buch den Blick dafür, dass das eine sehr enge Definition von Gebet ist. Auch mit Gesten und Handlungen können wir Gott anbeten, wenn wir sie „in der Gegenwart Gottes (…) und mit der Herzensausrichtung auf ihn“ hin tun.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir beim Singen im Gottesdienst die Hände erheben, ist das für uns klar. Schließlich kommen hier zusätzlich auch Worte zum Einsatz. Doch was, wenn auch ein Waldspaziergang in der Gegenwart Gottes, eine Atemmeditation vor dem Einschlafen oder das Tanzen bei der Hausarbeit eine Form von Gebet sein könnten? Und was, wenn Gott gar nicht meine Worte braucht, um zu verstehen, was ich ihm sagen will?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das stille Knien am Bett eines kranken Kindes, der wilde Jubel über die neue Stelle oder auch das erschöpfte Seufzen nach einem langen Arbeitstag sagen Gott doch schon, wie es mir gerade geht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Besonders in Situationen, wo uns Gefühle übermannen oder wir schlicht keine Worte haben, können uns Gesten helfen, unsere Gefühle Gott gegenüber auszudrücken. Wir müssen nicht um Worte ringen, wenn wir keine Worte haben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Wenn du dich selbst besser kennenlernst, lernst du Gott besser kennen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Menschen spielen Selbstreflexion und Gotteserkenntnis gegeneinander aus. Was soll es mir bitte schön bringen, Verletzungen aus meiner Kindheit aufzuarbeiten? Reicht es nicht, zu wissen, dass Gott sie geheilt hat? Leider tut es das oft nicht.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich kann die Beschäftigung mit uns selbst ein Weg sein, auch Gott besser kennenzulernen. Teils ist sie sogar entscheidend, um Gott wieder näherzukommen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn negative Muster und Glaubenssätze sind wie ein Schleier, der sich über unsere Wahrnehmung gelegt hat. Uns ist dieser Schleier nicht bewusst – schließlich tragen wir ihn schon sehr lange mit uns herum. Aber wir nehmen auch Gott und seine biblischen Worte nur durch diesen Schleier wahr. Dadurch lesen und verstehen wir manches in einer Weise, die uns nicht guttut. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Irgendwann spüren wir das und unser Gebetsleben gerät in die Krise. Wenn das der Fall ist, kann es helfen, sich zunächst einmal selbst auf die Spur zu kommen. Wer bin ich überhaupt? Wie hat Gott mich geschaffen? Und was weckt in mir Erinnerungen an alte Verletzungen? Sich das ehrlich und im besten Fall mit einem Berater, einer Seelsorgerin oder Psychologin anzuschauen, kann auch meinen Blick auf Gott wieder scharfstellen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Meide das Vergleichen wie die Pest</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gemeinsam eine gute Sache zu tun, kann sehr belebend sein. In meiner Tätigkeit als Autorin verabrede ich mich regelmäßig mit einer anderen Autorin zum Co-Working. Doch eines ist dabei tödlich: das Vergleichen. Wenn ich beginne, aufzurechnen, wie viele Wörter meine Autorenfreundin in der gleichen Zeit schafft, wird aus motivierender Gemeinschaft lähmende Frustration.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso ist das beim Beten. Auch als Christen haben wir in Gemeinden Menschen an unserer Seite, deren Art zu glauben und zu beten, uns motivieren kann, darf und soll. Gleichzeitig geht es hier genauso wenig um Konkurrenz. Tatsächlich ist Vergleichen sogar Gift für das eigene Gebetsleben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gebet ist zuallererst Beziehungspflege. Gott geht es um das, was in meinem Herzen ist, und nicht darum, wie lange ich Stille Zeit mache.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich wird eine Beziehung, in der ich viel Zeit mit dem anderen verbringe, automatisch enger. Doch nur weil ich weniger oder anders bete als andere, bin ich kein schlechter Christ. Wie auch in anderen Beziehungen kommt es darauf an, die Beziehung zu Gott so zu leben, dass ich mich dabei wohl und mit ihm verbunden fühle. Daher meide es wie die Pest, dein Gebetsleben mit dem anderer zu vergleichen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gibt es weitere Punkte, die du als entlastende Wahrheiten in puncto Gebet erlebt hast? Oder hast du Einwände und Fragen zu diesen Punkten? Dann schreib mir gerne einen Kommentar.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn du tiefer in das Thema Gebet eintauchen willst, lohnt sich ein Blick in das Buch von Christof Lenzen. Hier findest du eine </strong><a href="https://shop.erf.de/products/00/145233?searchtext=Gesund%20beten%20statt%20gesundbeten" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Buchrezension zu „Gesund beten statt gesundbeten“</strong></a><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17211159.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Tue, 18 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn ich doch einfach glauben könnte]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wenn-ich-doch-einfach-glauben-koennte/2803-542-7105</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/14784175/2803-542-7105</link>
      <description><![CDATA[Gibt es bestimmte Voraussetzungen für Gottvertrauen? Wahrer Glaube entsteht, wenn wir zu Jesus gehen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/924927.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Logan Weaver /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Internationale Filmschaffende werden einmal im Jahr mit der goldenen Trophäe für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Ausschlaggebend für die Bewertung ist: Hat der Film berührt? Ragt die Qualität aus der Vielzahl der Filme heraus?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Bibel berichtet von einer Auszeichnung in der Kategorie „bester Glaube“. Drehort ist Kapernaum in Israel. Das Drehbuch hat Matthäus vor knapp 2.000 Jahren geschrieben, nachzulesen in Kapitel 8 seines Evangeliums. Die Szene berührt mich. Preisträger ist ein römischer Offizier und seine Qualität lässt ihn aus der Volksmenge herausstechen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Laudatio kommt von Jesus selbst: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem anderen gefunden“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Matth%C3%A4us8%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 8,10</a>). Wie hat der Mann es geschafft, mit seinem Glauben an Jesus Christus so zu glänzen und zu punkten, dass er dafür belobigt wird?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kann ich einen solchen Glauben lernen wie eine Fremdsprache oder ein Musikinstrument, oder ist die Messlatte dafür einfach zu hoch? Eine junge Frau schreibt: „Ich würde ja gerne glauben, aber ich schaffe das einfach nicht! Welche Schritte muss ich unternehmen, um glauben zu können?“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Voraussetzungen für den Glauben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als der Offizier zu ihm kommt, ist Jesus schon in Kapernaum. Das ist die Voraussetzung des Glaubens: Wo Jesus ist, wird Glaube möglich. Erst dann kann ein Mensch zu ihm kommen; kann feststellen: Jesus ist schon da! Er wartet auf mich. Wartet auf eine Begegnung, ein Gespräch mit mir. Egal, wo ich herkomme und was ich mitbringe. Bevor ich einen Schritt auf Jesus zugehe, hat Jesus bereits den ersten Schritt getan.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bevor der Hauptmann zu Jesus geht, hat er sich kein Basiswissen über den Glauben angeeignet. Er hat keine Synagoge besucht und keine religiöse Erziehung genossen. Um glauben zu können, kommt es nicht darauf an, was ich vorweisen und leisten kann. Nicht darauf, was ich empfinde und fühle, nicht auf den Grund, aus dem ich zu Jesus komme. Ob es meine Ratlosigkeit ist, oder ob er für mich der letzte Strohhalm meiner Hoffnung ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nur eines ist nötig: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">dass </em>ich zu Jesus komme und ihm sage, was ich auf dem Herzen habe.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Glaube beginnt damit, dass mich irgendetwas oder irgendjemand zu Jesus führt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei dem Offizier ist es die Krankheit seines Mitarbeiters.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Jesus das Wort übergeben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht gesund“</em>, bittet der römische Befehlshaber. Er, der es gewohnt ist, selbst zu kommandieren, gibt Jesus das Wort. Er bringt damit zum Ausdruck: Dein Wort hat Autorität, dein Wort hat Kraft, dein Wort genügt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Glauben heißt anerkennen, dass Jesus Christus in meinem Leben zu Wort kommt; dass er das Sagen hat. Über mich, meine Lebensverhältnisse, über die Konflikte in meinem Leben und in dieser Welt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Jesus vertrauen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist das beharrliche Vertrauen auf das Wort Jesu, das den Glauben des Offiziers auszeichnet. Mit diesem Zertifikat ist er weder zum Anführer der Jesusnachfolger geworden, noch hat er ein Lehrbuch über perfekten Glauben geschrieben, oder widmet sich fortan einer besonderen Aufgabe. Stattdessen geht er nach Hause. Er nimmt seinen Glauben an Jesus Christus mit in seine Lebenswelt. Da erst erlebt er, was er geglaubt hat:<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> „Sein Knecht wurde gesund zur selben Stunde.“</em></p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Glaube geschieht da, wo ich Jesus mit hineinnehme in meine täglichen Herausforderungen. Hier will ich auch heute Jesus aufsuchen, ihn zu Wort kommen lassen und beim Wort nehmen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist ein Glaube, der nicht auf eigene Leistung setzt, sondern auf Gottes Gnade hofft. Der nicht vom eigenen Können abhängt, sondern sich an Jesus hängt. Der empfängt, was Jesus schenkt. Genau das zeichnet ihn aus und lässt ihn herausragen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit diesem Glauben habe ich keine goldene Trophäe in der Hand, aber die nötige Portion Vertrauen im Herzen – Vertrauen auf die herausragenden Möglichkeiten Gottes in meinem Leben. Und das genügt. </p>
<p style="font-size: 85%;">Ellen Hörder-Knop</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/14784175.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ellen Hörder-Knop]]></author>
      <pubDate>Mon, 17 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wortschönheit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/wortschoenheit/2270-542-7987</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17210044/2270-542-7987</link>
      <description><![CDATA[Antje Sabine Naegeli ermutigt dazu, die Schönheit und Kraft von Worten neu zu entdecken. Ein Buchauszug aus „Schönheit lädt uns ein“.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109305.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Brunnen Verlag</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Antje Sabine Naegeli ist Theologin und Psychotherapeutin. In ihrem Buch </em><a href="https://shop.erf.de/products/00/146849?searchtext=Sch%C3%B6nheit%20l%C3%A4dt%20uns%20ein" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Schönheit lädt uns ein“</em></a><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> öffnet sie in kurzen Texten den Blick für verschiedene Formen von Schönheit. Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung des </em><a href="https://brunnen-verlag.de/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Brunnen Verlages</em></a><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"> einen Auszug aus dem Buch.</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Können Worte Schönheit ausstrahlen? Die Sprache in unserer Gesellschaft ist seit Jahren derber und kälter geworden. Wir erleben eine Entwürdigung und Entleerung unserer Sprache.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Worte aber haben eine Wirkung, sie hinterlassen Spuren in uns. Wer durch sie nachhaltig verletzt wurde, hört womöglich noch Jahre später mit dem inneren Ohr, was ihm Schmerz zugefügt hat. Worte stecken dann wie giftige Pfeile im Herzen. Das gilt auch für unsere Selbstgespräche, die wir führen. Prüfen wir einmal, ob wir uns herabsetzen, uns entwerten oder ob wir freundliche, verständnisvolle Worte für uns finden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wann sind Worte schön?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gute Worte haben eine heilsame Kraft. Sie können uns stärken, aufbauen und ermutigen. Koseworte etwa haben eine tiefe Schönheit, bergen Zärtlichkeit. Wenn wir sie empfangen haben in frühen Jahren, können sie ein Leben lang nachklingen. Wie unendlich schön ist ein Liebeswort, ein Wort der Anteilnahme, des Verstehens.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist hilfreich und gut, auf unsere Sprache zu achten. Wir können Gott um Worte bitten, die anderen oder auch uns selbst wohltun. Er hat Worte voller Schönheit und Kraft für uns.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie viele Psalmworte gibt es in der Heiligen Schrift, die uns innerlich zu nähren vermögen. In schlimmen Zeiten, wie etwa im Krieg, haben Menschen solche Worte immer bei sich getragen und sie einander zugesteckt, oft genug mit ihnen überlebt. Das können wir wohlstandsverwöhnten Menschen von heute uns kaum noch vorstellen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wann sind Worte schön? Schönheit wohnt in Worten, die zugewandt, wahrhaftig, sorgsam und respektvoll sind. Ihre Schönheit hängt nicht so sehr an einer kunstvollen Formulierung, obwohl wir das sicher auch schätzen, wenn wir ein gutes Sprachgefühl haben. Die Schönheit und Kraft der Worte hat ihre Wurzel in der inneren Haltung dessen, der sie ausspricht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">„Laternen“ in den Herzen anderer anzünden</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einem ihrer Gedichte, „Wie wenig nütze ich bin“, findet die Dichterin Hilde Domin eine wunderbare Beschreibung. Sie zünde, so drückt sie es aus, im Vorbeigehen absichtslos die eine oder andere Laterne an in den Herzen am Wegrand. Als Poetin, die sie war, sind damit nicht zuletzt auch Worte gemeint, einfühlsame Worte, die ermutigen, weil sie einen Blick haben für die Bedürftigkeit der Weggefährten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei scheint mir der Begriff „absichtslos“ sehr wesentlich: etwas zu tun aus dem Herzen heraus, auch wenn wir nicht wissen, ob es den anderen Menschen erreicht, ob es ankommt oder nicht. Das Anzünden versuchen, weil es schön ist, dies zu tun.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche „Laternen“ können wir auch weitergeben mit unseren Worten, wenn wir den Schöpfer unserer Sprache bitten: „Unser Gott, senke Worte in uns hinein, in denen der Klang der Liebe wohnt.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;">Copyright: Antje Sabine Naegeli, Schönheit lädt uns ein. Finden, was uns Hoffnung gibt, Brunnen Verlag 2025, ISBN: 9783765533297, Preis: 14,00 Euro</span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Du liebst Bücher genauso wie wir? Dann freuen wir uns darauf, dich am 22. November im Medienhaus in Wetzlar zu unserem <a href="https://www.erf.de/entdecken/events/17100?reset=1&amp;content_item=175&amp;event=480" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lesefest</a> zu begrüßen. Von 10 bis 17 Uhr feiern wir 30 Jahre Lesezeichen mit Lesungen, Workshops und einem Einblick in die Produktion unserer beliebten Sendereihe. Sei dabei!</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Antje Sabine Naegeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17210044.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Antje Sabine Naegeli]]></author>
      <pubDate>Sun, 16 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Keine Zeit für Genuss?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/keine-zeit-fuer-genuss/6866-542-7985</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17208909/6866-542-7985</link>
      <description><![CDATA[Warum wir uns oft viel zu selten etwas gönnen – und warum Genuss gesund hält. 7 Tipps für mehr Genuss.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1109334.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tamas Pap /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich meine Mutter anrufe und ihr erzähle, dass ich einen Ausflug oder sonst etwas Schönes plane, verabschiedet sie sich oft mit den Worten: „Genieß es!“ Auf ersten Blick eine unnötige Aufforderung. Doch auf zweiten Blick brauche ich diese Erinnerung häufiger, als ich zugeben will. Denn genießen muss gelernt sein!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das klingt seltsam, denn beim Genießen geht es ja nicht darum, mir etwas Schweres vorzunehmen oder gar etwas Unangenehmes. Ganz im Gegenteil: Unsere schöne Welt bietet so viel Herrliches, das sich genießen lässt! Feines Essen, traumhafte Orte, ein spannendes Buch, ein guter Witz, herzliche Gesellschaft, ein faszinierendes Hobby.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das sind all jene Nebensächlichkeiten, die mein Leben angenehm, bunt und interessant machen. Und doch fällt es uns nicht immer leicht, auch Genuss darüber zu empfinden. </p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wer einen Burnout hat, genießt nicht mehr</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel, Coach und Experte für Mentale Gesundheit, stellt bei seinen Beratungsgesprächen immer wieder fest, dass sich Menschen schwertun, genussvolle Momente in ihrem Leben zuzulassen. Und zwar ganz besonders, wenn sie unter Dauerstress stehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er beobachtet: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich erlebe oft Menschen kurz vor dem Burnout, die die Fähigkeit zum Genießen komplett verloren haben. Selbst Dinge, die vorher der komplette Genuss waren, sind wie hinter einem grauen Schleier und berühren den Menschen nicht mehr.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Erfahrung hat Stephan Menzel selbst vor einigen Jahren gemacht, als er einen Burnout durchlebt und durchlitten hat. Er beschreibt sein damaliges Verhalten so:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich bin von Haus aus gerne draußen unterwegs, mein Hobby ist das Fischen am Fluss. Und ich habe bemerkt, dass ich dieses Draußensein Stück für Stück, also schleichend vernachlässigt habe. Ich habe mich zurückgezogen und wegen der vielen Arbeit habe ich behauptet, ich hätte keine Zeit. Oder ich kam so platt nach Hause, dass ich nur noch meine Ruhe wollte. “</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was ist mit meinen unerledigten Aufgaben?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein prall gefüllter Kalender mag auf ersten Blick der Hauptgrund sein, warum ich in stressigen Zeiten als Erstes ein Hobby oder das Kochen eines besonderen Rezepts fallenlasse. Doch Stephan Menzel beobachtet meistens tieferliegende Gründe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich zum Beispiel in meiner Kindheit nach dem Prinzip „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ erzogen wurde, mischt sich unter meinen Genuss auch ein schlechtes Gewissen: Habe ich genug geschafft, um mir jetzt einen freien Abend zu gönnen? Was ist mit dem Stapel unerledigter To-Dos, die noch auf mich warten? </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Genießen ohne schlechtes Gewissen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Menschen verbinden schon mit dem Begriff Genuss etwas Negatives und sehen hinter jedem Genuss die Gefahr der Genusssucht, also der grenzenlosen Gier nach angenehmen und lustvollen Erlebnissen. Wer so geprägt ist, schwingt ständig die Moralkeule gegen die eigenen Bedürfnisse und bestraft sich selbst: entweder mit übermäßigem Verzicht oder einem andauernden schlechten Gewissen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber auch das Gegenteil verhindert das Genießen: Wer jeder Marotte und jedem Impuls nachgibt, gönnt sich zwar allerlei, aber genießt kaum.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Genuss entsteht nicht durch das, was ich erlebe, sondern wie ich es erlebe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel erklärt dies so: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Es liegt an der Wahrnehmung, ob ich etwas genieße. Ein Freund von mir sagte mir mal: ‚Nimm mal so ein Täfelchen Dunkler Schokolade. Lege es auf die Zunge und lass es mal langsam zerfließen. Spür mal nach, was du schmeckst und fühlst.‘ Das ist der Unterschied zwischen reiner Nahrungsaufnahme und Genuss: Weil ich das ganz bewusst wahrnehme, und nicht nebenbei konsumiere.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">7 Genussregeln nach Lutz</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf Dauer kann es Menschen krank machen, wenn das Genießen zu kurz kommt. Denn Genuss bildet eine wichtige Fähigkeit zur Erhaltung unserer mentalen Gesundheit. Das Genießen lädt mich ein, in Kontakt mit meiner Umwelt zu treten: Sie zu schmecken, zu riechen, zu hören, zu sehen und zu spüren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dadurch bin ich im „Außen“ und nicht nur im „Inneren“ meiner Gedanken und Sorgen. Ich steige quasi aus meinem Kopf aus und öffne meine Seele für das, was mein Körper wahrnimmt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Prinzip, Genuss wieder bewusst einzuüben, wird seit vielen Jahren in der Verhaltenstherapie bei Depressionen verwendet. Schon Anfang der 80er formulierte der Psychologe Dr. Rainer Lutz zusammen mit der Psychotherapeutin Eva Koppenhöfer die „kleine Schule des Genießens“.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> Dazu entwarf er sieben Genussregeln, die dabei helfen, das „Sich selbst etwas gönnen Können“ einzuüben.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Genuss braucht Zeit</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eile und Hetze sind die Feinde des bewussten Genießens. Wer sich schwer damit tut, sollte sich feste Genusstermine einplanen, vor allem in stressigen Phasen. Und sei es die Viertelstunde Kaffeepause mit einem Stückchen Schokolade. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Genuss muss erlaubt sein.</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Menschen spüren aufgrund ihrer Prägung innere Verbote beim Genuss, selbst wenn es um harmlose Dinge wie einen Ausflug geht. Hier gilt es zu reflektieren, woher das schlechte Gewissen kommt und ob mein Genuss tatsächlich mir oder jemand anderem Schaden zufügt. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Genuss geht nicht nebenbei</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Schokolade kann noch so edel sein: Aber stopfe ich sie mir beim Seriengucken nebenbei rein, werde ich sie nicht wirklich genießen. Wenn ich mir etwas gönne, sollte ich kurz innehalten und das Gute auf mich wirken lassen. Das schafft Raum für die Sinne und ein Herz voller Dankbarkeit.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Weniger ist mehr</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genießen hat nichts mit Konsum zu tun! Wenn ich es übertreibe, verliere ich den Bezug zu dem, was mir an Gutem widerfährt. Zu dem Thema gibt die Bibel einen guten Rat. im Buch der Sprüche heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Hastig errafftes Gut zerrinnt; wer aber ruhig sammelt, bekommt immer mehr“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Spr%C3%BCche13%2C11" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Sprüche 13,11</a>).</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Genuss gilt es nicht zu raffen, sondern schöne Erinnerungen zu sammeln.</p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Auswählen, was Dir guttut</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht jeder Mensch genießt gleich. Der eine braucht dazu ein Buch und eine Kuscheldecke, der andere das Rad und eine Regenpause. Beim Genuss geht es darum, meinen eigenen Rhythmus zu finden und das tun, aus dem ich neue Energie schöpfe. Dies sollte ich daher ganz ohne Vergleiche mit anderen tun. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6. Ohne Erfahrung kein Genuss </strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genuss entsteht nicht im Kopf, sondern im Erleben: Ich schmecke, fühle, rieche, sehe und höre etwas, das mich anregt und mir Lust auf mehr macht. Gerade Menschen, die in ihrem Beruf viel Kopfarbeit leisten, helfen solche Sinneserfahrungen, um aus ihren Gedanken auszusteigen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es lohnt sich daher, Genuss mal bewusst analog einüben – ohne Handy, TV oder Nebenbei-Beschallung. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">7. Genuss ist alltäglich</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Urlaube sind etwas Wunderschönes, Geburtstagsfeiern und Hochzeitstage auch. Aber das bewusste Erleben von schönen Dingen darf nicht auf besondere Zeiten im Jahr beschränkt sein.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist wie mit dem Lüften: Ich warte nicht ab, bis die Luft ganz verbraucht und stickig ist, sondern sorge regelmäßig für neuen Sauerstoff.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso sollte ich immer wieder kleine Genussmomente mitten im Alltag einplanen, besondere in stressigen Zeiten, wenn längere Erholungsphasen gerade nicht möglich sind.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Genießen kann man wieder neu lernen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du beim Lesen jetzt merkst, dass dein Sinn für gute Dinge verschwunden ist oder vergraben unter einem Berg von Stress und Sorgen liegt, ist das ein ernstzunehmendes Warnsignal. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn das Genießen ist ein notwendiger Ausgleich für Körper und Seele und hilft dir, mental gesund zu bleiben. Und nicht nur du hast etwas davon: Nur, wenn du angemessen für dich sorgst, kannst du für andere da sein. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die gute Nachricht ist: Genießen kannst du (wieder) lernen. Stephan Menzel hat nach seinem Burnout mehrere Monate gebraucht, um wieder arbeitsfähig zu werden. Eine der ersten Anzeichen, dass er auf dem Weg zurück ins Leben war, beschreibt er wie folgt: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich habe wieder begonnen, wieder rauszugehen. Wieder einmal längere Spaziergänge zu machen, die Weite zu genießen. Gerüche wahrzunehmen, im Wald unterwegs zu sein, Geräusche von Vögeln wahrzunehmen. Das sind ganz einfache Dinge, aber ich habe gemerkt: Das hat mir gutgetan.“ </em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Genießen: ein biblisches Prinzip</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was tut dir gut? Was sind deine täglichen schönen Dinge, bei denen du deine Seele baumeln lassen und das Gedankenkarussell abschalten kannst? Und bist du in letzter Zeit ausreichend dazu gekommen, dir diese kleinen Auszeiten zu gönnen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn die Antwort darauf Nein lautet, nur Mut! Genuss ist schließlich auch ein biblisches Prinzip: Im Buch des Predigers reflektiert der Autor viel darüber, wie kurz das Leben ist und wie wenig Einfluss wir Menschen auf vieles haben, was uns darin widerfährt. Doch die Antwort des Predigers ist nicht etwa Resignation – ganz im Gegenteil. er schreibt:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Es gibt nichts Besseres für den Menschen, als sich an dem zu freuen, was er isst und trinkt, und das Leben trotz aller Mühe zu genießen. Doch ich erkannte, dass auch das ein Geschenk Gottes ist. Denn wie kann man sich am Essen oder Trinken freuen ohne sein Zutun? Gott schenkt demjenigen, der ihm gefällt, Weisheit, Erkenntnis und Freude.“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger2%2C24-26" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Prediger 2,24-26</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genießen heißt, dankbar zu sein. Also nimm all das Gute, was du in deinem Leben erfährst, aus Gottes Hand und genieß es!<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1 </sup><span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;"><a href="https://rainerlutz.wordpress.com/2015/06/03/hallo-welt/" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Mehr Informationen zur <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„</em>Kleinen Schule des Genießens<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">“</em></a></span></p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17208909.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Fri, 14 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Mit fremden Augen weitersehen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/mit-fremden-augen-weitersehen/3178-542-7974</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17208218/3178-542-7974</link>
      <description><![CDATA[Nicole Zweininger blickt bewusst durch unterschiedliche Brillen. Mal aus Respekt, mal aus Neugier.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1104820.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://gettyimages.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com</a> /&nbsp;Pure Imagination; Andreas Lehmann /&nbsp;ERF</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Was hast du gesagt? Das klingt so komisch, wenn du es aussprichst!“ Das Nachbarskind kicherte und bat mich, das Wort „Roller“ noch einmal zu wiederholen. Ich war sechs Jahre alt und mit meiner Familie gerade erst zurück nach Deutschland gekommen. Die Zeit in Zentralasien hatte meine Aussprache auf ihre eigene Weise geprägt. Verlegen erklärte ich, dass das eben meine Art zu sprechen war. Wenige Wochen später hatte ich mir das Hochdeutsche angewöhnt. Mein Akzent mit dem rollenden „R“ war verschwunden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kinder sind gnadenlos ehrlich. Sie sagen, was ihnen auffällt. In ihrer Offenheit steckt eine Wahrheit, die auch auf uns Erwachsene zutrifft: Was uns vertraut ist, halten wir für normal. Alles andere wirkt fremd. Wir finden den anderen interessant, komisch oder halten ihn manchmal sogar für falsch.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damals als Kind habe ich eines verstanden, was mir bis heute wichtig ist:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Respekt ist nichts Abstraktes. Respekt zeigt sich mitten im Alltag.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich wünsche mir Respekt im Miteinander in Schule, Beruf und Beziehungen. Aber wie ernst ich es damit meine, merke ich erst, wenn ich mit dem Anderssein der anderen in Berührung komme. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Der Blick durch die eigene Brille</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin eigentlich keine Brillenträgerin. Und doch setze ich mir immer wieder eine auf. Sie ist unsichtbar, aber wirksam: Sprache, Kultur, Erziehung, Glaube, Erfahrungen – all das färbt meinen Blick. Was für mich selbstverständlich und normal ist, wirkt auf andere vielleicht irritierend oder fremd. Denn sie tragen eine andere Brille als ich. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Unterschiede sind nicht immer harmlos. Wir können uns damit gegenseitig verletzen, herausfordern und ganz schön nerven. Aber sie können uns auch weiterbringen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir können an unseren Unterschieden wachsen. Genau hier begegnet mir das große Wort Respekt: in der Verwunderung, im Missverständnis, im Streit. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Während meines Theologiestudiums wollte ich mir eine Brille kaufen, die mit einem Blaulichtfilter versehen ist. Ich wusste genau, wie sie aussehen sollte: goldfarben und leicht abgerundet. Die Form war mir wichtig, doch die Funktion noch mehr – der Filter sollte meine Augen schützen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Also zog ich los, probierte Gestell um Gestell. Auf den ersten Blick sah jedes Glas gleich aus. Die Unterschiede waren zwar kaum sichtbar, aber doch entscheidend. Der Blaulichtfilter schimmerte in einem feinen Blau und war nur auf Fotos erkennbar.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ähnlich erlebte ich es im Studium. Mit meiner neuen Blaulichtfilter-Brille vor Augen wurde mir nach und nach bewusst, wie unterschiedlich unser Blick auf die Welt auch im übertragenen Sinne ist. Ich saß mit meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammen, hochkonzentriert, manchmal übermüdet, und wir diskutierten große Fragen: „Was ist Wahrheit?“, „Wie weit reicht Gnade?“, „Was ist ethisch vertretbar?“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir redeten ehrlich, manchmal gnadenlos direkt, fast wie Kleinkinder. Und ich spürte: Dabei geht es nicht nur um Theorie, es geht um Identität. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier prallten unterschiedliche Menschen aufeinander, die alle eine vom Leben maßangefertigte Brille auf der Nase trugen. So individuell wie die Gestelle, so verschieden unsere Perspektiven.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Mit anderen Brillen experimentieren</strong> </h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Studium lernte ich, dass ein respektvoller Umgang nicht bedeutet, dass sich am Ende jemand durchsetzt, sondern dass wir bereit sind, die eigene Brille abzulegen und die Sichtweise eines anderen auszuprobieren. Manchmal bedeutete das für mich, eine Überzeugung abzulegen, manchmal meine Erfahrung beiseitezulassen, und immer hing es daran, meinen Stolz zu überwinden. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich hat es sich gelohnt, auch mal andere Brillen aufzusetzen und die Welt in neue Farben getaucht zu sehen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Brillen passten sofort und ich trage sie häufig, bei anderen brauchte ich etwas Zeit zur Eingewöhnung, wieder andere drückten oder saßen zu locker, sodass ich sie nicht noch einmal aufsetzte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Hochschule hat mir wertvolles Wissen vermittelt. Aber was mich wirklich geprägt hat, war die kunterbunte Mischung an Menschen. Geformt haben mich weniger die Lehrinhalte und Theorien, sondern die aufrichtige Bereitschaft, unsere Unterschiede nicht nur zu ertragen, sondern zu feiern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einander mit Respekt und in Würde zu begegnen, das klingt groß. Aber es beginnt im Kleinen: mit meinem Blick. Mit meiner Haltung. Mit meinen Worten. Für mich ist es eine tägliche Übung. Respekt ist kein Selbstläufer. Er wächst nicht in der Theorie oder in Büchern, sondern in echten Begegnungen. In Gesprächen, die auch mal wehtun. In Diskussionen, die hitzig werden. Aber nur so lernen wir einander verstehen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Respekt heißt, den anderen durch Gottes Brille zu sehen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Gott schuf den Menschen zu seinem Bild“ lese ich in der Bibel in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose1%2C27" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 1,27</a>. Das klingt riesig, fast unbegreifbar. Aber in der Begegnung mit anderen wird es plötzlich konkret. Es bedeutet, durch einen anderen Filter zu schauen: Gottes Augen. Mit seinem Blick ist jeder Mensch wertvoll, einzigartig und geliebt. Wir sind verschieden und doch trägt jeder von uns dieses Ebenbild in sich. Genau diese Brille möchte ich im Alltag aufsetzen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Respekt bedeutet für mich, einen anderen Menschen in seiner Eigenart wertzuschätzen und zu feiern, so wie Gott es tut. Zuerst seine Einzigartigkeit zu sehen und nicht seine Andersartigkeit. Nicht das, was mir fremd oder komisch vorkommt, im Blick zu haben, sondern ihn als würdevollen, von Gott geliebten Menschen zu sehen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Jahr habe ich erneut eine Reise nach Zentralasien gemacht. In Kasachstan saß ich bis spät am Abend mit einer Familie zusammen, als der Gastgeber sagte: „Nicole, ihr Deutschen habt die Uhr. Wir Kasachen haben die Zeit.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben. Er war wie ein anderer Filter, eine neue Brille. Ich habe auf humorvolle Weise erkannt, wie unterschiedlich wir auf das Leben blicken. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit meiner gewohnten Brille richte ich den Blick auf Effizienz, Planung und Taktung. Mit seiner Brille sah mein Gastgeber hingegen, dass Zeit vor allem Raum für Begegnung und Beziehung ist. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich es schaffe, unterschiedliche Brillen aufzusetzen, verändert sich nicht nur mein Blick auf andere, sondern auch mein eigenes Leben. Begegnungen werden leichter, Beziehungen tiefer und Konflikte ehrlicher. Dann erlebe ich, dass Respekt nichts Abstraktes bleibt, sondern mitten im Alltag sichtbar wird.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Nicole Zweininger ist Projektmanagerin bei ERF Global Hope. Als Missionskind lebte sie für sechs Jahre in Kirgisistan.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Nicole Zweininger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17208218.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Nicole Zweininger]]></author>
      <pubDate>Thu, 13 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Fehlerlos unglücklich: Warum Perfektionismus sinnlos ist (1)]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/fehlerlos-ungluecklich-warum-perfektionismus-sinnlos-ist-1/6866-542-7984</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17207065/6866-542-7984</link>
      <description><![CDATA[Perfektionismus wirkt motivierend – bis er zum Muss wird. Was hinter dem Druck steckt und warum Gottes Liebe entlastet.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1108974.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Daniel Apodaca /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Zusammenfassung: Perfektionismus kann antreiben. Wenn er zur Pflicht wird, kippt er: Der innere Druck wächst, Kritikangst nimmt zu, Freude verschwindet. Der Artikel zeigt, was hinter diesem Muster steckt – und wie Gottes Liebe von der Pflicht zur Fehlerlosigkeit befreit.</em></p>

<article style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block;">
<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Kurz erklärt: Perfektionismus</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Perfektionismus ist das übersteigerte Streben nach Fehlerlosigkeit und außergewöhnlicher Leistung – oft getrieben von Angst vor Kritik und Ablehnung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Seit einer gefühlten Ewigkeit sitze ich an diesem Artikel. Irgendetwas stimmt noch nicht. Es geht um Perfektionismus – also „muss“ der Artikel perfekt werden. Dafür habe ich bereits x-mal die Absätze überarbeitet, an der Grammatik gefeilt und schwierige Wörter durch Synonyme ersetzt, pardon, durch sinn- und sachverwandte Wörter. Aber zufrieden bin ich immer noch nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Anspruch – nachvollziehbar oder perfektionistisch? Und wenn Letzteres zutrifft: Was wäre so schlimm daran?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Perfektionismus: Attraktion von Vollkommenheit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Perfektionismus ist derzeit modern, und diese Schwäche geben wir im Gegensatz zu anderen Fehlern recht gerne zu: „Ich bin da halt ein wenig perfektionistisch.“ Schließlich schwingt in diesen Worten mit: Ich bin ordentlich, fleißig und absolut zuverlässig. Und habe mit meiner Selbstkritik gleich noch meine Demut bewiesen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Psychologe Raphael M. Bonelli würde jedoch Folgendes hinzufügen: Ein Perfektionist fühlt sich in seinem eigenen Inneren unwohl, hat eine tiefsitzende Angst vor Ablehnung und macht sich und anderen mit seiner Verbissenheit das Leben schwer. Er verachtet jegliche Mittelmäßigkeit und bangt um seine Existenzberechtigung, wenn er nicht ständig tadellose und außergewöhnliche Leistungen vollbringt. Bleibt Perfektion aus, folgen Schuldgefühle.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bitte was? Was ist so schlimm daran, die Dinge perfekt machen zu wollen? Grundsätzlich gar nichts. Der Wunsch nach Perfektion steckt in jedem von uns: Der eine kocht gerne aufwendige 5-Gänge-Menüs wie im besten Restaurant, dem anderen ist sein blankgeputztes Auto eine wahre Freude. Der dritte vernachlässigt beides, weil er seit Tagen an einem kunstvollen Portrait malt. Alle drei streben auf ihre Weise nach Vollkommenheit. Und das aus gutem Grund, denn Vollkommenheit hat etwas Überirdisches, ja sogar Göttliches an sich. Vollkommenheit vor Augen zu haben motiviert uns zu besonderem Einsatz und hoher Leistung. Somit ist Perfektion ein sinnvolles und schönes Ziel.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wenn 99 % nicht reichen: Der Zwang zur Fehlerlosigkeit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch Perfektionisten vergessen dabei eins: Völlige Perfektion ist in vielen Lebensbereichen weder notwendig noch gefragt. Zwar kann Perfektion als Ansporn dienen, um nach Höherem zu streben. Wenn das perfekte Ergebnis aber zum „Muss“ wird, ist nichts mehr gut genug. Die Wohnung ist nie ordentlich, weil immer noch etwas wegzuräumen ist. Die kunstvoll dekorierte Torte ist missraten, weil ein Schokoblättchen umgekippt ist. Und dieser Artikel ist unzumutbar, weil er hier und da präziser sein könnte.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Perfektion zum Muss wird, ist nichts mehr gut genug.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was treibt Perfektionisten an, alles perfekt machen zu müssen? Warum sind 99 Prozent inakzeptabel? Der eigentliche Grund liegt nicht darin, dass ein Perfektionist sich so sehr an Perfektion erfreut. Nein, unterbewusst geht es dem Perfektionisten vor allem um eins: Er will sich unangreifbar für Kritik machen. Nur wenn alles perfekt ist, hat niemand einen Grund, ihn abzulehnen. Denn tief im Herzen hält der Perfektionist sich für nicht liebenswert. Er hat furchtbare Angst davor, abgelehnt und ungeliebt zu sein, wenn er einem bestimmten Anspruch nicht genügt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Angsttrieb: Kritik vermeiden, Leistung maximieren</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Anspruch kann sich sehr individuell äußern: Entweder ist es der Zwang, superdünn zu sein, oder die ständige Angst, sich lächerlich zu machen. Vielleicht aber auch die Überzeugung, dass nur eine klinisch reine Wohnung annehmbar ist. Die Anspruchshaltung kann auch von außen an einen herangetragen werden – durch perfektionistische Eltern, Lehrer, Vorgesetzte oder den Partner.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Allen Ansprüchen gemein ist, dass sie den Betroffenen stark unter Druck setzen. Er hat seine mögliche Ausgrenzung oder Ablehnung bei Fehlleistung ständig vor Augen. Deshalb muss er sich furchtbar anstrengen, um das drohende Schicksal abzuwenden: „Meinen letzten Artikel hat der Kollege sehr gelobt – er wäre bissig, pointiert und unterhaltsam gewesen. Deshalb kann ich ihm jetzt auf gar keinen Fall einen mittelmäßigen Artikel abliefern – was soll er sonst von mir denken? Er wird mich für eine inkompetente Eintagsfliege halten, die sein voriges Lob gar nicht verdient hat.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Gedankenspiralen lähmen. Anstatt meine Kreativität zu fördern, hemmt die Angst jeglichen Schreibfluss. Je öfter ich meine Zeilen lese, desto schlechter kommen sie mir vor. Ohne es zu merken, verfange ich mich in einem angstbasierten Gedankenkonstrukt. In dem Zwang, vorige Leistungen stets toppen zu müssen, schraube ich die eigenen Ansprüche ins Unermessliche. Solange, bis ich mich für restlos inkompetent halte, weil ich mir selbst – und vermeintlich den anderen – niemals genügen kann.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Typische Anzeichen von perfektionistischem Druck</h3>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">99 % fühlen sich wie 0 %: Alles unter „perfekt“ gilt als ungenügend.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Endloses Überarbeiten ohne Zufriedenheit; kein „gut genug“-Punkt.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Angst vor Kritik, Vermeidung von Feedback und Veröffentlichung.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Lähmung statt Kreativität: Gedankenspiralen, Prokrastination, Selbstabwertung.</li>
</ul>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gottes Liebe ohne Bedingungen: Entlastung für Perfektionisten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Perfektionist fühlt sich auch vor Gott oft in der Versagerrolle. Theoretisch weiß er, dass Gott bedingungslos liebt – und allen anderen gilt das sicher. Aber die Bedingungslosigkeit hat gewiss Grenzen, die man selbst längst überschritten hat. Tragischerweise erkennt ein Perfektionist nicht den Widerspruch in diesem Satz: Bedingungslosigkeit kann nämlich gar keine Grenzen haben! Tief in seinem Inneren fühlt er, dass Gott ihn ablehnt. Dieses Gefühl ist stärker als alle Bibelstellen, die etwas anderes sagen wie „Ich habe dich je und je geliebt“ (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jeremia31%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jeremia 31,3</a>) oder „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen“ (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer5%2C5" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Römer 5,5</a>). All das gilt zwar generell, aber nicht für den Perfektionisten, weil dieser sich für nicht liebenswert hält.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gottes Liebe entlastet: Wert ist keine Leistung.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Statt Ängste zu lösen, baut die Beziehung zu Gott für den Perfektionisten neue Ängste auf: Jetzt muss er sich vor den Menschen UND vor Gott beweisen. So versucht er verzweifelt, dem vermeintlichen Anspruch von Gott und Mensch gerecht zu werden. Aber er hat zugleich den Eindruck, dass es nie genug ist. Dieser Druck macht rastlos. Ein Perfektionist ist immer unterwegs, weiß aber nicht, wohin. Er wird orientierungs- und hoffnungslos und verzweifelt an seiner Fehlerhaftigkeit. Selbst überragende Leistungen können dieses Loch nur kurzzeitig auffüllen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Befreiung: Warum Gott Perfektion nicht verlangt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einen weiteren Punkt vergessen Perfektionisten oft: Wir Menschen sind einzigartig, gerade weil wir nicht perfekt sind. Unsere ganze Welt zeichnet sich dadurch aus, dass sie unvollkommen ist. Perfektion zu erreichen ist für uns weder möglich noch entspricht es unserer Lebensbestimmung. Sogar durch die Bibel ziehen sich menschliche Schwächen wie ein roter Faden. Mose führte das Volk Israel aus Ägypten, doch zugleich traute er sich nicht, vor dem Pharao zu sprechen. Gideon sollte Gottes Volk im Kampf zum Sieg führen, aber er fühlte sich zu jung dafür. Und Petrus, der große Apostel, hat Jesus aus lauter Angst im Stich gelassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch genauso wie menschliche Schwächen und Versagen zieht sich Gottes Barmherzigkeit durch die Bibel. Er wusste, dass wir aus uns heraus niemals perfekt sein werden und alles richtig machen können. Aus diesem Grund hat er Jesus in die Welt geschickt. Jesus ist gekommen, um unsere Fehlerhaftigkeit und Schwachheit auf sich zu nehmen: „Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen“ (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jesaja53%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jesaja 53,4</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus ist für all das gestorben, was unsere Welt unvollkommen macht. Damit hat er mich von dem Gesetz der Fehlerlosigkeit befreit. Durch Jesus muss ich mich nicht mehr abrackern, um perfekt zu sein. Ich kann meine inneren Lasten an ihn abgeben, ohne Angst zu haben, was er jetzt von mir denken mag. Er mag mich tatsächlich so wie ich bin. Deshalb erwartet er keine Vollkommenheit von mir. Die Geborgenheit in seiner Liebe ist völlig unabhängig von jeder Leistung. Auch von meiner Leistung. Und deshalb hat das vermeintliche Gesetz der Fehlerlosigkeit keine Grundlage in meinem Leben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Darum trägt Gottes Liebe – auch dann, wenn 99 % sich nach 0 % anfühlen.</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier geht es zu Teil 2 des Artikels: <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/fehlerlos-ungluecklich-2/6866-542-4969" rel="noopener" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Fehlerlos unglücklich (2)</a></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Fragen und Antworten (FAQ)</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Warum kippt Perfektionismus vom Antrieb in Unzufriedenheit?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Weil das Streben nach Perfektion zum Muss wird. Dann sind 99 % nicht genug, der innere Druck steigt, und die Freude am Tun verschwindet. Ziel wird Fehlerlosigkeit statt Sinn und Beziehung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Was treibt Perfektionisten innerlich an?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft die Angst vor Kritik und Ablehnung. Perfektion soll „unangreifbar“ machen. Dahinter liegt häufig der Glaube, nicht liebenswert zu sein, wenn man nicht tadellos ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Welche Rolle spielt Glaube gegen den Leistungsdruck?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gottes Liebe ist bedingungslos. Sie entkoppelt Wert von Leistung und befreit von der Pflicht zur Fehlerlosigkeit. Perfektion ist nicht Gottes Erwartung an Menschen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie zeigt sich die Angst vor Fehlleistungen im Alltag?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In Gedankenspiralen, überhöhten Ansprüchen und Lähmung. Man will Vorleistungen übertreffen, fürchtet Mittelmaß und verliert Kreativität und Ruhe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zuletzt aktualisiert am: 2025-11-11</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Autorin: Theresa Folger</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Quellenhinweis im Originalartikel: „Perfektionismus: Wenn das Soll zum Muss wird“ von Raphael M. Bonelli (Pattloch Verlag, November 2014, 336 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 978-3629130563). Quelle: <a href="http://www.droemer-knaur.de/buch/7982513/perfektionismus" rel="noopener" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Droemer Knaur – Bonelli: Perfektionismus</a> · <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/fehlerlos-ungluecklich-1/6866-542-4968" rel="noopener" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">ERF: Fehlerlos unglücklich (1)</a></p>
</article>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17207065.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Tue, 11 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Nächstenliebe, die bewegt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/naechstenliebe-die-bewegt/2803-542-7796</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16881860/2803-542-7796</link>
      <description><![CDATA[Warum Sankt Martin mehr ist als ein Kinderfest. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1063259.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nadya /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist das gleiche Schauspiel jedes Jahr am 11. November: Verkleidete ziehen durch Straßen, die Menschen singen gemeinsam Lieder, oft wird getrunken und immer gefeiert! Wenn du jetzt direkt an die Eröffnung der Karnevalssaison denkst, dann kommst du vermutlich aus dem Rheinland!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Darüber hinaus erinnern die Menschen in vielen Regionen am 11. November an einen Mann, der für seine Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe bekannt war. Ein Mann, der ein Vorbild für Kinder und Erwachsene ist, wenn es um das Thema Teilen und Bescheidenheit geht. Mit anderen Worten: Es geht um Sankt Martin!</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Legende lebt!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Martin wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Savaria, im heutigen Ungarn, geboren. Sein Vater war Militärtribun und hatte für den christlichen Glauben nichts übrig. Bei Martin war das anders. Als Sohn eines römischen Offiziers war er dazu verpflichtet, Militärdienst zu leisten. Das tat er in Frankreich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mitten im bitterkalten Winter traf Martin am Stadttor von Amiens auf einen bettelarmen Mann. Der Bettler war der Kälte schutzlos ausgeliefert. Doch niemand hatte Mitleid oder wollte ihm helfen. Als Martin den Bettler sah, teilte er seinen warmen Armeemantel mit dem Schwert in zwei Stücke und gab eine Hälfte dem Bettler.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Geschichte wird vor allem in Kindergärten und Grundschulen jedes Jahr neu zum Leben erweckt. Bei Laternenumzügen mit Martinsliedern wird die Geschichte der Mantelteilung oftmals nachgespielt und im Anschluss Martinsgebäck gegessen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Was nach der Mantelteilung kommt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wo diese szenischen Darstellungen enden, beginnt die eigentliche Martinslegende erst richtig. In der Nacht nach seiner guten Tat, soll Martin der Legende zufolge, einen Traum gehabt haben. Darin erschien ihm Jesus Christus und dieser war in Martins halben Mantel gehüllt. Jesus dankte Martin für seine Güte, Selbstlosigkeit und Nächstenliebe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Teil der Legende bezieht sich auf einen Abschnitt aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 25. Darin spricht Jesus vom Weltgericht am Ende der Zeit. Und da heißt es dann:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gef</em><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">ängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gef</em><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">ängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der K</em><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">önig wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Br</em><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">üdern, das habt ihr mir getan.“</em></p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Glaube und Taten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Glaube, richtig verstanden, muss immer Ausdruck in Taten finden. Taten der Wohltätigkeit, der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, und zwar gerade gegenüber jenen Menschen, von denen ich keine Gegenleistung in irgendeiner Form erwarten kann.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Glaube, richtig verstanden, muss immer Ausdruck in Taten finden. Taten der Wohltätigkeit, der Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wenn der Glaube immer nur auf sich bezogen bleibt, ohne Auswirkungen auf das Leben anderer Menschen, dann gilt das, was im Brief des Jakobus steht: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jakobus1%2C22" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jakobus 1,22</a>). Und: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Jakobus2%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jakobus 2,17</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Martin Luther war besonders dieser Satz aus dem Jakobusbrief eine Herausforderung. Schien er doch dem entgegenzustehen, was Paulus in seinem Brief an die Christen in Rom formuliert hat: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer3%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Römer 3,28</a>).</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Eine Frage von Ursache und Wirkung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch Luther konnte schließlich seinen Frieden mit dem Abschnitt aus dem Jakobusbrief machen, weil er erkannte, dass es eine Reihenfolge gibt. Zuerst ist da der Glaube an Jesus Christus, der mich gerecht macht, ohne dass ich dafür etwas leisten oder tun muss, außer zu glauben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn ich aber erst einmal im Glauben erkannt habe, was Jesus für mich getan hat und wie sehr Gott mich liebt, dann muss das Auswirkungen auf mein Denken und Handeln haben.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann tue ich gute Werke, weil ich bereits gerecht bin, und nicht, um durch sie gerecht zu werden. Die Taten der Nächstenliebe sind dann Ausdruck meines Glaubens nicht Ursache.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So gesehen ist die Martinsgeschichte weit mehr als ein Appell zur Hilfsbereitschaft! Vielleicht ist sie auch deshalb nach so vielen Jahrhunderten immer noch so beliebt und gegenwärtig: Weil sie den Kern des christlichen Glaubens aufleuchten lässt!</p>
<p style="font-size: 85%;">Horst Kretschi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16881860.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Horst Kretschi]]></author>
      <pubDate>Tue, 11 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Herzensmauern? Zeit zum Abbruch!]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/herzensmauern-zeit-zum-abbruch/2803-542-7983</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17206116/2803-542-7983</link>
      <description><![CDATA[Mauern schützen nicht nur, sie grenzen uns auch ein und andere aus. Aber Gottes Liebe schafft Verbindung. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1108507.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Tan Kaninthanond /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor unserem Haus steht eine niedrige Mauer. Sie verläuft direkt am Gehweg, dahinter liegt ein kleiner Vorgarten. Durch mein Bürofenster habe ich den Weg und die Mauer während der Arbeit immer im Blick. Ich mag diese kleine Gartenmauer. Sie erfüllt nicht wirklich den Zweck, den eine Mauer eigentlich hat: das Grundstück abzugrenzen und andere auf Abstand zu halten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielmehr ist sie einladend. Kinder und Hunde balancieren darauf und Spaziergänger setzen sich dort hin, wenn sie unterwegs eine Verschnaufpause brauchen. Im Frühling wachsen auf dem Rasenstückchen Miniprimeln, Gänseblümchen und Wiesenschaumkraut. Manchmal hüpft ein Kind über die Mauer und pflückt sich eine Blume. Was habe ich nicht schon alles beobachtet. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einmal kam ein Angetrunkener nach der Kneipentour über die Mauer gestolpert und hat an den Busch gepinkelt, der mitten im Vorgarten steht. Ich war drauf und dran das Fenster aufzureißen und loszubrüllen, was das denn soll. Solch eine Unverschämtheit! Aber dann bin ich über die Mauern in meinem Herzen ins Nachdenken gekommen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ummauerte Herzen: innerer Schutzwall oder Gefängnis?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich bei manchen Menschen in meinem Umfeld automatisch dicht mache und eine Mauer hochziehe. Vielleicht, weil ich mit der Art der Person nicht so gut umgehen kann, mir ihre Einstellung zu bestimmten Themen fremd ist oder ich einfach keinen Zugang zu ihr finde. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was ich im persönlichen Miteinander erlebe, beobachte ich auch in unserer Gesellschaft. Die Fronten scheinen sich immer mehr zu verhärten. Es geht um Abgrenzung, Diffamierung, Polarisierung. Statt alte Mauern einzureißen, werden sie zementiert und neue gebaut.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich frage mich: Warum errichten wir solche inneren Barrikaden? Vielleicht aus Unsicherheit, um uns nicht mit dem Andersdenken auseinandersetzen zu müssen. Oder vielleicht gar aus Sorge, am Ende selbst falsch zu liegen? Vielleicht haben wir auch Angst vor echter Nähe, weil sie Verletzungen mit sich bringen könnte. Weil wir befürchten, dass uns jemand etwas Böses will oder wir zu kurz kommen? Vielleicht spürst auch du, dass du solche Herzensmauern aufgebaut hast.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbstverständlich müssen wir unser Herz vor Übergriffen schützen. Aber wo hat sich bei dir eine gesunde Abgrenzung zu einem unüberwindbaren Hindernis für andere Menschen entwickelt? </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wo verschließt du dich damit auch für die Sorgen und Nöte eines anderen? Im schlimmsten Fall wehrt eine undurchlässige Herzensmauer nicht nur schlechte Erfahrungen ab, sondern du verschließt dich auch für gute Begegnungen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Liebe annehmen, um sie weiterzugeben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel werden wir dazu aufgefordert, uns einander zuzuwenden. Und mehr noch: Wir sollen uns gegenseitig lieben und die Liebe Gottes weitergeben: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Angenommen, jemand hat alles, was er in der Welt braucht. Nun sieht er seinen Bruder oder seine Schwester Not leiden, verschließt aber sein Herz vor ihnen. Wie kann da die Liebe Gottes in ihm bleiben und er in ihr?“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Johannes3%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Johannes 3,17</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Liebe Gottes ist eine zentrale Botschaft der Johannesbriefe und <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">die</strong> gute Nachricht, die sich durch die ganze Bibel hindurchzieht. Bevor wir sie aber an andere weitergeben können, müssen wir sie selbst annehmen. Das ist jedoch unmöglich, wenn ich mein Herz hinter einer dicken Mauer verschanze. Wie könnte Gottes Liebe dann zu mir durchdringen? Dazu braucht es ein offenes, weiches Herz.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gottes Liebe reißt Mauern ein</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gottes Liebe hat eine verändernde Kraft. Wenn sie ein Herz flutet, dann schwemmt sie auch trennende Mauern fort. Nach und nach trägt sie den Mörtel ab, wie das Meer den Felsen aushöhlt. Und die Mauer bröckelt. Es fängt damit an, wie wir über andere Menschen denken und sprechen. Sind wir ihnen freundlich zugewandt? Nehmen wir Anteil an ihrem Leben und lassen uns davon berühren?</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Liebe Gottes reißt nicht nur trennende Mauern ein, sondern schafft echte Verbindung. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Menschen, die Jesus nachfolgen, sind wie eine große Familie. Jesus lädt jeden ein, Teil dieser Familie zu werden und nennt uns seine Brüder und Schwestern. Trotz aller Eigenarten und Unterschiedlichkeiten ist dort kein Platz für Ausgrenzung, Zwist und Zwietracht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In den Briefen der Apostel werden die Mitglieder der Gemeinden immer wieder dazu aufgefordert, einander zu vergeben, sich beizustehen und in Liebe und Einheit zusammenzustehen. Das ist manchmal ganz schön herausfordernd, aber möglich, wenn wir bereit sind, unsere Mauern immer wieder einzureißen und zu überwinden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein Plätzchen für Begegnungen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wenn es manchmal sinnvoll und notwendig ist, Grenzen zu ziehen, möchte ich mich nicht abschotten, sondern mein Herz durchlässig halten für Gottes Liebe.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daran erinnert mich der Blick nach draußen auf unser Gartenmäuerchen: Verscheuche ich andere Menschen aus dem „Vorgarten“ meines Herzens oder biete ich ihnen einen Platz an, wo sie kurz verschnaufen können und wir ein paar Worte wechseln? Ein kurzes liebevolles Wort kann ähnlich viel Freude schenken wie ein zusammengepflückter Blumenstrauß. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bitte Gott, mir dabei zu helfen, meine Herzensmauern Stein für Stein abzutragen. Ich möchte im Alltag für die Nöte meiner Mitmenschen aufmerksam sein und Gottes Liebe konkret an sie weitergeben. Gibt es Herzensmauern, die du überwinden willst oder ist es dir schon gelungen? Teile es gerne in den Kommentaren und ermutige andere!</p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17206116.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Mon, 10 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Das ist doch kein Burnout, oder?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/das-ist-doch-kein-burnout-oder/6866-542-7982</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17204729/6866-542-7982</link>
      <description><![CDATA[Wann wird normaler Stress zum Burnout? Das „Rad nach Freudenberger“ benennt mögliche Warnsignale.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1107993.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Vitaly Gariev /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stress gehört zum Leben dazu. Wenigstens zu meinem: Ich genieße es regelrecht, wenn mein Terminkalender gut gefüllt und meine To-Do-Liste lang ist. Wie schon der Stressforscher Hans Selye meinte: „Stress ist die Würze des Lebens.“<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong></em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch was, wenn die To-Do-Liste sich nicht nur lang, sondern unendlich anfühlt? Und der Kalender gar nicht so viele Stunden hergibt, damit ich all diese Aufgaben schaffen kann? Plötzlich kippt bei mir die Gefühlslage von einem angenehmen „gut beschäftigt sein“ zu einem Gefühl der Überforderung. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Burnout ist wie Radioaktivität</strong></h2>

<figure class="image right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Coach Stephan Menzel" height="1029" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1108005.jpg" width="1181" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Stephan Menzel ist ausgebildeter Mental Health Business Expert und zertifizierter Burnout-Präventions-Coach. Er hilft Unternehmen und Organisationen dabei, mentale Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu fördern. (Bild: ERF Medien)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn diese Überforderung über einen längeren Zeitraum anhält, kann Stress krank machen. So beobachtet es Burnout-Präventions-Coach Stephan Menzel. Er vergleicht einen Burnout mit Radioaktivität: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Man sieht es nicht, man hört es nicht, und wenn man es merkt, ist es meistens zu spät.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Burnout bezeichnen Psychologen und Ärzte einen Zustand tiefer körperlicher und emotionaler Erschöpfung, der über einen langen Zeitraum anhält. Auch wenn ein Burnout oft als berufsbezogene Krankheit wahrgenommen wird, liegen seine Ursachen nicht unbedingt im Arbeitsumfeld, sondern häufig in psychische Stressoren wie unbewältigten Konflikten, Trauer oder auch traumatischen Erfahrungen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Tückische daran ist, dass Betroffene oft viel zu spät merken, dass ihre Kraftreserven aufgebraucht sind. Dabei zeigen sich schon früh erste Warnhinweise. Werden diese erkannt, können Betroffene einen Burnout im besten Fall verhindern.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die 12 Stadien eines Burnouts</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Woher kommt eigentlich der Begriff Burnout und wie gut ist das Problem erforscht? Der Psychologe Herbert Freudenberger hat 1974 erstmals das Wort Burnout-Syndrom verwendet. Gemeinsam mit der Journalistin Gail North hat er zwölf Phasen beschrieben, die viele Betroffene auf dem Weg zum Burnout durchlaufen.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> Die zwölf Stadien sind folgende: </p>

<ol style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Der Zwang, sich zu beweisen</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">verstärkter Einsatz</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Umdeutung von Werten</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">verstärkte Verleugnung aufgetretener Probleme</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Rückzug</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">beobachtbare Verhaltensänderung</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Depersonalisation / Verlust des Persönlichkeitsgefühls</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">inne Leere</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Depression</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">völlige Burnout-Erschöpfung<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
</ol>

<div class="erf-teaser-card-wrapper erf-teaser-card-wrapper--only-media" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<div data-oembed-url="https://youtu.be/9CswrYzOGWA?si=Vcm0rI_O5MNh1COq&amp;t=621" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<section class="erf-teaser-card-init" data-url="https://youtu.be/9CswrYzOGWA?si=Vcm0rI_O5MNh1COq&amp;t=621" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block;"><a href="https://youtu.be/9CswrYzOGWA?si=Vcm0rI_O5MNh1COq&amp;t=621" title="Im Flur: Warum die meisten zu spät merken, dass sie gestresst sind | Homemade Stress (1/8) ERF Plus" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Im Flur: Warum die meisten zu spät merken, dass sie gestresst sind | Homemade Stress (1/8) ERF Plus</a></section>
</div>
</div>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Dauerstress als „neues Normal“</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was sich als regelrechtes Gruselkabinett des Zusammenbruchs liest, ist den Betroffenen oft kaum bewusst oder der Stress wird zumindest nicht als Problem gesehen – so die Beobachtung von Coach Stephan Menzel. Der Dauerstress wird für sie zum „neuen Normal“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am Anfang begegnen viele dem Gefühl der Überforderung mit noch mehr Einsatz: Als Betroffener biete ich immer größere Kraftanstrengungen auf, um den Anforderungen, die an mich herangetragen werden oder die ich an mich selbst stelle, gerecht zu werden. Bereitwillig opfere ich dafür Schlaf, Zeit fürs Essen oder Beziehungen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Innezuhalten wird mehr und mehr als Gefahr gesehen, denn Betroffene spüren, dass sie dann vielleicht keine Kraft mehr haben, in den Stress-Kreislauf wieder einzusteigen. </p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Konflikte häufen sich, Hobbies verlieren an Bedeutung </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bleiben die Probleme trotz allem Einsatz bestehen, schlittern Betroffene eventuell in die nächste Phase. Nun leidet vor allem der Kontakt zu den Mitmenschen, denn wer unter andauerndem Druck steht, wird ungeduldig und reizbar. Der Ton wird schärfer, besonders gegenüber Menschen, die mir nahestehen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein weiteres Warnsignal: Dinge, die mir bisher wichtig waren, verlieren an Bedeutung. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann Zeit in der Natur sein oder ein gemütliches Zuhause. Stattdessen nehmen die ungelösten Aufgaben und Anforderungen einen immer größeren Raum in meinen Gedanken ein. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Übrigens erkranken nicht nur Berufstätige an einem Burnout. Auch pflegende Angehörige sind im besonderen Maß gefährdet.<sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup> Schließlich ist ihre Aufgabe anspruchsvoll, zeitintensiv und meistens emotional belastend. Dazu kommen oft finanzielle Sorgen, wenig Anerkennung und der Druck, möglichst keine Fehler zu machen. Das ist eine explosive Mischung für die Psyche!</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Auf Warnsignale aus dem Umfeld hören</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In Beratungsgesprächen stellt Stephan Menzel immer wieder fest, dass Angehörige, Kollegen und Freunde lange vor den Betroffenen bemerken, dass diese sich auf dem Weg in einen Burnout befinden.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schließlich gehört es zum Krankheitsbild dazu, dass Menschen sich weniger Auszeiten gönnen. So kommt die Seele nicht zur Ruhe und der Betroffene merkt oft gar nicht, wie schlecht es ihr oder ihm eigentlich geht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer es allerdings bemerkt, sind die Menschen im eigenen Umfeld: Sie leiden unter der Gereiztheit oder dem Rückzug des Betroffenen, kassieren Absagen oder wundern sich, warum jemand immer mehr Flüchtigkeitsfehler macht. Spätestens jetzt häufen sich die Hinweise, dass jemand Burnout-gefährdet ist.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wer zu diesem Zeitpunkt auf Impulse von außen hört, kann durchaus die Kehrtwende schaffen. Denn ein Burnout ist kein unabwendbares Schicksal!</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nur braucht es dafür die Einsicht, dass ich mein Leben doch nicht so gut im Griff habe, wie ich es von mir erwarte.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Reflexion kann einen Burnout verhindern</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzel hat selbst einen Burnout erlebt. Im Rückblick auf seine eigene Biografie konnte er beobachten, wie er Phase um Phase auf die totale Erschöpfung zugeschlittert ist, ohne sich dessen bewusst zu sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute sagt er dazu: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Betroffene merken oft erst ab dem Stadium von 9 oder 10, dass irgendwas nicht mehr stimmt. Das ist schon sehr, sehr spät und für manche zu spät, um zurückzukehren. Bei mir hat die Erschöpfung sieben Monate angedauert und ich musste mich mühsam zurückkämpfen, um wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Es ist ein sehr mühsamer, beschwerlicher Weg und er ist nicht nur für die betreffende Person leidvoll, sondern auch für das Umfeld ist ein Burnout ein sehr leidvoller Zustand.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deswegen macht Stephan Menzel mittlerweile anderen Mut, sich dem Thema zu stellen und vor allem Signale aus dem Umfeld wahrzunehmen. Ein allererster Schritt zu mehr mentaler Gesundheit kann Reflexion sein. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Physik und meint, dass etwas zurückgeworfen wird – wie ein Licht, das auf einen Spiegel fällt und dann zurück-reflektiert. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bitte also bei der Reflexion einen vertrauten Menschen darum, mein Spiegel zu sein. Ich bitte ihn, mir offen zu erzählen, wie mein Verhalten gerade auf ihn oder sie wirkt.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hat sich etwas zu früheren Zeiten geändert? Bin ich kürzer angebunden oder schneller genervt? Wirke ich öfters geistig abwesend und weniger interessiert?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn sich solche Verhaltensweisen häufen, lohnt es sich, mein Stresslevel genauer unter die Lupe zu nehmen und zu überlegen, warum ich gerade unter Druck stehe. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Sorgen wegwerfen – auf Jesus</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stress ist die Würze des Lebens – keine Frage. Aber versalzen soll mir der Stress ja die sprichwörtliche Suppe nicht. Daher ist es sinnvoll, immer mal wieder genau hinzuschauen, ob die Dosis noch stimmt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stephan Menzels persönliche Kraftreserve, um in stressigen Zeiten gesund zu bleiben, ist unter anderem das Gebet. Er sagt dazu:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„In der Bibel schreibt einer der Autoren Folgendes: <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Alle Sorge werft auf ihn, Jesus, er sorgt für euch.“</strong> Das ist für mich eine total tröstliche Zusage. Egal, was uns umgibt, wir können Jesus unsere Sorgen und Nöte bringen. Dieser Vers ist für mich auch ein Beweis dafür, dass das Thema Sorgen kein Phänomen der heutigen Zeit ist, sondern das war schon vor 2 000 Jahren so. </em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Damals hatten die Menschen andere Nöte und Herausforderungen, aber sie haben sich auch Sorgen gemacht. Und Jesus sagt zu ihnen – und zu uns heute: Alle, die ihr kraftlos und müde geworden seid, die ihr euch sorgt, kommt zu mir und ladet es bei mir ab.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie erlebst du gerade das Stresslevel in deinem Leben? Empfindest du Stress eher als „Würze des Lebens“ oder ist deine Lebenssuppe schon versalzen?</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es lohnt sich auf jeden Fall, bewusst innezuhalten und das eigene Stresslevel einmal zu reflektieren – bevor die ersten Schritte Richtung Burnout eingeschlagen sind. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">1</sup> <span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;">Herbert Freudenberger &amp; GailNorth: Burn-out bei Frauen – Über das Gefühl des Ausgebranntseins (2. Aufl.), Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 1922.</span></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><sup style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; position: relative; font-size: 75%; line-height: 0; vertical-align: baseline; top: -0.5em;">2</sup> <span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;"><a href="https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Gesundheitswesen/Dokumente/Gesundheitsreporte%20BKK/BKK_Gesundheitsreport_2011.pdf#page=112" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Gesundheitsreport_2011.indb</a></span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Tanja Rinsland</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17204729.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Tanja Rinsland]]></author>
      <pubDate>Fri, 07 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Entscheidung gefragt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/entscheidung-gefragt/2803-542-7732</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16736349/2803-542-7732</link>
      <description><![CDATA[Wer sich wegen FOMO nicht entscheiden kann, verpasst am Ende das Wichtigste. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1050852.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Jake Melara /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich hasse Entscheidungen! Soll ich das Steak bestellen oder lieber den Salat? Ist diese oder jene Ferienwohnung schöner, um dort meinen Urlaub zu verbringen? Bei Entscheidungen leide ich an massiver FOMO (Fear of missing out). So bezeichnet man die Angst, etwas zu verpassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich ist diese Angst bei vielen Menschen heutzutage sehr hoch. Das Leben bietet uns unglaublich viele Möglichkeiten, sodass der ein oder andere sich damit überfordert fühlt, die richtige Entscheidung zu treffen. Schon die große Film- und Serienauswahl bei Netflix kann dazu führen, dass ich länger nach einem passenden Film scrolle, als diesen auch zu sehen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">„Sich-nicht-entscheiden“ ist keine Lösung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dies sind kleine Entscheidungen, bei denen es belanglos ist, wie ich mich entscheide. Dennoch gilt selbst hier: Es ist nicht unerheblich, ob und wann ich meine Entscheidung treffe. Wenn ich die Filmentscheidung zu lange hinauszögere, bleibt keine Zeit mehr für den Film. Ich verpasse dann etwas, weil ich zu lange das Für und Wider aller Optionen abwäge.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die schlechteste Entscheidung ist somit nicht, sich falsch zu entscheiden, sondern sich gar nicht zu entscheiden. Das ist immer die falsche Wahl.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nur in seltenen Fällen kann ich so lange warten, bis ich hundertprozentig weiß, welche Option die richtige ist. Tue ich es trotzdem, entscheiden andere oder die Umstände über mich. Das Restaurant schließt, die Ferienwohnung ist nicht mehr verfügbar, der Filmabend ohne Film vorbei.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Eine Begegnung, die alles verändert</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch die Jünger von Jesus standen oft vor Entscheidungen. Viele von ihnen begegneten Jesus nur ein einziges Mal und beschlossen: Diesem Mann will ich folgen. In <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes1%2C35-51" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 1,35-51</a> wird beschrieben, wie ein Jünger nach dem anderen Jesus begegnet und daraufhin alles stehen und liegen lässt – und da waren durchaus auch Skeptiker dabei.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nathanael antwortet, als Philippus ihm überschwänglich von seiner Begegnung mit Jesus berichtet: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Was kann aus Nazareth Gutes kommen!“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes1%2C46" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 1,46</a>). Er weiß, dass der Messias aus Bethlehem kommen soll, nicht aus einem galiläischen Provinznest mit zweifelhaftem Ruf. Jesus kann also nicht der sein, auf den er hofft. Nur aufgrund der Hartnäckigkeit seines Freundes kommt er mit Jesus, vermutlich eher skeptisch als neugierig.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch kaum trifft Nathanael Jesus, ist für ihn die Entscheidung klar. Direkt bei der ersten Begegnung erkennt er, wer Jesus ist, und sagt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes1%2C49" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 1,49</a>).</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie entscheidest du dich?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ob mir das auch so schnell klar gewesen wäre? Ich wage es zu bezweifeln. Zumindest hätte ich, bevor ich mein Zuhause zurückgelassen und mit Jesus auf Reisen gegangen wäre, erstmal eine Pro-und-Contra-Liste geschrieben – und eine Packliste gleich dazu. Philippus und Nathanael hegen keine derartigen Bedenken. Sie gehen gleich all-in. Krass mutig!</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fragst du dich auch manchmal, ob du dich für diesen Jesus entscheiden willst, und weißt noch nicht, wie ein Leben mit Jesus aussehen könnte? Wenn ja, stell uns deine Fragen im Kommentarfeld.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht hast du aber auch schon deine persönliche Pro-und-Contra-Liste geschrieben, zögerst die Entscheidung für oder gegen Jesus aber noch hinaus. Dann ist vielleicht jetzt dein Moment gekommen, um mutig zu sein und eine Entscheidung zu treffen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie wäre es, wenn du heute zu Jesus sagst: „Wenn es dich gibt, zeige dich mir“?</p>
</blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16736349.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 06 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[6 Denkfallen im Alltag]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/6-denkfallen-im-alltag/6866-542-7979</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17202512/6866-542-7979</link>
      <description><![CDATA[Wie du ungünstige Denkmuster erkennst und was du dagegen tun kannst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1107975.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© THESUN /&nbsp;<a href='http://adobestock.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>adobestock.com</a> (generriert mit KI)</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stehst du dir manchmal selbst im Weg? Stößt du immer wieder auf dieselben Schwierigkeiten und wunderst dich, warum sich gewisse Knoten in deinem Leben einfach nicht lösen wollen? Dann hängt das möglicherweise mit der Art und Weise zusammen, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">wie</em> du denkst. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir Menschen sind Gewohnheitstiere – und so gewöhnen wir uns an, in bestimmten Bahnen zu denken, die von unseren Erfahrungen und Grundannahmen geprägt sind.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Grundannahmen sind oft unbewusste Glaubenssätze, die wir im Laufe unseres Lebens über uns selbst zu denken gelernt haben. Diese können positiv oder negativ sein und bestimmen unsere Sicht auf uns selbst und unser Handeln.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Sätze können sein: „Ich bin sehr gewissenhaft“, „Ich muss es immer allen recht machen“ oder „Ich darf nicht versagen“. Oft setzen uns unsere Grundannahmen unter Druck und zementieren ein negatives Selbstbild.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6 ungünstige Denkstile</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ähnlich wie diese Grundannahmen gibt es auch verschiedene Denkstile, die uns unbewusst prägen. Auch sie können dazu beitragen, dass wir immer wieder auf dieselben Schwierigkeiten im Alltag stoßen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch es gibt auch Unterschiede. Während eine Grundannahme prägt, was wir von uns selbst denken, handelt es sich bei einem Denkstil um die Art und Weise, wie wir denken: Er ist wie eine Gedankenautobahn, die uns auf schnellstem Wege zu unseren negativen Grundannahmen transportiert.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das heißt: Selbst wenn du deine negativen Glaubenssätze erkannt hast, führt dich ein ungünstiger Denkstil trotzdem immer wieder zu ihnen zurück.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Artikel möchte ich dir 6 Denkstile vorstellen, die dir das Leben schwermachen können. In welchem der folgenden Stile findest du dich wieder?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">1. Schwarz-Weiß-Denken</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Denkstil ist leicht zu erkennen, denn typisch für ihn sind Wörter wie <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">immer, nie, ständig, alle, jeder, nur, keiner, absolut, niemand. </em>Wenn du zu diesem Denkstil neigst, urteilst du vermehrt entweder positiv oder negativ über eine Sache oder Situation und setzt diese Annahmen dann absolut. Typische Sätze sind:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Keiner mag mich!“</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Immer habe ich Pech!“</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Nie mache ich etwas richtig!“</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ständig nörgelt sie an mir herum!“</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Das schaffe ich nie!“</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Alle halten mich für inkompetent!“</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Niemand hat Zeit für mich.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die meisten dieser Sätze halten einem Realitätscheck nicht stand. Niemand hat <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">immer </em>Pech und ob du die Aufgabe tatsächlich <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">nie </em>oder eben <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">jetzt noch nicht</em> schaffst, ist ein bedeutsamer Unterschied. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei diesem Denkstil gehen die gesunden Zwischentöne verloren. Wenn du dich hierbei erwischst, kannst du lernen, weitere Schattierungen zu entdecken und auf diese Weise neue, korrigierende Erfahrungen zu machen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am besten kommst du dir dabei selbst auf die Schliche, wenn du hellhörig wirst, sobald du einen der obengenannten Begriffe nennst.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trifft er tatsächlich zu oder vielleicht doch nicht? Gibt es andere sprachliche Schattierungen, die vielleicht besser passen? Zum Beispiel: „Nicht jeder muss mich mögen.“ Oder statt „Nie mache ich etwas richtig“: „Gelegentlich mache ich etwas falsch?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Besonders problematisch ist es übrigens, wenn sich dieser Denkstil auch in deiner Sprache wiederfindet. Gerade Anklagen mit <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">immer</em> oder <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">nie</em> sind ein Brandbeschleuniger in jedem Streit. Schon deshalb lohnt es sich, sich von ihnen zu verabschieden.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Generalisieren</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dem Schwarz-Weiß-Denken sehr ähnlich ist das Generalisieren. Hier schließt du von einem isolierten Ereignis auf das große Ganze: </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dein Mathelehrer hat dich vor der ganzen Klasse bloßgestellt? – Du kannst kein Mathe! Oder: Alle Lehrer sind gemein! </em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Deine Eltern haben sich früh scheiden lassen? – Beziehungen halten sowieso nicht!</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Du bist bei einem Vortrag ins Stottern geraten und rot geworden? – Das wird dir immer wieder passieren!</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Generalisieren vergessen wir schnell, dass wir nicht mehr dieselben Menschen sind wie damals. Oft greift unser Denken hier auf ein Ereignis aus unserer Kindheit oder Jugend zurück, aber als Erwachsene haben wir mittlerweile ganz andere Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung. Doch diese übersehen wir, sobald wir generalisieren.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du zum Generalisieren neigst, stell deine Annahmen gerne mit dem gereiften Blick eines Erwachsenen auf den Prüfstand und frage dich: Ist das <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">wirklich</em> so?</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Lass dich auf Fakten ein und gleiche deine verallgemeinernde Annahme mit deiner heutigen Realität ab. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Vermeiden</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beim Vermeiden denkst du unangenehme Gedanken nicht zu Ende, sondern springst lieber zum nächsten Gedanken. Damit nimmst du dir die Möglichkeit, eine Lösung für dein Problem zu finden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein typisches Symptom dieses Denkstils ist das Grübeln, obwohl dies erstmal widersinnig erscheint. Denn durch das unermüdliche Gedankenwälzen hinderst du dich daran, die dahinterliegende unangenehme Emotion zu fühlen. Es ist ein Ablenkungsmanöver, das dich gedanklich in Bewegung hält, aber der Problemlösung nicht näherbringt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eventuell hältst du dich auch anderweitig geistig beschäftigt, etwa durch übermäßigen Medienkonsum, Workaholismus oder dem Grübeln über unwichtigere Nebenthemen. Kurzfristig führt das Vermeiden zu einem Belohnungseffekt. Langfristig aber verstärkt es die Angst vor dem, wovor du dich drückst. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gehörst du zu den Grüblern? Dann frage dich, was du damit zu vermeiden versuchst. </p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Vorschnelles Urteilen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du glaubst, genau zu wissen, was andere (über dich) denken, und packst sie gedanklich schnell in eine Schublade. Vielleicht hast du tatsächlich ein Gespür für die Stimmungen anderer, aber statt deine nebulösen Ahnungen mit Fakten zu untermauern, fantasierst du dir zusammen, was der andere denkt und wie er in einer bestimmten Situation reagieren wird. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei entsteht eine Art Pippi-Langstrumpf-Denken in Form von <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt</em>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du in diesen Denkstil verfällst, verlierst du im schlimmsten Fall den Sinn für das Zwischenmenschliche. Aus Angst, Fragen oder Probleme anzusprechen, werden aus kleinen Missverständnissen schnell größere. Oder du spielst in Gedanken immer wieder durch, wie andere möglicherweise denken oder reagieren könnten, und raubst dir damit Energie. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Fakt ist: Du kannst nicht wissen, was der andere <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">wirklich</em> denkt. Deshalb ist es wichtig, dir nicht vorschnell eine Meinung oder gar ein Urteil zu bilden. Besser ist es, offen nachzufragen, besonders wenn du Missstimmung zu spüren meinst, statt eine Deutung in Gedanken vorwegzunehmen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Katastrophisieren</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du denkst automatisch an den schlimmstmöglichen Ausgang einer Situation und gerätst dadurch in einen Alarmmodus:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Dein Kind verspätet sich auf dem Heimweg von der Schule? – Ihm ist etwas Schlimmes zugestoßen!</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Du spürst ein plötzliches Herzklopfen? – Das ist bestimmt ein Herzinfarkt!</em><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Das Geld hat diesen Monat mal nicht gereicht? – Du wirst in Armut verfallen!</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du so denkst, leidest du vermutlich unter Katastrophisieren. Dieser Denkstil verursacht bei Betroffenen oft massiven Stress, der sich auch körperlich zeigen kann, denn er geht mit großer Angst und Hilflosigkeit einher. Doch tatsächlich handelt es sich bei all diesen Angstszenarien erst einmal nur um <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Gedanken. </em>Nichts davon ist in diesem Augenblick real.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gewiss, Katastrophen passieren, aber zum Glück nur äußerst selten. Hinzu kommt: Du kannst nicht wissen, wie du in einer solchen Situation tatsächlich reagieren würdest und welche Ressourcen dir dann zur Verfügung stehen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Unglück durch Katastrophisieren vorwegzunehmen, bewahrt dich also nicht vor Kummer oder Schmerz, sondern du versetzt deinen Körper und deine Seele nur unnötig in Alarmbereitschaft.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Katastropisieren ist übrigens eine häufige Begleiterscheinung von Angststörungen. Wenn du also merkst, dass du dazu neigst, kann es sinnvoll sein, dich mit dieser Thematik mal auseinanderzusetzen. Denn einmal angegangen sind Angststörungen therapeutisch gut behandelbar. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6. Übermäßige Selbstkritik</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen sind ausgesprochen harsch zu sich selbst. Sie werten sich ab und glauben, sie seien kleiner, dümmer, inkompetenter und weniger beliebt als die anderen. Sie denken und sagen Dinge über sich selbst, die sie nie über andere sagen würden, und bezeichnen das als normale Selbstkritik.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser destruktive Denkstil mündet irgendwann in konkretem Handeln. Gehst du gedanklich schlecht mit dir um, wirst du dich auch schlecht behandeln. Eventuell ziehst du dich aus Angst vor der Kritik anderer zurück oder vermeidest Situationen, in denen du dich bewertet fühlst. Das führt in einen Teufelskreis, an dessen Ende du dir nicht mehr vorstellen kannst, dass es irgendetwas Gutes an dir geben könnte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Denkstil ist eng mit dem Schwarz-Weiß-Denken verwandt. Der Weg hinaus führt über eine realistische Selbsteinschätzung. Dabei darfst du entdecken, dass es nicht nur eine Art und Weise gibt, über dich zu denken.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bedenke dabei auch: Du kennst dich selbst besser als jeden anderen Menschen. Das bedeutet, dass du von dir selbst alle guten und schlechten Seiten kennst, von anderen aber oft nur das, was sie nach außen tragen. Dass du dabei gefühlt im Vergleich mit anderen oft den kürzeren ziehst, ist logisch und kein Grund an dir zu verzweifeln.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Negative Denkstile überwinden ist möglich</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Falls du dich bei einem oder mehreren dieser Denkstile erwischt hast – kein Grund zur Panik! Es ist normal, mal in die eine oder andere Denkschiene zu rutschen. Das passiert uns allen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schwierig wird es, wenn ein Denkstil dein Leben einengt, Ängste verstärkt oder sogar hervorruft und deine sozialen Beziehungen beeinträchtigt. Dann solltest du dir diesen Denkstil mal genauer anschauen und dir gegebenenfalls Hilfe suchen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die gute Nachricht ist: Du kannst gezielt Einfluss auf dein Denken nehmen. Zwar ist unser Gehirn eine bequeme Masse, die gerne Energie spart, und sich gedanklich daher am liebsten auf den breiten, ausgetretenen Denkpfaden bewegt. Aber mit etwas Übung ist es möglich, neue gedankliche Bahnen zu schaffen und als Alternative zu nutzen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Voraussetzung dafür ist, dass du deine ungünstigen Denkstile erkennst und dir konkret überlegst, was du daran ändern möchtest. Du kannst dich selbst beobachten, aber auch Personen deines Vertrauens um Feedback bitten. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist auch, womit du deine Gedanken „fütterst“. Häufiger Konsum schlechter Nachrichten oder das berüchtigte „Doomscrolling“ auf Social Media hat nachweislich negative Effekte auf unser Denken und unser Selbstbild. Achte deshalb auch darauf, was du deinen Gedanken an Nahrung zuführst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hierbei kann dir die Bibel helfen: Darin findest du viele positive Gedanken über dich und dein Leben. Lies gerne eine ermutigende Andacht auf erf.de oder unterbrich das Doomscrolling mit einer erholsamen Pause auf unseren Social Media-Kanälen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Gottes gute Gedanken über dich zu entdecken und in dein eigenes Denken zu integrieren.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wie die ungünstigen Denkstile genau funktionieren, erklärt die Psychotherapeutin Sandra Erbach übrigens im ERF Jess-Podcast </strong><a href="https://www.erf.de/hoeren-sehen/erf-jess/podcasts/heavenly-mental/heavenly-mental-ueber-gott-und-die-psyche/56977" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Heavenly Mental – Über Gott und die Psyche“</strong></a>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Möchtest du deine ungünstigen Denkstile mit hilfreichen Übungen beheben lernen? Dann findest du davon jede Menge im </strong><a href="https://shop.erf.de/products/00/146599/Heavenly_Mental_undndash;_Ueber_Gott_und_die_Psyche.html?mtm_campaign=erf-de-MG-2023-spenden-performance-max&amp;mtm_source=googleAds&amp;mtm_medium=paid&amp;gad_source=1&amp;gad_campaignid=20848720200&amp;gbraid=0AAAAADmGr4zfnoj6gLUNs35FxB6kt1yB0&amp;gclid=Cj0KCQjw6bfHBhDNARIsAIGsqLithd4OijkZfrWU8bZIyDKE2hyVDhrswBYA2lDgXJDftfgtDVdgwhwaAv8CEALw_wcB" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Buch zum Podcast</strong></a>.</p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17202512.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Tue, 04 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Alles sinnlos und umsonst?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/alles-sinnlos-und-umsonst/2803-542-7981</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17199650/2803-542-7981</link>
      <description><![CDATA[Wenn Erfolg und Glück ausbleiben, lohnt es, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1107468.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Nick Karvounis /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Es ist alles sinnlos. Ich habe mich so bemüht, völlig umsonst.“ Mit diesem Gedanken habe ich in den letzten zwei Jahren oft gekämpft. Ob es dabei um banale Dinge ging wie den hilflosen Versuch, endlich mehr Ordnung in meinen Haushalt zu bringen, um gesundheitliche Dauerbaustellen, die nicht verschwinden wollten, oder wichtige berufliche Weichenstellungen, die anders verliefen als erhofft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es fühlt sich schrecklich an, wenn sich Dinge in meinem Leben nicht vorwärts entwickeln, während ich beobachte, dass andere Menschen schneller oder scheinbar mühelos vorankommen. Das Allerschlimmste dabei ist für mich aber das Gefühl, viel Energie in etwas gesteckt zu haben, was sich am Ende als Sackgasse herausstellt.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann frage ich mich: Habe ich es einfach nicht drauf? Bin ich selbst schuld an meinem Misserfolg und gar von Anfang an zum Scheitern verurteilt?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn alles sinnlos erscheint</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Lied „In the end“ von Linkin Park spiegelt diese Verzweiflung für mich gut wider. Darin heißt es: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„I tried so hard and got so far, but in the end, it doesn't even matter.</em>“ Auf Deutsch bedeutet diese Liedzeile in etwa: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich habe mich so sehr bemüht und bin so weit gekommen, aber am Ende hat es alles nicht gezählt.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am Ende sind die Bemühungen umsonst, so die Aussage des Liedsängers. Dieses Gefühl ist mir nur zu vertraut. Und tatsächlich kenne ich es auch aus der Bibel. In <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger1" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Prediger 1</a> finde ich ganz ähnliche Worte, wenn auch in anderer Form.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier lese ich Sätze wie diese: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„‚Vergeblich und vergänglich! Alles ist vergebliche Mühe.‘ Der Mensch müht und plagt sich sein Leben lang, und was hat er davon? … Ich beobachtete alles, was Menschen auf der Erde tun, und ich fand: Alles ist vergeblich. Es ist, als jagtest du dem Wind nach“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Prediger3%2C2-3.14" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Prediger 3,2-3.14</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz schön hoffnungslose Aussagen für ein Buch wie die Bibel, das Menschen doch ermutigen und inspirieren sollte – findest du nicht auch?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gibt es Glück und Sinn erst in der Ewigkeit?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der scheinbaren Sinnlosigkeit des menschlichen Bemühens haben sich auch andere Dichter gewidmet, darunter der Barockdichter Andreas Gryphius. Er lebte zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und sein Gedicht „Es ist alles eitel“ ist seine Reaktion auf eine Lebenswirklichkeit voller Krieg, Hunger und der Pest. Er lenkt den Blick weg von vergänglichen Gütern wie Besitz, Gesundheit und Ruhm.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gryphius’ Aussage stimmt mit der des biblischen Predigers überein: Das menschliche Streben nach Glück und Erfolg ist zum Scheitern verurteilt, da sowieso alles vergänglich ist. Das einzig beständige Glück des Menschen liegt in der Ewigkeit.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Einsicht scheint mir einerseits heilsam in einer Welt, die so fixiert auf Glücks- und Erfolgsmomente ist wie die unsere. Andererseits empfinde ich es als billige Vertröstung aufs Jenseits.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn auch wenn ich persönlich an einen Himmel und eine bessere Welt glaube, ich weigere mich an einen Gott zu glauben, der uns Menschen diese große verrückte und oft verbesserungsbedürftige Welt vor die Nase setzt und dann sagt: Es ist egal, wie sehr ihr euch damit abmüht, am Ende wartet eh der Himmel auf euch.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Berufen zu gestalten, verflucht zu scheitern?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dieser Botschaft verprellt man Menschen. Und sie scheint mir auch anderen Stellen der Bibel zu widersprechen. Die erste Aufgabe, die Gott dem Menschen in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose1%2C28" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 1,28</a> gibt, ist nämlich ein klarer Gestaltungsauftrag: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! Ich setze euch über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und alle Tiere, die auf der Erde leben, und vertraue sie eurer Fürsorge an.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir sollen gestalten, arbeiten, etwas leisten und gleichzeitig hat vieles von dem, was wir mit Mühe aufbauen, keinen Bestand. Wir scheitern und wir gehen in unseren Versuchen, die Erde in Besitz zu nehmen, in die Irre und zerstören, statt aufzubauen. Wir erleben tagtäglich, dass auf dieser Erde alles vergänglich und so vieles umsonst ist. Wie bei einer Sandburg, die die Flut am nächsten Tag wegspült.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es wirft bei mir viele Fragen auf, dass Gott mich einerseits zum Gestalten aufruft und mich andererseits gefühlt so oft gegen die Wand laufen lässt. Dass Dinge, die Menschen mit Mühe und Liebe aufgebaut haben, so viel schneller zerstört werden, als sie je wiederaufgebaut werden können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich ist dies eindeutig eine Folge des Sündenfalls. Denn danach prophezeit Gott dem Menschen Folgendes: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Viel Schweiß musst du vergießen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose3%2C19" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 3,19</a>).</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Trennung zwischen Menschen und Gott verkehrt den guten Auftrag Gottes – das Arbeiten und Gestalten – in Mühsal und sie verändert auch unsere Sicht auf Arbeit.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Genüge ich mir selbst?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In meinem Fall etwa lastete nicht nur auf mir, dass ich mich scheinbar umsonst angestrengt hatte oder gescheitert war. Ich fühlte mich anderen unterlegen und wertlos, weil ich nicht erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Ich setzte quasi meinen Wert als Mensch mit dem Erfolg meiner Bemühungen gleich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Schlimmste war nicht die Herausforderung an sich, sondern mein Kampf dagegen. Mein Gefühl der Ungerechtigkeit, der Benachteiligung und des Versagens. Das ständige Vergleichen von Realität und Wunschvorstellung riss ein Loch in meine Seele. Gepaart mit dem schlechten Gewissen, was vielleicht andere – einschließlich Gott – von mir erwarteten, war dies eine toxische Mischung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch ich muss mich nicht von meinen Erwartungen oder denen anderer über Grenzen treiben lassen. Und vor allem steht mir in Gott niemand gegenüber, der immer noch mehr von mir verlangt oder mich für mein Scheitern kritisiert oder verurteilt. Stattdessen ist hier jemand, der mich liebt und mir zuspricht: „Du genügst. Und am Ende zählt dein ehrliches Bemühen mehr als äußerer Erfolg. Kannst auch du das akzeptieren?“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">„Wir sterben alle mit unvollendeten Symphonien“</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich persönlich ist dies die wichtigste Weiche, die ich umstellen muss, um wieder zu einem ausgewogeneren Selbst- und Weltbild zu gelangen. Dazu gehört mein eigenes Leistungs- und Anspruchsdenken zurückzustellen. Ich möchte ein Mensch bleiben, der Gottes Gestaltungsauftrag ernst nimmt. Aber ich möchte dies tun, ohne meinen Selbstwert davon abhängig zu machen. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich möchte annehmen, dass zu meinem irdischen Leben Scheitern und unvollendete Aufgaben dazugehören.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einem Buch las ich letztens, dass wir alle mit unvollendeten Symphonien sterben werden.* Dieser Gedanke ist so wahr und macht mich gleichzeitig so unendlich traurig.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich hoffe, ich werde eines Tages bereit sein, aus vollen Herzen Ja dazu zu sagen. Bis dahin werde ich mich bemühen – nicht per se um Erfolg, sondern um eine neue Perspektive.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">*<span class="small" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-size: .8125rem;">zitiert aus Jordan Raynor: Kaufe deine Zeit aus – 7 biblische Prinzipien für ein zielgerichtetes, präsentes &amp; äußerst produktives Leben, Permission Verlag 2022.</span><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17199650.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Mon, 03 Nov 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Warum gibt es Judenhass?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/warum-gibt-es-judenhass/2270-542-7980</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17200275/2270-542-7980</link>
      <description><![CDATA[Über den Ursprung von Antisemitismus und den Umgang damit. Eine Spurensuche in der Bibel.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1107189.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Anton Mislawsky /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Verbrechen des Holocausts ans Licht kamen, galt der Antisemitismus als entlarvt und erledigt. Erschüttert über den brutalen Massenmord an sechs Millionen Juden dachte man, endgültig aus der Geschichte gelernt zu haben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch das Ausmaß und die Gewaltbereitschaft des Judenhasses, der seit dem grausamen Massaker vom 7. Oktober 2023 sein hässliches Haupt wieder erhoben hat, verdeutlichen: Antisemitismus ist mitnichten ein Phänomen der Vergangenheit. An US-Universitäten schüchtern pro-Hamas Demonstranten jüdische Studenten und Fakultätsmitglieder ein. In Wien und Neapel werden israelische Touristen aus Restaurants gejagt. In Amsterdam werden israelische Fußballfans verprügelt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst mittelalterliche Ritualmordlegenden und Verschwörungsmythen erleben ein „Comeback“ und inzwischen bringen sogar junge Menschen Sympathien für die Verbrechen des Holocausts zum Ausdruck. Der Hass hat bereits erste Todesopfer gefordert: Im Mai 2025 wurde in der US-Hauptstadt Washington D.C. ein jüdisches Paar auf offener Straße erschossen, im britischen Manchester starben Anfang Oktober zwei Juden bei einem Angriff auf eine Synagoge. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Ziel des Judenhasses</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Juden machen lediglich 0,2% der Weltbevölkerung aus, leisten aber einen erstaunlichen, positiven Beitrag für die Menschheit: Unter den Nobelpreisträgern sind sie überdurchschnittlich vertreten. Der jüdische Staat ist in Sachen Forschung und Entwicklung weltweit führend, bahnbrechende medizinische Errungenschaften „Made in Israel“ retten weltweit Menschenleben und in Katastrophengebieten gehören israelische Einsatzkräfte meist zu den ersten und professionellsten Helfern.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dennoch bleibt die jahrtausendealte Judenfeindschaft ungebrochen. Sie überdauert die Zeiten und überwindet geografische Grenzen. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie hängt nicht davon ab, was Juden tun oder nicht tun, wie sie sich verhalten oder nicht verhalten, oder ob sie als Minderheit in einem beliebigen Land leben oder ihren eigenen Staat haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Antisemitismus ist wandlungsfähig. Er betrifft jede gesellschaftliche Gruppe und äußert sich in verschiedenen Formen: als religiöse Judenfeindschaft – wie im Europa des Mittelalters oder in vielen islamischen Ländern heute, als rassistischer Judenhass – wie in Nazi-Deutschland oder als Hass auf den Staat Israel, den „Juden“ unter den Staaten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was aber unterscheidet Antisemitismus von anderen Formen der Diskriminierung? Die Antisemitismus-Forscherin Monika Schwarz-Friesel vertritt die These, Antisemitismus sei nicht mit Rassismus gleichzusetzen. Denn während Rassismus die Herabsetzung des „Anderen“ zum Ziel habe, ziele der Judenhass auf die völlige Auslöschung des jüdischen Volkes ab.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die geistliche Wurzel des Antisemitismus</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Wandlungsfähigkeit des Judenhasses und auch sein grausames Ziel werden im Licht der Bibel verständlich. Er geht zurück auf den Beginn der Menschheitsgeschichte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nach dem Sündenfall, dessen Folge die Trennung des Menschen von seinem Schöpfer war, versprach Gott, dass eines Tages „der Nachkomme“ der Frau kommen und der Schlange, Satan, den Kopf zertreten würde. Er sprach zur Schlange: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Von nun an setze ich Feindschaft zwischen dir und der Frau und deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in seine Ferse beißen“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Mose3%2C15" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 3,15</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Nachkomme der Frau, der Erlöser, durch den Gott die Menschheit mit sich versöhnen möchte, wird in den folgenden Büchern der Bibel als Nachkomme Abrahams, Judas und schließlich Davids weiter spezifiziert. Gottes Bundesschließung mit Abraham und die Erwählung Israels sind wesentliche Bestandteile dieses Erlösungsplans.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gottes Bundesschließung mit Abraham und die Erwählung Israels sind wesentliche Bestandteile dieses Erlösungsplans. Die zentrale Rolle, die das jüdische Volk in Gottes Heilsplan einnimmt, lässt es zur Zielscheibe Satans werden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die zentrale Rolle, die das jüdische Volk in Gottes Heilsplan einnimmt, lässt es zur Zielscheibe Satans werden: Der Mord an den jüdischen Jungen in Ägypten und die Verfolgung durch den hellenistischen Herrscher Antiochus Epiphanes sind frühe Beispiele dafür. Die mittelalterliche Judenverfolgung und der in der Weltgeschichte beispiellose Massenmord an sechs Millionen Juden in Nazi-Deutschland zeigen, dass dieser geistliche Kampf bis heute andauert.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Israels Rolle in der Endzeit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat Jesus Christus die Schuld der Menschen vor Gott beseitigt. Damit ist der erste Teil von Gottes Erlösungsplan erfüllt. Der zweite Teil wird dann vollendet, wenn Jesus wiederkommt und seine ewige Königsherrschaft antritt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Worte der biblischen Propheten verdeutlichen, dass dem zweiten Kommen Jesu die Rückkehr der Juden aus dem weltweiten Exil ins Land Israel, insbesondere nach Jerusalem, vorausgeht (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jeremia31%2C8-10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jeremia 31,8-10</a>; <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Sacharja12%2C10" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Sacharja 12,10</a>). Hinter dem Hass gegen den jüdischen Staat, der Infragestellung des Existenzrechtes Israels und des jüdischen Anspruchs auf die Hauptstadt Jerusalem, verbergen sich Satans Versuche, dies zu verhindern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist zu erwarten, dass der Hass auf Juden und Israel noch zunehmen werden, je näher die Wiederkunft Jesu rückt. Gottes Worte werden sich erfüllen, er wird zu seinem jüdischen Volk halten und am Ende als Sieger hervorgehen. Doch der Antisemitismus wird konkrete Konsequenzen für die Nationen haben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In seinem endzeitlichen Gericht wird Gott die Nationen richten, <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und mein Land haben sie geteilt“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Joel4%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Joel 4,2</a>). In der Parallelstelle in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us25" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 25</a> warnt Jesus, dass auch jeder persönlich Rechenschaft über sein Handeln ablegen muss: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us25%2C40" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 25,40</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er macht klar, dass unser Umgang mit Notleidenden und Verfolgten unsere Beziehung zu ihm direkt widerspiegelt. Vergleicht man dies mit Joels Worten, kann dies so verstanden werden, dass damit im Spezifischen auch die Einstellung gegenüber und der Umgang mit Juden gemeint ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Juden als lebendiger Gottesbeweis</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die weltweite Zerstreuung des jüdischen Volkes, die erlittene Verfolgung und die Rückkehr ins Land Israel als moderne Nation in unserer Zeit ist die Erfüllung biblischer Prophetie. Die jüdische Geschichte ist<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;"> </strong>somit ein eindeutiger Beweis für den Wahrheitsanspruch der Bibel. Die Juden sind ein Zeugnis der Treue Gottes, der zu seinem Wort und zu seinem Bund mit ihnen steht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn die Bibel mehr als nur eine Sammlung mythologischer Geschichten, mehr als nur ein Buch unter vielen religiösen Büchern ist, dann haben die in ihr offenbarten Maßstäbe Gottes universellen Anspruch. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 2</a> spricht davon, dass sich die Nationen gegen Gott und seinen Gesalbten zusammentun, um „ihre Stricke“ (die als einengend empfundenen biblischen Maßstäbe) zu zerreißen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor diesem Hintergrund wird klar, warum Judenhass nicht mit Ausgrenzung oder Herabsetzung endet, sondern die Auslöschung der jüdischen Existenz sucht. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses aus der Vorantike stammende Volk existiert trotz schwerster Verfolgungen heute noch und hält an seinen uralten Traditionen fest. Damit sind die Juden eine Erinnerung daran, dass es einen lebendigen Gott gibt. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie können Christen Antisemitismus entgegentreten?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Bibel offenbart nicht nur die Wurzel des Antisemitismus, sondern unterstreicht auch die Notwendigkeit, ihm entgegenzutreten. Der im Buch Ester beschriebene Konflikt zwischen dem Juden Mordechai und dem Amalekiter Haman am persischen Königshof zeigt Wege auf, wie Christen mit Judenhass umgehen können.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nachdem Mordechai sich geweigert hatte, Haman die Ehrerbietung zu erweisen, war allein seine jüdische Identität für Haman Grund genug, alle Juden zu vernichten: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„es war in seinen Augen zu gering, die Hand an Mordechai allein zu legen, da man ihm die Volkszugehörigkeit Mordechais mitgeteilt hatte“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Ester3%2C6" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Ester 3,6</a>). Mit Verleumdungen, Täuschungen und Manipulation gelang es Haman, die Erlaubnis des Königs Ahasveros zu erschleichen, einen Völkermord an den Juden zu verüben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist anzunehmen, dass zu dieser Zeit das gesamte jüdische Volk innerhalb des Persischen Reichs lebte, das sich von Nordafrika bis Indien erstreckte. Wäre Hamans Plan aufgegangen, wäre die jüdische Weltbevölkerung ausgelöscht worden. Doch am persischen Hof herrschte Gleichgültigkeit: Niemand schien sich an Hamans Plänen zu stören, niemand protestierte oder nahm die Juden in Schutz. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Nicht wegschauen</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch die jüdische Königin Ester hätte schweigen können. Obwohl sie die Gefahr verstand, hatte sie die Möglichkeit, wegzuschauen, in der Hoffnung, dass das Unglück an ihr vorüberzieht. Doch Judenhass ist noch nie vorübergezogen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der heute in unserer Gesellschaft erneut aufgeflammte Judenhass wird ebenfalls nicht einfach wieder verschwinden. Er wird sich weiter ausbreiten und immer mehr Juden werden Opfer von Gewalt werden – es sei denn, wir halten ihn auf. Wenn wir eines aus der deutschen Geschichte gelernt haben, dann ist es, dass wir nicht wegschauen dürfen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">2. Beten und handeln</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ester wusste um die geistliche Dimension des Judenhasses und bat die Juden der Hauptstadt Susa, mit ihr im Gebet und Fasten einzustehen, bevor sie sich beim König für ihr Volk einsetzte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir sollten für die Bewahrung jüdischer Menschen weltweit, hier in Deutschland und auch in Israel beten. Wir sollten beten für unser eigenes Land, insbesondere für Menschen, die Verantwortung in Regierung, Medien, Justiz und Kirche tragen, dass sie mit Weisheit und Entschlossenheit Antisemitismus entgegentreten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig sind wir zum Handeln aufgerufen. Auch nach der Gebets- und Fastenzeit war Ester weiterhin gefordert, die Initiative zu ergreifen und aktiv zu werden.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. Die Juden nicht im Stich lassen</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ester gab sich als Jüdin zu erkennen und stellte sich an die Seite ihres Volkes. Damit machte sie sich zur Zielscheibe Hamans. Doch wie bereits Mose zog Ester es vor, mit dem Volk Gottes zu leiden, statt bequem im königlichen Palast zu leben (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Hebr%C3%A4er11%2C24-26" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hebräer 11,24-26</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Juden in Deutschland leben in Angst. Christen stehen vor der Entscheidung: Lassen wir die Juden im Stich? Oder kommen wir hinter unseren Kirchenmauern hervor und stellen uns öffentlich an ihre Seite, trotz aller möglichen Konsequenzen? </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. Lüge mit Wahrheit konfrontieren</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Erst nachdem Ester sich öffentlich zum Volk Israel gestellt und mutig Hamans Lügen und Intrigen aufgedeckt hatte, kam König Ahasveros seiner Verantwortung nach, seine Bürger zu schützen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wir müssen die Lügen aufdecken, die schamlos über das jüdische Volk und Israel fabriziert und verbreitet werden. Dies erfordert Mut, aber auch Zeit und Mühe, die Fakten zu recherchieren. Außerdem sollten wir beten, dass unsere Gesellschaft, unsere politischen und geistlichen Leiter die Wahrheit erkennen und ebenfalls handeln.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gebet und Engagement gegen Judenhass</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hinter dem weltweit grassierenden Antisemitismus verbirgt sich Hass auf Gott, der sich Israel zum Volk auserwählt hat und durch dieses Volk die Menschheit mit sich versöhnen will. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christen sind wir aufgerufen zu beten: Für Israel und das jüdische Volk sowie für unser Land und die Menschen in Medien und Politik, damit sie wie König Ahasveros ihrer Verantwortung nachkommen und den Antisemitismus in die Schranken weisen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir sollten auch für diejenigen beten, die antisemitische Lügen glauben oder gar verbreiten. Denn nur Jesus, der die Wahrheit ist, kann diese Menschen von der Lüge freisetzen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir sind aufgerufen zu handeln und uns an die Seite seines Volkes zu stellen, in aller Öffentlichkeit. Dabei sollten uns die Worte Jesu motivieren: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“ </em>Die Juden sind die leiblichen Brüder Jesu, das Volk unseres Gottes. Ihr Leid darf uns nicht gleichgültig lassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Dieser Artikel wurde bereitgestellt von TBN Israel. TBN Israel ist Teil der Sar-El Group, eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit Sitz in Jerusalem, die Christen weltweit mit Israel verbindet – durch Medien, Reisen, Begegnungen und mehr. Weitere Informationen finden Sie auf: </strong><a href="http://www.sareltours.com/de" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">www.sareltours.com/de</strong></a></p>
<p style="font-size: 85%;">Ester Heinzmann</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17200275.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ester Heinzmann]]></author>
      <pubDate>Fri, 31 Oct 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Halloween: harmloses Kinderfest oder kultisches Ritual?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/halloween-harmloses-kinderfest-oder-kultisches-ritual/2270-542-7792</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16864688/2270-542-7792</link>
      <description><![CDATA[Tipps für einen reflektierten Umgang mit der Gruselfeier.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1062130.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Miguel Teirlinck /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Kleine, gruselige Gestalten mit Totenmasken und Hexenkostümen ziehen am 31. Oktober von Haus zu Haus und bedrohen die Bewohner. Diese kommen nur aus der Sache heraus, wenn sie den unwillkommenen Gästen eine Bestechung anbieten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber worauf geht die Tradition von Halloween eigentlich zurück? Und wie kannst du damit umgehen, wenn dich der Gedanke an heidnische Bräuche eher abschreckt?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Schutz vor bösen Geistern</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Wort Halloween leitet sich zunächst einmal vom englischen „All Hallows Eve“ ab, dem Abend vor Allerheiligen. Dieses Fest entstammt einer langen katholischen Tradition, am 1. November der verstorbenen Heiligen zu gedenken.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Name Halloween hat also einen christlichen Ursprung. Doch das ist auch schon alles. Denn die Bräuche sind eine bunte Mischung aus heidnischen und christlichen Traditionen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die bekannteste Theorie besagt, dass Halloween seine Wurzeln im keltischen Fest Samhain hat. Die Ursprünge dieses Fests reichen weit in die vorchristliche Zeit zurück; vermutlich ist es in der Jungsteinzeit oder frühen Bronzezeit entstanden. Samhain markierte das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit. An diesem Tag war nach dem Glauben der Kelten die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders dünn. Um sich zu schützen und böse Geister zu vertreiben, trugen die Menschen Masken und machten Lärm.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Möglicherweise wollte die katholische Kirche diesem kultischen Fest etwas entgegensetzen. So legte Papst Gregor  IV. im 9. Jahrhundert den 1. November als Allerheiligen fest, gefolgt von Allerseelen am 2. November, wo die Verstorbenen geehrt werden.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Vermischte Bräuche </strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Noch in meiner Kindheit spielte Halloween in Deutschland überhaupt keine Rolle. Erst seit ungefähr 20 Jahren nimmt es mehr und mehr Raum bei uns ein und hat leider den Sankt Martinstag am 11. November fast völlig verdrängt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Spruch „Süßes oder Saures“ (im Englischen <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Trick or Treat“</em>) geht möglicherweise auf eine alte Tradition zurück, die im Mittelalter bekannt war: Am Abend vor Allerheiligen zogen Bettler und Kinder von Haus zu Haus und baten um sogenannte „Seelenkuchen“, kleine Brote oder Gebäckstücke. Im Gegenzug versprachen sie, für die Verstorbenen der Hausbewohner zu beten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der große Unterschied zur heutigen Tradition besteht im Auftreten: Heute wird nicht gebeten, sondern erpresst. Denn „Süßes oder Saures“ bedeutet, dass die Hausbewohner mit fiesen Streichen rechnen müssen, wenn sie den Knirpsen an der Tür nicht die Taschen füllen. </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Menschenopfer an Halloween?</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Teilweise kursiert auch die Theorie, dass Halloween auf das Opfern von Kindern zurückgeht, um die bösen Geister zu besänftigen, und dass ein Kürbis vor dem Haus des Opfers aufgestellt wurde. Diese Annahme ist jedoch historisch schwer zu belegen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist wahr, dass in einigen alten heidnischen Kulturen, einschließlich der keltischen, rituelle Opfergaben Teil von Festen und Zeremonien waren. Die Praktik der Menschenopfer war jedoch nicht spezifisch für das Fest Samhain am 31. Oktober.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die meisten Informationen über Menschenopfer bei den Kelten stammen aus Berichten von römischen Historikern, die oft voreingenommen waren und die Kelten bewusst als barbarisch darstellen wollten. Von daher sind diese Aussagen immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Christen und Halloween </strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Christen und christlich Interessierte stellt sich die Frage: Sollten wir an Halloween unsere Türen öffnen und damit an einem Fest teilnehmen, das auch düstere und okkulte Aspekte glorifiziert? Ist es mit unserem Glauben vereinbar, an einem Brauch teilzuhaben, der so stark mit Okkultismus verbunden ist?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Bibel spricht davon, dass wir uns vom Okkulten und jeder Art von Magie fernhalten sollen (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/5.Mose18%2C10-12" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">5. Mose 18,10-12</a>). Außerdem sind manche Verkleidungen an Halloween so düster, dass diese durchaus bei Kindern zu Angst und Alpträumen führen können. Von daher gilt für mich:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist selbstverständlich, dass Christen an Halloween nicht an dubiosen okkulten Praktiken teilnehmen sollten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch die Teilnahme an gruseligen Halloween-Partys mit angsteinflößender Kostümierung und kultischen Handlungen muss nicht sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zugleich kann man jedoch auch festhalten, dass der ursprünglich keltisch-religiöse Hintergrund von Halloween weitgehend verloren gegangen ist. Für die meisten Halloween-Fans steht die Lust am Verkleiden mit Gruselfaktor im Vordergrund. Und seine Beliebtheit verdankt Halloween vor allem geschickten Vermarktungsstrategien, um zwischen Ostern und Weihnachten einen weiteren kommerziellen Schwerpunkt setzen zu können.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Handeln nach dem eigenen Gewissen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich persönlich halte ich nicht viel von Halloween. Doch bei uns auf dem Dorf ist dieser Tag eine große Gemeinschaftsaktion. Es ist eine Gelegenheit für Kinder, gemeinsam herumzulaufen, den Süßigkeitenvorrat aufzufüllen und abends im Dunkeln rauszugehen, wenn sie eigentlich schon längst daheim sein sollten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was ist für mich also wichtiger – die Beziehung zur Dorfgemeinschaft und zu meinen Kindern, die sich lange im Voraus auf Halloween freuen, oder die heidnischen Ursprünge? Hier gibt es für mich keine eindeutige Antwort.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Entscheidungshilfe kann hier eine Stelle aus dem Römerbrief dienen. Paulus geht darin auf die Frage ein, ob es in Ordnung ist, Fleisch zu essen, das von heidnischen Opfern stammt. Er empfiehlt, dass jeder nach seinem eigenen Gewissen handeln und niemand über den anderen urteilen soll, weil er sich anders entscheidet: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wer isst, verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen.“ </em>(<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/R%C3%B6mer14%2C3" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Römer 14,3</a>)</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dasselbe gilt für mich auch beim Thema Halloween:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jede Familie sollte die Freiheit haben, einen eigenen Umgang mit Halloween zu finden, ohne dass sie dafür von anderen verurteilt wird.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unsere Nachbarn haben sich dagegen entschieden, und das ist voll in Ordnung. Unsere Kinder dürfen mitlaufen und wir verteilen auch Süßigkeiten, aber wir dekorieren unser Haus nicht mit gruseligen Accessoires.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Ursprünge von Halloween thematisieren</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn die Kinder mitlaufen dürfen, kann es sinnvoll sein, mit ihnen offen über die Ursprünge von Halloween zu sprechen. Auch kann man gemeinsam festlegen, welche Verkleidung in Ordnung ist und welche nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So würde ich meine Kinder nicht als Hexe gehen lassen, aber als lustiges Gespenst  schon. Der Vampir ist zurzeit noch Diskussionsgegenstand. Außerdem weise ich sie darauf hin, dass sie an den Türen freundlich sind und nicht unverschämt werden.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das geht gar nicht…!?</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Halloween für Christen – geht gar nicht? Zur Erinnerung: Weihnachten, wie wir es heute feiern, hat viele Elemente, die aus heidnischen Winterfesten stammen. Dazu gehört zum Beispiel der Weihnachtsbaum, den Christen später als Baum des Lebens umdeuteten. Trotzdem strahlen Kinderaugen, wenn an Heiligabend der festlich geschmückte Tannenbaum in der guten Stube steht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Erntedank war ursprünglich ein heidnisches Fest, das von vielen Kulturen gefeiert wurde, um den Göttern für eine gute Ernte zu danken. Später integrierten Christen diesen Tag in den christlichen Kalender.  </p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Einen reflektierten Umgang</strong> <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">finden</strong>
</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Letztendlich kommt es darauf an, dass wir für uns persönlich einen besonnenen Umgang mit Halloween finden.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir sollten weder in reflexhafte Ablehnung noch in gedankenlosen Mitmachmodus verfallen, sondern uns überlegen, wie diese Situation zu uns und unserem persönlichen Glauben passt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So kannst auch du nach deinem eigenen Gewissen entscheiden, ob und in welcher Weise du dich an Halloween beteiligst. Niemand ist gezwungen, seine Tür zu öffnen, wenn es klingelt. Und wer seinen Kindern eine Alternative bieten möchte, findet inzwischen in vielen Gemeinden schöne Angebote. In unserer Nähe gibt es zum Beispiel eine <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Light-Party“</em> , ein Lichterfest für Kinder. Dort bekommen die Kinder eine fröhliche und positive Alternative geboten.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine andere Möglichkeit besteht darin, Kindern an der Tür nicht nur Süßigkeiten mitzugeben, sondern auch ein Zettelchen mit einem ermutigenden Bibelvers oder eine kleine Kerze.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein persönliches Fazit lautet daher: Wenn du es mit deinem Gewissen nicht vereinbaren kannst, ist es besser, Abstand von Halloween zu halten. Aber wenn für dich die Beziehungsebene im Vordergrund steht oder du glaubst, dass du einen positiven Einfluss ausüben kannst, kannst du in diesem Glauben auch handeln.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16864688.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Tue, 28 Oct 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Geht das auch ohne Weltuntergang?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/geht-das-auch-ohne-weltuntergang/2270-542-7973</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17186004/2270-542-7973</link>
      <description><![CDATA[Vom Mut, Differenzen auszuhalten – und warum Respekt zum Glauben dazugehört.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1104764.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© <a href='http://gettyimages.com/Yutthana' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>gettyimages.com/Yutthana</a> Gaetgeaw</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ambiguitätstoleranz. Fangen wir doch direkt mit einem Wort an, mit dem man auf Partys und Gemeindefesten ordentlich Eindruck schinden kann. Was bedeutet dieses Wort? Wikipedia bringt es auf den Punkt: „Ambiguitätstoleranz ist die Fähigkeit, mehrdeutige Situationen und widersprüchliche Handlungsweisen zu ertragen.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schöne Sache. Aber dieses Aushalten von Spannungen ist gesellschaftlich – auch bedingt durch soziale Medien – auf dem Rückzug. Polarisierung regiert den Diskurs und somit Spaltung, Konflikt, Abgrenzung. Konservativ gegen woke. Impfbefürworter gegen Impfverweigerer. Evangelikale gegen Postevangelikale. Verbrenner gegen E-Auto.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bringt ein solches Schwarzweiß-Denken die Gesellschaft, Kirchen, Gemeinden weiter? Einen selbst? Ganz sicher nicht. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen erleben diese Verschärfung im Miteinander als belastend bis verletzend. Manche ziehen sich zurück oder geben auf. Verlassen Organisationen. Weil die Seele sich an dieser Härte wund gerieben hat. Ich spreche da aus eigener, bitterer Erfahrung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Psychologie wird Ambiguitätstoleranz dagegen als Reifezeichen der menschlichen Psyche verstanden, also als etwas Erstrebenswertes. Aber wie können wir in dieser Richtung wachsen?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie können wir mit den Spannungen in Gesellschaft und im persönlichen Umfeld umgehen, ohne uns sprichwörtlich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen? Wie kann ein Miteinander in Respekt gelingen und was sind erste, praktische Schritte?</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Heilsame Haltungen</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Unser Herz und damit unsere Haltung entscheidet. Dazu braucht es Werte, die bei Übertretung wie eine Warnlampe aufleuchten. Solche Werte sind zum Beispiel:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wertschätzung der Person über die Meinung hinaus</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Der Mensch ist Ebenbild Gottes – unabhängig von seiner Meinung. Ja, auch dieser „Kotzbrocken“, an den Sie gerade denken. Das ist und bleibt Grundlage des jüdisch-christlichen Menschenbildes. Eine Abwertung von Menschen in ihrem Wert ist nicht akzeptabel.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Unterscheidung zwischen Person und Meinung</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Das ist die logische Folgerung aus der ersten Überzeugung. Ich kann eine Meinung abwegig bis verachtenswert finden, doch ich sollte bereit sein, den Menschen dahinter trotzdem zu segnen und anzunehmen. Das bedeutet allerdings nicht, mit ihm Gemeinschaft oder gar Freundschaft haben zu müssen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Demut und Lernbereitschaft</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Es gibt einen Gott – und Sie sind es nicht. Sie können sich irren. Ich mich auch. Wir haben alle nur einen Teil des Erkenntniskuchens. Demut bedeutet: Sich selbst realistisch sehen – auch in der eigenen Begrenztheit. Und neugierig zu bleiben auf andere Sichtweisen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gelassenheit durch Gottvertrauen</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Ich muss und kann andere Menschen nicht ändern. Das ist Gottes Aufgabe. Er arbeitet an jedem Menschen zum Guten (unter Respekt des freien Willens). Auch dann, wenn ich das (noch) nicht sehe.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Barmherzigkeit</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Lukas6%2C36" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Lukas 6,36</a>). Menschen sind unterschiedlich. Der Grad von Erkenntnis ist unterschiedlich. Menschen haben ihre jeweils eigene Biografie, die ich nicht kenne. Das anzunehmen und freundlich zu betrachten, ist ein wichtiger Teil von Barmherzigkeit und hilft uns, empathisch zu bleiben. Empathie ist Mangelware in der aktuellen Kultur.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Identität in Christus</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Wenn meine Identität nicht von der Zustimmung anderer abhängt, sondern ich mich stattdessen von Gott zutiefst angenommen und geliebt weiß, egal wie viel ich verbocke, kann ich Andersdenkenden freier begegnen. Hier liegt die tiefe Ursache vieler Konflikte: Abweichung und Kritik wird als Angriff auf die Identität verstanden und diese muss dann logischerweise verteidigt werden.</li>
</ul>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Und jetzt: Friede, Freude, Eierkuchen?</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schön, aber sollen wir nun alles mit Harmoniesoße übergießen? Oder gibt es nicht manchmal sogar die Notwendigkeit, Grenzen zu ziehen und Klartext zu reden? Diese Frage ist eindeutig mit JA zu beantworten. Eine weitere Frage ist: Zu welchen Dingen mache ich den Mund auf und wann sollte ich Grenzen ziehen? Hier ein paar Wegweiser dazu. </p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Abgrenzung ist notwendig …</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">... wenn andere übergriffig und grenzverletzend werden</strong> – sei es verbal, emotional oder auch strukturell. Wenn wir unsere Grenzen nicht gegen solche Übergriffigkeiten schützen, gehen wir mit unserem eigenen Herzen nicht achtsam um. Keiner und keine von uns ist ein Fußabtreter! Niemals.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">... wenn Integrität, Glaube oder Berufung kompromittiert werden</strong>. Wir alle haben Grundüberzeugungen, die noch über unseren Werten stehen. Bei Christen und Christinnen ist es der Glaube. Und der Weg, den sie von Gott her für sich erkannt haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Dinge sind Grundmauern unserer eigenen Integrität, die es zu verteidigen gilt. Das gilt aber nicht im gleichen Maße für Ausprägungen und Teilüberzeugungen des Glaubens wie zum Beispiel das Schöpfungs- oder Abendmahlsverständnis oder andere theologische Detailfragen wie zum Beispiel die Haltung zum Thema Homosexualität.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier ist es wichtig Ambiguitätstoleranz zu erlernen, Christus im Zentrum der Beziehung zu halten und den Nächsten als Bereicherung zu verstehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">... wenn ein Miteinander bedeutet, Kernwerte aufzugeben</strong>. Kernwerte können Dinge sein wie Vertrauen, Verlässlichkeit, Offenheit, Ehrlichkeit. Es ist wichtig, sich seines eigenen Wertekanons bewusst zu sein. Überlegen Sie, in welchen Werten Vielfalt und Gemeinschaft mit Andersdenkenden möglich ist – und in welchen nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie zum Beispiel die Handwerkerin, die sich weigert, schwarz zu arbeiten. Der Büroleiter, der für seinen Chef nicht lügen will. Die Versicherungsmaklerin, die es nicht mehr ertragen kann, Menschen Dinge aufzuschwatzen, die sie nicht brauchen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was sind Ihre unaufgebbaren Kernwerte? Ziehen Sie an diesen Stellen keine Grenze, verletzen Sie sich letztlich selbst.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Grenzen ziehen statt Mauern errichten</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wie zieht man nun angemessen eine Grenze? Zuerst durch eine klare Kommunikation: Bis hierhin und nicht weiter! „Nein“ ist ein vollständiger Satz. Das muss erlernt werden – gerade, wenn die eigene Prägung einen eher Richtung Harmonie und Anpassung drängt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für manche Menschen ist Neinsagen kaum ohne Scham oder Schuldgefühl möglich. Dahinter steckt meistens eine Prägungsgeschichte, in der Rebellion und Abgrenzung nicht akzeptiert oder sogar bestraft wurden. An dieser Stelle mache ich Ihnen Mut, sich eine kompetente Begleitung zu suchen, um diese Prägung zu verwandeln. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gesunde Grenzen definieren uns. Grenzen, nicht Mauern.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Grenzen haben gut bewachte Tore, durch die wir gerne andere Meinungen und Überzeugungen einladen, hereinzukommen. Wir schließen und verteidigen sie aber auch, wenn es uns nicht guttut. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Lernprozess ist einer der Wichtigsten im Leben: Weg von unumstößlichen Mauern auf der einen Seite oder totaler Offenheit auf der anderen Seite hin zu gesunden Grenzen! Das Ziel ist hier, Grenzen mit Respekt und Klarheit zu setzen – nicht mit brutaler Härte. Und ja, manchmal ist auch Trennung dran. Wege dürfen sich trennen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel lernen wir genau das: Menschen, die Grenzen setzen und gleichzeitig dialogfähig bleiben. Jesus, der toxische Theologie begrenzt, aber auch Brücken baut bei abweichender Theologie (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Johannes4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 4,19ff)</a>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Paulus, der öffentlich Petrus widerspricht, als dieser heuchlerisch handelt (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Galater2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Galater 2,11ff)</a>, aber gleichzeitig respektvoll dialog- und anschlussfähig bleibt gegenüber den Athenern auf dem Areopag (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Apostelgeschichte17%2C17-34" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Apostelgeschichte 17,17-34</a>). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Apropos Paulus: Gerade bei ihm sehen wir, wie er aus einer dogmatisch fanatischen Enge und Polarisierung (wir sind die Guten – die sind die Bösen) durch Jesus herausgeführt wird in die Weite des Evangeliums. Dazu brauchte er noch ein paar Jahre in der Wüste, aber er hat es geschafft!</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gesunde Demut leben</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wie können wir einander ganz praktisch mit Respekt begegnen? Das meiste erschließt sich bereits aus dem Gesagten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es beginnt damit, an der eigenen Haltung zu arbeiten, sich selbst zu hinterfragen. Spannungen auszuhalten und nicht direkt mit Flucht oder Kampf zu reagieren. Nein zu sagen, wo es dran ist, ansonsten in Demut zuzuhören und neugierig auf das zu sein, was andere mich über das Leben und den Glauben lehren können. Zuhören, um zu verstehen, und nicht, um zu antworten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein weiterer Tipp für ein zugewandtes, respektvolles Miteinander ist folgender: Über gemeinsame Werte reden, anstatt das Trennende zu finden und sich daran zu ergötzen, weil man sich dann ein wenig überlegener fühlt. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kurz: eine gesunde Demut leben. Langsamer zum Reden und schneller zum Hören zu sein. Und nicht zu jedem Thema den eigenen Senf absondern, gerade dann, wenn dieser Senf nicht mit fundiertem Wissen untermauert ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das alles erfordert Courage.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber wenn wir beginnen, Spannungen und Konflikte als Chance zu sehen, dann kann an diesen Reibungsflächen Wachstum geschehen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Wachstum ereignet sich nun mal nicht gemütlich auf dem Sofa mit der Chipstüte auf dem Bauch. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht kriegen wir die ganz großen Konflikte dieser Welt nicht gelöst, aber wir können Wertschätzung unseren Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn gegenüber einüben. Wenn wir das beherzigten, haben wir eine Chance für ein besseres Miteinander. In dem sich Herzen öffnen können – auch für das Evangelium. </p>
<p style="font-size: 85%;">Christof Lenzen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17186004.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Christof Lenzen]]></author>
      <pubDate>Tue, 28 Oct 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Alltagswunder]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/alltagswunder/2803-542-7977</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17193900/2803-542-7977</link>
      <description><![CDATA[Die meisten Wunder sind nicht weltbewegend. Sie passieren dir und mir, doch erkennen wir sie auch? Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1106353.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Alistair MacRobert /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin nicht gläubig erzogen worden, aber in unseren Kinderzimmern flog ein Buch herum, in dem Bibelgeschichten nacherzählt wurden. Die Geschichten selbst interessierten mich nicht, die dramatischen Illustrationen dagegen fand ich spannend.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf einem Bild ragte eine riesige Hand aus den Wolken – Gottes Hand. Weil ich keine Lust hatte, den Text zu lesen, dachte ich mir selbst etwas dazu aus. So blieb bei mir die Vorstellung hängen: Wenn Gott etwas tut, dann sichtbar. Ich hielt nach dieser Hand Ausschau und war enttäuscht, sie nie zu sehen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Anstatt meine Erwartung zu hinterfragen, stellte ich Gott selbst infrage. Wenn er handelt, so glaubte ich, dann auf große, dramatische Weise. Deshalb übersah ich ihn in den kleinen Dingen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist das oft das Problem: Die spektakulären Wundergeschichten werden häufig weitererzählt und verzerren unsere Wahrnehmung von Gott. Dabei gehören große Wunder für die meisten Christen nicht zum Alltag, auch wenn die Bibelstellen dazu gerne wiederholt werden. Aber wie ist es mit den kleinen Wundern – mit den Ereignissen, in denen nichts Spektakuläres passiert, sondern etwas Alltägliches?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wunder passieren im Alltag</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe dazu eine kleine Geschichte aus der Bibel in <a href="https://www.bibleserver.com/NLB/2.K%C3%B6nige5%2C1-7" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">2. Könige 5,1-7</a> gefunden:</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Eines Tages sagten die Prophetenschüler zu Elisa: „Wie du siehst, ist der Ort, an dem wir uns mit dir treffen, nicht groß genug. Lass uns zum Jordan hinuntergehen; jeder soll einen Baumstamm nehmen, aus denen wir uns einen neuen Versammlungsort bauen können.“ „Geht nur“, sagte er. „Bitte, komm mit uns“, bat einer. „Gut, ich komme mit“, sagte Elisa. Und er ging mit ihnen.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Am Jordan angekommen, begannen sie, Bäume zu fällen. Und als einer von ihnen einen Baum fällte, fiel ihm das Eisen von seiner Axt ins Wasser. „Ach, mein Herr“, rief er erschrocken, „die Axt war nur geliehen!“ „Wo ist sie hineingefallen?“, fragte Elisa.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Als der Mann ihm die Stelle zeigte, schnitt er einen Stock ab und warf ihn dorthin. Da tauchte das Eisen auf und schwamm auf dem Wasser. „Nimm es heraus“, sagte Elisa. Und er streckte die Hand aus und ergriff das Axteisen.</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was für ein unscheinbares Ereignis! Jemand verliert ein Werkzeug – und Gott hilft. Keine große Heilung, keine Lebensrettung.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht sollten gerade solche Geschichten mehr Beachtung finden. Sie zeigen, dass Gott auch im Kleinen eingreift, mitten im Alltag.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zufall oder Wunder?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich musste überlegen, wo ich selbst solche Wunder erlebt habe. Dann fiel mir das „Butterwunder von Tralee“ ein. Wir waren mit einer Freizeitgruppe in Irland unterwegs und hatten die Kiste mit Butterpäckchen zu Hause vergessen. Doch in der Küche des Freizeitheims stand eine herrenlose Kiste Butter – offenbar ein Überbleibsel der Gruppe vor uns. Der Brotaufstrich für 40 hungrige Teenager war gerettet! Kein großes Wunder, aber ein Zeichen, dass Gott auch kleine Dinge ordnen kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Schielen nach großen Wundern führt leicht zur Enttäuschung, weil sie selten geschehen. Deshalb lohnt es sich, die Alltagswunder zu suchen. Jeder hat doch schon Geschichten erlebt, in denen etwas „nicht mit rechten Dingen“ zuging – merkwürdige Zufälle, unerklärliche Ereignisse, die uns im Alltag einen Gefallen tun.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christin erkenne ich darin Gottes Handschrift.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich glaube, Gott hat Freude daran, uns zu überraschen. Er ist nicht nur ein Gott der Größe und Macht, sondern auch einer, der das Detail liebt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht war es kein Zufallstreffer, dass du genau diese Wohnung bekommen hast. Kein Glück, dass dir jemand bei einer Panne half. Kein bloßer Zufall, dass der Bus Verspätung hatte, als auch du zu spät warst. Hinter manchem Zufall kann ein Alltagswunder stecken. Von welchem kannst du berichten?<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Katrin Faludi</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17193900.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Katrin Faludi]]></author>
      <pubDate>Mon, 27 Oct 2025 00:00:00 +0100</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Zwischen Freiheit und Verbundenheit]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/zwischen-freiheit-und-verbundenheit/3178-542-7978</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17193080/3178-542-7978</link>
      <description><![CDATA[Was Freundschaften für Singles bedeuten – und warum sie oft die Extrameile gehen. Ein Interview mit Rebekka Gohla.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1106634.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Brooke Cagle /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Single sein heißt nicht automatisch allein sein. Und doch fühlt es sich manchmal so an. Ein gedeckter Tisch nach einem langen Arbeitstag, eine helfende Hand im Haushalt, ein offenes Ohr, eine zweite Meinung – das ist es, was Singles im Alltag oft fehlt.</p>

<figure class="image right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Foto von Rebekka Gohla" height="281" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1106640.jpg" width="500" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Rebekka Gohla ist Autorin der Bücher „Beziehungsstatus: Ich mag Kekse“ und „Du darfst leben“. Singlesein und Freundschaft sind zwei ihrer Herzensthemen. (Foto: Noomi Kunz)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla weiß, wie kostbar enge Beziehungen vor allem für Singles sind. Zwischen Job, Hobbys und dem Austausch von Sprachnachrichten sucht sie nach Freundschaften, die sowohl besondere Momente schaffen als auch mitten im Alltag stattfinden. Im Interview erzählt sie, warum Nähe für Singles nicht einfach passiert und wie sie versucht, lebendige Beziehungen zu gestalten, wenn alle beschäftigt sind.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein ehrlicher Blick darauf, wie tiefe Gemeinschaft trotz eines vollen Alltags gelingen kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie würdest du deine aktuelle Lebenssituation als Single in ein paar Sätzen beschreiben? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Von außen betrachtet ist das relativ unspektakulär. Ich habe einen Job, den ich sehr gerne mag, habe Hobbys, treffe Menschen – kurz: Ich lebe mein Leben. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gemeinschaft geschieht nicht von allein</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Würdest du sagen, du bist als Single anders auf Freunde angewiesen als Menschen, die in einer Partnerschaft leben? Und wenn ja, warum?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Ich glaube schon. Eine Freundin hat mal gesagt, wenn sie jemandem erzählen will, dass sie nachts einen blöden Traum hatte, muss sie sich nur umdrehen und kann es ihrem Mann erzählen. Menschen, die in einer Partnerschaft oder als Familie zusammenleben, haben wen um sich herum. Manchmal haben sie vielleicht auch mehr Gemeinschaft als ihnen lieb ist, aber sie können ihr Leben direkt miteinander teilen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe natürlich viel mehr Freiräume und muss nicht noch die alltäglichen Verpflichtungen von anderen Menschen auf dem Schirm haben. Aber als Single braucht es eben auch viel mehr ein bewusst gestaltetes Netzwerk, weil Gemeinschaft nicht von alleine passiert. Wenn ich jemandem erzählen will, wie mein Arbeitstag war, was mich beschäftigt oder einen Rat brauche, muss ich dafür jemanden anrufen oder eine Nachricht schreiben. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Single braucht es ein bewusst gestaltetes Netzwerk, weil Gemeinschaft nicht von alleine passiert.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es braucht immer den Schritt nach außen. Das ist manchmal ein organisatorischer Aufwand, finde ich. Denn ich muss mich darum kümmern. Und deswegen sind wir Singles anders auf Freundschaften angewiesen. Außerdem hat Freundschaft für uns noch mal einen anderen Wert, weil das oft die engsten Beziehungen sind, die wir haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Fühlen sich deine Freundschaften manchmal wie eine Art „Wahlfamilie“ an?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Gute Frage. Ich glaube, dass Freundinnen und Freunde auf jeden Fall die Familie werden können, die wir uns aussuchen. Aber es ist nicht mein Anspruch an sie, dass sie diese Rolle ausfüllen müssen. Aber ja, ein bisschen was familiäres haben manche meiner Freundschaften schon. Dazu gehört auch, für manche Kinder meiner Freunde so etwas wie eine Tante zu sein. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Als Single Leben mit anderen teilen – trotz vollem Alltag</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Dein Leben ist voll und bunt und laut. Wie bringst du deine Freundschaften im Alltag unter?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Das ist manchmal gar nicht so leicht. Jeder von uns hat ein begrenztes Zeitkontingent, auch ich muss mit meiner Zeit haushalten. Deswegen müssen wir schauen, wie das gut zusammenpasst. Das bedeutet aber auch, dass nicht immer Leute verfügbar sind, wenn ich es brauche – gerade, wenn meine Freunde Familie haben oder Vollzeit arbeiten und sich noch um andere Menschen in ihrem Umfeld kümmern. Deswegen ist die Zeit mit meinen Freunden meist ein bewusstes Verabreden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit der einen Freundin treffe ich mich zum Beispiel nachmittags im Café. Dort lesen wir, quatschen, schreiben Tagebuch und lieben es, das in Gemeinschaft zu machen. Mit der anderen Freundin gehe ich spazieren, mit wieder einer anderen sitze ich stundenlang auf dem Sofa und wir sind kreativ. Eine Freundin mit Kindern besuche ich nach der Arbeit kurz für ein Stündchen. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Freundschaften dürfen so individuell und flexibel sein wie wir selbst und unsere Leben es sind. Ich gestalte meine Freundschaften deshalb so, wie es jeweils zu uns als Typ und in unseren Alltag passt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich wünsche mir für meine Beziehungen Lebendigkeit und Verbundenheit. Daher versuche ich, viel in Kontakt zu bleiben und regelmäßig nachzufragen, um am Leben meiner Freunde dranzubleiben. Zu wissen, wo sie im Moment stehen und wie es ihnen geht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie Freundschaften lebendig bleiben </h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie schaffst du es, an deinen Freunden dranzubleiben?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Grundsätzlich bin ich jemand, der sehr loyal ist und dranbleibt, immer wieder kurz in den Alltag des anderen eincheckt und nachfragt. Aber das läuft nicht nebenher. Es ist Investition und immer wieder auch eine bewusste Entscheidung. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In den letzten anderthalb Jahren habe ich gelernt und auch geübt, Dinge direkt anzusprechen und konkret nachzufragen: „Wie geht es dir in deiner Ehe?“ oder „Wie geht es dir mit Jesus?“. Und ich frage aktiv nach Terminen, um Zeit miteinander verbringen zu können, wenn sich das sonst nicht ergeben würde. Manchmal sind das auch Updates mit Sprachnachrichten, ohne regelmäßige Treffen. Das ist von Freundschaft zu Freundschaft unterschiedlich. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Freundin meldet sich zum Beispiel oft abends gegen halb zwölf bei mir. Das ist ihre freie Zeit und ich weiß, bis dahin kann ich ihr eine Nachricht schicken und dann kommt sie mit ihrem Update. Manchmal höre ich es noch, manchmal schlafe ich schon.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Austausch per Sprachnachricht ist immer ein Stück weit Arbeit, denn es sind keine Selbstgespräche. Ich will auf das eingehen, was meine Freundin mir erzählt und nicht einfach nur mit meinem Kram anschließen. Die Antwort kann dann auch mal ein paar Tage dauern. Aber so bleiben wir gut in Kontakt, selbst wenn wir räumlich nicht eng beieinander sind und unterschiedlich volle Leben haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das sind meine Versuche, mich mit meinen Freunden verbunden zu fühlen und Leben zu teilen. In meinem Leben entwickeln sich Dinge oft in so einem hohen Tempo weiter, dass ich manchmal denke: Wenn mich jemand nach zwei Wochen fragt „Wie läuft‘s denn?“, dann weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuche deshalb gar nicht erst an so einen Punkt zu kommen. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">„Ihr braucht uns Singles!“</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Du hast Singlefreunde, aber auch solche, die in einer Partnerschaft leben oder Familie haben. Welche Unterschiede erlebst du da? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Ich habe beobachtet, dass Paare sich oft bewusst andere Paare als Freunde suchen oder Familien sich mit anderen Familien anfreunden. Das ist ja auch logisch, weil man dieselben Themen hat. Und gerade mit Kindern ist das auch super praktisch, weil sie miteinander spielen können. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Andererseits habe ich zum Beispiel nie das Bedürfnis, mich mal wieder mit einer Singlefreundin zu treffen, weil ich darüber reden müsste, wie das Leben allein ist. Mit meinen Singlefreundinnen habe ich genau dieselben Themen, die ich mit anderen Freundinnen auch habe. Wir besprechen und teilen, was auch immer uns gerade beschäftigt. Für mich unterscheidet sich das gar nicht so sehr, ob ich mich mit einer Freundin treffe, die Familie hat oder alleinstehend ist. Der Unterschied zeigt sich eher darin, in welchen Zeiten unsere Treffen möglich sind. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für meine Freunde in einer Beziehung oder die Mama-Freundinnen ist es aber doch ein Unterschied. Vielleicht, weil sie das Gefühl haben, dass andere Verheiratete oder Eltern ihre Themen besser nachvollziehen können und diese dort mehr Raum finden und Austausch möglich ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber für mich gilt: Wenn meine Freundin sich gerade mit Windeln und dem Abstillen beschäftigt, ist das das Thema, worüber sie auch mit mir reden darf. Ich kann ihr zwar nicht so viele Tipps geben, aber ich kann zuhören. Und umgekehrt gilt das ja genauso. Ich wünsche mir, dass Paare und Familien nicht vergessen, sich auch mit Singles anzufreunden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Warum sind solche unterschiedlichen Freundschaftskonstellationen bereichernd?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Wir brauchen einander, können uns ergänzen und voneinander profitieren. Deswegen ist es mir wichtig, nicht nur Singlefreunde zu haben. Wenn sich Paare immer nur mit anderen Paaren umgeben, nehmen sie sich total viel. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein ganz praktisches Beispiel: Wenn ich auf vier Mama-Freundinnen treffe, dann kann keine der anderen mal ein Kind abnehmen, weil jede mit ihrem eigenen Kind beschäftigt ist, das um sie herumwuselt. Aber ich habe die Hände frei. Von daher: Leute, ihr braucht uns Singles!</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir Freundschaften nur nach dem Beziehungsstatus auswählen, ist das der falsche Fokus.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sollte ich erst in diesen Club von Freunden kommen, wenn ich einen Partner habe, weiß ich nicht, ob ich da überhaupt rein will. Denn ich will ja als Freundin geschätzt werden und nicht als „die mit dem Mann“. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir alle brauchen Freundschaften – losgelöst von unserem Beziehungsstatus. Denn der kann sich auch ändern. Am Ende ersetzt der Ehemann nicht die beste Freundin, nicht die Schwester, nicht die Mädels. Und die Ehefrau kann nicht den besten Kumpel ersetzen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wo finde ich neue Freunde?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Wie und wo können Singles neue Freundschaften schließen? Womit hast du persönlich gute Erfahrungen gemacht? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Die letzten tieferen Freundschaften, die ich geschlossen habe, sind entstanden, weil zwei Frauen neu in meine Gemeinde kamen. Das ist toll, aber passiert jetzt auch nicht ständig. Da hatte ich eher Glück, denn ich war ja schon da und musste nicht besonders aktiv werden, außer auf jemanden zuzugehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was ich auch mal versucht habe, war über Instagram auf Freundschaftsbörsen Kontakte zu knüpfen. Da teilt jemand ein Reel und ermuntert dazu, sich zu vernetzen und zu kommentieren, wie alt man ist, wo man herkommt und was für eine Freundschaft man sich wünscht. Dadurch hatte ich mit jemandem länger Kontakt, wir wurden aber keine Freundinnen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Freundin von mir hat durch einen solchen Aufruf Freundinnen gefunden, die sich gemeinsame Alltagsmomente gewünscht haben. Und das finde ich super, weil es von zu Hause aus ging. Das ist natürlich eine sehr moderne und vielleicht auch aufregende Art, um Leute kennenzulernen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sonst ist es eher schwierig. In der Schule und im Studium lernt man automatisch neue Leute kennen. Freundschaften ergeben sich dann sehr natürlich. Man war halt sowieso da und hat viel Zeit miteinander verbracht, da war das irgendwie leichter. Ich bin heute noch mit meiner Unifreundin befreundet. Aber als Erwachsene ist es schwierig, irgendwo zwischen Arbeit, Ehrenamt und Sport neue Leute kennenzulernen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Den ersten Schritt gehen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Welchen Tipp gibst du anderen Singles, um enge und stabile Freundschaften aufzubauen und zu führen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Mein erster Tipp: Investier dich! Warte nicht darauf, dass jemand anderes den ersten Schritt macht. Wenn du denkst, die Person könnte nett sein, die will ich zur Freundin oder zum Freund haben, geh hin und mach einen ersten Schritt. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für Singles ist es wichtig, Gemeinschaft zu suchen und nicht verbittert in der Ecke sitzen zu bleiben.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du muss nicht warten, bis dir deine Freundin eine Nachricht schickt, um sich zu melden, weil du denkst, sie sei jetzt dran. So funktioniert das nicht. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ja, klar kümmern wir Singles uns in unserem Leben schon um alles selbst und wollen nicht auch noch in Freundschaften immer die Initiative ergreifen. Aber abzuwarten und sich zu sagen „Dann hat sie halt Pech gehabt“, ist keine gute Lösung. Nee, du hast dann Pech gehabt, denn du sitzt allein zu Hause! Ich weiß, es ist anstrengend und manchmal ist es sogar eine Extrameile, die wir Singles gehen müssen. Aber ich glaube, anders funktioniert es nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein zweiter Tipp: Sei dir bewusst, was du mitbringst! Wir Singles haben Freiheiten, die Paare oder Familien oft nicht haben. Solange wir Singles sind, dürfen wir diese Flexibilität und Spontanität für uns und unsere Beziehungen nutzen. Das ist ein Bonus, den wir in eine Freundschaft mitbringen. Ich kann meinen Freundinnen aber auch etwas von dem abgeben, was ich habe: Ich kann ihnen eine ruhige Wohnung anbieten, wenn sie mal konzentriert an etwas arbeiten wollen, oder eine Pause brauchen und von zu Hause raus wollen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Freunde sein trotz unterschiedlichem Beziehungsstatus</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was können Menschen in Partnerschaften oder Familien tun, um ihre Freundschaften zu Singles zu pflegen und zu vertiefen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rebekka Gohla: Darüber habe ich in den letzten Monaten viel mit anderen Singlefreundinnen gesprochen. Ich denke, es braucht von Paaren und Familien eine bewusste Entscheidung, das zu wollen. Ich glaube, es ist leicht zu sagen, „Ich habe einen Partner oder Kinder, da ergibt sich jetzt halt alles anders“. Ich frage mich, ob man es sich damit nicht zu leicht macht. Das passiert leider oft einfach so, ist aber auch ein bisschen unfair.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es braucht ein Bewusstsein dafür, dass wir einander brauchen. Dass Freunde unsere Freunde bleiben, egal, wie der Beziehungs- oder Familienstatus ist. Die Frage ist halt: Willst du das? Bist du bereit, dich neben deinem Partner und deinen Kindern auch in deine Freunde zu investieren? Das muss jeder für sich entscheiden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich beobachte oft, dass wir seit Corona viel stärker in unserer eigenen Blase leben. Jeder war damals auf sich zurückgeworfen, in seinem eigenen Haushalt – und da sind ganz viele irgendwie auch geblieben. Und wenn wir heute Freundschaften leben, dann vor allem so, dass es bequem ist und reinpasst. Wir haben an ganz vielen anderen Stellen verlernt, uns Freundschaft auch etwas kosten zu lassen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn die Sonntagnachmittage kommen, wenn der Advent kommt, wenn Weihnachten kommt – das sind die Zeiten, in denen Singles allein sind. Paare und Familien müssen hier nichts vorbereiten. Wir wollen kein Entertainment und auch keine Therapiestunde. Wir wollen manchmal einfach nur Gemeinschaft haben und mit dabei sein bei dem, was sowieso schon passiert, wie zum Beispiel Fußball gucken, gemeinsam essen, einen Film gucken oder mit den Kids etwas spielen. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es sind eigentlich Kleinigkeiten, bei denen wir uns oft aber gar nicht bewusst sind, dass das Gelegenheiten sind, um Freundschaften zu pflegen und Singles gleichzeitig mit in Gemeinschaft zu nehmen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dafür braucht es nicht viel, aber es braucht ein Bewusst sein dafür. Ganz vielen Menschen ist es aber nicht bewusst. Und das finde ich manchmal ganz schön hart. Gemeinsam einen Weg zu finden, sich aufeinander einzulassen und ineinander zu investieren, ist total herausfordernd. Aber ich glaube, dass darin ein echter Schatz liegt, der es wert ist gesucht und dann ganz individuell gelebt zu werden. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Vielen Dank für das Gespräch.</strong></p>
<p style="font-size: 85%;">Sarah-Melissa Loewen</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17193080.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sarah-Melissa Loewen]]></author>
      <pubDate>Sat, 25 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Ein Palästinenser sucht Antworten]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/menschen/ein-palaestinenser-sucht-antworten/3178-542-7976</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17190100/3178-542-7976</link>
      <description><![CDATA[Auf der Suche nach Wahrheit kontaktiert Ibrahim* das arabische Team unseres Medienpartners TWR. Es beginnt ein Dialog, der sein Leben verändert.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1106189.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Levi Meir Clancy /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a> (Symbolbild)</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ibrahim* wächst im Gazastreifen auf, einem Ort, der seit Jahrzehnten von Konflikten und Unsicherheit geprägt ist. Inmitten dieser Enge regt sich in ihm eine Sehnsucht nach Wahrheit und innerem Frieden.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eines Tages stößt der junge Mann auf die arabischen Sendungen von TWR. Die christlichen Programme wecken seine Neugier. Ibrahim beginnt, dem Produktionsteam zu schreiben. Zunächst noch sehr vorsichtig mit kurzen, tastenden Fragen über Jesus und den christlichen Glauben.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein Dialog, der alles verändert</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das Team antwortet – nicht mit fertigen Lösungen, sondern im ehrlichen Gespräch. Sie hören zu, nehmen seine Fragen ernst, beten mit ihm und begleiten ihn durch seine Zweifel. So entsteht aus vorsichtigen Nachrichten ein tiefer Austausch. Ibrahim beginnt, in der Bibel zu lesen. Langsam erreicht die Botschaft von Christus sein Herz. Schließlich trifft er die Entscheidung, Jesus nachzufolgen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch diese Entscheidung hat in seiner Heimat einen hohen Preis. Als seine Familie erfährt, dass er Christ geworden ist, beginnen die Drohungen. Ibrahim muss um sein Leben bangen und flieht. Überstürzt verlässt er sein Zuhause und findet in Libyen Zuflucht. Von dort schreibt er erneut: „Ich will meinen Glauben leben, aber ich habe Angst. Ich kann nicht offen darüber sprechen. Was soll ich tun?“</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Hoffnung trotz Verfolgung</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Leiter der arabischen Arbeit berichtet: „Trotz seiner schwierigen Lage gibt Ibrahim nicht auf, denn er hat Hoffnung in Jesus gefunden. Er tauscht sich weiterhin mit uns aus und hört die Sendungen.“ </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Über seine Social-Media-Plattformen erreicht das arabische TWR Team immer mehr Suchende, die bisher keinen Zugang zum Evangelium hatten. Um die Flut an Kommentaren und Fragen zu bewältigen, die auf die christlichen Online-Angebote folgen, hat das Team sogar einen KI Chatbot entwickelt. Dieser beantwortet erste Glaubensfragen und leitet Menschen mit tiefergehenden Anliegen an Mitarbeitende weiter, um echten, persönlichen Kontakt zu ermöglichen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Das Echo auf unsere christlichen Programme ist groß,“ sagt der Leiter. „Wir begleiten viele Menschen wie Ibrahim. Wir hören ihnen zu, nehmen sie ernst. Und wir erzählen ihnen von dem Gott, der sie sieht.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">*Name geändert</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Seien Sie live dabei!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><a href="http://www.erf.de/erf-spendentag/58126?reset=1" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);"><img alt="Banner: Spendentag 2025; Bild: luaeva/stock.adobe.com" height="285" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1105672.jpg" width="507" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;"></a></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">24. Oktober 2025</strong> ist es so weit: Unser <a href="https://www.erf.de/erf-spendentag/58126?reset=1" rel="noopener noreferrer" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">großer <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF Spendentag</strong></a> steht unter dem Motto <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Hoffnung in die Welt s(p)enden“</em>. Freuen Sie sich auf weitere bewegende Geschichten wie die von Ibrahim. Wir geben Ihnen spannende Einblicke in unsere internationale Medienarbeit, von <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6 – 19 Uhr</strong> im Radio auf <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF Plus</strong> und <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF Jess</strong>, sowie im <strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Video-Livestream</strong>.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit Ihrem Gebet und Ihrer Spende ermöglichen Sie, dass Menschen weltweit Hoffnung in Jesus Christus finden – und auf ihrem Glaubensweg begleitet werden.</p>
<p style="font-size: 85%;">Ingrid Will</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17190100.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ingrid Will]]></author>
      <pubDate>Tue, 21 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Gott mit am Tisch sitzt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/wenn-gott-mit-am-tisch-sitzt/2803-542-7975</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17189329/2803-542-7975</link>
      <description><![CDATA[Gemeinschaft beginnt dort, wo wir Platz machen – für andere und für Gott. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1105303.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Priscilla du Preez /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Von süß bis scharf, einfach oder extravagant: Ich liebe es zu essen. Die Vielfalt an Aromen und Düften, die Gott geschaffen hat, begeistert mich immer wieder neu. Möglicherweise fällt es mir deshalb so leicht, mir die Szene aus <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 2</a> vorzustellen, in der Jesus mit einer Gruppe von Menschen zusammen am Tisch sitzt. Sie lachen, erzählen, genießen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht war es nach heutigen Maßstäben eine einfache Mahlzeit. Es wurde frisch gebackenes Brot ausgeteilt, pikantes Gemüse und saftiges Obst auf dem Tisch platziert. Auf jeden Fall fühlte sich jeder Gast willkommen. Menschen, die unbeliebt und ausgegrenzt waren, fanden hier ihren Platz. Alle, die hungrig waren, aßen sich satt und fühlten sich in der Gegenwart Jesu wohl.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Freund, der uns zum Essen einlädt</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damals war es streng gläubigen Juden verboten, mit Nicht-Gläubigen zu essen. Jesus sprengt hier wie so oft menschliche Erwartungen und Traditionen, in dem er das Essen mit denen teilt, die aus der jüdischen Gesellschaft ausgestoßen waren, wie zum Beispiel Zöllner und Betrüger. Sie hatten einen schlechten Ruf und die gesellschaftliche Elite blickte verächtlich auf sie herab.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus entgegnet diesen Menschen in der Begebenheit in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus2%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 2,17</a>: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, solche Menschen in Gottes neue Welt einzuladen, bei denen alles in Ordnung ist, sondern solche, die Gott den Rücken gekehrt haben.“</em></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus sitzt mit Menschen am Tisch, die Fehler gemacht haben und ohne Gott leben. Er bemüht sich besonders um alle, die fern von ihm sind. Die einsam und allein leben, die ein gebrochenes Herz haben, die Schuld auf sich geladen und sich vielleicht längst von ihm abgewendet haben – und lädt sie zum Essen ein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damals war gemeinsames Essen ein Zeichen von Freundschaft. Ich finde, das gilt bis heute. Denn gemeinsam zu essen bedeutet für mich mehr als satt zu werden. Es ist ein Moment, in dem Verbindung entsteht. Der Esstisch ist ein Ort, wo Menschen ihr Leben teilen, ehrlich werden können. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damals wie heute ist gemeinsames Essen ein Zeichen von Freundschaft. Denn gemeinsam zu essen bedeutet mehr als satt zu werden. Es ist ein Moment, in dem Verbindung entsteht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch heute lädt Jesus uns ein, mit ihm am Tisch Zeit zu verbringen. Jeder von uns sehnt sich danach, wirklich gekannt und geliebt zu werden – auch dann, wenn jemand unsere größten Schwächen oder Geheimnisse entdeckt. Bei Jesus finden wir das, wonach sich unser Herz sehnt: Annahme und Zugehörigkeit. Wir sind nicht mehr länger allein oder einsam, sondern werden Teil einer Familie – wie in der Szene in <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Markus2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Markus 2</a>. Das inspiriert mich zutiefst.  </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Tisch, an dem alle einen Platz haben</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">An Gottes Tisch kommen unterschiedliche Menschen zusammen, die seine tiefe Liebe durch Jesus erlebt haben. Das ist es, was sie verbindet. Gottes Plan ist, dass Personen, die sonst nichts miteinander zu tun hätten, in enger Gemeinschaft leben. Damals waren es Juden und Heiden, die Gott zu einer Einheit verband (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/1.Korinther12%2C13" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Korinther 12,13</a>). </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch heute begegnen wir in Gottes Gemeinde Menschen, die ganz anders sind als wir selbst, mit ihrer eigenen Geschichte und Vergangenheit. Und doch sind wir dazu gerufen, eins zu sein. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor unserem Gott zählen die menschlichen Bewertungen nicht. Ob reich, ob arm, angesehen oder ausgegrenzt: Er sieht das Herz, das ihn ehrlich sucht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und er ist es, der diese bunte, fröhliche Tischgemeinschaft möglich macht: wo wir teilen, was uns bewegt, und gemeinsam leben, was wir glauben. Jesus lädt uns ein, an diesen reich gedeckten Tisch zu kommen, an dem wir mit Freunden, Familie und auch Gästen sitzen und füreinander da sind. Jeder darf kommen und sein, wie er oder sie gerade ist. Alle sind willkommen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Eine Einladung an dich</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kannst du dir das vorstellen? Jesus sitzt mit Menschen, die verhasst und ausgegrenzt sind, an einem Tisch – und du bist mittendrin. Hast du einen Tisch bei dir zu Hause, an dem andere Platz finden dürfen? Schaffst du Raum für offenen Austausch, in dem sich jeder gesehen fühlt? Sprich mit Gott darüber. Vielleicht überrascht er dich mit neuen Gedanken zu diesem Thema – und neuen Gästen.</p>
<p style="font-size: 85%;">Sandra Steingrube</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17189329.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Sandra Steingrube]]></author>
      <pubDate>Mon, 20 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Freundschaft schwerfällt]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wenn-freundschaft-schwerfaellt/6866-542-7681</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16628787/6866-542-7681</link>
      <description><![CDATA[Freundschaft leben, auch wenn es schwierig wird? 5 Stolperfallen und wie du sie ausräumst.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1040113.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Karolina Grabowska /&nbsp;<a href='http://pexels.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>pexels.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Immer wieder gibt es sie – die Momente, in denen Freundschaften einfach schwierig sind. Vielleicht meldet sich eine Freundin genau dann, wenn ich gerade massiven Stress habe, und ich kann nicht so für sie da sein, wie es angemessen wäre. Oder wir reden aneinander vorbei und das führt zu Streit. Oder ich fühle mich von den Erwartungen meines Gegenübers in die Enge gedrängt.</p>

<div class="textBox posRight" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; border-top: 1px solid #dedede; border-bottom: 1px solid #dedede; width: 240px; padding: 10px; float: right; margin: 2px 0 6px 12px; font-size: .8125rem;">
<strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Alle Artikel aus der Reihe lesen:</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/endlich-raus-aus-der-einsamkeit/6866-542-7654" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Endlich raus aus der Einsamkeit</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/freundschaft-lebt-jeder-anders/6866-542-7669" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Freundschaft lebt jeder anders</a><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
<a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/6866-542-7672" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Verbindlich, ungezwungen, echt</a>
</div>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Freundschaftspflege einfach wäre, wäre kaum jemand unzufrieden in seinen Freundschaften. Allen Beziehungen ist gemein, dass auch mal etwas schiefgeht – im Großen oder Kleinen. Wie gehen wir damit um? Wann sollte ich Grenzen setzen und wann lohnt es sich, an Freundschaften dranzubleiben? Diesen Fragen widmet sich der vierte und letzte Teil unserer Freundschaftsreihe.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Wie Beziehungsnarben zu Dornen werden</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel finden wir viele Antworten darauf, weshalb wir Menschen nur bedingt zu guten Beziehungen fähig sind. Tiefer steigt die <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/2803-542-7667" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Andacht „Gemeinsam ist man glücklicher?“</a> in dieses Thema ein. In diesem Artikel wollen wir den Blick darauf richten, wie sich unser Verhalten in Beziehungen entwickelt hat und was wir vermeiden sollten, wenn wir gute Freundschaften haben wollen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die meisten Menschen lernen zuerst in der Familie, wie man Beziehungen lebt. Die Herkunftsfamilie ist von Gott als Ort des Schutzes gedacht. Nicht umsonst stiftet er die Ehe als festen Bund zwischen Mann und Frau (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose2%2C24" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 2,24</a>). Dieser Bund soll ein Schutz- und Lernraum für die beiden Partner, aber auch deren Kinder sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Leider kommt es oft anders. Viele Menschen erleben ihre Herkunftsfamilie nämlich nicht oder nicht nur als Schutzraum. Sie sind schon als Kind mit überhöhten Erwartungen, Gleichgültigkeit und manchmal auch psychischer oder körperlicher Gewalt konfrontiert.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hinterlässt Narben. Narben, die später zu Dornen für andere Beziehungen oder Freundschaften werden.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Unterschiedliche Prägung als Stolperfalle</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber selbst wenn es solche Verletzungen nicht gibt, sind Beziehungen schwierig. Denn unsere jeweilige Herkunftsfamilie mit ihrer ganz eigenen Kultur bestimmt unser Beziehungsverhalten und wie wir beispielsweise Zuneigung ausdrücken. Das wenden wir auch außerhalb der Familie an. Unsere Freunde sind aber in anderen Familien großgeworden und für sie zählen vielleicht ganz andere Werte.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Verletzungen aus unserer Herkunftsfamilie und unser erlerntes Verhalten, Annahme und Respekt zu kommunizieren, prägen unser Verhalten in allen weiteren Beziehungen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum einen ist es daher wichtig, sich der eigenen Prägung bewusst zu sein. Zum anderen hilft es, ein bewusstes Ja zur Prägung des anderen zu finden, ob Partner oder Freund. Das heißt nicht, dass ich das Verhalten des anderen immer gut finden muss, aber ich akzeptiere ihn als Person in seinem Geworden-Sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig gibt es einige Stolperfallen, die immer wieder zu Problemen in Freundschaften, aber auch in Paarbeziehungen führen. Jennie Allen bezeichnet diese in ihrem Buch „Gemeinsam“ als Feinde guter Gemeinschaft. Diese wollen wir uns gemeinsam anschauen und aus dem Weg räumen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Stolperfalle Nr. 1: Ungesunde Abhängigkeiten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jennie Allen bezeichnet diese Stolperfalle als „Co-Abhängigkeit“. Diesen Begriff verwende ich hier allerdings nicht. Denn es ist ein feststehender Begriff, der anders verwendet wird und an dieser Stelle Fehlinterpretationen fördert. Dennoch trifft der Wortkern die Problematik dieser Freundschafts-Stolperfalle. Denn es geht um eine gegenseitige Abhängigkeit, die beiden in der Beziehung schadet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft zeigt sich diese Form der Abhängigkeit durch fest verteilte Rollen. Da ist einer immer für die Orga zuständig oder ist derjenige, der dem anderen Mut zuspricht. Die Rollen sind klar verteilt und meist gibt es ein Machtgefälle.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht bin ich schüchtern und hänge immer an den Rockzipfeln meiner selbstbewussteren Freundin. Wo sie hingeht, komme ich mit. Aber ich traue mich nicht, auch mal allein eine Veranstaltung zu besuchen. So verpasse ich Dinge, die mich interessieren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ungesunde Abhängigkeit geht über positive Ergänzung hinaus. Die Beziehung läuft stattdessen nach folgendem Muster ab: Vervollständige mich, dann vervollständige ich dich. Die Hauptaufgabe des anderen ist, meine Mängel auszugleichen und meine Bedürfnisse zu stillen. Wer eine Freundschaft so angeht, wird automatisch enttäuscht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eine Hilfe aus einer solchen Abhängigkeit kann zum einen sein, dass man sich nicht zu sehr an eine einzige Beziehung klammert. Egal, wie gut die Freundschaft ist, es lohnt sich immer, auch in andere Freundschaften zu investieren. Das entlastet die Freundschaft.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein einziger Mensch muss nicht der ideale Zuhörer sein, mein Kompagnon auf jeder Party und gleichzeitig alle Hobbies mit mir teilen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum anderen hilft es, sich zu vergegenwärtigen, dass kein Mensch meine Bedürfnisse je stillen kann. Christen glauben, dass es eine Sehnsucht im Herzen jedes Menschen gibt, die nur Gott füllen kann. Wenn ich eine solche Leere in mir spüre, darf ich sie vertrauensvoll Gott hinhalten. Ich sollte nicht von anderen Menschen erwarten, dieses Loch zu stopfen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Stolperfalle Nr. 2: Freunde auf Abstand halten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die zweite große Stolperfalle in Freundschaften ist, dass wir Menschen auf Abstand halten. Dafür gibt es zwei typische Gründe: Stolz oder Angst oder eine Mischung aus beiden. Wenn ich stolz bin, fällt es mir schwer, meine Schwächen vor anderen zuzugeben. Immer dann, wenn ich beispielsweise Hilfe brauche, ziehe ich mich zurück, statt darum zu bitten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht immer ist Stolz hier der einzige Grund. Vielleicht habe ich auch gelernt, anderen möglichst nicht mit meinen Problemen zur Last zu fallen, und behalte deshalb manches für mich. Doch gleich aus welchen Gründen, mit diesem Verhalten halte ich den anderen unbewusst auf Distanz und verhindere das Wachstum unserer Freundschaft.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meist entstehen aus diesem Verhalten nicht unbedingt Konflikte, aber gerade wenn der andere sich mir gegenüber verletzlich macht, baut sich ein Machtgefälle auf. Im schlimmsten Fall kann dies zu ungesunden Abhängigkeiten führen, im besten Fall bleibt die Beziehung oberflächlich. In jedem Fall aber erlebe ich nicht die tiefe Freundschaft, die ich mir vielleicht wünsche.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es um Freundschaften geht. Wenn ich etwa ständig Angst habe, dass der andere mich enttäuscht, fälle ich gegebenenfalls vorschnelle Urteile über sein Verhalten. Ich beziehe bestimmte Dinge auf mich, die vielleicht allein der Situation geschuldet sind. Immer bin ich auf der Hut, ob der andere es doch nicht gut mit mir meint. Auch solch eine Haltung ist Gift für eine Freundschaft.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit eine Freundschaft wachsen kann, braucht es den Mut, mit einem offenen Herzen zu leben. Das heißt: Ich riskiere, in einer Beziehung enttäuscht und verletzt zu werden.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn man dazu neigt, mit einer gewissen Grundangst an Beziehungen heranzugehen, ist es wichtig, nicht gleich mit Rückzug oder Besorgnis zu reagieren, wenn der andere sich mal nicht meldet oder seine Reaktion anders ausfällt als erwartet. Hier heißt es: Mutig lernen, gelassen nachzufragen, statt mich Interpretationen darüber hinzugeben, was der andere über mich denken könnte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das beste Mittel gegen Stolz und Angst in Freundschaften ist, sie zu erkennen und meinen Freunden mitzuteilen. Und dann vorsichtig den anderen mehr und mehr in mein Leben einzuladen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Stolperfalle Nr. 3: Keine Zeit, fehlendes Interesse</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Niemand würde von sich behaupten, dass er kein Interesse an seinen Freunden hat und sich keine Zeit für sie nimmt. Dennoch merke ich bei mir immer wieder, dass sehr viel anderes in meinem Leben wichtiger ist, als den Hörer in die Hand zu nehmen und spontan eine Freundin anzurufen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es gibt viele gute und auch weniger gute Gründe, warum wir keine Zeit für Freunde finden. Hier kann es hilfreich sein, sich selbst immer mal zu hinterfragen: Sind mir meine Freunde es wert, Zeit in sie zu investieren, auch wenn es mir nicht gelegen kommt?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig sollte ich als Freundin dem anderen nicht mit überhöhten Erwartungen begegnen. Dazu gehört, einander keine Vorwürfe zu machen, wenn eine wegen der Kinder einen Termin absagen muss oder sich nach einem langen Arbeitstag lieber eine Auszeit nimmt, statt zu telefonieren. Unsere Lebensumstände beeinflussen auch unsere Freundschaften und die ändern sich immer mal wieder. Das ist okay so.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig haben Freundschaften in unserer Gesellschaft mittlerweile eine niedrige Priorität und das ändern wir nur, wenn wir es anders machen. Ich kann keine tiefen Freundschaften erwarten, wenn ich mich nicht investiere. Das heißt: In vielen Fällen liegt es an mir, den ersten Schritt zu machen. Eine Freundschaft wächst nicht, wenn ich mich nicht kümmere.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn wir uns zu wenig um unsere Freunde kümmern, liegt es meist an unserer Geschäftigkeit oder Bequemlichkeit.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin oft sehr beschäftigt und ich glaube, damit bin ich nicht allein. Wir haben heutzutage alle ein sehr volles Leben. Um dennoch in Kontakt mit unseren Herzensmenschen zu bleiben, kann es helfen, Termine auszumisten und Freundschaften einen festen Platz im Terminkalender einzurichten .</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn jede Woche oder alle zwei Wochen ein Treffen mit der besten Freundin im Kalender steht, wird es weniger leicht vergessen. Auch hilft es, sich auf einige wenige Freundschaften zu reduzieren. Denn wenn wir zu vielen Menschen enge Beziehungen pflegen, kommt leicht „Mitgefühlsmüdigkeit“ auf.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir fühlen uns dann von den vielen Menschen und ihren Bedürfnissen schlicht überfordert und empfinden selbst für enge Freunde oder Familienangehörige kaum noch Empathie. Wenn wir das bei uns feststellen, ist das ein Warnsignal und wir sollten über die Anzahl unserer engen Beziehungen nachdenken.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Stolperfalle Nr. 4: Vernichtende Worte</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein entscheidender Faktor für gute Freundschaften ist, wie wir übereinander reden – und zwar voreinander, aber auch vor anderen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es sollte in einer guten Freundschaft und eigentlich in jeder Form von Beziehung klar sein: Lästern ist NIE okay.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Lästern zerstört den Raum der Sicherheit in einer Gemeinschaft. In der Frauenarbeit meiner Gemeinde ist dies ganz klar: Wir tratschen nicht übereinander. Das zu wissen empfinde ich als sehr wohltuend. Selbst wenn ich in einer Gebetszeit mit mir fast fremden Frauen etwas teile, kann ich sicher sein: Darüber wird später nicht getratscht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Lästern verhindern wir am besten, wenn wir selbst Vorbild sind. Manchmal neigen Christen dazu, Persönliches von Dritten miteinander auszutauschen, um für deren Anliegen zu beten. Frage dich in solch einer Situation bitte immer, ob es für die betroffene Person in Ordnung wäre, wenn du das machst, und ob dein Motiv wirklich nur das gemeinsame Gebet ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und gerade, wenn mich etwas an jemandem stört – besonders wenn es eine enge Freundin ist –, tue ich gut daran, direkt zu ihr zu gehen und sie darauf anzusprechen und es nicht erst noch vor einer anderen breitzutreten. Im schlimmsten Fall wird ihr nämlich mein Gesagtes weitergetragen und die Situation ist dann erst recht verfahren.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch wie wir mit dem anderen reden, beeinflusst unsere Freundschaft. Oft ist es gut, bei meinen Freunden immer erst einmal vom Guten auszugehen. Das bedeutet: Ich frage nach, bevor ich den anderen mit Anschuldigungen oder möglichem Fehlverhalten konfrontiere. Und wenn ich Kritik an seinem Verhalten habe, suche ich dafür den geeigneten Rahmen und haue meine Kritik nicht vor anderen raus.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Man muss auch nicht jede Unstimmigkeit in aller Breite auswalzen. Manchmal ist etwas Abstand besser, als einen Konflikt auf Biegen und Brechen ausdiskutieren zu wollen. Besonders wenn die Emotionen hochkochen, lohnt der Schritt zurück, bevor man wieder ins Gespräch miteinander geht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Stolperfalle Nr. 5: Konkurrenzkampf</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Überall wo Menschen zusammenkommen, beginnen sie, sich miteinander zu vergleichen. Das beginnt oft schon im Kindergarten. Meine beste Freundin aus Grundschultagen war sehr gut in der Schule. Daher fragten meine Eltern mich immer, welche Note sie hatte, wenn ich mit einer Klassenarbeit heimkam. So verwundert es kaum, dass es bald mein Bestreben war, in allem mindestens so gut wie meine Freundin zu sein. Das hat unserer Freundschaft nicht immer gutgetan.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch erwachsene Freunde tun sich keinen Gefallen, sich miteinander zu vergleichen. Dabei ist es so verlockend, immer mit einem Auge auf das Gras des anderen zu schielen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da ist die Freundin, bei der es im Job immer rundläuft („Mensch, so viel Erfolg hätte ich auch gern“), oder die, die schon in Rente ist („Wenn ich so viel Zeit habe, dann …“), aber vielleicht auch die mit den schwierigen Kindern („Puh, was bin ich dankbar, dass ich keine Kinder habe“). Ob nach oben oder unten, unsere Kreativität kennt keine Grenzen, wenn es ums Vergleichen geht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei bringt uns dieses Vergleichen nicht weiter, denn ich kann nicht mal eben mit meiner Freundin die Rollen tauschen. Und selbst wenn ich es könnte, würde ich es wollen? Möchte ich für das Haus mit Garten den Kredit abbezahlen? Oder bin ich bereit zu den Überstunden, die meine beruflich erfolgreichere Freundin regelmäßig macht? Oft ist die Antwort „Nein“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wenn dem so ist, erweise ich mir und unserer Freundschaft einen Bärendienst, wenn ich mich ständig mit ihr vergleiche. Denn ich habe einen anderen Lebensweg gewählt und das willentlich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst wenn es um Themen geht, die wir nicht in den Händen haben wie Kinderlosigkeit, der Verlust des Partners oder chronische Krankheiten, lohnt es nicht, mit Neid auf das schöne Leben anderer zu schielen. Erstens hat meist auch die andere ihr Päckchen zu tragen und zweitens ist es nicht die Schuld oder der Verdienst meiner Freundin, dass sie es an dieser Stelle besser hat als ich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Freundschaften funktionieren dann am besten, wenn wir nicht in Konkurrenz zueinander treten oder den anderen neidisch beäugen, sondern uns gegenseitig dabei anfeuern, unsere Ziele zu verfolgen, und uns in schweren Zeiten wieder aufhelfen. Wenn wir die irrige Vorstellung loslassen, miteinander gleichziehen zu müssen, werden wir zu Cheerleadern füreinander statt zu Konkurrentinnen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann wandelt sich neidisches Vergleichen in positives Voneinander-Lernen. Vielleicht motiviert mich der Karriereschritt der Freundin, auch meine beruflichen Ziele wieder stärker zu verfolgen. Oder ich schiele nicht mehr neidisch auf ihre Kochkünste, sondern lasse mir ihre Rezepte geben. Und genieße ihren Garten bei Besuchen mit dem Wissen, keinen Kredit dafür abbezahlen zu müssen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Red Flag: Toxische Beziehungen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In Freundschaften gehört es dazu, auch die negativen Seiten des anderen kennenzulernen, aber hier gibt es Grenzen. Jennie Allen ist in ihrem Buch diesbezüglich sehr klar. Sie bezeichnet alle Beziehungen, die uns auf Dauer mehr auslaugen als uns zurückgeben, als reinen Dienst am Nächsten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sie wendet sich nicht generell dagegen, auch solche Beziehungen zu pflegen, macht aber deutlich: Dies ist dann keine klassische Freundschaft, sondern ein Liebesdienst dem anderen gegenüber. Es ist gut und ehrenhaft von dir, wenn du Freundschaften pflegst, in denen du nur die Gebende bist, aber mach dir bewusst, dass du dann anderswo auch Beziehungen brauchst, in denen du auftankst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jesus ist uns hier ein gutes Vorbild. Er hat sich ständig um Menschen gekümmert, die viele Probleme – körperlich oder seelisch – mitbrachten, aber er hat auch immer wieder die Stille gesucht oder bewusst Zeit nur mit seinen engsten Jüngern verbracht. Das dürfen wir auch.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn eine Freundschaft nicht nur schwierig, sondern belastend wird; wenn deine Grenzen überschritten werden oder der andere dich zu manipulieren sucht, darfst du ein klares Stoppsignal setzen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier beginnt toxisches Verhalten und es ist richtig, wenn du solche Menschen nicht in deinen engsten Kreis aufnimmst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist aber, dass du klare Schlussstriche ziehst, wenn eine Freundschaft dich belastet und du sie beendest. Versuche nicht, dich mit Ghosting aus der Affäre zu ziehen, und suche Versöhnung, wo es zu Konflikten gekommen ist. Aber schütze dein Herz und lass nicht zu, dass du andere wichtige Werte dem Wunsch nach Gemeinschaft opferst.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Du möchtest mehr zum Thema „toxische Beziehungen“ lesen? In den Artikeln <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wenn-das-miteinander-vergiftet-ist/6866-542-7588" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Wenn das Miteinander vergiftet ist“</a> und <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/10-anzeichen-einer-toxischen-beziehung/6866-542-7589" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„10 Anzeichen einer toxischen Beziehung“</a> erfährst du, woran du toxische Beziehungen erkennst und welche Schritte du tun kannst, wenn du in einer toxischen Beziehung feststeckst.</strong><br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16628787.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 18 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Lesen, beten, verweilen]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/lesen-beten-verweilen/2803-542-7972</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17186545/2803-542-7972</link>
      <description><![CDATA[Wie du mit der Lectio divina Neues in altbekannten Bibeltexten entdeckst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1104559.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Humble Lamb /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kennst du das? Du willst beten, aber deine Gedanken schweifen dauernd ab. Dein Blick huscht aufs Handy oder die Uhr, weil du noch so viel zu tun hast. Vielleicht schaffst du es einige Bibelverse konzentriert zu lesen, aber du entdeckst nichts Neues darin und schnell schlägst du die Bibel wieder zu.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So geht es mir oft, wenn ich versuche, Stille Zeit zu machen. Dabei finde ich in der Bibel ganz andere kraftvolle Begriffe für das Bibellesen. Dort wird Gottes Wort als Nahrung beschrieben (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Matth%C3%A4us4%2C4" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Matthäus 4,4</a>) oder an anderer Stelle als Schwert, mit dem ich mich gegen Angriffe schützen kann (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Epheser6%2C17" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Epheser 6,17</a>).</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie wäre es für dich, die Bibel und das Lesen darin neu zu bewerten? Wie ein Treffen mit einem Freund oder einer Freundin: Du hörst zu, du fragst nach, nimmst einen Gedanken mit in deinen Tag – und kommst gerne wieder.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was müsste passieren, damit du Bibellesen so wahrnehmen könntest?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Bibel neu entdecken – ist das möglich?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich ist klar: Die Worte der Bibel, die ich als Pastorentochter schon seit Kindertagen kenne, müssten sich mir auf neue Weise erschließen, damit ich wieder mit mehr Freude in der Bibel lese. Denn oft erscheinen mir Bibeltexte wie ein leergefischter See. Der See ist mir wohl vertraut, aber ich ziehe daraus keine neue Nahrung mehr. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heißt das, dass das klassische Bibellesen irgendwann automatisch langweilig wird, wenn ich die Bibel schon sehr gut kenne? Das muss nicht so sein. Immer wieder hat es mir in meiner Stillen Zeit geholfen, eine neue Methode des Bibellesens oder sogar ganz andere Formen der Stillen Zeit wie etwa meditatives Gebet auszuprobieren. Aber es gab und gibt auch Durststrecken. Das ist normal.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Lectio divina als Boost für dein Bibellesen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du dich gerade in einer solchen befindest, möchte ich dir eine uralte Form des Bibellesens vorstellen: Die Lectio divinia. Lectio divina bedeutet übersetzt „göttliches Lesen“ und besteht aus vier Schritten: dem Lesen eines Bibeltextes (lectio), dem intensiven Betrachten dieser Stelle (meditatio), dem Gebet (oratio) und dem Verweilen in der Gegenwart Gottes (contemplatio). </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Lectio divina entstand in der mittelalterlichen Kirche und wurde im Mönchtum gepflegt. Ignatius von Loyola, der Gründer der Jesuiten, griff diese betende Lesung auf und vertiefte sie. Er lud Gläubige dazu ein, biblische Szenen sinnlich zu erleben, um Jesus persönlich zu begegnen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dadurch erschließt sich beim wiederholten Lesen ein neuer Blick auf bereits bekannte Bibelverse. Dies kann helfen, biblische Texte auch mit dem Herzen besser zu erfassen und neue Aspekte zu erkennen. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bis heute gibt es vielfältige Formen. Auch in deinem Hauskreis oder deiner Bibelgruppe kannst du die Lectio divina einsetzen. Sie kann dir den Druck beim Bibellesen nehmen, da du sie mit einem einzigen oder wenigen Versen praktizieren kannst. Zudem kannst du die einzelnen Phasen deinen zeitlichen Möglichkeiten entsprechend anpassen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So wird Bibellesen im besten Fall wieder zu einer Herzbegegnung mit deiner „Bibel-Freundin“.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Erst durchatmen, dann loslegen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wie startest du am besten in die Lectio divina? Genau wie, wenn du dich mit deiner besten Freundin auf einen Kaffee triffst, lockert ein entspanntes Ankommen die Situation auf. Auch da gehst du ja nicht direkt in die Vollen, sondern gibst dir und deiner Freundin Zeit, anzukommen und ein Getränk zu bestellen. Du steckst dein Handy weg und ihr schaut euch in die Augen. Dann wisst ihr beide: Jetzt kann es losgehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genauso kann es hilfreich sein, der eigentlichen Lectio divina eine Phase vorzuschalten, die Pete Greig in seinem Buch <a href="https://shop.erf.de/products/00/139763" rel="noopener noreferrer" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">„Einfach Gott hören“</a> als Innehalten bezeichnet. In dieser kurzen Phase stimmst du dich auf die Begegnung mit Gott ein. Du packst dein Handy weg und schaltest im besten Fall den Flugmodus an. Du schließt die Tür, falls du nicht alleine wohnst, und dann atmest du erstmal ein paar Mal ruhig ein und aus.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In dieser Zeit kannst du still oder laut ein Gebet sprechen, etwa: „Herr Jesus Christus, du Sohn Gottes, erbarme dich meiner.“ Oder ganz schlicht: „Danke, Jesus.“ Wähle hier Worte, die für dich passen und dir gleichzeitig ein Gefühl für Gottes Nähe geben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mache dir bewusst: Du musst dir und Gott nichts beweisen. Er ist schon da und du darfst ganz entspannt ankommen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"> Dieses kurze Ankommen ist der erste Bissen Brot deiner heutigen geistlichen Mahlzeit.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Phase 1 – Lectio: Lesen mit neuem Blick</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun geht es ans Lesen. Sehr gut eignen sich Texte aus den Evangelien, besonders die Gleichnisse. Es ist völlig okay, einen Text zu wählen, den du schon kennst. Denn deine Hoffnung ist ja, dass du heute daraus etwas Neues mitnimmst. Üblicherweise werden 5-20 Verse für die Lectio divina empfohlen, doch mein Tipp ist: Starte mit wenigen Versen, um die Methode einzuüben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun liest du diesen Text einmal langsam und am besten laut vor. Hier liest du den gesamten Text am Stück. Dann liest du den Text erneut, hier darfst du einzelne Verse mehrfach lesen, wenn sie dich ansprechen. Variiere bei jedem Lesen deine Betonung – gerade bei kurzen Passagen. Wie ändert sich die Bedeutung des Textes dadurch?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denk an die Freundin: Du hörst nicht nur oberflächlich zu, sondern wirklich. Was nimmst du an Subtext wahr? Welches Wort spricht dich heute besonders an?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Phase 2 – Meditatio: Was ist heute dein Fokus?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vermutlich bleibt bereits beim zweiten oder dritten Lesen ein Wort oder ein Satz bei dir hängen. Dann lass dich unterbrechen und schau dir diese Passage genauer an. Bewerte nicht, warum dir ausgerechnet diese Worte ins Auge springen, sondern lies das Wort oder den Satz einfach erneut durch und kaue darauf herum wie auf einem kernigen Stück Brot. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann forsche weiter: Was könnte es bedeuten, dass du auf diese Worte aufmerksam geworden bist? Gibt es einen Bezug zu deinem Alltag? Welche Gefühle lösen die Worte bei dir aus? Auch hier gilt: Nur betrachten, nicht bewerten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei einer erzählenden Bibelpassage kannst du jetzt deine Vorstellungskraft nutzen: Was hörst, siehst und riechst du? Wie fühlt sich der Ort an, wo die Szene stattfindet? Wie ist die Konstellation der Figuren zueinander? Und mit welcher Figur identifizierst du dich gerade am meisten? Auch unsere Fantasie ist nämlich eine Gabe Gottes und wir können sie einsetzen, wenn wir uns Bibeltexte vergegenwärtigen wollen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hilfreich kann hierbei sein, bewusst in verschiedene Rollen zu schlüpfen, um nicht nur mit deinem eigenen Hintergrund die Bibelstelle zu betrachten. Wenn ihr in einer Gruppe seid, könnt ihr die unterschiedlichen Rollen auch verteilen und szenisch lesen. Das kann euch einen ganz neuen Blick auf die Bibelstelle eröffnen. Allein für dich kannst du verschiedene Stimmlagen nutzen oder dir Notizen zu den möglichen Gedanken der einzelnen Personen machen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bedenke aber: Du machst das nicht, weil das irgendwie cool ist oder um alle Perspektiven abzubilden. Du erforschst den Bibeltext auf diese Weise, um herauszufinden, was Gott dir heute mit diesen Versen sagen will. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es geht darum, dass Gottes Wort in deinem Alltag lebendig wird. Wenn dir dieser Impuls sehr schnell klar ist, konzentriere dich darauf, statt den Bibelvers in seiner ganzen Fülle zu erforschen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du kannst morgen wieder zu ihm zurückkehren, wenn du das möchtest. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Phase 3 – Oratio: Zwiesprache mit Gott</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sprich mit Gott über das, was beim Lesen der Bibelverse in dir hochkam: Hast du eine Aufforderung aus dem Text herausgespürt, rede mit Gott darüber, wie du diese umsetzen willst oder welche Bedenken du dabei hast. Hat dir etwas Angst gemacht, teile deine Befürchtungen mit Gott. Gibt es jemanden, für den du jetzt beten möchtest, tue das. Dank, Klage, Fürbitte – all das hat jetzt seinen Raum.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du Gott mitgeteilt hast, was dir nach der Bibellese wichtig ist, höre noch einmal hin. Möchte er dir vielleicht auf eins deiner Worte direkt antworten. Du kannst dies wieder mit einigen ruhigen Momenten der Stille tun.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denke dabei daran: Dein Gebet ist die Antwort auf Gottes Reden, keine fromme Pflicht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Du kannst vor Gott auch schweigen, wenn dir gerade die Worte fehlen, und du kannst zugeben, was du immer noch nicht an dem Bibeltext verstehst, und Gott bitten, dir den Text in seiner Bedeutung weiter aufzuschließen. Vor allem aber darfst du ehrlich sein.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn wie bei einer Freundin geht ein Gespräch erst dann in die Tiefe, wenn du dich traust, auch Dinge auszusprechen, die dir schwerfallen. Wenn es solche Dinge in deiner Beziehung zu Gott gibt, trau dich, sie zu benennen. Gott wartet nur darauf und weiß sowieso bereits, was du denkst und fühlst.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Phase 4 – Contemplatio: Gottes Gegenwart genießen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum Abschluss deiner Zeit mit Gott gönne dir noch ein wenig Gott-Gemeinschaft. Deine Freundin lässt du ja auch nicht bei ihrem Kaffee sitzen und stehst abrupt auf, sobald alle Infos ausgetauscht sind. Auch Gott freut sich, wenn du noch etwas bei ihm bleibst. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und wie so oft gilt auch hier: Das Beste kommt zum Schluss. Wer bleibt, wird beschenkt. Es kann sein, dass du gerade in dieser Phase Gottes Nähe am intensivsten spürst.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher setz dich doch einen Moment ruhig und bequem hin oder gönne dir ein Heißgetränk oder ein Stück Schokolade und dann lade den Heiligen Geist ein, dir nahe zu sein und zu dir zu sprechen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warte und halte die Stille aus. Manchmal spürst du viel, manchmal wenig, vielleicht hier und da auch mal gar nichts. Das ist alles okay. Eventuell wirst du merken, dass dein Innehalten im Gegensatz zum Anfang ruhiger und tiefer ist und deine Gedanken sortierter. Auch das kann ein Zeichen von Gottes Gegenwart sein, selbst wenn du sonst nichts weiter fühlst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht möchtest du dir noch ein Wort aufschreiben, was du aus deiner Bibellese mit in deinen Tag nimmst. Auch dafür ist jetzt Gelegenheit.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du wenig Zeit hast, kannst du diese Phase (wie auch alle anderen) durch eine Stoppuhr begrenzen. Dann weißt du, dass du keinen Termin verpasst, und kannst dich für die Zeit, die du zur Verfügung hast, ganz auf Gott konzentrieren.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Nicht warten, starten!</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eventuell bist du jetzt neugierig geworden und fragst dich, wie es weitergehen kann. Mein Tipp: Probiere die Lectio divina einfach mal aus. Schon 10-15 Minuten reichen für den Start. Wenn die Methode dir zusagt, kannst du die Zeit immer noch steigern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In einer Gruppe könnt ihr die Lectio divina so nutzen, dass ihr die Verse reihum lest und in der Meditatio-Phase jeder ein Wort nennt, das für ihn heraussticht. Tut dies ohne Erklärung und sprecht danach zusammen ein Gebet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht begegnen dir oder euch beim Einüben der Lectio divina auch Hindernisse. Eventuell wirst du immer wieder abgelenkt. Dann kann es hilfreich sein, dein Handy ganz auszuschalten oder in einen Nebenraum zu legen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn dir ständig Gedanken durch den Kopf gehen, halte ein Notizbuch parat, schreibe dort kurz deinen Gedanken rein und dann lies weiter.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Möglicherweise fühlst du auch nichts bei der Bibellese oder dir springt kein Vers ins Auge. Dann sei nicht enttäuscht oder mach dir Vorwürfe, sondern wiederhole die Lectio divina einfach noch einmal an einem anderen Tag. Manchmal braucht es etwas Übung und nicht immer sind unsere Ohren und unser Herz auf Empfang gestellt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die Lectio divina auf einen Blick</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Zum Schluss noch einmal eine kompakte Anleitung zur Durchführung der Lectio divina:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">2 Minuten ruhig atmen und ein kurzes Gebet sprechen.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Bibeltext wählen (5–20 Verse).</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Zweimal lesen, beim zweiten Mal verweilen.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein Wort oder einen Satz auswählen, der dich besonders anspricht, dir die Szene vorstellen, hinhören.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Austausch mit Gott über das Erkannte.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">3–5 Minuten still in Gottes Gegenwart bleiben.</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein Wort, einen Gedanken oder einen möglichen nächsten Schritt notieren.</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie du siehst, ist die Lectio divina sehr einfach.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es geht am Ende nur um drei Dinge: ums Hören auf Gottes Wort, ums Antworten darauf und ums Verweilen in Gottes Gegenwart.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Probiere die Methode doch mal eine Woche lang aus und schau, ob du durch sie die Bibel neu und besser verstehst. Und wenn du magst: Schreib uns, was du damit erlebt hast und ob dir die Methode geholfen hat.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17186545.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 16 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Von der Bibel bis zu BookTok]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/von-der-bibel-bis-zu-booktok/2270-542-7788</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16856523/2270-542-7788</link>
      <description><![CDATA[Wie Geschichten übers Menschsein unser Leben formen. Ein Plädoyer fürs Lesen und Erzählen.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1060725.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Annie Spratt /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Heute startet die Buchmesse in Frankfurt. Es ist die 77. Buchmesse in der Mainmetropole und längst nicht mehr die einzige wichtige Buchmesse Deutschlands. Neben der zweiten großen Messe in Leipzig mausert sich die BUCH BERLIN langsam, aber sicher zur dritten deutschlandweiten Messe. Auch regional gibt es immer mehr kleinere Buchmessen. Erst letztens war ich im Kurzurlaub und hätte vor Ort ganz spontan eine dieser kleinen Messen besuchen können, wenn ich nicht bereits andere Pläne gehabt hätte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">„Die Leute lesen nicht mehr“, wurde der Buchhandel oftmals totgeschrien – und doch, sie tun es immer noch. Gerade in jüngeren Generationen nimmt die Lesefreude sogar neu zu. Über Plattformen wie Reddit und LovelyBooks oder Hashtags wie BookTok und Bookstagram erfahren Lesebegeisterte der Generation Z, was aktuell angesagt ist.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das Papierbuch – ein Auslaufmodell?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig ist die finanzielle Lage vieler Autorinnen und Autoren extrem angespannt. Eine Umfrage des „Verbandes deutscher Schriftsteller*innen in verdi“ im letzten Jahr hat ergeben, dass weniger als 6 Prozent aller Autorinnen und Autoren von ihren Büchern leben können. Auch Verlage klagen über hohe Produktionskosten aufgrund der gestiegenen Papierpreise. Werden zumindest gedruckte Bücher irgendwann der Vergangenheit angehören? Auch das glaube ich nicht.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn mit dem neuen Hype um Buchausgaben mit Farbdruck zeigt sich: Beim Lesen zählt am Ende auch die Haptik.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das merke ich schon bei mir selbst. Während ich Unterhaltungsliteratur wie Krimis und historische Romane am liebsten als Hörbuch zum Einschlafen höre und im beruflichen Kontext das Lesen an Computer oder Tablet am effektivsten ist, entschleunigt das haptische Lesen mich.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der besondere holzige Papiergeruch – ob frisch oder schon leicht modrig – und das Blättern durch die Seiten versetzt mich direkt in die Stimmung, mir einen Tee aufzubrühen, mich mit Kuscheldecke aufs Sofa zu verziehen und ganz in eine Geschichte einzutauchen. Das schafft mein Tablet nicht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Geschichten erzählen vom Menschsein</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was aber macht Bücher so unwiderstehlich? Meines Erachtens ist es der Fakt, dass Geschichten zur DNA unseres Menschseins gehören. Schauen wir Jahrtausende zurück, finden wir bereits Wandmalereien in Höhlen und Pyramiden, die Geschehnisse darstellten. Schon lange, bevor der Mensch die Schrift entwickelte, saßen Menschen beim Lagerfeuer beisammen und unterhielten sich mit abenteuerlichen Erzählungen.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Geschichten hatten eins gemeinsam: Sie erzählten davon, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bezeichnet meine Schreiblehrerin <a href="https://www.findedeinestory.de/" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hanna Aden</a> als Kern einer guten Story. Und genau das ist bis heute die Basis von Büchern, Filmen und Serien. Sie lehren uns, wie das Leben als Mensch ist – mit allen Höhen und Tiefen. Und da jede und jeder von uns eine individuelle Sicht auf das Leben hat, gleicht trotz wiederkehrender Handlungsmotive und teilweise ähnlicher Plots kein Buch dem anderen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Die Bibel ist voller Geschichten</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch im christlichen Glauben haben Geschichten übrigens eine wichtige Bedeutung, obwohl nicht alle dies auf Anhieb unterschreiben würden. Ich habe hier und da Christen getroffen, die fiktionale Literatur ablehnen, weil sie lieber über das reale Leben lesen wollen als über erfundene Personen, Drachen, Elfen oder Feen. Manche sind auch unsicher, wie sie fantastische Literatur aus biblischer Sicht einordnen können. Diesen Streitpunkt will ich an dieser Stelle nicht näher erörtern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich will auf Folgendes hinaus: Natürlich ist die eigene Lesevorliebe einem selbst überlassen, aber wir sollten nicht aus dem Blick verlieren, dass die Bibel selbst ein Buch ist, und zwar noch dazu eines voller Geschichten. Zwischen konservativen und liberalen Theologen wird teils verbissen darüber gestritten, welche dieser Geschichten reale Tatsachen wiedergeben und welche als Gleichnisse zu verstehen sind. Doch auch darum geht es hier nicht.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist mir etwas ganz anderes: Die Teile der Bibel, die für Glaubensneulinge oft am eindrücklichsten und am leichtesten zu verstehen sind, sind Geschichten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht ohne Grund erzählen wir Kindern im Kindergottesdienst oder in der Jungscharstunde Bibelgeschichten von Jona und dem Wal oder Daniel in der Löwengrube. Dagegen sprechen wir selten mit ihnen über die eher kryptischen Aussagen von Jesu berühmtester Predigt, der Bergpredigt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch für Menschen auf der Suche ist eine Geschichte über Gott oder auch über Menschen, die Gott vertrauten, zugänglicher als eine theologische Grundaussage. Wenn ich sie lese oder höre, fühle ich mit und frage mich automatisch, wie ich gehandelt hätte.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht umsonst wird im Marketing heutzutage das Thema Storytelling hochgehalten – eine Methode, um Informationen durch Geschichten zu vermitteln. Jemandem eine Geschichte darüber zu erzählen, wie er sich mit einem bestimmten Produkt fühlen wird, bleibt länger im Gedächtnis als eine sachliche Liste an Vor- und Nachteilen. Das können wir nutzen, wenn wir Menschen vom Glauben erzählen wollen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Jesus, der perfekte Geschichtenerzähler</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein tolles Vorbild für einen guten Geschichtenerzähler ist Jesus. Immer wieder hat er seine Botschaften in Gleichnisse verpackt. Darin machte er anhand von Situationen aus der Lebenswelt seiner Zuhörer deutlich, wie Gott ist und welches Verhalten er sich von uns Menschen wünscht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein kluger Schachzug, denn indem Jesus Kritik an typisch menschlichem Verhalten in diese Alltagsgeschichten verpackte, umging er die ein oder andere heftige Diskussion. Anstatt seine Zuhörer zu ermahnen „Gott vergibt gerne, ihr Menschen seid aber oft hartherzig“, führt er ihnen mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn einen vergebungsbereiten Vater und einen hartherzigen älteren Bruder vor Augen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor allem aber blieben seine Geschichten hängen. Bei den Zuhörern damals, aber auch bei Bibellesern heute. Wer etwa kennt nicht das Gleichnis vom verlorenen Sohn? Oder das vom barmherzigen Samariter? Auch wenn ich diese Geschichten lange nicht mehr gelesen habe, kann ich sie aus dem Stehgreif erzählen. Bei manchem anderem Bibelvers tue ich mich damit schwer.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und obwohl die Gleichnisse sich alle auf die Lebenswirklichkeit der Menschen zu Jesu Zeiten bezogen, verstehen selbst heutige Zuhörer, worum es in ihnen geht.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oder aber es ist leicht, die Geschichten durch kleine Änderungen in den heutigen Kontext zu übertragen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Erzählt mehr Geschichten!</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Genau das ist die Stärke von Geschichten. Sie bleiben im Gedächtnis und sie sind zeitlos. Denn sie sprechen uns Menschen nicht nur auf einer intellektuellen, sondern auch auf einer emotionalen Ebene an. Darum lasst uns Geschichten mehr würdigen!</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Lasst uns einander gute Geschichten erzählen, die eine wertvolle Aussage über das Menschsein machen – und im besten Fall auch eine Aussage über Gott enthalten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das können gute Romane leisten, aber nicht nur sie. Vielleicht magst du das nächste Mal dem Arbeitskollegen, der dich nach deinem Glauben fragt, in einer Geschichte Antwort geben. Eventuell darüber, wo du Gott das letzte Mal in deinem Alltag erlebt hast. Wenn du dieser Arbeitskollege bist, dann frag gerne nach genau diesen Geschichten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oder wenn du biblische Inhalte für christliche Kleingruppen oder Gottesdienste vorbereitest, dann versuch doch mal deine Botschaft erzählerisch aufzubauen. Du wirst erstaunt sein, wie viel mehr davon hängenbleibt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Durchs Lesen verstehe ich die Fragen meiner Mitmenschen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dazu gilt: Lasst uns auch selbst wieder mehr lesen – und zwar nicht nur christliche Bücher. Denn viele Bücher unserer Mitmenschen enthalten ihre Fragen, Zweifel und Nöte und sind damit ein Barometer für den Zustand unserer Welt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin immer wieder überrascht, wie oft in Büchern, Filmen und Serien auch die eine oder andere Glaubensfrage zur Sprache kommt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst wenn ich in diesen Fragen anders denke als der Autor, erfahre ich durch das Lesen etwas davon, wie andere Menschen zu Gott stehen, und kann dies als Anknüpfungspunkt für Gespräche nutzen. Denn nur wenn wir wissen, was die Menschen um uns her bewegt, können wir mit ihnen zusammen nach Antworten suchen. Zum Beispiel in der Bibel.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Welches Buch hat dich zuletzt begeistert? Und welche Geschichte sollte deiner Ansicht nach jeder kennen? Verrat es uns in den Kommentaren.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16856523.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Wed, 15 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Vom Pflichtgefühl zur Freundschaft]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/vom-pflichtgefuehl-zur-freundschaft/2803-542-7967</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17184178/2803-542-7967</link>
      <description><![CDATA[Als mein Glaube mich krank machte, begann eine Freundschaft, die mein Leben verändert hat. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1100777.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Kinga Howard /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Kaffeeduft durchzieht meine Wohnung. Es ist Samstagmorgen. Ich freue mich schon auf mein gemütliches Frühstück zu zweit. Frische Brötchen und Nutella dürfen nicht fehlen. Mir gegenüber steht ein Bild von Jesus auf dem Tisch. Dieses Bild erinnert mich daran, dass er bei mir ist, auch wenn ich ihn nicht sehe. Ich bin Single und meine Freundschaft mit Jesus ist so tief, dass ich beim Essen immer für ihn mit decke. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das war nicht immer so. Aufgewachsen bin ich mit einem christlichen Glauben, der fast nur Regeln und Verbote vorgab. Anstatt auszubrechen, hatte ich mich damit abgefunden. Pflichtbewusst besuchte ich sonntags den Gottesdienst und arbeitete in meiner Kirchengemeinde mit. Doch kurz vor meinem 55. Geburtstag dann die ernüchternde Diagnose: Burnout. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Als alles zusammenbrach</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich hatte meinen Glauben immer nur darüber definiert, möglichst alles richtig zu machen, um Gott zu gefallen. Und nun? Weil ich keine Kraft mehr hatte und meine Nerven blank lagen, sagte ich jegliche Mitarbeit in der Kirchengemeinde ab und ging nur noch unregelmäßig zum Gottesdienst. Auch meine Arbeitsstelle würde für eineinhalb Jahre ruhen, was ich bis dahin noch nicht ahnte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es kam mir so vor, als würde mir der Boden unter den Füßen weggerissen werden. All meine Sicherheiten zerbrachen und das Schlimmste: jetzt konnte ich für Gott, von dem ich dachte, dass er streng und fordernd ist, nichts mehr leisten, damit er mit mir zufrieden war. Durch Therapiegespräche und einen siebenwöchigen Klinikaufenthalt wurde mir bewusst, dass ich sehr perfektionistisch unterwegs war und mir selbst keine Fehler erlaubte. In dieser langen Auszeit ging ich viel Spazieren und hörte immer wieder christliche Vorträge, die meiner Seele guttaten. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einer der verschiedenen Autoren ließ mich hellhörig werden. Er erzählte von seiner tiefen Freundschaft mit Jesus Christus und dass er bereit war, täglich sehr früh aufzustehen, um diese Beziehung zu pflegen und zu genießen. Da war keinerlei Druck und Pflichterfüllung, um einen angeblich so strengen Gott gnädig zu stimmen. In diesem Denken ist auch er groß geworden. Am Ende jedoch kam er am Herzen Gottes an. Da, wo es nicht mehr um Leistung geht, sondern wo er einfach nur sein durfte.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Mein Weg in die Freiheit</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das hat mich begeistert. Ich wollte auch dort ankommen, bei diesem gnädigen und barmherzigen Gott. Seltsam, denn mein ganzes Leben lang war ich nun mit diesem Gott unterwegs, hatte aber nie wirklich diese Liebe und diese Freiheit erlebt. <a href="https://www.bibleserver.com/GNB/R%C3%B6mer5%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Römer 5,8</a> beschreibt, wie unfassbar groß diese Liebe ist: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Wie sehr Gott uns liebt, beweist er uns damit, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“</em> </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Inspiriert begann ich ebenfalls, morgens sehr früh aufzustehen und Zeit mit Jesus zu verbringen. Zwar konnte ich ihn nicht sehen, aber ich wusste, dass er bei mir in meinem Wohnzimmer war. So lernte ich Jesus endlich besser kennen und daraus entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Ich verstand auf einmal, dass es Jesus gar nicht um meine Leistung ging, sondern dass er sich einfach nur darüber freute, dass ich Zeit mit ihm verbringen wollte. Alles fühlte sich auf einmal nach Freiheit und Liebe an. Kein Hauch von Leistungsdruck! </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sechs Jahre sind nun vergangen. Seitdem vergeht kein Tag, an dem ich morgens nicht sehr früh aufstehe. Ich verbringe dann ein bis zwei Stunden in seiner Gegenwart und sage Jesus, was mich bewegt, genau wie in meinen anderen Freundschaften. Dieser Austausch durchzieht meinen ganzen Tag. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Im Laufe der Zeit habe ich Jesus ganz anders kennengelernt, nämlich als einen Gott, der mich einfach nur liebt und es gut mit mir meint. </p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Zurück im Alltag</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mittlerweile bin ich wieder voll und ganz im Arbeitsleben angekommen. Nach eineinhalb Jahren im Burnout hatte ich noch eine Menge Urlaubstage, die ich dazu verwendet habe, um weiterhin mein wöchentliches Therapiegespräch am Freitag zu haben. Dabei habe ich gemerkt, wie gut mir dieser freie Tag tut. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So habe ich mit Jesus darüber gesprochen, was er davon hält, wenn ich meine Arbeitsstunden um einen Tag pro Woche reduziere und an diesem Tag stattdessen Dinge tue, die mir einfach guttun. Wie zum Beispiel mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Allerdings machte ich mir Sorgen um meine finanzielle Situation. Doch schließlich habe ich den Mut gefunden, diesen Schritt zu gehen. Ich vertraue Jesus, dass er sich darum schon kümmern wird. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein besonderer Tag</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daraus ist dann mein „Jesus-Tag“ geworden, den ich sehr genieße. Freitagsmorgens bespreche ich mit Jesus, was wir an diesem Tag unternehmen wollen. Mal besuchen wir ein Museum oder wir fahren in einen Vogelpark. Oder wir gehen ins Freibad schwimmen und setzen uns anschließend in einen Biergarten. Bei allem ist Jesus immer mit dabei und manchmal kann es passieren, dass er mir jemanden über den Weg schickt, mit dem ich über meinen Glauben ins Gespräch komme. </p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Leben und meine Beziehung zu Jesus haben sich seitdem komplett verändert. Ich habe entdeckt, wieviel Freiheit er mir schenkt und dass der Glaube an ihn nichts mit Regeln und Verboten zu tun hat, sondern geprägt ist von einer gegenseitigen tiefen Liebe. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich kann nur sagen: ich bin unendlich dankbar für diese Freundschaft mit Jesus Christus. Und ich möchte auch dich ermutigen, dich auf den Weg zu machen, um Gott so kennenzulernen, wie er wirklich ist: ein Gott, der es nur gut mit dir meint und der dich unendlich lieb hat. Bist du bereit, diese Freundschaft zu entdecken?</p>
<p style="font-size: 85%;">Ruth Schneider</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17184178.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Ruth Schneider]]></author>
      <pubDate>Mon, 13 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gott, mein bester Freund]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/gesellschaft/gott-mein-bester-freund/2270-542-5072</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17183740/2270-542-5072</link>
      <description><![CDATA[Mit Gott wie mit einem Freund reden? Teresa von Ávila machte es vor.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1103669.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Peter Paul Rubens /&nbsp;David Monniaux /&nbsp;Wikimedia Commons <a href='https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>CC BY-SA 3.0</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit 20 Jahren tritt sie ins Kloster ein – aus Angst vor der Hölle und der Ehe. Teresa von Ávila sehnt sich nach einem möglichst selbstbestimmten Leben und leidet zunehmend unter den strengen Ordensregeln. Sie wird schwerkrank und leidet unter depressiven Phasen. In ihrer Mutlosigkeit hat sie eine Erkenntnis, die ihr weiteres Leben verändert: Man kann mit Gott reden wie mit einem Freund.</p>

<figure class="image round right" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; max-width: 260px; background-color: #eee; float: right; margin: 2px 0 6px 12px;"><img alt="Pater Ulrich Dobhan" height="146" src="https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1100746.jpg" width="260" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; vertical-align: middle; border-style: none;">
<figcaption style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; display: block; font-size: .8125rem; padding: 2px 6px 6px;">Pater Ulrich Dobhan ist fasziniert vom Leben von Teresa von Ávila. (Bild: ERF Medien)</figcaption>
</figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Motiviert von dieser Erkenntnis gründet sie gegen den Widerstand der Kirche zahlreiche Klöster als Orte des Gebets. Heute, rund 500 Jahre später gilt Teresa von Ávila als größte Mystikerin des Christentums. Ihre Schriften sind immer noch Bestseller und in der katholischen Kirche wird sie als Heilige verehrt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan ist Provinzial der Unbeschuhten Karmeliten in Deutschland, des von Teresa gegründeten Ordens. Im Interview erklärt er, worin Teresa von Ávila in Bezug auf den Glauben heute ein Vorbild sein kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Teresa von Ávila wird als eine der bekanntesten Mystikerinnen überhaupt bezeichnet. Was versteht man unter einem Mystiker?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan: Ein Mystiker ist ein Mensch, der ‒ ganz allgemein gesprochen ‒ in sich das Wirken Gottes verspürt. Er erlebt eine Kraft, die nicht von ihm selbst kommt und von der er nicht weiß, woher sie genau kommt. Das bezeichnet Teresa von Ávila als mystische Erfahrung. Und diese Gotteserfahrungen beschreibt sie in ihren Texten mit schönen, eindrücklichen Bildern.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Natürlich stellt sich bei solchen Erfahrungen die Frage, ob man sich das vielleicht nur einbildet oder einredet. Um das zu erkennen, kommt es dann auf die Auswirkungen im Alltag an. Wenn die Auswirkung meiner Gotteserfahrung Nächstenliebe ist, deutet das darauf hin, dass meine Erfahrung echt ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Bei Teresa können wir feststellen, dass ihre mystischen Erfahrungen ihr eigentlich immer halfen, ihren Alltag zu bewältigen, so wie er sich dargestellt hat. Sie hat Schwierigkeiten weder gesucht noch ist sie ihnen aus dem Weg gegangen. Im Grunde hat sie immer durchgesetzt, was sie gewollt hat.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Das eigene „Ich“ erkennen und vor Gott bringen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Schon zu Lebzeiten war Teresa von Ávila eine kleine Berühmtheit. Wofür genau wurde sie verehrt?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan: Ihre Zeitgenossen spürten, dass sie in vielfacher Hinsicht eine außergewöhnliche Frau war. Sie besaß Tatkraft, Witz und Ironie. Außerdem hatte sie die Begabung, das, was sie innerlich erlebte, in Worte zu fassen. Das hat die Menschen beeindruckt. Außerdem waren die Klöster, die sie gegründet hat, ja sichtbar. Am Ende ihres Lebens waren es siebzehn Frauenklöster und zwei Männerklöster. Diese Klöster waren ein Zeugnis ihres Wirkens.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Des Weiteren stand sie mit vielen Menschen durch aufbauende und trostspendende Briefe in Kontakt. So ist sie den Menschen auf ihre besondere Weise nahe gekommen. Hinter den manchmal sehr heroischen Erzählungen ist sie eine sehr sympathische Heilige: Nicht arrogant und nie verbittert, obwohl sie viele Enttäuschungen hat hinnehmen müssen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: In Hingabe und Nächstenliebe gibt es durchaus auch andere Heilige, die ihr gleichen. Was ist denn das Besondere an Teresa von Ávila?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan: Teresa von Ávila ist eine der ersten Frauen in der Geschichte, die ganz klar und eindeutig über sich selbst schreibt. In ihrer Autobiographie schreibt sie Dinge wie „Ich habe erlebt“. Sie hat also dieses „Ich“ ein Stückweit entdeckt, das uns heute so wichtig ist.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber damals war es etwas Besonderes, wenn man aus seinem eher anonymen Dasein heraustritt und bekennt: „Ich habe einen Wert vor Gott. Ich bin von Gott geliebt ‒ so wie ich bin.“ Dieses Selbstbewusstsein drückt sich auch in der Art und Weise ihres Betens aus, des sogenannten inneren Betens.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Beten ist nichts anderes als das Zusammensein mit einem Freund, von dem ich weiß, dass er mich liebt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Was genau bedeutet „inneres Beten“?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan: Es bedeutet, dass ich mir klar mache, wer bin ich mit allem, was zu mir gehört. Dazu gehört auch, nichts zu verdrängen und auch Unangenehmes vor sich selbst zuzugeben. Ein zweiter Schritt ist dann zu sagen: So, wie ich mich jetzt wahrnehme, wie ich jetzt bin ‒ so liebt mich Gott. Aus Erfahrung wissen wir, dass ein Mensch, der sich als geliebt erlebt, Kraft hat und sich stark fühlt. Er wird immer mehr er selbst und kann auch seine Fehler zugeben und wachsen. Wenn aber Angst da ist, kann man das nicht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und das ist etwas, was ganz typisch für Teresa war und sie unterscheidet von dem, was damals in Kastilien in den Orden als Reformidee üblich war. Denn dort haben Reformatoren Menschen fast schon dazu gezwungen, Buße zu tun, sich zu geißeln und zu fasten, also rigorose Bußübungen auszuüben. Das hat sie nicht ganz vermieden, aber sie hat es sehr zurückgedrängt. Ihr waren Sanftheit, Milde und Verständnis viel wichtiger. Sie hat versucht, jedem Menschen als Person gerecht zu werden.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Nur Gott füllt den Menschen aus</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: In einer Zeit, in der viele Menschen Angst vor Gott und der Hölle hatten, war Gott für Teresa von Ávila wie ein Freund. Wie kam sie zu dieser Erkenntnis? </strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan: Teresa hat als Kind wie alle ihre elf Geschwister lesen und schreiben gelernt und war eine begierige Leserin. Was sie unter die Finger bekam, hat sie gelesen, und so wusste sie vom Jesus der Evangelien. Denn auch wenn sie wahrscheinlich keine Bibel in spanischer Sprache hatte, gab es doch einzelne biblische Geschichten und Heiligenlegenden in spanischer Sprache. Teresa hat vor allem die Geschichte von Jesus auf dem Ölberg berührt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Szene hat sie sich immer wieder vorgestellt und sich gesagt: „Wenn Jesus da so alleine leidet, wird der froh sein, wenn ich zu ihm hingehe und ihn tröste.“ Dadurch hat sie ihre Angst verloren und in Jesus auch den Menschen  gesehen. Wie also erkannte sie, wie Gott ist? Durch den Menschen Jesus Christus. Wir haben heute auch keine bessere Antwort.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Ein Satz aus ihrem bekanntesten Gedicht heißt: „Gott allein genügt.“ Wie würden Sie diesen Satz in die heutige Zeit übersetzen?</strong></p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Pater Ulrich Dobhan: Im spanischen heißt das: „Sólo dios basta“. Das „sólo“ hat einen Akzent und ist ein Adverb und kein Adjektiv. Darum ist die korrekte deutsche Übersetzung: „Gott nur genügt“ oder „Nur Gott genügt“. Das bedeutet: Alles andere ist ungenügend, alle materiellen Werte sind letzten Endes ungenügend. Denn der Mensch hat so ein so großes Herz und so große Sehnsüchte, dass nur Gott ihn ausfüllen kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Sinne meinte sie diesen Satz. Und im gleichen Zusammenhang gibt es auch einen wunderbaren Satz von Johannes vom Kreuz, der lautet: „Ein einziger Gedanke des Menschen ist mehr wert als die ganze Welt; deshalb ist nur Gott seiner würdig.“ Denn alles Materielle ist unter dem Niveau des Menschen und füllt ihn letztlich nicht aus, so anspruchsvoll ist er.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">ERF: Vielen Dank für das Interview.</strong></p>
<p style="font-size: 85%;">Martina Eibach</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17183740.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Martina Eibach]]></author>
      <pubDate>Sun, 12 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Wenn Freundschaften am Alltag scheitern]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/wenn-freundschaften-am-alltag-scheitern/6866-542-7911</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17035504/6866-542-7911</link>
      <description><![CDATA[Freundschaften sind etwas Wunderbares – aber auch zerbrechlich.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1087417.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Farknot Architect /&nbsp;<a href='http://stock.adobe.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>stock.adobe.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe ihr noch ein Buch mit einem kleinen Gruß zurück vor die Tür gelegt. Einer Bekannten, aus der eine Freundin hätte werden können. Wir hatten uns im Schwimmkurs der Kinder getroffen und gut verstanden. Es gab drei, vier Treffen, sie zeigte sich interessiert.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch dann kamen immer weniger zurück – und irgendwann gar nichts mehr. Keine Antwort mehr auf meine letzten WhatsApps, kein weiterer Kontakt.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am Ende blieb das Gefühl: Ich bin nicht mehr Teil ihres Lebens. Vielleicht war ich es nie.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Solche Erfahrungen tun weh. Besonders, wenn ich mir Mühe gegeben habe. Wenn der andere mir signalisiert hat, dass er mich schätzt – und es trotzdem nicht trägt. Und ich mich frage: War’s das jetzt? Oder soll ich noch mal anrufen? Und vor allem: Wie gehe ich damit um?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wo bleibt Freundschaft zwischen Arbeit und Familie? </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es sind nicht die großen Konflikte, an denen viele Freundschaften heute scheitern. Es ist das Leben. Der Alltag, der keine Lücken mehr lässt. Der innere Akku, der ständig auf Reserve läuft. Und irgendwann merke ich: Ich passe nicht mehr rein in den Kalender des anderen – oder er nicht mehr in meinen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vor allem Menschen mit vielen Verpflichtungen – berufstätige Eltern, Alleinerziehende, pflegende Angehörige – haben wenig Spielraum für eigene Begegnungen. Nähe kostet Zeit und Kraft: zwei Dinge, die bei vielen knapp sind.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manchmal frage ich mich, ob wir einfach zu müde für Freundschaft sind. Nicht für ein kurzes Lächeln beim Elternabend oder ein freundliches Emoji in der WhatsApp-Gruppe. Aber für echte Nähe, für Gespräche, für dieses „Wie geht es dir wirklich?“</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Denn Freundschaften konkurrieren mit hundert anderen To-dos. Sie sind wertvoll und bereichernd, aber eben nicht dringend. Und was nicht dringend ist, fällt leicht hinten runter. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dazu kommt, dass wir heutzutage so vernetzt sind wie noch nie. Doch die tatsächliche Anzahl an sozialen Beziehungen, die ein Mensch pflegen kann, ist begrenzt. Je mehr lockere Bekanntschaften ich habe, desto weniger Zeit bleibt für tiefe Freundschaften.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bedeutet nicht, dass jemandem deine Freundschaft egal ist. Aber manchmal reicht der gute Wille einfach nicht aus. Das tut weh – selbst dann, wenn es plausible Gründe dafür gibt.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Woran Freundschaften scheitern</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Manche Menschen haben einfach schon genug Freunde und mehr passen nicht in ihr Leben. Da ist dann egal, wie sympathisch man sich ist. Bei anderen steckt hinter dem Kontaktabbruch vielleicht ein Missverständnis.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mein Mann erzählte mir kürzlich von Freunden, bei denen er sich jahrelang ärgerte, weil sie nicht auf seine Geburtstagseinladung reagiert hatten. Inzwischen fragt er sich, ob seine Mail überhaupt angekommen ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann gibt es Menschen, denen das Aufrechterhalten einer Freundschaft grundsätzlich schwerfällt. Sie wünschen sich Nähe, schaffen es aber nicht, selbst aktiv zu werden. Eine Freundin von mir hat das mal so formuliert: „Ich bin so froh, wenn du dich meldest. Dann habe ich einen legitimen Grund, meine To-Dos liegen zu lassen. Aber ich selbst würde mir diese Zeit nicht zugestehen.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Andere wiederum sind froh, wenn der Kontakt einschläft, weil andere Beziehungen im Augenblick eine höhere Priorität für sie haben. Manche Menschen ziehen dann von selbst klare Grenzen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich denke da an eine ehemalige Kommilitonin, die keine Beziehungen auf Distanz führen will, weil sie schon vor Ort am Limit ist. Eine andere Freundin hat sich ein Jahr Auszeit von den meisten Kontakten genommen, weil sie für sich selbst und die Familie mehr Raum brauchte. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Weggefährten auf Zeit – eine biblische Perspektive</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mir fiel es viele Jahre sehr schwer, Menschen aus meinem sozialen Netzwerk zu verlieren. Doch es ist nun mal so, dass manche Freundschaften nur in bestimmten Lebensphasen funktionieren, weil man in dieser Zeit viel miteinander teilt. Sei es während der Ausbildung, wenn die Kinder klein sind oder solange man sich in einem bestimmten Ehrenamt engagiert.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn diese gemeinsame Phase endet und der Kontakt sich verliert, sollte die Frage nicht zuerst lauten: „Wie kriege ich das wieder hin?“ Sondern eher: „Ist es realistisch und sinnvoll, dieser Beziehung nachzugehen?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In der Bibel wird das Thema „Weggefährten auf Zeit“ an einigen Stellen thematisiert. Zum Beispiel bei Abraham, dem Stammvater Israels, und seinem Neffen Lot. Diese zwei Männer sind eng verbunden durch ihre Verwandtschaft und eine lange gemeinsame Geschichte. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als es zwischen ihren Hirten kriselt, schlägt Abraham ein bewusstes Auseinandergehen vor: "<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Es soll doch kein Streit zwischen uns sein, auch nicht zwischen unseren Hirten. Wir sind doch Brüder! Das Beste ist, wir trennen uns (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose13%2C8-9" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">1. Mose 13,8–9</a>, GNB)."</em></p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Die Trennung von Abraham und Lot war kein Zerwürfnis, sondern eine bewusste Entscheidung: Für Frieden. Für Raum. Für unterschiedliche Lebenswege. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch in unserem Leben begleiten uns manche Menschen nur ein Stück. Doch weil Freundschaften in bestimmten Lebensphasen entstehen, dürfen sie sich auch verändern – oder enden. Und wir dürfen loslassen, ohne das gleich als Scheitern zu deuten.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Zwischen Festhalten und Loslassen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wichtig ist, dass wir ehrlich mit uns selbst sind: Nicht jede Freundschaft muss gerettet werden. Und nicht jeder Rückzug ist eine Ablehnung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das bedeutet aber nicht, dass wir immer kampflos das Handtuch werfen müssen. Denn manche Freundschaften lassen sich neu justieren, wenn wir den Mut haben, sie bewusst zu gestalten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da kann es helfen, die Karten auf den Tisch zu legen und zu fragen: „Ich habe den Eindruck, dass sich unsere Beziehung verändert hat. Hast du noch Raum dafür – und wie könnte das konkret aussehen?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auf diese Weise findet man vielleicht neue Formen der Verbindung, die beide Seiten sogar entlasten können. So haben eine Freundin und ich vereinbart, dass wir uns zu nichts verpflichtet sind, aber den Kontakt auf kleiner Flamme fortführen wollen. So regt sich nicht ständig das schlechte Gewissen, wenn man monatelang nichts voneinander hört. Doch wenn wir es wirklich mal schaffen zu telefonieren, haben wir unbelastete, gute Gespräche.  </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sich auszusprechen kann befreiend sein, muss es aber nicht immer. Denn manchmal ist das stille Auseinanderdriften der schonendere Weg. Ein Gespräch kann auch zu viel, zu endgültig, zu schmerzhaft sein. Für beide Seiten. Dann ist es ein Akt der Rücksichtnahme, jemanden einfach loszulassen, ohne große Worte. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gefühle zulassen und dann nach vorne sehen</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Freundschaften enden oder auf unbestimmte Zeit pausieren, schmerzt das trotz aller nachvollziehbarer Gründe. Folgende fünf Punkte können dir helfen, dich neu zu sortieren:</p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Gefühle zulassen</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Schmerz über verlorene Nähe ist real. Es ist okay, wenn du traurig, enttäuscht oder wütend bist. Gott hat uns mit Gefühlen geschaffen, nicht damit wir sie verdrängen, sondern ehrlich damit umgehen. Auch Jesus hat geweint (vgl. <a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes11%2C35" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 11,35</a>). Lass deine Tränen zu und sprich mit Gott über deinen Schmerz. </p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Die Perspektive verändern</strong></h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Rückzug tut weh – doch oft liegt es gar nicht an dir. Sondern daran, dass der andere überlastet ist. Manchmal ist der Abstand Selbstschutz, nicht Ablehnung. Beziehe es daher nicht direkt auf dich.    Bei allem Schmerz über verlorene oder eingeschlafene Freundschaften lohnt sich auch der ehrliche Blick nach innen. Bin ich selbst manchmal die, die absagt, vertröstet, den Kontakt schleifen lässt? Nicht aus bösem Willen, sondern weil der Alltag mich überrollt, die Kraft fehlt oder andere Dinge wichtiger erscheinen? </p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">3. Dich selbst wertschätzen</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der Schmerz über verlorene Freundschaften trifft oft unseren Selbstwert. Doch dein Wert ist nicht davon abhängig, wie viel Zeit andere für dich einplanen. Du bist von Gott gewollt, geliebt und angenommen. Seine Freundschaft steht dir jederzeit offen.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Vielleicht ist es gerade jetzt dran, diese Nähe neu zu suchen. <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich nenne euch nicht mehr Diener…  vielmehr nenne ich euch Freunde“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes15%2C15" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Johannes 15,15</a>, GNB), sagt Jesus. Das ist eine Freundschaft, die dir niemand nehmen kann.</p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">4. Den Blick weiten</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Schau bewusst hin: Wer ist gerade in deinem Leben präsent? Wer bleibt da? Wer investiert sich, auch wenn er leise ist? Vielleicht ist es Zeit, auch diese Menschen wieder neu zu sehen. Nimm Kontakt auf, pflege Beziehungen, die dich stärken, und sei selbst bereit, in Freundschaft zu investieren. Ruf jemanden an, verabrede dich, geh kleine Schritte. Gemeinschaft lebt von Pflege. </p>

<h4 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">5. Offen bleiben</h4>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Es ist schwer, wenn etwas zu Ende geht – aber lass dein Herz nicht bitter werden. Es ist ein Schutzmechanismus, sich innerlich zu verschließen, doch er verhindert oft, dass Neues entstehen kann.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
Bitte Gott, dein Herz weich zu halten und offen zu bleiben für das, was er dir noch schenken will. Vielleicht schickt er dir andere Menschen, mit denen du neue Freundschaften schließen wirst – auf eine Weise, die du gerade noch nicht siehst.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Leicht wird es nicht, aber leichter darf es werden</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn Freundschaften am Alltag scheitern, heißt das nicht, dass wir versagt haben. Vielleicht ist es einfach ein Zeichen dafür, dass unsere Zeit mit bestimmten Menschen vorbei ist. Oder in diesem Moment einfach nicht tragfähig ist. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Einer der weisesten Männer der Welt, König Salomo, hat vor langer Zeit folgende Worte formuliert: „<em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: […] suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/LUT/Prediger3%2C1.6" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Prediger 3,1.6</a>, LUT).“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Freundschaften haben ihre Zeit. Wenn du erkennst, dass diese Zeit vorerst vorbei ist, dann lass los. Manchmal genügt ein einfacher Gedanke, um innerlich Frieden zu schließen: „Ich wünsche dir ein gutes Leben – auch ohne mich darin.“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht ist das am Ende die ehrlichste Form von Freundschaft: Dass wir einander nicht festhalten, sondern freigeben. In der Hoffnung, dass jede und jeder seinen Weg findet – auch wenn er sich nicht mehr kreuzt.</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17035504.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Thu, 09 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gott, warum spüre ich dich nicht?]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gott-warum-spuere-ich-dich-nicht/2803-542-7970</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17179444/2803-542-7970</link>
      <description><![CDATA[Warum sich geistliche Ausdauer lohnt – auch wenn du es nicht sofort merkst. Eine Andacht.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1102334.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Kyle Loftus /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie stehst du zu Nahrungsergänzungsmitteln? Ich war lange skeptisch. Viel zu oft hatte ich gehört: „Völlig überflüssig – bei ausgewogener Ernährung braucht man das nicht.“ Doch ich fühlte mich dauerhaft müde, erschöpft und energielos.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Also ließ ich es auf einen Versuch ankommen und nahm regelmäßig zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe. Anfangs passierte nichts. Doch nach einigen Monaten bemerkte ich die ersten kleinen Veränderungen: Ich hatte wieder etwas mehr Energie und Freude für meinen Alltag.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Durststrecken sind Teil des Lebens</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Mit dem Glauben geht es mir oft ähnlich. Vielleicht kennst du auch diese geistlichen Durststrecken, in denen sich der Glaube anstrengend und kraftlos anfühlt. Ob Gottesdienst, Kleingruppe oder ein ermutigender Psalm – nichts dringt wirklich zu dir durch, sodass der Eindruck entsteht: „Warum mache ich das überhaupt?“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Damit sind wir nicht allein. Auch in der Bibel gibt es Menschen, die durch lange Durststrecken hindurchmussten, bevor sie Gottes Nähe wieder gespürt haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">König David klagt: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Herr! Hast du mich für immer vergessen? Wie lange willst du dich noch verbergen?“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Psalm13%2C2" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Psalm 13,2</a>). Und Hiob fühlte sich in seinem tiefsten Leid allein gelassen: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Ich kann nach Osten gehn, dort ist Gott nicht; und auch im Westen ist er nicht zu finden“</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Hiob23%2C8" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Hiob 23,8</a>).</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch Frauen wie Sara und Hanna mussten lange warten, bis Gott ihren Wunsch nach einem Kind erfüllte – eine Zeit voller Sehnsucht und Enttäuschung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So verschieden ihre Geschichten sind, sie alle gaben Gott nicht auf. Warum das Warten so lange dauerte, wird nicht erklärt. </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Für mich heißt das: Geistliche Durststrecken gehören zum Leben dazu, aber sie sind nicht das Ende der Geschichte.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Geistliches Leben erfordert Geduld</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher lohnt es sich auch für uns, dranzubleiben – wie bei einer Langzeitkur mit Vitaminen. Jakobus erinnert uns in seinem Brief: <em style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">„Denkt an die Bauern, die darauf warten, dass die kostbare Ernte auf den Feldern heranreift. Sie haben Geduld, bis der Regen im Herbst und im Frühjahr auf das Land fällt. So sollt auch ihr geduldig durchhalten und euch nicht entmutigen lassen; ihr wisst ja, dass der Herr bald kommt</em> (<a href="https://www.bibleserver.com/GNB/Jakobus5%2C7-8" class="bibleserver extern" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jakobus 5,7–8</a> GNB).“</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Bauer weiß: Die Frucht wächst nicht über Nacht. Er muss geduldig warten, bis Sonne und Regen ihren Teil tun. Manche Zeiten sind trocken, andere nass – und doch vertraut er darauf, dass die Saat eines Tages aufgeht. </p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Geistliche Nahrung: Brot und Vitamine </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So ist es auch im Glauben: Wir dürfen darauf hoffen, dass Gott zur richtigen Zeit Frucht wachsen lässt, auch wenn wir davon zurzeit nichts sehen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nun mag jemand einwenden: Die geistliche Nahrung sollte nicht nur ein Nahrungsergänzungsmittel sein, sondern unser täglich Brot. Und ja: So sollte es eigentlich sein. Deshalb hinkt mein Vergleich an dieser Stelle ein wenig.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch vielleicht können wir es so sehen: Ein Grundbestand an geistlichem Leben ist unverzichtbar wie das Brot. Aber darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, unseren Glauben reichhaltiger zu gestalten. Manchmal brauchen wir diese kleinen geistlichen Vitaminportionen.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Welche geistlichen Vitamine brauchst du?</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wie finde ich heraus, welche ich Vitamine brauche? Bei körperlicher Kraftlosigkeit kann ich einen Bluttest machen, bei geistlicher Kraftlosigkeit ist das schwieriger.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Folgende Fragen können dir bei der Anamnese helfen:</p>

<ul style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wann habe ich zuletzt Zeit mit Gott verbracht, die mir spürbar gutgetan hat? Was habe ich in dieser Zeit gemacht?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Welche Arten, Gottes Gegenwart zu erleben, passen zu mir – still oder aktiv, allein oder gemeinsam?</li>
<li style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">Wonach sehne ich mich gerade in der Beziehung zu Gott? Und was würde mir diese Woche guttun?</li>
</ul>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Zuge gilt: </p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht alles, was anderen im Moment guttut, ist auch das Richtige für dich. Es hängt ganz davon ab, wo du aktuell einen geistlichen Mangel verspürst. </p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie bei Nahrungsergänzungsmitteln gilt: Manches wirkt stärkend, anderes hat keine Wirkung oder schadet vielleicht sogar.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du dich zum Beispiel von Predigten unter Druck gesetzt fühlst: Höre weniger davon. Wenn dich fröhliche Lobpreislieder wieder mit neuem Leben füllen: Mehr davon. Weitere Möglichkeiten sind Tagebuchschreiben, Gebetsspaziergänge, eine bewusste Zeit der Stille, eine christliche Meditationsapp …</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Mikroandacht für zwischendurch </strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn du den Eindruck hast, dass in deinen vollen Alltag nichts mehr reinpasst, fang mit klitzekleinen Portionen an.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich habe Anfang des Jahres einen Neukirchener Abreißkalender geschenkt bekommen. Darauf steht für jeden Tag ein Bibelvers. Keine Auslegung, nichts weiter. Ich habe ihn neben unsere Kaffeemaschine gehängt. Das ist meine Mikroandacht, wenn der Kaffee durchläuft. Manche Verse begleiten mich ein paar Tage, andere lasse ich dafür aus. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So, wie mein Körper erst nach und nach auf die Vitamine reagiert hat, erholt sich auch das geistliches Leben nicht immer sofort. Aber im Rückblick erkenne ich hier und da, dass Gott meine innere Kraft wieder etwas aufgefüllt hat.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Die dunkle Nacht der Seele aushalten</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig gilt: Es wäre zu einfach zu sagen, dass ein paar Extra-Glaubensrituale jede Durststrecke automatisch beenden. Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass es Phasen gibt, in denen Gott fernblieb – egal, wie sehr sie sich nach ihm ausgestreckt haben. In der christlichen Literatur wird dies manchmal die „dunkle Nacht der Seele“ genannt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch aus den biblischen Geschichten können wir nicht herauslesen, dass nach einigen Wochen alles wieder rund lief. Oft lagen Jahre des Wartens und Leidens dazwischen, bis Gott eingriff. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Darum bleib dran, auch wenn du Gottes Nähe nicht spürst. Die kleinen „Vitaminportionen“ können dir helfen, nicht zu resignieren und offen für sein Wirken zu bleiben. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Eins kann ich sicher sagen: Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott unser Herz mit neuer Kraft erfüllen möchte. Wann und wie, das bleibt in seiner Hand.</p>
<p style="font-size: 85%;">Theresa Folger</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17179444.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Theresa Folger]]></author>
      <pubDate>Mon, 06 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Gesund beten statt gesundbeten]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/glaube/gesund-beten-statt-gesundbeten/2803-542-7971</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/17178487/2803-542-7971</link>
      <description><![CDATA[Der Gebetsratgeber von Christof Lenzen motiviert dazu, Gebet theologisch neu zu denken. Eine Rezension.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1103104.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Neukirchener Verlagsanstalt</figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hast du auch manchmal ein schlechtes Gewissen, weil du so wenig betest? Oder fragst du dich, was Gebet überhaupt soll, da deine bisherigen Gebete nicht wie gewünscht erhört wurden?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als Christin ist mir das Gebet wichtig. Wenn mich andere aber fragen, wie oft ich bete und was ich mit dem Gebet erlebe, beginne ich herumzudrucksen. Dann wird mir bewusst, dass ich zwar das Vater Unser auswendig kann und die richtigen Worte in einer Gebetsgemeinschaft finde, aber Gottes Gegenwart beim Beten erschreckend selten spüre. </p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oder ich schicke in einer Notsituation ein Stoßgebet nach oben und es passiert nichts – wie letztes Jahr, als das Portemonnaie meines Mannes geklaut wurde. Ich lag Gott regelrecht in den Ohren, dass der Dieb wenigstens den Geldbeutel mit den Karten wegschmeißt und er gefunden wird – ohne Erfolg.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Da fragte ich mich dann schon als langjährige Christin: Habe ich nicht genug vertraut oder wieso greift ein allmächtiger Gott bei so einer Kleinigkeit nicht ein?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Radikale Ehrlichkeit statt fromme Tipps</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele christliche Autoren haben verstanden, dass das Gebet ein sensibles Thema ist, bei dem Menschen sich Unterstützung wünschen. So gibt es zig Ratgeber auf dem christlichen Buchmarkt, die Menschen dabei helfen wollen, „richtig“ zu beten. Doch oft greift man zu diesen Büchern und bleibt danach ratlos zurück. Was sich bei den Autoren so einfach liest, lässt sich im eigenen Leben nur schwer umsetzen. Das ist zumindest meine Erfahrung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">In diesem Jahr ist nun ein neues Buch zum Thema Gebet herausgekommen, das einen ganz anderen Ansatz hat. In seinem Buch „Gesund beten statt gesundbeten: Wege aus toxischer Spiritualität“ räumt der Seelsorger Christof Lenzen mit etlichen Irrtümern zum Thema Gebet auf. Etwa, dass es eine richtige Form gibt zu beten oder man als Christ immer Freude am Gebet hat. Statt frommer Tipps setzt er auf radikale Ehrlichkeit.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Wenn nicht zusammenpasst, was ich glaube und was ich erlebe</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Er ist der Ansicht: Wenn uns Gebet langweilig und mühselig vorkommt, hilft es nichts, einfach nur eine neue Gebetspraxis auszuprobieren. Dann ist vielmehr ein schonungsloser Blick auf mein eigenes Gottesbild vonnöten. Denn oft ist ein toxisches oder – anders formuliert – zu starres Gottesbild die Ursache, warum uns Gebet zunehmend schwerfällt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann so aussehen: Eine Erfahrung, die ich in meinem Leben gemacht habe, passt nicht mehr zu meinen Vorstellungen von Gott. Eventuell habe ich lange für Heilung gebetet, aber keine Heilung erfahren.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Diskrepanz zwischen dem, was ich erlebe, und dem, was ich glaube, durch das Gebet erleben zu müssen, wird dann so groß, dass ich irgendwann aufhöre zu beten.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Was kann hier helfen? Christof Lenzen macht klar: Statt einfach weiterzubeten, ohne mit dem Herzen dabei zu sein, lohnt es sich, einen Schritt zurückzumachen und zu überlegen: Was hat meine Gebetskrise ausgelöst?</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Gebet darf auch mal langweilig sein</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch ist es wichtig, mich nicht zu vergleichen. Nur weil meine Bekannte jeden Morgen begeistert 3 Stunden betet, muss das bei mir nicht auch so sein. Ganz viele Probleme mit unserem Gebetsleben rühren laut Lenzen auch daher, dass wir zu große Erwartungen an uns selbst und das Gebet haben.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wir machen uns innerlich Druck, wie Gebet zu sein hat, wie es sich anfühlen und was es bewirken soll. Doch genau das blockiert die echte Begegnung mit Gott, nach der wir uns doch eigentlich sehnen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dabei ist Gebet im Kern Beziehung. Ein Beispiel: Obwohl ich mit meinem Mann viele gute Gespräche führe, gibt es Tage, an denen wir nur wenige Worte wechseln und diese Worte auch noch völlig alltäglich bleiben. So kann es auch mal bei Gott sein. Das darf ich mir erstmal ohne schlechtes Gewissen eingestehen, um erst in einem zweiten Schritt zu überlegen, wie ich damit umgehen und was ich verändern möchte.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Theologische Fragen ganz neu denken</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber was ist, wenn mir das Beten schwerfällt, weil mein Gebet eben keinen gestohlenen Geldbeutel versetzt, geschweige denn Berge? Wenn ich nicht das erlebe, was ich aus der Bibel zum Gebet herauslese? Bete ich dann falsch oder stimmt etwas mit meinem Gottesbild nicht?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen und den ein oder anderen Punkt neu zu denken. An dieser Stelle gibt Christof Lenzen in seinem Buch etliche Beispiele für geistliche Denkblockaden, die mein Gebet und sogar meinen ganzen Glauben regelrecht vergiften können. Einfühlsam und konkret eröffnet er mögliche Auswege. Gerade seine Gedanken zum Fürbittegebet und Gottes Allmacht empfand ich als ungewöhnlich und wohltuend anders.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Als ausgebildeter Theologe mit langjähriger Erfahrung als Pastor und Seelsorger stellt er sich der Herausforderung, schwierige theologische Fragen komplett neu zu denken und auf das Leben anzuwenden. An einigen Stellen war seine Herangehensweise für mich neu und forderte meine eigenen theologischen Überzeugungen heraus. Doch ich habe seine Impulse immer als wohl durchdacht und biblisch sauber begründet wahrgenommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Selbst wenn ich manche theologische Auslegung Lenzens noch genauer durchdenken möchte, bevor ich entscheide, ob ich zustimme oder nicht, steht für mich fest:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Hier versucht jemand auf einer soliden biblischen und theologischen Grundlage Antworten auf schon lange drängende Fragen zu stellen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das ist gut und das braucht es in einer Zeit, in der sich theologische Positionen wieder verhärten, mehr denn je.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Keine Bevormundung, kein Druck</strong></h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Neben all diesen Ansätzen bietet das Buch aber auch das, was man auf den ersten Blick von einem Buch über das Gebet erwartet: Ganz praktische Tipps und Anleitungen. Allerdings ohne großspurige Versprechen, dass diese oder jene Form mein Gebetsleben revolutionieren wird.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Stattdessen nimmt Lenzen die Leser sensibel an die Hand und bietet ihnen Optionen an. Er stellt zum Beispiel das Stillegebet als Gebetsmeditation vor und gibt Prinzipien weiter, die dabei helfen, die Bibel ohne falschen frommen Druck zu lesen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Immer wieder ermutigt Lenzen als ausgebildeter Seelsorger und Traumatherapeut dazu, in sich hineinzuspüren, ob dieser Schritt für einen gerade dran ist oder nicht. Und er macht klar: Manche Formen toxischer Gottesbilder brauchen persönliche Seelsorge und Aufarbeitung, bevor neue praktische Ansätze dran sind.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diese Art Lenzens, mir sowohl seine theologischen Gedanken als auch seine praktischen Tipps in puncto Gebet lediglich anzubieten, habe ich als sehr wohltuend und befreiend erlebt.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">So baut sich beim Lesen nie innerer Druck auf, jetzt schnell etwas in meinem Gebetsleben ändern zu müssen. Stattdessen werde ich dafür sensibilisiert, dass ich Schritte der Veränderung in meinem eigenen Tempo gehen kann.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Ein außerordentliches Gebetsbuch</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">All dies macht dieses Buch zu einem außerordentlichen christlichen Sachbuch. Es ist mit Abstand das Buch, was mich in den letzten Jahren theologisch am meisten herausgefordert und mir gleichzeitig den größten Gewinn gebracht hat.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Am liebsten würde ich es jedem empfehlen. Mir ist aber bewusst, dass es kein Buch für jedermann ist. Denn wem es schwerfällt, theologisch um die Ecke zu denken oder wer vor allem einfache Anleitungen zum Gebet sucht, wird mit diesem Buch eventuell seine Schwierigkeiten haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Doch wenn du unzufrieden mit deinem Gebetsleben bist und Fragen zum Gebet hast, die du dich nicht traust, laut auszusprechen, greif zu diesem Buch. Der Autor wäre vermutlich vorsichtig mit einem solch vollmundigen Versprechen, aber ich bin überzeugt:</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieses Buch wird revolutionieren, was du bislang über Gebet gedacht hast.</p>
</blockquote>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/17178487.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Sat, 04 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title><![CDATA[Freundschaft lebt jeder anders]]></title>
      <guid>https://www.erf.de/lesen/themen/leben/freundschaft-lebt-jeder-anders/6866-542-7669</guid>
      <link>https://feedpress.me/link/19277/16590432/6866-542-7669</link>
      <description><![CDATA[Welche Beziehungstypen du in deinem Freundeskreis brauchst und wie du sie findest.]]></description>
      <content:encoded><![CDATA[<figure style='float: left; margin: 0 5px 5px 0;'><img src='https://www.erf.de/data/files/content.sources.cina.artikel/1037078.jpg' style='width: 260px;' width='1120' height='630' loading='lazy' /><figcaption class="copyright" style="display: none;">© Courtney Cook /&nbsp;<a href='http://unsplash.com' target='_blank' rel='noopener noreferrer'>unsplash.com</a></figcaption></figure>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Vielleicht kennst du das: Du hast einen genialen Abend mit einem Freund oder einer Freundin, aber irgendwas fehlt und du kannst es gar nicht genau benennen. Oder aber du und dein Partner tun sich schwer damit, gemeinsame Freundschaften aufzubauen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Das kann daran liegen, dass ihr andere Freundschaftstypen seid. Während ich das Buch „Gemeinsam“ von Jennie Allen las, gab es immer wieder Stellen, an denen ich dachte: „Klingt ganz cool, aber solch eine Freundschaft suche ich gar nicht“ oder „Um Freundschaften so zu leben, müsste ich viel an meiner Persönlichkeit ändern“.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Und während ich dir Mut mache, das Buch zu lesen und Impulse für dich und deine Freundschaften daraus zu ziehen, möchte ich dich auch an meinen Gedanken in puncto „Was für eine Art Freundin bin ich eigentlich?“ teilhaben lassen. Denn wie wir Freundschaften und andere zwischenmenschliche Beziehungen leben und ob wir uns in diesen wohlfühlen, hat auch etwas damit zu tun, wer wir sind.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich bin ein extrovertierter Introvert, das heißt: Ich fühle mich zwar in großen Gruppen unwohl, aber wer mit mir befreundet sein will, muss mit meiner großen Klappe klarkommen. Am wohlsten fühle ich mich mit ein oder zwei guten Freundinnen oder in einer kleinen Gruppe. Und da pflege ich am liebsten einen eifrigen Gedankenaustausch.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Auf welchem Weg knüpfst du deine Freundschaften?</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wie würdest du dich beschreiben? Und unter welchen Leuten fühlst du dich wohl? Vielleicht eröffnen dir meine Gedanken zu verschiedenen Freundschaftstypen ja auch einen neuen Blick auf deine Freundschaften. Gemeinsam stellen wir uns die Frage: Wer sollte auf meinem Lebensschiff mit an Bord sein? Und nach welchem Muster knüpfe ich neue Freundschaften?</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Meine Beobachtung ist: Es gibt zwei Wege, wie Menschen üblicherweise zu Freunden werden, beziehungsweise es gibt noch mehr Wege, aber auf diese zwei Weisen entwickeln sich Freundschaften generell am häufigsten.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der eine Weg führt über gemeinsame Interessen, sprich: Ich habe ein Hobby oder etwas, was ich gern tue, oder ein Thema, über das ich gerne rede, und ich baue mir mein soziales Netzwerk aus Menschen auf, die ähnlich ticken. Für Menschen, die diesen Weg bevorzugen, sind Gemeinsamkeiten, die man mit Freunden teilt, oft wichtiger als die Häufigkeit, in der man sich trifft, oder die Entfernung.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Der zweite Weg, um Freunde zu gewinnen, ist schlicht die günstige Gelegenheit. Man verbringt sowieso den ganzen Tag auf der Arbeit zusammen und irgendwann trifft man sich auch abends zu einem Spieleabend. Man wohnt Tür an Tür mit einer anderen Familie. Natürlich spielen die Kinder miteinander und man grillt im Sommer zusammen. Wer diesen Weg bevorzugt, präferiert Freunde in der Nähe und Treffen mit wenig Organisationsaufwand. Wichtig ist mir hier:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Keiner dieser Wege ist schlechter als der andere, um Freundschaften aufzubauen. Meist macht erst die Kombi aus gemeinsamen Interessen und Gelegenheit aus einer lockeren Bekanntschaft eine Freundschaft.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Warum erwähne ich trotzdem beide Wege? Weil die meisten Menschen einen Weg präferieren. Ich sollte daher wissen, wo und wie ich nach neuen Freunden suche, bevor ich dies aktiv tue.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gemeinsame Interessen schaffen ein Wir-Gefühl</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ich persönlich knüpfe oft über gemeinsame Interessen Freundschaften. Ich habe Menschen in meinem Leben, denen ich nie begegnet wäre, wenn ich nicht bestimmte Hobbys und Fandoms pflegen würde. Diese Herzensmenschen gehören in etlichen Fällen nicht meiner Altersgruppe an, wohnen teils weit weg und haben auch sonst keine Überschneidung mit meinem Alltag.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Aber angesichts der tiefen Themen, die ich mit diesen Freundinnen schon per Chat oder am Telefon durchdiskutiert habe, möchte ich sie in meinem Leben nicht missen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Per Distanz tiefe Freundschaften pflegen geht nicht? Sehe ich anders. Wenn man gemeinsame Interessen hat und sich Zeit für die Freundschaft nimmt, kein Problem.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tatsächlich hat dieser Weg, Freundschaften zu knüpfen, viele Vorteile. Man erspart sich oft langen Smalltalk. Denn sobald ein Thema gefunden ist, das einen verbindet, ergeben sich weitere Gespräche wie von selbst. Schnell hat man den Eindruck, sich schon ewig zu kennen, und es entsteht ein Wir-Gefühl.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Nachteil dabei ist, dass die Freundschaft auf einer reinen „Hobby“-Ebene bleiben kann. Sobald sich ein Interesse ändert oder verschiebt, ist potenziell auch die Freundschaft in Gefahr, besonders wenn die Freunde weiter weg wohnen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Garantieren gemeinsame Interessen also eine gute Freundschaft? Nur bedingt, aber ist Gelegenheit besser geeignet, langfristige Freundschaften aufzubauen? Das schauen wir uns jetzt an.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Gelegenheit macht Freundschaft</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gelegenheit macht Liebe, so heißt es. Und in vielen Fällen macht Gelegenheit auch Freundschaft. Wenn ich Menschen regelmäßig im Alltag treffe, zum Beispiel am Arbeitsplatz, im Hauskreis oder Sportclub, entsteht automatisch ein häufiger zwischenmenschlicher Kontakt. Ich finde heraus, wie der andere tickt und ob ich mit ihm kann.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Irgendwann lade ich ihn oder sie mal zum Essen oder einem Spieleabend ein. Man geht gemeinsam ins Kino und schwuppdiwupp ist man eng befreundet. Natürlich ist es nicht immer so einfach, aber wenn ich oft Kontakt zu Menschen habe, die ich mag, ergibt es sich automatisch, dass wir auch mal unsere Freizeit miteinander verbringen oder über ernste Themen ins Gespräch kommen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nicht umsonst rät Jennie Allen in ihrem Buch „Gemeinsam“ dazu, bei der Suche nach engen Freunden die Augen in den Lebensbereichen offenzuhalten, in denen man sich sowieso bewegt.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele von uns haben täglich etliche zwischenmenschliche Kontakte. Wenn wir uns bewusst entscheiden, zu einigen von ihnen eine Freundschaft aufzubauen, wird unser Bedürfnis nach Gemeinschaft automatisch gestillt.</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Freundschaftsfaktor „Gelegenheit“? Am Ende doch sehr flüchtig</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ganz so leicht ist es aber leider nicht. Denn vielleicht stellt sich heraus: Ich unterhalte mich zwar mit der Kollegin gerne während der Mittagspause, aber unsere Freizeitinteressen liegen weit auseinander. Und nur weil man neben einer Familie wohnt, deren Kinder im gleichen Alter sind, müssen die Eltern noch nichts gemein haben.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dann kommt es zu Treffen, die zwar irgendwie „nett“ sind, aber auch einen gewissen Cringe-Faktor haben. Jeder gibt sich große Mühe, aber tiefe Gespräche ergeben sich nicht und man fährt am Abend heim, verspricht, sich wiederzusehen, und fragt sich, wie lange man diese Phase durchmachen muss, bis es mal wirklich mit jemandem matcht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Tja, und wenn eine Freundschaft vor allem auf dem Faktor „Gelegenheit“ aufgebaut ist, was passiert, wenn einer der Freunde wegzieht? Ich habe schon viele Gelegenheitsfreunde an Umzüge verloren. Nicht, weil ich sie nicht mehr mag oder sie mich nicht mehr, aber kaum lebten sie oder ich einige Wochen am neuen Wohnort, schlief der Kontakt ein. Gelegenheit schafft also auch nicht automatisch gute Freundschaften.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Sowohl gemeinsame Interesse als auch Gelegenheit sind hilfreich, um Kontakte zu knüpfen. Für tiefe Freundschaften braucht es meist aber noch mehr. Nur was ist das?</p>
</blockquote>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">Der Kitt in Freundschaften: Gemeinsame Werte und Erwartungen</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Jennie Allen nennt in ihrem Buch fünf Faktoren, die Freundschaften auszeichnen, die Bestand haben. <a href="https://www.erf.de/lesen/themen/leben/verbindlich-ungezwungen-echt/6866-542-7672" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">In einem anderen Artikel dieser Reihe</a> kannst du diese Faktoren nachlesen. Doch meines Erachtens gibt es noch zwei Punkte, die unabhängig von diesen Schlüsseleigenschaften zu Beginn einer Freundschaft wichtig sind: gemeinsame Werte und ähnliche Erwartungen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn in meinem Leben Freundschaften schon im Kennenlern-Prozess gescheitert sind, lag es oft an diesen beiden Punkten.</p>

<blockquote style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Wenn zu Gelegenheit und / oder gemeinsamen Interessen nicht auch gemeinsame Werte kommen, werde ich mich auf lange Sicht in einer Freundschaft nicht wohlfühlen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Deine Freunde lästern regelmäßig über andere, machen sich über deinen Glauben lustig oder verletzen Grundwerte, die du hast. Dann lohnt es sich nicht, weiter in eine tiefe Freundschaft zu ihnen zu investieren. Denn du wirst dich in ihrer Nähe immer unwohl fühlen, weil du andere Werte hast und ihr Verhalten diese Werte verletzt, selbst wenn ihr euch nie über diese Punkte streiten solltet.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch unterschiedliche Erwartungen sind Gift für eine Freundschaft. Du wünscht dir eine Freundschaft, in der ihr gemeinsam Dinge unternehmt: Wandertouren, Kinobesuche und Shoppingtrips. Aber deine Freundin sucht jemanden für Netflix-Abende und zum Quatschen. Das kann funktionieren, wenn sich beide der verschiedenen Erwartungen bewusst sind und am Ende jeder auf seine Kosten kommt. Oft ist das aber nicht so.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Noch schwieriger wird es, wenn einer sich eine sehr enge Freundschaft wünscht, der andere aber nur eine lockere Bekanntschaft sucht. Hier ist die Enttäuschung für den, der mehr von der Freundschaft erwartet, vorprogrammiert. Und der andere lebt mit einem dauerhaft schlechten Gewissen, weil er unbewusst die Erwartungen des anderen spürt.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher kann es sinnvoll sein, solche Punkte zu Beginn einer Bekanntschaft zu thematisieren, zumindest wenn man merkt: Irgendwas hakt hier gerade zwischen uns. Das ist besser als viel Zeit in eine Freundschaft zu investieren, die nie das Level an Tiefe erreichen kann, das du dir wünscht.</p>

<h2 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">6 Freundestypen, die du brauchst</h2>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir uns nicht nur mit Menschen umgeben, die uns ähneln. Jennie Allen nennt in ihrem Buch sechs Typen von Menschen, die du in deinem Freundeskreis brauchst. Das heißt nicht, dass du genau sechs Freunde brauchst. Hierbei geht es mehr um die Art, wie diese Menschen Freundschaft leben und da können sich zwei Arten in einer Person vereinen.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Trotzdem ist es hilfreich Ausschau danach zu halten, wo du Menschen in deinem Bekanntenkreis hast, die diese Eigenschaften mit- und in eine Freundschaft einbringen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;">1. Der/ die Weise</h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Mensch mit diesen Eigenschaften hat immer einen guten Rat für dich parat. Egal vor welchem Lebensproblem du stehst, solche Menschen hören dir zu, nehmen dich ernst und können dir aus ihrem Erfahrungsschatz einen Tipp geben, wie du mit einer Situation weise umgehen kannst.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">Tipp:</strong> Oft findest du einen Freund mit diesen Eigenschaften nicht in deiner eigenen Altersklasse, sondern in einem älteren Menschen mit mehr Lebenserfahrung.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">2. Der Ermutiger, die Ermutigerin</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Auch dieser Freundschaftstyp hat immer ein offenes Ohr, aber seine besondere Eigenschaft sind nicht seine guten Ratsschläge, sondern seine Zugewandtheit zu dir und die Motivation, dich vorwärtszubringen.</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Ein Ermutiger nimmt dich in den Arm, wenn du es brauchst, kann aber genauso gut jemand sein, der dich motiviert, in einer schwierigen Situation dranzubleiben.</p>
</blockquote>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">3. Der Kamerad, die Kameradin</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Menschen wie diese brauchst du an deiner Seite, wenn du etwas umsetzen willst. Sie sind zupackend und unterstützen dich am liebsten durch ihr Tun. Je nach Begabung sind sie es, die dir Essen vorbeibringen, wenn du krank im Bett liegst. Sie wuppen mit dir einen spontanen Umzug, lesen mal eben eine Bewerbung für einen neuen Job gegen oder unterstützen dich dabei, dein eigenes Business zu gründen.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">4. Der/ die Herausfordernde </strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Viele Menschen tun sich schwer, einen Menschen mit diesen Eigenschaften in ihrem Freundeskreis zu haben. Dabei ist die Aufgabe, die der herausfordernde Freundestyp übernimmt, immens wichtig. Diese Menschen stellen nämlich die richtigen Fragen und dich damit auf eine positive Weise in Frage. Sie treten dir in den Hintern, wenn du es brauchst, und sagen dir ehrlich, wenn du gerade Mist baust.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Daher, auch wenn’s manchmal wehtut, du brauchst einen Menschen wie diesen in deinem engen Kreis.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">5. Der Planer, die Planerin</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Dieser Typ Mensch kann eines besonders gut: planen. Diese Eigenschaft stellt er in den Dienst eurer Freundschaft. Er oder sie fragt vielleicht bei jedem Treffen, wann ihr euch das nächste Mal seht. Er hat Geburtstage und besondere Ereignisse im Blick und wenn es etwas zu organisieren gibt, ist er vorne mit dabei.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Planer sind selbst nicht unbedingt zupackend, aber wenn du ihnen ein Problem schilderst, kannst du sicher sein, dass er oder sie danach überlegen wird, was oder wer dir dabei helfen kann.</p>

<h3 style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: .5rem;"><strong style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; font-weight: bolder;">6. Der/ die Lustige</strong></h3>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Diesen Typ Menschen brauchst du, wenn du eine gute Party feiern willst, aber auch sonst lohnt es sich mindestens einen Menschen im engeren Bekanntenkreis zu haben, der diese Eigenschaft mitbringt. Menschen dieses Schlages sind lustig, spontan und bringen dich selbst dann zum Lachen, wenn es dir richtig dreckig geht.</p>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Oft sind diese Personen nicht diejenigen, mit denen du tiefe Gespräche führst, aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Meine Erfahrung ist:</p>

<blockquote class="noshare" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin: 0 0 1rem;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Nur weil jemand es versteht, Spaß in eine Gesellschaft zu bringen, fehlt ihm nicht automatisch der Tiefsinn. Gelegentlich muss man danach aber etwas mehr schürfen.</p>
</blockquote>

<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Welche dieser Menschen hast du bereits in deinem Leben und wo ist eine Rolle vielleicht noch unbesetzt? Überlege doch mal, wer sie übernehmen könnte. Mach dir auch Gedanken darüber, auf welche Weise du am liebsten Freundschaften knüpfst – über gemeinsame Interessen oder Gelegenheit oder eine Mischung aus beidem – und welche Erfahrungen du damit gemacht hast.<br style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box;">
 </p>
<p style="font-size: 85%;">Rebecca Schneebeli</p>

<hr style="-webkit-box-sizing: content-box; box-sizing: content-box; height: 0; overflow: visible; border-top: 1px solid #dedede;">
<p style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; margin-top: 0; margin-bottom: 1rem;">Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! <a class="btn btn_spenden" href="https://www.erf.de/online-spenden/26?reset=1&amp;projekt=0" target="_blank" style="-webkit-box-sizing: border-box; box-sizing: border-box; color: inherit; text-decoration: underline; background-color: rgba(0,0,0,0);">Jetzt spenden</a></p>
<img src="https://feedpress.me/link/19277/16590432.gif" height="1" width="1"/>]]></content:encoded>
      <author><![CDATA[Rebecca Schneebeli]]></author>
      <pubDate>Thu, 02 Oct 2025 00:00:00 +0200</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>
