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BOY
Foto: Debora Mittelstädt

Keine Angst vor Hits

Milchgesichter und Hip-Hop-Opas

Nach sechs Jahren ist das Duo BOY mit neuem Song zurück, black midi setzen auf den Reiterzug und Main Concept machen herrlich oldschooligen Rap. Außerdem: Die Initiative Musik veröffentlicht die Ergebnisse der ersten bundesweiten Clubstudie. Das und mehr in unserem wöchentlichen Musik-Update Keine Angst vor Hits.

Neue Alben

black midi – Cavalcade

Gitarre, Bass und Schlagzeug als Kerninstrumente sind ein recht gewöhnliches Setup, aber was black midi damit machen, ist es nicht: komplexe, hakenschlagende Songs zwischen Experimental-, Noise- und Math-Rock. Seit der Bandgründung 2017 werden die Londoner über den grünen Klee gelobt, der NME hat sie schon als beste Band der Stadt bezeichnet, bevor sie auch nur eine Single veröffentlich hatten. Mit ihrem Debütalbum „Schlagenheim“ waren sie für den Mercury Prize nominiert. Auf dem Nachfolger „Cavalcade“ passiert immer noch sehr viel: Noise Rock, Jazz, Ambient Folk. Neben den lärmenden Gitarren, gibt es auch ruhigere Nummern wie „Marlene Dietrich“, bis wieder quietschende Saxofone, Trompeten und Posaunen zum Einsatz kommen.

Bachelor – Doomin‘ Sun

Bachelor ist das Projekt von Melina Duterte, die sonst unter dem Namen Jay Som musiziert, und Ellen Kempner von der Band Palehound. Die beiden waren schon lange Fans voneinander und als sie sich 2017 persönlich kennenlernten, war klar, dass sie auch kreativ auf einer Wellenlänge sind. Anfang 2020 haben sie ihr Aufnahmeequipment eingepackt und sind in ein Haus in Südkalifornien gefahren. Dort sind in zwei Wochen die Songs für das Bachelor-Debütalbum „Doomin‘ Sun“ entstanden. Es geht um Sehnsucht, Verlangen und toxische Beziehungen, aber auch Klimawandel. Ihre Musik ist erfrischend fluffiger Indierock in vielen Facetten: mal folkig mit gezupfter Gitarre, mal Powerpop, mal mit Elektronikgeknarze.

Main Concept – 3.0

„Coole Scheiße“ hieß das Debütalbum der Münchner Hiphop-Gruppe Main Concept aus dem Jahr 1994. Main Concept waren damals und sind heute immer noch: Rapper DavidPe, Beatproducer Glam und DJ Explizit. Sie waren eine der ersten Bands, die auf Deutsch gerappt haben. Ihre Texte sind von je her auch politisch motiviert und selbstreflektiert. Zum 30. Bandjubiläum haben sie sich das Album „3.0“ geschenkt, auf dem es u.a. um Ausbeutung, Kapitalismus, Vielfalt und Idendität geht. Dabei kommt zum Glück auch Humor nicht zu kurz. Verpackt ist das Ganze in oldschoolige Boombap-Beats und auch mal einen Reggea-Dub-Musikteppich.

Neu auf der Playlist

BOY – Fit Back In

Das deutsch-schweizerische Indiepop-Duo BOY ist zurück! Nach sechs Jahres ohne neue Veröffentlichung machen Valeska Steiner und Sonja Glass genau da weiter, wo sie aufgehört haben und liefern eine melancholische Pop-Nummer. „Fit Back In“ beschäftigt sich mit dem Thema Trauer, denn Steiners Vater verstarb kurz vor Entstehung des Songs. Sie fragte sich daraufhin, wie und ob man über so einen Verlust hinwegkommt und ob das überhaupt nötig ist. Denn Gefühle zulassen kann auch heilend sein – egal wie lange dieser Prozess dauert. „Fit Back In“ setzt intelligente Akzente, hinterlässt ein warmes Gefühl und macht Lust auf ein drittes Album von BOY.

Ladyhawke – Mixed Emotions

Es gibt Menschen, denen macht es das Leben nicht gerade leicht. Als Kind litt Pip Brown alias Ladyhawke unter verschiedenen Krankheiten, sie hat Aspergers, besiegte vor ein paar Jahren Hautkrebs, hatte Depressionen und Angstzustände. Hilfe findet sie dabei nicht nur in einer Therapie und Medikamenten, sondern auch in der Musik. Die schwimmt irgendwo zwischen New Wave, Indierock und Synthpop und hat ihr auch schon Vergleiche mit Cindy Lauper und Kim Wilde eingebracht. „Mixed Emotions“ handelt von den teilweise diffusen Gefühlen, die man entwickelt, wenn man viel Zeit mit einer Person verbringt. Denn auch für Zwischenmenschliches gilt: es gibt kein schwarz und weiß. Beim Schreiben hat Nick Littlemore von Empire of The Sun mitgeholfen und deren eingängiger Elektro-Pop sorgt auch auf „Mixed Emotions“ dafür, dass die Lust auf den eine Runde auf dem Dancefloor immer größer wird. „Mixed Emotions“ wird auf Ladyhawkes zweitem Album „Time Flies“ (8. Oktober) zu finden sein.

Cartel Madras – Dream Girl Concept

Bhagya Ramesh und Priya Ramesh – so heißen Cartel Madras im echten Leben, besser bekannt sind die beiden Schwestern allerdings unter ihren Künstlernamen „Eboshi“ und „Contra“. Die beiden kommen aus Süd-Indien, sind jung nach Kanada gezogen und identifizieren sich als „queer“. Unkonventionelle Liebe, Geschlechter außerhalb der Binarität, Feminismus und Empowerment sind auch Themen, die sich auf den unverfrorenen Tracks von Cartel Madras wiederfinden. So auch auf „Dream Girl Concept“, ein Funk-Hip-Hop Song mit 90er Ästhetik, der gleichzeitig nostalgisch stimmt und futuristische Vibes verströmt. Denn auf „Dream Girl Concept“ geht es um die Gefühle, die Technologie im Jahr 2021 in uns auslöst. Auch im Video schlüpfen die beiden in die „Körper“ von Künstlichen Intelligenzen, denen langsam die Batterie ausgeht. „Dream Girl Concept“ wird auch Teil des Mixtapes „The Serpent and the Tiger“ sein.

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